Wie 1a, aber ohne Bilder zum Ausdrucken, daher geringerer ...

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Wie 1a, aber ohne Bilder zum Ausdrucken, daher geringerer ...

Für Fortgeschrittene:Detailliert beschriebene Arbeiten am BienenvolkSpätsommerpflege/EinwinterungZusetzen junger Königinnen per AblegerDa Mitte September kaum noch Drohnen in den Völkern sind, ist die Umweiselung jetzt ameinfachsten. Denn eine neue Königin könnte nicht mehr oder nur unzureichend begattetwerden.In den vergangenen Monaten hatten die Ableger bei ausreichender Pflege - sprich Fütterung,Wabenerneuerung und Varroabehandlung - genügend Zeit zu erstarken, so dass sie MitteSeptember den Brutraum gut besetzen. Die Ableger werden auf Weiselrichtigkeit, Futter –und Pollenvorrat kontrolliert. Die Mittelwände sind zu dieser Zeit alle bebrütet, alte Wabensind an den Rand gewandert. Der Ableger sollte jetzt etwa 6 volle, verdeckelte Futterwabenaufweisen.Bei den im August für die Umweiselung vorgesehenen Wirtschaftsvölkern werden nun dieKöniginnen entnommen und die Vorräte kontrolliert. Erscheint die Futtermenge noch nichtausreichend, wird die fehlende Menge auf der Stockkarte vermerkt. Die Oberträger derBrutraumrähmchen werden nun mit einer Zeitungsseite bienendicht abgedeckt und mit einemZerstäuber angefeuchtet. Mit einem Messer sticht man kleine Löcher in das Zeitungspapier.Der Ableger wird nun als geschlossene Einheit auf das entweiselte Wirtschaftsvolk gesetzt.Die Bienen zernagen nun langsam das Zeitungspapier und die Vereinigung geht friedlichvonstatten.Die vereinigten Völker werden etwa fünf bis sieben Tage später auf Weiselrichtigkeitkontrolliert. Diesmal muss die junge Königin nicht gesucht werden. Meist reicht es aus, einbis drei Waben im Zentrum des Bienensitzes im oberen Brutraum zu ziehen und nach Stiftenzu schauen. Gegebenenfalls erhält das vereinigte Volk nun noch Futter.Bei der Schätzung des Futtervorrates muss bedacht werden, dass den Bienen später im Jahrbei der Bildung der Wintertraube noch genügend freie Zellen – entstehend durch dieschlüpfende Brut - zur Verfügung stehen. Die Bienen verkriechen sich in diese Zellen. Diesbedeutet, dass nicht jede Wabe mit Futter gefüllt sein darf, da die Bienen sonst im Winter aufeinem „Eisblock“ sitzen.Die Fütterung sollte bis Ende September abgeschlossen sein, da die Abnahme des Futtersdurch die Bienen bei absinkenden Temperaturen immer langsamer vonstatten geht.Varroabehandlung mit AmeisensäureMit der Varroosebehandlung muss nach der Abschleuderung begonnen werden. Hier erfolgtnur eine Behandlung über einen kurzen Zeitraum. Nach der Auffütterung wird dieBehandlung über 3 Wochen fortgesetzt.Wirtschaftsvölker sanieren:Stark brütende Völker haben auch einen höheren Varroabefall (der Brutumsatz ist höher) undmüssen saniert werden. Voraussetzung dafür ist:1. Völker müssen abgeschleudert sein2. Start der Einfütterung beginnt am oder einen Tag nach Entnahme des HonigsMitte Juli bis SeptemberBehandlung durch Ameisensäure (AS) mit unterschiedlichenVerdunstersystemen (wir können folgende Systeme empfehlen:Schwammtuchbehandlung nach Dr. Liebig, Liebig – Dispenser,Tellerverdunster nach Dr. Liebig)Detaillierte Arbeiten am Bienenvolk•Copyright 2008•Bienenzuchtverein Würselen•Seite 1 von 9


Schwammtuchbehandlung – StoßbehandlungKann nach der Abschleuderung angewendet werden, erfordert aber einigesFingerspitzengefühl, da die Verdunstung v. a. in den Monaten Juli/August auf Grund derhöheren Temperaturen zu schnell/stark sein kann. Die Bienen könnten aus der Beuteausziehen oder Königinnenverluste könnten die Folge sein. Einfacher in der Handhabung sindTellerverdunster und Liebig – Dispenser.Als Docht dient bei der Schwammtuchbehandlung ein Viskoseschwammtuch, das auf dieRähmchenoberträger gelegt wird und mit 60%iger AS beträufelt wird. Man rechnet bei1-zargigen Völkern mit 20 bis 25 ml AS, bei 2-zargigen und Dadantbeute mit 40 bis 50 mlAS. Es erfolgen 3 Behandlungen im Abstand von 7 Tagen.Bei Temperaturen über 30°C darf nicht behandelt werden!Die Dosierung ist von der Temperatur abhängig! In den Monaten Juli bis September muss beihohen Temperaturen abends behandelt werden. Bei Temperaturen unter 20°C sollte dieBehandlung tagsüber erfolgen.Anwendung des Tellerverdunsters mit Medizinflasche nach Dr. LiebigVoraussetzungen:- die Völker sind abgeschleudert bzw. aufgefüttert- Medizinflasche 200 ml mit Tropfauslauf und Schraubverschluss, gefüllt mit85%iger AS und passend gebohrtem Holzklotz- Blumentopfuntersetzer aus Plastik (=Teller) Ø 12 cm od. 14 cm- gefaltetes Küchentuch oder Schwammtuch als Docht- TV kurz: Medizinflasche mit 50 ml bei einzargigen Völkern und Teller Ø 12 cm,Docht 14 x 14 cmMedizinflasche mit 100 ml bei zweizargigen Völkern/Dadantbeute undTeller Ø 14 cm, Docht 16 x 16 cm- TV lang: Medizinflasche mit 150 ml bei einzargigen Völkern und Teller Ø 12 cm,Docht 14 x 14 cmMedizinflasche mit 200 ml bei zweizargigen Völkern/Dadantbeute undTeller Ø 14 cm, Docht 16 x 16 cmDie Flaschenöffnung muss flach auf dem Docht aufstehen, da die AS sonst ausläuft. DerDocht darf nach Sättigung mit AS nicht über den Tellerrand hinausragen, abknicken und dieRähmchenoberträger berühren, da die AS sonst in die Wabengassen tropfen würde – mitverheerenden Folgen für das Volk!Die Verdunstungsleistung lässt sich durch die Art und die Größe des Dochtes regeln. DieVerdunstung mit dem Tellerverdunster dauert bei TV kurz etwa 3 Tage (die Verdunstungerfolgt vor der Auffütterung).Nach der Auffütterung erfolgt die zweite Behandlung mit TV lang . Sie dauert etwa 4 – 5Tage. Bei der Behandlung mit dem Tellerverdunster muss bei Völkern mit einem Brutraumdie Verdunstung pro Tag bei 8 g liegen, bei Völkern mit zwei Bruträumen oder in derDadantbeute bei 20 g pro Tag.Die Verdunstung der AS mit dem Liebig - Dispenser beruht auf dem gleichen Prinzip wie derTellerverdunster. Die Verdunstungsmenge wird über die Größe des Dochtes festgelegt.Beim Tellerverdunster und Liebig – Dispenser muss auf eine waagerechte Aufstellung derVölker geachtet werden.Detaillierte Arbeiten am Bienenvolk•Copyright 2008•Bienenzuchtverein Würselen•Seite 2 von 9


WinterarbeitenDie Beuten stehen alle frei und es entfällt jegliche noch vor Jahren propagierte Verpackung.Eine Verpackung speichert die Wärme der Bienen nicht, da die Wintertraube erst gar nichtversucht den Beutenraum mit zu erwärmen. Die Bienen erwärmen nur die Wintertraube ansich, wobei in der äußeren Schicht eine Temperatur von etwa 10°C und im Inneren derTraube 20°C bei Brutfreiheit und 36°C bei noch oder wieder vorhandener Brut herrschen. Inder Mitte der Wintertraube sitzt die Königin und hier beginnt sie meist im Januar beientsprechendem Witterungsverlauf mit der Eiablage. Die in der Traube außen und innensitzenden Bienen tauschen ständig ihre Position.Die Gefahr ein starkes Bienenvolk durch zu geringe Futtervorräte zu verlieren ist größer, alsdass zu große Kälte den Bienen schadet.Winterverluste durch Verhungern der Bienen sind aus verschiedenen Gründen zuverzeichnen:- wenn unzureichende Vorräte angelegt wurden- wenn die Speicherung der Vorräte am falschen Ort erfolgte oder- wenn die Verbindung der Wintertraube zu den Vorräten abreißtDeshalb sollte der größte Futterbedarf und nicht der durchschnittliche Bedarf jedesBienenvolkes gedeckt sein! Starke Völker haben einen größeren Futterbedarf, erzeugen aberauch wesentlich mehr Honig.Schnee auf dem Flugloch ist für die Bienen nicht schädlich, solange dieser nur locker aufliegt.Bei Schneeschmelze und dann einsetzendem Frost ist ein Kontrollgang zu den Bienenständennotwendig.Haben die Beuten einen Gitterboden, ist die Sauerstoffzufuhr nach wie vor gesichert.Varroabehandlung/ WinterbehandlungOxalsäurebehandlungTräufelmethodeOxalsäure (OS) ist bisher als „Bienenwohl“ zum Aufträufeln bekannt.Sie kann auch selbst hergestellt werden, indem 35g Oxalsäure in einem Liter 20%-igeZuckerlösung aufgelöst werden. 1-zargige Völker werden dann in der brutfreien Zeit mit25 – 30 ml und 2-zargige Völker mit 50 ml beträufelt.Vorteil: Einfache Anwendung, keine RückständeNachteil: Bienen in Wintertraube müssen genau getroffen werdennur einmalige Anwendung möglich, da sonst Bienenverluste und schlechteAuswinterungDer Wirkungsgrad und die Bienenverträglichkeit sind gut!Behandlung mit Perizin oder BayvarolAufgrund der bekannten Rückstandsproblematik sollte von Behandlungen mit Perizin oderBayvarol Abstand genommen werden.Detaillierte Arbeiten am Bienenvolk•Copyright 2008•Bienenzuchtverein Würselen•Seite 3 von 9


AuswinterungIm April kann der ImkerIN die Auswirkungen der ersten warmen Tage im März und denersten Nektareintrag aus der Weide bemerken. Das Volk dehnt seine Brutflächen weiter ausund immer mehr Jungbienen schlüpfen. Als Frühtrachtimker müssen wir schon im zeitigenFrühjahr starke Völker haben.BaurahmenDa wir den Baurahmen als äußerste Wabe über Winter im Volk belassen hatten und diesenbei unserer ersten Durchsicht näher ans Brutnest rückten, hatte die Königin inzwischen dieMöglichkeit Drohneneier der Volksentwicklung entsprechend abzulegen. Somit hat manMitte bis Ende April schon schlüpfende Drohnenbrut. Die Drohnenbrutentnahme gehört zueinem der Standbeine der Varroabekämpfung. Bei Völkern die nicht zur Zucht verwendetwerden, wird der Baurahmen ausgeschnitten. Nur bei den für Zuchtzwecke vorgesehenenVölkern verbleibt der erste bebrütete Baurahmen im Volk, um genügend Drohnen zurBegattung der Königinnen zur Verfügung zu haben.Im April ist das Wetter noch sehr wechselhaft. Bei Kälteperioden muss der ImkerIN seineVölker gut mit Futter versorgt wissen. Andernfalls muss mit Honig nachgefüttert werden. Zudiesem späten Zeitpunkt sollte unseres Erachtens kein anderes Futtermittel verwendet werden,da der Nektar der bald anstehenden Tracht verfälscht werden könnte.Erweiterung im BrutraumBei länger anhaltend warmem Wetter müssen die Völker kontrolliert und gegebenenfallserweitert werden. Die Erweiterung erfolgt am besten über Mittelwände ( MW ), was fürwichtige Wabenerneuerung sorgt.Kleinere Völker, erhalten die MW als äußerste Waben an den Rand. Die Bienen können nunbei Bedarf bauen. Sind die MW einmal ausgebaut, wandern sie an den Rand des Brutnestes.Beginnt die Königin die MW zu bestiften rückt man sie in die Mitte des Brutnestes und alteWaben gelangen nach außen.Starke Völker, denen wir bei der ersten Durchsicht ein bis zwei Waben entnehmen konnten,erhalten nun am Rand des Brutnestes MW. Nach deren Ausbau rücken auch diese Waben insBrutnest.Freigabe des HonigraumsBesetzt ein Volk Anfang April bereits voll die beiden 2 Bruträum oder den Dadantbrutraum,erfolgt die Erweiterung der Völker durch die Freigabe des Honigraumes über Absperrgitter.Die Honigraumwaben bestehen nur aus unbebrüteten Waben bzw. MW. Der erste Honigraumwird nur mit ausgebauten Waben bestückt. Somit haben die Bienen die Möglichkeit beieinsetzender Tracht den ersten Nektar in den bereits ausgebauten Waben abzulagern. Imfolgenden Honigraum hängen die bereits ausgebauten Waben am Rand, die mit MWbestückten Rähmchen kommen in die Mitte.Den Bautrieb können die Bienen bei Bedarf und je nach Witterung und Tracht an denHonigraum-MW austoben.Zusätzlich kann die Wabenerneuerung im Brutraum im Mai und Juni auch über die Entnahmevon Brutwaben für die Ablegerbildung und den Erstaz durch Mittelwände erfolgen.Die erste größere Tracht im Rheinland ist aus der Obstblüte und etwas später aus dem Raps zuerwarten. Ein Umhängen von Brutwaben in den Honigraum sollte nicht erfolgen.Detaillierte Arbeiten am Bienenvolk•Copyright 2008•Bienenzuchtverein Würselen•Seite 4 von 9


Vorteil: Der Honig wird nur aus unbebrüteten Waben geschleudert. Dieser hygienischeAspekt sollte auch in Bezug auf die Varroabehandlung nicht unterschätzt werden. Nachteil:Die Bauerneuerung im Brutraum der Dadant – Beute erfolgt u. U. erst zur Ablegerbildungund geht etwas langsamer vonstatten.Schwarmzeit/SchwarmverhinderungAblegerbildungEine junge Königin sollte man am besten einem Ableger zusetzen und ihr die Möglichkeitgeben, ein starkes Volk aufzubauen. Das Zusetzen einer jungen Königin in ein starkes Volkist nicht Erfolg versprechend, da die junge Königin noch nicht genügend Pheromone(Königinnensubstanz = Sexualduftstoffe) bildet, um alle Bienen auf sich einzustimmen; siewird von den Bienen daher meist abgestochen.Wenn Anfang bis Mitte Mai die ersten Königinnen aus eigener Zucht oder von einemImkerkollegen zum Verschulen bereitstehen, können diese auch zur Ablegerbildungverwendet werden. Das trifft vor allem dann zu, wenn man zu diesem Zeitpunkt Honig-,Pollen- oder Brutwaben aus dem Brutraum eines schwarmtriebigen Volkes entnehmen muss.Für die Ablegerbildung wird eine Beute mit verkleinertem Flugloch auf fremdem Standplatzaufgestellt. Jeder Ableger sollte mit einer vollen Futter - ( aus den Vorräten oder aus obengenannten Völkern ), einer Pollenwabe und zwei Brutwaben mit ansitzenden Bienen bestücktwerden. Als Brutwaben verwendet man am besten solche mit auslaufender Brut. DieBrutwaben werden in die Mitte, Futter – und Pollenwabe jeweils nach außen gehängt. Wirdder Ableger auf dem Heimstand gebildet, empfiehlt es sich die Bienen von einer Brutwabedazuzufegen, als Ersatz für die zurückfliegenden Flugbienen. Zum Schluss klemmt man diezu verschulende Zelle zwischen die beiden Brutwaben.Für Ableger mit einer unbegatteten oder begatteten Königin kann auf selbe Weise verfahrenwerden, nur dass man die junge Königin in einem Zusetzkäfig zusetzt. Am nächsten Tagerhält der Zusetzkäfig einen Futterteigverschluss.Mit der ersten Brut der neuen Königin erhält jeder Ableger erst eine und in den folgendenWochen weitere Mittelwände.Alle gebildeten Ableger müssen ständig mit Flüssigfutter versorgt werden, da sie noch nichtgenügend Sammelbienen zur Verfügung haben!Achtung! Schwarmzeit!Bei einjährigen Königinnen ist der Schwarmtrieb meist nicht so stark ausgeprägt wie beiälteren Königinnen. Unter anderem bildet die jüngere Königin genügend Pheromone (Königinnensubstanz), die selbst in einem starken Volk von den Bienen gut verteilt werden.Das bedeutet:Sind die Wetterverhältnisse im Mai gut und die Bienen z. B. im Raps voll mit demEinbringen von Nektar und Pollen beschäftigt, ist es möglich die Schwarmstimmung derBienen zu steuern. Dafür sind aber folgende Maßnahmen nötig:1. regelmäßige Kontrollen der Völker alle 9 Tage2. genügend Platz für die Eiablage der Königin schaffen, indem man dicke Pollenwaben undeine bis zwei Brutwaben für die Ablegerbildung entnimmt und durch ausgebaute Wabenersetzt.3. ausreichend Raum zum Ablagern des frischen Nektars durch rechtzeitiges Aufsetzen einerweiteren Honigzarge schaffen.Detaillierte Arbeiten am Bienenvolk•Copyright 2008•Bienenzuchtverein Würselen•Seite 5 von 9


4. gedeckelte Drohnenwaben regelmäßig ausschneiden und dort den Bautrieb und dieEiablage beobachten.Schwarmstimmung – SchwarmverhinderungZiel ist es, die Volksstärke möglichst ungeteilt zu erhalten und das Schwärmen zu verhindern.Bei anhaltend schlechten Wetterbedingungen, mäßiger Tracht oder bei einer Trachtpausenach einer Volltracht und/oder ungenügenden Platzverhältnissen kann dasSchwarmgeschehen ausgelöst werden. Die Bienen drängen die Königin angeblaseneWeiselnäpfchen zu bestiften.Kontrolliert man die Völker alle neun Tage und findet Eier oder bereits Larven in denWeiselnäpfchen, kann durch Ausbrechen der Weiselnäpfchen und der oben genanntenMaßnahmen der beginnende Schwarmdusel gebremst werden. Zum Ausbrechen derWeiselzellen ist es sinnvoll, den größten Teil der Bienen von den Waben in einer vorhergeschaffenen breiten Wabengasse abzustoßen, um keine Weiselzelle zu übersehen. BeiBeutensystemen mit 2 Bruträumen müssen unter Umständen 20 Waben durchgesehenwerden. Vorteil der großen Dadantbeute ist, dass man max. 12 Waben zu kontrollieren hat.Setzt dann wieder länger anhaltende Tracht ein, schafft man es meist die Völker mit jungenKöniginnen unproblematisch bis zum Ende der Saison weiterzuführen.Eine weitere Möglichkeit ist der Ausgleich der Volksstärke über den Tausch vonHonigräumen. Dazu wird der zweite Honigraum mit ansitzenden Bienen eines starkenVolkes, das erste Schwarmstimmung zeigt, mit dem zweiten Honigraum eines schwächerenVolkes getauscht.Finden sich bereits gedeckelte Weiselzellen im Volk sind schärfere Eingriffe nötig:KöniginnenablegerAus dem schwarmtriebigen Volk wird mit der alten Königin, zwei Brutwaben, je einer Pollen– und einer Futterwabe sowie Jungbienen ein Ableger gebildet. Die Weiselzellen auf diesenWaben werden ausgebrochen. Zusätzlich erhält dieser Ableger zwei Mittelwände ansBrutnest.In dem Restvolk werden alle Zellen bis auf eine ausgebrochen. Die später begattete Königinin diesem Volk kann im September durch Aufsetzen eines Ablegers mit guterNachzuchtkönigin ausgewechselt werden.Der SchwarmEin Schwarm zieht aus!Bei gutem Flugwetter zur Mittagszeit wundert sich der Imker am Bienenstand über dasSummen und den plötzlich vermehrten Flugbetrieb. In kürzester Zeit zeigt sich ihm einwahres Naturschauspiel: ein Schwarm zieht aus und der Himmel ist schwarz vor Bienen.Aufmerksam wird man nun beobachten in welchem Baum sich der Schwarm niederlässt.Dieser wird eingefangen, wenn er sich zu einer vollständigen Traube gesammelt hat.Einfangen und Pflege des SchwarmsEine leere Beute mit Boden und Deckel sollte bereitgestellt sein. Mit dem Wasserzerstäuberwird die Traube nassgespritzt. Da die Beuten zum Einfangen des Schwarms zu schwer undunhandlich sind – je nachdem wo sich der Schwarm niedergelassen hat – hat sich bei uns eingroßer, blauer Müllsack als „Schwarmfangkiste“ bewährt. Diesen kann man gut um denSchwarm legen, um ihn dann abzuschlagen. Als nächstes wird der Sack in die bereitgestellteDetaillierte Arbeiten am Bienenvolk•Copyright 2008•Bienenzuchtverein Würselen•Seite 6 von 9


Beute entleert und diese mit dem Zwischendeckel verschlossen. Beginnen die danebengefallenen Bienen an zu sterzeln und in die Beute zu laufen, ist die Königin in derselbigen.Die anderen, zurückgebliebenen Bienen werden sich bald ebenfalls in der neuen Behausungeinfinden oder zurück in ihr Heimatvolk fliegen.Ziehen die Bienen wieder aus, konnte die Königin nicht mit eingefangen werden und derVorgang ist nach Sammeln zu einer Traube zu wiederholen.Der einlogierte Schwarm wird am Abend auf seinen neuen Standplatz gestellt und erhält nurMittelwände. Da die Bienen in ihrer Honigblase Reiseproviant für drei Tage und noch keineausgebauten Zellen für die Aufnahme des Futters haben, muss der Schwarm erst ab demdritten Tag gefüttert werden. Ausnahme: Die Trachtverhätnisse sind besonders gut.Nach 8 – 10 Tagen ist eine Kontrolle des Schwarms auf Weiselrichtigkeit, Wabenbau,Futtervorräte und Platzangebot (Wabenanzahl) nötig.Pflege des abgeschwärmten VolkesAllein durch Abnehmen des Deckels vom Honigraum lässt sich das abgeschwärmte Volkerkennen. Das so geschwächte Volk kann die Tracht durch Sammelbienenverlust nicht mehrnutzen. Honigzargen mit wenig verdeckelten Waben gibt man einem anderen Volk.Im Brutraum muss kontrolliert werden, ob sich bereits eine geschlüpfte Königin im Volkbefindet. Dies erkennt man an der geöffneten Weiselzelle mit anhaftendem Deckelchen.Wenn man noch ausgebissene Zellen findet oder das Tüten einer Königin vernimmt, ist dieSituation im Volk eindeutig. Alle weiteren Zellen werden ausgebrochen.Findet man nur gedeckelte Zellen bricht man alle bis auf eine aus.Zwei Wochen nach dem Schlüpfen der Königin wird auf Weiselrichtigkeit kontrolliert. DieKönigin sollte nun begattet sein. Bei Weisellosigkeit wird das Volk mit einem Ablegervereinigt.HonigerntePrüfung auf ReifeDie zur Schleuderung entnommenen Honigwaben müssen mind. zu 2/3 verdeckelt sein undbei der Stoßprobe darf kein Honig herausspritzen.Eine genaue Feststellung des Wassergehaltes kann nur mit dem Einsatz des Refraktometerserreicht werden. Beim Messen mit dem Refraktometer muss zunächst eine Mischprobegebildet werden; der Honig muss klarflüssig sein. Der Wassergehalt darf lautQualitätsrichtlinien des D.I.B. max. bei 18% liegen ( laut Honigverordnung bei max. 20% ).Entnahme der WabenDie Entnahme des Honigs erfolgt an einem guten Flugtag, da die Bienen dann beschäftigt undweniger stechlustig sind. Ebenso muss eine Trachtpause herrschen, damit kein frischeingelagerter Nektar mit in den zu entnehmenden Honig gelangt.Bei der Entnahme der Honigwaben erfolgt über eine Bienenflucht. Diese wird unter den zuentnehmenden Honigraum gelegt und nach 2 Tagen kann der bienenleere Raumabgenommen werden. Bei der Honigernte nur wenig Rauch anwenden und keine starkriechenden Mittel verwenden, die die Bienen vertreiben (Fabi-Spray). Denn Honig – vorallem der unverdeckelte – nimmt leicht diese Gerüche an.SchleuderraumDer Schleuderraum soll hell, sauber, trocken und bienendicht sein. Fremdgerüche sind zuvermeiden (rauchen etc.). Ein Wasseranschluss muss vorhanden sein, um ein häufigesDetaillierte Arbeiten am Bienenvolk•Copyright 2008•Bienenzuchtverein Würselen•Seite 7 von 9


Händewaschen oder das Reinigen von Geräten zu ermöglichen. Bei der Verarbeitung vonLebensmitteln/Honig stellt die Lebensmittelhygiene-Verordnung auch hohe Anforderungenan die persönliche Sauberkeit des Imkers. Demnach muss er entsprechend saubereSchutzkleidung (Kopfbedeckung, Kittel, Hose, Schuhe) über der normalen Kleidung tragen.Alle Geräte, die zur Be – und Verarbeitung von Honig benutzt werden, müssen auslebensmittelhygienischen Gründen aus Edelstahl oder lebensmittelechtem Kunststoff sein!SiebeDas runde Doppelsieb wird meist auf einen Honigeimer aufgelegt, der unter den Abflusshahnder Schleuder gestellt wird.Sinnvoller ist die Kombination von grobem Rundsieb und feinem Spitzsieb aus Nylon,welche über dem Abfüllkübel hängen.Die Reinigung der zum Schleudern benutzten Geräte erfolgt erst mit kaltem Wasser, um dasWachs zu entfernen und dann mit heißem Wasser. Die Geräte sind anschließend zu trocknen.RührverfahrenDas Rühren des Honigs ist die gebräuchlichste Methode einen feincremigen Honig zuerhalten.Die ersten Kristalle bilden sich meist nach einigen Tagen am Boden und an den Wänden desGefäßes.Durch das Rühren entstehen feine Kristalltrümmer, die gleichmäßig im Honig verteilt werden.Damit ist ihr Wachstum auch räumlich begrenzt, die einzelnen kleinen Kristalle behindernsich gegenseitig und bilden zum Schluss der Kristallisation ein dicht verzahntes Netz. DieGefahr einer Entmischung in Trauben – und Fruchtzuckeranteile ist minimiert.Die Dauer des Rührens ist abhängig von der Raumtemperatur –am besten bei14-16°C -, von den Anteilen der Zuckerarten – Rapshonig hat viel Traubenzucker undkristallisiert schnell – und vom Wassergehalt – hoher Wassergehalt verlangsamt dieKristallisation.Der wichtigste Teil des Rührens erfolgt, wenn sich die ersten grauen, perlmuttschimmrigenSchlieren im Honig zeigen. Jetzt muss der Honig täglich für wenige Min. gerührt werden.Diesen Vorgang wiederholt man, bis der Honig eine einheitliche Färbung aufweist und geradenoch so flüssig ist, dass er sich leicht abfüllen lässt. Vor dem Abfüllen muss der Honig nacheiner Ruhezeit von mind. 1 Std. abgeschäumt werden.ImpfenEine einfachere Art fein kristallisierten Honig zu gewinnen, ist das Impfen. Dafür benutztman einen bereits feinkristallinen Honig – z.B. Rapshonig – als sog. Starter. Die Menge desStarters beträgt etwa 10% des zu behandelnden Honigs und ist abhängig vomTraubenzuckeranteil und vom Wassergehalt des Honigs.Der Starterhonig wird vor dem Impfen so leicht erwärmt, dass die feinen Kristalle auf jedenFall erhalten bleiben, der Honig aber fließfähig ist. Der Starter wird dann mit einer kleinenMenge des flüssigen, zu behandelnden Honigs verrührt und zum Schluss dem abgeschäumtenHonig im Abfüllkübel hinzugefügt und sorgfältig untergerührt, bis eine homogene Masseentsteht. Der so geimpfte Honig braucht in den folgenden Tagen nur für wenige Minutentäglich gerührt zu werden. Bei fester werdender Konsistenz wird er dann abgefüllt.Wird der Honig in Lagergefäße umgefüllt, muss der Honig am nächsten Tag nochmalsabgeschäumt werden.Detaillierte Arbeiten am Bienenvolk•Copyright 2008•Bienenzuchtverein Würselen•Seite 8 von 9


LagerungZur Lagerung des Honigs sind luftdichte Gefäße zu empfehlen, da der Honig hygroskopischist. Die angebotenen Kunststoffeimer und – hobbocks sind nicht luftdicht. Ideal, aber leidersehr teuer, sind Edelstahlgefäße mit dichtem Spannverschluss.Der Lagerraum sollte kühl – ca. 15°C – frei von Fremdgerüchen und dunkel sein. Ideal isteine Luftfeuchtigkeit von 55%.HMFHydroxymethylfurfural ist ein Abbauprodukt des Fruchtzuckers und kommt in geringenMengen natürlicherweise im Honig vor. Durch Hitzeeinwirkung oder unsachgemäßeLagerung wird die Bildung von Hydroxymethylfurfural beschleunigt. Der HMF-Gehalt istdemnach ein Qualitätsparameter des Honigs.AbfüllenBeim direkten Abfüllen in Verkaufsgebinde können nach der endgültigen Kristallisation sog.Blüten im Honig auftreten; dies sind natürliche Erscheinungen und haben keineQualitätsminderung zur Folge. Die sog. Blüten sind Lufteinschlüsse und Aufhellungen derKristalle.Diese sog. Blütenbildung lässt sich jedoch vermeiden, wenn der Honig zunächst in größerenGebinden gelagert wird und vor dem Abfüllen in Verkaufgebinde bei max. 40°C erwärmtwird.Das Erwärmen erfolgt in Honigwärmeschränken oder mit Hilfe eines Melitherm - Gerätes.Ein Erwärmen im Wasserbad verbietet sich.Beim Abfüllen in die Verkaufsgebinde ist zu beachten, das der Abstand zwischen Glas undAbfüllhahn nicht zu groß ist, um so wenig Luft wie möglich einzuarbeiten.Die korrekte Füllmenge ist mit Hilfe einer geeichten Waage zu ermitteln.Die Gläser werden auf einer waagerechten Fläche abgestellt und zugeschraubt.Dann erfolgt das Anbringen der Gewährverschlüsse mit der Adresse des Imkers, einerChargennummer und dem Mindesthaltbarkeitsdatum. Alsdann werden die Gläser in denLagerraum verbracht.Detaillierte Arbeiten am Bienenvolk•Copyright 2008•Bienenzuchtverein Würselen•Seite 9 von 9

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