Ausgabe April 2011 Landesverband Hamburg Und Landesverband

wirtschaftsrat.de

Ausgabe April 2011 Landesverband Hamburg Und Landesverband

Foto: UHH / Schell

Landesverband Hamburg

und Landesverband Schleswig-Holstein

copy-druck GmbH, Neumann-Reichardt-Str. 27-33, 22041 HH

PVST 55030 Entgelt bezahlt DPAG

Ausgabe April 2011

Fachkräftemangel: Gespenst der Zukunft?

Seiten 5-7

Hamburg nach der Bürgerschaftswahl –

Welche Wirtschaftspolitik brauchen wir? Seiten 24-25

■ Arabien im Umbruch?

Europa und der Mittelmeerraum zwischen

Vision und Konfliktmanagement Seiten 26-27

■ Saubere Schifffahrt im Wettbewerb

der Transportsysteme Seiten 44-45


Landesverband Hamburg

Ausgabe April 2011

Matthias Leutke

Landesvorsitzender

A

pokalyptische Bilder erreichen

uns aus Japan: ein Erdbeben in

einer kaum je gemessenen Stärke, mehrere

verheerende Tsunamis und ein drohendes

nukleares Desaster.

Nicht weniger in Atem halten uns

die Nachrichten aus Tunesien, Ägypten,

dem Jemen, Bahrain, Libyen und anderen

arabischen Staaten. Dort ist eine

Freiheitsbewegung in Gang gekommen,

die mit ihrer ungeheuren Wucht

zu einem grundlegenden Wandel füh -

ren wird.

So unterschiedlich die Weltgegenden,

so verschieden die Ereignisse, ein

Thema verbindet sie: Es geht um die

Zukunft der Energieversorgung.

60 Prozent der Erdöl- und 40 Prozent

der Erdgasreserven weltweit befinden

sich im Nahen Osten. Müssen wir

uns auf eine Epoche gesellschaftlicher

und politischer Instabilitäten einstellen?

Auf Staatszerfall, Kriege und Bürgerkriege

und immer neue Anläufe zur

revolutionären Umgestaltung der Ge -

sellschaft? (Siehe Beitrag Seiten 26-27)

Fukushima stellt die Existenzberechtigung

der Kernkraft in Frage – ähnlich

wie die Katastrophe von Tschernobyl

vor 25 Jahren.

In der Regierungserklärung des

Ersten Bürgermeisters war von der

Schlüsselrolle, die die Energie in unseren

Gesellschaften spielt, wenig zu fin-

den. Für Olaf Scholz genießt das Versprechen,

Hamburg wieder „ordentlich

zu regieren“ Priorität. Mit der Energieversorgung,

dem Dreh- und Angelpunkt

allen wirtschaftlichen Handelns,

beschäftigte er sich kaum mehr als zwei

Minuten: Brunsbüttel und Krümmel

dürften nie wieder ans Netz gehen und

alle anderen Meiler gehörten schnellstmöglich

abgeschaltet. Ein Energiekonzept,

das eine verlässliche und preisgünstige

Versorgung sicherstellt, blieb

er schuldig. Ebenso fehlt der Hinweis,

dass Alternativen ihren Preis haben

werden. Dieser Preis entscheidet auch

über die Zukunft von Beschäftigung

und Einkommen am Standort Hamburg.

Von einer Landesregierung können

Er klärungen eingefordert werden,

wie die von den deutschen AKWs er -

zeugten 23 Prozent des Stroms anders

bereit ge stellt werden können. Um verstärkt

auf erneuerbare Energien setzen

zu können, müssen bis 2020 rund 3.600

Kilometer neue Leitungen entstehen.

Das kostet bis zu 25 Milliarden Euro.

Entsprechend große Investitionen sind

in die Speichertechnologie geboten. Der

Verzicht auf Kernenergie erhöht den

Bedarf an neuen Kohlekraftwerken. Der

Protest gegen Moorburg hat gezeigt,

dass dafür keineswegs ein gesellschaft -

licher Konsens besteht.

In der Zeitung Die Welt hat der

Zukunftsforscher Matthias Horx darauf

hingewiesen, dass ein Wechsel zur Versorgung

mit erneuerbaren Energien

eine enorme Wandlungsbereitschaft

aller gesellschaftlicher Gruppen erfordere.

Ich hätte mir gewünscht, dass Bürgermeister

Scholz zu einer breiten

öffentlichen Diskussion über die Zu -

kunft unserer Energieversorgung aufruft.

Seine Vorgänger haben schmerzlich

erfahren müssen, wie der einmal

gereizte Wutbürger nicht nur einzelne

Projekte, sondern die politische Handlungsfähigkeit

insgesamt gefährden

kann. Es schien allgemeiner Konsens,

dass man mehr mit den Bürgern reden,

eine breite Zustimmung bereits im Vorfeld

von Entscheidungen organisieren

müsse. Der sich ankündigende Protest

gegen den verstärkten Wohnungsbau

sollte die Regierung nachdenklich

machen.

Auch hätte ich mir mehr Weltgewandtheit

erhofft. Zwar fällt die Außenpolitik

nicht in das Ressort des Bürgermeisters.

Dennoch bringen die Globalisierung

und Hamburgs Stellung als

Drehscheibe für den Außenhandel es

mit sich, dass wir nicht losgelöst von

der Welt agieren können. Es ist gut und

wichtig darüber nachzudenken, was

man tun kann, um unsere Stadt für

Familien zu einem lebenswerten Ort zu

machen. Doch angesichts der besorgniserregenden

Ereignisse der letzten

Wochen scheint mir das Ziel, kinderfreundlichste

Stadt Deutschlands zu

werden, ein wenig zu kurz gegriffen.

Es gibt viel zu tun für den Wirtschaftsrat

in Hamburg. Auf unseren

zahlreichen Veranstaltungen werden

wir weiterhin über die für Unternehmer

wichtigen Themen informieren

und diskutieren. In unseren Landesfachkommissionen

werden wir Forderungskataloge

und Handlungskonzepte

erarbeiten. Viele Mitglieder haben

mir in den letzten Wochen die hohe Be -

deutung unserer Arbeit versichert. Das

gilt übrigens nicht nur für das aktive

Engagement. Aus eigener Erfahrung

weiß ich, dass es nicht immer leicht ist,

die Verbandsarbeit mit den beruflichen

Verpflichtungen unter einen Hut zu

bekommen. Dennoch lohnt es sich, dem

Wirtschaftsrat treu zu bleiben. Sie stärken

damit die Interessen der Unternehmer.

Umso breiter wir aufgestellt

sind, desto schlagkräftiger können wir

gegenüber Politik und Öffentlichkeit

argumentieren.

Ich wünsche Ihnen einen guten

Start in den Frühling und freue mich

darauf, Sie recht bald auf einer unserer

Veranstaltungen zu sehen.

Ihr Matthias Leutke

Landesvorsitzender Hamburg

3


Landesverband Hamburg

und Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe April 2011

Fachkräftemangel – die Lösung liegt vor der Tür . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 5

Interview: Der Mittelstand – Deutschlands Rückgrat . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 8

Mit Klimaschutz gegen den Schlaf ankämpfen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 10

Die europäische Verschuldung und die Krise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 12

Datenklau und Cyber-Mobbing . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 14

Zwischenruf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 16

Norddeutschlands wirtschaftliche Perspektiven . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 18

Energieversorgung als Herausforderung:

Industrie, Politik und Gesellschaft brauchen den „real deal“ . . . . . . . Seite 20

Landesfachkommission ITK Informations- und

Telekommunikationstechnologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 22

Hamburg nach der Bürgerschaftswahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 24

Arabien im Umbruch? Europa und der Mittelmeerraum zwischen

Vision und Konfliktmanagement . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 26

Landesverband Schleswig-Holstein

Juniorenkreis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 28

Landesfachkommission

Gesundheitswirtschaft . . . . . . . . . . . . . . Seite 30

Jour Fixe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 32

...im Übrigen Infos aus der

Landesgeschäftsstelle Hamburg . . . . . . . Seite 34

Neue Mitglieder in den Landesverbänden

Hamburg und Schleswig-Holstein . . . . Seite 34

Wir gratulieren zur langjährigen

Mitgliedschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 36

Nachlese . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 36

Leserbrief . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 37

Grusswort des Landesvorsitzenden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite40

Schleswig-Holstein auf dem Weg

zum ansiedlungsfreundlichsten Bundesland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 41

Neue Finanzierungswege für den Strassenbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 41

Produktivitätsschub für kombinierte Verkehre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 43

Eine saubere Schifffahrt im Spannungsfeld zwischen

Wettbewerbsfähigkeit und Innovations potentialen . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 44

Landesfachkommission Elektromobilität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite46

Elektrofahrradnetze im Wettbewerb um deutsche

Tourismusregionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 47

Die EEG-Novelle und zukünftige Anreize für Stromspeicherung . . . . . Seite 48

Juniorenkreis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 50

Wie und warum sich Unternehmen für die

Hochschulen in Flensburg einsetzen? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 51

Wiedererrichtung der vier Philosophen im Kieler Schlosspark . . . . . . Seite 52

...im Übrigen Informationen aus der Landesgeschäftsstelle Kiel . . . . . . . .Seite 53

Vorschau Veranstaltungen in Schleswig-Holstein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Seite 54

Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Seite 54

4

INHALT

Dr. Christina Arndt

(Referentin und verant -

wortlich für diese Aus gabe)

und der Redakteur

Dr. Manfred Hermann

VORSCHAU

LANDESVERBAND HAMBURG

Änderungen sind möglich

VERANSTALTUNGEN

25. Juni 2011

Regattabegleitfahrt anlässlich der

KIELER WOCHE

27. Juni 2011

Abendveranstaltung

mit Bundesverkehrsminister

Dr. Peter Ramsauer MdB

01. September 2011

Dritter Norddeutscher Wirtschaftstag

in Rostock

08. September 2011

Austragung des Ernst Werdermann-

Golf-Wanderpokals auf der Anlage des

Golfclubs Gut Kaden e.V.

POLITISCHES FRÜHSTÜCK

03.Mai 2011

Dr. Stefan Tweraser,

Managing Director von Google

Germany GmbH, verantwortlich für

Deutschland, Österreich und Schweiz

18. Mai 2011

Prof. Dr. Wilhelm Nölling Senator a. D.

und ehemals Präsident der Landeszentralbank

in Hamburg

17. Juni 2011

Dr. Stefan Groß-Selbeck, Vorsitzender

des Vorstandes der Xing AG

JOUR-FIXE FÜR MITGLIEDER

14. April 2011

Devrim Öztürk, Generalkonsul der

Republik Türkei und Sevket Ilgaç,

Handelsattaché

(Referat des Handelsattachés auf

Deutsch, Einleitung des General -

konsuls auf Englisch)

05. Mai 2011

Brigitte Behrens, Geschäftsführerin

von Greenpeace e.V.

JUNIORENKREIS

28. April 2011

Björn Dietrich, Betreiber The Coffee

Shop und Zweitplazierter der German

Barista Championship und

Tim Albrecht, Einkauf Rohkaffee bei

J.J. Darboven GmbH & Co. KG

17. Mai 2011

Jan-Menko Grummer, Partner,

Ernst & Young GmbH Wirtschaft -

prüfungsgesellschaft, Hamburg,

zuständig für Erneuerbare Energien

22. Juni 2011

Dr. Carsten Linnemann MdB,

stellv. Vorsitzender der jungen

Gruppe der CDU/CSU Fraktion im

Deutschen Bundestag

Bitte merken Sie vor:

Am 25. Mai findet der Wirtschaftstag

2011 in Berlin statt.


Fachkräftemangel –

die Lösung liegt vor der Tür

von Dr. Christina Arndt

Der Mangel an qualifizierten Fachkräften

wird in Hamburg vor allem für Mittelständler

zum Problem. Nur 23 Prozent

der Unternehmen haben keine

Schwierigkeiten, freie Stellen zu besetzen.

77 Prozent fällt es „schwer“ oder

„sehr schwer“ neue und ausreichend

qualifizierte Mitarbeiter zu finden, so

eine Studie von Ernst & Young. Dem

Mittelstand entgingen jährlich Umsätze

von 750 Millionen Euro, errechnete

die Beratungsgesellschaft.

Die Gruppe der heute 5- bis 15jährigen

umfasst in Hamburg 145.000 Personen.

Ihr stehen 186.000 Qualifizierte und

Hochqualifizierte im Alter von 45 bis 55

Jahren gegenüber (Institut für Arbeitsmarkt-

und Berufsforschung, IAB). Was

kann man tun, um den demographiebedingten

Rückgang des Arbeitskräfteangebots

aufzufangen? Aus welchen

Bereichen lassen sich Arbeitskräfte

mobilisieren und qualifizieren?

Diskutiert wird, wie Frauen und

ältere Arbeitnehmer intensiver in den

Arbeitsprozess eingebunden werden

können. Ebenfalls wird gefragt, ob die

Rahmenbedingungen stimmen, um in

stärkerem Maße Arbeitskräfte aus dem

Umland zu ge winnen (vgl. Beitrag LFK

Gesundheit, Seite 30). Das größte Potenzial

und zugleich dringendster Handlungsbedarf

liegt jedoch bei den Menschen

mit Migrationshintergrund.

In Hamburg leben 487.000 Menschen,

die keine Deutschen sind oder

mindestens ein ausländisches Elternteil

haben. Das ist mehr als ein Viertel

der Bevölkerung (28 Prozent). Auch

wenn die Statistik der Agentur für

Arbeit diese Definition nicht aufgreift

und nur zwischen Ausländern und

Deutschen unterscheidet, werden die

Probleme dieser Bevölkerungsgruppe

bereits an zwei Zahlen deutlich: Mit 16,4

Prozent war die Arbeitslosenquote der

Ausländer in Hamburg im Februar doppelt

so hoch wie die der Deutschen (8,3

Prozent). 80 Prozent der arbeitslosen

Ausländer haben keine Berufsausbildung.

Allerdings geht ein Teil darauf

zurück, dass außerhalb der EU erworbene

Abschlüsse (z.B. von Hochschulabgängern

in technischen Berufen) in

Deutschland nicht anerkannt sind. Die

Inhaber werden in der Statistik als un -

qualifiziert geführt. Die Bundesregierung

hat den Handlungsbedarf erkannt

und arbeitet an einem entsprechenden

Gesetzesentwurf.

Generell ist das Risiko arbeitslos zu

werden für Menschen mit Migrationshintergrund

höher, da sie überdurchschnittlich

häufig in pre kären, schlecht

bezahlten Arbeitsverhältnissen für

Ge ringqualifizierte be schäftigt sind.

Schulabgänger in Hamburg 2008/2009

In mo dernen und wissensbasierten

Dienst leistungsbereichen – wie etwa

der Informations- und Kommunikationsbranche

– beträgt der Ausländeranteil

nur 3,9 Prozent.

Ohne Menschen mit Migrationshintergrund

wird Deutschland seinen

Wohlstand nicht halten können. Wir

brauchen daher eine konsequente Integrationspolitik,

die die Förderung von

Jugendlichen in Schule und Berufsausbildung

einschließt (25 Prozent der

Schü ler mit ausländischem Hintergrund

machten 2010 in Hamburg Abitur,

gleichzeitig verließen aber 13,7 Prozent

die Schulen ohne Abschluss). Alle

PISA-Studien zeigen, dass die Bildungsund

Aufstiegschancen maßgeblich vom

Bildungshintergrund der Eltern be -

stimmt werden.

Vor allem Kinder der ersten Einwan -

derer-Generation bringen schlechte

Vor aussetzungen mit, die es möglichst

auszugleichen gilt. Nach Berechnungen

des Instituts der deutschen Wirtschaft

(IW) könnte das Bruttoinlandsprodukt

im Jahr 2030 um 38 Milliarden Euro ge -

Quelle:

eigene Berechnungen auf

Basis der Herbststatistik

für das Schuljahr 2008/09

Ein „Migrationshintergrund“ liegt bei Schülern vor, wenn mindestens eines der folgenden zwei

Merkmale zutrifft: keine deutsche Staatsangehörigkeit oder Aussiedler.

stiegen sein, gelänge es, die Bildungsunterschiede

zwischen Migranten und

Nichtmigranten durch bessere Integration

zu halbieren (sogenannte Integrationsrendite).

„Junge Menschen müssen, egal

welcher Herkunft, sehr früh an das Bildungssystem

gebunden werden“, sagt

5


Fotos: Handelskammer Hamburg

Landesverband Hamburg

Ausgabe April 2011

Rolf Steil, Vorsitzender der Geschäftsführung

Agentur für Arbeit Hamburg.

„Nach dem Besuch von Kindergärten,

Vorschulen und den allgemeinbildenden

Schulen muss ein qualifizierter

Schulabschluss für den einzelnen stehen,

der für einen sofortigen Anschluss

in eine Berufsausbildung bzw. in ein

Studium sorgt. Jugendliche ohne Schulabschluss

darf es nicht geben, hieraus

entsteht nicht nur für die Jugendlichen

ein Problem, sondern für die Gesellschaft

und unseren Sozialstaat mit seinen

Transferleistungen insgesamt. Dies

gilt für jeden Jugendlichen, egal aus

welchem Elternhaus er kommt.“

Dass das Qualifikationsniveau sehr

viel stärker vom Lebensumfeld als von

der ethnischen Herkunft ab hängt, diese

Erfahrung hat Ibrahim Çifçi gemacht.

Der 34jährige Unternehmer mit türki-

6

Ibrahim Çifçi,

Managing

Partner Career

Job Agents OHG

schem Hintergrund be tont, Jugendliche,

die in Deutschland aufwachsen, seien

mit den gleichen Chancen und Risiken

konfrontiert wie ihre deutschen Altersgenossen.

Es sei das Umfeld, das die Entwicklung

einiger Jugendlicher hemme.

Davon seien deutsche Jugendliche gleichermaßen

betroffen wie solche mit

Migrationshintergrund. Der Personalberater

setzt daher auf die Kraft positiver

Beispiele und organisiert ehren-

amtlich Betriebsführungen für Migranten:

„Die Jugendlichen sollen sich mit

den Karrieren ihrer Vorbilder auseinandersetzen

und vergleichbare Lebenswege

einschlagen. Die Vorbilder geben

ihnen die Kraft, über den Tellerrand

ihres eigenen Umfeldes zu schauen.“

Unternehmer sind gut beraten, sich

auf Jugendliche mit besonderem Förderungsbedarf

einzustellen. Vor allem

große Unternehmen sind dazu übergegangen,

neben Altbewerbern (24 Prozent)

und Jugendlichen mit Lernbeeinträchtigungen

(13 Prozent) auch Mi -

gran ten (29 Prozent) zu beschäftigen.

Knapp zwei Drittel bieten den Auszubildenden

zudem Nachhilfe und Stützunterricht

an (IW). Es lohnt, sich um

diese Gruppe besonders zu bemühen,

wie die Integrationsquote des team.

arbeit.hamburg zeigt: Fast 29 Prozent

der Fördermaßnahmen für Arbeitslose

mit Migrationshintergrund mündeten

2008 in eine sozialversicherungspflichtige

Beschäftigung (bei den Deutschen:

27 Prozent). Auch das „Hamburger

Hauptschulmodell“ der Arbeitsstiftung

Hamburg ist erfolgversprechend:

Seit dem Beginn im Jahr 2001 konnte

die Quote der Schüler, die direkt nach

ihrem Hauptschulabschluss einen Ausbildungsplatz

gefunden hatten, von 6,7

auf 18,8 Prozent verdreifacht werden.

Ebenso positiv sticht die starke Leis -

tungs- und Erfolgsorientierung von Be -

rufstätigen mit Migrationshintergrund

hervor. In einer Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung

gaben 89 Prozent

der Befragten an, beruflich weiterkommen

zu wollen. 57 Prozent stimmten

dem sogar „stark“ zu (Berufs tätige ohne

Migrationshintergrund: 45 Prozent).

Über die bi-kulturellen Vorzüge von

Be werbern mit Mi gra tionshintergrund,

die in Hamburg ei nen An teil von 50 Prozent

ausmachen, weiß auch Rolf Steil

zu berichten: „Es sind nicht nur die un -

ter schiedlichen Sprachkenntnisse der

jungen Menschen. Sie haben auch

einen besonderen kulturellen Hintergrund

und entsprechendes Wissen

ihres Heimatlandes und ihrer Lands-

Rolf Steil,

bis 31.3.2011

Vorsitzender der

Geschäftsfüh rung

Agentur für Arbeit

Hamburg

leute in Hamburg und Deutschland.

Hier lassen sich Geschäftsfelder, vielleicht

sogar Märkte im Unternehmen

mit dem individuellen Hintergrund der

Jugendlichen langfristig ausbauen bzw.

neu erschließen.“ Zu denken sei zum

Beispiel an die Betreuung türkischstämmiger

Senioren mit entsprechenden

Einrichtungen und Pflegekräften.

Für die Stadt Hamburg liegen die

Vorteile der interkulturellen Öffnung

gleichermaßen auf der Hand: Um die

Vielfalt, die in den Klassenzimmern

herrscht, auch bei den Lehrkräften zu

gewährleisten, hat der Senat die Zahl

der Referendare mit Migrationshin -

tergrund von 6 Prozent (2006) auf 20

Prozent gesteigert. In der Verwaltung

konnte der Einstellungsanteil junger

Menschen mit Migrationshintergrund

von 5,2 auf 15 Prozent fast verdreifacht

werden. Das Ziel seien 20 Prozent.


Hier wird versucht, die Versäumnisse

einer Einwanderungspolitik zu

reparieren, die in beträchtlichem Maße

zu der vergleichsweise niedrigen Qualifikation

und hohen Alimentation der

Bevölkerung mit ausländischem Hintergrund

beigetragen haben. In den

60er und 70er Jahren wurden gezielt

Arbeitskräfte mit niedriger Qualifikation

rekrutiert. Die erste Generation türkischer

Zuwanderer verfügte zu 70 Prozent

über keine berufliche Ausbildung,

nur neun Prozent hatten Abitur (IW). Da

die Politik Arbeitsmigration weitgehend

beschränkt, ist die Familienzuführung

zum wichtigsten Zugang nach

Deutschland geworden. In klassischen

Einwanderungsländern, wie Kanada,

Australien, Neuseeland und den USA,

verfügen zwischen 40 und 60 Prozent

der Ausländer über einen hohen Bildungsabschluss,

nur rund ein Fünftel

hat geringe Schul- und Ausbildungsabschlüsse

– bei uns sind es 60 Prozent.

Der Diskussion um eine gesteuerte Ein-

wanderung wird sich Deutschland

daher langfristig stellen müssen. Auch

vor dem Hintergrund, dass Migranten

künftig stärker aus Ländern mit geringerem

Humankapital kommen werden,

der „Kampf um die besten Köpfe“ sich

also verschärfen wird. Eine erste Bewäh -

rungsprobe wird die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit

sein, die am 1. Mai in

Kraft tritt.

„Wir müssen die Migranten als

einen Teil des zukünftigen Deutschlands

sehen und ihre gesellschaftliche

Integration in jeglicher Hinsicht forcieren“,

sagt Ibrahim Çifçi. „Eine gute Entwicklung

kann nur gelingen, wenn mit

der Aufnahme einer Arbeit der Grundstein

gelegt wird. Durch die Wahrnehmung

einer Arbeit kommen die Soft -

skills zum Tragen, und die Fachkompetenz

kann ausgebaut werden.“ Çifçi

möchte daher jungen Menschen den

Weg zu den Entscheidern ebnen und

die gesellschaftliche Vernetzung tatkräftig

unterstützen. ■

Qualifikationsstruktur der ausländischen Bevölkerung im

Jahr 2000 im Ländervergleich

Quelle:

IAB-Kurzbericht 1/2008

7


Landesverband Hamburg

Ausgabe April 2011

Der Mittelstand – Deutschlands Rückgrat

Sie sind Handwerksmeister, Mittelständ -

ler und erfolgreicher Unternehmensgründer.

Wie kam es dazu?

Ich wollte schon immer Handwerker

werden und habe ursprünglich Feinme

chaniker gelernt. Wegen eines Ingenieurstudiums

kehrte ich nach Hamburg

zurück und finanzierte meine Aus -

bildung, indem ich in die Gebäude rei -

nigung ging. Da konnte man wunderbar

von fünf bis acht Uhr arbeiten und

danach zur Schule gehen. Als meine

Mutter früh verstarb, nahm das Le ben

jedoch eine Wende, und die Arbeit in der

Gebäudereinigung verdrängte das In -

genieurstudium. Anschließend studier -

te ich Betriebswirtschaft und gründete

den eigenen Betrieb in Hamburg.

Später übernahm ich den Familienbetrieb

in Wien – daher sind wir im Norden

Deutschlands und in Wien vertreten.

Heute arbeiten 16 Firmen für uns,

von der Softwareentwicklung über ein

Schulungszentrum bis eben zur Gebäudereinigung.

Was waren die Wendepunkte in Ihrer

unternehmerischen Laufbahn?

Die größte Schwierigkeit bei einer Firmengründung

ist, dass sie ohne Referenzen

keinen Kunden bekommen, und

ohne Kunden haben sie keine Referenzen.

Damit ist es schwer, in einen Markt

hinein zu kommen. Ein Manager bei

Siemens gab mir die erste Chance. Ein

mutiger Mensch, wie man ihn heute

selten findet; denn heute sichert sich

jeder lieber dutzendfach ab. Für mich

war das ein wichtiger Wendepunkt.

Was ist Ihre unternehmerische Vision,

worüber sprechen wir in 10 Jahren?

Unsere Führungsmannschaft hat sich

schon vor fünf Jahren Gedanken ge -

macht, wohin Mittelstand und Handwerk

gehen. Wir kamen zu dem Schluss,

8

INTERVIEW

Mit über 15.000 Betrieben ist das Handwerk eine tragende Säule des Hamburger

Mittelstands. Sie sorgen für Lebensqualität und sind ein bedeutender Wirtschafts -

faktor. Was verbindet Handwerk und Soziale Marktwirtschaft? Wie schwer ist es,

ein Unternehmen zu gründen? Was tut die Politik für die vielen, oft sehr kleinen

Betriebe? Im Rahmen unserer Reihe „Der Mittelstand – Deutschlands Rückgrat“

sprachen wir mit Josef Katzer, Gründer und Geschäftsführer der Gebäude reini -

gungsfirma Katzer GmbH und Präsident der Hamburger Handwerkskammer.

Katharina Ulmer im Gespräch mit Josef Katzer

dass es viel mehr aus einer Hand geben

muss. Wenn der Kunde einen Flur ge -

strichen haben will, dann möchte er,

dass auch gleichzeitig die Steckdose

gewechselt und die Lampe erneuert

wird. Auf unser Unternehmen bezogen,

haben wir daher das klare Ziel: Alles,

was handwerksbezogen mit Immobilien

zu tun hat, möchten wir abdecken.

Was treibt Sie, sich immer wieder neben

der beruflichen, auch der ehrenamtlichen

Verantwortung zu stellen?

Menschen, die Verantwortung übernehmen,

sind die Basis unserer Gesellschaft.

Das fängt nicht erst beim Prä -

sidenten der Handwerkskammer an,

sondern bei der Freiwilligen Feuerwehr,

beim Roten Kreuz, beim Sport. Für mich

ist es zwar auch die Dankbarkeit, in un -

serer Gesellschaft leben zu dürfen, Ge -

schäfte machen zu können und Wohl -

stand zu erleben. Vor allem aber ist es

die Überzeugung, dass Gesellschaft nur

dann funktioniert, wenn viele bereit

sind, sich einzubringen. Insofern ist es

nicht die Frage was treibt, sondern

Engagement ist eine Selbstverständlichkeit.

Für Ludwig Erhard war Soziale Marktwirtschaft

vor allem eine geistige Haltung.

Wie stehen Sie heute als Unternehmer

dazu?

Ich sage es an jeder Stelle, wo ich die

Chance habe, fürs Handwerk zu sprechen:

Handwerk, das ist eine Lebens -

einstellung. Das ist die Art, wie man die

Dinge betrachtet und eben nicht die

Frage nach der maximalen Rendite.

Man geht in eine Lehre, bekommt viel

Wissen in einem bestimmten Gebiet,

wird Meister, macht sich selbständig

und will damit Erfolg haben. Aber nicht,

weil man fragt, wo verdiene ich am

meisten. Renditedenken müssen wir im

Handwerk immer erst wieder einbringen,

denn viele Handwerker wollen einfach

nur das machen, worin sie Erfüllung

finden. Und genau das ist geistige

Haltung im Erhardschen Sinn.

Welche Veränderung in der Haltung

unserer Politiker wünschen Sie sich?

Ich wünsche mir, dass Mittelstand und

Handwerk als die Rohdiamanten er -

kannt werden, die sie sind – und das

nicht nur in Krisenzeiten. Da lobt jeder

den Mittelstand, aber sobald es uns

besser geht, gerät das wieder in den

Hintergrund. Es mag leichter sein, in

einem Großunternehmen gleichzeitig

100.000 Menschen anzusprechen, als

sich mit vielen kleinen Betrieben auseinander

zu setzen. Aber das ist wichtig,

denn 80 Prozent der Beschäftigten

arbeiten im Mittelstand, und Mittelstand

und Handwerk sind lokal orientiert.

Mein Schlosser an der Ecke schafft

hier bei uns Werte und Arbeitsplätze.

Ich wünsche mir, dass man in der Politik

so denkt, wie Handwerk denkt: solide,

langfristig, qualitätsorientiert und

nachhaltig.

Katharina Ulmer


ADVERTORIAL

Positive Entwicklung

des Immobilienstandortes

Hamburg

Mit dem Titel „European Green Capital“

wird in diesem Jahr nicht nur das

Engagement der Hansestadt für eine

ökologische Stadtentwicklung belohnt,

sondern auch unterstrichen, dass der

Hamburger Immobilienmarkt eine Vorreiterrolle

bei der Anzahl von Green

Buildings in Deutschland einnimmt.

Eine vorausschauende Stadtentwicklung

zeigt sich beim Vorzeigeprojekt

HafenCity mit seinen bereits fertigen

und in jeder Hinsicht beeindruckenden

Neubauten.

Das bereits im Jahre 2009 in Betrieb

genommene Unilever-Haus am Strandkai

(Hafencity) nimmt da mit einer

ganzheitlichen, nachhaltigen Architektur

schon jetzt eine Sonderstellung ein.

Weiteren Projekten sollte dieser Neubau

zum Maß aller Dinge werden und

abgesehen vom exzellenten Standort,

neue Richtlinien setzen.

Die Qualität der Nachhaltigkeit von

Immobilien wird seit einigen Jahren

mit Hilfe von Zertifizierungssystemen

bewertet. In Deutschland am stärksten

vertreten sind das DGNB (Deutsches

Gütesiegel für Nachhaltiges Bauen), das

amerikanische LEED sowie das britische

BREEAM. Hamburg stellt auch hier seine

Vorreiterrolle als „Green Capital 2011

unter Beweis, da für die Projektentwicklungen

in der HafenCity ein eigenes

lokales Nachhaltigkeitslabel („Nachhaltigkeit

am Bau“) entwickelt wurde

und bei der Bewertung der dort erstellten

Neubauten verwendet wird. Somit

ist es nicht verwunderlich, dass sich

nach einer Analyse von BNP Paribas

Real Estate Consult in keiner anderen

deutschen Stadt so viele zertifizierte

„Green Buildings“ befinden wie in der

Hansestadt.

In der HafenCity wurden seit 2007

neun Projekte nach dem lokalen Label

zertifiziert beziehungsweise vorzertifiziert.

Dazu gehören etwa das mehrfach

ausgezeichnete Unilever-Gebäude, die

Katharinen-Schule, das Centurion-Ge -

schäftshaus, das Objekt der NIDUS-Bau-

Die neue Unilever-

Zentrale direkt am

Wasser bereichert das

Hamburger Stadtbild

gemeinschaft am Elbtorquartier, die

geplante HafenCity-Universität und die

im Bau befindliche Spiegel-Zentrale auf

der Ericus-Spitze.

Weitere jüngst in der HafenCity hinzugekommene

Projektplanungen sind

die neue Greenpeace-Zentrale und das

Ökumenische Forum, das an der Shanghai-Allee

entstehen wird. Ergänzt werden

soll das neue Stadtquartier am

Hafen mit den Green Buildings des

Musikerhauses der Bürgerstadt-Baugemeinschaft

sowie mehreren Wohngebäuden

am Lohsepark, Überseequartier,

Strandkai und Sandtorpark.

Im gesamten Hamburger Stadtgebiet

wurden nach Untersuchungen von

BNP Paribas Real Estate über 600.000

m² Bruttogeschossfläche (BGF) nach

den Nachhaltigkeitszertifikaten DGNB,

LEED und HafenCity-Label erstellt oder

befinden sich in Bau. Zu den 15 in der

Hansestadt nach DGNB zertifizierten

oder vorzertifizierten Objekten zählen

beispielsweise der östlich vom Hauptbahnhof

geplante Gebäudekomplex

Hanse-Cube und das derzeit im Bau

befindliche Opern-Plaza an der Dammtorstraße.

Außerhalb des Wallrings befinden

sich zertifizierte Objekte wie das Hanse-Atrium

in der City Süd. Das Emporio,

das vollständig zu sanierende und zu

erweiternde ehemalige Unilever-Hochhaus

in der Neustadt von Union Investment

Real Estate, wird ebenfalls nach

DGNB zertifiziert und ist damit das bislang

einzige kernsanierte Hochhaus der

Stadt. Zusätzlich wird hier das amerikanische

LEED-Zertifikat angestrebt.

Weitere Objekte mit der bisher selten

gewählten Doppelzertifizierung sind

das Commercial Center HafenCity, das

Ericus Tor (beide DGNB- und HafenCity-

Label) und das Lindley-Carre (LEED und

BREEAM).

Zertifizierte Gebäude haben eine

bessere Vermarktungschance bei der

Suche nach Mietern. Im Rahmen ihrer

Corporate Social Responsibility (CSR)

wollen immer mehr Mieter nur noch

Flächen anmieten, die zertifiziert sind.

Neben diesem Imagegewinn für die

Mieter haben amerikanische Studien

nachgewiesen, dass aufgrund der Verwendung

von umweltverträglichen

Bau stoffen und des nutzerfreundlichen

Arbeitsumfelds eine Erhöhung der Mitarbeiterproduktivität,

eine geringere

Mitarbeiterfluktuation und ein niedrigerer

Krankenstand erreicht werden.

Ebenfalls zeigen diese Studien, dass

die verbesserte ökologische, ökonomische

und soziokulturelle Qualität der

nachhaltigen Immobilie eine höhere

Vermietungsquote und eine schnellere

Wiedervermietungsquote mit sich

bringt. Diese auch für Deutschland zu

erwartende Entwicklung führt aus

Sicht von BNP Paribas Real Estate zu -

künftig auch zu einer stärkeren Differenzierung

auf dem Hamburger Immobilienmarkt.

Somit werden nicht zertifizierte

Gebäude im Wettbewerb mit

zertifizierten Objekten unter Druck ge -

raten, ein höheres Leerstandsrisiko aufweisen

und gegebenenfalls Preisabschläge

hinnehmen müssen. Mit der

wachsenden Anzahl von Green Buildings

sorgt Hamburg als „European

Green Capital“ im Immobilienmarkt für

eine positive Bilanz.

9


Landesverband Hamburg

Ausgabe April 2011

Mit Klimaschutz den Tiefschlaf bekämpfen

Neujahrsempfang am 16. Januar 2011

mit Bürgermeister Christoph Ahlhaus

Als Christoph Ahlhaus Mitte Januar auf

dem traditionellen Neujahrsempfang

des Wirtschaftsrates in den Räumen

der HypoVereinsbank sprach, blickte er

noch zuversichtlich auf den Wahltermin:

Niemand wolle zu den Verhältnissen

zurück, die herrschten, bevor die

CDU 2001 die Regierung übernommen

habe. Niemand wolle, dass die Schöne

wieder in ihren vielzitierten tiefen

Schlaf versinke, rief der Bürgermeister

den über 550 Unternehmern zu, die

sich zu der Veranstaltung angemeldet

hatten.

Ahlhaus lobte die positive Grundstimmung,

die von dem Empfang ausgehe

und unterstrich, dass man in Deutschland

wie auch in Hamburg allen Grund

habe, optimistisch auf das neue Jahr zu

blicken. Der CDU-geführte Senat habe

die Rahmenbedingungen richtig ge -

setzt, die Unternehmer hätten die richtigen

Weichen gestellt. Ähnlich hoffnungsvoll

bewertete auch Lutz Diederichs,

Mitglied des Vorstands der Hypo-

Vereinsbank, in seinem Grußwort die

Situation. Wie viele andere Städte habe

10

Matthias Leutke,

Christoph Ahlhaus,

Gastgeber

Lutz Diederichs

Hamburg zwar noch einiges an Arbeit

vor sich – etwa im Bildungsbereich oder

im Haushalt – es sei aber auf einem

guten Weg: „Man spürt, dass die Hamburger

an sich und ihre Stadt glauben“,

attestierte der in München ansässige

Gastgeber den Unternehmern, „sie

setzen sich für ihre Interessen ein und

Tjark H. und Marianne Woydt

gestalten die Zukunft ihrer Stadt entscheidend

mit“.

Für den Bürgermeister lag der

Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft

im Bereich der Erneuerbaren Energien.

Er wolle Hamburg zu einem „Silicon

Valley der Umwelttechnologie“ ma chen.


Damit unterstrich er seine Absicht,

an der – schon vor dem Beginn der

schwarz- grünen Koalition eingeleiteten

– Versöhnung von Ökologie und Ökonomie

festzuhalten. Für Unternehmen

aus diesem Bereich entwickle sich die

Hansestadt immer mehr zum Standort

Nummer eins, neben Klein- und Mittelständlern

zunehmend auch für große

Konzerne wie etwa Siemens.

Vom Titel „Europäische Umwelthauptstadt

2011“ werde Hamburg in erheblichem

Maße profitieren. So könne

die Stadt die Aufmerksamkeit und das

Interesse der großen Wachstumsregionen

der Welt für sich nutzen, um sich

erfolgreich in dieser Zukunftsbranche

zu positionieren.

Pieter und Andrea Wasmuth

Ahlhaus teilte die Ansicht des Landesvorsitzenden,

dass Umweltpolitik

auf Angebote statt auf Verbote setzen

müsse. Matthias Leutke hatte zuvor

gefordert, das Kalkül derjenigen zu

berücksichtigen, die die notwendigen

Investitionsentscheidungen für einen

verbesserten Klimaschutz zu treffen

hätten: „Politik muss sich in die Rolle

des Immobilienbesitzers, des Fahrzeug -

verkäufers, des mittelständischen Un -

ter nehmers hineinversetzen. Eine intelligente

Umweltpolitik orientiert sich an

deren – legitimen – ökonomischen

Interessen und nutzt diese geschickt,

um den Schutz der Umwelt voranzubringen.“

Ahlhaus erinnerte daran, dass Hamburg

nicht nur über eine vielfältige

Dienstleistungslandschaft verfüge, sondern

auch ein wichtiger Standort für

das produzierende Gewerbe sei. Der

Ausdruck „Industriestandort“ müsse

Cornelia Schroeder-Piller und

Michael Piller

wieder in den Mund genommen werden

dürfen. Industrieansiedlungen

führ ten nicht nur zu Schwierigkeiten

und Zielkonflikten in der Umweltpolitik,

sondern könnten auch einen aktiven

Beitrag zum Klimaschutz leisten:

Würden mehr Produkte in der Region

hergestellt, von der aus sie in alle Welt

verschifft würden, würden die Transportwege

verkürzt und damit erhebliche

Mengen von CO 2 eingespart.

Mit Blick auf Stuttgart 21 warnte

Ahlhaus vor überprofessionalisierten

Daniel Stricker,

Dirk Ullrich Naumann

zu Grünberg, Florian Eilken,

Fabian Temme,

Christian Scheuerl (v.l.)

Matthias Leutke und

Dr. Klaus-Jürgen Juhnke

und bürokratisierten Planungsprozessen,

die Deutschland schon jetzt in

seiner internationalen Wettbewerbsfähigkeit

zurückfallen ließen. Bürgerbeteiligung

sei notwendig, sie dürfe

jedoch nicht dazu führen, dass Einzelne

ihre Interessen über die des Gemeinwesens

und seine Zukunftsfähigkeit

stellten.

Als Umwelthauptstadt habe Hamburg

große Chancen, seine bedeutende

Rolle in einer zentralen Wachstums-

Beatrice und Conrad Seiffert

branche weiter auszubauen. Diese

Chan cen gelte es zu nutzen und nicht,

wie viele andere Herausforderungen

der letzten 30 bis 40 Jahre, zu ver -

schlafen. CA

11


Landesverband Hamburg

Ausgabe April 2011

Die europäische Verschuldung und die Krise

Ausblick auf die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte 2010/2011

Mittagsveranstaltung am 07. Dezember mit Thorsten Weinelt,

Chefstratege und Leiter Research der UniCredit Bank AG, München

Thorsten Weinelt: „Schrumpft die EU zur Transfer- und Haftungsgemeinschaft?“

Anders als auf dem Höhepunkt der

Wirtschaftskrise befürchtet, erholte

sich die deutsche Wirtschaft schnell.

2010 konnte mit 3,6 Prozent der größte

Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts

(BIP) seit der Wiedervereinigung verzeichnet

werden. Die Bundesregierung

sieht die Wirtschaft auf einem „soliden

Wachstumspfad“ und erwartet 2011

einen Anstieg des BIP um 2,3 Prozent.

Auch Thorsten Weinelt rechnet mit

einem Zuwachs. Die globale Nachfrage

– insbesondere aus den wachstumsstarken

Schwellenländern – werde weiter

boomen. Gestützt wird diese starke

Position durch eine Zunahme des privaten

Konsums und der Investitionen.

Sorgen bereitet die Staatsverschuldung.

Sie schränkt die Handlungsspiel -

räume der öffentlichen Haushalte ein

und brachte einige Länder in die Nähe

des Bankrotts. Im Frühjahr 2010 spannte

die Europäische Union deshalb einen

750 Milliarden Euro großen Rettungsschirm

über die strauchelnden Länder

und konnte damit die Finanzmärkte für

kurze Zeit beruhigen. Die European

Financial Stability Facility (EFSF), garantiert

durch die übrigen Euro-Staaten,

der European Financial Stability Mecha-

12

nism (EFSM), garantiert durch den EU-

Haushalt und der Internationale Wäh -

rungsfonds (IMF) können seither Staaten

in Not Kredite gewähren.

Damit sei das Problem jedoch nicht

gelöst, betonte Weinelt. Vielmehr hätten

sich die Regierungen lediglich Zeit

gekauft, um den betroffenen Staaten

Thorsten Weinelt,

Harald Boberg,

Peter Hähner (v.l.)

Luft zur Einleitung der notwendigen

Reformen zu verschaffen. Die Staatsausgaben

müssten massiv gesenkt, die

Arbeitsmärkte reformiert, der Dienstleistungssektor

liberalisiert werden.

Den dringenden Handlungsbedarf, der

durch Regierungswechsel gefährdet

werden könne, zeigte der Volkswirt am

Verlust der Wettbewerbsfähigkeit, der

sich in den Peripherie-Staaten am mas-

siven Einbruch der Exporte bemerkbar

mache: In Griechenland seien die Lohnstückkosten

seit dem Beginn der Wäh -

rungsunion um 40 Prozent gestiegen.

Auch Spanien habe sich aus dem Weltmarkt

regelrecht „herausgepreist“.

Deutschland konnte sich unterdessen

zur europäischen Konjunkturlokomotive

entwickeln.

Dennoch bleibt es von der Euro-

Krise nicht verschont, exportiert die

deutsche Wirtschaft doch fast die Hälfte

ihrer Produkte in die Länder der Eurozone.

Scheitere der Euro, scheitere Europa,

warnte die Bundeskanzlerin in einer

Regierungserklärung im Mai 2010. Die

Krise des Euro sei „die größte Be wäh -

rungsprobe, die Europa seit der Unterzeichnung

der Römischen Verträge im

Jahre 1957“ zu bestehen habe. Weinelt

teilte die Ansicht Merkels. Mit den Maßnahmen,

die 2011 beschlossen würden,

entscheide sich, ob die Europäische

Union erhalten bleibe oder zu einer

Transfer- und Haftungsgemeinschaft

schrumpfe. Weinelt bezweifelte, dass

die Staats- und Regierungschefs der 27

Euro-Staaten auf ihrem Gipfel Ende

März den von ihm geforderten Stabilitätspakt

„mit Biss“ verabschieden. Tat -

sächlich beschloss der Europäische Rat,

einen dauerhaften Krisenmechanismus,

den sogenannten Europäischen

Stabilisierungsmechanismus (ESM),

ein zurichten. Er soll den 2013 auslaufenden

Rettungsschirm ablösen und


ähnlich funktionieren: vorrübergehender

Beistand wird auf Basis eines Sanierungsprogramms

gewährt, wobei auch

die Beteiligung privater Gläubiger vorgesehen

ist. Die Kreditvergabe-Kapazität

beträgt 500 Milliarden Euro. Abgesichert

wird der ESM durch ein Eigenkapital

von 700 Milliarden Euro, hiervon

werden die Euro-Staaten 80 Milliarden

Euro einzahlen, die restlichen 620

Milliarden kann der ESM bei Bedarf von

ihnen einfordern (auf Deutschland entfallen

22 Milliarden Euro, weitere 168

Milliarden muss es an Garantien hinterlegen).

Inhaltliche Fragen sind weiterhin

Gegenstand heftiger politischer Diskussionen.

Auch der Wirtschaftsrat hat-

Dr. Werdermann

mit dem neuen

Landesgeschäftsführer,

Conrad

Seiffert

Thomas Böcher und

Christian Drake (v.l.)

te im Vorfeld mehrfach Position bezogen:

Ohne die Einigung auf konkrete

Verpflichtungen, warnte der Präsident

Professor Lauk, werde sowohl für die

Geber- als auch für die Nehmerländer

der Transferunion Tür und Tor geöffnet.

Es gibt sogar Stimmen, die schwerwie-

gende Konstruktionsfehler in der Eurozone

sehen und eine grundsätzliche

Neuausrichtung fordern. So werden ein

anreizgerechtes Umschuldungsverfahren

vorgeschlagen, der Ausbau eines

fiskalischen Umverteilungssystems

Erika Andreß und Sven Jarmuth

zwischen den Mitgliedern oder gar eine

Redimensionierung, bei der die am

wenigsten konvergenten Länder die

Eurozone verlassen müssen.

Unter den nationalen Aktienmärkten

der Eurozone sei der deutsche Aktienmarkt

zu bevorzugen, empfahl Weinelt

abschließend in seinem Ausblick

auf die Finanzmärkte 2011. Vor allem im

Vergleich zu den europäischen Peripherie-Staaten

weise er den stabilsten

Gewinntrend auf. Den Dax sah er 2011

bei 7.500 Punkten, den Dollar-Kurs bei

1,40 Euro. CA

13


Landesverband Hamburg

Ausgabe April 2011

Datenklau und Cyber-Mobbing

POLITISCHES FRÜHSTÜCK am 17. Dezember 2010

im Hotel Steigenberger mit Prof. Dr. Johannes Caspar,

Hamburgischer Beauftragter für Datenschutz

und Informationsfreiheit

Professor Caspar stellt den Datenschutz

vor. Schon wegen seiner Vielfalt kann

das Referat nur wenige Bereiche durchleuchten.

Der Datenschutz übernimmt

eine Rolle in der Kommunikation von

Bürger zu Bürger und verändert die

digitale Gesellschaft: Daten als Handelsware?

Datenklau und Cyber-Mobbing

verunsichern

Die Nachrichten lassen aufhorchen:

Hacker erpressen Konzerne, Festplatten

geraten als sog. Datenmüll in fremde

Hände, Kundendaten an (unbefugte)

Dritte, und wir selbst sind betroffen

vom Datenklau am Bankautomaten.

Störungen im Datenverkehr gehören

zum Kerngeschäft der Hackerzunft. In -

for mation, Aufklärung und Panik liegen

oft nur einen einzigen Mausklick

auseinander – in der Politik, in der Wirtschaft

und im Privaten

Zugriff durch Unbefugte

Der Übergang vom ursprünglichen

Spieltrieb mit Lötkolben und Programmierhandbuch

bis zu unberechenbaren

Cyberkriegern ist unscharf – bleibt eine

Matthias Lischke: „Gibt es in den

Bundesländern, z.B. Hamburg und

Baden-Württemberg, unterschiedliche

Kriterien bei der Vidoüberwachung?“

permanente Gefahr und lehrt uns das

Fürchten. Zahlreiche Datenpannen und

Missbräuche, derentwegen Firmen in

die Öffentlichkeit gerieten, dokumen-

14

Prof. Dr. Johannes Caspar,

Ehrhard J. Heine, Matthias

Leutke, Matthias Lischke,

Falk Führer (v.l.)

tieren das erschreckende Defizit beim

Datenschutz und seiner Zuverlässigkeit

im privaten und öffentlichen Bereich.

Die Digitalisierung entwickelte sich

rasend schnell – doch der Datenschutz

hinkt hinterher. Wirkungsvolle Über-

Die Angst vor Datenklau ist

berechtigt: Laut Schätzung einer

Studie der Lüneburger Leuphana

Universität beträgt der jährliche

Schaden durch Wirtschaftsspionage

bis zu 50 Milliarden Euro.

wachungstechnologien in dem immer

weiter wachsenden Markt sind ge -

fragt. Das rasante Tempo von Daten -

über tragungen und die hohe Anforderung

an eine zuverlässige Datensicherheit

erfordern dringend praxisgerechte

Lösungen.

Für die Datenschutzbehörde – zu -

ständig sind die Bundesländer – ist der

IT-Markt eine ständige Herausforderung.

In der Hansestadt ist der Hamburgische

Beauftragte für Datenschutz

und Informationsfreiheit

für die Kontrolle

und Überwachung zu -

ständig. Gleichzeitig ist

er Dienstleistungs- und

Servicebetrieb und sorgt

für die Durchsetzung unserer Grundrechte.

Dazu ge hört auch die Bearbeitung

„öffentlicher“ und „nichtöffentlicher“

Eingaben. „In den letzten Jahren“,

so der Hamburger Datenschutzbeauf-

13 Prozent der

Internetnutzer ist es egal

was mit ihren Daten

passiert

tragte Prof. Dr. Johannes Caspar, „ist die

Anzahl der Eingaben kontinuierlich

gestiegen“. Betrafen in den 90er Jahren

noch 43 Prozent den nichtöffentlichen

Bereich, so machten im Jahr 2009

diese Eingaben bereits 80 Prozent aus.

Jede Beschwerde, jede Bitte, jede Anfrage

vom Bürger muss schriftlich bearbeitet

werden.

Datenschutzbeauftragte bestellen

Eine Schlüsselrolle für die Stärkung der

Eigenverantwortlichkeit datenverarbeitender

Stellen innerhalb der Betriebe

kommt den nach dem Bundesdaten -

schutzgesetz zu bestellenden betrieblichen

Datenschutzbeauftragten zu.

Diese werden künftig stärker als Partner

der Behörde im Bemühen um einen

effizienten Datenschutz einbezogen.

Derzeit ist man von einem präventiven

Datenschutzmanagement im

Dienst von Kunden und Verbrauchern

noch weit entfernt. Das unternehmerische

Denken und Handeln ist erheblich

zu verbessern, und das Management

muss mehr Verantwortung

übernehmen. Hier

kommt dem Daten -

schutz beauftragten

eine Schlüsselrolle zu.

Neben der Möglichkeit

des betriebsinternen Clearings durch

eine tech nische und organisatorische

Schwachstellenanalyse erhalten Betriebe

die Möglichkeit, rechtliche Maßnahmen

der Aufsichtsbehörde rechtzeitig


abzuwenden und damit auch mögliche

Bußgeld sanktionen zu vermeiden.

Das Konzept Hamburger Datenschutz

2010 sieht drei sich gegenseitig

ergänzende gleichberechtigte Module

vor. Zwei der Konzepte beruhen auf

der Aktivierung der Kompetenzen zur

Selbst steuerung und richten sich in

erster Linie an die Akteure.

Das dritte Modul setzt auf die hierarchische

Steuerungsebene des Rechts,

ohne die ein Rechtsvollzug nicht ge -

währleistet werden kann.

Digitalisierung wird zur

Bildungsaufgabe

Unter dem Motto „Meine Daten kriegt

ihr nicht!“ sensibilisiert die im letzten

Jahr gestartete Schulaktion den Nachwuchs.

Damit Jugendliche mit ihren

Daten eigenverantwortlich umgehen

können, müssen sie ein Bewusstsein für

die zahlreichen Risiken und Nachteile

Das Unternehmen Ernst & Young in

Hamburg engagiert sich seit Jahren als

Förderer für Kunst und Kultur. Mit der

Unterstützung der Hamburger Kunsthalle

und der exklusiven Förderung der

jährlichen Ausstellungsreihe „Zeitge -

nössische Kunst“ in der Galerie der

Gegenwart der Hamburger Kunsthalle

bekennt sich das Unternehmen ausdrücklich

zu der Stadt und zum Kulturstandort

Hamburg. In diesem Zy -

klus präsentiert die Galerie einmal im

Jahr für mehrere Monate Werke eines

international bedeutenden Künstlers.

Ihre Einzigartigkeit gewinnt die Reihe

dadurch, dass die Künstler die Ausstellungen

selbst konzipieren und speziell

eigene Werke dafür schaffen.

Anlässlich der 5. Phototriennale in Hamburg

zeigt die Hamburger Kunsthalle

in diesem Jahr die Ausstellung „Roni

Horn. Photographien“. Die New Yorker

Künstlerin Roni Horn gehört mit ihren

Serien von Photographien, Zeichnungen,

Objekten und Skulpturen zu den

international renommiertesten Künstlerinnen

der Gegenwart. Nach ihren

großen Einzelausstellungen 2009 in

Karl-Josef Mondorf wünscht sich eine

Änderung der Aufgabenteilung und

möchte die Prävention mehr in die Verantwortung

der Unternehmen verlagern

entwickeln. Der miss -

bräuchlichen Da ten ver -

wendung gerade in dieser

Altersgruppe – z.B.

Cyber-Mobbing und Cyber-Grooming –

muss entgegengewirkt wer den. Um

einen sicheren Einstieg und Aufenthalt

in der virtuellen Welt zu garantieren,

sind Schulbehörde und andere staatli-

der Tate Modern in London und im

Whitney-Museum in New York sind ihre

Photographien nun erstmals in einer

Einzelausstellung in Deutschland zu

sehen.

Typisch für Roni Horn ist die Inszenierung

der paarweisen Gegenüberstellung

von Photos oder Objekten. In

vielen ihrer Arbeiten setzt sich die

Künstlerin mit der Vorstellung von

Identität auseinander. Dabei arbeitet

sie meistens in Serien, wie dies bei den

Portraitphotographien You are the

Weather (1994-96) der Fall ist – insgesamt

100 Close-ups von dem Gesicht

einer jungen Frau, die in den heißen

Quellen auf Island badet. Vor dem Hintergrund

des strahlend blauen Wassers

entwickeln die Portraits eine außergewöhnliche

Präsenz, der sich der Betrachter

nicht entziehen kann.

In den Photographien der Serien

Another Water (2000) und Still Water

(1997–99) zeigt die Künstlerin die

Themse im Zentrum Londons. Den Ar -

bei ten sind Kommentare mit Gedanken

über das Wasser beigefügt, durchsetzt

mit literarischen Texten und persönlichen

Beobachtungen zum Fluss. Die

27 Millionen Deutsche

haben ein persönliches

Internetprofil

che Stellen gefragt. Das Pilotprojekt an

einer Hamburger Schule mit einer Art

„Seepferdchen für Drittklässler“ ist

gestartet.

Die Nachbarn sind weiter

In Sachen Datensicherheit liegt der

Standard in Deutschland gegenüber

Großbritannien und Frankreich deutlich

zurück. Dort sind Firmen und Be -

hörden bei der Sicherheitstechnologie

schon viel weiter. Der kriminelle Miss -

brauch von Daten ließe sich einschrän-

ken; denn technisch ist

es keine große Herausforderung.

Es fehlt lediglich

an Aufklärung und

entsprechenden Angeboten.

Die Politik müht sich, der Datennutzung

ein Korsett zu verpassen. Die

Problematik liegt darin, einen Weg

gleichgeltender Gesetze für Deutschland

und Europa durchzusetzen. EJH

KUNST UND KULTUR ADVERTORIAL

Ausstellung „Roni Horn. Photographien“ in der Kunsthalle

Roni Horn (*1955)

You are the Weather (Detail), 1994-1996

© Roni Horn

Verbindung aus Bild und Text bietet ein

unendliches Spektrum an Assoziationen.

Dies ist ganz im Sinne der Künstlerin

Roni Horn: „I want the viewer to

take an active role!“ Neben der technischen

Qualität ist es vor allem die

Ambivalenz zwischen Bedrohung und

Vertrautheit des Wassers, welche die

Faszination von Horns Photographien

ausmacht.

Vom 15. April bis zum 24. Juli 2011

präsentiert die Galerie der Gegenwart

insgesamt mehr als 100 Arbeiten der

Künstlerin, darunter Leihgaben aus

zahlreichen in- und ausländischen

Museen.

15


Landesverband Hamburg

Ausgabe April 2011

16

ZWISCHENRUF

Beim Thema Liebe war er schon im -

mer „die“ Institution. Dr. Sommer

weiß seit 40 Jahren aus erster Hand

Bescheid, wenn es um Liebeslust und

-leid bei jungen Menschen geht. Dabei

hat sich grundsätzlich gar nicht viel

verändert. Nach einer Studie aus dem

Jahr 2009 sehnen sich Jugendliche

noch immer nach Partnerschaft, Nähe

und romantischen Gefühlen.

Neu ist, dass schon zwei von drei Elf-

(!) bis Siebzehnjährigen bereits gewollt

oder ungewollt pornografische Bilder

oder Filme gesehen haben. Ein Drittel

der Elf- bis Achtzehnjährigen kennt

„Soft-Angebote“, wie die Darstellung

nackter Perso nen, Striptease oder

„normalen“ Ge schlechts verkehr. Schon

einer von sechs Jugendlichen hat harte

Pornografie mit Darstellungen von

Sodo mie, Nekrophilie, Verstümmelungen,

Gruppensex oder dem Miss -

brauch von Kindern konsumiert.

Wo? Im Internet. Auf dem Handy/

Smartphone. Auf einschlägigen Web -

sites, in Social Communities, Foren,

Chats und Blogs. 96 Prozent der Ju -

gendlichen haben zuhause Zugang

zum Internet, rund die Hälfte kann

einer anderen Untersuchung zufolge

sogar unbeobachtet und vom eigenen

Zimmer aus surfen. Dabei wird rund

einer von sieben Jugendlichen mindestens

einmal im Internet „angemacht“.

Die meisten Opfer sind zwischen

13 und 15 Jahre alt. Behörden in

der ganzen Welt registrieren seit Jahren

einen rasanten Anstieg beim Be -

Tatort Internet

sitz, der Beschaffung und Verbreitung

von kinderpornografischem Material.

Erwachsene, die über das Internet

Kinder und Ju gendliche kontaktieren,

suchen gezielt nach jungen Menschen,

die sich über Sex unterhalten wollen –

und treffen damit auf ungeheures In -

te resse. Meist sind die Täter das, was

man allgemein als durchaus sozial in -

tegriert bezeichnet: überdurchschnittlich

intelligent, oft mit Universitätsabschluss

und in geregelten Beziehungen

lebend. Sie manipulieren die Jugendli-

chen, indem sie sich deren Neugier und

Unsicherheit in Sachen Sex zunutze

machen, um sie dann zu benutzen und

in kriminelle sexuelle Beziehungen zu

verwickeln. Obwohl die Jugendlichen

meist das (leicht verjüngte) Alter des

Täters kennen, lassen sie sich auf Treffen

ein – freiwillig.

Dabei werden die Jungendlichen

nicht nur Opfer, sondern aus Unwissen

auch Täter. Die wenigsten wissen, dass

das Fotografieren oder Filmen anderer

Personen in peinlichen Situationen –

auf der Schultoilette oder in der Um -

kleidekabine – ein Straftatbestand ist.

Auch das Versenden solcher Dateien

kann unter bestimmten Umständen

geahndet werden.

Bei diesem Thema geht es vorrangig

um unsere Kinder, und es ergeben

sich einige Fragen: Weshalb mutet es

an, dass es mehr um die Täter, als um

die Opfer geht? Weshalb werden solche

Täter aus der Sicherheitsverwahrung

entlassen und gesagt, dass eine Sicherheitsverwahrung

unmenschlich sei?

Eigentlich benötigt unser Land auch

eine Meldepflicht für Sexualtäter (wie

in den USA)! Daran ist nichts Verwerfliches,

und es verstößt auch nicht ge -

gen die Menschenwürde. Die Mehrheit,

und nicht die Minderheit, muss

geschützt werden. Das Internet ist

kein Pranger, sondern Information!

Auch wenn ein vergewaltigtes Kind

(oder auch Frau oder Mann) noch lebt,

ist sein Leben und das der Eltern zerstört!

Das ist Fakt! Es ist schon ein

blanker Hohn, wenn ein Täter „von

Todesangst“ spricht, wie im Fall Mirco.

Was muss eigentlich der kleine Mirco

empfunden haben?

Was ist zu tun? Innocence in Danger

(Schirmherrin und Präsidentin ist

Stephanie zu Guttenberg), seit 1999

eine der aktivsten überregionalen, privatrechtlichen

Organisationen gegen

sexuellen Missbrauch und pornografische

Ausbeutung von Kindern im

Internet, hat viel Erfahrung mit konkreten

Tipps für Kinder und Jugend -

liche, aber auch für Eltern und Lehrer:

ver antwortungsvollen Umgang mit

Handy und Internet einüben, Regeln

vereinbaren, möglichst offen über Sex

und sexuelle Gewalt reden und ein ge -

sundes Misstrauen herstellen. Sprich:

Wenn dir etwas komisch vorkommt,

dann zögere nicht, das einem Erwachsenen

deines Vertrauens zu erzählen.

Bleibt nur zu hoffen, dass unsere

Augen und Ohren dann so offen sind

wie die von Dr. Sommer.

Ludolf von Löwenstern

Der Zwischenruf gibt die Auffassung

des Verfassers wieder.


ADVERTORIAL

Brüssel plant neue

Tabakproduktrichtlinie

Will die Brüsseler EU-Kommission dem

Raucher gänzlich den Spaß verderben?

Die gegenwärtig geltende Tabakproduktrichtlinie

2001/37/EG (EUTPD) wird

derzeit überarbeitet. Die Tabakproduktrichtlinie

regelt die Herstellung,

Aufmachung und den Verkauf von

Tabakerzeugnissen. Die Richtlinie wurde

vom Europäischen Parlament und

dem Rat verabschiedet und 2002 in

Deutschland umgesetzt.

Im September 2010 hat die Kommis sion

ein öffentliches Konsultationsverfahren

eröffnet und bis zum 17. Dezember

wur den alle Bürger der Europäischen

Union aufgerufen, online Stellung zu

den Regulierungsvorschlägen zu nehmen.

Mit 86.000 Antworten wurde ein

Rekord eingestellt: noch nie haben sich

so viele Bürger und Institutionen an

einem Online-Konsultationsverfahren

beteiligt.

Was dürfen die Tabakhersteller

künf tig, und was erwartet den Konsumenten?

EU-Gesundheitskommissar

John Dalli, der Mann aus Malta, möchte

den Rauchern mit einer Fülle von Einzelvorschriften

den blauen Dunst konsequent

verleiden. Dadurch legt er sich

massiv mit den Tabakherstellern und

den Konsumenten an.

Im Gespräch sind z. B. Einheitsverpackungen

(Plain Packs), das Verbot von

offenen Auslagen in Läden und auf Theken

(Display Ban) sowie Schockbilder

auf Packungen. Das geplante Präsen -

tations- und Werbeverbot würde be -

deuten, dass Tabakprodukte nur noch

nicht-sichtbar im Laden platziert sein

dürften. Beim Zigarettenkauf müsste

der Kunde die gewünschte Zigarettenmarke

nennen – der Verkäufer händigt

die Ware dann verdeckt aus. Warnbilder

(Piktogramme) in Packungsgröße

und uni Aufmachung (Einheitsfarbe)

des Packung-Designs würden Norm.

Brüssel möchte ein totales Rauchverbot

in allen öffentlichen Räumen,

Verkehrsmitteln und am Arbeitsplatz.

So wird über die Tabakproduktricht linie

hinaus noch die Einführung eines um -

fassenden Rauchverbotes am Ar beits -

platz diskutiert. Obwohl in Deutsch land

umfassende Rauchverbote in allen Einrichtungen

des Bundes und im öffent -

lichen Nahverkehr gelten und neben Be -

hörden, Dienststellen, Gerichten und

anderen öffentlichen Einrichtungen

auch bundesunmittelbare Körperschaf -

ten, Anstalten und Stiftungen, Bildungsund

Kultureinrichtungen sowie Eisenbahnen,

U- und S-Bahnen, Stra ßen bah -

nen, Busse, Flugzeuge, Taxen und Schiffe

rauchfrei sind, sieht die Europäische

Kommission hier Handlungsbedarf.

Auch in der Kommunikation soll es

Neuigkeiten geben. Eine Service-Hotline

zum Einhaltsgebot der Raucherlust

(Suchtberatung und Ausstieg) soll das

jahrhundertealte Kulturgut Tabak total

verschwinden lassen.

Und noch radikaler: Die Weltge -

sundheitsorganisation (WHO) empfiehlt

sogar Telefonattacken auf Raucher!

Engagierte Gesundheitsexperten

sollen die Raucher gezielt zum Aufhören

bringen. Doch der mündige Bürger –

immerhin zahlender Konsument – will

und wird selbst entscheiden, ob gesundheitliche

Risiken den Genuss von Tabakprodukten

vermiesen. Das scheint aus

EU-Sicht völlig unwichtig, die knallharte

Linie heißt „rauchfreies Europa“.

Doch so schnell geht die Zigarette

nicht aus! Aus Sicht der Tabakhersteller

hält man an den alten Werten fest.

Schon jetzt bestehen in ganz Europa

harte Auflagen für den Handel, doch

ein Verbot der Warenpräsentation und

das Aus für die „Zigarette-im-Verkaufsregal“

würde eine Prozesslawine auslösen.

Die Einführung einer Einheitsverpackung

verstößt gegen nationalesund

EU-Recht und würde nicht hingenommen.

Die mühsam erkämpften

Marktanteile haben die Konzerne Un -

summen gekostet, Eigentums- und

Markenrechte garantieren Wertschöpfungen,

auf die kein Unternehmen verzichten

kann. Die Tabakhersteller werden

sich bestehende Markenwerte

nicht durch verschärfte Richtlinien per

Verordnung vernichten lassen.

REGULIERUNG

Strikte Verbote des legalen Handels

würden zudem kräftige Impulse für

den Schwarzmarkt bedeuten und bö -

ten große Chancen für Kriminelle. Im

Übrigen bescherte das Verbot der

Glimmstängel dem Fiskus bisher Einnahmeverluste

in Milliardenhöhe.

Bei Wirtschaftsvertretern stoßen

die EU-Pläne auch auf wenig Gegenliebe.

Dort sieht man keinen Bedarf, das

legale Konsumprodukt Raucherware

noch weiter zu reglementieren. Weitere

Einschränkungen wären ein eklatanter

Verstoß gegen geltendes Grundund

Markenrecht sowie das Recht auf

freien Handel. Auch der Gaststättenverband

(DEHOGA) sieht keinen Handlungsbedarf:

„Eine weitere Verschärfung

der Nichtraucher-Bestimmungen

ist nicht notwendig. Von einem völligen

Rauchverbot wären laut DEHOGA zwar

nur 10 Prozent der rund 190.000 Gaststätten

betroffen, aber gerade die Eckkneipen

und Raucherlounges würde es

ganz hart treffen.“

Die Menschen – speziell die Raucher

– wollen nicht auf gesundheitlich be -

denk liche Genussmittel verzichten!

Und CDU-Gesundheitsexperte Jens

Spahn meint zum Thema: „Brüssel soll

sich aus dem Nichtrauchergesetz raushalten!

Wenn es neuer Regelungen

bedarf, werden die in Deutschland diskutiert

und entschieden.“ Dafür bleibt

Zeit bis November 2011. Danach beraten

die Gremien, bis die Richtlinie 2012 vom

EU-Parlament verabschiedet wird und

die Mitgliedstaaten diese in nationales

Recht übernehmen müssen.

Alle diskutierten Maßnahmen stellen

einen beispiellosen Dammbruch in

der Regulierung dar, mit Risiko der

Übertragung auf andere Produkte wie

Alkohol und Süßigkeiten. Erste Forderungen

nach ähnlicher Regulierungsdichte

bei Alkohol und Süßwaren sind

bereits heute zu hören. EJH

17


Landesverband Hamburg

Ausgabe April 2011

Nachbarschaft auf Distanz – Hamburg und Schleswig-Holstein

Norddeutschlands wirtschaftliche Perspektiven

Dr. Christian von Boetticher MdL

Der Auftritt des designierten Minis -

terpräsidenten von Schleswig-Holstein

stieß auf lebhaftes Interesse unserer

Mit glieder. Doch auch Michael Neumann,

Fraktionsvorsitzender der Hamburger

SPD und Dr. Valerie Wilms, Bundestagsabgeordnete

der Grünen aus

dem Kreis Pinneberg, gehörten zu den

zahlreichen Frühstücks-Teilnehmern

im Hotel Steigenberger. Am Ende dürfte

der Referent niemanden enttäuscht

haben. Über Parteigrenzen hinweg

meldete sich mit v. Boetticher (40) ein

Vertreter der jüngeren Politikergeneration

zu Wort, die großen Elan mitbringt,

um verkrustete Strukturen in

den eigenen Parteien, im eigenen Bundesland

oder – was in diesem Fall im

Vordergrund stand – im Verhältnis

zwischen Hamburg und Schleswig-

Holstein aufzubrechen.

Jenseits seines eigentlichen Themas

stellte v. Boetticher zunächst die Mahnung

heraus, dass die Politiker die

Schuldengrenze nicht weiter ignorieren

dürften – oft im Gegensatz zu ihren

Be teuerungen. Schleswig-Holstein je -

denfalls werde seine Verschuldung von

25 Milliarden Euro in zehn etwa gleichen

Schritten bis 2020 abbauen, und

zwar mit harten Maßnahmen bei der

Reduzierung von Ausgaben, nicht durch

neue Steuern. Dieser Entschuldungsplan

setzt wohl stillschweigend voraus,

18

Politisches Frühstück am 30.01. mit Dr. Christian von Boetticher MdL

Landesvorsitzender der CDU Schleswig-Holstein

dass die Landesregierung auch angesichts

von Sparmaßnahmen bis 2020

CDU-geführt bleibt.

Im wirtschaftlichen Teil der Aus -

füh rungen betonte v. Boetticher wiederholt

sein Credo, dass die beiden be -

nachbarten Bundesländer auf Gedeih

und Verderb aufeinander angewiesen

seien. Im Übrigen habe Norddeutschland

zu sam mengenommen – Hamburg,

Schles wig-Holstein, Mecklenburg-

Vorpommern, Niedersachsen und Bremen

– hervorragende Chancen auf dem

internationalen Markt. Die Wirtschaft

habe ihre Zusammenarbeit über (Länder-)

Grenzen hinweg längst realisiert.

Günter Meisch: „Ist Hamburg bereit, die

Ziele gemeinsam mit Schleswig-Holstein

zu erreichen?“

Andererseits mangele es leider an den

notwendigen staatlichen Rahmenbedingungen

für eine gemeinsame Planung

und ein gemeinsames Auftreten.

Politik und Behörden dächten in zu

kleinen Einheiten. Nur eine Kooperation

der gesamten Region verspreche

Erfolg. Zwar gebe es ein offizielles Gremium

für die „Metropolregion Hamburg

(die nach Ansicht v. Boettichers

jedoch wesentlich zu klein ausgelegt

ist), aber dessen Beschlüsse seien ge -

genüber den großen Problemen „ziemlich

wirkungslos“. Es folgte eine Kritik

des Referenten an der Verwaltung, wie

man sie in dieser Deutlichkeit von füh -

renden Politikern selten hört. V. Boetticher

schilderte aus seiner Erfahrung als

Landesminister, wie weiterführende

Vorschläge zur Kooperation zunächst

auf die lange Bank geschoben und

dann von den betroffenen Behörden

mit Ablehnung, Bedenken und vielen

Einwänden zu Fall gebracht wurden.

Dr. Peter Ruland: „Sind nicht ehrlicher -

weise Einsparungen nur im Bereich

Soziales und Personal möglich?“

Der Zuhörer fragte sich hier, ob ein neuer

Ministerpräsident in Schleswig-Holstein

diesen Kreis wirklich durchbrechen

wird und ob dann andererseits

auch die Hamburger Verwaltung über

ihren stolzen, föderativen Schatten

springen würde. Bislang begrenzt allein

schon die Aussicht auf Gemeindesteuern

mögliche Gemeinsamkeit.

Eine positive Ausnahme bildeten, so

v. Boetticher, die drei gemeinschaftlichen

Vertretungen in Brüssel, St. Petersburg

und Danzig, die gut funktionierten.

Im Übrigen seien bisher aber nur

kleine Sprünge gemacht worden. Was

die wenigen überregionalen Dienststellen

der beiden Länder betreffe, sei

momentan der wesentliche Effekt, dass

eine zusätzliche Leitung über zwei nach

wie vor getrennte Apparate installiert

wurde. Abgesehen von unterschiedlichem

Beamtenrecht und verschiedener


Bezahlung, die die Zusammenarbeit

behindern, fehle es auch an einer ge -

meinsamen IT-Struktur.

Wettbewerb der Verwaltungen, der

an den Ländergrenzen haltmache, ergäbe

keine Sinn mehr. Vielmehr laute

die Aufgabe, eine überregionale Landesplanung

und eine gemeinsame

Verkehrs- und Infrastrukturpolitik zu

be trei ben. Hamburg könne ohnehin

große Projekte nicht mehr ohne Schleswig-Holstein

planen (Beispiel: Aus-

Bemerkenswertes aus Sachsen

gleichsflächen). Andererseits sei die

Hansestadt ein wesentlicher Arbeitgeber

für das Nachbarland. Schleswig-

Holstein wiederum biete mit seiner

stark mittelstandsorientierten Wirtschaft

einen guten Konjunkturpuffer,

wie die jüngste Krise bewiesen habe.

Schließlich riet v. Boetticher noch, bei

künftigen Überlegungen der starken

Wachstumsregion Malmö-Kopenhagen

die notwendige Aufmerksamkeit zu

schenken. He

Der Freistaat Sachsen als Zukunftsregion –

Herausforderungen und Strategien

Ministerpräsident Stanislaw Tillich und

Michael Westhagemann

Bei der Abendveranstaltung begegnete

unseren Mitgliedern ein selbstbewusster

Ministerpräsident aus Sachsen,

für den sein Bundesland Primus

unter den ostdeutschen ist. Nur Bayern

und Baden-Württemberg betrachtet er

als Vorbilder. In dieser Hierarchie mag

das wirtschaftlich starke Hamburg fehlen,

weil es sich als Stadtstaat nicht als

Vergleichsobjekt eignet.

Tillich vertrat die Auffassung, die Sachsen

hätten die wirtschaftliche Chance

der Wiedervereiniung schneller und

intensiver begriffen und genutzt als

andere Menschen, die aus der Staatswirtschaft

der DDR entlassen waren.

Dabei war es hilfreich, dass gerade

die Hanseaten seit 1990 viele Bande

mit der sächsischen Landeshauptstadt

Dresden knüpften. Die Historie des

Ham burger Landesverbandes liefert

hierfür ein gutes Beispiel. Bereits kurz

Tjark H. Woydt, Uwe Jens Neumann

Abendveranstaltung am 15.02. mit Stanislaw Tillich MdL

Ministerpräsident des Freistaates Sachsen

nach dem Fall der Berliner

Mauer reis te eine

Gruppe von Mitgliedern

unter Führung des Lan -

desvorsitzenden Franz-

Günther v. Gaertner nach Dresden, um

interessierten Bürgern die Grundsätze

und Wirkungsmechanismen der Marktwirtschaft

zu erklären. Das Interesse

war enorm, zumal der Raum Dresden

als „Insel der Ahnungslosen“ galt, weil

das Westfernsehen aus technischen

Gründen nicht empfangen werden

konnte. Schon im Mai 1990 – fünf

Monate vor der Wiedervereinigung –

wurde dann auf Hamburger Initiative

der Landesverband Sachsen des Wirtschaftsrats

ins Leben gerufen.

Sachsen ist der

Wirtschaftsmotor des

Ostens – 29 Unternehmen

sind Weltmarktführer

Der mittelständische

Maschinenbau bildet

traditionell die Grundlage

der sächsischen

Wirtschaft. Nur zwei

Prozent der Unternehmen haben mehr

als 500 Beschäftigte. Die Basis wurde

er weitert, als es gelang, be deutende

Produktionsstätten der Automobilindustrie

– Porsche, VW, BMW – ins Land

zu holen. Ausserdem konnte Halb -

leiterindustrie (Chipherstellung) mit

großen Investitionen angesiedelt werden.

Für Tillich ist Sachsen heute „der

Wirtschaftsmotor im Osten“. Sein Bundesland,

der Einwohnerzahl nach das

viertgrößte (nach Nordrhein-Westfalen,

Bayern und Baden-Württemberg), sei

Dr. Thomas Klischan, Hans-Theodor Kutsch, Prof. Dr. Sonja Bischoff, Marcus Vitt (v.l.)

19


Landesverband Hamburg

Ausgabe April 2011

eine der innovativsten Regionen Europas.

Die Technische Universität Dresden

sei die größte ihrer Art in Deutschland.

29 sächsische Unternehmen seien Weltmarktführer,

auch wenn es noch keines

zu einem Platz unter den ersten 30

DAX-Unternehmen gebracht habe.

Beeindruckende Fakten nannte der

Ministerpräsident, als er

auf den Haushalt des

Freistaats einging. Die

Schulden je Bürger be -

trügen 2.930 Euro und

seien damit die niedrigsten

unter allen Bundesländern (Durchschnitt

7.260 Euro, Hamburg 12.850

Euro). Sachsen habe seit 2006 keine

neuen Schulden mehr aufgenommen!

20

Staatssekretär

Rüdiger Möller

mit den beiden

ehemaligen

Staatsräten

Rolf Reincke,

Günter Bonz

Allerdings ist hinzuzufügen,

dass der Staatshaushalt

2010 noch

20 Prozent Trans fer -

leis tungen aus dem

Westen (Solidarpakt und Länderfinanzausgleich)

enthielt. Im mer hin, die

Sachsen wollen bis 2020 auf eigenen

Füßen stehen. Zu den

Sparmaßnahmen im

Land gehört, dass der

Öffentliche Dienst seit

1990 personell halbiert

wurde und auch jetzt

noch von 88.000 auf 70.000 Mitarbeiter

reduziert werden soll.

Ein Erfolgsmodell ist das sächsische

Schulwesen, folgt man den Pisa-Ergeb-

nissen. Es sollte in Hamburg zu denken

geben, dass die guten Resultate mit

einem unveränderten Schulsystem,

und nicht auf einem Experimentierfeld,

erzielt werden. Die Förderung der

Schüler wurde in Sachsen freilich ausgebaut.

So bewähren sich Lerncamps

und viele Partnerschaften von Schule

und Wirtschaft.

Tillich verhehlte nicht, dass sein

Land auch Sorgen hat. „Die Sachsen

sind die ältesten Deutschen.“ Die Ge -

burtenrate sei seit 1990 halbiert, und

zu viele junge Menschen verließen das

Land. Die Regierung mache sich zu -

nehmend Gedanken,

wie ältere Arbeitnehmer

sinnvoll eingesetzt

werden können. Das

absehbare Auslaufen

der Braunkohleförderung treffe die

Wirtschaftskraft des Landes empfindlich,

zumal es danach über keinerlei

Rohstoffe mehr verfüge. Als Ministerpräsident,

der stattdessen auf die Innovativkraft

seiner Unternehmen setzen

muss, sieht er Probleme bei der Techno -

logiefeindlichkeit der Deutschen. Allge -

mein habe die Wirtschaft der Bundesre -

publik nur dann eine Chance, lang fris -

tig international mitzuspielen, wenn

die Gesellschaft dem technischen Fortschritt

offener gegen überstehe. He

Energieversorgung als Herausforderung: Industrie,

Politik und Gesellschaft brauchen den „real deal“

Conrad Seiffert und Pieter Wasmuth

Der Vattenfall-Generalbevollmächtigte

für Hamburg und Norddeutschland

begrüßte als Hausherr die Mitglieder

und Gäste des Wirtschaftsrats.

Der sächsische Staat

hat seit 2006 keine

neuen Schulden mehr

aufgenommen

Politisches Frühstück am 16.Februar 2011 mit Pieter Wasmuth

Vortrag im Hause Vattenfall in der City Nord

Das Thema Energie mit den Schlagwor -

ten steigende Preise, Importabhängigkeit,

Energiepartnerschaften und Speicherung

sorgt für ständige Aufmerksamkeit.

Eine McKinsey-Studie zur

Trans formation des Europäischen Energiemarkts

prognostiziert: Bis zum Jahr

2050 steige der Strom(import)bedarf in

Deutschland um 40 Prozent, Erneuerbare-

und Kernenergie ersetzten Kohle

und Gas, Erzeugung und Verbrauch drifteten

geographisch auseinander (Nordsee

vs. Baden Württemberg), und die

Marktpreise bzw. die Grenzkosten der

Erzeugung würden durch den Zu wachs

Sachsen hat ein

unverändertes Schulsystem –

und große Pisa-Erfolge

Vattenfall bat zum Frühstück

der Erneuerbaren Energien verzerrt. Um

das Ziel der CO 2 -neutralen Energieversorgung

bis 2050 laut Energiekonzept


der Bundesregierung zu erreichen, führe

der bisher eingeschlagene Weg zu

übermäßig hohen Kosten von schätzungsweise

2.000 Milliarden Euro.

Um einen radikalen Umbau des

Energiesystems komme man daher

nicht herum, so die These des Generalbevollmächtigten

Wasmuth. Dabei seien

die Bereiche Klimaneutralität, Sys -

temstabilität und Versorgungssicherheit

zusammenzubringen, die als neue

Infrastrukturfaktoren den Industriestandort

Deutschland stärken.

Aus Sicht der Energiewirtschaft sind

für Wasmuth die wichtigsten Herausforderungen

neben Speichern, leis -

tungs fähigen Netzen und einem

grund lastfähigen Erzeugungsmix vor

allem Investitionen in die gesamte

Wertschöpfungskette aber auch in den

Gebäude- und Verkehrsbereich, in die

Informations- und Kommunikationstechnik

sowie in den Bildungssektor.

Wasmuth spricht von einem „Generationenvertrag

für Klimaneutralität“,

dessen Aufwendungen über Jahrzehnte

hinweg geleistet werden müssten.

Für die notwendige breite gesellschaft-

Der Landesverband gratuliert Fritz

Horst Melsheimer zu seinem neuen

liche Akzeptanz der erforderlichen Ausgaben

und zum Teil höchst umstrittenen

Infrastrukturmaßnahmen fordert

Wasmuth einen „real deal“ zwischen

Industrie, Politik und Gesellschaft. Ein

wirksames Beispiel seien Klimaschutzpartnerschaften

zwischen Politik und

Energieunternehmen zur gemeinsamen

Reduzierung der CO 2 -Emissionen.

Dr. Carl Claus Hagenbeck möchte gern

wissen, wie die fehlende Bedarfsmenge

künftig ausgeglichen werden

kann. „Ich beschäftige mich seit mehr

als 30 Jahren mit Fragen der rationellen

Energieverwendung und alternativer

Energieerzeugung. Wir gehörten

zu den ersten Häusern, die mit einer

Wärmepumpe, als Versuchsanlage der

HEW, beheizt wurden. Unser Elefantenhaus

wird mit der Abwärme aus

der Kühlung des Haibeckens im Tropenaquarium

beheizt und im Dezember

letzten Jahres haben wir die mit

160 KW größte Solaranlage Hamburgs

in Betrieb genommen. Bei aller Be -

geis terung für die alternativen (fälschlich

auch erneuerbar genannten)

Energien, dürfen wir nicht vergessen,

Ferner bedürfe es gemeinsamer euro -

päischer Anstrengungen, da diese Herausforderungen

rein national nicht zu

bewältigen seien. Deutschland müsse

seiner Stimme in Europa mehr Gewicht

verleihen. Trotz notwendigen Anreizen

und Fördersystemen, insbesondere für

die Erneuerbaren Energien, sollten

marktwirtschaftliche Konzepte Vorrang

haben. Gewünschte Lösungen könnten

besser und vor allem kostengünstiger

erreicht werden, wenn politische und

regulatorische Rahmenbedingungen

konstant seien und eine Kontrolle

durch unabhängige Dritte erfolge.

Pieter Wasmuth schließt mit einem

Plädoyer für einen breiten klimaschonenden

Energiemix. Dazu gehören Kohle

mit der CCS-Technologie, Kernenergie,

Windkraft, Biomasse sowie die Nutzung

der Kraft-Wärme-Kopplung in

einem leistungsfähigen europäischen

Netz, das der Nachfrage nach optimaler

Energieeffizienz gerecht werde. EJH

dass erneuerbare Energien aber fast

nur Stromproduktion bedeutet. Der

Stromverbrauch stellt aber nur 40 Prozent

unseres Energiebedarfs dar. Acht

Prozent alternative Stromerzeugung

bedeutet dann 3,2 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs.

Woher kommt

künftig der Rest?“ Heißt die Herausforderung

eventuell auch Diesel?

Neuer Präses der Handelskammer: Fritz Horst Melsheimer

Amt als Präses der Handelskammer

Hamburg. Der Vorsitzende des Vorstandes

der HanseMerkur Versicherungsgruppe

ist seit 1978 in Unternehmen

der Versicherungsbranche in Hamburg

beschäftigt. Melsheimer kennt

daher die Bedürfnisse der Hamburger

Unternehmen und Unternehmer sehr

genau. Er ist durch und durch Kaufmann

und weiß in schwierigen Zeiten

mit dem spitzen Bleistift umzugehen.

Durch seine Kenntnisse im Bereich der

Gesundheitswirtschaft wird die Aufmerksamkeit

auf einen wichtigen Teilbereich

der Hamburger Wirtschaft ge -

lenkt. Melsheimer ist seit 2002 Mitglied

im Wirtschaftsrat. Für seine verantwortungsvolles

Amt wünschen wir Fritz

Horst Melsheimer viel Erfolg und eine

glückliche Hand. CA

21


Landesverband Hamburg

Ausgabe April 2011

22

Landesfachkommission ITK Informations- und

Telekommunikationstechnologie

Aktuelles

Soziale Netze / Kinderschutz

im Internet

Jeder dritte Zehn- bis Elfjährige hat

bereits ein persönliches Profil im Internet,

so der FOCUS. Soziale Netze sind bei

den Kindern/Jugendlichen sehr beliebt

– und werden immer mehr genutzt. Der

Anteil der Sechs- bis 13-jährigen, die

mindestens ein Mal pro Woche Internet-Communities,

wie SchülerVZ, Facebook

etc., nutzen, erhöhte sich von 16

Prozent im Jahr 2008 auf 43 Prozent im

Jahr 2009. Innocence in Danger e.V.

nimmt sich dieses, für unsere Gesellschaft

so wichtigen Themas durch Aufklärung,

Prävention vor sexueller Ausbeutung

von Kindern als auch durch

Hilfe für Opfer an. In der Kommissionssitzung

am 12. April behandeln wir das

Thema Kinderschutz im Internet.

Aus der Arbeit

der Kommission ITK

Thema: Verbraucher- und Datenschutz

im Internet-Zeitalter

Mit seiner Initiative „Meine Daten

kriegt ihr nicht“ und mit seinem Vorgehen

gegen Google hatte unser Vortragender,

Prof. Dr. Caspar, der „Hamburger

Datenschützer“, besondere Aufmerksamkeit

erlangt. Der Bundesdatenschutz

hänge der Wirtschaft bzw.

den allgemeinen Gegebenheiten weit

hinterher. Das Bundesdatenschutzgesetz

stammt - wie andere Gesetze auch

- aus einer Zeit, als Telefone noch Wählscheiben

hatten. Währenddessen die

Regierungen und Parteien diskutieren,

entwickelt sich das Internet mit schnellen

Schritten weiter. Klar ist, dass der

Bürger selbst dafür verantwortlich ist,

was er über sich – und andere – ins Netz

stellt und somit sich selbst am Besten

schützen kann. Es bleibt aber die Notwendigkeit,

dass der einzelne Nutzer

die Kontrolle über seine Daten uneingeschränkt

behält. Dies ist aber heute

nicht immer gewährleistet. Das Thema

IT und Datenschutz müsse in den Schulen

einen festen Lehrplatz erhalten, und

der Datenschutz dürfe nicht mehr

föderal geregelt werden.

Thema:

Enterprise 2.0 – Revolution oder

Evolution in Unternehmen

Im Februar beschäftigten wir uns mit

diesem Thema anhand eines Vortrags

von Gerald Jenner, Geschäftsführen -

der Gesellschafter der direkt-Gruppe.

Wenn es um den Um gang mit Informationen

geht, stehen Unternehmen

oft vor Herausforderun gen. Wie kann

das wertvolle Wissen des einzelnen

Mitarbeiters für andere verfügbar

gemacht werden? Wie lässt sich Zu -

sammenarbeit, auch über große räumliche

Entfernungen hinweg, bewerkstelligen?

Wie findet man den richtigen

Experten für ein Thema?

Enterprise 2.0 kombiniert die Funktionen

des Web 2.0, also Facebook und

Co., mit denen des Informations- und

Projekt managements. Über die Infor -

mations management-Plattform können

An wender je nach Interesse und

Bedarf Informationen suchen, anbieten

oder austauschen und sich besser

ver netzen.

Thema:

Cyber-Security & Cyber-Kriminalität

In der März-Sitzung beschäftigte uns

dieses wichtige Thema, zu dem Professor

Dr. Klaus Brunnstein vortrug.

Mehr als die Hälfte aller Unternehmen,

die 2010 Opfer von Wirtschaftskriminalität

wurden, verzeichneten Verlus -

te durch ITK-Kriminalität. Der durchschnittliche

Schaden lag bei 300.000

Euro. Die aktuelle Problematik um den

Trojaner StuxNet – der im Juli 2010 entdeckt

wurde – hat gezeigt, wie sicherheitskritisch

IT-Infrastrukturen sind.

Die StuxNet-Software war offenbar mit

großem Aufwand entwickelt worden,

um die ira nische Urananreicherungstechnik

auf subtile Weise zu sabotieren

– was auch gelang. Dieser Trojaner

eignet sich je doch allgemein zum

Angriff auf Indus trieanlagen und hat

Steuersysteme ausgewählter Maschinen

zum Ziel. Experten warnen, dass

es sich um den Prototyp einer Cyberwaffe

handle. Auch die Bundesregierung

hat sich nun des Problems angenommen

und will mit ihrer Strategie

IT-Systeme und kritische Infrastrukturen

künftig besser schützen. Dafür wird

sie unter anderem ein Nationales

Cyber-Abwehrzentrum aufbauen und

einen Nationalen Cyber-Sicherheitsrat

einrichten.

Themenübersicht

In den nächsten Sitzungen beschäftigt

sich die Kommission unter anderem

mit folgenden Themen: Digitale Me -

dien. Eine Herausforderung für den

Kinderschutz (Vortragende: Juliane von

Weiler, Geschäftsführerin von Innocence

in Danger), Die Arbeit der Enquetkommission

„Neue Medien und Internetgesellschaft“

des Deutschen Bundestages

(Vortragender: Dr. Rainer Gerding,

Bundesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates

Deutschland, Berlin). Bei

Interesse an einzelnen Themen sind

Gäste herzlich willkommen und können

sich gerne an den Vorsitzenden der

Kommission wenden.

Ludolf Baron von Löwenstern

Vorsitzender der Kommission ITK

Persönlich haftender Gesellschafter der CC

HOLDING Verwaltungs- und Beteiligungs -

gesellschaft. Er ist ehrenamtlich in verschiedenen

Institutionen engagiert, unter

anderem im Wirtschaftsrat Deutschland

als Mitglied des Bundesvorstandes und

Vorsitzender der Landesfachkommission

ITK Informations- und Telekommunika -

tionstechnologie (gegr. 1994), Deutsches

Marine Institut (DMI), E-Business-Ausschuss

der Handelskammer Hamburg.


Den Strom vom Meer an Land bekommen

Siemens setzt bei der Windenergie

immer mehr auf den norddeutschen

Raum. Nachdem es 2009 bereits die

Europazentrale seiner Windenergiesparte

in Hamburg angesiedelt hatte,

legt das führende Unternehmen für die

Erzeugung, Übertragung und Verteilung

von Energie nun nach: in der Hansestadt

entsteht ein Kompetenzzentrum

für Offshore-Energieübertragungs-Plattformen.

Sie sind bis zu 10.000 Tonnen schwer,

werden in Werften gebaut und sind

doch keine Schiffe – Plattformen auf

dem offenen Meer, auf denen nicht Öl

gefördert, sondern elektrische Energie

gebündelt und umgewandelt wird.

Denn die Strommengen, die in den vermehrt

entstehenden Offshore-Windparks

auf dem Meer erzeugt werden

sollen, sind so groß und die Windparks

so weit entfernt von der Küste, dass sie

noch vor Ort in Gleichstrom umgewan -

delt werden müssen, damit sie möglichst

verlustarm an Land gelangen. Um

die Konstruktion, das Projektmanagement,

die Bauüberwachung und die

Logistik solcher Stromumwandlungs-

Plattformen kümmert sich seit we -

nigen Monaten eine neue Abteilung

von Siemens in Hamburg. „Die Übertragung

von Hochspannungsgleichstrom

an Land ist ein stark wachsendes

Ge schäft“, sagt deren Leiter Thomas

Haupt. Der Diplom-Wirtschafts-Inge -

nieur kann sich gerade nicht über mangelnde

Arbeit beschweren: Aktuell hat

sein Unternehmen den Auftrag für die

Produktion und Installation von fünf

Plattformen, darunter diejenigen für

die geplanten Windparks vor Borkum,

Helgoland und Sylt.

Die von Haupts Team entwickelten

Plattformen mit der klingenden Werksbezeichnung

WIPOS (Wind Power Offshore

Substation) zeichnen sich im Vergleich

zu Lösungen von Wettbewerbern

dadurch aus, dass sie als schlüsselfertige

Komplettlösungen am Windpark

ankommen. „Wir haben einen sehr

starken schiffbaulichen Ansatz“, unterstreicht

Haupt. Siemens konstruiert die

Plattformen als geschlossene Systeme,

Thomas Haupt: der Siemens-Ingenieur

hat als Fachmann für Energieübertragung

die Netzanbindung der entstehenden

Offshore-Windparks von Hamburg

aus fest im Blick.

die schwimmend zum Windpark ge -

schleppt werden können, sich dort komplett

unter Wasser auf die Trägerbasis

andocken und dann auf eine Höhe von

ca. 22 Meter über dem Wasser angehoben

werden. Das Herzstück der Plattform

sind die Umrichter, die den auf

dem Meer erzeugten Wechselstrom in

Gleichstrom umwandeln und diesen

dann über Starkstromseekabel Richtung

Festland schicken. Im Fall des

Windparks „HelWin1“, der im Jahr 2013

vor Helgoland fertig werden soll, transportieren

Seekabel eine elektrische Leis -

tung von bis zu 576 Megawatt (MW) am

Meeresboden bis nach Brunsbüttel.

Dort wird der Gleichstrom dann wieder

in Wechselstrom umgewandelt. Eine

besonders leistungsstarke Energie -

übertragung für die Anbindung der

Windparks vor Sylt mittels Gleichstrom

wurde erst kürzlich unterzeichnet. Für

Haupts Team bedeutet das die Lieferung

einer Offshore-Energieübertragungsplattform

mit einer Leistung von

864 Megawatt. Zum Vergleich: das ist

in etwa soviel, wie ein großes konventionelles

Kraftwerk liefert.

Dabei liefert das Kompetenzzentrum

aus Hamburg neben Gleichstrom-

Übertragungs-Plattformen ebenfalls

Wechselstrom-Übertragungs- bzw.

Wech selstrom-Umspannstationen für

Offshore Windparks, die entweder

seeseitig erzeugte elektrische Energie

mittels Wechselstromleitungen direkt

an Land übertragen oder eben auf

hoher See auf eine leistungsstarke

Gleichstrom-Übertragungsplattform

einspeisen.

ADVERTORIAL

Die Zentrale des Siemens Energie-

Sektors befindet sich im fränkischen

Erlangen, wegen der Nähe zu den norddeutschen

Werften in Rostock, Emden

und Kiel und zu den nordeuropäischen

Kunden entschied sich die Leitung für

eine Ansiedlung der Abteilung Off -

shore-Stromübertragung am tradi -

tionsreichen Siemens-Niederlassungsstandort

in Hamburg St. Georg. Haupts

Abteilung hat mittlerweile 40 Mitarbeiter,

und der Personalaufbau geht

weiter: „Wir suchen dringend Ingenieure

mit Spezialisierung auf Schiffbaukonstruktion,

Schiffsausrüstung,

Elektrotechnik und Hochspannung“, so

der Abteilungsleiter.

Windenergie ist insgesamt ein stark

wachsendes Geschäftsfeld bei Siemens,

sowohl bei der Energieübertragung wie

auch der Erzeugung. So ist das Unternehmen

heute bereits Weltmarktführer

beim Bau von Windturbinen für den

Offshore-Einsatz. Erst im Februar hat

Siemens einen weiteren Großauftrag

zur Errichtung eines Offshore-Windparks

in Deutschland erhalten. Für das

Projekt „Borkum Riffgrund 1“ von DONG

Energy liefert das Unternehmen bis zu

89 Windturbinen. Mit einer installierten

Leistung von 320 Megawatt soll der

Windpark in der Nordsee nach seiner

Inbetriebnahme im Jahr 2014 sauberen

Strom für bis zu 330.000 deutsche

Haus halte liefern. In den vergangenen

20 Jahren hat das Unternehmen bereits

mehr als 500 Windturbinen erfolgreich

in europäischen Gewässern installiert.

23


Landesverband Hamburg

Ausgabe April 2011

Opposition wat nu?

Hamburg nach der Bürgerschaftswahl – Welche

Wirtschaftpolitik brauchen wir?

Prof. Dr. Thomas Straubhaar

Über eine Kernfrage der Hamburger

Tagespolitik sprach mit Professor

Straubhaar ein renommierter Wirtschafts-Fachmann.

Entsprechend groß

war an diesem Morgen das Interesse

beim Politischen Frühstück im Spiegelsaal

des Elysée-Hotels.

Einleitend nahm der Landesvorsitzende,

Matthias Leutke, Stellung zur Lage

nach dem 20. Februar. Der Wahlsieg der

SPD sei – jedenfalls in seinem Aus maß

– nur erreicht worden, weil Olaf Scholz

im Wahlkampf immer wieder als Vertreter

einer vernünftigen Wirtschaftspolitik

aufgetreten sei. Diese habe sich

von der Handschrift des CDU-Senats

kaum unterschieden. Der Wirtschaftsrat

sehe nun der versprochenen Politik

unter Leitung von Frank Horch hoffnungsvoll

entgegen, werde dabei allerdings

ein kritischer Beobachter bleiben.

24

Politisches Frühstück am 03.03.

mit Prof. Dr. Thomas Straubhaar, Direktor des

Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI)

Professor Straubhaar be -

grüßte, dass die Vi sion

der „Wachsenden Stadt“

er halten bliebe. Dieses

Leitbild sei lebenswichtig

für die Zukunft der

Stadt, denn nur durch Wachstum könne

Wohl stand langfristig gesichert werden.

Hamburg müsse Menschen anziehen

– auch Nicht-Deutsche – und

zugleich für alle Altersschichten attraktiv

sein. Zu den Elementen des Wachstums

zähle nicht zuletzt eine stärkere

Internationalisierung. Hier sah Straubhaar

deutliche Defizite, beispielsweise

im akademischen Bereich bei der Zu -

sammensetzung von Professorenschaft

und Mittelbau an der Universität. Ein

gutes Vorbild für internationales Flair

sei die Stadt Frankfurt.

Straubhaar warnte davor, die Be -

deutung der Industrie für die Hansestadt

zu unterschätzen und stattdessen

Stephan Gummert, Norbert Basler, Dr. Andreas Odefey,

Nikolaus Winther

immer mehr auf ein Wachsen des

Dienstleistungssektors zu vertrauen.

Die Industrie mache Deutschland stark

und sei der Kern des Wohlstands. Die

Dienstleistungen wären die Schale. Das

gelte auch für Hamburg. Dabei solle

sich die Stadt (auch im Zusammenwirken

mit der Metropolregion) auf ihre

Stärken konzentrieren, auf die Schifffahrt,

die Luftfahrt, den Gesundheitssektor,

natürlich auch auf die Medienlandschaft.

Zudem könne Hamburg

Industriebetriebe aus küstenfernen

Stand orten anziehen, wenn sie Teile

ihrer Produktionskette (Transport-)kos -

ten günstiger in Hafennähe ansiedeln

wollten.

Für eine konstruktive Oppositionspolitik

empfahl Straubhaar, folgende

Themen im Visier zu behalten:

Hamburg als Industriestandort

stärken.

■ Infrastrukturkonzepte auf den Weg

bringen, so ein Verkehrs- und ein Energiekonzept.

■ Hafenausbau und Elbvertiefung

vorantreiben. Der Senat müsse deutlich

machen, dass diese Projekte auch für

andere Bundesländer existenziell wichtig

seien. Es handele sich nicht um spezielle

Hamburger Probleme, sondern

um nationale Fragen


■ Förderung und Internationalisierung

von Wissenschaft und Bildung.

■ Metropolregion ausbauen und die

betroffenen Gebiete auch funktional

integrieren. Straubhaar wies in diesem

Zusammenhang darauf hin, dass im

Umland Flächen für eine wachsende

Frank Glücklich und Dr. Herlind Gundelach,

Senatorin a.D.

Region zur Verfügung stünden, die

Ham burg u. U. nicht mehr anbieten

könne.

■ Endlich das Prinzip einhalten, dass

die Ausgaben nicht größer als die Einnahmen

sein dürfen.

■ „Sunshine law“, d.h. gesetzliche

Regelungen zeitlich befristen und am

Ende erneut auf ihre Eignung überprüfen.

Matthias Leutke, Wolfgang Burgard

Eine kritische Betrachtung im Referat

und in der anschließenden Diskussion

galt dem zunehmenden Einfluss von

Bürgerbegehren. Man sah es als gegeben

an, dass inzwischen Minderheiten

die Verwirklichung wichtiger Projekte

– z.T. wegen Partikularinteressen – verhindern

können. Da die bereits geschaffene

Gesetzeslage kaum wesentlich zu

verändern wäre, sei eine wesentlich

intensivere Kommunikation zwischen

den Planern und der Bevölkerung der

beste Lösungsweg. Eine große Dagegen-Partei

schließlich schade dem Wirtschaftsstandort

Deutschland in bedrohlichem

Maße. He

Neu im Landesvorstand

Katharina von Ehren Gunther Bonz Dirk Ulrich Naumann zu Grünberg

Auf ihrer Versammlung haben die

Mitglieder die Unternehmerin Katharina

von Ehren zur stellvertretenden

Landesvorsitzenden gewählt. Die 44 -

jährige ist Nachfolgerin von Aygül

Özkan, die im vergangenen Jahr

Mi nisterin in Niedersachsen wurde.

Von Ehren war Geschäftsführerin des

traditionsreichen Pflanzenhandels

Lorenz von Ehren GmbH & Co. KG und

geht nun eigene Wege.

Ebenfalls aus beruflichen Gründen

aus dem Vorstand ausgeschieden

ist Claudia Leske. Ihre Selbständigkeit

als Business Coach beansprucht ihre

volle Aufmerksamkeit. Ge meinsam

mit Aygül Özkan hatte Leske u.a. die

Podiumsdiskussion „Megatrend Frauen“

organisiert, die im Landesverband

großen Zuspruch erfahren hatte.

Vor seinem Ausscheiden hat Bürgermeister

Christoph Ahlhaus Prof. Dr.

Gerd-Winand Imeyer das Bundesverdienstkreuz

am Bande überreicht.

Imeyer ist seit 15 Jahren ehrenamtlich

für Bulgarien im Einsatz, davon neun

Jahre neben seinem Beruf als Vorsitzender

des Vorstandes der Hanse-

Merkur Versicherungsgruppe Hamburg

und sechs Jahre nach seinem

Übertritt in den Ruhestand. „Bulgarien

ist mein Lebensmittelpunkt geworden“,

sagt der 1934 geborene erste

Honorargeneralkonsul der Republik

Bulgarien nach der Wende. Geehrt

wurde Imeyer u.a. für sein Engagement

bei der Förderung bulgarischer

Studierender in Hamburg. Sein besonderes

Augenmerk gilt dem Studierendenaustausch

im Rahmen der

Neu in den Landesvorstand kooptiert

ist Gunther Bonz. Der 53jährige

Jurist war 20 Jahre lang in verschiedenen

Positionen der Wirtschaftsbehörde

tätig, zuletzt 2004 bis 2008

als Staatsrat. Seit Juni 2009 ist er

Generalbevollmächtigter der EURO-

GATE-Holding und Mitglied der

Geschäftsführung von EUROGATE-

Tochtergesellschaften.

Auf Vorschlag des Juniorenkreises

in den Vorstand kooptiert wurde Dirk

Ulrich Naumann zu Grünberg. Der

35jährige ist Geschäftsführender Partner

der Naumann zu Grünberg & Partner

Rechtsanwälte & Steuerberater.

Über die Mitgliederversammlung am

30. März be richten wir in der nächs -

ten Ausgabe. CA

Bundesverdienstkreuz für Professor Gerd-Winand Imeyer

Partnerschaft der Universität Hamburg

mit der Universität Sofia. Ebenso

wird sein Einsatz für die Beziehungen

der Universität Hamburg zu bulgarischen

Einrichtungen gewürdigt.

Dem Wirtschaftsrat ist Imeyer seit vielen

Jahren als Mitglied verbunden. Wir

gratulieren Professor Imeyer und

wünschen ihm für seine weiteren Projekte

viel Erfolg. CA

25


Landesverband Hamburg

Ausgabe April 2011

Arabien brennt. Ein Fachmann nimmt Stellung

Arabien im Umbruch?

Europa und der Mittelmeerraum zwischen

Vision und Konfliktmanagement

Mittagsveranstaltung am 21.03. mit Professor Dr. Udo Steinbach,

ehem. Direktor des Deutschen Orient-Instituts in Hamburg

Prof. Dr. Thomas Straubhaar

Aktueller hätte der Landesverband den

Referenten und sein Thema nicht wählen

können. Während der Libyenkonflikt

gerade in die Kriegsphase überging,

fasste der Ballsaal im Steigenberger-Hotel

kaum die Interessenten, die

Professor Steinbach und seine Einschätzung

zur revolutionären Entwicklung

in der arabischen Welt hören wollten.

Die Zuhörer waren auf eine kompetente

Meinung gespannt mit Aus -

sagen, ob die ausgebrochenen oder

latenten Revolten in friedlichen Bahnen

enden dürften oder ob Veränderungen

in Nordafrika und im Nahen Osten uns

26

noch auf viele Jahre hinaus beschäftigen

und beunruhigen werden.

Die Tunesier hätten einen Funken in

einen Heuhaufen geworfen, so Steinbach.

Entgegen westlicher Prognosen

sei es jedoch nicht ein fundamentaler

Islamismus, der sich

Bahn breche. Vielmehr

seien Volkszorn gegen

Despotismus, Armut

und Korruption losgetreten.

Die kritischen Punkte beträfen

fast die ganze arabische Welt, dennoch

werde der Aufruhr in den einzelnen

Prof. Dr. Udo Steinbach,

Matthias Leutke,

Senator a.D. Reinhard Stuth

Die Tunesier haben

einen Funken in einen

Heuhaufen geworfen

Ländern ein unterschiedliches Gesicht

haben. Während demokratische Verhältnisse

in Ägypten und Tunesien nach

einem Aufstand nunmehr eine Chance

hätten, könnten Marokko und Algerien

sogar durch freiwillige Zugeständnisse

der Obrigkeit ohne Revolution davonkommen.

„Von Libyen wird man in vierzehn

Tagen nicht mehr sprechen.“

Gemeint war wohl das Problem Gaddafi,

nicht die weitere Entwicklung.

Als in jeder Hinsicht wichtigstes Fragezeichen

sah Steinbach die Entwicklung

in Saudi-Arabien an, nicht nur

wegen dessen großer Bedeutung für

die Weltwirtschaft („der Ölpreis könnte

ins Unermessliche steigen“), sondern

auch im Hinblick auf die politische

Stabilität auf der gesamten Halbinsel.

Hier kämen – anders als

in Nordafrika – die hef -

tigen Differenzen zwischen

Sunniten und

Schiiten zum Tragen.

Die Schiiten, in Saudi-Arabien als

Underdogs“ in der Minderheit, würden

vom Iran unterstützt und könnten sich


gegenüber einem sunnitischen Herrscher

auflehnen, wie z.B. in Bahrain.

Allerdings genieße der saudische König

persönlich so hohes Ansehen in der

Bevölkerung, dass kaum eine breite

Revolte ausbrechen werde. Das Problem

sei jedoch, dass Abdullah vermutlich

nur noch ein Jahr zu leben habe. Seine

Nachfolge werde neuerdings von einem

vielköpfigen Treuerat bestimmt, der

keineswegs eine überzeugende Lösung

garantiere. Dann könne eine sehr ge -

fährliche Situation entstehen (mit Irans

Einfluss im Hintergrund). Auch der Irak

werde dabei eine wichtige Rolle spie -

len, mit schiitischer Mehrheit und des -

halb in Gegnerschaft zum saudischen

Königshaus.

Die härtesten Auseinandersetzungen

er -

war tet Steinbach in Syrien,

weil das herrschende

System das brutalste im

arabischen Raum sei. Steinbach schätzt

80 Prozent der Bevölkerung als Gegner

Jochen und

Jan-Nikolaus

Voswinckel

des Systems ein. Ein eher friedlicher Verlauf

sei dagegen für Veränderungen in

den Emiraten und in Katar anzunehmen,

da hier die Herrscher volksverbundener

regierten als Despoten mit

revolutionärem Hintergrund.

Zu den zentralen Thesen Steinbachs

gehört die Forderung, dass Israel zum

Frieden gebracht werden muss. Die Araber

seien im Jahr 1917 von den Westmächten

um deren Versprechen für

Die wichtigste Frage

ist die Entwicklung in

Saudi-Arabien

einen eigenen Staat be -

trogen worden (zuvor war

Arabien bis zum 1. Weltkrieg

unter türkischer

Herrschaft). Stattdessen

habe die zionistische Bewegung an Bo -

den gewonnen. Die Palästinenser würden

von Israel gedemütigt und unterdrückt.

Der internationale Druck für

einen echten Frieden in Palästina werde

wachsen. Ohne Einmischung von

außen – USA und EU – sei allerdings kein

vernünftiges Abkommen erreichbar.

Christian Lindner, Sibylle Umlauf, Thomas Mattheis (v.l.)

Steinbach beschwor als Forderung,

die arabische Welt solle zu mehr Ge -

meinsamkeit finden. Es könne nur Ruhe

geben, wenn die riesigen Ausgaben für

Waffensysteme umgeleitet würden in

Investitionen zur Stabilisierung der

politischen Situation im Innern, d.h. zur

wirtschaftlichen Entwicklung mit Perspektiven

für die Menschen. Die Eu ro -

päer sollten bei ihrer Politik wiederum

nicht verkennen, dass sie den arabischen

Raum brauchen, nicht nur wegen

seiner gewaltigen Ressourcen. Aus dieser

Sicht befürwortete Steinach die vorsichtige

Haltung der Bundesregierung

im Weltsicherheitsrat. He

27


Landesverband Hamburg

Ausgabe April 2011

JUNIORENKREIS

Beirat des Juniorenkreises gegründet

Im Rahmen eines Festakts im Übersee-

Club im Dezember hat der Landesvorsitzende

Matthias Leutke die Mitglieder

des neu errichteten Beirats des

Juniorenkreises ernannt.

„Es ist mir eine Herzensangelegenheit,

die Verbindung und den Austausch

zwischen den Unternehmergenerationen

des Wirtschaftsrates zu stärken“,

so Matthias Leutke. Zweck ist es, unse-

Neuer Landesvorstand

Rene S. Spiegelberger, langjähriger Landesvorsitzender

des Juniorenkreises, ist

am 1. März zum Bundesvorsitzenden

gewählt worden. Der Kulturstifter und

Hamburger Unternehmer verlegt da -

mit den Schwerpunkt seiner Arbeit

nach Berlin.

Florian Eilken, bei der Wahl des Landesvorstandes

im Dezember zu seinem

Stellvertreter gewählt, bekleidet seither

das Amt des Landesvorsitzenden. Der

Consultant bei der AEROTEC Engineering

GmbH wird vertreten durch Thomas

Scheffel, Consultant Datenschutz

und Compliance bei der tekit GmbH.

Scheffel vertritt den Hamburger Verband

außerdem im Bundesvorstand

des Juniorenkreises.

Bei ihren Aufgaben unterstützt

wird die Spitze des Landesvorstandes

von Rechtsanwalt Dirk Naumann zu

Grünberg, Naumann zu Grünberg

Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Peer

Ehnert, Relationship Manager LGT Bank

Deutschland & Co. OHG, Dr. Philip Marx,

Der Juniorenkreis blickt in die Zukunft

Wir, der neue Landesvorstand, freuen

uns sehr auf die kommenden Monate,

die Herausforderungen, die das neue

Jahr mit sich bringt, und natürlich freuen

wir uns auf die Zusammenarbeit

mit Ihnen!

Das Jahr 2011 begann gleich mit

einem spannenden Programm, denn

auch wir haben mit unserer Arbeit be -

gonnen und uns einiges vorgenommen,

was wir gemeinsam mit Ihnen in

28

re jüngste Unternehmergeneration, die

sich bereits durch ihr persönliches

Engagement um den Wirtschaftsrat

verdient gemacht und die Vernetzung

der Generationen vorangetrieben hat,

zu stärken: „Der Beirat soll als Brücke

zwischen unseren jungen und den

erfahrenen Unternehmerpersönlichkeiten

dienen.“ Das Gremium ist ein

Pilotprojekt des Landesverbands Hamburg,

das Signalwirkung auch für an -

der im Bereich Relationship Management

der M.M. Warburg & Co. KGaA

tätig ist, und Tim Albrecht, Einkauf

Rohkaffee beim Hamburger Unternehmen

J.J. Darboven GmbH & Co. KG. Mit

Cathrin F. Sikor, Fellow Senior Associ ate

bei McKinsey & Company, Inc. gelang es

dem Vorstand, eine weibliche Unterstützung

zu gewinnen und durch einstimmig

beschlossene Kooptation auch

dere Landesverbände des Wirtschaftsrates

entfalten dürfte. Der Beirat hat

Katharina Ulmer zur Vorsitzenden und

Florian Eilken sowie Dr. Christoph von

Burgsdorff zu stellvertretenden Vorsitzenden

des Beirats gewählt. Die Mitglieder

stellen wir Ihnen in der nächsten

Ausgabe des Journals vor.

Dr. Christoph von Burgsdorff

Stellv. Vorsitzender des Beirats

Neuer Landesvorstand des Juniorenkreises: Dr. Philip Marx, Peer Ehnert, Florian Eilken,

Thomas Scheffel, Cathrin F. Sikor, Tim Albrecht, Rene S. Spiegelberger und Dirk Naumann

zu Grünberg (v.l.)

diesem Jahr erreichen möchten. Der

neue Vorstand ist bereit, seine Kräfte zu

bündeln und die hervorragende Vorarbeit

des alten Vorstandes mit viel Engagement

weiterzuführen. Denn schließlich

sind es die Freude und der Wille, die

am Ende die Qualität des Erfolges be -

stimmen.

In diesem Jahr stehen die Veranstaltungen

unter dem Leitfaden: Green

Capital – Chance für die Hamburger

für die verbleibende Amtsdauer zu

halten.

Der Hamburger Landesvorstand des

Juniorenkreises ist damit in einem weiten

Branchenspektrum, beginnend bei

Beratung über Ingenieurwesen, Recht

und Finanzen bis hin zur Industrie aufgestellt

und ermöglicht mithin einen

vielseitigen Blick auf den Wirtschaftsstandort

Hamburg. Florian Eilken

Wirtschaft. In diesem Sinne empfehlen

wir Ihnen die nächste Veranstaltung

am 17. Mai zum Thema Windenergie

mit Jan-Menko Grummer und Ernst &

Young.

Zum Abschluss lassen Sie mich noch

die volle Solidarität des Juniorenkreises

für Japan und deren Bürger zum Ausdruck

bringen. Vielen Dank.

Florian Eilken


Junge Kandidaten für die Bürgerschaft stellen sich den Hamburger Junioren vor

Zwölf Tage vor der Wahl zur Hamburgischen

Bürgerschaft lud der Juniorenkreis

des Wirtschaftsrates seine Mitglieder

und sechs junge Kandidaten

der CDU zum Abendessen in den Anglo

German Club. Dabei wurde in der

Vorstellungsrunde schnell klar, dass

junge Politiker zu weit mehr als zum

Plakatekleben fähig sind.

In einem Impulsvortrag erläuterte der

Vorsitzende des Haushaltsausschusses

der Bürgerschaft, Roland Heintze, wie

sich die Hamburger CDU im Wahlkampf

aufgestellt hat. Eindrucksvoll

erklärte er außerdem, warum die Wahlversprechen

der gegnerischen Seite zu

Recht als unseriös erachtet werden.

Danach hatten die jungen Kandidaten

das Wort und die Möglichkeit

sich vorzustellen. Mit dabei waren Kat-

harina Wolff, Kandidatin im Wahlkreis

Harvestehude, der Finkenwerder Abgeordnete

Heiko Hecht, der Winterhuder

Kandidat Christian Bosse sowie Dennis

Thering aus dem Alstertal. Im Anschluss

an eine Podiumsdiskussion an

der Bucerius Law School stieß auch

Carsten Ovens, Spitzenkandidat der

Jungen Union mit zur Runde. Als Beglei-

Europäische Umwelthauptstadt 2011 – Chance und Verpflichtung für Hamburg

Umweltschutz und Energiepolitik sind

eng miteinander verbunden. Ob wachsende

Offshore-Windparks, wettbewerbsfähige

Elektro-Autos oder die Förderung

der Photovoltaik. Es geht um

die umweltverträgliche, effiziente und

wirtschaftlich attraktive Nutzung er -

neuerbarer Energiequellen.

Hamburgs Ernennung zur „Euro pean

Green Capital 2011“ hat der Junio ren -

kreis zum Anlass genommen, ge mein -

sam mit Rüdiger Kruse MdB, Pieter

Wasmuth, Generalbevollmächtigter der

Vattenfall Europe AG für Hamburg und

Norddeutschland sowie Holger Gassner,

Leiter Märkte und Politik bei der RWE

Innogy GmbH, über die Zukunft der

Energiemärkte zu diskutieren.

Als Mitglied des Vorstands des Ju -

nio renkreises moderierte Dr. Philip

Marx von der M.M. Warburg & CO KGaA

die Diskussion. Die Diskutanten waren

sich einig darin, dass es nicht nur einen

Weg zur klimafreundlicheren Energie -

gewin nung gebe, sondern verschiedene

An sätze zu verfolgen seien. Hierbei

habe allerdings die Politik die richtigen

Anreize zu schaffen, die nicht – wie

Florian Kämereit,

Florian Eilken,

Dennis Weber und

Jan Schmidt (v.l.)

tung brachte er den Landesvorsitzenden

der Jungen Liberalen, Finn Ole

Ritter, mit. Nach einer angeregten Diskussion,

die von der Elbvertiefung über

die Haushaltskonsolidierung bis zur

Kulturpolitik reichte, klang der Abend

mit noch vielen Einzelgesprächen an

der Bar gemütlich aus.

Thomas Scheffel

Florian Eilken, Rüdiger Kruse MdB, Pieter Wasmuth, Dr. Philip Marx, Holger Gassner,

Dr. Christoph v. Burgsdorff (v.l.)

etwa bei der Solarförderung – zu Fehl -

alloka tio nen führen dürfen.

Um die Wettbewerbsfähigkeit der

deutschen Industrie zu erhalten und eine

Abwanderung der Unternehmen zu

vermeiden, müsse allerdings auch gewährleistet

sein, dass Strom für die

Industrie bezahlbar bleibe, so die Vertreter

von RWE und Vattenfall. Die

Kosten einer Neuausrichtung der Energieversorgung

müssten letztlich in

erheblichem Umfang von den weniger

leicht abwandernden Endverbrauchern

getragen werden.

Mit dieser rundum gelungenen Veranstaltung

war der Juniorenkreis erstmals

bei der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft

zu Gast, die dafür sorgte, dass

die mehr als 45 Teilnehmer im An -

schluss an die Diskussionsrunde bei

Fingerfood und einem guten Glas Wein

noch bis in den späten Abend die Ge -

spräche fortsetzen konnten.

Dr. Christoph v. Burgsdorff,

Luther Rechtsanwaltsgesellschaft

Stellv. Vorsitzender des Beirats

des Juniorenkreises

29


Landesverband Hamburg

Ausgabe April 2011

Wirtschaftliche und demographische

Veränderungen haben in den letzten

Jahren zu einer Neuorientierung im

Gesundheitswesen und da mit verbunden

zu einem tiefgreifenden

Strukturwandel geführt. Neben der

zunehmenden Kosten-Nutzen-Orientierung

spielen auch Themen, wie der

drohende Fachkräftemangel und die

Sicherstellung einer flächendeckenden,

wohnortnahen ärztlichen Versorgung,

eine Rolle.

„Zukunftsbranche Gesundheitswirtschaft

– Chancen für die Freie und

Hansestadt Hamburg“ lautete der

Titel, zu dem die Landesfachkommission

im November den zu dieser Zeit

noch amtierenden Präses der Behörde

für Wirtschaft und Arbeit, Senator

Ian K. Karan, begrüßte. Erörtert wurden

die Gesamtsituation der Gesundheitswirtschaft,

die besonderen Chancen

der Branche sowie die Restriktionen

durch Gesetze, Verordnungen

und behördliches Handeln.

Die Kommission begrüßte die zu -

nehmende Aufmerksamkeit, die der

Senat der Branche geschenkt habe.

Immerhin fielen 2009 von den insgesamt

rund 80.000 Beschäftigten im

Hamburger Gesundheits- und Sozialwesen

fast zwei Drittel (63,2 Prozent)

auf das Gesundheitswesen (HWWI).

Außerordentlich positiv beur teilte

die Kommission die Arbeit der Nord -

deutschen Life Science Agentur GmbH

30

Landesfachkommission Gesundheitswirtschaft

Seit zehn Jahren fördert Albert Darboven,

Mitglied des Landesvorstandes des

Wirtschaftsrates, mit dem von ihm

gestifteten IDEE-Förderpreis junge Un -

ternehmerinnen, die ihre innovativen

(Norgenta). 2004 als länderübergreifende

Projekt- und Servicegesellschaft

von Hamburg und Schleswig-Holstein

gegründet, vernetzt und koordiniert

sie die Life Science Aktivitäten Norddeutschlands

für ein international

wett bewerbsfähiges Cluster. Um den

Zu Gast bei der

Kommission:

Ian K. Karan,

Senator a.D.

Standort auch weiterhin erfolgreich

entwickeln, vernetzen und vermarkten

zu können, benötige die Agentur die

volle Unterstützung der Stadt.

Eine bessere Zusammenarbeit

mahn te die Kommission bei der Unterstützung

von Unternehmen aus der

Gesundheitswirtschaft an. Die Wirtschaftsbehörde

müsse eine führende

Position als Ansprechpartner der Betriebe

übernehmen. Senator Karan regte

an, einen Ansprechpartner für alle Be -

hörden zu benennen und bot an, diesen

in seiner Behörde anzusiedeln.

Bedeutender Faktor für den Ge -

sundheitsstandort Hamburg ist die Verfügbarkeit

qualifizierter Arbeitskräfte.

Handlungsbedarf sieht die Kommission

– vor allem in Hinblick auf den sich

Darboven Idee-Förderpreis

und zukunftsorientierten Geschäfts -

ideen verwirklichen wollen.

Der mit 75.000 Euro dotierte Preis

wird alle zwei Jahre vergeben und richtet

sich an Existenzgründerinnen und

Jungunternehmerinnen, die nicht länger

als drei Jahre selbstständig sind.

Als entscheidende Kriterien gelten:

■ Neuigkeitsgrad der Geschäftsidee

■ bereits erzielter bzw. zu erwarten-

der Erfolg

■ persönliches Engagement

■ Anzahl der geschaffenen bzw. zu

erwartenden neuen Arbeitsplätze

abzeichnenden Fachkräftemangel –

bei der Beschäftigung ausländischer

Ärzte. Im Hamburger Gesundheitswesen

liegt der Anteil ausländischen

Personals zwar über dem Bundesdurchschnitt,

doch betrifft dies vor

allem die einfacheren Tätigkeiten (mit

10,2 Prozent gibt es besonders viele

Ausländer unter den Helfern in der

Krankenpflege). Unter den Ärzten ist

der Anteil zwischen 1999 und 2009

entgegen dem bundesdeutschen

Trend auf 3,6 Prozent gefallen (HWWI).

Ziel müsse sein, Hamburgs Human -

ressourcen noch effizienter zu nutzen

und Experten an sich zu binden. Ge -

sundheitsberufe müssten attraktiver

gestaltet und mehr junge Menschen

für diese Branche gewonnen werden.

Insgesamt bietet das Gesundheitswesen

sehr gute Beschäftigungs -

perspektiven. Innerhalb nur eines Jahres

stieg die Zahl der Beschäftigten

um 3.300 (4,1 Prozent). 700 Stellen und

150 Ausbildungsplätze sind laut Agentur

für Arbeit in Hamburg derzeit un -

besetzt. Dabei spielen häufig auch die

Rahmenbedingungen eine Rolle. So

weist die Kommission darauf hin, dass

Pflegekräfte beispielsweise auf preiswerten

Wohnraum und eine Anbindung

der Kliniken mit dem öffentlichen

Nahverkehr angewiesen seien.

Die Kommission unter Leitung von

Professor Heinz Lohmann wird ihre

Arbeit auch in diesem Jahr weiter fortsetzen.

Dr. Christina Arndt

Zur Jury gehören u.a. Senatorin a.D.

Prof. Dr. Karin von Welck, Dr. Henning

Voscherau und unser Mitglied Prof. Dr.

Sonja Bischoff.

Bewerbungsunterlagen können von

der Webseite des Unternehmens heruntergeladen

(www.darboven.com)

oder schriftlich angefordert werden bei:

Ute Lund, segmenta pr, Feldbrunnenstraße

52, 20148 Hamburg.

Einsendeschluss ist der 31. Juli 2011.

Die Preisverleihung findet am 10. No -

vember 2011 in Hamburg statt.

CA


Paradigmenwechsel:

Der demografische Wandel zwingt zum

Umdenken. Das Durchschnittsalter der

Beschäftigten steigt ebenso wie die

Anzahl der über 50-Jährigen in den

Betrieben. 2020 wird jeder dritte Ar -

beitsplatz mit einer Arbeitskraft über

50 Jahre besetzt sein.

Ältere Beschäftigte haben andere Belas -

tungen als junge Beschäftigte. So sind

Mitarbeiter zwischen 50 und 54 zwar

seltener, aber mit durchschnittlich

knapp 17 Tagen im Jahr fast doppelt so

viel krankgeschrieben wie ihre Kollegen

in der Altersgruppe 20 bis 29. Mit dem

Alter nehmen schwere Krankheiten zu.

Ein längerer Ausfall eines Mitarbeiters

führt zu organisatorischen Pro blemen

und damit auch zu Produktivitäts -

einbrüchen. Wichtig ist deshalb das

Betriebliche Gesundheitsmanagement

(BGM), das den Bedürfnissen aller Generationen

im Unternehmen gerecht wird.

Gute Konzepte und Strategien im

Management garantieren zwar nicht

auf Dauer den vitalen Mitarbeiter, doch

wenn die Unternehmensführung die

Weichen stellt, wird den Mitarbeitern

eine Chance geboten. Die positive Öffnung

zum betrieblichen Gesundheits -

management gewinnt neben den Ge -

schäftsfeldern Märkte und Gewinne an

Bedeutung und wird sich langfristig

auszahlen. Der Erkenntnis, die deutsche

Wirtschaft kranke am Fachkräftemangel,

lässt sich mit qualifiziertem Personal

aus dem Ausland entgegenwirken.

Doch das reicht nicht. Die Forderung

nach längerer Arbeitszeit wie „65+“

greift da schon mehr. Künftig geht es

nicht nur um gesunde Führungskräfte,

sondern auch und vor allem um

gesunde Mitarbeiter, die den hohen

Belastun gen des Arbeitsalltags gewachsen

sind.

Den typischen Zivilisationskrankheiten

wie Übergewicht, Stoffwech sel -

erkrankungen (Diabetes mellitus), mus -

culoskeletale Erkrankungen, Bluthochdruck,

Herzinfarkt, Schlaganfall, De -

pression und Burn-out kann mit bes-

„Wer keine Zeit für seine

Gesundheit hat, wird eines Tages Zeit

haben müssen, krank zu sein.“

Harold J. Reilly

Betriebliches Gesundheitsmanagement

gewinnt an Bedeutung

seren Arbeitsbedingungen und einem

gesunden Lebensstil oftmals vorgebeugt

werden. Unsere Krankenkassen werben

seit einigen Jahren vermehrt mit Prä -

ven tionsangeboten. Gesundheitsförderung

wirkt am besten und nachhaltigsten,

wenn sie direkt in der Lebenswelt

des Menschen ansetzt, und dazu gehört

vor allem der Betrieb. Der Gesetzgeber

hat dies bereits erkannt und begünstigt

deshalb Investitionen von Unternehmen

in die betriebliche Gesundheitsförderung.

Geht es um die Finanzen, bleiben

die Kassenmitglieder meist auf sich ge -

stellt. Kosten für Präventionsmaßnahmen

sind Privatsache und werden nicht

erstattet, wenn es z.B. um ein Dauerangebot

von Sportvereinen oder auch Fit -

ness-Studiogemeinschaften geht. Nur

über die Unternehmen lässt sich mit

indi viduellen Programmen der Ge sund -

heitszustand der Belegschaften nachhaltig

verbessern. Die Techniker Krankenkasse

hat bereits reagiert und setzt

spezielle Berater für Unternehmen

ein. Institute wie beispielsweise das

Medizinische PräventionsCentrum

Ham burg (MPCH) decken mit ihren

Angeboten genau diesen Bereich ab,

d.h. sie bieten umfassende medizinische

Diagnostik, Lebensstiloptimierung

und medizinische Begleitung.

Grafik/Quelle: Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse 2011

ADVERTORIAL

Auch wenn sich vor allem klein- und

mittelständische Unternehmen gerade

in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit

Investitionen im BGM schwer tun, ist

diese Investition eine Win-Win-Situa -

tion für alle Beteiligten: Die Arbeitnehmer

sind motivierter, gesünder und

leis tungsfähiger, die Unternehmen senken

ihre Fehlzeiten, profitieren durch

wirtschaftlichen Erfolg und Image -

gewinn. Der Erfolg des Gesundheits -

managements hängt im Wesentlichen

von einer effektiven Organisation ab.

Und das ist eine Führungsaufgabe. Nur

wenn die Gesundheitsförderung Chefsache

ist und die Beschäftigten gleichzeitig

Verantwortung für die eigene

Gesundheit übernehmen, können Verhältnisse

und Verhalten langfristig

gesünder werden.

Gezielte Angebote für nachhaltiges

individuelles Fitness-Coaching finden

sich noch selten. Gesundheitschecks für

Führungskräfte sind ein erster wichtiger

Schritt. Wenn es allerdings nur bei

pauschalen Empfehlungen zum Er näh -

rungs- und Bewegungsverhalten der

Arbeitnehmer bleibt, ändert sich nichts!

Motivierte Führungskräfte, neue Strukturen

und aktive Mitarbeiter minimieren

krankheitsbedingte Fehlzeiten und

garantieren den langfristigen Unternehmenserfolg.

EJH

31


Landesverband Hamburg

Ausgabe April 2011

Spielbank, Bildung, Rohstoffe

– Panem et circensis beim

JOUR FIXE

Das dem Roulette entlehnte Motto „rien

ne va plus“ („nichts geht mehr“) dominierte

das Krisenjahr 2009. 12 Monate

später sah die Wirtschaftslage sehr viel

freundlicher aus, daher traf sich der

JOUR FIXE im Dezember in der Spielbank

Hamburg. Nicht nur, um den Aufschwung

zu feiern und gleichermaßen

Kugel wie Rubel bei Private Poker &

Champagner-Roulette rollen zu lassen,

sondern auch, um hinter die Kulissen

des aufwändig renovierten Gebäudes

am Stephansplatz zu schauen. Im Spiegelsaal

diskutierten wir mit Gunda

Wind berger, Marketingleiterin der

Spielbank Hamburg Jahr & Achterfeld

KG, das Thema: Die Spielbank als Wirtschaftsbetrieb.

Neues Jahr, neues Spiel – neues Glück:

Nachdem der Norddeutsche Regattaverein

für unsere Treffen wegen der Folgen

des Brandes unverändert nicht zur

Verfügung steht, trafen wir uns im

Januar erstmalig im „Hamburger und

Germania Ruder Club“ am Alsterufer.

Diese interessant gelegene Immobilie

war der richtige Rahmen für Dr. Walter

Pelka, Präsident der HafenCity Universität.

Gerade im nationalen und internationalen

Wettbewerb um Toptalente

ist es wichtig, dass Hamburg weiterhin

in Bildung und Wissenstransfer investiert.

Die HafenCity Universität (HCU)

– mit dem Schwerpunkt auf Baukunst

und Metropolentwicklung – wird innovative

und berufsbefähigende ex zel -

lente Studienangebote anbieten, um

daraus ein einzigartiges interdiszipli -

näres Profil zu ent wickeln. Ziel ist es,

wichtige metropole Zukunftsthemen

aufzunehmen und zeitnah qualitativ

hochwertige Forschungsthemen umzusetzen.

Nicht erst das Atomdrama in Japan

macht deutlich, dass das Megathema

Energie / Rohstoffe den Schlüsselfaktor

darstellt. Für wirtschaftliche Leis tungs -

fähigkeit ebenso wie für Einklang von

Ökonomie und Ökologie. So lud der

32

JOUR FIXE

JOUR FIXE im

Dezember:

Mitglieder beim

Pokern

Mitglieder beim Roulette

Glück bei Spiel?

Manfred Trantofsky

und Guido Panke

JOUR FIXE im

Januar:

Gabriele Sievers,

Dr.-Ing. Walter Pelka,

Dr. Hanno Stöcker


JOUR FIXE im März zum Außentermin

ins charmante Billbrook, wo uns

Dr. Henner Buhck, Geschäftsführender

Gesellschafter der Buhck Umweltser -

vices GmbH & Co. KG, im Rahmen einer

Betriebsbesichtigung den Abfall als

Energie- und Rohstoffquelle nahe

brachte. In zwei Gruppen durchmaßen

wir eine Recyclinganlage für Industrieabfälle

und erfassten in plastischer Eindringlichkeit,

wie Abfallstoffe als hochwertige

Rohstoffe genutzt werden können

und welchen Nutzen die Hamburger

Wirtschaft daraus zieht. Vor dem

Hintergrund der bestehenden und

kom menden weltweiten Rohstoffknappheit

hat Hamburg im letzten Jahr

eine Recycling-Initiative ins Leben gerufen.

Neue Konzepte – auch für die

Europäische Umwelthauptstadt – sind

zwingend notwendig.

Sie erhalten noch keine Einladung zum

JOUR FIXE? Dann melden Sie sich gerne

in der Landesgeschäftsstelle, und diskutieren

Sie mit bei spannenden wirtschaftlichen

Themen in kommunikativer

Atmosphäre. Sie erhalten bei zu -

gelosten Sitzplätzen Gelegenheit zur

Pflege bestehender und zur Knüpfung

neuer Kontakte. Wir treffen uns am ers -

ten Donnerstag im Monat. Wir freuen

uns auf Sie. Dr. Hanno Stöcker

Gabriele Sievers

Andrea v. Teuffel und Simone Niekammer

Andrea v. Teuffel wird ihre berufliche

Tätigkeit am 30. April beenden. Viele

unserer Mitglieder werden sie vermissen,

war sie ihnen doch eine kompeten -

te Ansprechpartnerin – sei es am Telefon,

beim Empfang auf unseren Veranstaltungen

oder als Planerin und Teil-

JOUR FIXE

im März

Gewerbeabfall

im Anlieferungsbereich...

Der Gastgeber

Dr. Henner Buhck und

Dr. Hanno Stöcker

Frau v. Teuffel nimmt Abschied

nehmerin beim Golfturnier oder für

den ins Leben gerufenen JOUR FIXE

Abend. Als die gelernte Buchhändlerin

im April 1996 zur Geschäftsstelle des

Wirtschaftsrats kam, brachte sie als

Direktionsassistentin des Altonaer

Museums und als Assistentin des Leiters

PR des Ölkonzerns BP reiche Erfahrung

für die Organisation und den Ab -

lauf unserer Veranstaltungen mit, was

bis heute im perfekten Ablauf zur Geltung

kommt. Darüber hinaus widmete

sich Frau v. Teuffel an zentraler Stelle

mannigfaltigen Aufgaben, wie sie der

Geschäftsstelle aus allen Richtungen

gestellt werden, u. a. in den ersten Jahren

der intensiven Betreuung der Mitglieder.

Dem Wirtschaftsrat kam es da -

... und dann auf

die Laufbänder zur

Sortierung

her sehr zu Gute, dass Frau v. Teuffel

viele Mitglieder persönlich kennt. Der

Landesverband lässt seine Mitarbeiterin

nur ungern, zugleich aber mit den

besten Wünschen für einen glücklichen

– vorgezogenen – Ruhestand, ziehen.

Auf der Position von Frau v. Teuffel

finden unsere Mitglieder jetzt Frau

Simone Niekammer. Sie ist seit Januar

2000 im Landesverband tätig und hat

sich in die Mitgliederbetreuung und

Organisation von Veranstaltungen eingearbeitet.

Auch sie ist vielen von unseren

Veranstaltungen her als „Namensgeberin“

wohl vertraut. Wir sind sicher,

mit Frau Niekammer eine versierte

Nachfolgerin gefunden zu haben.

Dr. Manfred Hermann

33


Landesverband Hamburg

Ausgabe April 2011

Am 30. April wird die Assistentin des

Landesgeschäftsführers, Frau Andrea v.

Teuffel, die Geschäftsstelle verlassen.

Nach langjähriger Tätigkeit verabschiedet

sie sich in den Ruhestand. Durch

eine vorsichtige Reorganisation haben

wir uns bemüht, den Übergang für Sie

als unsere Mitglieder möglichst wenig

spürbar werden zu lassen.

Neben der bewährten Betreuung

der Mitglieder wird Frau Simone Niekammer

künftig auch als Assistentin

des Landesgeschäftsführers tätig sein.

Herzlich möchte ich Sie bitten, ihr dasselbe

Vertrauen entgegenzubringen

wie Frau von Teuffel. Frau Marcella

34

... IM ÜBRIGEN – INFOS AUS DER LANDESGESCHÄFTSSTELLE HAMBURG

ADLER Real Estate AG

Jon Abele

Partner

BearingPoint GmbH

Amadeus Fire AG

Dr. Hubert Baltes

Head of New Business Development

Olympus Winter & Ibe GmbH

Sebastian Blohm

Leiter Kommunikation und Politik

Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH

Olaf G. Borkers

Mitglied des Vorstands

DES Deutsche EuroShop AG

Dr. Thomas Brakensiek

Vorstand

Hamburger Volksbank eG

Oswald Brockerhoff

Geschäftsführer

Brockerhoff Consulting

Frank Burkert

Partner

Deloitte & Touche GmbH

Centrum für angewandte

Nanotechnologie CAN GmbH

Sven Ehrenbrand

Geschäftsführer

KARO Gebäudereinigungs GmbH

Dr. Philip Heimann

Altersberger wird sich verstärkt um die

Einladungen und die Organisation der

Veranstaltungen kümmern. Ich bin

sicher, sie wird sich sehr schnell in diesen

organisatorischen Verantwortungs -

bereich einarbeiten. Frau Dr. Arndt

kümmert sich neben ihrer PR-Arbeit

zusätzlich um die Programm gestal tung

des Wirtschaftsrates.

Ich bin überzeugt, Ihnen in Zukunft

einen Wirtschaftsrat bieten zu können,

der Ihre Erwartungen hinsichtlich politischer

Einflussnahme, Programmgestaltung

und Gedankenaustausch mehr

als erfüllen wird. Sollten Sie trotz unserer

Bemühungen das Gefühl ha ben,

WIR BEGRÜSSEN ALS NEUE MITGLIEDER IN DEN

LANDESVERBÄNDEN HAMBURG UND SCHLESWIG-HOLSTEIN

Dr. Audrey Hinrichsen

Geschäftsführende Gesellschafterin

German Temp Service GmbH

IABG – Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft

mbH

Ottobrunn

Jochen Knees

Geschäftsführer

Stemcor Deutschland Holding GmbH

Antonia Sylvia Kotzan

Inhaberin

KCI Kotzan Consulting International

Berlin

Christian Lindner

Area Manager, Amadeus Fire AG

Joachim Luserke

Geschäftsführer

Luserke Vermögensverwaltung GmbH

Mathias Minkus

Geschäftsführer

SMZ Agentur für strategische

Markenführung GmbH

Peter Niemann

Geschäftsführer

Friedrich Niemann GmbH & Co. KG

Kronshagen

Nordex SE

Petra Obermayr

Geschäftsführerin

identity of art Ltd. Kunst für

Unternehmen

Reinbek

dass wir nicht in allen Aspekten Ihren

Wünschen und Erwartungen entsprochen

haben, würden wir uns freuen,

wenn Sie uns ansprechen.

Carsten Ovens

Projektmananger

SAP Deutschland AG & Co. KG

Matthias Pietzcker

Geschäftsführender Gesellschafter

QUICKBORNER TEAM Gesellschaft für

Planung und Organisation GmbH

QUICKBORNER TEAM

Gesellschaft für Planung und

Organisation GmbH

Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH

Thomas Richterich

Vorstandsvorsitzender

Nordex SE

Thomas Rosenke

Betriebsleiter/Prokurist

KARO Gebäudereinigungs GmbH

SM Electronic GmbH

Stapelfeld

Bodo Sachau

Geschäftsführender Gesellschafter

Andreas J. Zachariassen Schiffahrtsges.

mbH & Co. KG

Achim Schaller

Managing Director

SM Electronic GmbH

Stapelfeld

Dr. Frank Schröder-Oeynhausen

Geschäftsführer

Centrum für angewandte

Nanotechnologie CAN GmbH

Conrad Seiffert


Michael Schwarz

Geschäftsführender Gesellschafter

Schwarze Rose GmbH

Schwarze Rose GmbH

Michael F. Seidel

Vorstand Finanzen und Vertrieb

Lloyd Fonds AG

Michael Sens

Geschäftsführer

Ships Industry Marine Services

Ships Industry Marine Services

Cathrin F. Sikor

McKinsey & Company Inc.

Matthias Spott

Geschäftsführer

IABG – Industrieanlagen-Betriebs -

gesellschaft mbH, Ottobrunn

Prof. Dr. Günther Strunk

Partner

Strunk Kolaschnik Partnerschaft

Rechtsanwälte Steuerberater

Strunk Kolaschnik Partnerschaft

Rechtsanwälte Steuerberater

Dr. Jens Thomsen

Geschäftsführer

Oral Prevent Mundhygiene Produkte

Handelsgesellschaft mbH

Carsten Wagner

Inhaber / Geschäftsführer

Erfolgswerft Werbe- und Vertriebsservice

Katharina Wolff MdHB

Geschäftsführerin

Premium Consultants-Wolff GmbH

Barbara Yaltrak

Vorstand

ADLER Real Estate AG

Rainer Brings

Geschäftsführer

Thomas-Beton GmbH

Kiel

Gerd-Jürgen Bruckschen

Geschäftsführender Gesellschafter

GJB Consulting GmbH

Bad Schwartau

Björn Eggers

Abteilungsdirektor

UniCredit Bank AG

Kiel

WIR BEGRÜSSEN ALS NEUE MITGLIEDER IN DEN

LANDESVERBÄNDEN HAMBURG UND SCHLESWIG-HOLSTEIN

Dr. Ralph Ennenbach

Stellv. Vorstandsvorsitzender

Kassenärztliche Vereinigung

Schleswig-Holstein

Bad Segeberg

Fred Freyermuth

Geschäftsführer

Stadtwerke Barmstedt

Barmstedt

Danfoss Silicon Power GmbH

Schleswig

Dietmar Guidl

Geschäftsführender Gesellschafter

Dispatch Energy Innovations GmbH

Itzehoe

HUCKEPACK-WIEK KG

Straßendienst im Auftrag des ADAC

Lübeck

Thomas Karl Klinger

Geschäftsführer

Unternehmer-Dialoge oHG

Kiel

Thomas Koch

Steuerberater/Inhaber

Das Steuerhaus

Timmendorfer Strand

Jens Broder Knudsen

Geschäftsführender Gesellschafter

Sartori & Berger GmbH & Co. KG

Kiel

Dr. Dr. Jens Kullik

Landrat

Kreis Steinburg

Itzehoe

Rüdiger Kutz

Partner

Civicon GbR, Kiel

Holger Menzel

Abteilungsdirektor

UniCredit Bank AG

Flensburg

Kay Nernheim

Geschäftsführer

Ev. Stadtmission Kiel

Frank R. Ost

Geschäftsführer

R. Spethmann Import GmbH

Ahrensburg

Dr.-Ing. Frank Osterwald

Director

Danfoss Silicon Power GmbH

Schleswig

Carl-Alexander Graf Plessen

Inhaber

Gutsverwaltung Sierhagen

Sierhagen

René Pogrzeba

Firmenkundenbetreuer

UniCredit AG

Lübeck

Björn Prölß

Geschäftsführer

HPL Technology GmbH

Eutin

R. Spethmann Import GmbH

Ahrensburg

Dr. Alexander Schröder

Geschäftsführer

Versicherungsstelle Wiesbaden

Wiesbaden

Ulf Schwinum

M. A. & Abteilungsdirektor

Michael Söffge

Geschäftsführer

Steinbeis Papier GmbH

Glückstadt

Carsten Stech

Geschäftsführer

Splendid Internet GmbH & Co. KG

Kiel

Steinbeis Papier GmbH

Glückstadt

Kurt Teipelke

Geschäftsführender Gesellschafter

AVB GmbH

Büdelsdorf

TELETRONIC GmbH

Reinfeld

Versicherungsstelle Wiesbaden

Wiesbaden

Jörg Warncke

Mitglied der Geschäftsführung

Steinbeis Papier GmbH

Glückstadt

Anke Wiek

Geschäftsführerin

HUCKEPACK-WIEK KG

Straßendienst im Auftrag des ADAC

Lübeck

Bernd (Dipl.-Ing.) Zblewski

Geschäftsführer

TELETRONIC GmbH

Reinfeld

35


Landesverband Hamburg

Ausgabe April 2011

Warum ich Mitglied im

Wirtschaftsrat bin

„Ich habe die Hoffnung, dass sich nach

der Finanzkrise etwas in Deutschland

verändern kann. In den letzten Jahren

hat sich die Frage nach der Profitabilität

von Geschäften immer mehr in den Vordergrund

geschoben. Auch in der Schifffahrt

spielen Finanzgeschäfte eine

erschreckend große Rolle. Wir müssen

zurückkehren zu den eigentlichen Werten,

die unsere Geschäfte ausmachen.

Passion und Berufung sind von viel

größerer Bedeutung als der kurzfristige

Profit ohne Werterhaltung.“

Gerda Rohden

Managing Director GRS Rohden

Shipping GmbH & CO KG

“Ich bin kürzlich aus Dortmund nach

Hamburg gezogen. Als Mitglied des

Wirtschaftsrates wandte ich mich sofort

an den hiesigen Landesverband, um mit

Hamburger Unternehmern in Kontakt

zu treten. Da der Wirtschaftsrat in

jedem Bundesland vertreten ist, fällt es

leicht, in einer neuen Umgebung unter

Gleichgesinnten Anschluss zu finden.“

Andreas Bruckner

Geschäftsführer Aon Jauch & Hübener

GmbH Versicherungsmakler

Wir gratulieren zur

langjährigen Mitgliedschaft

35jähriges Jubiläum

Dr. Michael Lichtenauer

Rechtsanwalt

25jähriges Jubiläum

Volker Heinz

20jähriges Jubiläum

Rainer Heydenreich

Vice Chairman

UBS Deutschland AG

Dieter Oster

Alexander Raab

Geschäftsführer

Clic Inneneinrichtung GmbH

Royal Spa Kitzbühel Hotel: 9. Kitzbüheler Golffestival

Vom 26. Juni bis 3. Juli gibt es wieder

spannende Turniere und stimmungsvolle

Festival-Abende. Zum ers ten Mal

wird das Royal Spa Kitzbühel Hotel in

Jochberg das Eröffnungsturnier und die

Abendveranstaltung ausrichten.

Nicht nur während des Hahnenkamm-Rennens

im Winter befindet sich

der legendäre Tiroler Skiort Kitzbühel

im Ausnahmezustand – auch im Som-

36

mer sorgt das Golffestival für Kultstatus.

Jahr für Jahr zieht der Top-Golf event

zahlreiche bekannte Persönlichkeiten

aus Sport, Wirtschaft und Entertainment

an.

In diesem Jahr verspricht das Kitzbüheler

Golffestival dank des abwechslungsreichen

Rahmenprogramms mit

spannenden Turnieren und Society-

High lights wieder eine abwechslungs-

NACHLESE

„Der Reichtum kommt nicht

von der Umverteilung, der

Reichtum kommt von Fleiss

und Leistung.“

Franz Josef Strauss

ADVERTORIAL

reiche Woche für alle Spieler zu werden.

Auf den vier Topplätzen der Alpen geht

es bei den sechs Wertungsturnieren um

den Wanderpokal „Golf Festival Kitz

Cup“. Die besten vier Bruttoergebnisse

auf den Golfplätzen GC Eichenheim,

GC Kitzbühel, Golf- und Landclub Rasmushof

sowie GC Kitzbühel Schwarzsee

entscheiden über den Sieg.

Spezielle Golfpackages des Royal

Spa Kitzbühel Hotels sind ab sofort

buchbar. Informationen zum Golffestival

finden Interessenten unter www.

kitzbuehelroyalspa.com, oder unter

www.golffestivalkitzbuehel.at.

Golfsportler stehen im Royal Spa

Kitzbühel Hotel ganz besonders im

Fokus. Sie können im Haus mit dem

„Golf Physio & Golf Mental Coach“ trainieren.

Zum Einschlagen steht demnächst

eine hauseigene Golfübungsanlage

mit Putting und Chipping Area

sowie Driving Range direkt vor dem

Hotel zur Verfügung. ■


LESERBRIEF – ANREGUNG ZUR DISKUSSION

Das Ende des „Ehrbaren Kaufmanns“

Es gereichte einem Hamburger Kaufmann

einmal zur Ehre, nur Verbindlichkeiten

einzugehen, die er zu jeder

Zeit, also auch in einer Krise, einhalten

kann. Diese Zeiten sind vorbei. Das

erfolgreiche Geschäftsmodell der Neuzeit

lautet: Werde ein Hasardeur und

mache so viele Schulden, wie du kannst.

Werde so schnell wie möglich „too big

to fail“. Dann werden die Banken dich

in einer Krise retten. Das können sie

zwar nicht aus eigener Kraft, aber als

Bank kann man ja jederzeit den Staat

in Anspruch nehmen.

Genau das geschah die letzten 18

Monate und geschieht noch immer

deutschlandweit. Im Norden ist das

Ganze in der Schifffahrt anzusehen. In

den Boomjahren haben die Banken

leichtsinnig bis fahrlässig zu viele zu

teure Schiffe zu hundert Prozent finanziert.

In der Krise sind sie wegen ihrer

zu großen Engagements erpressbar.

Also retten sie Reeder und Emissionshäuser,

die eigentlich schon insolvent

sind und über kein zukunftsfähiges

Geschäftsmodell mehr verfügen. Dies

ist nur zum kleinsten Teil dem Hausbankprinzip

geschuldet. Vor allem geht

es darum, kurzfristig Wertberichtigungen

in den Bankbilanzen, also Verluste,

zu vermeiden. Dem Ehrbaren Kaufmann

hingegen werden mit Hinweis

auf gefallene Schiffswerte neue Sicherheiten

in Form von Liquiditätseinschüs -

sen abverlangt. Die neu gewonnene

Presseschau

Hamburger Abendblatt, 18. März 2011

Liquidität wird an die Hasardeure als

Kontokorrent weitergeleitet, damit diese

den Schein des ordentlichen Kapitaldienstes

wahren können. Nebenbei

kann man auf solche Weise den Job der

Bankmanager retten, die den Hasardeuren

die Finanzierungen einst aufdrängten.

Bei den Landesbanken trägt die

Politik dieses Vorgehen mit, denn sie

hat bei der Aufsicht versagt und müsste

bei weiteren Verlusten Mitverantwortung

übernehmen. Tatsächlich

wirkt die Seilschaft zwischen Reedern,

Emissionshäusern, Politik und Bank -

managern häufig auch zum Nachteil

der Bank (und dem Steuerzahler), denn

nun wird über lange Zeiträume zuviel

Eigenkapital in riskanten Kreditengage -

ments gebunden. In vielen Fällen wäre

es für die Bank deutlich lukrativer, das

Eigenkapital in neuen Engagements

mit niedrigeren Risiken und höheren

Margen einzusetzen. Dies wäre auch

volkswirtschaftlich besser, denn das

Kapital würde in effizientere Verwendungen

verbracht.

Die ganze Welt führt den Schumpeter’schen

Gedanken der „schöpferischen

Zerstörung“ im Mund – bis sie

ihn gegen sich selbst gelten lassen soll.

Heutzutage ist es üblich, das marktbereinigende

und selbstheilende Wirken

einer Krise mit dem Hinweis auf „Sys -

temrelevanz“ zu unterbinden. Dabei

ist systemrelevant gerade nicht, dass

Ha sardeure gerettet werden, um be -

hauptete Dominoeffekte zu verhindern.

Denn dies führt dazu, dass die Strukturen

erhalten bleiben, die die jetzige

Krise herbeigeführt haben und die

nächs te herbeiführen werden. Systemrelevant

ist stattdessen, dass Krisen

marktbereinigend wirken können, in -

dem sie überholte, ineffiziente Strukturen

durch neue, effiziente Strukturen

ersetzen. Nur so können die Voraussetzungen

eines gesunden Aufschwungs

geschaffen werden, von dem die Ehrbaren

Kaufleute verdientermaßen profitieren,

indem ihnen das Vertrauen

und die guten Geschäfte der Zukunft

zufließen.

Nun aber wird nicht nur eine Generation

von Unternehmern verdorben

und von einer Jahrhunderte alten, be -

währten Tradition Abschied genommen.

Das, was geschieht, widerspricht

auch dem Geist der Sozialen Marktwirtschaft

und ist moralisch fragwürdig.

Am Ende der Krise können die Ha -

sardeure wie zuvor fortfahren und weiter

mit hoher Geschwindigkeit wachsen.

Sie dürfen auch in der nächsten

Krise auf die bewährten Seilschaften

und den Staat (die Steuerzahler) vertrauen.

Der Ehrbare Kaufmann aber, der

nur Verbindlichkeiten eingeht, die er

auch halten kann, wird keine vergleichbare

Dynamik entfalten und über

die Jahre in die Bedeutungslosigkeit

gedrängt. Christian Breuel

Hamburger Abendblatt,

4. März 2011

37


Landesverband Hamburg

und Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe April 2011

Interessentenbogen für den Wirtschaftsrat

Das Gewicht des Wirtschaftsrats wird neben seinen Sachaussagen durch die Zahl seiner Mitglieder bestimmt. Die Landesverbände

Hamburg und Schleswig-Holstein freuen sich deshalb über Hinweise auf Personen, die sie für ihre Arbeit interessieren

können.

Wir danken Ihnen, wenn Sie uns hierzu den nachstehenden Antwortbogen, oder auch nur eine formlose Notiz zusenden.

Sofern nicht von vornherein ein Eintritt gewünscht wird, laden wir die Betreffenden als Gäste zu mehreren Veranstaltungen

ein, ehe wir die Frage einer Mitgliedschaft ansprechen. Wenn Ihnen die Vorgeschlagenen näher bekannt sind, könnten

Sie ggf. mit folgenden Aussagen die Bereitschaft verstärken, unser Angebot aufzugreifen: Der Wirtschaftsrat steht durch

sein Eintreten für die Soziale Marktwirtschaft der CDU nahe, ist aber eigenständig, seine Mitglieder sind nicht an die

Partei gebunden. In beträchtlicher Zahl gehören auch Parteilose, ebenso wie Freunde und Mitglieder anderer Parteien dem

Rat an, weil sie dessen Stimme schätzen und von ihm wirksamen Widerstand gegen die fortschreitende Krise der Marktwirtschaft

in Deutschland erwarten. Der Wirtschaftsrat hat sich mit kompetenten, wählerunabhängigen Konzepten Gehör

verschafft.

Wirtschaftsrat der CDU e. V.

Landesverband Hamburg

Colonnaden 25

20354 Hamburg

Fax: 040-30 38 10 59

38

Wirtschaftsrat der CDU e.V.

Landesverband Schleswig-Holstein

Sophienblatt 44-46

24114 Kiel

Fax: 0431-67 20 76

1. Ich empfehle, folgende Personen zu den Veranstaltungen des Landesverbandes einzuladen und ggf. auf den Erwerb einer

ordentlichen Mitgliedschaft anzusprechen.

(Bitte Name, Anschrift, ggf. Unternehmenszugehörigkeit, Stellung im Unternehmen und - soweit bekannt - Telefon-/Telefaxnummer

und E-Mail-Adresse angeben.)

Ich bitte um eine Kontaktaufnahme zu diesen Personen

■ unter Hinweis auf mich vorzunehmen. ■ ohne Hinweis auf mich vorzunehmen.

2. Die nachstehenden Personen haben das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet und sollten über den Juniorenkreis für

den Wirtschaftsrat interessiert werden.

(Bitte Name, Anschrift, ggf. Unternehmenszugehörigkeit, Stellung im Unternehmen und - soweit bekannt - Telefon-/Telefaxnummer

und E-Mail-Adresse angeben.)

Ich bitte um eine Kontaktaufnahme zu diesen Personen

■ unter Hinweis auf mich vorzunehmen. ■ ohne Hinweis auf mich vorzunehmen.

Hamburg/Kiel, den

Unterschrift Name in Druckbuchstaben


Tag der Zukunft bei copy-druck in Hamburg

„Sind Sie fit für die Zukunft?“ – unter

diesem Motto stand die Einladung des

Hamburger Crossmedia-Spezialisten

copy-druck aus Hamburg-Wandsbek.

Das Unternehmen öffnete am 23. März

2011 zum Tag der Zukunft seine Türen

für Kunden, Zulieferer und Freunde des

Hauses. Neuigkeiten und Trends rund

um modernen Digital- und Offsetdruck

sowie innovative IT-Dienstleistungen

wurden präsentiert. Zudem wurde die

Premiere einer neuen Druckanlage

gefeiert.

Mehr als 100 geladene Gäste nutzten

die Gelegenheit zu einem Einblick in

das breit gefächerte Angebot. Sie ließen

sich von der copy-druck-Belegschaft

zeitgemäße Technologien erläutern,

informierten sich über moderne Weiterentwicklungen

gedruckter und di -

gitaler Kommunikationsmaßnahmen

und tauschten sich in lockerer Atmosphäre

mit anderen Besuchern über

aktuelle Branchentrends aus. Ob Smart-

Phone oder Touchscreen – an diesem

Tag konnte jeder spielerisch die cross -

mediale Zukunft ausprobieren. Am

Ende der Veranstaltung nahmen die

Gäste ihre selbst gestalteten Visitenkarten,

Poster oder personalisierten

Notizbücher mit nach Hause.

Synergieeffekte durch Crossmedia

Die Veranstalter richteten den Fokus des

Events auf ihren ganzheitlichen Ansatz.

„Wir sehen uns als Volldienst leis ter,

stehen also nicht nur für die Herstellung

gedruckter oder digitaler Me dien,

sondern entwickeln Konzepte aus aufeinander

abgestimmten Maßnahmen

und Produkten, die auf eine Ur sprungs-

Datenquelle zurückgreifen. So lässt sich

z.B. jedes gedruckte Exemplar durch Personalisierung

individuell ge stalten. Vor

Catrin Kuhse erklärt neueste Technologien

allem im Bereich der digitalen Medien

gibt es mittlerweile eine Vielzahl aufmerksamkeitsstarker

Möglichkeiten für

eine gezielte, persönliche Ansprache.

Unsere Kunden profitieren durch die

Zusammenführung dieser Kom mu ni -

kationsplattformen durch Kostenvorteile

und Synergieeffekte“, erläutert

Jens Beckmann, Geschäftsführender

Gesellschafter bei copy-druck.

Und so fanden bei den Gästen be -

sonders die Chancen und die weitreichenden

Möglichkeiten crossmedialer

Lösungen großes Interesse. Zum Leis -

tungsspektrum von copy-druck zählt

die technische Umsetzung verschiedener

Printprodukte, wie Drucksachen in

vielseitigen Ausführungen inklusive

pro fessioneller Bildbearbeitung. Darüber

hinaus bietet das Unternehmen CDund

DVD-Produktionen sowie umfangreiche

IT-Dienstleistungen, z.B. Programmierung,

Datenmanagement und

Datenauswertung, sowie Logistik und

Versand. Dabei greifen die Hamburger

auf ein gut funktionierendes Netzwerk

aus Kooperationspartnern in verschiedenen

deutschen Städten zurück. „Hiermit

bieten wir unseren Kunden einen

noch besseren Service, denn so können

unter anderem eilige Drucksachen

direkt am Bestimmungsort produziert

werden“, erläutert Catrin Kuhse, Ge -

schäftsführende Gesellschafterin.

Brillante Druckergebnisse,

effektvolle Glanzveredelung

Besonders stolz sind die Spezialisten

von copy-druck auf ihre brandneue

Hochleistungs-Digitaldruckmaschine

ADVERTORIAL

Xerox 1000 ColourPress, deren gleichmäßige

Ergebnisse und gestochen

scharfe Bilder dem Offset-Druck nicht

nachstehen. Damit verfügt copy-druck

als einer der ersten Anbieter über diese

hochmoderne Technologie, die auf

der Fachmesse IPEX 2010 in Birmingham

vorgestellt wurde. Die Besucher

zeigten sich am Tag der Zukunft beeindruckt

von der Vielfalt der bedruckbaren

Materialien: Das neue Drucksystem

verarbeitet von federleichtem 55 g/m 2 -

Papier bis hin zum 350 g/m 2 -Karton alle

erdenklichen Grammaturen. Gäste aus

der Gestaltungsbranche interessierten

sich besonders für die effektvolle Glanzveredelung,

die durch die fünfte Farbstation

der Anlage in einem Druckvorgang

ermöglicht wird.

Das Angebot zukunftsfähiger Produkte

und Dienstleistungen geht für

das Hamburger Unternehmen jedoch

über den Einsatz modernster Technologien

hinaus. „Als ÖKOPROFIT-zertifizier -

ter und CO 2 -neutral arbeitender Betrieb

legen wir Wert auf mehr Nachhaltigkeit

und beraten unsere Kunden gern zu

um weltschonenden Maßnahmen. Da -

runter fallen z.B. Print on Demand, also

das Drucken auf Abruf in der genau

benötigten Menge, die Verwendung von

Recycling-Materialien oder der Einsatz

unseres Poster-Printers Océ ColorWave

600. Mit seinem auf Wachs ba sierenden

Toner werden emissionsfrei großforma -

tige Bilder hergestellt. Da rum passt

ebenso die neue Xerox-Druckmaschine,

die durch den Verzicht auf Fixieröl um -

weltverträglicher ist, gut in unser Programm“,

unterstreicht Beckmann. ■

39


Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe April 2011

Meine Damen und Herren,

liebe Mitglieder aus Schleswig-Holstein und Hamburg!

achdem die SPD mit ihrem eher

bürgerlichen Kandidaten Olaf

Scholz in Hamburg einen Regierungswechsel

herbeigeführt hat, konnte die

Wahl des Kieler Oberbürgermeisters

zum Spitzenkandidat nicht mehr überraschen.

Es bleibt allerdings abzuwarten,

inwieweit der inhaltliche Kurs der

schleswig-holsteinischen SPD davon

40

LANDESVERBAND SCHLESWIG-HOLSTEIN

Dr. Philipp Murmann

Landesvorsitzender Schleswig-Holstein

N

beeinflußt wird. Nicht nur bei der für

uns alle zentralen Frage einer nachhaltigen

Haushaltskonsolidierung stehen

sich die Positionen des neuen Spitzenkandidaten

und des Landes- und Fraktionsvorsitzenden

diametral gegen -

über. Die CDU hat hier ein klares Profil

und mit Dr. Christian von Boetticher

einen designierten Spitzenkandidaten,

der als Minister gezeigt hat, wie Ein -

sparungen und der Abbau von Ver -

waltung praktisch umgesetzt werden

können.

Für den Wirtschaftsrat gilt es jetzt

zuvorderst, Wachstumsimpulse zu setzen,

ohne dabei den Pfad der Haushaltskonsolidierung

zu gefährden.

Wäh rend dazu im Januar ein Strategiepapier

zur Teilhabe an dem Zu -

kunftsmarkt Elektromobilität vorgelegt

worden ist, arbeitet die Landesfachkommission

Technologiepolitik an einer

umfassenden Wachstumsinitiative, die

im Rahmen einer Sektionsvorständekonferenz

am 14. Juni verabschiedet

werden soll. Kerninhalte sind eine tiefgreifende

Neuausrichtung des Bildungssystems,

angefangen bei den Kindergärten

bis hin zu den Universitäten

und Forschungsinstituten. Ziel ist nicht

nur ein insgesamt effizienter Einsatz

der verfügbaren Mittel in diesem Be -

reich, sondern auch die Steigerung der

Innovationsfähigkeit für den Standort.

Neben dieser langfristig angelegten

Wachstumsinitiative stellen sich weitere

Herausforderungen für den dringend

notwendigen Ausbau der Infrastruktur.

Schon die Fortführung der

A20, der Ausbau der A21 und die Er -

tüchtigung der B5 werden durch die

begrenzten Mittel des Bundes lange

hinausgezögert. Mit dem jetzt zudem

noch notwendigen Ausbau der Hinterlandanbindungen

für die feste Feh -

marn-Belt-Querung muß dringend

über neue Finanzierungsmodelle und

neue Finanzierungsquellen nachgedacht

werden. Hier müssen in Berlin

Veränderungen herbeigeführt werden.

Gleiches gilt für die anstehende No velle

des Gesetzes für die Erneuerbaren Energien,

die nicht nur bei der Bioenergie,

sondern auch bei der Förderung von

Stromspeicherlösungen neue Akzente

setzen muß. Es bleibt viel zu tun, und

unser Wirtschaftsrat ist auf vielen Feldern

gefragt. Bringen Sie sich nach

Ihren Möglichkeiten mit Ihren Kompetenzen

ein, damit Schleswig-Holstein

ein nachhaltiges Wachstum von über

3 Prozentpunkten verwirklichen kann.

Dann ist auch der durch die Schuldenbremse

verordnete Stopp der öffent -

lichen Verschuldung im Jahr 2020 für

Schleswig-Holstein möglich.

Mit freundlichem Gruß

Ihr Dr. Philipp Murmann


Schleswig-Holstein auf dem Weg

zum ansiedlungsfreundlichsten Bundesland

Mittagsgespräch der Sektion Kiel am 01.03.2011 im Romantik Hotel Kieler Kaufmann

Daß sich der Beauftragte für den Mittelstand

der Landesregierung Schleswig-Holstein

so schnell als Erfolgsmodell

erweisen konnte, ist zuvorderst

Hans-Jörn Arp MdL zu verdanken, der

diese wichtige Aufgabe mit Leidenschaft,

Fleiß und mittels seiner großen

Erfahrung angepackt hat.

Der Erfolg seiner Tätigkeit läßt sich an

den Umfragen des UVNord, dem Dachverband

der Unternehmerverbände,

ablesen, bei denen das Wirtschaftsressort

in der Wahrnehmung der Unternehmer

deutliche Pluspunkte verbuchen

konnte. Arp ging in seinem Vortrag

vor etwa 40 Mitgliedern und

Gästen der Sektion Kiel jedoch mit

keinem Wort auf diesen Umstand ein,

sondern beschrieb lediglich seine Aufgabe

als Anwalt der Investoren, die sich

mit ihren Projekten im Ämter- und Be -

hördendschungel verfangen haben. In

diesen Fällen führe er Mediationsge-

Hans-Jörn Arp MdL,

Mittelstandsbeauftragter

der Landesregierung,

überzeugte durch seinen

sachlichen Vortrag.

spräche mit allen Beteiligten und suche

nach Lösungen, bis eine gefunden sei.

Auf diese Weise seien schon viele Projekte

wieder „in Fahrt“ gekommen,

wobei die Nacharbeit dieser Probleme

noch verbessert werden könne. Neben

der Unterstützung von Investitionspro -

jekten kümmere er sich zudem um die

öffentliche Auftragsvergabe insbesondere

der GMSH, die auch vom Wirtschaftsrat

schon als nicht immer mittelstandsfreundlich

angemahnt worden

ist. Ein drittes Aufgabenfeld sei der

Fachkräftebedarf. Wer zu diesen Feldern

einen vertrauensvollen Ansprechpartner

suche, brauche nur die Telefonnummer

0431 988-4845 zu wählen.

Arp lobte im übrigen die Rolle der

Förderbanken im Land, die gut funktio -

nierten und auch Kleinkredite vergeben

würden. Die Landesregierung habe

zudem mit dem Sparkassengesetz und

dem neuen Landesentwicklungsplan

Flexibilitäten vergrößert, die positive

Wirkungen auf die Ansiedlung entfalten

würden. Handlungsbedarf sieht er

jedoch noch in der Rolle des Denkmalschutzes

im Land und bat abschließend

Fast 40 Mitglieder und Gäste im Kieler Kaufmann dankten dem Referenten für seine

engagierte Arbeit.

den Wirtschaftsrat, sich dieser Thematik

anzunehmen. Die sachliche Vorstellung

ließ kaum Fragen offen, so daß das

Mittagsgespräch mit großem Applaus

unternehmerfreundlich eine Viertelstunde

früher als geplant beendet war.

BZ

Neue Finanzierungswege für den Straßenbau

in Schleswig-Holstein

Mittagsgespräch/Werksführung der Sektion Rendsburg-Eckernförde am 28.02.2011

im Hause der Vereinigten Asphalt-Mischwerke (VAM) in Büdelsdorf

Jörg Laudehr, Geschäftsführer der VAM

GmbH & Co. KG, begrüßte als Gastgeber

und gab einen kurzen Bericht zur

Lage im Straßenbau. Nachdem die Konjunkturprogramme

bereits 2010 ausgelaufen

seien, wäre für 2011 mit zu -

rückgehenden Mengen am Asphaltmarkt

zu rechnen. Während 2010 durch

den Neubau von Biogasanlagen und

deren Bedarf an landwirtschaftlichen

Wegen und Lagerflächen ein zusätzlicher

Umsatz generiert werden konnte,

sei die weitere Entwicklung diesbezüglich

für 2011 schwer abzuschätzen. Der

Mischgutbedarf für die Beseitigung der

vorhandenen Winterschäden sei sehr

hoch, allerdings bleibe auch hier abzuwarten,

in welcher Höhe finanzielle

41


Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe April 2011

Jörg Laudehr, neuer Geschäftsführer der

VAM GmbH & Co. KG, kritisierte die bis in

den Herbst verzögerten kommunalen

Ausschreibungen für die Beseitigung der

Winterschäden.

Dr. Johann Wadephul MdB, Mitglied im

Bundesvorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion,

informierte sich über

neue Finanzierungsmodelle für den

Straßenbau

Mittel zur Behebung bereitgestellt werden

würden.

Ein großes Problem stellte weiterhin

die späte Auftragsvergabe der

öffentlichen Hand dar. Die Hauptausführung

der Mischgutlieferungen be -

schränke sich auf ein immer kleiner

werdendes Fenster, welches in der für

die Herstellung und Verarbeitung von

Asphalt witterungsungünstigen Jahreszeit

läge. So seien im Jahr 2010 in

den Monaten September bis November

60 % der Jahresleistung erzielt worden.

Das mangelnde und dann auch

noch verzögerte Nachfrageverhalten

stehe jedoch im krassen Gegensatz zu

den Bedarfsanalysen für den Güterverkehr.

Dies macht Hans-Werner Blöcker

in seinem Beitrag als Vorsitzender des

Bauindustrieverbandes Schleswig-Holstein

e.V. klar. Unser Land rücke zunehmend

ins Zentrum der europäischen

Güterströme, weshalb man bis zum

Jahr 2030 mit einer Steigerung um 55

Prozentpunkten zu rechnen habe. Dieser

Bedarf könne durch eine Optimie-

42

rung der Logistiksysteme wie Einfüh -

rung von Gigalinern, Vermeidung von

Leerfahrten, höhere Verpackungsstandards

oder verbesserte kombinierte

Verkehre nicht abgefangen werden.

Daher müßten dringend neue Finan-

Hans-Werner Blöcker, Vorsitzender des

Bauindustrieverbandes SH e.V. und stellv.

Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates

in Schleswig-Holstein: „Durch Leistungsausschreibungen

mit Erhaltungsmaßnahmen

über den Lebenszyklus lässt sich der

Baufinanzierungsbedarf um 15 – 22 Prozentpunkte

senken.“

zierungswege für den Straßenbau entwickelt

werden:

■ Da der Staat die benötigten Mittel

nicht in ausreichendem Maße bereitstellen

könne, müßte privates Kapital

eingebunden werden. Während öffentlich-private

Partnerschaften (ÖPP) in

Deutschland für den Baubereich bislang

nur 2 % des Marktes stellten, läge

die Quote in England bei 20 %. In Frankreich

würden 5.000 Autobahn-Kilometer

von zehn privaten Betreibergesellschaften

im Rahmen von ÖPP unter-

halten. Dies liege zum einen daran, daß

in Deutschland bislang nur die sogenannten

A- und F-Modelle möglich seien,

während es weltweit eine Vielfalt

weiterer Organisationsformen gäbe,

die bessere Gestaltungsmöglichkeiten

für die Partnerschaft zuließen. Erschwerend

sei, daß die in Deutschland rea -

lisierten F-Modelle, nämlich die War -

now querung sowie der Herrentunnel,

auf der Grundlage überhöhter Verkehrsprognosen

umgesetzt worden

seien. Das habe mit dazu beigetragen,

daß sich ÖPP-Projekte vom Jahr 2008

bis 2010 im Volumen von 1,4 Mrd. Euro

auf 540 Mio. Euro praktisch gedrittelt

hätten.

■ Das schlechte Image von ÖPP-Bauprojekten

sei auch in anderen Fällen wie

z.B. der Elbphilharmonie in Hamburg

auf fehlende politische Vorgaben und

fehlenden Sachverstand bei der Ausschreibung

zurückzuführen. Zum einen

dürfe nicht der vermeintlich kostengünstigste

Anbieter den Auftrag erhalten,

sondern der wirtschaftlichste. Zum

anderen sollte die Leistungsbeschreibung

einem Verfügbarkeitsmodell folgen,

welches beim Straßenbau Streu -

pflichten und Fristen zur Beseitigung

von Schlaglöchern so definiere, daß

Streit potential vermieden werde und

er brachte Leistungen nach einem Bo -

nus-Malus-System sanktioniert werden.

■ Zudem sollten ÖPP-Projekte langfristig

angelegt sein und Erhaltungsstrategien

mit einbeziehen. Wenn die

Baufinanzierung mit der Leistungsbe-

Wer noch Zeit hatte, besichtigte abschließend das Asphaltmischwerk bei Owschlag.


eitstellung über den Lebenszyklus in

eine Hand gelegt werden würde, ließen

sich 15-22 % beim Finanzierungsbedarf

einsparen. Auf diese Weise könnte auch

eine Unabhängigkeit von haushaltspolitischen

Unsicherheiten vermieden

werden.

■ Schließlich sollte die Kraftfahrtzeugsteuer

durch die Einführung einer

nutzerfinanzierten PKW-Maut ersetzt

werden. Da die Technik bereits vorhanden

sei, wäre dies kostenneutral möglich

und insgesamt vorteilhaft.

Der Bundestagsabgeordnete Dr.

Johann Wadephul wurde hinzugeladen,

um diese politischen Perspektiven aufzunehmen.

Er zeigte sich in seinem Bei-

Zwei Mitglieder lernten sich kennen: v.l.

Dr. Manfred Hase, Geschäftsführer Hansa

Nord Labor GmbH aus Pinneberg, und

Rainer Brings, Geschäftsführer Thomas-

Beton GmbH

trag sachkundig, obgleich dies nicht

sein Fachgebiet ist. Er wies darauf hin,

daß die LKW-Mauteinnahmen im Jahr

2011 erstmals komplett in den Straßen-

bau flößen und daß diese zudem auf

alle vierstreifigen Bundesstraßen ausgeweitet

werde würden. Zudem werde

eine ÖPP-Bundesgesellschaft diskutiert,

um vermehrte Projekte zu befördern

und die Schwierigkeiten der Kreditfinanzierung

zu mildern. Handlungsbedarf

bestehe jedoch auch im Planungsrecht,

welches vereinfacht, beschleunigt

und zudem verständlicher werden

müsse.

Die Diskussion dieser komplexen

Fragen wurde nach einer kurzen Stärkung

bei der anschließenden Besichtigung

des Mischwerkes in Owschlag

geführt. Wir danken der gastgebenden

VAM GmbH. BZ

Produktivitätsschub für kombinierte Verkehre –

Cargobeamer als Chance für Schleswig-Holstein

Mittagsveranstaltung der Sektion Lübeck mit Betriebsbesichtigung der Lehmann GmbH

Lübecker

Nachrichten,

25. Februar 2011

Dr. Hans-Jürgen

Weidemann,

Vorsitzender des

Vorstands der

CargoBeamer AG

90 Mitglieder aus Schleswig-Holstein und

Hamburg informierten sich über die Vorteile

und Planungen der neuen Technik.

43


Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe April 2011

Eine saubere Schiffahrt im Spannungsfeld

zwischen Wettbewerbsfähigkeit und

Innovations potentialen

Podiumsdiskussion des Landesverbandes am 10.02.2011 im HafenHaus in Kiel

Ab dem Jahr 2015 werden für die Ostund

Nordsee neue Emissionsgrenzwerte

verbindlich, die jedoch global

keine Gültigkeit haben und auch in

der Nord- und Ostsee nicht für alle

Flaggen gelten. Prof. Dr. Witt stellte

hierzu einleitend fest, daß bei solchen

Auflagen erfahrungsgemäß nicht im -

mer die Verhältnismäßigkeit zwischen

ökologischem Nutzen und ökonomischen

Kosten gewahrt bleibe.

Einführend schildete Prof. Dr. Alexander

Prölß, Lehrstuhl für Völker- und Europarecht,

Universität Trier, die Rechtsgrundlagen.

Rahmengebend sei das

Seerechtsübereinkommen der Verein-

Prof. Dr. Alexander Prölß, Universität

Trier: „Die Europäische Kommission übt

massiven Druck auf die Internationale

Maritime Organisation für verschärfte

Standards aus.“

ten Nationen und hier der Annex 6 des

im Jahr 1973 vereinbarten Marpol-Über -

einkommens über die Verschmutzung

der Meere. Auf dieser Grundlage könnten

Küstenstaaten Regeln nur zusammen

mit der International Maritime

Organization (IMO) erlassen. Nach der

Überarbeitung des Annex 6 seien nun

seit dem 1. Juli 2010 deutlich verschärfte

Emissionsvorschriften in Kraft getreten,

wobei die globalen Vorschriften in

sogenannten Emission Controll Areas

(ECA) noch deutlich strenger ausfielen.

So sollen global die Schwefelmassenteile

stufenweise bis 2020 über 3,5 %

44

Prof. Dr. Karsten Witt, Mitglied des Landesvorstandes,

begrüßte Teilnehmer aus

Hamburg und Schleswig-Holstein

auf dann 0,5 % gesenkt werden, wobei

eine Prüfung der IMO im Jahr 2018 den

Zeitpunkt auch noch um 5 Jahre verschieben

könnte. Große Teile der Nord–

und Ostsee unterliegen als ECA jedoch

strengeren Auflagen. Für diese Meeres -

regionen seien die Schwefelmassen -

anteile bereits jetzt auf 0,5% gesenkt

worden, und sie sollen ab dem Jahr 2015

auf 0,1 % weiter sinken, abhängig vom

Datum der Indienststellung der Schiffe.

Ähnlich sieht es bei den Regelungen

für Stickoxide aus. Nach Einschätzung

von Prof. Dr. Prölß übt die Europäische

Kommission seit Jahren politischen

Druck auf die IMO aus, die Vorschriften

für die ECAs zu verschärfen. Dabei nähme

man in Kauf, daß die Verschärfung

nur für Flaggen aus den Mitgliedsstaaten

gelte, was nach seiner Auffassung

nicht mit dem Völkerrecht vereinbar sei.

Vor diesem Hintergrund sei zu erwarten,

daß auch für Treibhausgase verschärfende

Regeln kommen, beispielsweise

in Form eines Emmissionshandels

für die Schiffahrt.

Anschließend berichtete Rörd Braren,

Geschäftsführender Gesellschafter,

Bereederungs- GmbH & Co. KG, daß seine

Schiffe weltweit als führendes Beispiel

für eine saubere Schiffahrt angeführt

werden würden. Er habe sich 1990

selbständig gemacht, beschäftige jetzt

180 Mitarbeiter und betreibe zehn

Schiffe im Spannungsfeld von Ökologie

und Ökonomie. Seine Kunden seien die

skandinavische Papierindustrie, die

extrem saubere Transporte forderte,

weshalb seine Schiffe zum Schrittmacher

in der Welt für Altölentsorgung,

die Ballastwasserproblematik und

Emmissionen geworden seien. Zielfüh -

rend erscheine ihm der Ansatz in Skandinavien,

die Ölslutchabgaben in die

Hafengebühren zu integrieren und da -

mit der illegalen Entsorgung auf See die

materiellen Anreize zu nehmen. Die

kommenden Vorschriften beim Ballast -

wasser erforderten allerdings eine Um -

rüstung von 25.000 Schiffen bei Kosten

von 400.000 Euro pro Schiff, was weder

finanzierbar noch logistisch machbar

sei. Die Einhaltung der Stickoxidgrenzwerte

ab 2016 in Ost- und Nordsee sei

nur über einen Katalysator und die Eindüsung

von Harnstoff möglich, was

Investitionen von 315.000 Euro plus laufende

Kosten von 80.000 Euro erfor -

dere. Die Verringerung der Schwefelgrenzwerte

ab 2020 auf 0,5 % sei technisch

leicht möglich. Die Absenkung

in den EKAs auf 0,1 % habe sein Schiff

Timbus durch eine Entschwefelungsanlage

mit Kalkkugeln mit 0,001 %

sogar noch deutlich unterboten, indem

der Schwefel durch ein Granulat gebunden

werde. Derzeit laufe zudem ein Projekt

mit dem Bundesverkehrsminis -

terium, welches den Motor für Strom -

erzeugung in den nächsten 2 Jahren

durch eine Brennstoffzelle ersetzen solle.

In der Nutzung von Flüssiggas (LNG)

sieht der Reedereichef die Zukunft für

die Ostseefahrt, indem „dual fuel“-

Motoren genutzt werden, die in den

ECAs von Öl auf Gas umstellen. LNG

habe keine Rußpartikel und kein

Schwefel und 86 % weniger Stickoxide.

Die ökologische Aufrüstung würde

jedoch ein großes Problem für viele Reeder

werden. Bei Investitionen von 2 Mio.

Euro pro Schiff sprächen wir bei 1.000


das Podium v.l. Dr. Niko von Bosse, Rörd Braren, Dr. Dirk Claus, Moderator Jan Philipp Eckmann, Hanns Heinrich Conzen; Simone

Maraschi, Michael Gadzali

Feederschiffen über einen Finanzierungsbedarf

von zwei Milliarden Euro.

Hinzu kämen die kurzen Umrüstungsfristen,

welche technisch in der Breite

nicht zu bewältigen seien.

Hanns Heinrich Conzen, Geschäftsführer

der TT-Line GmbH & Co. KG, be -

richtete, daß die TT-Line 1.000 Lastkraft -

wagen und 2.000 Personen täglich zwischen

Deutschland und Südschweden

auf Fähren transportiere, womit 700

Mitarbeiter einen Umsatz von 150 Mio.

Euro erwirtschaften würden. Die 6 mo -

dernen Schiffe seien alle in Nordeu ropa

gebaut, deutsch-schwedisch be flaggt

folgten der Einladung

nach Kiel: Mitglieder,

Schiffahrtsexperten

und Gäste aus ganz

Norddeutschland

und würden mit dieselelektrischen

Maschinen und Pod-Schrauben angetrieben,

was eine hervorragende CO 2 -

Bilanz ermögliche. Die TT-Line habe sich

zum Ziel gesetzt, durch moderne Technik

ökologisch vorbildlich zu sein. Die

Auflagen für die ECA Ost- und Nordsee

würden ab 2015 jedoch zu dramatischen

Auswirkungen führen. Für die

globale Schifffahrt (incl. europäische

Fahrtgebiete wie Mittelmeer und Irische

See) ist die Reduktion des Schwefelanteils

von derzeit 4,5 % auf 3,5 % in

2012 unproblematisch. Die für ECAs

festgelegte Herabsetzung von derzeit

1,0 % auf 0,1 % in 2015 ist hingegen

extrem kritisch, da es unter 0,5 % sehr

teuer werden würde. Man rechne mit

zusätzlichen Kosten von 6 Mio. Euro pro

Schiff und Jahr, was zur Folge hätte, daß

Verkehre sich auf die Straße verlagerten.

Die jetzt vorliegenden Studien be -

legten, daß die Frachtraten deutlich

steigen würden, z.B. 25.000 Euro zusätzliche

Kosten für eine Fährfahrt nach

Finnland. Für 600 Schiffe im Ropax-

Bereich seien diese Kosten nicht kompensierbar,

weshalb mit jährlich 200

Mio. zusätzlich genutzten Autobahnkilometern

in Deutschland zu rechnen

wäre. Neubauten nach dem Modell von

Herrn Braren seien zwar sehr attraktiv,

aber nicht konkurrenzfähig gegenüber

bestehenden Tonnagen nach alten

Standards und russischen Schiffen, die

Marpol nicht ratifiziert hätten.

In der weiteren Diskussion stellte

Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer, SEE -

HAFEN KIEL GmbH & Co. KG, fest, daß

man auf längeren Strecken ab dem Jahr

2015 Rückgänge von 22 % erwarten

müßte, wobei Kreuzfahrtschiffe ihre

Geschwindigkeit drosseln und zudem

preiselastischer reagieren könnten. Für

den Hafenstandort Kiel sei bislang

unklar, ob man aufgrund der hohen

Sicherheitserfordernisse eine Flüssiggastankstelle

einrichten könne. Moderator

Jan Phlipp Eckmann, Schiffahrtsjournalist

und Herausgeber des RoPax-

Magazins, merkte abschließend an, daß

die Studien über die Auswirkungen zu

einem Bedrohungsszenario zusammengefaßt

werden sollten, um die Politik

in Berlin doch noch zum Einlenken

zu bewegen. Die Frage, inwieweit er -

höhte Umweltauflagen auch Chancen

für das maritime Technologiecluster in

Norddeutschland nahelegen, kam in

der Diskussion ein wenig zu kurz. Die

Veranstaltung diente als Auftakt für

eine fortgesetzte Auseinandersetzung

mit dem Thema. BZ

Eine ausführlichen Pressebericht von

„Schleswig-Holstein am Sonntag“

finden Sie auf unserem Portal www.

wirtschaftsrat.de unter Landesverband

Schleswig-Holstein/Presseecho.

45


Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe April 2011

Die Sitzung der Fachkommission

Elek tromobilität am 2.12.2010 hatte

ihren Fokus auf die Vorbereitung

anstehender Aktivitäten: die Elektromobilitätsrallye

am 19./20.03.2011

und die finale Abstimmung des Positionspapiers

„Elektromobilität“.

Elektromobilitätsrallye

Nachdem in der Kommission die Idee

aufgekommen war, einen länderüber -

greifenden Fahrvergleich zwischen

Elektrofahrzeugen durchzuführen,

haben einige Mitglieder der Fachkommission

den Verein „Eco-Mobility

e.V.“ gegründet. Dieser Verein führte

am 19. und 20.03.2011 die erste

norddeutsche Elektromobilitätsrallye

von Dänemark nach Deutschland

durch, die am 20.3. mit der Siegerehrung

auf der „new energy-Messe“ in

Husum endete. Während dieser Rallye

wurden die Teilnehmer über 220

km unter anderem durch 15 Sonderprüfungen

gefordert, und die Elektromobile

müssten ihre Leistungsfähigkeit

im noch kühlen März unter

Beweis stellen. Ziel dieser Rallye, die

gemessen am Teilnehmerfeld die

welt weit größte ihrer Art gewesen

sein könnte, ist es, die Multiplikatoren

im Land der erneuerbaren Energien

auf dieses vielversprechende Zu -

kunfts feld aufmerksam zu machen.

Strategiepapier

Um die Landesregierung in Schleswig-Holstein

bei ihrer Meinungsbildung

zu unterstützen, hat die Kommission

das Positionspapier „Elektromobilität“

entwickelt, das im Rahmen

46

Kommission Elektromobiliät

Lübecker Nachrichten,

12. Januar 2011

Dr. Volker

Skwarek

(Kommissionsleiter)

einer Pressekonferenz am 11.01.2011 der

Öffentlichkeit und der Politik vorgestellt

wurde. Mit guten Beiträgen in

Presse und Fernsehen wurde Stellung

zu folgenden Themen genommen:

Bedeutung und Chancen des neue entstehenden

Marktes der E-Mobilität für

Schleswig-Holstein, Standortvorteile

von Schleswig-Holstein – insbesondere

im Bereich der erneuerbaren Energien,

die Forderung nach politisch unterstütztem

Standortmarketing, Entwicklung

einer Modellregion in Schleswig-

Holstein in Zu sammenarbeit mit Dänemark,

Aufbau von speziellen Ausbildungs-

und Studiengängen, um dem

drohenden Fachkräftemangel und dem

Wegzug junger Fachkräfte entgegenzuwirken.

Flensburger Tageblatt,

14. Januar 2011


Elektrofahrradnetze im Wettbewerb um

deutsche Tourismusregionen

Betriebsbesichtigung der Wondervelo GmbH am 02. März 2011 in Büchen

Norbert Brackmann MdB auf einem Elektrofahrrad der Wondervelo GmbH in seinem

Wahlkreis Herzogtum Lauenburg. Ralf Glaubitt, (2. v.r.), Geschäftsführer der Wondervelo

GmbH, stellte sein Unternehmen vor

Ralf Glaubitt hatte sich vor zehn Jahren

mit der Maschinenbaufirma TMQS

selbstständig gemacht, welche inzwischen

40 Mitarbeiter beschäftigt und

Zigarettenverpackungsmaschinen an

180 Kunden in 60 Ländern liefert. Vor

gut zwei Jahren hat er zusätzlich die

Wondervelo GmbH gegründet, die so -

genannte Pedelecs herstellt, vertreibt

und vermietet.

Dabei setzt er auf Hochwertigkeit und

Zuverlässigkeit und konzentriert sich

auf die Markterschließung in Norddeutschland.

Da es bislang keine Vertriebskanäle

gäbe, sollen Hotelketten

oder Wohnwagenhersteller als Partner

gewonnen werden. Die enge Kunden -

nähe erlaube dabei eine hohe Innova -

tionsgeschwindigkeit, wobei neben

einer hohen Produktdifferenzierung

große Reichweiten angestrebt werden

würden. Das System setze dabei auf

Rücktrittsbremse, einen Nabendynamo

und Ak ku systeme, die mittels Ladege -

räten an Steckdosen nachtankbar seien,

aber notfalls auch gegen frische aus ge -

wech selt werden könnten. Dabei werden

die Standards für Akkusysteme von

zu nächst 24 Volt über jetzt 36 Volt auf

demnächst 48 Volt steigen. Die Zielgrup -

pen lägen bislang ganz überwiegend im

Bereich 55 Lebensjahre und mehr, die

Kunden würden aber immer jünger, was

auch auf einen Imagewandel zurückgeführt

werden könne.

Christian Schmidt, Geschäftsführer

der Tourismusagentur Schleswig-Holstein,

merkte dazu an, daß sich Schleswig-Holstein

als Fahrradland Nummer

1 mit seinen touristischen Zielgruppen

„Best-Ager“ und „anspruchsvolle Genie -

ßer“ sich hervorragend als Markt eigne

und ein Wettbewerb verschiedener An -

bieter der beste Weg zu einer schnellen

Marktentwicklung biete. Er verwies auf

die Radkoordinierungsstelle und bot an,

Kontakte zu den einzelnen Regionen

her zustellen. Dr. Wolfram Kaiser, GF electromotive

engineering + consulting

GmbH, wies darauf hin, daß eine Standardisierung

bei den Energiesystemen

nicht erwartet werden könne, weshalb

Servicestationen beispielsweise in Ho -

tels und Gaststätten unterschiedliche

Ladegeräte vorhalten sollten, die allerdings

jeweils nur wenige Euros kosteten.

Rüdiger Kutz, Partner civi.con - Institut

für Nachhaltigkeitsmanagement

GbR, berichtete von Marktentwicklungen

in Holland und England, die ein

Angebot herstellerübergreifender Servicestationen

nahelegen würden.

Alle anwesenden Experten waren

sich einig, daß Schleswig-Holstein aufgrund

der hohen Nachfragepotentiale

eine nationale Schrittmacherrolle übernehmen

könnte. Der Bundestagsabgeordnete

Norbert Brackmann nutzte den

Termin nicht nur, um sich aus erster

Hand über die junge Branche zu informieren,

sondern saß auch als erster auf

einem dieser „Wunderräder“. Viele Nutzer,

berichtete Vertriebschef Rüdiger

Schwarz, würden sich nach ihren touris -

tischen Erfahrungen im Norden ein

Won dervelo nach Süddeutschland liefern

lassen, wo Modelle ohne Rücktritts -

bremse den Markt dominierten. BZ

ADVERTORIAL

Jaguar startet in die Sportwagen-Saison:

XK Sondermodelle zum Jubiläum des E-Type

Mit den ersten Sonnenstrahlen am

Früh lingshimmel und zu Ehren des

50. Geburtstages der britischen Sportwagenlegende

Jaguar E-Type bringt

Jaguar jetzt zwei Sondermodelle des XK

Cabrio und Coupé und bietet zudem

ein attraktives Jubiläumsleasing. Die

Modelle XK „Grace“ und XKR „Pace“ folgen

dem legendären Markenclaim „grace,

pace & value for money“ und werden

mit einem attraktiven Preisvorteil

angeboten. Entsprechend dem historischen

Anlass sind die Stückzahlen der

Sondermodelle „Grace“ und „Pace“ auf

je 50 Exemplare limitiert.

Als Jaguar im März 1961 beim Genfer

Automobilsalon erstmals den E-Type

zeigte, war das die Geburt einer Legen-

de. Die britische Sportwagen-Ikone be -

geisterte nicht nur durch ihre aufregende

Linienführung, sondern auch mit

ihrer hervorragenden Technik.

Dem sportlichen Anspruch seines

Vorfahren E-Type fühlt sich der XK Pace

verpflichtet, der nach nur 4,8 Sekunden

Tempo 100 erreicht. Er kommt aus -

schließlich in der Lieblingsfarbe der

XKR-Fahrer – Ultimate Black. Gediegene

Sportlichkeit dominiert auch das R Performance

Interieur des XK Pace: Die

Farbkombination Charcoal/Charcoal für

Polster und Verkleidungen und dem

Armaturenbrett in Dark Mesh Aluminium;

komplettiert wird die Ausstattung

des XK Pace durch Kurvenlicht und eine

beheizbare Frontscheibe. ■

47


Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe April 2011

Die EEG-Novelle und zukünftige Anreize für

Stromspeicherung

Betriebsbesichtigung der

Dispatch Energy Innovations GmbH

am 3. März 2011 in Itzehoe,

Sektion Steinburg

Zum Gesetz für Erneuerbare Energien

(EEG) wird derzeit im Deutschen Bundestag

eine Novelle vorbereitet. Für

Schleswig-Holstein ist dabei von entscheidender

Bedeutung, wie die Anreize

für die Speicherung von Strom ausgestaltet

werden.

Die letzte Novelle erlaubt es den Netzbetreibern,

Opportunitätskosten für

Windstrom, der aufgrund fehlender Leitungskapazitäten

nicht genutzt werden

kann, aber den Anlagenbetreibern

dennoch vergütet werden muß, auf

den Verbraucher umzulegen. Damit

werden nicht nur die Anreize für den

Leitungsausbau, sondern auch für die

Stromspeicherung ausgeschaltet.

Daß das Thema für Schleswig-Holstein

hochaktuell ist, zeigte das Inter-

48

für Lithium-Ionen-Batteriesysteme be -

reits auf eine spürbare Marktnachfrage

treffe, weil der Strom aus Photovoltaik

im Gegensatz zum Windstrom

nicht nur bei der Einspeisung, sondern

auch bei Eigenverbrauch vergütet werde.

Deshalb lohne sich eine Zwischen -

speicherung in stationären Speichern,

insbesondere wenn sie in dezentralen

Systemen mit einem intelligenten Last -

management verknüpft werden könnten.

Bei einem flächendeckenden Einsatz

würden diese dezentralen Speicher

Der Wirtschaftsrat Schleswig-Holstein zu Gast bei der Dispatch Energy

Innovations GmbH in Itzehoe

esse. Dr. Dr. Jens Kullik, der auf Wunsch

des Sektionsvorstandes zunächst kommissarisch

die Sprecherfunktion der

Sektion Steinburg übernommen hat,

konnte zu seiner ersten Veranstaltung

über 70 Teilnehmer aus dem ganzen

Land begrüßen.

Gastgeber Dietmar Gruidl, Ge -

schäfts führender Gesellschafter der

frisch in Itzehoe gegründeten Dispatch

Energy Innovations GmbH, berichtete

einleitend, daß die Serienproduktion

v.l. Ingrid Nestle MdB, Sprecherin für Energiewirtschaft Bündnis 90/

Die Grünen; Landrat Dr. Dr. Jens Kullik, komm. Sprecher der Sektion Steinburg,

und Dietmar Gruidl, Geschäftsführender Gesellschafter Dispatch

Energy Innovations GmbH

im Zusammenwirken mit Kraftwerksspeichern

einen wesentlichen Beitrag

zur Bewältigung der steigenden Herausforderungen

an die Netzstabilität

leisten. Anwendungsbereiche sieht der

Firmenchef deshalb zukünftig nicht nur

im Bereich von Photovoltaik und Blockheizkraftwerken,

sondern auch bei

Klein windanlagen, der Netzstabilisierung

für Großwindanlagen sowie beim

Aufbau einer Infrastruktur für die Elektromobilität.

Die Vorteile seiner Lithium-Ionen-Batteriesysteme

sieht er in

der hohen Zyklenfestigkeit von über

7.000 Zyklen und in dem hohen technischen

Wirkungsgrad von über 95 Prozentpunkten.

Die Produktion von Testund

Kleinserien solle im Jahr 2011 in

Itze hoe beginnen. Ab 2013 folge dann

die Großserienproduktion am Standort

der Dresdner Schwesterfirma. Die Wirtschaftlichkeit

der Speichersysteme und

ihre damit verbundene Marktfähigkeit

werde in den nächsten Jahren aufgrund

der erwarteten Skaleneffekte noch

Der technische Leiter Dr. Gerald Neumann (2.v.l.) erklärte die vom Fraunhofer Institut ISIT

lizensierte Nutzung der Folienbeschichtungsanlage


Kieler Nachrichten, 3. Februar 2011

deutlich steigen. Gemessen an den

enormen Herausforderungen durch die

fortgesetzt wachsende Einspeisung

fluktuierender Energie könnten seine

Produktion allerdings nur einen sehr

kleinen Teil der benötigten Speicherkapazitäten

bereitstellen. Gruidl plädierte

dafür, den Eigenverbrauch auch für

Windenergie zu vergüten.

Frau Ingrid Nestle MdB, Bündnis

90/Die Grünen-Bundestagsfraktion,

berichtete, daß ihre Fraktion noch keine

abgeschlossene Meinung zu den

favorisierten Bedingungen zur Förderung

der Stromspeicherung habe. Priorität

habe langfristig der Netzausbau,

wobei auch Trassen nach Norwegen

angestrebt werden sollten, wo man

durch Speicherwasserkraftwerke jährlich

84 Terrawattstunden Speicherleistung

erziele, während in Deutschland

gerade einmal 0,04 Terrawattstunden

genutzt werden könnten. Im Hinblick

auf die Förderung von Stromspeichern

im Rahmen der anstehenden EEG-

Novelle würden bislang verschiedene

Möglichkeiten in Betracht gezogen:

■ Integrationsbonus (IWES)

- Bedarfskomponente

- Kapazitätskomponente für

EEG-Speicher

■ EEG-systemisch sinnvolle Speicher

beim Netzbetreiber als Systemdienstleistungen

■ Windkraft an den Regelenergiemarkt

bringen

■ Integrationsbilanzkreis

■ Regelung der Speicher in die Hand

des Netzbetreibers

Die Abgeordnete wies abschließend

darauf hin, daß im Sommer 2011 auch

die Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes

anstünde. Durch diesen glück -

lichen Zufall habe man parallel auch

die Möglichkeit, daß an sich begrüßenswerte

„ownership unbundling“ zu

über prüfen, welches für die Netzgesellschaften

Investitionen in Stromspeicher

bislang ausschließe.

Nach einer durch Dr. Dr. Kullik mo -

derierten Diskussion und einem groß -

zügigen Imbiß auf Einladung des Gastgebers

konnten die Teilnehmer an -

schließend sowohl noch ein fertiges

Speichersystem als auch die Produktionsanlage

für die Folienbeschichtung

besichtigten, die auf Lizenzbasis durch

das Fraunhofer Institut ISIT geleistet

wird. BZ

49


Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe April 2011

Dr. Robert Habeck MdL stellte vor der Sektion

Rendsburg-Eckernförde am 12.11.2010 die Position

der Grünen zum kritischen Wachstum der

Biogasanlagen und den

wachsenden Kapazitäten

bei der Windenergie ohne

entsprechende Stromleitungskapazitäten

dar;

im Bild mit Dr. Christopher

Leptien (re), Sektionssprecher

Rendsburg-

Eckernförde

50

shz, 17. November 2010

JUNIORENKREIS

Mitglieder und Gäste der Sektion Rendsburg-Eckernförde diskutierten

am 12.11.2010 im Rendsburger Pelli-Hof über die Perspektiven für Biogas

und Windenergie in Schleswig-Holstein.

Der neue Vorstand des Juniorenkreises (v.l. Rasmus Vöge, Anna-Marina Sauer, Lars Osterhoff, Alexander Kropp, Alexander Ziems,

Benjamin Feindt, Benjamin Bhatti und Patrick Müller) kam erstmals vollständig zusammen anläßlich der Vorstellung der

Cliplister GmbH durch seinen Gründungsvorstand Olaf Birkner, der am 06.12.2010 in Kiel von den Marktentwicklungen intelligenter

Netzwerke in der digitalen Welt berichtete.


Wie und warum sich Unternehmen für die

Hochschulen in Flensburg einsetzen?

Abendveranstaltung des Juniorenkreises am 26.01.2011 bei der DanRevision in Handewitt

Diese Frage stand im Zentrum der

Diskussion, die auf Einladung des Ju -

nio renkreises bei der gastgebenden

DanRevision in Handewitt nach dem

komprimierten Vortrag von Herrn

Heinz-Jürgen Galle stattfand.

Einigkeit bestand darüber, daß die

Flensburger Wirtschaft sich in den letzten

Jahren nicht besonders um ihre

Hochschulen bemüht habe und daß

auch die Gremien der Hochschulen

nicht immer glücklich operiert hätten.

Herr Galle stellte dar, daß man in Reaktion

auf das Haushaltskonsolidierungs -

programm nun aber Kräfte gebündelt

habe und einen privaten Förderverein

plane, der auf Initiative von Dr. Fabian

Geyer und getragen von der Handelskammer

und weiteren Partnern Drittmittel

für die Flensburger Hochschulen

akquirieren und diese über einen Beirat

an die Hochschulen verteilen möchte.

Angestrebt würden kumulierte 3,5

Millionen Euro bis zum Jahr 2015, wobei

man schon für einen großen Teil der

Summe Zusagen erhalten habe. Entsprechend

konstruktiv seien die jüngsten

Signale der Landesregierung, die

allerdings bislang noch sehr unterschiedliche

Hochschulmodelle für

Flens burg prüften. Insofern sei es ermutigend,

daß die Zusammenarbeit zwischen

der Universität und der Fachhochschule

inzwischen Fahrt aufnehme.

Als attraktive neue Schwerpunkte

sollten die Telemedizin ausgebaut und

Der Osterhase ist kein Kaninchen!

Heinz-Jürgen Galle

berichtete von der

erfolgreichen Initiative

der Wirtschaft für ihren

Hochschulstandort

Kaninchen und Feldhase sind nur weitläufig verwandt und

recht einfach zu unterscheiden. „Wer sich Abbildungen

unseres Osterhasen genau anschaut und ihn mit seinem

lebenden Vorbild vergleicht, erkennt sofort: der Osterhase

ist ein Feldhase und kein Kaninchen!“, sagt Andreas Kinser,

Experte der Deutschen Wildtier Stiftung. Die langen Löffel

fallen beim Hasen sofort auf, Kaninchen müssen mit

wesentlich kürzeren Ohren leben. Feldhasen haben obendrein

lange Hinterbeine und sind damit über lange Strecken

sehr gute Sprinter, Kaninchen flitzen dagegen mit ihren

Medienpädagogik neu eingeführt werden.

Kernanliegen der Wirtschaft sei

jedoch zuvorderst die Stärkung der universitären

Wirtschaftswissenschaften,

die in Verbindung mit der Bildungswissenschaft

am Standort auch aus der

Sicht der Wissenschaftlichen Kommission

Niedersachsen für das Profil des

Hochschulstandorts interessante Perspektiven

bieten würde.

In der anschließenden Diskussion

begrüßte der Landesgeschäftsführer

des Wirtschaftsrates die vorbildliche

Benjamin Feindt,

stellv. Sprecher des

Juniorenkreises,

bewies eine perfekte

Gastgeberrolle im

Hause der DanRevision

Handewitt-Handewitt

Steuerberatungsgesellschaft

oHG

Initiative der Wirtschaft, wies allerdings

auch darauf hin, daß für die Standortentwicklung

entscheidend sei, inwieweit

die regionale mittelständische

Wirtschaft am besten durch die Hochschulen

profitieren könne. Für einen

Hafen- und Industriestandort komme

angesichts der demographischen Entwicklung

besonders auch den tech -

nischen Ausbildungsangeboten für

Wind anlagenbau, Elektroantriebe und

Schiffsmotoren zukünftig eine exis -

tenzsichernde Bedeutung zu. BZ

wesentlich kürzeren Beinen möglichst schnell ins Gebüsch.

Rund um den Osterhasen gibt es viele Mythen und

Legenden. Im antiken

Rom verbot ein Papst

den Verzehr von Ha -

senfleisch – es sollte

die sexuelle Lust be -

flügeln. Für die Tradition mit den Eiern gibt es mehrere

Erklärungen. Eine Geschichte besagt, dass im Mittelalter an

Gründonnerstag alle Schulden beglichen werden mussten

– die Zahlung konnte auch in Eiern und Hasen erfolgen.

51


Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe April 2011

Wiedererrichtung der vier Philosophen

im Kieler Schloßpark Abendveranstaltung der Sektion Kiel am 24.11.2010

in der Kunsthalle zu Kiel

Der Verein Kiels gelehrtes Erbe hat am

24.11.2010 eine Veranstaltung zur Erläuterung

und Diskussion seines zweiten

Förderprojektes in der Kunsthalle zu

Kiel durchgeführt (siehe Presse). Dazu

aus Berlin angereist war Rudolf Böhm,

Bildhauer und Restaurator sowie ehemaliger

Leiter der Skulpturensammlung

Preußischer Gärten und Schlösser

(Potsdam), der erläuterte, wie man

schrittweise die Werke großer Skulpturisten

sich durch Nachempfinden er -

schließt und wie der lange Prozeß bis

zur Wiedererschaffung dieser Meisterwerke

verläuft.

52

Dr. Alexander Ostrowicz, Vorsitzender des

Vereins Kiels gelehrtes Erbe e.V., erläuterte

die Pläne des Vereins, die vier Philosophen

des ehemaligen Kollegiengebäudes der

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im

Schloßpark wieder aufleben zu lassen.

Prof. Dr. Gerhard Fouquet, Präsident der

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel,

begrüßte das Projekt, das die alte Univer -

sität wieder in den Mittelpunkt der Stadt

stellt

Kieler Nachrichten vom 20. Januar 2011

(Foto: Visualisierung Gisbert-K. Jungermann, Architekt, Dänischenhagen)


Aus Berlin angereist erläuterte Rudolf

Böhm, Bildhauer, Restaurator und ehem.

Leiter der Skulpturensammlung Preußischer

Gärten und Schlösser, die künstlerische

Herausforderung des Projektes

Reiner Peters schlug aus der Sicht des Grünflächenamtes der Landeshauptstadt Kiel vor, die

Figuren vor einer Martin-Gropius-Mauer an der Grenze des Schloßparkes zur Hegewischstraße

zu postieren.

Neben den zuständigen

Ortsbeiratsvorsitzenden

diskutierten auch Anette

Hüsch, Kuratorin und Leiterin

der Kunsthalle zu Kiel, sowie

Frau Dr.-Ing. Margita Meyer

vom Landesamt für

Denkmalpflege mit.

... IM ÜBRIGEN – AUS DER LANDESGESCHÄFTSSTELLE SCHLESWIG-HOLSTEIN

Die Sektion Lübeck hat auf ihrer Mitgliederversammlung

am 22.02.2011 Dr.

Wilhelm Wessel als Sektionssprecher

einstimmig wiedergewählt. Neu in den

Vorstand gewählt wurden Johannes

Kalläne, Rechtsanwalt und Fachanwalt

für Medizinrecht (Hamburg), und Gerd-

Jürgen Bruckschen, Geschäftsführender

Gesellschafter der GJB Consulting

GmbH (Bad Schwartau). Weiterhin im

Vorstand bleiben Hanno Brüggen, persönlich

haftender Gesellschafter der H.

& J. Brüggen KG (Lübeck), Rolf Schramm,

Direktor i.R. (Sereetz), sowie Peter

Schultheiß, Geschäftsführer der Schultheiss-Immobilien

GmbH (Lübeck).

Die Sektion Rendsburg-Eckernförde hat

ihren Sprecher Dr. Christopher Leptien,

Geschäftsführender Gesellschafter der

H. Tank Management GmbH (Rendsburg)

und die weiteren Vorstandsmitglieder

einstimmig wiedergewählt:

Volker Dibbern (Fockbek), Jörn Matthies,

Geschäftsführer der Matthies Druckguss

GmbH & Co. KG (Rendsburg),

Achim Petersen, Steuerberater der WirtschaftsConsulting

Achim Petersen

(Rends burg), Ralf Schröter (Bordesholm),

sowie Jens van der Walle,

Geschäftsführer der Werner Vollert Tiefbau

GmbH & Co. KG (Büdelsdorf).

Dr. Bertram

Zitscher

Landesgeschäftsführer

keine personelle Veränderung, v.l. Jens van der Walle, Achim Petersen, Sektionssprecher

Dr. Christopher Leptien, Jörn Matthies, Volker Dibbern (es fehlt: Ralf Schröter)

53


Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe April 2011

VORSCHAU

LANDESVERBAND

SCHLESWIG-HOLSTEIN

Änderungen sind möglich

VERANSTALTUNGEN

54

13. April 2011 · Flensburg (ausgebucht)

Betriebsbesichtigung

Oliver Berking, Geschäftsführender

Gesellschafter der Robbe & Berking

GmbH & Co. KG

„Ein Weltmarktführer am Standort

Flensburg“

04. Mai 2011 · Kiel

Tim Guldimann,

Schweizer Botschafter, Berlin

„Die schweizerische Haltung zu

Deutschland – zwischen Partnerschaft

und Abgrenzung“

12. Mai 2011 · Ahrensburg

Gunther Krichbaum MdB,

Vorsitzender des Europaausschusses

des Deutschen Bundestages

„Europäische Finanzstabilität in der

Zerreißprobe zwischen Solidarität

und Marktgesetzen“

14.-15. Mai 2011 · Schenefeld

Klausurtagung des

Juniorenvorstands mit

Dr. Christian von Boetticher MdL,

Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion

Schleswig-Holstein

„Wachstumsstrategie für

Schleswig-Holstein“

16. Mai 2011 · Geesthacht

Betriebsbesichtung

Helmholtz-Zentrum Geesthacht –

Zentrum für Material- und

Küstenforschung mbH

Dr. Helge Braun, Parlamentarischer

Staatssekretär bei der Bundesminis-

IMPRESSUM

Herausgeber, V.I.S.d.P.:

Wirtschaftsrat der CDU e.V.

Landesverband Hamburg

Conrad Seiffert (Sei)

Landesgeschäftsführer

Colonnaden 25/II. Stock, 20354 Hamburg

Tel.: 040-30 38 10 49, Fax: 040-30 38 10 59

E-Mail: LV-HH@wirtschaftsrat.de

Landesverband Schleswig-Holstein

Dr. Bertram Zitscher

Landesgeschäftsführer

Sophienblatt 44 - 46, 24114 Kiel

terin für Bildung und Forschung:

„Wirtschaftsmotor Innovation:

Wie kann Deutschland seine Position

vor den großen Volkswirtschaften der

Erde halten?“

17. Mai 2011 · Kiel

Robert Stüer, Partner und Geschäftsführer

Schnittger Architekten und

Partner GmbH

„Belebung des Alten Marktes durch

das Matrix-Projekt“

18. Mai 2011 · Rendsburg

Alexander Hilgendorff, Geschäftsführer

BSC GmbH (Building Complete

Solutions)

Mario S. Mensing, Geschäftsführer

CIMA Beratung + Management GmbH

„Wie kann sich eine Innenstadt

gegenüber der Grünen Wiese

profilieren“

24.Mai 2011 · Berlin

Parlamentarischer Abend in der

Landesvertretung Schleswig-Holstein

div. Bundestagsabgeordnete und

Delegierte unserer 5 norddeutschen

Bundesländer

25. Mai 2011 · Berlin

Wirtschaftstag

18. Juni 2011 · Kiel

Regattabegleitfahrt

anläßlich der Kieler Woche

Ehrengast: Minister Jost der Jager,

Ministerium für Wissenschaft,

Wirtschaft und Verkehr des Landes

Schleswig-Holstein

20. Juni 2011 · Quickborn

Impulsreferat:

Prof. Dr. Hans Heinrich Driftmann,

Präsident des Deutschen Industrie-

Tel.: 0431-67 20 75

Fax: 0431-67 20 76

E-Mail: LV-S-H@wirtschaftsrat.de

www.wirtschaftsrat.de

Redaktion:

Dr. Manfred Hermann (He),

Dr. Bertram Zitscher (BZ)

Mitarbeit: Dr. Christina Arndt (CA)

Ehrhard J. Heine (EJH)

Bildnachweis:

nicht gesondert gekennzeichnete

Bilder WR-Archiv

Erscheinungsweise: 4 x pro Jahr

Auflage: 5.000 Exemplare

und Handelskammertags e.V.

(DIHK), Berlin

Podium:

Jörg Bornholdt, Geschäftsführer der

Unique Medicum Personaldienstleistungen

GmbH, Kiel;

Jürgen Goecke, Vorsitzender der

Geschäftsführer Bundesagentur

für Arbeit – Regionaldirektion Nord,

Kiel;

Georg Kallsen, Vorsitzender der

Geschäftsführung der Norddeutschen

Gesellschaft für Diakonie

mbH, Rendsburg/u.a.

Moderation:

Christian Sowada, Sprecher der

Sektion Segeberg

„Verschärfter Fachkräftemangel –

Chancen durch die Vielfalt von

Menschen mit Behinderungen“

24. Juni 2011 · Kiel

Sektionsvorständekonferenz

Ehrengast: Wolfgang Steiger,

Generalsekretär des Wirtschaftsrates

der CDU e.V., Berlin

28. Juni 2011 · Delingsdorf

Betriebsführung

Erdbeerhof Glantz,

Enno Glantz, Inhaber

„Landwirtschaftliche Nutzung und

Naturschutz – Argumente

für einen verhältnismäßigen

Interessenausgleich“

01. September 2011 · Rostock

3. Norddeutscher Wirtschaftstag

08. September 2011 · Gut Kaden

Golfturnier

21.-24. September 2011 · Riga (Lettland)

Bildungsreise des Juniorenkreises

(nur für Junioren)

Satz, Herstellung und Anzeigen:

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enthalten. Namentlich gekennzeichnete

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