Juli/August 2002 (PDF) - An.schläge

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Juli/August 2002 (PDF) - An.schläge

an.schläge07-08/2002

an.schläge

DAS FEMINISTISCHE MAGAZIN juli august

thema

ReiseLust

Ein Kurztrip durch den Angebotsdschungel

der Reisebüros

sexismus

WerbeFrust

Sexistische Werbung hat nichts

mit Ästhetik zu tun

e 3,5 (Ö) e 4,– (D) sfr 8,–


auf.takt

Wir tauen auf! Bei 35 Grad im Freien dringen

langsam aber sicher die Sommer-Sonnen-Wärme-Strahlen

auch in unsere ansonsten etwas

kühle Redaktions „höhle“. Strickjacken und Socken

können wir einstweilen wegpacken, genauso

wie die Teebeutel für ein Heißgetränk.

Eingepackt haben wir in die Juli-August Nummer

auch den Besuch von Anni Bürkl bei den Bassinaufseherinnen

in Österreichs Freibädern (Seite

28). In teilweise fernere Gefilde verschlug es Petra

Öllinger auf ihrer Suche nach Frauen-Reise-Angeboten

(S 16), wobei die Recherchen massivstes

Fernweh bei ihr auslösten. Weit weg von Österreich

war auch Eva Steinheimer unterwegs. Sie

gibt einen spannenden Einblick in Geschichte

und Gegenwart der Frauenforschung in

China (Seite 14).

Mit welchen Argumenten sich Frauen herumschlagen,

wenn sie sich gegen sexistische Werbung

wehren, eruierten Karin Eckert und Petra

Öllinger (S. 32). Vorurteile wie Prüderie und

Humorlosigkeit rangieren leider nach wie vor

an oberster Stelle.

Humorlosigkeit – wie wahr! Ein Blick in unsere

„Höhle“ beweist es:Wir arbeiten verhärmt und

witzlos und lechzen auch NIE, NIE, NIE nach einem

Fruchteis, einem Gläschen Wein oder einer

Tafel Schokolade. Und sonderbare Kosenamen für

unsere Mitarbeiterinnen (Petra alias „Erdknöllchen“

und Karin alias „Nebenpuhlerin“) sind

uns selbstverständlich fremd.

Zur letzten Ausgabe noch zwei Anmerkungen:

vergessen zu erwähnen haben wir, dass das

wunderbare Coverfoto von Eflriede Gerstl von

Petra Paul stammt. Beim Artikel von Christine

Wächter („Technik – nichts für Frauen“) haben

wir bei Gudrun Axeli den zweiten Nachnamen

(Knapp) vergessen und F. Apeltsberger heißt korrekt

Friedbert Aspetsberger. Außerdem ist Christine

Wächter Professorin an der Uni Klagenfurt

und nicht in Graz.

Neben all unseren vielfältigen Tätigkeiten wie

Fragen beantworten, die da lauten „Was soll ich

beim Billa holen?“ oder „Merkt die Andrea was,

wenn wir ihr die Pistazien wegfuttern?“ sowie

dem eifrigen Werken an dieser Ausgabe, haben

Karin und Gabi es auch noch geschafft, die

Aktionen gegen den Parlamentarischen Untersuchungsausschuss

(siehe an.ruf auf S. 7)

mitzuorganisieren.

Einen in jeder Beziehung heißen Sommer

wünschen Euch die humorlosen (hahaha)

an.schläge-Frauen.

an.schläge

thema politik

forum

arbeit

kultur

an.spruch

Hände hoch!

Aufrüstung der Worte in der Diskussion um ein liberales Waffengesetz

interview

„Rute im Fenster“

Monika Vana über den Widerstandskampf in der eigenen Partei

o bsorge

Lockruf „Partnerschaft“

Ein Jahr gemeinsame Obsorge nach der Scheidung

china

Langsam vorwärts

Frauenforschung in China wird im Westen kaum wahrgenommen

an.sage

Scheinheilige Humanität

Lilian Stadler und Sieglinde Trannacher zur Sterbekarenz

frauenreisen

„…Eure eigene Walpurgisnacht feiern.“

Ein Kurztrip durch den Angebotedschungel von Reiseveranstalterinnen

gender.mainstreaming

„…wie die Lemminge in diesen Fluss springen?“

Auf der Suche nach positiven Aspekten stehen viele Fragezeichen

bassinaufseherinnen

„Cool am Pool“

Badewaschelinnen sind in der Minderheit, aber es gibt sie

sexismus.werbung

Sex sells?

Sexistische Werbung hat nichts mit Erotik oder Ästhetik zu tun

soho in ottakring

Flüchtig daheim?

Mediale Repräsentation von MigrantInnen als Diskussionsthema

ausstellung

Feministische Spiegelungen

Ines Doujak in der Wiener Secession

an.klang

Im Rausch der Stimmen

Barocke Überfülle und eine instrumentale Abschlussimprovisation

lese.zeichen

Sichtlich unsichtbar

Gesammelte Glossen und Kommentare von Helga Pankratz

ge.fragt

Selbstinszenierung

Unsere Sommerheldin ist eine anachronistische Gestalt

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an.an.schläge

Wir sind bereit, der Sommer

kann kommen!

04 an.schlägejuli august 2002

an.schläge

Herausgeberinnen und Verlegerinnen:

CheckArt, Verein für feministische Medien und Politik

A-1030 Wien, Hetzgasse 42/1, T. 01/920 16 76

Fax: 01/ 715 98 88, e-mail: redaktion@anschlaege .at

http://www.anschlaege.at

Redaktionskollektiv: Karin Eckert/keck (Koordination), Verena

Fabris/vab (web), Angela Heissenberger/AH (Termine,

Abos), Gabi Horak/GaH (Koordination), Kerstin

Kellermann/kek, Helga Pankratz/ pan

IInserate, PR: Eva Melnik, e-mail: inserate@anschlaege.at

Ständige Mitarbeiterinnen: Doris Brenner/DoB, Anni Bürkl/abü,

Heike Ehlers/HE, Gabi Obojkovics, Claudia Saller/cs, Eva

Steinheimer/ESt

Mitarbeiterinnen dieser Nummer: Martina Böse, Ewa Dziedzic,

Daniela Fohn/DF, Petra Öllinger/PÖ, Evelyn Steinthaler,

Sigrid Ströher, Birgit Wolf

an.sage: Lilian Stadlter & Sieglinde Trannacher

neu.land: Jasmina Jankovic’

heim.spiel: Angela Heissenberger

wyber.space: Eva Steinheimer

ge.fragt: Elke Koch

an.klang: Regina Himmelbauer

plus.minus: Helga Pankratz

Cartoon: Gabi Szekatsch

Unsere Werbung: Magdalena Blaszczuk

Fotos: an.schläge-Archiv, Magdalena Blaszczuk, Michaela

Bruckmüller, Fotogalerie Wien, Angela Heissenberger,

Margarete Neundlinger, SOS-Mitmensch, Wiener

Secession

an.schläge Schrift: Martha Stutteregger

Grafisches Konzept: Beate Schachinger für

Layout: Andrea Gadler

Druck: Reha Druck, Graz

© an.schläge: Titel, Vorspänne und Zwischentitel von der

Redaktion. Namentlich gekennzeichnete Beiträge

müssen nicht unbedingt der Auffassung der Redaktion

entsprechen. Kürzungen vorbehalten.

Betrifft:„Abseits von Sisi-Kitsch“ in zu.schläge Juni 2002

Unglücklich

Kaiserin Elisabeth bietet mit ihrer

Magersucht also „attraktive“ Anknüpfungspunkte

zur Jetztzeit? Ich finde

das nicht besonders attraktiv, sondern

– freundlich ausgedrückt – sehr

unglücklich formuliert. Übrigens: Elisabeth

durfte nicht alle ihre Kinder

bei sich behalten, nur die Letztgeborene,

Marie Valerie, durfte sie erziehen.

Zur Recherche empfehle ich „Elisabeth

– Kaiserin wider Willen“ von

Brigitte Hamann, erschienen im Piper

Verlag. Beste Grüße Sabine Fisch

Betrifft:„(A)typisch Frau“ in an.schläge 6/02

Ausgezeichnet

Liebe an.schläge-Redakteurinnen!

Vorerst mal vielen Dank bei Birgit

Haehnel für den ausgezeichneten Artikel

über unsere Tagung vom 4. Mai

02 in Linz. Besonders auch für den

Hinweis auf die Dokumentation. Wir

möchten gerne die anschläge abonnieren.

Im Vertrauen auf weitere gute

Zusammenarbeit und gegenseitige

Unterstützung verbleiben wir mit

lieben Grüßen Herta Gurtner

Betrifft: Heimspiel „Triumph der Sturschädel“ in an.schläge 6/02

Leergefischt

Liebe Angela Heissenberger, Sie beenden

Ihre Geschichte mit den „erschwinglichen

Scampi vom Rost“ in

Kroatien. Das ist als Abschlussgag sicher

witzig, aber mich ärgert es doch.

Ich wettere seit Jahren gegen die

Überfischung in Kroatien, als Taucherin

erlebe ich die Dezimierung der

Unterwasserwelt mit, seit die TouristInnen

wieder ins Land strömen. Als

ein Bekannter von mir letztes Jahr

Fisch bestellen wollte, klärte ihn die

befreundete kroatische Wirtin auf:

Besser nicht, der Fisch ist schon alt,

importiert, frischen Fisch gibt es keinen

mehr, leergefischt. Die Lokale bie-

ten meist große importierte und winzige

Adriafische. Innerhalb von 10 Jahren

ist der Delphinbestand in der Adria

stark zurückgegangen, da es kein

Futter mehr gibt. Die Fischer (und ich

rede von den Flotten draußen und

nicht von einzelnen, die machen das

Kraut nicht fett) holen noch das letzte

raus, damit die TouristInnen zufrieden

sind. Denn die Einheimischen essen

eher Fleisch als Fisch… Bevor ich anfing

zu tauchen, habe ich selbst mit

Begeisterung Fisch gegessen, aber die

leere Unterwasserwelt hat mir den

Appetit verdorben. Und Meeres-

„früchte“ sage ich auch nicht mehr…

Mit freundlichen Grüßen Alexandra Rainer

Betrifft:„Reminiszenzen“ in an.schläge 6/02

Unerträglich

Liebe an.schläge!

Vielen Dank für den Kommentar von

Kerstin Kellermann. Ich habe diese

Sendung auch gesehen, in der einige

Vertreter Österreichs sich ausgesprochen

herablassend gegenüber der

ehemaligen Slowenischen Botschafterin

und der Delo-Chefredakteurin

benommen haben. Ich als sogenannte

„Mehrheitsösterreicherin“ – d.h.

einsprachig aufgewachsen, mit einer

Herkunft, wo es sich im historischen

Dunkel verliert, wann irgendwelche

Vorfahren hier eingewandert sind,

und mit hellhäutig durchschnittlichem

Aussehen – jedoch überzeugte

Antifaschistin, schäme mich immer

sehr, wenn ich solche „Vertreter

Österreichs“ auftreten sehe. Ich finde

es unerträglich, dass unsereins von

ihnen auch noch – und neuerdings

immer stärker – als „das Volk“ vereinnahmt

wird, in dessen Namen sie Vorurteil,

Intoleranz und und kleinliche

Rachsucht propagieren. Kerstin Kellermanns

Beitrag spricht mir aus der

Seele. Danke dafür. Evi Svatosch, Salzburg

an.schläge werden gefördert von:

FRAUEN

BURO

MAGISTRAT DER STADT WIEN


Helga Pankratz

Hände hoch!

„Wenn Sie damit bei der Tür stehen, erschieß ich Sie.“

So erklärte der Generalsekretär der „Interessensgemeinschaft

für ein liberales Waffenrecht“, Georg

Zakrajsek, dem verdutzten ORF-Reporter unlängst

vor laufender Kamera die Grenzen: die Grenzen seiner

Expertengabe, eine „harmlose“ Softgun von einer äußerlich

gleich gebauten Pistole zu unterscheiden, wie sie die

österreichische Gendarmerie benutzt. – Und auch die Grenzen

seiner Friedfertigkeit im Fall vermuteter Aggression. – Die

„harmlose“ Softgun ist zu einem erschwinglichen Preis im

Handel erhältlich und wird vom Hersteller für Jugendliche ab

14 empfohlen. Ihre Harmlosigkeit besteht darin, dass ihre Kügelchen

bei den Beschossenen üblicherweise „nur“ blaue

Flecken verursachen und nur dann, wenn ein Schuss ins Auge

geht, eine schwere Verletzung.

Anlass für dieses nachdenklich machende Interview war

der „Dummejungenstreich“ von vier Schülern in Wolfsberg,

die Schule schwänzten, sich betranken und mit so einer

„Softgun“ Jagd auf Kindergartenkinder machten. Wenige

Wochen davor hatte das Schulmassaker im deutschen Erfurt

für Schlagzeilen und Bestürzung gesorgt. Der junge Amokschütze

habe den Ablauf seiner Aktion mit einem der immer

perfekter und realistischer werdenden Videospiele geübt,

hieß es, in denen es um nichts anderes geht als töten, töten,

töten. Bestürzend fand ich vor allem die Profi-Ausrede eines

Vertreters der Videospiele-Industrie:„Jack the Ripper hatte

kein Videospiel und hat auch gemordet.“ Neben vielen berichtigenden

Erwiderungen, die darauf zu geben wären,

bleibt dieser merkantilen Verantwortungs-Verweigerung gegenüber

schlicht festzustellen, dass tatsächlich nicht alles,

was hinkt, auch schon ein Vergleich ist.

Bezüglich „Softguns“ vertritt der Waffen-Experte Zakrajsek

übrigens die exakt gegenteilige Theorie. Er findet es

„wünschenswert, dass Jugendliche frühzeitig den richtigen

Umgang mit Waffen lernen“. Sie hätten ihren ersten Kontakt

mit der Waffe dadurch nicht erst beim Bundesheer. Und „vertrauter

Umgang mit der Waffe“, so der Liberalisierer, sei „ein

Garant für Sicherheit“.

Sicherheit! Dieses – auf einen F-Wahlkampf in Höchstform

verweisende – Wort ist inflationär allgegenwärtig. Sei

es das neu eingeführte „Institut für Lebensmittelsicherheit“,

sei es eine jüngste Ansprache des Verteidigungsministers,

wo er „nicht nur für die soziale Sicherheit, sondern auch für

die militärische Sicherheit des Landes“ mehr Mittel forderte.

Für die neue Sicherheit, die uns hier vorpropagiert und aufoktroyiert

wird, sind auch umfassende Kontrollen von Telefonaten

und e-mails unter Missachtung von Privatsphäre und Datenschutz

dringend nötig. Und selbstverständlich das Vermummungsverbot

bei Demonstrationen. Genauso wie die

Versetzung des höchsten Gendarmeriebeamten im Innenministerium,

der gegen weitere Einsparungen bei der Gendarmerie

protestierte. – Das Ganze, kurz nachdem die – „eh

nur“? – mit Videokameras bewaffnete FP-nahe „Bürgerwehr“

in Graz für Aufregung sorgte, die der Polizei – unverlangt –

beim „Kampf gegen Drogendealer“ unter die Arme greifen

wollte.

Die Sicherheit, um die es der F/VP-Koalition in erster Linie

zu gehen scheint, ist die Sicherheit, ohne Gefährdung

durch Protest und Diskussion, ihr Programm zu verwirklichen,

das auf allen Linien zu lauten scheint:„Strafen statt

helfen!“ und „Zurück in die 60er Jahre“. Eine Aufrüstung der

Worte ist dabei unüberhörbar. Legitime Kritik wird gern als

„Aggression“ skandalisiert und in diesem Sinn der Öffentlichkeit

manch wüstes Spektakel geboten. So schafften es F/VP,

die erboste Spontankritik des Abgeordneten Edlinger (SP) als

untollierierbaren Neonazi-Zwischenruf im Parlament hinzustellen

und den Grünen Professor Van der Bellen als einen

„habilitierten Hooligan“. VP-Klubomann Khol bezeichnet im

Falter-Interview Revisionismus als ganz in Ordnung:„Revisionismus

ist in unserem Land nicht unter Strafe gestellt“, behauptet

er allen Ernstes:„Es gibt immer noch mehr gewaltbereite

Linke als Rechte.“ Und er sieht zugleich die ÖVP als

DIE „Partei der Mitte“. Da lachen ja die Hühner. Sofern ihnen

das angesichts einer ÖVP nicht vergeht, die im Machtrausch

auf „linke“ Spatzen und Tauben zielt und gleichzeitig den

F-Falken als Jagd-Partner hätschelt. ❚

an.spruch

juli august 2002an.schläge 05


österreichan.riss

mädchencafé

Geschützter Raum

Burschen bewegen sich unabhängig von ihrem Alter selbstverständlich

im öffentlichen Raum, während Mädchen sich mit zunehmendem Alter

daraus zurückziehen. Die Folge: Benachteiligung von Mädchen im öffentlichen

Raum. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, initiierte Anna

Czaby im April 2002 das „Görls Café“ im 6.Wiener Bezirk. Die Leiterin dieses

Projektes weiß aus eigener Erfahrung aus dem Schulbetrieb, dass eine

unreflektierte Ko-Edukation oft mehr die herkömmlichen Rollen verfestigt

als sie auflöst und eine neue Strukturierung bewirkt. Sinnvoller seien geschlechtsspezifische

Angebote, um die weibliche Position in der Öffentlichkeit

zu fördern und zu stärken und somit die Chancengleichheit zu erhöhen.„Das

Görls soll einen Entwicklungsraum bieten, wo Mädchen ungestört

und unbeeinflusst (keine „heimlichen Lehrpläne“) das ihre finden,

entwickeln und zumindest teilweise verwirklichen können.“ So gibt es u.a.

Überlegungen für ein Theater-Projekt. Eine weitere Zielsetzung: Die Mädchen

sollen sich unabhängig von ihren ethnisch-kulturellen Hintergründen

begegnen. Dadurch kann ein toleranter und solidarischer Umgang

miteinander entstehen. Die Hauptzielgruppe sind Mädchen zwischen 12

und 18 Jahren. Zwei Studentinnen der Sozialakademie betreuen zur Zeit

neun in das Projekt involvierte Mädchen. Geöffnet ist das Mädchencafé

mittwochs von 14.30 bis 17.30. An Feiertagen, in den Ferien und von Mitte

Juli bis Mitte August ist das Café geschlossen. PÖ

„Görls Café“, c/o Café Ephata, Garbergasse 14, 1060 Wien, T. 0676/46 28 910, e-mail: dekanat6-7@aon.at.

06 an.schlägejuli august 2002

„Gefühlte Inflation“

Dieser Sager ist ein sicherer Anwärter für

die Liste der Unwörter des Jahres. Angeblich

beruht es nämlich nicht auf harten

Fakten, sondern auf subjektiver Wehleidigkeit

der KonsumentInnen, dass sie seit

der Einführung des Euro einen schmerzhaften

Kaufkraftverlust zu spüren bekommen

haben.

plus.minus

anrede

Freiwilligen Broschüre

d ie „brücke“

Schließung

„Freiwilliges Mitarbeiterengagement – Gewinnbringende

Kooperationen zwischen Unternehmen

und gemeinnützigen Organisationen“ –

diese Broschüre stellte das BMSG am 5.6. in der

Enquete zum Freiwilligen-Jahr 2002 vor. Berechtigt

kritisierte eine Vertreterin der Katholischen

Frauenbewegung die penetrante Männersprache,

mit der die Broschüre den überdurchschnittlichen

Anteil ehrenamtlicher Arbeit

von Frauen verschleiert und zur Fußnote degradiert,

in der es einleitend heißt: Frauen seien

mitgemeint,„aus praktischen Gründen“ würden

sie aber sprachlich nicht hervorgehoben. (-)

Nach 22 Jahren hat die selbstverwaltete Szenedruckerei „Brücke“ Ende

Juni endgültig ihre Pforten geschlossen. Im Rahmen eines großen Abschlussfestes

am 28. Juni gab es unter anderem die Versteigerung „toller

Raritäten“ aus den Archiven. Die Druckerei hatte vor allem mit alternativen,

entwicklungspolitischen und frauenbewegten Gruppen eine

drucktechnische Zusammenarbeit verbunden. Bestimmte blau-schwarze

Maßnahmen, die Kürzung von Subventionen, Streichung der Publizistikförderung

für „unbequeme“ Gruppen u.ä. hatten letztendlich zur

Aufgabe gezwungen. Von den ursprünglich vierzig Periodika, die in der

Wipplingerstraße in Auftrag gingen, war zuletzt gerade einmal die

Hälfte übriggeblieben, was auch auf das große Zeitungssterben seit

Beginn der Schwarz-Blauen Koalition zurüchzuführen ist. Eva Geber,

Geschäftsführerin der „Brücke“ und langjährige Frauenaktivistin wird

allerdings weiterhin das Layout ihrer KundInnen betreuen und Brücke-

Drucker Adi Hasch wechselt zu Donau Forum Druck, wo der Klubobmann

der Grünen Leopoldstadt als Kundenbetreuer tätig sein wird. DF

selbsthilfe

Hoffnung, Information, Vertrauen

„HIV-positive Frauen lassen sich nicht nur auf HIV reduzieren. Sie sind

Frauen mit Wünschen, Sehnsüchten und Träumen sowie Partnerinnen,

Mütter, Töchter und Freundinnen.“ Dieses breite (Bedürfnis)Spektrum

abzudecken, ist ein Anliegen von Wiltrut Stefanek, die 1998 „H.I.V. – Hoffnung,

Information, Vertrauen – Verein zur Unterstützung von HIV-positiven

und aidskranken Frauen“ gründete. Befragt nach den Beweggründen,

nennt sie vor allem ihre eigene Betroffenheit und die Erfahrung,

dass ein Mangel an Angeboten speziell für Frauen herrscht. Nach wie

plus.minus Reaktionen und Anregungen an die Redaktion per Brief oder e-mail, mit dem Betreff:„plus.minus“

ausrede

Österreichischer Gewerbeverein

Laut einer international vergleichenden Studie

über die Verteilung von Erwerbs- und Familienarbeit

unter 30.000 heterosexuellen (Ehe-)Paaren,

hält quer durch ganz Europa die Modernisierung

der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung

in der Familie mit der steigenden Erwerbsquote

und besseren Bildung von Frauen nicht

Schritt. Darauf beruft sich nun der ÖGV:„Offensichtlich

gibt es ein globales Muster, nach dem

Paare ihr Alltagsmanagement ausrichten!“ –

weisen die Wirtschaftstreibenden in einer Aussendung

jede Schuld an Niedriglohnbranchen

und segregiertem Arbeitsmarkt zurück. (-)


vor sei es für Frauen ein Problem, sich Unterstützung zu holen, denn viele

verschwiegen aus Rücksicht beispielsweise zu ihren Kindern ihre Situation.

Wichtig sei es, aus dieser Isolation auszubrechen, andere Betroffene

kennenzulernen und gemeinsame Unternehmungen zu starten. Letzteres

zeigt sich vor allem in gemeinsamen Aktionen wie Minigolf, dem Entwerfen

von Modellkleidern oder einfach dem Feiern einer „positiven“ Party. Als

notwendig sieht Wiltrut Stefanek die Vernetzung mit Frauen aus den

Bundesländern. Mit Deutschland wurden bereits erste schriftliche Kontakte

geknüpft. Die Treffen finden jeden zweiten und vierten Freitag im

Monat im Amerlinghaus/Teestube in der Stiftgasse 8 (7. Bezirk) statt und

haben immer einen thematischen Schwerpunkt. Zeitweise werden die

Zusammenkünfte von einer Lebens- und Sozialberaterin unterstützt. Aktivität

von „außen“ ist ebenfalls willkommen. Egal ob in finanzieller Form

oder als ehrenamtliche Mitarbeit; es kann mitgeholfen werden, das Faktum

„positiv“ zu sein, so weit als möglich weniger negativ zu erleben. PÖ

Kontakt: Wiltrut Stefanek, T. 0699/114 03 426, e-mail: verein-h.i.v@chello.at

Ute-Bock-Preis

hilf.reich

Wenn es rundherum kälter wird, dann vermitteln Frauen wie Ute Bock

so etwas wie heimelige Wärme. Angesichts der Tatsache, dass nur ein

Drittel der AsylwerberInnen in Bundesbetreuung aufgenommen werden,

der Rest jedoch praktisch auf der Straße sitzt, wären da nicht zahlreiche

private Initiativen, veranlasste auch die Sozialarbeiterin Bock dazu

zu handeln. In Eigenregie mietete sie Wohnungen an, um Flüchtlingen

eine Unterkunft zu gewähren und wurde von staatlicher Seite dafür

mit der „Operation Spring“ belohnt, in der Spezialeinheiten der Polizei

mitten in der Nacht das Wohnheim stürmten. Die medial ausgeschlachteten

Vorwürfe der Drogendealerei erwiesen sich als unhaltbar, zurück

blieben eingetretene Türen und traumatisierte Flüchtlinge. Ute Bock

gab nicht auf, und arbeitet auch jetzt noch, wo sie in Pension ist, weiter

für die Menschlichkeit. SOS Mitmensch rief zur Würdigung von Ute

Bock 1998 den nach ihr benannten Preis für Zivilcourage ins Leben. Am

5. Juni 2002 erhielt Gertrude Hennefeld, stellvertretend für ihr Team, den

Preis. Hennefed arbeitete zwölf Jahre lang in der Beratungsstelle der

Diakonie in Traiskirchen. Eine wichtige Forderung Hennefelds ist eine

staatliche Grundversorgung von AsylwerberInnen, die bis zum Abschluss

ihres Verfahrens nicht arbeiten dürfen, aber auch nur teilweise in Bundesbetreuung

aufgenommen werden. Hennefeld wurde die Ehrung

aber auch generell aufgrund ihres langjährigen Engagements im sozialen

Bereich zuteil. Wie sagt die ehemalige Grüne Abgeordnete Friedrun

Huemer so treffend? „Die Genfer Flüchtlingskonvention wird nicht mehr

zum Schutz von Flüchtlingen verstanden, sondern zum Schutz vor

Flüchtlingen.“ Wohlverdient daher der Preis für Zivilcourage! keck

an.ruf

an.rissösterreich

Anneliese Erdemgil–Brandstätter im Gespräch mit Karin Eckert

Ins Gesicht gespuckt

Am 20.Juni fand anlässlich der Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses

(PUA) ein Aktionstag statt, der von verschiedenen

Frauenorganisationen veranstaltet wurde. Was waren die Ziele?

Einerseits wollten wir, dass der PUA nicht im stillen Kämmerlein abläuft,

sondern eine Öffentlichkeit bekommt, und dass bekannt wird,

wie mit uns umgegangen wird. Andererseits sollte die eindeutig politische

Motivation des PUA verdeutlicht werden.

Ist das gelungen?

Ein Stück, ja. Aber was mich verwundert hat, dass es so schwierig war,

Medien wie den ORF und Rundfunk für dieses wichtige Thema zu interessieren.

Ich denke, das hat mit der derzeitigen politischen Situation

zu tun...

Wie waren die Reaktionen auf die Aktionen?

Von der FPÖVP kamen sehr heftige Presseaussendungen. Da wurden

Unterstellungen und Falschaussagen in die Öffentlichkeit geschleudert...

Das haben wir erwartet, dass uns die ins Gesicht spucken werden.

Die Frage ist, ob wir uns das nicht vom Rechtlichen her anschauen

sollten. Denn u.U. fällt das unter Rufschädigung.

Welche Strategien könnte es in Zukunft geben?

Wir wollen öffentlich machen, dass der Staat laut EU–Recht dazu verpflichtet

ist, Diskriminierungen abzubauen. Wir werden weiterhin auf

die Wichtigkeit unserer Arbeit aufmerksam machen, wobei wir uns sicher

nicht ins linke Eck abschieben lassen. Wichtig wird auch sein, diese

gemeinsame Arbeit kontinuierlich fortzusetzen und damit sichtbar

zu bleiben. Auf rechtlicher Ebene gibt es eine weitere Möglichkeit: Jeder

Staat muss periodisch einen Bericht an das CEDAW–Komitee der

UNO ablegen, das für den Abbau von Frauendiskriminierung zuständig

ist. NGO’s haben schon früher einmal einen sogenannten „Schattenbericht“

verfasst, um die Berichte des Staates zu relativieren. Das

ist in anderen Ländern auch schon längst Usus.

Wie wird es nun weitergehen?

Also unsere Zusammenarbeit zur Vorbereitung des Aktionstages hat

uns gezeigt, dass Solidarität ein ganz wichtiger Arbeitsboden für uns

ist. Diese Art des Zusammenschlusses hat uns schon früher sehr geholfen,

z.B. bei den „Schlaflosen Nächten“. Das ist die einzige Möglichkeit,

der rechten Übermacht etwas entgegenzusetzen und gibt auch

jeder einzelnen viel Kraft. Das war eine sehr schöne Erfahrung.

juli august 2002an.schläge 07


interviewmonika vana

08 an.schlägejuli august 2002

„Rute im Fenster“

Mit Monika Vana haben die Grünen Frauen in Wien einen Wirbelwind zur neuen Sprecherin

gewählt. Im Interview mit Karin Eckert und Gabi Horak erzählt sie von Rückschritten

der Partei und was sie alles erreichen möchte. Foto von Magdalena Blaszczuk

Die politische Laufbahn der

Monika Vana begann als stellvertretende

ÖH-Vorsitzende an

der Technischen Universität,

ehe sie ein Jahr mit Johanna

Dohnal arbeiten konnte, eine Zeit,„die

mich noch heute prägt, vor allem was

den Widerstand in der eigenen Partei

betrifft“. Wäre es nach ihrer Großmutter

gegangen, hätte sie jeden anderen Beruf

als jenen der Politikerin wählen sollen.

Ihr Großvater war kommunistischer

Widerstandskämpfer und wurde von

den Nationalsozialisten ermordet.

Wie wird sich Ihre Arbeit als Grüne

Frauensprecherin von der Ihrer Vorgängerin

Jutta Sander unterscheiden?

Ich hab andere Themenschwerpunkte,

z.B. die ökonomische Absicherung

von Frauen und Arbeitsmarktpolitik.

Das ist ein Bereich, der bei den Grünen

überhaupt sehr wenig Rolle gespielt

hat bisher. Hier versuche ich ein

bisschen, eine Grüne Arbeitsmarktpolitik

wirklich zu einem eigenständigen

Schwerpunktthema zu machen.

Wer ist die treibende Kraft für Frauenpolitik

bei den Grünen? Gibt es auch

Einzelne, für die das Thema nicht so relevant

ist?

Natürlich. Die Grünen unterscheiden

sich hier von keiner anderen Partei.

Wenn wir Grüne die 50 % Frauenquote

nicht hätten, dann gäb’s uns wahr-

scheinlich alle nicht. Bei der nächsten

Landesversammlung wird es eine heiße

Debatte über die Frauenpolitik geben,

denn wir wollen das Frauenvotum einführen.

Das heißt, dass bei Landesversammlungen

sich Frauen unter sich beraten

und eigene Beschlüsse fassen

können, die dann auch aufschiebende

Wirkung haben können. Das ist eine Rute

im Fenster.

Gleichgeschlechtliche Ehe ist in

Österreich immer noch Utopie. Woran ist

die Durchsetzung bisher gescheitert?

Am Widerstand der anderen Parteien.

Auch der SPÖ in Wien, die sich da

immer ein bissl halbherzig zeigt. Natürlich

ist auch das mangelnde


Bewusstsein der Bevölkerung ein großes

Hindernis. Das wäre aber für mich

kein Grund, hier klein bei zu geben oder

zu sagen: Darauf nehme ich Rücksicht,

das sage ich ganz ehrlich. Weil ich glaube,

dass durch gesetzliche Änderungen

auch Bewusstsein geschaffen wird. Ich

kann mir durchaus auch einen radikalen

Schritt der absoluten Gleichstellung

ab sofort vorstellen, denn dann

wächst die nächste Generation einfach

schon damit auf.

Nach welchen Kriterien würden Sie

Frauenvereine fördern, im Vergleich zur

Wiener SPÖ?

Wenn Frauenvereine nachweislich

gut und erfolgreich arbeiten, wäre es

für uns durchaus möglich, hier fünfbis

sechs-Jahresverträge zu vergeben,

oder auch länger. Bisher werden die ja

wirklich nicht wahnsinnig hoch gefördert.

Ich meine, schauen wir uns das

Budget der Gemeinde Wien an und

was so mir nichts dir nichts im Gemeinderat

an Milliarden für die Volksgaragen

beschlossen wird und dann

die Pimperlbeträge, die z.B. Frauenvereine

kriegen. Selbst wenn ein Verein

dann nicht so erfolgreich arbeitet. Es

wäre ein Versuch, auch mal innovative

Frauenpolitik über Jahre aufbauen zu

können.

Einer Ihrer Schwerpunkte ist die Arbeitsmarktpolitik.

Die Wiener SPÖ geht auf die Rekordarbeitslosigkeit

von Frauen überhaupt

nicht ein. Es geht auch nicht nur

um konjunkturelle Maßnahmen, sondern

um strukturelle Maßnahmen,

denn Frauen sind am Arbeitsmarkt

strukturell benachteiligt. Sie werden

immer mehr in atypische Beschäftigungsverhältnisse

abgeschoben,

Hauptsache, sie fallen aus der Arbeitslosenstatistik

raus. Oder sie werden

überhaupt angehalten vom AMS, sich

nicht mehr beim Arbeitsamt zu melden,

weil es eh chancenlos ist. Und arbeitssuchend

sind für uns nicht nur

Frauen, die arbeitslos gemeldet sind,

sondern auch Frauen, die sich verändern

möchten. Stadtrat Rieder meint,

es gibt nicht genug Geld, was natürlich

Humbug ist. Es gibt Sonderbudgets

für wirtschaftliche Notmaßnahmen.

Neben einer Stärkung der Beratungsstellen

ist auch eine Mittelausweitung

für den WAFF notwendig.

Dort wurden die Mittel für Frauenför-

derung im letzten Jahr um die Hälfte

gekürzt! Ich würde auch die direkte

Wirtschaftsförderung kürzen und

mehr in Frauenförderung und in Förderung

direkt Betroffener stecken. Und

natürlich brauchen wir so etwas wie

offensive Lohnpolitik. Da sind auch die

Gewerkschaften aufgefordert, mehr

für die Frauen und für die sogenannten

klassischen Frauenberufe zu tun,

die immer noch dramatisch unterbewertet

sind.

Es ist ein neues Prostitutionsgesetz

in Arbeit. Inwieweit gab es dabei eine

Zusammenarbeit zwischen SPÖ und

Grünen?

In die Erstellung des Vorschlags

überhaupt nicht, er liegt auch noch

überhaupt nicht vor. Wahrscheinlich

kommt er im Herbst, vielleicht aber

auch gar nicht. Und ich bin nicht traurig,

wenn dieser Entwurf, so wie er geplant

ist, sanft entschläft. Denn dieser

Entwurf würde bedeuten: Kampf gegen

Illegale, mit Bestrafung der Freier.

Wir sind eher dafür, den Spieß umzudrehen:

wir müssen Sexarbeit als Arbeit

endlich anerkennen. Das Hauptproblem

ist nicht die Illegalität, sondern

die patriarchalen Verhältnisse,

die Gewalt- und Ausbeutungsverhältnisse.

Es gibt auch Erlässe des Innenministers,

die es Sexarbeiterinnen erlauben,

sich als Showtänzerinnen oder

Prostituierte bis zu drei Monaten in

Österreich aufzuhalten. Und dann,

wenn sie aussteigen wollen, dann

werden sie einfach wieder ausgewiesen.

Der Staat sagt: Ich hole mir –

nämlich außerhalb der Quote! – Sexarbeiterinnen,

beute sie aus und dann

schick’ ich sie wieder heim. Da muss

man wirklich Sturm laufen. In Wien

sind das 6.000 Frauen. Das ist ja keine

Randgruppe!

Der Begriff Feminismus ist vielerorts

zum Schimpfwort degeneriert. Es gibt

auch andere Modelle wie das Gender

Mainstreaming. Funktionieren die?

Ich sehe den Feminismus nicht als

Schimpfwort. Ich bezeichne mich als

linke Feministin. Ich finde auch den

Ausdruck Emanze, der ja noch verpönter

ist, immer noch einen grandiosen

Begriff. Ich finde Gender Mainstreaming

ist keineswegs auch nur annähernd

ein Ersatz für Feminismus

oder aktive Frauenförderpolitik. Schauen

wir in andere Länder, wo v.a. Männer

es geschafft haben, vor diversen Gerichtshöfen

zu klagen und für sich eine

Gleichstellung mit den Frauen herauszuholen.

Frauen haben wesentlich weniger

Vorteile von diesem Gender Mainstreaming.

Es kann auch als Männerförderung

missbraucht werden, wie es

jetzt in der blau-schwarzen Regierung

passiert.

Sollten auch Männer für feministische

Anliegen sensibilisiert werden?

Das bringt realpolitisch relativ wenig.

Ich sehe Frauen als Gruppe mit sehr

ähnlichen Problemen, die nur von Frauen

wirklich bewusst erlebt werden können.

Ich glaube, wir werden die Männer

nie restlos überzeugen. Spätestens

dann, wenn es um Abgabe von Macht

und Umverteilung von Arbeitszeit und

Geld geht – dann ist es bei den Männern

sehr schnell aus mit dem großen

Verständnis.

Welche Visionen hatten Sie beim

Eintritt in die Politik und was davon

konnten Sie umsetzen?

Ich bin mit vollem Idealismus in

die Politik gegangen und dachte ich

kann das jetzt alles umsetzen, was ich

mir so wünsche. Das ist sicherlich

nicht so, weil Frauenpolitik ist Widerstandspolitik

auch in der eigenen Partei.

Ich als Grüne habe den Vorteil, dass

wir Abgeordnete in unserem Handlungsfeld

sehr autonom sind. Wenn

ich Ideen habe, setze ich sie einfach

um, völlig egal, was der Herr Bundessprecher

oder der Herr Klubobmann

dazu sagen. Aber was für mich am

frustrierendsten ist: zu sehen, dass

Politik an sich immer weniger Handlungsmacht

hat. Dass einfach Wirtschaft,

das kapitalistische System und

Finanzmärkte auch politische Entscheidungen

kontrollieren.

Welche Ziele haben Sie als Grüne Politikerin

für die nächsten Jahre?

Ich möchte innerhalb der Grünen

das Bewusstsein für Frauenpolitik verstärken.

Wir sind im Moment auch bei

den Grünen ein bissl eine Ghettopolitik.

Durchsetzen möchte ich, dass nicht

mehr hauptsächlich Männer Spitzenpositionen

bei uns bekommen, wie es leider

gerade in Wien ganz krass ist. Wir

haben zwar die Quote, die uns nützt,

dass wir an die zweiten und dritten

Plätze kommen, aber nicht an die Spitzenplätze.

Da gibt es wieder einen Rückschritt,

auch bei den Grünen. ❚

monika vanainterview

juli august 2002an.schläge 09


politikobsorge

10 an.schlägejuli august 2002

Lockruf „Partnerschaft“

Mit der gesetzlichen Installierung der gemeinsamen Obsorge nach der Scheidung landete

die Regierung letztes Jahr einen Coup der ganz besonderen Art. Eine vorläufige Bilanz

von Birgit Wolf

Vor einem Jahr, am 1. Juli 2001,

trat das Gesetz der gemeinsamen

Obsorge in Kraft. Bis dahin

war die Scheidung auch ein

Mittel, um sich in der Privatsphäre

dem männlichen Einfluss zu

entziehen und mit dem Kind ein autonomes

Leben führen zu können. Dieser

„Missstand“ wurde mit der gemeinsamen

Obsorge behoben.

Lebenslange Elternschaft. Die Debatten

über „Partnerschaftliche Elternschaft“

liefen nach dem Motto: Eltern bleiben

wir ein Leben lang. Soweit, so nachvollziehbar.

Doch die diesbezügliche Gesetzgebung

zeigt bei genauerer Betrachtung

die Doppelbödigkeit dieses

„partnerschaftlichen“ Modells.

Die Einführung des PartnerInnenschaftlichkeitsprinzips

bei Scheidung –

also einer gescheiterten PartnerInnenschaft

– ist mehr als fragwürdig. Um so

mehr, als bis dato kein gesetzlich verankertes

Minimum für den Kindesunterhalt

existiert und bei Unterlassung die

gesamte Finanzierung zu Lasten der

Obsorgenden geht. Laut Ingrid Piringer

von der Österreichischen Plattform für

Alleinerziehende bleiben unterhaltspflichtige

Väter bis zu 50 % an Unter-

Fo t o : A rc h i v


haltsvorschüssen schuldig. Es gibt keine

Besuchspflichten für geschiedene Väter,

sondern ausschließlich Besuchsrechte.

Das Prinzip der PartnerInnenschaftlichkeit

wird offensichtlich dann umgesetzt,

wenn es dem Machterhalt des

„Familienernährers“ dient.

Halbherzigkeit. Mit dem neuen Gesetz ist

im Eherecht die Arbeitsteilung von

Haushaltsführung und Kinderpflege einerseits

und Berufstätigkeit andererseits

„unter Rücksichtnahme aufeinander

und auf das Wohl der Kinder“ einvernehmlich

zu gestalten (§91 des Allgemeinen

Bürgerlichen Gesetzbuches,

ABGB). Im §95 des ABGB heißt es:„[...] ist

jedoch ein Ehegatte nicht erwerbstätig,

so obliegt diesem die Haushaltsführung.“

In diese „Zwangslage“ kommt

jede Frau mindestens für die Zeit des

Mutterschutzes – sie wird zur „Bedienerin“

in diesem Modell.

Das Prinzip „Versorgungsehe“

führt dazu, dass erwerbstätige Frauen

lediglich als Dazuverdienerinnen gesehen

werden und auch Alleinerzieherinnen

meist weniger verdienen als

ihre männlichen Kollegen. Im Arbeitsleben

gibt es keine Begünstigung oder

gesetzliche Regelung für ein partnerInnenschaftliches

Modell, ökonomische

und sozialrechtliche Ungleichheit

zwischen Frau und Mann wird aufrechterhalten

und gefestigt.

So scheint es nur logisch, dass die

mangelnde Disziplin und Verantwortung

bei Unterhaltsverpflichtungen in

der Debatte zur gemeinsamen Obsorge

unbeachtet blieb. Trotz der enormen

Schieflage ist es gelungen, die neue Regelung

mit dem irreführenden Argument

des Partnerschaftsprinzips durchzusetzen.

Die Vorschläge der damaligen

Frauenministerin Helga Konrad,

Versorgungs- und Betreuungsarbeiten

mit in das Eherecht aufzunehmen

(„Halbe/Halbe“), sollten das Gesetz um

Feinheiten wie (partnerschaftliches)

Mitwirken ergänzen. Doch die Verankerung

einer gerechten Arbeitsaufteilung

zwischen den EhepartnerInnen wurde

verweigert. Der Vorschlag für die Änderung

des § 90 ABGB lautete folgendermaßen:„Die

Ehegatten sind einander

zur umfassenden ehelichen Lebensgemeinschaft,

insbesondere zum Beistand,

zum partnerschaftlichen Beitrag

an der Erfüllung gemeinsamer Bedürf-

nisse, zur Treue, zur anständigen Begegnung

und zum gemeinsamen Wohnen

verpflichtet.“

Was ist passiert? Nichts, Vorschlag

abgelehnt, weil lächerlich und Privatsache.

Der Bedarf einer solchen Regelung

und flankierender Maßnahmen zur

partnerschaftlichen Ehe inklusive Familien-

und Haushaltsführung hat indes

keineswegs abgenommen. Nach zehnjährigem

Bestehen von Väterkarenz beträgt

der Frauenanteil an den KarenzgeldbezieherInnen

noch immer 98 %.

„Halbe/Halbe“ gesellschaftspolitisch

forcieren könnten Initiativen, die zum

Beispiel Burschen verstärkt in traditionelle

Frauenberufe einführen. Es müsste

die Vereinbarkeit von Beruf und Familie

auch für das männliche Erwerbsleben

diskutiert werden, anstatt die Diskurse

ausschließlich auf „Frauenthemen“

zu fokussieren.

Gemeinsamkeiten? Gleich zu Beginn der

FPÖ/ÖVP-Regierung begann die Debatte

um die gemeinsame Obsorge nach

einer Scheidung. Als Gründe wurden

angeführt, dass die Anzahl der von einer

Trennung ihrer Eltern betroffenen

Kinder weiter zunimmt und wie wichtig

die Beziehungen von Kindern zu beiden

Elternteilen seien. Jetzt muss der obsorgende

Elternteil, bei dem kind wohnt,

die ganze Betreuungs- und Versorgungsarbeit

sowie die Informationspflicht

leisten. Der nicht verpflichtete

Elternteil kann von seinem Äußerungsrecht

Gebrauch machen und folglich

bestimmte Angelegenheiten der Obsorge

verpflichtend übernehmen. Als „partnerschaltliches

Elternmodell und Familienbild“,

wie von der ÖVP behauptet,

kann diese Regelung nicht gelten.

Im Gegenteil, es erfolgt die Aufrechterhaltung

der Machtverhältnisse

nach der Scheidung. Der männliche

Machteinfluss, sogar als getrennt lebender

Elternteil, ist demnach per Gesetz

wieder gewährleistet. Gar nicht in

Betracht gezogen wurden Möglichkeiten,

die Beziehung beider Eltern schon

bei aufrechter Ehe zu fördern. Im Sinne

von PartnerInnenschaftlichkeit hieße

das, etwas gegen die „Versorgungsehe“

zu unternehmen, die in erster Linie die

Beziehung des haushaltsführenden Elternteils

(meist Mutter) zum Kind begünstigt.

Auch Maßnahmen für Teilzeitarbeit

beider Eltern und Kinderbe-

treuungseinrichtungen in Korrelation

zur Erwerbstätigkeit würden die Beziehung

beider Eltern zu ihren Kindern

fördern. Doch es scheint, als sei bei aufrechter

Ehe die „Beziehung von Kindern

zu beiden Eltern“ nicht maßgeblich:

Die Väter bleiben in der Versorgungund

Betreuungsarbeit weitestgehend

entlastet, während die Mütter diese

Aufgaben weiterhin alleine übernehmen

müssen.

Verhandlungssache. ExpertInnen kritisieren,

dass die Frauen mit dieser neuen

Regelung erpressbar würden. Insbesondere

bei einvernehmlicher Scheidung

könne die gemeinsame Obsorge

als Druckmittel verwendet werden. Im

Frauentreffpunkt Mostviertel erklärt

Beraterin Sonja Volle: „Sehr viele Frauen

beantragen das alleinige Obsorgerecht.

Wie die Verhandlungen ausgehen,

erfahren wir dann leider nicht

mehr. Aber der zuständige Richter

sagt, die Frauen könnten der gemeinsamen

Obsorge ruhig zustimmen,

denn diese Regelung sei jederzeit wieder

änderbar, wenn es Probleme gibt.“

Bettina Zehetner von der Frauenberatung

Wien 1 erklärt, dass dort, wo zwischen

den ScheidungspartnerInnen eine

gute Gesprächsbasis vorhanden sei,

es zu keinen Problemen mit der gemeinsamen

Obsorge käme. Bei Ehen

mit Gewalttätigkeiten sei aber schon

im Vorfeld die alleinige Obsorge zu

empfehlen. Die Frage, ob sich die Befürchtungen

der ExpertInnen bewahrheitet

hätten, dass die gemeinsame

Obsorge als Druckmittel von den Männern

benutzt wird, erhält eine klare

Antwort: „Ja, in jedem Fall, das zeigen

unsere Erfahrungen“, bekräftigt Scheidungsberaterin

Zehetner.

Die Vorstellung von der partnerInnenschaftlichen

Elternschaft auf Lebenszeit

geht an der Realität und Alltagspraxis

vorbei und entspricht eher

dem Wunsch nach väterlichem Machtanspruch

auf Lebenszeit. Ginge es tatsächlich

um mehr PartnerInnenschaft

in der Elternverantwortung, hätte das

Gesetz nicht auf die Erweiterung der

Rechte für den getrennt wohnenden

Elternteil (meist Vater) nach der Scheidung

beschränkt werden dürfen, sondern

auch die Rechte der Betreuungsperson

(meist Mutter) berücksichtigen

müssen. ❚

obsorgepolitik

juli august 2002an.schläge 11


internationalan.riss

taiwan

Bezahlte Hausarbeit

Was bei uns undenkbar scheint, ist in Taiwan kürzlich gesetzlich festgelegt

worden. HauptverdienerInnen müssen in Zukunft den/die EhepartnerIn

für die geleistete Hausarbeit bezahlen. Laut Gesetz sollen die Einkünfte

zwischen den PartnerInnen abzüglich der Haushaltskosten geteilt

werden. Um das neue Verhältnis zwischen EhepartnerInnen nicht

zu wirtschaftlich erscheinen zu lassen, ist in dem Gesetz von „Taschengeld“

die Rede. Da in Taiwan vornehmlich Männer Hauptverdiener sind,

kommt dieses Gesetz in erster Linie Frauen zugute. Allerdings: Ob das

nicht ein Ansporn ist, dass Frauen gar nicht erst für ihr Recht auf Erwerbsarbeit

kämpfen (dürfen)? keck

pakistan

Küchenherdunfälle

Während Machthaber in Indien und Pakistan die Messer wetzen und

mediale Aufmerksamkeit erlangen, liegen die Frauenrechte nach wie vor

im Argen, weitestgehend unbeachtet von den Medien. Die Aktionsgruppe

Frauen von amnesty international in Österreich konstatiert, Pakistan

unterlasse es, den Frauen ausreichend Schutz gegen Rechtsverletzungen

zu gewähren. Gewaltakte finden einerseits durch staatliche Organe

statt. Andererseits sind Frauen aber auch in der eigenen Familie oder in

der Gemeinschaft, in der sie leben, ihres Lebens nicht sicher. So ist eine

Zunahme der sogenannten „Küchenherd-Unfälle“ festzustellen, wo

Frauen angeblich bei einem Küchenherd Feuer fangen. Die Urheber dieser

oftmals tödlich endenden „Unfälle“ sind meistens Familienmitglieder,

die die Frauen mit Benzin überschütten und sie anschließend anzünden.

Hat eine Frau angeblich eine weibliche Verhaltensvorschrift gebrochen,

beispielsweise einen Mann ihrer Wahl geheiratet, sich von

ihrem Ehemann scheiden lassen, oder wurde sie vergewaltigt, beschmutzt

sie damit die männliche Ehre. Um diese wieder herzustellen,

muss die „Schuldige“ getötet werden. Gegen diese Ehrenmorde unternimmt

der Staat nichts. Die Täter gehen straffrei aus. PÖ

12 an.schlägejuli august 2002

Foto: Margarete Neundlinger

s chweiz

Fristenlösung

In der Schweiz wird es künftig eine Fristenlösung für Schwangerschaftsabbrüche

geben. Dafür stimmten am 2. Juni 2002 in einer Volksabstimmung

72 % der WählerInnen. Somit wird Frauen in den ersten zwölf

Schwangerschaftswochen ein straffreier Schwangerschaftsabbruch

ermöglicht. Bei dieser Volksabstimmung hatten die SchweizerInnen

zwischen der reinen Fristenlösung und der Initiative „Mutter und Kind“

zu wählen, einer radikal abtreibungsfeindlichen Plattform, die Gebären

und Kindererziehung als einzige Pflichten der Frau sieht. Mit über

Achtzig % Gegenstimmen hatte diese Initiative allerdings keine Chance.

Seit 1942 sind in der Schweiz Schwangerschaftsabbrüche im Strafgesetzbuch

geregelt. Schwangere Frauen, die bisher abtreiben ließen,

mussten mit einer Strafe von bis zu drei Jahren Gefängnis rechnen,

außer der Abbruch war erfolgt, weil der Frau sonst schwere gesundheitliche

Schäden drohten. In der Realität wurden jedoch bereits seit 1988

keine Verurteilungen mehr ausgesprochen, in einigen Kantonen die

Bestimmungen gar nicht mehr angewandt. DF

schweden

Historisches Ereignis

Wie immer ist Schweden dem restlichen Europa einen Schritt voraus.

Eine klare Mehrheit des Stockholmer Reichstages sprach sich für einen

Gesetzesentwurf aus, nach dem künftig schwule und lesbische verheiratete

Paare Kinder ebenso adoptieren dürfen, wie dies bisher nur heterosexuellen

Paaren möglich war. Schweden ist damit das erste Land

weltweit, in dem gleichgeschlechtliche Paare im Adoptionsrecht heterosexuellen

Paaren gleichgestellt sind. Im Gegensatz zu den Niederlanden,

wo gleichgeschlechtliche Paare nur Kinder aus dem eigenen Land,

nicht aber aus anderen Staaten adoptieren dürfen, gilt das schwedische

Gesetz uneingeschränkt. Österreich hinkt – wie immer – hinterher. Für

gleichgeschlechtliche Paare gibt es noch immer kein PartnerInnenschaftsgesetz,

mit dem Paragrafen 209 werden Schwule kriminalisiert.

Schwule und lesbische Paare dürfen zwar Pflegekinder überantwortet

bekommen, warum sie sie nicht adoptieren dürfen, bleibt allerdings ein

Rätsel in der „Logik“ der GesetzesgeberInnen. keck


a fghanistan

Zweifelhaft

Frauen haben in den letzten Jahrzehnten in Afghanistan Unglaubliches

geleistet. Sie trugen wesentlich zum Ende der Talibanherrschaft bei,

setzten ihr Leben aufs Spiel litten, wie kaum eine andere Bevölkerungsgruppe

in ihrem Land. Die Hoffnungen, die in die neuen Zeiten gesetzt

wurden, sehen viele nun enttäuscht. Bis zu den nächsten Wahlen im

Jahr 2004 wurde von der Ratsversammlung Loya Jirga eine Übergangsregierung

gewählt. Von den 1.501 Delegierten der Ratsversammlung

waren allerdings nur knapp 200 Frauen. 160 Frauen wurde von vornherein

ein Sitz durch eine Quote gesichert. Lediglich rund vierzig Frauen

wurden tatsächlich in die Ratsversammlung gewählt. Zuvor sollen

zahlreiche Einschüchterungsversuche stattgefunden haben, damit

Frauen nicht in die Loya Jirga gewählt würden. Einige Frauen berichteten

von Versuchen, ihnen ihre Stimme abzukaufen. Nur eine einzige

Frau bewarb sich für das PräsidentInnenamt: Die Ärztin Massuda Jelal

soll vom Verteidigungsminister Fahim Kasim dazu gedrängt worden

sein, ihre Kandidatur zurückzuziehen, da die Kandidatur einer Frau

„unislamisch“ sei. Mit 1.295 Stimmen gewann schließlich der Favorit

Hamid Karsai die Wahl. Jelal erhielt lediglich 121 der Stimmen. Karsai

denkt nun einen nationalen Rat – die Schura – einzurichten, mit der Begründung,

Afghanistan solle vom Volk regiert werden. Insgesamt soll

die Schura 111 Mitglieder umfassen, nur 15 davon werden Frauen sein.

Fragt sich, ob „das Volk“ nur weniger als 15 % Frauen umfasst.

Abseits der offiziellen Politik gibt es ebenfalls zweifelhafte Vorkommnisse:

Augenzeugen zufolge sollen in ehemaligen Taliban-Hochburgen

anonyme Flugzettel kursieren, die Männer warnen, ihre Töchter

nicht in die Schule zu schicken und ihre Frauen nicht arbeiten zu lassen.

Andernfalls hätten sie mit Vergeltungsanschlägen gegen ihre Familie zu

rechnen. So schönfärberisch zunächst geredet wurde, dass afghanische

Frauen mit dem Fall der Taliban nun endlich ihre Rechte einfordern

könnten, so wenig verwunderlich ist, dass nun bestenfalls die political

correctness befriedigt werden soll. Böses Erwachen… keck

Protestaufruf unter http://www.frauenohnegrenzen.org

wyber.space

www.datenbank

t ürkei

ÖTEKI–ben

an.rissinternational

Die erste und einzige türkische Lesbenzeitschrift ÖTEKI–ben steht vor

dem finanziellen Aus. Gerade erst im Vorjahr gegründet, konnten zwar

einige Ausgaben gedruckt werden, allerdings sind die monatlichen

Fixkosten mit den Einnahmen aus der Zeitung nicht abzudecken. Auslandsabonnentinnen

können nicht beschickt werden, weil schlicht das

Geld für den Versand fehlt. Für die inzwischen angehäuften Schulden

ist die Mitbegründerin Hülya Tarman persönlich haftbar, sodass das

Redaktionskollektiv sich nun mit einem dringenden Spendenaufruf

nach Europa gewandt hat, um Tarman vor einer Verhaftung zu bewahren.

Die Frauenbewegung in der Türkei ist nach wie vor stark heterosexistisch,

Hülya Tarman und ihre Zeitung hilft vielen türkischen Lesben

in der Stärkung ihrer Identität. Das Leben als Lesbe gestaltet sich in der

Türkei sehr schwierig. Zwar gibt es kein Gesetz gegen öffentliches lesbisches

Leben, unter der Anschuldigung „unmoralisches Verhalten“ können

Lesben dennoch gerichtlich belangt werden. Eine öffentliche Positionierung,

wie sie Tarman auf sich nimmt, bedeutet Repression, permanente

Kontrolle, telefonische Drohungen und Belästigungen. Sowohl

nationale wie auch internationale Vernetzung ist deshalb mehr als notwendig.

Mit der Zeitschrift wurde ein wichtiger Schritt gesetzt. Daher

die Bitte an alle, mit Spenden deren Überleben zu sichern und die mutigen

Frauen von ÖTEKI–Ben zu unterstützen. keck

http://www.copyriot.com/oeteki–ben/index.html;

Bankverbindung: Ts Bankasi / Maltepe–Ankara Subesi; Hülya Tarman; Sehit Bahadir Demir sok.13/10; Maltepe–Ankara.

Einer der größten Vorteile des www ist, finde ich, dass frau jetzt gemütlich

von zu Hause aus Bibliotheken auf ihre Bestände durchforsten

kann. Natürlich ersetzt das nicht das Flair einer schön eingerichteten

Bibliothek, aber es erspart uns in Zeiten der ewigen Zeitknappheit einige

Wege. Kein stundenlanges Blättern mehr in alten verstaubten Zettelkatalogen,

mühsames Abmalen der Karteikarten, um dann festzustellen,

dass das gewünschte Werk sowieso schon entliehen ist. Gesucht

werden kann außerdem bequem nach verschiedenen verknüpfbaren

Schlagwörtern. Besonders erfreulich finde ich aber, dass sich

auch in Österreich immer mehr frauenspezifische Literaturdatenbanken

im Web präsentieren. Am bekanntesten und umfangreichsten ist

sicher das Angebot der Nationalbibliothek: www.onb. ac.at/ariadne/.

Hier sind auch Aufsätze, Bibliografien zur Frauenforschung und jede

Menge Links erfasst. Neu und ebenfalls sehr umfangreich präsentiert

sich die Stichwort-Literaturdatenbank: www.stichwort.or. at/ldb/ldb.

htm/. Unter www.frauensolidaritaet.org gibt´s Literatur zu Frauen und

„Dritte Welt“. Noch mehr Datenbanken findet frau über www.frida.at

Also für mich heißt es nur mehr: erst ins Web, dann in die Bibliothek –

vor allem, wenn es dort etwas kühler ist. ESt

juli august 2002an.schläge 13


Fo t o s : A rc h i v

internationalchina

14 an.schlägejuli august 2002

Langsam vorwärts

Frauenforschung in China wird im Westen immer noch wenig wahrgenommen. Dabei gibt

es interessante Reibungspunkte, aber auch verblüffende Parallelen zwischen Ost und West.

Ein Bericht von Eva Steinheimer

„Wir hören euch an und gewinnen

dadurch viel. Ihr hört uns

nicht an und verliert dadurch

viel.“ Diesen Vorwurf an westliche

Feministinnen äußerte die

bekannte Pionierin und Vertreterin der

chinesischen Frauenforschung Li Xiaojiang.

Die Literaturwissenschafterin

hatte schon in den 1980er Jahren ein

Frauenforschungszentrum in Zhengz-

hou gegründet, das inzwischen wieder

geschlossen wurde. Im Sommer 2000

gab es allerdings einen Neuanfang für

Li Xiaojiang als Gründerin und Direktorin

eines neuen Zentrums für Gender-

Studien an der Dalian Universität auf

der Liaodong-Halbinsel.

Gehorsam und tugendhaft. Historisch gesehen

zementierte der Konfuzianis-

mus die Stellung der Frau in der Gesellschaft.

Frauen hatten den „drei Gehorsamkeiten“

und „vier Tugenden“ zu

genügen. Das bedeutet, sie hatten erst

dem Vater, dann dem Ehemann und

nach dessen Tod dem Sohn zu gehorchen.

Als tugendhaft galt: rechtes Benehmen,

rechtes Aussehen, rechtes

Sprechen und rechtes Tun, wofür es jeweils

sehr genaue Regeln gab. Bei


Verstößen gegen die Gehorsams- und

Tugendhaftigkeitspflichten konnten

Frauen von ihren Vätern oder Ehemännern

bestraft oder sogar getötet werden.

Grundsätzlich galt eine strenge

Trennung von Lebens- und Aufgabenbereichen,

wobei den Frauen der häusliche

Teil vorbehalten war. Die Tradition

des Füßebindens, die sich in der Song-

Dynastie (960–1280) durchsetze, band

die Frauen auch rein physisch ans Haus.

Die als sehr erotisch geltenden Lilienfüße

entstanden, indem etwa vierjährigen

Mädchen die Fußknochen gebrochen

und eng eingeschnürt wurden.

Die Füße wuchsen dann nicht weiter,

die Frauen konnten sich unter lebenslangen

Schmerzen nur trippelnd und

über kurze Strecken fortbewegen. Diese

Tradition wurde bis ins 20. Jahrhundert

hinein praktiziert.

Ebenfalls bis weit ins 20. Jahrhundert

hinein verbreitet war das Konkubinat.

Frauen waren nicht nur den Männern

untergeordnet, auch untereinander

gab es im Familienverband eine

strenge Hierarchie: Die Schwiegermutter

stand über allen Ehefrauen und die

Hauptfrau wiederum über den Nebenfrauen.

Eine Nebenfrau konnte jedoch

in der Hierarchie aufsteigen, wenn sie

vor der Hauptfrau einen Sohn zur Welt

brachte.

Erste Reformen. Ein erstes Aufbrechen

dieser Strukturen bringt die Zeit der Republik

von 1912–49. Eine gesetzliche

Gleichstellung von Frauen und Männern

gibt es aber erst nach der Machtübernahme

der Kommunisten im Jahr

1949. Dem Parteiführer Mao ist die

„Frauenfrage“ sehr wichtig; durch eine

Reihe von neuen Ehegesetzen versucht

er, die Stellung der Frauen zu verbessern.

In der kommunistischen Partei

konnten Frauen auch erstmals hohe politische

Ämter erlangen. Beim Versuch,

die Entstehung der chinesischen Frauenbewegung

in Phasen zu unterteilen,

wird die Zeit von 1949 bis in die 1970er

Jahre oft als maoistische Phase bezeichnet,

in der alle Initiativen von oben, von

der Partei, ausgehen. Diese propagierte

die Gleichheit von Frauen und Männern

vehement.

Die Frauenbewegung. Als nach der Kulturrevolution

in den frühen 1980er Jahren

eine Modernisierungswelle mit Lockerung

staatlicher Kontrolle und marktwirtschaftlichen

Reformen über China

hereinbricht, bedeutet das auch den

Anfang indigener Ansätze einer neuen

Frauenbewegung von unten. Es gibt

viele Konferenzen zu frauenspezifischen

Themen, eine Menge Frauenzeitungen

und -zeitschriften werden herausgegeben.

Der Problem- und Handlungsdruck,

der die Frauenforschung in

China entstehen lässt, ist groß. Einerseits

bestehen alte Probleme fort, etwa

durch konfuzianisches Denken beeinflusste

Rollenaufteilung, arrangierte

Ehen und Diskriminierung von Mädchen

in Hinblick auf Bildung. Noch im

Jahr 1998 betrug die Analphabetenrate

unter Männern 9 %, unter Frauen 25 %.

Andererseits treten aber auch eine Reihe

von neuen Problemen auf, die mit

der marktwirtschaftlichen Reformpolitik

einhergehen und sehr an die Probleme

von Frauen in westlichen Ländern

erinnern: hohe Frauenarbeitslosigkeit,

Zurückdrängen der Frauen

an den Herd bei Arbeitskräfteüberschuss

oder Diskriminierungen im

Arbeitsleben.

Anfangs gibt es in der Frauenbewegung

noch zwei konkurrierende

Gruppen, die mittlerweile aber zusammenarbeiten.

Die erste ist der staatliche

Frauenverband, ein Organ aus von

der Partei gewählten VertreterInnen

zur Umsetzung der Parteilinie. Der

Frauenverband ist stark praxisorientiert.

Die zweite Gruppe bilden autonome

Frauen an den Universitäten. Pionierin

war die schon erwähnte Li Xiaojiang,

die ab 1978 frauenspezifische Seminare

hielt. Zentrale Themen in der

Arbeit der autonomen Frauen sind die

Aufwertung der Kategorie Geschlecht

gegenüber der Klassenfrage, Kritik an

der sozialistischen Gleichheitspropaganda,

die eine Angleichung an die

männliche Norm bedeutet, und die

Entdeckung der weiblichen Perspektive.

Neben dem 1985 in Zhengzhou gegründeten,

parteiunabhängigen Frauenforschungszentrum

gibt es vor allem

in den großen Städten private Salons,

in denen die Frauen sich treffen und

diskutieren. Die Salons werden allerdings

nach der blutigen Niederschlagung

der Demokratiebewegung 1989

wieder verboten. Die Frauenstudienzweige

an den Universitäten können

sich aber akademisch etablieren, die

Vernetzung mit dem Frauenverband

wächst.

Annäherungen. In den 1990er Jahren folgt

eine Phase der internationalen Einbindung.

Rund um die UN-Weltfrauenkonferenz

1995 in Peking beginnen die chinesischen

Frauenforscherinnen, sich

mehr mit westlichen Ansätzen zu beschäftigen.

Begriffe wie „gender“ oder

„empowerment“ werden erstmals diskutiert.

Insgesamt entsteht eine eigenständige

und pluralistisch argumentierende

Frauenforschung. Einig sind sich

die Forscherinnen heute darin, dass

mehr interdisziplinäre Vernetzung und

internationaler Austausch das Ziel sein

müssen. Dabei sollen aber die eigene

Identität und Selbstbestimmung bewahrt

bleiben. Westliche Erkenntnisse

und feministische Theorien werden für

akademische Zwecke durchaus als sinnvoll

betrachtet, für die aktuellen Probleme

der chinesischen Gesellschaft sind

sie aber wenig hilfreich. Auch der Begriff

„Feminismus“ wird weitgehend abgelehnt

und nicht verwendet. So ist

auch folgendes Erlebnis einer österreichischen

Studentin bei einem Aufenthalt

in Peking zu erklären. Sie fragte

eine chinesische Studentin, was ihr zu

dem Begriff Feminismus einfalle. Die

Chinesin wusste erst mit dem Wort gar

nichts anzufangen. Nach einigem Überlegen

meinte sie dann aber:„cooking“.

Im Gespräch stellte sich dann heraus,

dass sie dachte,„Feminismus“ meine

einfach etwas „typisch Weibliches“, und

Frauen würden nun mal häufig in der

Küche stehen.

Wenn auch das Wort „Feminismus“

in China nicht in dem uns bekannten

Sinn gebräuchlich ist, gibt es doch eine

Menge chinesischer Frauen, die sich,

auch auf wissenschaftlicher Basis, mit

den selben Fragen beschäftigen wie

westliche Feministinnen. An vielen sinologischen

Universitätsinstituten in Europa

gibt es auch schon Interesse an der

chinesischen Frauenforschung. Bleibt zu

hoffen, dass auch mehr Forscherinnen

anderer Disziplinen die chinesischen,

aber auch andere außereuropäische

feministische Ansätze „entdecken“ und

rezipieren, damit der Vorwurf von Li Xiaojiang,

dass chinesische Frauenforscherinnen

nicht gehört werden, nicht mehr

länger haltbar bleibt. ❚

chinainternational

juli august 2002an.schläge 15


„...Eure eigene Walpurgis feiern.“

Fo t o : M i c h a e l a B r u c k m ü l l e r themafrauenreisen

16 an.schlägejuli august 2002

Diese Aufforderung aus einem Reisekatalog zeigt: Wer mit dem Thema Frauen und Reisen

ausschließlich Beauty-Farmen, Wellness und Anti-Cellulite-Seminare in „Wir-reden-überalles“-Gruppen

assoziiert, denkt zu kurz. Ein Kurztrip mit Petra Öllinger durch den

Angebotedschungel von Reisebüros und ReiseveranstalterInnnen

„Travelling boardens the

mind“; Reisen bildet und auch

Urlaubs-Vorbereitungen erweitern

den geistigen Horizont.

Also macht sich die Reiselustige

auf den Weg, um Programme speziell

für Frauen zu finden. Nach einiger

Zeit stellt sie fest: Die Mehrzahl der Beschäftigten

in der Reisebranche sind

Frauen und auch die Zahl der (allein)

reisenden Frauen nimmt zu. Für die be-

kannten großen ReiseveranstalterInnen

ist die weibliche Zielgruppe allerdings

bis dato (zumindest in Österreich)

nicht relevant. Anfragen bei der Sektion

Tourismus der Wirtschaftskammer und

beim Österreichischen Reisebüro- und

Veranstalterverband ergeben: Frauenreisenprogramme

sind nicht vorhanden.

Kein Angebot, da keine Nachfrage?

Susanne Reichl von „Columbus-Gubi

Reisen“ in Linz meint, dass die Nachfra-

ge nach Angeboten ausschließlich für

Frauen gering sei. Diese Ansicht vertritt

auch Claudia Sengwein-Gaudenzio von

„Prima-Reisen“ in Wien. Im Programm

fand sich zwar eine Reise ausschließlich

für Frauen („Ein Wellness- und Sportprogramm

im Mai auf Malta“), das Interesse

daran war aber sehr begrenzt.

Sie fügt hinzu, dass solche Angebote

ihrer Erfahrung nach eher verunsichern

würden. „Die Frauen erkundigten sich


danach, ob sie auch ihre Männer mitnehmen

könnten.“

„Aus Österreich erhalten wir praktisch

keine Anfragen für Gruppenreisen.

Hin und wieder fragen Frauen nach

Adressen von Frauenhotels“, so Heidi

Lüthi von „Ladytours“ in Zürich. Das

scheinbar mangelnde Interesse verwundert.

Oder liegt es daran, dass die Suche

bei herkömmlichen ReiseanbieterInnen

ergebnislos verläuft? Ein Blick über den

08/15-Reisemarkt-Tellerrand fördert

nämlich durchaus Interessantes zutage.

Das Angebot. Nach dem Motto „Welche

suchet, die findet“ gestaltet sich ein Trip

durchs Internet als aufschlussreich.

Speziell der Markt in Deutschland und

in der Schweiz ist abwechslungsreich.

Europas größte Anbieterin,„Frauen Unterwegs

– Frauen Reisen“ in Berlin, existiert

mittlerweile seit 18 Jahren. Beim

Durchblättern des Katalogs eröffnet

sich ein Potpourri an außergewöhnlichem

Unterwegssein. Schon die Namen

der Reisen machen Lust aufs Kofferpacken:„Walpurgisnacht

im Harz“,

„Ruhe im Frauenkloster“,„Kreistanz-,

Wander- und Märchenzeiten“. Fernwehgeplagte

Frauen kommen ebenfalls auf

ihre Kosten bei Touren in den Himalaya

oder nach Südindien. Gereist wird in

kleinen Gruppen mit maximal 14 Teilnehmerinnen,

die erfahrungsgemäß

zwischen 30 und 65 Jahren alt sind und

aus Deutschland, der Schweiz und Österreich

stammen. Bei der Wahl der Urlaubsunterkünfte

wird bevorzugt mit

Hotels und Pensionen zusammengearbeitet,

die von Frauen geführt werden.

Weiblich sind auch die vielen Fachfrauen,

mit denen „Frauen Unterwegs –

Frauen Reisen“ ihre Programme vor Ort

durchführen: Reiseleiterinnen, Skilehrerinnen,

Bergsteigerinnen, Skipperinnen,

Stadtführerinnen.

„Ladytours“ in Zürich organisiert

beispielsweise Touren nach Nordvietnam

oder nach Burma. Die Philosophie:

Frauen haben andere Bedürfnisse als

Männer. Männer betrachten Trekkingtouren

oft als Hochleistungsport. Folglich

legen sie eine andere Gangart ein

als Frauen. Deshalb stehen bei „Ladytours“

nicht das Tempo und die Leistung

im Vordergrund, sondern das Erleben.

Jede Teilnehmerin soll sich wohlfühlen

und Zeit haben, die Umgebung aufnehmen

zu können. Organisiert werden

auch Treffen mit lokalen Frauengruppen

oder Frauenprojekten. Dabei ergeben

sich interessante Begegnungen und mit

einem Teil des bezahlten Reisepreises

werden die Organisationen unterstützt.

Wer Lust auf nördliche Gefilde hat,

etwa auf eine erfrischende Kanufahrt in

Schweden, oder sich den Wind bei einer

Motorradtour um die Nasen wehen lassen

möchte, ist bestens aufgehoben bei

„NORD-Venture. Frauenreisen mit dem

Frischluftfaktor“ in Deutschland. Ein

wahrer Fundus an Informationen tut

sich für Reiselustige unter der Internet-

Adresse www.HERmail.net auf. Wer eine

Radtour „for women only“ machen

möchte, eine Bed and Breakfast Unterkunft

für Frauen in Florenz oder Reitmöglichkeiten

in Costa Rica sucht, sich

mit Frauen aus dem jeweiligen Wunsch-

Urlaubsland vernetzen möchte, ist hier

bestens aufgehoben.

Beweggründe. Was macht den Veranstalterinnen

Lust, selbst Touren, Unterkünfte

etc. für Frauen anzubieten? Vor sieben

Jahren brach Veronika Mihok mit

ihrem Mann ihre Zelte in Deutschland

ab und „reiste“ nach Portugal an die Algarve,

um sich dort eine neue Existenz

aufzubauen. Ihre 150 Jahre alte Quinta

in Pata (10 Kilometer vor Albufeira) ist

laut Mihok zwar einerseits für alle

Menschen offen, andererseits bietet sie

Frauen einen Schutz- und Schonraum.

„Auf die Idee, auch Frauen anzusprechen,

kam ich durch Freundinnen. Zwei

von meinen Freundinnen bekamen

Krebs und sind danach allein, oder mit

Freund oder mit Kind zu mir in Urlaub

gekommen und haben durch den Abstand

von zu Hause wieder zur Ruhe gefunden

und die nötige Kraft getankt,

um ,gut´ weiter zu leben. Im Laufe der

Jahre kamen auch Frauen, die in einer

Lebenskrise steckten, mit Beziehungsstress,

Frauen im Umbruch, ältere Frau-

en, aber auch ganz junge Frauen oder

Frauen, die einfach einmal nur alleine

sein wollten. Ganz unterschiedliche

Menschen, aber eines haben alle gemeinsam:

den Wunsch, sich auf sich

selbst zu besinnen und ihre Ressourcen

wieder aufzuladen.“

Leider nehmen nicht viele dieses

Angebot in Anspruch. Interessierte

Frauen erfahren davon meistens über

Mundpropaganda und kommen vor allem

aus Holland und Deutschland. Aus

Österreich erhalte sie gar keine Anfragen,

so Veronika Mihok. Sie würde wohl

verhungern, wenn sie davon leben müsste,

die Quinta ausschließlich Frauen

zugänglich zu machen.

„Eine Frau sucht sich niemals einen

unbekannten Ort, um dort zu vergessen.

Sie würde möglicherweise nicht

nur vergessen, sondern – schauderhafter

Gedanke – vergessen werden“,

schrieb die Schriftstellerin Djuna Barnes.

Dem Vergessen von Frauen und

speziell deren heiligen Stätten wirkt

Alaura O’Dell entgegen. Sie gründete

„Sacred Journeys for Women“ 1996 in

Kanada. Die „Pilgrimages“ nach England,

Irland, Kreta und Hawai haben allerdings

nichts gemein mit Pilgerfahrten,

wie sie in der katholischen Tradition

ablaufen. Der Grund, Frauen zu den

Plätzen alter matriarachaler und heidnischer

Kulturen zu bringen, liegt in Alaura

O’Dells Glauben an die Kraft und die

heilende Wirkung dieser heiligen Plätze

in ihrer Heimat England und in anderen

Teilen der Welt. Heiligen Stätten wird

nicht nur durch Betrachten, Ablichten

und theoretischen Erklärungen „gehuldigt“.

Tänze, Zeremonien, Rituale und eine

Göttinnen-Konferenz gehören ebenso

zum Reiseprogamm von Alaura O’-

Dell, das übrigens auch von Europa aus

buchbar ist.

Ihre Leidenschaft für Paris bewegte

Kathi Oliver zur Gründung von „A

Woman’s Paris“. Frauen, die mit ihren

Ehemännern unterwegs sind, richteten

sich oft nach deren Interessen.

Außerdem seien Frauen „caretakers“;

sie kümmerten sich um ihre Ehemänner,

ihre Kinder oder Eltern, so Kathi

frauenreisenthema

Linktipps:

http://bellnet.de/suchen/reisen/

frauen.htm

Für Begeisterte von nordischen

Gefilden:

http://www.NORDventure.de

Frauenhotels:

http://www.frauenurlaub.de/

hotels/hotels.html,

http://www.dyku.de/frauenhotels.de

A Woman’s Paris:

http://www.oliver-group.com/paris

Quinta an der Algarve:

http://www.ferienwohnungenalgarve-portugal.de

Frauen Unterwegs – Frauen reisen:

http://www.frauenunterwegs.de

Ladytours:

http://thailine.com/ladytour/

Gesundheitsinformationen:

http://www.tropeninstitut.at

juli august 2002an.schläge 17


Fo t o s : M a rg a r e t e N e u n d l i n g e r ( l i u . r e ) , A rc h i v themafrauenreisen

Füße in den Sand stecken und

einfach entspannen, oder…

18 an.schlägejuli august 2002

Oliver auf die Frage, warum sie in Kanada

Touren speziell für Frauen nach

Paris anbiete. Hier könnten sie sich

endlich um sich selbst kümmern,

außerdem erlebten sie eine entspanntere

Zeit, wenn sie nur mit Frauen

unterwegs sind.

Einzelzimmer und Dunstabzüge. Frauen, die

alleine unterwegs sind, befinden sich

auf Männerjagd oder sind eigenbrötlerisch

– mit solchen und ähnlichen Vorurteilen

sind allein reisende Frauen

nach wie vor häufig konfrontiert. Oft

kann frau sich des Eindrucks nicht erwehren,

als Single-Reisende ein Mauerblümchen-Dasein

zu fristen. Das kann

bedeuten, im Restaurant am Katzentisch

zu sitzen, also in der Nähe des Klos

oder der permanent auf und zu schwingenden

Küchentüre. Es kann heißen, an

der Bar damit beschäftigt zu sein,

männliche Anmache abzuwimmeln, anstatt

einen Drink entspannt zu genießen.

Auch das Gefühl, das fünfte Rad

am Wagen zu sein, mag schon manch

einer das Alleinreisen vermiest haben.

Heidi Lüthi:„Besonders alleinreisende,

etwas ältere Frauen fühlen sich scheinbar

in Frauengruppen besser aufgehoben.

Bei gemischt geführten Gruppen

fürchten sie wohl das Abseitsstehen,

falls die anderen TeilnehmerInnen paarweise

reisen. Reisen in Frauengruppen

scheint für viele Frauen einfach angenehm

zu sein“.

Wer ein Hotelzimmer alleine für

sich bucht, muss dafür häufig einen

Einzelzimmerzuschlag bezahlen. Wie

kommen diese manchmal exorbitant

erscheinenden Zusatzkosten zustande?

Susanne Reichl: „Warum die Hoteliers

einen Einbettzimmerzuschlag

einheben ist an und für sich leicht

erklärt: Zimmer ist Zimmer, und wenn

zwei Personen drin liegen hat er doppelten

Umsatz, auch an Nebenkosten

(Getränken, Essen usw.), das gilt vor allem

für die Ferienhotels. In den großen

internationalen Hotelketten ist es

außerdem üblich, einen Zimmerpreis

zu verlangen, egal wie viele Personen

drinnen sind.“ Nicht selten kommt es

vor, dass Einzelreisende schlechtere

Zimmer bekommen. Was kann frau tun,

wenn sie beim Fenster auf den Dunstabzug

der Hotelküche blickt oder

neben dem Lift einquartiert wird?

Susanne Reichl empfiehlt, sich auf

alle Fälle zu wehren, die Chancen ein

schöneres Zimmer zu bekommen, stehen

recht gut. Die Einzelzimmerzuschläge

bleiben Reisenden großteils

auch bei Frauenhotels nicht erspart.

Trotzdem: Wer persönliches Ambiente

der Anonymität großer Hotels vorzieht

und lästige Flirtversuche männlicher

Reisender vermeiden möchte,

ist bestens aufgehoben in Frauenhotels.

Was tut frau, wenn sie als Alleinerzieherin

Urlaub machen möchte? Blättert

sie die Standardprogramme diverser

ReiseveranstalterInnen durch, zeigt

sich: Viele Angebote sind als „Family-

Package“ definiert. Im Klartext: Ist es

gelungen, sich durch die oft verwirrenden

Preis-Berechnungen durchzuschlagen,

stellt frau fest, Kinderermäßigungen

oder Kinderpauschalen kommen

oftmals nur dann zur Anwendung,

wenn zwei Erwachsene mitreisen. Nur

vereinzelt bieten VeranstalterInnen

Sonderpreise für Alleinreisende mit Kindern

an. Die Betonung liegt dabei auf

vereinzelt. Ein breitangelegtes Umdenken

in Bezug auf „Ein-Eltern-Familien“

ist (noch) nicht zu bemerken.

Hormone auf Reisen. Darüber, welche gesundheitliche

Vorsorge notwendig ist

(Schutzimpfungen, Malaria-Prophylaxe

etc.) informiert beispielsweise das Institut

für Reise- und Tropenmedizin in

Wien. Manche Impfungen müssen bereits

vier bis sechs Wochen vor Reiseantritt

vorgenommen werden. Während

der Reise ist es wichtig, dem Körper Zeit

zur Umstellung in Bezug auf Klima,

Zeit und Essen zu geben. Diese Umstellungsphasen

sind sowohl für Frauen

als auch für Männer notwendig. Gibt

es aber Aspekte in punkto Gesundheit,

die Frauen besonders beachten sollten?

Die genannten Änderungen sind oftmals

ein Grund für Unregelmäßigkeiten

bei der Regelblutung. Diese kann

besonders in feucht-heißen Ländern

überdies beschwerlicher verlaufen als

zu Hause. Wenn außerdem die Gelegenheit

und die hygienischen Bedingungen

zum Tampon- oder Bindenwechsel

nicht zur rechten Zeit gegeben

sind, ist infektiösen Keimen im Genitalbereich

oft nur schwer zu entgehen.

Auf Fernreisen muss auch die Zeitverschiebung

berücksichtigt werden. Bei

einem Unterschied von mehr als sechs

Stunden muss die Einnahme der Pille

zu anderen Zeiten erfolgen als daheim,

um die Wirkung zu gewährleisten.

Außerdem können Durchfall oder Erbrechen

die Wirkung der Pille herabsetzen.

Hegt frau einen Kinderwunsch

oder ist sie bereits schwanger, so ist zu

beachten, dass einige prophylaktische

Medikamente den Fötus schädigen

können. Zur Vorsicht wird auch bei

möglichen Komplikationen vor allem

im ersten und letzten Drittel der

Schwangerschaft geraten, da in vielen

Ländern eine ausreichende Gesundheitsversorgung

nicht gegeben ist.


Frauenreiselektüre. Vorbereitungen. Landkarte.

Sonnencrème. Badanzug. Regenjacke.

Reiseführer – einen für Frauen. Ein

Blick in die Regale der Buchhandlungen

zeigt: In den meisten Läden sind Frauenreisebücher

rar oder gut versteckt oder

gar nicht vorhanden… Gibt es nur so wenige

Angebote? Üppig ist die Auswahl

zwar nicht, aber einige Verlage drucken

kleine feine Ausgaben von „weiblichen“

Reiseführerinnen. In der Edition Frauenfahrten

des Promedia Verlages sind Berichte

von Reisepionierinnen erschienen.

Dazu zählt beispielsweise die Mutter

des Philosophen Arthur Schopenhauer,

Johanna Schopenhauer. Oder Freya

Stark, die sich in 1930er Jahren auf eine

Reise durch Persien machte. Marie von

Bunsen startete 1905 in Deutschland ihre

erste Bootsfahrt. Es finden sich auch

die Berichte einer sehr bekannten Weltreisenden

aus Österreich: Ida Pfeiffer. Sie

war die erste Weiße, die Sumatra betreten

hatte. Als Frau hatte sie außerdem

Zugang zum Harem und konnte so ein

sehr authentisches Bild der Verhältnisse

wiedergeben. Obwohl keine Reiseführer

im herkömmlichen Sinn mit Ratschlägen

wie „Wohin am Abend?“ oder „Shop

until you drop“, wecken diese Bücher

die Reiselust schon deshalb, weil sie interessante

historische Einblicke in die

gesellschaftlichen und sozialen Verhältnisse

sowohl der Heimatländer der

Frauen als auch der bereisten Gebiete

geben. Parallelen zu heute sind unübersehbar:

Frauen, die sich auf eine Reise

weg vom allgemein Akzeptieren begeben,

stoßen auch heute nicht immer

auf Wohlwollen.

Eine Reihe von Stadtreiseführerinnen

von und für Frauen bietet der Elster-

Verlag. Neben vielen Tipps und praktischen

Informationen für Reiselustige,

finden sich zahlreiche Porträts von

Frauen, die das Bild der Metropolen wie

Berlin, Lissabon, London, New York,

Rom, Prag oder Wien mitprägten. Der

Verlag Frauenoffensive bietet neben

seinem vielfältigen Angebot von frauenspezifischen

Büchern auch eine Reihe

„Reise und Kultur“. Wer sich für Australien,

Schottland und Wales, Grönland,

Italien oder Südamerika der Frauen interessiert,

ist hier bestens aufgehoben.

Mit Vorurteilen wie „das schwache Geschlecht“

oder „Abenteuer können

Frauen nur alleine bestehen“, räumt

das Buch „Für Frauen. Outdoor Handbuch.

Basiswissen für Draußen.“ auf.

Erschienen ist es im Verlag Outdoor

Handbuch. Die Lektüre bietet einen

Einblick in die Spezifität der weiblichen

Outdoor-Physis und -Psyche. Interessant

ist auch der Hinweis auf notwendige

Outdoor-Ausrüstung, die meistens

auf Männer zugeschnitten ist. Hier erhält

frau Infos, worauf sie besonders

achten sollte und wo AnbieterInnen für

Frauen-Outdoortechnik zu finden sind.

Länderspezifischen Besonderheiten ist

ebenfalls ein Kapitel gewidmet sowie

der Frage, ob es sich besser im Alleingang

oder mit anderen reist.

Weibliche Verhaltenskodices? Respekt vor

den Menschen und deren Kultur in den

besuchten Ländern sollte selbstverständlich

sein. Was ist mit den Risiken

des Reisens? Wo besteht besondere Gefahr,

bestohlen, überfallen, vergewaltigt

zu werden? Die „Warnung“ beispielsweise,

in einer Stadt nach Einbruch der

Dunkelheit möglichst nicht alleine unterwegs

zu sein, mag durchaus für einige

Orte zutreffen und zwar für beide

Geschlechter. Vorsicht ist folglich angebracht

bei undifferenzierten „Verhal-

tens-Empfehlungen“. Oft werden Klischees

bemüht, dass es beispielsweise

in islamischen Ländern für Frauen besonders

schwierig sei zu reisen. In so

manchen guten Tipp mischt sich ein

moralisierender Beigeschmack. Mancher

erweckt den Eindruck,„schamloses“

Verhalten von Frauen als Problem

in den Mittelpunkt zu rücken, wenn es

dann auf einer Internet-Frauenseite

heißt:„In lateinamerikanischen, sowie

vielen südeuropäischen Ländern sollten

Sie sich dezent kleiden und nicht zuviel

Haut zeigen. Tragen Sie nie zu figurbetonte

Klamotten, dafür immer einen BH

und am Strand statt einem Bikini lieber

einen Badeanzug. Sich oben ohne zu

sonnen ist absolut tabu! Wer trotzdem

nicht darauf verzichten will, muss sich

also nicht wundern, wenn sie ständig

angestarrt oder gar von aufdringlichen

Verehrern bedrängt wird.“ Claudia

Sengwein-Gaudenzio hält nichts von

derartigen Ratschlägen. Für sie war es

noch nie ein Problem, als Frau (alleine)

zu reisen, vielmehr kommt ihre Grundeinstellung

im Umgang mit anderen

Menschen zum Ausdruck. „Ich war auch

in arabischen und asiatischen Ländern.

Für mich ist das absolut kein Thema, ob

ich jetzt eine Frau oder ein Mann bin.

Ich komme prinzipiell mit allen Menschen

überall auf der Welt ins Gespräch.“

Sie erlebt die Menschen in den bereisten

Ländern als sehr gastfreundlich:

„Egal, ob das jetzt im Oman ist oder irgendwo

in Italien mitten am Land.“

Sensibilität ist durchaus angesagt, aber

keine undifferenzierte Angstmache. In

diesem Sinne:„Travelling boardens

the mind.“ ❚

www.mondesfrauenlandhaus.com

frauenreisenthema

…direkt rein ins nasse Vergnügen

und den Alltagsstress vergessen.

juli august 2002an.schläge 19


f eministische erwachsenenbildung

Ende der FEB

Aus der Idee, eine Veranstaltung zu initiieren, die interessierte Frauen

aus unterschiedlichen Bereichen zum Thema feministische (politische)

Bildung zusammenzubringt, wurde 1996 die erste „Feministische Erwachsenenbildungswoche“

(FEB).

Leitfaden der Veranstaltungen war von Beginn an die Thematik der

problematischen Konflikt- und Kooperationskultur unter Frauen. Eine

wesentliche Komponente stellte weiters die Selbstorganisation dar, sodass

die weiteren Veranstaltungen inhaltlich und organisatorisch im

Rahmen von Reflexionsabenden von den FEB-Teilnehmerinnen konzeptionalisiert

wurden.

Die FEB fand bis 2000 einmal jährlich an unterschiedlichen Orten

in Österreich statt (Zwettl, Groß Siegharts, Strobl). Die Inhalte bewegten

sich von frauenpolitischen Anliegen über feministische Theoriebildung

(Geschichte, Sozialwissenschaft, Ökonomie, Psychologie) hin zur

persönlichen Herkunftsgeschichte. Kontroversielle Vorträge und Referate

zu Themen wie beispielsweise „Professionalisierung versus politische

Bildung“ oder „Existenzwaisen – Existenzweise. Philosophische

und feministische Gedanken“ lieferten die Inputs zu Reflexion und Diskurs

über Verhältnisse zwischen eigener (beruflicher) Praxis und frauenspezifischer,

theoretischer Ansätze. Die angebotene Bildungssituation

verstand sich als Lernfeld von und für Frauen abseits institutionalisierter

Bereiche.

Nun steht das innovative und kreative Projekt vor dem Aus. Anfang

Juni trafen sich in Wien Teilnehmerinnen und Organisatorinnen

der letzten vier FEBs. Sie kamen überein, die „Feministische Erwachsenenbildungswoche“

fürs erste abzuschließen. Die Idee hinter der FEB

wollen die Organisatorinnen jedoch weiter geben und vielleicht findet

sich bald ein neues Team, das ähnliche Veranstaltungen realisieren

will. PÖ

Infos: Maria.Moser@blackbox.net

universitäten

Unterrepräsentanz

Um an den Universitäten die Qualitätssicherung zu gewähren und die

Leistungen zu steigern, ist eine Chancenverbesserung von Frauen unabdingbar.

So wurden zwar an der Universität Wien in den vergangenen

zwei Jahren eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung initiiert.

Es zeigt sich, dass damit ein Schritt in die richtige Richtung getan

wurde, dass aber die bisherigen Verordnungen zur Förderung von

Frauen an der Universität Wien noch keine ausreichenden Wirkung

zeigen.

Die Broschüre „Universität im Blickpunkt. Zahlen und Daten: Frauen

an der Universität Wien“ macht diese Situation deutlich sichtbar.

„Nach wie vor steigen deutlich weniger Frauen in die wissenschaftliche

Karriere ein, als es ihrem Anteil unter den Studierenden und den AbsolventInnen

entsprechen würde“, so Karoline Iber, neben Martin Fieder,

Autorin dieser Broschüre. Jene Frauen, denen es gelingt, in die wissenschaftliche

Laufbahn einzusteigen, starten diese zumeist unter schlechteren

Bedingungen. Sie steigen oft auf kürzer befristete Dienstposten

ein als Männer. Benachteiligungen setzen sich dann zumeist bis in die

höchsten Ränge fort. An der Universität Wien sind von 384 Professorinnen

und Professoren lediglich 40 Frauen, das entspricht zehn

an.risswissenschaft

Prozent. Auch in den Führungspositionen der Universität Wien zeigt

sich eine eklatante weibliche Unterrepräsentanz. Nur 16 von 171 InstitutsvorständInnen

sind Frauen, unter den insgesamt acht DekanInnen

findet sich nur eine Frau. Hoffentlich folgen diesen trüben Zahlen endlich

umfassende Förderungsmaßnahmen! PÖ

Angefordert werden kann die Broschüre bei Eva Kößlbacher im Zentrum für Forschungsförderung,

Drittmittel und Öffentlichkeitsarbeit, Universität Wien, Dr. Karl Lueger-Ring 1, 1010 Wien,

T. 01/4277-18181, e-mail: eva.koesslbacher@univie.ac.at, http://www.univie.ac.at./public/

frauenforschung

Erika-Weinzierl-Preis

„Gender Studies“ können an der Universität Salzburg als Studienschwerpunkt

im Rahmen der freien Wahlfächer in Ergänzung zu einem

Hauptfach gewählt werden. Die steigende Anzahl von Diplomarbeiten

und Dissertationen aus dem Bereich der Frauen- und Geschlechterforschung

sind ein Zeichen für das Interesse an diesen Themenbereichen.

Um dieses Wissen auch in der Öffentlichkeit vermehrt sichtbar

zu machen, wurde vom Beirat für Frauenforschung, Frauenförderung

und Frauenstudien in Kooperation mit gendup – Zentrum für Frauen

und Geschlechterforschung der „Erika Weinzierl-Preis“ ins Leben gerufen.

Er ist mit 1.500 Euro dotiert. Eingereicht werden können Diplomarbeiten

und Dissertationen, die seit 1. 1. 2001 an der Universität Salzburg

approbiert wurden und deren Forschungsinhalte sich auf Fragen

der Geschlechterverhältnisse in Kultur, Gesellschaft und Wissenschaft

beziehen. Die Arbeit ist in zweifacher Ausführung mit einem Lebenslauf

und genauer Anschrift der BewerberInnen bis 30. 9. 2002 einzureichen.


Infos und Einreichung: gendup – Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Salzburg,

Universitätsplatz 1, 5020 Salzburg, T. 0662/ 80 44 25 22,

e-mail: irene-rehrl@sbg.ac.at, http://www.gendup.sbg.ac.at

juli august 2002an.schläge 21


forumgendermainstreaming

Fo t o : A rc h i v

Sigrid Ströher schrieb im Rahmen

des Feministischen Grundstudiums

ihre Abschlussarbeit zum Thema:

„Gender Mainstreaming oder

schwimmen wirklich nur tote

Fische mit dem Strom.“

Sie verfasste zu diesem Thema

bereits einen Artikel in der „Zeitschrift

der Plattform der Oberösterreichischen

Sozialprojekte“.

22 an.schlägejuli august 2002

„…wie die Lemminge

in diesen Fluss springen?“

Gender Mainstreaming als Allheilmittel für geschlechtsspezifische Belange? Sigrid Ströher

stößt auf der Suche nach den positiven Aspekten dieses Konzeptes auf viele Fragezeichen

Statt früheren feministischen Lösungen

der Frauenbewegung

wie z.B.„Gleicher Lohn für gleiche

Arbeit“ oder „Mein Bauch

gehört mir“ hat der Begriff Gender

Mainstreaming in unsere Gesellschaft

Einzug gehalten und ist zu einem

Schlagwort mutiert, das in allen Bereichen

zu finden ist. In der Vergangenheit

galt es – zumindest in feministischen

Kreisen – als opportun nicht zum Mainstream

zu gehören. Kritik wollte der

Feminismus sein, ein Gegenstrom zum

Normalbewusstsein und zur Definitionsmacht

des Mainstreams. Und jetzt sollen

wir Frauen wie die Lemminge in diesen

Fluss springen, um endlich ein Teil des

Hauptstroms zu werden? Die Frage, was

Gender Mainstreaming bei der Allgegenwart

des Begriffes für die Frauen bringt

beziehungsweise was die potenziellen

Gefahren für die Frauen sind, drängt sich

auf. Dabei geht zumal im politischen

Gender Mainstreaming die historischfeministische

Komponente um den Begriff

„Gender“ gänzlich verloren.

Identitäten. Ähnlich wie in der bisherigen

Frauenpolitik geht Gender Mainstreaming

explizit von DER Geschlechterdifferenz

Frau-Mann aus, von faktischen

und globalen Differenzen der realen Situation

von Frauen und Männern. Der

Focus wird auf zwei „Geschlechtsiden-

titäten“ gerichtet. Festgeschrieben wird

hiermit ein Problem, das auch die konventionelle

Frauenpolitik betrifft, nämlich

dass es DIE Geschlechtersicht, DIE

weibliche Perspektive, DEN geschlechtsspezifischen

Ansatz, DIE Frauenbelange

als definierbare Einheit eben nicht gibt.

Das Konzept des Gender Mainstreaming

geht von der Anerkennung der

weiblichen und männlichen Identität

aus. Frauen stellen in der Gesellschaft

jedoch keine homogene Gruppe dar, auf

Interessensgegensätze wird keine Rücksicht

genommen, die Meinungsvielfalt

geht verloren. Der teils umstrittene

Gender-Begriff wird normierend besetzt

und nachdem dabei all jene Menschen,


powerd by:

die nicht so eindeutig normierbar sind,

ausgegrenzt werden, rückt – und das ist

wahrlich nichts Neues – die heterosexuelle

Beziehung in den Mittelpunkt. Einmal

ganz davon abgesehen, dass biologische

Studien ergeben haben, dass die

physiologischen Kriterien zur Bestimmung

des Geschlechts vielfältig sind

und nicht immer eine eindeutige Zugehörigkeit

nahe legen.

Die differenzierte Sichtweise auf

den Gender-Begriff fehlt und dieser wird

vereinheitlichend eingesetzt. Gleichstellungspolitik

soll zentralisiert und „topdown“

durchgesetzt werden. Dadurch

wird die Kreativität in Hinblick auf die

Entwicklung individueller Möglichkeiten

eingeengt und Freiräume auf ein Minimum

reduziert. Die Frage, was mit denjenigen

passiert, die nicht zum Teil des

Hauptstromes werden möchten, drängt

sich auf. Werden diese „Andersdenkenden“

und „-handelnden“ ausgegrenzt?

Diesbezüglich bleibt anzumerken,

dass sich in den EU-Programmen (4. und

5. Aktionsprogramm) explizit keine Projekte

für Lesben, Schwule und Transsexuelle

finden. Ähnliches trifft auch für

den Bereich „Behinderte Frauen“ und

„Ältere Frauen“ zu. Die Projekte zur Umsetzung

in den verschiedenen EU-Ländern

zielen vorrangig darauf ab, den

Anteil von Frauen in der Politik und in

Führungspositionen zu erhöhen. Somit

stellen ohnehin schon privilegierte

Frauen hauptsächlich die Zielgruppe

der Maßnahmen dar.

Überflüssig. Beobachtet werden muss

auch, ob Gender Mainstreaming nicht

dazu herangezogen wird, um Budgets,

die Frauen zu Gute kommen, zu kürzen,

zu streichen oder Personal einzusparen.

Diskutiert wurde bereits in Brüssel,

ob nicht – im Rahmen der allgemeinen

Sparmaßnahmen und da ja ohnehin alle

Gremien Gender Mainstreaming-Politik

verfolgen – der Parlamentsausschuss

für die Rechte der Frau überflüssig

sei. Die Arbeit im Frauenausschuss

des Europaparlaments wird in der Zwischenzeit

nicht mehr als vollwertige Arbeit

gezählt. In den strategischen Zielen

des neuen Programms 2001-2005 lässt

sich deutlich eine Gewichtung in Richtung

Staat und Wirtschaft ablesen. Verteilungsfragen

im Hinblick auf Reichtum

und Armut, Macht- und Gewaltverhältnisse

beziehungsweise neue Demokratiekonzepte

kommen nicht vor.

Auf einer arbeitsmarktpolitischen

Konferenz in Wien 1999 wurde festgestellt,

dass die EU-Beschäftigungsleitlinien

nicht wirklich auf ihre geschlechtsspezifischen

Wirkungen hin zu Ende gedacht

wurden. Faktisch orientiert sich

die europäische Arbeitsmarktpolitik am

Denkmodell des männlichen Normalarbeitnehmers

mit dem Ergebnis, dass sie

die Geschlechterspaltung am Arbeitsmarkt

vertieft, statt sie abzumindern.

So wird etwa die Ambivalenz der Teilzeitarbeit

für Frauen nicht sozialpolitisch

durchdacht. Eine Arbeitsumverteilung

unter Frauen ist beabsichtigt, nicht

jedoch eine zwischen Frauen und Männern

und schon gar nicht die zwischen

bezahlter und unbezahlter Arbeit. Als

katastrofale Folge dieses Flexibilisierungsansatzes

ist die europaweite Explosion

ungeschützter Beschäftigungsverhältnisse

von Frauen und Männern

zu beobachten. 1

Nach Barbara Nohr geht mit dem

Konzept des Gender Mainstreaming ein

Paradigmenwechsel einher, dessen Ziel

es ist, Frauenpolitik für ein neoliberales

Gesellschaftskonzept passfähig zu machen.

Termini wie „Frauenförderung“

und „gleiche Rechte“ scheinen unmodern

geworden zu sein. Gender Mainstreaming

ist ein Konsensmodell, das

vermeintlich nicht so weh tut.

Umsetzung. Bildungsveranstaltungen,

Trainings- und Sensibilisierungsmaßnahmen

sollen wichtige Mittel zur Umsetzung

von Gender Mainstreaming

darstellen. Das Problem dabei ist, dass

die Dauer dieser Trainings nur über einen

sehr kurzen Zeitraum geht. In kürzester

Zeit, wenn überhaupt, sollen z.B.

die Zusammenhänge von Machtverhältnissen

und Historie der Gleichstellungspolitik

vermittelt und erfasst werden

– Die Klärung der Geschlechterfrage

sozusagen im Schnellverfahren, die

Nachhaltigkeit bleibt auf der Strecke.

Ungewiss ist, wer die AkteurInnen

zur Umsetzung von Gender Mainstreaming

tatsächlich sind. Ein „Alle“ ist zu

unverbindlich, um für „Alle“ eine Verpflichtung

darzustellen. Personen, die

geschlechterpolitische Entscheidungen

treffen, sind selbst Teil hierarchischer

Strukturen und Normierungspraktiken.

Wie können sie zu einer „objektiveren“

Sicht gelangen? Wie schwer wird es für

diese Personen werden – sehr viel Macht

liegt nun einmal bei Männern –, sich

mit Umverteilungsprozessen zu ihren

eigenen Ungunsten anzufreunden?

Das fehlende Bewusstsein über die

Bedeutung von Gleichstellungspolitik

politischer EntscheidungsträgerInnen

ist hinlänglich bekannt, und es stellt

sich die Frage, wie diese „geschlechtssensibilisiert“

werden, was wiederum

eine Angelegenheit des Wollens und

auch der Mittel ist.

Positive Aspekte? Auf der Suche nach positiven

Aspekten dieses neuen Konzeptes

bin ich auf sehr viele Fragezeichen gestoßen.

Es wird uns Frauen auch in Zukunft

nichts anderes übrig bleiben, als

Forderungen zu stellen – und damit meine

ich auch die nach konsequenter Umsetzung

von Gender Mainstreaming in

Verknüpfung mit „herkömmlicher“

Gleichstellungspolitik.Wir dürfen uns

nicht darauf verlassen, dass sich die Welt

durch Gender Mainstreaming fast wie

durch die Berührung mittels Zauberstaub

in eine gerechtere/gleichgestelltere

verwandelt. Meine anfänglich aufgeschlossene

Haltung diesem neuen Konzept

gegenüber hat sich im Laufe der

Arbeit in große Skepsis verwandelt. Ich

befürchte, und auch meine berufliche Erfahrung

im Umgang mit diesem Thema

zeigt das, dass Gender Mainstreaming

zwar als Verpflichtung in den verschiedensten

Richtlinien angeführt ist, jedoch

wiederum Frauen es sind, die sich mit

der Materie beschäftigen. Die Männer

lehnen sich wie früher entspannt zurück

und fühlen sich noch immer nicht mitgemeint.

Solange dieser Zustand aufrecht

bleibt, wird sich in Richtung Gleichstellung

mittels Gender Mainstreaming

wenig bis gar nichts verändern. ❚

mainstreaminggenderforum

1 Rubery, Gill/Fagan, Colette:

Chancengleichheit und Beschäftigung

in der Europäischen Union,

Österreich 1999.

juli august 2002an.schläge 23


an.sage

Scheinheilige Humanität

Lilian Stadler, im Gewerkschaftlichen Linksblock (GLB) für Frauenfragen zuständig und

Sieglinde Trannacher, akademische Gerontologin und Leiterin eines mobilen Pflegedienstes

in Klagenfurt philosophieren über eine doppelbödige Diskussion.

Lilian Stadler

Die Familienhospizkarenz wird in der österreichischen Politik –

übrigens in trauter Übereinstimmung aller im Parlament vertretenen

Parteien – als Antwort auf die Euthanasiedebatte in Europa

gepriesen. Lediglich die fehlende ökonomische Absicherung wird seitens

der Opposition, der Caritas und des ÖGB kritisiert. Bei genauerer Betrachtung

erweist sich die Problematik jedoch als vielschichtiger:

Erstens geht diese Regelung eindeutig zu Lasten der Frauen, weil sie

es sind, die bereits zur Zeit den Löwenanteil an familiären Betreuungsleistungen

erbringen und damit zusätzlich moralisch unter Druck gesetzt

werden. In einem sozialen Sicherungssystem, das erwerbsarbeitszentriert

ist und sich die männliche Normalerwerbsbiografie zum Vorbild genommen

hat, hat die damit verbundene Berufsunterbrechung jedoch

gravierende Auswirkungen nicht nur auf das Aktiveinkommen, sondern

auch wesentlich auf die Pensionshöhe. In diesem Bereich betragen die

Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern bereits heute

42 %. Zweitens geht es nur vordergründig um den humanistischen

Aspekt, nahen Angehörigen Zeit zur Verfügung zu stellen. Es geht – und

das wird in den Aussagen etwa von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel

kaum verhüllt – auch um eine Verlagerung von staatlichen Versorgungsaufgaben

in den privaten Bereich und damit um Kostenreduktion. Eine

zu erwartende Stagnation im Ausbau von mobilen, teilstationären und

stationären Pflegeeinrichtungen wird nur eine der Konsequenzen sein.

Eine andere ist die Verschärfung der Überforderungsproblematik für betreuende

Angehörige. Gerade sie sind es, die auf die Unterstützung und

Entlastung durch professionelle Dienste in hohem Maße angewiesen

sind. Und schließlich wirkt die Familienhospizkarenz auch im Zusammenhang

mit der Euthanasiedebatte bestenfalls als Placebo, das die

komplexe Problematik des Lebens und Sterbens in modernen Gesellschaften

nicht einmal berührt. Sie wird als Schutzschild verwendet, um

eine dringend erforderliche, öffentliche und das heißt demokratisch zu

führende Diskussion um ethische Grundfragen zu unterdrücken. Wir haben

aus ethischer Sicht die Wahl zwischen zwei schlechten Alternativen,

wie sie der anerkannte Medizinethiker Erich H. Loewy definiert:Wir können

den Bereich gesetzlich regeln und damit die Gefahr des Missbrauches

in Kauf nehmen. Und wir können die Probleme ignorieren und ungeregelt

lassen mit dem Risiko, dass unter der Oberfläche ein Wildwuchs

entsteht, der sich der öffentlichen Wahrnehmung entzieht. Die österreichische

Politik hat eindeutig entschieden. ❚

24 an.schlägejuli august 2002

Sieglinde Trannacher

Standpunkte und

Kommentare müssen nicht

mit der Redaktionsmeinung

übereinstimmen.

Die österreichische Antwort auf die „aktive Sterbehilfe“, die sogenannte

„Familienhospizkarenz“, wurde – wie jetzt so üblich – im

Schnellverfahren mit 1. Juli 2002 im Parlament beschlossen. Trotz

Kritik an der fehlenden finanziellen Absicherung derjenigen, die die

„Sterbebegleitung“ zur Pflege naher Angehöriger und schwerstkranker

Kinder in Anspruch nehmen wollen, stimmten alle Parlamentsparteien

zu. Gleichzeitig konnte man den Medien entnehmen, dass Österreich

auf einen eklatanten Pflegenotstand hinsteuert, denn schon jetzt erhalte

nur ein Fünftel der hilfs- und pflegebedürftigen Menschen professionelle

Hilfe; die Zahl der Pflegebedürftigen wird in den nächsten zehn

Jahren um 50 % steigen. Und spätestens ab da kommt keine Freude

mehr auf. Da sollen doch schon wieder zwei Fliegen auf einen Streich

geschlagen werden: Frauen werden – unbezahlt – heim geschickt zum

Pflegen und Hegen. Der dringend notwendige Ausbau der Palliativmedizin

und altengerechter Einrichtungen – also hauptsächlich Arbeitsplätze

für Frauen – darf getrost vergessen werden. Wer wird denn diese Karenzierung

wirklich in Anspruch nehmen (können)? Wer wird gänzlich oder

zu einem Teil auf seinen Gehalt verzichten können? Erraten: Frauen! Weil

sie ja eh weniger Geld verdienen und weil sie die Pflegearbeit in den

meisten Fällen ja auch sonst leisten müssten, halt zusätzlich zu ihrer Arbeit.

Die Auslegung dieses Gesetzes geht nicht in Richtung „Begleitung“,

sondern in Richtung Pflege, denn dafür sollen Leistungen aus dem „Pflegegeld“,

die die/der Pflegebedürftige beantragen muss, herhalten.

Doch wer ist darauf schon vorbereitet, wer weiß, was da auf einen

zukommt? Schnell kann aus dem hehren Gedanken, dem Familienmitglied

einen letzten Wunsch zu erfüllen und im Kreise der Familie zu sterben,

eine ungeheure Belastung werden. Kranke Menschen werden zur

Last, auch wenn oder gerade weil sie geliebt werden. Neben der psychischen

Betroffenheit und Hilflosigkeit kommt Schwerstarbeit auf die Angehörigen

zu, wie beispielsweise das Umbetten gebrechlicher Personen.

Das Plus, dass die Pflegezeit (bis zu sechs Monate) pensionswirksam

wird, ist ein schwer erarbeiteter Trost. Nahtlos fügt sich dieses Gesetz in

die neoliberale Spar- und Familienpolitik ein, wie schon vorher das „Kindergeld

für alle“ anstelle des Karenzgeldes. Damit werden Einsparungen

im Gesundheits-, Pflege- und Erziehungsbereich plausibel gemacht und

das alte Frauenbild festgeschrieben: Vor dem Hintergrund steigender Arbeitslosigkeit

werden Frauen in unbezahlte, gesellschaftlich notwendige

Arbeit abgedrängt. Humanität eben zu Lasten der Frauen. ❚


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Mehr darüber unter: http://www.t0.or.at/ ˜frauenhetz/umbau Noch gibt es Gelegenheit, ab Euro 15,- eine der einzigartigen

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Veranstaltungs-, Seminar- und Beratungsraum können übrigens

auch im Sommer gemietet werden.

(Auskunft jederzeit telefonisch oder per mail.)


f rauengrundsatzabteilung

Da waren’s nur noch…

Beherzten Schrittes sägt die neue Regierung eine Sozialeinrichtung

nach der anderen ab, nun lässt auch Bundesminister Bartenstein, laut

einem Bericht des „Standard“, die Späne fliegen. Mit Ende 2002 wird die

Frauengrundsatzabteilung (FGA) des Bundesministeriums für Wirtschaft

und Arbeit, die zuletzt ohnedies schon eine Budgetkürzung von

50% hinnehmen musste, in ihrer jetzigen Form geschlossen. Statt der

Förderung arbeitsmarktpolitisch relevanter Projekte für Migrantinnen

und Wiedereinsteigerinnen (Deutschkurse, Kurse nach der Karenz,…),

würden Frauen dann in Zukunft Gutscheine im Wert von rund 700 Euro

erhalten, mit denen private Arbeitsvermittler oder Kurse bei privaten Bildungsinstitutionen

bezahlt werden sollten.

Gibt es kein entsprechendes Angebot in Wohnortnähe, oder ist der

Kurs trotz Gutscheins nicht leistbar, hätte die betroffene Frau einfach

„Pech“, kommentiert ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate

Csörgits. Die Projekte der Frauengrundsatzabteilung seien speziell

auf Frauen und ihre Qualifizierungserfordernisse ausgerichtet. Ein privates

Institut meistens nicht. Auch Projekte wie „Sprungbrett“ oder das

„Netzwerk für Frauenberatung“ wurden übrigens mit Mitteln der FGA

unterstützt. DF

ökonomie

Joan Robinson

Frauen und ökonomisches Wissen? Ist das überhaupt vereinbar? Was

für eine Frage! „Frauen wissen viel über Wirtschaft, nur ist die Wirtschaftssprache

und die Berichterstattung in den Medien nach wie vor

männlich“, so Hannah Golda, Mitbegründerin von „Joan Robinson – Verein

zur Förderung frauengerechter Verteilung ökonomischen Wissens“.

Frauen wüssten außerdem viel über Hauswirtschaft, Versorgungs- und

Volkswirtschaft, Männer dagegen über Marktwirtschaft – eine ungleichte

Aufteilung, die man aufbrechen wolle. Namensgeberin des Vereins ist

die Engländerin Joan Violet Robinson. Sie war selbst Ökonomin und Begründerin

des „Linkskeynesianismus“, lehrte an der Universität Cambridge

und wurde sogar für den Nobelpreis nominiert. Der Verein wurde

auf die Initiative des Frauennetzwerks „Women In Development Europe“

(WIDE–Österreich; die Dachorganisation WIDE International wurde 1985

gegründet und besteht aus zwölf nationalen Plattformen aus europäischen

Ländern) gegründet. Die Idee dahinter war, wirtschaftliches Wissen

sichtbar zu machen und aus genderspezifischer Sicht zu analysieren,

zu dokumentieren, zu lehren und politisch umzusetzen. Der Verein

besteht aus Fachfrauen aus den unterschiedlichsten Disziplinen wie

Ökonomie, Entwicklungspolitik und Erwachsenenbildung sowohl auf

nationaler als auch internationaler Ebene. Geplant sind als erste Schritte

das Sammeln von Informationen, deren Interpretation ausgehend

von einer feministischen Sichtweise und die anschließende Zusammenstellung.

Längerfristig sind u.a. die Zusammenarbeit von Praktikerinnen

und Wissenschafterinnen oder Seminarangebote für Frauen zu Wirtschaftsalphabethisierung.

Vor allem bezüglich des zuletzt genannten

Aspektes ist das Handbuch „Frauen in der Marktwirtschaft“ von WIDE,

das in mehrere Sprachen übersetzt wurde und über WIDE Österreich zu

beziehen ist, ein wichtiger Schritt. PÖ

„Joan Robinson – Verein zu Förderung frauengerechter Verteilung ökonomischen Wissens“

c/o WIDE Österreich, Berggasse 7, 1090 Wien, T. 317 40 31, e–mail: wide.austria@magnet.at

zeitautonomie

Aussteigen! Einsteigen?

an.rissarbeit

Teilzeit und Kindergeld werden als scheinbare Lösungen angeboten,

wenn es darum geht, Eltern – und hier speziell Frauen – Kinderbetreuung

schmackhaft zu machen. Fazit: Nicht die Strukturen der Arbeitswelt

ermöglichen eine Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben,

sondern die Fähigkeit, vorwiegend von Frauen, den mühsamen Spagat

zwischen diesen beiden Bereichen zu schaffen. Bei der Veranstaltung

„Windeln, Fax und Kinocenter“ in der Zukunftswerkstätte am 13. Juni

diskutierten VetreterInnen aus Wirtschaft, Politik und Medien über

eigene Erfahrungen und Lösungen, um Berufstätigkeit und Elternschaft

unter einen Hut zu bringen. Dabei stellte die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende

Barbara Prammer u.a. die Forderung, Müttern die Möglichkeit

zu bieten, sich ihre Arbeitszeit selbst einzuteilen. Es gehe nicht um

einen Rechtsanspruch auf Teilzeit, vielmehr müsste es auch um Zeitautonomie,

also um eine Vereinbarung zwischen ArbeitgeberInnen und

Müttern oder Vätern gehen, die vielzitierte Flexibilisierung selbst gestalten

zu können. Kinderbetreuung ist aber nach wie vor Angelegenheit

von Frauen, denn noch viel zu oft wird die Frage „Wer bleibt daheim

beim Kind?“ mit „DIE weniger verdient“ beantwortet. Für viele

Familien ist es unmöglich, sich auf finanzielle „Experimente“ einzulassen.

Erschwert wird die Situation auch durch den Mangel an (leistbaren)

Kinderbetreuungsplätzen. Neben dem finanziellen Aspekt spielt

auch der Bildungsaspekt eine Rolle, so Prammer weiter. Sie fordert

außerdem eine gänzliche Neubewertung der Arbeit. Frauen, die für längere

Zeit aus dem Berufsleben ausscheiden, laufen Gefahr, den Anschluss

zu verpassen. Und dass Teilzeit nicht unbedingt einem beruflichen

Weiterkommen dienlich ist, dürfte ebenso bekannt sein wie der

Umstand, dass Kinder, die auch außerhalb des Elternhauses betreut

werden, sich nicht automatisch zu beziehungsgestörten, neurotischen

Menschen entwickeln. Auch wenn das in viele Köpfe nicht hinein will:

Maßnahmen sind notwendig, die einen (Wieder-) Einstieg ins Berufsleben

nach dem Ausstieg erleichtern. PÖ

juli august 2002an.schläge 27


arbeitbassinaufseherinnen

28 an.schlägejuli august 2002

Es war einmal die Bewerbung

einer Freundin bei der MA 44,

Verwalterin der meisten Wiener

Hallen- und Freibäder. „Was

muss ich tun, um als

Schwimmbad-Aufseherin zu arbeiten?“

Auskunft der dortigen Personalabteilung:„Als

Badewartin versehen Sie Reinigungsarbeiten.

Dazu müssen Sie nur

über 18 Jahre sein.“ Danach könne sie

wahlweise zur BassinaufseherInnenbzw.

Kassa-Prüfung antreten. „Aber eher

Männer werden Bassinaufseher.“

„Eher?“ „Nein, nur Männer.“

Die BassinaufseherInnen-Prüfung

umfasst vier Längen Brustschwimmen,

„Cool am Pool“

Klischee „Badewaschel“: Goldketterl, Tattoos. Fürs Braunwerden bezahlt werden. Böse Jungs

zurechtweisen. Von Anni Bürkl, Fotos von Magdalena Blaszczuk

zwei Längen Rückenschwimmen, 25

Meter Streckentauchen, einen Kopfsprung

vom Ein-Meter-Brett, einen fünf

Kilo schweren Ring aus fünf Metern Tiefe

herauf tauchen, nochmals abtauchen

und ein zweites Mal heraufholen.

Außerdem muss einE BassinaufseherIn

in der Lage sein, einen Menschen mindestens

75 Meter durch das Wasser zu

schleppen.

Im Kinderbad. Ein sonniger Vormittag

Mitte Juni. Das städtische Kinderfreibad

im Wiener Augarten ist kurz nach zehn

Uhr noch menschenleer. Anders in den

Schulferien:„Da stehen die Kinder

Schlange, wenn wir aufsperren!“, erzählt

die Badewartin Renate. Das Bad

ist eines der größten Kinderfreibäder in

Wien, bis zu 2.000 Kinder finden in Spitzenzeiten

ihren Weg hier her, auch bis

zu 300 Erwachsene – das Augartenbad

versteht sich als Familienbad. Auch vereinzelte

Damen aus dem nahen PensionistInnenheim

kommen zur Erholung.

Eine blaue Fahne, wenn das Bad überfüllt

ist, hissen die Kinderfreibäder

nicht:„Für jeden der heimgeht, kann

wieder jemand kommen“, sagt Renate.

Zwischen fünf und acht Bassinaufseherinnen

betreuen das Kinderfreibad:

Kassa, Reinigung, Aufsicht an den unter-


schiedlich tiefen Schwimmbecken.Wenn

es nur so wimmelt vor Kindern, muss besonders

genau aufgepasst werden – aus

diesem Grund wechseln die Frauen ihre

Arbeitsbereiche ständig untereinander

ab.„Aber passiert ist noch nie etwas“, erklärt

Renate stolz, sie ist mit Unterbrechungen

elf Jahre dabei. Allzu wild tobende

oder streitende Kinder gilt es zu beruhigen.„Zur

Not vergeben wir eine Zehn-

Minuten-Sitzstrafe, das wirkt meistens.

Sonst müssen sie das Bad verlassen.“

Saison–Arbeit. Die meisten anfallenden

Arbeiten werden von den Frauen selbst

erledigt, vom Chlor-Füllen bis zur Messung

der Wassergüte. Für schwierige

technische Gebrechen gibt es Fachleute,

die gerufen werden können.

Der Tag beginnt um acht Uhr mit

Reinigungsarbeiten. Sperrstunde ist um

18 Uhr. Dann heißt es das Chaos der

Kinder aufräumen. Letztes Jahr im August

kamen die Aufseherinnen kaum

vor 20 Uhr aus dem Bad. „Zehn Stunden

Arbeiten war keine Seltenheit. Da gibt

es nur mehr Arbeiten, Schlafen, Essen.“

Heuer wird ein neuer Dienstplan installiert,

der diesbezüglich Erleichterungen

bringen soll.

Der Job als Bassinaufseherin ist Saison-Arbeit

von April bis Ende September:

ab April wird geputzt, von Juni bis September

ist Badebetrieb. Viele Frauen sind

über den Winter arbeitslos oder geringfügig

beschäftigt. Renate arbeitet beim

Wiener Eislaufverein:„Das passt perfekt,

dort arbeite ich von Oktober bis März.“

Eine ihrer Kolleginnen hat vorher

im Verkauf gearbeitet, eine andere war

zwanzig Jahre Stubenfrau im Hotel, eine

war Friseurin, eine andere daheim

beim Baby. Renate arbeitete vorher in

einem Spital, doch „das dortige Dienst-

Radl war kaum mit der Kinderbetreuung

zu vereinbaren“. Jetzt hat sie verständnisvolle

Vorgesetzte: das Kind mitzunehmen

ist kein Problem. „Die Arbeit

ist ideal für Frauen mit Kindern.“

Ungeeignet. Die Frauen sind gerne unter

sich. Gelächter erntet die Frage, ob sie

gerne männliche Kollegen hätten. Die

Arbeit mit Kindern ist ihnen lieber,

meinen sie. Den Job möchten sie nicht

mit einem in einem allgemeinen Bad

tauschen. Könnten sie auch schwer,

denn anders als für das Kinderbad im

Augarten gelten Bassinaufseherinnen

für andere Wiener Bäder als ungeeignet.

Martin Kotinsky, zuständig für die

Öffentlichkeitsarbeit der MA 44, erklärt,

Frauen seien grundsätzlich nicht von

der Tätigkeit als Bassinaufseherin ausgeschlossen.

Allerdings hält er Frauen

für weniger geeignet, etwa einen 150

Kilo schweren Badegast aus dem Wasser

zu retten oder Badegäste zurechtzuweisen.

Dem Einwurf, dass auch ein

schmächtiger, untrainierter, schüchterner

Mann dann nicht geeignet wäre,

konnte er nichts entgegnen. Laut Auskunft

von Herrn Kotinsky haben in den

letzten Jahren drei Anwärterinnen die

interne BassinaufseherInnen-Prüfung

der MA 44 bestanden. „Eine davon ist

heute Schwimmlehrerin im Hallenbad

Ottakring, die anderen beiden wollten

doch keinen Dienst als Bassinaufseherin

versehen.“

Die MA 44 beruft sich darauf, dass

sie, als Ausgleich zu den de facto hundert

Prozent männlich besetzten Bassinaufseher-Posten,

für die besser entlohnte

Kassatätigkeit bevorzugt Frauen

aufnimmt – trotz männlicher Interessenten.

Andere Bäder – andere Sitten? In den meisten

anderen öffentlichen Bädern, vor

allem in Österreichs Bundesländern,

werden Frauen nicht von vornherein

als ungeeignet für den Job als „Badewaschelin“

erachtet. Es gibt jedoch nach

wie vor mehr männliche als weibliche

Beschäftigte.

Im Grazer Augartenbad werden

Frauen und Männer aufgenommen.

Sehr geehrte Badegäste!

Halten Sie Ausschau nach den „Badewaschelinnen“.

Auch wenn sie in der Minderheit sind: Es gibt sie.

Den Helferschein sollten sie haben

und „fleißig und brav sein“, so die Auskunft.

Das Schwimmbad Felsenau in

Feldkirch beschäftigt zur Zeit mehr

Männer als Frauen. Wert gelegt wird

auf Erste-Hilfe-Ausbildung sowie Geschick

im Umgang mit Menschen. Die

AnfängerInnen werden zu einer BademeisterInnen-Ausbildung

nach Innsbruck

geschickt, erhalten laufend weitere

Kurse. Auch in St. Pölten gibt es eine

Ausbildung für BademeisterInnen.

In Linz wird ein dreimonatiger SportbadewartInnen-Kurs

abgehalten, den

auch SportlehrerInnen absolvieren.

Der Kurs beinhaltet Hygiene, Umgang

mit Chemikalien sowie Erste Hilfe und

endet mit einer zweitägigen Prüfung.

Einen solchen Kurs haben die derzeit

vier Badewarte des Freibades Murinsel

in Bruck an der Mur absolvieren müssen.

Im Winter sind sie Eismeister, eine

häufige Kombination übrigens, so

auch in Wolkersdorf in Niederösterreich,

wo ebenfalls nur Männer beschäftigt

sind.

In Wien zeichnet sich in den privat

geführten Bädern ein unterschiedliches

Bild. Das Waldbad Penzing nimmt prinzipiell

Frauen auf, allerdings sind die Posten

in der heurigen Saison erneut ausschließlich

mit Männern besetzt. Vom

Schwechater Bad hörte meine Freundin

bei ihrer Bewerbung, dass „selbstverständlich

kein Unterschied gemacht

wird zwischen Männern und Frauen.

Wenn Sie interessiert sind, kommen Sie

vorbei!“ Im Stadionbad können Frauen

ebenfalls nur an der Kassa arbeiten. Das

Klischee des starken Retters in roten

Bermuda–Hosen lebt, denn viel zu selten

gelingt es Frauen, die männliche

Domäne am Schwimmbeckenrand zu

durchbrechen. Wenn frau sich diesen

Sommer im Freibad abkühlt, muss sie

jedenfalls genau Ausschau halten nach

den coolen Badewaschelinnen, denn

auch wenn sie in der Minderheit sind:

Es gibt sie! ❚

bassinaufseherinnenarbeit

juli august 2002an.schläge 29


kulturan.riss

nachruf

Nikis letzter Schuss

„La mort du patriarche“ – Der Tod des Patriarchats, nannte Niki de Saint

Phalle eine ihrer Aktionen, bei der sie mit Farbe gefüllte Beutel auf ein

Bild schoss. Mit den „Nanas“ kreierte sie Symbole des matriarchalischen

Weltbildes, deren weltweite Bekanntheit ungeahnte Ausmaße annahm.

Catherine Marie-Agnès de Saint Phalle wurde 1930 in einer reichen Adelsfamilie

geboren, ihre Eltern steckten sie in ein amerikanisches Kloster,

was ihren Vater nicht daran hinderte, sich an ihr zu vergreifen. Ihre ersten

künstlerischen Gehversuche waren symbolische Vatermorde. 1966

schuf sie eine riesige mystische Urmutter mit breiten Hüften und üppigen

Brüsten für das Moderna Museet in Stockholm: Durch die klaffende

Vagina konnten die BesucherInnen ein Kino im Inneren der „Nana“ betreten.

Bald belieferte sie Gärten und Museen in der ganzen Welt mit

ihren bunten Figuren. Ein Garten in Bomarza (Toskana) beherbergt

gleich mehrere „Nanas“, ein beeindruckendes Freilicht-Museum, mit

dem sich Niki de Saint Phalle schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt

hat. Im Alter von 72 Jahren starb sie Anfang Juni an den Folgen der

Belastungen durch die Arbeit mit toxischem Polyester, aus denen die

„Nanas“ gemacht sind. Das Sprengel-Museum in Hannover wird, wie

schon vor Monaten mit der Künstlerin vereinbart, persönliches und

künstlerisches Archiv der „Mutter der Nanas“. Schon vergangenes Jahr

erschien ein Bildband mit 300 Arbeiten, die Niki de Saint Phalle dem

Sprengel-Museum geschenkt hatte. GaH

Ulrich Krempgel (Hg): La Fete – Die Schenkung Niki de Saint Phalle. Hatje Cantz 2001

30 an.schlägejuli august 2002

w ettbewerb

Vor die Linse

Unter dem Motto „Frauensicht“ haben die SPÖ-Frauen des neunten

Wiener Gemeindebezirkes einen Fotowettbewerb ins Leben gerufen.

Gesucht werden Motive zu den Themen: Wie sehen Frauen und Mädchen

unser Wien? Wie sehen sie den neunten Bezirk? Auf Fotopapier

sollen alle Bereiche festgehalten werden, die mit dem Leben von Frauen

und Mädchen in Wien in Verbindung stehen: zu Hause, im Job, bei der

Arbeit, auf dem Spielplatz, auf der Straße, am Morgen, am Abend, in der

Nacht. Die Teilnahme an dem Wettbewerb ist ausschließlich Frauen

und Mädchen vorbehalten. Teilnehmerinnen aus den Bundesländern

sind ebenfalls eingeladen, wichtig ist, dass die Fotos Ansichten in Wien

zeigen. Die Arbeiten werden von einer Jury, der u.a. auch die Fotografin

Christa Fuchs angehört, ausgewertet und anschließend vom 7. bis 31.

Oktober 2002 im Bezirkszentrum der SPÖ-Alsergrund ausgestellt. Eingereichte

Fotos sollten das Format 20x30 Zentimeter oder größer haben.

Pro Teilnehmerin können drei Werke eingereicht werden, wobei auf

der Rückseite Namen, Adresse und Telefonnummer vermerkt sein müssen.

Zusätzlich erklären die Frauen sich damit einverstanden, dass ihre

Fotos ausgestellt und eventuell auch veröffentlicht und verwendet werden.

Einsendeschluss ist der 1. August 2002. PÖ

Weitere Informationen: Maria Zugerstorfer, SPÖ Wien, Bezirksorganisation Alsergrund,

T. 53 427/109, e-mail: maria.zugerstorfer@spoe.at

graz

Frauenspuren

Damit das Wirken von Frauen nicht mehr länger verborgen bleibt, widmet

„WOMENT“ im Auftrag von „Graz 2003 – Kulturhauptstadt Europas“

zehn Teilprojekte der Sichtbarmachung von weiblichen Leistungen. So

konzipierten Bettina Bahr, Brigitte Dorfer und Ilse Wieser das Projekt

„20+03 Orte“. 23 Gedenktafeln an öffentlichen Orten sollen beispielsweise

an die Fotografin Inge Morath, die Schauspielerin Marisa Mell oder

die Widerstandskämpferin Maria Cäsar erinnern. Zur Gestaltung der

Tafeln wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, den die steirische

Künstlerin Sabine Hörtner gewann. Der nächste Schritt des Projektes ist

die Fertigstellung der Inschrifttexte, gestaltet von Eva Rossmann. Die

Gedenktafeln werden im kommenden Jahr im öffentlichen Raum montiert,

beispielsweise an Häuserfassaden. Und wie sehen das die betreffenden

HausbesitzerInnen? Erfreulicherweise reagierten diese mit

großem Interesse auf das Projekt. Ein erster Schritt also, den Weg auf

öffentlichen Geschichte-Kunst-Kultur-Frauenspuren einzuschlagen. PÖ


d rohende schließung

Depot

Wieder einmal steht das Depot, erst vor kurzem in die Wiener Breitegasse

übersiedelt, vor der Schließung. Für den im Herbst 2001 eingebrachten Antrag

auf Finanzierung des Depot-Programms 2002, lag im Bundeskanzleramt

bis Mitte Juni noch immer keine Entscheidung vor. Immer wieder

wurden formale Gründe angeführt, warum der Antrag nicht behandelt

werden könne. Von (naheliegenden) parteipolitischen Interessen will man

im Büro des Kunststaatssekretärs Franz Morak freilich nichts wissen. Den

MitarbeiterInnen des 1994 von Bundeskunstkuratorin Stella Rollig gegründeten

und 1997 von Wolfgang Zinggl übernommenen Diskussionsforums

für zeitgenössische Kunst musste allerdings mit 31. Mai gekündigt werden.

Dennoch sind Bibliothek und Büro vorläufig zu reduzierten Zeiten immer

dienstags bis freitags von 15-19:00 Uhr geöffnet. Für den Kunstverein mit

zunehmend regierungskritischen Veranstaltungen ist dieser Notbetrieb allerdings

(leider) keine Premiere. Bereits 2000 wurde das Budget mit dreißig

Prozent so drastisch gekürzt, dass vorübergehend alle MitarbeiterInnen

entlassen werden mussten, um der vollständigen Schließung gerade

noch zu entgehen. Harte Zeiten für NonkonformistInnen. DF

http://www.depot.or.at

tanzen

Achterbahnfahrt

„Wer will, kann kommen“ heißt das Solo-Performance-Stück von Barbara

Kraus beim heurigen ImPulsTanz-Festival. Thematisch geht es ihr um die

Auseinandersetzung mit dem Begriff „Identität“ und wieviel Bewegungsspielraum

die Bildung einer Identität zulässt. Genau in diesem Bewegungsspielraum

verwandelt sich Barbara Kraus live vor dem Publikum

in Drag King Johnny, in die plappernde Mrs. Twiggy oder in Julie – Außenseiterfiguren,

die versuchen, in einer heruntergekommenen Vorstadtwohnung

einen Art Club zu gründen. Die Verwandlungsprozesse manifestieren

sich in Kleidung, Sprache und Bewegung. Klingt schrill, ist

schrill. Mit einer gehörigen Portion Humor führt Barbara Kraus das

Publikum zuerst auf eine Achterbahnfahrt und dann hinters Licht, wenn

scheinbare Geschlechtsidentitäten auf die Spitze getrieben und schließlich

gekippt werden. Die Ironisierung ist eines der wichtigsten Stilmittel

ihrer Identity-Tour. Barbara Kraus sieht darin eine Möglichkeit der Kritik

jenseits von strengen Regeln. Das Stück wurde bereits 1999 am Dach

der damals noch bestehenden Sofiensäle uraufgeführt und in der Folge

unter anderem in Budapest und Salzburg präsentiert. Aufgeführt wird

am 4., 7., 9., und 11. August in die Kunsthalle/project space. PÖ

9. Juli bis 11. August: ImPulsTanz-Festival, Museumstraße 5/21, 1070 Wien, T. 523 55 58, e-mail: info@impulstanz.com

heim.spiel

Angela Heissenberger

Niederkunft

an.risskultur

Foto: Angela Heissenberger

Dieser Tage jährt sich das freudige Ereignis zum zweiten Mal. Und vielleicht,

um mir diese denkwürdige Nacht noch deutlicher in Erinnerung

zu rufen, hat der ORF „Die Kommissarin“ mit Hannelore Elsner wieder

ins Programm genommen. So wiederholt sich das Déjà-vu Woche für

Woche: Ich nehme um 23.10 Uhr frisch geduscht, mit nassen Haaren vor

dem Fernseher Platz und warte, dass Lea Sommer, die coolste aller TV-

Kommissarinnen, mit Lederjacke und Stöckelschühchen dem Polizeiauto

entsteigt. Mit zwei kleinen Unterschieden: Ich trinke Campari Orange,

und ich bin nicht schwanger.

Im Juli 2000 war das anders. Pünktlich zu Sendebeginn setzten die

Wehen ein, und wenn ich auch beharrlich versuchte, es vor mir zu leugnen,

in dieser Sekunde wusste ich, dass es nicht die üblichen Senkwehen

waren. Auf dem Pezi-Ball schaukelnd, veratmete ich mich durch

den Krimi und hoffte, Robi, der natürlich ausgerechnet an diesem

Abend mit seiner Band ein Konzert gab, möge schneller trommeln. Als

längst die ZiB 3 lief, alarmierte ich meine Mama, die den Ernst der Lage

auch nicht sofort erkannte. Aus innerer Eingebung war sie aber seltsamerweise

nicht wie sonst längst im Bett, sondern: vor dem Fernseher.

Wenn das Frau Elsner wüsste.

Eine Viertelstunde später rief mich Mama allerdings bereits aus

dem Taxi an, meine Schwester käme mit – notfalls auch ins Spital. Die

Arme durchlebte voller Panik die schlimmsten Minuten ihres Lebens,

umso größer war ihre Erleichterung, beim Hauseingang mit dem werdenden

Vater zusammenzutreffen. Der hatte schneller kapiert:„Alles in

Ordnung?“,„Du solltest kommen.“,„Okay, bin unterwegs.“ Kurz und

gut: Es ging sich aus, um sechs Uhr kamen wir mit dem frisch geschlüpften

Nils schon wieder heim. Die Bandkollegen waren auch nicht früher

zu Hause. Jan, soeben erwacht, begrüßte uns mit den Worten „Wo ist

der Baby?“ und brachte ihm ein Playmobil-Manderl. What a night!

Hannelore Elsner möge mir verzeihen, aber seither kann ich ihren

Filmen nicht unbefangen folgen. Und das liegt wirklich nicht an dem

neuen unbeholfenen Assistenten, der ihr ab der dritten Staffel als Handlanger

zugeschanzt wurde. Welche Folge am 7. Juli lief, würde mich auch

noch interessieren. Ich kann mich nämlich an nichts mehr erinnern.

juli august 2002an.schläge 31


sexismuswerbung

Sex sells?

32 an.schlägejuli august 2002

Uncool und unzeitgemäß, wer bei sexistischer Werbung wütend wird. Wer sich gegen diese

Vorwürfe wehrt, gerät nicht selten in Argumentationsnot gegenüber den VerteidigerInnen

von „Erotik“ und „Ästhetik“. Von Karin Eckert und Petra Öllinger

„Ich will mir keinen Busen mehr

ansehen, der in mein Frühstückskörberl

hängt. Ich will

mir nicht mehr anhören, dass

ich Glück nur mit der XY-Küche

erreiche. Ich will nichts mehr vom JungunternehmER-Club

lesen.“ Äußert frau

sich gegen diese Formen der Werbung,

trifft sie oftmals die „Prüderie- Emanzen-Lustfeindlichkeits-Keule“:

es gäbe

keine Diskriminierung in der Werbung,

heute wo die Geschlechter gleichgestellt

sind. Pech gehabt, wenn sie die

objektive Wahrheit mancher Kreativer

nicht kapiert. Die weibliche Aufregung

basiere doch wohl nur auf einer persönlichen

Fehlinterpretation.

Sexismus. Die Definition von Sexismus beinhaltet

zum einen die Vorstellung, dass

eines der Geschlechter aufgrund biologischer

Merkmale dem anderen über- bzw.

unterlegen ist. Zum anderen werden sozial

definierte, einengende Geschlechterrollen

festgelegt. Das gilt für beide Geschlechter,

denn auch Männer werden

Opfer von Sexismus, allerdings wesentlich

seltener. Mit Argumenten wie: Frauen

bekämen ja jetzt auch vermehrt

männliche Muskelprotze im Adamskostüm

zum Anschauen vorgesetzt, wird

frauenfeindliche Werbung gerechtfertigt.

Auch manche Frau bringt HERRschende

Ansichten ins Spiel, wenn sie

Werbungen à la Palmers für erotisch

hält, was von WerbemacherInnen dankbar

übernommen wird. Der angeblich

moderne Umgang mit Sexualität wird

dabei mit Übernahme von Herrschafts-

Fo t o : A rc h i v


diskursen, einer Identifikation mit dem

Objektstatus verwechselt. Es geht daher

nicht um die Sichtweise jener Frauen, die

sich offenbar an die Vermarktung meist

weiblicher Körper gewöhnt haben.

Sexistische Werbung endet nicht

da, wo Körper auf Ware reduziert werden.

Sie reicht viel weiter, denn sie perpetuiert

– oftmals subtil – tradierte Rollen.

Als Beispiel sei hier die Anzeige eines

großen Stromkonzerns erwähnt,

auf der eine Frau auf eine Reihe Waschmaschinen

blickt.

Techniken. Größe und Positionierung der

dargestellten Personen, ihre Mimik, rufen

häufig unbewusst bestimmte Assoziationen

hervor. Der (männliche) vorwärtsgerichtete

Blick und die aufrechte

Haltung suggeriert „seinen Mann stehen“,

der liegende (weibliche) Körper,

der sehnsuchtsvolle Blick hingegen Unterwürfigkeit

und fehlende Durchsetzungskraft.

Laut Studien sind in rund

90% der Werbesujets Männer größer

abgebildet, z.B. indem sie im Gegensatz

zu Frauen stehend dargestellt werden.

Eine weitere Technik: die Hervorhebung

von Körperteilen. In 40% aller Werbungen

werden Frauen ohne Gesicht gezeigt.

Zu sehen sind z.B. nur ihre schlanken

Beine oder ihr Torax. Generell fokussieren

Werbefotos von Frauen mehr deren

Körper, während bei Männern das

Gesicht im Mittelpunkt steht. Auch in

kleinen Details zeigen sich Unterschiede

bei Frauen- und Männerdarstellungen.

Indem Frauen beispielsweise oftmals mit

ihren Fingern zart einen Gegenstand

oder sich selbst (erotisierend) berühren,

wird ihnen die weiche, vorsichtige Rolle

zugeschrieben. Männer hingegen

packen zu oder treten in Aktion, sie sind

mehr für „Nützlichkeit“ zuständig.

Erotik. Wer sich gegen sexistische Werbung

ausspricht, wird oft der Sinn für

Erotik abgesprochen. In vielen „prickelnden“

Darstellungen bleibt die Erotik jedoch

zumeist auf (beinah) Nacktheit

beschränkt. Volker Nickel, Sprecher des

Deutschen Werberates:„Tatsächlich

geht es in der Marktkommunikation der

Unternehmen nicht um körperlichen

Konsum, sondern – wenn überhaupt –

um Erotik, also um das geistige und

seelische Geschehen in der Liebe.“ Was

haben idealisierte Körper mit Liebe zu

tun? Häufig wird vereinfacht damit ar-

gumentiert, Erotik in der Werbung erhöhe

die Aufmerksamkeit. Studien zeigten,

dass Erotik nur insofern wirksam

ist, als sie die BetrachterInnen in einen

Erregungszustand versetzen. Allerdings

stellen auch Wut und Ärger eine Erregung

dar und führen mit größter Wahrscheinlichkeit

nicht zum Kauf einer Ware.

Ein zu starkes Interesse am erotischen

Kontext zieht das Interesse vom

Produkt ab. Die Folge: der sogenannte

Vampireffekt. Die Werbebotschaft wird

umso schlechter erinnert, je erotischer

das „Beiwerk“ ist. Diese Form der Werbung

ist somit nur insofern wirksam,

als deren Inhalt überhaupt registriert

und positiv bewertet wurde.

Unerfüllte Wünsche. Sigmund Freuds Trieblehre

wird nicht selten bemüht. Wenn

sich eine Frau gegen sexistische Darstellung

wehrt, sei das Ausdruck unausgelebter

unterdrückter Fantasien. Folglich

projiziere die Kritikerin diese in die

Werbung. Im Sinne der klassischen Psychoanalyse

folgerichtig. Kritik aber auf

die Projektion unerfüllter Wünsche zu

reduzieren, ist schlicht falsch. Davon abgesehen,

dass Frauen diese Argumentation

häufig von Leuten mit psychologischem

Pseudowissen an den Kopf geknallt

bekommen. Zur Auflehnung

führen vielmehr Sensibilität gegenüber

frauenfeindlichen Werbesujets und das

Wissen darüber, das diese Darstellungen

eine Aufrechterhaltung von Rollenbilder

und Klischees bedingen können.

Freiheit der Kunst. Ein oft strapaziertes Argument,

die Freiheit der künstlerischen

Darstellung, hält bei näherer Betrachtung

nicht stand. Im Gegensatz zur Werbung

reduziert Kunst Frauen nicht auf

ihren Gebrauchswert für kommerzielle

Zwecke. Statt Idealbilder zu reproduzieren,

zeigt sie Frauen in ihrer Diversität.

Auch wenn es schon müßig ist:„Schönheit“,

die uns von der Werbung täglich

vorgesetzt wird, reproduziert einen eingeschränkten

Standard. Abweichungen

davon werden zumeist lächerlich gemacht.Weiblichkeit

wird also an der

Körbchengröße, an fehlender Cellulite

und der Länge von Beinen gemessen.

Frauen werden somit daran erinnert,

dass ihr Wert anhand ihres Erfolges bei

Männern gemessen wird.„Palmers“-

Kunstkörper haben zudem fatale Auswirkungen.

Als ästhetisch wird ausschließ-

lich der schlanke, straffe Körper präsentiert,

ein Idealbild, das kaum zu erfüllen

ist. Indirekt werden daher real existierende

Frauen als „mangelhaft“ herabgewürdigt.

Tatsache ist: Jedes dritte Mädchen

leidet unter Essstörungen. Tatsache ist

auch:Werbung hat eine Vorbildfunktion

und ist daher mitverantwortlich.

Stereotype Werbung will verkaufen,

folglich muss sie sich bis zu einem gewissen

Grad an gesellschaftlichen

Trends und damit an unterschiedlichen

KäuferInnentypen orientieren. Dieser

ökonomischen Einsicht haben wir auch

neue Werbesujets wie z.B. die erfolgreiche

Geschäftsfrau zu verdanken. Nur:

die Managerin scheint meist mehr

durch ihr knappes Kostüm und ihr wallendes

Haar zu bestechen, als durch ihr

Können. Zudem wird eine Super-Managerin-Hausfrau-Mutter

präsentiert, die,

statt völlig ausgebrannt zu sein, alle

Aufgaben mit links erledigt und zudem

ihre Schönheit beibehält. Die alte Frau,

die für eine Hautcreme wirbt, ist real

wesentlich jünger als suggeriert wird,

und selbstredend attraktiv, energiegeladen

und gertenschlank.

Prüderie. Fehlen den Kritisierten die Worte,

greifen sie gerne zu untergriffigen

„Killerargumenten“. Prüde seien sie, die

Frauen, und humorlos obendrein. Könnte

es sein, dass gerade Feministinnen,

die sich gegen sexistische Werbung zur

Wehr setzen, sehr selbstbewusst mit ihrer

Sexualität umgehen? Angeblich spiegelt

freizügige Werbung die Befreiung

der weiblichen Sexualität wider, für die

ja gerade Feministinnen so gekämpft

haben… Nur, zur sexuellen Unterdrückung

ist jetzt sexuelle Ausbeutung hinzugekommen.

Weibliche Sexualität wird in

den Dienst des Konsums gestellt. Daher

hat Protest nichts mit Puritanismus zu

tun, sondern mit dem Aufdecken ausbeuterischer

und stereotypisierender Intention

und Wirkung bestimmter Werbeformen.

Resignation? Beim Österreichischen Werberat

kann Beschwerde eingereicht

werden. Jedoch greift er zumeist nur in

extremen Fällen ein und auch hier werden

nur Empfehlungen ausgesprochen.

Lapidare Entscheidungen sollten uns alle

jedoch nicht daran hindern, uns weiterhin

beim Werberat oder bei den betreffenden

Firmen zu beschweren. ❚

werbungsexismus

http://www.werberat.or.at

juli august 2002an.schläge 33


Fo t o s : M i c h a e l a B r u c k m ü l l e r

kultursoho

34 an.schlägejuli august 2002

Flüchtig daheim?

„Soho in Ottakring“ und die mediale Repräsentation von MigrantInnen waren Thema einer

Gesprächsrunde im Juni. Mitdiskutiert hat Martina Böse

„Flüchtig daheim“ lautete das

Motto der diesjährigen Ausgabe

von „Soho in Ottakring“. Nicht

nur manche Künstlerin war flüchtig

daheim in einem „authentisch

abgefuckten“, leeren Geschäftslokal

im Brunnenviertel. Auch die dem

Viertel sein so attraktives Multikulti-

Image verleihende Bevölkerung schien

kurz – und „flüchtig“ eben –, daheim zu

sein in den medialen Repräsentationen

eines „Kunst-Events“. In den österreichi-

schen Tageszeitungen alternativ zum

Impulsgeber für die lokale Wirtschaftsentwicklung

und zur Adresse für Trendscouts

erklärt, könnte die als solche gefeierte

„kulturelle Erfolgsstory ,Soho in

Ottakring´“ und ihre Assoziation mit

Zeitgeist und vitaler Stadtkultur ja auch

der Repräsentation von MigrantInnen

zugute kommen, oder doch nicht? So

lautete die gar nicht nur rhetorisch gemeinte

Frage, die den Ausgangspunkt

eines Sofa-Gesprächs zum Thema „Soho.

So(w) what?“ bildete. Dazu diskutiert

haben Petja Dimitrova (Künstlerin und

Mitarbeiterin am Projekt Dezentrale Medien),

Monika Kalcsics (Ö1 Redakteurin,

Moment leben heute) und Hikmet Kayahan

(VHS-Ottakring und Redakteur der

second generation-Zeitschrift Top One)

mit Cornelia Kogoj (Initiative Minderheiten)

und ich (Soziologin) am 4. Juni in

den Räumen der von „schnittpunkt“ kuratierten

Ausstellung „langweilige geschichten

über den alltag“.


Empowerment. Sofern überhaupt medial

repräsentiert, werden MigrantInnen in

österreichischen Medien bevorzugt entweder

als Naturkatastrophen dargestellt,

wie ein Vergleich mit der Wellen-,

Fluten- und Anstürme-Rhetorik zeigt

oder in Kontexten thematisiert – wie etwa

in jener der „organisierten ausländischen

Kriminalität“ – , die weniger lustig

und kunterbunt sind und auch weniger

urban-kreativ als das „Kunst in der

Vorstadt“-Ereignis oder die folkloristischen

Kulturdarbietungen im ORF-Programm

„Heimat, Fremde Heimat“. Welches

Potenzial bieten also die flüchtigen,

nach Ottakring gerichteten Medien-

Fühler den MigrantInnen, die als die typische

Wohnbevölkerung des Bezirks

gelten? Wird hier eine Öffentlichkeit geschaffen,

die für politisches Empowerment

genützt werden kann?

Die Einschätzungen der Diskutand-

Innen fielen eher ernüchternd aus. Für

eine subversive Nutzung der erwachten

Neugier am „Anderen“ in der Stadt fehle

es bereits am hierfür erforderlichen

Bewusstsein dieser Aufmerksamkeit bei

der lokalen Bevölkerung. Die meisten

der kurzerhand zumindest neben das

öffentliche Schaufenster gerückten Ansässigen

wunderten sich bestenfalls

über die Umtriebigkeit der ins Grätzel

einfallenden TouristInnen aus den Innenbezirken.

Was, warum und wie lange

hier passiere, bleibe den meisten der

auch außerhalb der Kunsttage täglich

in Ottakring lebenden Menschen verborgen.

Schließlich will ja weder die Soho-Initiatorin

noch das Wiener Einkaufsstraßenmanagement

oder die Ottakringer

Bezirksbetreuung die lokale

Bevölkerung zu KünstlerInnen transformieren

und nicht jede/r Marktstand-

ler/in vom Brunnenmarkt soll plötzlich

zum Kunst-Connoisseur werden. Vielleicht

ist Soho ja sogar auch noch irgendwie

ein „Underground-Event“…

Kulturelle Umwertung. Die Verwunderung

mancher DiskussionsteilnehmerInnen

löste auf der anderen Seite den überraschende

Hinweis aus, dass das diesjährige

Motto „Flüchtig daheim“ ursprünglich

ganz unabhängig von den zufälligerweise

auch im 16. Bezirk lebenden und/oder

arbeitenden MigrantInnen konzipiert

wurde. So schnell können die zweifelhaften

Labels des „Ausländerbezirkes“ und

des „Vorstadt- Bazars“ wieder aus den

Gedächtnissen verschwinden. Und

schon ist aus der städtischen Problemzone

mit dem für Wien überdurchschnittlich

hohen Anteil an ausländischer

Wohnbevölkerung das „Wiener Stadtviertel

mit offensichtlich südlicher Prägung“

(Auszug aus dem Soho-Programm)

geworden. Die Frage nach dem

Grund der kulturellen Umwertung und

vor allem dem „Warum gerade hier im

Brunnenviertel?“ wurde von einigen DiskussionsteilnehmerInnen

ganz explizit

gestellt. Es seien ja nicht nur die leeren

Geschäftslokale und die billigen Mieten,

die dieses Viertel in den letzten Jahren

für KünstlerInnen so attraktiv gemacht

haben. Vielmehr, so der nicht unbegründete

Verdacht, hätten MigrantInnen an

sich an Aufmerksamkeit bei den Kunstschaffenden

gewonnen. „Warum interessieren

sich diese KünstlerInnen jetzt

plötzlich für uns?“ wurde demnach

auch gefragt. Und – so könnte weiter

gefragt werden – zu wessen Nutzen

und in wessen Interesse wird diesem

„neuen Interessensgegenstand“ nun

nachgegangen?

Exotischer Kommerz. Als „Modetrend“ in

der Kunst identifizierbar, ist der Reiz der

Auseinandersetzung mit dem „Fremden“,„Migrantischen“,„Diasporischen“

keineswegs auf diesen engen Bereich

beschränkt. Die Kommerzialisierbarkeit

von Exotischem wurde schon vor langem

entdeckt und gefeiert. Von Kolonialwaren

bis popular culture:„the other

sells“. In dieser Tradition könnte ebenso

das nun auch hierzulande gestiegene

Interesse an den Jugendkulturen der sogenannten

zweiten Generation gesehen

werden. So sehr sich dieses Interesse

auch in tatsächlichen Anfragen an einschlägige

lokale Institutionen manifestiert,

so kolonialistisch sind diese Missionen

oft beschaffen. So wird zum Beispiel

meistens nicht versucht, mit den Jugendlichen

der zweite Generation an einem

Projekt zu arbeiten, sondern vielmehr

„etwas über diese“ zu machen.

„Etwas über MigrantInnen zu machen“,

erweist sich innerhalb der Mainstream-Medien-Szene

in Österreich

noch immer als schwieriges Unterfangen.

Solche Programme gehören einem

sogenannten Nischen-Bereich an, wobei

Nischen in der Medienlandschaft

und auch anderswo nicht unbedingt an

sich als problematisch angesehen werden.

Wie weit die – zunächst flüchtige –

Veränderung eines von MigrantInnen

belebten Viertels die Chance einer kulturell

neu bewerteten – oder aufgewerteten?

– Nische für die Repräsentation

von MigrantInnen eröffnet oder sogar

die noch attraktivere Alternative einer

„Diversifizierung des (Repräsentations-)

Mainstreams“, kann in ein paar Jahren

wahrscheinlich mit weniger Polemik

und größerer Gewissheit beantwortet

werden. ❚

sohokultur

juli august 2002an.schläge 35


Fo t o : Wi e n e r S e c e s s i o n

ausstellungines doujak

Ines Doujak „Vater Arsch“

vom 4. Juli bis einschließlich

1. Spetember 2002 in der

Wiener Secession,

Friedrichstr. 12, 1010 Wien,

T. 01/587 53 07

http://www.secession.at

36 an.schlägejuli august 2002

Feministische Spiegelungen

Diesen Sommer zeigt die Konzeptkünstlerin Ines Doujak unter dem Titel „Vater Arsch“

Arbeiten zur Kritik an heterosexistischer Normativität in der Wiener Secession.

Von Evelyn Steinthaler

Am Anfang stehen Heterosexismen

und Hetero-Normativiät,

die unsere alltägliche Gesamtheit

über Subjektivität und Begehren

bis hin zu Sprache, Wissen,

Kultur, Familie, Staat und Ökonomie

beherrschen. Es folgen Fragen. Bilder

tauchen auf. Hundekrausen. Menschen

im Karton. Ein Ziegenbock. Spiegelungen.

Umkehrungen und Fragen nach

der Gültigkeit heterosexistisch normierter

Muster. Wie alltagskulturtauglich

soll Kunst sein? Können Theorien als

Peitschenhiebe fungieren? Fragen, die

sich multiplizieren und möglicherweise

von der Ausstellung „Vater Arsch“ diesen

Sommer in der Wiener Secession

beantwortet werden. Vielleicht aber

auch nicht.

Auch wenn es sich die eine und der

andere wünschen würde, die Arbeiten

von Ines Doujak scheinen vordergründig

nicht zum Beantworten von Fragen

geschaffen. Sie hinterfragen, bohren

tiefer, begnügen sich nicht mit lapidaren

Erklärungen, sondern verneinen

vielmehr jeglichen Kompromiss gängiger

Halbwahrheiten.

Fortsetzung. „Vater Arsch“ kann sich als

Fortsetzung der bisherigen Arbeiten

von Ines Doujak verstehen. Bezug muss

hier vor allem auf die imposante „Grüße

aus Wien“-Installation bei der letztjährigen

Festwochenausstellung „Du bist

die Welt“ im Künstlerhaus genommen

werden, mit der Doujak KuratorInnen

und Publikum gleichermaßen begeisterte.

Sowohl in dieser vorangegangenen

Installation als auch in der diesjährigen

Ausstellung bleibt Ines Doujak

bei einer konsequenten Analyse historischer

und alltäglich gegenwärtiger Aus


grenzungsmechanismen von Rassismen

in Form ethnischer Identitätsstrukturen,

kultureller Reduktionen oder geschlechtlicher

Zuschreibungen und

Sexismen. Doujak setzt fort. Dieses Mal

auch auf der Regenbogen Parade in

Wien.

Bewegte Bilder. Für die am 4. Juli zu eröffnende

Ausstellung hat sich Ines Doujak

unter anderem mit der Wageninszenierung

auf den Christopher Street Paraden

auseinandergesetzt: Der Wagen als

politischer Streitwagen, als Eisbrecher

der Normen, die nicht einmal in den

wenigen Stunden einer Parade außer

Kraft gesetzt werden können. Üblicherweise

werden auf den Wagen schillernde

Bilder präsentiert. Für ein paar

Stunden ist es gestattet, über die Ringstraße

hinter den Dykes on Bykes aufzutreten.

Die alltagsdurchdringende,

heterosexistische Norm bleibt in ihrer

Gesamtheit dabei erhalten. 33 Jahre

nach Stonewall wird der politische

Aspekt der Regebogen Paraden immer

mehr in den Hintergrund gedrängt, es

geht am Beginn des 21. Jahrhunderts

scheinbar weit mehr um szenespezifische

Spaßkultur, als um politische Anliegen.

Nur für Augenblicke scheint sich

die Parade im geschützten Raum der

Ringstraße der notwendigen politischen

Aspekte bewusst zu sein und die

notwendige Verknüpfung der Party mit

dem politischen Aspekt scheint auf der

Strecke zu bleiben. Die politische Notwendigkeit

fordert Ines Doujak aber

kompromisslos ein: Der „Vater Arsch“-

Wagen zeigt ebenfalls Bilder. Doujak

verzichtet in ihrer Kritik auch nicht auf

TänzerInnen, allerdings mit dem Unterschied,

dass sich am „Vater Arsch“-

Wagen lediglich überlebensgroße Bilder

befinden, die nur auf Ring-Innenseite

gezeigt werden. Wie später fortgesetzt

in der Secession: Bilder werden

in die phantasmatische Mitte geworfen.

TänzerInnen, die an ihren Körpern

weitere Bilder transportieren, befinden

sich rund um den Wagen und verlassen

das übliche Oben, befinden sich im Unten,

wo die Norm selbstverständlich erhalten

bleibt. Oben und Unten heben

sich auf. Es gibt kein Richtig und kein

Falsch mehr.

Nach der Parade, die sich über die

Ringstraße im Kreis bewegt und dabei

als Versuch einer Wagenburg interpre-

tiert wird, denkt Ines Doujak das Bild

der Wagenburg als Trutzburg weiter

und setzt dies in ihrer theatralen Installation

in der Secession fort.

Station. Ab 4. Juli werden aber nicht nur

jene Bilder zu sehen sein, die Ines Doujak

zuvor über den Ring paradieren ließ:

Auf einer 35 Meter langen Wandtapete

komponiert sie traumähnliche, heterosexisitisch

normierte Szenen in die

Dunkelheit eines Albdrucks. Inmitten

dieses überlebensgroßen und scheinbar

endlosen Tableau Vivant findet sich eine

Wagenburg wieder. Zentral inszenierte

Wägen, die nicht nur die darauf montierten

Bilder transportieren, sondern

eine Trutzburg – ähnlich der Systeme

weißer AngreiferInnen gegenüber den

sich wehrenden amerikanischen UreinwohnerInnen:

Verteidigungssysteme

der Aggressoren.

Der Raum zwischen Wagenburg

und Wandtapete ist Kampfzone. Den

BesucherInnen wird die Möglichkeit genommen,

den Kampfplatz zu verlassen.

Gleichzeitig findet sich inmitten der

Wagenburg eine nicht begehbare reale

und fantasmatische Leere nach Butler

wieder. Der einzige Platz, der möglicherweise

Schutz impliziert, wird den BesucherInnen

verwehrt. Doch selbst ohne

die Möglichkeit, das Innere der Wagenburg

erfahren zu können, ermöglicht

die Künstlerin in dieser Installation

neue Blickmöglichkeiten: die Wagenburg

in ihrer Größe liegt weit unter der

genormten Blickhöhe. Den BesucherInnen

wird nur scheinbar Überblick gewährt,

im Rücken ständig die albdruckhafte

Wandtapete. Wächterinnen auf

der Tapete gestatten das Räumewechseln

durch Feuernebel zu weiteren verglasten

Exponaten. Jene Bilder, die von

den TänzerInnen auf der Regenbogenparade

gezeigt wurden, finden sich modifiziert

im Grafischen Kabinett der stationären

Präsentation wieder und stellen

hier einen Bezug zwischen Kunstraum

und öffentlichen Raum dar.

Bei den Arbeiten von Ines Doujak

geht es nicht um die Darstellung heterosexistisch

normierter Zwänge, vielmehr

findet in ihrer Arbeit ein Brechen

der scheinbaren Norm statt. Doujak

wehrt ein ungebrochenes Darstellen

der Norm ab, indessen fordert sie aber

Ansätze zum Weiterdenken, zur Weiterentwicklung.

Kompromisslos. ❚

traum.projekt

Charlotte Eckler und Lisa Rosenblatt

Traum-Statement

ines doujakausstellung

Brigitte Steger hat im Jahr 2000 den Workshop „The ,Dark Side’

of Life in Asia and the West – Night-Time and the Time to Sleep“

organisiert und ist Herausgeberin des daraus resultierenden Buches

„The Dark Side“ (wird 2002 bei Curzon Books erscheinen).

Ihre Dissertation „(Keine) Zeit zum Schlafen? Eine japanologischsozialwissenschaftliche

Studie“ bekam den Bank Austria Preis

für die beste Dissertation der Universität Wien 2001:

Der Preis kam nicht ganz überraschend, entspricht die Arbeit

doch den vorgegebenen Kriterien: innovativ, interdisziplinär,

praxisnah etc.

Es freut mich natürlich, es ist ja auch Geld damit verbunden.

Wichtiger ist mir aber noch, dass die Anerkennung meiner

Leistungen von einer unabhängigen Stelle (in meinem

Fall war sicherlich keine Protektion dabei) meine Position

stärkt. Einerseits innerhalb des Instituts, wo es als jüngstes

Mitglied nicht immer ganz leicht ist – zumal ich auch für die

Diss sehr lange gebraucht habe. Andererseits hilft das auch,

wenn ich mich in Zukunft nach einer anderen Stelle umsehen

muss. Die Uni Wien wirft mich ja nach der heutigen Gesetzeslage

in spätestens fünf Jahren hinaus.

Wenn die Bank Austria Stiftung einen Preis mit den genannten

Kriterien an eine Vertreterin eines der Fächer verleiht,

die gerade von Wirtschaftskreisen in ignoranter und

präpotenter Weise als Orchideenfächer, die man eigentlich

aushungern sollte, bezeichnet werden, ist das eine zusätzliche

Befriedigung. Vor drei Jahren war ich noch Langzeitarbeitslose,

die ihre Dissertation nicht und nicht fertiggebracht

hat und vom AMS praktisch ausschließlich Stellen in Call-

Centers mit einem Bruttogehalt von wesesentlich unter

10.000 Schilling vermittelt bekommen hat.

Natürlich möchte ich wissenschaftlich weiterkommen,

meine geplanten Bücher schreiben und dann auch die Habilitation.

Letzteres ist allerdings weniger ein Traum als eine

Notwendigkeit, wenn ich in Wien bleiben will. Daneben versuche

ich auch, mich international stärker bemerkbar zu machen

und mich wenn möglich beruflich zu verändern – das

heißt zu verbessern.

juli august 2002an.schläge 37


an.klang

Laura Polverelli: „Vivaldi“

Ora Bat Chaim: „Dancing in the

Field“

Erika Pluhar: „Lieder vom

Himmel und der Erde“

Melissa Coleman: „Nuages“

38 an.schlägejuli august 2002

Im Rausch der Stimmen

Barocke Überfülle, neue Lieder und eine instrumentale

Abschlussimprovisation, gehört von Regina Himmelbauer

Antonio Vivaldi, von Beruf Priester,

aufgrund des Priesterüberschusses

(so was gab’s einmal!)

aus Berufung Komponist,

hat wie kaum ein anderer Komponist

die Musik des Barock geprägt.

Seine Opernarien bilden das ideale

Grundmaterial sängerischer Selbstdarstellung

– eine Gelegenheit, die auch

von der Mezzosopranistin Laura Polverelli

ausgiebig genützt wird. Stimmungsvoll

begleitet vom Ensemble

L’Astrée verströmt sie in Sehnsucht

nach den freundlichen Wiesen und

Wäldern, weint der geliebten Elvira

nach, resigniert über die Grausamkeit

und Untreue der Frauen, von denen

aber doch nicht gelassen werden

kann… (Vivaldi, Concerti e cantate da

camera, OP 30358/Extraplatte)

Francesco Bartolomeo Conti zählt

heute nicht gerade zu den Berühmtheiten

der Barockmusik. Zu seiner Zeit

zählte er aber zu den einflussreichsten

MusikerInnen Wiens, und beim Anhören

der Kantaten freut man sich

über diese Wiederentdeckung, vor allem

wenn eine der großen SängerInnen

der Alten Musik-Szene sich der feinen

Stimmungsbilder annimmt: Bernarda

Fink, unterstützt vom Ensemble

Ars Antiqua Austria, singt die Schäferinnenszenen

mit warm-timbrierter

Leichtigkeit und doch dem Wissen ei-

ner erfahrenen Frau. (Francesco Conti,

Cantate con istromenti I-IV; Arcana A

309/Extraplatte)

Strahlend in die Höhe erhebt sich

die Stimme der Sopranistin Sandrine

Piau. Arien aus Wolfgang Amadeus Mozarts

gesamten Schaffen wurden zusammengestellt,

von den eher noch

konventionellen Anfängen bis zu den

meisterlichen Ausdeutungen von Seelenregungen.

Mit viel Gefühl von

Schönklang, ohne das dramatische Risiko

z.B. einer Cecilia Bartoli, singt Sandrine

Piau, begleitet vom Freiburger Barockorchester,

die Lieder der zumeist

duldsam leidenden, vor Liebe vergehenden

Frauen. Für sanfte, schöngeistige

Seelen. (Mozart, Opera Arias, Astrée

E8877/Extraplatte)

Ein Sprung ins Heute. Ora Bat

Chaim, Dichterin, Komponistin, Malerin,

lässt in ihren Melodien ein fernes

Anklingen an jüdische Musik erkennen,

ohne dabei im Folkloristischen unterzugehen.

Und das, obwohl ein Großer

der Klezmer-Musik, der Klarinettist Giora

Feidmann, begleitend dazu improvisiert.

Die zahlreichen rein instrumentalen

Improvisationen (auch die Sopranistin

Gabriele Schmid setzt ihre Stimme

nicht selten frei schwingend wie

ein Instrument ein) sind feine Klänge

des musikalischen Dialogs, bei denen

niemand sich in den Vordergrund

drängt, sondern eine innige Verflechtung

gesucht wird. (Ora Bat Chaim, Giora

Feidman: Dancing in the Field. Koch

Schwann 3-6926-2)

Erdiger und bodenständiger sind

die Texte von Erika Pluhar, vertont von

Klaus Trabitsch. „Lieder vom Himmel

und der Erde“ heißt folgerichtig auch

die CD (EX 528-2/Extraplatte), auf der

die Schauspielerin mit gewohnt herber

Stimme unsentimental vom Alltäglichen

singt – von der Angst, die einen

ganz plötzlich überfallen kann, vom

kleinen Tropfen, der im Meer aufgeht,

vom Abscheu gegenüber Quoten und

ausweichend beantworteten Fragen…

Zum Schluss keine Stimme mehr,

dafür sprachloser Drive und viel instrumentaler

Humor: „Nuages“ (EX-SP 023-

2/Extraplatte) nennt sich die CD, und

vielsprachig sind auch die Titel der einzelnen

Nummern. Aber viel schließen

lässt sich daraus nicht – die Improvisationen

der Cellistin Melissa Coleman,

zusammen mit Karl Ritter (Gitarre) und

Otto Lechner (Akkordeon) zeichnen sich

durch eine klare Tonsprache aus, die

sich subtil in Schwingungen versetzt,

manchmal ganz unmerklich hineinoder

hinausgleitet. Keimzellen musikalischer

Entwicklungen werden zerlegt,

wieder neu zusammengesetzt, spielerisch

verformt. Ein höchst beschwingendes

Musikerlebnis. ❚


Sichtlich unsichtbar

„Monologe im fehlenden Diskurs“ bezeichnet Helga Pankratz

ihre gesammelten Glossen und Kommentare, dabei ist es

gerade Widerspruch, den sie mit ihren Texten provozieren will.

Von Gabi Horak

In einer Glosse „aus lesbischer

Sicht“ in den LAMBDA-Nachrichten

im April 1999 berichtet Helga

über ein Treffen mit jugendlichen

Lesben, deren historisches

Bild sie um einiges gerader richten musste.„Der

Paragraph 129 galt doch nur für

Schwule!“ lagen sie im Irrtum und damit

waren sie nicht die einzigen in ihrem Alter

und schon gar nicht in diesem Land.

Helga Fazit lautete folgerichtig:„Das Gespräch

hat mich wachgerüttelt, aufgeweckt:

mich niemals zur Ruhe zu setzen,

von der trügerischen Selbstzufriedenheit

eingelullt, ich und meine Generation hätten

schon alles getan, was getan werden

muss, um lesbische Geschichte dem Verdrängen,

Verleugnen, Vergessen zu entreißen.“

Und genau das ist die Leistung

dieses Buches, das Glossen und Kommentare

von Helga Pankratz aus rund

zehn Jahren versammelt: Neben

an.schläge-Kommentaren finden sich Texte

aus „Die LINKE“,„Der Saurüssel“,„stimme

der frau“,„STIMME von und für Minderheiten“,„sic!“

und natürlich aus den

„LAMBDA-Nachrichten“, die den größten

Teil einnehmen.

Die Glossen und Kommentare können

als Beitrag zur feministischen/lesbischen

Geschichtsschreibung gelesen

werden, als ausgewählte Bruchstücke

der vielen Themen, die lesbische Kultur

und lesbisches Leben ausmachen. Hel-

gas Perspektive als aktive HOSI-Frau

und ihre Fähigkeiten als Literatin

entlocken dem Zeitgeschehen historische

Details, die frau so in keinem Geschichtsbuch

finden wird. Ich werde

den Band auch der nächsten heterosexuellen

Bekanntschaft empfehlen, die –

allgegenwärtigen Vorurteilen erliegend

– ein Bild von lesbischer Lebensweise

hat, das viel zu sehr einer Skizze von Pablo

Picasso gleicht.

„Ich WILL den Diskurs“, erklärte Helga

Pankratz kürzlich, nachdem sie von

einer Buchpräsentation zurück gekehrt

war. Nur zögerlich hätten die Frauen im

Publikum das Wort ergriffen, um ihre Anmerkungen

zu Helgas Sichtweise zu formulieren.

Dabei behandeln die Texte im

Sammelband nicht nur Themen, die zur

Zeit der Erscheinung gerade Thema waren;

beispielsweise die „Halbe-Halbe“-

Kampagne der Frauenministerin Helga

Konrad oder die Rechtschreibreform.

Helga lässt sich auch über Themen aus,

die nur scheinbar kein Thema wert sind

und gibt ihnen Relevanz für ein lesbisches

Selbstverständnis; beispielsweise

Graffiti, die „Mailbox für Arme“, oder die

Damenklos frauenbewegter Treffpunkte.

Sie zerpflückt sprachliche Floskeln und

entlarvt die Reproduktion heterosexistischer

Rollenbilder. Manche Texte aus

den frühen 90er Jahren lesen sich, als

wären sie erst gestern erschienen oder

sie formulieren Utopien, deren Verwirklichung

noch weiter in die Ferne gerückt

ist. Ein zentraler Kommentar dazu ist

„Utopie – Resignation – Reform“.

Auch unveröffentlichte Texte gibt

es zu lesen, ein Highlight ist die 1992

entstandene Reflexion zur Geschlechter-(in)differenz

in der Homosexuellenbewegung:„Ich

bin nicht SCHWULES-

BISCH!“. Das Schreiben und Ankämpfen

gegen ein „schwulozentrisches Weltbild“

hat viel Bewusstsein geschaffen,

doch hat sich wirklich etwas geändert

in der Bewegung? Nicht viel – resümiert

Helga im Oktober 2000. Die einseitige

Berichterstattung zu diversen Gay Games,

in der in erster Linie schwule Sichtbarkeiten

gepflegt werden, ist eines der

zahlreichen Beispiele.

„Wofür bin ich eigentlich vor mittlerweile

auch bereits zwanzig Jahren

aufgestanden?“, fragt sie einige Monate

zuvor. „Ich will es – auch wenn es u.a. in

zahlreichen LAMBDA-Ausgaben nachlesbar

ist – gerne zum x-ten Mal wiederholen:

Für die Sichtbarkeit von Lesben

hab´ ich es getan. Dafür, dass Lesben

mit ihren spezifischen Anliegen

wahrgenommen werden: von der Gesellschaft,

den Medien, aber zuerst einmal

auch in der Frauenbewegung und

der Schwulenbewegung.“ Möge das

mit diesem Buch noch ein bisschen

mehr gelingen! ❚

lese.zeichen

Helga Pankratz:

Aus lesbischer Sicht

Glossen und Kommentare

zum Zeitgeschehen.

Milena 2002, euro 17,90 (Ö)

juli august 2002an.schläge 39


k

lese.zeichen

40 an.schlägejuli august 2002

Seelische Sterilisation

Frau könnte meinen, dass das Thema

derzeit sehr an Aktualität gewonnen

hat. Das Buch ist aber nicht bloß ein

weiterer Beitrag zum Thema, sondern

eine beeindruckende Dokumentation.

Die Autorin beschreibt nicht nur die

Aufdeckung des Missbrauchs ihrer

Tochter, sondern auch ihre eigene

Selbstfindung. Sie ist nicht bereit, den

sexuellen Missbrauch durch den örtlichen

Pfarrer zu dulden, sondern gibt

der Kirche zu erkennen, dass sie kämpfen

wird und trotz der Einschüchterungsversuche

von allen Seiten nicht

bereit ist, sich mit „nur“ einer Versetzung

des lieben Jugendgruppenleiters

abzufinden.

Sie schildert den – sehr oft aussichtslosen

– Weg, sich gegen die höheren

Instanzen durchzusetzen, das Vertrauen

ihrer Tochter zu gewinnen, die

Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit

wachzurütteln und weitere Opfer ausfindig

zu machen – und schließlich sich

selbst ihre, für sie bis dahin verkehrte,

Sexualität einzugestehen. Bei Lesbentreffen

versucht sie ihr neues Weltbild

zu ordnen und ihre Trauer zu verarbeiten

und stößt dabei noch einmal an ihre

Grenzen, indem ihr bewusst wird,

dass sie selbst als Dreijährige Opfer einer

Vergewaltigung durch ihren Onkel

wurde.

„Vielleicht kann ich mit der Veröffentlichung

meiner Erfahrungen auch

dazu beitragen, dass andere, die durch

eine ähnliche Hölle müssen, besser gewappnet

sind und das Ziel, Triebtäter

zu stoppen und zu bestrafen, leichter

erreichen. Wer vertuscht, verschweigt,

klein beigibt, hilft den Tätern, ist Mittäter…“

Ewa Dziedzic

kkk

Heidi Schmideder: Die Mädchen des Pfarrers

Verlag Frauenoffensive 2002, euro 15,40 (Ö)

Frauenzimmer

Medialer Urknall

Wege und Methoden zwölf österreichischer

Medienkünstlerinnen analysierte

Anja Hasenlechner in ihrer Diplomarbeit

am Institut für Kunstgeschichte

der Universität Wien. Der vorliegende

Band ist die verdichtete Version dieser

Arbeit. Den Anfang macht eine ausführliche

Einleitung, beginnend mit den Pionierinnen

der späten 60er Jahre – allen

voran der „mediale Urknall Valie Export“,

wie diese im Vorwort von Brigitte

Huck bezeichnet wird. In aller Kürze

wird die Geschichte der Videokunst erzählt,

die jedoch ob dieser Dichte teilweise

schwer oder nur von kunsttheoretisch

Versierten beim ersten Lesen begriffen

werden kann. Das Buch ist nicht

zuletzt als biografische Schaffensdokumentation

und -analyse von Valie Export,

der – ihrem Einfluss auf Künstlerinnen

nach ihr entsprechend – der

meiste Platz eingeräumt wird, brauchbar.

Der theoretischen Einleitung folgen

spannende Gespräche mit den behandelten

Medienkünstlerinnen, unter anderem

mit Uli Aigner, Eva Grubinger

und Elke Krystufek. Und nicht zuletzt

wegen der Farbabbildungen und Videostills

ist das Buch eine gelungene Aufarbeitung

feministischer Medienkunst.

Gabi Horak

Anja Hasenlechner: Vorbilder und Nachbilder

Positionen österreichische Künstlerinnen zu neuen Medien.

Triton 2001, EURO 18,90 (Ö)

Kein Kitsch

„Liebeslied an den Wind“ ist eine Liebesgeschichte

im modernen Afrika. Die Autorin

lockt die LeserInnen dabei immer

wieder auf die Fährten des Fantastischen

und Mythischen, nur um sie hart

in der öden Realität landen zu lassen.

Die jugendliche Sarnau lernt bei einem

Fest den ebenso jungen Mwando, einen

Priesterschüler, kennen und lieben.

Mwando stellt sich als unsteter Bursche

heraus, der dennoch immer wieder

Sarnaus Weg kreuzt, auch dann, als sie

mit dem Sohn des Königs vermählt ist.

Ein wunderbar zu lesendes Buch über

Polygamie, den Zusammenprall der Kulturen

in der Kolonialzeit, das Verhältnis

von Mann und Frau und die Kapitulation

des Individuums vor den Traditionen. Die

Frage „Schreibe ich das Ideale oder das

Reale?“ beantwortete Paula Chiziane so:

„Im wirklichen Leben haben alle großen

Kämpferinnen für die Freiheit der Frau

geendet wie in diesem Buch.“ Die Geschichte

ist, wie Michael Kegler im

Nachwort schreibt „eine Liebesgeschichte

mit einem bösartigen Happyend.“

Und das ist gut so, sonst wäre es ethnisch

angehauchter Kitsch.

Anni Bürkl

Paula Chiziane: Liebeslied an den Wind

Brandes & Apsel/Südwind 2001, EUR 16,- (Ö)

Entschleierungen

Szene im Spielzeugladen:„Kleines Fräulein,

was wünscht du?“ „Einen Schnuller

für mein Baby und eine Puppe für

mich!“ – „Ein neunjähriges Mädchen

wird Mutter“ heißt der Cartoon in der

Zeitschrift „Fokahiyun“ („Die Spaßmacher“),

die versucht, mit Humor auf gesellschaftliche

Missstände aufmerksam

zu machen. Das Lachen bleibt der Leserin

allerdings oft im Hals stecken, denn

staatliche Kontrolle und Repression

gehören im Iran auch heute unter dem

als gemäßigt geltenden Präsidenten

Chatami zum Alltag. Ein Beispiel dafür

ist die Pressefreiheit, welche zwar ein

erklärtes Ziel liberaler PolitikerInnen

darstellt, jedoch großen Einschränkungen

…die feministische Buchhandlung

1070 W ien, Z ieglergasse 28 • Tel. 01/522 48 92 • Fax 01/522 63 20 • frauenzimmer@aon.at • www.frauenzimmer.at

kkk

k


unterliegt:„Eine schrankenlose Freiheit

könnte zerstörerisch wirken und die

Freiheit selbst ad absurdum führen“,

meint etwa die iranische Vizepräsidentin

Massoumeh Ebtekar im Interview

mit der Autorin Abid. Trotzdem gibt es

im Iran zahlreiche Frauenzeitungen. Sogar

eine „Tageszeitung der Frau“, herausgegeben

von Fa`zeh Haschemi, die sich

über einen Absatz von 50.000 Stück

freuen konnte. – Ich kenne in Europa

kein vergleichbares Projekt. Die Kehrseite

der Medaille: Sie wurde bereits nach

neun Monaten verboten. Wer sich für

weiblichen Journalismus im arabischen

Raum interessiert, wird von „Journalistinnen

im Tschador“ nicht enttäuscht

werden. Frau erhält einen historischen

Überblick über die Entwicklung von

Frauenzeitungen, wobei auf gegenwärtige

Strömungen ein Schwerpunkt gelegt

wird. Die Schilderung politischer

und gesellschaftlicher Zusammenhänge,

ergänzt durch Interviews und einer

Leserinnenbefragung, machen das

Buch auch für Laien interessant. Wer

selbst im feministisch-journalistischen

Bereich tätig ist, kann durch die Lektüre

neue Hoffnung schöpfen!

Heike Ehlers

Lise J. Abid: Journalistinnen im Tschador

Frauen und gesellschaftlicher Aufbruch im Iran.

Brandes & Apsel/Südwind 2001, Euro 16,- (Ö)

Im Fieber

Da tummelt sich Allerlei auf dem sehr

ungewöhnlichen Cover. Da tummeln

sich auch viele Mosaiksteinchen zum

Lebensbild einer Frau. Den Lebensthemen-Reigen

über Liebe, Diskussionen

mit Ernest Hemingway, großen Händen,

Kröten namens Esmeralda und krakeliger

Schrift beginnt die Erzählerin „mit

gezücktem Bleistift auf einem Kamel

reitend“. Sogar am Schluss, als sie beinahe

zur Gänze von einem Krokodil verschlungen

wird, lässt sie sich nicht vom

Schreiben abhalten. Zwar als Roman bezeichnet,

wirft die Autorin Irene Wondratsch

alle Kennzeichen eines solchen

über den Haufen. Kein linearer chronologischer

Ablauf, stattdessen skurrilwitzige

Blitzlichter auf Alltägliches, das

manchmal in etwas ungewohnter Form

auf die LeserIn zukommt. Da macht sich

die Heldin beispielsweise auf in die

Sommerfrische und plötzlich kommt ihr

bei Böheimkirchen eine Herde Kürbisse

„auf kurzen, aber kräftigen Beinen“ entgegen.

Besonders spaßig: die Liebesnacht

mit dem Krampus (die leider

auch nicht erfüllend ist) oder die Rache

des Däumlings, wenn ihn seine Unterkunftgeberin

nicht ausreichend mit Karamellbonbons

füttert (und er sie zur

Strafe nach Simmering umleitet, obwohl

sie ja nach Ottakring will). Dann

gibt es da noch Ludwig, der sich ärgert

über haar-verstopfte Abflüsse oder darüber,

dass seine Liebste sich mit dem

Haus in die Lüfte aufschwingt. Ob er

sich auch ärgert, weil die LeserInnen bei

der Lektüre der fantasievoll-kuriosen

Texte beschwingt glucksen vor Lachen?

Petra Öllinger

Irene Wondratsch: Paris im Fieber wäre mir lieber

Edition die Donau hinunter 2002, EURO 18,- (Ö)

Verboten, Verfolgt, Verhaftet

Aufgrund ihrer sexuellen Orientierung

werden Menschen in allen Teilen der Welt

verfolgt und diskriminiert. In der dritten

Auflage von „Das Schweigen brechen“

dokumentiert die Menschenrechtsorganisation

amnesty international zahlreiche

neue Fälle von Menschenrechtsverletzungen.

Im ersten Kapitel werden rechtliche

Aspekte diskutiert. Obwohl das Menschenrechtskomitee

der Vereinten Nationen

dazu aufruft, Gesetze abzuschaffen,

die Homosexualität diskriminieren, gibt

es solche Gesetze noch immer in etwa

siebzig Ländern. Beispiele für Menschenrechtsverletzungen

an Lesben, Schwulen

und Transgenderpersonen werden im

zweiten Kapitel angeführt. Schließlich

wird in einem dritten Kapitel die Arbeit

zahlreicher Menschenrechtsorganisationen

dokumentiert. Am Ende des Buches

findet sich ein Überblick über die rechtlichen

Bestimmungen in den einzelnen

Ländern. Ein materialreiches Nachschlagewerk

und ein wichtiger Beitrag,„das

Schweigen zu brechen“.

Verena Fabris

Das Schweigen brechen: Menschenrechtsverletzungen

aufgrund sexueller Orientierung

Hg. von Wolfgang Dinkelberg, Eva Gundermann, Kerstin Hanenkamp

und Claudia Koltzenburg. Querverlag 2001 EUR 12,90 (Ö)

neu.land

Jasmina Jankovic’

Ein bestimmtes Stück Papier

lese.zeichen

Foto: Pez Hejduk

Mi und Ma haben endlich einen Termin zur Verleihung der

Staatsbürgerschaft bekommen, sage ich zu No. So ein

Glück! Was soll daran so positiv sein? Nun ja, an sich ein

bürokratischer Umstand, den du nicht beeinflussen kannst,

der aber dein Leben positiv oder negativ bestimmt. Ein bestimmtes

Stück Papier mit einer bestimmten Landbezeichnung,

einem bestimmten Staatswappen, das dann bestimmt,

wohin du reisen darfst, ob du wählen darfst, ob du

eine geförderte Wohnung kaufen darfst oder nicht. Ein

Stück Papier bestimmt, dass du Mensch zweiter Klasse bist.

Immerhin leben wir in einer Klassengesellschaft. In diesem

Land. In welchem du nicht auf der Durchreise bist, sondern

in ihm lebst. Und arbeitest. Und Steuern zahlst. Und Wohnbauförderung

finanzierst. Für andere. Weil dein bestimmtes

Stück Papier nicht für dieses Land bestimmt ist. Deshalb

kannst du mit deiner Stimme nicht bestimmen. Erst

wenn du das für dieses Land bestimmte Stück Papier in den

Händen hast, darfst du von deinen (staats)bürgerlichen

Rechten Gebrauch machen und versuchen, mit deiner Stimme

zu bestimmen. Was ja nicht automatisch heißt, dass du

tatsächlich bestimmen wirst. Und dass du kein/e Ausländer/in

mehr bist. Mi und Ma fragen, ob sie bei der Verleihung

der Staatsbürgerschaft die Bundeshymne vorsingen

müssen. Vielleicht, wer weiß? Aber eines ist sicher: Mit

dem bestimmten Stück Papier dürfen sie eine geförderte

Wohnung kaufen und können glücklich sein, dass sie einen

ach so günstigen Kredit lebenslang zurückzahlen dürfen.

Und No meint auch weiterhin: Was soll daran so positiv

sein? Nun, der gute alte Brecht wusste Bescheid und

schrieb schon damals, vor zweiundsechzig Jahren: „Der

Pass ist der edelste Teil von einem Menschen.“

Mit dem für dieses Land bestimmten Stück Papier bekommen

Mi und Ma ihren edelsten Teil. Und können hoffen,

dass sie durch dieses edle Stück Papier vielleicht auch als

Menschen zur Gänze anerkannt werden. In diesem (staatsbürgerlich)

bestimmten Land.

juli august 2002an.schläge 41


ge.fragt

Selbstinszenierung

Von Elke Koch

Auflösung aus 6/02

Zerbrochen und dennoch eine Legende,

das war Judy Garland. Schwer war

es nicht – viele haben es gewusst.

And the winner is:

Andrea Gruber aus Linz

42 an.schlägejuli august 2002

Unsere Sommerheldin ist eine

anachronistische Gestalt – fast

von Geburt an: Sie ist die Tochter

wohlhabender Eltern und

lebt im Luxus, bis ihr aristokratischer

Lebensstil durch die bolschewistische

Revolution ein jähes Ende findet.

Sie flüchtet nach Paris und gelangt dort

aus eigener Kraft zu Ruhm und Reichtum.

Inspiration für ihren unverwechselbaren

Stil findet sie bei den französischen

Kubisten, vor allem aber bei den

Malern der Renaissance. Ihr Werk, das

man in einer gewissen Ratlosigkeit

schließlich dem Stil des Art Deco zuordnet,

wird damit durch einen Begriff abgestempelt,

der vor allem in den Bereichen

Design und Architektur, nicht aber

in der Malerei Anwendung findet. In den

30er Jahren verlässt sie mit ihrem jüdischen

Ehemann das von Hitler bedrohte

Europa und geht zunächst nach Hollywood,

dann nach New York und Houston,

um sich schließlich in der mexikanischen

Stadt Cuernavaca niederzulassen.„Das

Leben ist wie eine Reise“, sagt

sie zu ihrer Enkelin,„Wer nur das Allernötigste

in den Koffer packt, hat Platz

für das, was ihm unterwegs begegnet.“

Die Malerin, von ihrer Mutter nach

der Heldin aus Michail Lermontows Versepos

„Der Dämon“ benannt, erblickt

nach offiziellen Dokumenten am 11. Mai

1898 in Moskau das Licht der Welt. Viele

biografische Einträge über sie geben

Warschau als Geburtsort an, eine Irreführung,

die von unserer Heldin stets

genährt wurde. Das Herz der Familie ist

die liebevolle und kunstliebende Mutter,

die besonders die Mädchen unterstützt

und fördert. Unsere Heldin

äußert sich auch immer ziemlich stolz

über die mütterliche Linie, während sie

bis an ihr Lebensende behauptet, dass

sie sich an ihren Vater nicht erinnern

könne. Sie verbringt viel Zeit bei ihren

Großeltern in Polen und bezeichnet diese

Jahre als prägend und maßgeblich

für ihr Selbstverständnis. Als Sechzehnjährige

verliebt sie sich in einen gut

aussehenden polnischstämmigen Anwalt,

den sie jahrelang anschwärmt, bevor

es ihr endlich gelingt, sich absichtlich

von ihm schwängern zu lassen und

seine Frau zu werden. Das Chaos der

bolschewistischen Revolution zwingt

die Familie zur Flucht, der Göttergatte

erweist sich als nicht wirklich hilfreich

und unsere Heldin beschließt, in Zukunft

nie mehr von anderen abhängig

zu sein. („Ich bin für mich selbst die beste

Lösung.“) Im Bestreben, irgendwie zu

Geld zu kommen, beginnt sie eine Ausbildung

an einer Pariser Kunstakademie,

um ihre Familie durch den Verkauf

ihrer Kunstwerke ernähren zu können.

Später bestreitet sie, jemals eine Ausbildung

erhalten zu haben, sie will als

Wer ist diese Frau, die Zeit ihres Lebens die „Realität“

zurechtrückte, um sich besonders gut vermarkten zu

können?

Antworten bitte bis 12. August an die Redaktion.

Hetzgasse 42/1, 1030 Wien, T. 01/920 16 76, Fax: 715 98 88,

e-mail: redaktion@anschlaege.at

ungeschultes Naturtalent gelten. Oft

wählt sie auch die Variante, dass ihre

Karriere ein bloßes Produkt des Zufalls

ist, denn hätte ihr Mann anständig für

ihren Unterhalt gesorgt oder wären die

Bolschewiken gescheitert, wäre sie niemals

Malerin geworden.

Aber sie hat Erfolg und wird zum

Inbegriff der femme fatale: Mit ihrer sexuellen

Unersättlichkeit, ihren theatralischen

Gesten, ihrem ausgeprägten Stilempfinden,

ihrer Klugheit und Begabung

ist sie zweifellos eine der schillerndsten

Frauengestalten des 20.

Jahrhunderts. Ihre freizügigen Affären

mit allen Männern und Frauen, deren

Schönheit sie gerade reizvoll findet, ihre

rauschenden Feste mit nackten DienerInnen

und jeder Menge Drogen, ihre eigensinnige

Weigerung, über ihre Herkunft

und Vergangeheit zu sprechen,

lassen sie überall zum unumstrittenen

Mittelpunkt werden. Die dramatischen

Auftritte unserer Heldin lassen schließlich

auch berühmte Persönlichkeiten

aufmerksam werden.

Während ein Großteil der künstlerischen

Elite von ihrer Existenz kaum Notiz

nimmt, beginnen Promis wie Jack

Nicholson, Barbra Streisand, Luther

Vandross oder Madonna ihre Bilder zu

sammeln. Künstlerisch ist sie nach wie

vor umstritten, aber niemand bezweifelt

ihre Unverwechselbarkeit. ❚


musik.tanz

6. 7., 16.00, Wien

Jazzfest Wien: Chaka Khan & Band,

Bonnie Tyler, Dana Gillespie

Fernwärme Open Air Spittelau. Tickets:

Fernwärme, 9., Spittelauer Lände 45

(eur 2,-) od. Bank Austria od. unter

www.viennajazz.org

bis 26. 7., 20.00, Wien

Divas – The Show must go on.

Das Girl-Group Musical. R: Isabella

Fritdum, Ch: Alexandra Frankmann.

Mit Barbara Wallner, Michaela

Kovaikova, Sonja Schatz, Monica

Gugganig u.a.

Metropol, 17., Hernalser Hauptstraße 55,

T. 407 77 407

5. 7., 21.00, Wien

Carin Lundin Quintet

Reigen, 13., Hadikgasse 62, Tickets:

www.viennajazz.org od. Bank Austria od.

T. 319 06 06

9.-11. 7., 21.00, Salzburg

Rosas & Anne Teresa de Keersmaeker:

„Small Hands“

Republic – State of the Arts,

5020, Anton-Neumayr-Platz 2,

Tickets: T. 0662/84 34 48 od.

www.sommerszene.net

11. 7., 21.00 u. 13. 7., 22.00, Wien

ImPulsTanz-Festival (8:tension). Milli

Bitterli & Artificial Horizon:„und er ein

anderer aus untereinander“

MuseumsQuartier. Info: T. 523 55 58, Karten:

T. 24 924 u. www.ImPulsTanz.com

12. 7., 20.30, Salzburg

Marla Glen & Band

Rockhouse Salzburg, Schallmooser

Hauptstraße 46, T: 0662/88 49 14 od.

www.rockhouse.at

14. u. 15. 7., 20.15, Wien

ImPulsTanz-Festival. Rosas & Anne

Teresa de Keersmaeker:„Small Hands“

Arsenal, Info: T. 523 55 58, Karten: T. 24 924

u. www.ImPulsTanz.com

16. u. 17. 7., 21.00, Wien

ImPulsTanz-Festival. Rosas & Anne

Teresa de Keersmaeker:„Gala – Soirée

Répertoire“

Burgtheater, Info: T. 523 55 58, Karten:

T. 24 924 u. www.ImPulsTanz.com

16. 8., 20.00, Innsbruck

Patti Smith Group

Hafen Innsbruck, Innrain 157,

T. 0512/56 22 22 od. www.hafen.cc

18. u. 21. 7., 21.00, Wien

ImPulsTanz-Festival. Cie. Heddy

Maalem:„Black Spring“

MuseumsQuartier. Info: T. 523 55 58, Karten:

T. 24 924 u. www.ImPulsTanz.com

19.7., 21.00, Wien

ImPulsTanz-Festival. Rosas & Anne

Teresa de Keersmaeker:„April Me“

Burgtheater, Info: T. 523 55 58, Karten:

T. 24 924 u. www.ImPulsTanz.com

19.-21. 7., Wiesen

Jazzfest Wiesen. an.schläge-Tips:

20.7.: Cassandra Wilson, Marla Glen

21.7.: Randy Crawford, Candy Dulfer,

Festivalgelände Wiesen/Bgld., Info +

Karten: 02626/81 648/0

20. 7., 17.00, Klam bei Grein

Candy Dulfer, Randy Crawford

Burgarena Clam, Sperken 4. Tickets:

www.clam.at

27. 7., 20.30, Wien

ImPulsTanz-Festival. Lynda

Gaudreau/Compagnie de Brune:

„Still Life No. 1“

Kasino am Schwarzenbergplatz. Info:

T. 523 55 58, Karten: T. 24 924 u.

www.ImPulsTanz.com

Mind the gap

29. u. 30. 7., 21.00, Wien

ImPulsTanz-Festival (8:tension). Saskia

Hölbling/Dans.kias:„other feature“

Kasino am Schwarzenbergplatz. Info:

T. 523 55 58, Karten: T. 24 924 u.

www.ImPulsTanz.com

29. 7., 20.00, Maria Enzersdorf

Stefanie Werger:„Ganzkörperkultur“

Burg Liechtenstein, T. 02236/472 22

30. 7., 21.00, Wien

ImPulsTanz-Festival. Lynda Gaudreau/

Compagnie de Brune:„Documents 2“

MuseumsQuartier. Info: T. 523 55 58, Karten:

T. 24 924 u. www.ImPulsTanz.com

30. 7., 20.00, Gmunden

Maria Joao & Saxofour:„Vocalizing Reeds“

Stadttheater Gmunden, T. 07612/64 095

1. 8., 20.00, Eisenstadt

Liederabend: Beate Maria Pomberger,

Alt, und Gudrun Mayer, Klavier

Schloss Esterházy. Tickets: T. 02682/61 866

od. www.schloss-esterhazy.at

4., 7., 9. u. 11. 8., 22.00, Wien

ImPulsTanz-Festival. Barbara Kraus:

„Wer will kann kommen“

Kunsthalle/project space. Info: T. 523 55 58,

Karten: T. 24 924 u. www.ImPulsTanz.com

5. 8., 21.00, Wien

ImPulsTanz-Festival. Vera Mantero:

„Solo Works“

Kasino am Schwarzenbergplatz. Info:

T. 523 55 58, Karten: T. 24 924 u.

www.ImPulsTanz.com

5. u. 7. 8., 21.00, Wien

ImPulsTanz-Festival. Meg Stuart/

Damaged Goods:„Disfigure Study“

MuseumsQuartier. Info: T. 523 55 58,

Karten: T. 24 924 u. www.ImPulsTanz.com

15. 8., 20.00, Klam bei Grein

Patti Smith & Band

Burgarena Clam, Sperken 4. Tickets:

www.clam.at

15. 8., 20.00, Steyr

The Rounder Girls

Schloss Lamberg, im Schlossgraben (bei

Schlechtwetter im Stadttheater Steyr).

Tickets: T. 07252/53 229

31. 8., 20.00, Rust

Monika Stadler. Harfe

Fischerkirche, Rust. Tickets: T. 02685/502 od.

www.bnet.at/rust

film

ab Juli, Österreich

Martha... Martha. F 2001, R: Sandrine

veysset. Mit Valerie Donzelli

österr. Kinos

ab Juli, Österreich

Heidi. Nach Johanna Spyri. CH/F 2001.

Mit Cornelia Gröschel

österr. Kinos

ab Juli, Österreich

Love + Sex. USA 2000, R: Valerie

Breiman. Mit Famke Janssen

österr. Kinos

11. 7.-18. 8., 21.30, Wien

Kino unter Sternen.

an.schläge-Tips:

Strange Days (14.7.)

Heavenly Creatures (15.7.)

Rosetta (28.7.)

Minor Mishaps/Sma Ullyker (1.8.)

The Nanny (6.8.)

Open Air im Augarten. Info: T. 585 23 24 25,

www.kinountersternen.at

17. 7., 20.30, Melk

Sommerspiele Melk: Die fabelhafte

Welt der Amélie. F/D 2001

Donauarena, Melk. Tickets:

T. 02752/523 07

24. 7.-31. 8., 21.30, Innsbruck

Musikfilmfestival.

an.schläge-Tips:

„Swing Girls: Sweethearts of Rhythm

& Helldrivin’Women“ (2.8.)

„Sarah Vaughan – The Lady sings the

Blues“(28.8.)

Treibhaus, 6020, Stadtplatz am

Volksgarten; freier Eintritt!

ab 26. 7., Österreich

Kissing Jessica. USA 2001. Mit Jennifer

Westfeldt und Heather Juergensen

österr. Kinos

29. 7., 21.30, Bregenz

Die fabelhafte Welt der Amélie.

F/D 2001

Festspielhaus Bregenz, Werkstattbühne,

T. 05574/413/0

an.künden

„Geben Sie’s auf den Schirm!“ Captain Kirk würde staunen, was Michaela Göltl und Christa Zauner ihm in der Galerie

„Ariadne“ auf den Bildschirm „geben“. Die Ausstellung „MIND THE GAP“ zeigt Fotoarbeiten der beiden Wiener

Künstlerinnen, die übliche Sehgewohnheiten spielerisch-ironisch irritieren. Standbilder aus Science Fiction Filmen

werden z.B. kombiniert mit ungewöhnlichen Aussichten aus dem Zugfenster und lassen die BetrachterInnen darüber

reflektieren, ob die orangefarbenen Plastiksessel im „gemütlichen“ Bahnhofs-Wartehausambiente Grund für

Mr. Spocks skeptischen Blick sind. Michaela Göltls Digitaldrucke „Transformationen“ verdeutlichen Brüche zwischen

Technik und Natur. Sie lassen die Haut des menschlichen Körpers in kalt-technische wirkende Stofflichkeit

übergehen. Die herkömmliche Wahrnehmung wird auch bei Christa Zauners Fotoserie „Bionik – upside down“ gekippt.

Ihre abgebildeten realen Menschen erscheinen aufgrund ihrer sonderbaren Physiognomie befremdend.

Die Ausstellung wird am 16. Juli um 19 Uhr eröffnet und dauert vom 17. Juli bis 14. September 2002.

Galerie Ariadne, Bäckerstraße 6, 1010 Wien.

5. 8., 21.00, St. Pölten

Kultur- und Filmfestival: Die fabelhafte

Welt der Amélie. F/D 2001

Rathausplatz St. Pölten

theater.kabarett

9. 7., 20.30, Bregenz

Gardi Hutter:„Die tapfere Hanna“.

20jähriges Bühnenjubiläum der

Clownfrau

Spiegelzelt, Seepromenade. Tickets:

T. 05574/49 59/0 od. www.seelax.at

25.-28. 7. u. 31. 7.-4. 8., 20.00,

Leopoldschlag

Und im Himmel kein Platz? Von Maria

Hauser, R: Heidelinde Leutgöb. Ein

Stück über die Situation homosexueller

Menschen in der Gesellschaft

Grenzlandbühne Leopoldschlag. Tickets:

T. 0664/997 39 01 od.

www.sommertheatertage.at

25. 7., 10.00, Graz

Liebe Jelena Sergejewna. Von Ljudmila

Rasumowskaja. Ab 14 Jahren

Jugendtheater Graz, T. 0316/8000

10. 8., 19.30, Linz

Andrea Händler:„Paradies“

Rosengarten auf dem Pöstlingberg. Tickets:

T. 0732/76 12/0 od. www.brucknerhaus.at

23. 8., 20.00, Salzburg

Meisterklasse. Hommage an Maria Callas

Elisabethbühne, 5020, Erzabt-Klotz-Straße 22,

T. 0662/80 85 85

juli august 2002an.schläge 43


an.künden

seminar.workshop

2.-5. 7., 11-17.00, Wien

Sommerferien-Career. An vier sommerlichen

Tagen den eigenen Berufswünschen

näherkommen: Computer

zerlegen, Tischlampe bauen, Umfrage

mit Mikro und Tonband etc. Für

Mädchen ab 12 Jahren

Anm.: Sprungbrett, 15., Pilgerimgasse 22-

24/Stg. 1/Top 1, T. 789 45 45; eur 15,-

6. 7., 10-17.00, Wien

Einführung ins Projektmanagement

für Web-Auftritte

Anm.: Webakademie – von Frauen für

Frauen, 1., Schottengasse 33, T. 96 90 207;

eur 305,-

7. 7., 10-17.00, Wien

Das Netz für Umfragen nutzen – Zielgruppenanalyse

im Internet

Anm.: Webakademie – von Frauen für

Frauen, 1., Schottengasse 33, T. 96 90 207;

eur 305,-

9. u. 10. 7., 12-18.00, Wien

Lampe, designed by ...you! Workshop

für Mädchen

Anm.: Sprungbrett, 15., Pilgerimgasse 22-

24/Stg. 1/Top 1, T. 789 45 45; eur 10,-

13. 7., 10-17.00, Wien

Kommunikationswerkzeuge für Projektleiterinnen

Anm.: Webakademie – von Frauen für

Frauen, 1., Schottengasse 33, T. 96 90 207;

eur 305,-

13. 7., 10-17.00, Linz

Grundlagen benutzungsfreundlicher

Webseiten

Anm.: Webakademie – von Frauen für

Frauen, T. 0676/841 874 16; eur 305,ab

15. 7., 17-21.00, Wien

Rhetorik für Frauen I.

Mit Andrea Broz

Anm.: VHS Landstraße, 3., Hainburger

Straße 29, T. 715 08 00; eur 60,84

15. u. 16. 7., 12-16.00, Wien

Mädchen-Kalender. Wandkalender

selbst gestalten, digital fotografieren,

am Computer bearbeiten etc. Für

Mädchen

Anm.: Sprungbrett, 15., Pilgerimgasse 22-

24/Stg. 1/Top 1, T. 789 45 45; eur 10,-

17.-18. u. 23. 7., Wien

Einführung in Flash 5

Anm.: Webakademie – von Frauen für

Frauen, 1., Schottengasse 33, T. 96 90 207;

eur 400,-

20.-21. 7., Wien

Streaming-Media: Videos für digitale

Medien aufbereiten

Anm.: Webakademie – von Frauen für

Frauen, 1., Schottengasse 33, T. 96 90 207;

eur 400,-

3.-4. 8., Wien

Datenbankbasierende Webseiten mit

UltraDev. 4.0 erstellen

Anm.: Webakademie – von Frauen für

Frauen, 1., Schottengasse 33, T. 96 90 207;

eur 400,-

3.-13. 8., Lunz am See

Tanzworkshop für Frauen.

Mit Mandana Alavi Kia

Anm. u. Info: T. 07486/80 81/83 21 od.

www.lunz.at/sommerspiele

11. 8., 10-17.00, Wien

Aktuelle Inhalte fürs Internet

Anm.: Webakademie – von Frauen für

Frauen, 1., Schottengasse 33,

T. 96 90 207; eur 305,-

16.-17. 8., Wien

Dynamik in die Website bringen

Anm.: Webakademie – von Frauen für

Frauen, 1., Schottengasse 33,

T. 96 90 207; eur 335,-

44 an.schlägejuli august 2002

20. 8., 12-18.00, Wien

EDV-Memory – der letzte Hit! Elektronisches

Memory mit der Programmiersprache

JAVA designen. Für

Mädchen

Anm.: Sprungbrett, 15., Pilgerimgasse 22-

24/Stg. 1/Top 1, T. 789 45 45; eur 5,-

24. 8., 10-17.00, Wien

Die eigene Website vermarkten

Anm.: Webakademie – von Frauen für

Frauen, 1., Schottengasse 33, T. 96 90 207;

eur 305,-

27. 8., 12-18.00, Wien

Herschauen! Stelzen bauen! Hobeln,

schleifen, bohren, ausprobieren. Für

Mädchen

Anm.: Sprungbrett, 15., Pilgerimgasse 22-

24/Stg. 1/Top 1, T. 789 45 45; eur 5,-

30.-31. 8., Wien

Grundkonzepte von Java als objektorientierter

Programmiersprache

Anm.: Webakademie – von Frauen für

Frauen, 1., Schottengasse 33, T. 96 90 207;

eur 335,-

1. 9., 10-17.00, Wien

Grundlagen benutzungsfreundlicher

Webseiten

Anm.: Webakademie – von Frauen für

Frauen, 1., Schottengasse 33, T. 96 90 207;

eur 305,-

26.-28. 9., Graz

Männer sind anders... Frauen auch.

Gender Kompetenz Training. Mit

Sigrid Fischer und Hubert Gerlich

Anm.: Frauenservice, 8020, Idlhofgasse 22/

1. Stock, T. 0316/71 60 22; eur 350,-

vortrag.diskussion

3. 7., 17.00, Graz

Sylvia Groth:„PAP-Abstrich. Zellveränderungen

am Gebärmutterhals“

Anm.: Frauengesundheitszentrum, 8010,

Brockmanngasse 48, T. 0316/83 79 98

3. 7., 19-21.00, Graz

Karin Hochreiter:„Natürliche und

mechanische Verhütungsmethoden“

Frauengesundheitszentrum, 8010,

Brockmanngasse 48, T. 0316/83 79 98

5. 6., 10-17.00, Wien

HIV/AIDS-Update Gynäkologie und

Geburtshilfe. Für Hebammen,

Pflegepersonal, GynäkologInnen

und SozialarbeiterInnen aus den

Bereichen Gynäkologie und

Geburtshilfe Semmelweis-

Frauenklinik

Info: Aids Hilfe Wien, 6., Mariahilfer Gürtel 4,

T. 595 37 11/95

8.-12. 7., Steinach im Wipptal

Eine andere Welt ist möglich.

Sommer ATTACademie 2002.

Mit Frigga Haug, Andrea Komlosy,

Eva Rossmann, Johan Galtung,

Christof Parnreiter u.a.

Info u. Anm.:

attacademie@attac-austria.org

24.-26. 10., Alpbach

Kongress Essstörungen.

10. Int. Wissenschaftl. Tagung

Info: Netzwerk Essstörungen, 6020

Innsbruck, Fritz-Pregl-Straße 5,

T. 0512/57 60 26

30. 8.-1. 9., Salzburg

Feministische Ethik. Internationales

Symposion

Bildungshaus St. Virgil, 5026, Ernst-Grein-

Straße 14, T. 0662/65 901/14

austellung

Dauerausstellung, Wien

Eugenie Schwarzwald und ihr Kreis

VHS Hietzing, 13., Hofwiesengasse 48,

Mo-Fr 8.30-19.30 Uhr

1. 7., 20.00, Wien

Finnissage zur Ausstellung „femmes“

von AKIDA/Irene Schwarz

Frauencafé, 8., Lange Gasse 11

bis 8. 8., Wien

Callas per sempre. Ausstellung zum

25. Todestag von Maria Callas

Herbert von Karajan-Centrum,

1., Kärntner Ring 4

bis 13. 7., Wien

Andrea Halmschlager/Susanne

Hammer:„Über Kurz Oder Lang“.

SchmuckGalerie V & V, 1., Bauernmarkt 19;

Di-Fr 11-18.30, Sa 11-17.00 Uhr

bis 18. 8., Wien

Adrian Piper:„seit 1965“. Retrospektive

Generali Foundation, 4.,Wiedner Hauptst. 15;

Di-So 11-18.00, Do bis 20.00 (Fei bis 18.00)

bis 22. 9., Wien

Margherita Spiluttini:„Nach der

Natur. Konstruktionen der Landschaft“.

Fotografien

Technisches Museum, 14., Mariahilfer

Straße 212; Mo-Sa 9-18.00, Do bis 20.00,

So/Fei 10-18.00 Uhr

bis 26. 7., Wien

Maria Lassnig:„Eine andere Dimension“

Galerie Ulysses, 1., Opernring 21/1. Stock;

Di-Fr 13-19.00, Sa 11-15.00 Uhr

bis 31. 7., Wien

Renate Bertlmann:„Werkschau VII“

Fotogalerie Wien, 9., Währinger Straße 59;

Di-Fr 14-19.00, Sa 10-14.00 Uhr

bis 6. 10., Wien

Aller Anfang. Eine Kulturgeschichte

der Geburt

Museum für Volkskunde, 8., Laudongasse

15-19; Di-So/Fei 10-17.00 Uhr

bis 14. 7., Heidenreichstein

Dina Larot

Glasstudio Thomas Zeh, Carl Hofmann-

Weg 35; Mo-Fr 9-12.00 u. 14-18.00, Sa 9-12

u. 14-17.00, So 15-19.00 Uhr

bis 25. 8., Mistelbach

Vergessen und verdrängt – jüdische

Gemeinde in und um Mistelbach

Museum der Stadt Mistelbach. Info:

Christa Jakob, T. 02572/45 54

bis 28. 7., Baden

Gudrun Kampl:„Die Jungfrauenmaschine“

Kunstverein Baden, Friedrichstraße 8;

Sa 10-12.00, Sa/So 14.30-18.00 Uhr

bis 13. 10., Wr. Neustadt

Ulrike Truger. Steinskulpturen

Hauptplatz, Wr. Neustadt

4. 7.-1. 9., Wien

Ines Doujak

Secession, 1., Friedrichstraße 12; Di-Mi,

Fr-So/Fei 10-18.00, Do 10-20.00 Uhr

ab 6. 7., Bregenz

Louise Bourgeois. Zeichnungen und

Skulpturen

Kunsthaus Bregenz, Karl Tizian-Platz;

Di-So 10-18.00, Do 10-21.00 Uhr

8. 7., 20.00, Wien

Vernissage: Stephanie Rees

Frauencafé, 8., Lange Gasse 11

26. 7.-1. 9., Wr. Neustadt

Ulrike Truger:„stein leben“

Kirche St. Peter an der Sperr, Wr. Neustadt

lesung

3. 8., 20.00, Lunz am See

Birgit Doll liest Marlene Streeruwitz

Tickets u. Info: T. 07486/80 81/83 21 od.

www.lunz.at/sommerspiele

7. 8., 20.00, Traunkirchen

Festwochen Gmunden: Barbara Frischmuth

liest aus ihren Werken

Klostersaal. Tickets: 07242/47 494 od.

www.festwochen-gmunden.at

selbstverteidigung

1., 8. u. 26. 7., 9. 8., 10-13.00, Wien

SV-Schnupperkurs für Mädchen

Anm.: Sprungbrett, 15., Pilgerimgasse 22-

24/Stg. 1/Top 1, T. 789 45 45; eur 4,-

fixtermin

Montag

Encounter-Gruppe für Lesben und

Frauen, die sich da noch nicht so

sicher sind

Institut Frauensache, 15., Reindorfgasse

29/7, T. 89 58 440. Jeden 2. u. 4. Mo

19.30 Uhr; eur 21,-/Abend

Internet-Café für Frauen und Mädchen.

Auch Anfängerinnen.

Kinderbetreuung

Zeit!Raum, 15., Braunhirscheng. 33-37,

T 895 72 67. Jeden Mo 15-18.00 Uhr

Zwischen den Welten. Erfahrungsaustausch

für lesbische (Co-)Mütter

Institut Frauensache, 15., Reindorfgasse 29,

T. 89 58 440. Jeden 1. Mo, 19.30,

eur 3,6/Abend

Elterngruppe. Für Eltern homosexueller

Töchter und Söhne

HOSI Linz, 4020, Schubertstraße 36,

T. 0732/60 98 98/1.

Jeden 2. Mo 20-22.00 Uhr

Frauen-Lokal-Abend der HOSI-Lesben

Linz

Coffee Corner, 4020, Bethlehemstraße 30.

Jeden Mo ab 18.00 Uhr

Frauencafé

AFZ, 4020, Humboldtstr. 43,

T. 0732/602 200. Jeden Mo 18-22.00 Uhr

Politisches Café

AFZ, 4020, Humboldtstr. 43,

T. 0732/602 200. Jeden 1. Mo ab 19.00 Uhr

Selbsthilfegruppe: Brustkrebs aktiv

begegnen

Anm.: Frauengesundheitszentrum, 8010,

Brockmanngasse 48, T. 0316/83 79 98.

Jeden 2. Mo 18-20.00 Uhr

Selbsthilfegruppe für Frauen zum

Thema: Verlust eines Kindes

Frauenservice, 8020 Graz, Idlhofgasse 20,

T. 0316/71 60 22.

Jeden 1. Mo 19.30-21.00 Uhr

Frauencafé

FLZ, 6020 Innsbruck, Liebeneggstr. 15.

Jeden Mo, Mi u. Fr 20-24.00,

T. 0512/58 08 39

Dienstag

Gynäkologische Kummernummer

F.E.M., T. 01/476 15/57 75.

Jeden Di 9-12.00 Uhr

Team for girls: Gruppe für weibliche

Lehrlinge

Anm.: Sprungbrett, 15., Pilgerimgasse 22-

24/Stg. 1/Top 1, T. 789 45 45.

Jeden Di 18-21.00 Uhr

Therapeutische Gruppe für Frauen

mit Missbrauchs- und Gewalterfahrungen.

Mit Bettina Reinisch

Anm.: Frauensache, 15., Reindorfgasse 29,

T. 89 58 440. Jeden Di 18.30-20.00 Uhr;

eur 21,-/Abend

Frauenlaufgruppe Hollabrunn.

Mit Sylvia Möstl

Treffpunkt: Parkplatz des ATSV,

2020 Hollabrunn. Jeden Di 9.00 Uhr

Frauencafé der Frauengruppe ABRAXA

4060 Wels, Spitalhof 3, T. 07242/55 6 40,

abraxa@goplay.com. Jeden Di 14-18.00 Uhr

Selbsthilfegruppe für von sexualisierter

Gewalt betroffene Frauen

AFZ, 4020 Linz, Humboldstr. 43.

T. 0732/60 22 00/60.

Jeden 2. und 4. Di 17.30-18.30 Uhr

Raus aus der Schuldfalle. Gesprächsgruppe

für Mütter von Kindern mit Essstörungen.

Mit Christine Saiko-Jogan

Anm.: Frauengesundheitszentrum, 8010

Graz, Brockmanng. 48, T. 0316/ 83 79 98.

Jeden 1. Di 16.15-17.30 Uhr

Selbsthilfegruppe:„Wenn Frauen zu

sehr lieben“

Frauenservice, 8020 Graz, Idlhofgasse 20,

T. 0316/71 60 22. Jeden Di 19.30-21.00 Uhr

Telefonische Verhütungsberatung –

kompetent, anonym, kostenlos

Frauengesundheitszentrum Graz,

T. 0664/99 27 44. Jeden Di 17-19.00 Uhr.

Infos auch unter

http://www.fgz.co.at/links.htm

Mittwoch

Bücherflohmarkt. Der Erlös kommt

dem Deutschkurs für ausländ.

Frauen zugute

Frauensache, 15., Reindorfgasse 29,

T. 89 58 440. Verkauf u. Abgabe von

Büchern jeden Mi 9-12.00 Uhr

Come in. Offene Gruppe für Lesben

Lila Tip, 6., Linke Wienzeile 102, T. 586 81 50.

Jeden 2. Mi ab 20.00 Uhr

Dein Körper, deine Verbündete. Gruppe

für Frauen,„einfach zum Wohlfühlen“.

Mit Andrea Scheutz

Anm.: Frauensache, 15., Reindorfgasse 29,

T. 89 58 440. Jeden 2. Mi 19.00 Uhr,

eur 21,-/Abend

FrauenART – offenes Atelier für Frauen.

Lustvolles Experimentieren steht im

Vordergrund, keine künstl. Vorkenntnisse

nötig

Info & Anm.: Anna Rakos, Jeden 1. Mi. abend.

T. 478 63 88

Gesprächsgruppe für Frauen mit

sexuellen Gewalterfahrungen

Anm.: Notruf für vergewaltigte Frauen u.

Mädchen, T. 523 222. Jeden Mi 18.00 Uhr

HOSI Lesbengruppe

Novaragasse 40, 2., T. 216 66 04.

Jeden Mi ab 19.00 Uhr

Open House – Für Frauen, die Kontakt

zu anderen Frauen suchen

Frauenberatung, 1., Seitenstetteng. 5/7,

T. 587 67 50. Jeden Mi 18-20.00 Uhr

Selbsthilfegruppe für Frauen mit

Brustkrebs

Wiener Krebshilfe, 18., Theresiengasse 46/

Ecke Kreuzgasse, Info-T. 408 70 40.

Mo-Mi 9.00-14.00, Di, Do 14-19.00 Uhr

Selbsthilfegruppe für Frauen mit

Angststörungen

Institut Frauensache, 15., Reindorfgasse 29,

T. 89 58 440. Jeden 2. Mi 18.30;

eur 3,6/Abend

Venus im Bade: Sauna, Whirlpool,

Schwimmbecken und Tepedarium.

Women only…

Badehaus Sargfabrik, 14., Goldschlagstr. 169.

Jeden 3. Mi 20-24.00, Anm f. Massage

T. 892 78 64

Schreibwerkstatt für Frauen.

Mit Fini Zirkovich

Literaturhaus Mattersburg. Jeden Mi

19.00 Uhr. Anm.: T. 02626/677 10

Selbsthilfegruppe für Frauen nach

einer Scheidung/Trennung

AFZ, 4020 Linz, Humboldtstr. 43,

T. 0732/602 200, Mi 18-19.00 Uhr

Frauenselbsthilfe nach Krebs

Frauengesundheitszentrum, 8010 Graz,

Brockmanngasse 48. Info: Elisabeth Holzer,

T. 0316/32 34 33. Jeden 2. Mi 16-17.30 Uhr

Donnerstag

Comgirls. Kostenlos chatten, mailen

und surfen für Mädchen

Sprungbrett, 15., Pilgerimgasse 22-24/Stg. 1/

Top 1, T. 789 45 45/14. Jeden Do 16-19.00 Uhr


Feministische Schreibwerkstatt

Frauencafé, 8., Lange Gasse 11.

Jeden 2. Do 19.30-21.00 Uhr

Kostenloser Deutschkurs für Migrantinnen.

Mit Irmtrud Pohl

Anm.: Frauensache, 15., Reindorfgasse 29,

T. 89 58 440. Jeden Do 10.30 Uhr

Muttertag. Kostenlose Kinderbetreuung

Anm: ega, 6., Windmühlgasse 26,

T. 589 80/0. Jeden Do 14-19.00 Uhr

Selbsthilfegruppe Anonyme Ess-

Süchtige

1., Seitenstettengasse 5/1. Stock/Tür 4.

Jeden Do 12.30 Uhr.

Info: T. 0676/78 79 144

Selbsthilfegruppe Anonyme Ess-

Süchtige

Amerlinghaus, 7., Stiftgase 8. Jeden Do

19.30 Uhr. Info: T. 0676/78 79 144

Selbsthilfegruppe für Frauen mit Essstörungen.

Mit Olivia Wollinger

Institut Frauensache, 15., Reindorfgasse 29,

T. 89 58 440. Jeden Do 18.30; eur 7,3/Abend

sistaDance-Toptraining

4., Rienößlgasse 4. Jeden Do

Widerstandslesung. Künstlerische

Beiträge (lesen, spielen, singen, feuerschlucken

etc.) willkommen:

http://www.awadalla.at/el/kalender.at

Botschaft der besorgten BürgerInnen, 1.,

Ballhausplatz 1a. Jeden Do 17-19.00 Uhr

Treffpunkt Internetcafé. surfen –

mailen – chatten und dazwischen

plaudern. Mit Sylvia Körbler

Frauenberatung, 3910 Zwettl, Galgenbergstraße

2. Jeden 1. u. 3. Do 16-19.00,

T. 02822/522 71-0

Die Tür – Frauencafé

7000 Eisenstadt, J. Joachimstr. 11/2,

02682/66 124; 7210 Mattersburg,

Brunnenpl. 3/2, T. 02626/62 670.

Jeden Do 10-12.00 Uhr

Selbsthilfegruppe für Angehörige von

Frauen, die von sexualisierter Gewalt

betroffen sind

AFZ, 4020 Linz, Humboldtstr. 43,

T. 0732/602 200, Do 15-16.00 Uhr

Gynäkologische Ordination und

„zweite“ Meinung.

Mit Marianne Stögerer

Anm.: Frauengesundheitszentrum,

8010 Graz, Brockmanngasse 48,

T. 0316/83 79 98. Jeden Do

Freitag

Frauendisco. Powered by Las Chicas

Rosebud, 2., Obere Augartenstraße 5.

Jeden Fr ab 21.00 Uhr

Intenet-Café von Frauen für Frauen

abz wien.cybercenter, 6., Gumpendorfer

Straße 83, T. 595 21 55. Jeden Fr 13-19.00

Uhr, jeder letzte Fr speziell für Mädchen!

Resis.danse-Tanzabend

Brot & Rosen, 12., Ratschkygasse 48.

Jeden Fr 21.00 Uhr

Selbsthilfegruppe Anonyme Ess-

Süchtige

22., Rennbahnweg 27. Jeden Fr 19.00 Uhr.

Info: T. 0676/78 79 144

Treffpunkt für junge Lesben bis 25

HOSI Linz, 4020, Schubertstr. 36,

T. 0732/60 98 98. Jeden 2. u. 4. Fr

ab 20.00 Uhr

Welser Frauen-Stammtisch – gemütlicher

Frauentreffpunkt

Schubert-Stüberl, 4600 Wels, Schubertstr. 13.

Jeden 4. Fr ab 20.00 Uhr

Frauencafé der Rosa-Lila-Pantherinnen

– der Abend für Lesben und

Freundinnen Feel Free

8010 Graz, Rapoldgasse 24.

T. 0316/32 80 80. Jeden Mo 19-22.30 Uhr

Frauendisco

Feel Free, 8020 Graz, Rapoldgasse 24.

Jeden letzten Fr 19-2.00 Uhr

Samstag

Club Anderwelt

6., Theobaldgasse 10.

Jeden 2. Sa ab 22.00 Uhr

Sonntag

Frauenbadefreuden. Mit Schönheitsmitteln

„á la Sonja“ und Spezialistinnen

für Hand, Fuß, Düfte und

Massage

Anm.: Sargfabrik, 14., Goldschlagstraße

169, T. 988 98 214.

Jeden 3. So 16-20.00 Uhr

Selbsthilfegruppe Anonyme Ess-

Süchtige

13., St. Veitgasse 25. Jeden So 19.30 Uhr.

Info: T. 0676/78 79 144

Weiber-Frühstück: Videos, Diskussion,

Provokation, feministische Literatur,

veganes Buffet

E.K.H., 10., Jeden 1. So

Sonntagsfrühstück. Für Lesben und

interessierte Frauen

Frauengetriebe, 6900 Bregenz, Schillerstr. 2

T. 05574/ 45 538. Jeden 1. So ab 11.00 Uhr

nach Vereinbarung

Arbeitsgruppe für Frauen mit sexuellen

Mißbrauchserfahrungen in der

Kindheit

Verein Frauen beraten Frauen, 1.,

Seitenstetteng. 5/7. Info: T. 0676/717 29 67

Beratung, Kurse, Information für geistig

oder mehrfach behinderte Frauen

und ihre Angehörigen

Verein Ninlil, 3., Hetzgasse 42/1, T. 714 39 39

Coaching für berufstätige Mütter. Hilfestellung

zur Orientierung und Selbstpositionierung.

Mit Gundi Grunner

Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38,

T. 476 15/57 71

Martha… Martha

Coaching und Supervision für berufstätige

Frauen.

Mit Susanne Schmölzer

Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38,

T. 476 15/57 71

Einzelberatung für Frauen in der

Lebensmitte – die „berüchtigten“

Wechseljahre. Mit Helga Kalmar

Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38,

T. 476 15/57 71

Einzelberatung für Frauen in Krisensituationen.

Mit Isabella Ammering

Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38,

T. 476 15/57 71; Erstgespräch kostenlos!

Einzelberatung und Therapie bei Essstörungen

für betroffene Frauen und

Eltern. Mit Renate Gänszle

Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38,

T. 476 15/57 71; Erstgespräch kostenlos!

Einzelberatung und Therapie bei Essstörungen

für Mädchen.

Mit Martina Nöster

Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38,

T. 476 15/57 72; Erstgespräch kostenlos!

Fortbildung für psychosoziale Berufsgruppen.

Mit Renate Gänszle

Anm.: F.E.M., 18., Bastieng. 36-38,T. 476 15/57 71

Help – schnelle Hilfe für junge Leute

bei Fragen zu Partnerschaft, Liebe und

Sexualität

F.E.M., T. 476 15/57 72

Mädchenworkshop: Besuch bei der

Frauenärztin. Mit Gabriele Knappitsch

Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38,

T. 476 15/57 71

Medizinische Sprechstunde für

Mädchen und Frauen mit Bulimie

und Magersucht

Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38,

T. 476 15/57 71

an.künden

Martha, Raymond und ihre Tochter Lise fristen ein schwieriges Leben in tiefer Armut

und geprägt von der schmerzlichen Vergangenheit der Mutter. Die Familie hält eisern

zusammen, trotzdem gleitet Martha immer mehr ab, gibt sich schließlich selbst auf.

Regisseurin Sandrine Veysset vermittelt in diesem Film gleichzeitig Schönheit und

Traurigkeit, Gefühle statt Erklärungen und von Beginn an ein latentes Unbehagen.

„Alles ist ruhig, steuert aber unbeirrbar auf den Untergang zu“, meinte Agnes

Varda. In Cannes erhielt „Martha… Martha“ im Vorjahr den Preis der internationalen

Filmkritik.

ab Ende Juni in den österr. Kinos

Schulworkshops zum Thema Essstörungen.

Mit Renate Gänszle und

Martina Nöster

Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38,

T. 476 15/57 71

Schwanger – was nun?

Beratungshotline

F.E.M., T. 476 15/57 71

Sexualberatung.

Mit Renate Türk-Lindmaier

Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38,

T. 476 15/57 71

Theaterworkshop „Liebe, Sex & Co.“

Mit Martina Nöster

Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38,

T. 476 15/57 72

Video-Workshop „Essstörungen einmal

anders“. Mit Renée Frauneder

und Martina Nöster

Anm.: F.E.M., 18., Bastiengasse 36-38,

T. 476 15/57 72

juli august 2002an.schläge 45


an.künden

Renate Bertlmann

1978 gestaltete die Künstlerin Renate Bertlmann ein

Plexiglas-Objekt mit dem Titel „Amo ergo sum“. In

den folgenden Jahren avancierte der Ausspruch zum

Motto für ihr vielfältiges Schaffen, kontinuierlich erweitert

anhand der drei zentralen Themen Pornografie,

Ironie und Utopie. Die Fotogalerie Wien im WUK

zeigt nun eine umfangreiche Werkschau mit Arbeiten

aus den Jahren 1976-2002. Objektzyklen aus Latex

und Plexiglas, Fotoserien und Performances wechseln

in loser Folge mit Vulven und Phalli – gemalt, plastisch

oder fotografisch in Szene gesetzt. Immer hart

an der Grenze zum Kitsch und Trivialen thematisiert

Bertlmann sexuelle und religiöse Konventionen oder

Tabus aus feministischer Sicht und mit einem ironischen

Augenzwinkern.

Fotogalerie Wien, 9., Währinger Strasse 59;

Di-Fr 14-19.00, Sa 10-14.00 Uhr

Women first: Selbstbestimmung für

behinderte Frauen

Info: Verein Ninlil, 3., Hetzgasse 42/1,

T. 714 39 39

Your line. Für Mädchen, die gerade

eine Lehre machen und darüber

reden wollen

Sprungbrett, T. 789 45 45/12.

Jeden Mo/Di/Mi 12-16.00 Uhr

Beratung, Gruppen, Kurse, Vorträge

für Frauen. Auch muttersprachliche

Beratung

Wendepunkt, 2700 Wr. Neustadt,

Raugasse 16, T. 02622/825 96.

Mo, Do, Fr 9-12.00, Di 17-20.00 Uhr

Frauenberatung

Verein Frauen für Frauen Burgenland,

7400 Oberwart, Spitalg. 5, T. 03352/338 55;

7540 Güssing, Hauptstr. 26, T. 03322/430 01

Psychologische, juristische und

arbeitsmarktpolitische Beratung

sowie Sozialberatung für Frauen

Die Tür – Frauenservicestelle, 7210 Mattersburg,

Brunnenpl. 3/2, T. 02626/62 670;

7000 Eisenstadt, Joachimstr. 11/2

T. 02682/66 124

46 an.schlägejuli august 2002

Beratung im Schwangerschaftskonflikt,

bei Verhütungsfragen und

Essstörungen

ISIS, 5020 Salzburg, Willibald Hauthalerstraße

12, T. 0662/44 22 55

Hotline Essstörungen des Frauengesundheitszentrums

Graz

Telefon zum Ortstarif: 0810/810 400. Mo

u. Do 16-19.00, Mi 9-12.00 Uhr

Psychotherapeutisches Orientierungsgespräch.

Einmalige, kurzfristige

Unterstützung in einer schwierigen

Lebenssituation.

Mit Christine Saiko-Jogan

Anm.: Frauengesundheitszentrum,

8010 Graz, Brockmanngasse 48,

T. 0316/83 79 98; eur 22,50

Schwangerschaftstest zum Selbstkostenpreis

(eur 1,50). Hilfe zur Selbsthilfe

und Infos zu Schwangerschaftshilfen

und/oder Schwangerschaftsabbruch

Frauengesundheitszentrum,

8010 Graz, Brockmanngasse 48,

T. 0316/83 79 98;

Mo/Di/Mi/Fr 9-13.00, Do 15-19.00 Uhr

radio.fixtermin

Jeder 1. Mo 18.00-19.00

Khorschid Khanum – die persischsprachige

Frauensendung

Radio Orange 94,0 MHz

(Telekabel Wien 92,7)

Di 18-19.00

ta mera – an Orten wie diesen. Von

Frauen für Frauen. Von Lesben für

Lesben

Radio Orange 94,0 MHz

Mi 18-19.00

Abwechselnd: orangina – Fanzine zu

Mädchennetzwerken in der Subkultur

/ bauch.bein.po – Die Sendung für die

ganze Frau

Radio Orange 94,0 MHz

Mi 20.05-20.20

Das Frauenzimmer. Die Plattform für

eine frauenspezifische Information

Freies Radio Salzburg, FM 94.0 MHz

Mi 18.00-19.00

Abwechselnd: Dyketime – Radiomagazin

für Lesben/frauenforum

RadioHelsinki, 92,6 MHz (Graz)

Do 18-19.00

HOSI Lesbenradio (Jeder 1. Do)/

La manifesta (2. Do)/Görls linkup

(3. Do)/Lourdes (4. Do)

Radio Orange 94,0 MHz

Fr 19.00-19.15

hot news for the sisters

Radio Orange 94,0 MHz

Jeden 2. Fr 18.00-19.00

Radio UFF. Das Radio des Unabhängigen

Frauenforums

Radio Orange 94,0 MHz

Jeden 1. u. 3. Fr 16.30-17.30

SPACEfemFM. Frauenradio

Radio FRO, 105,0 MHz (Linz)

diverses

ab 2. 7., 14.00, Wien

Wienspaziergang:„Josefine

Mutzenbacher: Auf den Wegen

der Lust im alten Wien“.

Mit Anna Ehrlich

Treffpunkt: Michaelerplatz, vor der Kirche.

Termine u. Info: 0676/922 77 73 od.

www.wienfuehrung.com

18. 7., 9-17.00, Wien

Vienna Airport-Opening! Exkursion

zum Flughafen. Für Mädchen

Anm.: Sprungbrett, 15., Pilgerimgasse 22-24/

Stg. 1/Top 1, T. 789 45 45;

eur 3,-

22. 8., 10-14.00, Wien

Mach dich schlau in EDVau! Exkursion

zu einer EDV-Technik-Firma.

Für Mädchen

Anm.: Sprungbrett, 15., Pilgerimgasse 22-24/

Stg. 1/Top 1, T. 789 45 45

12. u. 13. 8., Wien

Großstadtdschungel Outdoorfun.

Erprobe deine Selbstbehauptung!

Für Mädchen ab 13 Jahren

Anm.: Sprungbrett, 15., Pilgerimgasse 22-24/

Stg. 1/Top 1, T. 789 45 45;

eur 12,-

Redaktionsschluss

Termine 9/02: 9.8.2002

termine@anschlaege.at

aus.blick

thema

an.schläge im september

Frauen im Exil

Flüchtlingsfrauen in Österreich sind keine homogene

Gruppe, ihre Biografien unterscheiden sich durch

Alter, Herkunftsland, Sozialisation und Bildung.

arbeit

Zirkusartistinnen

„Akrobatin schöööön!?“ Gibt es die klassische Zirkusfamilie?

Wie sieht der Alltag von Artistinnen in der

Glitzer- und Zauberwelt des Zirkus aus?

kultur

Kunsttherapie

Kunst ist nicht nur zum Anschaun da. Sie ist auch

Mittel zur Heilung und Selbstfindung, wobei die

Wege dorthin so vielfältig sind wie die Kunst selbst.

an.schläge gibts in folgenden Buchhandlungen

Winter

Zentralbuchhandlung

Ebbe & Flut

Jeller

Südwind

Frauenzimmer

Riedl

Löwenherz

Südwind

1010

1010

1030

1040

1070

1070

1080

1090

1090

Landesgerichtsstr. 20

Schulerstr. 1-3

Radetzkystr. 11

Margaretenstr. 35

Mariahilferstr. 8

Zieglergasse 28

Alser Str. 39

Berggasse 8

Schwarzspanierstr. 15


Wiens

schönstes

Fest

Sommerakademie im frauenmuseum in Hittisau

29. August – 31. August 2002

FRAUENLEBEN /

Biographie / Autobiographie

Vorträge, Gespräche von Expertinnen und eine Feuerperformance zu historischen und

gegenwärtigen Lebensbedingungen von Frauen, zu Frauenrollen und Frauenbiographien

regen zur Auseinandersetzung mit der persönlichen Biographie an. Drei parallele

Werkstätten (kognitiv und kreativ) bieten vor dieser Folie die Möglichkeit zur

Betrachtung der individuellen Biographie.

Eine Veranstaltung des Frauenreferates der Vorarlberger Landesregierung und des frauenmuseums

in Hittisau. Nähere Informationen und Anmeldung bei Brigitte Nenning, Tel:

+43 (0) 5513/2543 und per E-mail: kontakt@frauenmuseum.com

Programm siehe: www.frauenmuseum.com

DAS FEST

Programm & Informationen: Christiane Maringer

Tel. 214 45 50, Mail: volksstimmefest@kpoe.at

Ticketvorverkauf: 7Stern, 7., Siebensterng. 31,

Dogma, 9., Lichtentalerg. 20, ZB, 1., Schulerstr. 1-3

www.volksstimmefest.at

PRATER JESUITENWIESE

31.8.+1.9.

summer in the city?

wir haben den sommer über

für euch geöffnet!

dienstag bis samstag:

18:30 bis 2:00 Uhr

wien 8, lange gasse 11

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