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osnanet

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1


Jagdszenen aus Böhmen und Mähren -

ein fotografischer Reisebericht

Bekannte äussern gerne, dass

meine Leidenschaft die real

existierende Eisenbahn zu

fotografieren vergleichbar sei mit

dem Jagdverhalten der ganz

frühen Vorfahren. Damals floß

Blut, heute nur die Elektronen in

der Digitalkamera. Soweit zur

Erläuterung des Titels einer 14

Tage dauernden Reise durch

Südböhmen und Südmähren.

Die Reiseplanung war auf eine

Symbiose von privater

Verpflichtung und fotografischer

Neigung abgestimmt. Als

Startpunkt war erneut Klatovy

festgelegt. Nach immerhin 640 km

Anreiseweg konnte bei einem der

Aktivierung der Gehwerkzeuge

dienenden Spaziergang an der

Haltestelle Klatovy mesto der aus

Susice kommende Zug 17524 mit

dem 842 007 aufgenommen

werden. In dem an Häßlichkeit

kaum zu überbietenden

Industriegebiet, das durch die alte

und neue Molkerei, eine Kaserne

und die Skodawerke begrenzt

wird, kam im letzten Licht noch

der 831 217 als Zug 17526 aufs

Bild.

Um 15.12. Uhr war

der 842 007 in

Horazdovice

predmesti abgefahren.

Pünktlich um

16.36 Uhr kam er in

Klatovy mesto an.

Das kleine Bahnhofsgebäude

beherbergt

ein „Restaurace“, das

in den Mittagsstunden

sehr gut

frequentiert wird.

Für den Gegenzug

reichte der 831 217.

Die in Höhe der

ersten Etage

verlaufenden Rohre

dienen der

Fernwärmeversorgung.

Die abzweigenden

Industrieanschlüsse

lassen keine Nutzung

erkennen.

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Der nächste Tag war für die

Eisenbahn im Raum Klatovy

reserviert. Die eigentlich

geplanten Winteraufnahmen

entfielen mangels Schnee. Was lag

näher, als den Tag in Janovice nad

Ulavou zu beginnen. Zwischen

8.56 Uhr und 9.29 Uhr sind in

dem kleinen Bahnhof, der

eigentlich in der Ortschaft Vesely,

vier Zugfahrten zu erleben. Am

18.2.07 ergab sich folgender

Ablauf: Um 8.56 Uhr trifft der Zug

17545 aus Domazlice ein (810

676). Um 9.19 Uhr trifft der

Gegenzug 17544 aus Klatovy ein

(814 015). Um 9.22 Uhr lief dann

pünktlich der 7547 aus Zelezna

Ruda ein. Zuglok war die 754 015.

Der Gegenzug 7504 aus Klatovy

traf um 9.27 Uhr ein und nahm

viele Umsteiger aus Domazlice

auf. Um 9.28 Uhr erfolgte die

Abfahrt Richtung Zelezna Ruda.

Nun war Zeit für

Detailaufnahmen der

Bahndienstgebäude und des

Herrenhauses in Vesely sowie der

historischen Gebäude in Janovice

nad Ulavou.

Einfahrt des 810 676

in Janovice nad

Ulavou. Der 810 war

mit einer

Jugendgruppe auf der

Fahrt nach Zelezna

Ruda sehr gut besetzt.

Vorbei am Stellwerk

und der alten Signaltechnik

fährt die 754

015 mit ihrem Zug

aus Zelezna Ruda in

Janovice nad Ulavou

ein.

3


Die regionova-Züge

814/914 014 und 814/

914 015 gehören

inzwischen um

Klatovy zum normalen

Erscheinungsbild

und sie sind als recht

fotogen zu bezeichnen.

Ein Ausschnitt aus

dem aktuellen Bildfahrplan

verdeutlicht

die Fahrbewegungen

rund um 9.00 Uhr im

Bahnhof Janovice nad

Ulavou.

Der Bahnhof Janowirz

auf einer Karte aus

dem Jahre 1878.

Quelle:

© 1 st (2 nd ) Military Survey,

Section No. xy, Austrian State

Archive/Military Archive, Vienna

© Geoinformatics Laboratory,

University of J.E.Purkyne - http:/

/www.geolab.cz

© Ministry of Environment of

Czech Republic - http://

www.env.cz

4


Von Janovice nad Ulavou ging es

weiter nach Desenice. Die hier

geplanten Brückenaufnahmen

fielen dem ungünstigen

Sonnenstand zum Opfer.

Trotzdem bieten sich nette Motive

an. Typisch für die in den

Böhmerwald führenden Strecken

sind die in Abständen

vorhandenen Wärterhäuser. Da

diese Häuser für die

Betriebssicherheit der Bahn nicht

mehr benötigt wurden, sind die

meisten zu Wohn- oder

Wochenendhäusern umgebaut

worden.

Unten:

Die 754 015 mit dem Zug 7542

kurz vor der Ortschaft Desenice.

Im Hintergrund rechts eines der

nun privat genutzten

Wärterhäuser.

Als Beispiel für die Wärterhäuser

ein Ausschnitt aus einer Karte des

Jahres 1878 von der Ortschaft

Deschenitz/Desenice an der Pilsen-Priesner-Bahn.

Quelle:

© 1 st (2 nd ) Military Survey, Section No. xy, Austrian

State Archive/Military Archive, Vienna

© Geoinformatics Laboratory, University of

J.E.Purkyne - http://www.geolab.cz

© Ministry of Environment of Czech Republic -

http://www.env.cz

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Zu einem Fotoaufenthalt in Klatovy

gehören natürlich die Brücken

der Strecke nach Domazlice. An

der Stichstrasse nach Smrzovice

fand sich ein Parkplatz. Gleich

daneben steht ein 1915 errichtetes

Denkmal, mit dem an die vor 500

Jahren erfolgte Verbrennung des

tschechischen Reformators Jan

Hus in Konstanz am Bodensee

Noch wird der 831 229 von Klatovy aus eingesetzt.

Auf diesem Foto vom 18.02.07 wartet er auf die

Abfahrt Richtung Horazdovice.

gedacht wird. Zeitgleich wurde das

große Hus-Denkmal auf dem

Altstädter Ring (an Stelle einer

Mariensäule) in Prag eingeweiht.

Mit der Bildung der Tschechoslowakischen

Republik erklärte diese

1925 den 6. Juli zum Staatsfeiertag,

worauf der Vatikan für drei

Jahre seine diplomatischen Beziehungen

mit dem „Ketzerstaat“

unterbrach. Die Verbrennung von

Jan Hus in Deutschland ist zwar

im Bewusstsein der Tschechen,

aber da das Geschehen im kirchlichen

Bereich angesiedelt war,

kaum zu einem Problem zwischen

Deutschen und Tschechen geworden.

Das blieb den Ereignissen

späterer Jahre überlassen.

1915 wurde dieses Denkmal zur Erinnerung an die

vor 500 Jahren erfolgte Verbrennung von Jan Hus in

Konstanz errichtet.

Unten: Auch der regionova macht sich auf der Fahrt nach Domazlice recht gut auf dem Viadukt zwischen

Loucim und Dibrikov.

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Bei der Weiterfahrt in Richtung

Brno war ein bierfreier Halt in

Ceske Budjeovice angesagt.

Druckerzeugnisse über die tschechische

Eisenbahn sollten gesucht

und gekauft werden. Was die

Preise der Bücher angeht, ist der

Slogan vergangener Tage „einholen

und überholen“ Wirklichkeit

geworden. Die Preise der

Eisenbahnbücher haben Weltniveau

erreicht. Da heisst es einfach

Zähne zusammenbeissen und das

Portemonnaie öffnen. Die Auf-

teilung der Familie in Shopper

und Eisenbahner ließ Zeit für

einen kurzen Besuch des Bahnhofs

und einige Aufnahmen

zufälligen Inhalts.

Der mit Postreklame

versehene 810 510

wartet im Bahnhof

von Ceske Budejovice

auf seinen nächsten

Auftrag.

Hier stellt sich die

Frage: Was ist das?

Ein baugleicher

Wagen stand in Brno

hinter Postwagen

nicht fotografierbar

abgestellt. Fahrzeugnummern

waren

nicht ablesbar.

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Die Weiterfahrt über Trebon und

Jindrichuv Hradec verlief

„eisenbahnlos“. Selbst der Kontakt

zur Schmalspurbahn bei Kunzak

begnügte sich mit der Unterquerung

der neuen Eisenbahnbrücke.

Dann gab es doch wieder etwas

für das Auge und den Fotoapparat.

Letzterer, der einmal auf einem

mittelalterlichen Markt von einer

jungen Bäckersfrau als Schnellzeichengerät

benannt worden war,

findet in Slavonice ausreichend

Betätigung. Im Bahnhof stand ein

Güterzug zur Abfahrt in Richtung

Telc bereit.Auf vielen kleinen

Bahnhöfen bot sich das gleiche

Bild: Holzverladung auf Wagen

der CD.

Die Gleisseite des Bahnhofs in Slovonice. Unter dem Vorbau befindet

sich die rechts abgebildete Hebelbank.

Festungsartig gesichert zeigt sich

das Bahnhofsgebäude. Davor die

Hebelbank für die Ausfahrsignale

in Richtung Telc.

Der 810 hatte vor wenigen

Minuten den Bahnhof

Slavonice verlassen.

Bald wird die 714 016

mit ihrem mit Holz

beladenem Zug

ebenfalls den Bahnhof

verlassen.

8


Von Slavonice ging die Fahrt in

Richtung Jemnice. Kurz hinter

Slavonice kam die Erinnerung an

das Jahr 1972 wieder hervor.

Damals war unbedingt ein kleines

Geschäft angesagt. Also abbiegen

auf einen Feldweg und am

Waldesrand anhalten. Doch noch

vor Beginn der geschäftlichen

Transaktionen mußten diese

wieder abgebrochen werden. Ein

dezentes Hüsteln von zwei gut

getarnten Bewachern der

sozialistischen Grenze waren der

Grund. Damit wurde klar, wie

weit wir uns der Grenze zu

Österreich genähert hatten.

Der vierte Tag war während der

Sonnenstunden für Aufnahmen

zwischen Namest und Okrisky

reserviert. Der Tag entsprach

damit dem Klischee der

Jagdszenen aus dem Titel. An der

Brücke über die Oslava bei Namest

wurde die erste Position bezogen.

Noch lag Raureif auf den Bäumen

und ein leichter Nebel kämpfte

mit den schon vorhandenen

Sonnenstrahlen. Aus Brno kam

die 754 043 mit dem Zug 4806

und aus Jihlava kam der 854 001

als Zug 4841. Die nächsten

Aufnahmen entstanden dann im

Bahnhof von Namest nad

Oslavou. Der Zug 4826 mit dem

854 222 aus Brno endet in

Namest. Aus Jihlava kam die 754

062 mit dem R664 nach Brno. In

Studenec bemühte sich die 742

122 einen Wagen in die richtige

Position für die Holzbeladung zu

bringen. Die in Vladislav

vorgesehe Aufnahme mit der

grossen Brücke musste entfallen.

Durch die Ofenheizung lag eine

sehr starke Rauchwolke über dem

gesamten Dorf, die eine sinnvolle

Aufnahme unmöglich machte. An

der Haltestelle in Vladislav, die

den abgelegenen Bahnhof ersetzt,

konnte der 854 201 aufgenommen

werden. Von der Strassenbrücke

nach Smrk war der 954 002/854

025 auf der Fahrt nach Jihlava

abzulichten.

Im Morgennebel: 754 043 aus Brno. Der 854 001 fährt als 4841 nach Brno.

Die oberhalb der

Ortschaft Vladislav

verlaufende Strecke

unterquert die Straße

nach Smrk in einem

Einschnitt.

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Trebic kann als Mittelbahnhof für

die Strecke Jihlava - Brno

bezeichnet werden. Das ehemalige

jüdische Viertel der Stadt gehört

zum Unesco-Kulturerbe. Die Stadt

ist insgesamt einen Besuch wert.

Der schon lange gehegte Vorsatz,

die Windmühle in Trebic

zusammen mit der Eisenbahn und

die große Brücke über das Tal bei

Borovina zu fotografieren, konnte

realisiert werden. Die

Eisenbahnbrücke ist, so wird in

Trebic erzählt, bei Selbstmördern

beliebt. Völlig unverständlich ist

die Benutzung der Brücke durch

Fußgänger. Dies geschieht trotz

einer gewaltigen eisernen

Umzäunung. Dies war auch beim

Befahren der Brücke durch die 754

042 so. Der Triebfahrzeugführer

gab ein dreimaliges

Achtungssignal, und der

Fußgänger beugte sich weit über

das Geländer hinaus und ließ den

Zug passieren. Ich möchte wissen,

wie eine vergleichbare Situation

bei der DB abgelaufen wäre.

Die 754 042 passiert

die Brücke in

Richtung Jihlava.

Zum Zeitpunkt dieser

Aufnahme befand

sich ein Fußgänger

direkt hinter der Lok.

Die Brücke in ihrer

ersten Ausführung

auf einer historischen

Postkarte.

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Ursprünglich war es eine hölzerne, holländische Windmühle, heutzutage steht die Stein-Ziegel-Mühle an der

Eisenbahnstrecke von Trebic nach Jihlava. Sie wurde im Jahr 1836 von den Gebrüdern Budischowsky gebaut.

Das Gebäude ist zur Zeit zwar nicht zugänglich, ist aber trotzdem sehr sehenswert. Die 742 043 auf der Fahrt

von Jihlava nach Brno passiert die Mühle.

Der 954 003 bei der

Ausfahrt aus dem

bahnhof Trebic in

Richtung Jihlava.

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Als nächste Fotostation stand

Okrisky auf dem Programm. Hier

treffen die Strecken aus Znojmo,

Jihlava und Brno zusammen.

Entsprechend gibt es immer etwas

zu fotografieren. Der Bahnhof ist

als Inselbahnhof angelegt. Das

Bahnhofsgebäude steht inmitten

einer großen Zahl von Verkehrs-

Die 742 398 wartet in Okrisky auf ihren nächsten

Einsatz.

gleisen. Einen Tag vor meinem

Aufenthalt dort war der Bahnhof

zu Fernsehehren gekommen. Die

Mannschaft eines

Güterzugbegleitwagens hatte die

im Wagen vorhandene Ofenheizung

auf den gesamten Wagen

ausgedehnt und damit sein Ende

besiegelt. Das Fernsehen fand das

Ereignis berichtenswert. Von

Okrisky aus erfolgte dann noch

ein kurzer Abstecker zur Haltestelle

Hvezdonovice und zum Bahnhof

Starec an der Strecke nach

Znojmo, womit der Tag dann

endete.

Der ausgebrannte Güterzugbegleitwagen. Selbst der

Feuerlöscher, im Vordergrund erkennbar, ist ein Raub

der Flammen geworden.

Der 810 222 ist aus Znojmo in Okrisky angekommen und setzt für die Rückfahrt um. Die Schranke der zum

Empfangsgebäude führenden Stichstrasse wird dazu nicht geschlossen.

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Kurz vor der Haltestelle Hvezdonovice hat der 810

222 sein Ziel, den bahnhof Okrisky, fast erreicht.

Diese Rückansicht des gleichen Zuges zeigt das

Haltestellengebäude.

Weitläufig sind die Anlagen im Bahnhof Starec. Ein Fahrgast wollte den 810 222 in Richtung Znojmo benutzen.

Neben dem Triebfahrzeugführer und dem Zugbegleiter stellte die CD dafür auch noch im Bahnhof den

Bahnhofsvorstand, den Stellwerksbeamten und den Abfertigungsbeamten, letztere alle in einer Person.

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Die Strecke Studenec - Velke

Mezirici hatte ich vor 25 Jahren

bereits besucht, nun stand ein

neuer Besuch an. Es ist noch

immer ein Erlebnis Nebenbahn

pur. Die Trasse verläuft durch ein

landschaftlich eigenwilliges

Gebiet, in dem statt Feldfrüchte

Steine zu wachsen scheinen. Alle

Ackerflächen werden durch aus

dem Boden ragende Findlinge

unterbrochen. Diese erreichen

zum Teil die Größe von kleinen

Häusern. Kleine Teiche und viele

Kiefernwälder verleihen dem

Der 810 076 steht abfahrbereit im Bahnhof von Velke

Mezirici. Der Bahnhof erscheint reichlich überdimensioniert.

Auf seiner Fahrt in Richtung Studenec hält der 810

076 für einen Fahrgast in Budikov.

Gebiet einen gewissen Reiz. An

vielen Stellen kommt es zur

starken Freisetzung von Radon.

Radon wurde 1900 erstmals von

Friedrich Ernst Dorn entdeckt.

Überlegungen einzelne Dörfer

umzusiedeln wurden diskutiert,

dann aber wieder zu den Akten

gelegt. In Budisov, dem

Streckenmittelpunkt, ist ein MUV

69 stationiert. Der von dort aus

die Strecke abgehende

Streckenläufer wurde in Pozdatin

angetroffen. Er wollte sich aber

bei seinem Gang nicht

fotografieren lassen. Der 810 076

konnte als Zug 24931 in Velke

Mezirici, Budikov und Pozdatin

aufgenommen werden. Eine

kleine Verspätung bei der Ankunft

in Studenec brachte den Zügen

4810 mit 854 001 und einem

weiteren 854 in Richtung Brno

eine Verspätung von zwei

Minuten ein. Der 810 076 machte

sich sofort nach der Abfahrt seiner

größeren Kollegen an die

Rückfahrt nach Velke Mezirici.

Vor der Kulisse der Ortschaft Vlcatin fährt der 810

076. Nach weiteren ca. zwei Kilometer erreicht er den

Bahnhof Rudikov.

Im Vordergrund einer der aus der Landschaft „herauswachsenden“

Steine. Im Hintergrund ist die

Ortschaft Budikov zu sehen.

14


Der MUV 69.1 237 im

Bahnhof Budisov

bereit für seinen

nächsten Einsatz zur

Streckenunterhaltung.

Bei Pozdatin ist ein Teichgebiet zu umrunden. Nach dem Abfischen vor Weihnachten hat der Wasserstand

seine alte Höhe noch nicht erreicht. Nur wenige Minuten dauert die Fahrt bis zum Endpunkt der Strecke in

Studenec.

15


Moravske Budejovice ist nicht mit

der böhmischen

Namensschwester vergleichbar.

Die Stadt verfügt über ein

sehenswertes

Handwerkermuseum und viele

mittelständische

Industriebetriebe. Sogar die Dr.

Oetker-Werke sind dort mit einem

Zweigbetrieb vertreten. Dies

verwundert nicht, denn bereits in

der ersten Republik wurden nach

Dr. Oetker-Rezeptbüchern und mit

Materialien dieser Firma

gebacken. Vom Bahnhof der Stadt

aus beginnend sollte die Strecke

nach Jemnice dokumentiert

werden. Die nur wenigen

Zugfahrten auf dieser Strecke

ließen den Zug 24858 um 11.07

Uhr ab Moravske Budejovice und

den Zug 24859 um 12.13 Uhr ab

Jemnice für das Vorhaben am

sinnvollsten erscheinen. Der

Nebel hatte ein Einsehen und zog

sich zurück. Die Sonne ließ sich

trotzdem nicht blicken, was aber

kein Grund war, nicht zu

fotografieren. Der 24858 beginnt

seine Fahrt nach den Anschlüssen

mit dem 24806 aus Znojmo (810

222) und dem 24807 aus Okrisky

(742 100). Parallel zur Straße nach

Jemnice verläuft die 21 Kilometer

lange Strecke. Erstaunlich waren

die vielen Fahrgäste auf der

Gesamtstrecke. Zwischen

Moravske Budejovice und Jemnice

begann der Versuch, eine Balance

zwischen fahren, parken,

fotografieren und wieder fahren

zu finden. In Jakov, Trebelovice

und Jemnice konnte so der

ankommende Triebwagen

aufgenommen werden. Jemnice

verfügt über ausgedehnte

Bahnanlagen, die aber nur noch

wenig in Anspruch genommen

werden. Auch der Militärverkehr

zur Kaserne in Jemnice gehört der

Vergangenheit an. Das

Streckengleis endet direkt neben

Die 742 100 mit zwei Beiwagen als Zug 2480 in Richtung Okrisky.

der Teefabrik Jemca, deren

Produkte von den westlichen

Monopolisten vom Markt

verdrängt worden sind. Noch sorgt

der aus Jemnice kommende Tee

für einen hohen Bekanntheitsgrad

des Ortes in Tschechien. Die Stadt

selber zeigt sich mit einem

schönen restaurierten Marktplatz

und dem Schloß von seiner

schönsten Seite. Für die Rückfahrt

war nur der Ort Dedice

eingeplant, um vor dem

Triebwagen bei der nächsten

Zugkreuzung in Moravske

Budejovice zu sein. Dort bot sich

dann das gleiche Bild. Es

bestanden wieder

Umsteigemöglichkeiten nach

Znojmo und nach Okrisky. Es

handelte sich um die gleichen

Fahrzeuge wie bei der Hinfahrt,

die nun wieder zu den

Ausgangspunkten ihrer Fahrt

zurückfuhren.

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Als Zug 24806 war der 810 222 mit dem in Znojmo-Wappenwagen auf der Fahrt Richtung Okrisky.

Der 810 421 hat als Zug 24828 die Haltestelle Jackov erreicht.

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Der 810 421 hat auf der Fahrt nach Jemnice den

Bahnhof Trebelovice erreicht. Hier gibt es ein

Empfangsgebäude, Laderampen und einen Güterschuppen.

Der Endpunkt der Strecke ist erreicht. Im

Hintergrund eines der Gebäude der Teefabrik

„Jemca“.

In Dedice bietet sich dieses Motiv. Der 810 421 befindet sich auf der Rückfahrt nach Moravske Budejovice.

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Für den 26.02.07 war eine Fahrt in

die mährische Hauptstadt Brno

angesetzt. Groß war das Erstaunen

dann am Morgen: Der Winter

hatte Einzug gehalten. In der

Nacht zum Montag hatte es 13 cm

geschneit. Plan ist Plan, also los

nach Namest nad Oslavou. Von

dort erfolgte die Fahrt mit dem

Zug 4841. Bereits der Zug 4806 aus

Brno hatte 10 Minuten

Verspätung, und der in Trebic

eingesetzte 854 206 kam

verspätet, aber dazu passend in

Namest nad Oslavou an. Nach

einer Stunde war Brno erreicht.

Die Stadt Brno zeigte sich völlig

vom Schnee befreit. Alle Straßen

und Bürgersteige waren geräumt.

Lediglich im Bahnhofsbereich war

zwischen den Gleisen noch

Schnee vorhanden. Neben

Fotografien im Bahnhofsbereich

sollten auch Aufnahmen von der

Straßenbahn in Brno erstellt

werden. Vorrangig war aber ein

Besuch zweier Antiquariate

vorgesehen. Doch die

Enttäuschung war groß. Aus dem

ersten Antiquariat war ein Cafe

geworden. Im zweiten besuchten

Antiquariat war man auf

Belletristik umgestiegen und

Eisenbahn war zu einem

Fremdwort geworden. Schade, alte

Zeichnungen, Postkarten,

Fahrpläne, Bücher und

Schriftstücke waren sonst die

Ausbeute gewesen. Enttäuschend

auch der Besuch im bisherigen

Stammlokal. Persönlich muß für

Brno also eine Umorientierung

erfolgen. Natürlich bleibt die Stadt

auch weiter als Reiseziel auf der

Liste.

Auf dem Weg nach

Jihlava fährt die 754

043 als Zug 4806 in

den Bahnhof von

Namest nad Oslavou

ein.

Der 854 206 als Zug

4841 bei der Einfahrt

in den Bahnhof

Namest nad Oslavou.

Der Triebwagen trägt

den Frauennamen

„Vladka“

19


Im Bereich der Bahnpost war die 210 008 zu fotografieren. Der Triebfahrzeugführer der 750

144 erhält schriftlich die letzten

Anweisungen. Dann wird er seine

Fahrt Richtung Breclav beginnen.

Die 263 080 ist mit ihrem Zug aus

Richtung Prag soeben in den

Bahnhof von Brno eingelaufen.

In markanter Farbgebung zeigt

sich der 850 001 im Bahnhof der

Stadt Brno. Dieser restaurierte

Triebwagen im historischen

Anstrich wird für Sonderfahrten,

aber auch im Plandienst

eingesetzt. Er wurde 1962 mit der

Fabrik-Nr. 63739 gebaut.

20


Brno verlassend blieb bis zur

Rückfahrt am 2.3.07 noch Zeit für

Besuche (zum Teil das zweite Mal)

in Okrisky, Trebic, Sebkovice,

Kralice und Hrusovany nad

Jevisovkou. Zu Kralice muß noch

das dort befindliche Museum

erwähnt werden. Es befaßt sich

mit dem Druck der ersten

tschechischen Bibel, die hier

Schneefrei zeigte sich

der Bahnhofsvorplatz

am 26.2.07 bereits ab

Mittag. Die weiße

Pracht war nur von

kurzer Dauer. Auf

dem Foto ist der

Wagen 1581 in der

zweiten Besetzung

abgebildet. Der 1966

von Tatra gebaute T3

kam 1988 aus

Olomouc nach Brno.

Dort hatte er die

Nummer 121.

gedruckt wurde. In Hrusovany n.

J. treffen die Eisenbahnstrecken

aus Brno, Breclav, Znojmo und

Hevlin zusammen. Entsprechend

dicht ist die Zugfolge, sodass ein

Besuch dort immer lohnt. Einige

Aufnahmen von dieser Woche

sollen den Bericht abschließen.

Unweit der Ortschaft Krahulov

zieht die 754 041 den Zug 4813

aus Jihlava nach Brno. Der Zug

quert die Straße nach

Hvezdonovice.

Die 754 043 als Zuglok vor dem

R667 „Junak“ (Pfadfinder) bei der

Einfahrt in den Bahnhof Trebic in

Richtung Brno fahrend.

21


Der Zug 4826 am

28.02.07 bestehend

aus 954 003 und 854

209 verläßt den

Bahnhof von Kralice

in Richtung Namest

nad Oslavou.

Noch etwas Winterstimmung

bietet

diese Aufnahme vom

28.2.07. Die 754 074

zieht den Zug R669

bei Namest nad

Oslavou in Richtung

Brno.

Von Okrisky kommend

fährt der 810

421 als Zug 24811 auf

dieser Aufnahme

vom 28.2.07 auf die

Haltestelle Sebkovice

zu. Das Fahrtziel ist

Znojmo.

22


Der 809 232 pendelt

zwischen Hrusovany

n. J. und Hevlin. Die

Aufnahme vom

1.3.07 zeigt ihn auf

seine nächste Fahrt

als Zug 24510 wartend.

Der 842 001 ist

soeben als Zug 4508

aus Breclav kommend

in Hrusovany n. J.

angekommen. Die

Weiterfahrt erfolgt

nach Znojmo.

Von der Fußgängerbrücke

aus entstand

diese Aufnahme am

1.3.07. Links die mit

der historischen

Bezeichnung fahrende

T466 007. Sie zieht

zwei Wagen als Zug

4509 in Richtung

Breclav. In der Mitte

der 809 232 nach

Hevlin und rechts der

850 030 als Zug 4407

in Richtung Brno.

23


Der 850 015 als Zug 4404 bei der Einfahrt in den Bahnhof Hrusovany n. J. aus Brno kommend.

Der 854 012 im Bahnhof Okrisky. Er trägt den Frauennamen „Zuzka“.

24


Der Bahnhof auf einer Postkarte um 1910.

Unterschielich ist die Schreibweise des Namens.

Der Bahnhof im Jahre 2006. Aus der Dampflok ist

eine „Taucherbrille“ geworden.

Die Höhenangabe am Bahnhofsgebäude.

Die erste schriftliche Erwähnung über Okrisky

stammt aus dem Jahr 1371, aus dem Testament des

Markgrafen Jan Jindrich, eines Bruders Kaiser Karls

IV. Für die weitere Entwicklung der Gemeinde war

der Aufbau der Eisenbahn entscheidend. Der erste

Zug hielt auf dem Bahnhof von Okrisky am 26. 3.

1871 anlässlich der Probefahrt auf der Strecke der

Nordwestlichen Bahn von Jihlava nach Znojmo an.

An diese Strecke knüpfte im Jahr 1886 die Strecke der

Gesellschaft der staatlichen Bahnen an, die nach

Brünn führte. Die Eisenbahn brachte der Gemeinde

ein ständiges Wachstum der Bevölkerungszahl.

Karte der Ortschaft

und Bahnstation

Okrzischko (Okrizky)

aus dem Jahre 1877.

Nach links zweig die

Strecke nach Znojmo

ab. Rechts führt die

Strecke nach Brno

und nach oben geht

es nach Jihlava.

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