„Ich bin nicht sentimental“. Fritz Overbeck zum 100. Todestag

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„Ich bin nicht sentimental“. Fritz Overbeck zum 100. Todestag

PressemitteilungSonderausstellung vom 7.6.-20.9.2009 zu Ehren des Worpsweder Malers„Ich bin nicht sentimental“. Fritz Overbeck zum 100. Todestag„Ich bin nicht sentimental.“ Mit diesem Ausspruch antwortete Fritz Overbeck (1869 –1909) nach seinem Wegzug aus Worpswede auf die Frage, ob er die Zeit in demKünstlerdorf vermisse. Nüchtern blickt der Maler zurück auf die großen Erfolge, die er alseiner der Gründungsväter der Malerkolonie Worpswede im Teufelsmoor gefeiert hat,freudig schaut er in die Zukunft, die ihm neue Motive und einen mutigeren Umgang mitseiner Farbpalette in Vegesack bringen sollte.Das Werk Fritz Overbecks steht im Mittelpunkt der großen Sonderausstellung zum 100.Todestag des Künstlers, der am 8. Juni 1909 im Alter von nur 39 Jahren verstorben ist.Das Overbeck-Museum im Alten Packhaus Vegesack feiert den Maler, dessen Nachlassdurch die Ausstellungsstätte betreut wird, vom 7. Juni bis zum 20. September 2009 miteiner umfassenden Retrospektive, bei der überwiegend kaum bekannte Studien undLeinwandgemälde Overbecks aus Privatbesitz gezeigt werden können. Auch fürLiebhaber gibt es damit im Overbeck-Museum neue Schätze zu entdecken. Parallel sollein Werkverzeichnis der Studien erscheinen, das viele bisher unbekannte Arbeiten FritzOverbecks dokumentiert. Ergänzt wird die Schau auch durch Leihgaben aus anderenMuseen, darunter so spektakuläre wie etwa das großformatige Gemälde „Im Moor“ (157x 280 cm) aus der Neuen Pinakothek in München, das nur aus Anlass dieserSonderausstellung überhaupt ausgeliehen werden kann.Der Verein der Freunde desOverbeck-Museums istGesellschafter der KulturBüro Bremen Nord gGmbH.Telefon 0421 - 663 665Fax 0421 - 247 61 47info@overbeck-museum.dewww.overbeck-museum.deOverbeck-MuseumLeitung: Dr. Friederike DaugelatAltes Packhaus VegesackAlte Hafenstraße 3028757 Bremen


Das Projekt wird realisiert mithilfe des Staatsministers für Kultur, Bernd Neumann, dersich mit Bundesfördermitteln an dem Vorhaben beteiligt, sowie der Waldemar KochStiftung und der Carl-Eduard-Meyer-Stiftung. Auch das Kulturbüro Bremen Nord und dasCity Marketing Vegesack haben ihre Unterstützung zugesagt. Als Partner derJubiläumsschau konnte außerdem das Paula Modersohn-Becker Museum in der BremerBöttcherstraße gewonnen werden. Nach den großen Erfolgen zum 100. Todestag vonPaula Modersohn-Becker steht 2009 nun die Beziehung der beiden KünstlerpaareOverbeck und Modersohn im Mittelpunkt. Eine Hommage an Fritz Overbeck wirddarüber hinaus in Paderborn zu sehen sein: Die Städtische Galerie in der Reithallepräsentiert parallel zu den Ausstellungen in Bremen einen Querschnitt durch das Werkdes Malers und ordnet sein Schaffen im Kontext seiner Worpsweder Künstlerkollegen ein.Das Ausstellungsmotto „Ich bin nicht sentimental“ markiert dabei nicht nur einenbiographischen Wendepunkt im Leben des Malers, der nach über zehn Jahren inWorpswede 1905 gemeinsam mit seiner Frau, der Künstlerin Hermine Overbeck-Rohte,und den beiden Kindern das Moordorf verließ, der Ausspruch ist auch künstlerischbedeutsam. Denn mit dem Umzug verknüpfte Overbeck gleichzeitig auch einenNeubeginn in seinem Schaffen. Seine Farbpalette frischte auf, er setze sich mitzeitgenössischen Strömungen auseinander und es entstanden Werke, die deutlich an denImpressionismus eines Max Liebermann erinnern oder sogar expressionistische Zügetragen. Das Nicht-Sentimentale drückt sich aber auch ganz allgemein in der KunstOverbecks aus, gilt er im Kreise der Worpsweder doch als der realistischste Maler, derweniger stilisiert oder romantisierend arbeitet als etwa seine Kollegen Heinrich Vogelerund Otto Modersohn. Der Ausstellungstitel zielt damit gleichsam auf beide Bereiche,Leben und Werk des Künstlers, ab und macht durch den persönlichen Zugang neugierigauf die Begegnung mit dem Maler.


Begleitet wird das Projekt durch ein attraktives Rahmenprogramm, an dem auchTeilnehmerinnen des Studiengangs Kunst- und Kulturvermittlung der Universität Bremenmitarbeiten: Besucher können im Overbeck-Museum selbst zu Pinsel und Farbe greifenund unter fachkundiger Anleitung malen wie Fritz Overbeck. Führungen durchWorpswede oder das nahegelegene Schönebecker Auetal zeigen die Stationen, an denender Künstler seine Motive gefunden hat, so dass sich direkt vor Ort erleben lässt, wo dieBilder Overbecks entstanden sind. Familiennachmittage und museumspädagogischeAngebote sollen auch Kinder für die Worpsweder Kunst begeistern. Konzerte undLesungen mit Musik und Texten der Jahrhundertwende lassen das Fin de Siècle lebendigwerden, und als kulinarischer Höhepunkt wird das Hochzeitsmenü der Overbecksserviert. Vorträge ordnen das Schaffen des Malers wissenschaftlich ein und gehen seinerStellung innerhalb der Gründungsgruppe der Worpsweder Künstlerkolonie nach.Zusätzlich erscheint ein Katalog mit farbigen Abbildungen, der anhand von Zeittafelnund Aufsätzen das Werk Overbecks kunsthistorisch reflektiert.Die große Sonderausstellung „Ich bin nicht sentimental“ will Lust machen, FritzOverbeck neu zu entdecken, und das Overbeck-Museum bietet zusammen mitverschiedenen Partnern aus den Bereichen Tourismus und Kultur attraktive Angebote füreine ungewöhnliche künstlerische Begegnung.Fritz Overbeck, Selbstbildnis, 1905, Öl / Pappe, 59 x 44,2 cm19. Februar 2009

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