spezial

dlv.de

spezial

80

10/2005 die

PIRSCH

IM TEST | ATV

spezial

All-Terrain-Vehicles

(ATV), auch „Quads“

genannt, sind nicht

nur Freizeit-Fahrzeuge,

sondern

auch im Revier

vielseitig einsetzbar.

In einem Vergleichstest

wurde die

„Königsklasse“,

also Fahrzeuge mit

einem Hubraum

von um die 700

Kubikzentimeter,

unter die Lupe

genommen.

Hier ein

einfacher

Waffenhalter an

einer POLARIS

Sportsman 700.

Als Zubehör gibt

es auch richtige,

abschließbare

„Scabbards“

(Gewehrfutterale).�

BÄRENSTARKE

„WÜHLMÄU

Die ATVs erfreuen sich im Freizeitbereich

zunehmender Beliebtheit.

Aber in vielen Regionen der Welt

werden sie als ernsthaft zu nutzende Vielzweckfahrzeuge

in der Landwirtschaft,

aber auch im Jagdbetrieb eingesetzt. Dann

setzt man weitgehend auf die so genannte

„Königsklasse“ (Hubraum über 700 ccm),

denn die Fahrzeuge in diesem Leistungsbereich

sind immer auf dem allerneuesten

technischen Stand – hier werden die

Trends gesetzt.

In Deutschland gehören zu diesem Klientel

Landwirte, Reiter, Golfplatzbetreiber, Garten-

und Landschaftsbauer sowie Menschen,

die ihre Freizeit im ländlichen Raum verbringen

– und damit nicht zuletzt die Jäger.

Für einen Praxistest haben uns* die sechs

bedeutendsten Hersteller – Arctic Cat, Bombardier

(Importeur Jets Marivent), Honda,

Kawasaki, Polaris (Importeur Taubenreuther)

und Yamaha – die in Deutschland

damit offiziell auf dem Markt sind, ihre derzeitigen

Top-Modelle zur Verfügung gestellt.

Die technischen Daten der Modelle (gem.

Herstellerangaben) finden Sie in der Tabelle

auf Seite 85. Unsere eigenen Bewertungen

und Messwerte haben wir in Infokästen

untergebracht, die den einzelnen Typen zugeordnet

sind.

Zunächst waren hauptsächlich das allgemeine

Fahrverhalten auf der Straße, wie

zum Beispiel bei Kurvenfahrt oder der

Federungskomfort, wichtig. Unter Ergonomie

haben wir verschiedene Faktoren erfasst:

Sitzposition, Position der Füße, Lenker,

Sitzbank, Position und Gestaltung der Bedienelemente

sowie Instrumentierung.

Zudem wurden die ATVs auf ihre Tauglichkeit

hinsichtlich des Einsatzes im land-,

forst- oder jagdwirtschaftlichen Betrieb

überprüft. Im Vordergrund stand dabei das

Fahrverhalten unter Last, das wir auf einer

definierten Teststrecke (Länge 400 Meter,

* Das Testteam: Redakteure der Zeitschrift „Agrartechnik“, Deutscher Landwirtschaftsverlag


SE“

Fotos J. Hädicke

Höhenunterschied 50 Meter, am Ende stark

ansteigend) ermittelt haben.

Als erstes wurden die Gepäckträger der

Maschinen vorne mit 45 und hinten mit 90

Kilogramm beladen. Der Untergrund bei

diesem Test war gegrubberter Acker. Als

nächstes erfolgte ein Zugtest mit einem 500

Kilogramm schweren Silageballen, der auf

einen Pkw-Anhänger gepackt wurde. Hier

fuhren wir auf einem extrem schmierigen

Stoppelacker. Bewertet wurde zum einen

die reine Zeit, die dafür benötigt wurde.

Zum anderen wurde anhand einer Neun-

Punkte-Wertung (9 = sehr gut, 1 = absolut

untauglich, bei 6 Punkten ist gute Praxistauglichkeit

gegeben) die „Zugmanier“

bewertet. Dies ist mit in die Note „Fahrverhalten

Gelände“ eingeflossen.

Zuletzt haben wir den Faktor Qualität bewertet.

Neben der allgemeinen Fertigungsqualität

(hier gab es kaum etwas zu bemängeln)

haben wir auf den Umbau zum

IM TEST | ATV 81

Betrieb auf der Straße geachtet. Klar, dass

hier Arctic Cat, Bombardier und Polaris mit

einer standardisierten Um- beziehungsweise

Ausrüstung die Nase vorn hatten. Die

Produkthaftungsgeschädigten Japaner tun

sich da etwas schwerer. Ab Werk gibt es bei

keinem von ihnen eine Straßenzulassung, die

Qualität des Umbaus schwankt von Händler

zu Händler. Zum Listenpreis kommen dann

noch 1200 bis 1500 Euro dazu.

Leise sind sie nicht gerade, mussten wir bei

unserem Test feststellen. Fuhren wir im

Pulk mit allen sechs Maschinen durch Ortschaften,

hat es ganz schön gedröhnt. Allerdings

ist die Hauptursache dafür nicht der

Lärm der Motoren, Schuld ist vielmehr die

grobstollige Off-Road-Bereifung. Wer also

vorrangig auf der Straße unterwegs ist, sollte

sich nach anderen Pneus umschauen. Die

Grobstoller bedingen zudem eine aufmerksame

Fahrweise. Denn ATVs dieser Klasse

sind ziemlich flott – nach Tacho erreichten

sie zwischen 90 und 110 km/h. Speziell auf

nassem Straßenbelag wird es „haftungsmäßig“

da schon kritisch!.

Fazit

Alle getesteten Maschinen gehören zur absoluten

Oberklasse im ATV-Bereich. Dies

gilt nicht nur für ihre Leistung, sondern

vor allem auch für die technische Ausstattung.

Vor- und Nachteile hat jedes Gerät.

Aber es gibt auch noch einige allgemeine

Bewertungskriterien. Beachten sollte man,

Bei gutem Wetter macht

die Revierfahrt mit dem

ATV viel Spaß. Anstelle

des grünen Huts sollte

allerdings ein Helm

� getragen werden.

dass alle Hersteller/Importeure das Tragen

eines Helms vorschreiben, eine gesetzliche

Helmpflicht ist in der Diskussion. Man ist –

kein Dach – den Unbilden der Witterung

ausgesetzt. Problematisch ist die Unterbringung

von jagdlicher Ausrüstung und Waffe.

Hier findet man jedoch im Fachhandel sinnvolles

Zubehör (z.B. Gewehrfutteral, verschließbare

Stauboxen). Und auch der

Hund müsste nebenherlaufen.

Für den jagdlichen Einsatz spricht die extreme

Geländegängigkeit sowie der geringe

Bodendruck, dadurch können auch sensible

Flächen befahren werden. Zudem besteht

die Möglichkeit des Hängerbetriebs. Damit

eignen sich die ATVs besonders für Kontrollfahrten

im Revier und für die Wildbergung.

Schlucken wird so mancher über den

hohen Preis, man muss bereit sein, rund

10000 Euro für ein Oberklassen-ATV auf

den Tisch zu blättern. Dafür gibt’s aber

auch noch eine gute Portion Fahrspaß. JH

die

PIRSCH 10/2005


82

IM TEST | ATV

ARCTIC CAT

650 4x4 V-Twin Power

Fahrverhalten Gelände 8,0

Fahrverhalten Straße 7,0

Handhabung 7,0

Komfort 7,0

Geräusch Leerlauf 72,8 dB (A)

Geräusch Straße 82,2 dB (A)

Geräusch Wiese 68,4 dB (A)

Zeit Last 22 s

Zeit Anhänger 45 s

Testverbrauch (Blfr. Normall) 20,8 l

Wendekreis 675 cm

10/2005 die

PIRSCH

spezial

Fotos Werksfotos

1

Die Testkandidaten auf

einen Blick (v.l.): Kawasaki

VFW 700, Polaris Sportsman

700 Twin, Arctic Cat 650,

Bombardier Traxter Max

650, Honda Rincon 650,

Yamaha Grizzly 650. �

DIE FAHRZEUGE IM EINZELNEN

Hinter dem biederen Äußeren der

Arctic Cat verbirgt sich ein Fahrzeug,

das technisch auf dem neuesten

Stand ist. Die Remus-Edelstahl-Auspuffanlage

verfügt sogar über einen

Katalysator. Alle vier Räder sind einzeln

aufgehängt, die Federung lässt

sich verstellen. Insgesamt ist das

Fahrwerk eher weich abgestimmt.

Der Zweizylinder-Suzuki-Motor zeigt

sich sehr kraftvoll und

spritzig. Bei unseren

Fahrversuchen (beladen

und mit angehängter

Last) war

der Arctic Cat stets

Ein Arctic Cat

mit voller „Jagdmontur“.

Diese

Ausrüstung ist

allerdings auf

� preispflichtig.

1| ARCTIC CAT ➔S.82

2| BOMBARDIER ➔S.83

3| HONDA ➔S.84

➔ ARCTIC CAT

vorne mit dabei.

Der große Federweg

und die üppige Bodenfreiheit

tragen

4| KAWASAKI ➔S.84

5| POLARIS ➔S.86

6| YAMAHA ➔S.86

ihren Teil zur guten Geländetauglichkeit

der Katze bei. Der Allradantrieb

kann bei jeder Geschwindigkeit zugeschaltet

werden. Die Differenzialsperre

wird durch Umlegen eines

Hebels am Lenker betätigt. Zusätzlich

verfügt das Fahrzeug noch über eine

ganze Menge nützlicher Details, wie

die hydraulische Feststellbremse, ein

Lenkradschloss und das MRP Speedrack-System

für die Gepäckträger. Damit

lassen sich einzelne Elemente mit

wenigen Handgriffen gegen anwendungsspezifische

Accessoires (wie eine

Jagdausstattung) austauschen. Alle

Arctic Cat-ATVs werden übrigens zentral

beim Europa-Importeur in Österreich

gemäß den gesetzlichen Vorschriften

komplettiert (nicht umgebaut!)

und sind homologiert.


Vom Konzept her fiel die Bombardier

Traxter Max bei unserem

Test etwas aus dem Rahmen. Mit ihrer

Doppelsitzbank und dem längeren

Radstand ist sie ein echter Zweisitzer.

Der Beifahrersitz ist zwecks

der besseren Übersicht erhöht.

Große Fußrasten, zusätzliche Handgriffe

und eine bewegliche Rückenlehne

sorgen für mehr Bequemlichkeit.

Aber auch sonst ist bei ihr einiges

anders, als bei konventionellen

ATVs. Beispielsweise befindet sich

der Kühler am Heck der Maschine.

Zum Einen ist er dort besser geschützt,

zum Anderen hat dadurch

vorne ein 30-Liter-Staufach Platz.

Weiteres Alleinstellungsmerkmal ist

der permanente Allradantrieb mit

Visco-Lock. Durch dieses System wird

die Kraft je nach Bedarf auf die beiden

Vorderräder verteilt. Während

bei anderen Maschinen unter extrem

➔ BOMBARDIER 2

schmierigen Bedingungen sehr

dosiert gefahren werden muss, heißt

es bei Visco-Lock: Gas geben. Für

alles weitere sorgt die Traktionsregelung.

Angetrieben wird die Traxter

Max von einem Einzylinder-Rotax-

Motor, der bei schwerem Zug

manchmal an seine Grenzen stieß.

Sicherlich hat sich da auch das höhere

Gewicht der Maschine bemerkbar

gemacht. Vorne verfügt die Bombardier

über eine Einzelradaufhängung,

hinten hat sie eine

Starrachse mit zwei

Federn. Die Verarbei-

tung ist gut, ab Importeur

gibt es eine

homologierte Ausführung.

Unser Fazit:

Die Traxter Max ist

ein vielseitiger Cruiser

– zum Arbeiten und

für die Freizeit.

Die Bombardier

Traxter Max ist

der einzige

echte Zweisitzer

im Testfeld. Sie

verfügt zudem

über eine

Traktionsregelung.


IM TEST | ATV 83

BOMBARDIER

Traxter Max 650 XT

Fahrverhalten Gelände 7,5

Fahrverhalten Straße 7,0

Handhabung 7,5

Komfort 8,0

Geräusch Leerlauf 67,6 dB (A)

Geräusch Straße 77,8 dB (A)

Geräusch Wiese 68,2 dB (A)

Zeit Last 24 s

Zeit Anhänger 52 s

Testverbrauch (Blfr. Normall) 16,7 l

Wendekreis 816 cm


84

IM TEST | ATV

HONDA

Rincon 650

Fahrverhalten Gelände 6,0

Fahrverhalten Straße 7,0

Handhabung 6,0

Komfort 7,0

Geräusch Leerlauf 69,0 dB (A)

Geräusch Straße 77,8 dB (A)

Geräusch Wiese 68,2 dB (A)

Zeit Last 21 s

Zeit Anhänger 50 s

Testverbrauch (Blfr. Normall) 23,4 l

Wendekreis 650 cm

Fahrverhalten Gelände 8,0

Fahrverhalten Straße 8,0

Handhabung 8,0

Komfort 7,0

Geräusch Leerlauf 70,0 dB (A)

Geräusch Straße 78,3 dB (A)

Geräusch Wiese 68,6 dB (A)

Zeit Last 21 s

Zeit Anhänger 53 s

Testverbrauch (Blfr. Normall) 26,5 l

Wendekreis 650 cm

10/2005 die

PIRSCH

KAWASAKI

KVF 700

spezial

Fotos Werksfotos

3

Von der Honda Rincon waren

wir ausgesprochen überrascht.

Die rote Maschine im

chicen Outfit und den dynamischen

Frontscheinwerfern hat sich

unter den Arbeitstieren wacker geschlagen.

Wer am Anfang dachte, es

handelt sich bei ihr

Eine der beiden

um ein „Soft-ATV“,

„Roten“: Die

flotte Honda wurde schnell eines

Rincon ist nur in Besseren belehrt.

dieser Farbe er- Sicherlich konnte sie

hältlich. Sie kann im schweren Zug

per Tipp-Tronic nicht mit der Spitze

auch manuell mithalten – dazu fehl-

geschaltet te es ihr im Vergleich

� werden.

mit den anderen Maschinen

ganz einfach

etwas an der Leistung.

Das Fahrverhalten im Gelände ist

gut. Auffällig war das dosierte und

prompte Ansprechen der Bremsen.

Auch mit schwerer Beladung reagierte

die Lenkung noch sehr

4

Viele Vor-, wenig Nachteile. So einfach

lässt sich das Urteil unserer

Tester bei der Kawasaki zusammenfassen.

Vom Fahrverhalten her ist sie

ausgesprochen sportlich: Direkt am

Gas und sehr gut zu dosieren. Selbiges

gilt auch für die Zweikreis-Bremse.

Dementsprechend war sie beim Beschleunigen

(auch unter Last) kaum

zu schlagen. Hinten hat die KVF 700 –

technisch nicht mehr ganz auf der

Höhe der Zeit – noch eine Starrachse

mit Schwinge, was im Gelände aber

nicht unbedingt ein

Nachteil ist.

Ohne jegliches Hakeln

und bequem mit der

rechten Hand lässt sich

das Getriebe schalten

Die Kawasaki

KVF 700 konnte

mit ihrem

ausgeglichenen

Fahrverhalten

Pluspunkte

� sammeln.

➔ HONDA

➔ KAWASAKI

– besser als bei allen

anderen Modellen in

diesem Test. Auch

sonst ist die Kawasaki

ergonomisch gestaltet.

präzise. Technisch ist die Honda

Rincon mit ihrer Einzelradaufhängung

auf der Höhe der Zeit. Als einziges

Modell im Test hat sie keine

CVT, sondern ein Dreigang-Automatik-Getriebe.

Dabei gestalten sich die

Schaltvorgänge völlig ruckfrei. Auf

die Möglichkeit auch manuell (per

„Tipp-Tronic“) zu schalten, haben

wir meist verzichtet, so viel Spaß hat

uns das Fahren mit der Automatik

gemacht. Die Gepäckträger sind etwas

knapp dimensioniert, Zurrgurte

lassen sich nur schlecht anbringen.

Abschließend kann zur Honda

gesagt werden, dass sie sicherlich für

diejenigen eine hervorragende Wahl

ist, die ihr ATV nicht primär beruflich,

sondern auch in der Freizeit

nutzen wollen.

Unsere Testmaschine erhielten wir

im Orginalzustand, das heißt ohne

Umbau zur Benutzung auf öffentlichen

Straßen.

Der Lenker ist breit, die Sitzbank bequem

geformt und straff gepolstert.

Die Differenzialsperre wird mit einem

Hebel am Lenker betätigt, der so lange

gezogen bleiben muss, wie die

Funktion benötigt wird. Im Gelände

und mit angehängter Last haben wir

nichts zu tadeln. Auch beladen ist das

Fahrverhalten noch gut.

Bei allen CVT-getriebenen ATVs ist der

Riemen ein Verschleißteil. Kawasaki

hat hier Totalausfällen vorgebeugt. Ist

die Verschleißgrenze erreicht, geht

die Maschine in den Notlaufbetrieb.

Der Weg in die nächste Werkstatt soll

so noch ohne weitere Schäden zu

bewältigen sein.

Insgesamt macht die Kawasaki einen

ausgereiften Eindruck und ist qualitativ

hochwertig verarbeitet. Mittlerweile

ist mit der KVF 750 ein leistungsstarkes

Nachfolgemodell auf dem

Markt, das jetzt über Einzelradaufhängung

verfügt.


IM TEST | ATV 85

HERSTELLER ARCTIC CAT BOMBARDIER HONDA KAWASAKI POLARIS YAMAHA

Typ 650 4x4 V-Twin Power Traxter Max 650 XT Rincon 650 KVF 700 Sportsman 700 Twin EFI Grizzly 660 FWA

Hubraum 633 ccm 644 ccm 649 ccm 697 ccm 683 ccm 660 ccm

Leistung 31 kW/42 PS 31 kW/42 PS 22,8 kW/31 PS 34 kW/47 PS 29 kW/39 PS 30 kW/41 PS

Anlasser Elektro Elektro Elektro Elektro Elektro Elektro

Getriebe CVT hi/ low CVT hi/ lo P, N, R Drei-Gang-Automatik CVT hi/ lo N, R CVT hi/ lo P, N, R CVT hi/ lo, N, R

Antrieb Hinterrad/zusch. Allrad Perm. Allrad Hinterrad/zusch. Allrad Hinterrad/zusch. Allrad Hinterrad/zusch. Allrad Hinterrad/zusch. Allrad

Kraftübertragung Kardanwelle Kardanwelle Kardanwelle Kardanwelle Kardanwelle Kardanwelle

Differenzialsperre Vorne zusch. - selbstsperrend Vorne zusch. - Vorne zusch.

Tankinhalt 24,6 l 21,8 l 17 l 17 l 18 l 20 l

Rahmen Stahlrohr Stahlrohr Stahlrohr Stahlrohr Stahlrohr Stahlrohr

Radaufhängung vo. Doppelquerlenker Doppel. Dreieckslenker Dreiecksquerlenker McPherson McPherson Doppel. Dreieckslenker

Radaufhängung hi. Doppelquerlenker Schwinge, 2 Federn Dreiecksquerlenker Schwinge, 1 Feder Einzelradaufh. Doppel. Dreieckslenker

Bremsen vo. 2 Scheibenbr. 2 hy. Scheibenbr. 2 hy. Trommelbr. 2 hy. Scheibenbr. 2 hy. Scheibenbr. 2 hy. Scheibenbr.

Bremsen hi. 1 Scheibe 1 hy. Scheibenbr. 1 Scheibe Mehrscheibenbr. 1 hy. Scheibenbr. 1 Scheibe

Bereifung vo. 26x8-12 635x203x305 25x8R12 AT 25x8-12 205/80R-12 25x8/12

Bereifung hi. 26x11-12 635x280x305 25x10R12 AT 25x10-12 270/60R-12 25x10/12

Leergewicht 308 kg 362 kg 275 kg 273 kg 327 kg 272 kg

Max. Zuladung vo. 45 kg 40 kg 30 kg 40 kg 45 kg 45 kg

Max. Zuladung hi. 90 kg 80 kg 60 kg 80 kg 91 kg 85 kg

Max. Anhängelast 700 kg 500 kg 385 kg 567 kg 681 kg 550 kg

Sitzplätze 2 2 (vollwertig) 2 1 2 2

Länge 2060 mm 2324 mm 2113 mm 2190 mm 2057 mm 2085 mm

Breite 1210 mm 1194 mm 1189 mm 1180 mm 1168 mm 1150 mm

Höhe 1026 mm 1325 mm 1207 mm 1175 mm 1194 mm 1210 mm

Bodenfreiheit 340 mm 244 mm 234 mm 240 mm 286 mm 275 mm

Sitzhöhe 920 mm 945 mm 876 mm 870 mm 864 mm 880 mm

Radstand 1029 mm 1550 mm 1289 mm 1290 mm 1289 mm 1275 mm

Farbe dk.grün, lime-grün, rot rot rot grün, rot mehrere erhältlich rot, grün

Listenpreis ca. 12.900 Euro* 13 995 Euro* 11 000 Euro** 9990 Euro** 12 829 Euro* 9490 Euro**

* mit Straßenzulassung **ohne Straßenzulassung


86

IM TEST | ATV

POLARIS

Sportsman 700 Twin EFI

Fahrverhalten Gelände 7,5

Fahrverhalten Straße 8,0

Handhabung 7,5

Komfort 7,0

Geräusch Leerlauf 74,4 dB (A)

Geräusch Straße 78,0 dB (A)

Geräusch Wiese 70,3 dB (A)

Zeit Last 25 s

Zeit Anhänger 49 s

Testverbrauch (Blfr. Normall) 18,0 l

Wendekreis 678 cm

Fahrverhalten Gelände 6,0

Fahrverhalten Straße 7,0

Handhabung 6,0

Komfort 7,0

Geräusch Leerlauf 80,0 dB (A)

Geräusch Straße 78,5 dB (A)

Geräusch Wiese 71,4 dB (A)

Zeit Last 25 s

Zeit Anhänger 47 s

Testverbrauch (Blfr. Normall) 24,2 l

Wendekreis 655 cm

10/2005 die

PIRSCH

YAMAHA

Grizzly 650

spezial

Fotos Werksfotos

5

Wie kein anderer steht der

Motor der Polaris für feinste

Laufkultur. Als einziger auf

dem ATV-Markt verfügt er über

eine elektronische Einspritzung.

Dies hat besondere Vorteile beim

Einsatz in verschiedenen Höhen oder

unter wechselnden

Temperaturen. Das

Aggregat ist spritzig

Elektronische und temperament-

Einspritzung: voll, vor allem im

Beim Sportsman unteren Drehzahlbe-

von Polaris kommt reich beinahe sogar

modernste aggressiv. Trotzdem

Motorentechnik lässt sich die Ge-

� zum Einsatz.

schwindigkeitfeinfühlig dosieren. Der

Allradantrieb ist per Knopfdruck zuschaltbar.

Durch Sensoren wird der

Schlupf an den Vorderrädern ermittelt

und die Kraft „on demand“ verteilt.

Allerdings spricht dieses System

erst mit spürbarer Verzögerung an.

Die Federn an der Vorderachse sind

6

Als „rauer Geselle“ präsentiert

sich die Yamaha. Dies macht sich

schon im Leerlauf beim kernigen

Sound des Einzylinder-Motors

bemerkbar. Schon bei leichtem Gasdruck

stürmt die Grizzly kraftvoll

und ungestüm los. Das Fahrverhalten

ist sehr spritzig. Allradantrieb

und Differenzialsperre werden

elektronisch zugeschaltet. Um Fehlbedienungen

zu verhindern, befindet

sich letztere hinter einer kleinen

Klappe. Allerdings ist die Schaltung

recht hakelig.

Im Arbeitseinsatz ist

die Yamaha sehr agil.

Eine etwas schmalere

Spurweite macht die

Maschine recht wen-

Leicht, flott und

preiswert:

Yamahas Grizzly

hatte den

kernigsten

„Sound“ im

� Leerlauf.

dig. Auch bei der Beschleunigung

ist sie

top. Die Federbeine

(Einzelradaufhängung)

sind vorne und

➔ POLARIS

➔ YAMAHA

dreifach verstellbar, insgesamt ist

das Fahrwerk eher weich abgestimmt.

Dem Fahrverhalten tut dies

keinen Abbruch, die Lenkung reagiert

prompt und auch unter Last ist

die Polaris gut zu steuern. An der

Hinterachse befindet sich ein zusätz-

licher Stabilisator. Gut gelöst sind die

Gepäckträger vorn und hinten. Sie

sind aus schlagfestem Kunststoff und

bieten gute Verzurrmöglichkeiten.

Hervorzuheben sind noch die gelungene

Lösung zum Anbau der Seilwinde

(optional) und der qualitativ

hochwertige Taubenreuther-Umbau.

hinten verstellbar. Die Schrauben

dafür lassen sich gut erreichen. Mit

272 Kilogramm gehört sie zu den

Leichtgewichten im Test, was sich

allerdings nicht positiv auf den

Benzinverbrauch auswirkte. Unschlagbar

ist die Yamaha im Preis:

Bei 9490 Euro für ein High-End-ATV

– allerdings ohne Straßenzulassung –

kann kein anderer Hersteller

mithalten.

Die Lärm-

Emmission der

ATVs wurde

sowohl auf der

Straße als auch

im Gelände in

Vorbeifahrt

� gemessen.


„Ochsentour“ – mit

500 Kilogramm am

Haken mussten die

Kandidaten ihre

Zugkraft am Berg

unter Beweis stellen.�

Sondermodelle

Wo das 4x4 ATV an seine Grenzen kommt, ist

das ARGO 8x8 in seinem Element und kann

dabei noch bis 500 Kilogramm oder sechs Personen

zuladen. Dank seines tiefen Schwerpunkts lassen

sich selbst tiefe Gräben mit steilen Seiten leicht

➔ ARGO 8x8 7

durchfahren, irgend eines der vielen Räder hat

dabei immer Traktion. Dank der großen Aufstandsfläche

der Ballonräder lassen sich selbst unwegsame

Pfade mit Morast, Sumpf, Eis oder Schnee

bewältigen. Für ganz schwere Fälle gibt es als Extra

Raupenketten, die über das Räderwerk gezogen

werden. Nicht einmal Teiche oder Seen können den

voll schwimmfähigen ARGO (Preis ab ca. 10000 €)

aufhalten.

Zwei Sitze, eine kippbare Ladefläche (Nutzlast

181 kg) und zuschaltbarer Allradantrieb plus

Differenzialsperre: Das Rhino von Yamaha ist sozusagen

die „Lastesel“-Version eines ATV – Spaßfaktor

inklusive. Angetrieben wird das rund 2,90

Meter kurze Rhino vom kräftigen 660 ccm3-Motor des Grizzly (siehe Test). Die Bedienelemente sind

die eines PKW: Lenkrad, Gas- und Bremspedal. Für

die Sicherheit der Passagiere sorgt ein stabiler

Metallüberrollbügel, zudem sind Sicherheitsgurte

➔ YAMAHA RHINO 660 8

und Kopfstützen serienmäßig. Gut 28 Zentimeter

Bodenfreiheit steht für beste Geländetauglichkeit,

ein immerhin 32 Liter Benzintank für große Reichweite.

Inklusive weiterer praktischer Ausstattungsdetails

kostet das Yamaha Rhino 11990 € (ohne

Straßenzulassung).

IM TEST | ATV 87

Der Argo 8x8

transportiert bis

zu sechs Personen

und ist sogar

schwimmfähig.�

Ein ATV mit Dach und

Ladefläche: das Rhino

von Yamaha.�

die

PIRSCH 10/2005

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