(PDF) | Ausgabe November 2012 - Compliance

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3 | Beruf & ErfolgDer KrisenbewältigerDr. Andreas Pohlmann hat bei Siemens und Ferrostaal die Compliance-Systemeaufgebaut. Nun hat er sich selbständig gemacht.Dr. Andreas Pohlmannwar seit 1989 beiHoechst in leitendenFunktionen tätig. 2002wurde er Vorstand derCelanese AG. 2007bis 2010 war er ChiefCompliance Officerder Siemens AG undab 2010 Vorstand für Compliance beiFerrostaal. Seit 2012 hat er ein eigenesBeratungsunternehmen.Pohlmann & CompanyAnfang 2012 hat sich Dr. Andreas Pohlmannmit seiner Beratungsfirma „Pohlmann &Company“ selbständig gemacht. Für Insidergilt Pohlmann als Krisenmanager, wurde erdoch gerufen, um Brandherde zu löschen.Aber von vorne:1989 stieg Pohlmann in die Rechtsabteilungdes Chemiekonzerns Hoechst ein, woUmweltschutz eines seiner Themen war. Ausgerechnetdas hat ihm den Ruf des Krisenmanagerseingebracht. Begonnen hat es 1993mit dem Störfall in Frankfurt-Griesheim, demsogenannten „Gelben Regen über Schwanheim“.Da war Pohlmann im Krisenstab. „Ichhabe zum ersten Mal gesehen, welchen Reputationsschadenein solcher Vorfall verursachenkann“, erinnert sich Pohlmann. „Wirhaben einen Nachbarschaftskreis gegründet.Vor allem wollten wir das Vertrauen der Bevölkerungin die Chemieindustrie wiederherstellenund Transparenz schaffen.“Er übernahm weiterführende Aufgabenim Unternehmen, wurde 1995 Leiter Publicund Governmental Affairs, wechselte 1996 indie Abteilung Corporate Controlling und Development,wo er im Stab des CEOs JürgenDormann an der Neuordnung des Hoechst-Konzerns zur Sanofi-Aventis mitwirkte. Dasalles hat ihm einen tiefen Einblick in das Innerstedes Konzerns gewährt. Als 1999 derGeschäftsbereich Grundchemikalien in dieAktuelle Stellenangebote:neue Celanese AG abgespalten wurde, folgtePohlmann dem damaligen CEO Claudio Sonderals Corporate Secretary und Head of CorporateServices. „Das war sehr spannend.Denn wir haben ein neues Unternehmen vonGrund auf aufgebaut“, erinnert sich der 54-Jährige. Er arbeitete am IPO von Celanesemit, rückte 2002 in den Vorstand auf und leitetespäter die Verhandlungen um das Übernahmeangebotdes US-Investors Blackstone.Nach der Blackstone-Übernahme wechseltePohlmann Ende 2004 in die neue Konzernleitungin Dallas und trieb von den USAaus die Restrukturierung des Unternehmensin Europa voran. 2007 war seine Aufgabe beendet.„Das war der Zeitpunkt, als Peter Löschermich fragte, ob ich mir vorstellen könne,die Compliance-Funktion bei Siemens zuverantworten. Es war eine Aufgabe als Krisenmanager“,erzählt Pohlmann. Den Wechselvom Vorstand zum CCO sieht Pohlmannnicht als Abstieg: „Die Aufgabe und der Gradder Gestaltungsfreiheit sind entscheidend,nicht der Titel. Und bei Siemens hatte ich eineAufgabe mit weiter Gestaltungsfreiheit.“Der Reiz der AufgabeNach der Beendigung der Ermittlungen gegenSiemens und der Implementierung des globalenSiemens-Compliance-Programms erwarteteihn eine weitere Herausforderung. „2010rief mich Georg Thoma an, der Aufsichtsratsvorsitzendevon Ferrostaal“, erzählt Pohlmann.„Er schilderte mir die Situation undfragte mich, ob ich das, was ich bei Siemensgemacht habe, bei Ferrostaal auf Vorstandsebenemachen könnte.“ Pohlmann nahm dasAngebot an. Wieder eine interessante Aufgabe.Und jetzt also ein eigenes Unternehmen:"Unternehmer zu sein bedeutet den höchstenGrad an persönlicher Gestaltungsfreiheit",schmunzelt Pohlmann. "Ein Unternehmen zuentwickeln und zum Erfolg zu führen ist fürmich der Antrieb." ||Irina JäkelKollegenComplianceNovember | 2012Seit Anfang Oktober ist ThomasKauss neuer Leiter Recht beim niedersächsischenHaus- und SystemtechnikherstellerStiebel Eltron. Der 45-Jährige ist seit sechs Jahrenim Unternehmen und folgt auf dieser Posi -tion Jutta Reichelt. Kauss begann seine juristischeKarriere 2004 bei Rödl & Partner.Lydia Sommer wird abNovember neuer CFO beiSMA Solar. Sommer wirdneben der Finanzverantwortungauch die Leitungdes Rechtsbereichs übernehmen.Beide Ressortsverantwortete bislangnoch Pierre-Pascal Urbonneben seiner Aufgabe als Vorstandssprecher desUnternehmens. Die neue Finanzchefin warbislang in verschiedenen Führungspositionen imBereich Finanzen und Controlling bei Siemenstätig.SMA SolarMichael Grabau hat im Oktober die Position desLeiters Recht bei dem Stuttgarter Power-to-Gas-Anlagenbauer SolarFuel übernommen. Erwechselte aus dem Münchner Büro der SozietätBird & Bird. Der 36-Jährige arbeitete dort seitAnfang 2007 als Associate in der Praxisgruppefür Öffentliches Wirtschaftsrecht und hatteseinen Schwerpunkt im Energiewirtschaftsrecht.Der General Counsel, Senior Vice President undAssistant Corporate Secretary der ÖlbohrgesellschaftTransocean, Nick Deeming, verlässt aufeigenen Wunsch das Unternehmen. Die Aufgabendes General Counsel werden mit sofortiger Wirkungvon Michael Munro, Vice President, DeputyGeneral Counsel und Chief Compliance Officer,sowie von David Schwab, Senior Associate GeneralCounsel und Global Head of Dispute Resolution,übernommen. Michael Munro arbeitet seit2008 bei Transocean und wurde im Mai 2012zum Deputy General Counsel befördert. Vor seinerZeit bei Transocean war er in verschiedenenFunktionen bei den Unternehmen Baker Hughes,Bristow und Dow Chemical tätig.Hochtief AG suchtCompliance Counsel (m/w)Drägerwerk AG & Co. KGaA suchtCompliance Manager (m/w)Konica Minolta suchtCompliance Specialist (m/w)Deutsche Bahn AG suchtSenior-Referenten Compliance-Management (w/m)ANZEIGEMerck KGaA suchtRegional Compliance Officer Europe (m/w)Gildemeister AG suchtMitarbeiter Compliance / Risikomanagement (m/w)Weitere Stellenangebote auf: www.finance-magazin.deHier klicken und kostenlos abonnieren:www.compliance-plattform.de


4 | Im InterviewComplianceNovember | 2012„Die Compliance-Verantwortung ist zu viel für CEO und CFO“Ein eigenes Vorstandsressort für Compliance sollte die Regel in deutschen Unternehmen werden,fordert D&O-Versicherungsexperte Franz Held.>> Herr Held, Sie plädieren dafür, dass Unternehmenein eigenes Vorstandsressort für Complianceschaffen sollten. Was spricht dagegen,die Aufgabe bei CEO oder CFO zu belassen – sowie es in Deutschland gängig ist?> In vielen Unternehmen haben CEO oderCFO aber ja nur offiziell den Hut auf und verlassensich auf einen starken CCO unterhalbder Vorstandsebene …> Gerade kleinere Unternehmen dürfte dieEinrichtung eines eigenen Vorstandsressortsfür Compliance aber schon aus Kostengründenabschrecken. Ansprechende und interaktive Online-Inhalte> Auf Risiken, Branchen & Mitarbeiter maßgeschneiderte Inhalte> Spezialkurse für risikoreiche Funktionen & Vorstandsmitglieder> Relevante und wirklichkeitsnahe FallbeispieleHelfen Sie Ihren Mitarbeitern dabei, die Grauzoneninternationaler Anti-Korruptionsgesetze zu erkennen undentsprechend zu handeln.Gerne stellen wir Ihnen weitere Informationen über unser Training sowie unser vollständiges Produkt- und Serviceangebotzur Korruptionsbekämpfung zur Verfügung:Tel: +49-8123-988555 | Email: info.emea@saiglobal.com | Web: www.saiglobal.com/compliance


7 | Zahlen & FaktenHochrisikozone GriechenlandComplianceGriechenland ist für Investitionen ein riskanteres Pflaster als Syrien oder Libyen – das zeigt eine internationaleBefragung unter Finanzentscheidern.November | 2012Die Studie kann hier heruntergeladenwerden.Allen weltwirtschaftlichen Unsicherheitenzum Trotz setzen zwei von drei Finanzchefsauf internationale Geschäfte als Wachstumsmotorfür ihr Unternehmen – aber mit einerbemerkenswerten Verschiebung der regionalenPrioritäten. Das zeigt die „BDO AmbitionSurvey 2012“, für die die WirtschaftsprüfungsgesellschaftBDO zum dritten Mal CFOsaller Kontinente befragt hat. Dieses Mal lagder Fokus auf der Frage, welche Länder fürdie Finanzentscheider besonders interessantbei ihrer Expansionsstrategie sind.Klarer Gewinner der diesjährigen Erhebung,für die die Antworten von über 1.000Finanzverantwortlichen aus mittelgroßenUnternehmen mit internationaler Ausrichtungausgewertet worden sind, sind die BRIC-Staaten: 45 Prozent der Finanzentscheiderkonzentrieren ihre Expansionspläne auf dieseLänder, im Vorjahr waren es gerade einmal29 Prozent. Gesamtspitzenreiter ist China –jeder vierte Finanzchef setzt bei seiner Internationalisierungsstrategieauf das Reich derMitte. Neben den BRIC-Staaten erfreuen sichallerdings auch die USA – für 21 Prozent derCFOs nach wie vor attraktivstes Ziel für Investitionen–, Deutschland (15 Prozent) undGroßbritannien (10 Prozent) immer noch großerBeliebtheit. Verlierer unter den etabliertenIndustrieländern ist Frankreich: Im Vorjahrnoch an sechster Position der Beliebtheitsskala,liegt die Nation nun mit 7 Prozent derStimmen gleichauf mit Ländern wie Indonesienund Mexiko.Wesentlich härter ist das Urteil derBefragten aber für die schwer angeschlagenensüdeuropäischen Länder ausgefallen.Investitionen in Südeuropa beurteilen dieFinanzchefs im Schnitt mittlerweile als genausoriskant wie Investitionen in den politischinstabilen Staaten des Mittleren Ostens.Griechenland rangiert mit 18 Prozent allerStimmen bei der Frage nach den schlechtestenBedingungen für internationales Wachstumsogar auf Platz 2 gleichauf mit dem Irak(siehe Grafik).Für Griechenland und Spanien ist dasharte Urteil ein weiterer herber Rückschlag,Die riskantesten Länder für Investitionen(Angaben in Prozent)1. Iran 212. Irak 182. Griechenland 184. Syrien 175. Libyen 126. Nigeria 116. Spanien118. Ägypten109. Russland99. Jemen9Quelle: BDOder zugleich zeigt, wie sich die Bewertungskriteriender Befragten in den letzten zwölfMonaten verschoben haben: Waren es in dervergangenen Umfrage noch in erster Liniebürokratische Hürden, die die Finanzchefs zuschlechten Bewertungen veranlasst haben,bereiten in diesem Jahr Währungsrisiken (30Prozent aller Nennungen) und geopolitischeUnsicherheiten (25 Prozent) den internationalenCFOs die größten Sorgen. ||sarah.nitsche@finance-magazin.deANZEIGE


8 | In aller KürzeDas italienische Parlament hatein neues Antikorruptionsgesetzverabschiedet. Das Gesetzsieht für korrupte StaatsangestellteHaftstrafen von biszu fünf Jahren vor. Auch Erpressung wird künftigähnlich bestraft. Mit dem neuen Gesetz solldie Korruption aber nicht nur in der öffentlichenVerwaltung, sondern auch in der Privatwirtschafteffizienter bekämpft werden. Das italienische Ministeriumfür die Öffentliche Verwaltung hatteMitte Oktober eine Studie „Korruption in Italien“veröffentlicht, die schlimme Auswirkungen aufdie italienische Wirtschaft aufzeigt. Das Wachstumspotentialmittlerer und großer Unternehmenschrumpfe um 25 Prozent, bei kleineren Unternehmenum bis zu 40 Prozent.http://orf.at/stories/2148730/Das Bundesarbeitsgericht hat in seinem Urteilvom 17. Oktober 2012 entschieden (AZ: 10 AZR809/11), dass der Beklagte nach § 61 Abs. 1 HGBnicht verpflichtet ist, ein mit dem Wettbewerbervereinbartes Festgehalt an die Klägerin (frühereArbeitgeberin) herauszugeben; der Abschluss desArbeitsvertrags mit dem Wettbewerber ist kein„Geschäft“ iSv. § 61 HGB. Die Geltendmachungvon Vergütungsansprüchen gegenüber dem bisherigenArbeitgeber kann zwar bei der Aufnahmeeines neuen Arbeitsverhältnisses, das gegen einWettbewerbsverbot verstößt, ein Verstoß gegenTreu und Glauben sein, ein solcher Verstoß warim Streitfall aber nicht ausreichend dargelegt.http://juris.bundesarbeitsgericht.de/Mitte Oktober 2012 hat der Gerichtshof der EuropäischenUnion entschieden, dass die österreichischeDatenschutzbehörde, die Datenschutzkommission(DSK), die Unabhängigkeitsanforderungen,wie in der europäischen Datenschutz-Richtlinie beschrieben, nicht erfülle. Der Gerichtshofkritisierte die zentrale Rolle, welchedem geschäftsführenden Mitglied der DSK, einemBeamten im Bundeskanzleramt, zukommt, dassdie Mitarbeiter der DSK Bundesbedienstete desKanzleramtes sind und dass der Kanzler dasRecht hat, über alle Aktivitäten des DSK unterrichtetzu werden.http://europa.eu/rapid/Die EU-Kommission will Informanten, die Hinweisezu Wirtschaftsstraftaten geben, mit Geldbelohnen. Das geht aus einem Vorschlag der EU-Kommission für neue Regeln zur Bekämpfungvon Kapitalmarktverbrechen hervor. Dort heißtes, dass im Einklang mit nationalem Recht finanzielleAnreize für Personen gewährt werden, diebesonders wichtige Informationen über möglicheVerstöße bereitstellen.http://www.handelsblatt.com/politik/ComplianceNovember | 2012Immer mehr Whistleblowing-FälleWhistleblowing-Fälle steigen sprunghaft an.In Großbritannien hat sich die Zahl in denvergangenen vier Jahren fast vervierfacht.Die Vorstände betroffener Unternehmen solltenauf die Vorwürfe sehr schnell und vor allemangemessen reagieren, empfiehlt die UnternehmensberatungKroll.Einer aktuellen Studie von Kroll AdvisorySolutions zufolge steigt die Zahl der Whistleblowing-Fälleseit der Finanzkrise dramatischan. In Großbritannien registrierte die FinancialServices Authority (FSA) zwischen Juni2011 und Mai 2012 insgesamt 3.733 Anrufeauf ihrer Whistleblowing Hotline. Im gleichenZeitraum vier Jahre zuvor waren es lediglich994 Anrufe. Jede fünfte Untersuchunggehe bereits auf Whistleblowers zurück,wobei sich in 60 Prozent dieser Fälleder Anfangsverdacht als richtig erwies.Kroll führt die steigende Zahl der Whistleblowing-Fälleauf laxere Kontrollen in denstark wachsenden Emerging Markets und dieeinfache Fälschung von Onlineidentitätenzurück. Darüber hinaus begünstigten bessereund sicherere Reportingkanäle für Whistleblowersdie Aufdeckung von Straftaten. ||andreas.knoch@finance-magazin.deANZEIGEBrisante Dokumente werden bei uns nicht nur adäquat übersetzt, sondern auch adäquat behandeltMuttersprachlichkeit und hohefachliche Expertise sind die Voraussetzungan unsere Übersetzer,deren Arbeit stets von einemgleicher maßen qualifiziertenKol legen über pr üft wird. Dabeiachten wir aber nicht nur auf dasErgebnis, das unseren und Ihrenhöchsten Ansprüchen genügt,sondern auch auf die absoluteIntegrität unserer Mitarbeiter.Efnan DangirHead of GermanTranslationDepartmentConstance L. RiessManaging Partner(COO)Nicholas HannaHead of English FinancialTranslation DepartmentRechts- und Finanzübersetzungenwww.lingualegis.deBarbaraMayer-RolshovenManaging PartnerGabriele Weyland-TschentscherManaging Partner (CEO)Nehmen Sie uns beim Wort.


9 | Länderanalyse

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