Flohmarkt - GEA

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Flohmarkt - GEA

Ausgabe Nummer 29 · August 2012 · P.b.b. 05Z036270 M · Verlagspostamt 1080 Wien · www.gea-brennstoff.atDeutschland-Terminesiehe letzte Seite!FlohmarktDO 23. August, 13 –19 UhrDonnerstag Vormittag geschlossen!FR 24. August, 10 –18 UhrSA 25. August, 10 –17 Uhr


Medieninhaber und VerlegerGEA VerlagLange Gasse 241080 Wienverlag@gea.atHerausgeberHeinrich StaudingerChefredaktionMoreauHeinrich StaudingerRedaktionsadresseLange Gasse 24, 1080 Wienbrennstoff@gea.atGEA Akademieakademie@gea.at02853/76503-61%FlohmarktAKTIONSPREISEPHÖNIXstatt € 149,— um 119,—TRAMPERstatt € 155,— um 125,—KOMMOD FLEXstatt € 135,— um 99,—DiverseStiefel fürDamen & Herren —20%Haufenweise FlohmarktpreiseRestpaare diverser Markenschuhe (Think!, Ganter, Hartjes)mit und ohne kleinen Fehlern.GehGuTiGut und diverse andere Marken Kinderschuhe!Unser KLEINER Fehler — Dein GROSSER VorteilIN ÖSTERREICHDONNERSTAG 23. August, 13 –19 hFREITAG 24. August, 10 –18 hSAMSTAG 25. August , 10 –17 hAKTIONSFARBENMINUS20%Abos und Anzeigenverlag@gea.atKorrektoratMonika BrogginiRenate GönnerSatz/GestaltungMoreau, 8952 Irdningmoreau@gea.atMINUSIn ausgewählten GEA-Geschäften, siehe Rückseite! | Solange der Vorrat reicht!AutorInnenUrsula Baatz, WolfgangBauer, Bodo Hell,Eduardo Galeano,Karl-Markus Gauß,Huhki, Ulrike Kammerhofer,Sylvia Kislinger,Susanne Scholl,Heini Staudinger%KLOXstatt € 115,— um 89,—CLEAstatt € 125,— um 95,—SVJESTAstatt € 99,— um 79,—BALLAstatt € 109,— um 89,—IN DEUTSCHLANDDONNERSTAG 30. August, 13 –19 hFREITAG 31. August, 10 –18 hSAMSTAG 1. September, 10 –17 hIn den Zitatentout le mondeErscheinungsweisevorerst 4 * im Jahrverbreitete Auflage: 126.101Brennstoff Nr. 29wird ermöglicht durch die:FörderABOnnentInnen,Waldviertler Schuhwerkstatt,die GEA Möbelwerkstatt,die GEA Geschäfte und unsereInserenten. Danke!Seele der HeimatAlso, der Einheimische wirdaufgrund zunehmender Katas -trophen oder Kriege immer seltener, aberauch Neuheimaten werden gegründetwie jetzt der Alpen raum. Der Alpenraum,früher Heimat der Dinarier, der Kelten,der Römer, der Helvetier, der Alemannen, der Baju -waren: jetzt die Heimat teutonischer Zahnärzte sowievon deren Steuer beratern und Rechtsbei ständen – ausder norddeutschen Tiefebene. Mobilität – als Heimat -gefühl. Immer mehr Men schen, die diesen Trend erkennen,wollen ihre gemietete Heimat in ein Eigenheimumwandeln, deshalb ist der seelische Ausdruck modernenHei matgefühls der Bauspar vertrag.Gerhard Polt, Kleine HeimatkundeMan kann im Leben nicht überall sein. Die Welt ist zugroß. Das Leben ist zu klein. Anna Benedikta, 7 Jahre altStoff der HeimatUnser Titelbild stammt aus Stoff der Heimat, dem jüngsten Dokumen -tarfilm von Othmar Schmiderer. Stoff der Heimat zeigt den Umgangmit Traditionen im Spannungsfeld der Moderne und spürt der Konstruktionvon Identität und Heimat nach. Der Film erkundet die Trachtin all ihren Facetten und legt den Stoff der Heimat frei als vielfädiges,dichtes Gewebe, als Gewand, Geschäft, Mode, Ideologie, Symbol,Bekennt nis und Kampfmittel. Stoff der Heimat ist eine (welt-)offene,vergnügliche Doku geworden, frei von politisch korrekter, vordergründigerPolemik, aufschlussreich und schön anzusehen ...Stoff der Heimat. Ein Film von Othmar Schmiderer. A 2011, 94 min.Trailer, weitere Infos und Kino-Termine > www.stoffderheimat.atHeimat ist zunächst an den Ortder Herkunft gebunden, andererseitshat für mich Heimat auch mit derbewussten Wahrnehmung des Ortes zutun, an dem ich mich gerade befinde. Ichkann im Prinzip an vielen Orten Heimatfinden, wenn es mir gelingt, mich auf das Fremde einzulassen.Und das Fremde trage ich ja sowieso in mir.Das ist für mich auch eine der zentralsten Geschichten:das Fremde in mir zu entdecken.Othmar Schmiderer, RegisseurInhaltAusgabe Nº 29 · August 2012Susanne Scholl05 Heimat ist ...Bodo Hell07 Heimat/Heumahd (einige Schnitte)Karl-Markus Gauss08 Ach soUrsula Baatz09 Heimat ist kein OrtHuhki Henri Quelcun13 Europa – Frau mit WeitblickHuhki Henri Quelcun15 Der HeimatplanetInterview16 Heimat – die Sicherung der SicherheitWolfgang Bauer im Gespräch mitUlrike KammerhoferWolfgang Bauer18 Solar CityDer Weg zur EnergieautonomieHeini Staudinger | Sylvia Kislinger20 AfrikaOskarl für Improvisierer22 brennstoff-FörderABOGE GE GE23 Gelesen. Gehört. Gesehen.Von Zen-Meistern, Liedermachernund ZeitenwendernGEA Akademie26 Den Sinnen vertrauen, das Eigeneentwickeln, neugierig bleiben oder:werden. Das neue Programm.EditorialLiebe Freundinnen, liebe Freunde!s gibt keine Chance auf Heimat, ohne – wenigstenshalbwegs – in sich selber daheim zu sein.EWenn es halbwegs »normal« hergeht, bekommtman/frau das von daheim mit.Wenn man gar nicht (oder kaum) in sich selber daheim ist,dann ist man für Ablenkungen aller Art anfällig, verführbarzu allen möglichen Unsinnigkeiten. Schon die Kindersind Zielscheibe der Werbe-, der Computer- und der Kon -sum industrie und so überrascht es gar nicht, dass Kinderin Afrika, trotz minimaler materieller Möglichkeiten, vieleher in sich selber daheim sind und so meistens verträglichereMitmenschen sind als unsere Kinder, die von tausendenAblenkungen zerfressen werden. Warum lassen wirdas zu?Daheim. Da denke ich zuallererst an mein Heimat-Nest, indem ich aufgewachsen bin. Unser Lebensmittelpunkt wardas Wohnzimmer. Es hatte drei Türen. Die eine Türe führtein die Küche, die zweite ins Schlafzimmer und durch diedritte Tür ging es direkt in unser kleines Geschäft. Es gabdort alles. Körbe, Sensen, Kuhketten und Nägel, Lebens -mittel, einfache Kleidung, Seifen, Zwirn und Knöpfe. Alles,was man braucht. Unser Geschäft war mehr als ein Ge -schäft. Es war Lebensraum für die Eltern, die Großmutter,die Kinder und die Kunden. Oft rede ich von dieser Greiß -lerei als meiner »University of Economics«. Denn dort habeich alles gelernt, was ich später brauchte. Grüßen, (be-)dienen,Kopfrechnen. Auf der Wirtschaftsuniversität sagensie »Public Relations«, »Service« und ... ?Kopf rech nen ist heute »out«, obwohl es oft genug schnellerist als je ein Computer. Außerdem habe ich daheim ge -lernt, dass das Auskommen wichtiger ist als das Einkom -men. Dieses Wissen beschützt mich. Denn, solange ichmein Auskom men habe, bin ich mit Geld ganz und garnicht verführbar.Heute wäre so ein kleines Geschäft wie das meiner Elternnicht mehr »lebensfähig«. Heute erwartet jede/r (?) in denGeschäften ein viel größeres Warenangebot, auch wennwir darin fast verrückt werden (oder werden wir systematischverrückt gemacht?). Die tausend Angebote bietennichts anderes als ein Leben aus zweiter Hand, getrenntvom inneren Fluss, entfremdet im Konsum. Wenn wirirgendeine Chance auf innere Heimat wahrnehmen wollen,dann müssen wir dagegenhalten. Das wichtigste Werkzeugist dafür die Einfachheit. Sie hilft uns bei der Rücker obe -rung der Lebensräume, in denen sich der göttliche Funke,der uns (dir und mir) mit der Geburt ins Herz gelegt ist,entwickeln und entfalten kann. Und dort ist Heimat.Das meint im ErnstIhr /deinHEINI STAUDINGERHerausgeberWer nicht einer großen innerenFreiheit fähig ist, der verfälltdem Gesetz seiner Umwelt undist verloren.Pater Delp, SJ, hingerichtet am2.2.1945 in Berlin-PlötzenseeIst Ihnen schon aufgefallen, wiezwiespältig in den Medien mitden Worten »unmöglich« und»möglich« umgegangen wird?Einerseits gilt mehr und mehrdas Unmögliche als möglich. Wirwerden in den Weltraum reisen,wir werden ewig leben und zudiesem Zweck menschliche Or -gane züchten. Es wird möglich,zwei Penisse zu haben – dochwenn es darum geht, das Bud -get für Gesundheitsversorgungoder Arbeitslosenhilfe um zweiProzent anzuheben – dann heißtes plötzlich: das ist unmöglich!Slavoj ZizekEinfachheit soll nicht das Lebender Menschen reduzieren, son -dern es im Gegenteil befreien,für die Fülle des Wesentlichenöffnen.Martin Kämpchen2 Nº 29/12Nº 29/12 3


TitelUntertitelHeimatHeimat ist ein Bild.Heimat ist ein Geruch.Heimat ist ein Geschmack.Heimat ist eine Sprache.Heimat ist eine Straße.Ein Garten, ein Baum, ein Haus.Heimat ist ein Gefühl.Heimat sind Menschen.Es war vor vielen Jahren. Ich studierte in Rom.Unter meinen Studienkolleginnen war auch einMädchen mit tschechischer Mutter. Als wir einmalbeim Mittagessen zusammensaßen, redeten wir überdie Kochkünste un serer Mütter. Wir beide schwärmtenvon Marillen knö deln und Buchteln – unsereitalienischen Mitstudenten machten angeekelteGesichter. Da hab ich mich zu Hause gefühlt – beidiesem Mädchen, das ich kaum kannte und mit demmich neben den gemeinsamen Küchenvorliebenkaum etwas verband.SUSANNE SCHOLLJournalistin, Schriftstellerin undDoyenne der Auslandskorres -pondenten des ORF. Ab 1991leitete sie das ORF Büro inMoskau. Aufsehen erregte ihrevorübergehende Festnahmedurch die russischen Behördenwährend der Berichterstattungaus Tschetschenien. SusanneScholl hat mehrere Sachbücher,Romane und Gedichte veröffentlicht und zahlreiche Preiseund Auszeichnungen erhalten.Zuletzt erschien bei ecowindas Buch »Allein zu Hause«.www.susannescholl.atWenn ich in Wien spazieren gehe, erinnere ich mich.An den Geruch der Praterwiesen, auf denen ich alsKind gespielt habe. An das Gitter im Gartentor vormeinem Elternhaus.An einen Abend mit Eltern, Geschwistern, Tantenund Freunden meiner Eltern rund um den großenTisch in unserem Wohnzimmer.Wenn ich in Wien spazieren gehe, denke ich auch andie heißen Sommerabende in Rom, bei Pisa oder aufSardinien.An die eisigen Spaziergänge im Moskau des alleser starren lassenden Frostes.An New Yorks Museen und die kleine Wohnungmeiner russischen Freunde in Queens.Ein jeder steht allein auf dem Herzen der Erde, durchdrungen von einem Sonnenstrahl. Und plötzlich ist es Abend.xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxSalvatore QuasimodoHeimat ist immer dort, wo man gerade nicht ist.Heimat ist auch eine immer gegenwärtige Sehnsuchtnach anderen Orten, Gerüchen, Geschmäckern.Und dem Gespräch mit denen, die man liebt.Heimat ist dort, wo Menschen sind, die einem nahestehen.Heimat hat viele Gesichter.Heimat hat viele Sprachen.Heimat hat viele Gerüche,Gefühle, Geschmäcker.Heimat ist bunt und warm und verwirrend.Und wer Heimat in der Enge sucht, ist arm.4 Nº 29/12Nº 29/125


Heimat/Heumahd(einige Schnitte)LA B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y ZOBodo Hell. Die rein denkende Rede gibt es eben nicht, die rein logische, das hat sogar Wittgenstein einsehen müssen, schon gar nicht.— und was würde dieser weiland Philosoph aus Rhein -land-Pfalz (nämlich dieser andere Ernst), und zwar ausdem industriellen Ludwigshafen (einem vormals bayerischenBinnenhafen mit Atlantikanschluß) geantwortethaben, wenn er von Tübinger Studierendennach seiner Herkunft gefragt worden wäre, vielleichtdies: Heimat sei so etwas wie der Bildwerfer, der allenMenschen in ihre Kindheit hereinscheine, worinnenaber noch nie jemand wirklich gewesen sei (so Bloch),von den äußerlich identifikablen sprachlichen Prä -gungen einmal ganz abgesehen— und was sagt diese reiche Amerikanerin in Parisdazu (ach in ihrer kurzen Wiener Kinderzeit im HauseStein hatte sie sogar eine Ziege zur Gespielin, und amObersalzberg sieht man sie auf einem Foto von 1945mit amerikanischen Soldaten im geborstenen Berg -hof Fenster sitzen), in deren französischem Salon diespäter so berühmte Kunstwelt (ohne sich viel um dieProsaschleifen so einer avantgardistischen Überseeautorinzu kümmern) aus- und eingegangen ist, und wiehat diese andere Gertrude von ihrem Identitätsver -ständnis gesprochen, nämlich ganz ernsthaft undknapp auf solche Weise: ich bin ich, weil mein Hundmich kennt— ach ja zuhause bin ich und heimatlich fühle ichmich (und wir uns) auch dort (und diese Liste ist vonjedermann/frau zu modifizieren und erweiterbar), womich so und so viele Leute kennen (mögen und auchablehnen), wo sich halbwegs befriedigende Arbeits -möglichkeiten bieten, wo man in den Quartieren derStadt überraschend oft auf Bekannte trifft und sichZeit zum Reden nimmt, wo es den vorzüglichen thailändischenHOM MALI-Reis im Weltladen gibt, wo dieEingeparkthabenden nicht ohne Rücksicht auf dieRad fahrer ihre fahrerseitigen Autotüren aufstoßen, wodie Hofbäume in der Vegetationsperiode die Aus puff -Luft verbessern, wo sich Ansässige um den Erhalt derletzten autobahnlosen Tallandschaft kümmern (auchwenn wir alle anderswo bereits selbst über die Beton -pisten rasen), wo ein evangelischer Kurator daraufbesteht, daß die Haustüren (die Pfarrei nicht ausgenommen)für jeden Unangemeldeten jederzeit offenstehen,wo ein Dorfbürgermeister vor schwerwiegendenEntscheidungen einen ganzen Tag lang auf denHochweiden nach den SommerSchafen schauen gehtund sich auf solchen SuchWegen also stellvertretendabarbeitet, das heißt zu einem Entschluß (und sei esdie Ablehnung eines MehrzweckZentrums im Ort)durch ringt, wo die wertschätzende Begrüßung unterMännern so klingt: naki deng suppei (das könnte heißen:du siehst heute so gut aus wie eine junge Kuh),wo die scheinbar unvermeidlichen Kartoffelkäfer jedenTag wieder als kleine rote Bestien aus den gelbenGelegen schlüpfen und schnell zerdrückt werden müssen,während die Vogelschwärme längst über die reifenRibisel hergefallen sind, wo die Menschen ihreIdentität von anderswoher beziehen als 1. aus derDosenwerbung, 2. aus dem alle 3-Minuten-Lachsal -ven programm oder 3. von den mir-san-mir-Sonntags -reden und -Stammtischgesprächen ...— schau dort geht ein Rauchfangkehrer: ruft das Kind,ungeniert auf die enganliegende Kopfbedeckung einesPassanten deutend, ist wohl ein Bergknappe: wird esvom begleitenden Elternteil halb erstaunt/halb mißbilligendkorrigiert— sind Sie wirklich unverheiratet: wagt eine Volks -kundeTouristin beim Sarntaler Hutträger (mit rotemHutband) nachzufragen, und bekommt vom BoarischGehenden ein vielsagendes Lächeln zur Antwort— meine Goldhaube will ich nicht mehr aufsetzen: gestehteine aus Niederösterreich nach Salzburg ausgewanderteTraditionsträgerin freimütig, ich komme mirdamit wie verkleidet vor— wußten Sie das: unser schwarzes Plissee ist von derspanischen Hoftracht abgeschaut, erklärt die stolze Bre -genzerwälderin aus Hittisau und plättet nochmals überdie Falte hinweg— bei diesen Dörflern im hintersten Tiroler Bergtal mitihren Hutscheiben sind die Blut-und-Boden-Filme ge -dreht worden: moniert ein Cineast, selbst mit dem›Stoff der Heimat‹ befaßt— für jede Asylwerberin in Österreich ein zünftiges Dirndlzum Einstand: schlägt die engagierte Autorin den Po -li tikerinnen halb ernsthaft/halb ironischerweise vor— schau, die sind ja total nackt, total nackt: ruft eineRadfahrtochter ihrem Radfahrpapa mehrmals zu unddreht sich nach dem Paar am anderen Ufer um, diewollen eben nahtlos braun werden: wird sie knapp aufgeklärt— Bundhose, Modelstutzen und Spielhahnhut, das istnicht mein Stil: konstatiert der Jungbauer (GenerationMotorsense), eher schon Schirmkappe und Funktions -kleidung aus moderner Mikrofaser— Kärnten könne er sich nicht mehr leisten, soll derangesehene Politiker damals gesagt haben, er sei aber(nach unbestätigten Meldungen) dort selbst im Kärnt -ner Anzug gesichtet wordenBODO HELL1943 Salzburg, Wien/Dachstein,Prosa, Radio, Theater, Schrift imöffentlichen Raum, Essais zurbildenden Kunst, Fotos, Film,Musik, Almwirtschaft, Bücherzuletzt: Nothelfer, Droschl 2010;Immergrün. Sudarium/Calen -darium (mit Linda Wolfsgruber)Folio Verlag 2011; Untersberg (mitSeitter, Wallnöfer, Kubelka),Pustet 2012 | www.bodohell.atWer nicht flexibelreagiert, stirbt aus. Soder Steinadler. Im Alpenraumist er beheimatet,aber ausgestorben. WoHeimat aufgehört hat,Heimat zu sein, entstehtdas Heimat museumoder das Reservat.Gerhard PoltKleine Heimatkunde6 Nº 29/12 Nº 29/127


Heimat/HeumahdAch soHeimat ist kein Ort— im Ausseeerischen herrschen andere Gesetze: meintdie Zugereiste, da kommt einem das Tragen von Leder -hosen ganz selbstverständlich vor, und die Mädchenaus der Stadt drängen in Scharen zum Dirndlkirtag— was hätten wir sonst noch an sogenannter Identitätvorzuweisen: wagt jemand zu fragen, wenn wir unsnicht als jodelnde Älpler verkleideten— so etwas haben die Beinvögel gar nicht gern: erklärtder AlmrauschhonigImker, wenn jemand im dunklenLodengewand vor die Bienenstöcke tritt und gar nochdaran herumklopft— Tracht ist das, was wir tragen: meint der Altblas -bichlbauer aus der Ramsau am Dachstein ungerührt,und Brauch ist das, was wir brauchenzumindest alle heiligen Zeiten scheinen wir Zuspruchund Fürsprache zu benötigen/zu brauchen: fürs Im -mer-Wieder-Überstehen des Jahreslaufs im Zeichender Spirale (wie sie in der Federkielstickerei erscheint),mit dem Figuren- und AttributenWerk des Mandl/Weibl-Kalenders im Hintergrund (auf Elfenbein plätt -chen geritzt in der Ambras’schen Wunderkammer, pa -pieren dreifarbig aus dem steirischen Druckhaus Ley -kam importiert, bei Strafe 10 Mark lötigen Goldes keinenin Steiermark einzuführen): mit dem von Mariadem Hohenpriester zur Beschneidung hingehaltenennackten Jesusknaben, mit blauem Saulus/Paulus aufscheuendem Pferd vor gelbem Sonnenviertel im linkenBildEck, mit überkreuzten brennenden BlasiusKerzen,mit spindelkletternden GertrudenMäusen, mit leeremKarfreitagKreuz, mit roter PankratiusMaiblume, mitkurioser FußabdruckHimmelfahrt mit hängendem Je -susUnterteil, mit AlexiusTreppe und MargaretenWurm,mit je einem roten Hund für Hundstag-Ein-und-Aus -gang (seitenverkehrt: der 1. Hund schaut hinein, der 2.zurück), mit rotem Felix und blauer Regula (wie sieihre abgeschlagenen Häupter vor sich hertragen), mitder Äbtissin Hildegard von Bingen, die ihr aufgeschlagenesNotizbuch in der Rechten und die gezückte Gän -sefeder gar in der Linken hält (also Linkshänderin!),mit gelb lachendem HieronymusLöwen am Septem -berEnde, mit Holz tragendem GallusBären, mit rotemSimon (Säge) und blauem Judas Thaddäus (Keule) alsDoppelgespann, mit Othmar’schem unerschöpflichemWeinfaß und zackigem KatharinenRad, mit goldenenNikolausBällen und gestrichelten StephanusSteinen,und nicht zu vergessen knapp vorm Jahresende dasaufrecht mit rotem Schwert und Bauchschlitz auf denBetrachter zuschreitende nacktweiße Unschuldige KindKARL-MARKUS GAUSSgeboren 1954 in Salzburg, woer heute als Autor und Heraus -geber der Zeitschrift Literaturund Kritik lebt. Seine Bücherwurden in viele Sprachen übersetztund mit etlichen Preisenausgezeichnet. Bei Zsolnayerschienen zuletzt Im Wald derMetropolen (2011) und Ruhmam Nachmittag (2012).Man muss Heimathaben, um sie nichtnötig zu haben.Jean AmeryBodo HellLinda Wolfsgruberimmergrün.Sudarium. CalendariumFolio Verlag, Wien 2011Karl-Markus GaußVon nah, von fern.Ein Jahresbuch.Zsolnay Verlag, Wien 2003© Zsolnay | Michael AppeltEs war ein Symposion, gewidmetdem Thema »Hei mat«, und dageschah es, dass eine berühmteSchrift stellerin, berühmt auchfür die kritische Schärfe ihrerAuffassung, ans Podium tratund mir nichts, dir nichts demaufgewühlten Publikum sagte,Heimat sei überhaupt so etwasDummes, das ein aufgeklärterMensch nicht brauche und siejedenfalls schon gar nicht. Da wurde es ganz ehrfürchtigvor kritischer Zu stimmung im Saal, hast du’s ge -hört, sie braucht keine Heimat, auch wir wollen sienicht mehr brauchen müssen. Und so gingen die Leuteauseinander und erzählten es sich weiter, ach, war ichein Depp, die Heimat ist doch ein Försterfilm, und werschaut sich heute noch freiwillig Försterfilme an, dieHeimat ist ein Trachtenanzug, da habe ich weiß GottFlotteres im Kleiderkasten. Das er zählten sie auch demPendler und dann dem Arbeits emigranten und endlichdem Flüchtling. Bleibt keine reaktionären Finsterlinge,sagten sie ihnen, vergesst, woher ihr kommt und wasihr gewesen seid, das Dorf, die Straße in der Vorstadt,die Siedlung, das Licht am Morgen, den Blick aus demFenster, die Freunde abends beim Trinken, und vergesstauch eure Sprache, ihr braucht sie hier nicht, wirbrauchen ja nicht einmal unsere eigene Sprache. Dieso belehrt wurden, nickten, langsam verstehend, achso, endlich haben wir ihn begriffen, den Grund unseresUnglücks, von hier nach dort kommandiert vonKonzernen, die da eine Firma eröffnen, sie dort wiederschließen. Wir müssen flexibel werden, wie uns geheißen,nur wer flexibel ist, wird bestehen, wer an Erin -nerungen haftet, muss untergehen, und wir warendum me Untergeher, dabei könnten auch wir Besteherwerden, wenn wir uns nur darein fügten, menschlichesTreibgut zu sein.Das ist das Gute an dem nahen, fernen Land: dass diekritischen Geister dort gerne rebellisch verkünden, wasdie Wirtschaft schon lange praktiziert. Kühn wagensie es, dem common sense Ausdruck zu verleihen, undmutig achten sie nicht der Gefahren, die sie eingehen,wenn sie als Avantgarde die Nachhut bilden. Hat dieÖkonomie die Menschen erst einmal heimatlos ge -macht, dann stellen sie sich bald mit einer avan ciertenTheorie ein, die aus der Entwurzelung von Millionenein Lob auf die Unbehaustheit und das Nomadentumdes Intellektuellen presst.Timbuktu, Mali, Afrika1IIch war nie in Timbuktu. Vielleicht werdeich auch nie in diese Oasenstadt kommen.Die größte und älteste Bibliothek Afrikas befindet sichhier – mit hunderttausenden Handschriften, viele da -von mehr als ein halbes Jahrtausend alt. KunstvolleLehm bauten mit markanten hohen Türmen beherbergtendurch Jahrhunderte die wichtigste Universität derislamischen Welt. Und dann die Gräber der Sufi-Hei -ligen, wichtige Orte der Verehrung und des Vertrauensfür afrikanische Muslime und Muslimas; zudem UNES-CO Weltkulturerbe – das war bis Anfang Juli so. Dannbe gannen mit Maschinengewehren bewaffnete »Kämp-fer für den wahren Islam« die Heiligengräber zu zerstören.Nach Ansicht der Wahhabiten, einer islamischenSekte aus Saudiarabien, ist Heiligenverehrung Sün de,deswegen müssen die uralten Plätze islamischer Fröm -migkeit zerstört werden. Viele weinten in Timbuktu,als das geschah, berichteten Augenzeugen der französischenPresseagentur AFP. Mittlerweile sind zweiDrit tel der Bevölkerung aus der Stadt geflüchtet.Auf einem unscharfen, mit Handy aufgenommenenFilm sieht man, wie ein paar Männer uralte Lehm -mauern niederreißen. Mir kommen die Tränen, währendich das sehe. Ein heller, scharfer Schmerz bohrtsich in mein Herz, ein Schmerz über den Verlust vonetwas sehr Nahem und Vertrautem, sehr Kostbarem.Mit den Menschen in Timbuktu teile ich weder Spra -che noch Religion noch Lebensgewohnheiten. Aber dieZerstörung ihrer Heimat, ihres Lebens zerstört auchetwas in mir – ein Stück meiner Seele? Ein StückHeimat?2Heimat ist Erinnerung und Gewohnheit -zum Beispiel für mich manchmal der Ge -ruch von frischen Erdbeeren im Frühsommer, das leiseGeräusch reifer Getreideähren im Wind und der ganzspezielle Geruch der Sommerwiesen. Manchmal habenmir diese Gerüche und Geräusche gefehlt; einmal hatteich mitten in der Regenzeit in Japan beharrlich dieVision einer großen Schüssel mit frischem grünenSalat und Gartenkräutern. Ist das Heimat? Es ist etwasgerade nicht da, was einmal da war und gut war. Undvor allem mit Beziehungen verbunden ist – zu Groß -eltern, Kindheitsfreunden, zu der kleinen Katze ... zuBäumen oder Landschaften. Zum Apfelbaum im Gar -ten meiner Großmutter zum Beispiel, der schon längsteinem Feuchtbiotop Platz machen musste. War dasHei mat, als ich hoch oben im Apfelbaum sitzend imSeptember die sonnenwarmen reifen Äpfel gegessenhabe? Es war sehr schön, und die Erinnerung belebtmich heute noch; und zugleich ist da ein Schmerz,weil der Baum gefällt wurde. Vielleicht gibt mir dieserErwachsenenschmerz über den Verlust eines Ortes,an dem für Augenblicke das Paradies erlebbar war, denSchlüssel, den Schmerz der Menschen in Timbuktu zuverstehen. Was zerstört wurde, sind keine Baudenk -mäler, sondern Orte, an denen manchmal für Augen -blicke das Paradies aufgeleuchtet ist.3Heimat ist dort, wo die Dinge Geschichtenhaben. Der alte VW rumpelte zuerst überSeitenstraßen nach Bozen und dann über die mehrspurigeAutostrada Richtung Brenner. Der Fahrer, einStudienkollege und Bergbauernsohn aus der Gegendoberhalb Bozens hörte nicht auf zu erzählen – überdiese Bäume und jene Steine, über die Brücke, dieBauernhöfe am Hang, tausend Geschichten über Ver -wandte und Bekannte aus dieser Landschaft, seinerHeimat. Je näher wir dem Brenner kamen, desto dünnerflossen die Geschichten, und auf der anderen Seitedes Passes verstummten sie völlig. Hier war Fremde,keine Erinnerungen, keine Geschichten mehr – bisWien. Da kamen sie dann wieder – Geschichten überGeschichten aus den Bezirken, in denen er bishergelebt hatte. Hier war er wieder daheim und kanntesich aus. Heimat ist, wovon sich mit Zuneigung undvon Herzen erzählen lässt. Alles andere ist nicht Hei -URSULA BAATZPhilosophin, Ö1-WissenschaftsundReligionsjournalistin, Lehr -beauftragte an der UniversitätWien, Qi Gong-Lehrerin, Zen-Praktikerin, Reisende undBuchautorin, zuletzt: Erleuchtungtrifft Auferstehung. Zen-Buddhismus und Christen tum.Eine Orientierung (Theseus2009). Mit-Her ausgeberin vonpolylog: zeitschrift für interkulturellesphilosophierenDen Weg zu studierenheißt sich selbst zustudieren, sich selbstzu studieren heißt sichselbst vergessen. Sichselbst zu vergessenbedeutet von allenWesen erleuchtet zuwerden. Von allen Wesenerleuchtet zu werdenbedeutet, frei zu seinvom Anhaften an Körperund Geist von sich selbstund anderen.Zen-Meister Dogen© lukasbeck.com/edition a.8 Nº 29/12 Nº 29/129


Heimat ist kein OrtLANDKARTE DER ZEITHeute ist es unabweislich:Es war nicht der fröhliche Internationalismus, der dieHeimat überflüssig gemacht hat, es ist der erzwungeneInternationalismus der transnationalen Ökonomie, dersie schlichtweg aufhebt. Er ist es, der die Menschen ausihrer Verwurzelung im Regionalen, Besonderen, in ihrerSprache und ihren spezifischen Traditionen reißt, er istes, der sie aus den Fesseln der Heimat befreit, um sie,wehr- und gedächtnislos Gewordene, von hier nach dortzu beordern. Der »Heimatlose« ist nicht der freie, derEnge entronnene Mensch, sondern die gänzlich fungibelund flexibel gewordene Arbeitskraft.Karl-Markus Gauss, Zu früh, zu spätmat. Das wissen die Heimat-Ideologen zu nützen, underfinden solche Geschichten als Waffen gegen »dieanderen«.4Heimat ist, wo es einem gut geht. Langehab ich geglaubt, dass das schwermütigeRenaissance-Lied »Innsbruck, ich muss dich lassen, ichfahr dahin mein Straßen, in fremde Land dahin« voneinem heimwehkranken Tiroler stammt. Schon deswegen,weil der Dichter so sehr beklagt, dass er im»Ellend« ist, im Ausland also. Doch das Lied hat einzugewanderter niederländischer Komponist geschrieben:Heinrich Isaac, der bis zum Sturz der Medici 1493an ihrem Hof in Florenz lebte, musste dann nach ei -nem neuen Dienstgeber suchen. Er fand ihn in KaiserMaximilian I., der in Innsbruck residierte. Das Liedstammt vermutlich aus dem Jahr 1495; zwei Jahrespäter unterschrieb Heinrich Isaac den Dienstvertragals Hofkomponist Maximilians. Arrigo Tedesco, soIsaacs italienischer Name, hat sich in Innsbruck nurselten aufgehalten. Gestorben ist er 1517 in Florenz.Dort hatte er großen Grundbesitz, und dorthin zog ihnauch die Erinnerung an die Hochblüte der Künsteunter den Medici. Das Innsbruck-Lied stammt voneinem Arbeitsmigranten auf Jobsuche. Rund 200 Mil -lionen Menschen suchen heute nach Arbeit und besserenVerdienstmöglichkeiten außerhalb ihres Her -kunfts landes. Manche zieht es im Alter an den Ortihrer Jugend zurück, doch viele bleiben in der neuenHeimat, wo sie ihr soziales Netz gefunden haben undihr Auskommen. Manchmal gibt es auch im Her -kunfts land keine tragfähigen sozialen Bindungen mehr.Die Familie, aus der man stammt, ist in alle Windezerstreut; das Haus, in dem man aufwuchs, ist abgerissenund durch einen mehrstöckigen Neubau ersetzt.Heimat kann man das wohl nicht mehr nennen. Hei -mat, das sind auch Beziehungen.5Das »Innsbruck-Lied« wurde binnen wenigerJahre von den Protestanten umgedichtetund bekam eine metaphysische Pointe: »O Welt, ichmuss dich lassen«, so steht es bis heute im Gesangs -buch, und so hat es Johann Sebastian Bach als Choralgesetzt. Aus dem »Ellend«, dem Ausland, wird das»ewig Vaterland«, zu dem alle Straßen führen. »Vor-angegangen in die ewige Heimat«, heißt es oft aufGrabsteinen, evangelischen wie katholischen. Die»ewi ge Heimat« – das ist Hoffnung auf ein gutes Le -ben, ohne Krankheiten, Armut, Tod. Im Winter lagenda mals Knechte und Mägde in einem offenen Stallneben dem Feuer, zugedeckt mit Stroh und zerrissenenFetzen. Das kann man z.B. auf manchen Weih nachts -darstellungen sehen. In einer feudalen Gesellschaftgabs da keine Chancen – und so wurde die Heimat imHimmel zu einem Trost. Wir Heutigen, in den reichenLändern, sind geschützt durch Versicherungen, Zen -tralheizungen, Krankenhäuser. Da erübrigt sich fürviele die Hoffnung auf die Heimat im Himmel. Dochdie Sehnsucht nach Glück und Geborgenheit ist ge -blieben. Das Leben ist unbeständig und vergänglich,und es bleibt die Sehnsucht nach Momenten des Pa -radieses.6Vor ungefähr viereinhalb Milliarden Jah ren, ein paar mehr,ein paar weniger, spie ein winziger Stern einen Planeten aus,der heute auf den Namen Erde hört.Vor ungefähr vier Milliarden zweihundert Millionen Jahrentrank die erste Zelle von der Meeressuppe, und sie schmeckteihr, und sie teilte sich, damit sie jemanden hatte, mit demsie anstoßen konnte.Vor etwas mehr als vier Millionen Jahren richteten sich Frauund Mann, fast noch Affen, auf ihren Hin terbeinen auf undnahmen sich in den Arm, und zum ersten Mal spürten sie dieFreude und den Schreck, sich von Angesicht zu Angesicht zusehen, während sie dabei waren.Vor ungefähr vierhundertfünfzigtausend Jahren rieben Frauund Mann zwei Steine aneinander und entzündeten daserste Feuer, das ihnen half, die Angst und die Kälte zu be -kämpfen.Vor ungefähr dreihunderttausend Jahren sagten sich Frauund Mann die ersten Worte und glaubten, sie verstündensich.Und damit sind wir immer noch beschäftigt: wollen zweisein, kommen um dabei vor Angst und vor Kälte und suchennach Worten.Eduardo Galeano, Zeit die sprichtVielleicht stammt diese Sehnsucht ja ausder Zeit vor unserer Geburt, aus der nurkurzen Phase des Geborgenseins im Mutterbauch, sagtdie perinatale Psychologie und setzt hinzu, dass auchdiese frühe Phase störanfällig und keineswegs sicherist. Diese frühe Geborgenheit entspricht dem Sehn -suchtsbild Heimat: ein Raum ungestörter Beziehungenund ungestörter Entfaltungen, paradiesisch. Medita -tionspraktiken aller Art können diese Erinnerungenbeleben und darüber hinaus führen. Die Momente, indenen man – eingebettet in die Fülle der Beziehungendas eigene Leben als einen Aspekt davon erfährt – diefindet man auf keiner Landkarte.Die Heimaterfahrungenwerden gemacht, wenndas, was Heimat jeweilsist, fehlt oder für etwassteht, das fehlt. DerGeburtsort steht für dieKindheit; der Wohnortwird Heimat, wennman anderswo ist, aufGeschäfts- oder Ferien -reise; was man an derFamilie hat, weiß man,wenn man von ihr ge -trennt ist, und was anden Freunden, wenn mansie vermisst.Bernhard SchlinkHeimat als UtopieWas die Erde braucht,ist eine Menschheit,die sie nicht länger alsSupermarkt, sondernals Heimat betrachtet.Yann Arthus-Bertrand10 Nº 29/12 Nº 29/1211


Europa – Frau mit WeitblickUnser größeres Zuhause jenseits der EUWenn du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt du von den Schmer zen, die in mir sind und was weiß ich vonden deinen. Und wenn ich mich vor dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüsstest du von mirmehr als von der Hölle, wenn dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschenvoreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend stehn wie vor dem Eingang zur Hölle. Franz KafkaAnother Place. Crosby Beach, England, 1997. Foto von Anthony GormleyEuropäisch denken, empfinden, handeln– das hieß seit jeher: über die eigenenGrenzen hinaus sein. Die Liebe zu Europaverträgt sich nicht mit engherzigem»Eurozentrismus«. Denn schließlichheißt Europe soviel wie: die Frau, dieüber den Horizont sieht!Heimat ist, was in dir wohnt. Jede Heimat isteine geistige. Kein Naturgesetz gibt vor, dass Deutsch -land »von der Maas bis an die Memel, von der Etschbis an den Belt« zu reichen habe. Oder dass dieSteiermark sich »hoch vom Dachstein an (wo der Aarnoch haust) bis zum Wendenland am Bett der Sav«erstreckt. Dieses geographisch präzise daheim seinkennt man vor allem im deutschsprachigen Raum.Dass Heimat etwas nicht Objektivierbares darstellt, dasunsere Herzen und Köpfe – oft in widersprüchlicherWeise – bewohnt, wird deutlicher, wenn wir die jüdischeSehnsucht nach dem Zuhause betrachten: seitJahrtausenden verzehrt sie sich nach dem verheißenenLand, wollen zurück aus Ägypten, aus Babylon,aus der Zerstreuung in alle Welt. So vergeistigt istdiese wesentlich künftige Rückkehr, dass viele frommeJuden immer noch vor der Klagemauer mitten inJerusalem vor Heimweh weinen.Schließlich kennen wir auch die urgriechische Heimat,die immer in der lockenden Ferne liegt. Nicht vonungefähr ist die Odyssee seit über 3000 Jahren das hellenische»Nationalepos« schlechthin: die Geschichteeines Mannes, an dessen Heimkehr nach Krieg undendlosen Irrfahrten nur noch zwei Wesen im ganzenKosmos glauben: er selbst und seine ihm zutiefst verbundeneSchutzgöttin. Pallas Athene, die unsterblicheGöttin, bewundert einen Sterblichen. Odysseus’ durchdringendeBrillianz im Denken, seine pfeilschnell vo -ran eilende Intuition, sein unfassbares Improvisa tions -talent und schließlich der unverbrüchliche Glaube dieses»herrlichen Dulders«, wie ihn Homer nennt, seinaussichtsloses Unterfangen doch noch zu vollenden –dieser unwiderstehlichen Melange charakterlicher Stär -ken zollt die Göttin der Weisheit mehr als Respekt:Hier wird ein einziges Mal Freundschaft auf gleicherAugenhöhe zwischen Himmlischem und Irdischemmöglich.Die griechische Heimat ist immer fern. Daher die un -stillbare Sehnsucht der hellenischen Pioniere über denHorizont hinaus, heiter wie die Bläue, in der Himmelund Meer ineinander übergehen.Unfassbar diesseitig. Das heißt nicht, dass Hei -mat in Wolkenkuckungsheim liegt. (Nephelokok kygiaaus der Komödie »Die Vögel« von Aristophanes. Wiesehr dieses Stück doch der tristen politischen Gegen -wart gerecht wird! Da wird politisch – trotz ständigerBeteuerung der Gleichheit – mit Blockaden gedroht,da singen professionelle Lobhudler jede Mi sere schönund Wahrsager verkaufen das beste »Rating« an denMeistbietenden.)Was wir mit Heimat übersetzen, bedeutet von Volk zuVolk etwas völlig verschiedenes. Ja sogar von Dorf zuDorf fanden sogenannte Ethnolinguisten, sprachorientierteVölkerkundler, charakteristische Unterschiede.Australische Ureinwohner, Aborigines, beispielsweiseknüpfen das Heimatliche nicht einfach an die Land -schaft. Sie singen das Land aus der Traumzeit ins Dies -seits herüber; nicht irgendwo, sondern indem sie entlangvon »Songlines« ziehen, ungezählte Jahrtausendealte zugleich spirituelle und geographische Routen.Wir kennen also keinen globalen Heimatbegriff, sonderneine Fülle einzigartiger Heimaten. Diese habensoviel oder sowenig gemeinsam wie alle möglichenSpiele in Wittgensteins Beispiel:Betrachte z. B. einmal die Vorgänge, die wir »Spiele«nennen. Ich meine Brettspiele, Kartenspiele, Ballspiel,Kampfspiele, usw. Was ist allen diesen gemeinsam? —Sag nicht: »Es muss ihnen etwas gemeinsam sein,sonst hießen sie nicht ›Spiele‹« — sondern schau, obihnen allen etwas gemeinsam ist. — Denn, wenn du sieanschaust, wirst du zwar nicht etwas sehen, was allengemeinsam wäre, aber du wirst Ähnlichkeiten, Ver -wandtschaften sehen, und zwar eine ganze Reihe. Wirsehen ein kompliziertes Netz von Ähnlichkeiten, dieeinander übergreifen und kreuzen. Ähnlichkeiten imGroßen und Kleinen. Ich kann diese Ähnlichkeitennicht besser charakterisieren als durch das Wort »Fa -milienähnlichkeiten«.Auch die Heimaten bilden so eine Begriffsfamilie.Wenn wir auch nicht ihren gemeinsamen Nenner findenkönnen, so gibt es doch sozusagen einige universelle»Achsen«, um welche sich der Heimatbegriff — seier noch so exotisch — dreht:vereint arbeiten, zusammen kochen und essen, miteinandersingen und tanzen, Erzählungen lauschen und —gemeinsam denken!Und die mehr oder weniger umgrenzte Landschaft gehtin die Arbeits- oder Lebensmittel ein, sie prägt, wasbesungen wird, sie schenkt die Metaphern des Den -HUHKI HENRI QUELCUNabsolvierte eine Laufbahnals Tierwärter (Schönbrunn),Liedermacher, Opernsänger( Wr. Kammeroper/operamobile Basel ), Gentechnik -referent (GLOBAL 2000) undWirtschaftsjournalist und istderzeit als Universal-Frei -schaffender in der Hinterbrühltätig.Die edelste Nationunter allen Nationenist die Resignation.Johann Nepomuk Nestroy12 Nº 29/12 Nº 29/1213


Europa – Frau mit WeitblickDerHeimatPlanetAuf dem Weg zu einem weltzentrischen BewusstseinSCHUHE UND TASCHENHoamatgsang1Hoamatland, Hoamatland,di han i so gernwiar a Kinderl sein Muader,a Hünderl sein Herrn,wiar a Kinderl sein Muader,a Hünderl sein Herrn.2Duri s’Tal bin i glafn,afn Hügl bin i glegnUnd dein Sunn hat mit trickert,wann mi gnetzt hat dein Regn.3Dahoam is dahoam,wannst net fort muaßt, so bleib,Denn die Hoamat is ehnterder zweit Muaderleib.Hoamatgsang ist ein Lied inoberösterreichischer Mundart.Am 29. November 1952 wurdees vom Landtag zur LandeshymneOberösterreichs erklärtund ist die einzige österreichi -sche Landeshymne in Mundart.Der Text wurde 1841 von FranzStelzhamer geschrieben, dieWeise 1884 von Hans Schnopfhagenam Hansberg verfasst.Im Juni 1985flog der saudi-arabische SultanBin Salman al-Saud als Gast mitder US-Raum fähre Discovery,Mission STS-51G, ins Weltall.Danach erzählte er:Am ersten Tag deutetejeder von uns auf seinLand.Am dritten oder viertenTag zeigte jeder aufseinen Kontinent.Ab dem fünften Taggab es für uns nur nocheine Erde.Wichtige, deshalb kürzlich teilrenovierte Hinweistafel nahe Pürgg imEnnstal in der Steiermark, Österreich, Europa im August 2012kens. Sehen wir Heimat aus dieser Perspektive, sodreht sich um diese Achsen immer weniger — vor al -lem, was Europa betrifft!Die Betriebe, wo wirklich noch vereint — nicht nebenodergegeneinander — gearbeitet wird, lassen sich,soweit es Österreich betrifft, vermutlich leserlich auffünf DIN A4-Seiten schreiben. Die erdrückende Mehr -heit besteht aus Zwangsgemeinschaften. Dass wirnicht mehr zusammen kochen und Mahlzeiten zelebrieren,fällt oft erst auf, wenn — wie vor geraumerZeit auf der Spanischen Treppe in Rom — ansässigeProtestierer aus Protest gegen ein Fast-Food-Restau -rant die ganze Straße in eine traditionelle Großkücheverwandeln. (Das war die Geburtsstunde von SlowFood International ). Selbst zu singen, noch dazu inder Öffentlichkeit, kommt kaum noch jemandem inden Sinn. Man fällt damit hierzulande fast schon soauf wie, sagen wir, ein Streikposten in Nordkorea.Tanzen ist auch im Gewühl der Diskothek zu einemeinsamen Geschäft geworden. (Als Kind habe ich nocherlebt, wie LandarbeiterInnen ihre Tätigkeit mit einemChorgesang koordiniert haben; die Arbeit hat dadurchetwas Tänzerisches bekommen. Wer kann sich da derEmpfindung verschließen, daheim zu sein?)Denkrhythmen. Bleibt das gemeinsame Denkenals heimatliche Achse. Jedes Volk hat für alle anderenein besonderes Geschenk mit auf diese Welt gebracht.Die Griechen haben das Denken natürlich nicht erfunden.Aber ihre Errungenschaft besteht darin: Sie habendie Methode perfektioniert, wie man denkend tanztoder tanzend denkt. Für die erste Variante stehtSokrates; seine Denk-Tänze, deren Choreographieüber liefert worden ist, hat man Dialektik genannt. Diezweite Möglichkeit verkörpert der Archetyp AlexisSorbas, der ohne ein Wort mit Mimik, Gestik und Be -wegung den ganzen Kosmos einfängt. Aus dem einenentsprang die Philosophie, aus dem anderen derBocksgesang, die Tragodia, die dramatische Kunst.Dieses Geschenk der Griechen hat Europa, die Frau mitWeitblick, dankbar angenommen und zwei Jahrtau -sende hindurch gepflegt und zur Blüte gebracht. Heuteliegt es achtlos beiseite geworfen auf der Müllkippeder EU. Der Bologna-Prozess, den zu ersinnen sogarfür Kafka zu grausig gewesen wäre, hat für die freieund weite universitas keine Verwendung mehr. Ausge -richtet auf Modularisierung und Creditpoints, be -zweckt die immer noch so genannte »Bildung« einzigdie Marktkonformität der Bewusstseinsflüsse. Gemein -sam zu denken, vielleicht sogar noch ohne bestimmtenZweck, aus reiner Freude? Da könnten wir jagleich wieder auch auf der Straße gemeinsam singen,statt konservierte Musik in die Ohrstöpseln zu leiten ...Noch ein Geschenk der Griechen, ein Stück kulturellerHeimat in Europa, haben wir auf dem Weg indie Postmoderne verloren: die großen und kleinen Er -zäh lungen, wie beispielsweise die vierundzwanzig Ge -sänge, welche Homer dem Odysseus und seiner Freun -din Pallas Athene widmet. Wer sich den alten Epenberuflich oder in der Freizeit mit Hingabe widmet,wird bald zum Josef K. im allgegenwärtigen Bologna-Prozess. Dass Theologie, Philosophie und das Studiumder alten Sprachen noch ihren Platz behaupten, istdem schwindenden Einfluss der Kirchen geschuldet.Und dem zufälligen Umstand, dass hochrangige Wirt -schaftsfunktionäre und passionierte Wallfahrer immernoch manchmal in Personalunion auftreten.Es geht nicht nur um die großen Epen, die in Biblio -theken überdauern. Heimat muss weitererzählt werden.Unbemerkt sterben von Jahr zu Jahr hunderteGeschichten in allen Ecken Europas, solche, die keinVolkskundler aufgeschrieben hat, die nie verfilmt wordensind. Weil niemand mehr da ist, der sie weitererzählt.Jede Heimat ist eine geistige. Unsere mögliche größereHeimat Europa könnte uns verloren gehen, zusammenmit der Freude am gemeinsamen Denken und denErzähltraditionen. Dann wird die einstige Heimat, welchezugleich ins Vergangene und Künftige weist, zurehemaligen. Aber so weit wird es die Frau, die weitblickt, mit unser aller Hilfe nicht kommen lassen ...Moreau | Plakat für GEA | 2009DERHeimatplanet« – so heißt das Programmund die »Bibel« der Association of SpaceExplorers: eine Grup pe ehemaliger Astronauten undKosmonauten, die sich in den früheren 80er Jahrengegen den Willen der mi litärischen und politischenMachthaber zusammenschlossen, um eine Botschaftzu verkünden: Wie der Anblick der leuchtend blauenErde in ihnen ein tausendfach stärkeres Heimatgefühlausgelöst hatte als alles, was sie vorher kannten. Die -ses Ur-Erlebnis überwältigte C. G. Jung schon Jahr -zehnte vorher. Auch die Tiefenökologie und die »Gaia-Hy po these« sind aus dem Anblick »unserer rätselhaftenlebendigen Heimat« hervorgegangen.»Ich sehe die Erde! Ich sehe die Wolken, es ist bewundernswert,was für eine Schönheit«, so die Worte desPiloten Juri Gagarin, der am 12. April 1961 erstmalsmit einem Wostok-Raumfahrzeug die magische Höhevon 100 Kilometern über der Erdoberfläche überstieg.(Die Worte »Ich habe im Himmel keinen Gott gefunden«wurden ihm nachträglich von der Propaganda inden Mund gelegt.)Gagarin war zwar der erste Raumfahrer, aber keineswegsder erste Mensch, der die Erde aus einer »überirdischen«Pers pektive beschrieb. C. G. Jung, Freuds verstoßenergeistiger Ziehsohn, sah sich 1944 im Verlaufeines fast tödlichen Herzinfarkts hoch über unserenPlaneten versetzt. Später erinnerte er sich:»Es schien mir, als befände ich mich hoch oben imWelt raum. Weit unter mir sah ich die Erdkugel inherrlich blaues Licht getaucht. Ich sah das tiefblaueMeer und die Kontinente. Tief unter meinen Füßen lagCeylon und vor mir lag der Subkon ti nent von Indien.Mein Blickfeld umfasste nicht die ganze Erde, aberihre Kugelge stalt war deutlich erkennbarund ihre Kon turen schimmerten silberndurch das wunderbare blaue Licht. Anmanchen Stellen schien die Erdkugel farbigoder dunkelgrün gefleckt wie oxydiertesSilber. »Links« lag in der Ferne eineweite Aus dehnung – die rotgelbe WüsteArabiens. Es war, als ob dort das Silberder Erde eine rotgelbe Tönung angenommenhätte.«Jung konnte im Zuge seiner »Astral rei -se«, die er 1958 in seinen Erinnerungenbeschrieb, die Erde viel genauer be -schreiben als später Gagarin, der ja alskörperlich im Raumschiff präsenter Kos -monaut ständig sein Instrumentenpultim Auge behalten musste und zudem —im Gegensatz zu einem »Entrückten« —unseren Plane ten nur durch eine dickeScheibe sehen konnte. Die Perspektivedes Psychoanalytikers entspricht zudemeinem Abstand von rund 1500 km überder Erd oberfläche.C. G. Jung hatte sich immer wieder mitGaia, der Erdmutter, als Archetyp für dasHeimatliche — und auf der Nachtseite fürdas Unheimliche — beschäftigt. Jetzt saher Gaia leibhaft. Die Veröffentlichungseiner Vi sion bereitete seine »Gemeinde«auf die ökologische Herausforderungvor; so wie die Revolution der »Tie fen -ökologie« — die sich nicht mit der Repa -ratur von »Ökosystemen« begnügen will— ein Vierteljahrhundert später von denersten gelungenen Fotos der leuchtendblau schwebenden Erde ausgelöst wurde.Die Endlichkeit des bislang einzig be -kannten belebten Planeten drang abererst mit mit dem blue marble-Photo vonApollo12 ins kollektive (Un-)Bewusste.Es zeigt die Erde genauso wie Jung sieerlebt hatte, nur aus etwas größererDistanz, und verlieh der globalen Ökologiebewegungeinen gewaltigen Schub.Die Astronauten berichteten von einerArt Schock über die Isoliertheit derLebens welt und zugleich von glühenderZuneigung zu ihrer so weit entferntenfragilen Heimat.HuhkiMOULIN ROUGEGRÖßEN 36—43 € 149,—WINGWING KLEIN € 199,—22 * IN ÖSTERREICH11 * IN DEUTSCHLAND1 * IN DER SCHWEIZADRESSEN AUF DER RÜCKSEITE14Nº 29/12Nº 29/12WWW.GEA.AT15


Heimat – die Sicherungder SicherheitEin Gespräch mit Ulrike Kammerhofer über romantische Sehnsüchte,biologistische Heimatbilder und die Universalität von KaffeehäferlnPROF. DR. ULRIKEKAMMERHOFER-AGGERMANNGeb. 1955, Studium Volks kun -de/Kunstgeschichte in Graz. Seit1987 Leiterin des SalzburgerLandesinstitutes für Volkskunde.Seit 2005 Mitglied im Fachbeiratfür das Immaterielle Kulturerbeder Österreichischen UNESCO-Kommission.Die Wünsche und dasMögliche gehören zurRealität. Und der Antirealismusdes Gefühls:Dass ich mich weigere,eine Realität, die nichtauf mich eingeht, zuakzeptieren, sondernsage, ich setze meineeigene Realität dagegen,dieser Eigensinn istetwas, was für Menschenzum Realismus gehört.Realismus ist nicht Ab -bildung von Tatsachen.Alexander KlugeWOLFGANG BAUERstudierte Religionspädagogik,Philosophie und Psychologie,arbeitet als Journalist bei ORFSalzburg und bei GEA in Schrems.Moderator von Veranstaltungenund Tagungen sowie Leiter vonLangsam-Lauf-Kursen.www.stoffderheimat.atMMit dem Begriff Heimat setzt sich die europäischeKulturgeschichte noch nicht sehr lange auseinander.Er hat jedoch trotz seiner jungen Geschichte eineüber aus bewegte Entwicklung durchgemacht, sodie Leiterin des Salzburger Landesinstitutes fürVolks kunde, Dr. Ulrike Kammerhofer im Gesprächmit Wolfgang BauerWOLFGANG BAUER Frau Kammerhofer, das ThemaHei mat bietet in einer Zeit der Internationalität undGlobalisierung viele Zugänge. Dem war nicht immerso.ULRIKE KAMMERHOFER Wenn man sich das 19. Jahr -hundert anschaut, dann meint Heimat im Wesent -lichen das Vaterhaus und das Vaterland. Das eine istder konkrete Geburtsort, wo man erfasst ist – waswichtig ist für die Amtsstuben. Das andere betrifft dieStaatszugehörigkeit, die wiederum für den Militär -dienst der Männer von Bedeutung ist. In diesem Hei -matbegriff gibt es nichts Sentimentales, es geht nurum die öffentliche Zugehörigkeit.Das ändert sich jedoch gegen Ende des 19. Jahr -hunderts. Da kommen romantische Sehnsüchte auf, esist die Zeit des Historismus, in der man nach einerVerwurzelung in der Vergangenheit sucht, in derKünst ler nach dem wahren Ursprung der Kunst su -chen, in der immer mehr naturmythologische Ideenaufkommen. Da entwickelt sich ein romantischer Hei -matbegriff, der eine persönliche Zugehörigkeit sucht,ein Angebundensein, ein Hineingeborensein. Das istauch die Zeit, in der die vielen Heimatlieder entstehen,die wiederum Vorbilder werden für Landes- undBundeshymnen.WOLFGANG BAUER Mit welchen Namen ist diese Epo -che verknüpft?ULRIKE KAMMERHOFER Zum Beispiel Brahms und dieslawische Romantik der »ungarischen Tänze«. Auch inSkandinavien ist dieses Phänomen zu beobachten, dortnehmen Künstler in der Volksmusik Anklänge undbauen sie in ihre Symphonien ein. Oder Schubert-Lieder wie am »Brunnen vor dem Tore«. Da werdenErinnerungen an Sehnsuchtsorte gesetzt, an Ver trau -tes. Die Landeshymnen nehmen das auf und zählendie Leistungen eines Landes auf, nominieren die Sehn -süchte und Wünsche der Verankerungen. Diese heimatlicheOrientierung wird jetzt sehr lokal. Davon ausgehendbeginnt gegen Ende des 19. Jahrhunderts unddann in den 1930er Jahren im Nationalsozialismus dieSuche nach einem biologistischen und rassistischen,auf das Territorium bezogenen Heimatbegriff, der vonGeburt an eine Zugehörigkeit und einen Auftrag verbindet,anderes nicht zulässt und anderes der Ver tei -digung willen ausgrenzt. Da entsteht dann ein Heimat -begriff, aus dem heraus Kriege entstehen und mit demwir dann in unserer Identität bis in die 1970er und1980er Jahre zu kämpfen haben.WOLFGANG BAUER Wie sieht es in dieser Zeit mit demHeimatbegriff aus?ULRIKE KAMMERHOFER Im Zuge der 68er-Bewegunggreift man auf sozialistische Zugehörigkeitsbegriffezurück, die die Internationalität beinhalten. Und eskommt noch die Frage dazu: was macht das Mensch -sein aus? — ist es nur der Geburtsort, oder eine staatlicheZugehörigkeit, oder blonde Haarfarbe und blaueAugen? Was bedeutet Heimat überhaupt? Da kommenviele soziologische Überlegungen dazu. Heimat entwickeltsich zu einem Konzept der Lebensgestaltungund der persönlichen Absicherung. Der Heimatbegriffist eigentlich eine Strategie, mit sich selbst und derUmwelt fertig zu werden, und sich irgendwo in derWelt zu verankern, ein Kulturkonzept ...WOLFGANG BAUER ... mit dem sich viele wissenschaftlicheDisziplinen befassen ...ULRIKE KAMMERHOFER Ja, die Soziologen etwa, oderdie Kulturwissenschaftler und sogar die Psycho ana -lyse. Der Europäische Ethnologe Konrad Köstlin hateinmal gesagt: alles was wir an Normen und Ritualenhaben und an Lebenskonzepten setzen, ist im Grundeeine Sicherung der Sicherheit. Man will also absichern,Stoff der Heimat. Szene aus dem Dokumentarfilm von Othmar Schmiderer | www.stoffderheimat.atdass man wichtig und am richtigen Platz ist und dasrichtige Konzept vor sich hat.In den 1970er und 1980er Jahren kommen auch immermehr Heimatvereinigungen und Volkskulturvereineda zu, man denke an die vielen Ortsjubiläen, also die600- oder 1000-Jahr-Feiern, die eine Verankerung amEigenen suchen. Es ist aber auch die Zeit, in der ge -gen wartsorientierte Kulturvereine in den Landge mein -den aufkommen, in denen die Debatte über den Hei -matbegriff beginnt. In der man wiederum nach einerVerankerung sucht, aber eben mit den Werten aus den1930er Jahren nicht mehr kann. Und in der man dieVerbindungen dieser Werte zum eigenen Leben vermisst.Es geht also nicht mehr um Wohnorte und Vaterländer,sondern um Lebensplätze, wo der Mensch in einemnachhaltigen Konzept seine Vorstellungen vom eigenenLeben oder seine Selbstverwirklichung leben undsich entfalten kann.WOLFGANG BAUER Und gegenwärtig – wie steht es umden Heimatbegriff in einer Zeit der Globalisierung?ULRIKE KAMMERHOFER Mit der Öffnung und Erwei -terung der EU sind viele Regionalkulturkonzepte entstanden.Sie stellen eine Suche nach Identität der Re -gion dar, die notwendig ist. Denn wenn es viele gibt,will man sich auch abgrenzen, will Besonderes vorzeigen,will aber auch zu einem Dialog kommen. Dagibt es meiner Ansicht zwei Gefahren: einerseits dieÜberschwemmung mit historisierenden Regionalkul -tur konzepten, zum anderen die Gefahr der gegenseitigennegativen Abgrenzung. Da ist es wichtig, dasssämtliche Gruppierungen in der Gesellschaft, die verschiedenenReligionsgemeinschaften, Kulturen usw.ein Selbstbewusstsein entwickeln, aber aus diesemSelbst bewusstsein heraus auch die Achtung und denRespekt vor den anderen, um sich gegenseitig in ihrenKulturkonzepten auszutauschen oder zu bereichern.Das ist, glaube ich, unsere heutige Aufgabe: den Hei -matbegriff mehrdimensional zu sehen und in einerGesellschaft der Diversität positive Dialoge zu suchen.WOLFGANG BAUER Es ist auffällig, dass Regionenimmer selbstbewusster werden. Hat das mit der Glo -balisierung zu tun?ULRIKE KAMMERHOFER Ich denke schon. Ich bin aberauch der Ansicht, dass es um Wirtschaftskonzeptegeht. Das sind Brandings, die notwendig sind, umBesonderheiten hervorzuheben, um unterschiedlicheWer te anzupreisen, die dann selbstverständlich irgendwanneinmal in das Bewusstsein der Menschen übergehenund tatsächlich zu Identifikatoren werden undden Stolz auf die Region fördern.WOLFGANG BAUER Wie es Heimatmuseen zuhauf ma -chen ...ULRIKE KAMMERHOFER Heimatmuseen sind so etwaswie ein Stolz der Region. Dort hat man, so weit ichdas beurteilen kann, den besten Erfolg bei den Ein -heimischen, weil man wiedererkennbare Details bringt,weil man den eigenen Großvater in irgendeiner Formdrinnen finden kann oder auf eigene Kindheits er -innerungen stößt. Was Touristen in Heimatmuseenbetrifft: 1983 hat der Ethnologe Nils Arvid Bringeus ineiner viel beachteten Arbeit gezeigt, dass die verschiedenstenVolkskulturen international zusammenhängenund daher die emaillierten Kaffeehäferl der 1920erJahre in Norddeutschland gleich ausschauen wie beiuns. Und dass solche Gegenstände kaum etwas übereine Region aussagen, sondern vielmehr in die eigeneKindheit zurückversetzen. So können sich Touristenüber solche Güter in ihre eigene Kindheit und in dieErzählungen der Großeltern zurückversetzen und einGefühl der Beheimatung oder der Traditionsanbindungerfahren.Die WeltreiseWir haben heuer maleine Weltreise gemacht.Aber ich sag’s Ihnengleich, wie es ist: Dafahren wir nimmer hin.Gerhard Polt16 Nº 29/12Nº 29/1217


Solar CityDas Photovoltaik-Projekt mit BürgerbeteiligungDie Dächer der Feuerwehrhäuservon Schrems (oben) undKleedorf (Mitte), seit Juli 2012 mitPV-Anlagen bestückt. Gesamtleistung: mehr als 26 kWp.Darunter zeigt der Bauhof vonSchrems seine Sonnenseite.Das Dach der GEA-Halle(unten), seit März 2011 mit einer68 kWp-Anlage ausgestattetSchrems und seine Umgebung sind ein guter Bodenfür Bürgerbeteiligung und ökologisches Engage -ment. Denn der Ausbau der Photovoltaik auf denhiesigen Dächern unter unserer Federführungwächst und wächst. Und das nur, weil Ihr durch denErwerb von Sonnen-Gutscheinen das Projekt sounglaublich un ter stützt, ja vorantreibt. Besonders indiesem Sommer erfährt es eine ganz wesentlicheweitere Ausbaustufe.WWolfgang Spazierer aus Schrems ist seit vielen Jahrenein Fan von Solarenergie. »Ich war der Zweite, der hierin Schrems das Warmwasser mit Sonnenstrom vomHausdach produziert hat«, sagt er. Für den Pensionis -ten ist klar, dass ihm auch am Ausbau der Photo vol -taik auf anderen Gebäuden in Schrems etwas liegt,was er durch den Erwerb unserer Sonnen-Gutscheinefördert. Roswitha Bors aus Wien, die sich in der Aus -bildung zur medizinischen und Heil-Masseurin befindet,hat sich Anteilscheine zugelegt, weil sie das Pro -jekt für sinn voll und unterstützungswürdig hält und»gerade ein bisschen Geld übrig hatte«. Entdeckt hatsie unsere Solar-Beteiligung bei einem Aufenthalt inSchrems und durch den brennstoff.Das sind nur zwei jener Personen, die seit dem Jahr2003 mit mehr als 4300 Anteilen unser Sonnenstrom-Projekt unterstützen. Damals haben wir mit einer PV-Anlage auf dem Dach unserer Schuhproduktionshallebe gonnen, 300 Anteile haben den Start mit einer Leis -tung von 9,1 kWp ermöglicht. In vier weiteren Aus -baustufen haben wir Schritt für Schritt die Dächerunserer Werkstätten sowie der GEA-Akademie mit PV-Anlagen versehen und uns im Vorjahr auch auf einfremdes Dach begeben – auf jenes des UnterWas ser -Reichs. Auf einer Fläche von insgesamt 900 Quadrat -metern konnten wir so zuletzt eine Leistung von 116kWp erzielen und damit bereits fast so viel Strom er -zeugen, wie wir in unseren Werkstätten mit rund 120Mitar beitern benötigen. Nur durch eure Hilfe und Un -ter stüt zung sind wir sozusagen immer mehr auf dieSon nenseite geraten. Danke!Exakte Zahlen und Daten über die Entwicklung derSonnenstromproduktion auf den Dächern der Wald -viert ler Werkstätten, des Unterwasserreichs und andereröffentlicher Gebäude, die durch eure Beteili gungenermöglicht wurden, könnt Ihr auf www.gea.at/sonne einsehen.Dieser Sommer hat es in sichDer Ausbau unserer Sonnenstromanlagen schreitet zü -gig voran. In diesem Sommer gehen zahlreiche weitereAnlagen ans Netz. Wir konnten geeignete Dächervon öf fentlichen Ge bäuden anmieten, um dort weiterePV-An lagen zu er richten. So haben wir im Juli dieDächer der Feuer wehrhäuser von Schrems und dembenachbarten Klee dorf bestückt, auch der Bauhof derStadt gemeinde Schrems, das Moorbad, Schulen, dieBüche rei kamen und kommen noch dran ... unsereAus bau pläne könnt Ihr ebenfalls auf unserer Websiteeinsehen.Ein heißes ThemaDas Montierender PV-Anlageauf dem Dach desBauhofes in Schrems –eine der Ausbaustufenim Sommer 2012Die verwendeten Kompo nen ten stammen durchwegsaus Europa, die Wechsel rich ter, die den gewonnenenGleich strom in Wechselstrom »umrichten«, werden inFritz Peinschab koordiniert unsere Solar-AktivitätenÖsterreich erzeugt. Weil man die Dächer – etwa jenesdes Moorbades – weit hin sehen kann, kommt niemandan dem Thema vorbei, ist Fritz Peinschab, derunsere Solar-Aktivitäten koordiniert, überzeugt. »So -lar energie wird in dieser Region immer mehr zum The -ma, über das geredet wird. Auf diese Weise kommtunserem Projekt auch eine gewisse Vorbildfunktionzu«. Fritz zeigt sich auch erfreut über die fünf Raika-Filialen und die 12 Haushalte der Region, die mitunse rer Hilfe ebenfalls ihre Dächer mit PV-Anlagenausstatten, ohne sich um Planung und Umsetzungkümmern zu müssen.Nichts ist stärkerEs tut sich also was in Schrems und Umgebung. DieBewohner dieser Region, aber auch Ihr – unsere För -derer und Anteilnehmer – alle zeigen durch die vielfältigeUnterstützung und das Engagement, dass mandie Energiewende will. Und zwar jetzt! Man wartetnicht auf eine Lösung von oben, sondern nimmt wich-WWW.GEA.AT18 Nº 29/12 Nº 29/1219DIE BEITEILIGUNGan unserem Solarprojekt funktioniert in bewährter Manier:Für eure Einlage von 200,– Euro zahlen wir insgesamt 330,–Euro (11 * 30,– Euro in Form von Warengutscheinen) zurück.Ein Warengutschein im Wert von 30,– sofort nach Einzah -lung, die weiteren 10 Gutscheine à 30,– Euro schicken wirjährlich im Jänner an eure Adresse.Sich an unserem Photovoltaik-Projekt zu beteiligen, ist nichtschwer. Einfach direkt an unsere Susi wenden: susi@gea.atDen Vertrag kann man bei Susi bestellen oder aus dem Inter -net downloaden: www.gea.at/ sonneDer Wechsel zu erneuerbarenEnergien ist ein Wettlauf mitder Zeit – aus ökologischen, wirschaftlichenund sozialen Gründen. Die Ablösungatomarer und fossiler Energienkann weder über die konventionelleEnergiewirtschaft noch über globaleVerträge kommen. Der archimedischePunkt ist »Energieautonomie« – alspolitisches, technologisches undwirtschaftliches Konzept, das eineweltweite Dynamik in Gang setzenkann. (...) Photovoltaik – die Um -wandlung von Sonnenlicht zu Strom –ist die wichtigste Zukunftstechnologieder Menschheit.Hermann Scheer, Energieautonomietige Schritte auf dem Weg zum so dringendnötigen Ausbau von erneuerbarerEnergie selbst in die Hand. Die Unter -stützung dokumentiert ein ho hes Maßan Verantwortungs bewusst sein, vor al -lem im Hinblick auf die Le bensqualitätkünftiger Genera ti onen. Sie macht au -ßer dem eine Region, die oft als Krisen -re gion bezeichnet wird (zuletzt auf -grund der Abwanderung aus den grenz -nahen Städten), zu einer Modellregionin Sachen erneuerbarer Energie.Eine jener Personen, die sich in regionaleEnergie fragen einmischt, ist Hen -riette Kargl. Sie ist eine von drei Per -sonen aus der Waldviertler Biobauern-Familie Kargl, die Anteilscheine besitzen.Henriette hat ein gutes Gewissen,Sonnenstrom zu fördern, und schätztauch den Nebeneffekt der Aktion. »DieGutscheine werden für den Kauf vonSchuhen verwendet«, sagt sie und verweistauch darauf, dass auf dem Dachdes elterlichen Bauernhofes ebenfallseine private PV-Anlage arbeitet. Wieschrieb bereits Victor Hugo im 19. Jahr -hundert: »Nichts ist stärker als eine Idee,deren Zeit gekommen ist«.Wolfgang BauerORIENT EXPRESSFÜR DIESCHÖNSTE REISEIN DEN MORGENNATURMATRATZENVON GEADIE BESTEN IM BETT22 * IN ÖSTERREICH11 * IN DEUTSCHLAND1 * IN DER SCHWEIZADRESSEN AUF DER RÜCKSEITE


Heimat AfrikaHeini Staudinger und Sylvia Kislinger aus AfrikaWERdie Afar-Region im Nor denÄthiopiens erlebt hat, fragtsich, wie Menschen in dieser unglaublichheißen Gegend über leben können. ValerieBrowning hat vor 25 Jahren einen Afargeheiratet, hat in die Armut eingeheiratet,wie sie sagt. Damals berieten die Altenund Weisen der Afar in einem zwei Wo -chen dauernden Meeting, was für ihr Volkwichtig sei. Bildung? Ja. Aber nicht dieBildung nach französischem oder englischemVorbild – sie wollten selber entscheiden,was an Bildung für ihr Wüsten -leben sinnvoll ist. Gesundheit? Ja. Da sieaber sowieso keine Chance auf westlicheMedizin hatten, entschieden sie, die Ver -Der Engel der Wüstebesserung ihrer Lebensumstände in denVordergrund zu stellen. Valerie wurde zurzentralen Figur dieser Reform. Sie systematisiertedas naturheilkundliche Wissenund bildete eine ganze »Armee« von Ge -Einfachheit soll nicht das Leben der Menschen reduzieren, son dern es im Gegenteilbefreien, für die Fülle des Wesentlichen öffnen.Martin Kämpchensund heitsarbeiterInnen aus. Die Abschaf -fung der Mädchenbeschneidung ist einesihrer Hauptanliegen. Hierbei sucht sie dieUnterstützung der religiösen Führer, mitderen Gutachten sie nachweisen kann,dass der Koran – wie viele fälschlich glauben– kein einziges Mal von der Mäd chen -beschneidung spricht, geschweige dennsie als religiöses Gesetz fordert. ValeriesVorgangsweise ist direkt. »Ich bin nichtdiplomatisch«, sagt sie von sich selbst.Stimmt. Dafür aber höchst effizient. Es istuns eine große Ehre, die Gruppe APDA(Afar Pastoralist Development Associa -tion) mit euren Spendengeldern unterstützenzu dürfen. Danke!Ich erzähle es immer wieder, dass ich meinLeben lang für meine Afrika-Erlebnisse dankbar seinwerde. Auf meiner Reise mit dem Moped von Schwa -nenstadt nach Tanzania, ich war damals 19, erlernteich in aller Deutlichkeit, dass es im Leben nichts Wich -tigeres gibt als das Leben. In Afrika ist das vielerorts(auch nicht überall) eine Selbstverständlichkeit. Beiuns hat man oft den Eindruck, das Wichtigste im Le -ben sei Geld. Verrückterweise zerstören wir, die reichenLänder, mit unserem vielen Geld das Klima derganzen Welt. Ungerrechterweise sind die Folgen desKlimawandels in Afrika am schlimmsten. An vielenOr ten kommt es durch die Dürre zu Hungersnöten. DerHunger löst oft Völkerwanderungen aus. Diese führenimmer zu Konflikten, nicht selten auch zu Kriegen.Heuer fand ich eines Tages in meiner Post ein starkesKuvert. Ich beachtete es anfänglich gar nicht. Erstnach einigen Tagen öffnete ich es. Im Kuvert war einBuch mit dem Titel »Leben ohne Armut. Wie Hilfewirklich helfen kann«. Ein kurzer Brief vom Autor lagdabei. Er schrieb, »als ich im brennstoff von IhrenProjekten und Zielen las, wusste ich: Ihnen möchte ichmein Buch schenken. Es bewegt sich in dieselbe Rich -tung. Ihr Martin Kämpchen«. Da ahnte ich noch nicht,wie wichtig mir dieses Buch werden würde. Es ist mirnicht nur zum wichtigsten Leitfaden für unser »Helfen«in Afrika geworden, es wurde mir auch ein wichtigerReiseleiter auf dem Weg zu meiner inneren Heimat.Martin Kämpchen schreibt über das Geben: »EchtesWirken unter den Armen ist nur durch einen Akt derSelbstlosigkeit möglich. Der Fokus liegt auf den Em -pfängern, nicht auf den Gebern. Das Geben soll dieArmen ermächtigen, nicht die Geber.« In Hinblick daraufwollen wir euch hier einige »Gesichter«, die hinterunseren Projekten in Afrika stehen und die seitJahren bedingungslos ihre Arbeit und ihren Fokus aufdie Empfänger legen, vorstellen:Anna Mollel. Diese nimmermüde Maasaifrau kämpfttagtäglich in ihrer Heimat Tanzania für die Schwächs -ten in ihrer Gesellschaft. Phantasievoll und mit ungeheuremUmsetzungswillen verfolgt sie ihr Ziel. Sie bautstep by step an ihrer Schule für die Ärmsten, lässt ineinem Bretterverschlag Tücher weben, deren Fransenim wahrsten Sinne des Wortes »Geschichten« erzählen.Die »Therapeutin« Anna knüpft jeden Mittwoch inihrem Garten mit einer Gruppe aidskranker, recht- undarbeitsloser Maasaimädchen Fransen an diese Tücher.Das ermöglicht den Mädchen ein wenig Lohn und istzugleich aktive Beratungszeit für Probleme, auf die esin der tanzanischen Gesellschaft keine Antworten gibt.Die schönen Baumwolltücher aus Anna Mollels Werk -statt gibt es in den GEA-Läden zu kaufen. Das ist dieeine Geschichte. Die andere ist, dass wir mit eurenSpendengeldern Annas Schulbau effizient unterstützenkönnen. Danke!Steve Friberg. Unser amerikanischer Freund SteveFriberg ist in Tanzania aufgewachsen. Seit fast 20 Jah -ren lebt er als Arzt im Busch. Mit Leidenschaft denkter darüber nach, wie man die Lebensumstände in einerWeise verändern kann, dass man in Hinkunft wenigerbzw. keine Medikamente mehr braucht. Seine genialeIdee war es, Kamele zu den Maasai nach Tanzania zubringen, um – in den Zeiten der Dürre – durch dienicht versiegende und nahrhafte Kamelmilch die Hun -gersnot zu verhindern. Mit einfachen Tipps zur Au -gen hygiene hat er in seiner Region 95 % der Augen -krankheiten im wahrsten Sinne des Wortes »weggewaschen«.Und noch eine beeindruckende Zahl: Deraktuelle Stand der GEA-Karawane beträgt unglaubliche52 Kamele. Danke! Video: www.gea.at/videoSymon Ntaiyia. Father Symon wurde als Korrup -tionsbekämpfer mit Morddrohungen übersät. Er hattekeine Wahl, er musste sein Heimatland Kenya verlassen.Dennoch wollte er sein Volk in der Heimat nichtim Stich lassen. So gründete er aus seinem Exil inAmerika die »School for Nomades« in Narok/Kenya.Er, der als Maasai selbst in einer Nomadenfamilie aufgewachsenist, weiß, wie not-wendig Bildung für seinVolk ist. Der Klimawandel und die Rücksichts losigkeitder modernen Gesellschaft, zum Beispiel auch derWildlife-Tourismus, bedrohen massiv den Lebens raumder Maasai. Und wieder sind es eure Spenden gelderund der »Vater« dieses Projektes, Symon Ntai yia, diedieses Projekt wachsen und gedeihen lassen. Der Baueines weiteren Internatstrakts ermöglicht ab Herbst dieAufnahme weiterer Maasai-SchülerInnen. Danke!Walking Safari. Sanfter kann Tourismus gar nichtsein. Emmanuel Killel, ein junger Maasai, begleitet mitseinen Freunden brennstoff-LeserInnen durch seineHeimat, das nördliche Maasailand. Es gibt kaum eineandere Möglichkeit, Afrika so hautnah zu erleben.Interesse? renate@gea.atSteve Friberg und Maasai (oben),Anna Mollel (Mitte), Heini mitSymon Ntaiyia (unten)GEA-, brennstoff- undAfrika-Videoswww.gea.at/videoSPENDENKONTO lautend aufHeinrich Staudinger für AfrikaKennwort: HeimatKonto-Nr. 1.370, Raika 32415IBAN: AT183241500000001370BIC: RLNWATWWOWS20 Nº 29/12Nº 29/1221


Oskarlfür Improvisierer und InnenZeichnung: Matthias ChmaraGE GE GEGelesen. Gehört. Gesehen.ˇBernard GlassmanAnweisungen für den KochLebensentwurf eines Zen-MeistersBestellungen und weitereInformationen zum Fahrradanhänger-Bauprojektunterwww.bergarbeiten.at/anhaengerbauprojekt oder bei:Roman Fasching, Vinzihaus,Lilienthalgasse 20, 8020 Graz,eberhard@bergarbeiten.atTelefon 0316/585800In jedem Landeklingt die FrageHamlets anders.Stanislaw Jerzy LecDer »Oskarl fürImprovisiererInnen«ist inzwischen einefixe Einrichtungim brennstoff.Schicken Sie unsbitte geglückteBeispiele ausIhrem All tag!An: brennstoff@gea.atFahrradanhänger-Bauprojekt. Betteln verboten!SEITMai 2011 gilt in Graz das Bettelverbot.Keine deutlich sichtbaren Zeichen sozialerNot trüben seither das Straßenbild der Murmetro -pole. Problem gelöst! Zumindest für die PolitikerInnender Landeshauptstadt. Keine Lösungen oder Alterna -tiven für die betroffenen Roma aus Hostice in der Slo -wakei. Es waren nicht die BetreuerInnen vom AMS,sondern die Leute vom Armendienst in der Vinzenz -gemeinschaft in Graz, die Verantwortung übernahmenund sich alle nur erdenklichen Arbeitsmög lich -keiten für die verbannten BettlerInnen überlegten. DasErgebnis, die Idee eines kleinen Fahrrad-Lastenan hän -ger-Bauprojekts, hat uns total begeistert und verdientden brennstoff-Oskarl.Mit der Unterstützung vieler (nicht aber der GrazerBanken mit ihrem »Förderbudget für soziale Aktivi -täten«) konnten im Sommer 2011 die ersten 24 Fahr -rad anhänger produziert und ausgeliefert werden. Indiesem Sommer startet der nächste Bauworkshop undes werden noch gerne Bestellungen angenommen.Diese Anhänger sind richtig solide gebaut und praktisch.Du kannst damit (fast) alles transportieren. Deinganzes Büro, wenn du willst. Bücher einpacken, Ho -cker drauf und einfach losradeln ins Freiluftbüro. FixePreise haben die Anhänger übrigens nicht; du musstmit dir selbst ausmachen, was sie dir wert sind. Bettelnverboten!Sylvia KislingerUnter allen neuenbrennstoff FörderABOnnentInnenverlosen wir 10 *Bernard GlassmansAnweisungen für den KochLebensentwurf eines Zen-MeistersKonstantin Wecker meint, dass »dieses Buch Pflicht -lektüre für alle noch nicht ganz korrumpierten Unter -nehmer, Bänker und Konzernchefs werden soll.« Dadachte ich mir »wie recht hat er!« und bestellte sofort100 Exemplare für GEA und die Waldviertler Werk -stätten. Und 10 dieser Pflichtlektüren wollen wir nunan unsere neuen brennstoff FörderABOnnentInnenverschenken. Die Glücklichen werden wir durch eineZiehung aus allen neuen brennstoff FördererInnen er -mitteln. Fördere und gewinne — oder fast genau so gut— kaufe und sinne. Mehr über die »Anweisungen fürden Koch« gleich nebenan auf Seite 23.HeiniBernard Glassman, Zen-MeisterSo können Sie uns helfenDer brennstoff ist gratis, aber nicht umsonst. Darum bitten wir Sieum Hilfe. Mit einem Jahres-FörderABO > um 15,— > um 25,— > um35,— oder > um .......... Euro können Sie den brennstoff leben undunsere Möglich keiten wachsen lassen.Willkommen im Club der brennstoff-Freundinnen und -Freunde!Wir schicken Ihnen 4 mal im Jahr den brennstoff.brennstoff FörderABO PSK-Konto-Nr. 9.647.574 · BLZ 60000 · Kontolautend auf »Heinrich Staudinger GmbH« · BIC: OPSKATWW · IBAN:AT81600000000964 7574 · Kennwort: brennstoffBitte geben Sie Ihren Namen, Ihre Adresse und Ihre Kundennummeraus dem Adressfeld an (diese Nummer hilft uns, Doppel adressen zuvermeiden); schreiben Sie an: brennstoff@gea.atEIGENTLICH27. Oktober 2012, Konstantin Wecker: Wut und ZärtlichkeitKonzert in der Stadthalle Schrems, Beginn: 19.30 UhrVorverkauf: wecker@gea.at oder telefonisch: +43 (0) 2853/76276-76Eintritts preise von 35,— bis 55,— Eurokoche ich erst seiteinigen Jahren. Daskam so: Ich war bei Moreau in der Steiermark zum»brennstoff-machen«. Ich mache diese Arbeit gern.Den noch strapaziert sie mich jedes Mal durch unddurch. Mitten in dieser Arbeit bekam ich plötzlichfurcht bares Bauchweh. Doktor. Spital. Ultraschall. Gal -lensteine. Gallenblasenentfernung. Wieder daheim, fingich, ohne dass ich es mir vornahm, zu kochen an.Heuer war es – wieder einmal – Moreau, der mich aufdieses Buch von Bernard Glassman aufmerksam mach -te. Ein wunderbares Buch. Konstantin Wecker ( ja, esist wirklich der Liedermacher und Sänger) schreibt imGeleitwort zu diesem Buch: »Dieser schlich te Bandgehört für mich zu den eher seltenen Ex emplaren vonWeisheitsbüchern, die das eigene Leben verwandelnkönnen. Immer schon hatte ich das Ge fühl, dass Er -leuchtung (was immer wir auch darunter verstehenmögen) sich nicht in weisen Sprüchen zeigt, sondernin Güte.«Und wirklich! In den Rezepten dieses Meisters stecktdie Kraft zur Verwandlung, sie weisen den Weg zurGüte. Bernard Glassman versteht uns (dich und mich),dass es uns schmerzt, »wenn die Kluft zwischen dem,was wir tun und dem, was wir tun möchten« groß ist.Dann »nimmt einen dieser Zen-Meister«, so Wecker,»so zärtlich und ohne Eitelkeit bei der Hand, dass manihm schon bald wie einem gütigen Vater vertraut.« Indiesem Vertrauen bin ich ab jetzt mit diesem väterlichenMeister »per du«, und nun sagt Bernie: »Wennes uns gelingt, die Kluft zwischen unseren Erwar -tungen und dem, was wir tatsächlich tun, zu beseitigen,fließt unsere gesamte Energie in unser Tun imAugenblick.« Ja, ja, ja. Wenn nur das Wörtchen »wenn«nicht wäre. Aber Bernie kennt uns. Er kann sich indich und mich hineindenken. Auch für diese Situationhat unser Koch ein Rezept.Nun? Was kocht ein Zen-Meister, wenn er zum großenMahl lädt? Sein Menu ist das Leben. Und für dieses(dein/mein/unser) Leben bietet er eine Fülle von Re -zepten an. Bernie lässt uns (dich und mich) nicht blödim Regen stehen. Er gibt praktische Tipps, die mangleich einmal ausprobieren und dann einüben kann.Schon beim Lesen ist mir der Appetit gekommen, seineRezepte in meinem Leben, aber auch im Alltag unsererFirma, auszuprobieren. Ich bin sicher, dass mir/unsseine Rezepte helfen werden, so manches Bauchweh zuvermeiden.HeiniP.S.: Ihr werdet es nicht glauben (wir glauben es selberkaum), dass der oben erwähnte Konstantin Weckernoch diesen Herbst zu uns ins Waldviertel kommt.Denk ich an HeimatEin Straßenbuch von APROPOSDASKonstantin Wecker, LiedermacherKommt alle nach SchremsSchlimmste hinter Gittern war, dass iches mit meinem Freiheitsdrang fast nichtaushielt, und vor allem, dass ich die Heimat nichtsehen konnte. Dass ich so lange keine richtige Heimathatte.« Georg Aigner, der Verfasser dieser Zeilen, hatnicht nur sieben Jahre in der Karlau, dem Grazer Ge -fängnis, verbracht. Er ist auch einer von 15 Auto rin -nen und Au toren, die sich als Verkäuferinnen undVerkäufer der Salzburger Straßenzeitung APROPOS andas Thema Heimat heran gewagt haben. Herausge -kommen ist ein berührendes, offenes, kritisches undselbstkritisches Sammelsurium über Lebenserfah run -gen, Schicksale, Träume und »über das Schöne unddas Hässliche im Leben«, wie der Schriftsteller WalterMüller im Vorwort festhält. Er hat die APROPOS-Leutein Schreibwerk stätten und Gesprächen in ihrem Schrei -ben unterstützt und ermuntert. »Ich habe viel gelerntin dieser Zeit«, so Müller, »nicht nur über Heimat, mehrnoch über Men schenwürde, Ehrlichkeit, die zärtlicheKraft von Men schen, die nicht nur Schö nes erlebthaben«.Wolfgang BauerBernard GlassmanAnweisungen für den Koch.Lebensentwurf einesZen-Meisters. Edition Steinrich,ISBN 978-3942085052Straßenzeitung APROPOS (Hg.):Denk ich an Heimat,Salzburg 2010.ISBN 978-3-200-02043-6Zu beziehen ist das APROPOS-Heimatbuch über:redaktion@apropos.or.atwww.apropos.or.atGlücklicherweise oderunglücklicherweise,auch wenn wir es nichtmögen, müssen wir aufsKlo gehen, das stinkigeKlo. Tut mir leid, aberich denke, wir müssenaufs Klo gehen, solangewir leben.Shunryu Suzuki, Seid wiereine Seide und scharfer Stahl22Nº 29/12 Nº 29/1223


Fritjof Capra, geboren 1939 inWien, Physiker und Systemtheo -retiker, lehrt an der University ofCalifornia in Berkeley, Kalifornien,und forscht an dem von ihm ge -gründeten Center for Ecoliteracy,einer Organisa tion, die sich dieSynthese und Vermittlung desökologisch-systemischen Den -kens zur Aufgabe macht. CaprasBücher zum Thema (»Wen de -zeit«, »Lebensnetz«, »VerborgeneZusammenhänge«, u.a.)erregten weltweites Aufsehen.Montag, 3. September 2012,20 Uhr, Schloss GoldeggMichael Kerbler (Ö1) imGespräch mit Fritjof Capra:Sind die Chancen der Wendezeitvertan? (Nachzuhören auf Ö1 amDonnerstag, 6. 9. um 21 Uhr undam Freitag, 7. 9. um 16 Uhr)Dienstag, 4. September, 2012,20 Uhr, Schloss GoldeggFritjof Capra, Festvortrag:Systemisch denken, systemischhandeln für eine nachhaltige WeltInfo: www.schlossgoldegg.atAm Anfang wurde dasUniversum erschaffen.Das machte viele Leutesehr wütend und wurdeallenthalben als Schrittin die falsche Richtungangesehen.Douglas AdamsPer Anhalter durch die GalaxisGE GE GELast Exit – WENDEZEIT! Systemisch denken,systemisch handeln für eine nachhaltige WeltFritjof Capra auf Schloss GoldeggESist jetzt 30 Jahre her, da konstatierte der Phy -siker und Systemtheoretiker Fritjof Capra inseinem Bestseller »Wendezeit«, dass sich die Mensch -heit in einer epochalen Krise befinde. »Die ganze Ge -sellschaft ist falsch programmiert. Unaufhörlich ge -schehen Dinge, die nach menschlicher Vernunft ausgeschlossensein sollten«, schrieb er und forderte einrasches Umdenken, eine Abkehr vom mechanistischen,die Natur ausbeutenden Weltbild. Hin zu einer ganzheitlichenWeltsicht mit vernetztem Denken, da diegroßen Probleme nicht einzeln gelöst werden könnten,sondern zusammenhängen und als System begriffenwerden müssen. 30 Jahre später erkennt Caprazwei Entwicklungen, die sich entscheidend auf dasWohlergehen und die Lebensweisen der Menschheitauswirken werden: das Aufkommen des globalen Ka -pi talismus und die Erschaffung nachhaltiger Gemein -schaften aus der Praxis des Ökodesigns. Die beidenEntwicklungen befinden sich heute auf einer Kol li -sionsschiene.In seinem Vortrag in Goldegg wird Frit jof Capra eineinheitliches systemisches Verständnis des Lebens vorstellen,das auf der Konzeption von lebenden Netz -werken beruht. Er wird außerdem zur Diskussion stellen,wie die neue Systemsicht des Le bens dazu verwen -det werden kann, die ökonomische Globalisierung soumzugestalten, dass sie mit den Grundwerten derMen schenwürde und der ökologischen Nachhaltigkeitin Einklang gebracht werden kann.Hubert ReevesHEIMAT oder Wo ist das Weltall zu Ende?Das Universum meinen Enkeln erklärtDIEBeifügung »HEIMAT oder ... « stammt vonmir. Denn der richtige Titel heißt einfach»Wo ist das Weltall zu Ende?« Ich habe das WortHEIMAT oben draufgesetzt, denn mich berührt der Ge -danke, dass dieses unendliche, unfassbare Weltall mei -ne/unsere HEIMAT ist. Die Formulierung »es berührtmich« ist eher eine Untertreibung, denn, wenn ich an»das Ende des Weltalls« und an seine unvorstellbareGrenzenlosigkeit denke, wird mir fast schwindlig.Nun nimmt Hubert Reeves, einer der renommiertestenAstrophysiker der Welt, dieses fassungslose Staunenernst und er erklärt seiner Enkelin das Universum ineiner Sprache, die zum immer Weiterfragen einlädt.Sympathisch bescheiden bleibt er auch in all jenenFragen, wo die Wissenschaft keine Antwort hat. Dafragt ihn seine Enkelin, wer denn diese universalenGesetze beschlossen habe? Da sagt er ihr den Ge -danken von Voltaire, der da meinte: »Ich kann mirnicht denken, dass es diese Uhr nur gibt und dazukeinen Uhrmacher.« Er erklärt ihr die Gesetze desWeltalls und die erstaunlichsten Erkenntnisse derAstro nomie in einer liebevollen und verständlichenSpra che. Die Antwort Voltaires findet er unbefriedigend.Er hofft auf weitere Erkenntnisse der Wissen -schaft und zum Schluss verneigt er sich vor den tiefenGeheimnissen des Universums.Ein Buch zum Staunen. Für Er wach sene genauso wiefür Kinder. Eine Einladung zum ge -meinsamen Stau nen, denn Ge mein -samkeit hilft — fast — immer, wennman sich in diesem irren Weltallmanchmal verloren und einsam vorkommt.HeiniHubert Reeves: Wo ist das Weltall zu Ende?Das Universum meinen Enkeln erklärt. VerlagC. H. Beck, ISBN 978-3406630217Heimat ist überall. Man muss nur zuhören, um sie zu finden.30 Jahre Broadlahn1982als noch keiner von Globalisierung ge -redet hat, haben Broadlahn als Visi o -näre der Völkerverständigung be reits die alpenländischenMusik tra ditio nen mit Jazz und Welt musik verknüpft.Damit waren sie u. a. Weg bereiter der »NeuenVolks musik«. Die verspielten Quali täten der 6 Broad -lahner wusste auch Joe Zawinul zu schätzen, mit dessen»Syn dicate« die Bauernjazzer dereinst ge mein samtourten. Zum 30-jährigen Band-Jubiläum gibt es jetzteine Reihe von Konzerten, u. a. im Konzerthaus zuWien, Special Guest: Willi Resetarits.30 Jahre Broadlahn. Konzerte (Auswahl ): SA, 8. September, Broad -lahn-Alm/Kleinsölk | SA, 22. September, Nöchling | DO, 4. Oktober,Graz, Orpheum | DO, 25. Oktober, Wien, Konzerthaus (mit Willi Rese -tarits) | CD-Tipp Broadlahn. Vom Rand der Welt | www.broadlahn.atgemüt-licher käfigheimat ist dort wo man sich auskenntheimat ist was man kenntmeine kaffeehäusermeine tandlerein paar straßenzügein wien und anderswomeine freunde und feindezwischen den kastanienbäumen meiner kindheitsteht der flakturm meiner kindheitimmer nur dieses wiedererkennenwollendes einmal gekanntendas zusammenglucken im gewohnten stallgeruchheimat ist käfig mit gitterstäben aus gefühlenwie die familiein die man nur zurückkehrtin einem anfall von schwächeElfriede GerstlVortrag von Bernd Senf in SchremsFließprozesse der Lebensenergie und des Geldes –Störungen und Heilungen. Gemeinsamkeitenzwischen Wilhelm Reich und Silvio GesellESgibt Zusammenhänge zwischen dem Fließenvon Lebensenergie im Organismus eines Men -schen und dem Fließen des Geldes im Organismuseiner Wirtschaft, behauptet der streitbare Wirtschafts -wissenschaftler Bernd Senf.In seiner Lebensenergie-Forschung bezieht sich BerndSenf auf Wilhelm Reich (1897—1957). Der Facharztfür Neurologie und Psychiatrie war ein Schüler Sig -mund Freuds und gilt als Vater der Körper psycho the -rapie. Reich war es auch, der eine bis dahin nichtbeschriebene Energieform entdeckte, die Lebens- oderOrgonenergie, die ursprüngliche Energie der Natur.Kann diese Energie durch negative Einflüsse, Frustra -tionen, emotionale Kälte und dergleichen nicht freifließen, kommt es zu Blockaden, die an verschiedenenSeg menten des Körpers chronisch werden können.Reich spricht von Körperpanzerung.Ähnlich funktioniert Bernd Senf zufolge der Geld -kreislauf und bezieht sich dabei auf Silvio Gesell. NachAnsicht des Finanztheoretikers und SozialreformersGesell (1862—1930) erkrankt auch ein Wirtschafts -system, wenn der Geldfluss ins Stocken gerät, blockiertwird. Dies geschieht vor allem dann, wenn das Geldzurückgehalten und dem Kreislauf entnommen wird.Was zum Beispiel geschieht, weil man es hortet und eserst dann wieder in den Umlauf bringt, weil man Zin -sen erwarten kann. Sind also Zinsen des Rätsels Lö -sung, um den blockierten Kreislauf wieder in den Flusszu bringen? Nein, sagt Senf, das sei so, als ob manden Teufel mit dem Beelzebub austreiben wolle. DasZins system führe in einen Teufelskreis und in krebsartigwachsende Probleme von Wirtschaft, Gesellschaft,Um welt und der Dritten Welt.Die Lösung dieser Probleme sieht Senf in einer Lösungder Blockaden der Lebensenergie und des Geldflusses.Nicht schlagartig und schon gar nicht gewaltsam, sondernbehutsam, um die verschütteten Funktionen dernatürlichen Selbstregulierung durch Auflockern desPanzers wieder freizulegen.Wolfgang BauerFreitag, 2. November 2012, 19 Uhr, Kultur haus Schrems, Vortrag vonBernd Senf: Fließprozesse der Lebensenergie und des Geldes –Störungen und Heilungen. Am Samstag, 3. und am Sonntag, 4. No -vem ber 2012 leitet Bernd Senf zwei Seminare in der GEA Aka demie.Informationen dazu finden Sie auf Seite 29.BERG HEIL!Alpenverein und Bergsteigen 1918 – 1945DASSBerge mehr sind als ein alpinistischesZiel, sondern auch ideologisch überhöhtwerden können, beweist die Geschichte des Al -pen vereins zwischen den beiden Weltkriegen. In dieserZeit waren Teile der alpinen Organisation nationalistisch,antisemitisch und ausgrenzend geprägt, waszum Beispiel dazu führte, dass jüdische Bergsteigerausgeschlossen wurden. Auch das Verhältnis zu anderenalpinen Vereinen wie den Naturfreunden wurdefür Jahrzehnte belastet. Aus Anlass des 150-Jahr-Jubi -läums des Österreichischen Alpenvereins (gegründet1862) widmet sich ein mehr als 600 Seiten umfassendesBuch diesem dunklen Kapitel der Vereinsge schich -te. Das Jubiläum war ein willkommener Anlass, sichdiesen Dingen zu stellen, so Martin Achrainer, Histo -riker im Dienste des Alpenvereins sowie Mitheraus ge -ber und Autor des Werkes. »Wir haben mit dem Buchdie Vergangenheit offen gelegt. Es war wichtig zusagen, dass es keine Geheimnisse gibt, dass wir nichtsverstecken müssen, dass es Dinge gibt, die passiert sindund die wir aufgeklärt haben wollen.« Heute ist derÖsterreichische Alpenverein nicht nur der älteste, sondernmit mehr als 400.000 Mitgliedern auch der größteAlpinverein Österreichs und eine wichtige Stimme,wenn es um den Naturschutz in den Bergen geht.Gesell, Reich, SenfWenn man als jungerMensch so aussah wieein Hippie und sicheinigermaßen selbst treugeblieben ist, sieht manals alter Sack aus wie einPenner und nicht wieJoschka Fischer.Harry RowohltBERG HEIL! Alpenverein undBergsteigen 1918 – 1945Herausgegeben vomDeutschen Alpenverein, vomÖsterreichischen Alpenvereinund vom Alpenverein Südtirol,Böhlau Verlag 201124 Nº 29/12Nº 29/1225


GEA AkademieDen Sinnen vertrauen, das Eigene entwickeln, neugierig bleiben oder: werden.Buchhaltung und Einführung in die Bilanzen.Niemand wird uns nach diesem Wochenendenoch einmal ein Buchhaltungs-X fürein Bi lanz-U vormachen können. Künstler ,Schus ter, Rauchfangkehrer – kommt allenach Schrems. Benvenuto!GEA AKADEMIE KURS 5Die Pfeifen lasst hören. Blockflötenseminarmit Florian Huber und Helge Michael StieglerGEA AKADEMIE KURS 1Nahrhafte Landschaft Wildobstverwertungmit DI Dr. Michael MachatschekMit »Wildobst« war ursprünglich alles be -nannt, was nicht als Brot oder Fleisch aufden Tisch kam. Von den meisten Gehölzen istdie Nutzung ihrer Wildfrüchte kaum mehrbekannt. Michael Machatschek hat ein unerschöpflichesWissen über Wildobst, dessenBedeutung und vielfältige Verarbeitung. Aufgemeinsamen Rundgängen wird er an diesemWochenende mit euch die wilden Früchte anWaldrändern, Hecken und entlang der Bächeerläutern und sammeln. Gerne könnt ihrauch eigenes Wildobst zur Bestimmung mitnach Schrems bringen. Als Ausrüstung fürdieses Seminar bitte gutes Schuhwerk (wirempfehlen Waldviertler), Sonnen- & Regen -schutz, ein Sammelsäckchen, kleinere Gläsermit Schraubdeckel, Schreibzeug, Notizblockund eventuell einen Fotoapparat einpacken.TERMIN FR, 14. September, 19 Uhr, bis SO, 16. September2012, 13Uhr KURSBEITRAG 160,— ORT Schrems, Seminar -zentrum Waldviertler Schuhwerkstatt und UmgebungÜber Rosen lässt sich dichten, / In die Äpfelmuss man beißen. Goethe, Faust IIPortrait von Luca Pacioli (um 1445 – 1514 oder 1517), der1494 als Erster die doppelte Buchführung komplett beschriebenhat. Gemälde von Jacopo de Barbari, 1495GEA AKADEMIE KURS 2Du, lass dich nicht beherrschen!Ein Zahlenwochenende mit Robert GrollniggOft oder sogar meist ist Buchhaltung dieSchwachstelle der Kreativen. Wie schade!Denn fast immer sind die Herrschenden auchdiejenigen, die die Zahlen beherrschen. Durchdieses Seminar soll das anders werden. Ro -bert Grollnigg wird »uns Normalen« und denKreativen helfen, die Schönheit der Zahlen zuerfassen und daraus die richtigen Schlüsse zuziehen. Robert ist ein großer Italienfreundund weil dort im 15. Jahrhundert die Buch -haltung, die wir heute noch verwenden,erfunden wurde, nutzt er für seine Zahlen dieganze Bandbreite italienischer Verführungs -künste. So lernt man anhand eines Fischer -bootes aus Grado das System der Abschrei -bung kennen. Gewinn- und Verlustrechnungwird ganz schnell kla(r) mit einem CampariSoda. Ein dolce Wochenende mit doppelterTERMIN FR, 14. September, 19 Uhr, bis SO, 16. September2012, 13Uhr KURSBEITRAG 160,— ORT Schrems, Seminar -zentrum Waldviertler SchuhwerkstattGEA AKADEMIE KURS 3Schule des SehensNaturfotografie mit Dieter Manhart»Man sieht nur mit dem Herzen gut, das We -sentliche ist für das Auge unsichtbar.« DieterManhart lehrt (wie der kleine Prinz) denBlick über das Auge zum Herzen. Er verstehtes meisterhaft, das Wahrnehmungsvermögenseiner SchülerInnen zu schärfen und den»richtigen Augenblick« zu erspüren. Seinfoto grafisches Knowhow und die im Herbstatemberaubend schöne Waldviertler Land -schaft sind die zwei Tüpfelchen auf dem ï.Alle weiteren Informationen zu diesem Semi -nar bitte unter www.gea.at/akademie odertelefonisch unter +43 (0) 2853/76503-61TERMIN FR, 21. September, 19 Uhr, bis SO, 23. September2012, 13Uhr KURSBEITRAG 160,— ORT Schrems, Seminar -zentrum Waldviertler Schuhwerkstatt und UmgebungEs gibt Tage, da empfindet man die einfache Tatsache desSehens wie ein wahres Glück. (Robert Doisneau)GEA AKADEMIE KURS 4Stärke deine Mitte mit Qigong und TCMmit Dr. Leo Spindelberger und Angela CooperInnerhalb der TCM (Traditionellen Chinesi -schen Medizin) gibt es eine »Schule der Mit -te«, deren oberstes Ziel es ist, die Verdau -ungs organe – unsere Mitte – zu stärken.Dr. Leo Spindelberger und Angela Cooperwerden in diesem Seminar die Ernährungs -lehre der TCM mit Qigong-Übungen, die zurStärkung der Verdauungsorgane dienen,kombinieren und darauf achten, dass dievermittelten Inhalte und Übungen auch imAlltag anwendbar sind. Leo ist Arzt für All -ge meinmedizin, TCM-Spezialist und außerdemunser Betriebsarzt in den WaldviertlerWerkstätten. Er wird uns an diesem Wochen -ende in die theoretischen Grundlagen derTCM-Ernährungslehre einführen. AngelaCooper wird uns als diplomierte Qi-GongLehrerin die einzelnen Übungen in der Praxisnahe bringen. Wir werden üben und übenund mit der Kraft des Qi unsere Mitte stärken.Für viele ist sie »der« Einstieg in die persönlicheMusikkarriere – die Blockflöte. Nichtmehr ganz so viele halten ihr später auch dieTreue. Helge Michael Stiegler und FlorianHuber sind zwei, die sich die Leidenschaft zurBlockflöte zum Beruf gemacht haben. Helgelehrt an der Universität für Musik und Dar -stellende Kunst in Wien; ist darüber hinausaber auch Instrumentenbauer und währendder Sommermonate Bergbauer in Oberöster -reich. Gemeinsam mit euch wollen die beidenProfis an diesem Wochenende die Blockflötein ihrer ganzen Bandbreite zum Klingenbrin gen. Sie werden Stücke zum gemeinsamenMusizieren vorbereiten; es soll aberauch ausreichend Raum für Mitgebrachtesgeben. Und auf welchem Niveau soll andiesem Wochenende geflötet werden? Nichtganz professionell und auch nicht ganz aufAnfängerniveau. Auf jeden Fall: mit Leiden -schaft!TERMIN FR, 28. September, 19 Uhr, bis SO, 30. September2012, 13Uhr KURSBEITRAG 160,— ORT Schrems, Seminar -zentrum Waldviertler SchuhwerkstattGEA AKADEMIE KURS 6Give me the Blues. Im Zeichen der Blues-Gitarre. Mit Franz Frank alias BongoJimi Hendrix hat gesagt: »Es ist leicht, denBlues zu spielen, aber es ist schwer, den Blueszu fühlen.« Was noch gerne unterschätzt wirdist, wie vieles aus der Pop-, Rock– und Jazz -musik sich aus dem Blues entwickelt hat.Bongo ist als Gründungsmitglied der legendärenWaldviertler Band »Bluespumpm«natürlich Experte in Sachen Blues. Er kenntaus seiner jahrzehntelangen Bühnenerfah -rung alle Möglichkeiten und Tricks, denBlues zu spielen. Akustisch und elektrisch;Begleitung und Solo. An diesem Wochenendewill er mit euch experimentieren und dievielen Variationen des Blues entdecken,inter pretieren und fühlen. Musiker haben be -kanntlich ihr Instrument immer dabei; nichtsdesto trotz sei hier erwähnt: Bitte bringt eureAkustik- und/oder Elektrogitarren mit nachSchrems und »Give us the blues«.TERMIN DI, 16. Oktober, 19Uhr, bis DO, 18. Oktober 2012, 13Uhr KURSBEITRAG 160,— ORT Schrems, Seminar zentrumWaldviertler SchuhwerkstattAlles gackert, aber wer willnoch still auf dem Nestsitzen und Eier brüten?Friedrich NietzscheGEA AkademieSeminarzentrum WaldviertlerSchuhwerkstattNiederschremser Straße 4b3943 SchremsUNTERKUNFT17 gemütliche Gästezimmerund 2 Gästewohnungen stehenfür unsere Seminargäste bereit:Einzelzimmer/Nacht 40,–Doppelzimmer/Nacht 55,–Wohnung 1 (max. 4 Gäste) 90,–Wohnung 2 (max. 6 Gäste) 110,–oder Matratzenlager 8,– bzw. beigleichzeitiger Seminarbuchung0,– Euro (Spende für unsereAfrikaprojekte)INFORMATION, ANMELDUNG,ZIMMERRESERVIERUNGGEA AkademieTelefon +43 (0) 2853/76503-61E-Mail: akademie@gea.atwww.gea.atTERMIN FR, 21. September, 19 Uhr, bis SO, 23. September2012, 13Uhr KURSBEITRAG 160,— ORT Schrems, Seminar -zentrum Waldviertler SchuhwerkstattHelge Michael Stiegler kommt im (Blockflöten)Duett mitFlorian Huber zu uns nach Schrems26 Nº 29/12Nº 29/1227


Vom Wecken des TrommelgeistesGEA AKADEMIE KURS 7Mit dem Pulsschlag der ErdeTrommelbau und Trommelreise mitHans-Georg UnterrainerHans-Georg ist kein Hendl – er ist ein richtigerAdler. Die Trommeln, die er mit uns inSchrems bauen wird, sind Rahmen- oderSchamanentrommeln mit einem Durchmesservon bis zu 45 cm. Die Trommel ist seit jeherRhythmusinstrument und Kommunikations -mittel. Der Trommelbau mit Hans-Georg isteine sehr individuelle Reise zur ganz persönlichenTrommel. Sie führt von der Kontakt -auf nahme mit dem Tier, dessen Haut dieTrommel spannt, über die Wahl des Holzesfür den Rahmen, die Gestaltung des Trom -melschlägels bis hin zum Stimmen, Erklingenund rituellem Reisen. Hans-Georg fertigt dieRoh-Rahmen je nach Wunsch aus Esche,Nuss, Buche oder Eiche vor. Für die Bespan -nung stehen diverse Felle zur Auswahl. EinTrommelbau-Wochenende für AdlerInnen mitdem Pulsschlag der (Waldviertler) Erde.TERMIN FR, 19. Oktober, 15Uhr, bis SO, 21. Oktober 2012, 15Uhr KURSBEITRAG 160,— | Materialkosten für die Trommelvon 110,— bis 150,— ORT Schrems, Seminar zentrum Wald -viertler Schuhwerkstatt, UmgebungPharmazeutin, Kräuterexpertin: Ursula GerholdPeter KleinGEA AKADEMIE KURS 8Unternehmensvision LebenSystemisch führen – Führen mit SystemKursleitung: Peter Klein»Leben als Unternehmensvision« verlangtdanach, neue Verhaltensmuster zu entwickeln,wichtige Entscheidungen zu treffen,Klarheit bei strategischer Neuausrichtung zufinden. Peter Klein ist auf diesem Gebiet einguter Weggefährte. Was ist deine/Ihre derzeitgrößte Herausforderung? – ist zumeist seineerste Frage. Im Unternehmen oder auf demeigenen Weg? Ihr, die ihr tagtäglich Verant -wortung in Schlüsselpositionen übernehmt,werdet in diesem Workshop Gelegenheithaben, euch miteinander euren Visionen zunähern. Heini Staudinger wird an diesemWochenende nicht nur Gastgeber in derGEA-Akademie sein, sondern auch Einblickein sein unternehmerisches Lebensmodellgeben.P.S.: Dieser Kurs ist auch unternehmensinternunter der Woche buchbar.TERMIN FR, 19. Oktober, 19Uhr, bis SO, 21. Oktober 2012, 13Uhr KURSBEITRÄGE 500,— für TeilnehmerInnen aus Unter -nehmen mit mehr als 100 Beschäftigten | 300,— für Teil neh -merInnen aus Kleinunternehmen mit weniger als 100 Be -schäftigten | 200,— für NeugründerInnen und Teilnehmer -Innen aus Unternehmen in wirtschaftlich schwieriger LageORT Schrems, Seminarzentrum Waldviertler SchuhwerkstattGEA AKADEMIE KURS 9Haubenküche für NaturkosmetikerInnenKursleitung: Mag. Ursula GerholdUrsula Gerhold ist Pharmazeutin und Kräu -terexpertin. Die Pflanzenheilkunde hat sieauch zur ganzheitlichen biologischen Kör per -pflege und Naturkosmetik geführt. Ursulawill euch an diesem Seminarwochenende indas Handwerk bzw. die Kunst der »Naturkos -metik-Küche« einführen. Sie wird euch dasdafür notwendige, grundlegende Wissen, dasHandwerkszeug lehren. Ihre Rezepturen sol-len euch Anregung sein und eure Phantasiebeflügeln. Das Kennenlernen von Zutatenund Pflanzen, von Mischungsverhältnissenund Vorgehensweise wird die Basis für Indi -viduelles, Regionales und Saisonales schaffen.Genau wie beim Essen. Die Cremen undSalben, die ihr an diesem Wochenende mitUrsula »kochen« werdet, sind nämlich irgendwieauch Essen – Nahrung für eure Haut.TERMIN FR, 19. Oktober, 19Uhr, bis SO, 21. Oktober 2012, 13Uhr KURSBEITRAG 160,— ORT Schrems, Seminar zentrumWald viertler Schuhwerkstatt und UnterWasserReich.Im Anfang war der Rhythmus ...GEA AKADEMIE KURS 10BongoBongo – Das Rhythmus- undTrommelseminar mit Franz Frank alias Bongo»Ich bin noch ganz im Taumel der Trommle -rei« – das hab ich (Heini) im brennstoff beider Ankündigung des ersten Trommelkursesmit Bongo geschrieben. Mittlerweile trommelnund taumeln schon ziemlich viele.Franz Frank alias Bongo (ver)führt mit deneinfachsten Übungen in die Welt der Rhyth -men. Seine Behauptung: Wenn jemand gehenkann, dann kann er auch trommeln. JederMensch hat das drauf, sonst könnte er garnicht leben. Ein-atmen, Aus-atmen, der Pulsundder Herzschlag, das alles sind Rhythmen,die in uns sind. Bongo gehört zu den Grün -dungsvätern der legendären WaldviertlerBand »Bluespumpm«. Mit seiner überragendenMusikalität und seinem spielerischenRhythmusgefühl war er über fünfzehn Jahrelang einer der Masterminds dieser Band.Power to the people. Let’s beat and dance!TERMIN DI, 23. Oktober, 19Uhr, bis DO, 25. Oktober 2012, 13Uhr KURSBEITRAG 160,— ORT Schrems, Seminar zentrumWaldviertler SchuhwerkstattZeichnung aus: Wilhelm Reich, kurz und knapp. Ein Sach-Comic. Von David Zane Mairowitz, gezeichnet von German Gonzalez. Zweitausendeins, 2. Auflage 1996GEA AKADEMIE KURS 11Ein Wochenende mit Professor Bernd SenfKursleitung: Bernd SenfFREITAG | VORTRAGFließprozesse der Lebensenergie und desGeldes – Störungen und HeilungenDieses Wochenende steht voll und ganz imZeichen des renommierten Wirtschaftswis -sen schaftlers Bernd Senf. Den Auftakt bildetam Freitag sein Vortrag »Fließprozesse derLebensenergie und des Geldes – Störungenund Heilungen« im Kulturhaus in Schrems.(Ausführliche Beschreibung im GE GE GE aufSeite 25). Samstag und Sonntag widmet ersich in Seminarform ausführlich folgendenThemen:SAMSTAG | SEMINARWilhelm Reichs Entdeckung und Nutzungder LebensenergieBernd Senf sieht zwischen dem Fließen derLebensenergie im Organismus eines Men -schen und dem Fließen des Geldes im sozialenOrganismus einer Wirtschaft erstaunlichefunktionelle Identitäten. Die Blockade desFließprozesses macht den Organismus krankWilhelm ReichBernd Senf: Die Lösung der Blockierung ist die Lösung.und destruktiv. In seiner Lebensenergie-For -schung bezieht sich Senf auf den Neurologenund Freud-Schüler Wilhelm Reich, der alsVater der Körperpsychotherapie gilt. Reichentdeckte eine bis dahin nicht beschriebeneEnergieform, die Lebens- oder Orgonenergie,die ursprüngliche Energie der Natur, derenBlockade zu vielerlei körperlichen, seelischenund sozialen Problemen führen kann. Unddie Auflösung dieser Blockaden wird schließlichauch zentraler Teil dieses Seminars sein.SONNTAG | SEMINARTiefere Ursachen derSchuldenkrisen und Alternativenzum herrschenden GeldsystemBlockaden im Geldkreislauf sindzweifellos Mitverursacher dergegen wärtigen Finanz- und Wirt -schaftskrisen. Mit tiefgreifenden Aus -wirkungen auf den sozialen Bereich, auf denVerbrauch von Ressourcen und auf andereSegmente. Eine der Hauptblockaden siehtBernd Senf im herrschenden Zinssystem, dasbewirkt, dass das Geld zum Horten und Spe -kulieren dem natürlichen Kreislauf entnommenwird. Wie dieses Zinssystem überwundenwerden kann – etwa durch eine umlaufgesicherteWährung –, damit der Geldflusswieder harmonisch von statten gehen kann,ist Themenschwerpunkt in diesem Sonntag-Seminar.TERMIN FR, 2. November 2012, 19 Uhr: Beginn des Vortragsim Kultur haus Schrems | SA, 3. November, 9 – ca. 17 Uhr:Seminar »Wilhelm Reichs Entdeckung und Nut zung derLebensenergie« | SO, 4. November, 9 – ca. 17 Uhr: Seminar»Tiefere Ursachen der Schuldenkrisen und Alternativen zumherrschenden Geldsystem« KURSBEITRAG 160,— (freiwilligerSolidaritäts- und Selbsteinschät zungsbeitrag möglich:90,— bis 230,— Die, die mehr haben, unterstützen die, dienicht ausreichend haben – so einfach ist das. Mehr Infor -mation dazu hat unsere Doris, E-Mail: doris@gea.at odertelefonisch unter +43 (0) 2853/76503-63) ORT Schrems,Seminarzentrum Waldviertler SchuhwerkstattGEA AKADEMIE KURS 125 Elemente JahreszyklusKursleitung: Dr. Leo Spindelberger undAngela CooperDas 5-Elemente-System ist eines der wichtigstenKonzepte der TCM (Traditionelle Chi -nesische Medizin) und somit auch des Qi -gong. In dieser Seminarreihe werden sichLeo Spindelberger und Angela Cooper nacheinem Einführungsseminar, in dem die we -sent lichen Grundlagen vermittelt werden, infünf weiteren Seminaren mit jeweils einemElement intensiv beschäftigen und es ausverschiedenen Blickwinkeln betrachten underfahren: Wasser: 12. bis 14. Februar 2013 |Holz: 16. bis 18. April 2013 | Feuer: 18. bis20. Juni 2013 | Erde: 17. bis 19. September2013 | Metall: 12. bis 14. November 2013.Jedem Element sind dabei Organe und Meri -diane, vor allem aber auch Gefühle und Emo -tionen zugeordnet, die große Auswirkungenauf den Energiefluss in unserem Körperhaben und nach den Erfahrungen der TCMeinerseits wichtige Krankheitsfaktoren undandererseits starke Heilkräfte darstellen.TERMIN DI, 6. November, 19Uhr, bis DO, 8. November 2012,13 Uhr: Einführungsseminar. Mehr Informationen zu den 5-Elemente-Seminaren bitte unter www.gea.at/akademie odertelefonisch unter +43 (0) 2853/76503-61 KURSBEITRAG160,— pro Seminar bzw. 800,— für alle sechs Einheiten mitAbschlussdiplom ORT Schrems, Seminar zentrum Wald -viertler SchuhwerkstattWer ausreichend Qi hat, das frei durch denKörper fließt, der wird nicht krank!Alte chinesische Weisheit28 Nº 29/12Nº 29/1229


Ich baue einen Drachen und lasse ihn fliegen ... undwenn ich dann in den Himmel schaue und den Drachendort sehe, hat ein Teil von mir doch fliegen gelerntGEA AKADEMIE KURS 13Anna und die DrachenDrachenbaukurs mit Anna RubinAnna Rubin macht die schönsten Drachen.Schöner als man es sich überhaupt vorstellenkann. Schau unter: www.gea.at/akademie/drachenbau – sie fliegen alle Richtung»Him mel«. Drachen lieben und brauchen denWind und der weht im Waldviertel am leidenschaftlichstenim Herbst. Anna hat unserzählt, dass die Leute in Guatemala – immerzu Allerheiligen – Drachen in den Himmelschicken, damit die frisch verstorbenenSeelen entlang der Drachenschnüre leichterin den Himmel finden. Wir sind ja der Mei -nung, dass die Drachen, der Wind und derHimmel auch die noch lebenden Seelen öffnenund begleiten können. Daher ist so einDrachenbau-Wochenende mit Anna Rubineine wunderbare Möglichkeit, bei der Vätermit ihren Töchtern und Mütter mit ihrenSöhnen und Onkel mit den ..., und Tantenmit ihren ... den Kontakt zum Himmel aufErden herstellen können. Wind und Himmelund Wolken und Sterne. Im Bündnis mit denElementen knapp nach Allerheiligen.TERMIN FR, 9. November, 19 Uhr, bis SO, 11. November 2012,13 Uhr KURSBEITRAG 160,— | 1 Erwachsener + 1 Kind =200,— ORT Schrems, Seminar zentrum Waldviertler Schuh -werkstatt und UmgebungGEA AKADEMIE KURS 14Als Gea und Uranos noch eins warenoder: Eine abenteuerreiche und nicht unphilosophischeBegegnung mit Odysseus,Ödipus, Thales, Plato und anderen Gigantender griechischen Geisteswelt.Kursleitung: Dr. Heribert DerndorferHeribert Derndorfer wird uns an diesemWochenende mit seiner Erzählkunst in diebunte Welt des griechischen Mythos einführenund von archaischen Zeiten berichten,da Uranos und Gea noch eins waren. Wirwerden mit Odysseus das eine oder andereAbenteuer bestehen, Ödipus in die (durch dieeigenhändige Blendung) selbst gewählteNacht begleiten und uns an Hand einigerErzählungen des Historikers Herodot mitGlanz und Elend des Menschen beschäftigen.Natürlich darf auch die griechische Philo -sophie nicht fehlen, bildet sie doch mit ihrenFragen und dem Umbruch des Wirklichkeits -verständnisses (»vom Mythos zum Logos«)eine wesentliche Grundlage der modernenWissenschaften. Zuhören, Staunen, Fragenund gemeinsames Denken sollen diesesWochen ende kennzeichnen. Vorwissen istnicht erforderlich – dafür sorgt mit Sicherheitder Heribert in ausreichendem Maße. Neugierund Interesse sind die einzigen Voraussetzun -gen für dieses geistige Abenteuer.TERMIN FR, 9. November, 19 Uhr, bis SO, 11. November 2012,13 Uhr KURSBEITRAG 160,— wovon 50 % vom Kursbeitragals Spende an die Projekte in Tansania, Kenya und Äthiopiengehen. ORT Schrems, Seminar zentrum Waldviertler Schuh -werkstattOdysseus und die Sirenen. Gemälde aus dem Jahr 1891 vonJohn William Waterhouse (1849 – 1917)Alles Poetische sollte rhythmisch behandelt werden! Dasist meine Überzeugung. (Goethe an Schiller, 1797)GEA AKADEMIE KURS 15Im Zeichen der rhythmischen GitarreDer autodidakte Weg zum Rock-Pop-Folk-Bluessong. Mit Franz Frank alias BongoBongo ist ein begnadeter Musiker und Grün -dungsmitglied der legendären WaldviertlerBand »Bluespumpm«. In diesem Kurs wird erzur Gitarre greifen und dich/euch auf einemautodidakten Weg zur Gitarristin, zum Gitar -risten begleiten. Im Zeichen der rhythmischenGitarre will er euch durch Improvisa -tion, Zusammenspiel, Open Tunings, Slidesund Riffs lotsen. Es wird auch einen kleinenAbstecher in die Grundbegriffe der Musikund den Aufbau eines Musikstückes geben,um schließlich tief abzutauchen in das Wis -sen um die Wahl der »richtigen« Tonreihe füreinen bestimmten Stil. So sollt ihr an diesemWochenende mit euren Gitarren von Rock bisBlues alle Töne und Melodien in Schremserklingen lassen. Musiker haben bekanntlichihr Instrument immer dabei; nichts destotrotz sei hier erwähnt: Bitte bringt eureAkus tik- und/oder Elektrogitarren mit nachSchrems.TERMIN DI, 13. November, 19 Uhr, bis DO, 15. November2012, 13Uhr KURSBEITRAG 160,— ORT Schrems, Seminar -zentrum Waldviertler SchuhwerkstattGEA AKADEMIE KURS 16Die Simontonmethode oder die Macht dereigenen Gedanken. Kursleitung: Dr. ThomasSchmitt und Anna Maria SteurerEs ist schon so, dass uns jede Krankheitimmer auch ein bisschen dazu zwingt, daseigene Lebensmuster zu überdenken. Dr. CarlSimonton macht mit der nach ihm benanntenMethode seit über 30 Jahren bewusst, dasswir im Falle einer Krankheit mit Hilfe unsererGedanken und Gefühle einen wichtigen Bei -trag zur Verbesserung unserer Lebensqualitätleisten können. Dr. Thomas Schmitt ist Allgemeinmediziner, Schwer punkt Onkologie,und lehrt seit vielen Jahren krebskrankenMenschen mit Hilfe der Simonton metho deeinen inneren Zugang zu ihrer Krankheit zufinden und wo immer es möglich ist, denLebenswillen zu stärken und die eigenenKräfte zur Heilung zu aktivieren. »Die Bot -schaft der Simontonmethode ist ganz einfach«,sagt er: »Hoffnung, Vertrauen, Zuver -sicht und ein neuer Zugang zu sich selbstsind neben der medizinischen Therapiedie wichtigsten Voraussetzungen für jedenHei lungsprozess.« Herzlich willkommen zudiesem besonderen Wochenende in Schrems.TERMIN FR, 16. November, 19 Uhr, bis SO, 18. November2012, 13Uhr KURSBEITRAG 160,— ORT Schrems, Seminar -zentrum Waldviertler SchuhwerkstattGEA AKADEMIE KURS 17In die Stille gehenKursleitung: Christoph Singer undLois KerberIch [Heini] werde Christoph Singer meinLeben lang dankbar sein, dass er mich indieses stille Sitzen eingeführt hat. Christophsagt: »Stille als offene Weite erleben, dazubedarf es innerer Ruhe. Ein altbewährterÜbungsweg ist das bewusste Sitzen. DasZazen.« Im Atmen zu den inneren Räumender Stille in uns finden und gleichzeitig zuVideoclips aufwww.gea.at/videoSUPER-SUBSKRIPTIONSPREISEfür brennstoff-LeserInnenverlängert bis Ende September!Kennwort: HEIMAT22 * IN ÖSTERREICH11 * IN DEUTSCHLAND1 * IN DER SCHWEIZChristoph Singereiner umfassenden Wachheit gelangen. In derStille der Waldviertler Seminarräume werdender Zenlehrer und Psychotherapeut ChristophSinger und der Yogalehrer Lois Kerber Yoga -übungen und die Übungen im Sitzen undGehen mit Anleitungen und Impulsen begleiten.Bitte um rasche Anmeldung, da wir ausErfahrung wissen, dass die Plätze im »stillen«November für dieses Seminar sehr gefragtsind. Was leicht zu verstehen ist.TERMIN FR, 16. November, 19 Uhr, bis SO, 18. November2012, 13 Uhr KURSBEITRAG 160,— wovon 10 % als Spendean die Projekte in Tansania, Kenya und Äthi opien gehen ORTSchrems, Seminarzentrum Waldviertler SchuhwerkstattFolgende Kurse sind bereits ausgebuchtHomöopathie für LaienKursleitung: Dr. Bernhard SchmidWaldviertler selber machenKursleitung: Toni Schuster; alle Kurse bis Februar 2013Instrumentenbaukurs – kleine TischharfeKursleitung: Franz BauerLieben was istKursleitung: Dr. Anton DicketmüllerWaldviertler Taschen selber machenKursleitung: Trude Fichtenbauer und Kathi ZöchlingWie immer bemühen wir uns um zusätzlicheKurstermine. Interesse?Dann schreiben Sie uns bitte unter akademie@gea.atWir informieren Sie umgehend, wenn es für »Ihr« Seminareinen neuen Termin gibt.Seminarräumlichkeiten in derGEA-Akademie buchen•Wo immerich gehe,folgt mirein Hundnamens Ego.•FriedrichNietzscheAn den Wochenenden sind unsere Seminar räumlichkeitenimmer total ausgebucht, aber während der Woche gibt esfreie Tage, die gebucht werden können. Interesse? UnsereAkadmieladies wissen alle freien Termine. Anfragen unterakademie@gea.at oder +43 (0) 2853/76503-61ADRESSEN AUF DER RÜCKSEITE30 Nº 29/12Nº 29/12WWW.GEA.AT31


FlohmarktDONNERSTAG 23. 26. August Jänner 13 –19 Uhr ( vormittags geschlossen! )FREITAG 24. August 10 –18 UhrUnser KLEINER FehlerDein GROSSER VorteilSAMSTAG 25. August 10 –17 UhrNEUE WARE IN SUPERQUALITÄT ZU FLOHMARKTPREISEN !30%MINUSMINUSbis minus 30 %Diverse AusstellungsstückeBLACKBIRDBETTEN15%MINUSMINUSKLEINE FEHLER33%MINUSMINUSauf BLACKBIRDbeim Kauf Bett + MATRATZEAKTIONSFARBENPHÖNIXstatt € 149,— um 119,—20%MINUSTASCHENklitzekleine Fehler —20 %MINUS20%MINUSMINUS30%BISMINUSBISMINUS2. WahlKINDERSCHUHERestpaareund SonderfarbenAKTIONSFARBENKÖNIGSADLERstatt € 125,— um 95,—GEA-Naturmatratzen TOP 77in der Stofffarbecotta25%MINUSMINUSAngebote gültig solange der Vorrat reicht!GOARTstatt € 109,— um 89,—Movestatt 395,–nur € 339,–lCHAOSREGALEKLEINEFEHLER20%MINUSMINUSKOMMT ALLEzum KONZERT von( )Satz- und Druckfehler vorbehalten!KONSTANTIN WECKERnach Schrems! www.gea.atSCHUHE | TASCHEN | MÖBEL | MATRATZEN | GEA | 22 * in ÖSTERREICH · 11 * in DEUTSCHLAND · 1 * in der SCHWEIZ | WWW.GEA.ATACHTUNG · FLOHMARKT nur in den UNTERSTRICHENEN GEA-Geschäften:A-1010 WIEN, Himmelpfortgasse 26, Tel. 01/5121967 · A-1080 WIEN, Lange Gasse 24 (Schuh), Tel. 01/4083626 · A-1080 WIEN, Lange Gasse 31 (Möbel), Tel. 01/4075023 · A-1210 WIEN, Am Spitz 2(Schuhtrafik), Tel. 01/2700810 · A-1070 WIEN, Kirchengasse 24 (Schuhtrafik), Tel. 01/5225570 · A-2700 WR. NEUSTADT, Bahngasse 18, Tel. 02622/23687 · A-2340 MÖDLING, Pfarrgasse 4, Tel. 02236/860048A-3430 TULLN, Frauentorgasse 9, Tel. 02272/66701 · A-3943 SCHREMS, Niederschremserstraße 4, Waldviertler Werkstätten, Tel. 02853/76503 · A-4560 KIRCHDORF/KREMS, Stadtpassage, Simon-Redtenbacher-Platz 3, Tel. 07582/51045 · A-4020 LINZ, Graben 25, Tel. 0732/776606 · A-4400 STEYR, Leopold Werndl Straße 46 (ehem. Lilienhof), Tel. 07252/75931 · A-4600 WELS, Dragonerstraße 6, Tel.07242/68610 · A-4690 SCHWANENSTADT, Stadtplatz 47, Tel. 07673/3619 · Ab 3. September 2012: A-4910 RIED IM INNKREIS, Roßmarkt 26 · A-5020 SALZBURG, Schrannengasse 12, Tel. 0662/877266 ·A-6020 INNSBRUCK Anichstraße Nr. 20, Tel. 0512/582829 · A-6850 DORNBIRN, Schulgasse 1, Tel. 05572/28494 · A-8010 GRAZ, Sackstraße 36, Tel. 0316/824982 · A-8020 GRAZ, Griesgasse 4 (NäheKunsthaus), Tel. 0316/710787 · A-9020 KLAGENFURT, 8.-Mai-Straße 10, Tel. 0463/502681 · A-9900 LIENZ, Messinggasse 18, Tel. 04852/65382 · D-10437 BERLIN, Prenzlauer Berg, Stargarderstraße 59, Tel.+49/30/34394794 · D-10623 BERLIN, Charlottenburg, Grolmanstraße 14/ Ecke Goethestraße, Tel. +49/30/34399144 · D-20095 HAMBURG, Lilienstraße 11, Tel. +49/40/63976-708 · BALD D-50677 KÖLN,Merowingerstraße 10, Tel. +49/221/67770303 · NEU D-60316 FRANKFURT/M., Pfingstweidstraße 3, Tel. +49/69/94944434 · D-80799 MÜNCHEN, Amalienstraße 71, Tel. +49/89/46227603 · D-81667MÜNCHEN, Weißenburger Platz 1, Tel. +49/89/52032020 · D-83043 BAD AIBLING, Lindenstraße 12, Tel. +49/8061/92236 · D-88316 ISNY IM ALLGÄU, Wassertorstraße 24, Tel. +49/7562/8244 · D-90403NÜRNBERG, Burgstraße 7, Tel. +49/911/2029315 · D-94360 MITTERFELS im Bayrischen Wald, Straubinger Straße 5a, Tel. +49/9961/90033 · CH-8001 ZÜRICH, St. Peterhofstatt 11, Tel. +41/44/2114558


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