150 Jahre Wettlauf gegen die Zeit Das Buch der Bielefelder ...

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150 Jahre Wettlauf gegen die Zeit Das Buch der Bielefelder ...

112: Der Alarm ist bis heute der zentrale Berührungspunkt

zwischen Feuerwehr und Öffentlichkeit. Doch wenig ist

darüber bekannt, was vor und nach dem Alarm passiert.

Wer weiß schon, was verschiedene „Alarmschleifen“ sind

oder wie eine „Alarmierungskette“ funktioniert? Seit der

Gründung der ersten Feiwilligen Turnerfeuerwehr in Bielefeld

im Jahr 1860 haben sich die Bedingungen der Löscheinsätze

grundlegend geändert. Eckdaten für den

historischen Wandel schufen die rasch wachsende Industriestadt

Bielefeld, ihre Umwandlung zur Großstadt und

die technischen Neuerungen des Feuerlöschwesens vom

Feuerreiter zum Martinhorn, von der Eimerkette zum Tanklöschfahrzeug

und zum ABC-Schutzeinsatz.

Dieses Buch gibt Einblicke in die Welt der Freiwilligen

Feuerwehren, auf deren reibungsloses Funktionieren

die Öffentlichkeit im Großraum Bielefeld stets

angewiesen ist. Sieben Kapitel der Geschichte seit ihrer

Gründung werden aufgeschlagen, darunter die Umwandlung

zur Hilfspolizei im Nationalsozialismus, das Thema

„Frauen in der Feuerwehr“ und die spektakulärsten Fälle

aus 150 Jahren Brandbekämpfung in Bielefeld.

ISBN 978-3-00-030514-6

Alarm – Das Buch der Bielefelder Feuerwehr 150 Jahre Wettlauf gegen die Zeit

FeuerwehrHistorie Bielefeld

FeuerwehrHistorie Bielefeld

Alarm

150 Jahre Wettlauf gegen die Zeit

Das Buch der

Bielefelder Feuerwehr


20

„Alarm, Alarm, es ruft die Pflicht“

Dr. Michaela Kipp

xxx 1934

1. Ein tägliches Szenario in der Großstadt

Bielefeld: Feuerwehralarm

Die Signalwirkung von flackerndem

Blaulicht und heulendem Martinshorn

begleitet uns von Kindheit an. Aufregung

stellt sich ein, wenn das große rote

Feuerwehrauto vorbeiprescht. Andere

Fahrzeuge müssen eine Gasse bilden,

der Verkehr kommt kurzfristig zum Stillstand.

Menschen halten die Luft an und

ihre Augen auf. Vielleicht folgen weitere

Einsatzfahrzeuge, bei denen bekannte

Details wie Drehleiter und Einsatzkräfte

in Schutzkleidung erkennbar werden –

ein spannender Anblick für die meisten.

Der Beobachter hält eine Schrecksekunde

inne, denn er weiß nun, dass irgendwo

etwas Schlimmes passiert ist. Ein

kurzer Moment der Aufregung zieht

vorüber, dann ist der Spuk vorbei, weil

das Verhängnis glücklicherweise andernorts

hereingebrochen ist.

Für die Feuerwehrleute aber

geht der Einsatz in genau diesem Moment

erst richtig los. Sie sind auf dem

Weg zu eben jener Stelle, wo Alarm geschlagen

wurde. Sie gehen dort hinein,

wo andere flüchten. Häufig können sie

vor ihrem Eintreffen nicht erkennen,

wie ernst die Lage wirklich ist. Der Puls

geht hoch, während der Kopf kühl bleiben

muss. Was dem Notsignal nun folgt,

ist ein konzentrierter Einsatz von Mensch

und Technik. Viel Übung und persönliche

Einsatzbereitschaft mit einem extrem

langen Atem stehen dahinter. Denn die

meisten jener Vorbereitungen, die nötig

sind, um im Ernstfall direkt losschlagen

zu können, geschehen für die Öffentlichkeit

unsichtbar hinter den Kulissen.

In Gang wird diese Reaktionskette gesetzt,

sobald der Alarm bei der Leitstelle

eingeht. Von dieser Sekunde an beginnt

bei Feuer- und Rettungseinsätzen der

Wettlauf mit der Zeit. Für Bielefeld wurde

im Jahr 2004 im Brandschutzbedarfsplan

die Zielvorgabe entwickelt, nach

einem Notruf in 8 Minuten an jeder Stelle

der Stadt mit 10 Mann vor Ort sein zu

können. Bei rund 300 hauptberuflichen

Kräften wäre das aber ohne die Mithilfe

der 800 aktiven Mitglieder der Freiwilligen

Feuerwehr überhaupt nicht denkbar.

Was sind das nun für Menschen, die ihre

Freizeit für die Feuerwehr opfern und

mögliche Gefahren dabei ‚einfach’ in

Kauf nehmen? Die sich erheblicher

psychologischer Belastung aussetzen,

während sie auf die Toleranz ihrer Arbeitgeber

und Familien bauen? Die bei

Nachbarschaftseinsätzen in der ersten

Reihe kämpfen, weil ihr großer Vorteil

im Einsatzgeschehen gegenüber den

Kollegen von der Berufsfeuerwehr die

bessere Ortskenntnis ist? Die gerade

bei Nachtalarm vollen Einsatz bringen,

um Leib und Gut der schlafenden Mitmenschen

gegen Schadenfeuer zu schützen?

Hier folgt ein erstes Schlaglicht

auf ihre Bielefelder Geschichte.

2. Entwicklung der Bielefelder Freiwilligen

Feuerwehr im Überblick

Am 9. Januar 1860 wurde in Bielefeld die

freiwillige Turnerfeuerwehr gegründet.

Nachdem im Jahr zuvor viele Brände für

Unruhe in der Bevölkerung gesorgt hatten,

regte der spätere Geheime Kommerzienrat

Delius, altgedientes Mitglied der

Bielefelder Turngemeinde, die Bildung

einer organisierten Feuerwehr „mit

militärischer Disziplin“ im Magistrat der

Stadt an. Denn körperlicher Drill bildete

die Voraussetzung dafür, die Spritzen

eimerweise von Hand befüllen zu können,

ohne zu schnell schlapp zu machen.

Diese praktische Tatsache, sowie die

ehrenvolle Bedeutung der Löschaufgaben

für das Gemeinwohl, legte die

Verbindung der Feuerwehrmänner zur

Turnerbewegung nahe.

Vorher hatten dienstverpflichtete, teilweise

bezahlte Bürgerwehren und Werkfeuerwehren

für Brandsicherheit in

Bielefeld gesorgt, die allerdings im

19. Jahrhundert im Zuge der Industrialisierung

zunehmend nachließ. Nun setzte

sich auf städtischer Ebene der Gedanke

der Freiwilligkeit und Zentralisierung

durch. So bezog die Turnerfeuerwehr

1879 ihr Spritzenhaus in der 1860 gebauten,

ersten Bielefelder Turnhalle an der

Turnerstraße. Die Mannschaftsstärke zu

dieser Zeit betrug knapp 80 Mann. Im

Jahr 1895 erhielt diese Wehr ihre erste

mechanische Magirus-Leiter, die an ein

Zugfahrzeug angehängt werden konnte.

Sie war tatsächlich noch bis 1952 für

nebengeordnete Aufgaben in Betrieb.

Für die 1899 durch Ratsbeschluß

eingesetzte Berufsfeuerwehr

wurden vier Männer aus der Freiwilligen

Feuerwehr eingestellt, die man im Keller

des Alten Rathauses unterbrachte. Über

der Tür prangte ein Schild mit der Aufschrift

„Haupt-Feuermelde-Amt“. Städtische

Einrichtungen sollten von nun an

besonderen Schutz erhalten. Von 1903

bis heute hat sich etwa die Brandwache

im Theater erhalten, die während der

Aufführungen ein Auge auf den Feuerschutz

hat. So konnte im Jahr 1918 eine

Katastrophe vereitelt werden, weil es

dem Feuerwehrmann gelang, einen um

sich greifenden Brand noch während der

Aufführung zu löschen.

Im Zuge der großen Bielefelder

Gebietsreform von 1973 wurden schließlich

die Freiwilligen Feuerwehren des

ehemaligen Landkreises der Feuerwehr

Bielefeld angeschlossen und verloren

damit ihren selbständigen Status. Neben

den zahlreichen personellen und organisatorischen

Überschneidungen in den

früheren Entwicklungsphasen liegt in

dieser institutionellen Zuordnung der

entscheidende Grund dafür, dass die

Zeitgeschichte der Freiwilligen Feuerwehr

und der Berufsfeuerwehr in Bielefeld

kaum voneinander zu trennen ist.

Nicht nur deswegen empfiehlt sich zur

ergänzenden Lektüre besonders das

Buch über die Bielefelder Berufsfeuerwehr

von 1899 bis 1999, das der Feuerwehrkamerad

Siegfried Niemann und

seine Frau Britta Jünemann kenntnisreich

verfasst haben.

3. Festband mit Schwerpunktthemen

und Gruppenfotos aller Abteilungen

Das vorliegende Feuerwehrbuch will

fort von der reinen Technikbegeisterung,

die beim Thema Feuerwehr zwar schnell

aufkommt, aber andere interessante

Zusammenhänge verdecken kann.

Stattdessen soll die Gemeinschaft, das

Selbstbild und die verschiedenen, historisch

interessanten Phasen der Freiwilligen

Feuerwehrarbeit in Bielefeld in

den letzten einhundertfünfzig Jahren in

den Mittelpunkt gestellt werden. Es geht

insgesamt darum, die gesellschaftliche

Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehr

für die Stadt Bielefeld aufzuzeigen, die

ohne dieses Ehrenamt ihren derzeitigen

Löschbetrieb nicht aufrechterhalten

könnte.

Der Motivation ihrer Mitglieder, die

egal ob Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau,

Gerätewart, Jugendausbilder, Feuerwehrkapellmeister

oder begleitender

Ehepartner – während ihrer Freizeit hart

arbeiten, soll anhand einer lesbaren Institutionengeschichte

nachgespürt werden,

die thematische Highlights herausgreift

und erläutert. Beispiele aus den

verschiedenen Löschzügen illustrieren

die allgemeinen Entwicklungen, während

durch die Gesichter auf den Gruppenfotos

ein persönlicher Bezug zu den

heute aktiven Feuerwehrleuten hergestellt

werden kann. So wird konkret und

glaubhaft für eine Institution geworben,

die dringend jungen Nachwuchs sucht.

Beim Thema Jugendfeuerwehr

muss nämlich symbolisch die „Alarmglocke“

geläutet werden, weil allgemein

merkliche Rückgänge zu konstatieren

sind. In Bielefeld können die strukturellen

Ausfälle bislang noch durch das

Engagement der Aktiven ausgeglichen

werden, deren Zusammenhalt vor dem

Hintergrund solcher Herausforderungen

weiter gewachsen ist. Ihr Lohn ist das

Wissen darum, unersetzliche Hilfe am

Nächsten zu leisten. Denn das ausdrückliche

Ziel könnte größer nicht sein: Im

Erstfall ziehen die Mitglieder der Freiwilligen

Feuerwehr aus, Menschenleben

zu retten. Daher will der vorliegende

Festband nicht nur das veritable Jubiläum,

sondern vor allem die ehrenamtlichen

Helfer aus hundertfünfzig Jahren

Freiwilliger Feuerwehr in Bielefeld würdigen.

Die Beschäftigung mit der Vergangenheit

stellt auch die Chance zu einer öffentlichen

Standpunktbestimmung der Freiwilligen

Feuerwehr dar, indem die gemeinsame

Tradition gesichert wird, um

einen Ausgriff auf die Zukunft zu wagen.

Dafür ist es unerläßlich, auf die Erfahrungen

und Visionen der Gruppen vor Ort

zurückzugreifen. Deswegen werden die

Feuerwehrchroniken und Versammlungsprotokolle

als ‚internes Gedächtnis’ der

Löschabteilungen ausgewertet und vielfach

zitiert. Ausgesuchte Interviews und

Fotos aus der Geschichte der Freiwilligen

Feuerwehr in Bielefeld finden ebenso

Eingang in die Textkomposition, wie

Zeitungsartikel, spezifisches Liedgut,

Aktenmaterial und Erinnerungsberichte

einzelner Beteiligter.

Die Historie von rund dreißig

Bielefelder Löschabteilungen über

anderthalb Jahrhunderte im Einzelnen

nachzuzeichnen, wäre allerdings für

Wiederholungen anfällig und als chronologischer

Gesamtdurchgang wenig

ansprechend. Daher sollen einzelne

Themenblöcke, die aus jeweils kurzen

Abschnitten zusammengesetzt sind,

durch den roten Faden „Alarm“ lose miteinander

verwoben werden. Denn der

Alarm ist das Zeichen für die Feuerwehr

in der Öffentlichkeit .

4. Zum Auftakt: eine kurze allgemeine

Geschichte des Feuerwehralarms

Der historische deutsche Warnruf „Feurio,

feurio!“ meldet den Ausbruch eines

Brandes. Um die Stimme dabei möglichst

weit hören zu lassen, geschieht die

Wortdehnung von „Feuer“ zu „Feurio“

mit langem Umlaut am Ende. In langen

Schleifen endlos wiederholt entstand so

ein Klang, der dem Heulen von Sirenen

erstaunlich nahe kam. Wo die Stimmkraft

nicht ausreichte, dienten Sturmglocken

und Wächterhörner zum allseits hörbaren

Alarmschlagen; der typische Zweiklang

des Martinshorns hat seinen Ursprung

etwa im Jagdhorn-Signal für „Gefahr“.

Für solche Feuermeldungen waren zunächst

die Türmer und Nachtwächter

zuständig. Noch heute ist der Warnruf

„Feuer!“ nach sozialpsychologischen

Untersuchungen das wirkungsvollste

Signal, um seine Mitmenschen zu alarmieren.

21


36

« ABC-Zug

der Feuerwehr Bielefeld

ABC-Zug: Die i-Dötzchen der Feuerwehr?

Ralf Schönenberg

Auf dem Foto befinden sich Die Frage kann mit nein beantwortet

Löschabteilung Mitte Löschabteilung Ost

werden, da in dieser Einheit echte

Braun, Marco Berg, Patrik

„Profis“ gebraucht werden.

Bulla, Nadine Brindöpke, Marc

Falkowsky, Eduard Brinkmann, Arne

Was ist ein ABC-Zug und wie ist er

Gärtner, Manfred Derdau, Sascha

ausgestattet?

Grübel, Mike

Düffels, Michael

Ein ABC-Zug dient zur Abwehr von ato-

Jedamczyk, Dirk Grieger, Martin

maren, biologischen und chemischen

Joachim, Werner Hämmerich, Thomas

Gefahren. Diese Gefahren können im

Johanndrees, Michael Heitmeier, Olaf

privaten, gewerblichen oder militäri-

Kissel, Paul

der, Marc

schen Bereich auftreten. Dem ABC-Zug

Kley, Rüdiger Pichotka, Sascha

stehen zurzeit zwei Dekontaminations-

Kuss, Adrian

Schlüter, Thorsten

fahrzeuge Personen (Dekon P), ein

Lüttkemüller, Rolf Strack, Daniel

ABC-Erkundungskraftwagen (ABC-

Luu, Lien

Walkenhorst, Rafael

Erkkw) und ein Abrollbehälter Dekon-

Meisenschmidt, Horst Westermann, Kai

tamination von Verletzten (AB-Dekon

Rau, Christian

Reinhardt, Christian

Wroblewski, Martin

V 50) zur Verfügung.

Schönenberg, Ralf

Welche Aufgaben können mit dem

Equipment bewältigt werden?

Mit dem Dekon P besteht zum einen die

Möglichkeit, eigene Einsatzkräfte, die

unter einem Chemikalienschutzanzug

(CSA) im Einsatz waren, in einer Einmanndusche

zu reinigen, bevor sie den

CSA wieder ablegen. Zum anderen kann

ein Duschzelt und ein Aufenthaltszelt

in wenigen Minuten aufgebaut werden

(mit Heizung und warmen Wasser), um

gehfähige Verletzte zu dekontaminieren.

Der Durchsatz pro Stunde beträgt 36 Personen

bei der Nutzung von insgesamt 6

Duschen.

Beim AB-Dekon V 50 handelt es sich um

einen Abrollbehälter der mittig zwischen

zwei großen aufblasbaren Zelten positioniert

wird. Dieser Container hat zwei

fest verbaute Duschkabinen für die Dekontamination

von liegenden Verletzten.

Der ABC-Erkkw ist ein Messfahrzeug,

das atomare und chemische

Stoffe messen kann. Dieses Fahrzeug

ist mit diversen Messgeräten, Computern

und Probenahmekoffern ausgestattet.

Die Messungen können während

der Fahrt durchgeführt werden oder im

abgesetzten Modus. Das heißt, das Einsatzpersonal

hat entsprechende Schutzanzüge

für die einzelnen Gefahren an

Bord, um mit den Messgeräten vor Ort

die Gefahren zu lokalisieren und die Gefahrenbereiche

einzugrenzen.

Wann kommt der ABC-Zug zum Einsatz?

Da die Fahrzeuge zum Katastrophenschutz

gehören, kann die Einheit zu

überörtlichen Hilfeleistungen angefordert

werden, ein Beispiel hierfür war der

Einsatz zur Fußball-Weltmeisterschaft

2006 in Köln. Des Weiteren wird der ABC-

Zug gemäß Alarm- und Ausrückeordnung

(AAO) der Feuerwehr Bielefeld zu Gefahrstoffeinsätzen

(GSG) mit alarmiert.

Hier gibt es eine enge Zusammenarbeit

mit der Berufsfeuerwehr, da die Freiwillige

Feuerwehr die Bereiche Dekontamination

und Messen abdeckt.

Wer betreibt den ABC-Zug?

Der ABC-Zug wird in Bielefeld von der

Löschabteilung Mitte betrieben, die

wiederum von der Löschabteilung Ost

unterstützt wird, da die Aufgaben zu

vielfältig und personalintensiv sind.

Es müssen im Jahr mehrere Sonderdienste

sowie zusätzliche Fortbildungen in

Form von Lehrgängen und Seminaren

durchgeführt werden, um die Einsatzfähigkeit

der Sonderfahrzeuge zu gewährleisten.

Löschabteilung Gadderbaum /Bethel

Brandschutzbezirk Ost

Zur ersten Sitzung trafen sich die Betheler

Feuerwehrmänner am 17.02.1880 im

Spritzenhaus unter der Leitung von Diakon

Adam Nispel, der die Feuerwehr

durch die Anfangsjahre führte. Das erste

Statut der Freiwilligen Anstalts Feuerwehr

zu Sandhagen passierte am

27.2.1880 den Vorstand der Anstalt

Bethel. In der Feuerwehrsitzung vom

03. März gab man sich den Wahlspruch:

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr,

und schon im April konnten die Männer

erstmals zu ihrer Sitzung in den gerade

erworbenen Uniformen erscheinen.

Im Rahmen der ständig zunehmenden

Industrialisierung im Bereich

Gadderbaum wurden neue Arbeitskräfte

gebraucht. Deren Zuzug mit ihren kinderreichen

Familien erforderte den Neubau

von Wohnungen was zu einer Ver-

Löschabteilung Gadderbaum Abteilung V., vor 1910

dichtung der Siedlungsräume führte.Die

Folge war eine wesentliche Erhöhung der

Brandgefahr, für deren Abwehr die alten

Löschgeräte und Schutzmaßnahmen nicht

Löschabteilung Bethel 1885

mehr ausreichten. Aus diesem Grund

wurde eine Retter- und Spritzenkompanie

aufgestellt, die dann 1879 zur Freiwilligen

Feuerwehr Gadderbaum wurde.

» Löschabteilung

Gadderbaum / Bethel

Die Löschabeilungen Gadderbaum und

Bethel haben am 5. November 2005 zur

Löschabteilung Gadderbaum/Bethel

fusioniert. Die Löschabteilung besteht

heute aus 29 Aktiven sowie 20 Kameraden

der Ehrenabteilung. Sie wird geführt vom

Löschabteilungsführer Jürgen Pöschel

und seinem Stellvertreter Peter Huber.

Das Gerätehaus befindet sich am Quellenhofweg

36.

Auf dem Foto befinden sich

Arendt, Eugen Meyerjohann, Stefan

Braun, Leif

Middel, Norbert

Busch, Dieter Niemeyer, Carsten

Forneberg, Raimund Otto, Matthias

Huber, Peter

Pannhorst, Egon

Knauer, Karlheinz Pöschel, Jürgen

Köster, Carina Reinhard, Adolf

Kranzmann, Werner Roos, Dieter

Kretzler, Rolf

Schmidt, Jesko

Kretzler, Tobias Schuster, Willi

Kuhn, Bruno

van Braam, Horst

Last, Axel

Volmar, Benjamin

Legge, Bertram

Meerkamp, Bengt

Witzel, Wilfried

37


» Löschabteilung

Gadderbaum-Bethel

in der Zionskirche in Bethel


120

Schnelle Hilfe aus der Luft für Ostwestfalen-Lippe

Thorsten Sieg

Am 3.Juli 1976 wurde der Rettungshubschrauber

(RTH) Christoph 13 in Dienst

gestellt. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang

startet er vom Luftrettungszentrum

(LRZ) zu seinen mehr als

1.600 Einsätzen pro Jahr. Sein Einsatzgebiet

erstreckt sich in einem Radius von

50 km rund um seinen Standort unterhalb

des Klinikums Rosenhöhe in Bielefeld

Brackwede. Für die schnelle Hilfe aus der

Luft garantieren die Piloten der Bundespolizei,

Fliegerstaffel Fuhlendorf, Stützpunkt

Gifhorn, Rettungsassistenten der

Berufsfeuerwehr Bielefeld sowie die

Notärzte des Klinikum Bielefeld - an 365

Tagen im Jahr, und bei fast jedem Wetter.

Eingesetzt werden durchweg erfahrene

Piloten, die eine Zusatzausbildung für

den Luftrettungsdienst durchlaufen haben.

Die Rettungsassistenten haben die

Zusatzqualifikation zum HEMS Crew

Member (HEMS= Helicopter Emergency

Medical Service) sowie die Ausbildung

für den mittleren feuerwehrtechnischen

Dienst. Ihre Aufgabe liegt in der Navigation

und der Unterstützung des Piloten

während des Einsatzes, sowie bei der Patientenversorgung

gemeinsam mit dem

Notarzt an der Einsatzstelle. Auch die

Notärzte haben langjährige Erfahrung im

Rettungsdienst und in der Intensivmedizin.

Sie haben die Zusatzqualifikation

Notfallmedizin und Intensivtransport.

Am 20.08.2007 wurde ein neuer

Hubschraubertyp eingeführt. Eine hochmoderne

EC 135 T2i+ löste die bis dahin

verwendete BO 105 CBS-5 ab und transportiert

die Besatzung mit rund 240

Km/h sicher und schnell an die Einsatzstellen.

Vorbei an Stau und roten Ampeln

erreicht er so schnellstmöglich sein Ziel.

Nicht immer sind es schwere Unfälle, zu

denen der RTH startet. Seine Aufgabe

liegt vielmehr im schnellen Transport der

Besatzung – immer dann wenn ein Notarzt

benötigt wird. Nicht immer wird ein

Patient transportiert. Nur dann, wenn

weite Wege zum Krankenhaus zurückgelegt

werden müssen, wird er geflogen.

Auch dringende Verlegungen gehören

zum Aufgabenbereich des Christoph 13.

Immer dann, wenn ein Patient schnellstmöglich

in eine Spezialklinik verlegt

werden muss, kommt er zum Einsatz.

Eine Besonderheit des LRZ Bielefeld

ist, dass die Besatzung 24 Stunden

auf der Station ist. Die medizinische

Crew besetzt in der Nacht und bei

schlechtem Wetter ein Notarzteinsatzfahrzeug

(NEF). Damit wird die Versorgung

der Bevölkerung rund um das LRZ

sicher gestellt.

Im Jahr 2009 wurde mit der umfassenden

Sanierung des LRZ begonnen.

Die ursprüngliche Station befand sich

seit 1976 im Urzustand und war dringend

sanierungsbedürftig. Durch die Modernisierung

wird nicht nur die Betriebssicherheit

erhöht. Man schafft der hoch

motivierten Crew damit ein Arbeitsfeld,

welches die Stationsarbeit erleichtert.

Im Frühjahr 2010 werden die Bauarbeiten

abgeschlossen sein. Dann steht den Besatzungen

ein hochmodernes und sicheres

Luftrettungszentrum zur Verfügung.

» Luftrettungszentrum XXX XXX Bielefeld

Auf dem Foto befinden sich

Bundespolizei Rettungsassistenten

Steinert, Rodja der Berufsfeuerwehr

Niss, Markus

Hofmeister, Jens

Worrech, Jens

Notärztinnen und König, Michael

Notärzte des Klinikum Fortmeier, Dirk

Bielefeld Rosenhöhe Höke, Jörg

Dr. Sondermann- Thoeren, Dirk

Gievert, Annemie Wördemann, Mario

Dr. Bohle, Klaus Brunnert, Ralf

Dr. Willems, Annette Bierstedt, Jörn

Dr. Heymann, Felix Sieg, Thorsten

Hein, Carsten

Klinikum Mitte Budde, Marc

Dr. Brabant, Marcus

Dr. Kirchhoff, Carsten

Dr. Ulonska, Christoph

Dr. Obermann, Carsten

Dr. Malsam, Alexander

Przybysch, Gerd

» Team Luftrettung Christoph 13

vor dem Hangar des Rettungshubschraubers

an der Rosenhöhe»

Löschabteilung Brake

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