Compliance (PDF) - Compliance Training

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Compliancewww.compliance-plattform.de | www.finance-magazin.deDie Zeitschrift für Compliance-VerantwortlicheMonatliche Publikation aus der FINANCE-RedaktionCompliance kills VertriebSo ist die Wahrnehmung des Vertriebs. Und so mancher Compliance Officer istdaran nicht unschuldig. Doch damit kann man der eigenen Karriere schaden.Ende Juni prangte auf dem Titelblatt der ZeitungHandelsblatt die Überschrift „Die neuenMächtigen. Der Compliance-Wahnsinn unddie Herrschaft der Anwälte in deutschen Unternehmen“.Auch wenn dann der Inhalt desHandelsblatt-Aufmachersnicht wirklichdas hergab, was der Titelversprach - machenwir uns nichts vor: Diegigantische Menge anGesetzen und Vorschriften,die täglichim Geschäft zu beachtenist, ist von keinemMitarbeiter zu verkraften.Das kann lähmen.Und offensichtlichschaffen es die Compliance Officer auchnicht, ihre Kollegen in den operativen Einheitenaus dieser Starre zu befreien. Nehmen wirzum Beispiel die schwierige Beziehung zwischenCompliance und Vertrieb. Man verstehteinander nicht.Immer nur nein sagen? Das dient eigentlich niemandem.Den Rücken freihaltenDoch wo hakt es nun konkret in der Beziehungzwischen Compliance und Vertrieb?Keiner vom Vertrieb wollte mit uns darüberreden, auch bei Siemens nicht. Eigentlichkann man es verstehen. Wer würde schon öffentlichdie Wahrheit sagen, dass Compliancedas Spielfeld des Vertriebs fühlbar eingeengthat? Oder gar zugeben, dass man immer nochnicht verstanden hat,worum es bei Com -pliance geht? Einzigvon der Firma RobertBosch fand ein VertriebsmitarbeiterZeit,unsere Fragen - wennauch schriftlich - zubeantworten. Auf dieFrage, wo der Vertriebsich mehr Hilfestellungenvon Compliancewünschen würde, antwortetDr. Alexander Wuthnow, Niederlassungsleiterder Bosch Thermotechnik: „Wirsehen die Aufgabe von Compliance darin,uns weiterhin zu unterstützen und uns denRücken freizuhalten, damit wir uns auf unserKerngeschäft konzentrieren können. Offenheit,Transparenz und Vertrauen sind dabeiauf beiden Seiten unerlässlich. RegelmäßigeSchulungen und praxisorientierte Beispiele>> F O R T S E T Z U N G A U F S E I T E 2Wer am längeren Hebel sitztKartellopfer können nicht nur Schadensersatz verlangen, sondern auch Ver -träge mit den Kartellanten anfechten. Das lässt hoffen – oftmals aber verfrüht.iStockFliegt mal wieder ein großes Kartell auf, fülltsich die Liste potentieller Opfer schnell.Voest alpine, Kronzeuge im Verfahren gegendas Schienenkartell, stellte im Frühjahr 205Millionen Euro zurück – ein Großteil derSumme dürfte für die Deutsche Bahn vorgesehensein, die mit den „Schienenbrüdern“gerade über Schadensersatz verhandelt.Hinzu kommt: Zum ersten Mal hat mitdem OLG Düsseldorf nun ein Gericht ausdrücklichbestätigt, dass geschädigte UnternehmenVerträge mit Kartellanten anfechtendürfen – Bedingung: Sie können nachweisen,dass sie den Vertrag in Kenntnis der Absprachenso nicht geschlossen hätten. „Ist davonauszugehen, dass der vereinbarte Preis durchdie Existenz des Kartells beeinflusst wurde,und steht fest, dass der Abnehmer den Vertragmit dem Kartellbeteiligten nicht abgeschlossenhätte, wenn er von dem Kartell gewussthätte, darf er den Vertrag anfechten“,erklärt Dr. Michael Weigel, Partner bei KayeScholer, der das Urteil erstritten hat.Ist ein Kartell erst einmal offiziell enttarnt,scheint die Angelegenheit aus Sicht dergeschädigten Unternehmen klar zu sein – ob>> F O R T S E T Z U N G A U F S E I T E 9InhaltJuli/August | 2012Rat und Tat S. 2Der Compliance-NestorHochtiefHartmut Paulsen,Chief ComplianceOfficer von Hochtief,gehörte zu den ersten,die dem Thema Compliancein Deutschlandein Gesicht gaben.Heute greift er auch malzu kreativen Ideen. S. 3Kollegen & KarriereThomas Gerd Kühn, Dr. Christoph Klahold, ArneWittig, Charlotte Lohmann, Dr. Peter Engelen,Dr. Stephan Petri und Nina Scherf übernehmenneue Aufgaben. S. 3Im InterviewBei begrenzten Ressourcen muss mandie richtigen Maßnahmen wählen, sagtNicole Steuer, Bereichsleiterin Recht,Compliance und Datenschutz bei HagemeyerDeutschland. S. 4Compliance-SteckbriefDie Compliance-Struktur der BMW Groupim Überblick. Außerdem spricht Dr. RobertRatay, Leiter BMW Group ComplianceCommittee Office, über die neuen ComplianceSpot Checks. S. 5Im InterviewUnternehmen müssen präventiv für einsauberes Haus sorgen, sagt Dr. Jörg Viebranz,Compliance-Partner bei digital spirit. S. 6Zahlen & Fakten S. 7In aller Kürze S. 7Hier klicken und kostenlos abonnieren:www.compliance-plattform.deANZEIGE


2 | Compliance im Vertrieb


3 | Kollegen & KarriereDer Compliance-NestorHartmut Paulsen, CCO von Hochtief, gehörte zu den ersten, die dem ThemaCompliance in Deutschland ein Gesicht gaben.Manche nennen Hartmut Paulsen den Compliance-Nestor.„Aber eigentlich fühle ichmich noch gar nicht so alt“, schmunzelt derChief Compliance Officer von Hochtief. DerVergleich allerdings kommt nicht von ungefähr:Seit 1996 ist der heute 62-jährige Chefjuristdes Baukonzerns – und von Anfang anwar Compliance ein großes Thema: „Einwichtiger Bestandteil unseres Geschäfts sindöffentliche Aufträge im Baubereich. WennHochtiefHartmut Paulsenist seit 1996 Chef -syndikus von Hochtief.Im Jahr 2008 wurdeder gebürtige Erfurteraußerdem zum ChiefCompliance Officer desEssener Baukonzernsernannt.ThyssenKrupp suchtCompliance Officer (Grundsatzfragen/Projekte) (m/w)HEAG Südhessische Energie AG suchtSpezialist/in Compliance mit dem SchwerpunktHandelscomplianceZF Friedrichshafen AG suchtCompliance Referent/-inAktuelle Stellenangebote:wir eine Ausschreibung gewinnen wollen,müssen wir dafür unsere Zuverlässigkeitnachweisen. Anders als in anderen Unternehmenwar der Wert von Compliance bei unsalso so immer leicht messbar.“Als die große Compliance-Welle Anfangdes neuen Jahrtausends losrollte, waren beiHochtief die Kerninstrumente wie Schulungen,ein Code of Conduct und eine Helplinelängst Programm. Für Paulsen war deshalbwichtig, sein Wissen an andere Unternehmenweiterzugeben. Zusammen mit seinem langjährigenWeggefährten Dr. Christoph Hauschkagründete er, seit 2008 auch Chief ComplianceOfficer bei Hochtief, 2007 das NetzwerkCompliance e.V., das Unternehmen seitdemeine Plattform für den Austausch ihrer Erfahrungenbietet.Dass er auf diesem Gebiet einmal die Vorreiterrolleübernehmen würde, hätte Paulsenaber selbst früher nicht gedacht. Als er seinJurastudium in Regensburg begann, war fürihn zwar klar, dass er einmal Chefjurist werdenwollte, erinnert sich der gebürtige Erfurter.Allerdings gaben gerade die strafrechtlichenThemen den Ausschlag dafür, dass ersich eine Laufbahn in einer Kanzlei kaumvorstellen konnte. Stattdessen sammeltePaulsen Erfahrungen bei Wibera, der Commerzbank,Audi sowie der KaufhausketteHorten. Dass er so in seiner Karriere vorHochtief bereits in vielen verschiedenenRechtsgebieten unterwegs gewesen sei, kommeihm bei dem Baukonzern aber noch heutezugute, meint Paulsen.Heute freut er sich am meisten, wennMitarbeiter nach Vorträgen zu ihm kommenund die Entwicklungen im Unternehmen loben,weil sie bei Hochtief nicht in einer moralischenDoppelwelt leben müssen. „ErklärenSie Ihrem eigenen Kind doch mal, dassman keine Kaugummis klauen darf, wenn Siegleichzeitig wissentlich gegen das Strafrechtverstoßen, um an Aufträge zu kommen“, sagtPaulsen.„Krimis“ für die MitarbeiterStolz ist er besonders auch auf ein freiwilligesProjekt, mit dem die mittlerweile zehnköpfigeCompliance-Abteilung am Hauptsitz in Essenes geschafft hat, den Angestellten das ThemaCompliance näherzubringen: Jeden Montagwurde ein kleiner Compliance-Fall im Intranetvorgestellt, bei dem die Mitarbeiter ausmehreren richtigen Antwortmöglichkeitendie korrekte Verhaltensweise auswählenmussten. Die Auflösung des „kleinen Krimis“,wie Paulsen sagt, erhielten sie jeweils zweiTage später. An dem bisher letzten Fall versuchtensich über 1.200 Mitarbeiter aus ganzEuropa – und das, obwohl die Fragen immerschwieriger wurden. Die zweite „Krimi“-Serieist gerade in Planung. „Obwohl ich ja nieStrafrecht machen wollte, gibt es da offenbareinige Bereiche, die mir eine ganze MengeSpaß machen“, sagt Paulsen lächelnd. „Unddavon lebe ich.“ ||sarah.nitsche@finance-magazin.deEin Unternehmen in der LogistikbranchesuchtJunior Compliance Beauftragter (m/w)Media-Saturn Group suchtCompliance Counsel (w/m)BMW Group suchtSpezialist/-in ComplianceWeitere Stellenangebote auf: www.finance-magazin.deKollegenComplianceJuli/August | 2012ThomasGerd Kühn, bislangGeneral Counsel/CorporateSenior Vice PresidentLegal von Henkel, hatseit dem 1. Mai 2012 zusätzlichdie Funktion desChief Compliance Officerübernommen. Kühn ist seit1991 für Henkel tätig und wurde 2007 zumChefjuristen ernannt. Das Corporate ComplianceOffice wird geleitet durch Frank Liebich.HenkelThyssenKrupp hat nach dem Wechsel von Dr.Thomas Kremer eine Nachfolgeregelung gefunden.Dr. Christoph Klahold wurde zum ChiefCompliance Officer ernannt. Arne Wittig übernimmtdie Position von General Counsel. Wittigwar bislang General Counsel Deutschland/Zentral-und Osteuropa der Deutschen Bank.Charlotte Lohmann ist dieneue General Counsel derMorphoSys. Sie wechseltvon der Münchener Wilex,wo sie zuletzt als SeniorVice President Legal Affairs& Human Resources tätigwar. Zuvor arbeitete sie alsAnwältin bei der KanzleiKMPG Treuhand & Goerdeler.MorphoSysGallerieDr. Peter Engelen verlässtauf eigenen Wunsch EndeAugust den Vorstand derTUI AG. Der 55-Jährigeverantwortet die BereichePersonal, Nachhaltige Entwicklung,Recht und Complianceund ist seit 2001Vorstand der TUI AG.Dr. Stephan Petri ist seitdem 1. Juni 2012 als Mitglieddes Vorstands derGEA Group Aktiengesellschaftfür die Ressorts Personal,Recht/Complianceund die Sonstigen Gesellschaftendes Konzerns verantwortlich.Dr. Nina Scherf übernimmtseine frühere Positionals Chief Legal Counsel.Nina Scherf hatte zunächstals Foreign Associatebei Mayer Brown inNew York gearbeitet undwar ab 2002 bei HengelerMueller in Frankfurt tätig.2005 wechselte sie zur GEA in die Rechtsabteilung.GEA Group


4 | Im InterviewComplianceJuli/August | 2012„Wir wollen aus Compliance operativen Mehrwert generieren“Bei begrenzten Ressourcen muss man die richtigen Maßnahmen wählen, sagt Nicole Steuer, Bereichsleiterin Recht,Compliance und Datenschutz bei Hagemeyer Deutschland.>> Frau Steuer, für Sie ist die externe und interneCompliance-Eigenvermarktung wichtig.Wie gehen Sie vor?> Wie sieht es unternehmensintern aus?> Wie schaffen Sie es, diese Themen mit denbegrenzten Ressourcen so präsent zu halten?


6 | Compliance-SchulungComplianceJuli/August | 2012„Behörden haben mit Wirtschaftskompetenz nachgerüstet.“Unternehmen müssen präventiv für ein sauberes Haus sorgen, sagt Dr. Jörg Viebranz, Compliance-Partner beidigital spirit.>> Herr Dr. Viebranz, die staatlichen Behördenversuchten in letzter Zeit verstärkt, die Verfolgungvon Wirtschaftsstraftaten voranzutreiben.Wie erklären Sie sich das?> Das bedeutet aber, dass sich der Druck aufUnternehmen immer mehr erhöht. WelcheKonsequenzen ziehen Sie daraus?> Aber oft ist es ja gar nicht so einfach, allesoffenzulegen. Man kommt sehr schnell an dieGrenzen z. B. des Mitarbeiterdatenschutzes …digital spiritDr. Jörg Viebranzist Compliance Partnerbei digital spirit.


7 | Zahlen & FaktenDie Zeiten ändern sichDie Bau- und Immobilienbranche galt lange als ein schwieriges Terrain inSachen Compliance. Neue Studienergebnisse zeigen, dass es sich ändert.Bauwirtschaft gilt gemeinhin nicht als dieeinfachste Branche, wenn es um Compliance-Fragen geht. 90 Prozent der Befragten ausden Unternehmen der Bau- und Immobilienwirtschaftgaben an, sich mit dem ThemaCompliance-Management auseinandergesetztzu haben. Dies ergab die Deloitte-Studie„Compliance in Bau- und Immobilienwirtschaft“,die unter 85 Branchenunternehmendurchgeführt wurde. Dieses Ergebnis korreliertstark mit den Antworten der Befragtennach der Relevanz des Compliance-Managements:Wer sich persönlich damit noch nichtbeschäftigt hat, schätzt die Relevanz des Themasniedriger ein.Die Mehrheit sieht die Ursache für die hohenCompliance-Risiken ihrer Branche imhohen Einzelvolumen je Geschäftsvorfall, einergeringen Anzahl der Beteiligten bei wesentlichenEntscheidungen sowie langen Geschäftsbeziehungenzwischen den Beteiligtenin diesem Zusammenhang (siehe Grafik).Die Studie kann hier heruntergeladenwerden.Die größten Risiken in der Bau- und Immobilienbranche(xxxxx) Eigenes UnternehmenVergabe von Bauauf -trägenAnkauf von ImmobilienRisikomanagementPortfolioverkaufSonstige Einkäufe/AuftragsvergabeRechnungswesen/Controlling/SteuerabteilungEinzel- und Bauträger -verkaufInvestor Relations/Public RelationsIT/EDVPersonalwesenVermietungQuelle: Deloitte Bau- und Immobilienwirtschaft allgemein4,24,53,43,93,73,92,83,73,53,73,63,72,93,73,23,53,33,53,23,33,13,3Knapp zwei Drittel derer, die ein CMS haben,bewerten alle Aspekte ihres Compliance-Managementsmit „gut“ oder „optimal“. Insbesonderegilt das für „Dokumentation“, „Aufdeckungund Aufarbeitung“ sowie „interneCompliance-Kommunikation“. ||Irina.jaekel@finance-magazin.deIn aller KürzeComplianceJuli/August | 2012Der Bundesgerichtshof hat entschieden,dass Kassenärzte, dievon einem Pharma-UnternehmenVorteile als Gegenleistung für die Verordnungvon Arzneimitteln dieses Unternehmensent gegennehmen, sich nicht wegen Bestechlichkeitnach § 332 StGB strafbar machen. In demder Entscheidung zugrunde liegenden Ausgangsverfahrenwar eine Pharmareferentin, die KassenärztenSchecks über einen Gesamtbetrag von etwa18.000 € übergeben hatte, wegen Bestechungim geschäftlichen Verkehr zu einer Geldstrafeverurteilt worden. Der Übergabe desSchecks hatte ein als „Verordnungsmanagement“bezeichnetes Prämiensystem des Pharmaunternehmenszugrunde gelegen. (Az: GSSt 2/11).http://juris.bundesgerichtshof.de/Das OLG Stuttgart hat in seinem Urteil vom 29.Februar 2012 entschieden, dass bei Geschäften,die wegen ihres Umfangs, der mit ihnen verbundenenRisiken oder ihrer strategischen Funktionfür die Gesellschaft für diese besonders bedeutsamsind, jedes Aufsichtsratsmitglied den relevantenSachverhalt erfassen und sich ein eigenesUrteil bilden muss, wozu auch eine eigene Risikoanalysegehört.http://lrbw.juris.de/cgi-bin/ANZEIGE


8 | Compliance | Juli/August 2012 ANZEIGECOMPLIANCE CEMASTERS S 12+++


9 | Rechtsprechung

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