Das Kongressheft zum Downloaden - Vinzenz Gruppe

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6. ST. VINZENZ ORTHOPÄDIETAG S c h u l t e r i n B e w e g u n gABSTRACTSvexer Rückfläche sind nicht nur Knochen sparend, sondernzeigen einen wesentlich stabileren Sitz bei Imitation von exzentrischenRandbelastungen (Rockinghorse-Phänomen). Eineexakte Pfannenpräparation mit perfekt aufbereiteter Passformfür die Glenoidrückfläche ist jedoch aus chirurgischer Sichtebenso wichtig für ein gutes Langzeitergebnis. Unsere Erfahrungbei jetzt über 270 implantierten Glenoidkomponenten hatgezeigt, dass die Reorientierung der Glenoidkomponente in derHorizontalebene für uns besonders wichtig ist, um einerseitsdem dorsalen Subluxationsphänomen entgegenzuwirken undandererseits exzentrische Kräfte für das Glenoid zu reduzieren.Mittels einer präoperativen axialen CT-Untersuchung wird derdorsale Pfannenaufbrauch ausgemessen und intraoperativ erfolgt dann entsprechend dem präoperativ ausgemessenen CTeine Korrektur der Glenoidtorsion auf etwa 10° Retroversion.Diskussion Hemiprothese versus TotalprotheseDie derzeit einzige prospektiv randomisierte Studie von Gartsman,JBJS 2000;82-A:26-34 über den Vergleich Totalprotheseversus Hemiprothese zeigt, dass bei der primären Omarthrosedie Totalprothese signifikant bessere Ergebnisse liefert betreffendFunktion und Schmerz. Auch in unserer eigenen prospektivenSerie bei jetzt über 270 implantierten anatomischenGlenoiden der Anatomical Shoulder zeigt sich im Vergleich zuden Hemiprothesen bei den primären Omarthrosen ein eindeutigbesseres funktionelles Ergebnis im mittelfristigen Verlauf.Bei konzentrischem Glenoidabrieb sowie bei schlechterKnochenqualität des Glenoids, bei Frakturen und avaskulärenNekrosen des Stadiums I–III wird bei uns eine Hemiprothesebevorzugt.IndikationenIn unserem Patientengut stehen die primäre und sekundäreOmarthrose im Vordergrund, daneben werden auch Patientenmit rheumatischer Arthritis und avaskulärer Nekrose mitSchulterprothesen der vierten Generation versorgt. Die bestenErgebnisse sind dabei bei Patienten mit primärer Omarthroseund avaskulärer Nekrose zu erwarten.ZusammenfassungDie häufigste Ursache von Fehlschlägen nach Implantation vonSchulterprothesen war früher die zu hohe Positionierung derZweitgenerations- und Erstgenerations- Prothesen sowie aucheine Fehlpositionierung der glenoidalen Komponente. Die Verwendungvon anatomischen Prothesen erleichtert es aus meinerSicht heute dem Operateur, die so wichtige anatomische Rekonstruktiondes proximalen Humeruskopfes sowie des Glenoidseinfacher durchzuführen. Trotzdem bestimmt nach wie vor diechirurgische Erfahrung des Operateurs und seine Fähigkeit zueinem idealen Soft-Tissue-Balancing den Er folg. Neben einemfundierten Wissen über die Erkrankungsformen der Schulter sinddaher vor allem die Kenntnisse der Grundlagen der Schulterendoprothetik,Kenntnisse über die Indikation bei der Glenoidimplantationso wie eine geeignete chirurgische Technik notwendig, umeine State-of-the-Art-Versorgung zu garantieren. Aus der Sichteines klinisch tätigen orthopädischen Chirurgen sollten die Patienteneher frühzeitig über die Möglichkeiten eines endoprothetischenGelenksersatzes informiert werden, da mit Fortschreitender Arthrose es auch zu einer deutlichen Kontraktur der Weichteileund Atrophie der Rotatorenmanschette kommt, was wiederumdas Operationsergebnis deutlich beeinflussen kann. •Die inversive Schulterendoprothese: Indikation, Ergebnisse, KomplikationenL. Seebauer, Chefarzt Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie u. Sportmedizin, Klinikum Bogenhausen, München DIE INVERSE SCHULTERENDOPRO-THESE hat einen entscheidenden Einflussdarauf, dass die Akzeptanz der Schulterendoprothetikund die Zahl implantierterProthesen in den letzten 10 Jahren deutlichzugenommen haben. Es scheint, dassdie überzeugenden klinischen Frühresultateder inversen Prothese zu einem zumgroßzügigen Einsatz dieses Implantatsgeführt haben und alternative anatomischeProthesenmöglichkeiten außer Acht gelassen werden.Die inverse Prothese wurde von Prof. P. Grammont primär zurBehandlung der Rotatorendefektarthropathie entwickelt. Dieerstaunlich guten Frühergebnisse führten bald dazu, dass dieseProthese auch in Revisionssituationen mit ausgedehntenRotatorenmanschettendefekten oder proximalen Humerusdefekteneingesetzt wurde. In letzter Zeit ist auch ein zunehmenderEinsatz als primäre Frakturprothese zu beobachten.Die mittlerweile existierenden mittel- und langfristigen Ergebnissezeigen andererseits auch eine deutlich höhere Komplikations-und Reoperationsrate der inversen Schulterprotheseim Vergleich zur anatomischen Schulterprothese. Aufgrund desProthesendesigns tritt in nahezu allen Fällen zu einem gewissenGrad eine Erosion am inferioren Glenoidrand auf, welcheim zeitlichen Verlauf bei mehr als 25% progredient bis hin zurGlenoidkomponentenlockerung ist. Daher ist neben der Kenntnisder exakten Operationstechnik sicherlich auch eine genaueKenntnis der geeigneten Indikationen und der in den jeweiligenIndikationen zu erwartenden Ergebnisse aber auch potentiellenKomplikationen entscheidend.1. Rotatorendefektarthropathie: Es handelt sich hier nichtum ein pathogenetisch einheitliches Krankheitsbild, sondernum verschiedene Krankheitsbilder, die sich als gemeinsameEndstrecke der schmerzhaften Schulter mit einem nicht rekonstruierbarenRotatorenmanschettendefekt präsentieren. DasAusmaß der funktionellen Beeinträchtigung durch den Rotatorendefektist multifaktoriell und individuell unterschiedlich.Neben dem Alter des Patienten ist daher das Ausmaß desFunktionsverlustes und der Grad anterior-superiorer Instabilitätentscheidender Parameter, ob eine Versorgung durch eineanatomische Hemiprothese oder inverse Prothese indiziert ist.Als zusätzliche Entscheidungshilfe haben wir eine biomechanisch-morphologischbasierte Röntgenklassifikation entwickelt.Bei Patienten jünger als 70 sollte die Deltaprothese nur beiPatienten mit Pseudoparalyse und sog. IIB-Defekten mit anterior-superiorerInstabilität des Glenohumeralgelenks primärimplantiert werden. In dieser Patientengruppe ist in der Literaturein Constant-Score von absolut 65 und alters- und ge-20 Samstag, 10. November 2007

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