Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt - Berufsorientierung.inbas ...

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Berufsorientierung -Programm- und Projektbeispielevon Bund, Ländern, Kommunen und StiftungenName desProgrammsBundeslandZuständigkeit /Ansprechpartner/inFinanzierungRahmenvereinbarungArt desProgrammsHandlungskonzept Schule & ArbeitsweltB5 im Zukunftsprogramm Arbeit (ESF- Arbeitsmarktprogramm desLandes Schleswig-Holstein)Land Schleswig-HolsteinMinisterium für Bildung und Kultur des Landes Schleswig-HolsteinReferat III 22Ulrich KrauseBrunswiker Straße 16-2224105 KielTel.: 0431 - 988 2413E-Mail: ulrich.krause@mbk.landsh.deMinisterium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des LandesSchleswig-HolsteinReferat VIII 25Maren StaepsReferat Arbeitsmarktpolitik, Arbeitsrecht,SGB II, Jugend und ArbeitsweltAdolf-Westphal-Str. 424143 KielTel.: 0431 - 988 5633E-Mail: maren.staeps@sozmi.landsh.deESF-Mittel, Mittel des Ministeriums für Bildung und Kultur, derBundesagentur für Arbeit sowie Eigenmittel der BildungsträgerDas Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt wurde in einergemeinsamen Arbeitsgruppe des Bildungs- und desArbeitsministeriums erarbeitet sowie unter Beteiligung derBundesagentur für Arbeit weiterentwickelt.flächendeckendes Landesprogramm, das in allen Kreisen undkreisfreien Städten umgesetzt wirdLaufzeit ESF-Förderperiode: 2007 - 2013Zielgruppe /GrößenordnungZielgruppen des ProgrammsIm Mittelpunkt stehen junge Menschen (Schülerinnen und Schüler),bei denen sich abzeichnet, dass sie voraussichtlichSchwierigkeiten auf dem Weg von der Schule in den Beruf haben(benachteiligte Jugendliche):1. Jugendliche, aus den allgemeinbildenden Schulen undFörderzentren, deren Hauptschulabschluss nach der Prognosezum Ende der 7. Klasse gefährdet ist.2. Jugendliche, die die allgemeine Schulpflicht absolviert haben,aber berufsschulpflichtig und „unversorgt“ sind.Insgesamt handelt sich um ca. 5.000 Jugendliche jährlich, die© 2010 www.berufsorientierung.inbas.com / www.dji.de 1


Berufsorientierung -Programm- und Projektbeispielevon Bund, Ländern, Kommunen und Stiftungenunterschiedlich lange im Programm verbleiben.weitere Zielgruppen (Personalqualifizierung)Darüber hinaus wendet sich das Programm mit Angeboten zurProfessionalisierung an: in den Klassen unterrichtenden Lehrkräfte der im Rahmen desHandlungskonzepts geförderten Jugendlichen sowie Coaching-Fachkräfte und weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bildungsträger,die an der Umsetzung der verschiedenen Handlungsfelder tätigsind sowie an Berufseinstiegsbegleiterinnen und -begleiter.ZieleKonzeptionelleSchwerpunkte /Inhalte Jugendliche fit für die Anforderungen der Arbeitswelt machendurch die Verbesserung der Ausbildungsreife und derBeschäftigungsfähigkeit Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeitvon 11,0% im Jahr 2006 auf 6,4 % im Jahr 2013 Senkung des Anteils der Jugendlichen ohne Schulabschlussvon 9,8% im Jahr 2005 auf 6,5 % im Jahr 2013.darüber hinaus: nachhaltige Stabilisierung des Systems zur Steuerung desÜbergangs von der Schule in die Arbeitswelt durch eine„Koordinierung vor Ort“, wenn möglich unter Federführung derKommune.Individuelle und systemische Komponenten im Rahmen der derBerufsorientierung sowie des Übergangs in Ausbildung oderandere Angebote der beruflichen Bildung: Kompetenzfeststellung individuelle Betreuung unter Berücksichtigung der persönlichenLebenswelten (Coaching), vertiefte und verstärkte Berufsorientierung an Schulen /Praxiserfahrungen Auf- und Ausbau von regionalen NetzwerkeVier Handlungsfelder: Coaching, Kompetenzfeststellung,Berufsfelderprobung, Qualifizierungs-Bausteine (s.u.)Landesweite Personalqualifizierung (PQ) und Systemqualifizierung(SQ) (s.u.).Hinzu kommen zwei Sonderprojekte: "Integrationsbegleitung für junge Menschen mitEinwanderungshintergrund InB" (vier Standorte 2007 - 2009) „Produktionsschule" (zwei Standorte 2009 - 2011)© 2010 www.berufsorientierung.inbas.com / www.dji.de 2


Berufsorientierung -Programm- und Projektbeispielevon Bund, Ländern, Kommunen und StiftungenElemente1. Handlungsfeld: Coachingpersonenorientierte Förderung durch prozessbegleitende Beratungauf der Grundlage der Kompetenzfeststellung(Stärkenorientierung), zielorientierte Anleitung (Förderplan undZielvereinbarung unter Einbezug der Eltern) undhandlungsorientiertes Training, z.B. innerhalb einer individuellenBerufswegeplanung).Im Gegensatz zur Schulsozialarbeit (kein Regelangebot anSchulen in Schleswig-Holstein), bezieht sich das Coachingschwerpunktmäßig auf die Berufsorientierung. Die Jugendlichensollen vor allem selbst aktiviert werden. Für ergänzende Hilfenerschließen sich die Coaches Netzwerke. Als Klammer für dieAngebote wird der Berufswahlpass genutzt.2. Handlungsfeld: KompetenzfeststellungEs werden zwei Modelle eingesetzt: das Herforder Modell das Assessment-Center des Jugendaufbauwerkes Schleswig-Holstein3. Handlungsfeld: BerufsfelderprobungÜberwiegend in Werkstätten der Bildungsträger erhalten dieJugendlichen Gelegenheit, ihre im HandlungsfeldAssessments/Potenzialanalyse festgestellten Kompetenzen mitAnforderungen der Berufe oder der Arbeitswelt in Beziehung zusetzen. Sie erproben sich im Umfang von ca. 40 Std. anpraktischen Aufgaben in mehreren Berufsfeldern.In Einzelfällen findet die Berufsfelderprobung auch als Projekt mitexternen Ausbilder/innen in der Schule oder in einem Betrieb statt.4. Handlungsfeld: Qualifizierungsbausteine (nurBerufseingangsklasse)Die Schüler/innen entscheiden sich freiwillig und zusätzlich zurTeilnahme. Die Bausteine werden in der Regel von einemBildungsträger in Kooperation mit der berufsbildenden Schuledurchgeführt.Die dargestellten Handlungsfelder sind organisatorisch eingebettetin eine flexible Übergangsphase, hier können die Schuljahre 8 und9 individuell in zwei oder drei Jahren durchlaufen werden(Hauptschulabschluss) Förderzentren Schulen, die zum Hauptschulabschluss führen eine Berufseinstiegsklasse, die an der Berufsschule die JoA-Klasse (Jugendliche ohne Ausbildung) ersetzt hat, in dieserkönnen ergänzend zum eintägigen Schulbesuch die o.g.© 2010 www.berufsorientierung.inbas.com / www.dji.de 3


Berufsorientierung -Programm- und Projektbeispielevon Bund, Ländern, Kommunen und StiftungenAngebote wahrgenommen werdenDie Personalqualifizierung (PQ) richtet sich auf die Vertiefung desFach- und Anwendungswissens im Bereich Kompetenzfeststellungund Coaching einschließlich der Netzwerkbildung aufArbeitsebene.Die Systemqualifizierung (SQ) richtet sich auf eine Verbesserungder Koordinierung der Übergangsphase im Rahmen von lokalenVerantwortungsgemeinschaften.BeteiligteInstitutionen undPersonenKooperationspartnerUmsetzung:43 Träger der beruflichen Bildung (SchwerpunktBenachteiligtenförderung), davon 15 koordinierende Bildungsträgerin jedem Kreis, jeder kreisfreien Stadt als Zuwendungsempfänger.Gremium der koordinierenden Bildungsträger:Projektträgergemeinschaft und Koordinierungsgruppe.164 Schulen mit den Bildungsgängen, die zumHauptschulabschluss führen47 Förderzentren24 berufliche Schulen mit BerufseingangsklassenSteuerung:Steuerungsebene I: Lenkungsgruppe Schule und Arbeitswelt,bestehend aus: Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Abteilungenallgemeinbildende Schulen und Berufsbildung undSchulentwicklungsplanung des Ministeriums für Bildung undKultur (MBK) den Referaten Arbeitsmarktpolitik und Arbeitsmarktförderung,ESF des Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit(MASG) Beteiligung der Bundesagentur für Arbeit, RegionaldirektionNord. Ein MA des Abwicklers, der Investitionsbank Schleswig-HolsteinSteuerungsebene II: Regionale Steuerungsgremien auf der Ebeneder 15 Umsetzungsregionen (Kreise/ kreisfreie Städte des Landes)gemäß den Förderkriterien im Zukunftsprogramm ArbeitSteuerungsebene III: Projektbeirat der Systemqualifizierung , MBK(2 MA) und MASG (2 MA), koordinierende Bildungsträger (2Führungskräfte), Vertretung der PQ (3 MA), wissenschaftlicheBegleitungSteuerungsebene IV: MBK (2 MA), MASG (1 MA), MWV (1 MA),Vertretung der PQ und der SQ (2 MA), Bildungsträger (1 MA)Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr, Referatberufliche Ausbildung© 2010 www.berufsorientierung.inbas.com / www.dji.de 4


Berufsorientierung -Programm- und Projektbeispielevon Bund, Ländern, Kommunen und StiftungenKammern und Wirtschaftsverbände in Schleswig-HolsteinTräger der Grundsicherung (ARGEn und optierende Kommunen)Schulämter, Schulrätinnen, Schulräte, Kreisfachberatungen fürBerufsorientierungSchulleitungen der Berufsbildenden Schulen bzw. RegionalenBerufsbildungszentrenKommunale LandesverbändeVerankerung mitanderen ProgrammenAnmerkungen /BeispieleKompetenzagentur, Schulverweigerung - die 2. ChanceBerufseinstiegsbegleitungBerufsorientierung des Bundesministeriums für Bildung undForschungAusbildungsakquisiteure, Ausbildungsbetreuung, regionaleFachberatungenPerspektive Berufsabschluss - Förderinitiative regionalesÜbergangsmanagement (RÜM)Bei einer landesweiten Bereisung des Ministeriums für Bildung undKultur wurden Jugendliche, Coaching-Fachkräfte, Lehrkräfte undSchulleitungen befragt.Als Schlüsselhandlungsfeld hat sich das Coaching erwiesen. DieJugendlichen schätzen diese Unterstützung und wünschen sie sicheine Verlängerung über das Ende der Schulzeit hinaus. Lehrkräftehaben wieder mehr Spaß an ihrer Arbeit, da sie sich über dieSchüler/innen mit einer anderen Fachkraft austauschen und sichgleichzeitig stärker „ihren“ unterrichtlichen Aufgaben widmenkönnen.Die Erfahrungen zeigen, dass Kompetenzfeststellungen sichvielfach zunächst sehr motivierend auswirken, da die Jugendlichen„erstmalig“ ihre Stärken erleben. Die Jugendlichen erinnern sich andie festgestellten Kompetenzen aber nur dann nachhaltig, wenn inder Schule die Ergebnisse aufgriffen werden und in die individuelleFörderung des Jugendlichen einfließen.Oft werden bisherige schulische Leistungen widersprüchlich zu denErgebnissen aus den Assessments wahrgenommen – in positivenFällen kommen Lehrer/innen, Schüler/innen und Eltern darüber insGespräch und nehmen aktiv Anteil an der Schulausgangsphase.Ergebnisse werden in der Schule dann genutzt, wenn individuelleFörderung tatsächlich stattfindet, diese Veränderung ist durch dieSchulreformen in Schleswig-Holstein angestoßen, gleichzeitig wirddieser Prozess durch Fortbildungen für Lehrkräfte unterstützt.Bei der Berufsfelderprobung erweist sich eine große Vielfalt alspositiv, während einschränkende Berufsfelder destruktiv wirkenkönnen. Eine gelungene Berufsfelderprobung wird als guteVorbereitung auf ein nachfolgendes Praktikum gewertet. DieArbeitgeber geben positive Rückmeldungen, da die Jugendlichenklarere Vorstellungen über Berufe und Tätigkeiten mitbringen, es© 2010 www.berufsorientierung.inbas.com / www.dji.de 5


Berufsorientierung -Programm- und Projektbeispielevon Bund, Ländern, Kommunen und Stiftungengäbe weniger Probleme im Praktikum und weniger Abbrüche desPraktikums.Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass die Absolventinnen undAbsolventen verbesserte Chancen gegenüber Referenzklassenhaben, Arbeitgeber nehmen lieber Jugendliche aus dieserZielgruppe. Nach der flexiblen Übergangsphase sind fast alle derJugendlichen versorgt.Die Erfahrungen zeigen auch, dass die Gruppe der unversorgtenJugendlichen weitaus größer (10-Mal so groß) ist als die bei derBundesagentur für Arbeit gemeldeten Bewerber/innen. Das liegtdaran, dass Jugendliche bei der Bundesagentur für Arbeit nur dannals unversorgt gelten, wenn sie sich aktiv bei der Berufsberatungals ausbildungssuchend melden.EvaluationLinksZentrale Evaluierung des gesamten Zukunftsprogramms Arbeit (ZPArbeit) durch das Institut für Sozialforschung undGesellschaftspolitik GmbH (ISG) für den Zeitraum 2007/2008http://www.schleswig-holstein.dehttp://www.ib-sh.de© 2010 www.berufsorientierung.inbas.com / www.dji.de 6

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