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Hygiene in der Altenpflege - Paul Hartmann AG

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Pfl egeDienst<br />

Das HARTMANN-Magaz<strong>in</strong> für die ambulante und stationäre Pfl ege Heft 1/2005<br />

<strong>Hygiene</strong> <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

<strong>Altenpflege</strong><br />

Titelthema<br />

<strong>Hygiene</strong> ist<br />

lebenswichtig<br />

Pflegewissen<br />

Händedes<strong>in</strong>fektion –<br />

e<strong>in</strong> absolutes Muss<br />

Krankheitslehre<br />

Herz<strong>in</strong>farkt: immer e<strong>in</strong><br />

Fall für den Notarzt


| Aktuell |<br />

Häufiges Leiden: das Trockene Auge<br />

Die Fälle häufen sich: Die Augen jucken und brennen,<br />

als würden sich dar<strong>in</strong> Sandkörner reiben, sie s<strong>in</strong>d<br />

müde und lichtempf<strong>in</strong>dlich, röten sich und schwellen<br />

an. Alles Symptome, die auf das Sicca-Syndrom bzw.<br />

Trockene Auge h<strong>in</strong>deuten.<br />

Es hat viele Ursachen, die Folge ist immer e<strong>in</strong>e Verm<strong>in</strong><strong>der</strong>ung<br />

<strong>der</strong> Tränenmenge – normalerweise halten<br />

täglich etwa e<strong>in</strong> bis zwei Milliliter Tränenflüssigkeit die<br />

Augen feucht – bzw. e<strong>in</strong>e verän<strong>der</strong>te Zusammensetzung<br />

des Tränenfilms. Dieser setzt sich aus drei Schichten<br />

zusammen: <strong>der</strong> äußeren, fetthaltigen Lipidschicht, die<br />

e<strong>in</strong> rasches Verdunsten <strong>der</strong> Tränenflüssigkeit verh<strong>in</strong><strong>der</strong>t,<br />

<strong>der</strong> mittleren, wässrigen Schicht, die den Sauerstoff liefert<br />

und Fremdkörper abtransportiert, sowie die Muc<strong>in</strong>schicht<br />

direkt an <strong>der</strong> Hornhaut, die Untergrund und Halt<br />

für die wässrige Mittelschicht ist. Der Tränenfilm hält<br />

die Oberfläche des Augapfels geschmeidig und sorgt für<br />

e<strong>in</strong>e gute Sehfunktion. E<strong>in</strong>e trockene Augenoberfläche<br />

wird wund und undurchsichtig. Außerdem enthält <strong>der</strong><br />

gesunde Tränenfilm keimtötende Substanzen, die vor<br />

Infektionen schützen.<br />

Das Alter kann – bed<strong>in</strong>gt durch die Hormonumstellung<br />

<strong>in</strong> den Wechseljahren – e<strong>in</strong> Grund für die reduzierte<br />

Tränenfilmproduktion se<strong>in</strong>, es gibt aber noch viele<br />

an<strong>der</strong>e Ursachen: Fehlstellungen <strong>der</strong> Augenli<strong>der</strong>, zu fest<br />

sitzende Kontaktl<strong>in</strong>sen, manche Krankheiten wie Leukämie,<br />

Mumps o<strong>der</strong> Rheuma, bestimmte Arzneistoffe wie<br />

z. B. Betablocker, Schlafmittel u. a., Vitam<strong>in</strong>-A-Mangel,<br />

beheizte o<strong>der</strong> klimatisierte Räume ohne ausreichende<br />

Luftfeuchtigkeit, stundenlanges Arbeiten am Computer,<br />

Rauch, Staub, Ozon und Abgase. Folge <strong>der</strong> Störungen:<br />

Weniger Bürokratie <strong>in</strong> <strong>der</strong> Pflege<br />

Der Verwaltungsaufwand <strong>in</strong> <strong>der</strong> ambulanten Pflege ist <strong>in</strong> den<br />

letzten Jahren unverhältnismäßig gestiegen. Es geht immer<br />

mehr Zeit für die Versorgung <strong>der</strong> Patienten verloren. Gleichzeitig<br />

steigen die Ausgaben für Verwaltungstätigkeiten bei den<br />

Kassen und den ambulanten Pflegediensten.<br />

Der Deutsche Caritasverband hat daher e<strong>in</strong>en For<strong>der</strong>ungskatalog<br />

zum Abbau des Aufwandes erarbeitet. Beispielsweise for<strong>der</strong>t<br />

er, die regelhafte Begrenzung <strong>der</strong> Erstverordnung auf 14 Tage<br />

aufzuheben, da bereits zu Beg<strong>in</strong>n vieler Verordnungen absehbar<br />

ist, dass sie länger als 14 Tage notwendig se<strong>in</strong> werden. Weiter<br />

verlangt er, die E<strong>in</strong>reichungsfrist für ärztliche Verordnungen von<br />

nur zwei Tagen e<strong>in</strong>heitlich auf fünf Tage zu verlängern. Die bisherige<br />

Frist von zwei Tagen erfor<strong>der</strong>t e<strong>in</strong>en hohen zusätzlichen<br />

Verwaltungsaufwand.<br />

Für s<strong>in</strong>nvoll hält <strong>der</strong> Verband es auch, dass beim Übergang von<br />

<strong>der</strong> stationären <strong>in</strong> die ambulante Versorgung die behandelnden<br />

Krankenhausärzte die notwendigen Verordnungen für die häusliche<br />

Krankenpflege verschreiben sollen.<br />

Die Caritas ist mit 1.089 kirchlichen Pflegediensten, <strong>in</strong> denen<br />

über 68.500 Menschen gepflegt werden, e<strong>in</strong>er <strong>der</strong> größten<br />

Anbieter für ambulante Pflege. Das Leistungsspektrum umfasst<br />

neben <strong>der</strong> Pflege hauswirtschaftliche Dienstleistungen, Familienpflege,<br />

Mahlzeitendienste sowie Angehörigenberatung.<br />

2 PflegeDienst 1/2005<br />

Das Auge wird nicht mehr gleichmäßig benetzt, die<br />

Oberfläche wird trocken, Keime und Erreger können<br />

leichter e<strong>in</strong>dr<strong>in</strong>gen bzw. es <strong>in</strong>fizieren.<br />

Treten die genannten Symptome auf, sollte man<br />

unbed<strong>in</strong>gt e<strong>in</strong>en Augenarzt aufsuchen, <strong>der</strong> Menge<br />

und Zusammensetzung des Tränenfilms untersuchen<br />

und e<strong>in</strong>e <strong>in</strong>dividuelle Therapie vorschlagen wird. Die<br />

Behandlung erfolgt <strong>in</strong> <strong>der</strong> Regel mit künstlichen Tränen<br />

<strong>in</strong> flüssiger o<strong>der</strong>, je nach Schweregrad, <strong>in</strong> Gelform. Gele<br />

stabilisieren den Tränenfilm dauerhaft.<br />

Das kann man zum Beispiel selbst tun: für ausreichend<br />

Sauerstoff und Luftfeuchtigkeit sorgen, Pausen<br />

bei <strong>der</strong> Computerarbeit e<strong>in</strong>legen, viel bzw. ausreichend<br />

tr<strong>in</strong>ken, reizarme Kosmetik benutzen, Kontaktl<strong>in</strong>sen<br />

regelmäßig benetzen, vor allem aber die Augen öfter<br />

vom Augenarzt überprüfen lassen.<br />

M<strong>in</strong>eralwasser ist nicht nur<br />

an heißen Sommertagen e<strong>in</strong><br />

idealer Durstlöscher. Wer<br />

täglich m<strong>in</strong>destens zwei Liter<br />

tr<strong>in</strong>kt, ist leistungsfähiger.<br />

SIE Productions / CORBIS<br />

Lauren Shear / SPL/ Focus<br />

Das Trockene Auge stellt e<strong>in</strong><br />

sehr komplexes Krankheitsgeschehen<br />

dar. Nur <strong>der</strong> Augenarzt<br />

kann die Diagnose<br />

und die Abgrenzung gegenüber<br />

an<strong>der</strong>en Erkrankungen<br />

vornehmen.<br />

Geistig fit bleiben =<br />

viel Wasser tr<strong>in</strong>ken<br />

Junge Menschen sollten täglich m<strong>in</strong>destens zwei<br />

Liter Flüssigkeit tr<strong>in</strong>ken, um leistungsstark zu se<strong>in</strong>, Menschen<br />

nach dem 50. Lebensjahr sogar noch mehr, etwa<br />

2,5 Liter pro Tag, wenn sie geistig fit bleiben möchten.<br />

Schon ger<strong>in</strong>ge Tr<strong>in</strong>kdefizite setzen nämlich die geistige<br />

Leistungsfähigkeit herab, Konzentration, Koord<strong>in</strong>ation<br />

und Orientierung lassen nach. Laut e<strong>in</strong>er Erhebung tr<strong>in</strong>ken<br />

75 % <strong>der</strong> Senioren jedoch täglich weniger als 1,5<br />

Liter Flüssigkeit. Es wird geschätzt, dass sich deshalb<br />

wenigstens drei Viertel <strong>der</strong> Senioren <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em chronisch<br />

dehydrierten Zustand bef<strong>in</strong>den, wodurch ihre Mortalität<br />

erheblich erhöht wird und <strong>in</strong> vielen Fällen zur E<strong>in</strong>weisung<br />

<strong>in</strong>s Krankenhaus führt. E<strong>in</strong> Problem dabei ist, dass<br />

das Durstempf<strong>in</strong>den mit zunehmendem Alter nachlässt.<br />

Man hat also ganz bewusst auf e<strong>in</strong>e ausreichende Versorgung<br />

zu achten. Geeignete Getränke s<strong>in</strong>d Wasser,<br />

Säfte und Kräuter- bzw. Früchtetees. M<strong>in</strong>eralwasser<br />

sollte möglichst ke<strong>in</strong>e Kohlensäure enthalten.


Viele Ärzte bei <strong>der</strong> Verordnung<br />

von Verbandmitteln unsicher<br />

E<strong>in</strong>e DocCheck-Studie im Auftrag des Bundesverbandes<br />

Mediz<strong>in</strong>technologie (BVMed) ergab, dass bei <strong>der</strong><br />

Verordnung von Verbandmitteln unter nie<strong>der</strong>gelassenen<br />

Ärzten große Unsicherheit herrscht. 72 % <strong>der</strong> vom<br />

BVMed befragten nie<strong>der</strong>gelassenen Ärzte gaben an,<br />

nicht darüber <strong>in</strong>formiert zu se<strong>in</strong>, dass Verbandmittel als<br />

Mediz<strong>in</strong>produkte weiterh<strong>in</strong> une<strong>in</strong>geschränkt zu Lasten<br />

<strong>der</strong> GKV verordnet werden können. Als Folge dieser<br />

Unsicherheit werden weniger Verbandmittel <strong>in</strong> den<br />

Praxen verordnet.<br />

E<strong>in</strong>e weitere Erkenntnis aus dieser Studie ist: Die<br />

mo<strong>der</strong>ne Wundversorgung wird noch immer viel zu<br />

wenig praktiziert. Nur rund 20 % <strong>der</strong> Ärzte verordnen<br />

mo<strong>der</strong>ne Wundversorgungsprodukte <strong>in</strong> jedem zweiten<br />

Wundbehandlungsfall o<strong>der</strong> öfter. Die wichtigsten<br />

Faktoren für diese relativ ger<strong>in</strong>ge Verbreitung s<strong>in</strong>d <strong>der</strong><br />

höhere Preis hydroaktiver Wundauflagen sowie die fehlende<br />

Aufklärung – beispielsweise über die <strong>in</strong> <strong>der</strong> Regel<br />

besseren Therapieergebnisse bei e<strong>in</strong>er mo<strong>der</strong>nen Wundversorgung,<br />

aber auch über mögliche Kostenersparnisse<br />

mit Blick auf den gesamten Behandlungsfall.<br />

Um diese Situation zu verän<strong>der</strong>n und damit mehr<br />

chronische Problemwunden adäquat und nach dem<br />

aktuellen Stand <strong>der</strong> Wissenschaft zu versorgen, bedarf<br />

es e<strong>in</strong>er verstärkten Information <strong>der</strong> Ärzte, wobei von<br />

<strong>der</strong>en Seite e<strong>in</strong> großes Interesse an Fortbildungsveranstaltungen<br />

zu dieser Thematik besteht.<br />

Der Mediz<strong>in</strong>ische Dienst <strong>der</strong> Spitzenverbände <strong>der</strong><br />

Krankenkassen (MDS) legte Anfang November den<br />

ersten Bericht zur „Qualität <strong>in</strong> <strong>der</strong> ambulanten und<br />

stationären Pflege“ vor. Quelle <strong>der</strong> Berichterstattung<br />

s<strong>in</strong>d die Prüfberichte des Mediz<strong>in</strong>ischen Dienstes <strong>der</strong><br />

Krankenversicherung (807 Qualitätsprüfungen <strong>in</strong> ambulanten<br />

und 793 <strong>in</strong> stationären Pflegee<strong>in</strong>richtungen). In<br />

<strong>der</strong> ambulanten Pflege wurde bei 91 % <strong>der</strong> 2.721 untersuchten<br />

Personen e<strong>in</strong> angemessener Pflegezustand<br />

festgestellt, <strong>in</strong> <strong>der</strong> stationären Pflege lag <strong>der</strong> Anteil bei<br />

4.721 untersuchten Personen bei 83 %. Bei 9 % (ambulant)<br />

bzw. 17 % (stationär) wurde e<strong>in</strong> unzureichen<strong>der</strong><br />

Pflegezustand festgestellt.<br />

Obwohl also die überwiegende Zahl <strong>der</strong> Pflegebedürftigen<br />

auf e<strong>in</strong>em angemessenen Niveau versorgt<br />

wird, besteht weiterh<strong>in</strong> Verbesserungsbedarf. Das<br />

Augenmerk muss beson<strong>der</strong>s auf Gesundheitsgefährdungen<br />

durch Mängel <strong>in</strong> <strong>der</strong> Ernährung und Flüssigkeitsversorgung<br />

(bei 41 % <strong>der</strong> stationär Gepflegten wurden hier<br />

Mängel festgestellt), fehlerhafte Dekubitusprophylaxe<br />

(bei 43 % bestanden Defizite) und die ungenügende<br />

Zur Verordnungs- und Erstattungsfähigkeit<br />

von Verbandmitteln<br />

hat <strong>der</strong> BVMed e<strong>in</strong>e<br />

Informationskarte aufgelegt,<br />

die vom Arzt kostenlos beim<br />

BVMed bezogen werden<br />

kann (www.bvmed.de).<br />

Erster Bericht zur Pflegequalität: Versorgung<br />

<strong>der</strong> Pflegebedürftigen meist angemessen<br />

Aktuelles <strong>in</strong> Kürze<br />

Betreuung gerontopsychiatrischbee<strong>in</strong>trächtigter<br />

(z. B. demenzkranker)<br />

Personen (<strong>in</strong> 30 % <strong>der</strong><br />

Fälle) gerichtet werden.<br />

Die Versorgung bei Inkont<strong>in</strong>enz<br />

war bei 80 % <strong>der</strong><br />

Pflegebedürftigen angemessen,<br />

bei 20 % gab es<br />

ke<strong>in</strong>e Kont<strong>in</strong>enzför<strong>der</strong>ung<br />

bzw. adäquate Inkont<strong>in</strong>enzhilfen.<br />

In 93 % <strong>der</strong><br />

Heime wird e<strong>in</strong>e soziale<br />

Betreuung angeboten, etwa e<strong>in</strong> Drittel davon ist jedoch<br />

nicht ausreichend auf die immobilen o<strong>der</strong> dementen<br />

Bewohner ausgerichtet.<br />

Insgesamt zeigt das Pflege-Qualitätssicherungsgesetz<br />

Wirkung und es s<strong>in</strong>d deutliche Verbesserungen<br />

festzustellen. Erkennbar ist auch, dass sich e<strong>in</strong> Qualitätsmanagement<br />

auszahlt. E<strong>in</strong>richtungen, die es umsetzen,<br />

weisen <strong>in</strong> <strong>der</strong> Regel bessere Pflegeergebnisse auf.<br />

| Aktuell |<br />

VDAB for<strong>der</strong>t Erhöhung <strong>der</strong> Leistungspauschalen<br />

Mit e<strong>in</strong>em Än<strong>der</strong>ungsantrag zum Entwurf e<strong>in</strong>es „Verwaltungsvere<strong>in</strong>fachungsgesetzes“<br />

hat die Bundesregierung vorgeschlagen,<br />

die <strong>der</strong>zeit gültigen Leistungen <strong>der</strong> Pflegeversicherung im<br />

stationären Bereich bis zum 30.6.2007 zu verlängern. Ebenso<br />

soll die mediz<strong>in</strong>ische Behandlungspflege erst nach diesem<br />

Datum von <strong>der</strong> Gesetzlichen Krankenversicherung f<strong>in</strong>anziert<br />

werden. Demgegenüber betont Michael Schulz, Bundesgeschäftsführer<br />

des Verbandes Deutscher Alten- und Beh<strong>in</strong><strong>der</strong>tenhilfe<br />

e. V. (VDAB), dass e<strong>in</strong>e Erhöhung <strong>der</strong> seit 1996 unverän<strong>der</strong>t<br />

gebliebenen Leistungspauschalen unverzichtbar sei: „Der<br />

Entwertung <strong>der</strong> Pflegeversicherungsleistungen muss entgegengesteuert<br />

werden. Dr<strong>in</strong>gend notwendige Verbesserungen und<br />

s<strong>in</strong>nvolle Korrekturen müssen zügig umgesetzt werden.“<br />

Agnes Karll Medaille 2005 für Pflegende<br />

Der DBfK sucht Kandidat<strong>in</strong>nen und Kandidaten für die Agnes<br />

Karll Medaille 2005. Mit <strong>der</strong> Auszeichnung, die anlässlich des<br />

100-jährigen Jubiläums des DBfK im Jahr 2003 e<strong>in</strong>geführt wurde<br />

und alle zwei Jahre verliehen wird, werden Pflegende geehrt, die<br />

<strong>in</strong> herausragen<strong>der</strong> Weise e<strong>in</strong>en Beitrag zur Weiterentwicklung<br />

<strong>der</strong> Pflege geleistet haben. Nom<strong>in</strong>ierungen bis zum 28. Februar<br />

2005 an den DBfK, Geisbergstraße 39, 10777 Berl<strong>in</strong>.<br />

Schneller Test zur Muskelkraft von Senioren<br />

Laut Prof. Dr. Dieter Felsenberg, Leiter des Zentrums für Muskel-<br />

und Knochenforschung an <strong>der</strong> Berl<strong>in</strong>er FU, lässt sich mit e<strong>in</strong>em<br />

Zehn-Sekunden-Test feststellen, ob Senioren noch über ausreichende<br />

Muskelkraft verfügen. Dazu e<strong>in</strong>en Stuhl mit <strong>der</strong> Lehne<br />

an e<strong>in</strong>e Wand stellen, sich setzen und die Arme vor <strong>der</strong> Brust<br />

kreuzen. Nun fünfmal aufstehen und sich wie<strong>der</strong> h<strong>in</strong>setzen. Wer<br />

für diese Übung länger als zehn Sekunden braucht, muss se<strong>in</strong>e<br />

Muskelkraft tra<strong>in</strong>ieren. Sonst drohen zunehmende Unbeweglichkeit<br />

und damit lebensgefährliche Sturzunfälle.<br />

Immobile Patienten s<strong>in</strong>d<br />

auf soziale Betreuung und<br />

Versorgung angewiesen. Da<br />

spielen auch die täglichen<br />

Mahlzeiten e<strong>in</strong>e große Rolle.<br />

PflegeDienst 1/2005 3<br />

Pöhlmann / Mauritius


| Titelthema |<br />

<strong>Hygiene</strong> ist nicht nur <strong>der</strong><br />

Kampf gegen die unsichtbaren<br />

Infektionserreger,<br />

vielmehr umfasst sie alle<br />

Bereiche e<strong>in</strong>er gesunden<br />

Lebensweise mit richtiger<br />

Ernährung und viel Bewegung.<br />

4 PflegeDienst 1/2005<br />

Digital Vision<br />

<strong>Hygiene</strong> ist lebenswichtig<br />

<strong>Hygiene</strong> umfasst alle vorbeugenden Maßnahmen zur Erhaltung <strong>der</strong> Gesundheit und Krankheitsverhütung.<br />

Damit ist sie e<strong>in</strong>e <strong>der</strong> wichtigsten Voraussetzungen für e<strong>in</strong>e erfolgreiche<br />

Kranken- und <strong>Altenpflege</strong>. Wird sie vernachlässigt, können schwerwiegende Erkrankungen<br />

entstehen, die nicht nur die Pflegebedürftigen, son<strong>der</strong>n auch die Pflegenden gefährden.<br />

Der Begriff „<strong>Hygiene</strong>“ geht auf Hygieia zurück, die<br />

Gött<strong>in</strong> <strong>der</strong> Gesundheit, e<strong>in</strong>e Tochter des griechischen<br />

Heilgottes Asklepios. Er bedeutet <strong>in</strong> etwa „<strong>der</strong> Gesundheit<br />

zuträgliche Kunst“ und beschreibt damit gut das<br />

Wesen <strong>der</strong> <strong>Hygiene</strong>. Heute hat <strong>Hygiene</strong> den Rang e<strong>in</strong>er<br />

wissenschaftlichen, <strong>der</strong> Mediz<strong>in</strong> zugeordneten Diszipl<strong>in</strong>.<br />

Sie beschäftigt sich mit <strong>der</strong> Untersuchung <strong>der</strong> Wechselbeziehungen<br />

zwischen Mensch und se<strong>in</strong>er belebten<br />

und unbelebten Umwelt. Um dieses große Aufgabengebiet<br />

bearbeiten zu können, wurden im Laufe <strong>der</strong> Zeit<br />

entsprechende Fachdiszipl<strong>in</strong>en geschaffen, die sich<br />

<strong>in</strong> Arbeitshygiene, Kommunalhygiene, Sozialhygiene,<br />

Umwelthygiene und Krankenhaushygiene glie<strong>der</strong>n.<br />

Der Erfolg engagierter Arbeit Vieler ist nicht ausgeblieben:<br />

In den Zivilisationslän<strong>der</strong>n s<strong>in</strong>d die großen<br />

Seuchen so gut wie ausgerottet, die öffentliche<br />

Gesundheitspflege mit Aufklärung <strong>der</strong> Bevölkerung ist<br />

auf e<strong>in</strong>em hohen Niveau, wie auch e<strong>in</strong> umfangreiches<br />

Regelwerk besteht, um den diversen Gesundheitsrisiken<br />

durch die verschiedensten Berufs- und Erwerbstätigkeiten<br />

vorzubeugen. Mit an<strong>der</strong>en Worten: Unsere heutige<br />

hohe Lebenserwartung ist nicht zuletzt e<strong>in</strong> Erfolg <strong>der</strong><br />

angewandten Allgeme<strong>in</strong>hygiene, die sich bis <strong>in</strong> unseren<br />

privaten Bereich als „persönliche <strong>Hygiene</strong>“ fortsetzt, mit<br />

<strong>der</strong> wir unseren eigenverantwortlichen Teil zu unserer<br />

Gesun<strong>der</strong>haltung leisten.<br />

Zunehmend wird <strong>der</strong> Begriff aber auch als „Lebenshygiene“<br />

verstanden, was nichts an<strong>der</strong>es bedeutet, als<br />

möglichen Gesundheitsschäden durch e<strong>in</strong>e vernünftige<br />

und maßvolle Lebens- und Ernährungsweise vorzubeugen.<br />

Die Beachtung von <strong>Hygiene</strong>regeln ist somit<br />

bereits für den Gesunden von größter Bedeutung,<br />

lebenswichtig – mitunter überlebenswichtig – aber wird<br />

ihre Anwendung, wenn Kranke und alte, multimorbide<br />

Menschen zu pflegen s<strong>in</strong>d.<br />

Meilenste<strong>in</strong>e <strong>in</strong> <strong>der</strong> mediz<strong>in</strong>ischen <strong>Hygiene</strong><br />

Schon früh sche<strong>in</strong>t <strong>der</strong> Mensch aus<br />

Erfahrung heraus Maßnahmen ergriffen<br />

zu haben, die im weitesten S<strong>in</strong>ne dem<br />

Bereich <strong>der</strong> <strong>Hygiene</strong> zugeordnet werden<br />

können. Die ältesten Regeln f<strong>in</strong>den sich<br />

<strong>in</strong> kultischen und später <strong>in</strong> religiösen Vorschriften,<br />

vor allem im Talmud, im Koran<br />

und <strong>in</strong> <strong>der</strong> Bibel, vere<strong>in</strong>zelt auch <strong>in</strong> antiken<br />

Dokumenten. Die antike Welt kannte auch<br />

bereits Wasserleitungen und Kanalisation,<br />

und speziell Griechen und Römer hatten<br />

e<strong>in</strong>e große Vorliebe für Geme<strong>in</strong>schaftsbä-<br />

Hygieia<br />

<strong>der</strong>. Sie dienten <strong>der</strong> Re<strong>in</strong>igung<br />

des Körpers, aber auch <strong>der</strong><br />

Erfüllung von S<strong>in</strong>nesfreuden.<br />

Auch <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mediz<strong>in</strong> gab<br />

es <strong>Hygiene</strong>regeln, so war<br />

dem Chirurgen beispielsweise<br />

pe<strong>in</strong>liche Sauberkeit<br />

als Pflicht auferlegt. Denn<br />

immerh<strong>in</strong> hegten die Menschen<br />

bereits damals die Vorstellung, dass<br />

es <strong>in</strong> <strong>der</strong> Atmosphäre o<strong>der</strong> <strong>in</strong> den Ausdünstungen<br />

des Bodens w<strong>in</strong>zige Lebe-<br />

Bakterien<br />

Viele Bakterien bilden giftige Substanzen, sog. Tox<strong>in</strong>e, die die<br />

Schädigungen von Gewebe- und Blutzellen des betroffenen<br />

Organismus bewirken. Das Exotox<strong>in</strong> wird dabei von den Bakterien<br />

laufend aus dem Zell<strong>in</strong>neren abgeson<strong>der</strong>t, das Endotox<strong>in</strong><br />

wird erst bei <strong>der</strong> Zellauflösung mit dem Zerfall <strong>der</strong> Zellwand frei.<br />

Bemerkenswert ist die ungeheure Geschw<strong>in</strong>digkeit, mit <strong>der</strong> sich<br />

Bakterien vermehren. Durch Teilung können aus e<strong>in</strong>er e<strong>in</strong>zigen<br />

Bakterie <strong>in</strong> zehn Stunden über e<strong>in</strong>e Milliarde Keime werden.<br />

<strong>Hygiene</strong> basiert auf zwei grundsätzlichen Präventionspr<strong>in</strong>zipien:<br />

die Expositions- und Dispositionsprophylaxe.<br />

Expositionsprophylaxe bedeutet, die unbelebte,<br />

belebte und soziale Umwelt dah<strong>in</strong>gehend zu bee<strong>in</strong>flussen,<br />

dass die von ihr ausgehenden Gefahren für den<br />

Menschen möglichst ger<strong>in</strong>g gehalten werden. E<strong>in</strong> gutes<br />

Beispiel hierfür ist die hygienische Händedes<strong>in</strong>fektion<br />

(siehe auch Seiten 8/9) zur Vermeidung von Keimverbreitung<br />

und Unterbrechung <strong>der</strong> Infektionskette.<br />

Dispositionsprophylaxe heißt, den Menschen so zu<br />

konditionieren, dass er den Gefahren und Anfor<strong>der</strong>ungen<br />

<strong>der</strong> Umwelt gewachsen ist. Beispielsweise kann <strong>der</strong><br />

Mensch durch Impfungen Immunität erlangen und sich<br />

so vor Infektionskrankheiten schützen.<br />

wesen und unbelebte Stoffe gebe, die<br />

Krankheiten hervorrufen. Die Griechen<br />

bezeichneten sie als „Miasma“. Noch<br />

aber waren diese Fe<strong>in</strong>de unsichtbar<br />

und schrecklich <strong>in</strong> ihren Auswirkungen<br />

auf die Menschheit.<br />

Fortschritte <strong>in</strong> den Wissenschaften leiten<br />

1<br />

dann langsam <strong>in</strong> e<strong>in</strong>e neue Ära <strong>der</strong> <strong>Hygiene</strong><br />

über. 1674 beschreibt <strong>der</strong> holländische<br />

Kaufmann und Optiker Antony van Leeuwenhoek<br />

[1] zum ersten Mal Bakterien. Da er nicht weiß, worum<br />

es sich handelt, nennt er sie „animalculi“, w<strong>in</strong>zig kle<strong>in</strong>e<br />

Andrew Syred / SPL / Focus


<strong>Hygiene</strong> für den Kranken und Pflegebedürftigen wird<br />

überwiegend Maßnahmen <strong>der</strong> Expositionsprophylaxe<br />

umfassen, wobei <strong>der</strong> Maßnahmenkatalog lang ist und<br />

von Pflegefachkräften viel Diszipl<strong>in</strong> und Umsicht bei <strong>der</strong><br />

Umsetzung erfor<strong>der</strong>t. Im Mittelpunkt steht natürlich die<br />

Vermeidung von Infektionsübertragung bei jeglicher<br />

Pflegetätigkeit, z. B. bei <strong>der</strong> Grundpflege und Behandlungspflege,<br />

Aufbereitung von Geräten und Instrumenten,<br />

Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten,<br />

Entsorgung von Abfällen und Wäsche usw.<br />

Zu denken ist aber auch an den Schutz von Heimbewohnern<br />

vor Keimübertragung durch <strong>in</strong>fizierte Mit -<br />

bewohner. In <strong>der</strong> häuslichen Pflege gilt es, e<strong>in</strong>e Keimübertragung<br />

bei den Hausbesuchen durch die Pflege-<br />

Viren<br />

Im Gegensatz zu Bakterien brauchen Viren, die aus Nukle<strong>in</strong>säure<br />

und Prote<strong>in</strong> bestehen, für ihre Vermehrung e<strong>in</strong>e lebensfähige<br />

Wirtszelle. Das Virus haftet sich an die Wirtszelle an, dr<strong>in</strong>gt <strong>in</strong> sie<br />

e<strong>in</strong>, bemächtigt sich ihrer Nukle<strong>in</strong>säure- und Prote<strong>in</strong>produktion<br />

und zw<strong>in</strong>gt sie so, neue Viren aufzubauen. Die schädigenden<br />

Wirkungen s<strong>in</strong>d unterschiedlich, meist geht die Wirtszelle aber<br />

dabei zugrunde. Zur Abwehr können Antikörper gebildet werden,<br />

vor allem aber schützen Impfungen.<br />

kraft von e<strong>in</strong>em Pflegebedürftigen auf den an<strong>der</strong>en zu<br />

verh<strong>in</strong><strong>der</strong>n. Angehörige s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> die Schutzmaßnahmen<br />

mit e<strong>in</strong>zubeziehen.<br />

<strong>Hygiene</strong> dient immer aber auch dem Schutz des<br />

Personals. Wichtige gesetzliche Grundlagen hierzu<br />

s<strong>in</strong>d neben dem Infektionsschutzgesetz das Arbeitsschutzgesetz<br />

sowie die Unfallverhütungsvorschriften.<br />

Zum Schutz <strong>der</strong> Beschäftigten ist <strong>der</strong> Arbeitgeber ver-<br />

Tierchen, die er mit se<strong>in</strong>em selbst konstruierten Mikroskop<br />

erkennen kann, die aber für das bloße Auge<br />

unsichtbar s<strong>in</strong>d. 1796 entdeckt <strong>der</strong> Englän<strong>der</strong><br />

Edward Jenner das Pr<strong>in</strong>zip <strong>der</strong> Impfung, und<br />

die Pockenschutzimpfung wird e<strong>in</strong>geführt.<br />

1847 f<strong>in</strong>det <strong>der</strong> Ungar Ingaz Semmelweis<br />

heraus, dass die verunre<strong>in</strong>igten Hände<br />

obduzieren<strong>der</strong> Ärzte das tödliche K<strong>in</strong>dbettfieber<br />

auslösen. Er führt Waschungen<br />

<strong>der</strong> Hände und Instrumente mit wässriger<br />

Chlorkalklösung e<strong>in</strong>. Der Franzose Louis Pasteur<br />

(1822-1895) entdeckt bei se<strong>in</strong>en bahnbre-<br />

2<br />

CNRI / SPL / Focus<br />

Pilze<br />

Pilze s<strong>in</strong>d e<strong>in</strong>zellige Lebewesen <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er großen Artenvielfalt. Nur<br />

e<strong>in</strong>ige wenige s<strong>in</strong>d jedoch krank machend, z. B. durch die Abson<strong>der</strong>ung<br />

von Enzymen o<strong>der</strong> Tox<strong>in</strong>en o<strong>der</strong> durch die Schädigung<br />

<strong>der</strong> spezifischen/unspezifischen Immunabwehr. Da e<strong>in</strong> gesun<strong>der</strong><br />

Mensch Pilz<strong>in</strong>fektionen gut abwehren kann, handelt es sich bei<br />

Dermatomykosen meist um sog. opportunistische Infekte. Dies<br />

bedeutet, dass e<strong>in</strong>e Infektion erst dann angeht, wenn <strong>der</strong> Wirtskörper<br />

<strong>in</strong> se<strong>in</strong>er Abwehr bee<strong>in</strong>trächtigt bzw. geschädigt ist.<br />

pflichtet, das Gefährdungspotenzial im Dienstbereich<br />

zu analysieren und entsprechend den gegebenen Risiken<br />

die Arbeitsbed<strong>in</strong>gungen und -abläufe adäquat zu<br />

gestalten, um Gefahren abzuwenden. Hierzu gehören<br />

u. a. E<strong>in</strong>richtungen zur Händedes<strong>in</strong>fektion und Händewaschung<br />

sowie die kostenlose Bereitstellung geeigneter<br />

Handpflegemittel und Schutzkleidung. E<strong>in</strong> Muss s<strong>in</strong>d<br />

auch <strong>Hygiene</strong>pläne, die Maßnahmen <strong>der</strong> Re<strong>in</strong>igung,<br />

Des<strong>in</strong>fektion, Sterilisation, Wäsche- und Abfallentsorgung<br />

usw. regeln. Darüber h<strong>in</strong>aus s<strong>in</strong>d fachbezogene<br />

Übungen gefor<strong>der</strong>t, <strong>in</strong>sbeson<strong>der</strong>e e<strong>in</strong>e sich <strong>in</strong> Abständen<br />

wie<strong>der</strong>holende Unterrichtung über persönliche<br />

<strong>Hygiene</strong> und Verhalten bei Infektionsgefährdung.<br />

Die Mitarbeiter h<strong>in</strong>gegen s<strong>in</strong>d u. a. dazu verpflichtet,<br />

die zur Verfügung gestellten Schutzausrüstungen sachgerecht<br />

zu benutzen, die im <strong>Hygiene</strong>plan vorgegebenen<br />

Des<strong>in</strong>fektionsmaßnahmen durchzuführen und die angebotene<br />

Information im Umgang mit <strong>der</strong> Infektionsproblematik<br />

wahrzunehmen. Die vielen gesetzlichen Vorgaben,<br />

von denen hier nur e<strong>in</strong>ige aufgeführt s<strong>in</strong>d, mögen<br />

dabei so manchem übertrieben vorkommen. Aber sie<br />

s<strong>in</strong>d – gewissenhaft angewandt – die e<strong>in</strong>zige Garantie,<br />

sich und an<strong>der</strong>e vor Schädigungen zu schützen.<br />

chenden Arbeiten zum Phänomen <strong>der</strong> Gärung,<br />

dass Mikroorganismen hierbei e<strong>in</strong>e große<br />

Rolle spielen und auch organische<br />

Fäulnisprozesse wie die Eiterung von<br />

Wunden verursachen. Er entdeckt<br />

die Strepto-, Pneumo- und Staphylokokken<br />

und entwickelt e<strong>in</strong>e<br />

Schutzimpfung gegen Tollwut. 1867<br />

führt <strong>der</strong> Englän<strong>der</strong> Joseph Lister [2]<br />

das Verfahren <strong>der</strong> Antisepsis <strong>in</strong> die Chirurgie<br />

e<strong>in</strong>. Wunden werden mit karbolgetränkten<br />

Verbänden, Instrumente und die Umgebung mit<br />

E. Gueho / SPL / Focus<br />

| Titelthema |<br />

Das Tragen steriler Schutzkleidung<br />

hat im OP viel zur<br />

Optimierung des <strong>Hygiene</strong>managements<br />

beigetragen.<br />

Das Pr<strong>in</strong>zip bewährt sich<br />

aber auch im Pflegebereich,<br />

saubere Schutzkleidung ist<br />

zur Selbstverständlichkeit<br />

geworden.<br />

Karbolspray des<strong>in</strong>fiziert. Die Todesrate <strong>in</strong><br />

den verseuchten Hospitälern s<strong>in</strong>kt. Der<br />

Deutsche Robert Koch (1843 bis 1910)<br />

[3] gilt als Begrün<strong>der</strong> <strong>der</strong> mo<strong>der</strong>nen<br />

Bakteriologie. Er entwickelt e<strong>in</strong> Verfahren<br />

zum Nachweis von Erregern mithilfe<br />

von Nährböden und entdeckt die Erreger<br />

3 für Gonorrhö, Tuberkulose, Cholera, Men<strong>in</strong>gitis,<br />

Pest und Syphilis. 1928 wird <strong>der</strong> Schotte<br />

Alexan<strong>der</strong> Flem<strong>in</strong>g auf die keimtötende Wirkung<br />

von Penicill<strong>in</strong> aufmerksam. Der Pilz wird Jahre später<br />

zum Antibiotikum weiterentwickelt.<br />

PflegeDienst 1/2005 5<br />

bpk (3)


| Titelthema |<br />

Immunschwäche und Alter:<br />

e<strong>in</strong>e riskante Komb<strong>in</strong>ation<br />

Physiologische Alterungsvorgänge, aber auch typische Alterskrankheiten<br />

können die Immunkompetenz älterer Menschen gravierend<br />

bee<strong>in</strong>trächtigen. Das Risiko lebensbedrohen<strong>der</strong> Infektionen steigt.<br />

6 PflegeDienst 1/2005<br />

Durch die verschiedenen körpereigenen Abwehrmechanismen<br />

ist <strong>der</strong> gesunde Mensch gegen das E<strong>in</strong>dr<strong>in</strong>gen<br />

krank machen<strong>der</strong> (pathogener) Mikroorganismen<br />

eigentlich ganz gut gerüstet. Dazu zählen beispielsweise<br />

die <strong>in</strong>takte Haut mit ihrem Säureschutzmantel, <strong>der</strong> saure<br />

Magensaft, das saure Milieu <strong>der</strong> Scheide, das Flimmerepithel<br />

<strong>in</strong> den Luftwegen und selbstverständlich e<strong>in</strong><br />

gut funktionierendes Immunsystem. Im Alter aber wird<br />

wie<strong>der</strong> e<strong>in</strong>mal alles an<strong>der</strong>s. Normale physiologische<br />

Alterungsvorgänge (siehe Infokasten), vor allem aber<br />

chronische Alterskrankheiten, die im Alter oft anzutreffende<br />

Mangelernährung o<strong>der</strong> auch Tumorleiden schwächen<br />

das Immunsystem erheblich, die Disposition für<br />

Infektionen wächst. Lt. Literatur liegt das Risiko, e<strong>in</strong>e<br />

nosokomiale Infektion zu erleiden, bei über 65-Jährigen<br />

bei 20 %, bei über 75-Jährigen bei 40 %. Zu beobachten<br />

s<strong>in</strong>d dabei ganz typische Infektionskrankheiten, die<br />

gehäuft die Harnwege, die Atmungsorgane, die Haut<br />

und den Verdauungstrakt betreffen.<br />

Infektionen <strong>der</strong> Harnwege<br />

Neben den altersbed<strong>in</strong>gten Ursachen s<strong>in</strong>d es vor<br />

allem die dauernde transurethrale Harnableitung sowie<br />

e<strong>in</strong>e Harn<strong>in</strong>kont<strong>in</strong>enz, die chronische Harnwegs<strong>in</strong>fektionen<br />

hervorrufen. Bei <strong>der</strong> transurethralen Harnableitung<br />

wirkt <strong>der</strong> Katheter wie e<strong>in</strong>e Schiene für das Aufsteigen<br />

pathogener Keime. Bei e<strong>in</strong>er Harn<strong>in</strong>kont<strong>in</strong>enz kommt es<br />

bei <strong>der</strong> Frau im Bereich von Darm und Vulva zu e<strong>in</strong>er<br />

erheblichen Keimkontam<strong>in</strong>ation, wobei die kurze Harnröhre<br />

das Aufsteigen <strong>der</strong> Keime begünstigt. Aber auch<br />

beim Mann kann e<strong>in</strong>e Harn<strong>in</strong>kont<strong>in</strong>enz, wenn sie nicht<br />

adäquat beherrscht wird, durch Aszension zum Harnwegs<strong>in</strong>fekt<br />

führen.<br />

Da e<strong>in</strong> Harnwegs<strong>in</strong>fekt beim alten Menschen relativ<br />

symptomlos verlaufen kann, ist e<strong>in</strong>e sorgfältige Diagnose<br />

erfor<strong>der</strong>lich, ggf. mit Durchführung e<strong>in</strong>er Blutkultur.<br />

Präventiv ist alles nützlich, was e<strong>in</strong>e e<strong>in</strong>wandfreie<br />

Intimhygiene gewährleistet. Günstig sche<strong>in</strong>en sich auch<br />

e<strong>in</strong>e vermehrte Flüssigkeitszufuhr – gerade auch bei<br />

bestehen<strong>der</strong> Harn<strong>in</strong>kont<strong>in</strong>enz – sowie regelmäßige, <strong>in</strong><br />

kürzeren Abständen vorgenommene Blasenentleerungen<br />

auszuwirken („Auswaschen von Bakterien“).<br />

Wegen <strong>der</strong> extrem hohen Infektionsgefahr ist das<br />

Legen e<strong>in</strong>es Dauerkatheters zur „Pflegeerleichterung“<br />

strikt abzulehnen. Ist e<strong>in</strong>e unvermeidliche mediz<strong>in</strong>ische<br />

Indikation gegeben, haben das Legen des transurethralen<br />

Dauerkatheters sowie die Katheterpflege unter<br />

strengen sterilen Kautelen zu erfolgen. Eventuell kann<br />

auch e<strong>in</strong>e weniger belastende, suprapubische Dra<strong>in</strong>age<br />

<strong>in</strong> Erwägung gezogen werden.<br />

Infektionen <strong>der</strong> Atemwege<br />

Hier ist es vor allem die Lungenentzündung, die alte<br />

Menschen bedroht. Prädisponierend wirkt sich dabei<br />

aus, dass die Atmung beim Liegen meist nur oberflächlich<br />

ist, sodass die tiefer gelegenen Lungenbereiche<br />

nicht ausreichend durchlüftet werden. Erschwerend<br />

kommt h<strong>in</strong>zu, dass das Abhusten von Schleim bei alten<br />

Menschen ungenügend ist. Ebenso erleichtert die allgeme<strong>in</strong><br />

verm<strong>in</strong><strong>der</strong>te Abwehrkraft das Übergreifen von<br />

Infektionen auf das Lungengewebe.<br />

Die Symptome für e<strong>in</strong>e beg<strong>in</strong>nende Lungenentzündung<br />

s<strong>in</strong>d e<strong>in</strong>e flache, beschleunigte o<strong>der</strong> auch<br />

erschwerte Atmung, <strong>der</strong> Auswurf ist eitrig-gelb, Tempe-<br />

Invasive Behandlungspflege: mit strikter Asepsis Infektionen vorbeugen<br />

Invasion bedeutet E<strong>in</strong>dr<strong>in</strong>gen und ist abgeleitet vom late<strong>in</strong>ischen<br />

Wort <strong>in</strong>va<strong>der</strong>e = e<strong>in</strong>fallen, womit <strong>der</strong> Risikocharakter e<strong>in</strong>er <strong>in</strong>vasiven<br />

Behandlungsmaßnahme bereits gut beschrieben ist. Sie stellt<br />

immer e<strong>in</strong>e „Verletzung“ bzw. e<strong>in</strong>e Unterbrechung <strong>der</strong> Körper<strong>in</strong>tegrität<br />

dar, durch die entsprechende E<strong>in</strong>trittspforten für Mikroorganismen<br />

entstehen, z. B. beim Katheterisieren, beim Legen von<br />

Sonden, bei Injektionen o<strong>der</strong> bei <strong>der</strong> Wundbehandlung.<br />

Das hohe Infektionsrisiko, dem Patienten dabei ausgesetzt s<strong>in</strong>d,<br />

lässt sich nur durch e<strong>in</strong> diszipl<strong>in</strong>iertes Arbeiten nach den Regeln<br />

<strong>der</strong> Asepsis reduzieren. Hierbei wie<strong>der</strong>um bietet <strong>der</strong> E<strong>in</strong>satz e<strong>in</strong>zeln<br />

verpackter steriler Verbandstoffe, Instrumente und Pflegehilfsmittel<br />

sowie kompletter Sterilsets – beispielsweise zum Legen e<strong>in</strong>es<br />

Caro / Trappe<br />

Blasenkatheters – e<strong>in</strong>e nicht zu unterschätzende Sicherheit. Sie<br />

können entscheidend zur E<strong>in</strong>haltung <strong>der</strong> gefor<strong>der</strong>ten Asepsis beitragen,<br />

aber auch die Arbeitsabläufe vere<strong>in</strong>fachen. Um e<strong>in</strong>e Kontam<strong>in</strong>ation<br />

solcher Sterilmaterialien im Pflegealltag zu vermeiden,<br />

s<strong>in</strong>d allerd<strong>in</strong>gs e<strong>in</strong> paar Regeln zu beachten:<br />

� Sterile Materialien immer trocken, dunkel, staubgeschützt und<br />

kühl lagern.<br />

� Vor dem Anfassen <strong>der</strong> Außenverpackung erfolgt e<strong>in</strong>e hygienische<br />

Händedes<strong>in</strong>fektion.<br />

� Sterile Peelpackungen an <strong>der</strong> gekennzeichneten Stelle öffnen,<br />

nicht x-beliebig aufreißen o<strong>der</strong> die Packung mit e<strong>in</strong>em Instrument<br />

durchstoßen.


atur und Puls steigen an. Generell s<strong>in</strong>d die Symptome<br />

und Reaktionen bei jüngeren Menschen ausgeprägter<br />

als bei alten Menschen, sodass e<strong>in</strong>e Lungenentzündung<br />

hier sogar leicht übersehen werden kann. Vorbeugende<br />

Maßnahmen haben zum Ziel, die Atemtätigkeit des<br />

Kranken zu för<strong>der</strong>n und gefährliche Schleimansammlungen<br />

<strong>in</strong> den Atemwegen und im Lungengewebe zu<br />

verh<strong>in</strong><strong>der</strong>n.<br />

Gefährliche Atemwegs<strong>in</strong>fektionen können sich aber<br />

auch durch Influenzaviren ergeben. Als Prävention<br />

werden Grippeschutzimpfungen sowohl für die Pflegebedürftigen<br />

als auch die Pflegekräfte empfohlen.<br />

E<strong>in</strong> beson<strong>der</strong>es Problem stellt schließlich die Tuberkulose<br />

dar. Denn gerade bei verm<strong>in</strong><strong>der</strong>ter Immunitätslage<br />

kann durch e<strong>in</strong>e exogene o<strong>der</strong> endogene Re<strong>in</strong>fektion<br />

nach jahrelanger Latenzzeit die früher geschlossene<br />

Tuberkulose reaktiviert und wie<strong>der</strong> zur offenen und<br />

ansteckungsfähigen Tuberkulose werden.<br />

Infektionen <strong>der</strong> Haut/Wund<strong>in</strong>fektionen<br />

Infolge <strong>der</strong> Funktionse<strong>in</strong>bußen des Säureschutzmantels<br />

ist im Alter verstärkt mit ekzemartigen Verän<strong>der</strong>ungen<br />

<strong>der</strong> Haut zu rechnen. Häufig s<strong>in</strong>d mikrobielle<br />

Ekzeme, als <strong>der</strong>en Ursache u. a. auch Fokal<strong>in</strong>fekte wie<br />

z. B. chronische Bronchitis, Bronchiektasen o<strong>der</strong> e<strong>in</strong>e<br />

chronische Prostatitis angenommen werden. E<strong>in</strong>e weitere<br />

im Alter nicht seltene bakterielle Infektion, meist<br />

ausgelöst durch Streptokokken <strong>der</strong> Gruppe A, ist das<br />

Erysipel. Prädest<strong>in</strong>iert als E<strong>in</strong>trittspforten s<strong>in</strong>d Hautareale<br />

mit gestörter Barrierefunktion. Bleibt das Erysipel<br />

unbehandelt, kann es zur Ausbildung hämorrhagischer<br />

Blasen und auch zur Nekrosenbildung kommen.<br />

Erhöht ist im Alter auch die Anfälligkeit für Pilz<strong>in</strong>fektionen<br />

(Dermatomykosen), wobei prädisponierend<br />

e<strong>in</strong>e vorgeschädigte Haut, z. B. durch Mazeration bei<br />

Inkont<strong>in</strong>enz o<strong>der</strong> Rhagaden bei pAVK, Stoffwechselerkrankungen<br />

wie Diabetes mellitus o<strong>der</strong> Durchblutungsstörungen<br />

bei <strong>der</strong> Entstehung e<strong>in</strong>e Rolle spielen. Der<br />

Fußbereich ist die Körperregion, die am häufigsten von<br />

Pilzen befallen wird. E<strong>in</strong>e Komplikation des Fußpilzes ist<br />

dabei die Onychomykose, e<strong>in</strong> Pilzbefall <strong>der</strong> Zehennägel<br />

mit Dystrophie <strong>der</strong> Nagelplatte. Hefepilze können sich<br />

aber auch <strong>in</strong> den Leisten, Beugen und Achselhöhlen, am<br />

Nabel, unter <strong>der</strong> Brust sowie im Genitalbereich ausbreiten.<br />

Bei <strong>in</strong>kont<strong>in</strong>enten Patienten kann e<strong>in</strong>e W<strong>in</strong>del<strong>der</strong>matitis<br />

durch Hefepilze aus dem Darm entstehen.<br />

Von venös, arteriell und diabetisch bed<strong>in</strong>gten Be<strong>in</strong>ulcera<br />

sowie von Dekubitalulcera s<strong>in</strong>d entsprechend<br />

den auslösenden Ursachen wie<strong>der</strong>um vor allem ältere<br />

Menschen betroffen. In <strong>der</strong> Behandlung und Pflege ist<br />

dabei die Verhütung und gegebenenfalls die Bekämpfung<br />

e<strong>in</strong>er Wund<strong>in</strong>fektion von zentraler Bedeutung, da<br />

Geschwüre dieser Ursachen anfällig dafür s<strong>in</strong>d. Daran<br />

ist zum e<strong>in</strong>en die schlechte Durchblutungssituation <strong>in</strong><br />

diesen Wundgebieten schuld, zum an<strong>der</strong>en begünstigt<br />

abgestorbenes Gewebe das Angehen e<strong>in</strong>er Infektion.<br />

Schließlich hat auch noch die allgeme<strong>in</strong>e Abwehrschwäche<br />

E<strong>in</strong>fluss auf das Angehen von Infektionen, wobei<br />

Verän<strong>der</strong>ungen des Immunstatus im Alter<br />

Dr. P. Marazzi / SPL / Focus<br />

Du Cane Medial Imag<strong>in</strong>g / SPL / Focus<br />

SPL / Focus<br />

Alfred Pasieka / SPL / Focus<br />

Manfred P. Kage / Okapia<br />

NIBSC / SPL / Focus<br />

bei bettlägerigen, immobilen Patienten nicht selten<br />

Malnutrition mit Eiweiß- und Vitam<strong>in</strong>mangel erschwerend<br />

h<strong>in</strong>zukommt. Es versteht sich eigentlich von selbst,<br />

dass zur Verh<strong>in</strong><strong>der</strong>ung von Keimverschleppung und<br />

Rekontam<strong>in</strong>ation jede Wundbehandlung – auch im<br />

häuslichen Bereich – unter sterilen Bed<strong>in</strong>gungen zu<br />

erfolgen hat.<br />

Infektionen des Verdauungstraktes<br />

Durchfälle (Diarrhöen) s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> <strong>der</strong> geriatrischen<br />

Pflege häufig zu verzeichnen. Zum Teil werden sie durch<br />

nicht <strong>in</strong>fektiologische Ursachen, z. B. Antibiotikagaben,<br />

hervorgerufen, können aber auch durch verdorbene<br />

bzw. bakteriell verunre<strong>in</strong>igte Lebensmittel verursacht<br />

se<strong>in</strong>. Auch virale Magen-Darm-Erkrankungen, die über<br />

Schmier<strong>in</strong>fektionen übertragen werden, kommen vor.<br />

| Titelthema |<br />

Der Säureschutzmantel <strong>der</strong> Haut (Hydrolipidfilm) hat die wichtige<br />

Aufgabe, durch se<strong>in</strong>en sauren pH-Wert die Ansiedelung von Mikroorganismen<br />

wie Viren, Bakterien und Pilzen zu erschweren. Im Alter<br />

aber ist die Schweiß- und Talgproduktion rückläufig, woraus sich<br />

auch Funktionse<strong>in</strong>bußen beim Säureschutzmantel ergeben. Dies<br />

macht die Altershaut für ekzemartige Verän<strong>der</strong>ungen und mikrobielle<br />

Infektionen anfälliger.<br />

Im Urogenitalbereich <strong>der</strong> Frau ergibt sich durch die Abnahme<br />

<strong>der</strong> Östrogenproduktion e<strong>in</strong>e Verän<strong>der</strong>ung <strong>in</strong> <strong>der</strong> physiologischen<br />

Keimbesiedelung, da das Wachstum <strong>der</strong> Milchsäure produzieren-<br />

den Dö<strong>der</strong>le<strong>in</strong>-Bakterien reduziert ist. Diese Bakterien unterdrücken<br />

normalerweise die Besiedelung <strong>der</strong> Schleimhäute mit an<strong>der</strong>en<br />

Keimen, beispielsweise mit Keimen <strong>der</strong> Haut o<strong>der</strong> des Darms, und<br />

schützen so vor Infektionen.<br />

Im Bereich des Harntraktes ist es vor allem die Funktion <strong>der</strong> „Selbstre<strong>in</strong>igung“,<br />

die Infektionen vorbeugt. Darunter ist das Auswaschen<br />

von Bakterien aus dem unteren Harntrakt durch e<strong>in</strong>en kräftigen<br />

Harnstrahl zu verstehen. Altersbed<strong>in</strong>gt kann jedoch die Austreibungskraft<br />

<strong>der</strong> Harnblase nachlassen o<strong>der</strong> die Harnröhre ist durch<br />

Prostatavergrößerung verengt, sodass die Selbstre<strong>in</strong>igungsfunktion<br />

gestört ist. Restharnbildung begünstigt weitere Infektionen.<br />

Der von <strong>der</strong> Magenschleimhaut abgeson<strong>der</strong>te Magensaft enthält<br />

auch Salzsäure, von <strong>der</strong> die mit <strong>der</strong> Nahrung aufgenommenen Bakterien<br />

abgetötet werden. Verschiebt sich nun im Alter <strong>der</strong> pH-Wert<br />

im Magensaft vom sauren <strong>in</strong> den alkalischen Bereich, wird e<strong>in</strong>e<br />

weitere natürliche Barriere gegen e<strong>in</strong>dr<strong>in</strong>gende Mikroorganismen<br />

abgeschwächt. Schätzungsweise die Hälfte aller über 50-Jährigen<br />

hat e<strong>in</strong>e chronische Typ-B-Gastritis.<br />

E<strong>in</strong> weiterer Abwehrmechanismus ist <strong>der</strong> Hustenreflex, durch den<br />

die Atemwege von Schleim, Sputum, Fremdkörpern und an<strong>der</strong>en<br />

Reizstoffen befreit werden. Die Altersverän<strong>der</strong>ungen <strong>in</strong> den Atemwegen<br />

setzen u. a. aber auch die Erregbarkeit des Hustenreflexes<br />

herab, wodurch die wichtige Re<strong>in</strong>igungsarbeit des Flimmerepithels<br />

bee<strong>in</strong>trächtigt wird. Die Anfälligkeit für Erkältungen und Lungenentzündungen<br />

ist erhöht.<br />

Auf <strong>der</strong> Ebene <strong>der</strong> unspezifischen bzw. spezifischen Abwehr s<strong>in</strong>d<br />

im H<strong>in</strong>blick auf Altersverän<strong>der</strong>ungen noch viele Fragen ungeklärt,<br />

es ist aber auch hier mit verschiedenen Funktionse<strong>in</strong>bußen zu rechnen.<br />

Beispielsweise verm<strong>in</strong><strong>der</strong>n sich bestimmte T-Zellen im Alter,<br />

wie auch e<strong>in</strong> Nachlassen <strong>der</strong> Gammaglobul<strong>in</strong>menge etwa ab dem<br />

60. Lebensjahr zu beobachten ist. Gammaglobul<strong>in</strong>e s<strong>in</strong>d Plasmaprote<strong>in</strong>e,<br />

die als Antikörper <strong>der</strong> spezifischen Abwehr dienen.<br />

PflegeDienst 1/2005 7


| Pflegewissen |<br />

8 PflegeDienst 1/2005<br />

Im Infektionsgeschehen spielen die Hände e<strong>in</strong>e<br />

doppelte Rolle: Sie können Überträger von Krankheitserregern<br />

se<strong>in</strong> o<strong>der</strong> auch selbst als Infektionsquelle<br />

fungieren, z. B. bei <strong>in</strong>fizierten Läsionen. Die Übertragung<br />

krank machen<strong>der</strong> (pathogener) Mikroorganismen<br />

durch die Hände von Ärzten und Pflegenden wird als<br />

die Hauptursache nosokomialer, d. h. im Krankenhaus<br />

erworbener Infektionen (überwiegend postoperative<br />

Wund-, Harnwegs-, und Atemwegs<strong>in</strong>fektionen sowie<br />

Septikämien) gesehen. Die Händedes<strong>in</strong>fektion ist somit<br />

<strong>der</strong> wichtigste Schritt zur Unterbrechung <strong>der</strong> Kontam<strong>in</strong>ations-<br />

bzw. Infektionskette. Dies gilt une<strong>in</strong>geschränkt<br />

auch für die geriatrische Pflege im stationären und<br />

ambulanten Versorgungsbereich. Der oft gebrachte E<strong>in</strong>wand,<br />

dass <strong>in</strong> <strong>der</strong> häuslichen Pflege <strong>Hygiene</strong>maßnahmen<br />

nicht ganz so strikt angewendet werden müssen,<br />

weil hier Keime weniger pathogen seien, kann so nicht<br />

mehr akzeptiert werden. Nicht zuletzt durch die verkürzten<br />

Liegezeiten <strong>in</strong> den Akutkrankenhäusern f<strong>in</strong>den sich<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> ambulanten Pflege zunehmend stark abwehrge-<br />

Händedes<strong>in</strong>fektion –<br />

e<strong>in</strong> absolutes Muss<br />

Die hygienische Händedes<strong>in</strong>fektion ist e<strong>in</strong>e <strong>der</strong> wirksamsten Maßnahmen<br />

zur Unterbrechung von Infektionsketten. Aus vielerlei<br />

Gründen aber wird sie <strong>in</strong> <strong>der</strong> geriatrischen Pflege – und hier vor<br />

allem im häuslichen Versorgungsbereich – oft vernachlässigt.<br />

Pasieka / SPL / Focus<br />

Die Keimübertragung<br />

durch Hände ist e<strong>in</strong><br />

häufiger Infektionsweg.<br />

schwächte Patienten, die durch die notwendige <strong>in</strong>vasive<br />

Behandlungspflege zusätzlich e<strong>in</strong> hohes Infektionsrisiko<br />

tragen.<br />

Ziele und Techniken <strong>der</strong> Händehygiene<br />

Die mikrobielle Hautflora wird <strong>in</strong> Gruppen unterschieden:<br />

Die residente „hauteigene“ Flora ist dauerhaft<br />

vorhanden und bietet im physiologischen Fall e<strong>in</strong>en<br />

gewissen Schutz vor pathogenen Keimen. Die transiente<br />

„hautfremde“ Flora bef<strong>in</strong>det sich nach Kontam<strong>in</strong>ation<br />

vorübergehend auf <strong>der</strong> Hautoberfläche. Sie kann pathogene<br />

Keime enthalten. E<strong>in</strong>e sog. Infektionsflora liegt bei<br />

<strong>in</strong>fizierten bzw. eitrigen Hautschädigungen vor (z. B.<br />

Nagelbettentzündungen, ekzematöse Erkrankungen).<br />

E<strong>in</strong>e Abtötung aller Mikroorganismen ist nun we<strong>der</strong><br />

möglich noch s<strong>in</strong>nvoll. Vielmehr besteht das Ziel dar<strong>in</strong>,<br />

die pathogenen Keime durch Des<strong>in</strong>fektion zu elim<strong>in</strong>ieren<br />

bzw. signifikant zu reduzieren, sodass die Infektionskette<br />

wirksam unterbrochen werden kann. Je nach<br />

Tätigkeit o<strong>der</strong> Zweck s<strong>in</strong>d dazu folgende <strong>Hygiene</strong>maßnahmen<br />

angebracht.<br />

Durch e<strong>in</strong>e hygienische Händewaschung mit Seife<br />

o<strong>der</strong> antimikrobiellen Waschpräparaten kann e<strong>in</strong>e<br />

transiente Flora bis zu e<strong>in</strong>em gewissen Grad entfernt<br />

werden. Die hygienische Sicherheit ist jedoch ger<strong>in</strong>g,<br />

sodass die Händewaschung ke<strong>in</strong>e Alternative zur Händedes<strong>in</strong>fektion<br />

darstellt.<br />

Wenn die Hände sichtbar verschmutzt s<strong>in</strong>d, wird<br />

vor <strong>der</strong> Des<strong>in</strong>fektion e<strong>in</strong>e Waschung durchgeführt,<br />

und zwar so, dass e<strong>in</strong>e Verbreitung von Mikroorganismen<br />

<strong>in</strong> die Umgebung möglichst verh<strong>in</strong><strong>der</strong>t wird<br />

(z. B. Vorre<strong>in</strong>igung stark verschmutzter Hände mit<br />

e<strong>in</strong>em mit Des<strong>in</strong>fektionsmittel getränktem E<strong>in</strong>maltuch,<br />

Des<strong>in</strong>fizieren <strong>der</strong> Armaturen usw.). Vor <strong>der</strong> anschließenden<br />

Des<strong>in</strong>fektion müssen die Hände gut getrocknet<br />

werden. Wasserrückstände bee<strong>in</strong>trächtigen die Wirkung<br />

des Des<strong>in</strong>fektionsmittels.<br />

Mithilfe <strong>der</strong> chirurgischen Händedes<strong>in</strong>fektion ist e<strong>in</strong>e<br />

Abtötung <strong>der</strong> transienten und zum Teil residenten Flora<br />

möglich. Sie bietet e<strong>in</strong>e mittlere bis hohe hygienische<br />

Sicherheit. Da das Verfahren vor allem im OP-Bereich<br />

üblich ist, wird es hier nicht näher erläutert.<br />

Das Mittel <strong>der</strong> Wahl im Pflegebereich ist die<br />

hygienische Händedes<strong>in</strong>fektion. Durch E<strong>in</strong>reiben<br />

alkoholischer Des<strong>in</strong>fektionsmittel wird <strong>in</strong>nerhalb<br />

kürzester Zeit (30 s) die transiente Flora so stark<br />

reduziert, dass e<strong>in</strong>e Keimweiterverbreitung bzw. e<strong>in</strong>e<br />

Übertragung unterbunden wird. Das Verfahren führt<br />

zu deutlich höheren Reduktionsraten als die Händewaschung<br />

und bietet damit e<strong>in</strong>e hohe hygienische<br />

Sicherheit ohne das Risiko e<strong>in</strong>er Keimverbreitung, wie<br />

sie beim Händewaschen stattf<strong>in</strong>det.<br />

Wann ist e<strong>in</strong>e Händedes<strong>in</strong>fektion erfor<strong>der</strong>lich?<br />

Grundsätzlich ist e<strong>in</strong>e Händedes<strong>in</strong>fektion vor und<br />

nach je<strong>der</strong> potenziell <strong>in</strong>fektionsgefährdenden Tätigkeit<br />

durchzuführen (Kramer et al.). Typische Indikationen<br />

s<strong>in</strong>d beispielsweise vor <strong>in</strong>vasiven, aseptisch durchzufüh-


Hygienische Händedes<strong>in</strong>fektion<br />

Des<strong>in</strong>fektionsmittel <strong>in</strong> die hohle, trockene<br />

Hand geben und die Handfläche <strong>der</strong> an<strong>der</strong>en<br />

Hand darüber legen. Dann beide Handflächen<br />

fünfmal gegene<strong>in</strong>an<strong>der</strong> reiben.<br />

Mit den Händen Hakengriff e<strong>in</strong>nehmen.<br />

Dann den Griff fünfmal h<strong>in</strong>tere<strong>in</strong>an<strong>der</strong><br />

lockern und wie<strong>der</strong> e<strong>in</strong>nehmen.<br />

renden Behandlungsmaßnahmen (Injektionen, Legen<br />

e<strong>in</strong>es Katheters, Punktionen, Verbandwechsel usw.),<br />

auch wenn bei <strong>der</strong> Durchführung Handschuhe getragen<br />

werden, vor und nach dem Kontakt mit Sekreten, Ausscheidungen<br />

und Schleimhäuten, nach dem Kontakt mit<br />

potenziell kontam<strong>in</strong>ierten Gegenständen und Geräten,<br />

nach Kontakt mit Patienten mit e<strong>in</strong>er (möglichen) Infektion<br />

o<strong>der</strong> e<strong>in</strong>er manifesten Infektion, nach dem Ausziehen<br />

<strong>der</strong> Handschuhe, vor <strong>der</strong> Essenszubereitung und<br />

-gabe, nach je<strong>der</strong> Toilettenbenutzung, am Arbeitsende,<br />

nach Verlassen <strong>der</strong> Wohnung des Pflegebedürftigen, vor<br />

Betreten <strong>der</strong> nächsten Wohnung usw.<br />

Gründe für die Vernachlässigung <strong>der</strong> Des<strong>in</strong>fektion<br />

Obwohl die hygienische Händedes<strong>in</strong>fektion erwiesenermaßen<br />

die wirksamste Maßnahme zur Infektionsvermeidung<br />

darstellt, wird sie oft vernachlässigt.<br />

Gründe hierfür könnten se<strong>in</strong>: e<strong>in</strong> ungenügendes <strong>Hygiene</strong>bewusstse<strong>in</strong><br />

(d. h. die entscheidende Wichtigkeit<br />

dieser Maßnahme wird nicht erkannt), Zeitmangel<br />

und Überlastung, die Annahme, dass e<strong>in</strong>e hygienische<br />

Händedes<strong>in</strong>fektion durch das Tragen von Handschuhen<br />

nicht notwendig sei, das Fehlen geeigneter <strong>Hygiene</strong>vorrichtungen<br />

und das schlichte „Vergessen“ <strong>der</strong> Händedes<strong>in</strong>fektion.<br />

Manchmal befürchten Pflegekräfte aber auch Hautreizungen<br />

durch die Des<strong>in</strong>fektionspräparate. Durch<br />

Anwendungsstudien konnte jedoch belegt werden,<br />

dass Des<strong>in</strong>fizieren hautverträglicher ist als Waschen.<br />

Jedes Händewaschen mit Seife trocknet die Haut aus,<br />

weil mit <strong>der</strong> Seife Fett und Feuchtigkeit entzogen wird.<br />

L<strong>in</strong>ke Handfläche über rechten Handrücken<br />

legen und fünfmal kreisend bewegen.<br />

Anschließend rechte Handfläche auf l<strong>in</strong>ken<br />

Handrücken legen und gleiche Bewegung<br />

ausführen.<br />

Mit <strong>der</strong> rechten Hand den l<strong>in</strong>ken Daumen<br />

umfassen und fünfmal kreisend e<strong>in</strong>reiben,<br />

dann mit <strong>der</strong> l<strong>in</strong>ken Hand den Daumen<br />

umfassen und gleiche Bewegung ausführen.<br />

Handfläche auf Handfläche legen und<br />

F<strong>in</strong>ger bei<strong>der</strong> Hände verschränken,<br />

wie<strong>der</strong> öffnen, verschränken, wie<strong>der</strong><br />

öffnen (fünfmal wie<strong>der</strong>holen).<br />

F<strong>in</strong>gerkuppen <strong>der</strong> rechten Hand fünfmal <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> l<strong>in</strong>ken Handfläche kreisend bewegen,<br />

dann gleiche Bewegung mit <strong>der</strong> l<strong>in</strong>ken<br />

Hand ausführen.<br />

Demgegenüber besteht <strong>der</strong> Vorteil alkoholischer E<strong>in</strong>reibepräparate<br />

dar<strong>in</strong>, dass die Hautfette zwar emulgiert<br />

werden, aber auf <strong>der</strong> Haut verbleiben. Dies können<br />

allerd<strong>in</strong>gs nur Präparate leisten, die rückfettende und<br />

hautpflegende Substanzen enthalten. Bei <strong>der</strong> Wahl<br />

e<strong>in</strong>es geeigneten Präparates ist somit die Deklarierung<br />

<strong>der</strong> Inhaltsstoffe zu beachten.<br />

Hautschutz und Hautpflege<br />

E<strong>in</strong>e nicht gepflegte Haut kann nicht sicher des<strong>in</strong>fiziert<br />

werden und kle<strong>in</strong>ste Risse und Mikrotraumen<br />

stellen bereits wie<strong>der</strong> potenzielle Erregerreservoire dar.<br />

Deshalb wird <strong>in</strong> <strong>der</strong> Richtl<strong>in</strong>ie zur hygienischen Händedes<strong>in</strong>fektion<br />

die Hautpflege als „berufliche“ Pflicht<br />

bewertet. Die Hände sollten m<strong>in</strong>destens vor und nach<br />

Beendigung <strong>der</strong> Arbeitsschicht sowie mehrmals am Tag,<br />

möglichst <strong>in</strong> den Arbeitspausen, mit wirksamen Schutz-<br />

und Pflegepräparaten e<strong>in</strong>gecremt werden, damit durch<br />

die Pflegecreme die Wirkung von Händedes<strong>in</strong>fektionsmitteln<br />

nicht bee<strong>in</strong>trächtigt wird.<br />

Anfor<strong>der</strong>ungen an (E<strong>in</strong>mal-)Handschuhe<br />

Für die verschiedenen Pflegetätigkeiten kommen<br />

heute aus Gründen <strong>der</strong> <strong>Hygiene</strong>sicherheit ausschließlich<br />

E<strong>in</strong>malhandschuhe – steril und unsteril – zur Anwendung,<br />

für Re<strong>in</strong>igungsarbeiten können mehrfach zu<br />

verwendende Haushalthandschuhe e<strong>in</strong>gesetzt werden.<br />

Grundsätzlich müssen Handschuhe so beschaffen se<strong>in</strong>,<br />

dass sie <strong>der</strong> zu erwartenden mechanischen Belastung<br />

sicher standhalten, flüssigkeits- und keimdicht s<strong>in</strong>d und<br />

nicht sensibilisieren.<br />

| Pflegewissen |<br />

Standarde<strong>in</strong>reibeverfahren<br />

nach Euro-Norm 1500:<br />

Nach Durchführung alle<br />

Schritte wie<strong>der</strong> beim ersten<br />

Schritt beg<strong>in</strong>nen, bis die<br />

angegebene E<strong>in</strong>wirkungszeit<br />

von 30 Sekunden erreicht ist.<br />

Darauf achten, dass die<br />

Hände während <strong>der</strong> E<strong>in</strong>reibezeit<br />

feucht bleiben. E<strong>in</strong>e ausreichende<br />

Menge Des<strong>in</strong>fektionsmittel<br />

wird mit ca. 3-5<br />

ml angegeben. (Fotos und<br />

Anleitung: Bode Chemie)<br />

E<strong>in</strong> breites Sortiment an<br />

HARTMANN-E<strong>in</strong>malhandschuhen<br />

macht es möglich,<br />

für jeden Zweck den exakt<br />

passenden Handschuh zu<br />

f<strong>in</strong>den. Dies verbessert auch<br />

die Wirtschaftlichkeit.<br />

Beispiele: Peha-fol, Pehasoft<br />

und Peha-soft v<strong>in</strong>yl<br />

pow<strong>der</strong>free.<br />

PflegeDienst 1/2005 9


| Produktfocus |<br />

10 PflegeDienst 1/2005<br />

Vala-<strong>Hygiene</strong>produkte helfen im<br />

Kampf gegen Keimverschleppung<br />

Zunehmend s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> <strong>der</strong> geriatrischen Pflege multimorbide Menschen zu betreuen, die<br />

beson<strong>der</strong>s vor Infektionskrankheiten geschützt werden müssen. Die Beachtung hygienischer<br />

Schutzmaßnahmen ist deshalb e<strong>in</strong>e wichtige Voraussetzung für e<strong>in</strong>e erfolgreiche Pflege.<br />

Krank machende Keime lauern überall – nicht nur<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Kl<strong>in</strong>ik o<strong>der</strong> stationären Pflege. Auch <strong>in</strong> <strong>der</strong> häuslichen<br />

Pflege s<strong>in</strong>d <strong>in</strong>fektiologische Komplikationen e<strong>in</strong><br />

häufiges Problem, das noch dazu <strong>in</strong> diesem Bereich oft<br />

unterschätzt wird.<br />

Infektionsrisiken bestehen dabei nicht nur bei <strong>der</strong><br />

<strong>in</strong>vasiven Behandlungspflege wie z. B. e<strong>in</strong>er Katheter-<br />

o<strong>der</strong> Sondenversorgung o<strong>der</strong> bei <strong>der</strong> Wundbehandlung,<br />

son<strong>der</strong>n bei allen Tätigkeiten <strong>der</strong> Grundpflege. Denn die<br />

wichtigste Infektionsquelle ist nun e<strong>in</strong>mal <strong>der</strong> Mensch<br />

selbst. Dabei können Erkrankte, als Kranke nicht erkennbare<br />

Personen und auch Gesunde Keimausschei<strong>der</strong> und<br />

Keimüberträger se<strong>in</strong>. Häufig gelangen die Keime mit<br />

den Körperausscheidungen wie Sputum, Stuhl und<br />

Ur<strong>in</strong> <strong>in</strong> die Umgebung. Vielfältige Übertragungswege<br />

führen dann zu e<strong>in</strong>er raschen Keimverschleppung und<br />

-verbreitung.<br />

Bei <strong>der</strong> Tröpfchen<strong>in</strong>fektion werden Krankheitskeime,<br />

die <strong>in</strong> den oberen Luftwegen angesiedelt s<strong>in</strong>d, beim<br />

Husten, Niesen und Sprechen mit den Speicheltröpfchen<br />

regelrecht heraus- und herumgeschleu<strong>der</strong>t. E<strong>in</strong> weiterer<br />

Übertragungsweg ist die Schmier<strong>in</strong>fektion. Sie ist möglich,<br />

wenn Erreger mit Stuhl, Ur<strong>in</strong>, Erbrochenem o<strong>der</strong><br />

mit dem Sputum ausgeschieden, verschmiert und über<br />

verunre<strong>in</strong>igte Hände und Gegenstände aufgenommen<br />

werden. Infektionskeime können aber auch z. B. durch<br />

verunre<strong>in</strong>igte Nahrung, durch Staub o<strong>der</strong> kontam<strong>in</strong>ierte<br />

Krankenpflegehilfsmittel (Spritzen, Katheter, nicht steriles<br />

Verbandmaterial usw.) übertragen werden.<br />

Die gewissenhafte Beachtung hygienischer Schutzmaßnahmen<br />

sollte deshalb ganz selbstverständlich<br />

zur täglichen Pflegearbeit gehören, um Schaden vom<br />

Pflegebedürftigen, aber auch vom Pflegenden selbst<br />

abzuwenden.<br />

Keimverschleppung unterb<strong>in</strong>den<br />

Die Keimausscheidung ist kaum zu verh<strong>in</strong><strong>der</strong>n. Wohl<br />

aber kann durch die verschiedenen, konsequent durchgeführten<br />

<strong>Hygiene</strong>maßnahmen die Keimverschleppung<br />

unterbunden und das Kontam<strong>in</strong>ations- bzw. Infektionsrisiko<br />

erheblich gesenkt werden.<br />

E<strong>in</strong>e wirkungsvolle Hilfe bei diesen Bemühungen um<br />

sichere <strong>Hygiene</strong> im Pflegealltag ist <strong>der</strong> Gebrauch von<br />

E<strong>in</strong>malprodukten. Das Pr<strong>in</strong>zip, Krankenpflegehilfsmittel<br />

nur e<strong>in</strong>mal zu verwenden und nach Gebrauch rasch<br />

zu entsorgen, hat sich im Kampf gegen die Keimverschleppung<br />

bestens bewährt. So ist beispielsweise die<br />

ausschließliche Verwendung steriler E<strong>in</strong>malprodukte bei<br />

<strong>der</strong> <strong>in</strong>vasiven Behandlungspflege und bei <strong>der</strong> Wundversorgung<br />

zum vorgeschriebenen <strong>Hygiene</strong>standard<br />

geworden. Es stehen aber auch für viele an<strong>der</strong>e Pflegetätigkeiten<br />

s<strong>in</strong>nvolle E<strong>in</strong>malprodukte zur Verfügung, die<br />

e<strong>in</strong> hygienisch zuverlässiges Arbeiten ermöglichen.<br />

Vala – e<strong>in</strong> Sortiment für viele Fälle<br />

Unter dem Markennamen Vala werden e<strong>in</strong>e Reihe<br />

von E<strong>in</strong>malprodukten angeboten, die vor allem <strong>in</strong> „hygienisch<br />

kritischen“ Pflegebereichen gute Dienste leisten.<br />

Vliesstoffe: die kostengünstige Alternative zu textilen Geweben<br />

Sie s<strong>in</strong>d weich und geschmeidig, strapazierfähig und ribbelfest,<br />

saugfähig, aber auch nassfest, leicht herzustellen und deshalb<br />

preisgünstig: Vliesstoffe eignen sich als Material für unzählige<br />

Anwendungen. In <strong>der</strong> Bekleidungs-, Schuh- und Polstermöbel<strong>in</strong>dustrie<br />

geht es schon lange nicht mehr ohne sie, aber auch <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> Mediz<strong>in</strong> gelten sie als unentbehrlich. Aus Vliesstoffen werden<br />

Heftpflaster und Wundverbände hergestellt sowie Auflagen,<br />

Abdecktücher, Kittel, Hauben und Masken für den OP-Bereich.<br />

Beson<strong>der</strong>s breite Anwendung f<strong>in</strong>den Vliesstoffe als Hüllmaterial für<br />

saugende <strong>Hygiene</strong>produkte wie Babyw<strong>in</strong>deln, Krankenunterlagen,<br />

Damenb<strong>in</strong>den, Wöchner<strong>in</strong>nen- und Inkont<strong>in</strong>enzvorlagen.<br />

Die wichtigsten Rohstoffe zur Herstellung von Vliesstoffen s<strong>in</strong>d<br />

Zellwolle und Baumwolle o<strong>der</strong> synthetische Fasern aus Polyamid,<br />

Polyester und Polypropylen. Je nach Eigenschaften werden die<br />

Rohstoffe weiterverarbeitet im Trocken-, Nass- o<strong>der</strong> Sp<strong>in</strong>nvliesverfahren.<br />

Beim Trockenvliesverfahren wird <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er so genannten<br />

Krempelmasch<strong>in</strong>e mithilfe rotieren<strong>der</strong> Walzen, die fe<strong>in</strong>e Drähte<br />

o<strong>der</strong> Zähne aufweisen, aus den ankommenden Stapelfasern e<strong>in</strong><br />

Vlies gebildet und anschließend verfestigt. Im Nassvliesverfahren<br />

werden die <strong>in</strong> Wasser sehr fe<strong>in</strong> und gleichmäßig verteilten Fasern<br />

auf e<strong>in</strong> umlaufendes Siebbad geführt, das Wasser abgesaugt und<br />

<strong>der</strong> dadurch entstandene Flor verfestigt. Im Sp<strong>in</strong>nvliesverfahren<br />

wird das Rohstoffgranulat geschmolzen, durch dünne Düsen zu<br />

Endlosfasern versponnen, durch heiße Luftströme verstreckt und<br />

zum Vlies abgelegt. Die jeweilige Vliesverfestigung erfolgt entwe<strong>der</strong><br />

durch das Verkleben mit B<strong>in</strong>demitteln, durch Verschweißung<br />

<strong>der</strong> sich kreuzenden Fasern, durch das Verfilzen <strong>der</strong> Fasern durch<br />

Nadeln mit Wi<strong>der</strong>haken o<strong>der</strong> durch fe<strong>in</strong>e, schnelle Wasserjets. Im<br />

Unterschied zu Geweben aus Fäden o<strong>der</strong> Garnen lassen sich die<br />

nicht gewebten Textilien („non wovens“) bereits <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Arbeitsschritt<br />

– und damit vergleichsweise kostengünstig – herstellen und<br />

für jeweils spezielle Anfor<strong>der</strong>ungen konstruieren.


Die e<strong>in</strong>zelnen Produkte s<strong>in</strong>d dabei <strong>in</strong> Material und<br />

Ausstattung exakt auf die spezifischen hygienischen<br />

Anfor<strong>der</strong>ungen <strong>der</strong> jeweiligen Anwendungsgebiete<br />

abgestimmt. Dies sorgt nicht nur für e<strong>in</strong>e hohe Effizienz<br />

<strong>der</strong> Produkte, son<strong>der</strong>n gewährleistet auch <strong>der</strong>en<br />

wirtschaftlichen E<strong>in</strong>satz. Neben dem Aspekt <strong>der</strong> Verbesserung<br />

<strong>der</strong> <strong>Hygiene</strong> tragen Vala-E<strong>in</strong>malprodukte aber<br />

auch viel zur Rationalisierung und Erleichterung <strong>der</strong><br />

Arbeitsabläufe <strong>in</strong> <strong>der</strong> Pflege bei. So können beispielsweise<br />

Wäscheberge verr<strong>in</strong>gert und unangenehme, zeitaufwendige<br />

Säuberungsaktionen e<strong>in</strong>gespart werden.<br />

ValaClean zur hygienischen Körperpflege<br />

Textile Waschlappen s<strong>in</strong>d wahre Brutstätten für<br />

Keime. ValaClean E<strong>in</strong>mal-Waschhandschuhe, -Waschlappen<br />

und -Tücher h<strong>in</strong>gegen ermöglichen e<strong>in</strong>e absolut<br />

hygienische Körperpflege, weshalb ValaClean vor allem<br />

bei <strong>in</strong>kont<strong>in</strong>enten Personen o<strong>der</strong> bei <strong>in</strong>fektiösen Erkrankungen<br />

zum Schutz vor Keimübertragung unentbehrlich<br />

ist. Damit auch das textile Komfortgefühl nicht zu kurz<br />

kommt, stehen ValaClean-Produkte <strong>in</strong> weichen bis extra<br />

weichen Vliesstoffqualitäten zur Verfügung.<br />

ValaFit für zuverlässigen Wäscheschutz<br />

Die Nahrungsaufnahme ohne Verschütten und<br />

Verkleckern ist für manchen älteren Menschen nicht<br />

mehr so e<strong>in</strong>fach. Dann s<strong>in</strong>d ValaFit Schutzlätzchen<br />

und Servietten e<strong>in</strong>e saubere und ästhetische Lösung<br />

des Problems. Kleidung und Bettwäsche werden vor<br />

Verunre<strong>in</strong>igung geschützt, was dem Pflegenden mühsame<br />

Wäschewechsel erspart. Auch ValaFit gibt es den<br />

Bedürfnissen entsprechend <strong>in</strong> mehreren Ausführungen.<br />

ValaProtect für den Flächenschutz<br />

Schutzlaken aus verschiedenen Tissuequalitäten,<br />

aber jeweils mit undurchlässiger Folienunterseite,<br />

schützen nicht nur Untersuchungsliegen vor Verschmutzung<br />

und Kontam<strong>in</strong>ation, son<strong>der</strong>n leisten auch <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

häuslichen Pflege wertvolle Dienste. Unter o<strong>der</strong> über<br />

dem Le<strong>in</strong>tuch e<strong>in</strong>gelegt, verh<strong>in</strong><strong>der</strong>n sie das Verschmutzen<br />

von Matratzen, z. B. bei schwerer Inkont<strong>in</strong>enz.<br />

ValaComfort – hygienische Allround-Produkte<br />

ValaComfort-Produkte wurden speziell für den<br />

Kl<strong>in</strong>ik- und <strong>in</strong>stitutionellen Alten- und Pflegeheimbereich<br />

entwickelt. Sie f<strong>in</strong>den aber auch zunehmend im<br />

häuslichen Pflegebereich Verwendung.<br />

E<strong>in</strong>maldecken und -kopfkissen aus bauschelastischem<br />

Polyestervlies mit e<strong>in</strong>em sehr guten Temperaturausgleichsvermögen<br />

s<strong>in</strong>d beispielsweise ideal für<br />

Patienten mit <strong>in</strong>fektiösen, fieberhaften Erkrankungen.<br />

Sie ersparen <strong>in</strong>sbeson<strong>der</strong>e aufwendige Des<strong>in</strong>fektionsverfahren,<br />

weil sie nach <strong>der</strong> Gesundung des Patienten<br />

e<strong>in</strong>fach entsorgt werden. Da die Decken zudem fe<strong>der</strong>leicht<br />

s<strong>in</strong>d, werden sie selbst von druckempf<strong>in</strong>dlichen<br />

Schmerzpatienten gut toleriert. Ebenso kommen Allergiker<br />

mit den Decken und Kopfkissen gut zurecht, weil<br />

das Polyestermaterial staubfrei ist.<br />

Das Vala-Sortiment auf e<strong>in</strong>en Blick<br />

ValaClean-Produkte s<strong>in</strong>d für die hygienische<br />

Körperpflege unentbehrlich. Denn sie verh<strong>in</strong><strong>der</strong>n<br />

durch die E<strong>in</strong>malverwendung die Übertragung<br />

von Keimen. Diese Qualitäten stehen zur Verfügung:<br />

Waschhandschuhe aus Vliesstoff, hoch-<br />

ValaFit Schutzlätzchen und Servietten sorgen<br />

durch saugfähiges Tissue und undurchlässige<br />

Folie bei <strong>der</strong> Nahrungsaufnahme für Sauberkeit.<br />

Kleidung und Bettwäsche werden vor Verunre<strong>in</strong>igung<br />

geschützt. Die E<strong>in</strong>mal-Schutzservietten<br />

ValaProtect E<strong>in</strong>mal-Schutzlaken verh<strong>in</strong><strong>der</strong>n<br />

durch ihre undurchlässige Folienunterseite das<br />

Verschmutzen von Untersuchungsliegen und<br />

Matratzen. Aus 1-lagigem Tissue stehen sie<br />

<strong>in</strong> vier Größen zur Verfügung. Fadenverstärkte<br />

ValaComfort Mund- und Nasenmasken aus<br />

weichem, sterilisierbarem Vliesstoff schützen<br />

vor Tröpfchen<strong>in</strong>fektionen. Die flauschigen E<strong>in</strong>maldecken<br />

sowie Kopf- und Stützkissen mit<br />

textilem Vliesstoff-Überzug s<strong>in</strong>d ideal bei <strong>in</strong>fekti-<br />

Auch auf die E<strong>in</strong>malmasken kann <strong>in</strong> ke<strong>in</strong>em Pflegebereich<br />

verzichtet werden. Denn sie helfen, gefährliche<br />

Tröpfchen<strong>in</strong>fektionen zu vermeiden. Dies ist beispielsweise<br />

während „Grippezeiten“ beson<strong>der</strong>s wichtig.<br />

Vielseitig e<strong>in</strong>setzbare Wischtücher, die im Bedarfsfall<br />

sterilisierbar s<strong>in</strong>d, runden das Vala-Sortiment an <strong>Hygiene</strong>produkten<br />

ab. Je nach Bedarf dienen sie als nass-<br />

und reißfestes Hand-, Abwasch- o<strong>der</strong> Re<strong>in</strong>igungstuch.<br />

Farbcode blau<br />

| Produktfocus |<br />

flauschigem Molton-Vliesstoff und Airlaid-Tissue<br />

mit Folien<strong>in</strong>nenseite; Waschlappen aus sehr<br />

weichem Spunlace-Vliesstoff; E<strong>in</strong>mal-Tücher aus<br />

weichem Airlaid-Tissue, aus geprägtem Tissue<br />

und aus Spezial-Tissue von <strong>der</strong> Rolle.<br />

Farbcode gelb<br />

mit Auffangtasche und rundem Halsausschnitt<br />

gibt es zum B<strong>in</strong>den und zum Aufkleben. Letztere<br />

eignen sich beson<strong>der</strong>s zum Schutz von immobilen<br />

Pflegebedürftigen. Die E<strong>in</strong>mal-Servietten<br />

s<strong>in</strong>d 3-lagig, weich und sehr saugfähig.<br />

Farbcode grün<br />

und dadurch beson<strong>der</strong>s strapazierfähige<br />

E<strong>in</strong>mal-Schutzlaken aus 2-lagigem Tissue sowie<br />

spezielle Schutzlaken aus 2-lagigem recyceltem<br />

Tissue s<strong>in</strong>d jeweils <strong>in</strong> zwei verschiedenen<br />

Größen erhältlich.<br />

Farbcode violett<br />

ösen Erkrankungen. Mehrzwecktücher, mal aus<br />

netzartigem, mal aus bedrucktem Vliesstoff,<br />

beson<strong>der</strong>s reißfest und sterilisierbar, saugstark<br />

und fusselfrei, dienen je nach Bedarf als Hand-,<br />

Abwasch-, Polier- und Re<strong>in</strong>igungstücher.<br />

PflegeDienst 1/2005 11


| Krankheitslehre |<br />

Herz<strong>in</strong>farkt: immer e<strong>in</strong><br />

Fall für den Notarzt<br />

Treten die typischen Anzeichen e<strong>in</strong>es Herz<strong>in</strong>farkts auf, zählt jede<br />

M<strong>in</strong>ute. Denn wird e<strong>in</strong> verschlossenes Herzkranzgefäß nicht so<br />

schnell wie möglich geöffnet, stirbt Herzmuskelgewebe ab. Dies<br />

führt zu irreparablen Schäden – und lei<strong>der</strong> häufig zum Tod.<br />

12 PflegeDienst 1/2005<br />

Herz-Kreislauf-Leiden werden immer noch als<br />

Männerproblem betrachtet. Dabei ist die Zahl <strong>der</strong> Herz<strong>in</strong>farkte<br />

bei Männern etwas zurückgegangen, während<br />

sie bei Frauen erschreckend ansteigt – und häufiger als<br />

bei Männern tödlich endet. Beson<strong>der</strong>s betroffen s<strong>in</strong>d<br />

jüngere Frauen. Die größte Risikogruppe s<strong>in</strong>d nämlich<br />

Raucher<strong>in</strong>nen, die durch den Nikot<strong>in</strong>konsum die Östrogen-Schutzbarriere<br />

für Herz und Gefäße schwächen.<br />

Auch Bluthochdruck und Diabetes mellitus erhöhen das<br />

Risiko e<strong>in</strong>es Infarkts um das Vier- bis Siebenfache.<br />

Das Herz nach dem Infarkt:<br />

l<strong>in</strong>ks die verstopfte Arterie mit dem Blutger<strong>in</strong>nsel,<br />

das die Sauerstoffzufuhr zum Herzen unterbrochen hat.<br />

In <strong>der</strong> Mitte ist zu sehen, wo <strong>der</strong> Herz<strong>in</strong>farkt stattfand,<br />

nämlich an <strong>der</strong> Vor<strong>der</strong>wand. Rechts verdeutlicht e<strong>in</strong> Querschnitt,<br />

wie viel Herzmuskelgewebe abgestorben ist.<br />

GJLP / SPL / Focus<br />

John Bavosi / SPL / Focus<br />

Lei<strong>der</strong> s<strong>in</strong>d jedoch vielen Frauen die kardiovaskulären<br />

Risikofaktoren nicht bekannt. Ebenso wenig<br />

die Symptome e<strong>in</strong>es Herz<strong>in</strong>farkts, die sich von denen<br />

bei Männern unterscheiden. Nur etwa e<strong>in</strong> Drittel <strong>der</strong><br />

Frauen klagen über Brustschmerzen. Im Vor<strong>der</strong>grund<br />

<strong>der</strong> Symptomatik stehen vielmehr Müdigkeit, Kurzatmigkeit,<br />

Übelkeit, Schmerzen im Oberbauch (Magenbeschwerden)<br />

und Erbrechen (siehe auch Infokasten<br />

rechts).<br />

Je<strong>der</strong> fünfte Betroffene, meist Ältere und Menschen<br />

mit Diabetes mellitus o<strong>der</strong> Bluthochdruck, erleidet<br />

e<strong>in</strong>en „stillen Infarkt“. Sie spüren ke<strong>in</strong>e Schmerzen <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> Brust, son<strong>der</strong>n zeigen nur Symptome wie Atemnot,<br />

Ohnmacht, Schweißausbrüche und Hautblässe. Bei<br />

Ang<strong>in</strong>a-Pectoris-Patienten können die Schmerzen <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Brust immer weiter zunehmen.<br />

Was geschieht bei e<strong>in</strong>em Herz<strong>in</strong>farkt?<br />

Der Herz<strong>in</strong>farkt (Myokard<strong>in</strong>farkt) ist Folge e<strong>in</strong>er<br />

Mangeldurchblutung des Herzens. Häufigste Ursache<br />

dafür ist e<strong>in</strong>e Verengung <strong>der</strong> Herzkranzgefäße durch<br />

Arteriosklerose (Arterienverkalkung). Die Fett- (Cholester<strong>in</strong>)<br />

und Kalkablagerungen <strong>in</strong> den Arterien s<strong>in</strong>d mit<br />

e<strong>in</strong>er b<strong>in</strong>degewebigen Schicht überzogen, an <strong>der</strong> häufig<br />

Risse o<strong>der</strong> raue Stellen auftreten, was wie<strong>der</strong>um die<br />

Bildung von Blutger<strong>in</strong>nseln för<strong>der</strong>t. Verschließt solch e<strong>in</strong><br />

Ger<strong>in</strong>nsel e<strong>in</strong>e Arterie, wird die Blutzufuhr zum Herzen<br />

unterbrochen und es kommt zum Herz<strong>in</strong>farkt, bei dem<br />

das betroffene Herzmuskelgewebe untergeht.<br />

Beson<strong>der</strong>s häufig tritt e<strong>in</strong> Herz<strong>in</strong>farkt <strong>in</strong> den frühen<br />

Morgenstunden auf, speziell <strong>in</strong> den ersten drei Stunden<br />

nach dem Erwachen. Studien <strong>der</strong> Mayo Foundation <strong>in</strong><br />

Rochester (USA) ergaben, dass die so genannte strömungsvermittelte<br />

Erweiterung (Flow Mediated Dilation<br />

– FMD), gemessen an e<strong>in</strong>er Arterie am Oberarm, morgens<br />

um 6 Uhr 40 % ger<strong>in</strong>ger ist als abends vor dem<br />

Schlafengehen. Die Funktion ist also erheblich reduziert,<br />

sodass sich bei <strong>der</strong> Bildung e<strong>in</strong>es Blutger<strong>in</strong>nsels das<br />

Gefäß nicht entsprechend erweitern kann.<br />

Risikofaktoren für e<strong>in</strong>en Herz<strong>in</strong>farkt<br />

Herz<strong>in</strong>farktgefährdet s<strong>in</strong>d vor allem Menschen mit<br />

Arteriosklerose. Als Risikofaktoren für <strong>der</strong>en Entstehung<br />

gelten <strong>in</strong>sbeson<strong>der</strong>e e<strong>in</strong> erhöhter Cholester<strong>in</strong>spiegel,<br />

e<strong>in</strong> erhöhter Blutdruck, Diabetes mellitus, Übergewicht,<br />

Rauchen, zu wenig körperliche Bewegung, erhöhte<br />

Homocyste<strong>in</strong>-Werte sowie erhöhte Werte des C-reaktiven<br />

Prote<strong>in</strong>s (CRP).<br />

Manchmal spielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> Familie e<strong>in</strong>e Rolle. Bei Frauen steigt das Risiko deutlich<br />

nach den Wechseljahren an. Seltener lösen e<strong>in</strong>e<br />

Entzündung <strong>der</strong> Herzkranzgefäße o<strong>der</strong> e<strong>in</strong>e Embolie<br />

(e<strong>in</strong>geschlepptes Blutger<strong>in</strong>nsel) den Infarkt aus.<br />

Aus <strong>der</strong> Liste <strong>der</strong> Risikofaktoren wird ersichtlich,<br />

wie man selbst zur Vorbeugung e<strong>in</strong>er Arteriosklerose<br />

beitragen kann: durch fettarme, aber vitam<strong>in</strong>reiche<br />

Ernährung, regelmäßige Bewegung, Gewichtsreduzierung<br />

und Nikot<strong>in</strong>verzicht.


Was ist im Notfall lebenswichtig?<br />

S<strong>in</strong>d die typischen Symptome für e<strong>in</strong>en Herz<strong>in</strong>farkt<br />

aufgetreten (siehe Infokasten), heißt es blitzschnell handeln.<br />

Auf ke<strong>in</strong>en Fall abwarten, ob sich die Beschwerden<br />

bessern – das kann tödliche Folgen haben – son<strong>der</strong>n<br />

sofort den Notarzt rufen. Im Notarztwagen können<br />

bereits erste lebensrettende Maßnahmen durchgeführt<br />

werden, weshalb man sich erst gar nicht überlegen<br />

sollte, mit dem Privatwagen <strong>in</strong> die Kl<strong>in</strong>ik zu fahren.<br />

Diagnostik des Herz<strong>in</strong>farkts<br />

Durch die charakteristischen Symptome ist die Diagnose<br />

häufig offensichtlich. Apparativ lässt sich mithilfe<br />

e<strong>in</strong>es Elektrokardiogramms (EKG), das die Funktion des<br />

Erregungsleitungssystems im Herzen aufzeichnet, die<br />

Diagnose bestätigen. Das EKG gibt auch Aufschluss<br />

darüber, wie schwer <strong>der</strong> Infarkt ist und welches Gebiet<br />

(Vor<strong>der</strong>-, Scheide- o<strong>der</strong> H<strong>in</strong>terwand) des Herzens betroffen<br />

ist.<br />

Des Weiteren verän<strong>der</strong>t sich bei e<strong>in</strong>em Herz<strong>in</strong>farkt<br />

die Konzentration <strong>der</strong> Herzenzyme (CK-Wert) im Blut.<br />

Denn wenn nach e<strong>in</strong>em Infarkt Zellen des Herzmuskels<br />

absterben, wird dieses Enzym verstärkt freigesetzt und<br />

ist im Blut nachweisbar.<br />

E<strong>in</strong>e Ultraschall-Untersuchung kann aufzeigen,<br />

wie gut sich das Herz bewegt und weitere H<strong>in</strong>weise<br />

zur Lokalisation des Infarkts geben. Durch e<strong>in</strong>e Herzkatheter-Untersuchung<br />

kann festgestellt werden, welches<br />

Herzkranzgefäß verschlossen bzw. welche weiteren<br />

Gefäße verengt s<strong>in</strong>d.<br />

Lei<strong>der</strong> ist <strong>in</strong> Deutschland die Situation immer noch<br />

die, dass lediglich bei etwa 25 % <strong>der</strong> Herz<strong>in</strong>farkte <strong>der</strong><br />

Notarzt <strong>in</strong>nerhalb <strong>der</strong> ersten Stunde alarmiert wird.<br />

In den meisten Fällen dauert es durchschnittlich drei<br />

Stunden bis zur Aufnahme im Krankenhaus. Nahezu e<strong>in</strong><br />

Drittel aller Patienten stirbt daher vor <strong>der</strong> E<strong>in</strong>lieferung<br />

<strong>in</strong> die Kl<strong>in</strong>ik.<br />

Behandlung des Herz<strong>in</strong>farkts<br />

E<strong>in</strong>e optimale Versorgung und Überwachung des<br />

Infarktpatienten ist nur auf <strong>der</strong> Intensivstation gewährleistet.<br />

Er erhält Sauerstoff und Blut verdünnende<br />

Medikamente wie z. B. Hepar<strong>in</strong>. Essenziell ist außerdem<br />

die richtige Blutdrucke<strong>in</strong>stellung. Innerhalb <strong>der</strong> ersten<br />

Stunde nach dem Auftreten des Infarkts ist die Chance,<br />

das Blutger<strong>in</strong>nsel durch Medikamente aufzulösen<br />

(Thrombolyse) und das Herzkranzgefäß damit wie<strong>der</strong> zu<br />

öffnen, am größten.<br />

E<strong>in</strong>e weitere Behandlungsoption ist, durch e<strong>in</strong>e operative<br />

Dehnung <strong>der</strong> verschlossenen Gefäße (Ballondilatation)<br />

die Durchblutung wie<strong>der</strong>herzustellen Zusätzlich<br />

kann e<strong>in</strong>e Gefäßstütze (Stent) e<strong>in</strong>gesetzt werden, um<br />

das Gefäß offen zu halten.<br />

Mit ke<strong>in</strong>er Therapie lässt sich jedoch das zugrunde<br />

gegangene Herzmuskelgewebe wie<strong>der</strong> <strong>in</strong> funktionsfähiges<br />

zurückwandeln. Es ist für immer geschädigt.<br />

Daher kann es zu lebensbedrohlichen Komplikationen<br />

kommen wie beispielsweise schweren Herzrhythmusstö-<br />

Alarmzeichen für e<strong>in</strong>en Herz<strong>in</strong>farkt<br />

H<br />

Sofort den Rettungswagen<br />

rufen, 112 o<strong>der</strong> die örtliche<br />

Notrufnummer, wenn diese<br />

Symptome auftreten: schwere,<br />

länger als fünf M<strong>in</strong>uten<br />

anhaltende Schmerzen im<br />

Brustkorb, die <strong>in</strong> Arme,<br />

Schulterblätter, Hals, Kiefer<br />

und Oberbauch ausstrahlen<br />

können, starkes Engegefühl,<br />

heftiger Druck im Brustkorb,<br />

Angst. Zusätzlich zum Brustschmerz:<br />

Luftnot, Übelkeit und<br />

Erbrechen. Bei Frauen s<strong>in</strong>d<br />

rungen, kardiogenem Schock, Herzklappen<strong>in</strong>suffizienz,<br />

Aneurysmabildung (Aussackungen) o<strong>der</strong> Thrombosen.<br />

Überlebt e<strong>in</strong> Herz<strong>in</strong>farkt-Patient die ersten Tage, s<strong>in</strong>d<br />

die Prognosen jedoch relativ gut. Wird <strong>der</strong> Arterienverschluss<br />

<strong>in</strong>nerhalb <strong>der</strong> ersten sechs Stunden behoben<br />

und die Blutversorgung des Herzmuskels wie<strong>der</strong>hergestellt,<br />

besteht sogar die Chance e<strong>in</strong>er vollkommenen<br />

Genesung.<br />

Haben sich die Betroffenen vom Infarkt erholt,<br />

müssen <strong>der</strong> Zustand <strong>der</strong> Herzkranzarterien und des<br />

Herzmuskels überprüft werden und entsprechende<br />

weitere Behandlungsschritte unternommen werden.<br />

Dies können je nach Zustand und Leistungsfähigkeit<br />

des Herzens die Verschreibung von ACE-Hemmern<br />

o<strong>der</strong> herzentlastenden Diuretika se<strong>in</strong>, im Falle e<strong>in</strong>es<br />

Arterienverschlusses die Legung e<strong>in</strong>es Bypasses o<strong>der</strong><br />

bei andauernden Herzrhythmusstörungen das E<strong>in</strong>setzen<br />

e<strong>in</strong>es Herzschrittmachers. Das Risiko e<strong>in</strong>es weiteren<br />

Herz<strong>in</strong>farkts lässt sich durch die E<strong>in</strong>nahme von Beta-<br />

Rezeptorenblockern senken, nicht zuletzt aber auch<br />

durch die Umstellung auf e<strong>in</strong>e gesunde Lebensweise.<br />

Bei e<strong>in</strong>em gesunden Herzen (l<strong>in</strong>ks) s<strong>in</strong>d sämtliche<br />

großen und kle<strong>in</strong>en Gefäße frei von<br />

Ablagerungen. Das Blut kann ungeh<strong>in</strong><strong>der</strong>t<br />

fließen und das Herzmuskelgewebe mit<br />

SPL / Focus<br />

| Krankheitslehre |<br />

Deutsche Herzstiftung e. V.<br />

oft alle<strong>in</strong>ige Alarmzeichen<br />

Luftnot, Übelkeit, Schmerzen<br />

im Oberbauch und Erbrechen.<br />

Schwächeanfall (auch ohne<br />

Schmerz), evtl. Bewusstlosigkeit,<br />

blasse Gesichtsfarbe und<br />

kalter Schweiß.<br />

Sauerstoff versorgen. Rechts dagegen ist<br />

deutlich e<strong>in</strong>e stark verengte Arterie erkennbar.<br />

Der Blutfluss ist unterbrochen, e<strong>in</strong> Herz<strong>in</strong>farkt<br />

droht.<br />

PflegeDienst 1/2005 13<br />

Zephyr / SPL / Focus


| Ihre Geschichte |<br />

Auf Wie<strong>der</strong>sehen im<br />

Regenbogenland ...<br />

So schmerzlich es ist, die geliebte Großmutter zu verlieren –<br />

k<strong>in</strong>dliche Fantasie und Logik trösten bald darüber h<strong>in</strong>weg.<br />

Ebenso anrührend ist das stille Glück, das e<strong>in</strong> alter Mensch<br />

noch wenige Tage vor se<strong>in</strong>em Abschied empf<strong>in</strong>den kann.<br />

Geschichten von Erika<br />

Ste<strong>in</strong>wede aus Hamburg und<br />

Helga Tausch aus Dessau<br />

Unter <strong>der</strong> Rubrik „Ihre<br />

Geschichte“ veröffentlichen<br />

wir Ihre Erlebnisse aus dem<br />

Pflegealltag. Jedes zur Veröffentlichung<br />

kommende<br />

Manuskript wird mit € 100<br />

honoriert. Bitte senden<br />

Sie Ihr Manuskript an die<br />

PAUL HARTMANN <strong>AG</strong>,<br />

Fax 07321-363637,<br />

pflegedienst@hartmann.<strong>in</strong>fo.<br />

Der Buchtipp<br />

14 PflegeDienst 1/2005<br />

F<strong>in</strong>i und das Regenbogenland<br />

Vor Jahren hatte ich als Schwester im ambulanten<br />

Hospizpflegedienst e<strong>in</strong>e <strong>in</strong>teressante Begegnung<br />

mit e<strong>in</strong>em kle<strong>in</strong>en Mädchen namens F<strong>in</strong>i. Der Anlass<br />

war traurig, denn ihre Omi lag im Sterben <strong>in</strong> ihrem<br />

K<strong>in</strong><strong>der</strong>zimmer, und Kle<strong>in</strong>-F<strong>in</strong>i hat unsere täglichen<br />

Pflegetätigkeiten mit vielen Fragen begleitet. Ich hatte<br />

Handydienst, als <strong>der</strong> Anruf kam, dass die Patient<strong>in</strong><br />

verstorben sei, und so machte ich mich auf den Weg zu<br />

<strong>der</strong> Familie.<br />

F<strong>in</strong>i saß mit ihrem Teddy im Zimmer und sagte als<br />

Erstes: „Erika, kannst du mich <strong>in</strong> den Arm nehmen, denn<br />

me<strong>in</strong>e Omi ist gestorben?“ So habe ich die Kle<strong>in</strong>e erst<br />

e<strong>in</strong>mal geknuddelt, und wir haben e<strong>in</strong>e Runde gewe<strong>in</strong>t,<br />

dann kamen ihre Fragen: „Warum sterben die Leute?<br />

Und wo ist denn me<strong>in</strong>e Oma jetzt?“<br />

Peter Bergen<br />

<strong>Hygiene</strong> <strong>in</strong> <strong>Altenpflege</strong>e<strong>in</strong>richtungen<br />

Heutige Bewohner von Alten- und Pflegeheimen weisen <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Regel e<strong>in</strong>e <strong>der</strong> drei Pflegestufen auf und s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> vielfacher H<strong>in</strong>sicht<br />

auf das Bemühen um Prävention angewiesen. E<strong>in</strong>e vordr<strong>in</strong>gliche<br />

Aufgabe ist dabei <strong>in</strong>sbeson<strong>der</strong>e die Verhütung von Infektionen.<br />

Dieses Buch vermittelt Heimleitenden und Pflegenden die Grundlagen<br />

<strong>der</strong> Infektiologie, ermöglicht die Überprüfung <strong>der</strong> <strong>Hygiene</strong>prävention<br />

<strong>in</strong> allen Bereichen sowie die E<strong>in</strong>richtung von Standards zur<br />

Vermeidung von Infektionen. Checklisten und Des<strong>in</strong>fektionspläne<br />

erleichtern die Umsetzung <strong>in</strong> die Praxis. Das Buch dient außerdem<br />

als Basis für die Weiterbildung zum <strong>Hygiene</strong>beauftragten.<br />

Urban & Fischer, München-Jena, 2003, kartoniert, 208 Seiten,<br />

35 farb. Abbildungen, 20 Checklisten, IBSN 3-437-27140-7, € 27.<br />

Wolfgang Steche / VISUM<br />

„Das weiß ich nicht, F<strong>in</strong>i, denn noch ke<strong>in</strong>er ist zu mir<br />

zurückgekommen und hat es mir erzählt, aber ich kann<br />

dir ja mal erzählen, wie ich mir das vorstelle.“<br />

So entstand die Geschichte vom Regenbogenland:<br />

Man stirbt und geht zum Anfang des Regenbogens,<br />

dann wan<strong>der</strong>t man über selbigen <strong>in</strong>s Regenbogenland,<br />

und da ist es toll. Alles ist grün, die Bäume und Büsche<br />

und Blumen blühen, Tiere toben herum und alle, die<br />

gestorben s<strong>in</strong>d, sitzen an Tischen und unterhalten sich.<br />

„Und wenn du oben ankommst, dreht sich de<strong>in</strong>e Omi<br />

um und sagt: «Schau, da kommt me<strong>in</strong>e kle<strong>in</strong>e F<strong>in</strong>i».“<br />

„Ne<strong>in</strong>“, sagte F<strong>in</strong>i „ich sterbe ja noch nicht, ich b<strong>in</strong><br />

ja noch e<strong>in</strong> K<strong>in</strong>d.“ „Ach“, sagte ich, „du darfst nicht<br />

denken, es trifft nur alte Leute. – Wie ist das, wenn du<br />

mit de<strong>in</strong>em Fahrrad die Straße entlangdüst, schaust du<br />

immer nach rechts und l<strong>in</strong>ks und fährst du immer nur<br />

bei Grün über die Ampel? Auch K<strong>in</strong><strong>der</strong> können schwer<br />

krank werden und müssen dann sterben.“<br />

„Na gut“, sagte F<strong>in</strong>i, „ich passe dann mal besser<br />

auf.“ Dann sprang sie auf, kletterte auf das Bettgitter<br />

und rief: „Tschüss Omi, wir sehen uns irgendwann im<br />

Regenbogenland ...“ Und trotz aller Trauer musste die<br />

Familie schmunzeln.<br />

Der beste Lebkuchen des Lebens<br />

Ich arbeite <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Alten- und Pflegeheim, und es<br />

gibt täglich Begebenheiten und Erlebnisse, die es wert<br />

s<strong>in</strong>d, dass man sie aufschreibt.<br />

Wir hatten e<strong>in</strong>e Omi W. wie aus dem Bil<strong>der</strong>buch:<br />

kle<strong>in</strong>, weißhaarig und mit ganz leiser, piepsiger Stimme.<br />

Eigentlich wollte sie nicht mehr leben, hatte ke<strong>in</strong>e Lust<br />

mehr – mit über 90 darf man das auch. Das Herz war<br />

schwach, und sie konnte nur noch im Bett liegen. Bei<br />

schönem Wetter stellten wir das Bett vor das Fenster,<br />

damit sie die Sonne bzw. Bäume im Park sehen konnte.<br />

Länger als 15 M<strong>in</strong>uten hielt sie das aber nicht aus. Auch<br />

beim Essen hatten wir unsere liebe Not mit ihr. Sie aß<br />

nur süße Sachen, und wenn es ihr nicht schmeckte,<br />

machte sie ihren kle<strong>in</strong>en Mund e<strong>in</strong>fach nicht mehr auf.<br />

Zur Weihnachtszeit wollte sie unbed<strong>in</strong>gt sterben, aber<br />

ich sagte ihr: „Oma W., am Heiligen Abend wird nicht<br />

gestorben, da hat <strong>der</strong> liebe Gott viel zu tun!“ Das hat sie<br />

übrigens auch e<strong>in</strong>gesehen und ist dann erst im Januar<br />

ganz friedlich e<strong>in</strong>geschlafen.<br />

Am 1. Weihnachtsfeiertag g<strong>in</strong>g ich zu ihr <strong>in</strong>s Zimmer<br />

und hörte Geräusche wie „Oh, schmeckt das gut, hm, ist<br />

das köstlich ...“ Ich schaute nach ihr und sah: Bis oben<br />

zugedeckt lag sie wie immer im Bett, nur zwei F<strong>in</strong>ger<br />

schauten aus <strong>der</strong> Bettdecke hervor, und sie leckte an<br />

irgendetwas herum. Als ich mir die Sache von Nahem<br />

betrachtete, musste ich aus vollem Halse lachen.<br />

Wir hatten den Bettliegern Weihnachtsteller auf den<br />

Nachtschrank gestellt und diese mit allem Verfügbaren<br />

gefüllt, damit es schön aussah. Und Oma W. hatte sich,<br />

wie immer sie es auch geschafft hatte, den härtesten<br />

und eigentlich nur zur Dekoration gedachten Lebkuchen<br />

herausgefischt. Daran schmatzte sie zufrieden herum.<br />

Ihr glückliches Gesicht dabei werde ich nicht vergessen.


Kont<strong>in</strong>uierliche Infektionserfassung<br />

auch <strong>in</strong> <strong>der</strong> häuslichen Pflege?<br />

Zu den häufigsten Komplikationen <strong>in</strong> <strong>der</strong> Behandlung und Pflege von älteren Menschen<br />

gehören <strong>in</strong> Krankenhäusern bzw. Langzeitpflegee<strong>in</strong>richtungen erworbene Infektionen. Aus<br />

dem ambulanten Bereich gibt es nur wenige Daten zur Häufigkeit. E<strong>in</strong>e Infektionserfassung<br />

wäre schon deshalb wünschenswert, um die Infektionsraten senken zu können.<br />

In Deutschland werden <strong>der</strong>zeit rund 500.000 bis<br />

650.000 erheblich pflegebedürftige und überwiegend<br />

multimorbide Menschen <strong>in</strong> stationären E<strong>in</strong>richtungen<br />

<strong>der</strong> Alten- und Beh<strong>in</strong><strong>der</strong>tenhilfe sowie mehr als 1,6 Mio.<br />

Menschen <strong>in</strong> <strong>der</strong> ambulanten Krankenpflege versorgt.<br />

Da die Verweildauer von älteren Patienten <strong>in</strong> Akutkrankenhäusern,<br />

Fachdiszipl<strong>in</strong> Geriatrie, <strong>in</strong> den letzten Jahren<br />

(von 106,4 <strong>in</strong> 1985 auf 18,3 Tage <strong>in</strong> 2001) signifikant<br />

rückläufig war, muss <strong>in</strong> Zukunft <strong>in</strong> <strong>Altenpflege</strong>e<strong>in</strong>richtungen<br />

und <strong>in</strong> <strong>der</strong> häuslichen Krankenpflege mit e<strong>in</strong>er<br />

Zunahme von <strong>in</strong>vasiven medikotechnischen und pflegerischen<br />

Interventionen gerechnet werden. Dabei stellen<br />

<strong>in</strong>fektiologische Probleme häufig e<strong>in</strong> unterschätztes<br />

Problem dar. Infektionskrankheiten s<strong>in</strong>d für e<strong>in</strong> Drittel<br />

aller Todesfälle bei Patienten > 65 Jahre verantwortlich.<br />

Infektionserfassung<br />

Während <strong>in</strong> kl<strong>in</strong>ischen Bereichen <strong>der</strong>zeit viele Untersuchungen<br />

zur Erfassung von venen- und harnblasenkatheterassoziierten<br />

Infektionen (Devices Medic<strong>in</strong>e)<br />

durchgeführt werden, existieren zur Häufigkeit dieser<br />

Infektionsarten aus dem ambulanten Bereich nur wenige<br />

Daten. E<strong>in</strong>e Studie <strong>in</strong> vier ambulanten Pflegediensten <strong>in</strong><br />

verschiedenen US-amerikanischen Bundesstaaten im<br />

Zeitraum vom 1.1.1995 bis 31.12.1995 sollte die Häufigkeit<br />

von solchen Infektionen klären. Hierzulande gibt<br />

es solche Studien bis dato nicht!<br />

Die Pflegedienste waren <strong>in</strong> drei Fällen krankenhausbasiert,<br />

<strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Fall handelte es sich um e<strong>in</strong>e re<strong>in</strong>e<br />

ambulante Sozialstation. Durchschnittlich wurden im<br />

Monat 110 bis 3.500 Behandlungen durchgeführt. Im<br />

gesamten Jahr 1995 betrug die Zahl <strong>der</strong> ambulanten<br />

Besuche zwischen 15.000 und 500.000 pro Studienzentrum.<br />

Für die Studie wurde e<strong>in</strong>e <strong>Hygiene</strong>fachschwester<br />

e<strong>in</strong>gestellt, die <strong>in</strong> Zusammenarbeit mit den ambulant<br />

tätigen Schwestern und Pflegern wöchentlich die aufgetretenen<br />

Infektionen dokumentierte. Es wurden nur<br />

solche Infektionen erfasst, die erstmals während <strong>der</strong><br />

häuslichen Pflege auftraten und die nicht <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Krankenhaus<br />

bzw. stationärer Pflege entstanden waren.<br />

Im Ergebnis zeigte sich e<strong>in</strong>e während <strong>der</strong> Studienmonate<br />

deutlich schwankende Infektionsrate, die bei<br />

Harnwegskathetern im Mittel bei 4,5 Infektionen pro<br />

1.000 Blasenkathetertage lag. Bei Septikämien lag<br />

<strong>der</strong> mittlere Wert bei 1,1 Sepsisepisoden pro 1.000<br />

Venenkathetertage. Auch bei den Septikämien zeigte<br />

sich <strong>in</strong> e<strong>in</strong>zelnen Zentren und e<strong>in</strong>zelnen Monaten e<strong>in</strong>e<br />

erhebliche Variabilität, sodass Schwankungen zwischen<br />

0 und 22 Ereignissen pro 1.000 Venenkathetertage <strong>in</strong><br />

den jeweiligen Monaten auftraten.<br />

Bewertung <strong>der</strong> Ergebnisse<br />

Als wesentliches Ergebnis <strong>der</strong> Studie werten die<br />

Autoren nicht so sehr die gewonnene Information zur<br />

mittleren Infektionsrate. Diese lag <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Bereich,<br />

wie sie auch aus Akutkrankenhäusern geläufig ist, und<br />

war damit wenig aussagekräftig. Wichtig erschien den<br />

Autoren vielmehr, dass während e<strong>in</strong>zelner Beobachtungsmonate<br />

erhebliche Abweichungen nach oben<br />

auftraten. So lag beispielsweise <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Zentrum<br />

die im Mai 1995 auftretende Rate an blasenkatheterassoziierten<br />

Harnwegs<strong>in</strong>fektionen bei 13,8 pro 1.000<br />

Harnwegskathetertage. Diese hohe Rate war Anlass,<br />

umgehend erneute Schulungsmaßnahmen mit dem Personal<br />

durchzuführen. Im Folgemonat lag die Rate dann<br />

bei null. Ähnlich wurde auch auf sehr hohe Raten von<br />

venenkatheterassoziierten Septikämien reagiert.<br />

Die Autoren folgern, dass e<strong>in</strong>e zeitnahe Bekanntgabe<br />

<strong>der</strong> Erfassungsdaten jeweils unmittelbare kl<strong>in</strong>ische<br />

Behandlungskonsequenzen haben kann. Aus diesem<br />

Grunde wird die kont<strong>in</strong>uierliche Erfassung für alle<br />

ambulanten Pflegedienste empfohlen. Als Fazit aus<br />

dieser Studie soll zur Kenntnis genommen werden,<br />

dass die Erfassung nosokomialer Infektionen propagiert<br />

werden sollte. Denn zahlreiche Studien aus dem<br />

Kl<strong>in</strong>ikbereich haben gezeigt, dass e<strong>in</strong>e sorgfältige Dokumentation<br />

von Infektionsraten und e<strong>in</strong>e Rückkopplung<br />

<strong>der</strong> Ergebnisse an die Behandler zu e<strong>in</strong>er Senkung <strong>der</strong><br />

Infektionsraten führt.<br />

| Brennpunkt |<br />

E<strong>in</strong> Beitrag von<br />

Hardy-Thorsten Pankn<strong>in</strong>,<br />

Mediz<strong>in</strong>journalist,<br />

Berl<strong>in</strong>, E-Mail: ht.pankn<strong>in</strong>@<br />

worldonl<strong>in</strong>e.de<br />

PflegeDienst 1/2005 15<br />

Fresenius Kabi Deutschland GmbH


| Fit im Beruf |<br />

Gute Pflege för<strong>der</strong>t das<br />

allgeme<strong>in</strong>e Wohlbef<strong>in</strong>den<br />

Im Pflegeberuf weiß je<strong>der</strong>, wie wichtig sorgfältige Hautpflege für<br />

die Gesundheit <strong>der</strong> anvertrauten Personen ist. Doch wie wohl fühlen<br />

CORBIS /<br />

Sie sich <strong>in</strong> <strong>der</strong> eigenen Haut? Auch sie ist tagtäglich Strapazen<br />

Chardonnay<br />

ausgesetzt und braucht zur Gesun<strong>der</strong>haltung Schutz und Pflege. Lou<br />

16 PflegeDienst 1/2005<br />

Durch ihre exponierte Lage ist die Haut e<strong>in</strong> Leben<br />

lang allen erdenklichen Angriffen von <strong>in</strong>nen und außen<br />

ausgesetzt. Trockenheit, Kälte, zu viel Sonne, zu häufiges<br />

Waschen, aber auch Krankheiten wie Akne, Neuro<strong>der</strong>mitis<br />

und Psoriasis o<strong>der</strong> Hormonstörungen, falsche<br />

Ernährung und die natürlichen Alterungsprozesse s<strong>in</strong>d<br />

alles Belastungen, die sich im Ersche<strong>in</strong>ungsbild <strong>der</strong><br />

Haut oft ganz deutlich nie<strong>der</strong>schlagen. Nicht selten<br />

s<strong>in</strong>d sie sogar mit unangenehmen Gefühlen bis h<strong>in</strong> zu<br />

Schmerzen verbunden, was das Selbstwertgefühl <strong>der</strong><br />

Betroffenen mitunter ziemlich bee<strong>in</strong>trächtigen kann.<br />

Denn e<strong>in</strong>e gesunde, gepflegte Haut hat nun e<strong>in</strong>mal<br />

positive Signalwirkung auf unsere Umwelt und ist deshalb<br />

für jeden e<strong>in</strong> erstrebenswertes Ziel.<br />

E<strong>in</strong>e kurze Reise durch die Haut<br />

Wie jedes Organ hat auch die Haut ihren spezifischen<br />

Gewebeaufbau, um die vielfältigen, für uns<br />

lebenswichtigen Aufgaben erfüllen zu können. Sie ist<br />

dazu als Schichtenorgan mit unterschiedlichen Gewebetypen<br />

ausgebildet. Die Oberhaut (Epi<strong>der</strong>mis) stellt<br />

e<strong>in</strong> mehrschichtiges, verhornendes Plattenepithel dar,<br />

das durch se<strong>in</strong>e Festigkeit und Dichtigkeit bestens für<br />

Schutzaufgaben gerüstet ist.<br />

Unter <strong>der</strong> Oberhaut liegt die Le<strong>der</strong>haut (Dermis o<strong>der</strong><br />

Corium). Sie ist e<strong>in</strong> mechanisch ziemlich wi<strong>der</strong>standsfähiges<br />

B<strong>in</strong>degewebe, <strong>in</strong> das reichlich kollagene und<br />

Kosmetik im alten Ägypten<br />

Kosmetik ist ke<strong>in</strong>e Errungenschaft <strong>der</strong> Neuzeit. Schon immer<br />

zeigten sich Menschen sehr erf<strong>in</strong><strong>der</strong>isch, wenn es darum g<strong>in</strong>g,<br />

durch dekorative und pflegende Kosmetik <strong>der</strong> natürlichen<br />

Ersche<strong>in</strong>ung etwas nachzuhelfen. Vertraut ist uns hier vor<br />

allem das Schönheitsideal des alten Ägyptens und dank reichhaltiger<br />

Grabbeigaben ist die Zusammensetzung so mancher<br />

Kosmetika bekannt. Interessant ist dabei, dass das typische<br />

Augen-Make-up ansche<strong>in</strong>end nicht nur dekorativen, son<strong>der</strong>n<br />

auch gesundheitlichen Zwecken diente. Die dicken<br />

schwarzen Lidstriche sollten die Sonnene<strong>in</strong>strahlung mil<strong>der</strong>n.<br />

Als Lidschatten war e<strong>in</strong>e Salbe aus Antimonsulfid <strong>in</strong><br />

Gebrauch, die des<strong>in</strong>fizierende Eigenschaften gehabt haben soll.<br />

Geschm<strong>in</strong>kt waren übrigens K<strong>in</strong><strong>der</strong>, Frauen und Männer.<br />

elastische Fasern sowie e<strong>in</strong>e gelartige Grundsubstanz<br />

e<strong>in</strong>gelagert s<strong>in</strong>d. Diese gelartige Grundsubstanz kann<br />

viel Wasser b<strong>in</strong>den und ist so für den Spannungszustand<br />

<strong>der</strong> Haut und ihr frisches, faltenfreies Aussehen<br />

verantwortlich. Die letzte Schicht ist die Unterhaut<br />

(Subcutis), die aus e<strong>in</strong>em lockeren B<strong>in</strong>degewebe mit<br />

e<strong>in</strong>gelagertem Fettgewebe besteht. Die Subcutis hat<br />

u. a. modellierende Funktion. Oberhaut und Le<strong>der</strong>haut<br />

bilden zusammen die Cutis, also die Haut im eigentlichen<br />

S<strong>in</strong>ne. Dar<strong>in</strong> e<strong>in</strong>gebettet s<strong>in</strong>d Haarfollikel, Talg-<br />

und Schweißdrüsen.<br />

Den Schutz gegen physikalische und chemische<br />

E<strong>in</strong>wirkungen gewährleistet vor allem die äußere,<br />

dachziegelartig beschaffene Hornschicht <strong>der</strong> Epi<strong>der</strong>mis<br />

mit dem fetthaltigen Oberflächen- bzw. Hydrolipidfilm.<br />

Er enthält e<strong>in</strong> feuchtigkeitsb<strong>in</strong>dendes Substanzgemisch,<br />

das Kosmetiker als „Natural Moisturiz<strong>in</strong>g Factor“ (NMF)<br />

bezeichnen. Dieses puffert den pH-Wert <strong>der</strong> Hautoberfläche<br />

auf e<strong>in</strong> leicht saures Milieu mit e<strong>in</strong>em Wert von<br />

5 bis 6,5. Damit ist gesichert, dass die Feuchtigkeit<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Haut gehalten und diese gegen Mazerationen<br />

und Alkalischäden geschützt ist. Darüber h<strong>in</strong>aus wird<br />

durch den leicht sauren Hydrolipidfilm die Ansiedelung<br />

körperfrem<strong>der</strong>, möglicherweise pathogener Mikroorganismen<br />

erschwert.<br />

Wird diese Schicht nun immer wie<strong>der</strong> durch Wasser<br />

aufgeweicht, durch Chemikalien belastet, zu viel Sonne<br />

o<strong>der</strong> Trockenheit ausgesetzt, erleidet sie allmählich<br />

Schaden. Dieses zu verh<strong>in</strong><strong>der</strong>n und den schützenden<br />

Oberflächenfilm <strong>der</strong> Haut <strong>in</strong>takt zu halten, ist unabhängig<br />

vom Alter e<strong>in</strong>es <strong>der</strong> wichtigsten Ziele guter Pflege.<br />

Richtig re<strong>in</strong>igen und pflegen<br />

Wasser hält die Haut elastisch, zu häufiges Waschen<br />

ist <strong>der</strong> Haut jedoch abträglich. Denn bereits <strong>der</strong> Kontakt<br />

mit klarem Wasser reicht aus, um die hauteigenen<br />

Feuchthaltefaktoren aus <strong>der</strong> Haut herauszulösen. Sie<br />

quillt vorübergehend auf und trocknet dann aus.<br />

Da Wasser ke<strong>in</strong>e Fett- bzw. Schmutzteilchen lösen<br />

kann, werden zur Re<strong>in</strong>igung waschaktive Substanzen<br />

wie Seifen o<strong>der</strong> Syndets benötigt. Durch den E<strong>in</strong>satz von<br />

alkalischer Seife kann es jedoch zu e<strong>in</strong>er Verschiebung


des pH-Wertes <strong>der</strong> Haut kommen, außerdem lässt sie<br />

die Haut stärker aufquellen. Syndets (vom englischen<br />

Begriff „synthetic detergent“) s<strong>in</strong>d waschaktive Substanzen<br />

auf synthetischer Basis. Sie s<strong>in</strong>d sauer e<strong>in</strong>gestellt,<br />

wodurch sie den Säureschutzmantel <strong>der</strong> Haut schonen,<br />

an<strong>der</strong>erseits führen sie zu e<strong>in</strong>em stärkeren Austrocknen<br />

als Seife. Bei empf<strong>in</strong>dlicher Haut ist also e<strong>in</strong> Re<strong>in</strong>igungspräparat<br />

mit neutralem bis leicht alkalischem pH-Wert<br />

empfehlenswert.<br />

Neben dem geeigneten pH-Wert s<strong>in</strong>d noch die Haut-<br />

und Schleimverträglichkeit <strong>der</strong> jeweils e<strong>in</strong>gesetzten<br />

Tenside wichtig. Denn sie s<strong>in</strong>d oberflächenaktiv und<br />

können daher relativ mühelos durch die Hornschicht<br />

<strong>in</strong> die zellhaltigen Schichten <strong>der</strong> Epi<strong>der</strong>mis e<strong>in</strong>dr<strong>in</strong>gen,<br />

wo sie unter Umständen toxische Reaktionen auslösen<br />

können. Allerd<strong>in</strong>gs s<strong>in</strong>d bei vielen Syndets die Tenside<br />

auf ihre Toxizität h<strong>in</strong> getestet. Also das Etikett studieren<br />

und dabei gleich auch prüfen, welche Zusätze noch<br />

enthalten s<strong>in</strong>d – wie z. B. entzündungshemmende<br />

Kamillenwirkstoffe o<strong>der</strong> das für den Hautstoffwechsel<br />

bedeutsame vitam<strong>in</strong>artige D-Panthenol – und ob das<br />

Re<strong>in</strong>igungspräparat <strong>der</strong>matologisch getestet ist.<br />

Nach <strong>der</strong> Re<strong>in</strong>igung gründlich abtrocknen und e<strong>in</strong>cremen,<br />

damit <strong>der</strong> schützende Fettfilm und <strong>der</strong> Feuchtigkeitsgehalt<br />

<strong>der</strong> Haut aufrechterhalten bzw. Defizite<br />

ausgeglichen werden. Durch das Auftragen e<strong>in</strong>er<br />

Wasser-<strong>in</strong>-Öl-Emulsion (W/O = hoher Fettgehalt) o<strong>der</strong><br />

e<strong>in</strong>er Öl-<strong>in</strong>-Wasser-Emulsion (O/W = hoher Wassergehalt)<br />

werden <strong>der</strong> Haut Fett und Feuchtigkeit zugeführt,<br />

die Hornschichtstruktur geglättet und e<strong>in</strong> Feuchtigkeitsdepot<br />

aufgebaut.<br />

Das Pflegepräparat ist je nach Hauttyp auszuwählen<br />

– wer trockene Haut hat, verträgt stärker fettende<br />

Emulsionen o<strong>der</strong> Cremes besser als jemand mit fettiger<br />

Haut. Gute Feuchthaltefaktoren s<strong>in</strong>d Glycer<strong>in</strong>, Harnstoff,<br />

Hyaluronsäure und Bienenwachs, wertvolle Öle <strong>in</strong><br />

Emulsionen und Cremes s<strong>in</strong>d beispielsweise Aprikosen-,<br />

Avocado-, Macadamianuss-, Mandel-, Oliven-, Nachtkerzen-,<br />

Sanddorn- o<strong>der</strong> Weizenkeimöl. Produkte ohne<br />

Pflanzenextrakte, die häufig <strong>in</strong> Naturkosmetik stecken<br />

Welche Pflege für welche Haut?<br />

Die Wahl <strong>der</strong> Pflegemittel hängt vom aktuellen<br />

Hautzustand ab. Es gibt aber e<strong>in</strong>ige grundsätzliche<br />

Empfehlungen.<br />

Bei normaler Haut: kräftige Hautre<strong>in</strong>igung<br />

mit Syndets, Re<strong>in</strong>igungsmilch und -lotionen.<br />

Zum Tonisieren ethanolisch-wässrige Lösungen<br />

(Ethanol bis 15 %) mit Zusätzen, die durchblutungsför<strong>der</strong>nd<br />

und adstr<strong>in</strong>gierend wirken.<br />

Als Pflege tagsüber O/W-Emulsionen, nachts<br />

lipidreichere Cremes mit Feuchthaltesubstanzen.<br />

Gegen Sonne und Kälte Spezialcremes nötig.<br />

Bei fett-feuchter Haut: Unbed<strong>in</strong>gt alkalifrei<br />

mit sauren Syndets o<strong>der</strong> Abrasiva (Masken)<br />

re<strong>in</strong>igen. Tonisieren mit ethanolisch-wässrigen<br />

Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe, die Allergien<br />

auslösen können, s<strong>in</strong>d zu bevorzugen.<br />

Sorgfältig schützen<br />

E<strong>in</strong> gut beheizter Raum mit trockener Luft, e<strong>in</strong> Sonnenbad<br />

o<strong>der</strong> sportliche, schweißtreibende Aktivitäten<br />

verursachen <strong>in</strong> kürzester Zeit e<strong>in</strong> Feuchtigkeitsdefizit <strong>der</strong><br />

Haut. Aber auch gegen Kälte muss die Haut geschützt<br />

werden, denn schon bei 8 Grad Celsius gerät die Hydrolipidproduktion<br />

<strong>in</strong>s Stocken. Feuchthaltefaktoren <strong>in</strong><br />

Cremes und Emulsionen sorgen dafür, dass möglichst<br />

viel Wasser <strong>in</strong> <strong>der</strong> Hornschicht zurückgehalten wird und<br />

die Haut dadurch elastisch bleibt. Bei extremer Kälte<br />

tagsüber e<strong>in</strong>e lipidreiche Nachtcreme auftragen und<br />

nachts e<strong>in</strong>e Feuchtigkeitscreme, also genau umgekehrt.<br />

Normale, trockene und alternde Haut muss unbed<strong>in</strong>gt<br />

gegen UV-Strahlung geschützt werden. Lichtschutzmittel<br />

mit vergleichsweise hohen Lichtschutzfaktoren<br />

verwenden, die außerdem auf den trocken-fettarmen<br />

Hautzustand abgestimmt s<strong>in</strong>d. Als Sonnenschutz für<br />

gesunde Haut s<strong>in</strong>d Faktoren bis 30 ausreichend. Lichtschutzfaktoren<br />

darüber s<strong>in</strong>d nur bei Pigmentstörungen<br />

und mediz<strong>in</strong>ischen Indikationen s<strong>in</strong>nvoll.<br />

| Fit im Beruf |<br />

Lösungen (Ethanol bis 30 %), die antimikrobielle<br />

und schälende Zusätze enthalten. Als Pflege<br />

tagsüber O/W-Emulsionen von ger<strong>in</strong>ger Viskosität<br />

mit reichlich Emulgatoren, Zusätzen von<br />

Antimikrobika, u. U. auch Decksubstanzen.<br />

Bei trockener Haut: sanfte, schonende und<br />

adsorptive Re<strong>in</strong>igung mit Lotionen, hydrophilen<br />

Ölen. Zum Tonisieren ethanolisch-wässrige<br />

Lösungen (höchstens 5 %) mit kühlenden, entzündungshemmenden<br />

Zusätzen. Zur Hautpflege<br />

tagsüber lipidreiche O/W-Emulsionen, nachts W/<br />

O-Emulsionen, jeweils mit reichlich Feuchthaltesubstanzen.<br />

Spezieller Hautschutz erfor<strong>der</strong>lich,<br />

vor allem gegen Ultraviolettstrahlen.<br />

Die SEM-Aufnahme zeigt die<br />

oberste Hornschicht <strong>der</strong> Epi<strong>der</strong>mis.<br />

Ihre Zellen, die sog.<br />

Korneozyten, s<strong>in</strong>d dachziegelartig<br />

geschichtet und<br />

durch fe<strong>in</strong>ste Fasern fest<br />

mite<strong>in</strong>an<strong>der</strong> verbunden.<br />

Extrakt Wirkstoffe Wirkung<br />

Aloe Vera Mono-/Polysaccharide, Prote<strong>in</strong>e, Am<strong>in</strong>osäuren, M<strong>in</strong>eralstoffe feuchtigkeitsspendend, entzündungshemmend, antimikrobiell<br />

Arnikablüten (Anicae flos) Sesquiterpenlactone, Flavonoide, ätherisches Öl reizl<strong>in</strong><strong>der</strong>nd, kühlend<br />

Eibischwurzel (Althea radix) Schleimstoffe reizl<strong>in</strong><strong>der</strong>nd, kühlend<br />

Gurke (Cucumis fructus) Triterpensapon<strong>in</strong>e, Phytosterole hautklärend<br />

Hamamelisblätter/-r<strong>in</strong>de<br />

Gerbstoffe, freie Gallussäure, Hamamelose, Flavonoide,<br />

adstr<strong>in</strong>gierend, entzündungshemmend<br />

(Hamamelidis folium/cortex)<br />

ätherisches Öl<br />

Hopfen (Lupuli strobulus/-glandula) Bitterstoffe, ätherisches Öl, Flavonoide antimikrobiell<br />

Huflattichblätter (Farfarae folium) Schleimstoffe, Gerbstoffe reizm<strong>in</strong><strong>der</strong>nd, kühlend, adstr<strong>in</strong>gierend<br />

Johanniskraut (Hyperici herba) Hyperic<strong>in</strong>, Flavonoide entzündungshemmend, durchblutungsför<strong>der</strong>nd<br />

Malvenblüten (Malvae flos) Schleimstoffe reizm<strong>in</strong><strong>der</strong>nd, kühlend<br />

Melissenblätter (Melissae folium) ätherisches Öl, Rosmar<strong>in</strong>säure entzündungshemmend, antimikrobiell<br />

R<strong>in</strong>gelblume (Calendula) ätherisches Öl, Sesquiterpenlactone, Flavonoide, Polyacetylene entzündungshemmend, antimikrobiell<br />

Römische Kamille (Chamomillae romanae flos) ätherisches Öl, Sesquiterpenlactone, Flavonoide, Polyacetylene entzündungshemmend, antimikrobiell<br />

Rosmar<strong>in</strong>blätter (Rosmar<strong>in</strong>i folium) ätherisches Öl, Rosmar<strong>in</strong>säure, Bitterstoffe, Flavonoide durchblutungsför<strong>der</strong>nd, entzündungshemmend<br />

Salbeiblätter (Salviae folium) ätherisches Öl, Rosmar<strong>in</strong>säure, Bitterstoffe, Flavonoide tonisierend, durchblutungsför<strong>der</strong>nd<br />

Schafgarbenkraut (Millefolii herba) äther. Öl, Sesquiterpenlactone, Flavonoide, Phenolcarbonsäuren entzündungshemmend, antimikrobiell<br />

PflegeDienst 1/2005 17<br />

Andrew Syred / SPL / Focus


| HARTMANN-Service |<br />

PermaFoam, <strong>der</strong> Schaumverband für alle Fälle –<br />

jetzt <strong>in</strong> fünf neuen Formen<br />

Der hydroaktive Schaumverband PermaFoam bewährt<br />

sich <strong>in</strong> <strong>der</strong> Behandlung von Problemwunden. Er<br />

schafft gegen Ende <strong>der</strong> Wundre<strong>in</strong>igung und während<br />

des Gewebeaufbaus bei starker bis mäßiger Sekretion<br />

die idealen Voraussetzungen für e<strong>in</strong>e schnelle Granulation.<br />

Grundlage für die therapeutische Wirksamkeit ist<br />

die beson<strong>der</strong>e Porenstruktur: Wundseitig große Poren<br />

verkle<strong>in</strong>ern sich zur Deckschicht h<strong>in</strong> immer mehr, was<br />

e<strong>in</strong>e hohe vertikale Kapillarwirkung erzeugt. Dies hat<br />

zur Folge, dass Exsudat rasch <strong>in</strong> die Tiefe des Saugkörpers<br />

geleitet und dort sicher zurückgehalten wird. Damit<br />

kommt es dann nicht nur zur raschen Regulierung <strong>der</strong><br />

Wundexsudation, auch die Wundrän<strong>der</strong> werden vor<br />

Mazeration geschützt.<br />

Da nun Problemwunden unterschiedlichster Genese<br />

<strong>in</strong> ihrem kl<strong>in</strong>ischen Ersche<strong>in</strong>ungsbild, <strong>in</strong> <strong>der</strong> Wundform<br />

und ihrem Wundzustand stark differieren, steht<br />

PermaFoam jetzt neu <strong>in</strong> speziellen, wundangepassten<br />

Zuschnitten zur Verfügung, damit <strong>in</strong> jedem Fall immer<br />

e<strong>in</strong>e optimale Wundbehandlung möglich ist.<br />

PermaFoam sacral (1)<br />

für Anwendungen im Sakralbereich; erlaubt e<strong>in</strong> e<strong>in</strong>faches<br />

und sicheres Fixieren durch e<strong>in</strong>e entsprechende<br />

Verlängerung im Steißbe<strong>in</strong>bereich, haftet besser, die<br />

Rän<strong>der</strong> rollen sich nicht auf, <strong>in</strong> zwei Größen lieferbar.<br />

PermaFoam concave (2)<br />

für Anwendungen an Ferse und Ellbogen; die anatomische<br />

Form macht e<strong>in</strong> Zuschneiden überflüssig, e<strong>in</strong>e spezielle<br />

Falttechnik verh<strong>in</strong><strong>der</strong>t e<strong>in</strong> Auslaufen des Exsudats,<br />

<strong>in</strong>sgesamt hohe Bewegungsfreiheit.<br />

18 PflegeDienst 1/2005<br />

PermaFoam cavity (3)<br />

zur Behandlung von tiefen Wunden; sichert e<strong>in</strong> e<strong>in</strong>faches<br />

E<strong>in</strong>tamponieren <strong>in</strong> tiefe Wunden aufgrund des<br />

dünnen, weichen Materials, lässt sich e<strong>in</strong>fach falten<br />

und kann damit perfekt jedem Wundzustand angepasst<br />

werden, die Lochstruktur gewährleistet e<strong>in</strong>e rasche<br />

Sekretaufnahme ohne Sekretstau, leicht <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Stück<br />

zu entfernen.<br />

PermaFoam tracheostomy (4)<br />

zur Versorgung von E<strong>in</strong>trittsstellen; entwickelt für<br />

Tracheostomiekanülen und Sondenapplikationen, aufgrund<br />

<strong>der</strong> Y-Schlitzform schmiegt es sich eng um die<br />

Kanüle, gute Keimbarriere, e<strong>in</strong>fache Anwendung.<br />

PermaFoam rund (5)<br />

für die Versorgung kle<strong>in</strong>erer Ulcera an Problemzonen,<br />

zum Beispiel im Knöchelbereich, mit e<strong>in</strong>em Durchmesser<br />

von 6 cm.<br />

1<br />

5<br />

WundForum 1994 bis 2004<br />

neu auf e<strong>in</strong>er CD-ROM<br />

Auch dieses Jahr gibt es wie<strong>der</strong> e<strong>in</strong>e<br />

CD-ROM-Version des Sammelbandes<br />

mit allen bis her erschienenen 43 Ausgaben<br />

des HARTMANN WundForum<br />

<strong>der</strong> Jahre 1994 bis 2004. Sämtliche<br />

Ar ti kel s<strong>in</strong>d dabei wie <strong>in</strong> den Jahren<br />

zuvor im Orig<strong>in</strong>allayout mit Graphiken<br />

und Ab bil dun gen als Ado be Acrobat-<br />

Dateien ge spei chert und können mithilfe<br />

<strong>der</strong> über sicht li chen In halts ver zeich nis se<br />

schnell auf ge ru fen, an ge zeigt und auch<br />

aus ge druckt werden.<br />

Die CD-ROM läuft auf PCs unter<br />

W<strong>in</strong> dows 98 SE, Me, XP, 2000 und NT.<br />

3<br />

2<br />

Auch PermaFoam und PermaFoam<br />

comfort mit <strong>der</strong><br />

umlaufenden Klebefolie<br />

stehen weiterh<strong>in</strong> <strong>in</strong> verschiedenen<br />

Größen für e<strong>in</strong>en<br />

bedarfsgerechten E<strong>in</strong>satz<br />

zur Verfügung.<br />

Für Be nut zer an de rer Be triebs sy ste me<br />

(W<strong>in</strong>dows 3.x, 95, 98, Mac OS, OS/2,<br />

Li nux etc.) steht die aktuelle Ver si on des<br />

Acro bat Rea<strong>der</strong>s unter www.adobe.de<br />

im Internet be reit.<br />

Die CD-ROM kann kostenlos bei <strong>der</strong><br />

PAUL HARTMANN <strong>AG</strong>, Wund Fo rum<br />

Abo ser vice, Postfach 1420, 89504 Heiden<br />

heim, bestellt werden.<br />

Die jeweils aktuelle WundForum-<br />

Aus ga be ist übrigens, wie alle vorherigen<br />

Ausgaben auch, im Internet auf<br />

<strong>der</strong> HARTMANN-Website unter http://<br />

www.hartmann.<strong>in</strong>fo ab ruf bar.<br />

4


<strong>Hygiene</strong>tipps onl<strong>in</strong>e<br />

Robert Koch-Institut<br />

Das Robert Koch-Institut (RKI)<br />

<strong>in</strong> Berl<strong>in</strong> ist die zentrale E<strong>in</strong>richtung<br />

<strong>der</strong> Bundesregierung<br />

auf dem Gebiet <strong>der</strong> Krankheitskontrolle,<br />

-prävention<br />

und -forschung. Mit se<strong>in</strong>en<br />

Abteilungen für Infektionskrankheiten, Epidemiologie und<br />

Gesundheitsberichterstattung sowie e<strong>in</strong>em Zentrum für Gentechnologie<br />

ist es die Institution für alle Fragen und Probleme<br />

rund um Infektionskrankheiten, Impfungen, biologische Sicherheit,<br />

Gentechnik, Krebs, Herz-, Diabetes- und Gichterkrankungen<br />

sowie Krankenhaus und <strong>Hygiene</strong>. Unter www.rki.de f<strong>in</strong>den<br />

sich u. a. umfangreiche Empfehlungen zur <strong>Hygiene</strong> und zur<br />

Infektionsprävention, e<strong>in</strong>e Liste <strong>der</strong> vom RKI anerkannten und<br />

geprüften Des<strong>in</strong>fektionsmittel und -verfahren, Richtl<strong>in</strong>ien für die<br />

ordnungsgemäße Entsorgung von Abfällen sowie Informationen<br />

zu ausgewählten Erregern und Pilz<strong>in</strong>fektionen.<br />

<strong>Hygiene</strong><strong>in</strong>formationsnetz<br />

Das Arbeitsfeld e<strong>in</strong>er <strong>Hygiene</strong>fachkraft<br />

ist so umfangreich,<br />

dass zu manchen Problembereichen<br />

schnell Informationen<br />

beschafft werden müssen.<br />

Dies ist möglich über das<br />

<strong>Hygiene</strong><strong>in</strong>formationsnetz unter www.hygnet.de. Hier können<br />

Fachkräfte Erfahrungen austauschen und Themen wie zum<br />

Beispiel „Temperaturen bei Patienten nach o<strong>der</strong> während langer<br />

Operationen“, „<strong>Hygiene</strong> im Hausnetzwerk“, „Re<strong>in</strong>igungsorganisation<br />

und <strong>der</strong>en Kosten“, „Urteile, die <strong>Hygiene</strong> regeln“ und<br />

vieles mehr herunterladen.<br />

<strong>Hygiene</strong> <strong>in</strong> <strong>der</strong> <strong>Altenpflege</strong><br />

In <strong>der</strong> <strong>Altenpflege</strong> ist e<strong>in</strong><br />

<strong>Hygiene</strong>plan laut Infektionsschutzgesetz<br />

verb<strong>in</strong>dlich<br />

vorgeschrieben und wird vom<br />

MDK regelmäßig bei Qualitätsprüfungen<br />

abgefragt. Ausführliche<br />

Empfehlungen zur <strong>Hygiene</strong> <strong>in</strong> <strong>der</strong> <strong>Altenpflege</strong> bietet <strong>der</strong><br />

Abschnitt „<strong>Hygiene</strong>“ <strong>der</strong> Site www.mo<strong>der</strong>nealtenpflege.de – von<br />

<strong>der</strong> Hände- und Hautdes<strong>in</strong>fektion über die Flächen-, Raum- und<br />

Wäschedes<strong>in</strong>fektion bis h<strong>in</strong> zur Des<strong>in</strong>fektion von Ausscheidungen<br />

und die Anfor<strong>der</strong>ungen bei <strong>der</strong> Bettenaufbereitung. E<strong>in</strong><br />

Extrakapitel gibt Empfehlungen zur Prävention und Kontrolle<br />

katheterassoziierter Harnwegs<strong>in</strong>fektionen.<br />

Impressum<br />

Herausgeber:<br />

PAUL HARTMANN <strong>AG</strong>, Postfach 1420, 89504 Heidenheim,<br />

Telefon 0 73 21 / 36 - 0, http://www.hartmann.<strong>in</strong>fo,<br />

E-Mail: pflegedienst@hartmann.<strong>in</strong>fo<br />

Verantwortlich i. S. d. P.: Kurt Röthel<br />

Redaktion und Herstellung:<br />

CMC Medical Information, Weberstraße 8, 89522 Heidenheim,<br />

Telefon 0 73 21 / 9 39 80, E-Mail: <strong>in</strong>fo@cmc-onl<strong>in</strong>e.de<br />

Druck: Karl Wolf, 89518 Heidenheim<br />

PflegeDienst ersche<strong>in</strong>t viermal jährlich.<br />

Ausgabe: 1. Quartal 2005. ISSN-Nr. 0949-5363<br />

Titelbild: Dr. Tony Bra<strong>in</strong> / SPL / Focus<br />

Copyright: Alle Rechte, wie Nachdrucke, auch von Abbildungen, Vervielfältigungen<br />

je<strong>der</strong> Art, Vortrag, Funk, Tonträger- und Fernsehsendungen sowie<br />

Speicherung <strong>in</strong> Datenverarbeitungsanlagen, auch auszugsweise o<strong>der</strong> <strong>in</strong><br />

Übersetzungen, behält sich die PAUL HARTMANN <strong>AG</strong> vor.<br />

Bestellungen für e<strong>in</strong> kostenloses Abonnement richten Sie bitte an:<br />

PAUL HARTMANN <strong>AG</strong>, Aboservice PflegeDienst, Postfach 1420,<br />

89504 Heidenheim, Fax: 0 73 21 / 36 - 2519, renate.hildebrandtstreck@hartmann.<strong>in</strong>fo<br />

5 elegante Lamy-<br />

Schreibsets zu gew<strong>in</strong>nen<br />

Lust am Schreiben? Durch dieses edle Lamy-Schreibset<br />

<strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Alu-Etui, bestehend aus Füllfe<strong>der</strong>halter<br />

und Druckkugelschreiber, wird sie bestimmt geweckt.<br />

Denn die beiden Schreibgeräte mit eloxierter Alu-<br />

Oberfläche begeistern nicht nur durch ihr<br />

edles Design, son<strong>der</strong>n auch durch ihre<br />

perfekte Technik.<br />

Senden Sie e<strong>in</strong>e frankierte Postkarte<br />

mit dem Lösungswort an die PAUL HART-<br />

MANN <strong>AG</strong>, Kennwort PflegeDienst, Postfach<br />

1420, 89504 Heidenheim. Auflösung und<br />

Gew<strong>in</strong>nerliste im nächsten Heft.<br />

Das Lösungswort des Preisrätsels aus dem Pflege-<br />

Dienst 4/2004 lautete „Vitasan“. Je e<strong>in</strong>e Kassette mit<br />

Klassik-CDs haben gewonnen: Sybille Behr<strong>in</strong>g, Haigerloch;<br />

Claudia Brunnbauer, Emmert<strong>in</strong>g; Hannelore Cords,<br />

Bielefeld; Rüdiger Fries, Siegen; Christa Früh, Dresden;<br />

Michael Futterer, Rhe<strong>in</strong>stetten; Sab<strong>in</strong>e Glochz<strong>in</strong>, Hamburg;<br />

Ursula Kraus, Erlenbach; Ingrid Meyer, Gerl<strong>in</strong>gen;<br />

Ursula Ostwaldt, Wiesbaden.<br />

LÖSUNGSWORT:<br />

Accessoire<br />

<strong>der</strong> Frauen<br />

Beschuldigtenplatz<br />

Stadt<br />

bei<br />

Antwerpen<br />

Haushaltsplan<br />

PersonenbezeichnungAufprallschutz<br />

an<br />

Schienenfahrzeugen<br />

Zug von<br />

Auswan<strong>der</strong>ern<br />

Fe<strong>der</strong>deckbett<br />

Kampfsportart<br />

biblischer<br />

Prophet<br />

Stadt <strong>in</strong><br />

Ägypten<br />

kle<strong>in</strong>e<br />

Warenrechnung<br />

4<br />

Psychoanalytiker<br />

(Sigmund)<br />

wortlos,<br />

ohne zu<br />

sprechen<br />

Teil des<br />

Kopfes<br />

volkstümlich:<br />

Gitarre<br />

biblische<br />

Gestalt<br />

3<br />

5<br />

7<br />

großes<br />

Meeressäugetier<br />

bulgarische<br />

Währung<br />

umgangssprachl.Fußballbegriff<br />

vollbrachte<br />

Handlung<br />

2<br />

E<strong>in</strong>gabezeichen<br />

am PC-<br />

Monitor<br />

kroatische<br />

Adria<strong>in</strong>sel<br />

Musical<br />

<strong>der</strong><br />

Hippie-Zeit<br />

Angehöriger<br />

e<strong>in</strong>er<br />

asiat. Völkergruppe<br />

Erfrischungsgetränk<br />

Modenarr,<br />

Stutzer<br />

mittelalt.<br />

Städtebund<br />

britischer<br />

Südpolarforscher<br />

(Robert F.)<br />

essbarer<br />

Meereskrebs<br />

Viehhüter<br />

organische<br />

Stickstoffbase<br />

E<strong>in</strong>sendeschluss<br />

ist <strong>der</strong> 15.3.2005<br />

Pflanzendecke<br />

sprechbegabter<br />

südasiat.<br />

Vogel<br />

Held des<br />

Trojanischen<br />

Krieges<br />

6<br />

deutscher<br />

Nachrichtensen<strong>der</strong><br />

Rhe<strong>in</strong>zufluss<br />

bei<br />

Straßburg<br />

Abkürzung<br />

für:<br />

Absen<strong>der</strong><br />

Farbe<br />

beim<br />

Roulette<br />

griechischeVorsilbe<br />

für:<br />

gegen<br />

| Preisrätsel |<br />

Sie können das Lösungswort<br />

auch per E-Mail e<strong>in</strong>senden:<br />

pflegedienst@hartmann.<strong>in</strong>fo<br />

griechisch:<br />

neu...<br />

Abkürzung<br />

für:<br />

Straße<br />

gefallsüchtig<br />

PflegeDienst 1/2005 19<br />

7<br />

Stäbcheno<strong>der</strong>Schnürmie<strong>der</strong><br />

Qualitätsstufe,<br />

Niveau,<br />

Rang<br />

1

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