Achtung! - Ford

at.ford.com

Achtung! - Ford

Zeitschrift für die Mitarbeiter der Ford-Werke GmbH fordreportApril

in Köln-Niehl

2008


fordreport

NACHRICHTEN

Editorial

Frühlingsgefühle

bei Ford

Es ist mal wieder Frühling! Zur

entsprechenden Zeitumstellung

im März haben wir alle erneut

eine Stunde „geopfert“, um

während der Sommerzeit erneut

mehr Tageslicht genießen

zu können. Und wintermüde

Mitmenschen haben vielleicht

schon die Stapel Rollkragenpullover

gerade gegen jüngst

erst gekaufte, leichte Hemden,

Blusen und T-Shirts getauscht.

Aber damit nicht genug des

Neuen, auch in der Fertigung

im Werk Köln-Niehl fi ndet

zurzeit ein echter Neu-Anfang

statt: Die Vorbereitungen für

den „Job 1“ des neuen Ford

Fiesta laufen auf Hochtouren.

Die neuen Produktionsabläufe

müssen eingerichtet werden

(Seite 6 bis 9), und die Mitarbeiter

müssen sich mit der neuen

Situation rundum

vertraut machen.

Nichts steht still, alles

ist ständig im Wandel

– und dieser Zustand

scheint, wie so oft

im Leben, die einzige

Kontinuität zu sein.

Neuigkeiten gibt es

natürlich auch woanders

bei Ford: Speziell

der Bereich WA

Verkauf & Leasing

trumpft in dieser Ausgabe

(Seite 12 bis

13) mit einer guten

Nachricht auf: Vom

1. April an übernimmt

Ford die gesetzlichen

Abzüge auf den so

Chefredakteurin

Elisabeth Pohl

genannten „geldwerten Vorteil“.

Dieser entsteht, wenn Werkangehörige

ein Fahrzeug ihres

Arbeitgebers zu besonders

günstigen Konditionen erwerben.

Durch die Übernahme

wird die Verkaufsabwicklung für

Werkangehörige noch deutlich

unkomplizierter und schneller.

Ein Grund mehr, sich vielleicht

vom „Alten“ zu trennen und die

Anschaffung eines schicken

„Neuen“ in Erwägung zu

ziehen. Diesbezüglich könnte

einen Ford-Mitarbeiter nicht nur

das jüngst angelaufene Modell

ernsthaft in Versuchung führen:

Der Ford Kuga, welcher neuerdings

am Standort Saarlouis

produziert wird. Der „Job 1“

des attraktiven Crossover-Fahrzeugs

wurde im Saarland von

Bernhard Mattes, Vorsitzender

der Geschäftsfüh-

rung, und Ministerpräsident

Peter

Müller gebührend

gewürdigt (Seite 20).

Ich empfehle unseren

geneigten Lesern,

auch alle anderen

Seiten der deutschen

Mitarbeiterzeitschrift

zu studieren – Neuigkeiten

sind schließlich

unser Geschäft, und

wir haben auch in

dieser Ausgabe wieder

viel Lesenswertes

für Sie zusammengestellt.

IMPRESSUM

Herausgeber Ford-Werke GmbH, 50725 Köln - Bereich Öffentlichkeitsarbeit

Chefredaktion Elisabeth Pohl Tel. 0221 - 90-17508 Email: epohl@ford.com

Redaktion Bruno Voerckel Tel. 0221 - 90-15940 Email: bvoercke@ford.com

Grafi k Michael Verdcheval Tel. 0221 - 90-17138 Email: mverdche@ford.com

Redaktionsassistenz Karl-Heinz Schaun Tel. 0221 - 90-17215 Email: kschaun@ford.com

Titelfoto Frank R. Weihs

Mitarbeit Saarlouis Mirjam Schwarz

Anschrift der Redaktion fordreport NH/5R, 50725 Köln, Fax 0221 - 90-12931

Anzeigenverwaltung R. Blum VVA, Höherweg 278, 40231 Düsseldorf Tel.: 0211 - 7357-842

Inhalt

Editorial + Nachrichten Seite 2 - 3

Perspektiven Seite 4 - 5

Menschen bei Ford: Rudolf Wingensiefen

Titel Seite 6 - 9

Die Fertigung im Werk Köln-Niehl

bereitet sich auf Job 1 des neuen

Ford Fiesta vor

Niehl Seite 10 - 11

Achtung! Baum fällt“, Sanierung des

Betriebsrestaurants Niehl C,

Die Arbeit der Küchencrew

WA Verkauf & Leasing Seite 12 - 13

Interview mit Dietmar Steinseifer:

Übernahme der Abzüge auf den

„geldwerten Vorteil“

Baumassnahme Seite 14 - 15

Wiedervereinigung in Niehl

Serie Seite 16 - 17

Unterwegs auf dem Drachenfels

auf „Siegfrieds Spuren“

Gewinnspiel/Rätselseite Seite 18 - 19

Ford/Aral-Gewinnspiel, Kreuzworträtsel,

Such & Find-Bilderrätsel

Saarlouis Seite 20 - 21

Ford Kuga: Job 1, Bild-Journalistin

an der Linie, fordreport in Saarlouis

Marketing Seite 22 - 23

Der „Growth Plan“-Raum, Motorsport:

Sportpokal, AvD Histo Monte

Zukunft Seite 24 - 26

Als Praktikant bei den Ford-Werken,

Versammlung der Saarlouiser Pensionäre

Vermischtes Seite 34 - 35

Pensionärsverein Köln hat getagt, Ein Oldie

mit Klasse, Ehrung für Niehler Mitarbeiter

der ersten Stunde, Jubilare


Mischung aus

Autoscooter

und Schach

FOTO: M. VERDCHEVAL

Ford-Mitarbeiter unterstützten in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal das

größte Rollstuhl-Rugby-Turnier der Welt in Köln.

(v.l.n.r.) Dr. Günter Stefer vom Ford-Gesundheitsdienst, Ford-Mitarbeiter Joachim

Katzer und Arealeiter Paul Weissenberg – aus Köln

Der 17. Lebensretter

von Ford

FOTO: FRANK R. WEIHS

35 Helfer waren mit vier Fahrzeugen im Einsatz,

und 50 Mannschaften aus 13 Ländern nahmen

am „Bernd Best Turnier“ in Köln teil. Für den

Transport der Teams, der Betreuer und ihres

Gepäcks mit vier Ford Transit standen die Ford-

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in insgesamt

acht Schichten zur Verfügung. Sie sorgten für

den Shuttle von und zu den Flughäfen, zwischen

den Unterkünften und den drei Spielstätten

in Köln-Deutz, -Mülheim und -Holweide und

weitere Transporte, die im Rahmen des Turniers

notwendig wurden. Der ehrenamtliche Einsatz

war eine weitere „Community Involvement“-

Aktion, für die die Kolleginnen und Kollegen von

Ford freigestellt wurden.

„Es ist immer wieder bewegend, wie mit eher

geringem Budget, aber um so größerem

Enthusiasmus einzelner Freiwilliger etwas so

Großartiges wie dieses weltgrößte Rollstuhl-

Rugby-Turnier auf die Beine gestellt wird“,

so Rainer Franke, Leiter Internet Portale bei

Ford, selbst seit Beginn der Kooperation mit

den Ford-Werken vor fünf Jahren federführend

dabei. Rollstuhl-Rugby ist eine der attraktivsten

Behinderten-Sportarten: In einer spektakulären

Mischung aus Autoscooter und Schach versuchen

die Spieler, mit einem Volleyball möglichst

viele „Touch downs“ an einem acht Meter

breiten Tor an der Endlinie zu erzielen.

Joachim Katzer ist stolz darauf, einem

Menschen das Leben gerettet zu haben.

Er hatte sich Mitte der 90er Jahre bei einer

Ford-Aktion durch eine Blutprobe in der

Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS)

registrieren lassen. Dabei geht es um Hilfe für

Leukämie-Patienten. Diese benötigen für eine

Heilung Knochenmark von einem genetisch

sehr ähnlichen Menschen, der aber schwierig

zu fi nden ist. Im Dezember letzten Jahres

bekam Joachim Katzer die Nachricht, dass er

einem Patienten aus Schweden helfen kann.

Er unterzog sich mehreren Voruntersuchungen

und reiste schließlich zur Knochenmarkspende

nach Dresden.

Dafür wurde der Werkzeugmacher zwei Tage

lang von Ford frei gestellt. Er bekam zunächst

Medikamente, die die Knochenmarkbildung anregen,

dann wurde sein Blut gefi ltert. „Ich fühlte

mich nachher ein bisschen schlapp und hatte

leichte Kopfschmerzen, aber das war schnell

wieder vorbei“, erzählt der 47-Jährige.

Die Partnerschaft zwischen Ford und der

DKMS hat eine lange Tradition. Immer wieder

gibt es Spendenaufrufe im Unternehmen.

Insgesamt wurden so bereits 17 Kollegen

zu Lebensrettern. „Im Werkzeugbau ist Herr

Katzer bereits der Zweite“, berichtet Arealeiter

Paul Weissenberg.

Februar 2008 3


fordreport

PERSPEKTIVEN

Menschen bei Ford

Tausende von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern arbeiten in

Deutschland für die Ford-Werke GmbH – sowohl in vielen verschiedenen

Verwaltungsbereichen, als auch in den Fertigungsstätten.

In der Rubrik betitelt „Menschen bei Ford“ widmet sich

der Fordreport jeweils einem Angehörigen aus der Produktion und

stellt ihn oder sie mit einem Interview persönlich vor.

Was ist Ihr Beruf, was war

Ihre Ausbildung?

Nach der Schule habe ich in einer

kleinen Privat-Werkstatt in Köln-

Braunsfeld Autoschlosser gelernt.

Danach war ich bei einer Spedition

im Lagerbereich tätig.

Wie war ihr berufl icher

Werdegang bei Ford?

Rudolf Wingensiefen,

53 Jahre, verheiratet,

Köln-Höhenhaus

4 April 2008

FOTO: K-H. SCHAUN

Ich habe exakt

am 12. November

1976 bei Ford

angefangen. Ich

wollte damals

etwas Neues machen

und habe

mich einfach beworben

– es hat

gleich geklappt,

und ich wurde als

Produktionsmitarbeiter

eingesetzt.

Damals habe ich

unter anderem

Konsolen und

Teppiche eingebaut,

dann war

ich „Fertigmacher“

und hatte

noch einige andere

Jobs.

Mitte der 90er

Jahre bin ich

dann zum damaligen

Bereich

„Fertigung Niehl

Logistik“ (FNL)

gekommen und

habe als Staplerfahrer

gearbeitet.

Seinerzeit wurde

gerade das Ford Production System

(FPS) eingeführt. Bei meiner

nächsten Aufgabe war ich im so

genannten „Materialdirekttransport“

für Kleinteile eingesetzt und bin als

Kolonnenführer beim Lageraufbau

von Anfang an mit dabei gewesen.

Mit diesem Job war ich sozusagen

endgültig im Bereich Material & Logistik

gelandet.

Was ist Ihre aktuelle Aufgabe?

Ungefähr im Jahr 2001 habe ich

dann in den Großteilebereich gewechselt

und wurde Teamcoach

im Meisterbereich Ost. Inzwischen

mache ich auch regulär die Meistervertretung

hier. Unsere Aufgaben

sind extrem vielfältig. Generell kümmern

wir uns um den reibungslosen

„Zufl uss“ von Material aller Art. Das

wird „Line Feeding“ (Beschickung

der Linie) genannt: wir versorgen die

Produktion zum richtigen Zeitpunkt

am richtigen Ort mit dem richtigen

Material.

Und manchmal müssen wir auch

„Feuerwehr“ spielen, falls es Probleme

gibt: Wenn zum Beispiel eine

so genannte „Fehlteile-Meldung“

eingeht, dann müssen wir per Computer

prüfen, was noch im Bestand

ist oder wann es geliefert wird. Wir

sprechen mit dem Bestandsprüfer

– und wir müssen vor allem anderen

sofort reagieren. Sonst könnte es in

letzter Konsequenz zu Produktionsproblemen

kommen.

Was schätzen Sie an

Ihrer Arbeit?

Ich bin gerne hier in unserem Team.

Und ich fi nde es gut, dass ich selbstständig

arbeiten kann und recht

„freie Hand“ habe. Ich persönlich

mag es auch, dass wir in unserem

Job fl exibel und nervenstark sein

müssen.

Was mögen Sie an Ihrer

Arbeit nicht?

Es gibt einfach diese Tage, an denen

„nix klappt“, dann wird wegen Klei-

nigkeiten gemeckert, nichts funktioniert

richtig – das ist nicht so schön,

aber das gibt es wohl in jedem Job.

Welches Ford-Fahrzeug ist Ihr

Lieblingsmodell und warum?

Ich fi nde den Ford Focus Coupé-

Cabriolet einfach klasse – und ich

habe gerade einen gekauft. Auch

der Kuga ist toll. Und mein allererstes

Auto war auch etwas Besonderes:

Ein Ford 15 M in blau.

Was wünschen Sie sich

für die Zukunft unseres

Unternehmens?

Ich hoffe, dass es bei den Ford-Werken

noch viele Jahre gut weitergeht

und wir unsere Autos gut verkaufen

– nicht zuletzt auch den neuen Ford

Fiesta. Die Standortsicherung ist

wichtig, damit wir alle unsere Arbeitsplätze

behalten und auch die Jugend

hier noch Chancen auf Arbeit hat.

Haben Sie ein Hobby?

Ich bin begeisterter Karnevalist und

im Elferrat der „Fidele Junge“ aktiv.

Dieses Jahr hatten wir eine sehr

kurze und stressige Session, aber

schön war’s!

Haben Sie einen

persönlichen Traum?

Meine Frau und ich haben schon

früher immer gerne und viel Camping

gemacht. Es wäre toll, einmal

mit einem Wohnmobil quer durch die

USA zu reisen. Oder aber: Deutschland

von oben nach unten richtig

kennen zu lernen. Hier gibt es so

viele schöne Flecken, die einem gar

nicht bekannt sind. Vielleicht machten

wir das, wenn ich in Rente gehe.

Haben Sie ein

persönliches Motto?

Mein Motto ist kölsch: Et kütt, wie et

kütt. (Es kommt, wie es kommt.)


6

fordreport

TITEL

Mit dem neuen Ford Fiesta steht in diesem Jahr eine weitere Produkteinführung an,

die das sich ständig noch verbessernde Image der Marke in der Öffentlichkeit

weiter nach vorne bringen wird. Zur Zeit laufen die Vorbereitungen im Kölner Werk

auf Hochtouren.

„Dabei gehen wir völlig neue Wege, die

Vorbild werden könnten für Produktionsanläufe

auch in anderen Werken“, meint der

zuständige Launch and Readiness Koordinator

Marijan Schmacher. Integration ist

dabei der Schlüssel zum Erfolg. Integration

von Theorie und Praxis, Entwicklung und

Produktion, Vorserienbau und Linienproduktion,

Ingenieur und Operator. Soll heißen:

Wo früher ein Bereich – vom nächsten

getrennt – seine „Hausaufgaben“ abschloss,

um das Resultat an den nächsten weiter zu

geben, wird seit einigen Jahren immer intensiver

bereichsübergreifend „Hand in Hand“

gearbeitet.

Diesem Ziel diente bereits im letzten

Herbst eine dreitägige Aktion, in der ein

Rollentausch zu neuen Perspektiven führte:

Erstmals arbeiteten dabei Entwicklungsinge-

April 2008

Fertigung übt den

FIESTA

nieure des Ford Fiesta aus Merkenich und

Dunton als Operator an der Linie und bauten

Fahrzeugteile ein, die sie selber konstruiert

hatten. So bekamen die „Theoretiker“ ganz

neue Einblicke in die Fertigung und lernten

diejenigen kennen, die nachher beim Launch

mit ihren Entwicklungen arbeiten werden.

„Solche persönlichen Kontakte sind bei

einem unerlässlichen, intensiven Austausch

zwischen Entwicklung und Produktion während

des Anlaufs durch nichts zu ersetzen“,

erklärt Schmacher.

Eine weitere Schlüsselrolle für den erfolgreichen

Launch spielen die Produktspezialisten.

Sie wurden 1989 bei Ford im Rahmen

des „Integrated Launch Model“ eingeführt,

um Produktanläufe mit geringeren Kosten

und höherer Qualität zu verwirklichen.

Dieses Ziel ergab sich aus dem Prinzip der

FOTOS: FRANK R. WEIHS


Im Pilot Plant (Seite

links) werden

die Autos wieder

demontiert, die

Einzelteile in grüne

Boxen gepackt

zum Rücktransport

an die Linie;

am nächsten

Tag beginnt die

Fiesta-Montage

von vorne

schlanken Produktion im Rahmen des Ford

Produktions System (FPS). Produktspezialisten

sind besonders bewährte Produktionsmitarbeiter,

meist Teamcoaches, aus unterschiedlichen

Bereichen der Fertigung, die

24 Monate vor Job 1 mit dem neuen Auto

und seiner Montage vertraut gemacht und

so zu Experten für seine Herstellung werden.

Gemeinsam mit den Bereichsingenieuren geben

sie den Produktingenieuren Hinweise zu

Entwurf und Entwicklung der einzelnen Teile

sowie den Prozessingenieuren einen Input

zur Optimierung der Arbeitsabläufe. Erstmalig

wurden beim Fiesta Launch die Produktspezialisten

nicht alle zusammen, sondern in

mehreren Stufen, zeitlich versetzt, ausgebildet.

So konnte man insgesamt ihre Anzahl

und die Flexibilität ihres Einsatzes erhöhen.

Eine weitere Neuerung: Produktspezialisten

bauten Prototypen bereits in der frühen

„Confirmation Prototype Build“ (CP) - Phase

nach einem Training auf der Bühne im Pilot

Plant in der laufenden Linie, zusammen mit

dem aktuellen Modell. „Das ist natürlich

etwas ganz anderes, als das Auto wie früher

nur statisch im Pilot Plant zu montieren“,

berichtet Marijan Schmacher. Während der

CP-Phase überprüfen die Produktspezialisten

Funktionalität und Ergonomie der

einzelnen Prozesse.

Produktspezialisten vermitteln ihre

Kenntnisse dann sämtlichen Kollegen, die

später am Bau des Autos beteiligt sind.

Änderungen an Anlagen und Prozessen

machen dieses intensive Training notwendig,

für das insgesamt 50.000 Stunden aufgewendet

werden. 40 Prozent davon entfallen

auf technisches, 60 Prozent auf Operator-Training.

„Wo ein Prozess mehr oder

weniger vom aktuellen Modell übernommen

wird, reichen wenige Stunden Training, wo

sich aber eine Arbeitsstation grundsätzlich

ändert, setzen wir mehrere Tage an“, erklärt

Schmacher.

Im Anschluss an die CP-Phase trainieren

die Operator mit Hilfe der Produktspezialisten

die Montage des neuen Fiesta erstmals

am Band. Ein Exemplar läuft zwischen den

einzelnen Bauphasen täglich durch die Linie.

Die Mitarbeiter können sich mit dem

neuen Modell zunächst dreimal mehr Zeit

nehmen, weil vor und hinter ihm jeweils ein

Fahrzeug aus der Linie herausgenommen

wird. Das heißt, der Takt verlängert sich von

den üblichen 74 Sekunden auf mehr als

dreieinhalb Minuten. Die Einbauteile werden

aus eigens gekennzeichneten, grünen Boxen

abgegriffen. Trotz des längeren Taktes: Die

Linie läuft, und der Faktor Zeit kommt ins

Spiel. Nach mehreren Tagen Training läuft

das neue Modell dann schon im üblichen

Takt, so wie das aktuelle. Nun kann es gelegentlich

hektisch werden in der Linie. Ruhig

weist Produktsspezialist Ali Kulakoglu im

Chassis den Operator an: „Die Abdeckung

machst du in das hintere Radhaus. Du

brauchst sechs Klippse. Das Arbeitskabel

am Stoßdämpfer herausziehen.

April 2008 7


fordreport

TITEL

Karl Anton, Leiter der Fertigung Niehl: „Wir bauen beim Launch des neuen Fiesta auf

Motivation und Kreativität der Mitarbeiter, die ihre Verbesserungen einbringen.“

Mach langsam, Manfred. Macht den Manfred

nicht nervös.“ Begleitet wird das Training

in der Linie von Matthias Fischer von der Firma

CSK. Er organisiert die Anlagensteuerung des

Kettenförderers, damit auch der neue Fiesta

stets in optimaler Arbeitshöhe gebaut werden

kann.

„In der Linienproduktion siehst du viel mehr

als auf der Bühne“, sagt Schmacher. Das

bestätigt Operator Mark Garbes, der Pedale

montiert: „Man kommt leichter in die Routine

und hat bei Komplikationen einen Ansprechpartner.“

Ein kleines Problem ergab sich beispielsweise

beim Stecken der Kupplungsleitung im

Motorraum – mit welchem Ende gehört sie in

das Kupplungspedal? Produktspezialist Adam

Kokosca formulierte eine Arbeitsanweisung für

die zuständigen Opertor: Das Ende, das mit

Isoliermaterial umgeben ist, wird in das Pedal

gesteckt. „Wenn man das falsch macht, bedeutet

die Reparatur nachher eine Stunde Arbeit“,

meint Kokosca, „und wenn wir die Ingenieure

gebeten hätten, die Leitung entsprechend extra

zu markieren, hätte das wieder Geld gekostet.“

So fand der Produktspezialist eine kostenneutrale

Lösung für ein Problem, das wahrscheinlich

erst viel später aufgefallen wäre,

wenn man die Montage des neuen Fiesta

nicht schon in der laufenden Linie geübt hätte.

Offene Punkte, die den Produktspezialisten

bei der Montage auffallen, und die sie nicht

direkt selber lösen können, werden an der Linie

auf Tafeln notiert. „Das geben wir dann in den

Meetings an die Entwickler oder die entspre-

8 April 2008

chenden Bereiche bei Ford weiter“, erklärt

Kaya Hamza. Effektive Kommunikation ist alles

– „insgesamt klappt dass alles erstaunlich gut

bei diesem Launch“, so Produktspezialist Sylvio

Heuser.

Die größten Herausforderungen beim neuen

Modell liegen in der komplexeren Elektronik,

die ein vermehrtes Verlegen von Kabeln und

dickeren Kabelbäumen sowie mehr Steckverbindungen

mit sich bringt.

Die am Band gebauten Trainingsautos werden

übrigens am nächsten Tag im Pilot Plant,

in Halle Y Ost oder im Trainingscenter wieder

komplett demontiert. Und zwar von Mitarbeitern

aus dem Repair-Bereich, die dabei ebenso

viel für die Zukunft lernen. So profi tiert die

Fertigung auch von diesem scheinbar unproduktiven

Prozess. „Das ist eine super Sache,

ich kenne den neuen Fiesta sozusagen schon

auswendig und weiß ziemlich genau, was bei

einer Reparatur zu tun ist“, berichtet Gürbüz

Ayvar, Produktspezialist im Bereich Repair. Und

wenn das Auto auseinandergebaut ist, geht es

auf zur nächsten Runde in die Endmontage.

Die meisten Änderungen bringt der neue

Fiesta im Karosseriebau mit sich. Hier laufen

bereits seit weit über einem Jahr die Vorbereitungen,

was seitdem für viele Kollegen

bedeutet, jedes Wochenende im Einsatz zu

sein. Denn, anders als in der Endmontage,

lassen sich viele Prozesse am neuen Modell

erst durchführen, wenn die Produktion des

aktuellen steht. „Dabei muss natürlich die

Anlagenverfügbarkeit unbedingt gewährleistet

bleiben, denn wir bauen den aktuellen Fiesta

In der Trim bekommt der neue

Ford Fiesta mit den Scheinwerfern

sein unverwechselbares

Gesicht; Operator und Produktspezialisten

sind vom

Design des neuen Fiesta überzeugt,

den sie selber in hoher

Stückzahl bauen werden


weiter in höchstmöglicher Stückzahl“, erklärt

Michael Koch, Ingenieur in der Automation.

„Wenn also die Launch-Spezialisten sonntags

gehen, soll man am besten gar nicht merken,

was zwischendurch passiert ist.“

So wird beispielsweise samstags und

sonntags die neue „INOS best fi t“- Anlage

ausprobiert. Es handelt sich um ein neues System

beim Türeneinbau. Die optimale Lage bei

der Verschraubung in die Karosse erfolgt bald

nicht länger mittels Einpassung in so genannte

„Master Control“ (MC)-Löcher, sondern frei

schwebend. Dabei ermittelt ein Kamerasystem

die optimale Position der Tür im Verhältnis zur

Karosse und kontrolliert nach der Montage das

Ergebnis. Der Verzicht der MC-Löcher in der

Außenhaut macht auch eine Designänderung

möglich, da beim neuen Fiesta die seitliche

Zierleiste überfl üssig wird. Die Einführung des

INOS-System System erforderte natürlich intensives

technisches Training.

Viele Neuerungen ergeben sich darüber hinaus

durch die neue Bodengruppe. Das so ge-

nannte „Patch Piece-Design“ arbeitet mit vielen

kleinen Blechen, die die Karosse zusätzlich versteifen

und gleichzeitig Gewichtseinsparungen

gegenüber der gegenwärtigen Konstruktion mit

sich bringen. 15 neue Arbeitsstationen erfordert

diese neue Technik. Eine stabilere Fahrgastzelle

wird durch den Einsatz der Legierung Boron erzielt,

für deren Bearbeitung man neue Schweißautomaten

aufstellen muss. Zu den 900 vorhandenen

Robotern im Rohbau kommen 200

neue hinzu. Der aktuelle Fiesta wird an 3.000

Punkten verschweißt, der neue an 3.300. „Wir

hoffen natürlich, dass die neue Fiesta-Karosse

bei der Euro-NCAP-Crashtest-Bewertung volle

fünf Sterne bekommt“, so Klaus Pobanz, Leiter

des Launches im Rohbau.

Schließlich stellt das neue Modell auch die

Lackiererei als dritten Bereich der Fertigung

vor neue Herausforderungen. Sieben neue

Farben sind beim neuen Fiesta im Angebot.

Die Palette reicht dann von einem Hellbeige

über gelb bis hin zu einem roten Perlglanzeffektlack.

Dabei wird durch den Einsatz eines

pigmentierten Klarlackes der Spezialeffekt der

Lackierung besonders betont.

Die Mitarbeiter müssen sich dabei kurzfristig

sowohl auf neue Arbeitsabläufe und Lackmaterialien

einstellen, als auch neue und modifi zierte

Automationen in den täglichen Produktionsablauf

integrieren.

Für die Stabilisierung der Arbeitsabläufe

werden bis zum Anlauf des neuen Fiesta 3.600

Trainingsstunden im operativen und 2.600

Stunden im technischen Bereich durchgeführt.

Zusätzlich fallen für die Programmierung der

Lackieranlagen noch einmal 2.500 Stunden

bis zum Produktionsanlauf an. Eine Neuerung

in der Lackiererei ist das Aufbringen eines

schwarzen Dekorstreifens auf dem Türrahmen

des neuen Fiesta.

Hierfür wurde ein neuer Bereich errichtet,

der 16 Mitarbeitern pro Schicht einen neuen

Arbeitsplatz bietet.

Michael Koch (l.) und Produktspezialist

Harry Langecker probieren

das neue INOS-System mit Laserstrahlen

für den exakten Türeneinbau;

in der Endmontage checken

Marijan Schmacher und Adam

Kokosza (u.v.r.) die Fortschritte

beim Training der Montage

April 2008 9


fordreport

NIEHL

Herab fallende Äste und die ungewöhnlich

dunklen Stämme der Pappeln am Werksgelände

machten die Gärtner von Ford Land stutzig.

Man stellte Untersuchungen an, und der erste

Verdacht bestätigte sich: Fast alle Bäume waren

verfault und morsch. „So genanntes ‚veraltetes

Baumwerk’ in Straßennähe verstopft

Kanäle, hebt Bordsteine an und stellt ein erhöhtes

Sicherheitsrisiko für passierende Pkw-

Fahrer und Fußgänger dar. Ebenso der hohe

Bedarf an Schnittarbeiten und die Kosten für

Laubentsorgung lieferten ausreichend Gründe,

eine Rodungsgenehmigung beim zuständigen

Umweltamt einzuholen“, erklärt Ford-Gärtner

Joachim Ulbrecht. Die Behörde schickte nach

Antragseingang umgehend einen Sachverständigen

in die Henry-Ford-Straße, der sich

vor Ort ein Bild von der Situation machte: Alle

Bäume mussten weg. Und das so schnell wie

möglich, denn ab 1. März beginnt der Nestbau

und somit auch der Vogelschutz.

Nach Bewilligung des Antrags und Entrichtung

der entsprechenden Gebühren legte man

sich im Februar mächtig ins Zeug. Arbeiter

einer externen Firma für Baumarbeiten waren

damit beschäftigt, die Bäume fachgerecht

zu fällen, das Holz zu zerkleinern und den

entstandenen Grünabfall als Frostschutz und

Düngemittel für Rabatten und Bete zu verteilen.

Beim Fällen bestätigten sich die Ergebnisse

der Voruntersuchungen. „Man konnte teilweise

bis zu einem Meter tief mit in die faule Masse

im Inneren der Bäume treten. Also ein akutes

Umsturz-Risiko, das wir rechtzeitig gebannt

haben“, berichtet Ulbrecht.

Etwa ein Drittel der Pappeln war besonderer

Art, für die das Umweltamt eigene Aufl agen

bereithält. „Man unterscheidet bei unseren

Bäumen zwischen Säulen- und Sauerländerpappeln.

Um die Sauerländerpappeln fällen

zu dürfen, mussten wir eine entsprechende

Ersatzbepfl anzung zusichern“, verrät Ulbrecht.

Ford Land hat nun genau ein Jahr Zeit, um die

Sauerländerpappeln durch neue Bäume zu

ersetzen. „Welche Bäume wir pfl anzen werden,

10 April 2008

Achtung!

Baum fällt!

Männer mit Helmen und knall-orangen Westen ließen erbarmungslos ihre röhrenden

Motorsägen durch die Stämme der 50 alten Pappeln am Werkgelände

in Niehl gleiten. Die über 40 Jahre alten Bäume an der Henry-Ford-Straße sowie

zwischen der E- und S-Halle bedrohten mittlerweile die Sicherheit der Werkangehörigen

und mussten abgeholzt werden.

Ford-Gärtner

Joachim Ulbrecht

(r.) hegt und pfl egt

seit Jahrzehnten

fachgerecht das

„grüne Umfeld“

der Ford-Werke in

Köln-Niehl

bleibt uns überlassen. Das Amt schreibt lediglich

vor, dass die neuen Bäume in einem Meter

Höhe einen Stammumfang von mindestens 25

Zentimetern aufweisen müssen. Damit will man

die Auswirkungen des Eingriffs in die natürliche

Vegetation möglichst gering halten“, so

Ulbrecht weiter.

Der erfahrene Gärtner, der seit über 38

Jahren bei Ford für die Instandhaltung der

Grünfl ächen verantwortlich ist, kann sich

Säulenahornbäume als Nachfolger der Pappeln

vorstellen. „Wie und wo genau wir die neuen

Bäume anordnen werden, ist noch in Planung.

Wir sind aber bestrebt, den Verlust der alten

Pappeln sowohl ökologisch als auch optisch

angemessen aufzufangen.“

FOTOS: K-H. SCHAUN


Unter Volldampf

Ein Automobil bauen oder

im Büro für eine reibungslose

Produktion zu sorgen:

beides macht Hunger: Rund

15.000 Ford Mitarbeiter werden

werktags von der Ford

Gastronomie und Service

in Köln-Niehl versorgt. Ob

in den Betriebsrestaurants

in der Z, R, Y, W, K oder G-

Halle, im Imbert-Gebäude

und in den SB-Märkten

– viele Fordler versorgen

sich über die unternehmenseigenen

Angebote.

Als Küchenchef sorgt Jürgen

Elas seit 1991 für den

guten Geschmack.Elas ist

ausgebildeter Koch, wie

auch Stephan Grünheit,

Leiter Gastronomie & Service,

der verantwortlich

für die gesamte Gastronomie-Crew

ist. Das

Duo gestaltet Woche für

Woche einen ausgewogenen

und attraktiven

Speiseplan.

54 Köchinnen,

Köche und Küchenhilfenver-

FOTOS: K-H. SCHAUN

schiedener Nationalitäten

sorgen dann unter Volldampf

am Herd dafür, dass bei

Ford keiner hungrig an die

Arbeit gehen muss. Derzeit

wird die Küchenmannschaft

mit einer besonderen

Herausforderung fertig:

Wegen der baubedingten

Schließung von Küche und

Restaurant in NC musste

das Team in einen speziellen

Küchencontainer umziehen

und bereitet den Großteil

der Speisen jetzt auf einem

Drittel der früher zur Verfügung

stehenden Fläche mit

deutlich eingeschränkten,

technischen Möglichkeiten

vor. „Es ähnelt manchmal

einem Hochseilakt, unter

diesen Bedingungen optimal

zu arbeiten“, so Jürgen Elas.

„Trotzdem haben wir in der

Küchenkommission mit der

Geschäftsleitung und dem

Betriebsrat gemeinsam

entschieden, dass wir

weder bei

Qualität noch Angebot Kompromisse

machen wollen.“

Im Betriebsrestaurant in

NG sind die Auswirkungen

spürbar: Statt rund 350

strömen dort täglich 700

Hungrige zur Essensausgabe.

„Das kann naturgemäß

Stress und Staus sowohl

bei den Gästen, als auch

bei unseren Mitarbeitern

verursachen. Meine Empfehlung:

Wer es einrichten

kann, der sollte auch in die

Restaurants im Imbert oder

FK-Gebäude ausweichen“,

so Grünheit. Aber wie stressig

es in der Küche auch

zugehen mag, „wir arbeiten

täglich mit frischen Qualitäts-

Lebensmitteln, ohne Fertig-

Produkte und mit Gewürzen

anstatt Geschmacksverstärkern“,

bekräftigt Jürgen

Elas stolz, „unser Essen ist

hausgemacht“.

Die Küchencrew aus dem

Betriebsrestaurant im Niehler

G-Gebäude arbeitet täglich

unter Volldampf

Nur die

schöne

Fassade bleibt

stehen

Im April 2003 hatte das neue Betriebsrestaurant

NC im Herzen des Niehler

Werkes seine Pforten geöffnet. Unter

seinem Dach wurden auch die Zentralküche

von „Gastronomie und Service“

sowie Veranstaltungsräume untergebracht.

Insgesamt misst das Gebäude mit der modernen

Fassade ca. 1.850 Quadratmeter.

Zurzeit ist das Betriebsrestaurant

geschlossen, weil es umfassend saniert

werden muss. Ursache dafür sind undichte

Bodenabläufe im Küchen- wie auch im

Umkleide- und Duschbereich des Gebäudes.

Über Jahre hinweg ist Abwasser unbemerkt

zwischen Estrich und Bodenplatte

gelaufen. Die Mengen waren so gering,

dass erst jetzt der Schaden entdeckt

wurde. Aufmerksam wurde man, als erste

Mängel an den Küchenwänden zu sehen

waren. Umgehend wurde der Küchenbereich

ausgelagert, um weitere Probleme

abzuwenden. „Doch erst als wir mit der

Küchensanierung begannen, wurde das

Ausmaß des Schadens deutlich“, berichtet

Projektleiter Bernd Kukurenda von Ford

Land.

Weitere Bodenproben im Gebäude

zeigten, dass nicht nur die Küche, sondern

auch die anderen Bereiche des Betriebsrestaurants

betroffen waren. Gutacher, Sachverständige

sowie Rechtsanwälte wurden

eingeschaltet, da der Schaden im Rahmen

einer Haftpfl ichtdeckung reguliert werden

soll. „Dies alles führte zu zeitlichen Verzögerungen,

die vor allem für das Küchenpersonal

eine Mehrbelastung darstellen.

Man muss wissen, dass im Betriebsrestaurant

NC Mahlzeiten für das ganze Werk

vorbereitet wird“, so Kukurenda.

Die Essensausgabe und die Personalräume

wurden in der Zwischenzeit ebenfalls

ausgelagert. Aus dem Gebäude NC

ist mittlerweile eine Baustelle geworden,

und unter Hochdruck werden die Bereiche

unter fachlicher Beratung neu aufgebaut.

Die Räumlichkeiten bleiben in ihrer Funktion

unverändert. Es werde sichergestellt,

dass der heutige Stand der Technik im Betriebsrestaurant

Einzug halte, so Bernhard

Fischer, projektbetreuender Architekt von

Ford Land. Wahrscheinlich dauert es bis

Herbst 2008, bis das Betriebsrestaurant

wieder in der gewohnten Form genutzt

werden kann.

April 2008 11


12

fordreport

WA VERKAUF & LEASING

fordreport: Zunächst ein Rückblick: Wann

hat sich das Management entschieden,

Werkangehörigen ihre Entscheidung für

ein Ford-Fahrzeug erheblich zu erleichtern?

Steinseifer: Nun, wir wissen alle, dass

wegen der Erhöhung der Mehrwertsteuer das

Jahr 2007 im Privatmarkt von allgemeiner

Kaufzurückhaltung geprägt war. Vorgezogene

Käufe in 2006 haben uns im letzten Frühjahr

ziemlich das Geschäft verhagelt. Die Händler

waren ihrerseits imstande, auch Werkangehörigen

ohne den ihnen zustehenden Rabatt

ziemlich gute Angebote zu machen, wobei

kein geldwerter Vorteil zu versteuern ist. Ferner

ist auch das 2007 eingeführte Leasing für

Mitarbeiter nicht wie erwartet angenommen

worden.

fordreport: Außerdem fahren ja auch viele

Kollegen Fremdfabrikate. Wie hoch ist der

Anteil?

Steinseifer: Mit etwa 35 Prozent ist der

viel zu hoch. Wir haben deshalb verschiedene

Kampagnen gestartet, um die Loyalität der

Mitarbeiter

zu ihrem

Produkt

zu verbessern.

Etwa

mit einer

groß angelegten

Mondeo-

Testfahrt-

Aktion im

Sommer

oder der

Präsentation

des

neuen

Ford

Focus in

den Werkhallen.Anlässlich

der

Mondeo-

Einführung

haben wir Fremdfahrzeugen Luftballons mit

einer Infokarte über unsere Top-Angebote

an den Spiegel gehangen. Wir wissen, wir

müssen für die Ford-Beschäftigten und Pensionäre

besonders gute Konditionen haben, die

Erwartungshaltung ist hoch.

fordreport: Warum misst denn die Firma

dem WA-Geschäft eine so hohe Bedeutung

zu?

Steinseifer: Es geht um 58.000 Aktive und

Ruheständler in Deutschland. Das sind potentiell

58.000 Botschafter dieses Unternehmens.

58.000 Menschen, die mit unseren hervorragenden

Produkten durch die Welt fahren und

anderen Menschen mitteilen können, dass sie

April 2008

58.000

Botschafter des

Unternehmens

Vom 1. April 2008 an übernimmt Ford die gesetzlichen Abzüge auf den

„geldwerten Vorteil“. Dieser wird fällig, wenn Werkangehörige ein Fahrzeug

ihres Arbeitgebers zu besonders günstigen Konditionen erwerben.

Der fordreport fragte Dietmar Steinseifer, Leiter Werkangehörigen-

Verkauf & Leasing (WA), zur neuen Ford-Initiative.

ein Produkt mit super Design, Fahrdynamik

und Qualität fahren.

fordreport: Wie viele Autos würden Sie

denn gerne im WA-Geschäft absetzen?

Steinseifer:

Wir

streben

einen

Marktanteil

von

mindestens

zehn Prozent

an. Diese

Zahlen

schaffen

viele Wettbewerber.

Unser Ziel

ist es, die

durchschnittliche

Haltedauer

von derzeit

3,5 Jahren

bei den

Neu-

fahrzeugen zu senken sowie diejenigen WA

zurück zu gewinnen, die sich in den letzten

Jahren leider von der Marke Ford verabschiedet

haben.

fordreport: Und welche Gründe gibt es

dafür, dass Ford bislang darunter liegt?

Steinseifer: Es bestehen oder vielmehr

bestanden verschiedene Problembereiche.

Der Größte: Die Unsicherheit wegen der

Versteuerung des geldwerten Vorteils. Wir

wissen aus Umfragen, dass das für 93 Prozent

der Berechtigten ein Hemmnis beim Kauf

darstellte. Deswegen hatte mein Team auch

ständig unzählige Anfragen zu beantworten.

Unsicherheiten gab es auch beim Händler im

Verkaufsgespräch. Die anstehende Versteuerung,

die bei der nächsten Entgeltabrechnung

anstand, lag wie ein Damokles-Schwert über

dem WA-Kunden.

Aber das ist jetzt vorbei. Ferner besteht noch

das Wiederverkaufsrisiko, aber auch da

haben wir mit der neuen Jahreswagenbörse

online www.fmav.de gute Erfolge erzielt. Seit

Oktober wurden dort 750 Fahrzeuge verkauft,

900 sind im Bestand.

FOTOS: FRANK R. WEIHS


fordreport: Aber der WA-Verkauf hat doch

immer verschiedene Initiativen gestartet,

etwa besondere Rabattaktionen, um das

Geschäft lukrativer zu machen.

Steinseifer: Sonderrabattaktionen haben

aber auch gewisse Nachteile. Sie sind zeitlich

befristet, dadurch hat der Kaufwillige einen

gewissen

Druck,

seinen Gebrauchten

zu

veräußern.

Außerdem

geht

damit die

Versteuerung

in

die Höhe.

Auch für

die Händler

bedeuten

diese

Aktionen

Nachteile,

weil sie

in kurzer

Zeit einen

hohen

Bestand an

Neuwagen

vorhalten müssen oder Fahrzeuge schnell

bei anderen Vertriebspartnern beschaffen

müssen.

fordreport: Die Regelung, dass Ford die

Versteuerung des geldwerten Vorteils

übernimmt, bedeutet also auch mehr

Planungssicherheit?

Reinhold Krause,

Geschäftsführer R&S

Ich sehe folgende Vorteile im Wegfall der Versteuerung:

Erhöhte Rabatte für den kaufenden WA. Der Verkauf an Familienangehörige

ist jetzt ohne Sorge um die Versteuerung und

eventuell falsches Handling wesentlich verbessert.

Die gesamte Abwicklung ohne vorheriges Erfragen des Versteuerungssatzes

ist deutlich schneller und unkomplizierter.

Keine Laufereien mehr ins Personalbüro aufgrund der Unsicherheit

der Versteuerungshöhe.

Steinseifer: Ja, absolut, sowohl für Werkangehörige

und Pensionäre, als auch für die

Händler. Für den Käufer wird die Summe, die

für ein Neufahrzeug zu bezahlen ist, 100prozentig

kalkulierbar. Es gibt keine Überraschungen

mehr bei der nächsten Entgeltabrechnung.

Früher gab es Fälle, da bekamen

Kollegen, etwa nach dem Erwerb eines Ford

Mondeo, von rund 3.000 Euro brutto Entgelt

noch ganze fünf Euro am Monatsende ausgezahlt.

fordreport: Wie ist es denn zu dieser Entscheidung

des Managements gekommen?

Steinseifer: Wie gesagt, gab es sehr viele

Stimmen aus der Belegschaft, besagend,

dass unter der Versteuerung gelitten wurde.

Daraufhin haben wir Gespräche mit Ford Europa,

Finanz-, Personal- und Steuerabteilung

geführt. Der Betriebsrat unterstützte unsere

Initiative. Es gab Vorbehalte, denn die Company

hat in diesem Stil noch nie Steuern für

die Mitarbeiter und Pensionäre übernommen.

Es war eine Kraftanstrengung auch gemeinsam

mit den Händlern, die auf einen Teil ihrer

Provision im WA-Geschäft verzichten. Dafür

gebührt denen ein dickes Dankeschön.

Fordreport: Das klingt danach, dass

ziemlich viel Überzeugungsarbeit geleistet

werden musste.

Steinseifer: Das ist ja logisch, denn das

Programm ist kostspielig für Ford. Denn

die Übernahme der Versteuerung bedeutet

ja wiederum einen geldwerten Vorteil, und

dessen Versteuerung übernimmt Ford ja

auch. Aber die Botschaft der Geschäftsleitung

lautet auch: Es ist ein großes Dankeschön an

die Belegschaft für ein hervorragendes Geschäftsergebnis

in 2007, an dem jeder an seinem

Platz Anteil hatte. Als die Entscheidung

Ende Januar da war, folgte die Umsetzung

übrigens schnell, in nur einem Monat.

Alexander Schaeffer,

Geschäftsführer

Centralgarage Dillingen

fordreport: Welche Bedingungen sind

an die Übernahme der Versteuerung des

Geldwerten Vorteils geknüpft?

Steinseifer: Das Programm gilt zunächst bis

Ende 2008, und jeder Kaufberechtigte kann

von April an zwei Fahrzeuge in diesem Zeitraum

erwerben. Der Kreis der Zulassungsberechtigten

reicht vom Ehegatten über Kinder

bis zu Enkelkindern – und auch die bisherige

Unsicherheit, wenn man für Familienmitglieder

ein Auto erwarb und nicht wusste, was man

denen nachher noch abnehmen muss, ist

vorbei.

fordreport: Und was gibt es sonst noch

neues von WA-Verkauf und Leasing?

Steinseifer: Wir wollen unseren Intranet-

Auftritt

moderner

gestalten,

arbeiten an

weiteren

Verbesserungen

zum

Leasingangebot

und

bereiten

eine Kuga-

Testfahraktion

für die

Mitarbeiter

vor.

Wir freuen uns, dass jetzt endlich eine pragmatische und

vernünftige Lösung zur Abmilderung des lange bestehenden

Versteuerungs-Problems, welches letztlich auch eine

deutliche Absatzbremse war, gefunden wurde.

Mit dem WA-Leasing-Programm – für diejenigen WA, die

Risiken beim Gebrauchtwagenrestwert entschärfen wollen

– und dem neuen WA-Kaufmodell verfügen wir jetzt über

Instrumente, die dem Absatz an Mitarbeiter zusätzliche

Impulse geben können.

April 2008 13


fordreport

BAUMASSNAHME

Wiedervereinigung

bei Ford

Neue Henry-Ford-Brücke eröffnet: 4,5 Millionen in

innerbetriebliche Logistik investiert.

Mit einer Schere machten Rainer Ludwig,

Ford Arbeitsdirektor, und Martin Hennig,

Geschäftsführer des Kölner Betriebsrates,

der Trennung von Ost und West ein Ende. Sie

schnitten das Band in der Mitte der neuen

Henry-Ford-Brücke durch und führten so die

beiden Areale der Ford-Werke in Niehl wieder

zusammen.

Es folgte auch gleich ein Leistungsbeweis

des Bauwerkes, als zwei Lkw der Ford Transportabteilung

die Brücke gleichzeitig passierten.

„Die Vollendung des Neubaus bedeutet eine

Wiederherstellung der ursprünglichen Effi zienz

bei der innerbetrieblichen Logistik“, erklärte

Roland Eckstein von Ford Land. Während der

Abbruch- und Bauphase musste der gesamte

Werkverkehr zwischen Ost- und Westgelände

das Werk verlassen und über die Emdener

Straße fahren – eine Querung, die teilweise

beträchtliche Gefahren mit sich brachte.

Auch hinsichtlich der Arbeitssicherheit

bietet also die neue Verbindung eine erheblich

bessere Situation. Die erste Henry-Ford-Brücke

stammte aus dem Jahre 1961. Mit der Zeit war

sie baufällig geworden und musste schließlich

gesperrt werden. In der alten Brücke verliefen

auch Leitungen für Fernwärme, Druckluft und

Strom. Für diese wurde zunächst eine neue

Versorgungsbrücke errichtet. Anschließend

erfolgte der Abbruch des alten Bauwerks mit

2.000 Kubikmetern Spannbeton. Dabei gab

keinen Zwischenfall, aber: Schwalben nisteten

14 April 2008

Symbolischer Akt der

Wiedervereining: Rainer

Ludwig (l.) und Martin

Hennig durchtrennen das

Band in der Brückenmitte.

Roland Eckstein (o.)

dankte allen Beteiligten

für ihr Engagement

in einer Nische der Brücke, und die evakuierte

der „Tierschützer von Ford“, Pensionär Claus-

Dieter Hinz. Sonst lief alles reibungslos,- eine

Meisterleistung aus Sicht der Ford Land Bauleitung.

Es gab großes Lob für die Firma Schäfer

Bauten, die den Auftrag ausführte: „Das war

für uns insofern etwas Neues, als bisher noch

kein privater Auftraggeber bei uns eine Brücke

bestellt hat“, so Inhaber Heiner Schäfer.

Innerhalb von acht Monaten bewältigten 30

seiner Mitarbeiter die Errichtung der Brücke mit

44 Spannbetonfertigteilen, die vom Bauhof in

Gelsenkirchen angeliefert wurden. Die neue

Henry-Ford-Brücke ist 182 Meter lang, 9,70

Meter breit und umfasst eine Fläche von 1.765

Quadratmetern. Abbruch der alten und Neubau

machten viele Absprachen mit den Kölner

Verkehrsbetrieben und der Polizei wegen Sperrungen

der Emdener Straße notwendig. Doch

nun heißt es wieder: Freie Fahrt zwischen Ost

und West und Nord und Süd.


16

fordreport

SERIE

Der meistbestiegene

Gipfel Europas

Siegfried der Drachentöter, professionelle Wanderer, Herren mit Nadelstreifen,

Damen auf Stöckelabsätzen, Groß- und Kleinfamilien, Drachen, junge und alte

Paare treffen sich auf dem Besucherplateau der Ruine. Kinder stürzen sich auf

die Felsen und beginnen zu klettern, die Erwachsenen kleben an der Brüstung

und sind begeistert von der Aussicht.

Bei guter Sicht schweift der Blick

von Unkel bis Köln, über die Eifel

und den Westerwald. „Ist hier mal

der Siegfried hochgegangen?“,

fragt ein kleiner Junge. Der Vater

bleibt die Antwort schuldig. Aber

so genau weiß niemand, wie es

zu dem Namen Drachenfels kam.

Jede Menge Sagen und Mythen

ranken um den Berg, aber eins ist

allen gleich: Auf dem Felsen lebte

ein Drache, der hin und wieder

Appetit auf Menschen verspürte.

Ob er nun von dem Siegfried aus

der Nibelungensage getötet, von

einer jungfräulichen Christin mit

Kreuz vertrieben wurde oder sich

versehentlich selbst umbrachte,

April 2008

weil er versuchte ein mit Sprengstoff

beladenes Schiff zu kapern,

lässt sich heute nicht mehr überprüfen.

Jedenfalls trägt der Drache

im Namen dazu bei, dass Kinder

begeistert den Felsen hoch laufen

und Erwachsene in Kindheitserinnerungen

schwelgen.

Bis zur Ruine kommen sie alle:

Wenn im Winter die Esel im Stall

stehen und sich für einen turbulenten

Sommer erholen, können

Besucher zwischen den eigenen

Beinen oder der Drachenfelsbahn

wählen. Die Talstation liegt

gegenüber dem Bahnhof Königswinter

und die Zahnradbahn

zuckelt seit 125 Jahren den steilen


Berg hoch. Wer aber mehr sehen

möchte, sollte über gute Kondition

verfügen. Steil hoch geht die

Straße. Noch asphaltiert, denn

links und rechts stehen vereinzelt

Wohnhäuser. Fast alle haben das

Wohnzimmer zum Restaurant

oder Cafe um- und ausgebaut.

Vorbei geht es an einem der

nördlichsten Weinberge Deutschlands

mit erstem Aussichtsblick auf

den Rhein und Königswinter. Lässt

man sich von den Einkehrmöglichkeiten

nicht ablenken, ist in

zwölf Minuten die Nibelungenhalle

erreicht. Die erinnert an Richard

Wagner. Angeschlossen sind eine

Felsenhöhle, in der ein Steindrachen

mit der sagenhaften Länge

von 15 Metern wohnt und ein

Reptilienzoo.

Schon von Ferne ist das Schloss

Drachenburg zu sehen, das an der

Südseite des Berges steht. Wer

nicht weiß, dass das Schloss 1882

von einem Bonner Börsenmakler

als Privatresidenz erbaut wurde,

glaubt sich nach Disneyland oder

wenigstens ins Phantasialand

versetzt. Auch als Bühnenbild

für romantische Musicals wäre

es durchaus tauglich. Momentan

wird es saniert, aber ab Mitte

März ist der Park geöffnet und

erste Zimmer sind zu besichtigen.

Also wieder keine Pause. Wem

jetzt aber die Füße weh tun, kann

durchaus noch in die Zahnradbahn

einsteigen und das letzte

Stück fahren. Das sei aber nicht

angeraten, denn nun wird es spannend,

wählt man den steilen Weg

(ausgeschildert als Rheinsteig) statt

der Teerstraße. Links geht es den

Abhang steil runter, rechts ragen

schroffe Felswände in die Höh’,

ehemalige Steinbrüche, in denen

bis 1807 Steinhauer den wertvollen

Trachyt abgetragen haben.

Der war besonders im Mittelalter

zum Bau von Kirchen beliebt und

auch der Kölner Dom trägt ihn

in seiner Außenfassade. Um die

Nachfrage zu befriedigen, gruben

sich die Steinhauer immer weiter

in den Berg hinein und entzogen

damit der Burg Drachenfels, die

seit 1167 den Berg krönte, das

Fundament. Die Burg stürzte ab

und übrig blieb die Ruine. Noch

1967 kam es zu Felsabbrüchen

und seit 1971 tragen die Felsen

ein Betonkorsett, um weitere

Erosionen zu verhindern. 25

Minuten später endet der Weg

auf einer Terrasse. Hier treffen

die Wanderer auf die Bahnfahrer

und gemeinsam geht es die letzen

Meter hoch zur Ruine.

Als Rückweg bietet sich ein

Abstieg durch den wunderschönen

Buchenwald an. Kurz hinter

der Endstation der Zahnradbahn

geht es rechts ab in den Wald.

Rund 50 Meter weiter führt

nochmals rechts ein Weg, der mit

„K“ gekennzeichnet ist, Richtung

Milchhäuschen. Auf der Terrasse

begegnen sich Hochleistungswanderer

mit Bonnern, die hier zum

Nachmittagskaffe nach der obligatorischen

Sonntagswanderung

eintreffen. Vom Milchhäuschen

aus geht es weiter auf dem großen

FOTOS: L. STEIN

Wanderweg Richtung Schloss Drachenburg

bis zum Burghof. Das ist

ein alter, großer Fachwerkbau, der

seine schönsten Tage hinter sich

hat und auf einen neuen Besitzer

mit viel Geld wartet. Direkt hinter

dem Burghof führt ein steiler Weg

bergab ins Nachtigallental. Der

Weg ist schmal und läuft parallel

zum Mennesbach. Dadurch

liegt er tief im Tal und ist immer

schattig. Nach dem Trubel auf den

Hauptwegen ist es hier märchenhaft

ruhig und wildromantisch.

Kein Wunder, dass sich die Nachtigallen

diesen Ort zum Brüten

ausgesucht haben. Noch ein

Denkmal und wenig später eine

Höhle, dann lässt die Zivilisation

grüßen. Der Weg endet unter der

Schnellstraße Bonn-Königswinter

und die letzten Meter, zurück zum

Bahnhof, geht es durch die Stadt.

Angeblich waren zwei Millionen

Besucher im letzten Jahr auf dem

Felsen. So viele Menschen können

sich doch nicht irren?

April 2008 17


18

fordreport

GEWINNSPIEL/RÄTSEL

FordFocus für zehn Gewinner

Stellen Sie sich vor, Sie nehmen an einer Werkbesichtigung teil, fahren mit dem

Ford-Besucher-Shuttle an der Präsentationsfl äche der Y-Halle vorbei, erblicken

dort zehn nagelneue Ford Focus-Modelle und dürfen sich eines von ihnen mit

nach Hause nehmen. Dieser Traum erfüllte sich jetzt für die zehn Gewinner des

Aral-Gewinnspiels in Kooperation mit den Ford-Werken.

Über 40.000 Teilnehmer versuchten ihr Glück

im Internet oder an einer der 2.500 teilnehmenden

Aral-Tankstellen bundesweit, um

eines der zehn Focus-Modelle zu gewinnen.

Und zehn Teilnehmer erhielten im November

den Anruf mit der Nachricht „Sie haben

einen nagelneuen Ford Focus gewonnen!“

Die Glückspilze wurden zu den Ford-Werken

Niehl eingeladen, um ihre Autos persönlich in

Empfang zu nehmen und sich das Ford-Werk

genauer anzuschauen. Wolfgang Booms, Direktor

Verkauf, beglückwünschte die Gewinner

und hob die erfolgreiche Partnerschaft zwischen

Ford und Aral/BP hervor: „Wir stellen

uns mit einer strategischen Allianz gemeinsam

den Herausforderungen des Klimawandels,

etwa bei der Entwicklung neuer Öle und

Schmierstoffe.“

Im Anschluss ging es in die erste Runde der

Werkbesichtigung. An der Präsentationsfl äche

der Y-Halle hielt das Shuttle kurzzeitig,

damit sich die Gewinnerfamilien an ihre neuen

Mitglieder auf vier Reifen gewöhnen konnten:

Ford Focus-Modelle in den unterschiedlichsten

Farben, Karosserie-Varianten und Ausstattungen.

Die Pracht der neuen Autos warf

so manchen Plan über den Haufen: Beate

Viola fuhr bereits einen Focus und hatte sich

vorgenommen, den neuen gewinnbringend

zu verkaufen. „Aber jetzt, wo ich ihn hier so

stehen sehe, habe ich mich entschlossen, den

Alten weg zu geben.“ Manche Gewinner hatten

zunächst an einen Scherz gedacht: „Man

bekommt ja öfter einmal Anrufe, in denen

einem irgendwelche Gewinne versprochen

werden. Aber als dann der Brief im Kasten

lag und wir den Gewinn realisierten, waren wir

überglücklich“, so Helena Fechter.

Die Aktion von Ford und Aral war für alle

Beteiligten von Vorteil. „Durch entsprechende

Plakate und die Internetpräsenz konnten

nachweislich 5.000 Interessenten für die Marke

Ford nur über das Gewinnspiel gewonnen

April 2008

werden“, freut sich Ford Werbeleiter Olaf

Hansen. Robert Mertens von Aral fügte hinzu,

dass die enge Zusammenarbeit mit Ford auf

einer weltweiten Partnerschaft basiere, von

der beide Seiten profi tieren. „Wir arbeiten in

der Entwicklung von Kraftstoffen eng mit Ford

zusammen und ziehen großen Nutzen aus

den Erfahrungen der Ingenieure. Ford wiederum

profi tiert von solchen Aktionen durch

eine enorme Steigerung der Präsenz in den

Köpfen unserer Kunden. Wenn an über 2.500

Tankstellen zu lesen ist ‚Gewinnen sie jetzt

einen neuen Focus‘, ist das gute Werbung.“

Abschließend verließen die Gewinner in einer

großen Kolonne das Werk. Andrea Hartl konnte

es kaum erwarten. „Bisher fuhr ich einen

alten Escort, und das jetzt wird mein erstes,

brandneues Auto sein. Ich freue mich schon

darauf, ihn endlich selbst durch das Tor nach

hause zu fahren.“ Doch da hatte ihr kleiner

Sohn ein wenig Bedenken: „Lass das lieber

Papa machen“, lachte er.

Rätselinfos

Einsendeschluss für die Lösung

des Kreuzworträtsels und des

„Such & Find”-Fotos ist der

30. April 2008.

Bitte schicken Sie die Lösungsworte

an:

fordreport

Ford-Werke GmbH, 50725 Köln

NH/5R – Rätsel

oder

NH/5R – Such & Find

Dieses Mal verlosen wir unter

den Einsendern des richtigen

Lösungswortes des Kreuzworträtsels

zehn Mal zwei Teegläser mit

Edelstahlhenkel.

Dem Gewinner des Such & Find-

Bilderquiz winkt eine

Schreibmappe „Imola“ in DIN A4.

Wir wünschen viel

Erfolg!

Die Gewinner des letzten Kreuzworträtsels

in der Februar-Ausgabe:

Gerda Dickopf, Bernhard

Pick, Gabi Gellik, Renate Sauerwein,

Wolfgang Vogt, Wolfgang

Baltes, Manfred Witte, Ilse

Maier, Kai Warnecke und Emina

Gribl.

Die Gewinnerin des letzten

Such & Find-Bilderrätsels in der

Februar-Ausgabe:

Anja Driemeyer.

Wir gratulieren recht

herzlich!


April 2008 17


fordreport

SAARLOUIS

Kollegin für einen Tag

Bei der Arbeit in der Werkhalle

legte sich zeitweise ein leichter Schweißfi

lm auf die Stirn der Journalistin, denn

eines hatte sie sich fest vorgenommen:

Auf keinen Fall wollte sie einen Stopp

des Produktionsbandes oder Schäden

an Einbauteilen verursachen. Das Verschrauben

der Scheinwerfer im Spannungsfeld

zwischen der vorgegebenen

Taktzeit und der erforderlichen Sorgfalt

empfand die 31-Jährige als besondere

Herausforderung. „Das ist zwar keine

Zauberei, sieht aber leichter aus, als es in

Wirklichkeit ist.“ Die Kollegen an der Linie

zeigten sich hilfsbereit und freundlich,

und so schaffte es die Reporterin, ihren

Ansprüchen zu genügen und Qualität

abzuliefern: „Das Auto, an dem ich

mitgebaut habe, würde ich sicher auch

kaufen.“ Ihre eigentliche Arbeit begann

dann, als die anstrengende Schicht zu

Ende war – die Beschreibung ihrer Eindrücke

für die Bild-Zeitung, die anlässlich

des Kuga-Launches den Artikel veröffentlichte.

Zunächst hatte die Reporterin nach

der Begrüßung durch Werkleiter

Jacques Pollenus die übliche Einstellungsroutine

mit Besuch beim Arzt und

Sicherheitsunterweisung durchlaufen.

Sie bekam einen Werkausweis und die

entsprechende Arbeitskleidung. „Den

Blaumann in der Ford-Farbe hätte ich

gerne behalten.“ Als Erinnerung bekam

Katrin Eisfeld einen Kuga-Schriftzug.

„Das Anbringen des Schildes am Heck

hat auf Anhieb perfekt geklappt.“ Den

Kuga, den Katrin Eisfeld auch von der Linie

zum Wassertest fuhr, gefällt ihr: „Den

konnte ich zwar nicht gleich mitnehmen,

aber mit dem Kuga-Schild habe ich immerhin

einen Anfang gemacht.“

20 April 2008

Bild-Reporterin Katrin Eisfeld arbeitete für eine Reportage

eine Schicht lang an der Linie und baute mit am neuen

FordKuga.

Die Reporterin

durchlief die

übliche Einstellungsroutine:

Besuch beim

Gesundheitsdienst,Sicherheitsunterweisung,

Anpassen

von Arbeitsschuhen

– und

dann wurde

in die Hände

gespuckt

FOTOS: L. SEIBERT


Offroader aus Saarlouis für

32 Länder

Job 1 des Ford Kuga: Enthüllt von Bernhard Mattes, Vorsitzender

der Geschäftsführung, und von Ministerpräsident Peter Müller wurde

der neue Crossover mit Nebel und Lichteffekten in Szene gesetzt.

Trotz des aktuellen Krisenmanagements

– ausgelöst von dem Erdbeben im Saarland

wenige Tage zuvor – war der Spitzenpolitiker

Müller dabei, als in Saarlouis die Produktion des

Ford Kuga anlief. Das Beben hatte die gesamte

Region rund um das Werk erschüttert. Für den

Politiker zog das Ereignis die schwerwiegende

Entscheidung nach sich, den Bergbau – der eine

lange Tradition im Saarland hat, aber die Erschütterungen

verursacht – zunächst einzustellen. Es

droht der Verlust von rund 3.500 Arbeitsplätzen.

Auf diese Entwicklung ging Peter Müller in seiner

Rede ein: „Ich habe die Bitte an Ford, einen

Beitrag bei den strukturpolitischen Herausforderungen

in dieser Region zu leisten.“

Mit Freude hatte der CDU-Politiker in diesem

Zusammenhang die Nachricht vernommen, dass

Ford im Rahmen des Kuga-Produktionsanlaufes

über 400 Beschäftigte aus Zeitarbeitsfi rmen

nun fest eingestellt hat. Überhaupt war Jacques

Pollenus, Werkleiter in Saarlouis, begeistert über

das, was seine Belegschaft mit dem Ford Kuga

Der fordreport kam nach Saarlouis

„Man muß sich früh auf den Weg

machen, wenn man früh ankommen

will“, besagt ein altes Sprichwort.

Von dessen Wahrheitsgehalt

überzeugte sich das Team des

fordreport Anfang März selbst und

rückte um 4.45 Uhr vor den Werktoren

am Standort Saarlouis an.

Zweck der Übung: Die Verteilung

von 6.000 Exemplaren des

@ford-Mitarbeitermagazins mit

dem fordreport für Deutschland

im Innenteil. Die Teammitglieder

stellten sich an den vier Werkzugängen

auf und überreichten

den Saarlouiser Mitarbeitern

persönlich bis zur Spätschicht

je eine Ausgabe der Zeitschrift,

und gegen 14.30 Uhr waren alle

Exemplare vergriffen. Die Aufgabe

des fordreport ist es, jede Kollegin

und jeden Kollegen so gut wie

möglich über das Neueste aus

der Ford-Welt zu informieren. Die

Ford-Werke GmbH legt auf diese

Kommunikation großen Wert, jeder

gut informierte Mitarbeiter ist auch

Botschafter des Unternehmens.

Deshalb wurde exemplarisch

jedem „Saarlouiser“ ein Exemplar

persönlich überreicht und

die Aufmerksamkeit gezielt auf

das aktuelle Heft gelenkt. Das

fordreport-Team hofft, dass sein

Produkt auch im Saarland gut

ankommt – und dass auch die

nächsten Ausgaben wieder an den

Verteilstellen von den Mitarbeitern

angenommen werden.

Das Redaktionsteam möchte

den Standort Saarlouis mit

Informationen über außergewöhnliche

Geschichten, interessante

Neuigkeiten und ungewöhnliche

Begebenheiten aus dem Werk

und dessen Umgebung versorgen:

Wer einen Themenvorschlag hat,

kann sich jederzeit per Email oder

FOTO: L. SEIBERT

Druckfrisch und bei

Minustemperaturen

verteilte das fordreport-Team

das Mitarbeitermagazin

an den

Werktoren in Saarlouis

geleistet hat: Den vierten Produktionsanlauf

innerhalb eines Jahres, wobei der Crossover für

die Fertigungskomplexität besondere Herausforderungen

darstellt. So ist er das erste Fahrzeug

mit Allradantrieb, das in Saarlouis gebaut wird.

„Es ist hervorragend, wie unsere Mannschaft

hier geschafft hat, sich mit den neuen Technologien

vertraut zu machen“, freut sich der

Werkleiter. „Eine Spitzenleistung in der Automobilindustrie,

die stellvertretend für die 38-jährige

Erfolgsgeschichte des Standortes Saarlouis

steht“, so Gilbert Hess, Betriebsratsvorsitzender.

Der Ford Kuga, eine Entwicklung aus Merkenich,

wird ausschließlich in Saarlouis gefertigt und von

dort in 32 Länder exportiert. Das Crossover-

Modell kombiniert die Vorzüge einer Limousine

mit denen eines kompakten SUV („Sport

Utility Vehicle“) und verbindet damit die für Ford

markentypische Fahrdynamik mit exzellenten

Offroad-Eigenschaften.

Dazu verleiht das Ford kinetic Design dem

Kuga ein dynamisches und athletisches Erscheinungsbild.

„Ein spannendes Auto, das in die Zeit

passt“, fi ndet Peter Müller, der sicher ist, dass

der Kuga wie alle Autos aus Saarlouis ein Erfolgsmodell

wird. Die Aussichten stehen bestens,

wie Bernhard Mattes berichtete: „Die Stimmen,

die wir aus der Presse, aus dem Handel und von

ersten Kunden hören, sind äußerst positiv. Das

Fahrzeug wird aufgrund seiner Dynamik, seines

Designs und seiner zeitgemäßen Technologie,

beispielsweise was den Antrieb angeht, ganz

toll angenommen. Wir werden in diesem Jahr

noch 45.000 Einheiten fertigen, und ich bin ganz

sicher, dass wir die auch verkaufen.“ Nach der

Weltpremiere auf dem Genfer Automobilsalon

wird der Kuga Anfang April auf der AMI Leipzig

dem deutschen Publikum präsentiert.

Telefon an den fordreport wenden

(siehe Impressum).

Und eine gute Neuigkeit zum

Schluß: Der fordreport hat seine

Logistik verbessert, und ab der

April-Ausgabe wird das Magazin

zeitgleich zum Standort Köln in

Saarlouis zur Verteilung eintreffen!

FOTO: L. SEIBERT

April 2008 21


fordreport

MARKETING

Mitte letzten Jahres wurde unter Führung von Jürgen Stackmann,

Geschäftsführer Marketing und Verkauf, eine Arbeitsgruppe von deutschen

Führungskräften mit dem Ziel gegründet, das Wachstum auf dem deutschen

Markt zu unterstützen. Die Teilnehmer konzipierten einen „Growth

Plan“ (Wachstums-Plan), in dem unter anderem für das laufende Jahr ein

Marktanteil von sieben und für 2009 von acht Prozent für Ford in Deutschland

angepeilt wird.

„Diese Zahlen wollen wir mit einem soliden Geschäft erreichen, bei dem

wir auf die Stärke unserer Produkte bauen. Wir verbessern unsere Abläufe

gezielt und setzen neue Akzente. Wir erkennen Schwachstellen frühzeitig

und wirken entgegen, wo dies nötig ist“, erklärt Frank Niewöhner (rechts),

der als Manager für Strategie und Geschäftsplanung unter anderem die

Umsetzung des Growth Plans steuert.

Die Growth Plan-Gruppe hat acht Aufgabenbereiche identifi ziert, in

denen Aktivitäten gebündelt werden: Marke und Werbung, Pressearbeit,

die Stärkung des Händlernetzwerkes vor Ort, Training unserer Händlerbetriebe,

unsere Kommunikation mit den Händlerbetrieben, Geschäftsfelder

wie zum Beispiel Grosskundengeschäft oder Direktvertrieb, Abläufe in der

Finanzorganisation und der Ergebnisbeitrag der Ford Service Organisation.

Für jeden Bereich wurden einzelne Teilaufgaben und klare Ziele formuliert:

Auf Schautafeln im so genannten „Growth Plan-Raum“ (rechts) in der

Hauptverwaltung im Niehler H-Gebäude kann man jederzeit nachvollziehen,

ob ein Bereich im Zeitplan liegt oder wo zusätzliche Hilfe nötig ist, um

die Vorgaben zu erfüllen. „Alle Mitarbeiter tragen zum Erfolg des Growth

Plan bei“, ist Frank Niewöhner überzeugt, „die positiven Reaktionen der

Öffentlichkeit auf unsere Produkte werden sich auf die Belegschaft übertragen

- wir ziehen alle an einem gemeinsamen Strang!“

22

April 2008

Erfolgreich unterwegs

im Klassiker

Ein Ford-Klassiker hat einmal mehr seine Qualitäten bei einer

anspruchsvollen Rallye bewiesen: Bei der 14. AvD-Histo-Monte mit

historischen Fahrzeugen hat ein Ford 17M RS aus dem Jahr 1970

in der so genannten „Sanduhr-Klasse“ den dritten Platz belegt. In

dieser Klasse werden die Fahrzeiten mit analogen Stoppuhren erfasst,

und die Journalisten Hans-Jörg Götzl (Fahrer) sowie Stephan

Huber (Beifahrer) erzielten dabei exzellente Ergebnisse.

Wolfgang Laufer und Achim Gerstenmayer, Spezialisten für Classic

Cars bei den Ford-Werken, hatten das Automobil für den Wettstreit

entsprechend vorbereitet in Bezug auf Fahrwerk, Motorleistung

und Rallye Ausstattung, damit die enorme Strecke von 2.500

Kilometern bewältigt werden konnte. Die dreitägige „Histo Monte“

erinnert an die legendäre Rallye Monte Carlo und führt auf der

Originalstrecke vom deutschen Hanau quer durch Frankreich, über

Gebirgspässe und Ebenen bis zur Cote d’Azur und zum Ziel im

Hafen von Monaco. Die Strecke bescherte den 50 Teilnehmern in

Fahrzeugen verschiedener Marken landschaftlich traumhaft schöne

Ausblicke. „Durch die erhöhte Motorleistung konnte der 17M mit

Konkurrenten locker mithalten und sich entsprechend platzieren,-

gute Vorbereitung ist eben das halbe Leben“, freute sich Laufer.

FOTOS: F. HERZOG

Der Plan für

weiteres

Wachstum

FOTO: L. STEIN


NEUER

FORD SPORTPOKAL

2008

Nach den erfolgreichenMarkenpokalen

Ford Escort

Pokal, Ford Puma

Cup und dem bis

2007 gelaufenen

Ford Fiesta ST

Cup rufen die

Ford-Werke Köln

2008 mit dem Ford

Sportpokal ein neues

Förderprogramm

für den Breitensport

ins Leben. Das Besondere

an diesem

Konzept ist, dass

sich die Wertung

nicht mehr auf ein

einziges Rennformat

bezieht, sondern

sämtliche vom

Deutschen Motor

Sport Bund (DMSB)

genehmigten

Rennserien und alle

Ford-Einsatzfahrzeuge

ab Baujahr

2003 einschließt.

Gewertet werden

die Klassenergebnisse

eines Fahrers

beziehungsweise

(von mehreren

Piloten eingesetzten)

Fahrzeugs.

Die Punktvergabe

erfolgt nach einer

speziellen Formel,

wobei der Schwierigkeitsgrad

der

jeweiligen Veranstaltung

in Multiplikatoren

zum Ausdruck

kommt. Für die

Endwertung werden

bis zum 31. Oktober

2008 gesammelte

Punkte addiert, der

Sieger erhält den

Ford Sportpokal.

Dabei werden insgesamt

82.000 Euro

an Preisgeldern

ausgeschüttet, von

23.000 Euro für den

Erstplatzierten bis

1.000 Euro für den

Zehnten.

Eberhard Braun,

Leiter Motorsport-

Wettbewerbe,

Ford Deutschland:

„Wir freuen uns,

in diesem Jahr mit

dem Sportpokal

in verschiedenen

Breitensportserien

präsent zu sein und

unsere Unterstützung

entsprechend

weit streuen zu

können. Allen

Sportfahrerinnen

und -fahrern auf

Ford-Fahrzeugen

wünschen wir

natürlich viel Erfolg

und eine spannende

Saison 2008.“

Dass der Sportpokal

gut von den Teams

angenommen wird,

zeigt sich an den

bisher vorliegenden

Einschreibungen

aus der ADAC Procar,

der BFGoodrich

Langstreckenmeisterschaft,

der Rundstrecken

Challenge

Nürburgring, der

Deutschen Rallyecross

Meisterschaft,

der Slalommeisterschaft,

dem

Bördesprint und

dem 24h-Rennen

Nürburgring. Diese

spiegeln auch die

vielfältigen Einsatzmöglichkeiten

der eingesetzten

Ford-Modelle wider:

dem Ford Fiesta ST,

dem Ford Focus

ST und dem Ford

Focus RS.

Auch einige ehemalige

Teilnehmer des

Ford Fiesta ST Cup

haben sich schon

eingeschrieben,

u. a. der Juniormeister

von 2007,

Christopher Mies,

sowie Ralf Glatzel,

Mario Koch und Roy

Wunderlich.

Einschreibungen für

den Ford Sportpokal

2008 sind noch

unter den folgenden

Kontaktdaten möglich:

Ford-Werke

GmbH,

Ford Motorsport

MF/1048,

Spessartstraße,

D-50725 Köln,

Tel.: +49

(0) 221/903 48 81

oder 903 29 42.

Newsticker

Pünktlich zum Frühjahr kommen zwei neue,

limitierte Ford Fiesta Editionsmodelle auf den

Markt: Nur 1.000 Drei- beziehungsweise Fünftürer

des sportlich eleganten „Silver Magic

Editionsmodell“ werden in Polar-silber metallic

mit 16-Zoll 12-Speichen-Leichtmetallrädern

in speziellem „Silver-Design“ aufgelegt. Das

extravagante „White Magic Editionsmodell“

erscheint in der Trendfarbe Frost-Weiß und

tritt mit 16-Zoll 7-Speichen-Leichtmetallrädern

auf. Der Clou: Die Leichtmetallräder für den

Ford Fiesta White Magic gibt es wahlweise

in schwarz oder weiß – allerdings jeweils nur

500 mal.

Die neuen Editionsmodelle – beide mit Klimaanlage

inklusive Umluftschaltung – bestechen

innen durch Details im „Aluminium Look“.

Und auch die Außenausstattung hat Klasse:

Zusatzblinkleuchten, dunkel getönte hintere

Seitenscheiben, Dachspoiler in Wagenfarbe;

elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel,

Außenspiegelgehäuse, Türgriffe,

Heckklappengriff und Seitenzierleisten in Wagenfarbe,

Stoßfänger in sportlichem Design,

Nebelscheinwerfer und eine Zentralverriegelung

mit Fernbedienung.

April 2008 23


24

fordreport

China oder Pyrenäen – kein

ZUKUNFT/RÄTSEL

Schon während der Ausbildung ist es für junge Menschen wichtig, erste

Beziehungen im Berufsleben aufzubauen und Erfahrungen zu sammeln.

Ford bietet Studenten aus aller Welt die Möglichkeit, ein Praktikum in vielen

Bereichen des Unternehmens zu absolvieren. „Ich habe schon dutzende

Praktikanten in meiner Abteilung betreut“, berichtet Franz Mayer, Koordina-

Aus dem Reich der

Mitte nach Niehl:

Einen Zwölf-Stunden-Flug nehmen die

meisten Menschen nur dann gerne in

Kauf, wenn am Zielort ein Strandurlaub

oder ein Besuch in Disney-Land auf sie

wartet. Min Wang (28) aus Shenzhen

– einem kleinen Ort im Süden der Provinz

Guangdong, der nur durch einen Fluss

von Hongkong getrennt ist – hat dies für

ein Studium der Wirtschaftsinformatik

an der Fachhochschule Köln auf sich

genommen.

Die junge Asiatin hat von Februar bis

Juni ihr Büro im M-Gebäude bei Ford

in Niehl bezogen, um Recherchen für

ihre Diplomarbeit anzustellen. „Meine

Aufgabe ist, ein existierendes Content

Management System des Intranet vom

Betriebsrat zu analysieren und in ein verfügbares

Open Source System (lizenzfreie

Software) zu überführen“, erklärt

Min ihre wissenschaftliche Ausarbeitung.

Dass sie als Frau der „Fahrrad-Republik“

China bei Ford gelandet ist, erklärt

sie überzeugend. „Ich wollte unbedingt

einen großen Automobilhersteller kennen

lernen, um einen wichtigen Schritt Richtung

Berufsleben machen zu können.“

Nur einmal im Jahr kann Min ihre Familie

in China besuchen, was sich auch nach

Abschluss ihres Studiums nicht ändern

wird. „Ich möchte in Deutschland bleiben

und arbeiten. Es gefällt mir hier gut und

ich denke, dass man es überall zu was

bringen kann, wenn man es in Deutschland

zu etwas bringt.“

April 2008

Vom ehemaligen

Marketingchef zu Ford

gelotst:

Markus Kock (27) aus Heide in Schleswig-Holstein

studiert BWL an der

FH-Westküste. Der ehemalige Ford-

Marketingchef Prof. Dr. Dieter Ruge, der

inzwischen an der Universität Westküste

Vorlesungen mit dem Themenschwerpunkt

Marketing hält, vermittelt jedes

Jahr mehrere Praktikanten nach Köln.

Momentan arbeiten zwei weitere Studenten

aus Heide bei Ford und werden

nach Beendigung ihres Praktikums direkt

durch zwei neue Westküstler ersetzt.

Markus unterstützt bereits seit August

im NH-Gebäude die Marketing & Sales

Abteilung. Er konnte vielfältige Aufgaben

bei Marketing & Sales übernehmen.

Höhepunkt seines Praktikums war

für Markus die intensive Mitarbeit am

„6-Sigma-Projekt“ zur Verbesserung der

internen Kommunikation. „Man brachte

mir in unserer Abteilung Vertrauen

entgegen und ließ mich auch einmal

Verantwortung übernehmen“, freute sich

der Holsteiner.

Ein Rettungsschwimmer

aus St. Augustin:

Mit fünf Jahren schnürte Waldemar

Guschakowski (22) zum ersten Mal seine

Fußballschuhe. Mittlerweile trainiert er

selbst ein Jungendteam und arbeitet

nebenbei als Rettungsschwimmer im

städtischen Bäderbetrieb. Wenn er seine

Rettungsboje in den Spind gestellt hat,

studiert Waldemar International Business

(IB) an der FH-Köln.

Jetzt steht seine Bachelor-Arbeit

„Optimierung des russischen Ersatzteilegeschäfts

durch Verwendung von

Mehrwegverpackungen“ auf dem

Programm, für die er zwischen Januar

und April im Ersatzteilversand Merkenich

recherchiert. „Ich durchlaufe hier

verschiedene Abteilungen, organisiere

Termine mit Ansprechpartnern und

beschaffe mir somit nach und nach alle

nötigen Informationen, um den Versand

und Verpackungsprozess für Russland

angemessen analysieren zu können“,

erklärt Waldemar sein Diplomandenleben

im Hause Ford. „Mir imponiert, dass alle

Mitarbeiter sehr hilfsbereit sind. Sogar

hochrangige Manager nehmen sich Zeit

für die Gespräche mit mir – vermutlich,

weil sie früher selber mal in einer ähnlichen

Situation waren.“

Durch Freunde, die bei Ford arbeiten,

kam Waldemar auf die Idee, seine Arbeit

beim größten regionalen Arbeitgeber zu

schreiben und auch für die Zukunft hofft

er, den Kontakt festigen zu können. „Es

wäre natürlich schön, wenn ein Unternehmen

wie Ford mich nach meinem

Abschluss einstellen würde. Falls es nicht

klappt, werde ich meinen Master in IB

machen.“


Weg ist Studenten zu weit

tor Qualitätsmanagement und Marketing & Sales. „Ein Praktikum bei Ford

gilt als gute Referenz, und viele unserer ehemaligen Praktikanten werden

in anderen Firmen mit Kusshand aufgenommen.“ So verwundert es nicht,

dass im Jahr 2007 rund 160 Studenten bei Ford im Einsatz waren. Der

fordreport stellt einige vor, die zurzeit im Untenehmen tätig sind.

Zwischen Büchern

und Muckibude:

Der Kölner Boris Neuholz (30) sammelt

Informationen für seine Diplomarbeit im

Fachbereich Maschinenbau,- das Fach

studiert er an der Rheinischen Fachhochschule.

Von Februar bis Mai hat er sich

in den Büros der Z-Halle einquartiert und

erste Recherchen zum Thema „Optimierung

des Herstellungs- und Inbetriebnahmeprozesses

der Ford-eigenen Table

Top Hemmer Einrichtungen“ angestellt.

Für seine Kollegen im Werkzeugbau ist

Boris kein unbekanntes Gesicht: Von

1996 bis 1999 absolvierte er eine Ausbildung

zum Werkzeugmacher und arbeitete

in der Instandhaltung im Rohbau,

ehe er 2004 seine universitäre Laufbahn

als Vollzeitstudent einschlug. „Sobald

ich mein Diplom habe, werde ich in

meinen alten Beruf einsteigen und mich

später mit meinem Hochschulabschluss

auf interne Stellenausschreibungen für

höhere Positionen bewerben“, verrät der

Ehrenfelder.

Nach Feierabend zieht es den Studenten

in die Natur zum Angeln oder zum

Krafttraining in die Sporthalle. Doch die

Begeisterung für Technik lässt Boris auch

zu Hause nicht los. „Wenn ich Zeit habe,

schraube ich viel an meiner Vespa aus

dem Jahr 1978 herum.“

Eine Schwäbin in der

Pricing-Abteilung:

Kristina Deininger (24) kommt aus

Nürtingen bei Stuttgart und hat sich

für ein halbes Jahr in Köln-Lindenthal

einquartiert, um bei Ford in der Pricing-

Abteilung als Praktikantin tätig zu sein.

Seit September ist die BWL-Studentin

mit Fahrzeugpreisen der neuesten Fordmodelle

und organisatorischen Aufgaben

befasst.

„Vor kurzem habe ich ein Meeting der

Pricing-Abteilungen aus England und

Deutschland mit insgesamt 26 Teilnehmern

auf der Insel organisiert“, berichtet

Kristina stolz. Hinzu kam die Gestaltung

einer Team-Website für die Abteilung.

Durch den elterlichen Händlerbetrieb

kam Kristina auf die Idee, ein Praktikum

bei Ford anzutreten. „Ob ich nach

meinem Studium in die Fußstapfen

meiner Eltern treten, oder einen Platz in

der Industrie suchen werde, steht noch

in den Sternen.“

Von den Pyrenäen ins Rheinland

abgeseilt:

An der Business School „Audencia“ in

Nantes studiert der Franzose Aurélien

Delort (23) Sales & Marketing und

schreibt nun seine Diplomarbeit mit dem

Schwerpunkt „Customer Relationship

Management“. Seit Januar sitzt er in

Merkenich in der Abteilung „European

Marketing for Large Cars“, recherchiert

für seine wissenschaftliche Ausarbeitung

und fasst komplexe Informationen über

die Modelle Ford S-MAX, Mondeo, Galaxy

und C-MAX für Kundenbroschüren

zusammen.

In seiner Freizeit spielt Aurélien häufi g

Fußball mit seinen Freunden oder besteigt

die französischen Pyrenäen. Während

seines Praktikums bis Juni wohnt

Aurelien allerdings am Kölner Ebertplatz,

wo er seiner Trekking-Leidenschaft nicht

nachgehen kann. Doch auch Ford hält

für den jungen Franzosen einige Sehenswürdigkeiten

und interessante Touren

bereit: Die Werkbesichtigung in Genk

habe ihn beeindruckt. „Das war eine

sehr schöne und nützliche Erfahrung, um

die Produktionsabläufe besser verstehen

und die Broschüren entsprechend

gestalten zu können.“

April 2008 25


26

fordreport

ZUKUNFT/SAARLOUIS

Bei ihr geht die Post ab, und

bei ihr spielt die Musik:

Tamara Kotalla macht ein Jahrespraktikum

in der Poststelle im Werk Saarlouis.

Zweimal die Woche sorgt die 17-Jährige

mit dafür, dass tausende von Briefen,

Zeitungen und Druckwerken an die

richtige Ford-Adresse gelangen. Bei den

vielen abstrakten Postzeichen gar keine

leichte Aufgabe. An den anderen Tagen

besucht sie die Fachoberschule, um ihr

Fachabitur zu machen.

Bei Ford gefällt es ihr so gut, dass sie

fest entschlossen ist, anschließend hier

eine Ausbildung anzutreten, und zwar als

Fachkraft für Lagerlogistik. „Die Kollegen

fi nde ich sehr nett, die haben mir zum

Beispiel sofort zu einer Fahrgemeinschaft

verholfen“, erzählt Tamara. Das Geld,

das sie bei Ford verdient, spart sie für

ein Auto – für einen Ford Ka mit großer

Hifi -Anlage.

Ihre große Leidenschaft ist die Musik:

Tamara spielt klassische und elektrische

Gitarre in einem Orchester und einer

Band. Das Musikalische hat sie vom Vater,

der ebenfalls bei Ford arbeitet. Kann

sie sich denn nicht auch vorstellen, als

Musikerin Karriere zu machen? Da lacht

ihr Realismus: „Wenn es möglich wäre,

schon, aber ich konzentriere mich lieber

auf Schule und Ausbildung.“

April 2008

Ohne Deutschkenntnisse,

mit Basketball:

Alleine aus einem fremden Land zu

kommen – ohne Sprachkenntnisse und

Freundeskreis – ist sicherlich eine große

Herausforderung für einen jungen Menschen

auf seinem Weg in die Arbeitswelt.

Tandogan Aytekin (26) aus Amasya – einer

Provinz im Norden der Türkei – geht

diesen Weg.

Im Oktober 2007 schrieb er sich an

der FH Gießen ein, um den englischsprachigen

Studiengang „Information

and Communications Engineering“,

den er bereits in der Türkei begonnen

hatte, in Deutschland abzuschließen.

Jetzt möchte Tandogan noch bis Juni

bei Ford im E-Lab und der Bibliothek

im Entwicklungszentrum Merkenich für

seine Masterabschluss-Arbeit recherchieren.

Nach der Zusage von Ford löste

Tandogan seine Wohnung in Gießen auf

und zog nach Köln-Junkersdorf. „Ich

fi nde die Fordwelt total klasse. Alle helfen

mir, wenn sie Zeit fi nden“, zeigt er sich

erfreut.

Die Entwicklungsabteilung hat auf den

jungen Mann vom schwarzen Meer

besonders großen Eindruck gemacht:

„Ich fi nde es großartig, dass hier in dieser

riesigen Firma jeder weiß, wo sein Platz

ist und was er zu tun hat.“ Tandogan hat

sich auch ohne Familie und Sprachkenntnisse

schnell eingelebt. Inzwischen

spricht er ausreichend Deutsch, um

Freundschaften zu knüpfen. „Es war sehr

schwer, hier neu anzufangen, aber ich

wohne in der Nähe der Sporthochschule

und dort treffe ich mich seit einiger Zeit

mit Gleichaltrigen zum Basketballspielen.“

Nach der Masterarbeit wird Tandogan

sich in Deutschland und in der Türkei

um einen Job bemühen. „Ob ich hier

in Deutschland arbeiten oder zurück in

meine Heimat gehe werde, weiß ich jetzt

noch nicht.“

Generalversammlung

der Ford-Pensionäre

in Saarlouis

Zur jährlichen Generalversammlung

begrüßten die Vorstandsmitglieder 102

Mitglieder im Karl-Thiel-Haus in Saarlouis-

Roden. Der erste Vorsitzende, Josef Bungart,

gab zunächst einen Überblick über

die gelungenen Vereinsveranstaltungen

des vergangenen Jahres: 557 Pensionäre

hatten an Tagesausfl ügen teilgenommen,

190 waren bei Mehrtagesfahrten dabei,

109 kamen zur Jahreshauptversammlung,

232 nahmen an der Weihnachtsfeier teil,

bis zu 20 Pensionäre wandern wöchentlich

gemeinsam, und 63 Teilnehmer waren

bei den Präventionswochen dabei. Im

Jahr 2007 sind zehn Mitglieder verstorben,

insgesamt kamen 20 neue Mitglieder

hinzu. Status Ende des Jahres 2007: 355

Mitglieder.

Der zweite Vereinsvorsitzende Willi

Schmitz ermunterte das Publikum dazu,

Fordler anzusprechen, die bald in Pension

gehen, damit auch diese dem Verein

beitreten. Nach den offi ziellen Berichten

der anderen Vorstandsmitglieder erfolgte

die Entlastung des Vorstands.

Nächster Punkt der Tagesordnung war

die Neuwahl des Vorstandes. Erfreuliches

Ergebnis: Der geschäftsführende

Vorstand wurde im Amt bestätigt. Neben

den bestätigten Vorsitzenden wurden

weitere Positionen wie folgt besetzt: 1.

Kassierer – Ewald Weiß, 1. Schriftführerin

– Dagmar Bungart, 2. Kassiererin – Anita

Eichner, vier Beisitzer – Johannes Drygalla,

Richard Michalczyk, Reinhard Eichner

Günter Gretzke. Kassenprüfer – Klaus

Brose und – neu – Wendelin Josef Zeimet.

Der Vorstand dankte Heinrich Rupp, der

ausschied, für seine gute Arbeit.

Vier Mitglieder (unten) wurden für ihre

treue, 20jährige Mitgliedschaft geehrt: Mathilde

Noack sowie Georg Rudnick, Hans

Schmitt und Eduard Mittermüller wurden

mit einer Urkunde, und einer Anstecknadel

ausgezeichnet.

FOTO: L. SEIBERT


34

fordreport

VERMISCHTES

Ein Mitglied ist älter als das T-Modell

Blumen für Referentin Helga Kühn-Mengel (M.) – Jutta

Armbruster, Geschäftsführer Gisbert C. Timpe

Es gibt noch 76 „68er“

Nicht selten erntet Robert Conrady erstaunte

Blicke am Straßenrand, wenn er mit

seinem Ford 17M-P/7 unterwegs ist. „Und

manchmal kann man den Leuten von den

Lippen ablesen: ‚So was haben wir auch

Mal gehabt!“ Sein 17M mit der so genannten

Kummerfalte an der Seite wird jetzt 40 Jahre

alt. Kein Scherz: Das Fahrzeug wurde am

1. April 1968 in Berlin zugelassen. „Ich habe

es beim Surfen im Internet eher aus Zufall

gefunden und 2005 als vierter Halter für

3.600 Euro gekauft“, so der Werkschützer.

Ein Stück Nostalgie spielte dabei eine Rolle:

1977 hatte sich Robert Conrady ein solches

Modell bereits einmal gekauft, gebraucht

für 1.500 Mark. Damals war er 22 Jahre alt

und bei der Bundeswehr. Wie die ganze

Familie hat er Ford stets die Treue gehalten,

sein Vater war in der Trafostation des

Farblagers tätig. Conradys „neuer“ Oldie ist

fast komplett im Originalzustand, es wurden

lediglich Blechteile an den Kotfl ügeln und

den hinteren Radhäusern eingearbeitet. Und

der Ford-Fan hat beim Kraftfahrt-Bundesamt

erfahren, dass es heute in Deutschland noch

76 Fahrzeuge dieses Typs gibt.

April 2008

FOTOS: K-H. SCHAUN

Wie in jedem Frühjahr traf sich der Ford-Pensionärsverein

zur Mitgliederversammlung. Es war die 22.

seit der Gründung im Jahre 1987. Im Börsensaal der

Industrie- und Handelskammer gab die erste Vorsitzende

Jutta Armbruster die neuesten Statistiken

bekannt: Zurzeit hat der Verein 3.320 Mitglieder, fast

die Hälfte davon Frauen.

Das älteste Mitglied ist mit 102 Jahren Wilhelm

Schneider. Der Pensionär ist somit sogar noch zwei

Jahre älter als das berühmte Ford T-Modell, das in

diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert.

In den gut 20 Jahren des Vereinsbestehens kamen

zu 1.944 Veranstaltungen des Pensionärsvereins

151.365 Teilnehmer. Auch in diesem Jahr stehen

wieder mehrere Höhepunkte auf dem Programm:

Beispielsweise das Frühlingsfest in der Flora am 6.

Mai, eine Schiff-Fahrt mit der MS RheinEnergie nach

Unkel am 6. August oder mehrere Besichtigungen

der Ford-Werke in Köln-Niehl an verschiedenen

Terminen.

Nach dem Finanzbericht wurde der Vorstand einstimmig

entlastet. Zum Ende der Versammlung wurden

die Mitglieder darum gebeten, frühzeitig Änderungen

bei der Bankverbindung zu melden, um dem

Verein Gebühren für Rücklastschriften zu ersparen.

Abschließend hielt die SPD-Politikerin Helga Kühn-

Mengel, Patientenbeauftragte der Bundesregierung,

zu den Neuerungen bei der Pfl egeversicherung

einen informativen Vortrag.


Betriebsjubiläen

Köln

25 Jahre

14.3. Arne Brosin 1.4. Ralf Kaulig,

Ulf Meiswinkel, Mark Nisser, Axel Siemering

26.4. Valentin Ahnsehl

Saarlouis

11.4. Christoph Barski, Peter Barth, Heiko Lux,

Marian Rybok 13.4. Joachim Alt, Wolfgang

Brueck, Stefan Demmer, Stefan Heinrich,

Anton Heinz, Achim Klauck, Karl-Heinz Kloster,

Roman Lauer, Erwin Maull, Roland Fritz, Ralf

Laudwein, Hans Naumann, Andreas Seger,

Ingolf Zender 18.4. Rolf Barth, Werner Engel,

Bernd Heffi nger, Nikolaus Lambert, Udo Leidinger,

Dietmar Paulus, Andreas Platte, Herbert

Rudolf, Frank Spreier, Roland Theobald

30 Jahre Köln

1.2. Jürgen Mainzer 1.3. Herbert

Eich, Manfred Gaeb 6.3. Benedetto Amore,

Manfred Bergner 9.3. Sueleyman Karabas

13.3. Guido Frank, Mahmut Kutlu, Joachim

Mertens, Werner Ostrowski 16.3. Hans Bodewig,

Francesco Rizzi 20.3. Anthony Hugh Reilly

1.4. Wilfried Baeumler, Rene-P. Geuer 2.4.

Hardy Konrad 3.4. Eduard Grohmann, Manfred

Hilden, Klemens Kellmann, Friedrich Rey 13.4.

Erhard Kellermann 27.4. Milos Sarajlija

35 Jahre Köln

6.10.07 Richard Küpper 1.3.

Franz-Josef Mandt 16.3. Jonce Markoski,

Sedat Sefki 21.3. Salih-Z. Kuruoglu 26.3.

Oemer Doenmez, Salim Firat, Peter Neubert

11.4.Hidayet Alkan, Ilter Vatan 16.4. Ulrich Reimann

Adrian, Peter Heilich, Siegmund Lesniak,

Werner Siebertz

Der türkische Ministerpräsident hatte anlässlich

seines Besuches in Deutschland einen besonderen

Wunsch: Recep Tayyip Erdogan wollte

nach seiner Rede in der Kölnarena türkische

Mitbürger treffen, die als Erste nach Deutschland

zur Arbeit immigrierten. Das türkische

Generalkonsulat wandte sich mit dieser Bitte an

die Agentur Aydin & Erdi, welche die Veranstaltung

in der Kölnarena organisierte. Diese fragte

bei Ford nach und wurde fündig: Onur Dülger

hatte 1961 als einer der ersten türkischen

Mitarbeiter bei Ford angefangen, seit 1989 ist

er pensioniert.

Der in Köln lebende 67-Jährige stimmte zu, den

Ministerpräsidenten auf der Bühne zu treffen.

„Aber was schenke ich dem?“, überlegte er

und kam auf eine originelle Idee: Eine Kopie

seines ersten Arbeitsvertrages von1961, der

vom Arbeitsamt in Istanbul ausgestellt wurde.

Der Ford-Pensionär übergab es Erdogan

während der Zeremonie, bei welcher der

Politiker Landsleute ehrte. Für Onur Dülger

Anlass, sich an die ersten Jahre zu erinnern:

„Ich liebe diese Stadt und die Mentalität der

Saarlouis

1.4. Horst Bild, Sylvain Kirschke 2.4. Calogero

D‘ Angelo, Uwe Georgi, Heinrich Koberski, Jürgen

Kneip, Bernhard Marossek, Klaus Nikolay,

Bernhard Wax 4.4. Eva Maria Hinsberger 16.4.

Otto Frey 21.4. Daniel Moreira

40 Jahre

Köln

2.4. Klaus Rogge 13.4. Everhard Uhlenbruck

Saarlouis

1.4. Hans-W. Schanno 13.4. Dieter Becker,

Günter Kubina 18.4. Gerhard Klaeser, Heinz

Walter 23.4. Peter Bernardy, Richard-H. Gaenz,

Ernst Gergen, Willi Hart, Theo Klein

45 Jahre Köln

1.4. Franz-J. Koehler, Heinz

Meinert, Peter Mergler, Dieter Schneider 29.4.

Theodor-B. Rübsteck

Saarlouis

1.4. Friedel Stauf

Verstorbene

Köln

11.10.07 Ivan Grgic (73) Werkzeugbau 5.1.

Cemal Yavuz (67) FN-Bereich 21.1. Walter Skubatz

(70) FN-Bereich 25.1. Haciali Özdemir (66)

FN-Bereich 28.1. Stevan Salaj (66) FN-Bereich

29.1. Ahmet-A. Incekara (71) Getriebewerk

30.1. Mehmet Sehan (63) Getriebewerk 1.2.

Rüdiger Sengespeik (69) Personalwesen, Ismail

Tolan (63) Schmiede 5.2. Halil-I. Türköz (56)

FN-Bereich 10.2. Hans Weinand (81) Techn.

Bereiche Merkenich 16.2. Erwin Donath (93)

Lieferantentraining 17.2. Hans-C. Aschenbach

(53) Werkschutz, Magdalene Zoglowek (96)

19.2. Ferit Bocuk (73) Motorenwerk, Bekir

Yildirim (70) FN-Bereich 20.2. Arno Klöppel

(83) FN-Bereich, Otto Krätzer (88) FN-Bereich,

Kurt Nitzschke (76) FN-Bereich 21.2. Hans-A.

Alexi (67) Management 22.2. Salim Basaran

(69) Getriebewerk, Karl Herbert Krösinger (57)

Modellbauer, Orhan Üstal (61) FN-Bereich

23.2. Günter Nakielski (68) Betriebsinstandhaltung

24.2. Siegfried Nehring (76) Einkauf

25.2. Werner Teschke (75) Motorenwerk 26.2.

Eduard Enigk (73) Verkauf, Manfred Kehren

(67) FFO 27.2. Matthias Stegh (86) FN-Bereich

4.3. Bruno Wasewitz (68) Motorenwerk 5.3.

Peter Schirmer (73) Finanz, Paul Stopinski

(83) Getriebewerk, Käthe Weinand (76) 6.3.

Hans-G. Türk (61) FN-Bereich 7.3. Paul Kurz

(65) Werkzeugbau 8.3. Margot Boy (79), Kurt

Rauch (77) Gebäude-Dienstleistungen 9.3.

Gerd Müller (´57) Werkzeugbau 11.3. Karl

Brocks (87)

Saarlouis

28.1. Thomas Dolinski (41) Rohbau 6.2. Günter

Weber (76) 18.2. Ernst Mohr (56) Lackiererei

19.2. Hans Josef Bier (74) MP&L 21.2. Pascal

Pernet (38) Lackiererei 26.2. Günther Gonder

(58) Endmontage 29.2. Bernhard Groß (73)

Endmontage 5.3. Christel Kessler (71) Endmontage,

Manfred Querbach (69) Lackiererei

9.3. Alfred Zimmer (77) MP&L

Düren

24.1. Peter Schröteler (79) 19.2. Ali-N. Cakmak

(70) 10.3. Peter Lohkamp (74)

Erdogan ehrt Landsleute „der ersten Stunde“

Menschen hier.“ Am Anfang wollte er nur so

lange bleiben, bis er das Geld für ein Grundig

Tonband TK23 zusammen hatte. Das war bei

2,98 Mark Stundenlohn natürlich kein kurzes

Unterfangen. „Ich weiß noch, dass wir am Ende

der Woche zwei grüne 20-Mark-Scheine in der

Lohntüte hatten.“ Der 21-Jährige begann in der

A-Halle bei der Zylinderblock-Montage – eine

recht harte Arbeit. „Die hatten mich an dieser

Stelle eingesetzt, weil ich bei der Gesundheitsuntersuchung

beim Lungenfunktionstest

ziemlich gute Werte hatte“, erinnert sich Dülger,

„nachher habe ich oft gedacht, hättest du mal

besser etwas vorsichtiger geblasen ...“

Onur erinnert sich noch, als zum ersten Mal

ein brauner Fünfziger in der Lohntüte steckte.

Damals lebte er im Wohnheim in Weidenpesch:

„Ich fand Deutschland toll, die Leute offen,

freundlich und zufrieden, und alles war so sauber.“

1963 brachte die Liebe die Vorentscheidung,

zu bleiben: Onur lernte seine spätere

Frau kennen. Die Kölnerin war noch minderjährig,

und die Familie war gegen die Verbindung

mit einem Türken. „Dann bemerkte der Chef

meiner Freundin, dass sie immer so bedrückt

war, und fragte, was los sei. Sie erzählte ihm

von unseren Problemen, und der Chef rief ihre

Eltern an und brachte sie dazu, dass ihr Vater in

die Hochzeit einwilligte.“

Heute lebt Onur mit seiner Frau im Kölner Norden

und widmet sich gerne der Gartenarbeit.

„Und wenn ich den Film zurück drehen könnte,

ich würde alles noch einmal genauso machen.“

April 2008 35

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