inhalt Scania bewegt 2.2012 6 - scania.at

scania.at

inhalt Scania bewegt 2.2012 6 - scania.at

FAHRZEUGE | DIENSTLEISTUNGEN | TRENDS 2.2012 WWW.SCANIA.AT

günther goLdinger

Die Show

kann

beginnen

Windkanal

Luftströme aus

dem Computer

Seite 24

BEWEGT

#2

es ist so weit:

Yetd-finaLe

in österreiCh

Seite 14

fahrer im

mittelpunkt

Gesund und sicher

unterwegs

Seite 20

Porträt

KartoffeLn

von dorfinger

Seite 10


Ladungssicherungssysteme

auf höchstem Qualitätsniveau!

Ob Standard-Zurrgurte

oder individuelle Lösungen -

bei uns sind Sie richtig!

Patentiertes Ladungssicherungssystem für

Oktabin / Oktainer

Individuelle Ladungssicherungsnetze

ZURRpack GmbH

Zurrgurte und Hebegurte

Hermann-Köhl-Str. 2 . D-89160 Dornstadt bei Ulm

Tel. 0049 (0)7348 200 50 . Fax 0049 (0)7348 200 555

www.zurrpack.eu . info@zurrpack.eu

Offi zieller Partner

ISO zertifi ziert

Nach EN

hergestellt


inhalt

Scania bewegt 2.2012

6 Killer aus Leobersdorf

Das Thema Berufskraftfahrer-Weiterbildung sieht der

Entsorgungsfachbetrieb Killer gelassen. Alle Mitarbeiter

haben die nötigen Schulungen schon rechtzeitig besucht.

8 Leimer Entsorgung

In seinem Maturaprojekt untersucht Thomas Leimer mit

fünf Mitschülern den elterlichen Entsorgungsbetrieb.

16 Engl Gütertransporte

Chef Peter Engl macht sein Hobby im wahrsten Sinn des

Wortes zum Beruf. Der Sammler kauft nach dem Scania

Modell meist auch das 1 : 1-Vorbild für sein Unternehmen.

Außerdem

Nachrichten: Das Neueste aus der Scania Welt. Seite 4

Porträt: Pöttinger transportiert Landmaschinen. Seite 18

Porträt: Scania Filiale St. Pölten. Seite 23

Service: Club und Scania Parts. Seite 26

8

6

16

Editorial

Scania unterstützt Sie auf

dem Weg zu niedrigem

Kraftstoffverbrauch.“

Björn Speer,

Direktor Scania Österreich

liebe leserinnen und liebe leser,

dIe horreNd SteIgeNdeN treIbStoffpreISe in jüngster Vergangenheit

dominieren die Presse und belasten unsere Geldtaschen und

Betriebsergebnisse in außergewöhnlicher Art und Weise.

SCANIA bIetet als verlässlicher Partner an Ihrer Seite gezielt Möglichkeiten,

um Ihren Treibstoffkonsum zu reduzieren. Die im Dezember

2011 vorgestellte vorausschauende Geschwindigkeitsregelung, Scania

Active Prediction, berechnet bereits im Vorhinein die topografische

Beschaffenheit der Strecke und passt die Fahrzeuggeschwindigkeit

automatisch an, nutzt die Masse eines Lkw und spart so bis zu drei

Prozent Diesel.

AuCh mIt eColutIoN by SCANIA haben wir für Sie eine Lösung

geschaffen, die Ihnen bei der Optimierung des Kraftstoffverbrauches

unter die Arme greifen soll. Ecolution ist ein Gesamtpaket bestehend

aus vier Bausteinen: die CO2­optimierte Fahrzeugspezifikation, das

Scania Fahrertraining, das Scania Coaching sowie die Eco­Wartung.

Mit diesen Werkzeugen sind Sie bestens ausgestattet, um in Ihrem

Fuhrpark Kraftstoff zu sparen und folglich Kosten zu senken.

beI uNSerem fAhrerwettbewerb Young European Truck Driver

2012 sind die beiden Vorrunden bereits abgeschlossen. 40 Teilnehmer

haben sich für den Wettbewerb qualifiziert und nun kämpfen die

besten zwölf Fahrer im Österreich­Finale Ende Juni um den Sieg. Mit

dieser Veranstaltung wollen wir das Berufsbild des Lkw­Fahrers

aufwerten und wirtschaftliches bzw. sicherheitsbewusstes Fahren

auf unseren Straßen forcieren.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre!

Ihr bJörN Speer

Impressum

SCANIA bewegt · 15. JAhrgANg · 2. AuSgAbe · ISSN 1867-3104

Offenlegung gemäß

§ 25 Mediengesetz

medieninhaber und herausgeber

Scania Österreich Ges.m.b.H.

2345 Brunn/Gebirge,

Johann-Steinböck-Straße 4

Internetadresse

www.scania.at, office@scania.at

Verantwortlich für

den herausgeber

Mag. Annette Plankensteiner

unternehmensgegenstand

Handel mit Nutzfahrzeugen aller Art

(ausgenommen Traktoren), deren

Bestandteilen und Zubehör, Kfz-

Mechanikergewerbe eingeschränkt

auf Reparatur von Nutzfahrzeugen

aller Art (Lkw, Omnibusse, ausgenommen

Traktoren)

geschäftsführer

Alexander Vlaskamp

blattlinie

Die Zeitschrift Scania bewegt

dient der kostenlosen Information

der von ihr angesprochenen Zielgruppe

über die von ihr vertriebenen

Produkte und deren Umfeld.

realisation/projektleitung

Paul Göttl

paul.goettl@etmservices.de

ETMservices – Ein Geschäfts-

bereich des ETM Verlags

Verlag

EuroTransportMedia Verlag

Handwerkstraße 15

70565 Stuttgart

Telefon: 07 11/7 84 98-80

Internetadresse

www.etm-verlag.de

redaktion: Paul Göttl

Autoren dieser Ausgabe

Markus Bauer, Paul Göttl,

Scania

fotos

Kjell Olausson, Scania

grafik: Simone Strobel,

Stephanie Tarateta, Markus Bauer

Anzeigen: Oliver Trost

Telefon: 07 11/7 84 98-79

oliver.trost@etmservices.de

druck: Dierichs Druck + Media

GmbH & Co. KG, 34121 Kassel

Auflage: 16.400 Exemplare

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, und elektronische Verarbeitung nur mit ausdrücklicher

Genehmigung von Scania Österreich. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bilder übernimmt die

Redaktion keine Haftung.

2.2012 • SCANIA BEWEGT 3


Nachrichten

Fluckinger fährt Scania

Die Fluckinger Transport GmbH hat in den letzten Monaten

insgesamt 52 neue Scania Sattelzugmaschinen übernommen.

Die ersten 31 Lkw aus Södertälje sind bereits

seit Mitte vergangenen Jahres für das aus Volders stammende

Unternehmen unterwegs. Die gute Partnerschaft

und das Vertrauen in die Marke Scania haben weiteren 20

Fahrzeugen den Weg in den Fuhrpark des Unternehmens

geebnet, der seit der Firmengründung ausschließlich aus

Fahrzeugen eines anderen schwedischen Herstellers bestand.

Das Flaggschiff der Fluckinger-Flotte bildet ein

Scania R 730, der seinem stolzen Fahrer im Februar 2012

übergeben wurde. Die Fluckinger Transport GmbH ist im

internationalen Fernverkehr tätig und auf Sonder- und

Schwertransporte spezialisiert. So hat das Tiroler Unternehmen

vor wenigen Monaten für Scania Schweden

zwei Buschassis mit speziellen Aufliegern von Schweden

nach Polen transportiert.

Der reibungslose Transport von zwei Buschassis

wurde von der Fluckinger Transport GmbH für Scania

Schweden durchgeführt.

Scania unterstützt Roadshow

Die LogCom hat eine Initiative ins Leben gerufen, die für ein besseres Image des Lkw

und des Berufsbildes Lkw-Fahrer sorgen soll: Die Roadshow der Friends on the road

wurde am 27. März 2012 mit einer Auftaktveranstaltung im Wiener Augarten offiziell

eröffnet. Die Tour führt die gesamte Lkw-Flotte durch ganz Österreich und bietet

dem breiten Publikum Informationen rund um das Thema Lkw und Transport. Scania

Österreich war mit Direktor Björn Speer und Marketingleiterin Annette Plankensteiner

live vor Ort, um dieses wichtige Projekt zu unterstützen. Weitere Informationen zu den

Terminen unter www.dietransporteure.at/roadshow2012/

Stolz präsentiert sich die Scania Flotte der Fluckinger Transport GmbH vor der Tiroler

Filiale Inzing.

Strussnig GmbH übernimmt

neuen Scania

Im März 2012 übergab Ralph Schwaiger (re.) von

Wiegele Trucks den neuen Scania G 360 – einen Dreiachser

mit Pritsche und Heckkran – an Strussnig-Mitarbeiter

Werner Jellitsch (li.). Auch der stolze Fahrer Richard

Schwartzfurthner war bei der Fahrzeugübergabe dabei.

Das Kärntner Unternehmen Strussnig zählt zu Österreichs

größten Fenster-Herstellern und kann bereits auf

ein 100-jähriges Firmenbestehen zurückblicken.

4 SCANIA BEWEGT • 2.2012 www.scania.at


Neue Motorengeneration

Die 12-Liter-Motoren von Scania haben ausgedient:

Mit neuen 9- und 13-Liter-Aggregaten, ausgerüstet

mit SCR-Technologie, kann Scania weltweit sämtliche

Emissionsstandards erfüllen. Alle diese Reihenmotoren

erfüllen Euro-5- oder Euro-6-Abgasgrenzwerte, können

technisch aber auch an Euro 4 oder Euro 3 angepasst

werden. Das V8-Motorenprogramm ist weltweit für

die aktuelle Schadstoffnorm verfügbar. Ab Mai 2012 ist

die neue Motorengeneration mit Leistungen zwischen

230 und 730 PS in Österreich zu haben.

Mag. Matthias Stadler, Bürgermeister St. Pölten, Christian

Riel, Geschäftsführer Hydro-Clean, Reg.-Rat Franz Zwicker,

Bürgermeister Herzogenburg, und Scania Österreich Direktor

Björn Speer (v. li.).

Hydro-Clean setzt auf 730 PS

Das im niederösterreichischen Herzogenburg ansässige

Unternehmen Hydro-Clean feierte am 30. März 2012 mit

prominenten Vertretern aus Wirtschaft und Politik sein

zehnjähriges Firmenjubiläum. Im Rahmen der Veranstaltung

wurde ein neuer Scania R 730 an Geschäftsführer Christian

Riel übergeben. Die Firma Hydro-Clean Umweltservice

GmbH ist Partner der Landeshauptstadt St. Pölten und

kümmert sich unter anderem um die Verwertung und

Entsorgung der anfallenden biogenen Abfälle.

12Lkw-Fahrer

im YETD-

Finale

Zwölf Fahrer stehen im österreichischen YETD-Finale. Die

beiden Vorrunden des Young European Truck Driver 2012

sind vorbei und die zwölf Finalisten stehen nun fest. Sie

kämpfen beim großen Österreich-Finale um den Platz am

Stockerl sowie um den Einzug ins europäische YETD-Finale

im schwedischen Södertälje. Mehr Informationen unter

www.scania.at.

Scania auf der IFAT 2012

Scania präsentierte sich vom 7. bis 11. Mai 2012 auf

der IFAT ENTSORGA, der weltgrößten Messe für

Abwasser, Abfall und Reinigung. Auf dem Messegelände

in München stellten auf 215.000 Quadratmetern

insgesamt fast 3.000 Firmen aus. Mit einer Kehrmaschine

der G-Serie, einem Scania Low-Entry und

einem Saug- und Spülfahrzeug mit Euro-6-Motor

wurde den Zuschauern ein guter Einblick geboten.

Passend zur IFAT ENTSORGA stellen wir Ihnen in

dieser Ausgabe zwei Kunden vor, die sich mit dem

Thema Entsorgung bestens auskennen.

Texte und Fotos: Scania

1.827 Teile und

Komponenten

sind in einem

Scania V8-Motor

verbaut.

Sportlich unterwegs

mit dem

Scania Fitness-Kit

Viele Lkw-Fahrer klagen

über Bewegungsmangel,

Rückenprobleme und zu viel

sitzende Tätigkeit. Das ändert

sich: Mit jeder neuen Fahrzeugauslieferung

erhalten Scania

Kunden neben ihrem neuen Lkw

auch ein Fitness-Kit, bestehend aus

einer Broschüre mit Dehnungs- und

Trainingsübungen für unterwegs

sowie einem Thera-Band, um die

Pausen sportlicher zu gestalten.

120090 IFAT12_Gelaendeplan_A4_DE_neu.eps 1 1

7–11 7.–11. MAY MAI 2012

NNEW E U E MUNICH M E S S E MTRADE Ü N C H E NFAIR

CENTER

www.scania.at 2.2012 • SCANIA BEWEGT 5


Porträt

Beim niederösterreichischen Entsorgungsfachbetrieb Killer wird neben dem

Fuhrpark auch die Ausbildung der Fahrer regelmäßig auf den neuesten Stand

gebracht. Die Berufskraftfahrer-Weiterbildung ist hier längst erledigt.

Text und Fotos: Scania

„Wir haben die fünf Module der Berufskraftfahrer-

Weiterbildung bereits im vergangenen Jahr absolviert“,

sagen Geschäftsführer Wolfgang Imnitzer und die

stellvertretende kaufmännische Geschäftsführerin

Birgit Hurtak vom niederösterreichischen Entsorgungsfachbetrieb

Killer.

FIT FÜR DIE

ZUKUNFT

6 SCANIA BEWEGT • 2.2012 www.scania.at


Unter der Flagge der Killer GmbH & Co. KG

werden täglich bis zu 30 Lkw in Wien,

Niederösterreich und dem nördlichen

Burgenland disponiert. Groß geworden ist das

1983 gegründete Unternehmen mit der Entsorgung von

gefährlichen Abfällen bei Tankstellen und Kfz-Werkstätten.

„Der Wunsch unserer Kunden, alle Entsorgungstätigkeiten

von einem Auftragnehmer erledigen zu lassen, hat im

Laufe der Jahre auch unser Dienstleistungsangebot deutlich

erweitert“, gibt Birgit Hurtak, stellvertretende kaufmännische

Geschäftsführerin des Unternehmens, einen kurzen

Überblick über die geschichtliche Entwicklung. Heute zählen

zu den Kunden auch Gemeinden, Privathaushalte und

Industriebetriebe, die sich bei der rechtskonformen und

ordnungsgemäßen Entsorgung sämtlicher gefährlicher,

aber auch ungefährlicher Abfälle gerne auf die Erfahrung

von Killer verlassen. Der Entsorgungsfachbetrieb im

südlichen Niederösterreich verfügt über alle relevanten

Zertifizierungen.

den hohen ansprüchen seiner Kunden folgend investiert

das Unternehmen kontinuierlich in die Betriebsanlagen

und den aus zwölf Lkw bestehenden Eigenfuhrpark. Nach

modernstem Standard ausgerüstete Entsorgungsfahrzeuge

gewähren für jeden Einsatzbereich den sorgfältigen

Abtransport aller Abfallstoffe. Mit heurigem Jahr wird

Geschäftsführer Wolfgang Imnitzer mit seinem Team eine

typenreine Scania Flotte dirigieren. Der letzte Neuzugang

aus Södertälje war ein Scania G 480 LB 8x2*6 MNA, der

überwiegend bei Ölabscheiderreinigungen zum Einsatz

kommt. Das 17 Tonnen schwere Fahrzeug wurde zusätzlich

mit einer geeichten Waage ausgestattet. Dadurch kann das

Gewicht der beim Reinigen von Ölabscheidern abgesaugten

Mengen gleich direkt vor Ort bei den Kunden exakt

bestimmt werden. „Der neue Scania besitzt zwei Kammern

und hat ein Fassungsvermögen von 20.000 Litern“,

schwärmt Wolfgang Imnitzer. „Eine auffallend starke Scania

Lastigkeit hat es im Killer-Fuhrpark eigentlich schon immer

gegeben. Aus diesem Blickwinkel ist es eigentlich schade,

dass wir kein älteres Modell wie z. B. einen unserer Scania 111

für museale Zwecke erhalten haben“, so der Geschäftsführer.

KeinesFalls im VerBorgenen will Wolfgang Imnitzer die

regelmäßigen Weiterbildungsaktivitäten beim Auftritt von

Killer nach außen halten. „Wenn einem ganzen Berufsstand

die Möglichkeit geboten wird, das eigene Berufsbild

aufzuwerten, sollten alle so bald wie möglich auch diese

Gelegenheit nutzen“, meint der Geschäftsführer.

Die vom Unternehmer zu tragenden Investitionen für

die fünf Module sieht er als sinnvolle Anlage für die

Zukunft. „Dass die Berufskraftfahrer-Weiterbildung einzig

und alleine etwas kostet, ist ein vollkommen falscher

Zugang dazu. Mit entsprechend geschulten Mitarbeitern

sollten sich bei bestimmten Fixkosten wie z. B. bei den

Fahrzeugversicherungen natürlich auch Einsparungen in

Form von attraktiveren Prämien realisieren lassen.“

der 10. septemBer 2014 sorgt für Gesprächsstoff.

Bis zu diesem Stichtag müssen alle Lkw-Fahrer, die

im gewerblichen Güterverkehr oder im Werkverkehr

unterwegs sind, nachweislich 35 Stunden an theoretischer

und praktischer Weiterbildung absolviert haben. Knapp

zwei Jahre vor Ablauf der Frist ist das Interesse an den

fünf Modulen mit jeweils sieben Stunden eher mäßig.

Brancheninsider vermuten sogar, dass ein unaufhaltbarer

Engpass an Ausbildungsplätzen auf die heimischen Lkw-

Betreiber zukommt. Wolfgang Imnitzer sind diese möglichen

Szenarien, bei denen Ausbildungsstätten aus allen Nähten

platzen und Unternehmer mit Nachdruck versuchen,

Ausbildungsplätze für ihre Mitarbeiter zu bekommen, egal.

Für ihn und seine Mitarbeiter wird der 10. September 2014

ein Arbeitstag wie jeder andere sein. „Das vom Gesetzgeber

vorgegebene Pflichtprogramm haben wir mit unseren

zwölf Chauffeuren sowie mit den Fahrern unserer

Subfrächter bereits im vergangenen Jahr absolviert.“

Warum man als BetreiBer einer Lkw-Flotte von zwölf

Fahrzeugen fast drei Jahre vor Auslaufen der Übergangsfrist

das Thema Berufskraftfahrer-Weiterbildung getrost

ad acta legen kann, ist für Imnitzer schnell erklärt. „Wir

sind sicher ein schulungsfreudiges Unternehmen, bei

dem die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter nicht erst

seit den konkreten Vorgaben für die Berufskraftfahrer-

Weiterbildung einen sehr hohen Stellenwert genießt. Für

mich war der gesetzliche Auftrag für die Absolvierung dieser

Weiterbildung allerdings der geringste Ansporn für unser

ambitioniertes Handeln.“ Unterstreichen kann Wolfgang

Imnitzer diese Aussage durch den regelmäßigen Erfahrungsaustausch

mit der Exekutive. Auch die Fachleute der Polizei

zählen mit ihren Vorträgen über Neuerungen im richtigen

Umgang mit Gefahrgut zu regelmäßigen Gästen bei den

Killer-Weiterbildungsaktivitäten.

MUlTITalENT

Der neueste Scania des niederösterreichischen Entsorgungsunternehmens

Killer spielt im wahrsten Sinn

des Wortes alle Stücke. Der auf dem 4-achsigen Fahrgestell

aufgesetzte Aufbau des Saugtankwagens liegt auf

geeichten Wiegezellen. Dadurch kann das Gewicht der

beim Reinigen von Ölabscheidern abgesaugten Mengen

gleich direkt vor Ort bei den Auftraggebern exakt bestimmt

werden. „Sobald wir einen Auftrag abgeschlossen haben,

hat unser Kunde einen Wiegeschein mit den tatsächlichen

Mengen in der Hand“, erklärt Killer-Geschäftsführer

Wolfgang Imnitzer. Da der stattlich wirkende 4-Achser

auch im Großraum Wien eingesetzt wird, sind drei der

vier Achsen gelenkt.

Pro Tag werden von dem

in Leobersdorf im südlichen

Niederösterreich ansässigen

Unternehmen bis zu 30 Lkw

disponiert.

“regelmäßige

Weiterbildung

gehört bei uns

zur Unternehmenskultur.”

Wolfgang Imnitzer,

Geschäftsführer

www.scania.at 2.2012 • SCANIA BEWEGT 7


Porträt

Jungunternehmer

am Werk

Ein Familienbetrieb als Maturaprojekt: Thomas Leimer hat den Entsorgungsbetrieb

seiner Eltern mit fünf Mitschülern genau analysiert. Text und Fotos: Scania

Thomas Leimer (li.) hat seinem

Vater Hubert Leimer sein Maturaprojekt

über den elterlichen

Betrieb präsentiert.

8 SCANIA BEWEGT • 2.2012 www.scania.at


Der 8. märz 2012 wird huberT

Leimer noch lange in Erinnerung

bleiben. An diesem Tag hat er in einer

für ihn eher ungewöhnlichen Rolle

eine ganze Menge über sein eigenes Unternehmen

erfahren. Gemeinsam mit rund 80 Gästen

besuchte der Geschäftsführer der Leimer

Entsorgung GmbH an diesem Donnerstag eine

Präsentation, bei der seine eigene Firma zuerst

vorgestellt und anschließend aus unternehmerischer

Sicht auch genau durchleuchtet wurde.

„Natürlich ist es eine nicht alltägliche Situation,

gemeinsam mit 80 anderen Besuchern etwas

über sein eigenes Unternehmen zu erfahren“,

schmunzelt Leimer. Noch dazu dann, wenn

der eigene Sohn gemeinsam mit fünf Schulkollegen

den Vortrag hält und dem Vater dabei

nach wochenlangen Vorarbeiten vor Publikum

die Ergebnisse präsentiert. Das eigene Unternehmen

als Maturaprojekt, von angehenden

HAK-Absolventen aufbereitet und professionell

ausgearbeitet. „Mich hat es von Anfang gereizt,

das elterliche Unternehmen zum Thema meines

Maturaprojektes zu machen. Zum Glück

konnte ich meine Mitschüler genauso schnell

dafür begeistern wie meinen Vater“, sagt Thomas

Leimer. Er besucht die 5. Klasse der BHAK

Neumarkt am Wallersee und wird im kommenden

Sommer seine Schulkarriere mit dem

Ablegen der mündlichen Matura beenden.

Bei der Marketinggruppe des Maturaprojektes

haben sich Darko Bogosavljevic, Thomas Leimer,

Regina Moser und Marina Fürtbauer (v. li.) intensiv

mit dem Thema Entsorgung beschäftigt.

wegs.“ Dem Entschluss, von den neuen Imageprospekten

gleich 1.000 Stück drucken zu lassen

und sie im Alltagsgeschäft zu verwenden, konnte

er auf Anhieb sehr viel abgewinnen.

Für Thomas Leimer hat die Projektarbeit auch

in den beiden Arbeitsgruppen interessante Veränderungen

mit sich gebracht. „Es ist interessant

zu beobachten, wie sich meine Mitschüler während

der Ausarbeitung zu wirklichen Kennern

der Materie entwickelt haben. Die Botschaft,

dass sich nachhaltiges Mülltrennen auf jeden

Fall auszahlt, sehen auch sie jetzt aus einer ganz

anderen Perspektive.“

“Einige Punkte des Maturaprojektes

werden wir sicher fortsetzen.”

Hubert Leimer, Entsorgungsunternehmer

auFgeTeiLT in zwei arbeiTsgruppen, einer

Marketing- und einer Multimediagruppe, hat

er mit seinen Mitschülern das Maturaprojekt in

Angriff genommen. Die Eckpfeiler ihres Wirkens

waren das Erstellen eines Imageprospektes über

das Unternehmen, die Ausarbeitung einer Kundenzufriedenheitsanalyse

(KZA), die Durchführung

einer Informationsveranstaltung mit Volksschulkindern

zum Thema Entsorgung sowie

das Erstellen einer Firmenhomepage. „Bei den

Vorarbeiten zu diesen Teilbereichen sind durchaus

einige Fragen aufgetaucht, mit denen wir uns

aus eigenem Antrieb mit ziemlicher Sicherheit nie

beschäftigt hätten“, lobt Hubert Leimer. So hätte

man als mittelständisches Unternehmen wahrscheinlich

nie daran gedacht, eine KZA durchzuführen.

„Wir durften bei diesem Projekt wirklich

so arbeiten, wie wir es für richtig gehalten haben.

Das hat uns natürlich einmal mehr angespornt“,

meint Thomas Leimer. Für Hubert Leimer sind

diese Rahmenbedingungen kaum der Rede wert.

„Hätten wir uns seit jeher vor Neuem verschlossen,

wären wir in unserem Geschäft heute noch

mit Pferdefuhrwerken und nicht mit Lkw unter-

Dabei stellt

der Arbeitsalltag

einen

Entsorgungsbetrieb

vor

immer neue

Herausforderungen. Der Weg jedes Wertstoffs,

von der Übernahme bis zur Weiterverarbeitung,

ist genau zu dokumentieren. „Die Büroarbeit

hat in unserer Branche in den letzten Jahren

rasant zugenommen“, bestätigt Hubert Leimer.

Nichtsdestotrotz versuchen Newcomer immer

wieder ihr Glück als professionelle Entsorger.

„Diese Glücksritter machen uns das Leben nicht

unbedingt leichter“, bedauert der Geschäftsführer.

Den Konsumenten stellt er, wenn es um die

Mülltrennung geht, ein durchweg positives Zeugnis

aus. „Sprüche wie ,Wozu trennen, hinten nach

kommt sowieso wieder alles zusammen‘ hören

wir zum Glück so gut wie gar nicht mehr.“ Noch

vor einigen Jahren gehörte es für die Leimer-

Mitarbeiter leider zur Tagesordnung, derartige

Mutmaßungen zu entkräften und ihr Gegenüber

über den tatsächlichen Stellenwert einer korrekten

Mülltrennung aufzuklären.

miT neun miTarbeiTern betreibt die Leimer

Entsorgung GmbH einen Fuhrpark von fünf

Lkw. Vier davon sind in Södertälje vom Band

gelaufen. „Wenn Scania auch im unteren

Gewichtsbereich aktiv wäre, hätten wir sicher

einen typenreinen Scania Fuhrpark“, sagt Hubert

Leimer. Er kann sich vor allem mit dem Baukastensystem

von Scania anfreunden. „Bei unserem

neuesten Scania, einem P 380 6x2*4, konnten so

alle unsere Sonderwünsche berücksichtigt und

umgesetzt werden“, lobt der Unternehmer. Um

möglichst vielseitig einsetzbar zu sein und trotzdem

bei der Nutzlast keine Abstriche machen zu

müssen, ist der Dreiachser mit einem besonders

kurzen Radstand ausgestattet. „Das macht ihn

wendiger als einen Zweiachser, ohne seine

Einsatzmöglichkeiten zu beschränken“, erklärt

Thomas Leimer. Dass es im Leimer-Fuhrpark

trotzdem Fahrer gibt, die sich strikt weigern,

einen neuen Scania zu übernehmen, liegt ebenso

mehr an der Langlebigkeit der Schweden-Lkw

als an möglichen Schwächen (siehe Kasten).

Freie Fahrt in die Pension

Christian Lechner sitzt seit 16 Jahren hinter

dem Steuer eines Scania der Firma Leimer

Entsorgung GmbH. Auch wenn es bis zu seiner

Pensionierung noch einige Jahre dauert, hat er

bereits heute einen unglaublichen Entschluss

gefasst. „Ich möchte mit meinem jetzigen

Scania, einer 4er-Serie aus dem Jahr 2004, bis

zu meinem Ruhestand unterwegs sein.“ Angebote,

einmal eine neue P-Serie übernehmen

zu können, hat er bis jetzt standhaft abgelehnt.

Dass der gelernte Maurer ein gutes Händchen

für Lkw in 1 : 1 sowie im Modell hat, zeigen

die Eigenbauten von zwei Leimer Scania, die

im Unternehmen ausgestellt sind. Bei einem

Absetzkipper hat er dabei die Absetzanlage

mangels geeigneter Industrieteile komplett

aus Karton hergestellt.

Christian Lechner

will mit seinem

Scania 114G-380

tatsächlich bis zu

seiner Pensionierung

unterwegs sein.

www.scania.at 2.2012 • SCANIA BEWEGT 9


PORTRÄT

Text und Fotos: Scania

Die Kartoffeln

IM SACK Pro

Der Wiener Großhändler Heinz Dorfinger beliefert

nahezu den gesamten heimischen Lebensmittelhandel

mit Obst und Gemüse und hat dabei nicht nur die

Vermarktung von Bio-Kartoffeln auf Schiene gebracht.

Heinz Dorfinger ist im Lebensmittelhandel

mit seinem Unternehmen

omnipräsent. Geht er durch

die Obst- und Gemüseabteilung eines

Supermarktes, wird er kaum ein Produkt in den

Regalen finden, das nicht von der Dorfinger KG

an die Lebensmittelkette geliefert wurde. Mehr

noch: Als Bio-Pionier hat er den Bio-Kartoffeln

vor rund 15 Jahren den Weg in die heimischen

Supermärkte geebnet. Dass der Name

Dorfinger bei vielen seiner Geschäfte dezent im

Hintergrund bleibt und seine Partner aus der

Lebensmittelbranche das Obst und Gemüse

unter ihrem eigenen Markennamen anbieten,

stört ihn nicht. „Als Geschäftsmann finde ich

es auch bemerkenswert, hinter mittlerweile

sehr bekannten Markennamen zu stehen.“ Bis

zu 50.000 Tonnen Kartoffeln, 30.000 Tonnen

Zwiebeln und 2.000 Tonnen Knoblauch werden

von Heinz Dorfinger und seinen Mitarbeitern

pro Jahr vermarktet. Die überwiegende Anzahl

davon geht an Lebensmittelketten. „In den

1970er-Jahren waren 90 Prozent unserer

Kunden Greißler und Kaufmänner, die

restlichen zehn Prozent verteilten sich auf

Supermärkte. Heute hat sich das Blatt ins

genaue Gegenteil gewendet“, sagt Dorfinger.

Der allgemeine Trend im Lebensmittelhandel,

in allen Bereichen Frischwaren zu forcieren,

hinterlässt dabei genauso bei Obst und Gemüse

seine Spuren.

„tägliche Anlieferungen sinD heute wichtiger

denn je“, weiß Dorfinger. Dementsprechend

durchdacht muss auch die dahinterstehende

Logistikkette sein. Sie ist im Endeffekt

auch der Grund dafür, warum das Wiener

Unternehmen einen Eigenfuhrpark betreibt,

in dem u. a. zehn Lkw zu finden sind. „Gerade

bei vielen Abladestellen auf einer Tour greifen

wir gerne auf unsere eigenen Lkw zurück“,

verrät der Geschäftsführer der Dorfinger KG.

Dass der Transport für ihn dabei nur Mittel

zum Zweck und nicht der Mittelpunkt seiner

Geschäftstätigkeiten ist, steht für ihn außer

Zweifel. „Deswegen bedienen wir uns bei allen

Transporten einer ausgewogenen Mischung

zwischen Eigenfuhrpark und Partnern aus der

Transportbranche.“ Bei der eigenen Flotte hat

Heinz Dorfinger erstmals im vergangenen

Jahr neue Akzente gesetzt. Mit zwei Scania

R 500 sind erstmals in der 93-jährigen Geschichte

des Familienbetriebes zwei schwedische Lkw

unter der Dorfinger-Flagge unterwegs. Die

Entscheidung, bei der Traktion der ersten

beiden Scania lieber auf einen V-Motor statt auf

einen Reihensechszylinder zu setzen, kommt

nicht von irgendwo. „Das Gewicht von Obst

und Gemüse wird oft unterschätzt“, erklärt der

Unternehmer. Außerdem will er mit den beiden

Sattelzugmaschinen die für viele Lkw-Betreiber

magische Grenze von einer Million Kilometer

Jahr werden

unter anderem bis

zu 50.000 Tonnen

Kartoffeln, 30.000

Tonnen Zwiebeln

und 2.000 Tonnen

Knoblauch an den

Lebensmittelhandel

geliefert.

erreichen. „Für diese Vorhaben ist ein V8-Motor

sicher das optimale Startkapital.“

schmunzelnD beAntwortet Heinz Dorfinger

die Fragen nach seinem persönlichen Verhältnis

zu Kartoffeln. Besteht die Gefahr, sich einmal

daran satt zu essen, wenn man seit Kindheitstagen

damit befasst ist? „Frische Kartoffeln esse ich

auch heute noch sehr gerne“, lacht Dorfinger.

Nur das Verhältnis zu Chips war in der gesamten

Firma in den 1960er-Jahren eine Zeit lang eher

gespannt. „Wir haben damals einen Chips-

Hersteller tagtäglich mit fünf bis sechs Lkw-

Ladungen Kartoffeln beliefert“, erinnert sich der

Unternehmer. Nach dem Abladen bekamen die

Chauffeure immer eine große Portion warme

Chips für die Heimfahrt überreicht. „Im Endeffekt

haben wir uns alle über Wochen hinweg mit Chips

übergessen, nachdem jeder die frische Kostprobe

natürlich sofort im Lkw vernascht hat.“

DAs von heinz Dorfinger mit seinem

Unternehmen vermarktete Gemüse wird

entweder von Landwirten zu einem der drei

ScHWeDiScHe

PreMIere

Zum ersten Mal hat die Dorfinger KG zwei Scania in ihren

Fuhrpark eingereiht. Die beiden R 500 kommen hauptsächlich

bei nationalen Transportaufgaben zum Einsatz.

„Die Robustheit der Achtzylindermotoren von Scania ist

die optimale Ausgangslage für unsere Einsätze“, sagt

Geschäftsführer Heinz Dorfinger (Mitte). Bei der offiziellen

Fahrzeugübergabe ebenfalls mit dabei waren Tobias

Dorfinger, Fahrer Helmut Böhm (re.) und Scania Verkaufs-

berater Peter Reindl (li.).

10 SCANIA BEWEGT • 2.2012 www.scania.at


Das auffallende

Design unserer Lkw soll

aus der breiten Masse

hervorstechen.”

Heinz Dorfinger, Unternehmer

Der Wiener Unternehmer Heinz Dorfinger

ist nicht nur als Kartoffelgroßhändler in der

heimischen Lebensmittelbranche omnipräsent.

Die von der Dorfinger KG vermarkteten

Produkte gelangen nicht immer unter dem Namen

Dorfinger in den Handel.

Mit den ersten beiden

Scania R 500 in seinem

Fuhrpark möchte Heinz

Dorfinger auf jeden Fall

die magische Grenze von

einer Million Kilometer

überschreiten.

Standorte in Niederösterreich angeliefert oder mit

dem Eigenfuhrpark selbst abgeholt. „Wenn die

Entfernung für eine Anlieferung mit dem Traktor

zu groß ist, kümmern wir uns darum.“ Seine Lkw

sieht Dorfinger auch als rollende Visitenkarte

seines Unternehmens, deren Signalwirkung er

so weit wie möglich nutzen möchte. Daher die

aufwendige Lackierung der Fahrzeuge, bei denen

sich das Design der Sattelzugmaschinen nahtlos

am Auflieger fortsetzt. „Als Fuhrparkbetreiber

kann es nie schaden, wenn die eigenen Fahrzeuge

mit ihrem Design auf der Straße aus der breiten

Masse hervorstechen.“ Ebenfalls hervorstechen

können bei den von der Dorfinger KG bedienten

Exportmärkten einige Länder, die eigentlich

als Agrarhochburgen bekannt sind. So liefert

der am Wiener Großgrünmarkt ansässige

Familienbetrieb regelmäßig Kartoffeln nach

Rumänien, Bulgarien, Tschechien oder in die

Slowakei. „Die Agrarlandschaft im ehemaligen

Ostblock hat sich auch mehr als 20 Jahre nach

dem Fall des Eisernen Vorhanges noch nicht

so weit gewandelt, dass Qualitätskartoffeln

produziert werden können. Aus diesem Grund

verzeichnen wir eine entsprechend hohe

Nachfrage aus diesen Ländern.“

www.scania.de 2.2012 • SCANIA BEWEGT 11


Porträt Text und Fotos: Scania

Günther Goldinger fährt

den einzigen rot-weiß-

roten Scania R 730 Black

Amber und könnte mit der

Sonder serie ohne Weiteres

auch international für

Furore sorgen.

Über zu wenige Termine in

seinem Berufsleben braucht

sich Günther Goldinger nicht

beschweren. Als Transportunternehmer

ist er für einen Auftraggeber aus der

Lebensmittelbranche im Osten und Süden

Österreichs mit seinem Sattelzug auf Achse.

„Und sollte das Geschäft unerwarteterweise

einmal nachlassen, sattle ich einfach auf Showmaster

um und fahre mit meinem Scania von

einem Truckertreffen zum nächsten“, verrät

er mit humorvollem Unterton seinen beruflichen

Plan B. Warum seine Ausgangslage für

eine Karriere abseits des Transportgewerbes

besser nicht sein könnte, wird spätestens dann

klar, wenn der Niederösterreicher seinen

Scania aus der Garage chauffiert. Goldinger

ist einer von europaweit nur fünf (!) Scania

Kunden, der sich für die Sonderedition Black

Amber entschieden hat. „Seitdem ich die neue

Sattelzugmaschine in Betrieb genommen

habe, kann ich mich vor Einladungen, die

per E-Mail oder telefonisch einlangen, kaum

mehr erwehren“, erzählt der Scania Fan über

seine ersten Wochen mit dem R 730 Black

Amber. Scania Fans aus weiten Teilen Europas

wollen ihn und seinen Sattelzug live erleben.

„Wenn ich allen Einladungen nachkommen

würde, hätte ich massive Probleme mit der

Wochenendruhezeit.“

Aber Auch ohne einlAdungen zu Truckertreffen

und Tagen der offenen Tür bei Scania

Niederlassungen wird der Sattelzug mit Hollabrunner

Kennzeichen überall, wo er auftaucht,

bestaunt. „Die Optik des Lkw spricht wirklich

für sich. Leider gibt es aber immer wieder

Begeisterte, die einfach vergessen, dass dieser

Sattelzug nicht ihnen gehört“, erzählt der Transportunternehmer

aus eigener Erfahrung. Eine

unversperrte Kabine bei der Be- und Entladung

haben manche fälschlicherweise schon als Einladung

verstanden, um sich das Topline-Fahrerhaus

auch von innen genauer anzusehen.

„Wenn du nach der Abwaage zu deinem Lkw

zurückgehst und da sitzt ein Fremder hinter

dem Lenkrad, fällt es mitunter schwer, die

richtigen Worte für diese Situation zu finden“,

schüttelt Günther Goldinger den Kopf. An der

DIE SHOW

kann beginnen

Der Niederösterreicher Günther Goldinger

pilotiert den einzigen in Österreich

verkauften Scania R 730 Black Amber.

Die Sonderedition ist streng limitiert,

Goldinger fährt die Nummer 005/100.

12 SCANIA BEWEGT • 2.2012 www.scania.at


Mein Scania

r 730 Black Amber

ist ein echtes

Einzelstück.”

Günther Goldinger, Scania Fan

Die Optik des Cockpits hält, was schon die

Innenverkleidung der Kabinentüren verspricht.

Gäste und Interessenten sind in der Kabine

nur ohne Schuhe gerne gesehen.

unübersehbaren Anziehung, die das Sondermodell

Black Amber nicht nur auf eingefleischte

Scania Fans ausübt, können auch zwei dezente

Schilder, die im Aufstieg der Kabine angebracht

sind, nichts ändern. „Auch du, ohne Schuh!“ ist

allerdings bereits die zweite Aufforderung für

gebetene und ungebetene Gäste, den Innenraum

der Kabine nur bloßfüßig zu betreten. Die

ursprüngliche Kreation lautete „Schuhe aus,

sonst Krankenhaus“.

bevor günTher goldinger endgültig

von seinem Scania R 620 auf den neuen

R 730 Black Amber umgestiegen ist, hat er die

Sonderedition noch schnell auf eine Beautyfarm

für Lkw geschickt. Am Autohof Berg

in der Nähe von Chemnitz in Deutschland

wurde das edle Ego der Sattelzugmaschine

mit Leder und Alcantara im Innenraum

einmal mehr aufpoliert. Ergänzend dazu hat

sich der Selbstfahrer noch einige Chromapplikationen

via Internet aus Sizilien geordert.

Die Faszination der 8-Zylinder-Motoren von

Scania hat der Transportunternehmer schon

als Zwölfjähriger kennengelernt. „In meiner

Heimatgemeinde gab es einen Transporteur,

der damals mit Vorliebe auf die V8-Motoren

aus Södertälje gesetzt hat“, erinnert sich

Goldinger. Das Motorengeräusch der Scania

Armada ist ihm heute noch in Erinnerung.

Es ist allerdings auch das Einzige, was der

Niederösterreicher bei den aktuellen V8-Modellen

von Scania gerne ändern würde. „Die

ohnehin kaum wahrnehmbaren Windgeräusche

sind in der Kabine eindeutig lauter als das

Motorengeräusch.“

Von den Mitarbeitern

des Autohofs Berg in

Deutschland bekam

Günther Goldinger

die dazu passende

Fleece-Jacke

geschenkt.

die Anderen vier – nach Recherchen von

Günther Goldinger bis jetzt in Europa ausgelieferten

Black-Amber-Sattelzugmaschinen

– kennt er übrigens längst. „In Italien, Schweden

und Frankreich ist es jeweils ein R 730, in

Ungarn ist es ein R 500.“

wie lAnge günTher goldinger mit dem

Scania R 730 Black Amber im innerösterreichischen

Fernverkehr unterwegs sein möchte,

lässt sich bei einem Seitenblick auf sein Hobby

erahnen. Wen wundert es, dass er dabei

auch in seiner Freizeit nicht ganz ohne die

Marke Scania auskommt und eine technisch

wie optisch vorbildlich in Schuss gehaltene

Zugmaschine der legendären 3er-Serie sein

Eigen nennt. „Bei 1,5 Millionen Kilometern

haben wir die Kupplung getauscht. Jetzt hat

der 500 PS starke V8 1,7 Millionen Kilometer

am Tacho und läuft immer noch wie am ersten

Tag.“ Gelegenheiten, mit dem Youngtimer

noch mehr Kilometer zurückzulegen, gäbe

es noch dazu mehr als genug. So möchte eine

Schweizerin die schwarze Sattelzugmaschine

unbedingt für einen kurzen Ausflug zu den

Eidgenossen holen. „Sollte das Interesse für

meine beiden Lkw weiterhin anhalten, werde

ich bald einen Chauffeur anstellen, der das

Alltagsgeschäft erledigt, während ich mich um

die Showauftritte kümmere“, lacht Günther

Goldinger.

www.scania.at 2.2012 • SCANIA BEWEGT 13


Jetzt sind Sie dran!

Mehr Fahrer, mehr Länder und der Fokus auf Gesundheit und Sicherheit. Das

sind die wichtigsten Neuerungen in der fünften Runde des weltgrößten

Wettbewerbs für Lkw-Fahrer, den Scania Driver Competitions und dem Young

European Truck Driver.

Text: Ylva Carlsson, Lena Nilsson, Markus Bauer, Illustrationen/Fotos: Ann-Sofi Marminge,Thomas Küppers

FiNalE

8 PRÜFUNGEN

1 Theorie

19–20 9–10 16–17 23–24 7–8

MAI

Finnland

Helsinki

2–3

JUNI

Slowenien

Ljubljana

Aufgabe: Füllen Sie

die Anmeldung aus.

Der Fragebogen

enthält 15 Fragen

zu Vorschriften,

Kraftstoffeffizienz,

Ladungssicherung

und Notfällen.

Ziel: Qualifizieren

Sie sich für den

Ungarn

Budapest

Italien

Trento

Bulgarien

Sofia

Teilnehmende

Märkte

2003

20

Tschechien

Prag

Deutschland

Koblenz

Portugal

Lissabon

Dänemark

Vandel

30– 14–15 28–29

14 SCANIA BEWEGT • 2.2012 www.scania.at

2005

32

Spanien

Madrid

UK

Gaydon

Österreich

Brunn

2007

42

Slowakische

Republik

Senec

Schweiz

Interlaken

Irland

Strokestown

2010

28

Hongkong

New Territories

2 Wirtschaftliches Fahren 3 Defensives Fahren

Aufgabe: Fahren Sie einen Lkw so wirt- Aufgabe: Ein Schiedsrichter bewertet

schaftlich wie möglich unter Berücksich- Ihre Leistung an festgelegten Punkten

Wettbewerb.

tigung von Zeit und Kraftstoffverbrauch.

Ziel: Zeigen Sie, dass Sie ein wirtschaftlicher

Fahrer sind.

einer Messstrecke.

.

Ziel: Zeigen Sie einen defensiven,

vorausschauenden und ökonomischen

Fahrstil.

2012

39

JULI

Frankreich

Nevers

Polen

Opole

Russland

Moskau

Rumänien

Bukarest

Fahrer 2003

6.000

Benelux

Assen

Südafrika

Pretoria

Botswana

Namibia

Tansania

China

Hangzhou

4 Abfahrtskontrolle

Aufgabe: Finden Sie innerhalb eines

bestimmten Zeitraums Fehler an einem

Sattelzug.

Ziel: Zeigen Sie, wie wichtig die tägliche

Abfahrtskontrolle ist.


Fahrer 2005

27.000

18–19 24–25

AUgUST

Norwegen

Bergen

Schweden

Jönköping

5 Ladungssicherung

Fahrer 2007

43.000

Aufgabe: Sichern Sie Ladung auf

einem Auflieger.

Ziel: Vermeiden Sie falsche

Ladungssicherung. Sie führt oft zu

Verspätungen, verlorener Ladung

oder im schlimmsten Falle zu

Unfällen.

SePTeMBeR

7.–9.

europäisches

Finale

Schweden

Södertälje

NEU!

Fahrer 2010

45.800

OKTOBeR

Korea

Sacheon

Argentinien

Buenos Aires

6 Gesundheit und Sicherheit

Aufgabe: Auf alle diese Aufgaben sollten

Sie beim Wettbewerb in Österreich

vorbereitet sein:

1. SICHeRHeITSAUS-

RüSTUNg IM LKw

Aufgabe: Finden Sie innerhalb

der vorgegebenen Zeit die

geforderten Bestandteile der

Sicherheitsausstattung.

NOVeMBeR

Malaysia/Singapur

Kuala Lumpur

Thailand

Bangkok

Australien

Melbourne

Fahrer 2012

55.000

(geschätzt)

Brasilien

São Paulo

Chile

Santiago de Chile

Peru

Lima

2. ABSTäNDe eINSCHäTZeN

Aufgabe: Schätzen Sie den Abstand

zwischen dem Wettbewerbs-Lkw und

drei markierten Punkten.

3. BReMSweg

Aufgabe: Schätzen Sie den Bremsweg

für einen Lkw auf einer ebenen geteerten

Straße.

ZiElE

• höhere Verkehrssicherheit

• geringere Umweltbelastung

• Qualifizierung für den Fahrerberuf

• weniger Verschleiß und Verbrauch

Neue Teilnehmer

Chile Peru Russland

TERmiNE

• 1. Vorrunde: 28.4. in der Filiale Inzing

• 2. Vorrunde: 12.5. in der Filiale Haag

• Österreich-Finale:

23.6. in der Filiale Brunn

• Europa-Finale: 7.–9.9. in Södertälje

www.scania.com/drivercompetitions

8 Alle Neune

Aufgabe:

?

Stoßen Sie mit dem

Lkw die roten Säulen

im Spielfeld um.

Alle blauen Hindernisse

müssen stehen

bleiben.

Ziel: Zeigen Sie, wie präzise Sie einen

Lkw manövrieren können.

7 Kombination

Aufgabe:

Manövrieren Sie einen

Lkw präzise durch

einen engen Parcours.

Hier zahlt sich

ein ruhiger Fahrstil

aus.

Ziel: Zeigen Sie, wie sicher Sie das

Fahrzeug auf engstem Raum manövrieren

können.

4. eRSTe HILFe

Aufgabe: Leisten Sie Erste

Hilfe am Unfallort. Bergen

Sie einen Verletzten.

Ein Experte

bewertet die

Leistung.

5. ALKOHOL UND FAHReN

Aufgabe: Entscheiden Sie, wie lange

ein Mann (80 kg) oder eine Frau (60 kg)

warten sollten, bevor sie

weiterfahren, nachdem sie

eine vorgegebene Menge

Alkohol getrunken haben.

www.scania.at 2.2012 • SCANIA BEWEGT 15


Porträt Text und Fotos: Scania

Im Windschatten folgt das Original. Wenn Peter Engl ein neues

Scania Modell mit nach Hause bringt, dauert es meistens nicht lange,

bis auch das Vorbild in 1 : 1 vor der Türe steht.

Von der Vorstellung des Scania

R 730 am Gardasee in Italien hat Peter

Engl im Sommer 2010 ein Modell

des bärenstarken Schweden-Lkw

mit nach Hause gebracht. Die dunkelrote

Sattelzugmaschine mit Topline-Kabine im

Maßstab 1 : 50 sorgte naheliegenderweise zuerst

einmal bei seinem Sohn Peter jun. für Furore.

Seine Gattin Birgit riskierte, nachdem die

Sattelzugmaschine im Kleinformat ausgepackt

war, für alle Fälle gleich einmal einen Blick

vor die Türe. „Es ist bei uns seit Langem ein

ungeschriebenes Gesetz. Sobald ein neues

Modell eines Scania Lkw im Haus ist, dauert

„Sobald mein Mann ein neues

Scania Modell mit nach Hause

bringt, dauert es nicht lange,

bis auch das Original vor der

Türe steht“, sagt Birgit Engl.

Vorboten im

Kleinformat

es nicht mehr lange und das dazu passende

Original steht vor der Türe“, lacht sie. Bei der

Markteinführung der Scania R Serie im Jahr

2004 war das Original zum Beispiel beinahe

zeitgleich mit dem Modell im Fuhrpark des

oberösterreichischen Transportunternehmens

anzutreffen. Dabei war es für Peter Engl bei der

16 SCANIA BEWEGT • 2.2012 www.scania.at


Neuauflage des 8-Zylinder-Motors von Scania,

im Gegensatz zu vielen seiner Branchenkollegen,

von Anfang an keineswegs klar, ob er sich gleich

die stärkste Ausführung des neu aufgelegten

Klassikers angeln soll. „Um ehrlich zu sein, ist

der 8-Zylinder für mich von Anfang an eine

klare Sache gewesen. Die Entscheidung, ob es

tatsächlich ein R 730 wird, hat dagegen etwas

länger gedauert, bis sie endgültig gereift war.“

einer, der damals erst in der sprichwörtlich

letzten Sekunde von der PS-starken Entscheidung

seines Chefs erfahren hat, ist der Chauffeur

des R 730, Gerhard Wolfslehner. Er war bei der

Übernahme seines neuen Lkw bereits darauf

vorbereitet, dass er einen Scania V8 bekommen

wird, der mehr als 500 PS hat. „Der 8-Zylinder

Der Engl-Fuhrpark wird hauptsächlich für

den Transport von Nebenprodukten der

Holzindustrie eingesetzt.

Der Leistungsunterschied

zwischen

unseren Scania r 620

und dem Scania r 730

ist unglaublich.”

Peter Engl, Transportunternehmer

von Scania ist wie gemacht für unser Geschäft.

Im Holztransport wird das höchstzulässige

Gesamtgewicht von 40 Tonnen so oft wie nur

möglich ausgereizt“, weiß der Fahrer. Seinen

neuen Scania R 730 hat er trotzdem erst durch

den dezenten Engl-Aufkleber an der Front der

Kabine erkannt. „Nachdem ich mit vielem, aber

eben nicht mit einem R 730 gerechnet habe, ist

mir unsere Firmenfarbe gar nicht so ins Auge

gesprungen. Ich habe gesehen, dass bei Scania am

Platz ein neuer R 730 steht und bin nicht davon

ausgegangen, dass er mir gehört“, schmunzelt

Wolfslehner. Nach nicht einmal zwölf Monaten

hinter dem Steuer des stärksten Scania Lkw aller

Zeiten würde er nicht einmal im Traum daran

denken, nur eine der 730 Pferdestärken freiwillig

wieder auf der Strecke zu lassen. „Bei unseren

Einsatzprofilen macht die Leistungscharakteristik

des 8-Zylinders nicht nur aus Sicht des Fahrers

definitiv Sinn“, plaudert der Engl-Fahrer über die

R 730-Erfahrungen der ersten Monate.

Beispiel dafür, wo 730 ps auch ohne

schwedische Verhältnisse mit 60 Tonnen

höchstzulässigem Gesamtgewicht bildlich wie

auch tatsächlich gemütlich auf der Überholspur

dahinrollen, hat Gerhard Wolfslehner

mittlerweile mehr als genug gesammelt. „Mit

meinem R 580 habe ich den Puckinger Berg auf

der Westautobahn bei Linz mit 40 Tonnen

höchstzulässigem Gesamtgewicht mit stolzen

63 km/h bezwungen. Mit dem R 730 bewältige

ich dasselbe Stück der A 1 mit durchschnittlich

78 km/h.“ Am ein paar Kilometer weiter

östlich gelegenen Ebelsberger Berg der A 1

hat Wolfslehner vor Kurzem bergauf einen

Hängerzug überholt. Pikantes Detail am

Rande: Der Scania R 730 war wie so oft mit

„Mit 730 PS unter der Haube könnte man

auch mehr als 40 Tonnen umweltfreundlich

und wirtschaftlich transportieren“, sagt

Chauffeur Gerhard Wolfslehner.

40 Tonnen unterwegs. Bei dem im Rückspiegel

immer kleiner werdenden Hängerzug war die

angehobene Liftachse trotzdem eindeutig zu

erkennen. „Bei diesen Schilderungen kann es

mich umso mehr begeistern, dass unsere letzte

Neuanschaffung auch beim durchschnittlichen

Kraftstoffverbrauch eindeutig im grünen Bereich

unterwegs ist“, unterstreicht Peter Engl. Nach

den Erfahrungen der ersten Monate hat sich

der Dieselkonsum auf dem Niveau der beiden

ebenfalls im Engl-Fuhrpark zu findenden Scania

R 620 eingependelt.

ganz neue wege Beschreitet Peter Engl mit

seinem Scania R 730 bei der Kraftübertragung,

die erstmals von dem Scania Opticruise

gemanagt wird. „Eigentlich bin ich der typische

Im Fuhrpark des oberösterreichischen

Transportunternehmens laufen

ausschließlich 8-Zylinder-Motoren.

Handschalter-Fahrer. Beim R 730 hat es mich

letztlich doch gereizt, einmal das automatisierte

Getriebe von Scania zu probieren.“ Chauffeur

Gerhard Wolfslehner kommt der Entschluss

seines Arbeitgebers nur recht. „Wir haben

eine Kurzstreckentour, die wir teilweise pro

Arbeitstag zehn Mal fahren.“ Pro Richtung hat

er auf der durchaus anspruchsvollen Route 200

Schaltungen gezählt. „Mit dem Scania Opticruise

beschränkt sich die Schaltarbeit auf das Ein- und

Auskuppeln beim Anfahren und Stillstehen“,

lobt der Fahrer. Auf bestimmten Autobahn -

abschnitten würde Gerhard Wolfslehner den 730

Pferden des 8-Zylinders übrigens gerne deutlich

mehr Auslauf gönnen. „Lkw-Überholverbote

auf dreispurigen Autobahnen, die sich noch

dazu über mehrere Kilometer hinziehen, wirken

hinter dem Steuer eines Scania R 730 natürlich

wie der blanke Hohn. Unabhängig davon, ob man

auf diesem Abschnitt gerade beladen oder leer

unterwegs ist.“

www.scania.at 2.2012 • SCANIA BEWEGT 17


PORTRÄT Text und Fotos: Scania

XL-Tourbus

für Landmaschinen

Der oberösterreichische Landtechnikhersteller Pöttinger schickt

seine Maschinen und Geräte seit wenigen Monaten mit einem

Scania G 420 auf Vorführtournee durch weite Teile Europas.

Eigene Lkw haben in der FirmenphiLosophie

des oberösterreichischen Landtechnikherstellers

Pöttinger schon lange ihren Rang verloren.

Ende der 1980er-Jahre stellte man die eigene

Fahrzeugflotte, die damals immerhin 24 ziehende

Einheiten umfasste, schrittweise ein und setzte bei der

Auslieferung der eigenen Produkte auf Kooperationen

mit Partnern aus der Speditions- und Transportbranche.

Dass Kurt Falzberger trotzdem seit einigen Monaten hinter

dem Steuer eines fabrikneuen Scania G 420 Platz nehmen

kann, der noch dazu mit dem vierblättrigen Kleeblatt -

dem Logo der Firma Pöttinger - beklebt ist, deutet nicht

auf einen Schwenk in der Distributionslogistik hin. „Bei

Live-Präsentationen unserer Produkte, die auf Feldern in

ganz Europa stattfinden können, ist ein eigener Lkw das

Um und Auf. Ohne den wäre es für uns nicht möglich,

die zeitlich von vielen Faktoren abhängigen Termine

ohne Probleme über die Bühne gehen zu lassen“, erklärt

Pressesprecherin Inge Steibl. Anders als bei fix vorgegebenen

Transporten von A nach B spielt bei den unter

dem Motto „Pöttinger on Tour“ laufenden Maschinen- und

Gerätevorführungen das Wetter eine wesentliche Rolle.

bei regen müssen die praxisvorsteLLungen

so lange nach hinten verschoben werden, bis die

Vorführeinsätze im Grünland oder am Acker wieder

möglich sind. „Einem Partner aus der Transportbranche

könnten wir es dabei kaum zumuten, mit der Ladung

18 SCANIA BEWEGT • 2.2012 www.scania.at


einen oder zwei Tage vor Ort zu warten, bis wir mit

unserem Programm starten können“, verrät der Leiter

der Distributionslogistik Walter Märzendorfer. Der

Terminkalender des Scania G 420, der gemeinsam mit

einem Tiefbettsattel von Goldhofer zum Einsatz gelangt,

ist auch am Beginn der Landtechniksaison 2012 bereits

gut gefüllt. Mehrwöchige Engagements werden ihn heuer

nach Polen, Portugal und Spanien führen. Weitere Aufträge

sind nicht ausgeschlossen. „Unsere Vorführtouren durch

Europa stehen immer unter einem bestimmten Motto“,

sagt Märzendorfer. Einmal wird dabei z. B. ein neuer

Ladewagen vorgestellt, dann geht der Sattelzug mit einem

neuen Pflug auf Reisen. Der Entschluss, den neuen Scania

mit einem Spezialsattelauflieger und nicht mit einem

Standardauflieger gemeinsam einzusetzen, kommt bei

genauerer Betrachtung des Pöttinger-Produktprogramms

nicht von irgendwo. Wie in vielen Industriebereichen

sind auch in der Landtechnik die eingesetzten Traktoren,

Maschinen und Geräte in den letzten Jahrzehnten

zunehmend größer geworden.

„unser grösster erntewagen hat bei einer

Gesamtlänge von zwölf Metern ein Fassungsvermögen

von 100 Kubikmetern“, gibt Inge Steibl einen kurzen

Einblick in Produktdetails. Im täglichen Einsatz rollt

der Ladewagen auf drei Achsen übers Grünland und

wird dabei von einem Traktor gezogen, der es mit seiner

Motorleistung spielend auch mit einem kleineren

Lkw aufnehmen könnte. Zum Vergleich: Vor mehr als

Der langjährige

Pöttinger-Mitarbeiter

Kurt Falzberger ist der

Chauffeur des neuen

Scania G 420.

30 Jahren lag das Fassungsvermögen eines klassischen

Pöttinger-Ladewagens bei 15 Kubikmetern. Gezogen

wurde er von einem Traktor, der gerade einmal 15 oder

18 PS auf die Antriebsräder stemmte. „Nachdem wir bei

unseren Maschinen- und Gerätevorführungen natürlich

immer unsere Top-Produkte präsentieren, bewegen

wir uns bei den dazugehörigen Transporten immer

in einem Spezialsegment“, sagt Walter Märzendorfer.

Kopfzerbrechen bereiten dem Logistiker bei der Planung

dieser Fahrten weniger die ordnungsgemäße Verladung

und Sicherung der Produkte als die rechtlichen Hürden.

So ist es in einem grenzenlosen Europa nach wie vor nicht

möglich, Sondertransporte bei einem Ansprechpartner

grenzüberschreitend anzumelden. Dazu kommen auch

zeitlich strikt vorgegebene Fenster, die naheliegenderweise

kaum auf die Wetterlage Rücksicht nehmen können.

„Sondertransporte auf Wochen hinaus planen zu können,

ist für uns ein Ding der Unmöglichkeit“, bringt es

Märzendorfer auf den Punkt. Dementsprechend häufig

sieht er sich bei der Vorbereitung dieser Fahrten mit

bürokratischen Hürden konfrontiert.

ein weiteres auFgabengebiet wird den Scania

G 420 regelmäßig auch auf die größten Agrarmessen

Europas führen. Er soll auf Publikumsmagneten wie der

Agritechnica in Hannover oder der SIMA in Paris mit

seinem Frontkran beim Auf- und Abbau des Pöttinger-

Messestandes behilflich sein. Welches Transportvolumen

beim oberösterreichischen Familienbetrieb Tag für

Tag in der Warenauslieferung entsteht, zeigen die

folgenden Zahlen: 40 Lkw holen täglich fertige Pöttinger-

Produkte ab. Weitere 160 Nutzfahrzeuge liefern pro

Tag Rohmaterialien für die Fertigung. Auf eine rasant

wachsende Fangemeinde kann Pöttinger übrigens auch in

der virtuellen Welt setzen. Mit gut 13.500 Fans kann sich

seine Facebook-Seite über einen mehr als regen Zustrom

freuen. „Das Interesse an unseren Produkten ist bei einem

Exportanteil von 83 Prozent auch im Internet eindeutig

grenzenlos“, sagt Pressesprecherin Inge Steibl.

Die maximale Länge

der Zugkombination

liegt bei 24 Metern.

Die Exportquote

des in Grieskirchen

ansässigen Familienbetriebes

liegt bei

stolzen 83 Prozent.

“ Unser Scania kommt in weiten

Teilen Europas zum Einsatz.”

Inge Steibl, Pressesprecherin

www.scania.at 2.2012 • SCANIA BEWEGT 19


Hintergrund

Wir konzentrieren

uns vor allem auf den

Fahrer. Er beeinflusst

die Verkehrssicherheit,

den Kraftstoffverbrauch

und den Verschleiß der

Fahrzeuge schließlich

am meisten.”

Jens Schlyter, Leiter Corporate Social

Responsibility bei Scania

Gesund

und sicher

unterweGs

Scania trainiert schon seit über 20 Jahren

Fahrer zu sicherer und sparsamer Fahrweise.

Dieses Thema ist heute wichtiger denn je.

Über 1,2 Millionen Menschen sterben

jedes Jahr weltweit auf den Straßen.

Etwa 50 Millionen werden verletzt. Die

Ergebnisse einer globalen Studie der

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

aus dem Jahr 2008 zur Verkehrssicherheit

sind erschreckend. Allein in Ent-

wicklungs- und Schwellenländern passieren

mehr als 90 Prozent aller tödlichen

Verkehrsunfälle weltweit. Darum stellt

Scania schon während der Entwicklung

der Fahrzeuge Sicherheit und Komfort

für den Fahrer in den Vordergrund. Dieser

kann beispielsweise seinen Sitz und

das Lenkrad leicht in alle Richtungen

verstellen. So findet er die beste Position.

Gurte sind in die Sitze integriert.

Zusammen mit den Airbags tragen sie zur

Sicherheit bei. „Wir konzentrieren uns

vor allem auf den Fahrer. Er beeinflusst

die Verkehrssicherheit, den Kraftstoffverbrauch

und den Verschleiß der Fahr-

20 SCANIA BEWEGT • 2.2012 www.scania.at


tipps

Fahren Sie bewusster und lernen Sie mit Stress

im Straßenverkehr umzugehen.

Erkennen Sie, wenn Sie müde werden und

ruhen Sie sich aus.

Essen Sie bewusster. Nährstoffreiche Kost

und genug Wasser sind wichtig. Vermeiden

Sie Alkohol und Zucker.

Legen Sie immer den Gurt an. Stellen Sie

Ihren Sitz bequem ein.

Benutzen Sie nur Werkzeuge zum Laden,

für die Sie auch geschult sind.

Wenn Ihnen auf dunkler Straße ein anderer

Lkw entgegenkommt, blicken Sie nicht in seine

Scheinwerfer.

Halten Sie Ihr Fahrzeug sauber und gut in Schuss.

zeuge schließlich am meisten“, sagt Jens

Schlyter, Leiter Corporate Social Responsibility

bei Scania. Doch auch Transportunternehmer

will Schlyter nicht aus der

Pflicht nehmen. Sie sind mitverantwortlich

für die Sicherheit und Gesundheit

ihrer Mitarbeiter.

Mit trainings und WettbeWerben

sowie einer ganzen Bandbreite an Aktionen

zusammen mit öffentlichen Partnern

hilft Scania, die Gesundheit und Sicherheit

hinter dem Lenkrad zu verbessern.

Scania arbeitet zudem mit verschiede-

Text: Cari Simmons, Markus Bauer

Foto: Dan Boman, Scania

nen Organisationen zusammen an neuen

Gesetzen, die den Straßenverkehr sicherer

machen sollen.

auch die scania Fahrerwettbewerbe,

in Österreich unter dem Namen „Young

European Truck Driver“ bekannt, sollen

das Bewusstsein für Sicherheit und

Gesundheit stärken. Das ist der größte

einschlägige Wettbewerb weltweit – bisher

haben schon über 115.000 Fahrer daran

teilgenommen. Allein für 2012 erwartet

Scania 55.000 Teilnehmer. Die

Scania Fahrer Akademie ist auch ein

www.scania.at 2.2012 • SCANIA BEWEGT 21


gesundHeit &

VerkeHrssicHerHeit

3Fragen an ...

… Jonas Agaeus, Produkt Manager Scania Fahrertraining

Warum sind Gesundheit und Sicherheit Teil

des Trainings?

„Verkehrsunfälle während der Arbeit fordern zu viele Menschenleben.

In einigen armen Ländern sind sie die zweit-

oder dritthöchste Ursache für Todesfälle. Wir verkaufen Fahrzeuge

und wollen unseren Teil zur Lösung dieses Problems

beitragen. Es ist ebenso wichtig, dass wir das Ansehen des

Berufs verbessern. Wenn wir Fahrer ausbilden, machen wir

sie zu Vorbildern auf den Straßen. Sie können anderen mit

gutem Beispiel vorangehen.“

Können Sie ein paar Beispiele nennen, welche Themen

Sie im Training beleuchten?

Scania Fahrer-

trainings bringen

auch erfahrene

Fahrer weiter.

„Wir legen Wert auf Verkehrssicherheit,Ladungssicherung

und -platzierung

und das richtige Verhalten

in Notsituationen.

Für alle Fahrer, die

in der EU arbeiten,

schreibt der Gesetzgeber

35 Stunden

Training innerhalb von

fünf Jahren vor. Bei

Scania bieten wir zusätzliche

Kurse an, die

solche Themen vertiefen.

Wir gehen aber auch auf den

Lebensstil ein, der sich auf die

mentale und physische Gesundheit

auswirkt. Die Teilnehmer lernen, wie

sie besser auf ihre innere Stimme

hören und so früher bemerken, dass

sie gestresst oder müde sind. Es gibt

im Training auch Tipps, wie man sich vor Diebstahl oder

anderen Verbrechen schützt.“

Warum ist so ein Training auch für den

Fahrzeughalter eine gute Investition?

„Wenn sich ein Fahrer gut fühlt, gibt er auch auf sich und

das Fahrzeug acht. Das wirkt sich sofort auf das Ergebnis

aus. Es ist eine gute Investition, seine Angestellten gesund

und munter zu halten.“

Wenn wir Fahrer aus-

bilden, machen wir sie

zu Vorbildern auf den Straßen.

Sie können anderen mit gutem

Beispiel vorangehen.”

Jonas Agaeus, Produkt Manager Scania Fahrertraining

Stück weit Vorbereitung für den Wettbewerb.

Der Fokus liegt auf physischen und

psychologischen Aspekten des Berufs. Auf

dem Programm stehen deshalb Ergonomie,

Sport, Ernährung und der richtige

Umgang mit Stress. Scania bietet diese

Trainings weltweit an (siehe Kasten).

auch vor ort arbeitet Scania mit Regierungen,

Polizei und Kunden zusammen.

In Südafrika beispielsweise führte Scania

im Dezember 2011 mit der Polizei und der

Road Traffic Management Corpora tion

eine gemeinsame Aktion durch. Polizeibeamte

haben Lkw angehalten und

überprüft. Je nach Zustand hatten die

Beamten Reparatur- und Wartungsempfehlungen

parat. „Das ist ein guter

Ansatz“, sagt Gideon de Swardt, Manager

Promotion und Kommunikation Scania

Südafrika. Es sei aber genauso wichtig,

Gesundheitschecks anzubieten. „Wir

haben Krankenwagen bereitgestellt, in

denen Fachkräfte die Fahrer freiwillig

auf Diabetes oder Bluthochdruck testen

und sie kostenlos beraten.“

eine ähnliche initiative sei im letzten

Jahr in Namibia auf großen Zuspruch

gestoßen. „Die Fahrer rufen regelrecht

nach Hilfe“, sagt er. „Sie waren uns gegenüber

sehr offen und haben gut mit uns

zusammengearbeitet. Das zeigt, dass es

für solche Aktionen einen riesigen Bedarf

gibt.“ In vielen Ländern widmet sich

Scania auch verstärkt den ganz jungen

Verkehrsteilnehmern. „Wir bieten an verschiedenen

Schulen Veranstaltungen zur

Verkehrssicherheit an. Die Kinder sind

mit sehr viel Enthusiasmus dabei“, sagt

de Swardt. „Sie sind unsere Kunden von

morgen.“

22 SCANIA BEWEGT • 2.2012 www.scania.at


Unsere Kunden

wollen die Arbeiten an

ihrem Fuhrpark am

liebsten von einem

einzigen Anbieter

erledigen lassen.”

Werkstattleiter Rudolf Götzinger

DurchgehenD geöffnet

Durch die langen Öffnungszeiten nutzen immer mehr Neukunden die Dienstleistungen der Scania Filiale St. Pölten.

Besonders gefragt: die Möglichkeit, auch über Mittag Arbeiten erledigen zu lassen.

Wer kurz vor der Mittagspause

mit seinem Lkw einen Termin in

der Scania Filiale St. Pölten hat,

braucht dafür nicht zwangsläufig

mehr Zeit einplanen. „Bei uns ist

über Mittag immer Betrieb in der Werkstatt. Die

Mittagspause unserer Mitarbeiter haben wir so

aufgeteilt, dass für unsere Kunden keine zusätzlichen

Wartezeiten entstehen“, erklärt Werkstattleiter

Rudolf Götzinger. Gerne genützt wird das

Angebot immer wieder bei kleineren Reparaturen,

die sich mit geringem Zeitaufwand erledigen lassen.

Statt dafür extra einen Termin vereinbaren zu

müssen, werden diese Arbeiten einfach während

der Mittagszeit erledigt. „Unsere Kunden kommen

entweder aus dem Großraum St. Pölten oder

beliefern die Industriebetriebe in und rund um

St. Pölten. Für viele liegen wir bei ihren Transporten

auch einfach auf der Strecke. “

dadurch lassen sich die Zwischenstopps

einfach und unkompliziert einplanen“, weiß der

Werkstattleiter. Als Nutzfahrzeug-Werkstatt,

die Lkw und Anhänger aller Marken repariert,

sind die Kunden der Scania Filiale St. Pölten

nicht zwangsläufig eingefleischte Scania Fahrer.

Manche haben überhaupt nur einen Lkw aus

Södertälje in ihren Fuhrpark eingereiht. „Die

Text und Fotos: Scania

Seit Herbst 2011 ist die Scania Filiale St. Pölten

auch als Servicepartner für Hiab-Kräne aktiv.

Kombination aus großzügigen Öffnungszeiten

und einem breit gefächerten Dienstleistungsangebot

sorgt am Markt für reges Interesse“, erzählt

Rudolf Götzinger. Profitieren kann man dabei

auch von den Öffnungszeiten am Samstag, von

7.45 bis 12.00 Uhr. „Der Samstag ist der Tag in

der Woche, an dem unsere Kunden Zeit finden,

Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten an

ihren Fahrzeugen erledigen zu lassen.“ Pünktlich

um 12.00 Uhr das Werkzeug beiseitezulegen und

begonnene Arbeiten erst am darauffolgenden

Montag fertigzustellen, kommt für die Mitarbei-

ter der Scania Filiale St. Pölten daher keinesfalls in

Frage. „Ein Lkw oder Anhänger, der am Samstag

in der Werkstatt steht, muss am Montag wieder

fahren. Und dafür sorgen wir auch“, unterstreicht

der Werkstattleiter.

im zweischichtbetrieb sind in der Scania

Filiale St. Pölten 20 Mitarbeiter beschäftigt. Sechs

davon sind Lehrlinge. „Nachdem wir die notwendigen

Facharbeiter seit Jahren schon in den

eigenen Reihen ausbilden, brauchen wir an den

weitreichenden Facharbeitermangel in Österreich

keine Gedanken verschwenden“, meint Rudolf

Götzinger. Weiter ausbauen will der Werkstattlei

ter auch das ohnehin schon breit gefächerte

Dienst leistungsangebot. Erst im Herbst 2011 startete

man als Servicepartner für Hiab-Kräne.

Filiale

St. Pölten

Adresse: Keilweg 4, 3100 St. Pölten

Telefon: 02742/229 00-0, Fax: -86

Notdienst Scania Assistance:

01/256 44 11

Öffnungszeiten:

Mo.–Fr.: 7.45–20.00 Uhr, Sa.: 7.45–12.00 Uhr

Verkehrsanbindung: rund 1 Kilometer von

der Abfahrt St. Pölten-Nord der S33 entfernt

www.scania.at 2.2012 • SCANIA BEWEGT 23


Hintergrund

Wind aus dem Rechner

Die Ingenieure in der Chassis-Entwicklung tauchen in die virtuelle Welt ab, um

Luftströme zu berechnen. Der Computer hilft, neue Lkw noch schneller zu entwickeln.

Text: Per-Ola Knutas, Markus Bauer Illustration: Thomas Hällqvist Foto: Dan Boman, Jacek Bilski

Früher haben die Entwicklungsingenieure

bei Scania neue Konzepte

praktisch nur mit Modellen im Windkanal

getestet – maßstabsgetreu

verkleinert oder 1 : 1. Heute übernimmt

der Computer solche Messversuche.

Die Leistung der Rechner

reicht dabei sogar für noch genauere

Tests aus, als bisher im Windkanal

möglich sind.

Was Früher mehrere Monate

gedauert und mehrere Menschen

beschäftigt hat, ist nun nach nur

einer einzigen Woche erledigt, von

den ersten Skizzen auf dem Reißbrett

bis zu komplett analysierten

Ergebnissen.

„Wir greifen schon früh in den

Entwicklungsprozess ein, gewöhnlich

direkt in der Konzeptphase

eines neuen Lkw-Modells oder

einer neuen Komponente“, erklärt

Thomas Hällqvist, Ingenieur in

der Scania Chassis-Entwicklung.

„Die Idee dahinter ist, dass unsere

Berechnungen und Analysen schon

in einer frühen Phase der Entwicklung

die richtige Marschrichtung

vorgeben.“

die Technik Für solche virtuellen

Versuche nennt sich numerische

Strömungssimulation (computational

fluid dynamics, CFD).

Mit CFD und den passenden Com-

putern lassen sich verschiedene

Luft- und Wasserströmungen

virtuell berechnen.

„in den vergangenen Jahren

haben wir ganze Lastzüge mit

Anhängern simuliert. Dabei können

wir fast alles untersuchen, angefangen

bei der Strömungscharakteristik

und Temperaturverteilung

im Motorraum. Wir können mit

CFD auch vorausberechnen, wie

die Luftströmungen um die Rück-

„Wie die Nase einer Spitfire –

eine sanfte, schlanke Form.”

Entwicklungsingenieur Thomas Hällqvists Traum von einem Lkw-Motor

Hohe Strömungsgeschwindigkeiten

der Luft

erscheinen in der Simulation

rot, niedrige blau.

Vorteile von CFD

• Luftströmung im Kühler und um

Motor und Getriebe beobachten.

• Temperaturverteilung sowie die

Wärmestrahlung im Motorraum

analysieren.

• Die Form des Motorraums optimieren:

Ein gut gestalteter Motorraum

bietet geringere Druckunterschiede

und erhöht damit den Durchfluss

von kühler Luft.

• Lärmquellen identifizieren, die

aus Turbulenzen im Luftstrom

hervorgehen.

• Verbrennungsprozess und Ruß-

bildung im Zylinder beobachten.

• Auspuff- und Ansaugsysteme

optimieren.

24 SCANIA BEWEGT • 2.2012 www.scania.at


Ausgefeilte Aerodynamikbauteile

leiten den Luftstrom

gezielt und mit

wenig Widerstand um

den Lkw herum.

„Dank des Computers können

wir ganz genau hinsehen.”

Entwicklungsingenieur Thomas Hällqvist

spiegel das Geräuschniveau im Fahrerhaus

beeinflussen“, sagt Hällqvist.

„Mit den heutigen Mitteln können

wir die Zeit auch einfach einfrieren.

Dank des Computers können wir

ganz genau hinsehen und den Luftstrom

oder das Temperaturfeld um

eine bestimmte Komponente bis ins

kleins te Detail nachverfolgen.“

der Typische Entwicklungsprozess

beginnt bei Scania nach wie vor

beim Design-Ingenieur. Der Ingenieur

lässt im CAD-Konstruktionsprogramm

(Computer Aided Design)

ein dreidimensionales Modell des

ganzen Lkw oder nur einer Komponente

entstehen. Dann muss sich

das neue Konzept im virtuellen Windkanal

beweisen. Die CFD-Ingenieure

speisen die Konstruktionsdaten in

ihre Computer ein und starten die

Berechnung. Der Rechner wirft die

virtuelle Turbine an und sammelt

alle Messwerte. Anhand der CFD-

Computersimulation können die

Ingenieure entscheiden, was sie an

der Konstruktion noch verfeinern

müssen.

Für diesen prozess verlangen die

Ingenieure den Rechnern eine massive

Rechenleistung ab: 128 Prozessoren

müssen durchschnittlich etwa

96 Stunden auf Hochtouren laufen.

Für dasselbe Ergebnis brauchen

128 wirklich schnelle Heimcomputer

bei maximaler Leistung ebenso lang

wie die Hochleistungsrechner in der

Scania Entwicklung.

www.scania.at 2.2012 • SCANIA BEWEGT 25


SERVICE Text und Fotos: Scania

– 20 % E 1.499,–*

Neues Club-aNgebot

scania Campingstuhl

bequemer stuhl für Freizeit und garten

. aus strapazierfähigem Nylon mit stahlrahmen

. faltbar und daher einfach zu transportieren

. getränkehalter in der armlehne

. inkl. farblich passender schutzhülle

Club-sonderpreis:

€ 24,90

Angeführte Preise sind Sonderpreise inkl. MwSt. und gelten nur für Club-Mitglieder.

Artikel erhältlich in Ihrem Betreuungsbetrieb, solange der Vorrat reicht.

26 SCANIA BEWEGT • 2.2012 www.scania.at


www.zf.com

ZF sollte drin sein.

Denn EcoLife entlastet

Fahrer und Budget.

Mehr Leistung, weniger Kosten – EcoLife macht‘s möglich. Das moderne, überlegene Automatgetriebe senkt die

Betriebskosten von Bussen. Weil es eine deutlich höhere Lebensdauer hat. Weil die Software TopoDyn Life den

Verbrauch verringert. Weil der Primärretarder verschleißfreies Bremsen ermöglicht. Und die Umwelt? EcoLife

schont natürliche Ressourcen, reduziert den Abgasausstoß, senkt die Fein staubwerte – und leiser ist es auch.

EcoLife. Wirtschaftlicher, ökologischer, komfortabler.

Antriebs- und Fahrwerktechnik


Wir schnüren übrigens auch

Finanzierungspakete.

Kein Wunder, wenn unsere Finanzierungsideen neugierig machen. Als Scania Service-

gesellschaft sind wir nicht nur in der Lage, gute Angebote für neue und gebrauchte LKW

zu machen. Wir hängen auf Wunsch auch gleich noch welche für Auflieger, Anhänger oder

Aufbauten hinten dran. Fesselnder Vorschlag, oder? www.scania.at

Scania Leasing. Kompetenz, die sich auszahlt.

Scania Leasing Österreich Ges.m.b.H.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine