Jahresbericht 2010 - Heidenspass

heidenspass.cc

Jahresbericht 2010 - Heidenspass

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INHALT

04 | Vorwort – heidenspassig!

05 | Ausblick oder wie heidenspass einen neuen Partner fand

06 | heidenspass Freundschaftsbuch

10 | heidenspass in Zahlen – unsere Leistung statistisch erfasst

14 | Leute über heidenspass

16 | Upcycling – Sinn oder Unsinn oder...

20 | Ein Blick in die Zukunft – heidenspass in 5 Jahren aus der Sicht der Jugendlichen

22 | heidenspass goes Germany oder wie wir uns aufmachten Brandenburg zu erobern

25 | graz-jobs2 – ESF Projekt 2010/2011

26 | Neue Räume für Mafalda oder wie sich heidenspass der Herausforderung stellte eine Theke zu bauen

28 | Arbeiten bei heidenspass oder wie ein ehemaliger Mitarbeiter über heidenspass denkt

29 | Workshopreihe meinheidenspass – gestalte deine Tasche!

30 | Prototypen oder wie heidenspass DesignerInnenträume wahr werden lässt

35 | Referenzen oder wo heidenspass schon überall mitgemischt hat

36 | Team heidenspass – Stand Februar 2011

37 | mehrheidenspass für Graz

VERANTWORTLICHKEIT: Fensterplatz – Initiative für Arbeitssuchende | Herrengasse 3/3 | 8010 Graz | Tel. 0316/76 40 78 | office@heidenspass.cc | www.heidenspass.cc

IMPRESSUM: Redaktion: Silvia Jölli, Mag. Jasenko Conka, Elfie Pahr | Lektorat: Elisabeth Wimmer | Layout: Elfie Pahr | Bilder: heidenspass – falls nicht anders gekennzeichnet


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VORWORT

heidenspassig!

Werte KundInnen, geschätzte PartnerInnen,

liebe FreundInnen!

Ein wenig erfreuliches Jahr im Zeichen des großen Sparens

ist angebrochen - wir werden dennoch versuchen, es heidenspassig

zu gestalten…

Die Sparpläne der Regierung betreffen wieder einmal vor

allem die allerschwächsten Mitglieder der Gesellschaft,

das ist nichts Neues. Die Lobby für Arbeitslose hat immer

schon schlechtere Karten gehabt, als die Interessensvertretungen

besser situierter Gesellschaftsgruppen. Wie soll

es in diesem Klima der sozialen Kälte noch weiter heidenspassig

sein?

Wir wollen weiterhin gute Arbeit für unsere Zielgruppe leisten

und mit viel Phantasie, Beweglichkeit und Experimentieren

weiter überleben. Den immerhin etwa 50 Personen

pro Jahr wollen wir einen Arbeitsplatz und damit finanzielle

Absicherung und eine Perspektive bieten. Mehr noch: Ab sofort

starten wir eine Kooperation mit Jugend am Werk. Im

Rahmen einer Produktionspartnerschaft werden heidenspass

Produkte in den Werkstätten von Jugend am Werk

hergestellt und auch gemeinsam vertrieben. Damit können

wir sinnvolle, innovative Beschäftigung für sehr viel mehr

Jugendliche als bisher weitergeben.

Produktenwicklung im Zentrum: unsere Themenführerschaft

im Bereich des wirklich nachhaltigen Recycling-

Designs werden wir weiter ausbauen. Auf uns warten alte

Teesäcke , neue Ideen für alte Schläuche, innovative Workshop

Serien und natürlich phantastisches Plastik... Auf

neue heidenspass Impulse dürft Ihr also gespannt sein!

Übrigens: Ab sofort erscheint unser Jahresbericht unter

dem Titel heidenspassig als umfassendes Infomagazin.

Einmal jährlich informieren, resümieren und diskutieren

wir über alles, was heidenspass macht.

Viel Vergnügen!

Silvia Jölli

Geschäftsführung

AUSBLICK

oder wie heidenspass einen neuen Partner fand

Seit Bestehen des Arbeitsprojektes heidenspass leiden wir

unter dem ständigen Problem, nicht ausreichend Ware produzieren

zu können, um der stetig steigenden Nachfrage

gerecht zu werden… Zugegeben, es gibt Schlimmeres, als

eine Nachfrage, die das Angebot der Produkte wesentlich

übersteigt. Aber auf Dauer macht es uns auch wenig Spaß,

immer nur das Nötigste zu produzieren und viele unserer

Ideen nicht ausführen zu können. Seit längerem tragen wir

uns mit dem Gedanken, eine Art Entwicklungswerkstätte zu

führen – bereits bei Gründung stand diese Möglichkeit im

Raum: heidenspass als Experimentierfeld, wo an ernsthaftem

Recycling-Design geforscht und probiert wird. Natürlich

im Rahmen unseres bewährten Konzeptes der niederschwelligen

Beschäftigung. Allerdings haben wir erst jetzt

die nötige Erfahrung gesammelt sowei die entsprechend

ausgereifte Produktpalette entwickelt. Und jetzt haben wir

den entsprechenden innovativen Partner um unsere Idee zu

verwirklichen.

Mit Jugend am Werk haben wir den gesuchten Mitspieler

gefunden. Er verfügt über die entsprechenden Werkstätten

sowie die nötige Experimentierfreudigkeit, um exklusiv

für heidenspass zu produzieren. Mit ihm können wir in

weiterer Folge auch den

Vertrieb gemeinsam abwickeln.

Die Grundidee

bei der Konzeption war

es, die Stärken beider Unternehmen

zusammenzuführen,

um so bestmögliche Synergien zu erzielen.

Jugend am Werk produziert in seinen Werkstätten

exklusiv die Kreationen aus der Entwicklungswerkstätte

heidenspass. So wird auch für die KundInnen

von Jugend am Werk Beschäftigung geschaffen. DesignerInnen

von heidenspass schulen die BetreuerInnen der

Werkstätten und entsprechend dem möglichen Tempo werden

sukzessive alle Designs aus dem Hause heidenspass

zur Fertigung an Jugend am Werk übertragen. Die entstandenen

Produkte werden gemeinsam verkauft.

Mit der gemeinsamen Arbeit zweier innovationsfreudiger

Unternehmen werden wir die Marken heidenspass und Jugend

am Werk weiter stärken. Das gemeinsame Konzept

garantiert dem Kunden/der KundIn den Kauf eines fair, regional

und nachhaltig produzierten Produktes in gewohnter

heidenspass Qualität.

Text: Silvia Jölli 05 |


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Wir stellen vor: Unsere FördergeberInnen 2011

heidenspass freundschaftsbuch

Name:

Funktion:

Geburtsdatum:

Schule:

Mein Lieblingszitat:

Liebstes Schulfach:

Mein Lieblingsessen:

Siegfried Schrittwieser

Landeshauptmannstellvertreter;

zuständig für die

Ressorts Soziales und

Arbeit - erneuerbare Energien

- Wohnhaussanierung

26.6.1952

Pflichtschule, Berufsschule,

Otto-Möbes-Volkswirtschaftsschule,

Sozialakademie

"Pack ma‘s an.“

Geschichte und Politische

Bildung

Lamm, zubereitet von meiner

Gattin

Mein Lieblingstier:

Meine Hobbies:

Genialste Musik:

Mein liebster Film:

Mein Traumberuf:

Ich bin ein Fan von:

Mein Wunsch für die

Zukunft:

Das Tolle an heidenspass

ist:

Bulle

Walken, Lesen und

Schifahren

Austropop

Tatort

Politiker

Meiner Gattin, Lisi

Gesund bleiben

Dass sie sich um Menschen

kümmern, die sonst allein

gelassen werden würden.

heidenspass freundschaftsbuch

Name:

Funktion:

Geburtsdatum:

Schule:

Mein Lieblingszitat:

Mein liebstes

Schulfach:

Mein Lieblingsessen:

a Mag. Kristina

Edlinger-Ploder

Landesrätin für Wissenschaft

& Forschung, Gesundheit und

Pflegemanagement

4.7.1971

VS St. Peter, Akademisches

Gymnasium

Solvitur ambulando

Deutsch, Geographie, Turnen

Spinat

Photo: Jungwirth

Mein Lieblingstier:

Meine Hobbies:

Genialste Musik:

Mein liebster Film:

Mein Traumberuf:

Ich bin ein Fan von:

Mein Wunsch für die

Zukunft:

Das Tolle an heidenspass

ist:

Hund, Esel

Lesen, Schwimmen, Reisen

Billy Joel

Ein irres Klassentreffen

Tischlerin,

Staatsanwältin...

Thomas Manns Büchern

Politik ist eine angesehene

Profession

Ich muss euch erst kennen

lernen

07 |


| 08

heidenspass freundschaftsbuch

Name:

Funktion:

Geburtsdatum:

Schule:

Mein Lieblingszitat:

Mein liebstes

Schulfach:

Mein Lieblingsessen:

Mein Lieblingstier:

a

Mag. Elisabeth

Grossmann

Landesrätin für Bildung,

Frauen, Familie, Jugend

25.11.1968

VS Neuhart, Gymnasium Dreihackengasse,

Karl Franzens Universität

Graz

Was nützt die beste Erziehung,

Kinder machen uns doch

alles nach!

Geschichte und Deutsch

Salat

Katze

Photo: Petra Spiola

Meine Hobbies:

Genialste Musik:

Mein liebster Film:

Mein Traumberuf:

Ich bin ein Fan von:

Mein Wunsch für die

Zukunft:

Das Tolle an heidenspass

ist:

Radfahren, Schwimmen,

Spazierengehen

Rod Stewart

Philadelphia (mit Tom Hanks)

Politikwissenschafterin

Bruno Kreisky, Barack Obama

Chancengleichheit und

eine soziale Europäische

Gemeinschaft

Dass jungen Menschen eine

Chancengleichheit gegeben

wird und niemand fallen

gelassen wird; gelebte

Menschlichkeit

heidenspass freundschaftsbuch

Name:

Funktion:

Geburtsdatum:

Schule:

Mein Lieblingszitat:

Mein liebstes

Schulfach:

Mein Lieblingsessen:

Mein Lieblingstier:

in

Dr. Martina

Schröck

Stadträtin für Soziales, Frauen

und SeniorInnen

1.8.1977

Ich lerne im Rathaus...

Wenn du das tust, was du immer

getan hast, wirst du das bekommen,

was du immer bekommen

hast. Willst du etwas anderes,

tu etwas anderes!

Englisch

Ein spanisches Frühstück

Katze und Esel

Photo: Stadt Graz/Fischer

Meine Hobbies:

Genialste Musik:

Mein liebster Film:

Mein Traumberuf:

Ich bin ein Fan von:

Mein Wunsch für die

Zukunft:

Das Tolle an heidenspass

ist:

Kreatives (Musik, Malen,

Fotografieren), Lesen, mit

anderen zusammen sein, Reisen,

Laufen

Blur, Garish, MGMT, Interpol,

Editors, Tori Amos

Being John Malkovich

Schauspielerin

Gutem Humor

Ein gerechter Erdball, auf

dem alle einigermaßen zufrieden

leben können.

Die viele Kreativität und

der Humor

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heidenspass IN ZAHLEN

Unsere Leistung statistisch erfasst

Im Jahr 2010 wurden im Arbeitsprojekt heidenspass und im

ESF Projekt Graz Jobs2 47 Personen beschäftigt. Die 47

Personen haben insgesamt 9091 Stunden geleistet.

27 20

heidenspass nach unseren Angeboten:

42 5

heidenspass basis

graz-jobs2

heidenspass basis

Um die Zugangsschwelle möglichst niedrig zu halten, finden

die Jugendlichen einen unkomplizierten, unbürokratischen

Aufnahmemodus vor. Die Anstellung erfolgt auf Basis

geringfügiger Dienstverhältnisse. Die Erfahrung zeigt,

dass aufgrund dieses niederschwelligen Zugangs bei einem

relativen hohen Anteil der beschäftigten Jugendlichen ein

Grad an Stabilisierung erreicht werden kann – eine notwendige

Voraussetzung für eine weiterführende Teilzeitbeschäf-

tigung bzw. Weitervermittlung in verbindlichere Qualifizierungs-

und Beschäftigungsformen.

graz-jobs2

Seit März 2010 nehmen wir an dem ESF Projekt graz-jobs2

teil. Als eines von 6 Projekten haben wir 3 Plätze bei

heidenspass für Langzeitarbeitslose reserviert. Nach der

Orientierungsmaßnahme TOL (Caritas) werden die TeilnehmerInnen

auf 6 Grazer Beschäftigungsbetriebe aufgeteilt.

Wir haben im Rahmen dieses Projektes 2010 5 Personen

beschäftigt.

GRAZ-JOBS2

STUNDEN GESAMT 2010:

heidenspass basis

47 Jugendliche bei heidenspass

6743 geleistete Stunden

Österreich

Iran

Tschetschenien

graz-jobs2

5 MitarbeiterInnen

2348 geleistete Stunden

Was wurde aus unseren Jugendlichen?

Nach eigenen Recherchen sieht der Verbleib nach dem

Dienstverhältnis bei heidenspass folgendermaßen aus:

H BASIS

10 vermittelt in Arbeit

10 vermittelt in Ausbildung

1 Karenz

7 andere Maßnahme

2 unklar

heidenspass Einzelfallhilfe (Abb. 1)

Jugendliche, die bei heidenspass arbeiten haben die Möglichkeit

Beratung in Anspruch zu nehmen. Bei diesem Beratungsprozess

liegt der Fokus auf der beruflichen Integration

und Abklärung. 2010 nahmen 24 Personen dieses

Angebot in Anspruch.

Das Ziel unseres Projekts ist hauptsächlich die Stabilisierung

der bei uns Beschäftigten. Unser niederschwelliger

Ansatz zieht sehr unterschiedliche Personengruppen an.

Wir haben die wichtigsten „Vermittlungshemmnisse“ her-

7

ausgearbeitet und dargestellt. (Abb. 2-5) 11 |

Abb. 1

Abb. 2

Abb. 3

Abb. 4

Abb. 5

EINZELFALL-

HILFE

WIEDEREINSTEI-

GERINNEN

SUCHT

MIGRATION

PSYCHE

PHYSIS

10 10 10 10 10

24

16

8

3

3

0

11

5

6

23

11

12

21

14


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mehr heidenspass IN ZAHLEN

Beschäftigte nach wichtigsten Vermittlungshemmnissen

Vermittlungshemmnis Nummer 1 ist natürlich die Bildungssituation

der Jugendlichen, wie auch die folgende Grafik belegt.

BILDUNG

A B C

7 Grundbildung (VS)

29 Hauptschule

6 Lehre, Fachschule

4 Matura

1 Studium

Personen mit physischer oder psychischer Erkrankung

(Abb. 5)

Ein weiteres schweres Vermittlungshemmnis ist eine chronische

bzw. ungeklärte oder unbehandelte Erkrankung. 21

Personen mit diesem Hintergrund wurden stundenweise

bei uns beschäftigt.

Jugendliche mit problematischem Drogenkonsum (Abb. 3)

Bei heidenspass arbeiten auch Jugendliche, die aktuell ein

Suchtproblem haben. Im Jahr 2010 waren das 11 Personen.

Bei dieser Zielgruppe ist naturgemäß weniger Kontinuität

bei der Arbeit zu beobachten. Im Durchschnitt leisten Jugendliche

mit diesem Vermittlungshemmnis weniger Stunden

/ Person.

Jugendliche mit Migrationshintergrund (Abb. 4)

Heidenspass hat einen sehr hohen Anteil an Jugendlichen

mit Migrationshintergrund. Wir leisten sehr viel Integrationsarbeit

und sind sehr stolz 2010 bereits Jugendliche aus 9

unterschiedlichen Ländern beschäftigt zu haben!

Der Anteil von Jugendlichen mit Migrationshintergrund beträgt

ca 45%.

NATIONALITÄTEN

3 Afghanistan

1 Bulgarien

2 Deutschland

4 Iran

1 Kroatien

1 Mexiko

4 Tschetschenien

5 Türkei

2 Weißrussland

Umsatzentwicklung im Projekt

Im Vergleich zu 2009 sind die Zahlen leicht rückläufig. Mit

Beendigung des ESF Projektes heidenspass plus war es

uns nur noch eingeschränkt möglich Jugendliche über

der Geringfügigkeitsgrenze anzustellen, das hat sich auf

die geleisteten Stunden ausgewirkt. Trotzdem konnten

wir unseren Eigenerwirtschaftungsanteil kräftig anheben:

2010 haben wir uns auf einen Anteil von fast einem Viertel

herangearbeitet!

Wir führen einen sozialwirtschaftlichen Betrieb mit dem

Anspruch, sowohl die Erfüllung des sozialen Auftrags als

auch den wirtschaftlichen Erfolg gleichermaßen im Blick

2006 2007 2008 2009 2010

4,9% Erlös 11,06% Erlös 12,18% Erlös 18,08% Erlös 24,08% Erlös

zu behalten. Die Entwicklung der Zahlen

spricht für sich. Das Label heidenspass hat

sich innerhalb der letzten fünf Jahre gut positioniert

und etabliert. Die Nachfrage nach

heidenspass Produkten steigt kontinuierlich,

ebenso wie die Anfragen von Jugendlichen,

die bei heidenspass arbeiten wollen.

Wie jedes Jahr mussten wir sehr viel

Jugendliche aus Kapazitätsgründen ablehnen.

2010 waren es 52 Personen.

Text: Silvia Jölli

Entwicklung des Gesamtvolumen

Entwicklung des Erlöses

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LEUTE ÜBER heidenspass

heidenspass ist unverzichtbar!

Weil heidenspass macht

einzigartige Arbeit in der Steiermark

für Jugendliche, die an den

Rand der Gesellschaft gedrängt sind

und heidenspass gestaltet so wunderschöne Dinge, die

noch dazu einen ganz hohen Recycling-Anteil haben. heidenspass

ist einzigartig! Weil der außergewöhnliche, wertschätzende

politische, inhaltliche und pädagogische Ansatz in der Arbeit

mit Jugendlichen in der Konkretheit und realen Umsetzung

nur von heidenspass gelebt wird.

Alles, was ich bisher mit heidenspass erlebt habe, war außergewöhnlich;

heidenspass hat sich zu einer wertvollen Marke

entwickelt. Ich freue mich, dass in 2011 die Zusammenarbeit

mit heidenspass noch intensiver wird.

Walerich Berger

Geschäftsfürung JAW Stmk GmbH

Schon vor Jahren – bei

einer arbeitsmarktpolitischen

Studienreise durch die

Steiermark – hat mich das Konzept von heidenspass

fasziniert. Gerade die Vielschichtigkeit

und Komplexität des Handlungsansatzes

von heidenspass sind beeindruckend.

Enorm, wie heidenspass sich in der Zwischenzeit

weiterentwickelt hat.

Wir sind sehr zufrieden, heidenspass als

Partner für unser transnationales Projekt –

gefördert von der Europäischen Union und

dem Land Brandenburg - gewonnen zu haben

und so von den Kolleginnen und Kollegen aus

Graz lernen zu können.

Roman Zinter

Brandenburger Landesverband der Arbeits-,

Bildungs- und Strukturfördergesellschaften

e. V.

Gerne stehe ich zu heidenspass

und sage:

„heidenspass ist für mich eine

Vision, die von der Begeisterung

und Glaubwürdigkeit der

MitarbeiterInnen getragen

wird: Wer eine Beschäftigung

sucht, soll eine finden. Ohne

Hürden.“

Laura Bono

socialimpact –

research & consulting

heidenspass ist für mich …

… eines jener Projekte, die ich

in meiner früheren Funktion immer

am liebsten besucht habe.

Weil die Stimmung und die

Haltung dort so positiv sind.

Man spürt das Anliegen dahinter,

den Einsatz der MitarbeiterInnen,

die sprudelnde Kreativität

und das Leben. Und dass

dort auch mitunter mit einem

Heidenspass gearbeitet wird.

Elke Edlinger

Sozialstadträtin a. D.

heidenspass ist Zauberei. Was

sonst auf den Müll gelandet wäre, verwandeln

die Hexen und Zauberer von heidenspass

in wundervolle Taschen, Gürtel, Accessoires...

mit Charme und Chique bis ins kleinste

Detail.

Ulrike Gladik

Filmemacherin

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UPCYCLING

Sinn oder Unsinn oder...

... Beschäftigungstherapie mit Potenzial zum Wirtschaftsfaktor?

Gegenwärtig ist das Thema in aller Munde. Vor einigen Jahren

noch war es eine Randerscheinung, Einzelne jedoch

haben sich immer schon mit der Verwertung von Abfällen

beschäftigt. Aus praktischen, künstlerischen oder gar existentiellen

Gründen. Als Begriff fassbar gemacht und geadelt

durch den Anglizismus „Recycling-Design“ widmen

sich mittlerweile einige aus unterschiedlichsten Gründen

diesem Geschäftsfeld.

Die Materie ist sehr komplex: die Herstellung von Recycling-Design

ist von zahlreichen regionalen und sozialen

Faktoren bestimmt. Und die Palette dessen, was unter diesem

Begriff verstanden wird, ist sehr groß. Im Folgenden

können daher nur einige Aspekte und die wichtigsten Ausformungen

von Recycling-Design angesprochen werden.

Der Schwerpunkt der Betrachtungen liegt dabei auf den

westlichen industrialisierten Ländern. Wie alles andere ist

auch Recycling-Design Angebot und Nachfrage unterworfen.

Es scheint daher sinnvoll, zunächst die Grundlagen für

die Nachfrage und das daraus resultierende Konsumentenverhalten

zu hinterfragen.

Mit der Globalisierung hat sich nicht nur der Zugriff auf

Konsumgüter extrem verein- und vervielfacht, sondern

auch der Zugang zu Produktionsinformationen. Es fällt vielen

Menschen schon schwer, einfach so drauflos zu konsumieren.

Nicht nur, weil sie schon so viel besitzen, sondern

auch, weil es immer schwieriger wird, die Augen vor normal

gewordenen ausbeuterischen Produktions- und Entsorgungsverhältnissen

zu verschließen. Sie sind zu einem

massiven Problem postkolonialer Prägung geworden.

Noch vor 20, 30 Jahren konnte man sich zwar nicht jeden

Fetzen (Kleidungsstücke von großen Handelsketten)

und jedes E-Gerät leisten, aber man konnte sich ganz dem

kindlich reinen Gefühl der Freude hingeben, wenn man etwas

erstand. Überlegungen zur Entstehungs- und Entsorgungsgeschichte

wurden dabei nicht angestellt. Entscheidend

waren Preis und Statuserwerb. Wenn doch, wurde

das Produkt entweder ohnedies unter einigermaßen fairen

Bedingungen in Europa hergestellt worden, oder man hat

es eben nicht gewusst. Heute, im janusköpfigen „Plastikzeitalter“,

wie es später wohl genannt werden wird, leben

breite Bevölkerungsschichten nicht nur in Überfluss und

Wohlstand, sondern auch im Wissen um die eigene Verantwortung.

Der Genuss dieser Segnungen ist aber getrübt

durch die Produktion damit einhergehender Nebenprodukte

wie Verteilungsungerechtigkeit, selbst gemachte Katastrophen

wie Tschernobyl oder die Erderwärmung, Umweltzerstörung

usw. Das ist das Dilemma.

So regt sich bei einigen, vornehmlich in westlichen Zivilisationen

Lebenden, vermehrt Zweifel über die eigene Rolle.

Und es stellt sich die Frage: Was kann der/die Einzelne tun?

Lassen sich ein feines Leben und eine sozialökologische

Haltung vereinbaren oder bedingen sie einander sogar?

Die Lösung?

Wie können Produktivität und Prosperität erhalten bleiben,

was ist die Alternative zum Verzicht? Eine Möglichkeit lautet

Recycling. Die heutige Erwachsenengeneration ist bereits

mit dem Thema groß geworden. Das Trennen von Wertstoffen

wie Papier, Glas, Kunststoffsäcken hat sich zwar durchgesetzt,

wird aber von unserer eigenen Bequemlichkeit und

Querschlägen der Industrie immer wieder untergraben. Einige

Beispiele: Der getrennte Hausmüll wird in manchen

Müllverarbeitungsbetrieben vor der Verbrennung zusammengeworfen

oder überhaupt gleich nach Asien oder Afrika

geschickt, wo die Deponierung kaum Kosten verursacht.

Glasflaschen sind out, da sie doch sehr schwer sind und

ihre Reinigung teuer ist. Recyclingpapier ist nicht hübsch,

aber teuer. Öko-Windeln kosten doppelt so viel wie Pampers

und werden im TV nicht beworben. Second-Hand Handys

befördern nicht die gesellschaftliche Reputation usw.

Es stellt sich ohnedies die Frage, wie sinnvoll diese Bemühungen

überhaupt sind. Denn das Trennen von Müll z.B.

scheint doch leider gerade dazu geeignet, sich das ökologische

Mäntelchen eines verantwortungsvollen Menschen

überziehen zu dürfen. Es führt jedoch nicht zu weiterreichenden,

wirklich notwendigen Schritten im alltäglichen

Leben.

Vor diesem Hintergrund ist wohl auch Recycling-Design zu

bewerten. Das aufkeimende Interesse daran ist per se positiv.

Jedoch sollte man sich vor Illusionen darüber hüten,

ob größere Bevölkerungsgruppen tatsächlich ressourcenschonend

leben werden. Die paar „Bobos“ (bourgeois und

bohemian) und „Lohas“ (Lifestyle of Health and Sustaina-

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mehr UPCYCLING

bility) in den „Ruccola“-Bezirken europäischer Großstädte,

wie Josef Hader treffend formuliert, machen das Kraut

nicht fett. Und seitens der Produzenten sind oft rein geschäftliche

Gründe ausschlaggebend.

Fazit: Das Ziel ist – wenn auch in der Ferne – sichtbar: In

erster Linie geht es aber noch um die Optimierung der eigenen

Existenzform.

Das Design

Von den vielen unterschiedlichen Möglichkeiten, sich mit

der Entwicklung von Recycling-Design zu beschäftigen, seien

nur einige benannt. 1913 erhob Marcel Duchamp ein auf

einem Hocker montiertes Fahrradvorderrad durch seine

Signierung zum Kunstobjekt. Das „Readymade“ ist durchaus

als Recycling in der Kunst zu betrachten und wurde seit

damals x-fach nachgeahmt. Im Sinne echten Recycling-Designs

betätigte sich der ungarische Designer Marcel Breuer,

der 1929 seinen schwingenden Stahlrohrstuhl „S 32“ mit

übriggebliebenen Strohgeflechten von Thonets Kaffeehausstühlen

bezog. Die Brüder Achille und Pier Giacomo Castiglioni

entwarfen 1957 den Hocker „Mezzadro“, ursprünglich

aus gebrauchten Teilen wie einer Traktorsitzschale, einer

alten Flügelschraube sowie Holz- und Metallresten. Die

Produktion erfolgt zwar heute noch, ist aber nicht als Recycling-Design

zu bezeichnen, da neuwertige Materialien verwendet

werden.

Dieser Aspekt spielt in der Produktion von Recycling-Design

eine gewichtige Rolle. Es ist oft schwierig bis unmöglich,

durchgängig ökologisch und nachhaltig zu arbeiten.

Schon der Zugang zum Entwurf zeigt die Problematik auf.

Am Ende muss jedenfalls ein marktfähiges Produkt mit bestimmten

Qualitätsmerkmalen entstehen. Ein guter Einfall

ist zwar wunderbar, jedoch nicht sonderlich hilfreich, wenn

die dafür nötigen Ressourcen nur mühsam aufzutreiben,

zu reinigen oder zu zerlegen sind. Umgekehrt garantieren

Berge von potenziell geeignetem (und gelagertem) Müll

nicht unbedingt, dass ein brauchbarer Entwurf entsteht.

Ein weiteres Problem sind die weltweit unterschiedlichen

Produktionsbedingungen und fehlenden steuerlichen Rahmenbedingungen

der EU. Vollwertige Recycling-Produkte

aus Asien z.B. sind an sich zwar positiv zu bewerten, jedoch

erschweren sie durch die niedrigen Lohnniveaus in ihren

Herkunftsländern europäischen Herstellern das Überleben

und müssen zudem tausende Kilometer transportiert werden.

Ähnlich verhält es sich bei den Freitag-Taschen, die

zwar aus alten Lkw-Planen gefertigt sind, jedoch aus wirtschaftlichen

Gründen ebenfalls in Asien gefertigt werden.

Ein besonders lustiges Beispiel liefern die Gebrüder Campana.

Mit ihrem 2000 Euro teuren Stuhl „Favela“ wildern

sie zwar im Recycling-Design Revier. Der Stuhl ist jedoch

keineswegs aus alten gebrauchten Holzstückchen zusammengebaut,

wie es Name und Optik vermuten lassen.

Natürlich gibt es auch ernsthafte Produzenten wie etwa

„Zweitsinn“, wo tatsächlich ausschließlich Abfallprodukte

verarbeitet werden. Die von Langzeitarbeitslosen mit Behinderung

gefertigten Recyclingmöbel wurden zu erschwinglichen

Preisen ursprünglich nur in Sozialmärkten verkauft.

Mittlerweile ist der Vertrieb erweitert worden, und einzelne

Stücke können bis zu 3000 Euro kosten. Überhaupt scheint

die Verbindung von ökologisch nachhaltiger Produktion und

Recycling ein interessanter Weg zu sein. Selbstverständlich

sind Entwürfe wie Tejo Remys Regal „Chest of Drawers“

aus alten Schubladen oder „Rag Chair“, ein Sessel aus Altkleidern,

der für lumpige 4000 Euro zu haben ist, eine Be-

reicherung für die Design Szene. Doch sind sie naturgemäß

nicht massentauglich. Immerhin aber zeigen sie das Potenzial

von Recycling-Design auf und sorgen für eine gewisse

Aufmerksamkeit. Der Trend zu sozialökonomisch und ökologisch

nachhaltigen Betrieben, die das Thema ganzheitlich

und authentisch vorantreiben, wächst. Hilfreich wäre

einerseits die Einführung eines europäischen Gütesiegels,

das sämtliche Aspekte der Entstehung berücksichtigt: faire

Arbeitsverhältnisse in der Region, die Verwendung von Recycling

Materialien und geringste Transportwege. Für die

KonsumentInnen wäre das eine Hilfe in der Wahrnehmung

ihrer Verantwortung beim Einkaufen, für viele Betriebe, die

sich jetzt schon in diese Richtung betätigen, eine Motivation,

es vielleicht bei den eigenene Produktionsstandards

noch etwas genauer zu nehmen. Letztlich aber sollte vor

dem Hintergrund einer zugrunde gehenden Welt und himmelschreiender

Ungerechtigkeiten bei der Vermögensverteilung

die vollkommene Steuerbefreiung diskutiert werden.

Die Zeit des Klecksens ist vorbei, jetzt sollte geklotzt

werden!

Text: Mag. Jasenko Conka

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EIN BLICK IN DIE ZUKUNFT

heidenspass in 5 Jahren aus der Sicht der Jugendlichen

Ich arbeite bei heidenspass

schon seit 3 Jahren und während dieser

Zeit habe ich gesehen, welch großen Erfolg

der Betrieb hat. Ich denke, dass dies erst der Anfang

ist. In 5 Jahren wird heidenspass wahrscheinlich schon

Räume und Wohnungen gestalten oder in der Mode

eine große Rolle spielen. Es kann auch sein, dass

heidenspass an der Politik und Wirtschaft

teilnehmen wird.

heidenspass hat eine

revolutionäre Tasche entwickelt,

die unbegrenzt viel Müll

schlucken kann.

Ob es heidenspass in 5

Jahren noch geben wird, kann man

nicht mit Sicherheit sagen. Ich hoffe es jedenfalls.

Denn heidenspass gibt Jugendlichen, die es

nicht so leicht haben eine Art Heimat. Die Arbeit gibt

ihnen Selbstvertrauen und das Gefühl wertvoll

zu sein. Wertvoll als Mensch, wertvoll als

Arbeitskraft.

heidenspass hat

eine Filiale mit Shop und

Werkstatt in einer anderen

Stadt Österreichs.

Keine Ahnung, aber

ich denke, dass es heidenspass

noch geben wird

und auch andere Jugendliche

zum Arbeiten motiviert werden.

Danke!

Aus

meiner Sicht ist heidenspass

eine sehr tolle Arbeitsstelle. heidenspass

bietet vielen Jugendlichen eine

Arbeitsstelle mit viel Spaß und es ist sehr interessant,

wie sie aus Abfallmaterialien etwas Kunstvolles

herstellen. Ich denke, dass heidenspass

sich weiter entwickeln wird in viele

andere Bereiche.

heidenspass wird wie immer hart zu kämpfen haben. Die Konkurrenz

wird stark oder Recycling-Produkte werden out sein. Wenn

das Land weiterhin so stark die Förderungen reduzieren muss,

wird heidenspass vielleicht sogar untergehen – vielleicht...

Aber heidenspass wird immer neue Produkte kreieren und in unsicheren

Situationen nicht aufgeben. Ich könnte mir vorstellen, dass

heidenspass sich mit der Zeit etwas von Taschen entfernen wird

und andere Gegenstände mehr in den Mittelpunkt kommen. Ich

wünsche heidenspass jedenfalls viel Glück und kreatives Schaffen.

Denn wenn es die beiden Dinge hat – ist es praktisch nicht unter

den Teppich zu kehren.

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heidenspass GOES GERMANY

oder wie wir uns aufmachten Brandenburg zu erobern

Im Sommer 09 machte sich eine Delegation vom Brandenburger

Landesverband der Arbeits-, Bildungs- und Strukturfördergesellschaften

e.V. (im weiteren BLV-ABS e. V. genannt)

auf den Weg. Sie wollte sich einen Überblick über

die europäische Landschaft im Bereich innovativer Sozialprojekte

verschaffen und besuchten auch heidenspass. Die

Projektverantwortlichen vom BLV-ABS e. V. waren auf der

Suche nach Partnern für eine transnationale Zusammenarbeit

im Rahmen eines ESF (Europäischer Sozialfond) Projektes

und verfolgten das Ziel, neue Ansätze in die eigenen

Strukturen zu implementieren. Salus, ein niederländisches

Unternehmen, das sich mit der Vitalisierung von Langzeitarbeitslosen

befasst, und heidenspass mit seinem kreativen

Ansatz im niederschwelligen Beschäftigungsbereich

waren als künftige Projektpartner ausgewählt worden. Nun

konnte die transnationale Zusammenarbeit unter dem Projektnamen

KreVita beginnen: Kreativität und Vitalität.

Das erste Zusammentreffen aller Beteiligter fand im Juni

letzten Jahres in der Stadt Brandenburg, im sogenannten

„Slawendorf“ statt. Selbiges ist ein idyllisch an der Havel

gelegenes, historisch anmutendes Dorf. Es ist im Rahmen

einer Arbeitsinitiative des BLV-ABS e. V. errichtet worden

und stellt die typische Siedlungsform der im 7./8. Jahrhundert

ins Havelland gezogenen Slawen dar. Eine Flussfahrt

auf einem der ebenfalls selbstgebauten slawischen Plankenschiffe

und ein üppiges Abendessen vom Grill – wir

fühlten uns fast wie Asterix und Obelix auf der letzten Seite

der bekannten Comicreihe – sorgten für einen zwanglosen

Projektanfang. Zu den TeilnehmerInnen zählten der Moderator

und projektverantwortliche Roman Zinter und sein

Partner Oliver Jentsch von der hiba impulse gmbh Berlin,

Simon Zuidema und Evert van Tuijl für Salus, ca. 15 von

insgesamt 50 GeschäftsführerInnen unterschiedlicher Arbeitsprojekte

des Landes Brandenburg sowie meine Kollegin

Elfie Pahr und ich für heidenspass.

Das Treffen diente vor allem der Präsentation der beiden

transnationalen Projektpartner Salus und heidenspass. Den

brandenburgischen GeschäftsführerInnen sollte Gelegen-

heit geboten werden sich auszusuchen, welches der beiden

Projekte sie näher kennenlernen wollten, um in den

folgenden zwei Jahren sowohl Erfahrungen als auch konkrete

Projektbestandteile in die eigenen Betriebe zu implementieren.

Unser Konzept stieß dabei auf reges Interesse,

und auch wir bekamen Einblick in die deutsche Sozial- und

Arbeitsmarktlandschaft.

Zwei Aspekte haben sich als besondere Herausforderungen

dargestellt. Zum einen dürfen gestützte Betriebe oder

Arbeitsinitiativen in Deutschland keinen Profit durch Produktverkäufe

erzielen, da dies von der deutschen Wirtschaft

als wettbewerbsverzerrend betrachtet wird. Zum anderen

ist es sehr schwierig unser Konzept in ein anderes, bestehendes

zu implementieren, da es aus einer sehr breiten Palette

von Angeboten besteht. Es würde die Notwendigkeit

der Anpassungsqualifizierung (und zumindest theoretisch

auch der daraus abzuleitenden höheren finanziellen Anerkennung)

der deutschen KollegInnen nach sich ziehen. Zum

Teil wäre das durchaus möglich. Da aber heidenspass eine

eigene Biographie hat, und die Auswahl der MitarbeiterInnen

nach projektierten Erfordernissen erfolgte, wären der

Übertragung natürlich Grenzen gesetzt. In diesem Zusammenhang

ist, durchaus kritisch wie berechtigt, der Begriff

der „eierlegenden Wollmilchsau“ gefallen. Insgesamt war

unser Aufenthalt ebenso angenehm wie aufschlussreich,

zumal es uns auch die Möglichkeit geboten hat, die bisherige

Entwicklung und Kompetenz von heidenspass mit den

Augen anderer zu sehen.

Im Jänner 2011 besuchte uns schließlich eine Delegation

von 12 brandenburgischen KollegInnen in Graz. Im Rahmen

des 3-tägigen Besuchs sollte vor allem geklärt werden, auf

welche Weise es möglich wäre, das „heidenspass-Spezifische“

in Workshops aufzubereiten: Wie können wir in 3 mal

3 Tagen unser Know How an Schlüsselkräfte aus Brandenburg

weitergeben und sie dadurch befähigen, ein ähnliches

Projekt wie heidenspass in Brandenburg durchzuführen?

In der Diskussion war eines schnell klar: Es gibt einige sehr

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| 24

...heidenspass GOES GERMANY

große Unterschiede, was etwa die wirtschaftliche Situation

in Brandenburg oder den Aufbau der Förderstrukturen in

Deutschland betrifft. Durchaus vergleichbar ist allerdings

die Ausgangssituation der beiden Staaten, in Zeiten des beherzten

Sparens, neue innovative Projekte zu ermöglichen

und aufzubauen. Was aber schließlich den Ausschlag für

ein sehr anregendes Klima bei diesem Study Visit gab, war

die uneingeschränkte Begeisterung unserer Gäste, die offensichtlich

von heidenspass sehr inspiriert waren.

Der heidenspass Workshop am ersten Nachmittag hatte

den KollegInnen aus Brandenburg einen praktischen Einblick

in die Arbeitsweise unserer Werkstatt gegeben. Die

Themen für die geplanten Workshops in Brandenburg waren

am anschließenden zweiten Arbeitstag schnell gefun-

den. Nach einem letzten, schon sehr freundschaftlichen

gemeinsamen Abendessen wieder zu Hause in Brandenburg

angekommen, wurde gleich für ein weiteres gemeinsames

Projekt angesucht... mal sehen, was daraus wird.

Abschließend lässt sich sagen, dass der „Spirit of heidenspass“

übergesprungen ist! Dieses gemeinsame Projekt ist

ein feines Beispiel für einen europäischen Wissenstransfer

im Einklang mit den Werten und dem Bestreben solcher

ESF Ausschreibungen.

Ich bin überzeugt, dass dieser Austausch nicht – wie so oft

– in reiner Theorie verhaften bleiben, sondern in Brandenburg

sehr viel tatsächlich umgesetzt und gelebt werden

wird.

Text: Mag. Jasenko Conka

GRAZ-JOBS2

ESF Projekt 2010/2011

heidenspass ist seit März 2010 Teil von graz-jobs2, einer

Arbeitsgemeinschaft von 6 Grazer Sozialökonomischen Betrieben

(BAN, Bicycle, Caritas, heidenspass, ISOP, Öko-

Service). Finanziert wird das Projekt aus den Mitteln des

ESF Schwerpunkt Stebep 3b. graz-jobs2 hat sich zum Ziel

gesetzt, Langzeitbeschäftigungslosen und Menschen, die

Sozialhilfe beziehen, eine befristete Beschäftigungsmöglichkeit

zu bieten. Der Fokus liegt dabei verstärkt bei arbeitsmarktfernen

MigrantInnen. Dieser Zielsetzung entspricht

auch die Installierung eines begleitenden Sprachkurses

für die TeilnehmerInnen mit Migrationshintergrund. Die

Sprachkurse finden einmal wöchentlich bei ISOP statt und

werden als Arbeitszeit angerechnet. Im Sinne von Gender-

Mainstreaming wird die gleiche Aufteilung der Dienstverhältnisse

zwischen Frauen und Männern angestrebt.

Aktuell sind vier Personen (2 Frauen/2 Männer) über grazjobs2

bei heidenspass angestellt. Neben der Beschäftigungsmöglichkeit

werden die TeilnehmerInnen durch heidenspass

sozialarbeiterisch begleitet und gegen Ende der

befristeten Anstellung bei der Jobsuche unterstützt. Durch

dieses Projekt konnten wir erneut die Möglichkeit von Teil-

zeitstellen schaffen. Im Zeitraum 2008/2009 hatten wir

durch die Abwicklung des ESF Projekts heidenspass plus

bereits wertvolle positive Erfahrungen mit den grundsätzlich

sehr unterschiedlichen Ansätzen gesammelt: Zum einen

ist das die unverbindliche stundenweise Beschäftigung,

die wir Jugendlichen bieten, zum anderen das Angebot von

verbindlichen fixen Arbeitszeiten im Rahmen einer Teilzeitanstellung.

Unsere damalige Befürchtung, dass unterschiedliche

Regeln für zwei Gruppen innerhalb des gleichen

Betriebes Konkurrenzdenken schüren könnten, hat sich

nicht bewahrheitet. Neu für alle an diesem Projekt Beteiligten

ist, dass durch graz-jobs2 erstmals vereinzelt auch

Erwachsene bei heidenspass für befristete Zeit beschäftigt

werden. Ein Umstand, der anfangs eher von den Erwachsenen

eine gewisse Anpassungsleistung erforderte. Sie waren

es bis dato nicht gewohnt mit vorwiegend jugendlichen KollegInnen

zu arbeiten. Nach der Einstiegsphase zeigte sich

bald, dass die Notwendigkeit der täglichen Zusammenarbeit

ein gegenseitiges Lernen ermöglicht und bei den beiden

Gruppen Verständnis für die unterschiedlichen Lebenswelten

fördert. Das graz-jobs2 Projekt läuft noch bis Ende

August 2011.

Text: Elfie Pahr

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NEUE RÄUME FÜR MAFALDA

oder wie sich heidenspass der Herausforderung stellte

eine Theke zu bauen

Es gibt Herausforderungen, die so reizvoll sind, dass man

nur schwer widerstehen kann sie anzunehmen. Und manche

Entscheidungen sind schon gefällt, bevor alle Konsequenzen

bedacht sind, oder man sich gar der Tatsache bewusst

wäre, dass man eigentlich bereits entschieden hat.

Ob beim Autokauf oder bei der Partnerwahl... Doch andererseits

– wo wären wir, wenn alle Entscheidungen unseres

Handelns Resultat rationaler Überlegungen wären?

Die Entscheidung, das Angebot zum Bau einer Theke für

das neue Zuhause des Mafalda-Mädchenzentrums anzunehmen

war so ein Fall. Einerseits war nicht viel Zeit bis zur

Eröffnung, und unsere Werkstatt ist eher klein und für Aufträge

dieser Schwierigkeit nicht wirklich ausgestattet. Anders

ausgedrückt: Es wäre „vernünftig“ gewesen die Bitte

auszuschlagen. Doch andererseits war die Baustellenbege-

hung mit der Leiterin des Mädchenzentrums Mag. Ursula

Kufleitner in den nagelneuen Räumlichkeiten so inspirierend,

dass wir uns darauf einigten, nicht nur die Theke,

sondern auch noch einen PC Tisch und ein Regalsystem für

die Küche zu bauen. Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade

mit dem Bau eines teilbaren Besprechungstisches für unser

Büro beschäftigt und schlug daher als Ausgangsmate-

a

rial für die Theke dasselbe Grundmaterial vor. Nämlich gelbe

Schalbretter, die zwar von kräftiger Färbung sind, aber

nicht in den typischen Mädchenfarben wie pink, lila usw.

Da wir wie gesagt in unserer Werkstatt nur begrenzte

Möglichkeiten haben, musste ich sämtliche Einzelteile

zuerst berechnen und bestellen, und dann fix und fertig

zugeschnitten beim Baumarkt abholen. Dass es sehr unterschiedliche

Schalbretter in Preis und Ausführung gibt und

die schöneren im Stapel immer unten liegen, ist mir seither

auch klar. Und dass es nicht so günstig ist, ein Puzzle dieser

Dimensionen – bestehend aus über 100 Teilen – im und

am eigenen PKW zu transportieren, ebenfalls.

Der Entwurf sah vor, dass die Theke übers Eck gebaut wird

und mehrere Niveaus hat. Einerseits um sie dem Raum

geschmeidig anzupassen, andererseits aus praktischen

Gründen. Ein besonderes Feature war die barhockerseitig

erhöhte Vorderkante, die den Arbeitsbereich von den Gästen

trennt und aus sechs herausnehmbaren und hinterleuchteten

Plexiglas-Schubladen besteht. Diese sollten von

den Mädchen selbst mit unterschiedlichen Gimmicks befüllt

werden können, um die Theke von Zeit zu Zeit zu verän-

dern. Uns allerdings erschwerten sie die Arbeit nicht unerheblich,

zumal die Biegung der Theke auch eine gebogene

Schublade erforderte. Eine andere Besonderheit ergab sich

aus einer ästhetischen Überlegung: Es sollte nicht die ganze

Theke aus gelben Schalbrettern bestehen. Das brachte

mich auf die Idee, einen fiktiven Betonsockel zu bauen, auf

dem die eigentliche Theke aufgesetzt ist und der von der

Innenseite als Stauraum genützt werden konnte.

Für die Umsetzung des Plans holte ich mir tatkräftige Unterstützung

von zwei heidenspass Mitarbeitern. Da Fritz

krankheitsbedingt nur kurze Zeit zum Team gehörte, bauten

Peter und ich die Theke in unserer Werkstatt zu zweit.

Und als wir nach ca. zwei Wochen fertig waren, zerlegten

wir sie in transportierbare Einzelteile, um sie in die Arche

Noah 9 – 11 zu bringen. Auch diesmal musste mein Ford

wieder herhalten, aber andere Möglichkeiten wären noch

komplizierter gewesen. Der Einbau dauerte dann nur noch

drei Tage, und mit der Verankerung des hinterleuchteten

Regals in der ebenso hübschen wie harten Betondecke war

am Vorabend der Eröffnung endlich alles fertig. Wir auch.

An dieser Stelle möchte ich mich bei Peter Kovacs bedanken,

ohne dessen Hilfe die Realisierung dieses Auftrags

nicht möglich gewesen wäre, und bei Uschi Kufleitner und

ihrem Team für die wunderbare Zusammenarbeit.

Das Spannende bei Projekten dieser Art ist zu sehen wie es

wirklich wird: Ob das Ergebnis mit den Ideen und Vorstellungen,

die am Anfang standen, mithalten kann. Ob es AuftraggeberInnen

und Publikum gefällt, oder den praktischen

Anforderungen des Alltags genügt.

Anders gesagt, zu sehen,

ob die Entscheidung es anzugehen

richtig oder falsch war.

Das muss man von Mal zu Mal

ausprobieren.

Text: Mag. Jasenko Conka

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ARBEITEN BEI heidenspass

oder wie ein ehemaliger Mitarbeiter über heidenspass denkt

Im Juli 2010 startete heidenspass eine erstmalige Kooperation

mit der Justizanstalt Graz-Karlau, mit dem Ziel einen

Insassen im gelockerten Strafvollzug, der im sogenannten

Freigängerhaus lebt, für sechs Monate bei uns zu

beschäftigen.

Peter erinnert sich noch an seinen ersten Arbeitstag im Juli

2010 – es war ein Donnerstag. heidenspass war für ihn nicht

nur ein neuer Arbeitsplatz, sondern auch der erste wichtige

Schritt in die nicht mehr allzu fern liegende Freiheit. Er

erzählt, wie ungewohnt es anfangs für ihn war, hauptsächlich

mit jungen Menschen zu arbeiten. Eine Situation, in der

er sich zunächst einmal zurückhielt und nur wenig mit seinen

neuen Kollegen und Kolleginnen sprach. Doch es dauerte

nicht lange und er kam mit den anderen ins Gespräch

und stellte schnell fest, dass ihm alle sehr umgänglich und

freundlich begegneten. Peter lächelt ein wenig über sich

selbst, wenn er sich an diesen ersten Tag erinnert. Noch etwas

fällt ihm schnell ein, wenn er an die erste Zeit bei heidenspass

denkt: In der Orientierungsphase hat er die Arbeit

eher langsam erledigt – er wollte erst mal schauen, wie

das alles läuft bei heidenspass. Da gab es zu Peters Überraschung

aber bald konstruktives Feedback von Andrea,

einer seiner Chefinnen in der Werkstatt. Rückblickend half

ihm dieses Gespräch sich zu orientieren und seine Leistung

zu steigern – eine neue Erfahrung in der Arbeitswelt für ihn.

Für seine drei Chefinnen in der Werkstatt hat er nur lobende

Worte: sie sind sehr kompetent, immer freundlich,

auch wenn z.B. jemand spät kommt. Aber sie können auch

streng sein und klar, wenn sie Anweisungen geben.

Gefragt nach der für ihn markantesten Erfahrung in diesen

sechs Monaten denkt er nicht lange nach. Für ihn war es die

Tatsache, dass er auch Fehler machen konnte – er hatte bis

dato die Erfahrung gemacht, dass Fehler nicht akzeptiert

werden. Bei heidenspass bekam er das Gefühl vermittelt,

der sein zu dürfen, der er ist. Peter sagt, dass heidenspass

ihn äußerst positiv überraschte. Er kam immer mit Freude

zur Arbeit und ging fröhlich weg – er arbeitete sehr gerne

bei heidenspass und nimmt viele Erfahrungen für seinen

neuen Job als Fitnesstrainer in Deutschland mit.

Abschließend ist es Peter wichtig, seinen Dank an heidenspass

auszusprechen. Unser Dank gilt ihm ebenso – für das Gespräch

mit ihm, aber viel mehr noch für seine wertvolle Mitarbeit

bei heidenspass. Alles Gute, Peter!

Text: Elfie Pahr Text: Silvia Jölli

workshopREIHE

meinheidenspass – gestalte deine eigene Tasche!

Keine Lust auf eine Tasche von der Stange? Lust auf mehr

eigene Gestaltung und selber Hand anlegen? Im Workshop

„meinheidenspass“ werden unter fachkundiger Anleitung

von Gabi Pfeiler und einer Jugendlichen aus dem Projekt

eigene heidenspass Taschen von interessierten KundInnen

genäht. Gefertigt wird unser klassisches Modell „medium“

(Plane, Collage) – die DIN A 4 fähige – mit der Deckelgestaltung

nach Wahl.

Vom Collage-Legen bis hin zum Nähen – alles wird von den

TeilnehmerInnen selber erarbeitet. Nähkenntnisse sind da

natürlich vorausgesetzt. Nachhilfe vor Ort ist aber selbstverständlich.

Schlussendlich wird die Tasche dann noch mit

dem Logo „mein heidenspass“ gelabelt und damit als Eigenproduktion

desTrägers/der Trägerin ausgewiesen. Der

4-stündige Workshop findet derzeit einmal monatlich im

kleinen Kreis statt. Bisher haben auf diese Weise 24 „mein

heidenspass“ Taschen mit stolzen BesitzerInnen die Werkstatt

in der Herrengasse verlassen. Mehr Info und Anmeldung

zum Workshop auf www.heidenspass.cc

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PROTOTYPEN

oder wie heidenspass DesignerInnenträume

wahr werden lässt

Ein Nebenprodukt unserer Tätigkeit im Entwicklungsbereich

für die Marke heidenspass ist die Kooperation mit externen

DesignerInnen bei der Umsetzung ihrer Ideen.

Viele junge Kreative haben gute Ideen für Produkte, die allerdings

erst einmal erprobt und umgesetzt werden müssen.

Es ist nicht so leicht, eine gut ausgestattete Werkstatt

mit entsprechend flexiblen MitarbeiterInnen zu finden, die

auch bereit sind, fremde Ideen umzusetzen. Dazu gehört

einen Menge Know-How. Und natürlich ist auch jede Idee

anders, unterschiedlich kompliziert bzw. unterschiedlich

gut vorbereitet. Im Laufe der Zeit haben wir bereits einige

Projekte gemeinsam mit externen DesignerInnen umgesetzt,

die dann in Serie gingen bzw. in einer Kooperation

mit uns vertrieben werden. Einige Beispiele stellen wir vor:

Abb. 1-3: mapbagrag®

Abb. 4-5: SunnyBag

1

Florian Hazmuka – plusminus design®

1. Beschreibe bitte kurz deine Produktidee. Welchen

Part erfüllt heidenspass bei der Umsetzung deiner Idee?

mapbagrag® die Idee: Vor langer, langer Zeit suchte das

Museums Quartier im Zeichen eines Wettbewerbs ein neues

Souvenir für die Stadt Wien oder sogar Österreich.

Unsere Idee: eine Tasche, Picknickdecke und Stadtplan

in einem. Beim Wettbewerb konnten wir mit unserer Idee

nicht punkten. Doch waren wir von ihr so überzeugt, dass

wir uns auf die Suche nach einem Partner machten, der unsere

Ideen umsetzen konnte.

2. Wie bist du zu heidenspass gekommen und was ist

dir bei der Kooperation wichtig?

Dank Iris Kastner, Geschäftsführerin von Kwirl, wurden wir

2

an heidenspass weitervermittelt und stellten dort unsere

Idee vor. Das positive Feedback zur Idee und die umgehende

Beratung bezüglich der Materialwahl gaben uns einenganz

neuen Weg vor. Nach den ersten Gesprächen wussten

wir, dass unser Produkt aus Papier sein würde. Da kam

Andrea Stadlhofer von heidenspass ins Spiel. Andrea ist eine

absolute Expertin, was das Nähen von Taschen angeht. Sie

hat uns bezüglich Schnitte und möglichen Verbesserungen

bestens beraten und die ersten Prototypen für uns gefertigt.

Dank Andreas Vielseitigkeit konnten wir unsere Weiterentwicklungen

rasch voranbringen. So entstand die erste

Generation der mapbagrag® Taschen.

Nachdem Andrea aber nicht nur unsere Aufträge abwickeln

musste sondern noch sehr viele andere Projekte bearbeitete,

stellte sie uns Iris Gogl, eine der jugendlichen MitarbeiterInnen,

zur Seite. Dank Iris entwickelten wir gemeinsam

die 2. Generation der mapbagrag® Taschen die heute sehr

erfolgreich sind. Danke für die tolle Unterstützung vom gesamten

heidenspass Team!!

3

4

3. Wo ist dein Produkt erhältlich?

Unsere Produkte sind in Graz bei Digitalis in der Murgasse,

bei look!design in der Jakoministaße und bei uns im Büro in

der Bürgerasse 3 erhältlich, oder online unter:

www.plusminus-shop.com

Stefan Ponsold – SunnyBag

1. Beschreibe bitte kurz deine Produktidee. Welchen

Part erfüllt heidenspass bei der Umsetzung deiner Idee?

SunnyBag erzeugt modische Umhängetaschen, mit denen

man durch Solarenergie jedes beliebige mobile Elektronikgerät

(Handy, mp3 Player, iPad, iPod, Kameras, Navigationsgerät

etc.) jederzeit stromunabhängig aufladen kann.

Die Vision von SunnyBag ist es, das Problem der mobilen

Energieversorgung so umweltfreundlich und autonom wie

nur möglich zu gestalten – mit Sonnenenergie. Die Kernkompetenz

liegt hier bei der Entwicklung eines effizienten

und verlässlichen Solarenergiesystems. Damit unse-

5

31 |


| 32

mehr PROTOTYPEN

re KundInnen damit aber auch optisch Ihre Freude haben,

unterstützt uns heidenspass in Sachen Design. Das Schöne

an der Kooperation mit heidenspass ist, dass neben den

tollen Ideen und Designs auch die verarbeiteten Materialien

genau den Umweltgedanken von SunnyBag widerspiegeln.

So entsteht durch Recycling diverser Materialien eine

noch umweltbewusstere Lösung für EndkundInnen, die noch

dazu super aussieht. Trendig, autonom – SunnyBag – designed

in Graz.

2. Wie bist du zu heidenspass gekommen und was ist

dir bei der Kooperation wichtig?

Zu heidenspass bin ich über das Innolab gekommen. Es ist

die Anlaufstelle für Ideen. Das Innolab befindet sich beim

Campus02 der Fachhochschule der Wirtschaft. Dort wurden

die ersten Ideen zu KooperationspartnerInnen gefunden.

Nachdem heidenspass mittlerweile von Berlin bis Rom

getragen wird, war es eine Pflicht, zusammen ein Kooperationsprojekt

zu starten.

Wesentlich für SunnyBag ist zum einen, dass neue, tolle

Ideen, kreative Designs und gewagte Material- und Farb-

kombinationen unser Sortiment erfrischen und dadurch

immer wieder auf´s Neue der „Aha“-Effekt bei den KundInnen

ausgelöst wird. Zum anderen ist für SunnyBag aber

auch wichtig, durch die Kooperation mit heidenspass soziale

Arbeitsprojekte für Jugendliche in Graz zu unterstützen

und mitzuhelfen, dass jungen Leuten in schwierigen

Lebenssituation wieder ein bisschen Halt und Ausblick ermöglicht

wird.

3. Wo ist dein Produkt erhältlich?

Derzeit kann man SunnyBags direkt über unsere Homepage

www.sunnybag.at oder bei www.amazon.de oder unter

www.solarbagshop.de beziehen.

Taschen von SunnyBag designed by heidenspass findet

man derzeit auch bei KWIRL – Design Geschenk Souvenir

in der Mariahilferstraße 11.

Christoph Eichberger - THE GRIP

1. Beschreibe bitte kurz deine Produktidee. Welchen

Part erfüllt heidenspass bei der Umsetzung deiner Idee?

Hinter THE GRIP steht eine Taschenkollektion, bestehend

aus 3 unterschiedlichen Modellen, die zu 100% aus Recyc-

lingmaterialien gefertigt werden. Der Sinn dahinter ist, Teile

zu verwenden, die bereits für einen anderen Einsatz produziert

wurden und somit Materialien ersetzen, die hierfür

extra hätten hergestellt werden müssen. Die Materialwahl

beschränkt sich stets auf das Thema Mobilität. So geben

alte Mopedreifen den Grundkörper vor, alte Airbags bilden

die Innentasche, alte Flugzeugsicherheitsgurte dienen als

Verschluss, und andere Materialien wie Autosicherheits-

gurte, Fahrradschläuche und -ventile werden punktuell

verwendet. Die Materialzusammenstellung ist sowohl einzigartig

als auch innovativ, da alte Reifen in diesem Kontext

bis jetzt keine Verwendung fanden. Alle Taschen sind

zu 100% rückbaubar und somit auch zu 100% wieder recyclebar.

Der Kundennutzen liegt einerseits im Individualgehalt,

da jede Tasche ein Unikat darstellt, und andererseits

in der Verwendung: Die Taschen kommunizieren die Einstellung

zu Ökologie und Design und gewährleisten zusätzlich

besonderen Schutz, wie z.B. Wasserundurchlässigkeit,

Schlagschutz usw.

2. Wie bist du zu heidenspass gekommen und was ist

dir bei der Kooperation wichtig?

heidenspass übernimmt den Part der professionellen

Näherei bzw. Schneiderei mit großem Erfahrungspotential,

von dem ich enorm profitiert habe. Weiters wird das

Image meiner Taschen durch den Faktor, dass heidenspass

eine Institution mit sozialem Background ist, zusätzlich gefördert.

Begeistert wurde ich bei unserer Zusammenarbeit

durch die sehr professionelle Betreuung bzw. Arbeit, die

Experimentierfreudigkeit der heidenspass MitarbeiteInnen

und durch ein überdurchschnittlich angenehmes Miteinander.

Von heidenspass habe ich durch Mundpropaganda erfahren

und anschließend übers Internet nähere Informationen

bekommen.

3. Wo ist dein Produkt erhältlich?

Meine Taschen befinden sich momentan noch in der Entwicklungsphase.

Es geht darum, die Produktion zu optimieren

und anschließend das Design dahingehend auszurichten.

Ich hoffe, dass ich in der 2. Jahreshälfte oder

spätestens 2012 die komplette Kollektion am Markt anbieten

kann.

THE GRIP

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noch mehr PROTOTYPEN

Ruth Masser/Stadt Graz Umweltamt - Graz-Tasche

1. Beschreiben Sie bitte kurz die Produktidee. Welchen Part erfüllt

heidenspass bei der Umsetzung Ihrer Idee?

Die ständig steigenden Mengen an Plastiksackerln in der Umwelt und

im Abfall motivierten uns, Alternativen zu entwickeln. Mit der GRAZ-

Tasche aus Grazer Alttextilien, die in Ihrem Arbeitsprojekt von benachteiligten

Jugendlichen hergestellt wird, bieten wir den Grazer

BürgerInnen ein nachhaltiges Produkt. Uns ist auch wichtig,

dass neben Abfallvermeidung und Ressourcenschonung mit der

GRAZ-Tasche die Integration dieser Jugendlichen unterstützt

wird.

2. Wie sind Sie zu heidenspass gekommen und was ist Ihnen

bei der Kooperation wichtig?

Ihre Initiative für Jugendliche und Ihre Produkte waren uns bereits

bekannt. Aber auch Empfehlungen von Kundinnen, die von Ihren

Produkten sehr begeistert sind, haben uns bewogen Ihre Organisation

als Partnerin zu wählen.

3. Wo ist das Produkt erhältlich?

Die GRAZ-Tasche ist derzeit bei heidenspass erhältlich.

REFERENZEN

oder wo heidenspass schon überall mitgemischt hat

2010

Bundeskanzleramt

Frauengesundheitszentrum Graz

Land Steiermark- Büro LR in Vollath

Lebenshilfe Steiermark

Mafalda

Ökoservice

Stadt Graz Umweltamt

2009

absolutely free- Joanneum Graz

BAB- Abschlussveranstaltung ESF

diagonale

Grünen Oberösterreich

Staatstheater Darmstadt

Stadt Graz

2008

regionale

Taschen für Lehrlinge, 350 Stück

Schlüsselanhängertaschen, 1500 Stück

Billets mit Collage, 1000 Stück

Taschen für MitarbeiterInnen, 800 Stück

Entwurf und Bau einer Theke

10 Stück Bigpack Graz

Taschen aus Alttextilien, 300 Stück

Tagungsmappen, 150 Stück

parken 09- Liegestühle für die Passamtswiese

Diagonale Taschen

66 Taschen

Gestaltung eines Raumes

36 Taschen aus Theaterwerbeplanen

Folderhalterung steiermarkweit

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TEAM heidenspass

Stand Februar 2011

sowie....

Hannelore Zmug – Buchhaltung | Martin Urban – Teamsupervision

Edeltraud Sauer-Kristof – Coaching

mehr heidenspass FÜR GRAZ!

Die erforderlichen Mittel für unser Projekt aufzubringen

wird immer schwieriger, auch wenn wir mit unseren angebotenen

Leistungen sehr erfolgreich sind! Es gibt ab sofort

die Möglichkeit unser Projekt aktiv mit dem Kauf von

Arbeitsstunden für Jugendliche zu unterstützen. Eine Arbeitsstunde

kostet € 6,90.-

Ab 20 Arbeitsstunden, die ihr pro Jahr kauft, bieten wir folgende

Möglichkeiten an:

• meinheidenspass workshops: Gratis Teilnahme an

einem Workshop pro Jahr und die eigene heidenspass

Tasche nähen!

• Gratis heidenspass Sonderanfertigung: Keine Lust

zum selber nähen? Auch gut, einmal jährlich gibt

es eine angefertigte heidenspass Tasche!

Die Arbeitsstunden können per Mail oder Fax bestellt oder

bei uns im Shop erworben werden! Alle Personen, die sich

auf diese Art in das Projekt einkaufen, werden natürlich

regelmäßig über unsere Aktivitäten und Fortschritte informiert.

Weiters werden sie - falls nicht anders gewünscht -

auf unserer Homepage namentlich erwähnt.

Jetzt schon ein Danke an alle mehrheidenspass

UnterstützerInnen!

Text: Silvia Jölli

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mehrheidenspass ermöglicht von

Datum, Unterschrift: _______________________________

mehrheidenspass im Wert von

€ ____ / ____ Arbeitsstunden

Herzlichen Dank!

Herrengasse 3/3 8010 Graz Tel.: +43(0)316/764078 e-mail: office@heidenspass.cc www.heidenspass.cc

Fensterplatz – Initiative für Arbeitssuchende | Steiermärkische Sparkasse | BLZ 20815 | Kto.Nr. 2500702416 | ATU/UID 620 45 833 | BIC: STSPAT2GXXX | IBAN: AT 332081502500702416

Verein Fensterplatz-Initiative für Arbeitssuchende

Vorstand Periode 2010-2012

Obfrau:

Kassierin:

Gründungsmitglied:

Gründungsmitglied:

RechnungsprüferInnen:

Beirat:

Silvia Jölli

Karoline Kohl

Siegrid Jamnig

DI Rainer Wührer

Christine Wassermann, Hannelore Zmug

Berthold Schleich (ARGE Müllvermeidung)

a

Mag. Claudia Brandstätter

heidenspass wird ermöglicht von:

graz-jobs2 wird ermöglicht von:

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