Investmentfonds und Steuern - Fonds Professionell

fonds.professionell.de
  • Keine Tags gefunden...

Investmentfonds und Steuern - Fonds Professionell

Eine Art GebrauchsanweisungGleichgültig, wie hoch Ihr angelegtesVer mögen ist und wie erfahren Sie im Umgangmit Fonds bereits sind: Die steuerlicheSeite seiner Geldanlage sollte jeder Anlegerkennen und verstehen. Das möchte Ihnendie vorliegende Broschüre erleichtern.Eines unserer wichtigsten Anliegen ist es,Ihnen das zweifelsohne nicht immer ganzeinfache Steuerrecht in einer verständlichenForm nahezubringen.Die Erträge Ihrer Investmentfonds unterliegenals „Einkünfte aus Kapitalvermögen“der Einkommensteuer, sofern Sie im Inlandunbeschränkt steuerpflichtig sind. Wie dasin der Praxis für den privaten Fondsanlegerumzusetzen ist, zeigt Ihnen diese Broschüre.Sie informiert überdie Grundmechanismen der Besteuerungvon Erträgen Ihrer Investmentfonds,steuerliche Aspekte bei Auswahl undGestaltung Ihrer Fondsanlage,das richtige Ausfüllen der Formulare fürdie Einkommensteuererklärung.Daneben erläutert sie wichtige Veränderungen,die das ab 2009 geltende neue Rechtder Abgeltungssteuer mit sich bringt.Die steuerliche Behandlung von Kapitalerträgenhängt von den persönlichen Verhältnissendes jeweiligen Anlegers ab undkann künftig Änderungen unterworfen sein.Für Einzelfragen, insbesondere unter Berücksichtigungseiner individuellen steuerlichenSituation, sollte sich der Anleger anseinen persönlichen Steuerberater wenden.Bei einer Anlageentscheidung ist auch diepersönliche außersteuerliche Situation desAnlegers zu berücksichtigen.Steuern in Theorie und PraxisDie Broschüre gliedert sich in einen theoretischenund einen praktischen Teil. Dertheoretische Teil macht Sie fit für die Regeln,nach denen Fondserträge besteuert werden,während Ihnen im zweiten Teil die konkreteAnwendung vorgestellt wird. Dort bekommenSie eine detaillierte Anleitung für denfondsbezogenen Teil Ihrer persönlichenEinkommensteuererklärung.Das brauchen Sie für IhreSteuererklärung1. SteuerbescheinigungIhr depotführendes Kreditinstitut schicktIhnen eine oder mehrere Steuerbescheinigungenbzw. Jahresbescheinigungen (nach§ 24c EStG) zu. Sie sollten sie sorgfältig aufbewahren,weil sie relevante Angaben zu denErträgen Ihrer Fonds enthalten, die Sie fürdie Einkommensteuererklärung benötigen.Für nach dem 31. 12. 2008 erzielte Kapitaleinkünftewerden nur noch Steuerbescheinigungenausgestellt, während die Jahresbescheinigungentfallen wird.2. JahresberichtErgänzend bieten die Jahresberichte zu deneinzelnen Fonds im Rahmen der Steuererklärungeine Zusammenstellung steuerlichwichtiger Angaben. Jahresberichte erscheinenin der Regel bis spätestens drei Monatenach Geschäftsjahresende des betreffendenFonds und sind direkt bei der Kapitalanlagegesellschaft,bei Ihrem Berater oder dem depotführendenKreditinstitut kostenlos erhältlich.Vor allem, wenn es darum geht, steuerlicheGestaltungsmöglichkeiten zu prüfen, istdas fachkundige Gespräch mit dem SteueroderAnlageberater unentbehrlich. DennIhre individuelle Situation kann diese Broschürenicht in allen Einzelheiten widerspiegelnund insoweit kompetente Beratungnicht ersetzen.Personen mit Wohnsitzoder gewöhnlichem Aufenthaltin Deutschlandsind bis Ende 2008 mitihrem in- und ausländischenEinkommenunbeschränkt steuerpflichtig.Bis Ende 2008werden Kapitalerträgemateriell im Wege derVeranlagung zusammenmit anderen Einkünftenbesteuert. Danach, ab2009, gilt für Kapitaleinkünfteim Regelfall einespezielle Abgeltungssteueraußerhalb desVeranlagungsverfahrens.3


Grundprinzipien des Steuerrechtsauf Fondserträge angewandtGrundprinzipien unseres Steuerrechts gelten auch beider Besteuerung von Wertpapiererträgen und damit auchfür Investmentfonds. Sie betreffen das Verfahren der Steuererhebung– wie, wann und welche Steuern anfallen.Das Prinzip der zweistufigenBesteuerungErste Stufe: Automatische AbschlagszahlungIn Deutschland kann der Vorgang derSteuerzahlung durch ein zweistufiges Verfahrenerfolgen. Zunächst lösen bestimmteEinkünfte einen vorläufigen Steuerabzug aus.So wird zum Beispiel bei Lohn- und Gehaltszahlungengrundsätzlich die Lohnsteuer mitdem Solidaritätszuschlag (SolZ) und ggf.der Kirchensteuer einbehalten. In gleicherWeise geht der Fiskus prinzipiell bei Kapitaleinkünftenvor. Bei der Investmentfondsanlageist das depotführende Kreditinstitutoder die Fondsgesellschaft gesetzlich dazuverpflichtet, auf bestimmte Einkünfte einenAbschlag einzubehalten und an das Finanzamtabzuführen. Diese Abschlagszahlungerfolgt für den Steuerpflichtigen „automatisch“,d. h., ohne dass der Steuerpflichtigesich selbst darum kümmern muss.Auf Zinserträge muss in der Regel für denAnleger ein Zinsabschlag einbehalten undabgeführt werden, auf inländische Dividendenerträgewird Kapitalertragsteuer (KESt)einbehalten und abgeführt. Hinzu tritt jeweilsder Solidaritätszuschlag. Diese Einbehaltestellen keine definitiven Steuern dar, sondernlediglich Abschlagsteuern zur Einkommensteuerund somit Vorauszahlungen auf dieendgültige Steuerschuld.Zweite Stufe: Individuelle SteuererklärungDie zweite Stufe der Besteuerung findet übereine individuelle Einkommensteuererklärungstatt. Wer nach dem Einkommensteuergesetzdazu verpflichtet ist, hat grundsätzlich allebezogenen Einkünfte aufzuführen, auch wennsie schon einem Steuerabzug – zum Beispielder Lohnsteuer oder dem Zinsabschlag einschließlichSolidaritätszuschlag – unterle genhaben. Nach Maßgabe des persönlichenSteuersatzes wird nun die endgültige Steuerschuldermittelt. Dabei werden die Abschlagsteuernder ersten Stufe angerechnet. Je nachHöhe der gesamten Steuerschuld kann sicheine Rückerstattung durch das Finanzamtoder eine Nachzahlung ergeben.Besteht hingegen keine gesetzliche Verpflichtung,eine Einkommensteuererklärung abzugeben,ist die Steuerschuld schon durch denSteuerabzug der ersten Stufe abgegolten.4


Das ab 2009 geltende neue Recht schafft fürKapitaleinkünfte die zweite Stufe der Steuererklärunggrundsätzlich ab. Vielmehr wirddie Steuerpflicht ( Steuerpflicht, unbeschränkte)schon auf der ersten Stufe mitder 25 %igen Abgeltungssteuer erfüllt; eineAngabe in der späteren Einkommensteuererklärungentfällt insoweit (Quellensteuerverfahren).Bestimmte – meist im Ausland anfallende– Erträge werden jedoch auf der erstenStufe von der Abgeltungssteuer nicht erfasst.Nur sie werden in der Einkommensteuererklärungdes betreffenden Kalenderjahresnoch angegeben (Veranlagungsverfahren).Ein zweistufiges Verfahren wird für Steuerpflichtigemit einem individuellen Einkommensteuersatzvon weniger als 25 % beibehalten.Soweit auf ihre Kapitaleinkünfte die25 %ige Abgeltungssteuer als Quellensteuererhoben wurde, können sie eine endgültigeBesteuerung zu ihrem niedrigeren individuellenSteuersatz beanspruchen und im Wegedes Einkommensteuerverfahrens auf derzweiten Stufe die Vergütung überzahlter Beträgeerreichen. Soweit die Kapitaleinkünfteauf der ersten Stufe von der Abgeltungssteuernicht erfasst wurden, führt das Veranlagungsverfahrenbei solchen Steuerpflichtigen vomAmts wegen zu der Besteuerung mit demniedrigeren individuellen Steuersatz.Das TransparenzprinzipZiel des Transparenzprinzips ist es, den privatenInhaber von Investmentanteilen steuerlichso zu stellen, als hätte er die in einemInvestmentfonds enthaltenen Wertpapiere(z. B. Aktien und Anleihen) oder Festgelderanteilig direkt erworben.Wie bei der Direktanlage in Aktien und Anleihenlassen sich bei einem Fondsinvestmentdie einbehaltenen Steuern wie der Zinsabschlagund die Kapitalertragsteuer auf inländischeDividenden, jeweils zuzüglich desSolidaritätszuschlages, mit der endgültigenSteuerschuld verrechnen. Ebenso können Quellensteuern nach der Zinsinformationsverordnung(ZIV) und andere anrechenbare ausländische Quellensteuern geltend gemachtwerden.Ausnahme: Das Transparenzprinzip gilt hingegenpraktisch nicht bei offenen Immobilienfonds.Da diese in gewerbliche Immobilienund andere Mietobjekte investieren, erzieltder Fonds Einkünfte aus Vermietung undVerpachtung. Beim privaten Fondsanlegerwerden die Erträge offener Immobilienfondsjedoch – genau wie Erträge aus anderenFonds- bzw. Wertpapierarten – als Einkünfteaus Kapitalvermögen versteuert.Das ZuflussprinzipDas Zuflussprinzip besagt, dass Einkünftebzw. Erträge in dem Kalenderjahr versteuertwerden müssen, in welchem sie dem Anlegerzugeflossen sind. Zufluss bedeutet, dass derAnleger über den ausgeschütteten Betragverfügen kann. Bei effektiver Zahlung oderbei Gutschrift durch das depotführende Kreditinstitutdes Anlegers im Fall ausschüttenderFonds ist demzufolge das Jahr maßgebend,in dem die Ausschüttung stattgefundenhat. Für thesaurierende Fonds gilt dasJahr der Thesaurierung der Erträge. Erträgewerden üblicherweise acht bis zwölf Wochennach Geschäftsjahresende ausgeschüttet,während Thesaurierungen am Geschäftsjahresendedes Investmentfonds erfolgen.Den Abzug deutscherAbschlagsteuern könnenSie durch einen Freistellungsauftrag,bezahlte Zwischengewinne und Stückzinsen oder eine NV-Bescheinigungvermeiden, den der Quellensteuern nachder ZIV durch Offen legunggegenüber der deutschenFinanzbehörde.Damit Ihnen gezahlte Abschlagsteuern angerechnet werden, müssen Sie die von Ihremdepotführenden Kreditinstitut ausgestellten Steuerbescheinigungen zusammen mit derEinkommensteuererklärung einreichen.5


Welche Steuern für welcheFondserträge?Die Erträge eines Investmentfonds – Zinsen,Dividenden, Gewinne aus Termingeschäften,Veräußerungsgewinne, Mieteinnahmen undweitere Erträge – fließen dem Anleger entwederdurch Ausschüttung oder durch Thesaurisierungzu. Doch nicht die gesamten Erträge,die ein Fonds erwirtschaftet, müssenvom Anleger auch versteuert werden. Steuerfreibleiben insbesondere Veräußerungsgewinneaus Wertpapiergeschäften, Gewinneaus Termingeschäften sowie Gewinne ausImmobilienverkäufen nach mindestenszehn Jahren Haltedauer.Renten- und Geldmarktfonds: Die steuerpflichtigenZinserträge der Renten- undGeldmarktfonds unterliegen dem Zinsabschlag. In der zweiten Stufe, demEinkommensteuerverfahren, wird dieendgültige Steuerschuld ermittelt undmit den Abschlägen verrechnet.Aktienfonds: Die inländischen Dividendenerträgeinländischer Aktienfonds werdenauf der ersten Stufe der Besteuerungmit der 20 %igen Kapitalertragsteuer(KESt) belegt. In der zweiten Stufe ist imEinkommensteuerverfahren nur die Hälfteder gesamten Dividendeneinnahmen zuversteuern ( Halbeinkünfteverfahren).Zinseinnahmen des Aktienfonds (etwaaus der Barreserve) können daneben einenZinsabschlag auslösen. Zu der leicht abweichendenBehandlung inländischerDividendenerträge in ausländischenFonds siehe Abschnitt „Die Versteuerungvon Dividendenerträgen bei Investmentfonds“auf Seite 12 ff.Offene Immobilienfonds: Der Teil der Ausschüttung,der aus Zinsen und Mieterträgenbesteht, unterliegt dem Zinsabschlag.Bei der Einkommensteuererklärung gibtes zwei Besonderheiten: (1) Die Erträgegelten als Einkünfte aus Kapitalvermögenund nicht als Einkünfte aus Vermietungund Verpachtung. (2) Steuerfreie Erträgeaus Objekten im Ausland unterliegendem Progressionsvorbehalt.Mischfonds: Mischfonds können sich ausAktien, verzinslichen Wertpapieren, Anteilenan anderen Investmentfonds undähnlichen Vermögenswerten zusammensetzen.Die Erträge werden ebenfallsentsprechend ihrem Anteil dem Zinsabschlag,der Kapitalertragsteuer und demHalbeinkünfteverfahren unterworfen.Abgeltungssteuer ab 2009Die ab 2009 vorgesehene Abgeltungssteuerersetzt sowohl den Zinsabschlag als auch die20 %ige Kapitalertragsteuer (KESt) auf inländischeDividenden. Sie führt einen einheitlichenSatz von 25 % auf die meisten Kapitaleinkünfteein, darunter auch solche, die nachdem alten Recht nicht belastet werden.Nicht alle erwirtschaftetenErträge müssen auch versteuertwerden. Steuerfreibleiben insbesondere Gewinnedes Fonds aus Wertpapier-und Termingeschäften(bis Ende 2008,danach bei Ausschüttungabgeltungssteuerpflichtig)und – nach mindestenszehn Jahren Haltedauer –aus Immobiliengeschäften.Ab 2009 tritt die 25 %igeAbgeltungssteuer an dieStelle von Zinsabschlagund 20 %iger Kapitalertragsteuer(KESt).Immer zuzüglich Solidaritätszuschlag:Auf den Zinsabschlag (ZASt) und die 20 %ige Kapitalertragsteuer (KESt) fällt darüberhinaus jeweils der Solidaritätszuschlag (SolZ) von derzeit 5,5 % auf den Steuerbetragan. Er wird ab 2009 auch auf die vorgesehene 25 %ige Abgeltungssteuer erhoben.6


Exkurs: Offene ImmobilienfondsDer Progressionsvorbehalt bei der Einkommensteuer:Inländische Erträge aus offenenImmobilienfonds werden grundsätzlich mitdem Zinsabschlag (ab 2009: 25 %ige Abgeltungssteuer)belegt. Mieterträge aus demAusland fließen dem Anleger in Deutschlandzum Teil aufgrund von Doppelbesteuerungsabkommensteuerfrei zu. Solche Erträge unterliegenjedoch dem Progressionsvorbehalt.Dadurch werden sie bei der Ermittlung desindividuellen Einkommensteuersatzes berücksichtigt.Quellensteuer nach derZinsinformationsverordnung (ZIV)Seit dem 1. Juli 2005 erheben mehrere Ländereine dem deutschen Zinsabschlag ähnliche Quellensteuer nach der Zinsinformationsverordnung(ZIV). Im Fall von Investmentfondsgilt sie für dort verwahrte Anteilebei der Ausschüttung und dem Verkauf,nicht jedoch bei der Thesaurierung. Ähnlichdem deutschen Zinsabschlag besteuert siedie Zinserträge. Es handelt sich um dieStaatenBelgien, Luxemburg, Österreich,Schweiz, Liechtenstein, San Marino,Monaco, Andorra,Guernsey, Jersey, Isle of Man, BritischeJungferninseln, Turks- und Caicosinseln,Niederländische Antillen, Aruba.Von dem Abzug der Quellensteuer wirdnur abgesehen, wenn der Kontoinhaber dasbetreffende Kreditinstitut zu Kontrollmitteilungenan die deutsche Finanzbehördeermächtigt. Alternativ kann er dem ausländischenKreditinstitut eine Erklärung bzw.Bescheinigung des deutschen Wohnsitzfinanzamtsvorlegen, derzufolge er seinedeutschen steuerlichen Pflichten erfüllt.Soweit in den genannten Ländern eineQuellensteuer auf Zinseinkünfte erhobenwird, beträgt der Satz derzeit 15 % der Zinseinkünfte.Er soll in zwei Stufen angehobenwerden: Ab dem 1. 7. 2008 gilt ein Satz von20 % und ab dem 1. 7. 2011 von 35 %.Über Zinseinnahmen, die Deutsche in denübrigen EU-Ländern sowie in einer Reiheweiterer Staaten beziehen, werden die deutschenFinanzbehörden informiert.Abgeltungssteuer ab 2009Für steuerpflichtige Zinserträge, die derFonds nach dem 31. 12. 2008 ausschüttet,ersetzt die 25 %ige Abgeltungssteuer denZinsabschlag. Dabei gilt:Während die Fondserträgeausschüttender Fondsden Anteilinhabern inregelmäßigen Zeitabständenausgezahlt werden,verbleiben sie bei thesaurierendenFonds im Vermögenund kommen denAnlegern durch Anteilwertsteigerungenzugute.Der Anleger kann sie durchentsprechende Anteilverkäuferealisieren. Die Wahlzwischen ausschüttendenund thesaurierendenFonds hängt von den individuellenPräferenzendes Anlegers ab.Einbehalte auf Zinserträge von FondsNeues Recht ab 1. 1. 2009 Altes Recht bis 31. 12. 2008Fondsausschüttungen Ausschüttung nach dem 31. 12. 2008 Ausschüttung vor dem 1. 1. 2009Ausgeschüttete Zinsena) Depotfall 25 % Abgeltungssteuer. 1) 30 % Zinsabschlag. 2)b) Tafelgeschäft 25 % Abgeltungssteuer. 1) 35 % Zinsabschlag. 2)FondsthesaurierungenThesaurierung nach dem 31. 12. 2008 Thesaurierung vor dem 1. 1. 2009(Depotfall und Tafelgeschäft)Thesaurierte Zinsena) Inländische Fonds 25 % Abgeltungssteuer. 1) 30 % Zinsabschlag. 2)b) Ausländische Fonds – –Anteilrückgabe Verkauf nach dem 31. 12. 2008 Verkauf vor dem 1. 1. 2009Behandlung des realisierten 25 % Abgeltungssteuer. 1) 30 % Zinsabschlag (Tafelgeschäft: 35 %). 2)ZwischengewinnsNur bei ausländischen thesaurierendenFonds: Behandlung derakkumulierten thesaurierten Erträge1)Jeweils zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer.2)Jeweils zzgl. Solidaritätszuschlag.Zusätzlich 25 % Abgeltungssteuer 1) auf die während der Besitzzeitthesaurierten Erträge (bei vorherigem Depotübertrag: aufdie nach dem 31. 12. 1993 thesaurierten Erträge).Zusätzlich 30 % Zinsabschlag 2) auf die während der Besitzzeitthesaurierten Erträge (bei vorherigem Depotübertrag: auf dienach dem 31. 12. 1993 thesaurierten Erträge; bei Tafelgeschäften:35 % auf die nach dem 31. 12. 1993 thesaurierten Erträge), Anrechnungder Einbehalte auf die Steuerschuld.8


Steuersätze bei Depotverwahrungund im TafelgeschäftDepotverwahrung: Sofern Sie Ihre Anteile ineinem inländischen Depot verwahren lassen,beträgt der Satz für den Zinsabschlag 30 %zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag. Dieauf jeden Fondsanteil entfallenden abschlagpflichtigenErträge werden im Jahresberichtveröffentlicht und außerdem in Ihrer persönlichenSteuerbescheinigung aufgelistet.Tafelgeschäft: Verwahrt der Anleger seineFondsanteile selbst (sogenannter Nicht-Depotfall), beträgt der Steuersatz für denZinsabschlag 35 % zuzüglich Solidaritäts zuschlag.Die Steuer wird einbehalten, wennder Anleger die Erträgnisscheine bei eineminländischen Kreditinstitut einlöst. Eine Ausnahmegilt für die jährlichen Fondserträgethesaurierender deutscher Fonds. Für sie giltstets, ohne Rücksicht auf die Verwahrungsart,ein 30 %iger Zinsabschlag mit dem Solidaritätszuschlag.Hingegen fällt ein 35 %igerZinsabschlag auf den Zwischengewinn an,wenn eigenverwahrte Anteile an deutschenthesaurierenden Fonds eingelöst werden.Verwahrung im Ausland: Kein Zinsabschlagwird einbehalten, wenn der Anleger seineWertpapiere im Ausland verwahren lässtoder dort einlöst. Dennoch müssen im Inlandunbeschränkt Steuerpflichtige dieseErträge vollständig in ihrer Einkommensteuererklärungangeben. Dies gilt auchnach neuem Recht ab 2009. Kapitaleinkünfte,auf die keine 25 %ige Abgeltungssteuer einbehaltenwurde, müssen weiterhin in derEinkommensteuerklärung angegeben werden.Abweichend von den übrigen Einkommensartenwerden sie jedoch höchstens mit25 %, dem Satz der Abgeltungssteuer, belastet,wenn der individuelle Steuersatz höher liegt.Anstelle des Zinsabschlags fällt jedoch in bestimmtenLändern Quellensteuer nach derZinsinformationsverordnung auch über 2008hinaus an (siehe Seite 8).Auf steuerpflichtigeErträge, die der Fondsnach dem 31. 12. 2008erzielt, wird anstelle desZinsabschlags die 25 %igeAbgeltungssteuer erhoben.2Beispiel 2:Fondsdepot im EU-AuslandFrau Müller unterhielt bei einem Kreditinstitutin Luxemburg einen Bestand von1.000 Anteilen an dem Fonds Allianz-ditGlobal Bond High Grade, der seine Erträgeam 15. 11. 2007 ausschüttete. Von dem steuerpflichtigenErtrag wurde die luxemburgische15 %ige Quellensteuer einbehalten.Allianz-dit Global Bond High GradeAngaben in Euro Pro Anteil Für 1.000 St.Ausschüttung am 15. 11. 2007Zinsanteil nach der EU-ZinsrichtlinieAbzüglich: 15 % QuellensteuerGutschrift 15. 11. 2007Nachrichtlich für die Einkommensteuererklärung 2007, Anlage KAPZinsen und andere Erträge (ohne Dividenden) aus (…) ausländischen Investmentanteilen (Investmentsteuergesetz) 1)Nach der Zinsinformationsverordnung (ZIV) anzurechnende ausländische Quellensteuern1,200000,892601.200,00892,60– 133,891.066,111,25406 1.254133,891)Nach Maßgabe des Einkommensteuerformulars zugunsten des Steuerpflichtigen auf volle Euro ab- bzw. aufgerundet.9


3Beispiel 3:Besonderes Verfahren bei ausländischenthesaurierenden FondsFrau Müller verkaufte am 26. 11. 2007 aus ihreminländischen Bankdepot je 500 ausschüttende(Tranche A) und thesaurierende (Tranche AT)Anteile an dem luxemburgischen FondsAllianz-dit Bondspezial, die sie im Januar 2004erworben hatte. Zuvor, am 15. 11. 2007 und am30. 9. 2007, hatte der Fonds die Erträge seinesGeschäftsjahres 2006/2007 ausgeschüttet bzw.thesauriert. Ein Vergleich zwischen der ausschüttendenund der thesaurierenden Tranchezeigt die unterschiedliche Behandlung beimZinsabschlag; Beispiel 9 auf den Seiten 24 und25 illustriert den Ausgleich im Einkommensteuerverfahren.Allianz-dit BondspezialAngaben in Euro Pro Anteil AusschüttendeTranche A500 St.A. Verkauf am 26. 11. 2007ThesaurierendeTranche AT500 St.SummeRücknahmepreis Tranche ARücknahmepreis Tranche ATdavon: ZASt-pflichtig– Tranche A: Zwischengewinn 26. 11. 2007– Tranche AT: Zwischengewinn 26. 11. 2007– Tranche AT: Thesaurierung 30. 09. 2007– Tranche AT: Thesaurierung 30. 09. 2006– Tranche AT: Thesaurierung 30. 09. 2005– Tranche AT: Thesaurierung 30. 09. 2004ZusammenEinbehaltener Zinsabschlag (30 %)Einbehaltener SolZNettoerlös34,8486,950,010,032,206202,186762,768662,2704017.420,005,005,00– 1,50– 0,0817.418,4243.475,0015,001.103,101.093,381.384,331.135,204.731,01– 1.419,30– 78,0641.977,6460.895,00– 1.420,80– 78,1459.396,06B. Nachrichtlich für die Einkommensteuererklärung 2007, Anlage KAPZinsen und andere Erträge (ohne Dividenden) aus (…) ausländischenInvestmentanteilen (Investmentsteuergesetz)Tranche A:– Zinsen und andere Erträge i. S. d. Anlage KAPzur Einkommensteuererklärung– Realisierter ZwischengewinnTranche AT:– Zinsen und andere Erträge i. S. d. Anlage KAPzur Einkommensteuererklärung– Realisierter ZwischengewinnZusammen 1Anzurechnender inländischer ZinsabschlagAnzurechnender Solidaritätszuschlag0,904390,012,206200,03452,205,00457,201,500,081.103,1015,001.118,101.419,3078,061.5751.420,8078,14C. Nachrichtlich für die Einkommensteuererklärung 2007, Anlage AUSEinnahmen, die in den Zeilen 31, 32 und 41 der Anlage KAP enthalten sindAnrechenbare ausländische Quellensteuern– Tranche A:– Tranche AT:Fiktive ausländische Steuern nach DBA– Tranche A:– Tranche AT:––0,045880,111740,007620,01855––22,943,81––55,879,28––77 1)14 1)1)Nach Maßgabe des Einkommensteuerformulars zugunsten des Steuerpflichtigen auf volle Euro ab- bzw. aufgerundet.10


4Beispiel 4:Unterschiedlicher Zinsabschlag beiDepot- und TafelgeschäftFrau Müller besitzt außerdem 4.000 Anteileam Allianz-dit Euro Rentenfonds, der inDeutschland aufgelegt wurde. Davon liegen2.000 Anteile in ihrem inländischen Bankdepot,die übrigen 2.000 verwahrt sie selbst.Die Übersicht zeigt: Je nach Verwahrungsartfällt ein unterschiedlich hoher Zinsabschlagan. Für die Anteile im Bankdepot beträgter 30 %. Den Betrag von € 971,68 zuzüglich€ 53,44 SolZ führte das Kreditinstitut direktan das Finanzamt ab. Für die eigenverwahrtenAnteile wird hingegen ein Zinsabschlagvon 35 % berechnet. Der Betrag von€ 1.133,63 zuzüglich € 62,35 SolZ wird amBankschalter einbehalten, wenn Frau Müllerihre Erträgnisscheine einlöst.Dieser Unterschied wird später im Einkommensteuerverfahren2007 ausgeglichen,sodass Frau Müller im Ergebnis alle Anteilemit dem gleichen, nämlich ihrem persönlichen,Steuersatz versteuert (siehe Beispiel9 auf den Seiten 24 und 25).Allianz-dit Euro RentenfondsAngaben in Euro Pro Anteil Depotverwahrt2.000 St.Eigenverwahrt2.000 St.SummeAusschüttungdavon: ZASt-pflichtig1,600001,619473.200,003.238,943.200,003.238,946.400,00– 30 % ZASt, depotverwahrte Anteile– 35 % ZASt, eigenverwahrte Anteile– zzgl. Solidaritätszuschlag (SolZ)0,485840,56682– 971,68– 53,44– 1.133,63– 62,35– 2.105,31– 115,79Nettoausschüttung 5. 3. 2007 2.174,88 2.004,02 4.178,90Nachrichtlich für die Einkommensteuererklärung 2007, Anlage KAPZinsen und andere Erträge (ohne Dividenden) aus Investmentanteilen1,61947 3.238,943.238,946.477 1)Anzurechnender inländischer Zinsabschlag971,681.133,632.105,31Anzurechnender Solidaritätszuschlag53,4462,35115,79Nachrichtlich für die Einkommensteuererklärung 2007, Anlage AUSZinsen und andere Erträge (ohne Dividenden) aus einem inländischenSondervermögen, die aus ausländischen Quellen stammen0,0259551,9051,90103 1)Fiktive ausländische Steuern nach DBA0,003857,707,7016 1)1)Nach Maßgabe des Einkommensteuerformulars zugunsten des Steuerpflichtigen auf volle Euro ab- bzw. aufgerundet.11


Die Versteuerung von Dividendenerträgenbei InvestmentfondsVergleichbar den Zinserträgen fällt auf inländische Dividendenerträgeein steuerlicher Abschlag an. Dieser kann in der Einkommensteuererklärunggeltend gemacht werden. Bei der Einkommensteuergilt außerdem das Halbeinkünfteverfahren.Erste Stufe: Kapitalertragsteuer aufinländische DividendenAuf die Dividenden deutscher Aktiengesellschaften,die die Fonds beziehen und durchAusschüttung oder Thesaurierung an dieAnleger weiterleiten, fällt die 20 %ige Kapitalertragsteuer(KESt) zuzüglich Solidaritätszuschlag(SolZ) hierauf an. Dabei unterscheidensich in- und ausländische Fondshinsichtlich der Abwicklung und Vergütungsmöglichkeit.Inländische Fonds führen diese Einbehalte andas Finanzamt ab, sobald sie die zugrundeliegenden deutschen Dividenden ihren Anlegerndurch Ausschüttung oder Thesaurierungzufließen lassen. Entsprechendmindert sich der Anteilwert. Die Anleger erhaltenzum Ausgleich einen entsprechendenVergütungsanspruch.Ausländische Fonds beziehen Dividendendeutscher Aktiengesellschaften gekürzt umdie 20 %ige Kapitalertragsteuer (KESt) zuzüglichSolidaritätszuschlag hierauf. Der Anlegerkann sie geltend machen wie ausländischeQuellensteuern (siehe Abschnitt „AusländischeQuellensteuern“ auf Seite 17).Dividenden ausländischer Gesellschaftenbleiben in in- und ausländischen Fonds freivon der Kapitalertragsteuer mit dem Solidaritätszuschlag.Insoweit kann der Fonds sieungekürzt ausschütten oder thesaurieren.Zweite Stufe:Das HalbeinkünfteverfahrenBei der Einkommensteuer müssen Anlegernur die Hälfte der an sie durch den Fondsweitergeleiteten in- und ausländischenDividendenerträge des Fonds mit ihrempersönlichen Steuersatz versteuern.Ausländische Dividendenerträgenimmt derAnleger in Deutschlandauf der ersten Stufe derBesteuerung ohne Abzugvon Kapitalertragsteuer(KESt) und Solidaritätszuschlag(SolZ) ein. Beimspäteren Einkommensteuerverfahrengleichtsich jedoch die unterschiedlicheBehandlungzu inländischen Dividendenwieder aus – beideEinkünfte werden mitdem gleichen persönlichenSteuersatz versteuert.12


Kapitalertragsteuer und HalbeinkünfteverfahrenBesteuerung derAusschüttung vonAktienBesteuerung derAusschüttung derFondsBesteuerung derDividendeneinkünftedes AnlegersErträgeausländischerAktienErträge einesinländischenFondsAnlegerDividendenAktie XDividendenAktie YDividendenAktie ZErträgeinländischerAktienDividendenAktie Xggf. ausländischeQuellensteuerdirekt imHerkunftslandSumme allerDividenden ausausländischenAktien, ggf. vermindertumQuellensteuerKein AbzugSumme allerDividendeneinkünfteausdem Fonds(inländischeundausländischeDividendenerträge)½ einkommensteuerfrei½ einkommensteuerpflichtigmit dem persönlichenSteuer satzDividendenAktie YSumme allerDividenden ausinländischenAktien– 20 % KESt– 5,5 % SolZAnrechnungvonKESt und SolZDividendenAktie ZAbgeltungssteuer ab 2009Für steuerpflichtige Dividendenerträge, dieder Fonds nach dem 31. 12. 2008 ausschüttet,entfällt das Halbeinkünfteverfahren. Außerdemwird die derzeitige 20 %ige Kapitalertragsteuer(KESt) durch die 25 %ige Abgeltungssteuerersetzt. Dabei gilt:Einbehalte auf Aktienerträge von FondsNeues Recht ab 1. 1. 2009 Altes Recht bis 31. 12. 2008Fondsausschüttungen und -thesaurierungen Nach dem 31. 12. 2008 Vor dem 1. 1. 2009Dividenden deutscher Aktien gesellschaften 25 % Abgeltungssteuer. 1) 20 % Kapitalertragsteuer (KESt). 2)Dividenden ausländischer Gesellschaften 3) 25 % Abgeltungssteuer. 1) –1)Jeweils zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer.2)Jeweils zzgl. Solidaritätszuschlag.3)Gegebenenfalls mit ausländischer Quellensteuer belastet.13


5Beispiel 5:KESt, ZASt und ausländische Quellensteuernim FondsFrau Müller bezog schließlich am 5. 3. 2007eine Erträgnisausschüttung auf 1.000 Industria-Anteilevon € 750,00. Dabei handeltes sich um einen in Deutschland aufgelegtenFonds, der Aktien aus europäischen Ländernerwirbt. Er hatte die 20 %ige Kapitalertragsteuermit dem Solidaritätszuschlag aufseine deutschen Dividendeneinnahmen andie Finanzbehörde abgeführt. Diese Zahlungwar dem Fondsvermögen entnommen wordenund senkte den Anteilwert entsprechend.Als Ausgleich erhielt Frau Müller einen Anrechnungsanspruchauf ihre Einkommensteuerschuld.Daneben enthielt die Industria-Ausschüttungzinsabschlagpflichtige Erträge, so ausder Anlage von Liquidität. Hiervon behieltdas depotführende Kreditinstitut den30 %igen Zinsabschlag mit dem Solidaritätszuschlagein. Als Ausgleich erhielt FrauMüller einen zusätzlichen Anrechnungsanspruchauf ihre Einkommensteuerschuld.Schließlich hatte der Fonds ausländischeQuellensteuern zu tragen. Soweit sie imInland anrechenbar sind, können sie vonder Anlegerin geltend gemacht werden(zu den Einschränkungen hierzu siehe imEinzelnen den Abschnitt „ausländischeQuellensteuer“ auf Seite 17).IndustriaAngaben in Euro Pro Anteil Abrechnung für 1.000 St.AuszahlungAnrechnungsansprüche/EinkommensteuererklärungA. Ausschüttung am 06. 03. 2007AusschüttungKapitalertragsteuergutschrift 20 %– KESt-pflichtige (inländische) Dividenden– KESt-Gutschriftsbetrag– SolidaritätszuschlagZinsabschlag– Berechnungsbasis für KapSt (30 %)– Zinsabschlag– SolidaritätszuschlagAnrechenbare ausländische QuellensteuernAuszahlung / Anrechnungsansprüche0,750000,095040,019010,018770,0056350 % von 0,18199750,00– 5,63– 0,31744,0619,011,055,630,3191 1)117,00B. Nachrichtlich für die Einkommensteuererklärung 2007, Anlage KAPZinsen und andere Erträge (ohne Dividenden) aus InvestmentanteilenAnzurechnender ZinsabschlagDividenden und ähnliche Erträge – Halbeinkünfteverfahren – aus InvestmentanteilenAnzurechnende inländische KapitalertragsteuerSumme aller anzurechnenden Solidaritätszuschläge0,018770,005631,043740,0190118 1)5,631.043 1)19,011,36C. Nachrichtlich für die Einkommensteuererklärung 2007, Anlage AUSEinnahmen aus allen inländischen Sondervermögen, die aus ausländischen Quellen stammen,für die das Halbeinkünfteverfahren giltAnrechenbare ausländische Quellensteuern0,571310,181991)571182 1)1)Nach Maßgabe des Einkommensteuerformulars zugunsten des Steuerpflichtigen auf volle Euro ab- bzw. aufgerundet.14


Befreiung von AbschlagsteuernPrivate inländische Steuerpflichtige können folgende Möglichkeitennutzen, um den Zinsabschlag sowie die Kapitalertragsteuerauf inländische Dividenden zu vermeiden und die Kapitalerträgeungekürzt zu vereinnahmen. Voraussetzung ist, dass dieFondsanteile bei einem inländischen Kreditinstitut depotverwahrtwerden.„Guthaben“ im „Stückzinstopf“Das depotführende Kreditinstitut vermerktetwaige Zwischengewinne und Stückzinsen,die der Anleger seit Jahresbeginnbei dem Erwerb von Anteilen an Investmentfondsoder von verzinslichen Wertpapierenbezahlt hat, im sogenannten Stückzinstopf.In dieser Höhe sind später anfallendeabschlagpflichtige Kapitalerträge vom Zinsabschlagmit dem Solidaritätszuschlagbefreit. Bezahlte und im „Stückzinstopf“vermerkte Zwischengewinne und Stückzinsenwerden in den Wertpapierkaufabrechnungenausgewiesen. EigenverwahrteAnteile ( Tafelgeschäft) werden im „Stückzinstopf“nicht berücksichtigt, sodass keinederartigen Befreiungen möglich sind.Die „Guthaben“ im „Stückzinstopf“ geltennicht für die 20 %ige Kapitalertragsteuer(KESt) mit dem Solidaritätszuschlag aufinländische Dividenden.gatten € 1.602) bei ihrem inländischen depotführendenKreditinstitut freistellen lassen( Freistellungsauftrag). Dadurch könnensie zinsabschlagpflichtige Erträge sowie inländischeDividenden ohne Abzug von Zinsabschlagbzw. Kapitalertragsteuer (KESt)sowie dem jeweiligen Solidaritätszuschlagvereinnahmen. Bei inländischen thesaurierendenFonds, deren Anteilpreis sich durchdiese Einbehalte mindert, erfolgt eine Vergütungdurch das inländische depotführendeKreditinstitut. Diese kann auch in zusätzlichenFondsanteilen wiederangelegt werden.Der Anleger kann auch mehreren Kreditinstitutengleichzeitig Freistellungsaufträgeerteilen, darf dabei aber die Gesamtsummevon jährlich € 801 bzw. € 1.602 nicht überschreiten.Für eigenverwahrte Anteile (Nicht-Depotfall, Tafelgeschäft), bei denen keininländisches Kreditinstitut zur Depotführungeingeschaltet ist, können keine Freistellungsaufträgeerteilt werden.Der FreistellungsauftragAnleger können Erträge von bis zu jährlich€ 801 (steuerlich zusammen veranlagte Ehe-Jährlich lassen sich € 801 bzw. € 1.602 für steuerlichzusammen veranlagte Ehegatten freistellen.15


6Beispiel 6:Wirkung des FreistellungsauftragesHerr Schulze hat für sich und seine Ehefraubei seinem Kreditinstitut einen Freistellungsauftragüber € 1.602 eingereicht. Inseinem Wertpapierdepot hält er 500 Anteileam Allianz-dit Europazins. Weitere 500 Anteileverwahrt er selbst. Pro Anteil schütteteder Fonds am 5. 3. 2007 € 1,50000 aus, während€ 1,50723 ZASt-pflichtig waren. Da sichdie Erträge der eigenverwahrten Wertpapierenicht freistellen lassen, unterliegen sie demZinsabschlag mit dem Solidaritätszuschlag.Demgegenüber fließen Herrn Schulze dieErträge der depotverwahrten Anteile ungekürztzu.Die NV-Bescheinigung (Nichtveranlagungs-Bescheinigung)Anleger, bei denen eine Veranlagung zurEinkommensteuer nicht zu erwarten ist,können alternativ durch eine NV-Bescheinigungden Steuerabzug verhindern.Diese wird durch das Finanzamt des Wohnsitzesausgestellt. Da die Erteilung einerNV-Bescheinigung an enge Voraussetzungengeknüpft ist, sollte zuvor fachkundiger Rateingeholt werden. Eigenverwahrte Anteile(Nicht-Depotfall), bei denen kein inländischesKreditinstitut zur Depotführungeingeschaltet ist, können nicht durch NV-Bescheinigungen von Abschlagsteuern befreitwerden.Abgeltungssteuer ab 2009Diese Befreiungsmöglichkeiten bleibengrundsätzlich erhalten und stellen Kapitaleinkünftevon der zukünftigen Abgeltungssteuerfrei. Zu den Einzelheiten sieheAbschnitt „Was ändert sich durch die Abgeltungssteuerab 2009?“ auf den Seiten 42und 43.Anleger, die über „Guthaben“im „Stückzinstopf“verfügen, ihrerBank einen Freistellungsauftragerteilt oderihr eine NV-Bescheinigungvorgelegt haben,können ihre Fondserträgebis zur entsprechendenHöhe frei von inländischenAbschlagsteuern einnehmen.Die Quellensteuernach der ZIV lässt sichdurch Offenlegung gegenüberder deutschenFinanzbehörde vermeiden.Für andere ausländischeQuellensteuerngelten diese Befreiungenjedoch nicht.Allianz-dit EuropazinsAngaben in Euro Pro Anteil Depotverwahrt500 St.Eigenverwahrt500 St.Freistellungsauftrag 1.602,00 –AusschüttungDarunter zinsabschlagpflichtigVom Freistellungsauftrag nicht abgedeckt1,500001,50723750,00753,62–750,00753,62753,62Einbehalten /Anrechnungsanspruch35 % ZASt5,5 % SolZ0,52753 ––– 263,77– 14,51Nettoausschüttung 05. 03. 2007Verbleibender Freistellungsbetrag für 2007750,00848,38471,7216


Ausländische QuellensteuernKapitalerträge ausländischer Wertpapierekönnen in ihrem jeweiligen Herkunftsland„an der Quelle“ steuerpflichtig sein. Dem Investmentfondsfließen die Erträge in diesemFall gemindert um ausländische Quellensteuernzu.Soweit ausländische Quellensteuern imInland anrechenbar sind, lassen sie sichim Einkommensteuerverfahren unter bestimmtenVoraussetzungen entweder aufdie Steuerschuld anrechnen oder aber –anstelle einer Anrechnung – von den steuerpflichtigenKapitalerträgen abziehen (§ 34cAbs. 1 und 2 EStG). Die Vergütung durch einKreditinstitut in Deutschland ist nicht möglich.Die Wahl zwischen Anrechnung undAbzug hängt von den individuellen Verhältnissendes Steuerpflichtigen ab. Gegebenenfallssollte fachkundiger Rat in Deutschlandhinzugezogen werden. Bestimmte ausländischeQuellensteuern können ausschließlichvon den steuerpflichtigen Kapitalerträgenabgezogen werden (§ 34c Abs. 3 EStG).Ausländische Kapitalerträge, die mit einerim Inland anrechenbaren ausländischenQuellensteuer verbunden sind, unterliegendem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet,dass sie bei der Ermittlung des individuellenEinkommensteuersatzes berücksich tigt werden.Soweit die zugrunde liegenden ausländischenErträge in Deutschland vom Halbeinkünfteverfahrenprofitieren – im Wesentlichenalso ausländische Dividenden undandere Aktienerträge – lassen sich die auf sieentrichteten Quellensteuern nur zur Hälftegeltend machen.Ein Sonderfall sind fiktive anrechenbare ausländischeQuellensteuern, die nach einemAbkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung(DBA) als gezahlt gelten (fiktiveausländische Steuern nach DBA). Obwohlnicht gezahlt, werden sie vom deutschenFiskus anerkannt. Ziel ist es, bestimmteWertpapiere aus Entwicklungsländern fürdeutsche Anleger steuerlich zu begünstigen.Fiktive ausländische Steuern nach DBAlassen sich nur auf die Steuerschuld anrechnen,nicht aber von den steuerpflichtigenKapitalerträgen abziehen.Ist ein Fonds im Ausland aufgelegt und beziehter Dividenden deutscher Aktiengesellschaften,dann werden die auf diese Dividendenentfallenden Abzüge (20 %ige Kapitalertragsteuer[KESt] zzgl. Solidaritätszuschlag[SolZ]) in der deutschen Einkommensteuererklärungwie ausländische Quellensteuernbehandelt. Demzufolge ist auch in diesenFällen keine Befreiung möglich; etwaige Freistellungsaufträge oder NV-Bescheinigungengreifen hier nicht.Abgeltungssteuer ab 2009Auch nach dem neuen Recht der Abgeltungssteuerkönnen ausländische Quellensteuernauf Fondsebene wie Werbungskostenabgezogen werden. Falls kein solcherWerbungskostenabzug erfolgt, kommt eineunmittelbare Anrechnung auf die Abgeltungssteuerschuldin Frage. Jedoch kann derAnleger in diesem Fall wählen, stattdessenim Einkommensteuerverfahren den Betragvon der Bemessungsgrundlage abzuziehen.Weder „Guthaben“ im„Stückzinstopf“ noch einFreistellungsauftrag odereine NV-Bescheinigungbefreien von ausländischenQuellensteuern.17


Private Veräußerungsgewinne(„Spekulationsgewinne“)Verkauft ein Fondsanleger seine Anteile innerhalb eines Jahresnach dem Kauf, so sind dabei erzielte Veräußerungsgewinnegrundsätzlich einkommensteuerpflichtig.Wann sind solche Gewinnesteuerpflichtig?Wenn der Zeitraum zwischen Kauf und Verkaufvon Fondsanteilen zwölf Monate oderweniger beträgt, versteuert der Anleger einenbeim Verkauf erzielten Gewinn unter derRubrik „Sonstige Einkünfte“. Die Einjahresfristbeginnt mit dem Tag, der auf den Tagdes Kaufes folgt.Steuerliche Freigrenze: Private Veräußerungsgewinnebleiben bis zu einer Höhe von€ 512 pro Kalenderjahr steuerfrei. Steuerlichzusammen veranlagte Ehegatten könnenvon dieser Freigrenze jeweils pro PersonGebrauch machen, sie ist aber nicht auf denEhegatten übertragbar. Mit dem Überschreitender Freigrenze wird der gesamte Gewinnsteuerpflichtig, keinesfalls nur der positiveSaldo aus Gewinn minus Freigrenze.Berechnung des VeräußerungsgewinnsDer Gewinn aus der Rückgabe von Fondsanteilenwird als positive Differenz von Veräußerungserlösaus der Rückgabe der Anteileund dem beim Kauf bezahlten Ausgabepreisermittelt. Nicht berücksichtigt wird eine derartigeDifferenz, soweit sie auf Zwischengewinneund thesaurierte steuerpflichtigeErträge ( Thesaurierung) – einschließlichdes nach dem Halbeinkünfteverfahrensteuerfreien Teils der Aktienerträge – zurückgeht.Handelt es sich um einen Teilverkauf auseinem Anteilbestand, der schrittweise innerhalbund außerhalb der zwölfmonatigenFrist aufgebaut wurde 1) , werden nur solcheAnteile einbezogen, bei denen sich mitSicherheit ausschließen lässt, dass sie vorBeginn der Einjahresfrist erworben wurden.Hat der Anleger auch innerhalb der Einjahresfristzugekauft, ist zu unterstellen, dassdie zuerst angeschafften Wertpapiere zuerstveräußert wurden (First-in-first-out-Prinzip /„Fifo“).Sich ergebende Gesamtverluste aus privatenVeräußerungsgeschäften dürfen ein Jahrrückgetragen und zeitlich unbegrenzt vorgetragenwerden. Das bedeutet, dass siemit den entsprechenden Gewinnen ausprivaten Veräußerungsgeschäften des unmittelbarvorhergehenden Jahres oder denenspäterer Jahre verrechnet werden können.Nicht zulässig ist eine Verrechnung mitEinkünften anderer Art.Abgeltungssteuer ab 2009Die ab 2009 vorgesehene Abgeltungssteuerbetrifft Fondsanteile, die nach dem 31. 12. 2008erworben werden. Veräußerungsgewinne,die der Anleger mit ihnen erzielt, werden der25 %igen Abgeltungssteuer unterliegen. FürFondsanteile, die vor den 1. 1. 2009 erworbenwurden, gilt das alte Recht fort 2) .1)Anteile in Girosammelverwahrung, der üblichen Variante der Depotverwahrung von Wertpapieren.2)Nach dem Jahressteuergesetz 2008 gilt dies für in- und ausländische Spezialfonds sowie Publikumsfonds, bei denen Anlagevoraussetzungeine besondere Sachkunde des Anlegers oder eine Mindestanlagesumme von € 100.000 oder mehr ist, nur dann uneingeschränkt,wenn die Fondsanteile vor dem 10. 11. 2007 erworben wurden.20


7Beispiel 7:Private Veräußerungsgewinne(Spekulationsgewinne)Herr Huber verkaufte am 5. 10. 2007, zu einemRücknahmepreis abzüglich Zwischengewinnvon € 588,04, aus seinem Depot die Hälfteseiner in Girosammelverwahrung liegenden300 Anteile an dem thesaurierenden FondsAllianz-dit Thesaurus, die er in drei Schrittenerworben hatte: 140 Stück am 14. 6. 2006,60 Stück am 5. 10. 2006 und 100 Stück am16. 7. 2007. Mithin lässt sich für 10 der verkauftenAnteile ausschließen, dass sieaußerhalb der am 6. 10. 2006 beginnendenJahresfrist gekauft worden sind.Da Herr Huber auch innerhalb der Jahresfristzugekauft hat, ist die „Fifo“-Methode anzuwenden.Sie betrachtet die zuerst, also am5. 10. 2006, erworbenen Anteile als verkauft.Deren Ausgabepreis, abzüglich Zwischengewinn,von € 480,51 wird bei der Berechnungdes Veräußerungsgewinns zugrunde gelegt.Außerdem ist pro Anteil die Thesaurierung(ausschüttungsgleiche Erträge) vom31. 12. 2006 zu berücksichtigen, da sie innerhalbder Frist erfolgt ist. Daher sind proAnteil weitere € 7,28948 vom Verkaufserlösabzuziehen. Dadurch errechnet sich einVeräußerungsgewinn von € 1.002,41, derdie jährliche Freigrenze von € 512 übersteigtund daher voll steuerpflichtig ist. Nichtbeachtet wird der Wertrückgang der am16. 7. 2007 erworbenen Anteile.Hätte Herr Huber den Verkauf um nur einenTag hinausgeschoben, wäre kein steuerpflichtigerVeräußerungsgewinn angefallen,da sich in diesem Fall für keinen der verkauftenAnteile hätte ausschließen lassen, dasser außerhalb der Jahresfrist erworben wurde.Abgeltungssteuer ab 2009Unter dem neuen Recht der Abgeltungssteuerentfallen ab 2009 die einjährige Haltedauer,nach deren Ablauf realisierte Veräußerungsgewinnesteuerfrei werden, sowie die Freigrenzein Höhe von € 512 für steuerpflichtigeVeräußerungsgewinne. Dadurch werdenrealisierte private Veräußerungsgewinnesteuerpflichtig. Weiterhin können steuerlicheVeräußerungsverluste ein Jahr rückundzeitlich unbegrenzt vorgetragen werden.Allianz-dit ThesaurusJahresfristzutreffendStückEuropro AnteilVeräußerungsgewinn,EuroVerkauf 5. 10. 2007, Rücknahmepreisdavon ZwischengewinnAusgabepreis abzüglich Zwischengewinn150588,170,13588,04Kauf 16. 7. 2007, Ausgabepreisdavon ZwischengewinnAusgabepreis abzüglich Zwischengewinnja100629,370,11629,26Kauf 05. 10. 2006, Ausgabepreisdavon ZwischengewinnAusgabepreis abzüglich Zwischengewinnja60480,550,04480,51Kauf 14. 6. 2006, Ausgabepreisdavon ZwischengewinnAusgabepreis abzüglich Zwischengewinnnein140414,170,03414,14Jahresfrist zutreffend10588,045.880,40Ausgabepreis abzüglich Zwischengewinn 5. 10. 200610480,514.805,10Betrag der ausschüttungsgleichen Erträge 31. 12. 2006107,2894872,89Veräußerungsgewinn 1.002,4121


Fondserträge in derEinkommensteuererklärung 20078Kapitalerträge innerhalb der FreibeträgeWenn Ihre Einkünfte aus Kapitalvermögenim Kalenderjahr 2007 die Höhe von € 801bzw. € 1.602 für steuerlich zusammen veranlagteEhegatten nicht übersteigen, müssenSie diese in der Einkommensteuererklärungnicht angeben. Da sich die gleichen Beträgevom Zinsabschlag sowie von der 20 %igenKESt freistellen lassen ( Freistellungsauftrag),können Sie insoweit Kapitalerträgeungekürzt vereinnahmen. In diesem Fallbrauchen Sie die Anlagen KAP und ggf. AUSauch nicht auszufüllen. Zu berücksichtigensind jedoch hierfür alle Einkünfte aus Kapitalvermögen,und nicht nur Ihre Investmentfondserträge.Dies schließt beispielsweiseZinseinnahmen aus Festgeldern und Dividendenerträgeaus Aktienbeständen ein. Umetwaige dennoch einbehaltene Abschlagsteuernsowie um ausländische Quellensteuerngeltend zu machen, bedarf es einerEinkommensteuererklärung auch bei jährlichenKapitalerträgen von € 801 bzw. € 1.602für steuerlich zusammen veranlagte Ehegattenoder weniger.Beispiel 8:Freibeträge in derEinkommensteuererklärungDa Herr Schulze zusammen mit seiner Ehefrauim Kalenderjahr 2007 Kapitalerträge vonnicht mehr als € 1.602 erzielt hat, kann er dieAngabe seiner Kapitaleinkünfte unterlassen.Seine insgesamt 1.000 Anteile am Allianz-ditEuro Rentenfonds hatten bei ihrer Ausschüttungam 5. 3. 2007 pro Anteil Kapitalerträge –Zinsen und andere Erträge i. S. d. AnlageKAP zur Einkommensteuererklärung von€ 1,50723 erbracht, zusammen also € 1.507,23.In diesem Fall verzichtet er jedoch auf dieAnrechnung des zu seinen Lasten einbehaltenenZinsabschlags mit dem Solidaritätszuschlag,als er die Erträgnisscheineseiner eigenverwahrten 500 Anteile einlöste(siehe Beispiel 6 auf Seite 16).Seit 2007 gilt ein auf jährlich € 801 bzw. € 1.602 fürsteuerlich zusammen veranlagte Ehegatten gesenkter Freibetrag.22


Wann ist die Angabe in der Steuererklärungdennoch vorteilhaft?Auch wenn Ihre Einkünfte aus Kapitalvermögendie Höhe von € 801 bzw. € 1.602 fürsteuerlich zusammen veranlagte Ehegattennicht erreichen, können Sie sich über dieEinkommensteuer zum Beispiel gezahlteAbschlagsteuern erstatten oder Steuergutschriftenvergüten lassen. Etwa, wenn Sieeinen Freistellungsauftrag nicht odernur in ungenügender Höhe erteilt haben,Ihre Fondsanteile selbst verwahren undIhnen beim Einlösen der ErträgnisscheineZinsabschlag oder Kapitalertragsteuer(KESt), jeweils zuzüglich Solidaritätszuschlag,einbehalten wurde.Kapitalerträge, die die FreibeträgeüberschreitenÜbersteigen Ihre Kapitalerträge die Höhe von€ 801 bzw. € 1.602 für steuerlich zusammenveranlagte Ehegatten, ist die Angabe in derEinkommensteuererklärung Pflicht. Darunterfallen dann alle Ihre steuerpflichtigenErträge – gleichgültig, ob sie um Abschlagsteuerngekürzt ausgezahlt wurden odernicht. Auch Art und Ort der Verwahrung vonFondsanteilen berühren die Deklarationspflichtnicht: Erträge im Ausland oder selbstverwahrte Fondsanteile werden also gleichermaßenerfasst. Maßgebend sind die im Jahresberichtbzw. Ihrer Steuerbescheinigungangegebenen steuerpflichtigen Erträge, dieIhnen zufließen, wenn der Fonds ausschüttetbzw. thesauriert.23


9Beispiel 9:Fondserträge in derEinkommensteuererklärungFrau Müller errechnet die steuerpflichtigenErträge aus ihren Fonds Allianz-dit GlobalBond High Grade, Allianz-dit Bondspezial,Allianz-dit Euro Rentenfonds und Industria(vergleiche Beispiele 2 bis 5 auf den Seiten 9,10, 11 und 14) nach folgendem Schema (dieausgefüllten EinkommensteuerformulareKAP und AUS erscheinen auf den Seiten 27,29 und 33.Welches Formular fürwelche Erträge?Anlage KAP: Hier geben Sie den steuerpflichtigenTeil Ihrer Investmentfondserträgean, zusammen mit eventuellvorhandenen anderen Einkünften ausKapitalvermögen.Anlage AUS: Falls Sie anrechenbareausländische Quellensteuern geltendmachen wollen, kommt die „AnlageAUS“ hinzu.Anlage SO: Sofern Sie „Spekulationsgewinne“( Gewinne aus privatenVeräußerungsgeschäften) versteuernmüssen, füllen Sie die „Anlage SO“ fürSonstige Einkünfte aus.Anlage N: Die Arbeitnehmer-Sparzulagebeantragen Sie in der „Anlage N“.Anlage AV: Die staatlichen Förderungenfür einen Altersvorsorge-Sparvertragnach § 10 a EStG („Riester-Rente“)beantragen Sie mit der „Anlage AV“.Die steuerpflichtigenErträge sind nicht identischmit den von Ihnenbezogenen Ausschüttungen,die auch steuerfreieBestandteile enthaltenkönnen. Eine detaillierteAuflistung allersteuerpflichtigen Ertragsartenfinden Sie in IhrerSteuerbescheinigungbzw. in der Jahresbescheinigung.24


So füllen Sie die Anlage KAP ausErträge aus inländischen FondsAuf der Vorderseite der Anlage KAP (Seite 1)geben Sie die steuerpflichtigen Erträge Ihrerinländischen Fonds getrennt nach folgendenKategorien an:Zinsen und andere Erträge (ohne Dividenden)aus inländischen Investmentanteilen tragenSie in die Anlage KAP, Zeile 8, Spalten 1 und 2ein.Q Die Angaben entnehmen Sie denSteuerbescheinigungen des depotführendenKreditinstituts oder dem Jahresberichtdes Fonds. Wenn Sie verschiedene Fondshalten, tragen Sie die Gesamtsumme ein.Rechnen Sie eventuelle Zwischengewinnehinzu, die beim Verkauf inländischerFondsanteile realisiert wurden.Deren Höhe entnehmen Sie den Verkaufsabrechnungendes ausführendenKreditinstituts.Ziehen Sie Zwischengewinne ab, diebeim Erwerb inländischer Fondsanteileim selben Kalenderjahr bereits von Ihnenbezahlt wurden. Deren Höhe entnehmenSie den Kaufabrechnungen des ausführendenKreditinstituts.W Bereits einbehaltenen Zinsabschlagtragen Sie zur Anrechnung in Zeile 8,Spalte 3 ein.Dividenden und ähnliche Erträge – Halbeinkünfteverfahren– aus inländischen Investmentanteilentragen Sie in die Anlage KAP, Zeile 19,Spalten 1 und 2 ein.Kreditinstituts oder dem Jahresbericht desFonds. Tragen Sie diese Erträge in vollerHöhe ein, obwohl sie nur zur Hälfte steuerpflichtigsind. Die rechnerische Halbierungwird vom Finanzamt vorgenommen.Wenn Sie verschiedene Fonds halten,tragen Sie die Gesamtsumme ein.R Einbehaltene Kapitalertragsteuer(20 % KESt) auf inländische Dividenden,die vom Halbeinkünfteverfahren profitieren,tragen Sie zur Anrechnung in Zeile 19,Spalte 3 ein.Erträge aus ausländischen FondsAuf der Rückseite der Anlage KAP (Seite 2)trennen Sie die steuerpflichtigen ErträgeIhrer ausländischen Fonds nach folgendenKategorien:Zinsen und andere Erträge (ohne Dividenden)aus ausländischen Investmentanteilen (Investmentsteuergesetz)tragen Sie in die AnlageKAP, Zeile 32, Spalten 1 und 2 ein.T Die Angaben über Zinsen und andereErträge (ohne Dividenden) entnehmen Sieden Steuerbescheinigungen des depotführendenKreditinstituts oder dem Jahresberichtdes Fonds. Wenn Sie verschiedeneFonds halten, tragen Sie die Gesamtsummeein.Rechnen Sie eventuelle Zwischengewinnehinzu, die beim Verkauf ausländischerFondsanteile realisiert wurden. DerenHöhe entnehmen Sie den Verkaufsabrechnungendes ausführenden Kreditinstituts.Auch bei Dividendenerträgen,die dem Halbeinkünfteverfahrenunterliegen,ist die volle Summeder Erträge einzutragen,nicht nur die steuerpflichtigeHälfte. Die rechnerischeHalbierung übernimmtdas Finanzamt.E Die Angaben entnehmen Sie den Steuerbescheinigungendes depotführenden26


12Name / GemeinschaftVornameAnlage KAPX2007zur Einkommensteuererklärung3 SteuernummerXzurFeststellungserklärungEinkünfte aus Kapitalvermögen, Anrechnung von SteuernBitte Steuerbescheinigung(en)im Original beifügen!Inländische KapitalerträgeZinsen und andere Erträge(ohne Dividenden)Einnahmen(einschließlich freigestellter Einnahmen,anzurechnender / vergüteter Kapitalertragsteuer /Zinsabschlag / Solidaritätszuschlag)Stpfl. / Ehemann /EhefrauGemeinschaft1254Anzurechnen sindinländische(r)Zinsabschlag / Kapitalertragsteuerlt. beigefügterSteuerbescheinigungen3EUR EUR EUR Ct4aus Guthaben und Einlagen(z. B. Sparguthaben),– ,–,5 aus Bausparguthaben,– ,–,6aus verzinslichen Wertpapieren(einschl. Stückzinsen),– ,–,7aus Tafelgeschäften mit festverzinslichenWertpapieren,– ,–,8aus Investmentanteilen(einschl. Zwischengewinne),– Q,–,9aus sonst. Kapitalforderungenjeder Art, die dem Zinsabschlagunterliegen (z. B.Instandhaltungsrücklagen),– ,–,Summe der Zeilen 4 bis 910 (Zinsabschlag)40,Waus Wandelanleihen11 und Gewinnobligationen,– ,–,12aus Lebensversicherungen,soweit einkommensteuerpflichtig,– ,–,13aus stiller Gesellschaft /aus partiarischen Darlehen,– ,–,Summe der Zeilen 11 bis 1314 (Kapitalertragsteuer)35,aus sonst. Kapitalforderungenjeder Art, die nicht dem Zinsabschlagunterliegen (z. B.Darlehen zwischen Privatpersonen)15,– ,–Summe16 der Zeilen 4 bis 15 30 31,– ,–die vom Finanzamtfür Steuererstattungengezahlt wurden17 56 57,– ,–Dividenden und ähnliche ErträgeKapitalertragsteuer18aus Aktien und anderenAnteilen(auch bei Tafelgeschäften),– ,–,19 aus Investmentanteilen,– E,–,20aus Leistungen einer nichtvon der Körperschaftsteuerbefreiten Körperschaft,Personenvereinigung oderVermögensmasse,– ,–,Summe21 der Zeilen 18 bis 20 16 17 61,– ,–,R2007AnlKAP051– Aug. 2007 –2007AnlKAP05127


Ziehen Sie Zwischengewinne ab, diebeim Erwerb ausländischer Fondsanteilebereits von Ihnen bezahlt wurden.Deren Höhe entnehmen Sie den Kaufabrechnungendes ausführenden Kreditinstituts.Y Bereits einbehaltenen Zinsabschlagtragen Sie zur Anrechnung in Zeile 32,Spalte 3 ein.Dividenden und ähnliche Erträge – Halbeinkünfteverfahren– aus ausländischen Investmentanteilen(Investmentsteuergesetz) tragenSie in die Anlage KAP, Zeile 34, Spalten1 und 2 ein.Anzurechnende Quellensteuern nachder Zinsinformationsverordnung (ZIV)I Sofern Sie Fondsanteile im Auslandverwahren ließen und dafür Quellensteuernnach der ZIV angefallen sind, wirdder Betrag in die Anlage KAP, Zeile 43 eingetragen.Anzurechnende SolidaritätszuschlägeZusammen mit gezahlten Abschlagsteuernwird stets auch der Solidaritätszuschlag(SolZ) erhoben. Auch dessen Einbehalt lässtsich in Ihrer Einkommensteuer als Vorauszahlunganrechnen.Die Angabe der steuerpflichtigenErträge Ihrerausländischen Fonds wirdnochmals in der AnlageAUS verlangt. Wo und wiegenau, zeigt Ihnen dasnächste Kapitel zum Ausfüllender Anlage AUS.U Die Angaben über Dividenden undähnliche Erträge gehen aus Ihrer Steuer -bescheinigung sowie dem Jahresberichtdes Fonds hervor. Tragen Sie diese Erträgein voller Höhe ein, obwohl sie nur zurHälfte steuerpflichtig sind. Die rechnerischeHalbierung wird vom Finanzamtvorgenommen. Wenn Sie verschiedeneFonds halten, tragen Sie die Gesamtsummeein.Die Summe gezahlter Solidaritätszuschläge aufdie Zinsabschläge (5,5 % von 30 % bzw. 35 %)und Kapitalertragsteuer (KESt) (5,5 % von 20 %)tragen Sie in die Anlage KAP, Zeile 44 ein.O Die Angaben gehen aus den Steuerbescheinigungendes depotführendenKreditinstituts hervor und sind gegebenenfallszu summieren.28


SteuernummerAusländische Kapitalerträge Anlage AUS beachten(Einnahmen einschl. deranzurechnenden / abzuziehendenEinnahmen(einschließlich freigestellter Einnahmen,anzurechnender / vergüteter KapitalertragsteuerAnzurechnen istinländischerZinsabschlagausländischen Quellensteuern, die inZinsabschlag / Solidaritätszuschlag)lt. beigefügterZeile 43 oder in den Zeilen 6 bis 24der Anlage AUS einzutragen sind,Stpfl. / Ehemann /EhefrauSteuerbescheinigungensoweit sie nicht aus inländischemGemeinschaftSondervermögen stammen)123Erträge aus ausländischenEUR EUR EUR Ct31Investmentanteilen (Auslandinvestment-Gesetz)22 23,–62,–,32Zinsen und andere Erträge(ohne Dividenden) aus Sparguthaben,festverzinsl. Wertpapieren,ausländ. Investmentanteilen(Investmentsteuergesetz)und sonstige ausländ.Kapitalerträge 32,– T 33 63,–,Dividenden u. ähnl. Erträgeaus Aktien undanderen Anteilen 24 2533,– ,–34aus ausländischenInvestmentanteilen (Investmentsteuergesetz)54,– U 55,–35Hinzurechnungsbetragnach § 10 AStG 28 29,– ,–Erträge aus Beteiligungen1. Beteiligung (Gemeinschaft, Finanzamt, Steuernummer)36 X Stpfl. Ehemann / X Ehefrau2. Beteiligung (Gemeinschaft, Finanzamt, Steuernummer)37 X Stpfl. Ehemann / X EhefrauInländische Zinsen und andereErträge einschl. Erträgeaus Sondervermögen(ohne Dividenden)Inländische Dividendenund ähnliche Erträge(einschl. Erträge ausSondervermögen)Ausländische Zinsen u. andereStpfl. / Ehemann /GemeinschaftEhefrau38 42 43,– ,–39 48 49,– ,–Erträge sowie Erträge aus40 ausländ. Investmentanteilen 44 45,– ,–(Auslandinvestment-Gesetz)Ausländische Dividenden41 und ähnliche Erträge 50 51,– ,–Anzurechnende SteuernKapitalertragsteueraus Beteiligungen undEURCtanderen Einkunftsarten42 64 65,Nach der Zinsinformationsverordnung (ZIV) anzurechnende QuellensteuernZinsabschlagEUREUR43 Summe aller anzurechnenden Quellensteuern nach der ZIV (lt. beigefügter Bescheinigung) 67,Anzurechnende SolidaritätszuschlägeEUR44 Summe aller anzurechnenden Solidaritätszuschläge zur Kapitalertragsteuer / zum Zinsabschlag 39,,CtCtCtYIO454647484950515253Werbungskosten Stpfl. / Ehemann /GemeinschaftEhefraudavon gesondert undeinheitlich festgestelltEUR EUR EURWerbungskosten zu den inländischen Kapitalerträgenlt. den Zeilen 4 bis 17 und 38 12 P13Werbungskosten zu den inländischen Kapitalerträgenlt. den Zeilen 18 bis 20 und 39Abzuziehende ausländische Steuernnach § 34 c Abs. 2 und 3 EStG zu Zeile 8Abzuziehende ausländische Steuernnach § 34 c Abs. 2 und 3 EStG zu Zeile 19Werbungskosten zu den ausländischenKapitalerträgen lt. den Zeilen 31, 32 und 40Werbungskosten zu den ausländischenKapitalerträgen lt. den Zeilen 33, 34 und 41Abzuziehende ausländische Steuern n. § 34 cAbs. 2 u. 3 EStG z. d. Zeilen 31, 32 und 402007AnlKAP05282 8352 5358 5918 1986 8726 27Abzuziehende ausländische Steuern n. § 34 cAbs. 2 u. 3 EStG z. d. Zeilen 33, 34 und 41 68 t69SteuerstundungsmodelleStpfl. / Ehemann /Einkünfte aus Gesellschaften / Gemeinschaften / ähnl. ModellenGemeinschafti. S. d. § 15 b EStG (Erläuterungen auf besonderem Blatt)EUR{}qwerEhefrauEUR,– ,–2007AnlKAP05229


Abzug von WerbungskostenZu den Werbungskosten für Kapitalerträgegehören insbesondere die Gebühren für dieDepotführung. Weitere mögliche Aufwendungenstellen etwa Beratungshonorare,Finanzierungskosten oder Fachliteratur dar.Nicht abziehbar sind Anschaffungskostenfür Fonds, also zum Beispiel der beim Anteilerwerbbezahlte Ausgabeaufschlag.Der Werbungskostenpauschbetrag fürKapitalerträge beträgt im Kalenderjahr 2007€ 51 bzw. für steuerlich zusammen veranlagteEhegatten € 102. Ihr Finanzamt berücksichtigtihn auch ohne einen Eintrag in den entsprechendenFormularfeldern.Wenn Sie dagegen höhere Aufwendungensteuerlich geltend machen möchten, benötigenSie den Nachweis anhand von Belegen.In diesem Fall müssen Sie eines oder mehrereFelder für Werbungskosten in der AnlageKAP ausfüllen. Soweit die Werbungskostendie Erträge ausländischer Fonds oder dievon inländischen Fonds im Ausland erzieltenErträge betreffen, werden sie zusätzlich indie Anlage AUS aufgenommen (siehe Abschnitt„So füllen Sie die Anlage AUS aus“auf den Seiten 32 und 33). Dies gilt auch fürden Fall, dass anrechenbare ausländischeQuellensteuern von den steuerpflich tigenKapitalerträgen abgezogen werden sollen.Werbungskosten für Dividendenerträge,die demHalbeinkünfteverfahrenunterliegen, werden vomFinanzamt auch nur zurHälfte angerechnet. Sieerscheinen jedoch mitihren vollen Beträgen inder Anlage KAP, Zeilen46 und 50 sowie in derAnlage AUS, Zeile 11.30


Die Summe der nachgewiesenen Werbungskostentragen Sie in die Anlage KAP, Zeilen 45bis 52 sowie gegebenenfalls in Anlage AUS,Zeilen 10 bis 13 ein.Die Werbungskosten und abzuziehendenausländischen Quellensteuern werden nachfolgendem Schema in die Anlage KAP undggf. Anlage AUS eingetragen:Werbungskosten und abzuziehende ausländische QuellensteuernInländische FondsWerbungskostenAnlage KAPKorrespondierende Eintragungen inAnlage AUS 1)Abzuziehende Werbungskosten AbzuziehendeQuellensteuer 2) Quellensteuerausländischeausländische– Zinsen und andere Erträge (ohne Dividenden) aus Anlage KAP, Zeile 8 Zeile 45 P Zeile 47 } Zeile 10 p Zeile 12 ]– Dividenden und ähnliche Erträge aus Anlage KAP, Zeile 19 4) Zeile 46 { Zeile 48 q Zeile 11 [ Zeile 13 AAusländische Fonds– Zinsen und andere Erträge (ohne Dividenden) aus Anlage KAP, Zeile 32 Zeile 49 w Zeile 51 r Zeile 10 p Zeile 12 ]– Dividenden und ähnliche Erträge aus Anlage KAP, Zeile 34 4) Zeile 50 e Zeile 52 t Zeile 11 [ Zeile 13 A1)Nur insoweit, als auf die zugrunde liegenden ausländischen Erträge anrechenbare ausländische Quellensteuer angefallen ist.2)Die Angaben über diese Quellensteuern gehen aus der Jahresbescheinigung (nach § 24c EStG) des depotführenden Kreditinstituts hervor.3)Nur insoweit, als die ausländische Quellensteuer nicht in Anlage AUS, Zeile 18 oder 19, als anzurechnende ausländische Steuer eingetragen ist.4)In der Jahresbescheinigung (nach § 24c EStG) des depotführenden Kreditinstituts mit dem vollen Wert ausgewiesen und in dieser Höhe einzutragen; die rechnerischeHalbierung nimmt die Finanzbehörde vor.2) 3)31


So füllen Sie die Anlage AUS ausAnrechenbare ausländische Quellensteuernund ProgressionsvorbehaltDie Angaben in der Anlage AUS zur Einkommensteuererklärungmachen zum einen anrechenbare ausländische Quellensteuerngeltend und ermöglichen zum anderen den Progressionsvorbehalt für die zugrundeliegenden ausländischen Einkünfte. AlleErträge, die auf diese Weise in der AnlageAUS aufgeführt werden, sind in den umfassenderenAngaben der Anlage KAP enthalten.Nutzen Sie in der Anlage AUS pro Fonds eineSpalte. Abweichend hiervon werden dieausländischen Mieteinnahmen eines Fondsnach Ländern aufgegliedert (siehe auchTabelle „Werbungskosten und abzuziehendeausländische Quellensteuern“ auf Seite 31):Einzutragen sind die Einnahmen pro Investmentfonds,soweit sie einer Quellenbesteuerungim Ausland unterlagen. Analog zurSystematik der Anlage KAP werden sie nachvier Kategorien gegliedert:– Inländische Fonds, Zinsen und andereErträge,– Inländische Fonds, Dividenden undähnliche Erträge,– Ausländische Fonds, Zinsen und andereErträge,– Ausländische Fonds, Dividenden undähnliche Erträge.Diesen Einkünften werden die angefallenen Werbungskosten, die wie Werbungs kostenabzuziehenden und die anzurechnendenausländischen Quellensteuern zu geordnet.Dabei gilt das folgende Schema:Bei ausländischenQuellensteuern bestehtein Wahlrecht: Sie lassensich auf Ihre Steuerschuldanrechnen oder auf Antragvon Ihren Kapitalerträgenabziehen. Ambesten, Sie entscheidengemeinsam mit einemSteuerberater, was fürSie günstiger ist.Eintragungen in die Anlage AUSEinnahmen 1) Werbungskosten Anrechenbare ausländische Quellensteuern 1)Wie WerbungskostenabzuziehenAuf die Steuerschuld anzurechnenGesamtDavon fiktiveausländischeQuellensteuerInländische Fonds– Zinsen und andere Erträge (ohne Dividenden)aus Anlage KAP, Zeile 8Zeile 8 i Zeile 10 p Zeile 12 ] Zeile 18 S Zeile 20 F– Dividenden und ähnliche Erträge aus AnlageZeile 9 o Zeile 11 [ Zeile 13 A Zeile 19 DKAP, Zeile 19 4)Ausländische Fonds– Zinsen und andere Erträge (ohne Dividenden)aus Anlage KAP, Zeile 32Zeile 6 y Zeile 10 p Zeile 12 ] Zeile 18 S Zeile 20 F– Dividenden und ähnliche Erträge aus AnlageZeile 7 u Zeile 11 [ Zeile 13 A Zeile 19 DKAP, Zeile 34 4)1)Die einzutragenden Angaben gehen aus der Jahresbescheinigung (nach § 24c EStG) des depotführenden Kreditinstituts hervor. Sie werden getrennt nach Fondseingetragen.2)Die Werte sind in voller Höhe einzutragen, die rechnerische Halbierung nimmt die Finanzbehörde vor.32


12NameVorname3 Steuernummer45Ausländische Einkünfte und SteuernLfd. Nr.der AnlageSteuerpflichtige ausländische Einkünfte, die in den Anlagen GSE, KAP, L, SO und / oder Venthalten sind und die im Quellenstaat nach dortigem Recht besteuert werden oder für die fiktiveausländische Steuern nach DBA anzurechnen sind – Anrechnung und Abzug ausländischer Steuern –Kapitalvermögen1. Staat / Fonds10Anlage AUSXX2007zurEinkommensteuererklärungzur Erklärung zurgesonderten FeststellungJeder Ehegatte mit ausländischenEinkünften hat eineeigene Anlage AUS abzugeben.X Stpfl. /Ehemann X Ehefrau2. Staat / Fonds 303. Staat / Fonds 50Einkunftsquellen Einkunftsquellen Einkunftsquellen6 00 y,– 20 ,– 40 ,–7 01 u,– 21 ,– 41 ,–8 02 i,– 22 ,– 42 ,–9 03 o,– 23 ,– 43 ,–10 04 p,– 24 ,– 44 ,–11 05 [,– 25 ,– 45 ,–12 06 ],– 26 ,– 46 ,–13 11 A,– 31 ,– 51 ,–14Einnahmen, die in den Zeilen31, 32 u. 40 der Anlage KAPenthalten sindEUR EUR EUREinnahmen, die in den Zeilen33, 34 u. 41 der Anlage KAPenthalten sindZinsen und andere Erträge (ohneDividenden) aus einem inländ. Sondervermögen,die aus ausländischenQuellen stammenDividenden und ähnliche Erträge auseinem inländ. Sondervermögen, dieaus ausländ. Quellen stammenWerbungskosten zu denZeilen 6 u. 8 (ohne ausländ.Steuern lt. Zeile 12)Werbungskosten zu denZeilen 7 u. 9 (ohne ausländ.Steuern lt. Zeile 13)Abzuziehende ausl. Steuernnach § 34 c Abs. 2 u. 3 EStGzu den Zeilen 6 und 8Abzuziehende ausl. Steuernnach § 34 c Abs. 2 u. 3 EStGzu den Zeilen 7 und 9Andere Einkunftsarten(einschließlich der Einkünftenach § 20 Abs. 2 AStG) Einkunftsquellen Einkunftsquellen Einkunftsquellen– bei mehreren Einkunftsarten: Einzelangabenbitte auf besonderem Blatt –Einkünfte (einschließlich dergemäß § 3 Nr. 40 und §3cAbs. 2 EStG steuerfreien Teile)In Zeile 15 enthaltene Einkünfte,fürdie§3Nr.40und§3cAbs. 2 EStG Anwendung findenAbgezogene ausländ. Steuernnach § 34 c Abs. 2 und 3 EStGEUR EUR EUR15 07 ,– 27 ,– 47 ,–16 08 ,– 28 ,– 48 ,–17 ,– ,– ,–Anzurechnende ausländische Steuerninsgesamt für alle Einkunftsarteneinschl. ausl. Steuern beiEinnahmen aus Investmentanteilenlt. den Zeilen 6 und 8Sbei Einnahmen aus Investmentanteilenlt. den Zeilen 7 und 9(nicht in Zeile 18 enthalten)DIn den Zeilen 18 und 19enthaltene fiktive ausländischeSteuern nach DBAF18 09 ,– 29 ,– 49 ,–19 12 ,– 32 ,– 52 ,–20 ,– ,– ,–Die Eintragungen in den Zeilen 21 bis 24 sind nur in der ersten Anlage AUS erforderlich.Pauschal zu besteuernde Einkünfte i. S. d. § 34 c Abs. 5 EStG21 In Zeile 15 nicht enthaltene Einkünfte, für die die Pauschalierung beantragt wird800 ,–Hinzurechnungsbesteuerung nach den §§ 7 bis 12, 14 AStG (in den Anlagen GSE, KAP, L enthalten)Hinzurechnungsbetrag lt. Feststellung des Finanzamts (zuzüglich der anzurechnenden ausländischen Steuern lt. Zeile 23)Finanzamt, SteuernummerStaat22 801 ,–23 Auf Antrag nach § 12 Abs. 1 AStG anzurechnende ausländische Steuern lt. Feststellung802 ,–24 Nach § 12 Abs. 3 AStG anzurechnende ausländische Steuern lt. Feststellung803 ,–92007AnlAUS141– Aug. 2007 –2007AnlAUS14133


Beantragen derArbeitnehmer-SparzulageArbeitnehmer, die vermögenswirksameLeistungen (VL) bis zu einer Höhe von € 400im Jahr beziehen, können eine Sparzulagevom Staat beantragen. Voraussetzung ist,dass das jährliche zu versteuernde Einkommen€ 17.900 bzw. bei steuerlich zusammenveranlagten Ehegatten € 35.800 nicht übersteigt.Die Sparzulage beträgt 18 % der VL-Leistungen des Arbeitgebers.Fondsanleger mit VL-Verträgen erhalten die Arbeitnehmer-Sparzulage zum Ende derSperrfrist nach sieben Jahren Anlagedauer.Sie wird im Rahmen der Einkommensteuererklärungbeantragt.Erste Seite des Mantelbogens: Kreuzen Siedas Kästchen „Antrag auf Festsetzung derArbeitnehmer-Sparzulage“ an.Anlage N: In der Anlage N, Zeile 83 (aufSeite 3) geben Sie die Anzahl an VL-Bescheinigungenüber den Bezug vermögenswirksamerLeistungen an.Fügen Sie dem ausgefüllten Formular dieVL-Bescheinigungen des depotführendenKreditinstituts bei. Dies kann auch eine Investmentgesellschaft sein.Als VL-Anleger bekommenSie in der Regel jährlichvon dem depotführendenKreditinstitut eine VL-Bescheinigungzugeschickt.Sollten Sie keine Bescheinigungerhalten haben,wenden Sie sich an dasKreditinstitut, das IhrenVL-Fonds verwaltet.Beantragen der staatlichen„Riester-Förderung“Sie haben eine staatlich geförderte privateAltersvorsorge („Riester-Rente“) bei einemzertifizierten Anbieter abgeschlossen? Dannsind Ihre Erträge während der gesamten Ansparzeitsteuerfrei – gleichgültig, ob es sichum einen Fondssparplan handelt oder zumBeispiel um eine Versicherung. Erst mit derAuszahlung der Rente sind die angesammeltenErträge zu versteuern.Die staatliche Förderung umfasst jährlicheZulagen und zusätzlich – abhängig von derHöhe Ihres zu versteuernden Einkommens –die Möglichkeit der Steuerersparnis.Die staatliche ZulageDie Zulage zahlt Ihnen der Staat zusätzlichzu den von Ihnen in Eigenleistung erbrachtenBeiträgen. Voraussetzung ist, dass Sie einenentsprechenden Antrag auf dem amtlichenFormular gestellt haben. Das Antragsformularversendet das depotführende Kreditinstitutbzw. Ihr Fondsanbieter zusammen mitdem Ergänzungsbogen für die Kinderzulage.Beides schicken Sie ausgefüllt zurück. DieAuszahlung der Zulage erfolgt direkt aufIhr Anlagekonto; der Betrag wird von Ihrer Fondsgesellschaft für Sie angelegt.Grundzulage: Für 2007 wie für 2006 beträgtdie Grundzulage pro Jahr € 114. Dieser Betragsteigt 2008 auf jährlich € 154.34


Kinderzulage: Für 2007 wie für 2006 beträgtdie Kinderzulage für jedes Kind, für dasKindergeld gezahlt wird, jährlich € 138.Dieser Betrag steigt 2008 auf jährlich € 185.Mindesteigenbeiträge für den Erhalt derZulage: Um in den Genuss der vollen staatlichenZulage zu gelangen, müssen Siedie geforderten jährlichen Mindesteigenbeiträge(mind. € 60 p. a.) sparen. Für 2007wie für 2006 sind das jeweils 3 % Ihres sozialversicherungspflichtigenVorjahreseinkommens(abzüglich staatlicher Zulagen).Dieser Satz steigt 2008 auf 4 %.Der SteuervorteilParallel zu Ihrem Antrag auf staatliche Zulagekönnen Sie Ihre für die „Riester-Rente“aufgewendeten Sparbeiträge zusätzlich alsSonderausgabe ansetzen. Diese Förderungerweitert die bislang geltenden Abzugsmöglichkeitenfür Vorsorgeaufwendungen.Maximalbetrag: Für 2007 wie für 2006lassen sich auf diese Weise bis zu € 1.575von Ihrem zu versteuernden Einkommenabziehen. Diese Obergrenze steigt 2008auf jährlich € 2.100.Steuerersparnis: Das Finanzamt prüft beider Einkommensteuererklärung für Sie,ob Ihre Steuerersparnis durch den Ansatzals Sonderausgabe höher ausfällt als diestaatliche Zulage. In diesem Fall bekommenSie die Zulage und darüber hinausden Differenzbetrag als Steuererstattung.„Riester“ in derEinkommensteuererklärungDie Beiträge zur staatlich gefördertenprivaten Altersvorsorge müssen Sie bei derEinkommensteuererklärung in der AnlageAV deklarieren.Steuerbescheinigung: Das Kreditinstitut, beidem Sie Ihren „Riester-Vertrag“ abgeschlossenhaben, übersendet Ihnen eine Bescheinigungmit allen wesentlichen Daten. Diesemüssen Sie lediglich in die Anlage AV übertragen.Handelt es sich um die Einkommensteuererklärung2007, geben Sie in den Zeilen5 bis 8 Ihren Verdienst des Jahres 2006 undin den Zeilen 15 bis 17 die Anzahl Ihrer Kinderan, für die Sie 2007 Kindergeld erhalten haben.Fügen Sie der ausgefüllten Anlage AV dieBescheinigung Ihres Kreditinstituts als Anbieterdes Altersvorsorgevertrages bei.Aufgrund Ihrer Angaben berechnet danndas Finanzamt, ob Ihnen ausschließlich dieZulage ausbezahlt wird oder ob Sie darüberhinaus eine Steuererstattung erhalten.Fondserträge, die übereinen staatlich gefördertenAltersvorsorge-Sparplan erzielt wurden,bleiben bis zum Beginnder Rente steuerfrei. Indieser Zeit fallen wederder Zinsabschlag nochdie Kapitalertragsteuerauf inländische Dividendenan.Auch bei zusammenveranlagten Ehepaarenfüllt jeder Ehegatte fürseinen „Riester-Vertrag“eine eigene Anlage aus.35


Häufig gestellte FragenWie wird die künftige Abgeltungssteuermeine Fondserträge betreffen?Zinsen und andere voll zu versteuernde Erträgewerden nur noch mit maximal 25 % (zzgl. Solidaritätszuschlagund ggf. Kirchensteuer) besteuert.Insoweit werden Anleger mit einem höherenindividuellen Steuersatz besser gestellt;für solche mit einem niedrigen individuellenSteuersatz gibt es keine Veränderungen. FürDividendenerträge entfällt das Halbeinkünfteverfahren– per saldo eine geringfügige Verschlechterung.Realisierte Kursgewinne aufFondsebene, die bislang steuerfrei ausgeschüttetwurden, unterliegen nun der 25 %igenAbgeltungssteuer bzw. dem niedrigeren individuellenSteuersatz. Die Thesaurierung solcherErträge bleibt steuerfrei.Weshalb muss ich einen höheren Betragversteuern als ich per Ausschüttung erhaltenhabe?Ausgeschüttet werden die Erträge abzüglich derFondsaufwendungen. Da Letztere für steuerlicheZwecke nur zu 90 % berücksichtigt werden,kann im Einzelfall die Steuerpflicht höher ausfallenals die Ausschüttung. Dieser Kappungunterliegen solche Werbungskosten, die sichnicht bestim mten Einnahmen unmittelbar zuordnenlassen. Die Kürzungsvorschrift findetsich in § 3 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 InvStG.Warum muss ich als Folge einer Ausschüttungoder Thesaurierung einenKapitalertrag versteuern, obwohl dieAusschüttung den Wertverlust meinerFondsanlage nicht wettgemacht hat?Kursgewinne der im Fonds enthaltenen Wertpapiereund anderer Vermögenswerte werdenim steuerlichen Ergebnis ebensowenig berücksichtigtwie Kursverluste. Vielmehr kommt esauf die Zinsen, Dividenden und ähnliche Erträgedes Fonds an. Daher kann, ebenso wie bei derDirektanlage, trotz Wertminderung der Anlageein steuerpflichtiger Ertrag anfallen.Aus welchem Grund muss ich einenZwischengewinn versteuern, obwohlich beim Verkauf meiner Anteile keinenWertanstieg realisiert habe?Der Zwischengewinn umfasst nur die Zinserträgedes Fonds, während der Anteilwert von dengesamten Erträgen beeinflusst wird. Dazu zählenauch solche, die nicht zum Zwischengewinngehören.Wo finde ich in den Steuerbescheinigungenmeiner Bank die Zwischengewinne,die ich bei Anteilkäufen bezahltund bei Verkäufen realisiert habe?Die Steuerbescheinigungen der Kreditinstitutebetreffen nur einen Teil der Kapitalerträge,nämlich die jährlichen Fondserträge im steuerlichenSinn, die ausgeschüttet oder thesauriertworden sind. Außerdem weisen sie einbehalteneZinsabschläge, 20 % KESt sowie die Solidaritätszuschlägeaus. Die abzuziehenden undhinzuzurechnenden Zwischengewinne müssenmit den Kaufabrechnungen nachgewiesen werden.Sie erscheinen jedoch in den Jahresbescheinigungen(nach § 24c EStG) der Kreditinstitute.Wie erfahre ich die Höhe der anrechenbarenausländischen Quellensteuern,die ich in meiner Einkommensteuer geltendmachen will?Die anrechenbaren ausländischen Quellensteuernmit den zugehörigen ausländischen Erträgen,die im Fonds angefallen sind, gehen ausder Jahresbescheinigung (nach § 24c EStG) desdepotführenden Kreditinstituts hervor.36


Nach der Ausschüttung oder Thesaurierungstelle ich fest, dass ein deutlich andererBetrag einkommensteuerpflichtigist, als der aufgelaufene Zwischengewinnerwarten ließ. Worin liegen dieDiskrepanzen?Der Zwischengewinn ist enger definiert als dersteuerpflichtige Kapitalertrag. Dividenden, Erträgeaus Aktien- und Renten-Genuss-Scheinenund erstattete ausländische Quellensteuern darauf,Erträge aus Ersatzleistungen für Wertpapier-Darlehensowie teilweise Erträge aus Wertpapier-Darlehensind die wichtigsten Posten,die zwar der Einkommensteuer, nicht jedochdem Zinsabschlag unterliegen. Weitere Verzerrungenergeben sich aus dem Umstand, dassdie steuerpflichtigen Ergebnisse aus Finanzinnovationen,bei denen keine Emissionsrenditeermittelt werden kann, den Zwischengewinnam Ausschüttungstag nur verlassen, wenn sierealisiert sind; das entsprechende Wertpapieralso zuvor veräußert worden ist. Diese letzterePraxis endet unter dem neuen Recht der Abgeltungssteuerfür Finanzinnovationen, die nachdem 31. 12. 2008 erworben werden.Kann ich dem Einbehalt von Abschlagsteuern(Zinsabschlag und 20 %igerKESt mit dem jeweiligen Solidaritätszuschlag)dadurch entgehen, dass ichmein Depot ins Ausland verlege?Vermieden wird dadurch nur der Zinsabschlagbei Erträgnisausschüttungen und Anteilverkäufen,der im Ausland nicht erhoben wird. Nichtvermieden werden können die 20 %ige KESt sowie– in inländischen thesaurierenden Fonds –der 30 %ige Zinsabschlag. Thesaurierende ausländischeFonds sind erst bei der Anteilrückgabebetroffen, da ihre jährlichen Thesaurierungenfrei vom Zinsabschlag erfolgen. Allerdingskönnen bei der Verwahrung von Fondsanteilenim Ausland dortige Quellensteuern anfallen.Dazu zählt beispielsweise die Quellensteuernach der EU-Zinsinformationsrichtlinie, diedem deutschen Zinsabschlag ähnelt (siehe Abschnitt„Quellensteuer nach der Zinsinformationsverordnung(ZIV)“ auf Seite 8). Ein etwaigervermiedener Zinsabschlag ändert nichts an derEinkommensteuerpflicht in Deutschland. Diekünftige Ab geltungssteuer des neuen Rechtswird bei im Ausland liegenden Depots zwar vonden dortigen Kreditinstituten nicht einbehalten,aber der An leger bleibt zur Deklaration inseiner Einkommensteuererklärung verpflichtet.Erhoben werden auch hier 25 % oder der niedrigereindividuelle Einkommensteuersatz, zuzüglichSolidaritäts zuschlag und ggf. Kirchensteuer.Ich habe eigenverwahrte Anteilzertifikateund / oder Erträgnisscheine verloren.Bekomme ich dafür Ersatz?Die Fondsgesellschaft kann Ersatzurkundenausstellen. Allerdings sind dabei umfangreicheFormvorschriften zu beachten. Je detaillierterSie die verlorenen Urkunden beschreiben, etwadurch Fotokopien der Originale, desto leichterist der Ersatz.Weshalb weist der Jahresbericht desFonds eine höhere Performance aus, alssie sich aus einem Vergleich der Anteilpreisevon Jahres ende und Jahresbeginnerrechnet?Die Performance setzt sich nicht nur aus derAnteilwertentwicklung im Zeitablauf zusammen,sondern berücksichtigt gleichermaßen etwaigeAusschüttungen. Zugrunde gelegt wirddie Gesamtausschüttung, die auch etwaige Abschlagsteuernberücksichtigt. Dabei handelt essich um die 20 %ige KESt, den Zinsabschlag sowiedie Solidaritätszuschläge darauf. Unterstelltwird, dass die Gesamtausschüttung in zusätzlichenFonds anteilen angelegt wird und dadurchan der weiteren Wertentwicklung desFonds teilnimmt. Anrechenbare ausländischeQuellensteuern werden in die Berechnungnicht einbezogen. Dieses Berechnungsverfahrenist branchenüblich und von der Aufsichtsbehördeakzeptiert.37


Steuer-ABCAbgeltungssteuerDas Unternehmenssteuerreformgesetz 2008führt unter anderem im Jahr 2009 eine 25 %igeAbgeltungssteuer auf Kapitaleinkünfte ein.Sie ersetzt die bisher geltende Kapitalertragsteuerauf Zinsen ( Zinsabschlag) und aufinländische Dividenden (KESt). Siehe im EinzelnenTabelle „Was ändert sich durch die Abgeltungssteuerab 2009?“ auf den Seiten42 und 43.Arbeitnehmer-SparzulageDie Arbeitnehmer-Sparzulage auf vermögenswirksameLeistungen ist im Rahmen der Einkommensteuererklärungzu beantragen. AlsBeleg dient die Bescheinigung des depotführendenKreditinstituts über die eingezahltenBeträge.AusgabeaufschlagDer Ausgabeaufschlag ist eine Gebühr, diebeim Kauf von Fondsanteilen anfällt undKosten für Vertrieb, Marketing und Beratungdeckt. Gezahlte Ausgabeaufschläge könnennicht als Werbungskosten geltend gemachtwerden. Sie werden aber als Anschaf fungskostenberücksichtigt, wenn Gewinne ausprivaten Veräußerungsgeschäften zu ermittelnsind.Ausländische QuellensteuerIn einigen Ländern unterliegen die Erträgeaus Wertpapieren einem Steuerabzug. Investmentfondsfließen diese Erträge dann umdiese ausländische Quellensteuer gekürzt zu.Anleger können in ihrer Einkommensteuererklärungmeist wählen, ob sie die gezahlteausländische Quellensteuer auf ihre Steuerschuldanrechnen oder aber bei der Ermittlungihrer Gesamteinkünfte steuerlich absetzen.In bestimmten Fällen ist jedoch entwedernur Anrechnung oder nur Abzug möglich.Voraussetzung ist, dass die ausländischeQuellensteuer im Inland anrechenbar ist.Eine unmittelbare Vergütung durch das depotführendeKreditinstitut, etwa aufgrundeines Freistellungsauftrages oder einer NV-Bescheinigung, ist nicht möglich.AusschüttungAusschüttende Investmentfonds, der häufigsteFondstyp, zahlen grundsätzlich ihreordentlichen Erträge (im Wesentlichen ZinsundDividendeneinnahmen) und gegebenenfallsihr außerordentliches Ergebnis (Kursveränderungenund die Resultate von Derivatgeschäften)in regelmäßigen Abständen – meistjährlich – an ihre Anteilinhaber in Form einerAusschüttung aus. Die Ausschüttung derErträge kann steuerpflichtige und steuerfreieAnteile enthalten. Der Gegensatz zur Ausschüttungist die Thesaurierung, bei der dieErträge im Fonds wiederangelegt werden.DepotverwahrungWertpapiere, darunter Investmentanteile,werden in der Regel in einem Depotkontobei einem Kreditinstitut verwahrt. Auch inländische Investmentgesellschaften könnensolche Depotkonten führen. Über das depotführendeKreditinstitut erhalten Anleger Steuerbescheinigungenund andere wichtige Informationenzu ihrer Fondsanlage. Die Befreiungvon Abschlagsteuern wie Zinsabschlagund Kapitalertragsteuer (KESt) ist nur fürim Inland depotverwahrte Investmentanteilemöglich.FreibetragEin Freibetrag ist von der Besteuerungausgenommen.FreigrenzeDie Besteuerung eines Betrages setzt erstoberhalb einer Freigrenze ein, erfasst ihndann jedoch voll.FondsgesellschaftSiehe Kapitalanlagegesellschaft.FreistellungsauftragBankkunden können ab 2007 jährlich Kapitalerträgevon bis zu € 801 pro Anleger bei Einzelveranlagungund bis zu € 1.602 bei steuerlichzusammen veranlagten Ehegatten vom Zinsabschlag und der Kapitalertragsteuer(KESt), jeweils mit dem Solidaritätszu-38


schlag, befreien lassen, indem sie dem depotführendenKreditinstitut einen Freistellungsauftragerteilen. Insoweit entfällt für sie dasVerfahren, sich Abschlagsteuern erst im späterenEinkommensteuerverfahren vergütenzu lassen. Der Freistellungsauftrag kann auchauf mehrere Geldinstitute verteilt werden,darf den Höchstbetrag insgesamt jedochnicht überschreiten.Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften(„Spekulationsgewinne“)Ein Gewinn oder Verlust aus privaten Veräußerungsgeschäftenliegt bei Investmentfondsanlagenvor, wenn Anteile innerhalb vonzwölf Monaten gekauft und wieder verkauftwerden. Derartige Gewinne unterliegen derEinkommensteuer, sobald sie in einem Kalenderjahr– abzüglich etwaiger Verluste ausprivaten Veräußerungsgeschäften – die Freigrenze von € 512 € überschreiten. Sichergebende Gesamtverluste aus privaten Veräußerungsgeschäftendürfen ein Jahr rückundzeitlich unbegrenzt vorgetragen werden.Das bedeutet, dass sie mit den entsprech endenGewinnen des unmittelbar vorhergehendenJahres oder denen späterer Jahre verrechnetwerden können. Nicht zulässig isteine Verrechnung mit Einkünften anderer Art.Das neue Recht der Abgeltungssteuer unterwirftprivate Veräußerungsgewinne, diemit nach dem 31. 12.2008 erworbenen Fondsanteilenerzielt werden, der 25 %igen Abgeltungssteueroder dem niedrigeren individuellenEinkommensteuersatz, zuzüglichSolidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer.Für zuvor erworbene Anteile gilt das alte Rechtzeitlich unbegrenzt fort, insbesondere dieSteuerfreiheit nach einjähriger Haltedauer 1) .HalbeinkünfteverfahrenDividendenerträge von Fonds sind grundsätzlichnur zur Hälfte einkommensteuerpflichtig.Diese Regelung gilt bei ausländischen Fondsjedoch erst für Geschäftsjahre, die im Kalenderjahr2004 begonnen haben und die dem neuenInvestmentsteuergesetz unterliegen. Dividenden,die in ausländischen Fonds in früherenGeschäftsjahren angefallen sind und demalten Auslandinvestment-Gesetz unterlagen,werden voll versteuert.InvestmentgesellschaftSiehe Kapitalanlagegesellschaft.KapitalanlagegesellschaftKapitalanlagegesellschaften nach deutschemRecht sind Kreditinstitute, die Investmentfondsverwalten. Dazu investieren sie dasbei ihnen eingelegte Geld in zugelassene Vermögensgegenständewie Wertpapiere, Geldmarktinstrumenteoder Immobilien undstellen ihren Anlegern hierüber Urkunden(Anteilscheine) aus. In anderen Ländern derEuropäischen Union, beispielsweise Luxemburg,genießen Anleger im Wesentlichen diegleichen Rechte, wenngleich die Vorschriftenin Einzelheiten abweichen. In der Einkommensteuererklärungmüssen deutsche Anlegernach Fonds inländischer und ausländischerKapitalanlagegesellschaft unterscheiden.Kapitalertragsteuer (KESt)Fonds entrichten auf Dividenden deutscherAktiengesellschaften die 20 %ige KESt zuzüglich Solidaritätszuschlag. Die KESt stellt eineSteuervorauszahlung auf die individuelleSteuerschuld dar und lässt sich vom Anlegerim Rahmen des Einkommensteuerverfahrensgeltend machen. Bei ausreichendem Freistellungsauftragoder einer NV-Bescheinigungerfolgt stattdessen eine Vergütungdurch das depotführende Kreditinstitut, sofernsie in inländischen Fonds angefallen ist.Ab 2009 wird die KESt durch die 25 %ige Abgeltungssteuerersetzt.NV-Bescheinigung(Nichtveranlagungs-Bescheinigung)Anleger, die aufgrund geringer Einkünftevoraussichtlich nicht zur Einkommensteuerveranlagt werden, können beim Finanzamtihres Wohnsitzes eine NV-Bescheinigung beantragen.Aufgrund dieser stellt das depotführendeKreditinstitut den Anleger von Zinsabschlag, Kapitalertragsteuer (KESt)auf inländische Dividenden sowie den damitverbundenen Solidaritätszuschlägen frei.Die Finanzbehörde stellt NV-Bescheinigungenüblicherweise für einen Zeitraum von bis zudrei Jahren aus.1)Nach dem Jahressteuergesetz 2008 gilt dies für in- und ausländische Spezialfonds sowie Publikumsfonds, bei denen Anlagevoraussetzung eine besondere Sachkundedes Anlegers oder eine Mindestanlagesumme von € 100.000 oder mehr ist, nur dann uneingeschränkt, wenn die Fondsanteile vor dem 10. 11. 2007 erworben wurden.39


ProgressionsvorbehaltAusländische Einkünfte, die von der inländischenBesteuerung aufgrund eines Doppelbesteuerungsabkommensfreigestellt sind,unterliegen dem Progressionsvorbehalt. Dazuzählen ausländische Mieterträge eines offen enImmobilienfonds. Diese Erträge werden bei derBerechnung des anzuwendenden Steuersatzesin die Berechnungsbasis einbezogen. DerProgressionsvorbehalt erhöht somit den persönlichenEinkommensteuersatz.Quellensteuer nach der ZinsinformationsverordnungDem deutschen Zinsabschlag ähnlicheQuellensteuer auf Zinseinkünfte, die in Belgien,Luxemburg, Österreich und der Schweiz, denKleinstaaten Liechtenstein, San Marino, Monacound Andorra sowie mehreren abhängigenGebieten mit Offshore-Bankzentren erhobenwird. Sie betrifft unter anderem die Zinseinkünfteaus dort verwahrten Fondsanteilen,die deutsche Anleger bei Ausschüttung undVerkauf realisieren. Diese Quellensteuer kanndurch Offenlegung gegenüber den deutschenFinanzbehörden vermieden werden.Solidaritätszuschlag (SolZ)Auf die Einkommensteuer, auch in ihren Erhe -bungsformen Zinsabschlag und Kapitalertragsteuer(KESt), wird ein zusätzlicher SolZvon 5,5 % der entsprechenden Steuer erhoben.„Spekulationsgewinne“Siehe Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften.Steuerpflicht, unbeschränktePersonen, die in Deutschland ihren Wohnsitzoder gewöhnlichen Aufenthalt haben, sind inDeutschland unbeschränkt steuerpflichtig.StückzinsenAnteilige Zinsansprüche, die beim Kauf oderVerkauf verzinslicher Wertpapiere seit demletzten Zinstermin aufgelaufen und bei derAbrechnung zu berücksichtigen sind.„Stückzinstopf“Der „Stückzinstopf“ sammelt die Zwischengewinneund Stückzinsen, die der Anlegerseit Beginn des laufenden Kalenderjahres beiKäufen von Fondsanteilen oder verzinslichenWertpapieren im Rahmen der Erwerbspreisebezahlt hat. In dieser Höhe befreit das depotführendeKreditinstitut die anfallenden abschlagpflichtigenKapitalerträge vom Zinsabschlagmit dem Solidaritätszuschlag.TafelgeschäftErwerb und Rückgabe von Fondsanteilen sowieEinlösung von Erträgnisscheinen in Form effektiverStücke über ein inländisches Kredit insti tut.Soweit Fonds ihre Anteile als sogenannte effektiveStücke ausgegeben haben, kann der Anlegerdiese in Eigenverwahrung nehmen. Bei derEinlösung der Erträgnisscheine oder der Rückgabevon Anteilen über ein inländisches Kreditinstitutwird nach derzeitigem Recht auf dieabschlagpflichtigen Erträge bzw. den Zwischengewinnein auf 35 % erhöhter Zinsabschlagmit dem Solidaritätszuschlag einbehalten;nach dem 31. 12. 2008 wird in diesenFällen die 25 %ige Abgeltungssteuer zzgl. Solidaritätszuschlag einbehalten. Bei perTafelgeschäft erworbenen und anschließendeigenverwahrten Fondsanteilen verzichtet derAnleger auf die Leistungen des depotführendenKreditinstituts wie Sicherheit der Verwahrungund Übermittlung von Anlegerinformationen( Depotverwahrung). Bei Fonds, die keineeffektiven Stücke ausgegeben haben, sindTafelgeschäfte nicht möglich.ThesaurierungBuchhalterische Ertragsermittlung in thesaurierendenFonds am Ende eines Geschäftsjahres.Diese Erträge sind dazu bestimmt, dauerhaft im Fondsvermögen zu verbleiben. Diethesaurierten Erträge gelten dem Anleger steuerlichals zugeflossen. Der Gegensatz zur Thesaurierungist die Ausschüttung, bei der dieErträge an die Anteilinhaber ausgezahlt werden.VeräußerungsgewinnSiehe Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften.WerbungskostenAufwendungen zum Erwerb, zur Sicherungund Erhaltung von Einnahmen, die das steuerpflichtigeEinkommen vermindern. Dazu gehörenetwa Depotgebühren, Kosten für Beratungoder für Fachliteratur. Soweit die WerbungskostenDividendenerträge betreffen, für die das Halbeinkünfteverfahren gilt, können sie nurzur Hälfte abgesetzt werden.WerbungskostenpauschbetragWer die Höhe der tatsächlich entstandenen Werbungskosten nicht belegt, hat Anspruchdarauf, dass das Finanzamt von den Einnah-40


men mindestens den Werbungskostenpauschbetragabzieht. Das sind im Jahr € 51 bzw. € 102für steuerlich zusammen veranlagte Ehegatten.Höhere Werbungskosten können grundsätzlichnur durch den Nachweis anhand von Belegengeltend gemacht werden.ZinsabschlagDie Kapitalertragsteuer auf Zinsen wirdüblicherweise als Zinsabschlag, häufig auchals Zinsabschlagsteuer (ZASt), bezeichnet. DerZinsabschlag inklusive Solidaritätszuschlagstellt eine anrechenbare Vorauszahlung aufdie individuelle Steuerschuld dar. Dem Zinsabschlagunterliegen Zins-, Miet- sowie bestimmteandere Erträge. Auf den zinsabschlagpflichtigenAnteil der Ausschüttungen sind in der Regel30 % Zinsabschlag abzuführen, bei eigenverwahrtenAnteilen 35 %. Im Zuge der Thesaurierungvon Erträgen werden generell 30 % deszins abschlagpflichtigen Teils einbehalten undan das Finanzamt abgeführt. Mit einem „Guthaben“im „Stückzinstopf“, einem Freistellungsauftragoder einer NV-Bescheinigungkann der Anleger den Einbehalt von Zinsabschlagverhindern. Ab 2009 wird der Zinsabschlagdurch die max. 25 %ige Abgeltungssteuerersetzt.Zinsabschlagsteuer (ZASt)Siehe Zinsabschlag.ZwischengewinnUnter Zwischengewinn versteht man die imFonds aufgelaufenen, dem Anleger aber nochnicht durch Ausschüttung oder Thesaurierungzugeflossenen abschlagpflichtigen Zinsenund Zinsansprüche. Der Zwischengewinnist im Anteilpreis enthalten. Bei Anteilkäufenvermerkt das depotführende Kredit institut denim Rahmen des Erwerbspreises bezahlten Zwischengewinnim Stückzinstopf des Anlegers(außer bei Eigenverwahrung, siehe Tafelgeschäft).Zudem kann der Anleger den bezahltenZwischen gewinn in seiner späteren Einkommensteuererklärungals negativen Kapitalertragberücksichtigen (auch bei Eigenverwahrung).Bei der Rückgabe von Anteilen unterliegtder im Rahmen des Verkaufserlöses realisierteZwischengewinn dem Zinsabschlag mit dem Solidaritätszuschlag, soweit der Kunde nichtbefreit ist. In der Einkommensteuererklärungstellt der realisierte Zwischengewinn einenKapitalertrag dar.Anmerkung zum Kreis der behandeltenausländischen FondsprodukteDie Darstellung der steuerlichen Behandlungausländischer Fonds bezieht sich ausschließlichauf sogenannte transparente Investmentfonds,die die Vorschriften des deutschen Investmentsteuergesetzeserfüllen.HaftungsausschlussDie dargestellten Sachverhalte entsprechen derRechtslage vom April 2008, dem Zeitpunkt der Drucklegung.Sie gelten für private, im Inland unbeschränktsteuerpflichtige Anleger. Sie gelten für sogenanntetransparente Investmentfonds, die die Vorschriften desdeutschen Investmentsteuergesetzes erfüllen. Es istmöglich, dass der Gesetzgeber die einschlägigen Vorschriftendes Unternehmenssteuerreformgesetzes2008 vor Inkrafttreten am 1. 1. 2009 noch ändert.Die steuerliche Behandlung von Kapitalerträgen hängtvon den persönlichen Verhältnissen des jeweiligenAnlegers ab und kann künftig Änderungen unterworfensein. Für Einzelfragen insbesondere unter Berücksichtigungseiner individuellen steuerlichen Situationsollte sich der Anleger an seinen persönlichen Steuerberaterwenden. Bei einer Anlageentscheidung istauch die persönliche außersteuerliche Situation desAnlegers zu berücksichtigen.Alle Informationen sind sorgfältig recherchiert. EineGewähr für die Richtigkeit kann nicht übernommenwerden. Insbesondere ist durchaus damit zu rechnen,dass in Zukunft die Finanzbehörden andere als die hierdargestellten steuerlichen Beurteilungen für zutreffendhalten. Die Komplexität und der ständige Wandel derbehandelten Rechtsmaterie machen es notwendig,Haftung und Gewähr auszuschließen.41


Was ändert sich durch dieAbgeltungssteuer ab 2009?Unternehmenssteuerreformgesetz 2008, in Kraft ab 1. 1. 2009Neues Recht ab 1. 1. 2009 Altes Recht bis 31. 12. 2008Anteilerwerb Erwerb nach dem 31. 12. 2008 Erwerb vor dem 1. 1. 2009Behandlung des bezahltenZwi schengewinnsGutschrift im „Verlustverrechnungstopf“.Gutschrift im „Stückzinstopf“.Fondsausschüttungen Ausschüttung nach dem 31. 12. 2008 Ausschüttung vor dem 1. 1. 2009Ausgeschüttete Zinsen 25 % Abgeltungssteuer. 1) Erste Stufe: 30 % Zinsabschlag (bei Tafelgeschäft 35 %). 2)Zweite Stufe: Individueller Einkommensteuersatz 3) ,Anrechnung der Einbehalte auf die Steuerschuld.Deutsche Dividendena) Inländische Fonds 25 % Abgeltungssteuer. 1) Erste Stufe: 20 % Kapitalertragsteuer (KESt). 2)Zweite Stufe: Individueller Einkommensteuersatz auf die Hälftedes Dividendenbetrags (Halbeinkünfteverfahren) 3) , Anrechnungder Einbehalte auf die Steuerschuld.b) Ausländische Fonds 25 % Abgeltungssteuer 1) , ggf. gemindert wegen eines Doppelbesteuerungsabkommens.Die für die Ausschüttung verfügbarenDividenden sind ihrerseits um eine 25 %ige Abgeltungssteuer 2)gekürzt, Geltendmachung wie ausländische Quellensteuer.Ausländische Dividenden25 % Abgeltungssteuer. 1) Die für die Ausschüttung verfügbarenDividenden können um ausländische Quellensteuern gekürztsein.Ausgeschüttete Mieteinnahmenvon ImmobilienfondsAusgeschüttete Veräußerungsgewinneund Stillhalterprämiena) Wertpapiere oder Derivatewurden vor dem 1. 1. 2009erworben bzw. eingegangen– Erwerb der Fondsanteile vordem 1. 1. 2009Soweit nicht nach Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) befreit,25 % Abgeltungssteuer. 1) Kein Progressionsvorbehalt im Rahmender Kapitaleinkünfte.Steuerfrei.Individueller Einkommensteuersatz auf die Hälfte des Dividendenbetrags(Halbeinkünfteverfahren). 3) Die für die Ausschüttungverfügbaren Dividenden sind ihrerseits um die 20 %ige KESt 2)gekürzt, Geltendmachung wie ausländische Quellensteuer.Individueller Einkommensteuersatz auf die Hälfte des Dividendenbetrags(Halbeinkünfteverfahren). 3) Die für die Ausschüttungverfügbaren Dividenden können um ausländische Quellensteuerngekürzt sein.Soweit nicht nach Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) befreit,individueller Einkommensteuersatz. 3) Progressionsvorbehalt fürden befreiten Teil der Ausschüttung.Steuerfrei.– Erwerb der Fondsanteile nachdem 31. 12. 200825 % Abgeltungssteuer 1) auf derartige Kursgewinne beiAnteil verkauf.–b) Wertpapiere oder Derivatewurden nach dem 31. 12. 2008erworben bzw. eingegangen25 % Abgeltungssteuer. 1) –Ausgeschüttete Veräußerungsgewinneaus Immobiliengeschäftena) Haltedauer 10 Jahre oder kürzer Soweit nicht nach Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) befreit,25 % Abgeltungssteuer. 1) Kein Progressionsvorbehalt im Rahmender Kapitaleinkünfte.b) Haltedauer länger als 10 Jahre Steuerfrei. Steuerfrei.Soweit nicht nach Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) befreit,individueller Einkommensteuersatz. 3) Progressionsvorbehalt fürden befreiten Teil der Ausschüttung.Berücksichtigung ausländischerQuellensteuernMöglichkeit des Abzugs wie Werbungskosten auf Fondsebene.Falls kein solcher Werbungskostenabzug erfolgt: unmittelbar Anrechnungauf die Abgeltungssteuerschuld; ggf. Abzug von derBemessungsgrundlage bei Veranlagung nach Wahl des Anlegers.Möglichkeit des Abzugs wie Werbungskosten auf Fondsebene.Falls kein solcher Werbungskostenabzug erfolgt: Wahlrecht desAnlegers bei Veranlagung zwischen Anrechnung auf die Steuerschuldund Abzug von der Bemessungsgrundlage.1)Sparerpauschbeträge und andere Befreiungen nicht berücksichtigt. Zum Abgeltungssteuersatz von 25 % treten der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer.Anleger mit einem Steuersatz von unter 25 % können sich im Rahmen ihrer Steuererklärung die Differenz zwischen ihrem Steuersatz und der gezahltenAbgeltungssteuer vom Finanzamt erstatten lassen.2)Jeweils zzgl. Solidaritätszuschlag.3)Jeweils zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Sparerfreibeträge, Freistellungsaufträge und andere Befreiungen nicht berücksichtigt.4)Nach dem Jahressteuergesetz 2008 gilt dies für in- und ausländische Spezialfonds sowie Publikumsfonds, bei denen Anlagevoraussetzung eine besondere Sachkundedes Anlegers oder eine Mindestanlagesumme von € 100.000 oder mehr ist, nur dann uneingeschränkt, wenn die Fondsanteile vor dem 10. 11. 2007 erworben wurden.42


Unternehmenssteuerreformgesetz 2008, in Kraft ab 1. 1. 2009Neues Recht ab 1. 1. 2009 Altes Recht bis 31. 12. 2008Fondsthesaurierungen Thesaurierung nach dem 31. 12. 2008 Thesaurierung vor dem 1. 1. 2009Zinsena) Inländische Fonds 25 % Abgeltungssteuer. 1) Erste Stufe: 30 % Zinsabschlag. 2)Zweite Stufe: Individueller Einkommensteuersatz 3) ,Anrechnung der Einbehalte auf die Steuerschuld.b) Ausländische Fonds 25 % Abgeltungssteuer. 1) Individueller Einkommensteuersatz. 3)Deutsche Dividendena) Inländische Fonds 25 % Abgeltungssteuer. 1) Erste Stufe: 20 % Kapitalertragsteuer (KESt). 2)Zweite Stufe: Individueller Einkommensteuersatz auf die Hälftedes Dividendenbetrags (Halbeinkünfteverfahren) 3) , Anrechnungder Einbehalte auf die Steuerschuld.b) Ausländische Fonds 25 % Abgeltungssteuer 1) , ggf. gemindert wegen eines Doppelbesteuerungsabkommens(DBA). Die für die Ausschüttung verfügbarenDividenden sind ihrerseits um eine 25 %ige Abgeltungssteuer2) gekürzt, Geltendmachung wie ausländische Quellensteuer.Ausländische Dividenden25 % Abgeltungssteuer. 1) Die für die Ausschüttung verfügbarenDividenden können um ausländische Quellensteuern gekürztsein.Thesaurierte Mieteinnahmen vonImmobilienfondsThesaurierte Veräußerungsgewinneund Stillhalterprämien– Erwerb der Fondsanteile vordem 1. 1. 2009Soweit nicht nach Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) befreit,25 % Abgeltungssteuer. 1) Kein Progressionsvorbehalt im Rahmender Kapitaleinkünfte.Steuerfrei.Individueller Einkommensteuersatz auf die Hälfte des Dividendenbetrags(Halbeinkünfteverfahren). 3) Die für die Ausschüttungverfügbaren Dividenden sind ihrerseits um die 20 %ige KESt 2) gekürzt,Geltendmachung wie ausländische Quellensteuer.Individueller Einkommensteuersatz auf die Hälfte des Dividendenbetrags(Halbeinkünfteverfahren). 3) Die für die Ausschüttungverfügbaren Dividenden können um ausländische Quellensteuerngekürzt sein.Soweit nicht nach Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) befreit,individueller Einkommensteuersatz. 3) Progressionsvorbehalt fürden befreiten Teil der Ausschüttung.Steuerfrei.– Erwerb der Fondsanteile nachdem 31. 12. 2008Thesaurierte Veräußerungsgewinneaus Immobiliengeschäften25 % Abgeltungssteuer 1) auf derartige Kursgewinne beiAnteilverkauf.–a) Haltedauer 10 Jahre oder kürzer Soweit nicht nach Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) befreit,25 % Abgeltungssteuer. 1) Kein Progressionsvorbehalt im Rahmender Kapitaleinkünfte.b) Haltedauer länger als 10 Jahre Steuerfrei. Steuerfrei.Berücksichtigung ausländischerQuellensteuernMöglichkeit des Abzugs wie Werbungskosten auf Fondsebene.Falls kein solcher Werbungskostenabzug erfolgt: unmittelbar Anrechnungauf die Abgeltungssteuerschuld; ggf. Abzug von derBemessungsgrundlage bei Veranlagung nach Wahl des Anlegers.Anteilrückgabe / -veräußerung Verkauf nach dem 31. 12. 2008 Verkauf vor dem 1. 1. 2009Soweit nicht nach Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) befreit,individueller Einkommensteuersatz. 3) Progressionsvorbehalt fürden befreiten Teil der Ausschüttung.Möglichkeit des Abzugs wie Werbungskosten auf Fondsebene.Falls kein solcher Werbungskostenabzug erfolgt: Wahlrecht desAnlegers bei Veranlagung zwischen Anrechnung auf die Steuerschuldund Abzug von der Bemessungsgrundlage.Behandlung des realisiertenZwischengewinnsNur bei ausländischen thesaurierendenFonds: Behandlung derakkumulierten thesaurierten ErträgePrivate Veräußerungsgewinne25 % Abgeltungssteuer. 1) Erste Stufe: 30 % Zinsabschlag (Tafelgeschäfte: 35 %). 2)Zweite Stufe: Individueller Einkommensteuersatz 3) , Anrechnungder Einbehalte auf die Steuerschuld.Zusätzlich 25 % Abgeltungssteuer 1) auf die während der Besitzzeitthesaurierten Erträge (bei vorherigem Depotübertrag: aufdie nach dem 31. 12. 1993 thesaurierten Erträge).Zusätzlich 30 % Zinsabschlag auf die während der Besitzzeit thesauriertenErträge (bei vorherigem Depotübertrag: auf die nachdem 31. 12. 1993 thesaurierten Erträge; bei Tafelgeschäften: 35 %auf die nach dem 31. 12. 1993 thesaurierten Erträge) 2) , Anrechnungder Einbehalte auf die Steuerschuld.a) Anteilerwerb vor 1. 1. 2009– Haltedauer ein Jahr oder weniger Individueller Einkommensteuersatz. 3) Individueller Einkommensteuersatz. 3)– Haltedauer länger als ein Jahr Steuerfrei. 4) Steuerfrei.b) Anteilerwerb nach 31. 12. 2008 25 % Abgeltungssteuer. 1) –Sonstiges Kalenderjahre nach dem 31. 12. 2008 Kalenderjahre vor dem 1. 1. 2009Bezahlte Zwischengewinne undStückzinsenRealisierte Veräußerungsverlustedes AnlegersBerücksichtigung durch „Verlustverrechnungstopf“, negativeSalden werden auf das neue Jahr vorgetragen.Berücksichtigung durch „Verlustverrechnungstopf“, Saldo wirdauf das neue Jahr vorgetragen.Berücksichtigung ausschließlich für laufendes Kalenderjahrdurch „Stückzinstopf“.Keine Berücksichtigung im „Stückzinstopf“43


www.allianzglobalinvestors.deAllianz Global InvestorsKapitalanlagegesellschaft mbHMainzer Landstraße 11–1360329 Frankfurt am MainBei dieser Broschüre handelt sich um eineInformation gem. § 31 Abs. 2 WpHG.B0084409 AZGI – 2954Z0 (01V) 15.03.08 Stand: März 2008

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine