Schutzgebiete - Greenpeace Gruppen in Deutschland

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Schutzgebiete - Greenpeace Gruppen in Deutschland

Kurzinfo SchutzgebieteMeereCoup für die Meere:Schutzgebietewww . greenpeace . de


Meere brauchen echte SchuSchutzgebiete sind nötig, damit es auch zukünftig Fischschwärme gibt – wie diesen im Roten Meer.Ozeane bedecken über 70 Prozentunserer Erde. Von der Wasseroberflächebis in Tiefen von zehntausendMetern, von der Küste bis zur HohenSee: Ozeane beherbergen eine Vielfaltan Lebensräumen und Meeresorganismen.Doch auch die Liste der schonungslosenAusbeutung und Zerstörungder Meere ist lang: Fischerei, Öl- undGasförderung, Sand- und Kiesabbau,Einleitung von Giften und radioaktivenStoffen.Wissenschaftler haben diese Nutzungender Meere durch den Menschen weltweitverglichen, addiert und konnten so zeigen,dass 40 Prozent unserer Ozeane vomMenschen stark beeinträchtigt werden.Auch die Nordsee, das Meer vor unsererHaustür. All dies bleibt nicht ohne Folgen:Tier- und Pflanzenarten verschwindenunwiederbringlich, einzigartige Lebensräumewerden zerstört, und auch denFischbeständen geht es schlecht. Die Welternährungsorganisation(FAO) schätzt,dass von den weltweit kommerziellgenutzten Fischbeständen 53 Prozent bisan die Grenze genutzt und 32 Prozentüberfischt bzw. bereits erschöpft sind.Greenpeace setzt sich deshalb weltweit fürden Schutz der Meere ein. Eine ökologischnachhaltige und sozial verantwortlicheNutzung der Meere mit einem Netzwerkvon Meeresschutzgebieten ist die einzigeChance, die Ozeane zu retten.Wussten Sie, dass es in weniger als einem Prozent der Meere bisherSchutzgebiete gibt? Noch dazu existieren viele der Meeresschutzgebiete nurauf dem Papier. Dort sind nach wie vor zerstörerische Nutzungen wie Fischereioder Sand- und Kiesabbau erlaubt. Wirklicher Schutz kann so nicht umgesetztwerden. Nur durch eine strikte Einrichtung von Meeresschutzgebieten könnensich die Meere erholen.Was sind Schutzgebiete?Meeresschutzgebiete sind für GreenpeaceGebiete, in denen menschliche Nutzungenwie Fischerei, Öl- und Gasförderung,Sand- und Kiesabbau nicht erlaubt sind.Durch Schutzgebiete können gezielt Artenwie der Schweinswal oder Lebensräumewie Korallenriffe geschützt werden. Vorallem aber geben sie dem Meer insgesamtdie Chance zur Erholung, die es dringendbenötigt. Zahlreiche wissenschaftlicheStudien belegen den positiven Effekt vongroßflächigen Schutzgebieten. Über 80Studien zu Meeresschutzgebieten zeigenunter anderem, dass in Schutzgebietensowohl die Artenvielfalt als auch dieAnzahl der Lebewesen anstieg. Außerdemverbesserte sich der natürliche Zustanddes Ökosystems insgesamt erheblich, dasheißt, das Meer wurde wieder gesünderund bildete mehr Abwehrkräfte.Auch Wissenschaftler fordern nachdrücklichdie Einrichtung von Schutzgebieten,um den Verlust der marinen Artenvielfaltaufzuhalten und die Ozeane als einzigartigeLebensräume zu bewahren. Mehr als500 namhafte Forscher unterzeichnetenmittlerweile eine gemeinsame öffentlicheErklärung, in der sie die Einrichtung einesNetzwerkes von Schutzgebieten fordern.


tzgebieteEin Sand- und Kiesförderschiff pumpt Wasser zurück in die Nordsee. Sand und Kies bleiben an Bord.Großaugenthunfisch auf einem japanischen Fangschiff: Diese Thunfischart wird im Pazifik in Kürzeüberfischt sein, falls die Fangquoten nicht drastisch gesenkt werden.Wem kommen die Schutzgebietezugute?Zu allererst profitiert das gesamte Ökosystemvon einem Schutzgebiet. Zweitenskommen Schutzgebiete den Fischbeständenzugute: Jungfische haben dieChance ungestört heranzuwachsen, bissie schließlich selber laichen. So wächstdie Fischpopulation wieder an. Als drittesziehen langfristig die Fischer einen positivenNutzen aus den Schutzgebieten, dennEier, Larven und Fische wandern aus dergeschützten Zone in die umliegendenGebiete. So können auch außerhalb derGrenzen des Schutzgebietes die Beständeanwachsen. Folglich landet mehr Fischin den Netzen der Fischer. Dies kommtnicht zuletzt den Verbrauchern zugute, dieweiterhin Fisch in den Regalen der Supermärktefinden. Viele positive Beispiele ausden USA, St. Lucia (Karibik),Kenia, den Philippinen, Australien,Neuseeland und dem Mittelmeer zeigen,dass es genau so funktionieren kann unddie Rechnung auf lange Sicht aufgeht.Ein positives Beispiel aus Europa ist dasSchutzgebiet „Tore Guaceto“ in der Adria,das 1992 ausgewiesen wurde. Bereitsnach weniger als zehn Jahren gab es dortmehr als doppelt so viele Seebrassen wiein vergleichbaren Gebieten außerhalb desSchutzgebietes. Durch deren Abwanderungin die Umgebung und eine schonendeFischerei kann heute bei einemFischzug vier mal mehr Fisch gefangenwerden als früher.Das zurzeit beste Beispiel für den Nutzenvon marinen Schutzgebieten sind dreigroße Teile der „Georges Bank“ im Nordatlantik:Nach jahrzehntelanger Ausbeutungwaren die dort am Meeresbodenlebenden Fischbestände so weit zurückgegangen,dass die Gebiete 1994 für dieFischerei geschlossen werden mussten.Der Erfolg zeigte sich direkt. Nach nurvier Jahren stieg der Bestand aller kommerziellgenutzten Grundfischarten inden Schutzgebieten stetig an. Nur deshalbist heute die Fischerei außerhalb desgeschützten Areals immer noch möglich.Schutzgebiete weltweit!Greenpeace fordert ein weltweites Netzwerkvon Schutzgebieten: 40 Prozent derWeltmeere müssen als Schutzgebiete ausgewiesenwerden. Nur wenn das gesamteSpektrum an Tier- und Pflanzenartenrepräsentiert wird, können die verschiedenenArten und ökologischen Prozessenachhaltig erhalten werden. Die Populationenmüssen groß genug sein, um sich selberfortpflanzen zu können und mit Artgenossenanderer Schutzgebiete innerhalbdes Netzwerkes in Verbindung zu stehen.Greenpeace hat konkrete Vorschläge fürdie Nord- und Ostsee, für das Mittelmeerund für die Hohe See vorgelegt.Schutzgebiete exakt zu identifizieren, auszuweisenund wirksame Managementsystemeeinzusetzen ist ein langwieriger Prozess.Daher sind Sofortverbote (Moratorien) fürbesonders zerstörerische Aktivitäten wiedie Grundschleppnetz-Fischerei innerhalbeinzelner Gebiete wie auf der Hohen Seeals erster Schritt unabdingbar.Schutzgebiete allein sindnicht genugSchutzgebiete müssen Teil eines Gesamtkonzeptszum Schutz der Meere sein.Allein können sie jedoch nicht alle Bedrohungenverhindern. Um eine ökologischnachhaltige und sozial verträglicheNutzung der Ozeane zu erreichen, sindebenso notwendig:– ein ökologisch nachhaltiges und sozialverträgliches Fischereimanagement;– Regelungen bei Schad- und Nährstoffeinleitungen;– strikte Maßnahmen bei der Schifffahrt.


122223534212413181920256121417891516710111 Grönlandsee 2 Nordatlantik 3 Azoren/Mittelatlantischer Rücken 4 Mittelmeer 5 Sargassosee/West-Atlantik 6 Südzentraler Atlantik 7 Antarktis-Patagonien 8 Vema Seamount-Benguela9 Südafrika-Agulhasstrom 10 Südpolarmeer 11 Rossmeer 12 Zentralindischer Ozean-Arabisches Meer 13 Golf von Bengalen 14 Nordwest-Australien 15 Süd-Australien 16 Lord-Howe-Schelleund Norfolk-Rücken 17 Korallenmeer 18 West-Ozeanien 19 Westlicher Pazifik & Groß-Ozeanien 20 Moana 21 Kuroshio-Oyashio Einmündung 22 Ochotskisches Meer 23 Golf von Alaska24 Nordöstlicher Pazifik 25 Südöstlicher PazifikUmwelt versus WirtschaftDie Einrichtung von Meeresschutzgebietenist bereits in zahlreichen regionalensowie internationalen Abkommen undKonventionen beschlossen worden: aufdem Johannesburger Umweltgipfel 2002,in den Abkommen zum Nord-Ost-Atlantik(OSPAR) und zur Ostsee (HELCOM) sowieim Rahmen der Flora-Fauna-Habitat- undin der Vogelschutz-Richtlinie der EuropäischenUnion (NATURA-2000-Netzwerk).Bis 2010 bzw. 2012 sollten mit diesen unterschiedlichenAbkommen und KonventionenMeeresschutzgebiete eingerichtetsein. Auch in der Anfang 2008 verabschiedetenEU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie,die sich einen guten Umweltzustandder europäischen Gewässer bis zum Jahr2020 zum Ziel gesetzt hat, ist die Einrichtungvon Schutzgebieten explizit alsMaßnahme genannt. Allerdings fehlt beifast allen Beschlüssen der politische Wille,diese Ziele tatsächlich zu erreichen. EinProblem ist vor allem die Zersplitterungpolitischer Kompetenzen: So beschäftigensich auf europäischer Ebene zum Beispieldie Umweltminister mit der Einrichtungvon Schutzgebieten. Die Regelung derFischerei liegt aber ausschließlich in denHänden der Fischereiminister. Dies machtstrikte Managementpläne fast unmöglich.Kein Geld von Industrie und StaatGreenpeace ist international, überparteilich und völlig unabhängigvon Politik, Parteien und Industrie. Mit gewaltfreien Aktionen kämpftGreenpeace für den Schutz der Lebensgrundlagen. Mehr als einehalbe Million Menschen in Deutschland spenden an Greenpeace undgewährleisten damit unsere tägliche Arbeit zum Schutz der Umwelt.Wenn Sie mehr zum Thema Fisch undFischerei wissen möchten, lesen Sie dazuunsere Kurzinformation „Überfischung“und unseren Ratgeber „Fisch – beliebt,aber bedroht“. Ausführliches Materialzum Thema Meere bietet unsere umfassendeBroschüre „Der Mensch und dasMeer“. Alle Materialien können Sie unterTel. 040 – 306 18 120 bestellen oder imInternet finden unter:www.greenpeace.de/meereGreenpeace fordert:Die Einrichtung eines weltweitenNetzwerkes von Meeresschutzgebieten:Mindestens 40 Prozentder Meere müssen dauerhaftgeschützt werden.Ein sofortiges Verbot (Moratorium)der Grundschleppnetz-Fischereiauf der Hohen See.Die Umsetzung der EuropäischenMeeresstrategie-Rahmenrichtlinieauf nationaler Ebene. Das heißtunter anderem, dass eine Einrichtungvon strikten Schutzgebietenerfolgen muss, damit bis 2020 dergeforderte „gute Umweltzustand“der europäischen Meere erreichtwerden kann.Impressum Greenpeace e. V., Große Elbstr. 39, 22767 Hamburg, T 040 . 3 06 18 - 0 Politische Vertretung Berlin Marienstraße 19 – 20, 10117 Berlin, mail @ greenpeace . de,www . greenpeace . de V.i.S.d.P. Dr. Iris Menn Redaktion Anja Oeck Fotos Titel: Gavin Newman, S.2: Marco Care, S.3: Nick Cobbing, S.3: Alex Hofford / alle © Greenpeace Gestaltung TitusMeusel, Hamburg Druck Druckzentrum Harry Jung, Am Sophienhof 9, 24941 Flensburg Auflage 20.000 ExemplareZur Deckung unserer Herstellungskosten bitten wir um eine Spende: GLS Gemeinschaftsbank eG, BLZ 430 609 67, KTO 33400Gedruckt auf 100%-Recyclingpapier Stand 9 / 2011A 116 3

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