Jugendarbeitsschutz Informationen für Jugendliche bis 18 Jahre

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Jugendarbeitsschutz Informationen für Jugendliche bis 18 Jahre

JugendarbeitsschutzInformationen fürJugendliche bis 18 JahreSECO | Arbeitsbedingungen | Publikation


2Herausgeber:SECO, Arbeitsbedingungen, 3003 Bernwww.seco.admin.chText:Thomas Bertschy, SECORedaktion:Maja Walder, SECOGestaltung:Michèle Petter Sakthivel, BernFotos:Flickr.comVertrieb:BBL, Bundesamt für Bauten und Logistik, 3003 BernBestellnummer: 710.063.d10.08 10’000 860210189


Inhalt31. Zweck der Broschüre 42. Rechtsgrundlagen des Jugendarbeitsschutzes 53. Verbotene Arbeiten und Beschäftigungseinschränkungen 63.1 Gefährliche Arbeiten 63.2 Weitere Beschäftigungsverbote und -einschränkungen 64. Altersgrenzen und Arbeitszeiten 74.1 Grundsatz: Beschäftigung erst ab 15 Jahren 74.2 Ausnahmen: Beschäftigung vor dem 15. Geburtstag 84.3 Besonderheiten für Lernende 94.4 Überblick 10 –115. Nacht- und Sonntagsarbeit 125.1 Grundsätze 125.2 Weitere Bestimmungen zur Nachtarbeit 125.3 Weitere Bestimmungen zur Sonntagsarbeit 136. Pflichten des Arbeitgebers 147. Weiterführende Informationen 15


4l. Zweck der BroschüreDie vorliegende Broschüre gibt Auskunftüber die wesentlichen Sonderbestimmungenzum Schutz der jugendlichen Arbeitnehmendengemäss Arbeitsgesetz undJugendarbeitsschutzverordnung. Sie soll dieJugendlichen auf möglichst einfache Artund Weise informieren und Antworten vorallem auf folgende Fragen geben:• Für wen gilt das Arbeitsgesetz? Gibt esnoch andere Gesetze?• Gibt es Arbeiten, die für Jugendlicheverboten sind?• Welche Altersgrenzen und Arbeitszeitensind bei der Beschäftigung Jugendlicherzu berücksichtigen?• Darf in der Nacht und am Sonntag gearbeitetwerden?• Welche besonderen Pflichten hat derArbeitgeber, wenn er Jugendliche beschäftigt?


2. Rechtsgrundlagen desJugendarbeitsschutzes5Das Arbeitsgesetz und seine Verordnungenenthalten besondere Vorschriften zum Schutzvon jugendlichen Arbeitnehmerinnen undArbeitnehmern.Als «jugendlich» gelten Arbeitnehmendeab der Geburt bis zum 18. Geburtstag.Von den Sonderschutzvorschriften nachArbeitsgesetz werden Jugendliche erfasst,die in der Lehre sind, aber auch Jugendliche,die ausserhalb einer Lehre beschäftigtwerden (Ferienjobs, Schnupperlehrenoder Aufbesserung des Taschengeldes inder Freizeit). Dabei ist jedoch zu beachten,dass das Arbeitsgesetz – und damitauch seine Bestimmungen zum besonderenSchutz der Jugendlichen – nicht füralle Personen und Betriebe gilt.Zwar fallen in der Praxis die meisten arbeitendenJugendlichen in der Schweizunter den Schutz des Arbeitsgesetzes, esgibt aber auch jugendliche Arbeitnehmende,die nicht oder nur zum Teil vomArbeitsgesetz erfasst werden. Für dieseJugendlichen gelten andere Vorschriften(z.B. Arbeitszeitgesetz, Bundespersonalgesetzetc.).Beispiele:• Auf einen Jugendlichen, der in einerSchreinerei eine Lehre macht, ist dasArbeitsgesetz voll und ganz anwendbar.• Auf eine jugendliche Lernende bei derSBB ist nicht das Arbeitsgesetz, sonderndas Arbeitszeitgesetz anwendbar.• Auf eine Jugendliche, die in der Bundesverwaltungdie Lehre macht, ist das Arbeitsgesetznur zum Teil anwendbar.Für sie gilt hinsichtlich der zulässigenArbeits- und Ruhezeiten das Bundespersonalgesetz.Hingegen ist hinsichtlichdem Gesundheitsschutz das Arbeitsgesetzwieder anwendbar (z.B. Schutz vorLärm, ausreichend beleuchtete Räumeetc.).• Für jugendliche Landwirte gilt einzig diearbeitsgesetzliche Bestimmung über dasMindestalter. Das heisst: sie dürfen imAllgemeinen nicht vor dem 15. Altersjahrberuflich tätig werden.In der vorliegenden Broschüre werdennachfolgend nur die Aspekte des Arbeitsgesetzesdargestellt. Bestehen Zweifel, obdas Arbeitsgesetz oder andere Gesetzezur Anwendung gelangen, so kann beimArbeitgeber, beim kantonalen Arbeitsinspektoratoder beim SECO nachgefragtwerden.


63. Verbotene Arbeiten undBeschäftigungseinschränkungen3.1 Gefährliche ArbeitenGefährliche Arbeiten sind für Jugendlichegrundsätzlich verboten.Gefährliche Arbeiten sind Arbeiten, dieihrer Natur nach oder aufgrund der Umstände,unter denen sie verrichtet werden,die Gesundheit, die Sicherheit und die persönlicheEntwicklung der Jugendlichen beeinträchtigenkönnen.Welche Arbeiten als gefährlich für Jugendlichegelten, wird vom EidgenössischenVolkswirtschaftsdepartement ineiner Verordnung 1 festgelegt.Beispiele:• Arbeiten mit gesundheitsgefährdendenChemikalien;• Arbeiten bei gehörgefährdendem Lärm;• Arbeiten mit Maschinen mit einem hohenUnfallrisiko (z.B. Gabelstapler).Ausnahmen vom BeschäftigungsverbotDas Bundesamt für Berufsbildung undTechnologie (BBT) kann mit Zustimmung desSECO die Beschäftigung Jugendlicher ab16 Jahren für gefährliche Arbeiten vorsehen,sofern dies für die Berufsbildung unentbehrlichist.Beispiel:• Lernende Chemie- und PharmatechnologInnendürfen, entsprechend ihremAusbildungsstand und sofern sie angemessenangeleitet und beaufsichtigt werden,Arbeiten mit Explosions- oder Vergiftungsgefahrausüben.Zudem kann in Ausnahmefällen dasSECO Einzelfallbewilligungen für gefährlicheArbeiten erteilen.3.2 Weitere Beschäftigungsverboteund -einschränkungenFür alle jugendlichen Arbeitnehmenden istdie Bedienung von Gästen in Betrieben derUnterhaltung wie Nachtlokalen, Dancings,Diskotheken und Barbetrieben verboten.Jugendliche unter 16 Jahren dürfen in Hotels,Restaurants und Cafés keine Gästebedienen, ausser im Rahmen der Lehreoder einer Schnupperlehre.Jugendliche unter 16 Jahren dürfen auchnicht beschäftigt werden in Kinos, Zirkussenund Schaustellerbetrieben. Dies betrifftdie Tätigkeiten nichtkünstlerischer Natur(z.B. Billettverkauf im Kino; Mitarbeit beimAufbau eines Zirkuszeltes).1 Verordnung des EVD über gefährliche Arbeiten fürJugendliche.


4. Altersgrenzen und Arbeitszeiten74.1 Grundsatz: Beschäftigungerst ab 15 JahrenVor dem 15. Geburtstag ist eine BeschäftigungJugendlicher grundsätzlich verboten.Die tägliche Höchstarbeitszeit für schulentlasseneJugendliche ab dem 15. Geburtstagdarf diejenige der andern im Betriebbeschäftigten Arbeitnehmenden nichtüberschreiten und höchstens 9 Stunden betragen.Beispiele:• Wenn in einem Betrieb die erwachsenenArbeitnehmenden eine tägliche Arbeitszeitvon höchstens 81/2 Stunden haben,so dürfen die jugendlichen Arbeitnehmendenauch höchstens 81/2 Stundenarbeiten.• Wenn für die erwachsenen Arbeitnehmendeneine tägliche Höchstarbeitszeitvon 10 Stunden gilt, so dürfen die jugendlichenArbeitnehmenden höchstens9 Stunden arbeiten.Jugendliche bis zum 16. Geburtstag dürfenhöchstens bis 20 Uhr und Jugendlicheab 16 Jahren höchstens bis 22.00 Uhr beschäftigtwerden.• 1/4 Stunde bei einer Arbeitszeit vonmehr als 51/2 Stunden• 1/2 Stunde bei einer Arbeitszeit vonmehr als 7 Stunden.Die Tagesarbeit der Jugendlichen muss –mit Einschluss der Pausen – innerhalb einesZeitraumes von 12 Stunden liegen (z.B.07.00 Uhr bis 19.00 Uhr). Es ist zudemeine zusammenhängende tägliche Ruhezeitvon mindestens 12 Stunden zu gewähren.Beispiel:• Wenn die Tagesarbeit am Montag um19.00 Uhr endet, so wäre ein Arbeitsbeginnam Dienstagmorgen bereits um06.00 Uhr unzulässig (nur 11 statt dergeforderten 12 Stunden Ruhezeit).Ab dem 18. Geburtstag fallen Arbeitnehmerinnenund Arbeitnehmer – auch wennsie noch in der Lehre sind – nicht mehr unterdie Sonderschutzbestimmungen desArbeitsgesetzes und der Jugendarbeitsschutzverordnung.Für sie gelten die übrigenSchutzbestimmungen des Arbeitsgesetzesund des Verordnungsrechts.Für Jugendliche gelten die gleichen Pausenwie für Erwachsene: Die Arbeit muss umdie Mitte der Arbeitszeit durch Pausen vonfolgender Mindestdauer unterbrochen werden:


84. Altersgrenzen und Arbeitszeiten4.2 Ausnahmen: Beschäftigungvor dem 15. GeburtstagAb 13 Jahren: Leichte ArbeitenAb dem 13. Altersjahr dürfen Jugendlicheleichte Arbeiten ausführen. Damit sindz.B. kleine Erledigungen, Ferienjobs undSchnupperlehren gemeint. Die leichtenArbeiten dürfen keinen negativen Einflussauf die Gesundheit, die Sicherheit unddie Entwicklung der Jugendlichen habenund weder den Schulbesuch noch dieSchulleistung beeinträchtigen. Was dieleichte Arbeit von einer «normalen» odergefährlichen Tätigkeit unterscheidet, ist dieArt der Arbeit und die Bedingungen, unterdenen sie ausgeführt wird (Arbeitszeiten,Häufigkeit usw.). Es ist hier in der Verantwortungder Eltern und des Arbeitgebers,die Jugendlichen nicht zu überfordern undim Zweifelsfall eine Beschäftigung zu verbieten.Unterscheidung im Einzelfall am Beispiel«Prospekteverteilen» in der Freizeit:• Leichte Arbeit: Ein 14-jähriger Jugendlicherverteilt 1x pro Woche nach derSchule einige Flugblätter im Quartier. Erhat in der Schule keine Probleme und istkörperlich fit.


9• Keine leichte Arbeit: Ein 14-jähriger Jugendlicherverteilt jeden Morgen vor derSchule Prospekte in schweren Kisten.Er hat Probleme mit dem Rücken undSchwierigkeiten in der Schule.Während der Schulzeit darf eine leichteArbeit höchstens 3 Std. pro Tag und 9 Std.pro Woche dauern.Während den Schulferien ist die Beschäftigungwährend der halben Dauer derFerien und an höchstens 8 Stunden proTag und 40 Stunden pro Woche – jeweilszwischen 6 und 18 Uhr – zugelassen. Imgleichen Umfang zugelassen sind auchSchnupperlehren. Eine einzelne Schnupperlehredarf aber nicht mehr als zweiWochen dauern.Kulturelle, künstlerische und sportlicheDarbietungen sowie WerbungDie Beschäftigung Jugendlicher unter 15Jahren ist zulässig bei kulturellen, künstlerischenund sportlichen Darbietungen sowiein der Werbung, sofern sie keinen negativenEinfluss auf die Gesundheit, dieSicherheit und die Entwicklung der Jugendlichenhat und weder den Schulbesuch nochdie Schulleistung beeinträchtigt.Beispiele:• Die entgeltliche Beschäftigung Jugendlicherals Schauspieler in einem Berufstheateroder im Rahmen einer Filmproduktion,als Artist im Zirkus oder zuWerbezwecken (bspw. für Kinderspielzeugoder für Windeln).Der Arbeitgeber muss solche Beschäftigungenden zuständigen kantonalen Behördenmindestens 14 Tage im Vorausmelden. Tätigkeiten in einem Sportverein,in einem Laientheater usw. müssen abernicht gemeldet werden.Die Beschäftigung Jugendlicher unter 13Jahren bei kulturellen, künstlerischen undsportlichen Darbietungen sowie in derWerbung darf höchstens 3 Stunden proTag und 9 Stunden pro Woche dauern. Fürschulpflichtige Jugendliche ab 13 Jahrengelten die gleichen Arbeitszeiten wie beiden leichten Arbeiten.4.3 Besonderheiten für LernendeIm Prinzip dürfen Jugendliche erst ab dem15. Geburtstag die Lehre beginnen und esgelten die oben (Ziff. 4.1) erwähnten Arbeitszeiten.Vor Berufsschultagen oder überbetrieblichenKursen dürfen Jugendlichezudem längstens bis 20 Uhr beschäftigtwerden.Wenn Jugendliche aber vorzeitig aus derSchule entlassen werden, so können sie miteiner Bewilligung der kantonalen Behördebereits ab 14 Jahren die Lehre beginnen.Vor Beginn der Lehre ist zudem ein ärztlichesZeugnis einzuholen.


104. Altersgrenzen und Arbeitszeiten4.4 ÜberblickAlterErlaubte Tätigkeiten15 – 18 JahreGenerelle Beschäftigung schulentlassenerJugendlicher* innerhalb oder ausserhalb der Lehreab 13 JahrenLeichte Arbeiten(z.B. Ferienjobs, Schnupperlehren, kleineErledigungen)0 – 15 JahreKulturelle, künstlerische und sportlicheDarbietungen sowie Werbung Meldepflicht des Arbeitgebers* Zu beachten sind aber in jedem Fall die Beschäftigungsverbote bzw. -einschränkungen für folgende Tätigkeiten:von Gästen in Hotels, Restaurants und Cafés; Beschäftigung in Kinos, Zirkussen und Schaustellerbetrieben.


11Tägliche und wöchentliche HöchstarbeitszeitBesonderheitenTägliche Arbeitszeit:Nicht länger als die andern im Betriebbeschäftigten Arbeitnehmenden;höchstens 9 Std. pro Tag• Bis 16 Jahre: Maximal bis 20 Uhr• Ab 16 Jahre: Maximal bis 22 Uhr• Vor Berufsschultagen: Maximal bis20 Uhr• Mindestens 12 Std. Ruhezeit pro Tag• 45 bzw. 50 Std. wöchentliche HöchstarbeitszeitBei vorzeitiger Schulentlassung:Beginn der Lehre mit Bewilligung derkantonalen Behörde bereits ab14 Jahren möglich.• Während der Schulzeit: 3 Stundenpro Tag, 9 Stunden pro Woche• In den Ferien und in Berufswahlpraktika:- 8 Stunden pro Tag, 40 Stunden proWoche, jeweils zwischen 6 und 18 Uhr- Max. die halbe Dauer der Schulferien- Berufswahlpraktika max. 2 WochenDie Beschäftigung darf keinen negativenEinfluss auf die Gesundheit, dieSicherheit und die Entwicklung derJugendlichen haben und weder denSchulbesuch noch die Schulleistungbeeinträchtigen.bis 13 Jahre:3 Stunden pro Tag, 9 Stunden pro WocheSchulpflichtige Jugendliche ab 13 Jahren:• Während der Schulzeit:3 Stunden pro Tag, 9 Stunden pro Woche• In den Ferien:- 8 Stunden pro Tag, 40 Stunden proWoche, jeweils zwischen 6 und 18 Uhr- Max. die halbe Dauer der SchulferienDie Beschäftigung darf keinen negativenEinfluss auf die Gesundheit, dieSicherheit und die Entwicklung derJugendlichen haben und weder denSchulbesuch noch die Schulleistungbeeinträchtigen.Gefährliche Arbeiten; Bedienung von Gästen in Nachtlokalen, Dancings, Diskotheken und Barbetrieben; Bedienung


125. Nacht- und Sonntagsarbeit5.1 GrundsätzeNacht- und Sonntagsarbeit sind für Jugendlicheverboten.Bestimmte Berufe sind jedoch zur Erreichungder Ausbildungsziele der Lernendenoffensichtlich auf Nacht- oder Sonntagsarbeitangewiesen (z.B. Bäckerlernendeoder Lernende im Gesundheitswesen).Diese Berufe sind in der Verordnungdes EVD über die Ausnahmen vom Verbotvon Nacht- und Sonntagsarbeit währendder beruflichen Grundbildung aufgeführt.Für sie ist die Beschäftigung in der Nachtoder am Sonntag im in der Verordnungfestgelegten Umfang ohne Bewilligung zulässig.Beispiel für die Befreiung von der Bewilligungspflicht:Bäckerlernende dürfen folgendermassenohne Bewilligung in der Nacht und amSonntag beschäftigt werden:• Nachtarbeit: Ab dem 16. Geburtstaghöchstens 5 Nächte pro Woche ab 4 Uhr(vor Sonn- und Feiertagen ab 3 Uhr)und ab dem 17. Geburtstag höchstens5 Nächte pro Woche ab 3 Uhr (vor SonnundFeiertagen ab 2 Uhr)• Sonntagsarbeit: Ab dem 16. Geburtstaghöchstens 1 Sonntag pro Monat und abdem17. Geburtstag höchstens 2 Sonntagepro Monat.Für die Beschäftigung von Jugendlichen inder Nacht oder am Sonntag in Berufen,die nicht in der EVD-Verordnung aufgeführtsind, braucht es eine Bewilligung.5.2 Weitere Bestimmungen zurNachtarbeitJugendlichen, die 25 oder mehr Nächtepro Kalenderjahr in der Nacht arbeiten,ist ein 10-Prozent-Zeitzuschlag zu entrichten.Jugendlichen, die weniger als 25Nächte pro Kalenderjahr in der Nacht arbeiten,haben Anspruch auf einen Lohnzuschlagvon mindestens 25 Prozent.Der im Betrieb festgelegte Beginn der Tagesarbeitgilt auch für Jugendliche (5, 6oder 7 Uhr). Wenn somit der Beginn derbetrieblichen Tagesarbeit auf 5 Uhr festgelegtwird, so gilt die Stunde zwischen 5und 6 Uhr auch für Jugendliche nicht alsNachtarbeit. Dagegen gilt die Zeit ab 22Uhr für Jugendliche in jedem Fall alsNachtarbeit. Jugendliche dürfen zudemvor Berufsschultagen oder überbetrieblichenKursen längstens bis 20 Uhr beschäftigtwerden.


135.3 Weitere Bestimmungen zurSonntagsarbeitIn folgenden Fällen ist die BeschäftigungJugendlicher ab 16 Jahren am Sonntagauch ausserhalb der beruflichen Grundbildungzulässig:Jugendliche ausserhalb der LehreDie Beschäftigung an Sonntagen kann inden Branchen, die das EVD in seiner Verordnungbezeichnet, auch für Jugendlicheohne berufliche Grundbildung bewilligtwerden. Die Anzahl zulässiger Sonntageist für Jugendliche ausserhalb der beruflichenGrundbildung dieselbe wie für dieLernenden. benötigt Bewilligung.Betriebe in FremdenverkehrsgebietenBetriebe in Fremdenverkehrsgebieten dürfenJugendliche ausserhalb der Berufsbildungohne Bewilligung an 26 Sonntagenpro Kalenderjahr beschäftigen. Die Sonntagekönnen unregelmässig auf das Jahrverteilt werden. zulässig ohne Bewilligung. gilt nur für Jugendliche ohne Lehre.Schülerinnen und SchülerDie Beschäftigung von schulentlassenenJugendlichen (z.B. Mittelschüler und Mittelschülerinnen)an Sonntagen kann in denBranchen, die das EVD in seiner Verordnungbezeichnet, bewilligt werden. DieSchülerinnen und Schüler dürfen höchstensjeden zweiten Sonntag arbeiten. benötigt Bewilligung.


146. Pflichten des ArbeitgebersDer Arbeitgeber hat auf die Gesundheitder Jugendlichen Rücksicht zu nehmen unddarauf zu achten, dass die Jugendlichennicht überanstrengt werden. Dabei hat erzu berücksichtigen, dass Jugendliche nochwenig Erfahrung haben, ihr Bewusstseinfür Gefahren noch nicht vollständig ausgebildetist und sie weniger leistungsfähigsind als Erwachsene.Der Arbeitgeber muss dafür sorgen, dassdie Jugendlichen in seinem Betrieb in Bezugauf Sicherheit und Gesundheitsschutzam Arbeitsplatz von einer erwachsenenPerson ausreichend und angemessen informiertund angeleitet werden. Er mussden Jugendlichen entsprechende Vorschriftenund Empfehlungen nach Eintritt in denBetrieb abgeben und erklären. Zudemmuss er die Eltern der Jugendlichen überdie Arbeitsbedingungen, über möglicheGefahren und die zu treffenden Schutzmassnahmeninformieren.Erleidet ein jugendlicher Arbeitnehmereinen Unfall, erkrankt er akut oder ist ergesundheitlich oder sittlich gefährdet, somuss der Arbeitgeber die Eltern bzw. denVormund benachrichtigen.


7. WeiterführendeInformationen15www.seco.admin.ch(Themen Arbeit Arbeitnehmerschutzallgemein)www.arbeitsinspektorat.ch


SECO | Direktion für Arbeit | ArbeitsbedingungenEffingerstrasse 31–35 | 3003 Berne-mail | ab.sekretariat@seco.admin.chwww.seco.admin.chEidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement

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