Die Stadtbahnlinie U6 zum Fasanenhof SSB unterstützt die Neue ...

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Die Stadtbahnlinie U6 zum Fasanenhof SSB unterstützt die Neue ...

03.2007

Die Stadtbahnlinie U 6 zum Fasanenhof

SSB unterstützt die Neue Messe Stuttgart

50 Jahre Busbetriebshof Sielmingen

Zukunft Dieselbus

Bilanz 2006


Die Stadtbahnlinie U6 zum Fasanenhof

Neben dem Bau der beiden letzten Teilabschnitte

der U15 in Zuffenhausen und

Stammheim hat die SSB ab Herbst diesen

Jahres ein weiteres, großes Stadtbahnbauprojekt

zu bewältigen: Die Verlängerung

der U6 zum Fasanenhof. Nicht nur der Bau

hat es in sich, schon die Planung gestaltete

sich schwierig.

Der Fasanenhof

Der Fasanenhof ist ein typisches Beispiel

einer isolierten Wohnstadt im Grünen. Von

1960 bis 1965 entstand südlich von Möhringen,

zwischen der Autobahn A8 im Süden,

der B27 im Osten und der westlich

des Gebiets verkehrenden Filderbahnstrecke

nach Echterdingen ein Stadtteil aus einem

Guss. Charakteristisch ist die parallele Anordnung

der großen Gebäudezeilen mit

Durchblick in Nord-Süd-Richtung, vermischt

mit Einfamilienhäusern und den

punktuell gesetzten Wohntürmen. Im Innern

durchzieht in West-Ost-Richtung der

Janusz-Korczak-Weg, ein breiter Grünzug,

das Wohngebiet, dem entlang wie ein Gürtel

Schulen, Kindergärten, Kirchen, Pflegestätten

und Einkaufszentrum zugeordnet

sind. Bei Fertigstellung 1966 wohnten hier

knapp 10.000 Bürger, heute sind es noch

6.500 in 2.675 Haushalten.

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Ab 1974 wurde auf der östlichen Seite der

B27 das Gewerbegebiet Fasanenhof Ost angelegt.

Im April 2007 wurde dort der

Grundstein für die EnBW-City gelegt. Auf

dem 35.000 qm großen Gelände entsteht

ein neuer Verwaltungskomplex der Energie

Baden-Württemberg AG für rund 2000 Beschäftigte.

Die Fertigstellung ist Ende

2008/Anfang 2009 angestrebt.

Die Planung der Stadtbahn

Anfang 2001 wurden erste Varianten für

eine Stadtbahnverlängerung zum Fasanenhof

und zur Neuen Messe entwickelt. Zum

ersten Mal in der Planungsgeschichte der

SSB war unter der Leitung der SSB-Tochter

Switch ein projektbegleitender Arbeitskreis

an der Variantenuntersuchung beteiligt.

Somit waren wichtige Entscheidungsträger

wie Zuwendungsgeber, Verband Region

Stuttgart, Landkreis Esslingen, Stadtverwaltung

der Landeshauptstadt, Stadt Leinfelden-Echterdingen,

Flughafen Stuttgart,

Deutsche Bahn und VVS schon frühzeitig

in die Planung eingebunden.

Bei der Abwägung der Vor- und Nachteile

verschiedener Planungsvarianten hat sich

der Aufsichtsrat der SSB am 12.März 2002

für die Südvariante ausgesprochen.

Visualisierung der Haltestelle Eichwiesenring (Blick nach Süden)

Der Ausschuss für Umwelt und Technik hat

mit Beschluss vom 15.Oktober 2002 dem

Antrag auf Erstellung der Planfeststellungsunterlagen

auf Grundlage der Südvariante

zugestimmt. Der Planfeststellungsantrag

wurde im Januar 2004 beim Regierungspräsidium

eingereicht. Im März/April

2004 fand die öffentliche Planauslegung

statt, bei der Einwendungen gegen das

Vorhaben erhoben wurden. Zur Berücksichtigung

der Einwendungen wurde die Planung

geändert. Beispielsweise konnte

durch die freiwillige Aufgabe privater

Stellplätze auf den Bau eines Parkdecks

verzichtet werden und die Verlegung eines

Betriebshofs einer Spedition wurde nicht

mehr notwendig. Am 16.November.2004

wurde die Planung erneut beim Regierungspräsidium

zur Genehmigung eingereicht.

Im Dezember 2005 kam der Planfeststellungsbeschluss,

der sehr strenge Auflagen

zum Schutz der Anwohner vor sogenanntem

sekundären Luftschall (Geräuschentwicklungen

durch Erschütterungen im Tunnel)

enthielt. Diese Auflagen hätten das

Projekt um zwei bis drei Millionen Euro

verteuert. Die SSB klagte daraufhin vor

dem Verwaltungsgerichtshof gegen diesen

Beschluss.


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Nach einer ähnlichen Entscheidung des Gerichtes

in einem Prozess zum Projekt Stuttgart21

erließ das Regierungspräsidium im

September 2006 einen geänderten Planfeststellungsbeschluss–ohne

die strittigen Auflagen.

Parallel zum Planfeststellungsverfahren

wurden die Antragsunterlagen für

den GVFG-Antrag gefertigt und im Januar

2007 beim Innenministerium Baden-Württemberg,

Abteilung Verkehr zur Prüfung

und Bewilligung eingereicht. Die Bewilligung

der Fördermittel wird im Herbst 2007

erwartet.

Verkehrliche Erschließung

Für die innere Verkehrserschließung gibt es

mit der Fasanenhofstraße einen Ring um

den wesentlichen Teil der Siedlung, von

dem aus die einzelnen Quartiere mit Schleifen

oder Stichstraßen erreicht werden. Von

Norden her ist das Wohngebiet über die

Lohäckerstraße zur Verbindung an die Nord-

Süd-Straße und zum Zentrum Möhringens

erschlossen. Hier fährt seit Oktober 1961

die Buslinie 72 als bis heute einziges öffentliches

Verkehrsmittel von und zum

Bahnhof Möhringen. Die nördliche Haupterschließungsstraße,

die Kurt-Schumacher-

Straße, ist einen Kilometer nordöstlich am

Knotenpunkt beim Sternhäule, Plieninger

Straße, mit der B27 verknüpft. Über diese

Spange ist seither auch das Gewerbegebiet

Fasanenhof Ost auf östlicher Seite der B27

zu erreichen. Mit der Eröffnung der Stadtbahn

wird sich die Funktion der Buslinie

72 ändern. Ihre Aufgabe wird dann die ergänzende

Erschließung zwischen der Verknüpfung

Möhringen Bahnhof und der

heutigen Linienführung bis zum Europaplatz

im Fasanenhof sein. Die Parallelbedienung

des Gewerbegebiets entfällt.

Zahlen zur Strecke

Die Neubaustrecke vom Abzweig von der

Linie U5 bis zur vorläufigen Endhaltestelle

Fasanenhof Schelmenwasenstraße ist 2,8

Kilometer lang, 1,1 Kilometer davon sind

Tunnelstrecke.

Übersichtsplan

Über Berg und Tal 03.2007

Die Baukosten sind auf etwa 79,3 Millionen

Euro geschätzt. Die Fahrzeit mit der

Stadtbahn ab Möhringen Bahnhof beträgt

zukünftig sechs Minuten. Bis zum Hauptbahnhof

beträgt die Fahrzeit ab der Endhaltestelle

27 Minuten und ab Europaplatz

24 Minuten. Im Vergleich zur jetzigen Situation

mit der Buslinie 72 und der Stadtbahn

ab Möhringen Bahnhof ist dies eine

Fahrzeitersparnis von neun Minuten.

Verlauf der Strecke

Die Stadtbahnstrecke verlässt die Strecke

der U5 zwischen Freibad und Leinfelden

nach der Haltestelle Möhringen Freibad

erst kurz vor der Autobahn und führt dann

entlang der Böschung des Lärmschutzdammes

zur Autobahn. In diesem Bereich ist

die Trasse oberirdisch und als Rasenbahnkörper

geplant. Vor der Kreuzung mit der

Fasanenhofstraße wird die Trasse über eine

Rampe in Tieflage abgesenkt.

Direkt unter der neuen Brücke Fasanenhofstraße

ist die nach oben geöffnete Haltestelle

Bonhoefferkirche mit Seitenbahnsteigen

vorgesehen. Der Zugang von Westen

und von Osten erfolgt jeweils über Treppenanlagen

und Rampen. Wegen der unmittelbaren

Nähe der Behindertenwohnanlage

Fasanenhof zum östlichen Ende der

Haltestelle werden die Rampen auf der Ostseite

der Haltestelle mit flacherer Neigung

von zirka 4,5 Prozent ausgeführt. Die Erschließung

integriert sich in das Wegesystem

und stellt gleichzeitig die vorhandene

Wegeverbindung im Zuge des Grünzuges

Janusz-Korczak-Weg wieder her. Die Seitenbahnsteige

werden jeweils von den

beidseits geführten behindertengerechten

Fußwegrampen am tiefsten Punkt erschlossen.

Beide Bahnsteige werden zusätzlich

über Treppenanlagen jeweils westlich und

östlich der Straßenbrücke erschlossen. Betriebsräume

und ein Unterwerk sind im

südlichen Brückenwiderlager der Brücke

Fasanenhof untergebracht.

Blick von Süden auf die Haltestelle

Bonhoefferkirche

Der weitere Verlauf der Strecke befindet

sich in der Achse der Grünzäsur des Janusz-Korczak-Wegs.

Dort wird die Trasse

unterirdisch geführt. Diese Lösung ermöglicht

es, den Eingriff in erholungsbedeutsame

Flächen auf ein Mindestmaß zu reduzieren

und gleichzeitig, nach Wiederherstellung

der Parkanlagen, die Fußgängerquerungen

in Ost-West-Richtung, aber

auch die Querverbindungen zwischen dem

südlichen und dem nördlichen Stadtteil

wieder herzustellen. Dieses rund 630 Meter

lange Tunnelstück wird in offener Bauweise

hergestellt und endet direkt vor der

Haltestelle Europaplatz.

Auf Grund der bergmännischen Unterfahrung

des Gebäudes Fasanenhofstraße 17 in

einer Tiefenlage von zirka acht Metern unter

der Gründungssohle wird die Schienenoberkante

im Bereich der Haltestelle Europaplatz

neun bis zehn Meter unter der Geländeoberkante

liegen. Wegen der Tiefe

sind eine Fahrtreppe und ein Aufzug erforderlich.

Damit ist ein behindertengerechter

Zugang auf den Mittelbahnsteig gesichert.

Von Osten ergänzt eine Rampe, die ebenfalls

bedingt durch die Tiefe mit 10 Prozent

relativ steil ist, die zentrale Erschließung

der Haltestelle. In diesem Bereich sind auch

die Betriebsräume untergebracht. Eine begrünte,

leicht gestufte Betonwand als nördliche

Haltestellenbegrenzung ermöglicht eine

großzügige Blickbeziehung zur Geländeoberfläche.

Die südliche Stützmauer ist aus

Platzgründen und zur Minimierung der

Eingriffe in Privatgrundstücke senkrecht

ausgeführt, erhält jedoch eine durch Lisenen

gestaltete Ausformung und eine

Metallgitterverkleidung.

Im Osten schließt unmittelbar an die Haltestelle

der Tunnel in bergmännischer Bauweise

an. Der Vortrieb des in Spritzbetonbauweise

aufzufahrenden Tunnels kann mit

einem Tunnelausbruchbagger bewältigt

werden.


Harte Gesteinszonen können durch den

Einsatz eines Hydraulikmeißels ausgebrochen

werden. Vereinzelt können Sprengarbeiten

erforderlich werden. Eine besondere

Herausforderung an die Mineure stellt die

Unterfahrung des mehrstöckigen Wohngebäudes

Fasanenhofstraße 17, der Bundesstraße

27 und des Büro- und Lagergebäudes

Eichwiesenring 2 dar. Die Abstände

zwischen der Oberkante der Spritzbetonschale

und der Fundamentunterkante bzw.

der Geländeoberfläche betragen im Falle

der Unterfahrung des Gebäudes im Eichwiesenring

etwa zwischen 5,9 und 8,5 Meter,

im Bereich der Unterfahrung der B27 im

Mittel zirka 8,3 Meter und unter dem Gebäude

in der Fasanenhofstraße etwa zwischen

8,2 und 8,8 Meter.

Im Anschluss an den bergmännischen Tunnel

befindet sich die Haltestelle Eichwiesenring.

Die Haltestelle liegt in Tieflage auf

der Ostseite des Mittelstreifen der Schelmenwasenstraße.

Das östliche Gleis (stadteinwärts)

liegt unter der östlichen Fahrbahn

der Schelmenwasenstraße, das westliche

Gleis (stadtauswärts) unter der Lkw-

Abstellfläche der Spedition Grüne Radler

dennoch ist auch diese Haltestelle nach

oben geöffnet. Über ein 4,35 Meter breites

Lichtband über die gesamte Bahnsteiglänge

wird die Haltestelle natürlich belichtet.

Die Erschließung des Mittelbahnsteigs erfolgt

sowohl von nördlicher als auch von

südlicher Richtung über einen Treppenaufgang.

Am nördlichen Zugang befindet sich

zusätzlich eine Aufzugsanlage, wodurch

ein barrierefreier Zugang ermöglicht wird.

Die Betriebsräume befinden sich jeweils

unter den Treppenaufgängen.

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Der Tunnel bis zur Rampe nach der Haltestelle

Eichwiesenring wird in offener Bauweise

erstellt und die Straßenquerung Eichwiesenring

kreuzungsfrei unterfahren. Über

die Tunnelrampe führt die Trasse wieder an

die Oberfläche und auf dem östlichen Teil

des Mittelstreifens der Schelmenwasenstraße

als Rasenbahnkörper weiter bis zum Südende

des Gewerbegebiets Fasanenhof Ost.

Drei Konfliktpunkte waren bis zur Endhaltestelle

Fasanenhof Schelmenwasenstraße

zu lösen. Eine längs der Bahntrasse verlaufende

220-kV-Freileitung der EnBW muss

angehoben und Ersatzparkplätze für 386

entfallende private Pkw-Stellplätze und für

20 Lkws einer Speditionsfirma müssen geschaffen

werden.

Eine Aufstockung der zwei vorhandenen

Masten der Freileitung kam nicht in Frage,

da trotz denkbarer Aufstockung der Durchhang

der Leiterseile für Arbeitshöhe und

Sicherheitsabstand nicht genügt. Das Ergebnis

der Untersuchung der EnBW ist eine

Anhebung der Stromleitung durch drei

neue höhere Masten.

Der Mittelstreifen der Schelmenwasenstraße,

auf dem sich die privaten Stellplätze

befinden, ist als anrechenbare gewerbliche

Baufläche zu Gunsten der privaten Stammgrundstücke

rechts und links der Schelmenwasenstraße

festgesetzt, das heißt, die

Quadratmeter-Größe der Grundstücke kann

nicht verändert werden, da sonst ein Konflikt

mit dem bestehenden Baurecht entsteht.

Die neue Parkierungsregelung erfordert

aber eine Neuordnung der Grundstückszuteilung,

die nur durch die Einbeziehung

anteiliger Flächen am Stadtbahnkörper

und an Grünflächen vollständig

ausgeglichen werden kann.

Die Nutzung privater Flächen für den Betrieb

der Stadtbahn wird in privaten Verträgen

als Grunddienstbarkeit zu Gunsten

der SSB und der Stadt dinglich gesichert.

Damit alle Pkw-Abstellplätze wieder hergestellt

werden können, musste die Anordnung

aller Stellplätze von Schrägaufstellung

in Senkrechtaufstellung geändert werden.

Nur durch diese geänderte Anordnung

der Stellplätze konnten die notwendigen

Flächen für einen Ausgleich aller privaten

386 Pkw-Stellplätze geschaffen werden.

Die neue Lkw-Abstellfläche befindet sich

größtenteils auf der Restfläche des heutigen

Speditionshofs. Die Fläche wird zwar

schmaler, aber entsprechend nach Norden

verlängert, damit auch hier ein vollständiger

Flächenausgleich gewährleistet ist.

Die Haltestelle am Ende des Gewerbegebiets

ist die vorläufige Endhaltestelle Fasanenhof

Schelmenwasen. Die Haltestelle

wird als Mittelbahnsteig angelegt und erhält

behindertengerechte Zugänge. Am Ende

der Haltestelle ist eine Personaltoilette

vorgesehen. Der Fahrtrichtungswechsel erfolgt

über zwei vor der Haltestelle befindliche

Gleiswechsel. Die Höhenlage der Gleise

ist auf eine Weiterführung der Trasse nach

Echterdingen und zur Neuen Messe festgelegt.

Naturschutz

Grundsätzlich besteht bei Bauvorhaben

das Gebot zur Vermeidung bzw. Minimierung

erheblicher Eingriffe in Natur und

Landschaft durch den Bau der Stadtbahn.

links: Ansicht von Osten (Blickrichtung stadtauswärts)

in die Haltestelle Bonhoefferkirche

rechts: Perspektive von Süden auf die Haltestelle Europaplatz


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Durch den Bau des Stadtbahntunnels im

Janusz-Korzcak-Weg müssen 452 Bäume

gefällt werden. Als Ausgleich dafür wurde

im Landschaftspflegerischen Begleitplan

festgelegt, dass 862 Bäume gepflanzt, geschützt

und gepflegt werden müssen.

Baudurchführung

Das Ziel, die U6 im Sommer 2010 bis zur

Haltestelle Fasanenhof Schelmenwasen

fahren zu lassen, erfordert in der Baudurchführung

einen nicht unerheblichen Aufwand.

Um die eigentliche Baumaßnahme

möglichst störungsfrei durchführen zu

können, werden zwei Bereiche in Abstimmung

mit dem Zuschussgeber vorab ausgeführt:

Die Tunnelstrecke im Janusz-Korczak-Weg

kreuzt zwei Kanäle, die so umgelegt werden,

dass sie über den tiefer liegenden

Tunnel unmittelbar an der Haltestelle Europaplatz

geführt werden können. Diese Baumaßnahme

wird zur Zeit durchgeführt.

Die Masten der 220-kV-Hochspannungsleitung

im Schelmenwasen müssen erhöht

werden, damit zukünftig ein ausreichender

Abstand zwischen unserer Oberleitung und

der Starkstromleitung besteht. Die EnBW

ist zur Zeit bei der Planung des Umbaus,

dieser soll im Oktober dieses Jahres erfolgen.

Hauptbaumaßnahme Tunnelbau

In der Hauptbaumaßnahme, die Ende Oktober

startet, wird parallel zum Bau des bergmännischen

Tunnels, der von einer Startbaugrube

im Bereich der zukünftigen Haltestelle

Eichwiesenring aus erschlossen

wird, auch der Tunnel in offener Bauweise

hergestellt. Um auch hier die Bauzeit so

gering wie möglich zu halten, beginnen die

Bauarbeiten parallel an den Haltestellen

Bonhoefferkirche und Europaplatz. Weiterhin

wird vom Europaplatz aus der Tunnel

in offener Bauweise auch in Richtung

Osten hergestellt und trifft dann im Spätsommer

2008 auf den Tunnel in der bergmännischen

Bauweise. Bis Ende des Jahres

2008 wird auch der Aushub und der Verbau

der beiden Rampen fertiggestellt sein,

so dass dann bis Mai 2009 die Betonierarbeiten

des Rohbaus abgeschlossen werden

können.

Über Berg und Tal 03.2007

Begleitende Arbeiten

Gleichzeitig zu dem Rohbau des Tunnels

werden noch im Jahr 2008 sämtliche Parkplätze

im Mittelstreifen der Schelmenwasenstraße

neu hergestellt, um Platz für die

Stadtbahntrasse zu schaffen. Weiterhin

wird im westlichen Teil der Strecke der

Unterbau hergestellt, zwei Bäche im Bereich

zwischen Abzweig aus der U5 und

dem Wohngebiet werden verdohlt sowie eine

kleine Stützwand im Bereich des Ehrlichweges

erstellt.

Gleisbau

Die Gleisbauarbeiten werden in zwei Teilen

durchgeführt: Im Jahr 2008 werden die

oberirdischen Bereiche vom Abzweig an

der U5 bis zur Rampe an der Haltestelle

Bonhoefferkirche sowie vom Ende der

Rampe im Schelmenwasen bis zur Endhaltestelle

fertiggestellt. Im Jahr 2009 können

dann die Gleise im unterirdischen Bereich

verlegt werden.

Ausbau

Im Anschluss an die Rohbauarbeiten erfolgt

der Ausbau der Haltestellen und der

Tunnel. In allen drei tiefliegenden Haltestellen

werden Betriebsräume eingerichtet.

Die Zugänge zu den Haltestellen, die Bahnsteige,

aber auch die Wege und Grünflächen

oberhalb des Tunnels werden in offener

Bauweise hergestellt. Für diese Arbeiten

ist ein Jahr vorgesehen. Und zu guter

Letzt ist noch rund ein Monat für Testfahrten,

Abnahmen und die Inbetriebnahme

eingeplant, um dann im Sommer 2010 den

planmäßigen Fahrbetrieb aufnehmen zu

können.

Am Rande

Mit dem Bauen allein ist es natürlich nicht

getan. Die Herstellung des Tunnels mitten

durch das Wohngebiet Fasanenhof erfordert

einen nicht unerheblichen Aufwand

zum Lärm- und Erschütterungsschutz: Zunächst

werden links und rechts der Trasse

Bohrpfähle hergestellt, die, mit Spritzbeton

ausgefacht, später das Grundgerüst für die

Tunnelwände bilden werden. Diese Pfähle

dienen oberhalb der Geländeoberfläche als

Träger für eine bauzeitliche Lärmschutzwand.

Das Bohrgerät selbst wird von einer mobilen

Lärmschutzwand begleitet, um den

Hauptlärmverursacher möglichst direkt abzukapseln.

Darüber hinaus wurde der Bauablauf

in Lärmausbreitungsprogrammen simuliert;

die daraus resultierenden Prognosen

haben bereits im Vorfeld zu einer Änderung

des Bauablaufs geführt: Um Lärmspitzen

zu vermeiden, erfolgt der Abbruch

der bestehenden Brücke an der Bonhoefferkirche

nun nicht mehr zeitgleich zu den

Bohrarbeiten in diesem Bereich; ebenso

wurden Aushub- und Transportarbeiten in

punkto Lärmschutz optimiert.

Der Tunnel in bergmännischer Bauweise

wird durch Erschütterungsmessungen begleitet,

vorrangig natürlich in den beiden

zu unterfahrenen Gebäuden Fasanenhof 17

und Eichwiesenring 2. Durch diese baubegleitenden

Messungen kann der Vortrieb

bei Bedarf rechtzeitig modifiziert werden,

um Belästigungen in den Gebäuden zu vermeiden.

Generell wird entlang der gesamten

Strecke von einem unabhängigen Büro

ein Beweissicherungsgutachten erstellt, etwaige

Bauschäden können so eindeutig beziffert

werden.

Text: Bruno Schwarz, Karsten Schmeding, Dr. Volker Christiani

Planung: Bruno Schwarz, Christoph Schmid

Pläne: Corinna Müller, Zoller Architekten

Visualisierung: Manuel Deuschle–3D-Animation, Digitale

Medien

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