Download - INSTITUT FÜR AKTUELLE KUNST IM SAARLAND

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Download - INSTITUT FÜR AKTUELLE KUNST IM SAARLAND

Universitätsklinikum Homburg/Medizinische Fakultät


01.04.2006Heger90.7903.90.290.4901.90.557.357.25. 71Stadtzufahrt


Universitätsklinikum Homburg/Medizinische FakultätDokumention der Kunstwerkeim öffentlichen Raum nach 1945Seit 1999 liegt für den Campus derUniversität des Saarlandes in Homburgeine lückenlose Erfassung derKunstwerke, die innerhalb der Gebäudeund auch im Außenbereichentstanden sind, vor.Mit der Gründung der Universitätnach 1945 in den beiden städtebaulichin sich abgeschlossenenBereichen in Saarbrücken undHomburg verfügt das Saarlandüber einen geistigen Ort, innerhalbdessen Grenzen sich Architekturund Kunst in besonderer Formentfalten konnten – ein realer Ortnatürlich mit all seinen Anforderungenund Zwängen, die von den zubefriedigenden Funktionen zu erwartensind, aber eben doch einOrt der geistigen Auseinandersetzung.Nirgendwo im Saarland ist imgleichen Zeitraum die Kunst soabsichtsvoll in das öffentlicheBewusstsein getragen worden,wie im Bereich der Universität.Es ist augenscheinlich, dass dieseinerzeit Verantwortlichen sichvielmehr der Bedeutung ihrer Entscheidung,die Kunst in die öffentlichenWahrnehmung zu inte grieren,bewusst waren, als die Kritikdies gemeinhin erkennt.Der Aufbau der Universität nacheinem katastrophalen Krieg warnatürlich ein Jahrhundertereignis,das sich so leicht nicht wieder -holen lässt – um so wichtiger istdeshalb eine kontinuierliche Auseinandersetzungmit den hervorgebrachtenKunstwerken, umbei zukünftiger, vielleicht seltenerwerdenden Bautätigkeit, die gesellschaftlicheIntegration derKunst noch intensiver und gezieltervoranzutreiben.Die Fragen nach Kunst und Architektur,nach Kunst und Städtebau,nach Kunst und Gesundheit(Krankheit), nach Kunst undWissenschaft werden hier neuaufgegriffen und an bestehendenBeispielen diskutiert.Erfreulicherweise hat das Dekanatangeregt, für die Studierendenund die Be diensteten, besondersaber für Patienten und Besuchereine Dokumentation der vorhandenenBeispiele bildender Kunstbereitzustellen, die die Aufmerksamkeitauf die Umgebung mitden reichlich vorhandenen Kunstwerken– z. T. bedeutendeLösungen – lenken soll.Das Institut für aktuelle Kunst hatauf der Grundlage der vorhandenenDaten, ergänzt durch aktuellhinzugekommene Kunstwerke,die vorliegende Broschüre ent -wickelt, anhand derer der Nutzersich auf die Erkundung der Kunstim Klinikum begeben kann.Prof. Jo EnzweilerDirektor des Instituts für aktuelleKunst im SaarlandSaarlouis, im März 20071


Medizin und KunstMedizin und Kunst sind seit jehereng miteinander verbunden.Medizinische Aktivitäten undmedizinischer Fortschritt wurdenseit der Antike in Form vonBildern dokumentiert.Auch kennen wir viele Ärzte, diegroße Künstler waren oder Künstler,die im bürgerlichen Beruf Ärztewaren. Die Medizin (aus demLateinischen ars medicina) oderdie Heilkunst befasst sich mit derGesundheit, mit der Vorbeugung,Erkennung und Behandlung vonKrankheiten und Verletzungensowie Zeugung, Schwangerschaft,Geburt und Tod. Kunst imKrankenhaus hat die Aufgabe,die Genesung des Patienten zuunterstützen oder sein Leidenerträglicher zu machen. Kunst istsomit nicht bloße Dekoration,sondern hat eine anspruchsvolleFunktion. Kunst auf dem Campusund im Universitätsklinikum desSaarlandes schafft für Patientinnenund Patienten, deren Angehörigeund Besucher, sowie alleMitarbeiterinnen und Mitarbeitereine besondere Atmosphäre, dieGeborgenheit vermittelt und Hoffnungausstrahlt. Sie kann auchSinnbild sein für das, was im je -weiligen Haus geschieht. Insofernkann und soll Kunst auf demCampus Homburg neugierigmachen. Kunst im öffentlichenRaum wird von der Saarlän dischenLandesregierung seit Jahren alsKulturpolitik eingesetzt und unterstütztdamit ganz besonders saarländischeKünstler.Bei Hochbaumaßnahmen desSaarlandes werden zwischen 0,5und 2% der Baukosten für Kunstim öffentlichen Raum ausgegeben.Angesichts der vielenBauten auf dem Campus ist esnicht verwunderlich, dass es eineFülle von sehr interessantenKunstwerken zu besichtigen gibt.Ich lade alle Studierenden,Patientinnen und Patienten,Besucherinnen und Besucher,Mitarbeiterinnen und Mit arbeiter,aber auch alle Bür gerinnen undBürger der Stadt Homburg undihrer Umgebung ein, an Handdieser Broschüre einen Spaziergangüber den Campus zu unternehmen.Der Druck dieser Broschüre wurdedankenswerterweise vom Landratdes Saarpfalz-Kreises, von denStadtwerken Homburg und vomUniversitätsklinikum des Saarlandesunterstützt.Prof. Dr. Mathias Montenarh3


Gebäude 6Hals-Nasen-Ohren/UrologieEingangshalle, ErdgeschossInnenhofGrünewald, Karl-HeinzWandgestaltung, 1966Muschelkalk, JuragesteinObjekt Nr. 13Das Natursteinrelief nimmt diegesamte Wand der Eingangshalleein. Türen aus Holz und Glasbleiben ausgespart und unterteilensie in zwei Reliefabschnitte. Es sindvor allem drei elementare Gestaltungsmittel,welche die Wirkungder Wand bestimmen: der Hell-Dunkel-Wechsel von beigen unddunkelbraunen Muschelkalkstein -platten, die plastische Auflösungder Fläche durch ein lebhaftesWechselspiel von vor- und zurückspringendenElementen sowie dieGrößenvariation von quadratischenund rechteckigen Natursteinplatten.Das seitlich ein fallende Lichtverstärkt die plastische Wirkungdes Reliefs.Hiery, Oswald»Baum«, Brunnen, 1966Objekt Nr. 15Versetzt übereinandergelagerteZylinder bilden die Brunnensäule.Das Wasser wird aus dem rechteckigenBrunnenbecken hochgepumptund nimmt vom höchstenPunkt aus seinen Lauf übereine Vielzahl von im Sinne vonBrunnenschalen angeordnetenFlächen. In unregelmäßigen Formenund Größen gestaltet, teilweisedurchbrochen und in unterschiedlichenNeigungswinkeln angeordnet,fangen diese »Schalen«das Wasser auf und führen es aufseinem Weg nach unten zurück insBrunnenbecken.4


Gebäude 6Hals-Nasen-Ohren/UrologieVorplatz, EingangEingangshalle, ErdgeschossKornbrust, LeoSkulpturengruppe, 1965MuschelkalkObjekt Nr. 23»Dann aber erfolgt das Experimentierenmit den großen Stein blöcken.Kantige Kuben mit Rinnen undGraten, mit rauhen und geglättetenFlächen, die er simpel Tastobjektenennt. (...) Drei Torsoblöcke, Male,aufgerichtete Zeichen, Symbole fürdie Setzung von Menschenwerk inder Natur. Man könnte auch sagen,Zwi schen ding zwischen Architekturund freier Natur.« (J.A. Schmollgen. Eisenwerth) Nach der Erweiterungdes Gebäudes wurdedie Skulpturengruppe in RichtungNorden verschoben.Ogata, YoshimiSkulptur, 1978MarmorObjekt Nr. 30Die Skulptur entstand währendeines Bildhauersymposions.Sie ist eine Leihgabe der GalerieMonika Beck.5


Gebäude 9Frauen- und KinderklinikWartebereich Kinderklinik,Caféteria, FoyerBrandolini, Andreasund Studierende der HBKsaarRaumgestaltung1995Objekt Nr. 7Andreas Brandolini gestalteteunter Mitarbeit der Studierendender Hochschule der BildendenKünste Saar – Dieter Bobbert,Josef Klein, Julia Schmidt undStefan Sauter – das Foyer, dieCafeteria und den Wartebereichder Kinder klinik.Unterschiedliche Spielzonen gehenbei der Gestaltung des Warte -bereiches auf die Bedürfnisse derunterschiedlichen Altersstufen derKinder zwischen 0 und 18 Jahrenein. Optisch verstärkt wird dieAbgrenzung durch verschiedeneFuß bodenbeläge aus Stein,Stäbchenparkett und Teppich.Der Decken bereich ist zwischenden Stützen angehoben und mitSpiegeln ver kleidet, in denen sichherabhängende Metallplatten inWolkenform spiegeln.»’Sensationen’ sollen die Angstaller jungen Patienten im Spielbereichvertreiben.Denn: Die Möblierung erinnert anBilderbuch- oder Trickfilmwelten.Raketen, Raumstationen undPhantasiegebilde sollen den Besucherfür die Dauer seinesAufenthaltes den Besuch imKrankenhaus vergessen lassen.«In Zusammenarbeit mitHarald Hullmann entstand dieGestaltung der Caféteria, für dieBrandolini Tische und Bänke entwarf.Dabei orientierte er sich anGastronomieklassikern. »DemGast soll dadurch die Möglichkeitgegeben werden, sich für dieDauer seines Aufent haltes aus derKranken haus atmosphäre 'auszuklinken'.«Andreas Brandolini6


Gebäude 9Frauen- und KinderklinikFoyer, Aufnahme, Warte bereich,Cafeteria FrauenklinikHullmann, Haraldund Studierende der HBKsaarRaumgestaltung1995Objekt Nr. 18Unter Mitarbeit der Studenten derHochschule der Bildenden KünsteSaar – Jörg Gimmler, BernhardKleebeck, Ralf Eiling, Peter Kirchhoffund Cord Grote (Video) –entwarf Harald Hullmann Interieursfür den Eingangs- undWartebe reich der Frauenklinik.Die Begriffe Vertrauen und Vertrautseinspielen dabei eine großeRolle. Der Ansatz bei der Gestaltungdes Wartebereiches lag darin,eine heimische Atmosphäre zuerzeugen. So entstanden Sitz -gruppen mit Couch tischen, Tischleuchtenund Teppichen, umgebenvon Vor hängen, Regalen undBildwänden. Unterstützt wird dieAtmosphäre durch Lichtfelder überjeder Sitzgruppe, die indirektbeleuchtet wird.Der Aufnahmebereich wirdbestimmt von gepolstertenKabinenwänden, elektronischenDisplays und Türen aus Nuß baumfurnierund soll Intimitätbei der Abgabe persönlicherDaten vermitteln.Die Gestaltung der Cafeteriaentstand in Zusammenarbeit mitAndreas Brandolini, der Tischeund Bänke entwarf. Im Kontrastdazu entwarf Hullmann dieTheke.»Die Cafeteria durfte nicht wieeine Kantine aussehen und auchnicht so bewirtschaftet werden.Vielmehr soll sie wie ein Bistrosein, das hell, freundlich, sparsamund doch gemütlich eingerichtetist.« Harald HullmannAn die Decke montierte undbeleuchtete Bleche bilden eineSchattenlandschaft aus Phantasie -figuren, Tieren, Möbeln undBlumen.7


Gebäude 9Frauen- und KinderklinikVorplatz Eingangs bereichFlureLafontaine, Margret»Die Wasserequilibristen inihrem hoffnungsfrohenKreislauf«Brunnen, 1996Objekt Nr. 25»Ich habe bewusst eine trapez förmigeWasserfläche gewählt, diedie vorgegebene Gebäudestrukturaufnimmt. Die Besucher werdenüber eine leicht ansteigende Rand -zone ans Ufer herangeführt. (...)Zwei Brücken überspannen dasFlachwasserbecken, das von denWasserequilibristen bewohnt wird.Die Stege werden gesäumt vonkinderfreundlichen Wächtern(antagonistischen Bademeistern),die die Kinder zum Spielen herausfordern.Der Kopf jeder Säulespuckt Wasser, dessen Strahl sichverändert, wenn die Kinder verschiedeneÖffnungen bedienenoder Düsen umlenken. (...)»Margret LafontaineLoebens, UweRaumgestaltung, FliesengrafikLeitsystem, 1995Objekt Nr. 28Die Arbeit entstand im Rahmeneines Künstlerwettbewerbes,der im Juli 1993 ausgeschriebenwurde. Uwe Loebens schlugfür das komplexe Bauwerk derFrauen- und Kinderklinik ein Leitsystemvor, welches das Gebäudenach seinen Funktionseinheitenvisuell gliedert. Er entwarf einSystem aus Leitfarben und Winkelelementen.Dient die Farbe in ersterLinie zur Kennzeichnung vonFunktionsbereichen, werden dieWinkelelemente vornehmlich zurAngabe von Stockwerken undRichtungen eingesetzt. Die Kombinationbeider Mittel soll die Orientierungim Gebäude unterstützen.Für die Kinderklinik entwarfUwe Loebens Comic-Figuren, diesowohl die kleinen Patientenaufheitern als auch Orientierungs -hinweise geben sollen.8


Gebäude 9Frauen- und KinderklinikInnenhof, ErdgeschossVillemin, JeanWindfahne, 1995MetallObjekt Nr. 43Die Windfahne von Jean Villeminist ein Beitrag des Wettbewerbsfür Kunstbeiträge zum Neubauder Frauen- und Kinderklinik, derim Juli 1993 vom StaatlichenHoch bauamt ausgeschriebenwurde.»Sie wurde inspiriert von einemalten Prinzip und in die Praxisumgesetzt, besonders in denAdels häusern des XVIII. Jahrhunderts.Auf dem Dach ist eine Wetterfahnebefestigt, die nach einemsimplen Prinzip der mechanischenÜbersetzung einen an der Deckedes Treppenhauses befestigtenVogel bewegt.So ist der Hausherr imstande,die Windrichtung zu erkennenohne aus seinem Haus herauszugehen,indem der einen einfachenBlick in die Richtung desangemalten Blechvogels wirft, deran seinem Deckenhimmel fliegt.Die Windfahne von Homburgfunktioniert nach dem gleichenPrinzip. Der verglaste Innenhof istdas Treppenhaus, er erlaubt es,die Windrichtung abzuschätzenohne herauszugehen. Bei einemhalbkontinentalen Klima ist dieWindrichtung ein Element derWettervorhersage. So – schematisch– wird der Ostwind dafürgehalten, schönes Wetter zubringen, der Westwind Regen;das Gewitter kommt aus demSüden.Die Windfahne hebt besondersdie beiden Haupthimmelsrichtungenhervor: Osten, Westen.Die Erfindung des Kompasseserlaubte es, sich von diesen beidenRichtungen zu befreien. Auffranzösisch ist die Redensart denNorden verlieren charakteristischfür jemanden, der irrt. Dennochfindet der, der den Norden verliertsein Heil, indem er sich orientiert,das heißt, indem er sich zumOrient wendet.Osten – Westen sind wohl zweifundamentale, dynamische Richtungen,Aufgang – Untergang,Leben – Tod.« Jean Villemin9


Gebäude 9Frauen- und KinderklinikEntbindungsräumeFlur, 3. ObergeschossZech, DorotheaParavents, 1995Organza und Seide aufAcrylfaser genäht, zwischenPlexiglas gelegt und an derDecke montiertObjekt Nr. 52Die Arbeit ging aus einem Wettbewerbhervor. Für die vier Ent -bin dungsräume entwarf die Künstlerinjeweils vier bewegliche Paravents.»Die einzelnen Paneelebestehen aus zwei Plexiglastafeln,in die farbige und glasklare transparenteStoffe, durch Strukturenbelebt, eingelagert sind. Aus derZusammenfügung der Tafelnentsteht ein Bild. Die einzelnenTafeln sind mit Gelenken verbunden,die man falten und wegschiebenkann. Dem Raum wirdeine Atmosphäre von Leichtigkeitund Heiterkeit vermittelt.«Dorothea ZechEickhoff, Gabriele»Schwingung«Wandgestaltung, 1998Holz verleimt, mit KartonbeschichtetObjekt Nr. 54»(...) Die Lineatur ist in den Kartoneingeschnitten, geritzt odergekratzt, sowie mit Kreide alsschwungvolle, wie zarte schwarzeLinie gegen den weißen Grundgesetzt. Helle, graue gegenschwarze oder zartgelbe, struktu -rierte Flächen geben Halt undtragen die ‘Schwingung der Linien‘mal heftig, mal ruhig bewegt oderleicht schwebend über die Flächeder Wandtafeln: Eine Metapher fürdie Schwingung von Körpern, vonBewegung, Ruhe und Konzentration– diesem Ort besonderszugedacht.« Gabriele Eickhoff10


Gebäude 9Frauen- und KinderklinikFlur, 3. ObergeschossFlur, 3. Obergeschossvan Haaren, BettinaWandgestaltung, 1998Kohle, Eitempera auf HolzObjekt Nr. 55»Die Funktion des Baus bestimmtmeine Arbeit inhaltlich: einenackte weibliche Gestalt blickt ansich hinunter und ist in dieserSelbst betrachtung perspektivischstarkt verkürzt. Eine Art Nabel -schnur führt aus ihr heraus ineinem Bogen durch den Raum. (...)Neben der Frau sind große, Raumschaffende Stoffe ausgebreitet.Im unteren Bereich befinden sichfriesartig Brotrinden, also karge,harte Reste. Beide großen Holzplattenrechts und links sinddurchschnitten, brechen mit ihremMal- und Zeichenfluss ab undsetzen wieder neu an. DieseBrüche wirken dem Rhythmusentgegen, der sich aus denU-Schwün gen von Brotrinden,Stoffen und Schnur ergibt (...).«Bettina van HaarenLeiner, AnnegretWandgestaltung, 1998Acryl, Ölkreide, Gouache,Draht, auf HolzObjekt Nr. 56»Die Ambivalenz des Ortesspiegelt sich vielfach in der Strukturdes Bildes: Die zweiteiligeKomposition läßt einerseits einefallende Bewegung nach rechts,andererseits eine steigende nachlinks entstehen. Eine lockere,offene Struktur aus kontrastierendenZeichenelementen umspieltdiese Bewegung und verleihtdadurch der Dynamik des Bildesetwas Leichtes und Heiteres. Derspannungsvolle Gegensatz wirdaußerhalb der eigentlichen Bildflächeund in einem anderenMaterial (Draht) tröstlich ‘auf -gehoben‘.« Annegret Leiner11


Gebäude 11VerwaltungsgebäudeTreppenhausBauer, WernerLichtskulptur, 1998Metallgrau lackiertesAluminium, Leuchtstoffröhren,Acrylglas, DrahtseilWandgestaltung, 1998Lasur-NaturfarbenObjekt Nr. 3Die Wandgestaltung und die LichtskulpturBauers sind zwei Teile einerGesamtkonzeption. Die Fassungder Wände bezieht sowohl denEingangsbereich als auch dasTreppenhaus mit den Seitenteilenein. Die einzelnen Strukturelementesind die gelb gefassten,changierenden Wandflächen undein 120 cm hoher Fries an den dieTreppe begleitenden Wänden.Die Wandgestaltung spielt einedien ende Rolle. Sie berücksichtigtsowohl das historische Umfeld desRaumes als auch dessen Funktionals Rahmen der Lichtskulptur.Dem Fries liegt eine Original -schablone aus der Entstehungszeitdes Gebäudes zugrunde. Bei seinerendgültigen Gestaltung sind jedochzeitge mäße Stilmittel angewandtworden. Der Fries bestehtaus sechs teilweise übereinandergelegten Bändern. Die verfremdendenBlätter und Ästchen inOrange, Rot, Lila und Blau zeigenTiefe und Überschneidungen. DieLichtskulptur wird aus vier Alu -rahmenwürfeln, die schräg untereinanderan vier Drahtseilen hängen,gebildet. Im Inneren einesjeden Würfels befinden sich vierLichtstäbe, die durch Spiegelungund Verdoppelung in den umgebendenAcrylglas scheibenVerunklärungen und Irritationenhervorrufen. Die Lichtskulptur istim Treppenauge aufgehängt.Die Kippung der Würfel folgtdem Winkel der Treppensteigung,wodurch die Lichtskulptur deutlicherkennbar Bezug auf den sieumgebenden Raum nimmt.(Isolde Köhler-Schommer)12


Gebäude 27Wohnhochhaus IEingangshalle, ErdgeschossGemeinschaftsraumZech, DorotheaWandbehang, 1964Leinenstickerei auf WolleObjekt Nr. 47Hetzler, HildeWandgestaltung, 1965KeramikkachelnObjekt Nr. 14Hilde Hetzler arbeitet in ihrerGestaltung mit einer flächigornamentalenZeichensprache,bei der sie stilisierte Landschaftenund florale Elemente nebeneinanderanordnet. Die dunkle Randein -fassung grenzt Teilflächen ab undlenkt so den Blick partiell aufeinzelne Konstellationen vonBlüten, abstrakten Formen undphantasievollen Augenpaaren.Das Farbspektrum umfasst gebrocheneGrün-, Blau- undGelbtöne.Dorothea Zech setzt sich mitdem Verhältnis von variierendenFormkonstellationen im Raumauseinander. Ihre bildnerischenMittel sind reduziert auf die MaterialienWolle und Leinen, dieGrund farben Blau und Rot, dieMischfarbe Rosa, geometrischeFormen und die handwerklicheTechnik des Stickens. Vor einemroten Hintergrund aus grobemLeinen sind die geometrischenElemente in gleichmäßigem Linienrhythmusaus roter Wolle aufgestickt.Die einzelnen Formen geheneine Wechselbeziehung miteinanderein, bei der es zu Formver dich -tungen und abgrenzendenZwischen räumen kommt. EinzelnenTeilstücken einer geometri schenFigur kommt dabei wechseln deAufmerksamkeit zu.13


Gebäude 28/29Wohnhochhaus II/IIIWohnhochhaus IIEingangshalle, ErdgeschossWohnhochhaus IIIEingangshalle, ErdgeschossJuncker, Hermann Theophil»Flaggenfolklore«Wandgestaltung, 1966ResopalunterdruckObjekt Nr. 20Das Wandbild dient als Verkleidungeiner Wandnische.»Die Gestaltung des Eingangs -foyers des Schwesternhauses IIspiegelt den Stil meiner Malereider 1960er Jahre. Die hierwohnenden Krankenschwestern –aus aller Herren Länder und vonden verschiedensten Kulturzonen –sollen von einer phantasievollgestalteten Flaggenfolklore umgebenvon Sternen und Mond begrüßtwerden. Die Hell-Dunkel-Kontraste von Boden und Wändenverlangten eine starke Farbakzentuierung(Rot-Blau), die in einememotional-skizzenartigen Gefügegefasst ist. Die umgebenden Grau-Umbra-Werte bilden das Ambienteder Malerei.« Hermann Th. JunckerBarrois, PeterWandgestaltung, 1968ResopalunterdruckObjekt Nr. 2Das Wandbild dient als Verkleidungeiner begehbaren Wand nische.Sechs Tafeln – drei quadra -tische oben und sechs hochrechteckigeunten – tragen diefreie Darstellung. Die Farbgebungbeschränkt sich auf Blau, Rot undWeiß. Der Blick wird auf einenKreis in der rechten Bildhälfte gelenkt.Die Arbeit erinnert anfrühere Bilder des Künstlers, diesich mit kosmischen Kräften aus -einandersetzten. Die Technik desResopalunterdrucks ermöglichtedem Künstler, das Wandbildwärmer und lebendiger zu ge -stalten und wurde von ihmdeshalb bevorzugt für großflächigeArbei ten verwandt.14


Gebäude 32Zentralküche/KasinoKasino, Treppenaufgang undWand vom großen Speisesaal,Erdgeschoss, 1. ObergeschossWand, 1. ObergeschossLeib-Schünemann, AtelierWandgestaltung, 1977Collage aus TeppichstückenObjekt Nr. 26Einige Jahre nach der Fertigstellungdes Gebäudes wurde dieWandgestaltung als Akustikmaßnahmezwecks Nachhalldämpfungbei dem Stuttgarter Atelier Leib-Schünemann in Auftrag gegeben.Die Ausführung übernahm dieFirma Brand aus Saarbrücken. DieCollage aus großflächigen Teppichstückenerstreckt sich über zweiEtagen, verläuft vom Treppenaufgangbis über die gesamte Wandbreitedes großen Speisesaals.In kontrastierendem Farbwechselvon Beige-, Braun- und Grüntönenverlaufen organisch abstrahierteFlächen formen über die Wand.Plastisch belebt wird die Flächedurch unterschiedliche Beschaffenheitendes Flors.Binger, DietmarWandmalerei, 1976Objekt Nr. 4Diagonale Farbbalken aus gebrochenenGelb-, Blau- undGrüntönen verlaufen in gegen -sätzlichen Diagonalen entlangder Kopfwand der Zentralküche.Überschneidungen sowie dieSuggestion eines durchlaufenden,horizontalen dunk len Farbstreifensverleihen der grafischen Darstellungeine räumliche Tiefe undBewegung. Eine vergleichbarekleinere Wandgestaltung findetsich in einem Büroraum desFraunhofer-Instituts auf demCampus Saarbrücken.15


Gebäude 32Zentralküche/KasinoWand, 1. ObergeschossKoellmann, GeroLichtrelief, 1976, PlexiglasObjekt Nr. 22Jeweils in einen Raum zwischen dengleich großen Wandpfeilern ein ge -las sen, sind die drei Teile des Licht -bil des intergraler Bestand der Wand,die großen und kleinen Speise saalvon einander abschirmt. Dabei istdie Wirkung des Licht reliefsvornehmlich auf den großen Saalausgerichtet. Metallene Rundpfeilerunterteilen mittig jedes der dreiReliefs, die aus Plexiglas scheibenzusammengesetzt sind. Zwischenzwei Plexiglasscheiben ist einMechanismus aus horizontalenschmalen Glasplatten angebracht,die sich über einen Hebel kippenlassen. In die vorderen Glasplattenzum großen Speisesaal sind in regel -mäßigem Rhythmus strenge LinienundPunktsegmente eingefräst.Im unteren und oberen Be reicheines Reliefs sind Neonröhrenin stalliert, die zur indirekten, nichtauf Anhieb wahrnehmbaren Beleuchtung führen.Je nach Stellung der inneren Glasplattenwird das Licht unterschiedlichgelenkt und schafft sowechselnde dreidimensionaleRaumeindrücke. Durch die Lichtbrechungund -lenkung entstehteine räumliche Verzerrung dergeometrischen Elemente.16


Gebäude 37.3OrthopädieHörsaal-Foyer, 1. Obergeschossvon Boch, MonikaWandbild, 1974FotographikObjekt Nr. 6Die Fotographik zeigt die ver -größerte Reproduktion einer symbolischenDarstellung aus derMitte des 18. Jahrhunderts: Eingekrümmter Baum, der von einemseitlichen Pfahl gestützt undgerichtet wird. 1741 gab derFranzose Nicolas Andry ein medizinisches Fachbuch mit dem TitelL'Orthopédie ou L'Art de préveniret de corriger dans les Enfants lesdifformités du corps heraus. In derPublikation, die in den nachfolgendenJahren in mehrere Sprachenübersetzt wurde, führte Andry dieBezeichnung ‘Orthopädie‘ ein.Die Abhandlung ist mit zahlreichenKupferstichen illustriert. Die Dar -stellung des gekrümmten Baumstammesist einem Kapitel beigefügt,das sich – wie es in derdeutschen Übersetzung von 1744heißt – mit dem Umgestalten derSchenkel und Füsse, UnterkapitelKrumme Schenkel befaßt. Andryzieht hier den Vergleich zwischendem gekrümmten Bein einesKindes, das zu früh, in schwachemZustand, laufen gelernt hat, unddem Bild des Baumstammes:»(...) und wenn, aus Mangel dieserVorsicht, der Schenkel bereitsgekrümmet ist, so muß man sogeschwind, als möglich, eine kleineSchiene von Eisen über die hohleSeite des Schenkels legen; danneine Binde von Leinwand über dieSchiene und den buckelichten Ortdes Schenkels wickeln (....)Mit einem Wort, man muss sich indiesem Falle, den Schenkel wiedergerade zu machen, verhalten, alswie man sich verhält, den Stammeines jungen Baumes wiedergerade zu machen.« (Aus: NicolasA. Andry: Orthopädie, über dieKunst bei den Kindern die Ungestaltheit des Leibes zu verhütenund zu verbessern. I. Band. Ausdem Französischen übersetzt durchPhilopädion. 1744, S. 276-277)Die Darstellung des gebogenenBaumes wurde zum allgemeinenSymbol der Orthopädie; ein Sinn -bild für die deformierte Wirbelsäule,die gerichtet werden soll.An der Außenwand von Gebäude84 findet sich die gleiche Darstellungals farbiges Mosaik, das vermutlichin den 1920er Jahren entstandenist.17


Gebäude 37OrthopädieKleiner InnenhofEingangshalle, ErdgeschossHiery, OswaldBrunnen, 1974BronzeObjekt Nr. 17»Der kleine Brunnen im Innenhofder Orthopädie ist ein Entwurfaus dem Jahr 1966, der 1974aufgestellt wurde. Der Brunnenschaftbesitzt eine rhythmisierteAbfolge unterschiedlich großerPlatten, über deren waagerechteAusfächerung das herabfallendeWasser einen unregelmäßigenSchleier bildet.«Oswald HierySchuller, BrigittePlastik, 1970KeramikPflanzgefäß, 1970glasierte SteinzeugplattenObjekt Nr. 39/40Die Skulpturengruppe bestehtaus sieben keramischen Säulen,die den offenen Warteraum vonder Eingangshalle abschirmen.Die Säulen erinnern an eine Baumgruppe.Jeder Säulenschaft ist individuellgeformt, Krümmungen undVer wachsungen sind jeweils kraftvollausgearbei tet. Die schwarzbeigeLehmglasur unterstützt denrustikalen Eindruck der Skulptur.18


Gebäude 40Innere MedizinEingangshalle, Erdgeschoss,1. ObergeschossBrigitte Schuller betont, dass»die plastische Gestaltung dieklinische Nüchternheit auflockern«sollte und als bewusstes Kontrastprogrammzur Umgebungstehe.Der Pflanztrog übernimmt dieFunktion, den Treppenabgangzum OP-Bereich abzuschirmen.Im Wechsel ist das Gefäß mit einerKomposition aus handgeschnittenen, rechteckigen undquadra tischen Steinzeugplattenbesetzt. Die beige-braune Glasurwird durch grüne und blaue Farb -akzente belebt.»Die farbliche Komposition derFliesen mit ihren leuchtendenGlasuren sind wiederum alsKontrast zur zurückhaltenden Farbigkeit der benachbarten Skulpturengruppegedacht.«Brigitte SchullerHuschens, WolframWandgestaltung, 1966AluminiumObjekt Nr. 19Die Wandgestaltung erstreckt sichzweigeschossig über die Wand derEingangshalle. Als symbolischesZeichen bestimmt sie atmosphä -risch die Umgebung. Huschensgeht bei der Wandgestaltung vondem altchinesischen BegriffspaarYin und Yang aus, das sichzeichen haft durch die s-förmigeTrennung eines Kreises darstellenlässt. Symbolisch stehen sie für diePolarität aller kosmologischenPrinzipien. Neben der Bedeutungs -ebene steht die sinnliche Erfah -rungs ebene des Reliefs. Die Positiv-Negativ-Pole sind streng formaldurch geöffnete und geschlos seneWinkelprofile herausgearbeitet,weitere Lamellen bestim men denUmgebungsraum und reflektierenje nach Neigungs winkel das ein -fallende Licht.19


Gebäude 40Innere MedizinAußenbereich, EingangHörsaalfoyer, ErdgeschossMertz, MaxWandrelief, 1965BetonObjekt Nr. 29Die gleich ausgerichteten Formendes Relieffeldes lassen ein Geflechtvon Impulsen entstehen. Die india gonaler Richtung auf demRelief grund angeordneten Form -elemente erzeugen mit ihrenZwi schenräumen subtile Spannungsverhältnisse in den unterschiedlichen räumlichen Staffelungender Strukturen. Die Rhythmikeines fast linearen Zusammenspielsvon Formen ist ein von Max Mertzoft genutztes Mittel, um die Flächeauszufüllen. Auch die Form derReihung findet sich in ganz unterschiedlicherWeise immer wiederals bildnerische Ausdrucksmöglich -keit. (Eike Oertel-Mascioni)Schuller, BrigitteWandgestaltung, 1964KeramikObjekt Nr. 38Brigitte Schullers Keramik-Arbeitist bestimmend für das Erschei n-ungsbild des Foyers. Mit geringem,gleichwohl deutlichen Abstand zuBoden und Decke montiert,verdeckt die wandartige Keramikdie Projektionskabine des Hörsaals,über deren Breite sie beid seitigherausragt. So entsteht der Eindruckeiner schwebenden Wand.Zusammengesetzt aus gleich -großen quadratischen Platten (je25 x 25 cm) baut sich ein abstraktesLandschaftsgebilde auf. WieBrigitte Schuller erläuterte, thematisiertsie das Nebeneinander verschiedenerErdschichten, die siedurch eine kontrastvolle MaterialundFormsprache nachzeichnet.Die Gestaltung lebt von demWechsel der rauhen, mattenLehm glasur, den opaken glänzendenOberflächen, den Smalten,den reliefierten Strukturen unddem spannungsvollen Farbwechselvon Braun und leuchtendem Blau.20


Gebäude 45.3José Carreras Zentrum für Immun- und GentherapieTreppenhausGern, AlexTreppenhausgestaltung, 2006MDF-PlattenObjekt Nr. 57Alex Gerns Installation im Treppenhausdes 2006 errichtetenGebäudes besteht aus seriellzusammengestellten farbigenMDF.Platten.»Durch die Farbe gehen« oder»Farbgang« tauchen in seinenBildtiteln immer wieder auf.Bei der Gestaltung für Homburggreift der Künstler auf Erfahrungenmit den bereits während desStudiums an der HBKsaar ent -wickelten Farbkarten zurück.»Im Laufe meiner Bemühungenum Farbe, die sich in zunehmendemMaße auf ihre Materialitätund die Art und Weise ihrer technischenBehandlung konzentriert,habe ich im Verfahren desHochdrucks eine Technik gefunden,die eine methodische undrationelle Handhabung von Farbeermöglicht. Innerhalb dieser Technikkonnte ich eine Vorgehensweiseentwickeln, die mir erlaubt,das Drucken als malerische Disziplin,Walzen und Presse als Instrumenteeiner automatisiertenMalerei zu nutzen. Als Druckstockdient ein Rechteck aus mitteldichterFaserplatte (MDF), daseingefärbt und zunächst mehrmalsabgedruckt wird, ohne zwischenzeitlichneue Farbe zu erhalten.Durch die abnehmende Farbmengeentstehen Markierungender Zustände eines Prozesses. Imnächsten Schritt trage ich über dieReste der ersten Farbe eine andereFarbe auf den Druckstock auf unddrucke erneut mehrmals, so dassder Effekt der abnehmenden Farbmengemit unterschiedlichenFarbmischungen verbunden wird.Die Beurteilung des aktuellen Zustandesder Farbe – oder Farben –auf dem Druckstock veranlasstentweder einen unmittelbarenweiteren Abdruck dieses Zustandes,was eine Wirkung desVergehens zur Folge hat, oderdas erneute Auftragen der zuletztaufgebrachten Farbe, was zuleicht nuancierten Ergebnissenführt, oder den Auftrag einer anderenFarbe, was Schritte in eineganz andere Region in der Weltder Farbe bedeutet.Jeder Abschnitt zeigt eine durchWechsel von Ähnlichkeiten undUnterschieden charakterisierte insich geschlossene Komposition,die jedoch gleichzeitig Verbindungenzu ihren Nachbarn aufnimmt.«Alex Gern21


Gebäude 50/51Isotopengebäude/KlinikkapelleGebäude 50AußenanlagenGebäude 51KlinikkapelleZewe, OttoPlastik, 1973BetonObjekt Nr. 53Eine nüchterne Stützmauer ausBeton wandelt Otto Zewe durchdie Einfügung abstrakter Elementeaus dem selben Material zu einerspannungsvollen Plastik.Aus der Mitte der Mauer nachrechts verrückt, führen drei in aufsteigenderReihe gestaffelte, abwechselndmit dem stumpfenund dem spitzen Ende nach obenweisende Keile zu einem Höhepunkt.Der Blick des Betrachterswird anschließend von drei ebenfallsgestaf felten, unregelmäßigenWinkelelmenten aufgefangen undwieder auf die horizontale Ausrichtungder Mauer herabgeführt.Kurz, Wilhelm-AloisFenstergestaltung, 1986BleiverglasungKreuzweg-Wandfriese, 1988Glasierte KeramikObjekt Nr. 241986 wurde die Klinikkapelle einerRenovierung unterzogen und erhieltdie heutige Ausstattung undGestaltung. Die Darstellungen derFenster im Altarraum greifenneutestamentarische Überlieferungenauf, die sich mit Krankheit,Leid und Heilung auseinandersetzen.Die 14 Kreuzwegstationenhat Wilhelm-Alois Kurz in dreigroßen Wandgestaltungen zusammengefasst.Auch die Einrichtungdes Altarraums, bestehend ausAltar, Tabernakel, Ambo undSedilien, die aus den MaterialienHolz und Plexiglas gefertigt sind,wurden von dem Künstler ent -worfen.22


Gebäude 55KlinikkircheGebäude 55KlinikkircheSchneider, PaulAmbo, 1988SandsteinObjekt Nr. 341987-1989 erfolgten SanierungsundUmbaumaßnahmen im InnenundAußenbereich der Simultan -kirche, die 1906-1909 zusammenmit der damaligen Heil- undPflegeanstalt von dem ArchitektenHeinrich Ullmann errichtet wordenist. Der nach dem ZweitenVatikanischen Konzil veränderteliturgische Ablauf erforderte eineNeuordnung des Altarbereiches.Als neuer Gemeinschaftsaltarwurde der evangelische Altar nunvor den Triumphbogen der Apsisgerückt. Dadurch musste auf dieAufstellung der schweren, altenKanzel verzichtet werden. Als Ersatzfertigte Paul Schneider einenschmalen Ambo, der von demBildhauer Willi Bauer ausgeführtwurde. Schneider nimmt Bezugauf den evangelischen Altar, indemer die freistehenden Ecksäulen alsGestaltungselement in seinemgeschlossenen Ambo aufgreift.23


Gebäude 57ChirurgieOP-Trakt, Aufwachraum,1. ObergeschossFassadeGruber, ThomasDeckenbilder, 1989ResopalunterdruckObjekt Nr. 12Die Idee, an der Decke des Auf -wach raums Bilder zu plazieren unddamit den Heilungs verlauf positivzu beeinflussen, wurde von demArchitekten Konny Schmitz eingebracht.Grubers Arbeiten sind soangeordnet, dass der Auf wachen -de unweigerlich seinen Blick aufein Deckenbild wirft. Ein einzelnesBild ist zusätzlich an der Eingangs -wand plaziert. Alle Bilder sind einheitlichin lasierten Farben gehalten,bei denen Gelb und Gründominieren. Die Technik des Resopalunterdrucks unterstützt denzarten Charakter der Farb gebung.Die einzelnen Darstellungen variierenund bewegen sich moti vischim Bereich von flächigen Natur -abstrak tionen. Gleichwohl lassendie gewählten Farben und Formendem Patien ten den Freiraum, seinePhantasie scheifen zu lassen.Schmitz, KonnyFassadengestaltung, 1988/89FarbfliesenObjekt Nr. 331989 konnte der Erweiterungsbauder chirurgischen Klinik mit demersten Bauabschnitt, dem sogenanntenFunktionstrakt, in Betriebgenommen werden. Planung undBauleitung lagen bei KonnySchmitz, der auch die grafischeFassadengestaltung entwarf.Beige und blaue Farbplattenbeleben in wechselndem Rhythmusdie weißen Außenflächen.24


Gebäude 59/61Physiologie/AnatomieGebäude 59Eingangshalle, ErdgeschossGebäude 61AußentreppeSessler, RobertBeton-Lichtwand, 1962Beton, PlexiglasObjekt Nr. 41Die Betonwand ist als eine ArtSchau tafel der eigentlichen Flurwandim Eingangsbereich ingesamter Breite zwischen zweiFenstern vorgestellt. Plexiglas -kolben durchbrechen in gleichmäßigemAbstand die Oberflächeund bündeln sich zu Lichtbändern,die durch rückseitig angebrachteNeonröhren indirekt beleuchtetwerden können (der Lichtschalterbefindet sich links an der Flurwandhinter der Lichtwand). In graphischerVereinfachung ist die Vernetzungeiner Nervenzelle dargestellt.Die Idee hatte seinerzeit der Institutsleiter Prof. Stämpfli. Dieschalungs technische Umsetzungmit der Baufirma betreute derArchitekt des Gebäudes, Prof.Gerd Heene.Hiery, Oswald4 Handläufe, 1969AluminiumgussObjekt Nr. 16»An jedem der vier Treppenauf -gänge zu Gebäude 61 befindetsich in der Mitte ein Handlauf.Der Handlauf gliedert sich in vierAbschnitte, die den Treppenaufgangbeleuchten. Die voluminösgestalteten, abgerundeten Stückedes Handlaufs besitzten ein Ausmaßvon 0,30 m bis 2,00 m undwerden jeweils neu zusammen -gefügt, so daß jeder Handlaufeinen einmaligen Aufbau erhält.Somit stehen auch die tropfen -förmigen Streben des Geländers inunregel mäßigen Abständen.«Oswald Hiery25


Gebäude 61.4Forschungs- und LaborgebäudeGebäude 61.4Foyer 1. und 2. ObergeschossThomas WojciechowiczWandgestaltung»Raumstück 1-4«, 2006Bütten, Tusche, Bienenwachs,PigmentObjekt Nr. 58Thomas Wojciechowicz istBildhauer und Zeichner. Als Bildhauerbefasst er sich hauptsächlichmit dem Materialien Holz.Als Zeichner thematiert er dieBewegung im Raum. Für die beidenFoyers hat er vier mehrteilige»Raumstücke« konzipiert. »Hierentwickelt sich ein zentraler Bewegungsimpulsaus einer spiraligangeordenten Formation vonRingen unterschiedlicher Farbigkeit,die die spiralige Be -wegung nicht nur in der Flächevollzieht, sondern auch als raumschaffendesElement innerhalb derKomposition wirksam wird. Inunterschiedlichen Neigungswinkelnzueinander und zumBetrachter stehend, beschreibendie Ringe eine räumliche Entwicklungals »Stationen«, als Einzel -elemente dieser räumlichenEntwicklung. Gleichsam durchdie optische Addition dieserStationen, durch die sukzessiveZusammenschau der Einzelmotiveentsteht der übergeordnete Be -wegungszug.«(Andreas Bayer)26


Gebäude 71 N/74Zahnärtzliche Prothetik und Werkstoffkunde/MensaGebäude 71 NEingangsbereichGebäude 74EingangstürenReding, PaulPlastik »Hl. Apollonia«um 2005Bronze, Sockel aus SandsteinObjekt Nr. 59Am Eingang des Gebäudes wurdeauf die private Initiative des Institutsdirektorseine Figur der Schutz -patronin der Zahnleidenden undZahn ärzte aufgestellt. Die HeiligeApollonia soll im Jahre 249 inAlexandria den Märtyrertod gestorbensein. Von dem erlittenen Martyriumberichtet die Legende, dassihr die Zähne ausgeschlagen wurdenund sie freiwillig in den angedrohtenFlammentod ging. SpätereLegenden wollen vom Ausreißender Zähne wissen, weswegen dieHeilige zumeist mit einer Zange mitBackenzahn dargestellt wird. Auchdie Homburger Statue trägt alsErkennungszeichen eine Zange mitausgerissenem Zahn in ihrer linken-Hand; die rechte fasst an den Rock,an dem die Flammen des Scheiterhaufensbereits heraufzüngeln.Leid, HarryTürgestaltung, 1985/86AluminiumObjekt Nr. 271985/86 wurde das Mensagebäu desaniert. In diesem Zusammenhangerneuerte man auch die aufwendigformulierte linke Eingangstüre des1906/09 als offenes Landhaus fürKranke 3. und 4. Klasse erbautenGebäudes. Auch bei der Erneuerungwar die Form der TürlaibungungAusgangspunkt für die Gestaltungder Doppel tür. Die Lösung, die HarryLeid für den Ent wurf des Türgittersfand, geht von den Formen der Türfensteraus. Das Gitter nimmt dieOkto gonal- und Recht eckformender Fensterflächen auf und zeichnetsie als ein sich überlappendesLinien geflecht gleichmäßig versetztüber die gesamte Fläche nach.Dabei greifen einzelne Stege alsverdreifachte Verstrebungen in denRaum. Der mittlere Eingang wurdeneu geschaffen. Als strahlenförmigesLiniennetz umrahmen Metall -stäbe die Griffe der Türe undnehmen Bezug auf die quadrati -schen Oberfenster.27


Gebäude 76BiophysikFoyer des Hörsaals, ErdgeschossTreppenhausanbau, ErdgeschossSchuller, BrigitteWandgestaltung, 1962/63Beton, KeramikObjekt Nr. 37In Kooperation des ArchitektenGerd Volker Heene mit BrigitteSchuller entstand eine Wandgestaltung,die den Belastungen des Alltagsbetriebesseit über 40 Jahrenhervorragend standhält. In das Foyerdes Hörsaals ragen drei Wände desSanitärbe reiches hinein, die unterhalbder durchlaufenden Oberfenstereine für die Entstehungszeitsicher ungewöhnliche Behandlungder Betonwände aufweisen. Nachder Abnahme der kräftig gemaser -ten Schalungsbretter wurden nacheinem feinsinnigen Programm Vertiefungenin den Beton geschnitten,von denen einige mit Keramikplattengefüllt sind. Die eingeleg tenkeramischen Arbeiten sind in leuchtendenFarben gelb, blau und türkisglasiert. Die Wirkung der Wand lebtvon dem span nungs reichen Miteinanderder Materialien Beton undKeramik ebenso wie von den unterschiedlichen handwerklichen Verarbeitungenund den gegensätz lichenFarbig keiten des matten, grauen Betonsund der leuchtenden Glasurender Kera mik intarsien.Zech, DorotheaWandbehang, 1982Samtapplikation auf LeinenObjekt Nr. 51Der Wandbehang zeigt eineGestaltung bewegter, großerFlächen im Raum. GeometrischeGrundformen von Dreiecken undRechtecken verselbständigen sichdurch Formverschiebungen undAbrundungen und treten miteinanderin eine dynamischeBeziehung. Die Einzelflächen sindjeweils mit einem wellenartigenGeflecht aus feinen Linien undKnötchen bestickt. Der Farbkanonbewegt sich in den NaturfarbenBeige, Sand, Ocker und Braun.28


Gebäude 84/90Staatliche Schule für Körperbehinderte/NervenklinikGebäude 84SchwimmhalleGebäude 90Pavillon KraepelinSpiegel, KarinWandmalerei, 1987Acryl auf BetonObjekt Nr. 42Aus einem Wettbewerb zur Innenraumgestaltungder Schwimmhalleging der Entwurf von Karin Spiegelsiegreich hervor. Die Darstellungverläuft über vier Wandabschnitte.Den Mittelpunkt bilden zweiSchwimmer, die sich – reduziertauf monumentale Großausschnittevon Kopf und Hand – in BrustundRückenlage durch eine phantasie volle Wasserwelt bewegen. Inder Bilderzählung ver-binden sichrealistische Elemen te mit Phanta -sie formen zu einer eigenen Weltaus fließenden Bändern, Blütenformenund Wellenbewegungen. DieFarben leuchten in Türkis, Gelbund Rotbraun. Von kaleidoskopischemEffekt sind die Spiegelungender Wandmalerei auf der bewegtenWasseroberfläche – esentstehen immer wieder neueBilder.Groß, StefanFenstergestaltung, 1996/97Einscheibensicherheitsglas,EmailfarbenObjekt Nr. 11Im Frühjahr 1998 wurde der AnbauKraepelin eingeweiht. Bei der zweijährigenUm- und Neugestaltungdieser akutpsychiatrischen Stationarbeiteten Architekt, Künst ler undNutzer eng zusammen an einemarchitektonisch-künstlerischenKonzept. Zur Gestaltung der Glaselementein Flur, Treppenhaus,Verbindungsgang und Gemeinschaftsräumenwurde ein eingeschränkterWett bewerb unterfünf Künstlern ausgeschrieben.Das Konzept von Stefan Groß gehtvon einer ovalen Grundform aus,die je nach Umgebung individuelleVariationen erfährt.29


Gebäude 90Neurochirurgie/PsychatriePavillon KraepelinPsychiatrie, Offene Station,Flur, 5. ObergeschossViva, RolfFarbgestaltung, 1997Objekt Nr. 44In enger Zusammenarbeit mit demArchitekten Dieter Lothschütz undden künftigen Nutzern entwickelteRolf Viva das Farbkonzept des Innenbereiches.»(...) Um den Heilungs- bzw.Aussöhnungsprozeß zu beschleu -ni gen, wurden helle Farben ausge -wählt, die jeweils in einem – farb -theore tisch bestimm ten – harmo ni -schen Zusammenhang stehen: EinerFarbe wurde jeweils ihre Kom -plementärfarbe und die Farbenihres größeren Komplementär -bereiches zugeordnet. (...)»Rolf VivaWarme Gelbtöne bestimmen dieTrep pen häuser und Flure, dieDecken erhielten einen azurblauen‘Himmel‘. Weitere Blau- und Grüntönebestimmen die übrigen archi -tek tonischen Elemente. Um jedemPatientenzimmer einen eigenenCharakter zu geben, wurdenjeweils verschiedene Wandfarbengewählt.Peter-Lembach, GabrieleGlasfries, 1996BleiverglasungTürverglasung, 1996Glas, sandgestrahltObjekt Nr. 31Glasfries und Türverglasung kor -res pondieren in ihrer formalenGestaltung: diagonal auf- und abtanzendeWürfelelemente bewegensich als räumliche Körper inden Glasflächen. In Absprache mitdem Architekten Dieter Lothschützund den Nutzern der Klinikräumeentstand eine dekorative Gestaltung,die dem Auge Abwechslung,inhaltlich jedoch keine direktenBezüge zur Umgebung schaffensollte. Die Gestaltung der Türverglasungübernimmt zudem dieFunktion, den langen Flur optischzu unterbrechen.30


Gebäude 90Neurochirurgie/Neurologie und PsychatrieNeurochirurgie, AufwachraumPsychiatrische Frauenstation,Tagesraum, UntergeschossViva, RolfDeckengestaltung, 1998Objekt Nr. 45Um die Patienten beim Aufwachenzu unterstützen, wurde die Deckemit einer Malerei gestaltet. »Ausdiesem Grunde wurden Farbenaus gewählt, die in ihrer Symbolwirkungvererdet sind und in ihrerspezifischen Gestaltung Licht undWärme ausstrahlen. In den vierEcken der Decke befindet sich je -weils eine Basisfarbe, die sichdurch wiederholtes (sichtbarbleibendes) Übermalen allmählichmit ihren Nachbarn mischt undgleich zeitig zur Mitte hin aufhellt.Asymmetrisch aus der Mitte verschobenbefindet sich das nahezuweiße Zentrum, in welches sich dievier Farben hineinsteigern. Die vierBasisfarben sind (beginnend in derlinken vorderen Ecke): Zitronengelb,Gelbgrün, Kadmiumgelb hellund Chromgelb dunkel.«Rolf VivaGross-Mario, WolfgangWandgestaltung, 1983MosaikObjekt Nr. 10Die Wandgestaltung zeigt eineWellenbewegung, die sich in ausladendemGestus von links nachrechts ausbreitet. Kleine, regel -mäßig geschnittene Keramikstückchensind zu buntenFarbflächen zusammengesetzt.Gezielt eingesetzte Form verschach -telungen und sogartigen Verdichtungenverleihen der DarstellungPlastizität und Dynamik. Einerseitswerden Assoziationen an Naturformationenerweckt, andererseitsent steht der Eindruck einerSchema tisierung unsichtbarer innererKräfte und Strukturen. Ausgeführtwurde die Arbeit, die auseinem Wettbewerb hervorging,von der Mayerschen Hofkunst -anstalt in München.31


AußenanlagenCampusNähe Gebäude 17 und 34,Abt. Finanz- und Rechnungswesen,Med. Bibliothek,ParkanlageGross-Mario, WolfgangSkulptur, 1974Objekt Nr. 9Die Skulptur entstand im Rahmendes Symposions »Plastik 4 – Stahl,Stein und Wort«, das 1974 unterLeitung der Galerie Monika Beck(Homburg) veranstaltet wurde.Internationale Künstler arbeitetenauf öffentlichen Plätzen und inHomburger Stahlwerken; die dabeigeschaffenen Skulpturen undPlastiken wurden anschließend anelf Plätzen im Zentrum der Stadtauf gestellt und später als Dauer -leihgaben der Galerie zur Verfügunggestellt.32


StudentenwohnheimeKirbergerstraßeTreppenhaus,Kirrberger Straße 11Eingangshalle, Flure,Kirrberger Straße 11Augustin, ThomasTreppengeländer, 1992Polierter Baustahl,mit DD-Klarhartlack bearbeitetObjekt Nr. 1Die Gestaltung des Treppengeländersentstand im Rahmen des Projektes»Studenten entwerfen fürStudenten« unter der Leitung vonProf. Jo Enzweiler. ThomasAugustin versuchte mit seinemKonzept, eine räumliche Erweite -rung des engen Treppenhauses zuerreichen. Leichtigkeit und Durchsichtigkeitder Konstruktion erwei t-ern den Raum. Die Füllung desGeländers ragt ins Treppenaugehinein und bewirkt eine optischeAusweitung der Treppe. Gleich -zeitig entsteht ein kinetischerEffekt, der je nach Blickwinkel dasZusammentreffen der einzelnenStäbe verändert und somit neueBilder erzeugt.Schön, Suzanneund Gercke-Reinsch, AndreaFarbleitsystem, 1992Objekt Nr. 35Die Konzeption der Arbeit entstandim Rahmen des Projektes»Studenten entwerfen für Studenten«an der Hochschule der BildendenKünste Saar, Saar brücken.In Kooperation mit dem ArchitektenDieter Lothschütz ent wickeltenSuzanne Schön und AndreaGercke-Reinsch ein Farb leitsystemfür die Eingangshalle und die fünfEtagen des Wohnheimes. DieBriefkastenanlage ist nach Stock -werken farblich abgesetzt. DieseFarbgestaltung setzt sich fort inden Türzargen, Bodenbelägen undTürschildern der ein zelnen Etagen.Die Schilder aus Strukturglasfungieren gleichzeitig als Kommunikationstafeln,da sie nebenGeschoss- und Zimmernummernauch die Möglichkeit für individuelleGestaltung und persönlicheMitteilungen bieten.33


StudentenwohnheimeKirbergerstraßeEingang,Kirrberger Straße 11Treppenhaus,Kirrberger Straße 11Schubert, FritzMikadoSkulptur, 1992Fichtenholz, Edelstahlrohr,BetonObjekt Nr. 36Die Holzskulptur Mikado ist eineder vier Entwürfe des Projektes»Studenten entwerfen für Studenten«,die zum Neubau des Studentenwohnheimesrealisiert werdenkonnten.»Mein Entwurf konzentriert sichauf die Hervorhebung und dieÄsthetisierung des Eingangsbe -reiches, um somit einen auf lockernden Kontrast zur sachlichenGeometrie des Gebäudes zu schaffen.Erreicht werden soll diesdurch eine offene, scheinbar will -kürlich gelegte Holzbalkenkonstruktion,die in ihrer eigentlichenFunktion nur die Beleuchtung desEingangsbereichs aufnimmt. (...)»Fritz SchubertWestrich, GerhardWandarbeit, 1992Objekt Nr. 46Die Arbeit entstand im Rahmendes Projektes Studenten entwerfenfür Studenten.»Mein Konzept sieht vor, im Eingangsbereichdes Treppenhauseseine Fläche von ca. 1 qm beimVerputzen auszusparen und hinterGlas einzurahmen, um wenigstensein Original zu erhalten und meineIntention zu verdeutlichen. Dieübrigen 8 ausgesuchten Aus -schnit te, die im Treppenhaus überalle Etagen verteilt sind, werdenfoto grafiert und in Originalgrößemit Rahmen auf exakt dieselbeStelle gehängt. Das Bild zeigt alsodas Abbild der Mauer genau anderselben Stelle; etwa zu vergleichenmit einer Röntgenaufnahme.Im wahrsten Sinne des WortesWandbilder.« Gerhard Westrich34


StudentenwohnheimeKirrbergerstraßeKirrberger Straße 12 und 13Enzweiler, JoFassadengestaltung, 1991und 1995/96Objekt Nr. 8Im Zuge der Sanierung der beidenStudentenwohnheime war es not -wendig, auch die Außenhaut derGebäude durch eine vorgehängteWärmedämmung zu verändern.Bis dahin war die Fassade be s-timmt durch breite Betonstreifender jeweiligen Sockelzone dereinzelnen Stockwerke, auf denenWände aus Sichtmauerwerk (Backstein)ruhten. Durch die Sanierungentstand eine geschlossene, nurdurch die Fensteröffnungen geglie -derte eintönige Fassade. Die neue,dynamische Fassaden gliederunggreift das unter der Verkleidungversteckte architektonische Prinzipder Betonstreifen wieder auf, um –es frei variierend – den Bauteneine charakteristische Identität zuverleihen, bestimmt durch die horizontaleund die vertikale Farbgliederung.35


ÜbersichtGebäude/WerkeGebäude 6Hals-Nasen-Ohren/Urologie,1960-67Architekten: StaatlichesHochbauamt Neunkirchen(Kolb, Wingertszahn, Düsterhöftund Mitarbeiter)Objekt Nr. 13 Karl-HeinzGrünewald: Wand gestaltungObjekt Nr. 15 Oswald Hiery:BrunnenObjekt Nr. 23 Leo Kornbrust:SkulpturengruppeObjekt Nr. 30 Yoshim Ogata:SkulpturGebäude 9Frauen- und Kinderklinik, 1992-95Architekt: Konny SchmitzObjekt Nr. 7 Andreas Brandoliniund Studierende: RaumgestaltungObjekt Nr. 18 Harald Hullmannund Studierende: RaumgestaltungObjekt Nr. 25 Margret Lafontaine:BrunnenObjekt Nr. 28 Uwe Loebens:Raumgestaltung, Fliesengrafik,LeitsystemObjekt Nr. 43 Jean Villemin:WindfahneObjekt Nr. 52 Dorothea Zech:ParaventsObjekt Nr. 54 Gabriele Eickhoff:WandgestaltungObjekt Nr. 55 Bettina van Haaren:WandgestaltungObjekt Nr. 56 Annegret Leiner:WandgestaltungGebäude 11VerwaltungsgebäudeObjekt Nr. 3 Werner Bauer: Lichtskulpturund WandgestaltungGebäude 27Wohnhochhaus I, 1965Architekt: Staatliches HochbauamtNeunkirchenObjekt Nr. 14 Hilde Hetzler:WandgestaltungObjekt Nr. 47 Dorothea Zech:WandbehangGebäude 28Wohnhochhaus II, 1966Architekt: Staatliches HochbauamtNeunkirchenObjekt Nr. 20 Hermann TheophilJuncker: Wand gestaltungGebäude 29Wohnhochhaus III, 1968Architekt: Staatliches HochbauamtNeunkirchenObjekt Nr. 2 Peter Barrois:WandgestaltungGebäude 32Zentralküche/Kasino, 1973-77Architekt: Günther FollmarObjekt Nr. 4 Dietmar Binger:WandgestaltungObjekt Nr. 22 Gero Koellmann:LichtreliefObjekt Nr. 26 Atelier Leib-Schünemann: Wand g estaltungGebäude 37Orthopädie, 1971Architekt: Staatliches HochbauamtNeun kirchen/StaatlichesHochbauamt – Hochschul- undKlinikbau (SHHK))Objekt Nr. 17 Oswald Hiery: BrunnenObjekt Nr. 39 Brigitte Schuller: PlastikObjekt Nr. 40 Brigitte Schuller:PflanzgefäßGebäude 37.3Orthopädie, 1974Architekt: Staatliches HochbauamtNeunkirchenObjekt Nr. 6 Monika von Boch:Fotographik


ÜbersichtGebäude/WerkeGebäude 40Innere Medizin, 1965Architekt: Georg Volker HeeneObjekt Nr. 19 Wolfram Huschens:WandgestaltungObjekt Nr. 29 Max Mertz: WandreliefObjekt Nr. 38 Brigitte Schuller:WandgestaltungGebäude 45.3José Carreras Zentrum für ImmunundGentherapie, 2006Architekt: Manfred SchausObjekt Nr. 57 Alex Gern: TreppenhausgestaltungGebäude 50Isotopengebäude, 1973Architekt: Staatliches HochbauamtNeunkirchen bzw. SHHKObjekt Nr. 53 Otto Zewe: PlastikGebäude 51Umbau Klinikkapelle, 1986Objekt Nr. 24 Wilhelm-Alois Kurz:Fenstergestaltung, Kreuzweg-WandfrieseGebäude 55Umbau Klinikkirche, 1987-89Architekt: SHHKObjekt Nr. 34 Paul Schneider: AmboGebäude 57Chirurgie, 1985-89Architekt: Konny SchmitzObjekt Nr. 12 Thomas Gruber:DeckenbilderObjekt Nr. 33 Konny Schmitz:FassadengestaltungGebäude 59PhysiologieArchitekt: Gerd Volker HeeneObjekt Nr. 41 Robert Sessler:Beton-LichtwandGebäude 61Anatomie, 1965-67Architekten: Konny Schmitz,Walter SchrempfObjekt Nr. 16 Oswald Hiery:4 HandläufeGebäude 61.4Forschungs- und Laborgebäude,2006Architekten: Focht und PartnerObjekt Nr. 58 ThomasWojciechowicz: WandgestaltungGebäude 71Erweiterungsbau Zahn-, MundundKieferklinik, Abt. Prothetik,1975-76Architekt: SHHKObjekt Nr. 59 Paul Reding,:PlastikGebäude 74Sanierung Mensa, 1985-86Architekten: Walther Göggelmann,Dieter LothschützObjekt Nr. 27 Harry Leid: MetallgitterGebäude 76Biophysik, 1962-63Architekt: Gerd Volker HeeneObjekt Nr. 37 Brigitte Schuller:WandgestaltungObjekt Nr. 51 Dorothea Zech:WandbehangGebäude 84Erweiterungsbau Staatliche Schulefür Körperbehinderte, 1987Architekt: SHHKObjekt Nr. 42 Karin Spiegel: WandmalereiGebäude 90NeurochirurgieArchitekt: Staatliches HochbauamtNeunkirchenArchitekt Umbau: DieterLothschütz, 1996Objekt Nr. 31 Gabriele Peter-Lembach:Glasfries, Türverglasung37


ÜbersichtGebäude/WerkeGebäude 90.3PsychiatriePavillon Kraepelin, 1996-1997Architekt: Dieter Lothschütz,Vorplanung SHHKObjekt Nr. 11 Stefan Groß:FenstergestaltungObjekt Nr. 44 Rolf Viva:FarbgestaltungGebäude 90.5Neurochirurgie, 1998Architekt: Dieter LothschützObjekt Nr. 45 Rolf Viva: DeckengestaltungGebäude 90.7Erweiterungsbau Psychiatrie, 1983Architekt: Norbert Köhl,Vorplanung SHHKObjekt Nr. 10 Wolfgang Gross-Mario: Wand gestaltungNähe Gebäude 17 und 34,ParkanlageObjekt Nr. 9 Wolfgang Gross-Mario: SkulpturStudentenwohnheime– Kirrberger Straße 11, 1991-92Architekt: Dieter LothschützObjekt Nr. 1 Thomas Augustin:TreppengeländerObjekt Nr. 35 SuzanneSchön/Andrea Gercke-Reinsch:FarbleitsystemObjekt Nr. 36 Fritz Schubert:SkulpturObjekt Nr. 46 Gerhard Westrich:Wandarbeit– Kirrberger Straße 12, 1961-65,Sanierung: 1995-96Objekt Nr. 8 Jo Enzweiler:Fassadengestaltung– Kirrberger Straße 13, 1961-65,Sanierung: 1991Objekt Nr. 8 Jo Enzweiler:FassadengestaltungGeschichte derUniversitätskliniken Homburg1906 bis 1909 Als »III. pfälzischeHeil- und Pflegeanstalt« nachPlänen des Königlichen BauamtsasseorsHeinrich Ullmann (Speyer)errichtet (Die Anlage umfasste 49Gebäude)1914-18 zeitweilige Einquartierung von Truppen1922 die »Heil- und Pflegeanstalt«wird zum »Landes -krankenhaus«1939-45 erneute militärischeNutzung1947 Gründung des »Institutd‘Etudes Supérieures de l‘Universitéde Nancy en territoire Sarrois«und Beginn der medizinischenLehrveranstaltungenseit 2004 Landesbetrieb unter derAufsicht des Ministeriums fürBildung, Kultur und WissenschaftAbbildungen oben: ehemaliges Festsaal -gebäude, heute Medizinische Bibliothek38


RegisterKünstler A-ZAugustin, Thomas S. 33Barrois, Peter S. 14Bauer, Werner S. 12Binger, Dietmar S. 15von Boch, Monika S. 17Brandolini, Andreas S. 6Eickhoff, Gabriele S. 10Enzweiler, Jo S. 35Gercke-Reinsch, Andrea S. 33Gern, Alex S. 21Gross-Mario, Wolfgang S. 31, 32Groß, Stefan S. 29Gruber, Thomas S. 24Grünewald, Karl-Heinz S. 4van Haaren, Bettina S. 11Hetzler, Hilde S. 13Hiery, Oswald S. 4, 18, 25Hullmann, Harald S. 7Huschens, Wolfram S. 19Juncker, Hermann Theophil S. 14Koellmann, Gero S. 16Kornbrust, Leo S. 5Kurz, Wilhelm-Alois S. 22Lafontaine, Margret S. 8Leib-Schünemann, Atelier S. 15Leid, Harry S. 27Leiner, Annegret S. 11Loebens, Uwe S. 8Mertz, Max S. 20Ogata, Yoshimi S. 5Reding, Paul S. 27Peter-Lembach, Gabriele S. 30Schmitz, Konny S. 24Schneider, Paul S. 23Schön, Suzanne S. 33Schubert, Fritz S. 34Schuller, Brigitte S. 18, 19, 20, 28Sessler, Robert S. 25Spiegel, Karin S. 29Villemin, Jean S. 9Viva, Rolf S. 30, 31Westrich, Gerhard S. 34Wojciechowicz, Thomas S. 26Zech, Dorothea S. 10, 13, 28Zewe, Otto S. 2239


LiteraturImpressumDie Broschüre ist die überarbeiteteund aktualisierte Fassung von:Dokumentation der Kunst imöffentlichen Raum Saarland,Universität des Saarlandes1945 bis 1999, CampusHomburg/Universitäts kliniken,bearbeitet von Rita Everinghoff.In: Jo Enzweiler, Hg.: Kunst imöffentlichen Raum, Saarland,Band 2, Universität des Saarlandes.Saarbrücken 1999, S. 135-173– Denkschrift zur Errichtung derPfälzischen Heil- und PflegeanstaltHomburg, hg. vom Kreise Pfalz.Speyer 1910, Nachdruck durchdie Universitätskliniken des Saarlandes1989– Jo Enzweiler, Hg.: Studentenent werfen für Studenten. Saarbrücken1992– Jo Enzweiler, Hg.: WettbewerbeKunst im öffent lichen Raum imSaarland, Band 1. Wettbewerbefür Kunstbeiträge zum Neubauder Frauen- und Kinderklinik inden Universitäts kliniken in Homburg1993/94. Saarbrücken 1998– Volkmar Dietsch: Architekturund Denkmalpflege. Der CampusHomburg der Universität desSaarlandes. In: Jo Enzweiler,Hg.: Kunst im öffentlichen Raum,Saarland, Band 2, Universität desSaarlandes. Saarbrücken 1999,S. 75-84– Martin Klewitz: Gedanken zurneuzeitlichen Entwicklung derHospitalbauten am Beispiel desUniversiätsklinikums in Homburg.In: Winfried Nerdinger undNorbert Knopp, Hg.: FestschriftJ. A. Schmoll gen. Eisenwerthzum 90. Geburtstag. 2005– Wolfgang Müller, Hg.:Unter derÄgide der Universität Nancy –Streiflichter zur Gründung desHomburger Hochschulinstitutsvor 60 Jahren. Saarbrücken 2007HerausgeberJo EnzweilerRedaktionOranna Dimmig, Claudia MaasGestaltungValérie Hendrich-Krämer, Nina JägerBildnachweisDimmig, Oranna: S. 26, 27 linksEich, Johannes: S. 4, 28, 32Haimerl, Peter: S. 10, 11Heinrich Hell: S. 4, 18 linksKellermann, Christine: S. 21Krull, Barbara: S. 12, 31 (links), 35Kussler, Reiner: UmschlagLuckert, Martin: S. 5 links, 8, 9, 13links, 14-16, 18, 19, 20 rechts, 22,23, 24 rechts, 25, 27 rechts, 29-31Mailänder, André: S. 6, 7Ney, Toni: S. 17, 24 linksOertel-Mascioni, Eike: S. 20 linksWestrich, Gerhard: S. 33, 34Zech, Christian: S. 10 linksArchiv Institut für aktuelle Kunst:S. 13 rechtsLandesamt für Bau und Liegenschaften,Saarbrücken: Plan© Künstler, Autoren, Institut füraktuelle KunstVerlag St. Johann, SaarbrückenISBN 3-938070-15-3Druck und LithographieKrüger Druck+Verlag, DillingenInstitut für aktuelle Kunstim SaarlandChoisyring 10, 66740 SaarlouisFon 06831/460530Fax 06831/460905info@institut-aktuelle-kunst.dewww.institut-aktuelle-kunst.dewww.kunstlexikon-saar.dewww.künstlerlexikon-saar.deSaarbrücken 200740

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