Qualitätsprozesse in der Umweltbildung - Grundlagen ...

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22UMWELTBILDUNGUMWELTBILDUNGGrundlagenAnalysenVorschlägeQualitätsprozesse in der UmweltbildungGrundlagen, Bestandesaufnahme und Instrumentefür ausserschulische Anbieterinnen und Anbieter


InhaltVorwort.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4Zusammenfassung.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6Einleitung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8Vorarbeiten.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9Zielpublikum.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10Zielsetzung und Aufbau.. . . . . . . . . . . . . . . . . 10Qualitätssicherung – Qualitätsentwicklung.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11Dass QS/QE nötig sind, darüber istman sich einig... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13Studie zur Qualität an ausserschulischenLernorten.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15Ziel.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15Methode.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16Stichprobe.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16Untersuchungsergebnisse. . . . . . . . . . . . . . . . 16Fazit.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20Ausgewählte Instrumente für die Qualitätssicherungund ‐entwicklung.............21A. Qualitätsmanagement- und Zertifizierungssystemefür die Umweltbildung. . 23B. Kriterienlisten für die Selbstevaluationvon Institutionen und Organisationen. . 24C. Qualitätskriterien für BNE-Schulen. . . . 25D. Qualität von Bildungsangeboten, (Schul‐)Projekten und Unterricht allgemein, inhaltlich-didaktischeQualität. . . . . . . . . . 26E. Praktischer Methodenkoffer zur Selbstreflexionund Evaluation.. . . . . . . . . . . . . . . 27Synthese/Fazit und Ausblick. . . . . . . . . . . 29Ausblick. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31Anhang.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33Abkürzungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33Literaturverzeichnis.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33Interviewleitfaden «Erhebung AusserschulischeLernorte».. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35Inventarraster.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36Instrumente zum praktischen Methodenkoffer.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37Selbstdeklaration ERBINAT. . . . . . . . . . . . . . . 37Linkliste.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38


VorwortViele Bildungsangebote im Bereich Umweltbildungwerden heute von Organisationen undprivaten Anbieterinnen und Anbietern an dieSchulen herangetragen und von diesen als Ergänzungzum regulären Unterricht sehr geschätzt.Die ausserschulischen Partnerinnenund Partner bieten den Schulen Fachkompetenz,unterstützen die Lehrkräfte punktuell beider Umsetzung des Lehrplanes und vermittelnden Schülerinnen und Schülern Zusammenhängeanschaulich und konkret. In verschiedenenLehrplänen (z.B. in den KantonenBE, ZH, Zentralschweiz) wird auf die Bedeutungvon ausserschulischen Lernorten und direktenBegegnungen mit Fachleuten hingewiesen.Gut eingebettet in eine Unterrichtsreihe zueinem Thema bietet die Begegnung mit Fachleutenein spezielles Highlight, die Möglichkeiteinem Thema auf den Grund zu gehen odervon einer spezifischen Perspektive zu beleuchten.Der Besuch von ausserschulischen Lernortenunter fachkundiger Begleitung gewährtden Klassen einmalige Erlebnisse und praktischeund wirklichkeitsnahe Aktivitäten vorOrt. Authentische Begegnungen und Lernenan Orten ausserhalb der Schule ermöglichenneue Lernerfahrungen. Da die Alltagswelt derSchülerinnen und Schüler zunehmend medialgeprägt ist, kommen Primärerfahrungen immergrössere Bedeutung zu. Umweltbildungfavorisiert Lernsituationen, die den Lernendenaktives Lernen in authentischen, realen Umgebungenermöglichen.Für die Stiftung Umweltbildung Schweiz (SUB),als Koordinatorin der schulischen Umweltbildung,sind ausserschulische Lernangebote vongrosser Bedeutung. Sie bilden einen wichtigenBaustein für eine qualitativ hochstehende undwirksame Natur- und Umweltbildung, welchedie Kompetenz der Lernenden fördert, selbstbestimmtund verantwortungsbewusst die Zukunftvon Umwelt und Gesellschaft mitzugestalten.Trotz der von der Fachwelt anerkannten Bedeutungvon ausserschulischem Lernen für einewirksame Natur- und Umweltbildung, mussder Nutzen zunehmend gegenüber Schulleitungen,Eltern und Behörden ausgewiesen werden,um den Aufwand an Zeit, Organisation


und Kosten zu rechtfertigen, dies umso mehr,wenn externe Anbieter und Anbieterinnen beigezogenwerden. Die Schulen erwarten pädagogischhochstehende Angebote, gleichzeitigbesteht ein Bedarf nach mehr Transparenz. Fürdie Anbietenden gilt: Natur- und Umweltbildungmuss qualitativ gute Bildung sein, damitAngebote langfristig marktfähig bleiben. Hiersetzen Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklungan.Anbietende von Umweltbildung erhalten mitdieser Broschüre einen Überblick über denStand der Qualitätsentwicklungsdiskussion inder Umweltbildung und darüber hinaus vielepraktische Hinweise und konkrete Instrumente,um den Qualitätsentwicklungsprozess in dereigenen Institution bzw. bei den eigenen Angebotenzu bereichern.


ZusammenfassungDie vorliegende Publikation der Stiftung UmweltbildungSchweiz SUB ist in Zusammenarbeitmit dem Zentrum Umweltbildung der ZHAW inWädenswil entstanden und richtet sich an ausserschulischeUmweltbildungsanbieterinnenund -anbieter – hauptsächlich an kleine undmittelgrosse Betriebe. Trotz der gesellschaftlichzunehmend wichtigen und einzigartigen Beiträgezur Umweltbildung, die solche UmweltbildungsanbietendeSchulen offerieren können,muss der Nutzen von ausserschulischemLernen v. a. gegenüber Schulleitungen, Elternund Behörden ausgewiesen werden. GesteigerteErwartungen und der Druck, knappe Mitteleffizient einzusetzen, verlangen nach Rechtfertigungvon Aufwand und Kosten. Dem Thema«Qualität» wird vermehrt Aufmerksamkeitgeschenkt. Angebote müssen qualitativ hochstehendsein, damit sie nachgefragt werden.Die Sensibilisierung für Qualitätsaspekte istder SUB deshalb ein Anliegen.Die SUB und die ZHAW bieten ausserschulischenUmweltbildungsanbietende mit vorliegenderPublikation Unterstützung, um dieQualität ihrer Angebote kontinuierlich und bedürfnisgerechtweiterzuentwickeln. Die Broschüreliefert u. a. einen Überblick über denStand der Qualitätsdiskussion in der Umweltbildungund setzt sich mit den Begriffen Qualitätssicherung(QS) und -entwicklung (QE) auseinander.Qualitätsentwicklung in der Umweltbildungführt zu einer Ausweitung des Blicksauf Kunden, Gesellschaft, Finanzen, Organisation,Personal, Marketing und Kommunikation.Dies führt zu einem neuen Selbstverständnisder Organisation, welche ihren absenderorientiertenAnsatz und appellativen Charakterverliert und sich an ihrer Wirkung ausrichtetund adressatenorientiert agiert.Dieses neue Selbstverständnis ist vorhanden,wie eine erste explorative Erhebung bei 15 ausserschulischenUmweltbildungsanbietenden inder Schweiz aus dem Jahre 2007 zeigt. DieBefragung hat zu Tage gefördert, dass die Anbieterinnenund Anbieter bei der Sicherstellungder Qualität ihrer Institution resp. ihrer Angebotesehr aktiv sind. Es wurde deutlich, dassbereits vieles unternommen wird und die Angeboteallgemein qualitativ hochstehend sind.


Dies geschieht aber insbesondere bei kleinenund mittleren Anbietenden nicht mit der explizitenAbsicht, Qualitätsentwicklung zu betreiben.Es fehlt an Informationen über die Bandbreitemöglicher QS/QE-Instrumente. Wünschenswertwäre zudem, wenn die Qualitätsentwicklungals Organisationskultur integrativerBestandteil des Alltagshandelns würde.Qualitätsmanagement wird nach wie vor alsZusatzbelastung wahrgenommen. Mit vorliegenderBroschüre soll diesem Manko begegnetwerden. Es werden ausgewählte Instrumenteund Kriterienlisten sowie praktische Hinweisepräsentiert, mit denen die Qualitätsbereicheerfasst werden können und die der Selbstkontrolleund der Qualitätsentwicklung dienen.Die Professionalisierung der QE-Prozesse wirdvon ausserschulischen Umweltbildungsanbieterinnenund -anbietern gewünscht. Einer Zertifizierungund externen Kontrolle stehen siehingegen kritisch gegenüber und bevorzugengrundsätzlich freiwillige Systeme. Der Wunschnach einfachen, leicht umsetzbaren Verfahrenzur QE und nach einem breit abgestütztenQualitätskriterienkatalog besteht. Zwar ist eineKriterienliste noch kein Garant für gute Umweltbildung,denn bei Bildungsangeboten lässtsich Qualität nicht einfach über technischeVerfahren oder über Verordnungsmassnahmenherstellen. Dennoch bleibt die Diskussionum Minimalstandards aktuell. Auch der Frage:«Was ist gute Umweltbildung?» muss weiternachgegangen werden, um den Referenzrahmenzur (Weiter-)Entwicklung von Angebotenzu schaffen.


EinleitungDem Thema «Qualität» wird seit geraumer Zeitgrosse Aufmerksamkeit geschenkt. Die Qualitätsdiskussionhat auch die Umweltbildung erfasst.So schreibt Frommherz (2006) im Editorialder Publikation «Umwelt Bildung INFO1/2006»: «Auch die Umweltbildung entgehtder aktuellen Tendenz nicht, welche alle Arbeitsbereicheerfasst und sie einem Qualitätsentwicklungsprozessunterwirft. Kriterienkataloge,Indikatoren, Evaluation, Labelbildungusw. sind Begriffe, die in der Wirtschaft verwendetwerden und nun auch in der Bildung imAllgemeinen und der Umweltbildung im SpeziellenEinzug halten» (S. 1).Wir beobachten derzeit verschiedene Entwicklungen,welche die Qualitätsdiskussion auchunter den ausserschulischen Umweltbildungsanbietendenin Gang gebracht haben, z.B:n Der anhaltende finanzielle Druck steigertdie Erwartung seitens der staatlichen und privatenTrägerschaften, mit beschränkten Ressourceneffektiver umzugehen. Geld gebendeStellen verlangen zunehmend eine Garantie,dass ihre Mittel auch effizient eingesetztwerden. Evaluationsverfahren sollen aus ihrerSicht helfen, den Geldfluss künftig besser zusteuern (vgl. Gonon et al., 1999, S. 10).n Im Bildungswesen hält die Tendenz zurSchul- und Qualitätsentwicklung und zu externerEvaluation seit den 90er-Jahren an. VieleKantone beschäftigen sich mit der Entwicklungneuer Formen der Qualitätsentwicklung dereinzelnen Schulen und des ganzen Schulsystems.Qualitätssicherung und -entwicklung istein aktuelles Thema auf allen Bildungsstufen.Dies ist ersichtlich aus den zahlreichen diesbezüglichenkantonalen Projekten und Konzepten.Interne Qualitätskonzepte in der obligatorischenSchule haben sich bisher vor allem inder deutsch- und italienischsprachigen Schweizetabliert (EDK, 2009).Ausserdem kann ein Trend, von der Input- zurOutput-Orientierung überzugehen, ausgemachtwerden. Damit werden auch Umweltbildungsangebotein Zukunft primär an den vermitteltenKompetenzen gemessen werden.n Schulen sehen sich mit einer wahren Angebotsflut,nicht nur aus dem Umweltbildungsbereich,konfrontiert. Doch auch sie sind demEffizienzdruck ausgesetzt. Sie müssen ihre Mit-


tel gezielt einsetzen und eine Auswahl treffenund äussern daher das Bedürfnis, ausserschulischeAngebote auf ihre Qualität überprüfenzu können.n Die Förderung und Sicherstellung von qualitativguter, breit umgesetzter Umweltbildungmacht im Hinblick auf die anhaltende Wichtigkeitdes Themas, hinsichtlich der weltweiten,aber auch lokalen Umweltprobleme, wieetwa Klimawandel oder Littering, Sinn. Ausdruckdavon ist nicht zuletzt die UNO-Weltdekade«Bildung für nachhaltige Entwicklung» fürdie Jahre 2005 –2014, bei der es darum geht,die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung weltweitin den nationalen Bildungssystemen zuverankern.n Um die eigenen Chancen auf dem Marktzu optimieren, werden mittels Umfeldanalysenund Kundenorientierung die Konkurrenz unddie Bedürfnisse der Adressatinnen und Adressatenstudiert und die eigenen Angebote entsprechendüberprüft. Diese Tendenz zeigte sichauch bei den befragten Personen der ZHAW-Studie (siehe «Studie zur Qualität an ausserschulischenLernorten», S. 15 ff.).Dass in der Umweltbildung der Ruf nach Wirkungsmessunglaut wurde, ist sicher wesentlicheine Folge des Modernisierungsdruckes.Dies bringt aber auch Befürchtungen mit sich,z.B. die Skepsis bezüglich einer Reduktion vonBildung auf vermeintlich Messbares und damitdie Angst vor einer Ökonomisierung der (Umwelt-)Bildung.VorarbeitenIm Jahr 2000 stiess eine Tagung, organisiertvon den Stiftungen SILVIVA und SUB, unter demTitel «Qualitätsentwicklung in der Umweltbildung»,auf viel Interesse. Ein daraufhin lanciertesProjekt musste wegen Geldmangel eingestelltwerden. Das Projekt «Qualitätsentwicklungin der Natur- und Umweltbildung» von SIL-VIVA, SUB und dem Zentrum Umweltbildungder Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften(ZHAW) nahm 2005 den Fadenwieder auf. Mit einer Erhebung bei ausserschulischenLernorten bezüglich ihrer Qualitätsentwicklung(siehe «Studie zur Qualität an ausserschulischenLernorten,S. 15 ff.), einer Tagungund der vorliegendenBroschüre sollte die öffentlicheDiskussion desThemas nun angestossenwerden. Am 18.Januar 2008 wurdendie Zwischenergebnisseder internen Diskussioneinem Fachpublikumvorgestellt.Was «Qualitätsentwicklung» konkret bedeutet,darüber muss man sich allerdings verständigen.Was ist mit «Qualität» in der NaturundUmweltbildung gemeint? Welche Qualitätsoll gefördert werden? Am ehesten verbindetman damit höhere Wirksamkeit, Fortschrittund Transparenz bezüglich des Lernerfolgs.


10ZielpublikumDie vorliegende Publikation fokussiert auf ausserschulischeUmweltbildungsanbieterinnenund -anbieter. Dies sind Institutionen oder Einzelpersonen,welche Natur- und Umweltbildungfür Schulen anbieten, sei es innerhalbder Schulmauern (Schulbesuche, Animationim Klassenzimmer etc.) oder ausserhalb desSchulzimmers (Naturschutzzentren, Museenetc.).Im Gegensatz dazu wird unter dem Begriff«Ausserschulischer Lernort (AL)» generell einOrt ausserhalb der Schule verstanden, dervon Schülerinnen und Schülern gemeinsammit den Lehrkräften im Rahmen des Unterrichtszum Zweck des anschaulichen Lernensbesucht wird. AL können pädagogisch vorbereitete/vorstrukturierte ausserschulische Lernortesein wie Bauernhöfe, Museen, Umweltzentren,Science Center, Naturschutzgebiete, aberauch einfach Lebensräume wie ein Bachuferoder ein Wald.Insbesondere richtet sich die Publikation ankleine und mittelgrosse Betriebe. Ihr Bedarf fürsystematisierte Qualitätsentwicklung ist grösserals bei grossen Anbieterinnen und Anbietern,wie die Studie «Erhebung AusserschulischeLernorte» (Wilhelm & Scheidegger, 2007) aufzeigte.Auf welche Art grosse Betriebe unterstütztwerden können, bleibt zu klären. Der Bedarfan sich ist erkannt, um diese Betriebe beiihren Bemühungen nicht zu vernachlässigen.Die Diskussion um Qualitätssicherung und -entwicklung hilft auch bei der Suche nach Antwortenauf allgemeine Fragen wie: «Was istgute Umweltbildung?», «Wie sieht zeitgemässeUmweltbildung im Kontext einer «Bildungfür eine nachhaltige Entwicklung» aus?».Nach einer generellen Einführung ins ThemaQualitätsentwicklung werden im Kapitel «Studiezur Qualität an ausserschulischen Lernorten»,S. 15 ff., die wichtigsten Resultate einer 2007im Auftrag der SUB/FEE/FEA durchgeführtenStudie bei Umweltbildungsanbieterinnen und -anbietern dargestellt. Diese Untersuchung «ErhebungAusserschulische Lernorte» (Wilhelm &Scheidegger, 2007), welche durch das ZentrumUmweltbildung der ZHAW durchgeführt wurde,verschafft einen Überblick darüber, welcheinformellen und formellen Formen von Qualitätssicherung(QS) und Qualitätsentwicklung(QE) von Umweltanbieterinnen und -anbieteraktuell verwendet werden, welche Bedürfnissediese bezüglich QS und QE haben und welcheMassnahmen sie dabei unterstützen, ihreProdukte den Bedürfnissen der Schule entsprechendkontinuierlich weiterzuentwickeln.Im Kapitel «Instrumente», S. 21 ff., werden praxistauglicheInstrumente und Ansatzpunkte fürQE aufgezeigt bis hin zu Qualitätsmanagementsystemenmit Ausrichtung Umweltbildung.Im anschliessenden Fazit und in der Synthesewird der Versuch einer zusammenfassendenBilanz unternommen und ein Ausblick auf dieAbsichten und weiteren Projekte der SUB gegeben.Zielsetzung und AufbauDie Broschüre will einen Einblick in den aktuellenStand der Qualitätsentwicklung bei ausserschulischenUmweltbildungsanbieterinnenund -anbietern in der Schweiz geben. Die Anbietendensollen eine Übersicht über bestehendeInstrumente und Ansatzpunkte zur kontinuierlichenVerbesserung ihrer Angebote erhalten.


11Qualitätssicherung–QualitätsentwicklungDie Qualitätsmanagementlehre stammt ausder Wirtschaft und ist auf die optimale Steuerungbetrieblicher Prozesse ausgerichtet. Qualitätsmanagementoder QM bezeichnet grundsätzlichalle organisierten Massnahmen, dieder Verbesserung von Produkten, Prozessenoder Leistungen jeglicher Art dienen. Qualitätsmanagementist damit eine Kernaufgabeder Leitung eines Betriebs oder einer Organisation.Im herkömmlichen Qualitätsverständnis wurdeQualität definiert als Grad der Vollkommenheit,wobei die Definition des objektiv bestenZustandes des Produktes als Voraussetzungfür ein valides Qualitätsurteil galt. DieQualitätsfrage wurde damit in erster Linie alsFrage nach der Qualitätssicherung und -kontrolleverstanden – als Überprüfung, ob dasProdukt den Vorgaben entspricht und ob diedazugehörenden Verfahrensvorschriften in derPraxis eingehalten werden (Steiner & Landwehr,2003, S. 6). Qualitätssicherung (QS) istvom Prinzip her also ein einfaches Konzept.Es werden Standards für ein Produkt oder füreine Dienstleistung definiert, und die entsprechendeProduktion oder Leistung wird so organisiert,dass die zuvor definierten Standardserfüllt werden. Der Konsument kann daher voneinem konstant qualitativ hochwertigen Produktausgehen.In der aktuellen Qualitätsdiskussion hat sichbezüglich des Qualitätsverständnisses einemarkante Wendung vollzogen. Qualität wirdheute umfassender, ganzheitlicher verstanden,und es stehen prozessbetonte Kriterien – dieQualitätsentwicklung (QE) – im Vordergrund,was heisst (Steiner & Landwehr, 2003, S. 6f):a) Orientierung am eigenen Qualitätsversprechen:Qualität heisst, die selber festgelegtenQualitätsansprüche nachweisbar erfüllen.b) Kontinuierliche Verbesserung: Qualitätheisst, die Prozesse und Produkte schrittweiseund fortwährend zu optimieren.c) Kundenorientierung: Qualität heisst, durchdie Erfüllung der Kundenerwartung eine hoheKundenzufriedenheit herzustellen.Im Wesentlichen umfasst ein Qualitätsentwicklungsprozessmit dem grundlegenden Prinzip


12der kontinuierlichen Verbesserung folgendeSchritte (vgl. Programm «Transfer-21», 2007,S. 9):n Die Festlegung einer Zielrichtung bzw. einerorientierungsstiftenden und handlungsleitendenVision zur Entwicklung des Betriebs(Leitbild).n Eine Bestandsaufnahme, die den aktuellenEntwicklungsstand abbildet.n Die Benennung von konkreten Zielen undKriterien, anhand derer die Zielerreichungüberprüft werden kann.n Die Festlegung von bestimmten Aktivitätenund Maßnahmen, mit denen die Ziele erreichtwerden sollen sowie eine möglichst konkreteTerminierung und Zuständigkeitsfestlegung.n Die Durchführung der geplanten Aktivitäten.n Die Überprüfung der Zielerreichung unddie Bewertung des erreichten Entwicklungsstandes.QE spielt auch in der Umweltbildung zunehmendeine wichtige Rolle:n Umweltbildung ist integraler Teil der Bildungund hat sich, wie andere Bildungsbereicheauch, der Qualitätsdiskussion und -überprüfung zu stellen.n Da der Gegenstand der Umweltbildungdem gesellschaftlichen Wandel unterworfenist, muss sich die Umweltbildung immer wiedervon neuem der Frage stellen, mit welchem Gegenstandund mit welchen Methoden sie sichbefasst (Kyburz-Graber, 2000, S. 1).n Von den Anbieterinnen und Anbietern verlangendie geldgebenden Stellen, die öffentlicheHand, Schulen, Eltern und Nutzende eineQualitätssicherung mit Garantie für ein qualitativgutes Angebot. Dies verlangt nach einereigentlichen Qualitätskontrolle.n Ein steigender Legitimationsdruck der Umweltbildungsanbietetendengegenüber Politik,Verwaltung und Schule: «Was bewirkt die Arbeitbei den Zielgruppen?»«Welche Zieledes Lehrplans werdenerfüllt?»Die Qualitätsentwicklungführt zu einem eigentlichenKulturwandelin der Umweltbildung,wie Peter Lehmannvon der sanuan der Tagung «Qualitätsentwicklungin derNatur- und Umweltbildung»vom 18. Januar2008 pointiert formulierte.Galt «Management»bisher als etwas‹Anrüchiges›, wird Managementneu als zen-Abbildung 1: Qualitätsentwicklungskreislauf (Bormann, 2004): Einkontinuierlicher Kreislauf systematischer Weiterentwicklung und QualitätssicherungtraleAufgabe betrachtet:Die führungsskeptischeBasisdemokratiewird neu zu einer Führungskultur mit Zielen,klarer Organisation und Kontrolle. Der absenderorientierteAnsatz und der appellativ, belehrendeAnsatz der Umwelterziehung transformierensich zu adressatenorientierten Angeboten.Und entsprechend der wachsendenOutputorientierung im Schulwesen ist auch


13die Umweltbildung zunehmend Resultate orientiert.Zusammenfassend führt Qualitätsentwicklungin der Umweltbildung zu einer Ausweitungdes Blickes der Umweltbildungsanbietendenauf Kunden, Gesellschaft, Finanzen,Organisation, Personal, Marketing und Kommunikation.Dies führt zu einem neuen Selbstverständnisder Organisation: Sie agiert Resultateorientiert und kundenzentriert, sie operiertmit einer zielkonsequenten Führung und Mitarbeiterinnen-und Mitarbeiterentwicklung, sieverpflichtet sich als lernende Organisation derkontinuierlichen Verbesserung und sie zeigteine grosse Bereitschaft zur Transparenz.Dass QS/QE nötig sind, darüber istman sich einig.Um über «Qualitätsentwicklung» in der Umweltbildungzu diskutieren, muss man den Begriffgenauer unter die Lupe nehmen. Was istmit «Qualität» in der Natur- und Umweltbildunggemeint? Welche Qualitätskriterien könnenals Massstab für gute Umweltbildungsarbeitund für Professionalität in der Umweltbildungherangezogen werden? Und welcheQualität soll gefördert werden? Natürlich gibtes Hinweise dazu. So gibt zum Beispiel das «DidaktischeKonzept Umweltbildung» (Sieber-Suteret al., 2004) darüber Auskunft, an welchendidaktischen Prinzipien und inhaltlichen Zielensich eine moderne Umweltbildung auszurichtenhat.In seinem Referat anlässlich der Tagung vom18. Januar 2008 hält Bruno Scheidegger folgendeAnforderungen fest: Gute Natur- undUmweltbildung formuliert neben Lernzielenauch transferorientierte Wirkungsziele undist auf die Kundenzufriedenheit sowie auf dieWirtschaftlichkeit des Angebots ausgerichtet.Der Transfer in den Alltag lässt sich allerdingsnur schwer messen und droht bei der Qualitätsüberprüfungin den Hintergrund zu geraten.Des Weiteren orientiert sich gute NaturundUmweltbildung an Bildungszielen, welcheauf Grund der Themen- und Zielgruppenvielfaltnicht einheitlich formuliert werden könnenund mit passenden Methoden und Hilfsmittelnangegangen werden müssen. Sie orientiertsich zudem am Stand der wissenschaftlichenund öffentlichen Umweltbildungsdiskussion.Sach-, Selbst- und Sozialkompetenzen werdengleichwertig gefördert. Umweltbildung bemühtsich um realistische Zielsetzungen, welche siein einem Qualitätsentwicklungsprozess regelmässigüberprüft und verbessert.Auch Steiner & Landwehr (2003) unterstreichendiese Schwierigkeiten der Umsetzung der Qualitätsentwicklungin der Bildung: Im komplexenHandlungsfeld von Schule und Unterricht ist esausserordentlich schwierig, eindeutige Fehlerim pädagogischen Handeln zu identifizieren,da die Auswirkungen oft erst in einer längerfristigenPerspektiven beurteilt werden können.Zudem ist in pädagogischen Situationen immerauch eine Vielzahl verborgener Faktoren wirksam(z. B. die Lebensgeschichte oder der Charaktereder Schülerinnen und Schüler, Einflussdes Elternhauses). Auch die Kundenorientierungerweist sich als grosse Herausforderung:Verschiedene Kundengruppen (Schülerinnenund Schüler als direkte Leistungsempfangende;Eltern, politische Auftraggeberinnen undAuftraggeber als indirekte Leistungsempfangende)haben teilweise widersprüchliche Kundenansprüche.Und Schülerinnen und Schülersind nicht nur Konsumierende, sondern auchKoproduzierende. Das heisst, ein erfolgreicherUnterricht ist nur durch aktive Beteiligung derLernenden möglich.Wie sich in den Interviews der Erhebung bei 15ausserschulischen Lernorten gezeigt hat (Wilhelm& Scheidegger, 2007), lassen sich Qualitätsfaktoren,welche die Wirksamkeitsebenebetreffen, kaum oder nur sehr schwer erheben.Das gilt generell für Bildungsanliegen,wie Steiner & Landwehr (2003) schreiben undwie zahlreiche Vertreter und Vertreterinnen derUmweltbildung feststellen (Berchtold & Stauffer,1997, Rode et al., 2001, de Haan & Kuckartz,1996). Um diese Lücke zu schliessen, sindfachliche und wissenschaftliche Kompetenzensowie personelle und zeitliche Ressourcen erforderlich.Diese Ressourcen fehlen allerdingsnicht nur den kleinen und mittleren Betrieben.Deshalb ist zu empfehlen, sich auf die Qualitätsförderungauf der Ebene der Umweltbildungsanbietenden(Institution/Betrieb, Ange-


14bote) und auf die Qualitätsbedürfnisse der Abnehmerinnenund Abnehmer zu beschränken.Hier sind die Indikatoren leicht(er) zu überprüfenals auf der Wirkungsebene. Die Ebene derWirksamkeitsforschung kann von der Wissenschaftübernommen werden, indem beispielsweiseSemester- und Diplomarbeiten an Fachhochschulenoder Universitäten vergeben werden.Nichtsdestotrotz muss Qualitätsentwicklungselbstverständliches Ziel der Umweltbildungsanbieterinnenund -anbieter sein. Stetige Weiterentwicklungund Verbesserung der Produkteund Angebote sollen durch Austausch in Netzwerken,kontinuierliche Weiterbildung, qualitativeGespräche mit Nutzerinnen und Nutzer,Reflexion der Erfahrungen, Mitverfolgender wissenschaftlichen und pädagogischenDiskussion und durch informellen Austauschvon Materialien gewährleistet sein. Die informelle,produktive gegenseitige Zusammenarbeitmuss gefördert werden, gleichzeitig mussauch dem Kontroll- und Rechenschaftsbedarfder Nutzerinnen und Nutzer, Geld gebendenStellen und Behörden mit möglichst kleinembürokratischem Aufwand Rechnung getragenwerden.


15Studie zurQualität anausserschulischenLernortenFür die Stiftung Umweltbildung Schweiz, alsKoordinatorin der schulischen Umweltbildung,sind ausserschulische Umweltbildungsangebotevon grosser Bedeutung. Da für die Buchungder Angebote häufig zusätzliche Mittelvon Bund, Kanton und Gemeinden oder vonprivaten Trägerschaften eingesetzt werden,muss gewährleistet sein, dass sie qualitativenAnsprüchen genügen und einen Beitrag andie Erfüllung des Lehrplans leisten. Es ist derStiftung Umweltbildung Schweiz deshalb einAnliegen, die Anbieterinnen und Anbieter fürQualitätsaspekte zu sensibilisieren. Mit einerBestandesaufnahme sollte ein Schritt in dieseRichtung gemacht werden.ZielZwischen Februar und Juli 2007 hat das ZentrumUmweltbildung der Zürcher Hochschulefür Angewandte Wissenschaften im Auftragder SUB in einer explorativen Bestandesaufnahmeabgeklärt, welche informellen und formellenInstrumente der QualitätssicherungundQualitätsentwicklung Anbietende in derSchweiz gegenwärtig verwenden bzw. welcheInstrumente und Hilfestellungen sie als wünschenswerterachten. Ebenso wurde nachgeforscht,wie die Qualitätsentwicklung insgesamtgestärkt werden kann.Die Bestandesaufnahme derartiger Praktikenwar in ein übergeordnetes Forschungsinteresseeingebettet, welches folgendermassen umschriebenwerden kann:n Vorschlag eines leicht umsetzbaren Verfahrens,wie und mit welchen Mitteln Umweltbildungsanbietendeihr Angebot qualitativ verbessernkönnen, unter Berücksichtigung derAnsprüche der Schulen und anderer Interessensgruppen.n Identifikation von künftigen Aufgaben derSUB, mit denen die Umweltbildungsanbietendenin diesem Prozess unterstützt werdenkönnen.


16MethodeDas Forschungsprojekt war als qualitative Studieangelegt, welche nicht darauf ausgerichtetwar, zu repräsentativenAussagen zu gelangen.Vielmehr sollten in einerdeskripitiv-explorativenBestandesaufnahmeerste Eindrückegewonnen werden,welche Instrumente derQualitätssicherungundQualitätsentwicklungzur Anwendungkommen resp. wo Lückenund offene Fragendem Qualitätsmanagementim Wegestehen. Mittels Leitfaden-Interviewswurdenfünfzehn Umweltbildungsanbieterinnenund -anbieter in der Schweiz zu dieser Thematikbefragt. Alle Interviews wurden mit Zustimmungder Befragten auf Tonband aufgenommen.Die Fragen des Interviewleitfadenssind im Anhang (â siehe Seite 35) aufgeführt.Die Antworten der befragten Betriebe wurdenin Interviewprotokollen festgehalten. Die Auswertungder grosszügig transkribierten Interviewserfolgte mittels eines inhaltsanalytischenVerfahrens.StichprobeKleine AnbietendeMittlere AnbietendeGrosse AnbietendeEs wurde keine repräsentative Stichprobe zusammengestellt,sondern es galt, typische Vertreterinnenund Vertreter zu befragen. Ziel wares, sich auf einzelne Beispiele zu konzentrierenund tiefer in deren Praxis der Qualitätsüberprüfungvorzudringen. Die Untersuchunghatte somit explorativen Charakter und schlossquantifizierbare Ergebnisse zum vornhereinaus. Die Beschränkung auf wenige Interviewpartnerund -partnerinnen brachte notwendigerweiseEinschränkungen bezüglich Generalisierbarkeitmit sich und liess zudem keinestatistische Auswertung zu. Anhand vorabfestgelegter Auswahlkriterien wurden fünf kleine,fünf mittlere und fünf grosse Anbietendeaus der deutschen und französischen Schweizin die Stichprobe aufgenommen. Inhaltlichdeckten sie folgende Bereiche ab:Lokale Lernorte mit sehr kleinem Personalbestand mitden Themen Amphibien, Bergbau, Vögel und Wasser,ein mobiler Lernort zum Thema Wald, Nachfrage vorallem aus der Region des LernortesAnbietende, die über ihre lokale Bedeutung hinauseinen gewissen regionalen resp. nationalen Bekanntheitsgraderreicht haben. Themenbereiche: Naturerlebnis,Energie und Nachhaltige Entwicklung, Luft,Abfall und Bauernhof, drei Anbietende aus der RomandieAnbietende von nationaler Bedeutung und solchemit sehr grosser Nachfrage in den Bereichen Abfall,Wald, Natur, Nachhaltigkeit und Regionalentwicklung,eine Anbieterin aus der RomandieTabelle 1: Zusammensetzung der StichprobeUntersuchungsergebnisseDas folgende Kapitel zeigt die Auswertung derInterviews (vgl. Wilhelm & Scheidegger, 2007).Die Befragung hat zu Tage gefördert, dass dieAnbietenden bei der Sicherstellung der Qualitätihrer Angebote sehr aktiv sind. Es wurdedeutlich, dass bereits vieles unternommen wirdund die Angebote allgemein qualitativ hochstehend sind. Dies geschieht aber, insbesonderebei kleinen und mittleren Anbieterinnenund Anbieter, nicht unter der expliziten Absicht,Qualitätsentwicklung zu betreiben. Insbesondereinformelle Instrumente wurden unterschätzt.Erst im Verlauf der Gespräche wurdeden Interviewpartnern und -partnerinnen bewusst,dass viele ihrer Bemühungen, wie beispielsweiseTeamsitzungen, auch QS/QE-Instrumentesind.Im Folgenden werden die Ergebnisse differenziert.Die Präsentation der Resultate gliedertsich dabei in drei Teile: a) Allgemeine Erkenntnisse,b) Inventar der verwendeten QS/QE-Formen und c) Wünsche und Bedürfnisse bezogenauf das Qualitätsmanagement und bezogenauf die erhoffte Unterstützung.


17a) Allgemeine ErkenntnisseGrundsätzlich hatten die Gesprächspartnerinnenund -partner ein positives Verhältnis zuFragen der Qualitätssicherung und der Qualitätsentwicklung.Diesen Fragen wird allgemeineine grosse Bedeutung beigemessen, insbesonderebei steigender Nachfrage und gestiegenenAnsprüchen des Zielpublikums oder beizunehmend komplexeren Angeboten. DiesesResultat stimmt umso zuversichtlicher, als dasInteresse, sich mit den Herausforderungen desQualitätsmanagements zu beschäftigen, aufeine hohe persönliche Motivation zurückzuführenist und nicht auf wahrgenommenen externenDruck durch Geldgebende und externeTrägerschaften. QS/QE wird durchaus als Ausdruckvon Marktvorteilen und als Abgrenzungzu anderen Konkurrenzbetrieben verstanden.Die grossen Anbietenden sind den kleinen undeinigen mittleren dabei schon einen Schritt voraus.Auch wenn sich alle befragten Personenfreiwillig in irgendeiner Form mit Qualitätsüberprüfungbeschäftigten, assoziierten sie dennochQS/QE mit Mehraufwand und Anstrengungund stiessen damit auch mal an ihre Kapazitätsgrenzen.Fehlendes Fachwissen im Bereich Qualitätssicherungund -entwicklung stellte insbesonderekleine und mittlere Anbieterinnen und Anbieterder Stichprobe vor grosse Herausforderungen.Ihnen fehlt nicht selten das notwendige Knowhow, wie man Qualitätsmanagement auchin einem bescheidenen Rahmen systematischumsetzen könnte. Es fehlt an Informationenüber die Bandbreite möglicher QS/QE-Instrumenten.b) Inventar der verwendeten QS/QE-Formen(Zusammenfassung)Die verwendeten Instrumente wurden mit Hilfeder Liste «Informelle und formelle QS/QE-Praktiken» von Jucker (2006) inventarisiert undmit dem Programm Excel quantitativ ausgewertet.Die Liste von Jucker (2006) ist im An-


18hang (â Seite 36) zu finden. In Abbildung 2sind die verwendeten Instrumente in den befragten15 Organisationen grafisch nach derAnzahl Nennungen dargestellt, d.h. aufgeführtsind nur Instrumente, die von mindestens25 % der Befragten genannt wurden. Insgesamtwurden 44 verschiedene Instrumenteaufgezählt, wobei knapp ein Drittel davon jeweilsnur von einer einzigen Anbieterin/einemeinzigen Anbieter erwähnt wurde. Auf die Aufzählungdieser Instrumente wird jedoch in derfolgenden Abbildung zwecks Übersichtlichkeitverzichtet.Qualität häufig formalisierte Instrumente wieFragebögen. Damit wird vor allem die Kundenzufriedenheiterhoben. Formen der Qualitätsentwicklungsetzen sich erst ab einer gewissenGrösse durch. Ist dies der Fall, verliertder Fragebogen wieder an Bedeutung, und esgelangen eher kommunikative und qualitativeFormen der Qualitätsüberprüfung zur Anwendung,wie Teamsitzungen mit Intervision odergegenseitiges Hospitieren. Erst bei den grossenUmweltbildungsanbieterinnen und ‐anbieternbeginnt sich Qualitätsüberprüfung alspermanenter Prozess durchzusetzen.Mündliche BefragungKundenorientierungFormelle WeiterbildungTeamsitzungenFormelle NetzwerkeFormelle AusbildungInformelle NetzwerkeIntervisionFragebogenBeirat von Experten/ExpertinnenAngebot in der LehrerInnenbildungAuswertungsbögenRechenschaft an die VerwaltungHospitationVisitationSelbstreflexion, -beobachtungLernkontrolleAustausch von Best practice0 2 4 6 8 10 12 14Anzahl NennungenAbbildung 2: Genannte QS/QE-InstrumenteDie Grösse der Anbieterin/des Anbieters hateinen deutlichen Einfluss auf die Wahl der QS/QE-Instrumente. Während die Instrumente zurQS/QE bei einer kleinen Anbieterin/einemkleinen Anbieter in der Regel informeller undmündlicher Art sind (informelle Gespräche mitden Besucherinnen und Besuchern, Austauschgesprächeim Team) und wenig systematischeingesetzt werden, verwenden die mittlerenAnbietende der Stichprobe zur Messung ihrer Qualitätsmassnahmen können mehr oder wenigerformalisiert sein und sich auf standardisierte Methodenabstützen. Wir haben uns für folgende Abgrenzung entschieden:Während informelle Instrumente «en passant»und ohne Formalitäten angewendet werden, sind formelleInstrumente bewusst und gezielt gesteuert und stehenin Verbindung zu quantitativen Methoden und standardisiertenVerfahren der Qualitätsüberprüfung.c) Wünsche undBedürfnisseProfessionalisierungGrosse Anbietende habendas Bedürfnis nacheiner weiteren ProfessionalisierungihresQ u a l i t ä t s m a n a g e -ments. Das gilt ansatzweiseauch für die befragtenkleinen Anbietenden.Sie hingegenfürchten sich vor einemzu grossen zeitlichenund bürokratischenAufwand und steheneiner systematischenund regelmässigenQualitätskontrolle deshalb kritisch gegenüber.Ein QS/QE-Instrument muss sich in ihren Augenin einem vernünftigen Rahmen bewegen,sonst wird eine Formalisierung der Qualitätsüberprüfungnicht als gewinnbringend eingestuft.Es wird im Gegenteil befürchtet, dassdurch institutionalisierte QS/QE das Tagesgeschäftbehindert wird resp. die Zeit fehlt, umNeues zu entwickeln. Die befragten Personenkleinerer Betriebe äusserten des Weiteren dieSorge, dass mit einer Qualitätsentwicklungeine Steigerung der Nachfrage verbunden seinkönnte, die man mangels Personal nicht bewältigenkönnte. Sie schätzen also kleine, unaufwändigeInstrumente und Hilfestellungen,keine grossen, breit und wissenschaftlich abgestütztenStrategien. Wichtig ist ihnen Qualitätsentwicklungüber Weiterbildung und Netz-


19werkaustausch, also möglichst unbürokratischund inhaltlich statt quantitativ.Wichtig erscheint uns, trotz Vorbehalten, denProfessionalisierungsprozess weiter in Gangzu bringen. Auch wenn die Trägerschaften derzeitnoch keinen Leistungsnachweis verlangen,dürfte QS/QE für die mittelfristige bzw. langfristigeSicherung der finanziellen Ressourcenvor allem bei mittleren Betrieben irgendwanndennoch ein Thema werden. Zudem bestehtvon dritter Seite, beispielsweise von einzelnenkantonalen Erziehungsdirektionen, eingewisser Erwartungsdruck, Mindeststandardseinzuführen. Personen, die sich mit Qualitätsmanagementbefassen, sollen in diesem Bereichdeshalb geschult werden. VorhandenesWissen über QS/QE-Instrumente soll bewusstgemacht werden. Dass auch informelle Instrumentewie Intervisionsgruppen als QE zu interpretierensind, war den befragten Personenoft gar nicht bekannt; diese Techniken wurdenoffensichtlich unterschätzt. Hier kann die Weiterbildungansetzen. Das intrinsisch motivierteEigeninteresse bei den Anbieterinnen und denAnbietern dürfte dieses Vorhaben proaktiv unterstützen.WeiterbildungWeiterbildung im Bereich Qualitätsmanagementwird von allen befragten Personen gewünscht.Attraktiv wären in erster Linie kurze,praxisbezogene Kurse zu fachlichen sowiemethodisch-didaktischen Fragen mit direktenAnwendungsmöglichkeiten im Alltag und Erfahrungsaustausch.Informationen zu QS/QE-Techniken sollten darin integriert sein. AllgemeineEinführungskurse zu QS/QE-Instrumentenund Messtechniken wurden hingegennur von wenigen der befragten Personen explizitgewünscht. Grosse Anbieterinnen und Anbieterwünschten sich anspruchsvolle Kurse auffachlich hohem Niveau.Externe Unterstützung/KontrolleExterne Unterstützung und Begleitung des QS-Prozesses sind bei allen befragten Personenwillkommen und erwünscht, sollten aber individuellausgerichtet sein und auf die Grösseund saisonalen Bedürfnisse der Umweltbildungsanbieterinund des UmweltbildungsanbietersRücksicht nehmen. Gewünscht wirdeine zentrale Beratungs- und Kontaktstelle, beider man sich bei Bedarf melden kann und diebei Fragen zur Qualitätsentwicklung unbürokratischund möglichst kostenlos Auskunft gibtresp. Hilfestellungen anbietet. Eine externeQualitätskontrolle hingegen ist nicht beliebt,ebenso wenig eine verpflichtende Kriterienliste.Wichtig ist, dass die Eigenverantwortungder Umweltbildungsanbieterin und des Umweltbildungsanbietersbestehen bleibt. Dennochbestand bei den befragten Personen einInteresse an solchen Kriterienlisten, mit denenman die Qualitätsbereiche erfassen kann. DieseKriterienlisten werden als Anregung undOrientierungshilfe und nicht als Verpflichtunginterpretiert und sollen lediglich der Selbstkontrolledienen. Insbesondere grosse Anbietendeinteressieren sich für Kriterienlisten, die spezifischfür umweltpädagogische Bereiche gelten,da ihnen in diesem Bereich eindeutige Kenntnissefehlen; mit allgemeinen Qualitätskriteriensind sie bestens vertraut, vor allem, wennsie schon über ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystemverfügen.Die Mehrheit der Befragten stand der Implementierungeines Labels kritisch gegenüber.Ein «Top down» eingeführtes Zertifizierungssystemhätte es bei den befragten Personenschwierig, vor allem, weil eine fremde Kontrollebefürchtet wird. Sollte ein Label eingeführtwerden, werden formative Formen der Fremdkontrolleeher geschätzt als summative. Auchdie Funktion der Zertifizierungsinstanz müsstegeklärt sein, damit sie akzeptiert würde. Ebensomüsste kommuniziert werden, was das Labelaussagen soll. Zielsetzungen und Kriterienmüssten transparent gemacht werden.


20FazitEs zeigte sich, dass alle Anbietenden auf derfachlich-methodischen Ebene auf einem qualitativguten Niveau arbeiten und ein Interessean der inhaltlichen Weiterentwicklung ihrer Angebotehaben. Die durchwegs positiven Rückmeldungender Nutzenden belegen die Zufriedenheitmit den Angeboten. Auf dieser Ebeneist das Qualitätsbewusstsein gross. Wünschenswertwäre ausserdem, wenn die Qualitätsentwicklungals Organisationskultur integrativerBestandteil des Alltagshandelns würde.Qualitätsmanagement wird nach wie voradditiv und als Zusatzbelastung wahrgenommen.Die Zielorientierung als Ausgangspunktvon Entwicklung sollte noch stärker als Paradigmainternalisiert werden und Inhalt undProzess gemeinsam betrachtet werden. Eineaktiv gelebte Qualitätskultur, ein Bewusstseindafür, eine «Lernende Organisation» (Senge,1996) zu sein, sind Ziele, die grosse Anbietnedebereits internalisiert haben, auf welche aberauch kleinere und mittlere Anbietende zuarbeitensollten. Generell wäre deshalb eine Professionalisierungund eine Systematisierung derQualitätsentwicklung bzw. ein bewussterer Einsatzder QS/QE-Instrumente wünschenswert.Mit welchen QS/QE-Instrumenten letztlich begonnenwird, erscheint aus unserer Sicht eherzweitrangig. Wichtig ist zunächst, dass die Umweltbildungsanbietendendie Bedeutung vonQE-Prozessen für die eigene Arbeit wahrnehmen.welche die SUB Ende 2007 (SUB, 2007) durchgeführthat.Vorschläge für ein leicht umsetzbares Verfahrenzur Qualitätssteigerung und für einen breitabgestützten Qualitätskriterienkatalog sindnoch nicht abschliessend diskutiert. Ob ein solcherWunsch überhaupt realistisch ist, ist eineweitere offene Frage. Wie weit sich ein Verfahrendurchsetzen wird, ist in derderalistischorganisierten Schweiz mehr als fraglich. Auchaus diesem Grund konzentrieren wir uns imfolgenden Kapitel auf eine Auflistung bisherbestehender Strategien und Instrumente undschlagen kein eigenes entwickeltes Verfahrenvor.Eine erste Sensibilisierungsmassnahme in dieseRichtung war die gemeinsame Tagung«Qualitätsentwicklung in der Natur- und Umweltbildung»von SUB, SILVIVA und der ZHAWvom 18. Januar 2008. Eine weitere Massnahmestellt diese Publikation dar. Weitere Bemühungen,wie zum Beispiel gezielte Weiterbildungsmodule(unter Einbindung der grossenUmweltbildungsanbieterinnen und -anbieter),sollen folgen.Motivierbar für eine Weiterbildung im BereichQS/QE dürften Umweltbildungsanbietendenvermutlich gut über ein Netzwerk sein. Dieszeigte auch eine diesbezügliche Umfrage beinational tätigen Anbieterinnen und Anbieter,


21InstrumenteAusgewählte Instrumente für dieQualitätssicherung und ‐entwicklungDie vorangehend formulierten Anliegen an dieQualitätsentwicklung in der Umweltbildungsind hoch. Es ist deshalb notwendig, Strategienzu entwickeln, welche die Fachleute in ihrer anspruchsvollenAufgabe unterstützen. Die Resultateder Befragung (siehe vorangehendes Kapitel)weisen auf das Bedürfnis nach einfachenKriterienlisten hin, die als Anregung und Orientierungshilfesowie der Selbstkontrolle dienen.Derartige Strategien zur Überprüfung derQualität stehen durchaus zur Verfügung. Es istin der Praxis jedoch nicht immer leicht, die fürdie eigene Situation adäquaten Instrumente zufinden.In der vorliegenden Broschüre werden keineneu entwickelten Instrumente, sondern bereitsbestehende Strategien vorgestellt, die sich impraktischen Alltag als hilfreich erwiesen haben.Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit,sie will viel mehr die Bandbreitemöglicher Instrumente zeigen. Es werden Instrumentevorgestellt, welche bei den Anbieterinnenund Anbietern und Organisationen mitverhältnismässigem Aufwand und hohem Nutzenumgesetzt werden können. Es handelt sicheinerseits um Checklisten zur Selbstevaluationder Betriebe. Andererseits sollen auch andereInstrumente als der häufig gewählte Fragebogengezeigt werden, mit denen QS/QE ebensosystematisch umgesetzt werden kann.Die meisten Instrumente beinhalten nicht erschöpfendeListen von Qualitätskriterien undverstehen sich als Ausgangspunkte für Evaluationsprozesseund für weitere Entwicklungenund Visionen hinsichtlich der zukünftigen Arbeit.Nicht alle Kriterien sind vermutlich immergleich wichtig für die einzelnen Anbieter undAnbieterinnen. Unsere Übersicht versteht sichvielmehr als Anregung, auf Aspekte zu achten,über die zuvor noch nie nachgedacht wurde.Sie werden in der Folge nun etwas detaillierterbeschrieben und mit Quellenangaben versehen.Die Instrumente und Checklisten sind infünf grosse Blöcke unterteilt, wie die folgendeÜbersicht zeigt.


22InstrumenteA. Qualitätsmanagement- und Zertifizierungssysteme für die UmweltbildungQualitätsmanagementsystem UmweltbildungZertifizierungssystem für ausserschulische BNE-Lernorte und-angeboteKriterienlisten für Organisationen im Bereich Prävention undGesundheitsförderungB. Kriterienlisten für die Selbstevaluation von Institutionen und OrganisationenQualitätsentwicklungsinstrument für naturbezogene UmweltbildungQualitätskriterien für Umweltbildungsangebote am westlichenBodenseeAutorIn/HerausgeberIn (A/H)Netzwerk Umweltbildung Sachsen(2007)Ministerium für Landwirtschaft,Umwelt und ländliche RäumeSchleswig Holstein (2006/2007)bildung + gesundheit NetzwerkSchweiz (2005)SILVIVA (2008)Netzwerk Spürsinn und BodenseeStiftung(2005)Erfolgskriterien für ausserschulische Umweltbildung IGA Rostock 2003 (2004)C. Qualitätsentwicklung BNE-SchulenBNE in Schulen – Leitfaden zur Entwicklung von QualiätskriterienNetzwerke SEED und ENSI (2005)Qualitätsentwicklung «BNE-Schulen» Programm Transfer 21 (2007)D. Qualität von Bildungsangeboten, (Schul-)Projekten und Unterricht allgemein, inhaltlich-didaktischeQualitätDidaktisches Konzept UmweltbildungMerkblatt und Kriterien des Schulprojektfonds Umweltbildung SUB (2008)Checkliste für Unterrichts- und Schulprojekte zu «Bildung fürNachhaltige Entwicklung»Kriterienliste für die Anerkennung als Aktivität der UN-DekadeBNE in der SchweizQualitätskriterien und Indikatoren für die Bildungsangebotevon NGO im Bereich Globales LernenQualitätskriterien für ProjekteProjektplanungs-Checkliste für Projekte im Bereich Umweltbildungin der Vor- und GrundschuleMerkmale für Unterrichtsqualität, Leitfaden zur Qualitätsarbeitin SchulenE. Praktischer Methodenkoffer zur Selbstreflexion und EvaluationSUB und Pestalozzianum Zürich(überarb. 2004)Stiftung Bildung und Entwicklung(2001)Schweizerische UNESCO-Kommission(o. Jg.)Stiftung Bildung und Entwicklung(2007)Gesundheitsförderung Schweiz(2007)S. Kiener Wauquiez (überarb.2009)Amt für Volksschule und Kindergarten,Thurgau (2006)DiverseTabelle 2: Übersicht über Instrumente und Checklisten zur Erfassung der Qualität


23A. Qualitätsmanagement- und Zertifizierungssystemefür die UmweltbildungQualitätsmanagementsystem UmweltbildungA/H: Netzwerk Umweltbildung Sachsen,Sächsische Landesstiftung Natur undUmwelt Akademieâ www.umweltbildung-sachsen.de1 ä Entstehung des Qualitätsmanagementsystems2 ä Aufbau und UmsetzungIm Rahmen eines von der Deutschen BundesstiftungUmwelt geförderten Projek ts wurdenQualitätskriterien, ein Zertifizierungs- undQualitätsmanagementsystem für die ausserschulischeUmweltbildung (QMU) erarbeitet.Das QMU ist in enger Abstimmung mit Umweltbildnerinnenund Umweltbildnern bzw.Umweltbildungseinrichtungen und aus denBedürfnissen der Umweltbildungspraxis entwickeltworden. Es liefert einen Referenzrahmen,der sowohl für freiberuflich Tätige als auch fürUmweltbildungseinrichtungen anwendbar ist.Das System ist ganzheitlich angelegt und basiertauf dem Modell der European Foundationfor Quality Management (EFQM). Neben derOrganisation von Lehr-/Lernprozessen werdenauch die vor- und nachgelagerten Steuerungs-und Unterstützungsprozesse betrachtet.Es ist auf Lernen und Entwicklung hin angelegtund damit dynamisch. Der Kriterienkatalogumfasst Anforderungen zu 9 Kriterien und 27Teilkriterien, die nach Bildungsstätten und freiberuflichTätigen differenziert werden. Nebender Selbstbewertung ist auch die Möglichkeiteiner Fremdbewertung einschließlich Zertifizierungvorgesehen. Als Unterstützung werdenInteressierten eine begleitende Qualifizierungsowie ein Handbuch zur Qualitätsentwicklungangeboten.Es sind nur Teile der Unterlagen auf dem Internetverfügbar. Ausführliche Unterlagen zumQMU wurden in einem Leitfaden zusammengestellt,der für 100 Euro erworben werdenkann.Zertifizierungssystem für ausserschulischeBNE-Lernorte und -angebote inSchleswig-Holstein (D)A/H: Ministerium für Landwirtschaft, Umweltund ländliche Räume Schleswig Holsteinâ www.schleswig-holstein.de3 ä Leitfaden4 ä Anlagen für den Leitfaden5 ä Checkliste für das GutachtenVertreterinnen undVertreter der UmweltundentwicklungspolitischenBildung habenzusammen mitden Ministerien für Bildungund Frauen sowiefür Landwirtschaft,Umwelt und ländlicheRäume ein Verfahrenzur Zertifizierung vonBildungseinrichtungenund Bildungsangebotenerarbeitet. Ziel istdie Weiterentwicklungvon ausserschulischenBildungsangeboten allerArt zur Bildung fürnachhaltige Entwicklung. Obwohl die Antragsbearbeitungals aufwändig empfunden wird,wird das Verfahren, welches für die Bildungseinrichtungenkostenlos ist, mit begleitender


24Beratung und Coaching sowie Öffentlichkeitsarbeitals sehr bereichernd eingeschätzt. Insbesonderedie Besuche einer Prüfgruppe vorOrt löse produktive (gegenseitige) Lernprozesse,angebotszentrierte Entwicklungen undVerbesserungen aus (vgl. Fahnert, 2007).Die zur Verfügung stehenden Leitfäden undFormulare enthalten nützliche, konkrete Anregungenzur Entwicklung eigener Konzepte undIdeen sowie zur Selbstreflexion und -evaluationauch ohne nachfolgende Zertifizierung.Qualitätsentwicklung für Organisationenim Bereich Prävention und GesundheitsförderungA/H: bildung + gesundheit NetzwerkSchweizâ www.bildungundgesundheit.ch/dyn/87485.asp6 ä KriterienlistenDas Programm «bildung + gesundheit – NetzwerkSchweiz» engagiert sich im Bereich Präventionund Gesundheitsförderung. Es stelltAngebote für Schulen sowie für schul- und bildungsnaheAkteure bereit. Im Auftrag der Programmleitungwurden neun Qualitätskriterienund zahlreiche Subkriterien für die Mitgliederdes Netzwerkes (sogenannte Kompetenzzentren,KOMPEZ) sowie Netzwerkpartnerinnenund -partner (NWP) entwickelt. Die Qualitätskriterienumfassen die beiden Bereiche «AnbieterIn»und «Wirkung». Bei der Festlegungder Kriterien diente das Modell der EuropeanFoundation for Quality Management (EFQM)als Referenzmodell. Ein KOMPEZ identifiziertanhand eines Katalogs von Leitfragen mit Bewertungsskalenseine eigenen Stärken sowieVerbesserungspotenziale. Die Leitfragen sindmehrheitlich auch für ausserschulische Umweltanbietenderelevant.B. Kriterienlisten für die Selbstevaluationvon Institutionen und OrganisationenQualitätsentwicklungsinstrument für naturbezogeneUmweltbildungA/H: Stiftung SILVIVAâ www.silviva.ch7 ä Checkliste zur Selbstbeurteilung für naturbezogenenUmweltbildung8 Checkliste zur Selbstbeurteilung fürWaldkindergärtenDas Instrument hat SILVIVA im Auftrag des Bundesamtsfür Umwelt (BAFU) basierend auf denVorarbeiten der gemeinsamen Projektgruppe«Qualitätsentwicklung in der Natur- und Umweltbildung»mit SUB und ZHAW entwickelt.Es ermöglicht Institutionen, welche in der Umweltbildungtätig sind, die Qualität ihrer Organisationbzw. ihrer Angebote im Sinne einerStandortanalyse zu prüfen und Massnahmenfür Qualitätsentwicklungsprozesse daraus abzuleiten.Es enthält sechs Qualitätsbereiche (Institution,Angebotsentwicklung, Detailplanungder Angebote, Durchführung, Beurteilung, Reflexionund Weiterentwicklung), die als Checklistefür die Selbstbeurteilung zur Verfügungstehen und aus denen sich der Handlungsbedarfableiten lässt. Für Waldkindergärten hatSILVIVA eine weitere Checkliste zusammengestellt.Qualitätskriterien für Umweltbildungsangeboteam westlichen BodenseeA/H: Netzwerk Spürsinn Umweltbildung amwestlichen Bodensee und Bodensee-Stiftungwww.spuersinn-bodensee.info, bzw.www.bodensee-stiftung.org9 ä Umweltbildungskonzept für die RegionWestlicher Bodensee (Die Checklistefindet sich auf den letzten Seiten im Anhangdes Dokumentes.)â10 ä Qualitätsentwicklung und -sicherung inder UmweltbildungAnhand eines Fragenkatalogs mit zehn Erfolgsfaktorenwerden Akteurinnen und Akteureim Bereich der Umweltbildung bei der Analyseund Verbesserung ihres Angebots unterstützt.


25Die Checklisten geben Anregungen, das eigeneUmweltbildungsangebot zu prüfen undseine Ausgestaltung und Vermarktung zu optimieren.Nützliche Hinweise für die Einrichtungeines Qualitätsentwicklungsprozesses gibtauch das Dokument «Qualitätsentwicklungund -sicherung in der Umweltbildung».Erfolgskriterien für ausserschulische UmweltbildungA/H: Deutsche Bundesstiftung Umwelt DBUâ www.umweltschulen.de11 Evaluation der Umweltbildung auf derIGA Rostock 2003Auf der Internationalen Gartenbauausstellungin Rostock 2003 (IGA Rostock 2003) wurde dasvon der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderteProjekt «Grünes Klassenzimmer» realisiert.Diese zahlreichen ausserschulischenBildungsveranstaltungen wurden vom deutschenOnline-Informationsdienst umweltschulen.dehttp://www.umweltschulen.de/ koordiniert.Begleitend fand eine umfassende Evaluationstatt. Die Ergebnisse der Studie stehenals Download bereit. Das Evaluationskonzeptumfasst Erfolgskriterien aus den drei Bereichen«Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung»,«Marketing» und «Strategie». Die vorgeschlagenenKriterien geben Impulse für dieeigene Qualitätsentwicklung.C. Qualitätskriterien für BNE-SchulenBNE in Schulen – Leitfaden zur Entwicklungvon QualitätskriterienA/H: Netzwerke SEED und ENSI â www.seed-eu.net, www.ensi.org12 Qualitätskriterien für BNE SchulenDie Liste von ausgewählten und nicht abschliessendenQualitätskriterien richtet sichin erster Linie an Schulen und Verantwort-liche im Bildungswesen, die sich für Bildungfür eine Nachhaltige Entwicklung (BNE) engagieren.Die Kriterien umfassen folgende Bereiche:Qualität von Lehr- und Lernprozessen,Schulleitbild, Organisation und die Aussenbeziehungender Schule. Anbietende von ausserschulischenAngeboten werden feststellen,dass die meisten der vorgeschlagenen Kriterien,die als deutsche Version zum Downloadbereitstehen, auch für ihren Bereich ihre Gültigkeithaben.Qualitätsentwicklung «BNE-Schulen»A/H: Programm Transfer-21â www.transfer-21.de13 Qualitätsfelder, Leitsätze & Kriterien14 ä Schulprogramm BNE – Grundlagen,Bausteine, BeispieleDer Kriterienkatalog mit neun Qualitätsfeldernsoll den Schulen eine Grundlage dafür bieten,ihre eigenen Stärken und Schwächen in Hinblickauf einzelne Felder der Qualitätsentwicklunguntersuchen zu können. Er ist auch alsHandlungsrahmen für die externe Evaluationder Schulen geeignet. Auf diesem Weg kanndas BNE-Profil nach innen und nach außen geschärftund die Qualität im Bereich von BNEpositiv entwickelt werden. AusserschulischeUmweltanbietende profitieren ebenfalls vondiesen Kriterien, die sowohl für die Orientierungfür die Selbstbewertung als auch als Anregungfür die Festlegung von weiteren Zielendienen können.Die Orientierungshilfe Schulprogramm BNEgliedert sich entlang des inhaltlichen Aufbauseines Schulprogramms. Sie richtet sich vorallem an Schulen, die ihr Schulprofil im Hinblickauf BNE schärfen wollen, enthält aberauch nützliche Hinweise und Anregungen fürUmweltbildungsanbieterinnen und -anbieter. SEED: EU Comenius 3 Netzwerk «School Developmentthrough Environmental Education»ENSI: Environment and School Initiatives. InternationalesNetzewerik für Bildungsforschung und Innovation.


26D. Qualität von Bildungsangeboten,(Schul-)Projekten und Unterrichtallgemein, inhaltlich-didaktischeQualitätDidaktisches Konzept UmweltbildungA/H: Stiftung Umweltbildung Schweiz SUBund des Pestalozzianum Zürichâ www.umweltbildung.ch15 Eckpfeiler einer zeitgemässenUmweltbildungCheckliste für Unterrichts- und Schulprojektezu «Bildung für nachhaltige Entwicklung»aus dem Lehrmittel «sorgenfür morgen»A/H: Stiftung Bildung und Entwicklung SBE18 ä ChecklisteKriterienliste für die Anerkennung alsAktivität der UN-Dekade BNE in derSchweizA/H: Schweizerischen UNESCO-Kommissionâ www.unesco-nachhaltigkeit.ch19 ä KriterienlisteDie drei obigen Checklisten sind einerseits dabeibehilflich, das eigene Projekt zu planen, indemdie verschiedenen Punkte darauf verweisen,welche spezifischen Aspekte bei Umweltbildungsprojektenbzw. Projekten zu BNE berücksichtigtwerden müssen. Andererseits ermöglichensie, ein bereits durchgeführtes Vorhabenzu beurteilen. Die Checklisten sind jeweilsin die Bereiche «Inhaltliche Kriterien» und«Methodisch-didaktische Kriterien» aufgeteilt.Das didaktische Konzept formuliert wesentlicheAspekte einer modernen Umweltbildung:Ziele, Inhalte, Didaktik und Methoden. Obwohlfür die Pädagogischen Hochschulen erarbeitet,hat das Konzept auch Gültigkeit fürandere Bereiche der Umweltbildung und bietetnicht zuletzt mit den Eckpfeilern einer zeitgemässenUmweltbildung zentrale Hinweise zurQualität von guter Umweltbildung.Merkblatt und Kriterien des SchulprojektfondsUmweltbildungA/H: Stiftung Umweltbildung Schweiz SUBâ www.umweltbildung.ch16 ä Merkblatt17 ä KriterienlisteQualitätskriterien und Indikatoren für dieBildungsangebote von NGO im BereichGlobales LernenA/H: Stiftung Bildung und Entwicklung SBEâ www.globaleducation.ch20 ä Checkliste21 ä SelbstdeklarationDie Kriterienliste umfasst fünf Qualitätskriterienund dazu passende Indikatoren, mit denen eineNGO ihr Angebot an die Schule auf ihre Qualitäthin überprüfen kann. Die Qualitätskriterienund Indikatoren lassen sich auch als Planungsgrundlagenutzen. Die Indikatoren tragen denunterschiedlichen Grössen und Strukturen derAnbietenden Rechnung, indem sie pro Qualitätskriteriumabgestuft sind. Ursprünglich fürBildungsangebote im Bereich des «GlobalenLernens» gedacht, lassen sich die Qualitätskriterienund Indikatoren problemlos auf andereBildungsangebote von aussenstehenden Anbieterinnenund Anbietern übertragen.


27Qualitätskriterien für Projekte der GesundheitsförderungA/H: Gesundheitsförderung Schweizâ www.quint-essenz.ch22 ä Qualitätskriterien für ProjekteDie Qualitätskriterien sind das Ergebnis einermehrjährigen Entwicklungsarbeit. Herzstückdes Qualitätsentwicklungsmodells sind24 Qualitätskriterien, die Akteurinnen und Akteurebei der Planung, Durchführung und Evaluationvon Projekten unterstützen. Für denBereich der Gesundheitsförderung entwickelt,bietet das Instrument dennoch spannende Indikatoren,die auch in der Umweltbildung ihreGültigkeit haben. Ausserdem finden sich aufder Webseite eine Reihe weiterer nützlicher Instrumentefür das Projektmanagement.Projektplanungs-Checkliste für Projekteim Bereich Umweltbildung in der VorundGrundschuleA/H: Kiener Wauquiez (2009)23 ä Projektplanungs-Checkliste24 ä Qualitätskriterienliste für Schulprojekteim Bereich UmweltbildungDie Checkliste für die Projektplanung wurdeim Rahmen der Evaluation zum Pilotprojekt«D‘natur erliewen an der Schoul» in Lorentzweiler/Luxemburgfür den internen Gebraucherstellt. Sie dient als praktisches Instrument,um Projekte im Bereich Umweltbildungzu strukturieren und evaluieren.Merkmale für Unterrichtsqualität, Leitfadenzur Qualitätsarbeit in SchulenA/H: Amt für Volksschule und Kindergarten,Thurgauâ www.schuletg.ch/25 ä Qualitätskriterien für UnterrichtsqualitätDas Arbeitsinstrument für Lehrpersonen beschreibtin Qualitätsmerkmalen und Kriterien,wie ein Unterricht von hoher Qualität aussieht.Es ist in die folgende Bereiche gegliedert:Pädagogische Grundhaltung, Lernklima,Zielorientierung, Wirksamkeit, Didaktik, Lernprozesseund Klassenführung. Der Leitfadendient der Planung, Durchführung und Reflexiondes Unterrichts und unterstützt den Prozessder Weiterentwicklung. Obwohl für das ZielpublikumLehrpersonen erarbeitet, gibt der Leitfadenauch viele gute Hinweise und Ansatzpunktezur Weiterentwicklung der ausserschulischenUmweltbildungstätigkeit.E. Praktischer Methodenkoffer zurSelbstreflexion und EvaluationAls hilfreich für die Überprüfung der eigenenPraxis hat sich die sogenannte «Praxisforschung»resp. «Aktionsforschung» (Altrichter& Posch, 1996) erwiesen. Ein methodischesInstrumentarium, das Bildungsfachleute anregtund ermutigt, ihre Konzepte und ihrekonkreten Bildungsangebote durch gezieltesNachforschen zu überdenken und weiterzuentwickeln.Ziel und Absicht sind dabei keineBeiträge zum wissenschaftlichen Diskurs,wie der Begriff «Praxisforschung» suggerierenkönnte. Es geht stattdessen um eine professionelleSelbstbeobachtung, mit der Absicht, daseigene Handeln zu optimieren. Erreicht wirddamit eine reflexive Grundhaltung gegenüberder eigenen beruflichen Praxis als eine Formdes heute generell geforderten «reflective teachingand learning».Der «Instrumentenkoffer für die Praxisforschung»(Moser, 2003) enthält eine ganze Palettevon praktischen und methodischen Instrumentenzur Evaluation und Weiterentwicklungder eigenen Praxis. Solche Evaluationen leisteneinen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherungund -entwicklung von Institutionen. Gearbeitetwird häufig mit einer Kombination der Instrumente.Die einzelnen Methoden stehen somitnicht isoliert für sich.Fundgruben sind auch die Webseiten der kantonalenVolksschulämter, sie stellen eine grosseAuswahl an QE-Instrumenten zur Verfügung.Folgende ausgewählte Beispiele sinddenkbare Instrumente, da sie mit einem begrenztenAufwand zu vorzeigbaren Ergebnissenführen:


28InstrumentTagebuchFeldnotizenPortfolioProtokolle und AktenSelbstanalyse, z.B.SWOT-AnalyseInterviewSchriftliche Befragung,FragebogenBeobachtungIntervisionHospitation/VisitationKurzbeschriebAlltägliche Aktivitäten sowie persönliche Überlegungen und Bemerkungenwerden notiert und gesammelt, z.B. aufgrund spezifischer Schlüsselfragen.Beobachtungen werden möglichst ausführlich und genau protokolliert, sodass eine dichte Beschreibung vorliegt (teilnehmende Beobachtung).Zusammenstellung von Dokumenten, welche die eigene Arbeit belegen, sodass eine möglichst umfassende Selbstdarstellung entsteht.Protokolle sind in Institutionen oft schon eine Selbstverständlichkeit – ihre Auswertunggibt den Blick frei auf das Innenleben der Organisation.Einschätzung von Situationen mittels systematischer Analyse. Bei der SWOT-Analyse werden im Rahmen eines geleiteten Diskussionsverfahrens Stärken(Strenghts) und Schwächen (Weakness), Möglichkeiten (Opportunities) undGefahren (Threats) der Institution bzw. eines Projektes oder einer Dienstleistungherausgearbeitet.Der Raster für eine SWOT-Analyse befindet sich im â Anhang Seite 37.Gespräch mit Schlüsselpersonen, die mittels eines Leitfadens gezielt zu einembestimmten Thema befragt oder um persönlich gefärbte Erzählungen gebetenwerden. Anschliessend wird das Interview systematisch ausgewertet.Fragebogen helfen, eine grössere Anzahl von Personen zu erreichen und siezu einem Sachverhalt um ihre Meinung zu bitten. Anders als im Interview kannbei Fragebögen allerdings nicht zu sehr in die Tiefe gegangen werden. DieAuswertung erfolgt mittels quantitativen Methoden.Zwei Beispiele finden sich im â Anhang Seite 37.Anhand von vorab festgelegten Beobachtungskriterien soll auf interessierendeFragestellungen oder Vermutungen geachtet werden. Der Beobachtungsrastersoll übersichtlich und einfach strukturiert sein, damit verschiedene Beobachterinnenund Beobachter nicht unterschiedliche Feststellungen machen, sondernzu vergleichbaren Resultaten kommen. Die Beobachtung erfolgt aus einer gewissenDistanz, z.B. im Rahmen von Hospitationen (nicht-teilnehmende Beobachtung,siehe unten). Instrumente zur Hospitation und Beispiele von Beobachtungsbögenfinden sich im â Anhang Seite 37.Intervision ist eine effektive Möglichkeit, in einer Gruppe Arbeitsproblemestrukturiert zu reflektieren und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Die Teilnehmendenberaten sich dabei gegenseitig und die Gruppe organisiert sichselbst. Berufliche Kompetenzen werden genauso entwickelt wie ein kooperativesKommunikationsverhalten in einer Gruppe. Damit trägt dieses Instrumentwesentlich zur Qualitätsentwicklung bei Mitarbeitenden und ihrer Institutionbei. Im â Anhang Seite 37 findet sich ein Beschrieb des Vorgehens.Bei einer Hospitation nimmt eine Person als Teil ihrer praktischen Ausbildungam Unterrichtsgeschehen teil, um von ihren Kolleginnen und Kollegen zu lernen.Bei einer Visitation besuchen Vorgesetzte die Veranstaltung zur Überprüfungdes Unterrichts. Hinter beidem steckt die Idee, sich gemeinsam bei denEntwicklungsschritten und beim Bewältigen des Berufsalltags zu unterstützen.Es handelt sich um eine sehr vertrauensabhängige Form der unterrichtsbezogenenQualitätsentwicklung. Die kollegiale Unterrichtshospitation (vgl. Instrumenteim â Anhang Seite 37) beruht auf den Grundsätzen des Feedbacks.Tabelle 3: Instrumente der Praxisforschung (in Anlehnung an Moser, 2003)


29Synthese/Fazit undAusblickDie Studie der ZHAW, die grosse Zahl von Teilnehmendenan der Tagung «QE in der NaturundUmweltbildung» wie auch die Aktivitätenverschiedener Netzwerke zeigen: ausserschulischeUmweltbildungsanbieterinnen und -anbieterhaben ein hohes Qualitätsbewusstsein.Sie bemühen sich, gute Angebote zur Verfügungzu stellen, und haben ein grosses Interessean der kontinuierlichen Weiterentwicklungihrer Angebote. Eine Professionalisierungder Qualitätsentwicklungsprozesse wird vonkleineren wie auch grossen Anbieterinnen undAnbietern gewünscht. Evaluation und Weiterentwicklungsind bei kleineren und mittlerenAnbieterinnen und Anbietern bisher aber eherunsystematische Prozesse. Grosse Anbietendehingegen verfügen häufig über systematisierteQualitätsprozesse und teilweise auch über zertifizierteQualitätsmanagementsysteme. DieBedürfnisse nach Unterstützung und Weiterbildungsind dementsprechend sehr verschieden.Zwar haben sich in der Bildungspraxis Qualitätsmanagementansätze,wie beispielsweise dasFQS, Q2E oder eduQua-Modell ,durchgesetzt,doch sind diese meist mit einem hohen Aufwandverbunden, der besonders von selbständigenUmweltbildnerinnen und Umweltbildnernkaum geleistet werden kann. Kleineund mittlere Einrichtungen haben den Wunschnach einfachen Qualitätsmanagementverfahrenund Evaluationsinstrumenten. So muss es FQS: Förderndes Qualitätsevaluations-System, entwickeltdurch den Lehrerinnen- und Lehrerverein Basellandund durch die Pädagogische Arbeitsstelle desDachverbands Schweizer Lehrerinnen und Lehrer LCH.www.lvb.ch/lvb/dienstleistungen-fqs.htmlQ2E: Die Bezeichnung Q2E steht als Kürzel für «Qualitätdurch Evaluation und Entwicklung». Das Qualitätsmanagementmodellwurde durch die Pädagogische HochschuleFHNW (Steiner, P. & Landwehr, N. 2003) entwickelt.www.fhnw.ch/ph/ife/dienstleistungen/q2e/index_q2eeduQua ist ein schweizerisches Zertifizierungsverfahrenfür Weiterbildungsinstitutionen. Das eduQua-Zertifikatbietet Konsumentinnen und Konsumenten im Sinneeines Qualitätslabels eine Garantie für die Gesamtqualitäteines Bildungsinstituts. In vielen Kantonen gilt daseduQua-Zertifikat als Voraussetzung dafür, dass öffentlicheGelder gesprochen werden können. www.eduqua.ch.


30Ziel der SUB sein, einfache Qualitätskriterienfür Umweltbildnerinnen und -bildner wie fürUmweltbildungsangebote sowie Qualitätsinstrumenteund Werkzeuge zu entwickeln, welcheauch kleine Einrichtungen mit begrenztemZeit- und Finanzbudget ansprechen.In diesem Sinn hat auch die Bodensee-Stiftung(2006) die Anforderungen an QE-Verfahrenwie folgt formuliert (S. 14):«Es muss ein Qualitätsentwicklungsverfahrenetabliert werden, welchesn die bestehende Motivation und den Bedarfder Umweltbildner aufgreift, um langfristig denQualitätsgedanken lebendig zu halten.n ohne rigide, externe Vorgaben die Einrichtungenunterstützt, ihre Qualitäten selbst zuformulieren, ihre Potenziale zu erkennen undzu nutzen, um sich so in eigenen Schritten kontinuierlichweiter zu entwickeln.n effektiv, effizient und handlungsorientiertist.n auch kleine Einrichtungen mit begrenztemBudget anspricht.n nach innen und aussen spürbare Entwicklungenund Verbesserungen der Einrichtungbewirkt.n Kontinuität und Nachhaltigkeit gewährleistet.n Transparenz sowie Lernbereitschaft innerhalbder Einrichtung steigert.n Transparenz für die Nachfrageseite bietet.»Einer Zertifizierung und externen Kontrolle stehendie Anbietenden grundsätzlich kritisch gegenüber.Anlässlich der Tagung vom 18. Januar2008 «Qualitätsentwicklung in der Natur-und Umweltbildung» wurde das Zertifizierungssystemvon Schleswig-Holstein «Bildungfür Nachhaltige Entwicklung für ausserschulischeBildungsanbieter» und dessen Adaptionfür die Schweiz diskutiert: Das Instrument wurdezwar auch für kleine und mittlere Anbietendeals praxistauglich angesehen, der damitverbundene Aufwand und die Bürokratisierungwird jedoch gescheut. Auch aufgrundder fehlenden Finanzierung der Zertifizierungdurch die öffentliche Hand, wie in Schleswig-Holstein der Fall, wird eine Übernahme des Systemsin der Schweiz zur Zeit nicht avisiert. DieAnbietenden setzen auf mehr Transparenz bezüglichihren Leistungen und bevorzugen prinzipiellfreiwillige Systeme wie zum Beispiel diesieben Selbstdeklarationspunkte des Fachverbandes«Erbinat – Erleben und Bildung in derNatur», welche anlässlich der Fachverbands-Tagung «Qualität im Outdoor-Bereich» vom29. November 2008 von den Mitgliedern undInteressierten definiert wurden (â Anhang«Selbstdeklaration ERBINAT», S. 37). Die Mitgliederverpflichten sich in einer Selbstdeklarationzur Qualitätsentwicklung. Demgegenübersteht allerdings durchaus die geäusserteErwartung von dritter Seite, beispielsweise voneinzelnen kantonalen Erziehungsdirektionen,Mindeststandards einzuführen. Die Romandiehat bereits Schritte in diese Richtung unternommen.Wie das Kapitel «Instrumente», S. 21 ff., zeigt,existiert bereits eine breite Palette von Qualitätsevaluationsinstrumentenund Qualitätsverfahren;die Zusammenstellung dient als Unterstützungbei der Suche nach passenden Verfahrenund Werkzeugen für die eigenen Bedürfnisse.Der Wunsch nach einer einfachen,breit abgestützten Checkliste bzw. nach einerKriterienliste für Umweltbildungsangebote istdamit aber noch nicht genügend abgedeckt.Allerdings darf man auch nicht der Versuchungerliegen, eine Kriterienliste sei ein Wundermittel,welches gute Umweltbildung garantiert,denn bei Bildungsangeboten lässt sich Qualitätnicht einfach über technische Verfahrenoder über Verordnungsmassnahmen herstellen.Ein wichtiger Teil des Bildungsgeschehensspielt sich im kommunikativen Bereich ab,und diese Prozesse lassen sich nur beschränktstandardisieren. Ausserdem sind die Themenund Angebote so vielfältig, dass sie sich nichtüber einen ‹Leisten› messen oder bewerten lassen.Allerdings kann eine Kriterien-/Checklisteoder ein Leitfaden zu guter Umweltbildung einReferenzrahmen bilden und wertvolle Hinweisegeben, wie ein Angebot verbessert werdenund für die Nutzenden die gewünschte Transparenzbieten kann.Der Frage «Was ist gute Umweltbildung?» mussweiter nachgegangen werden, wohl wissend,dass der Gegenstand der Umweltbildung demgesellschaftlichen Wandel und deshalb auch


31ständiger Diskussion unterworfen ist. Gleichzeitigmüssen auch die konkreten Kundenbedürfnisseerhoben werden. Eine Erhebung beiSchulleitungen und Lehrpersonen (SUB, 2008)gibt Aufschluss über die Anforderungen undErwartungen der Schule an die Angebote undAnbietenden. Der Bericht erscheint Ende 2009und stellt die Ergebnisse der Erhebung vor.sein. In wieweit dieses Vorgehen auch in derDeutschschweiz übernommen wird, bleibt abzuklären.AusblickFür die Stiftung Umweltbildung Schweiz kristallisierensich folgende Handlungsschwerpunkteheraus:Was ist gute Umweltbildung?Die Umweltbildungsanbietenden sollen beider Qualitätsentwicklung durch transparente,breit abgestützte Qualitätskriterien und Standardsunterstützt werden. Eine Checkliste bzw.ein Leitfaden soll der Selbstevaluation und derOptimierung von Umweltbildungsangebotendienen. In einer breit geführten Diskussion (insbesonderemit den Fachleuten der FachkonferenzUmweltbildung ) soll der Frage «Was istgute Umweltbildung?» weiter nachgegangenwerden.In der Romandie ist in einem parallelen Prozessdie Diskussion um Minimalstandards ebenfallsim Gange. Auf Initiative der Erziehungsdirektiondes Kantons Genf hat sich eine Arbeitsgruppemit kantonalen Bildungsverantwortlichenund Fachvertretungen aus den Bereichen GlobalesLernen (Stiftung Bildung und EntwicklungSBE) und Umweltbildung (SUB) gebildet,welche in einem ersten Schritt die Bedürfnisseder französischsprachigen Kantone bezüglichQualitätsstandards zu erheben plant. Künftigsoll auch die Gesundheitsbildung vertreten In der Fachkonferenz Umweltbildung treffen sich regelmässigUmweltbildungs-Verantwortliche von kantonalenUmweltbildungsfachstellen, Bildungsinstitutionenund Umweltorganisationen, um die Umweltbildung imSchweizerischen Bildungssystem zu stärken, aber auchum gemeinsame Projekte zu lancieren und die Qualitätin der Umweltbildung zu fördern. Die FachkonferenzUmweltbildung wird von der SUB präsidiert und organisiert.WeiterbildungVerschiedene Institutionen bieten Weiterbildungenan. Durch den inhaltlichen Dialog mitWeiterbildungsinstitutionen will die StiftungUmweltbildung Schweiz zur Qualitätsentwicklungbeitragen. Wobei sich die SUB dafür einsetzt,dass Lücken bezüglich pädagogisch-didaktischorientierter Weiterbildung geschlossenwerden. Insbesondere bei kürzeren Angebotenist zur Zeit ein Defizit auszumachen. Mitpunktuellen Weiterbildungsveranstaltungenim Rahmen der bestehenden Netzwerke (s. u.)und allenfalls auch mit weiteren Tagungen zumThema «QS/QE in der Umweltbildung» sollenetwa Kenntnisse über Q-Werkzeuge, die aktuellenÄnderungen im Schulwesen und/oder dieBedürfnisse und Erwartungen der Schulen vermitteltwerden.


32VernetzungNetzwerke sind ein wichtiges Instrument für dieWeiterbildung und Qualitätsentwicklung. DieSUB will vor allem bestehende Netzwerke (z.B. Erbinat, IGU, Netzwerk Umweltbildungsanbietendein der Romandie) fördern und suchtdie Zusammenarbeit und den Informationsaustauschmit ihnen. Gleichzeitig begrüsst undunterstützt sie den Aufbau von neuen regionalenNetzwerken mit Fokus Qualitätsentwicklungund Koordination. Eine Umfrage im Jahr2007 (SUB, 2007) bei national tätigen Umweltbildungsanbieterinnenund -anbietern hat einInteresse an einem Netzwerk, das sich v. a. pädagogischenFragen und solchen der Qualitätsentwicklungannimmt, ergeben. In der Folgewurden im Herbst 2008 die national tätigenAnbieterinnen und Anbieter zur jährlich stattfindendenExkursion der Fachkonferenz Umweltbildung eingeladen. Die Exkursion wargut besucht, und der Austausch mit den kantonalenUmweltbildungsfachstellen wurde vonSeiten der ausserschulischen Umweltbildungsanbietendensehr begrüsst. Aufgrund der unterschiedlichenBedürfnisse von Vertreterinnenund Vertretern der öffentlichen Hand und vonAnbieterinnen und Anbietern soll in Zukunftdas Konzept angepasst werden. So soll etwanach einer gemeinsamen Exkursion ein zielgruppenspezifischerTeil folgen.deklaration eingeführt wird, wird sich aufgrunddes Qualitätsentwicklungsprozess mitder NaFU entscheiden.Im Wissen darum, dass gerade kleinere Anbieterund Anbieterinnen den Wunsch nach einerattraktiven Plattform haben, um ihre Angebotezu platzieren, soll die Verlinkung der nationalenDatenbank mit den regionalen Datenbankenzunehmend optimiert und die Zusammenarbeitausgebaut werden.RahmenbedingungenLangfristiges Ziel der SUB ist ausserdem dieVerbesserung der Rahmenbedingungen fürdie schulische Umweltbildung generell unddamit auch für die Umweltbildungsanbietendeim Speziellen. Die SUB bemüht sich einerseitsdarum, die finanziellen Rahmenbedingungenzu verbessern (etwa durch Förderung von kantonalen/nationalenFonds für schulische Umweltprojekte).Andererseits sollen auch diestrukturelle Rahmenbedingungen (z.B. durchIntegration in Lehrplan21) und die politischeUnterstützung (Lobbyarbeit auf kantonaler undnationaler Ebene) so verbessert werden, dassausserschulisches Lernen und die Begegnungmit Fachleuten als integraler Bestandteil desUnterrichts nicht mehr wegzudenken ist.Plattform für Anbietende: www.umweltbildung.chAusserschulische Lernorte von nationaler Bedeutung,welche minimale Aufnahmekriterienerfüllen, sind in der Datenbank umweltbildung.chunter der Rubrik «Institutionen undAngebote» erfasst, regionale und thematischeDatenbanken sind mit einer entsprechendenLinkliste verknüpft. Die Datenbank soll kontinuierlichund benutzerfreundlich weiterentwickeltund ihre Bekanntheit verbessert werden.Ausserdem soll mit ausführlicheren Informationenzu den Angeboten die Transparenz verbessertwerden. Ob später auch eine Selbst- Einmal pro Jahr unternehmen die Mitglieder derFachkonferenz Umweltbildung eine Fachexkursion zueinem national tätigen ausserschulischen Umweltbildungsanbietenden.


33AnhangAbkürzungenBNE Bildung für nachhhaltige EntwicklungEFQM European Foundation for Quality ManagementERBINAT Fachverband für Erleben und Bildungin der NaturQS Förderndes Qualitätsevaluations-SystemIGA Internationale GartenbauausstellungQ2E Qualitätsmanagementmodell: Qualitätdurch Evaluation und EntwicklungQE QualitätsentwicklungQM QualitätsmanagementQMU Qualitätsmanagementsystem für dieausserschulische UmweltbildungQS QualitätssicherungSBE Stiftung Bildung und EntwicklungSILVIVA Stiftung SILVIVA für Umweltbildungund WaldSUB Stiftung Umweltbildung SchweizZHAW Zürcher Hochschule für angewandteWissenschaftenLiteraturverzeichnisAltrichter, H. & Posch, P. (1996): Lehrer erforschenihren Unterricht. Eine Einführung indie Methoden der Aktionsforschung. Bad Heilbrunn:Klinkhardt.Berchtold, Ch. & Stauffer, M. (1997): Schuleund Umwelterziehung. Eine pädagogischeAnaylse und Neubestimmung umwelterzieherischerPraxis. Bern et al.: Peter Lang.Bodensee-Stiftung und Netzwerk Spürsinn(Hrsg.) (2006): Qualitätsentwicklung und-sicherung in der Umweltbildung. ExemplarischeBeispiele von vier Musterbetriebenaus dem Netzwerk «Spürsinn – Umweltbildungam westlichen Bodensee». Radolfszell. http://www.spuersinn-bodensee.info/fixfox/web/1/fixfoxdateien/QM_in_der_Umweltbildung.pdf(16.07.2009).Bormann, I. et al. (2004): SINa. Anleitungenzum SINa-NachhaltigkeitsAudit. Hrsg. Vereinzur Förderung der Ökologie im Bildungsbereich,Berlin.


34EDK Schweizerische Konferenz der kantonalenErziehungsdirektionen (2009): Qualitätssicherung,EDK/IDES-Kantonsumfrage Stand:Schuljahr 2008–2009. Bern. www.edk.ch/dyn/15980.php (16.07.2009).eduQua (2004): eduQua Handbuch, SchweizerischesQualitätszertifikat für Weiterbildungsinstitutionen.Bundesamt für Berufsbildungund Technologie und weitere (Hrsg.), Zürich.http://eduqua.ch/002alc_0203_de.htm(15.07.2009).Fahnert, D. (2007): Ministerium für Landwirtschaft,Umwelt und ländliche Räume desLandes Schleswig Holstein, Bereich Grundsatzfragender Nachhaltigkeit (Persönliche Mitteilung).Frommherz, Ch. (2006): Profil durch Qualität.In: Umwelt Bildung INFO (1), Hrsg. StiftungUmweltbildung Schweiz, Bern.Gonon, Ph., Hügli, E., Landwehr, N., Ricka,R. & Steiner, P. (1999): Qualitätssysteme aufdem Prüfstand: Die neue Qualitätsdiskussionin Schule und Bildung. 2. Aufl. Aarau:Bildung Sauerländer.Haan, G. de & Kuckartz, U. (1996). Umweltbewusstsein.Denken und Handeln in Umweltkrisen.Opladen: Westdeutscher VerlagGmbH.Lehrerinnen- und Lehrerverein BasellandLVB und der Pädagogischen Arbeitsstelle desDachverbands Schweizer Lehrerinnen undLehrer LCH (Hrsg.) (2003): FQS - FormativesQualitätsevaluations-System. Basel.http://www.lvb.ch/lvb/dienstleistungen-fqs.html (15.07.2009).Kyburz-Graber, R. (2000): Qualitätsentwicklungin der Umweltbildung. Referat gehaltenan der Tagung «Qualitätsentwicklung inder Umweltbildung» vom 17.11.2000. SILVI-VA und Stiftung Umweltbildung Schweiz.Lehmann, P. (2008): Zusammenfassung desTagungsbeobachters. Tagung «Qualitätsentwicklungin der Natur- und Umweltbildung»vom 18.01.2008. Unterlagen zur Tagung:www.silviva.ch/qe (17.08.2009).Moser, H. (2003). Instrumentenkoffer fürdie Praxisforschung. Zürich: Verlag Pestalozzianum.Programm Transfer-21 (Hrsg.) (2007): SchulprogrammBildung für Nachhaltige Entwicklung.Grundlagen, Bausteine, Beispiele.Berlin. http://www.transfer-21.de/daten/materialien/Schulprogramm_BNE.pdf(15.07.2009).Rode, H., Bolscho, D., Dempsey, R. & Rost, J.(2001): Umwelterziehung in der Schule –Zwischen Anspruch und Wirksamkeit. Opladen:Leske + Budrich.Scheidegger, B. (2008): Welche Ziele verfolgtgute Natur- und Umweltbildung?Referat gehalten an der Tagung «Qualitätsentwicklungin der Natur- und Umweltbildung»vom 18.01.2008: www.silviva.ch/qe(17.08.2009).Senge, P., Kleiner, A., Smith, B., Roberts, C. &Ross, R. (1996): Das Fieldbook zur ‹FünftenDisziplin›. Kunst und Praxis der lernenden Organisation.Stuttgart: Klett-Cotta.Sieber-Suter, B., Affolter C. & Nagel, U. (2004):Didaktisches Konzept Umweltbildung. StiftungUmweltbildung Schweiz und PestalozzianumZürich, Zofingen und Zürich.SUB Stiftung Umweltbildung Schweiz (2007):Umfrage zur Vernetzung ausserschulischerLernorte bei national tätigen Institutionen/Organisationen,Zofingen (unveröffentlicht).SUB Stiftung Umweltbildung Schweiz (2009):Datenbank zu empfohlenen Unterrichtsmittelnzur Umweltbildung. http://www.umweltbildung.ch/documentation/index.asp(16.07.2009).


35SUB Stiftung Umweltbildung Schweiz (in Vorbereitung):Bedürfnisabklärung bei Schulenzu ausserschulischen Lernangebotenim Bereich Umweltbildung. Bern.Steiner, P. & Landwehr, N. (2003): Das Q2E-Modell – Schritte zur Schulqualität. Aspekteeines ganzheitlichen Qualitätsmanagementsan Schulen. Hep Verlag, Bern.Wilhelm, S. & Scheidegger, B. (2007): ErhebungAusserschulische Lernorte. Qualitätsentwicklungan Ausserschulischen Lernorten.Wädenswil.Interviewleitfaden «Erhebung AusserschulischeLernorte»(Nach Wilhelm, 2006)â Zurück zum Text1. Teil: Einstiegsphase, Aufwärmphase1. Welche Bedeutung messen Sie der aktuellenQualitätsdiskussion zu?2. Wozu ist aus Ihrer Sicht eine Qualitätsüberprüfungüberhaupt nötig? (oder ebennicht…?)Evtl. Follow-up für 1. Teil:3. Was verstehen Sie unter «qualitativ hochstehender und wirksamer» Natur- und Umweltbildung?(die Antworten sollen spezifischeMerkmale benennen)2. Teil: Ist-ZustandA. Retrospektive Qualitätsüberprüfung:4. Erheben Sie nach einer Veranstaltung regelmässigdie Qualität Ihres Angebots?Evtl. Follow-up für Frage 4 (vergleichen Sie dieAntworten mit dem nachstehenden Inventarraster):5. Wie, mit welchen konkreten Instrumentenbzw. Praktiken? Was genau unternehmen Sie,um die Qualität Ihres Angebots im Auge zu behalten?Die Instrumente werden, wenn möglich, alsBelegexemplare eingezogen. Wenn Qualitätszieleverschriftlicht wurden, wird davon ebenfallseine Kopie erbeten.Falls die Gesprächspartner/innen Mühe beider Beantwortung der Frage haben, könneneinzelne Ebenen angesprochen werden:n einzelne Lektion, einzelnes Angebot als solchesn Gesamtprogramm, Zyklusn Administrationn Leitung6. Wie, mit welchen konkreten Instrumentenbzw. Praktiken überprüfen Sie, ob Sie Ihre angestrebtenLernziele erreicht haben?Sind die Lern- bzw. Wirkungsziele schriftlichfixiert? Sind diese überhaupt explizit vorhanden?7. Was erleben Sie bei dieser Qualitätsüberprüfungpositiv (im Sinne von nützlich o.ä.),was negativ?B. Prospektive Qualitätsüberprüfung:8. Verlangen Ihre aktuellen Geldgeber undTrägerschaften eine Garantie für den effizientenEinsatz ihrer Mittel?Welche Form der Qualitätssicherung bzw.Qualitätsüberprüfung wird verlangt?Wird eine prospektive Qualitätsüberprüfungallenfalls auch ohne äusseren Druck durchgeführt?Wie stellen Sie sicher, dass Ihr Angebot langfristigqualitativen Ansprüchen genügt?Evtl. Follow-up für Frage 8 (vergleichen Sie dieAntworten mit dem nachstehenden Inventarraster):9. Wie und mit welchen konkreten Mitteln bzw.Praktiken versuchen Sie Ihr Angebot qualitativzu verbessern? (Die Instrumente werden wennmöglich als Belegexemplare eingezogen.)10. Welche Chancen und Schwierigkeiten erlebenSie dabei?C. Keine explizite Qualitätsüberprüfung:11. Sie haben gesagt, dass Sie Ihr Angebotnicht explizit auf Qualitätsaspekte überprüfen.Welches sind die Gründe dafür?Allenfalls direkt zum 3. Teil übergehen oderfolgende Frage(n) stellen:n Was fehlt Ihnen dazu?n Wie schätzen Sie den Aufwand für Qualitätssicherungs-bzw. Qualitätsentwick-


36lungsprozesse ein? An welche Tätigkeitendenken Sie bei dieser Einschätzung?n Was bräuchten Sie, damit Sie Ihr Angebotregelmässig(er) auf Qualitätsaspekte überprüfenwürden?3. Teil:Soll-ZustandWerfen wir einen Blick in die Zukunft:Falls die folgende Frage im 2. Teil des Interviewsnoch nicht gestellt wurde, mit dieserFrage beginnen:12. Wann würde es für Sie Sinn machen, regelmässigQualitätssicherungs- bzw. Qualitätsentwicklungsprozessezu betreiben?Evtl. Follow-up für Frage 12:13. Welche Instrumente würden Ihnen zurQualitätsüberprüfung und -entwicklung mitrelativ geringem Aufwand am meisten Nutzenbringen?14. Welche Form der Unterstützung wäre Ihnendabei eine echteHilfe?n standardisierte Gespräche/Feedbacks mitNutzer/innen unterschiedlicher Art (Schüler/innen,Lehrpersonen, andere)n informelle Gespräche/ Feedbacks mit Nutzer/innenunterschiedlicher Art (Schüler/innen,Lehrpersonen, andere)n formelle Netzwerke /Austausch mit anderenAnbieternn informelle Netzwerke /Austausch mit anderenAnbieternn formeller Austausch über Arbeitsmaterialien/Arbeitsblättern informeller Austausch über Arbeitsmaterialien/Arbeitsblättern formelle Weiterbildung der Mitarbeiter/innen(ev. obligatorisch)n informelle Weiterbildung (z.B. Teamsitzungen)n Feedbacks an Geldgeber (quantitativ / qualitativ)n formelle Ausbildung der Mitarbeiter/innenFür die Fragen 12–14kann bei Bedarf eineAuswahl zur Beantwortungder Frage gegebenwerden:n Instrumente, Methoden,Praktikenn Weiterbildungsangeboten Netzwerke / Koordinationsarbeiten,CoachingâZurück zum TextInventarraster(Nach Jucker/Wilhelm 2006)â Zurück zum Textn Instrumente zum Messen von Wirksamkeitn Erfragen von Verbesserungsvorschlägenn Fragebögen für Nutzer/innenn Auswertungsbögen für Anbieter/innenn Kriterienlistenn informelle Ausbildung der Mitarbeiter/innenn Zusammenarbeit mit kantonalen Stellenn Input + Kritik durch temporäre Mitarbeiter/innen + Praktikant/innenn Mund-zu-Mund-Propaganda von Nutzer/innen wichtiger als standardisierte QE-Erfassung/Label/Zertifizierungn Austausch von best practice (z.B. Tipps-BlätterSchuB)


37n Begleitung durch Aussenstehende (z.B. Matura-Arbeit,Semesterarbeit PH)n WB-Angebote für Lehrpersonen durch Lernort(generiert Feedback)n Hospitation (gegenseitiges Begleiten)n Veranstaltung (Ende Saison): Ideenaustausch,Rück- und Ausblickn …â Zurück zum TextInstrumente zum praktischen Methodenkoffer(vgl. Kapitel «Instrumente»,S. 21 ff.)â Zurück zum Text26 SWOT-AnalyserasterChristoph Frommherz, Sandra Wilhelm Hamiti,Workshop «Auswertungsinstrumente», Tagung«Qualitätsentwicklung in der Natur- undUmweltbildung» 18.1.2008n zhaw, Zürcher Hochschulen für AngewandteWissenschaften, Life Science and Faculty managment,Institut für Umwelt und NatürlicheRessourcenâ http://www.iunr.zhaw.ch/35 ä Anleitung zur Intervision, Kollegiale Beratungdurch «Intervision»Selbstdeklaration ERBINATâ Zurück zum Textn Fachverband für Erleben und Bildung in derNatur, Bernâ www.erbinat.ch/36 ä Qualitätskriterien37 ä SelbstverpflichtungBeispiele schriftliche Befragung27 Fragebogen der Erlebnisschule Luzernâ www.erlebnisschule.ch28 Fragebogen von Greenpeace Umweltbildungâ www.schulbesuch.chInstrumente zur Hospitation und Unterrichtsbeobachtung:n Institut für Unterrichtsfragen und Lehrerinnen-und Lehrerfortbildung, Baselâ www.ulef.bs.ch29 ä Unterrichtshospitation – KollegialesFeedback in vier Schritten30 ä Beispiel Beobachtungsbogen31 ä Hospitation MTA, Beobachtungspunkteder Allgemeinen Gewerbeschule Baseln Dienststelle Volksschulbildung Kanton Luzern,Schulentwicklung, Luzern, Projekt Schulenmit Profilâ www.schulenmitprofil.ch32 ä Unterrichtsbeobachtung33 ä Hospitationn Erlebnisschule Luzern, Luzernâ www.erlebnisschule.ch/34 ä Hospitationsbogen


38LinklisteIn der nachstehenden Übersicht finden Sie dievollständigen Angaben zu den Links für dieherunterladbaren Dokumente. Auf sie wird imText in Kurzform ä verwiesen. Diese Übersichtist für den Fall gedacht, dass Sie diese Publikationin gedruckter Form nutzen oder wenn Sieden Link im pdf-Dokument nicht öffnen können.Seite Nr. Ziel23 1 http://www.umweltbildung.ch/AL/1_Enstehung_QM_Sachsen.pdf23 2 http://www.umweltbildung.ch/AL/2_Aufbau_und_Umsetzung_QMU.pdf23 3 http://www.umweltbildung.ch/AL/3_Lernorte__Leitfaden.pdf23 4 http://www.umweltbildung.ch/AL/4_Lernorte__Anlagen.pdf23 5 http://www.umweltbildung.ch/AL/5_Lernorte__checkliste.pdf24 6 http://www.umweltbildung.ch/AL/6_88008-88010-1-kriterienliste_de.pdf24 7 http://www.umweltbildung.ch/AL/7_qualitaetsentwicklung.pdf24 8 http://www.umweltbildung.ch/AL/8_qe_waldspielgruppen_v10.pdf24 9 http://www.umweltbildung.ch/AL/9_2005_01_13_UBK_Landkreis_Konstanz.pdf24 10 http://www.umweltbildung.ch/AL/10_QM_in_der_Umweltbildung.pdf25 11 http://www.umweltbildung.ch/AL/11_iga_ub_evaluation_kurz.pdf25 12 http://www.umweltbildung.ch/AL/12_QC_AT.pdf25 13 http://www.umweltbildung.ch/AL/13_Orientierungshilfe_Qualitaetskriterien.pdf25 14 http://www.umweltbildung.ch/AL/14_Schulprogramm_BNE.pdf26 15 http://www.umweltbildung.ch/AL/15_eckpfeiler.pdf26 16 http://www.umweltbildung.ch/AL/16_Merkblatt.pdf26 17 http://www.umweltbildung.ch/AL/17_Kriterien-Checkliste.pdf26 18 http://www.umweltbildung.ch/AL/18_64101-70474-1-checkliste_d.pdf26 19 http://www.umweltbildung.ch/AL/19_DBNE_Projektkriterien.pdf26 20 http://www.umweltbildung.ch/AL/20_sbe_ngoBildungsangebote.pdf26 21 http://www.umweltbildung.ch/AL/21_sbe_ngoInfosSelbstdeklaration.doc27 22 http://www.umweltbildung.ch/AL/22_Qualitaetskriterien_50.pdf27 23 http://www.umweltbildung.ch/AL/23_Projektplanungs-Checkliste.pdf27 24 http://www.umweltbildung.ch/AL/24_Qualitaetskriterienliste-Umweltbildung.pdf27 25 http://www.umweltbildung.ch/AL/25_3500_0_leitfaden_unterrichtsqualitaet.pdf37 26 http://www.umweltbildung.ch/AL/P1_Swot_Analyse_ZHAW-SUB.doc37 27 http://www.umweltbildung.ch/AL/P2_AuswertungsbogenErlebnisschule.pdf37 28 http://www.umweltbildung.ch/AL/P3_Feedback_Greenpeace.pdf37 29 http://www.umweltbildung.ch/AL/P4_arbeitsschritte_hospitation_ulefBasel.pdf37 30 http://www.umweltbildung.ch/AL/P5_hospitation_ulefBasel.pdf37 31 http://www.umweltbildung.ch/AL/P6_hospitation_GewerbeschuleBasel.pdf37 32 http://www.umweltbildung.ch/AL/P7_unterrichtsbeobachtung_SchulenmitProfil.doc37 33 http://www.umweltbildung.ch/AL/P8_Hospitation_SchulenmitProfil.doc37 34 http://www.umweltbildung.ch/AL/P9_Hospitation_ErlebnisschuleLuzern.pdf37 35 http://www.umweltbildung.ch/AL/P10_Intervision_ZHAW.doc37 36 http://www.umweltbildung.ch/AL/11_qualitaetskriterien_erbinat.pdf37 37 http://www.umweltbildung.ch/AL/12_Selbstverpflichtung_erbinat.pdf


39ImpressumText, Recherchen: Sandra Wilhelm, BarbaraSchäfliRedaktion: Sandra Wilhelm, BarbaraSchäfli, Rolf JuckerLektorat: Bruno ScheideggerProduktion: Hansruedi GilgenBildnachweis: Kursiv GmbH© SUB/FEE/FEA, 09/09Stiftung Umweltbildung SchweizMonbijoustrasse 313011 BernTel.: 031 370 17 70Fax: 031 370 17 71E-Mail: info@sub-fee.chURL: www.umweltbildung.ch


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