Schwieriger Kurs - Continental ReifenMagazin

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Schwieriger Kurs - Continental ReifenMagazin

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Die Zeitschrift für Kunden der Continental AG Nr.2 April 2002

€ 2,95 sFr 5,80

Schwieriger Kurs

Mittelständler geraten durch bürokratische

Zwänge unter Druck. Reifenhändler

formulieren ihren Widerspruch

INTERVIEW

Peter Hülzer

über die Lage

des Handels

EXTRA Broschüre mit Tipps für Endverbraucher rund um den Sommerreifen


A

E D I T O R I A L

DER KRANKE MANN

ußerhalb Deutschlands wird dieses schöne Land, in dem wir wohnen, arbeiten, produzieren

und managen, zunehmend als kranker Mann bezeichnet. Ernsthafte Therapievorschläge lauten:

Haushalte sanieren, Leistungen streichen, Subventionen kürzen, Erwerbsblockaden wegräumen,

Mittelstand stärken.

Auch in unserer Branche registrieren wir einige Krankheitserreger, die es vehement zu bekämpfen

gilt: Beispielsweise werden Autofahrern Dienstleistungen unter den Kosten angeboten, Hightech-

Produkte zu Dumpingpreisen in Verbindung mit unzureichender Vermarktungsqualität veräußert.

Nach Geschäftsabschluss werden Rohertragsausgleiche von der Industrie gefordert wie in anderen

Branchen Subventionen vom Staat. Schon denken die ersten Händler darüber nach, Leistungen

am Point of Sale zu streichen, anstatt ihren Kunden einen echten Mehrwert anzubieten, für den diese

bereitwillig zahlen. Dabei liegen die zusätzlichen Roherträge förmlich auf der Straße – oder besser

gesagt vor dem Werkstatttor. Doch statt sich diese engagiert zu erschließen, wenden sich viele

Hilfe suchend an die Industrie – immer verbunden mit dem Hinweis auf die gemeinsamen Interessen.

Natürlich macht Gemeinsamkeit stark. Fest steht aber auch: Händler und Lieferanten haben letztlich

eigene, unterschiedliche Aufgaben zu meistern.

Angesichts der drückenden Probleme, kann dies nur gelingen, wenn wir bereit sind, ausgetretene

Pfade zu verlassen. Das erfordert Mut zum Risiko, den Mut, Fehler einzugestehen, und den Mut,

sich von anderen Anbietern abzuheben. Wir müssen akzeptieren, dass wir dem Kunden dienen und

der Kunde selbst beurteilt, wie er die gebotene Leistung empfindet – und zunehmend vergleicht er

diese mit branchenübergreifenden Erlebnissen.

Noch brauchen wir keinen Notarzt um die diagnostizierten Krankheitserreger zu bekämpfen. Teilweise

können wir uns mit altbewährten Hausmitteln wie Fleiß, Verantwortungsbewusstsein, Dienstbereitschaft,

Zuverlässigkeit und Selbstsicherheit im eigenen Tun und Handeln selber kurieren. Alle

Beteiligten sollten nicht zögern, diese notwendige Kur gleich umzusetzen. Viel Erfolg.

Jescow von Puttkamer

ReifenMagazin 3


16

30

I N H A L T

Die Liberalisierung des Autohandels bringt das Gewerbe

um seine Privilegien – doch gleichzeitig birgt die Reform der

Gruppenfreistellungs-Verordnung neue Chancen für den

Reifenhandel. Risiken leider auch.

Chancen auf den zweiten Blick

Der innovative Sommerreifen

Vanco-10 für Transporter

und Reisemobile

ermöglicht Vans erstmals

Geschwindigkeiten von

bis zu 170 km/h. Gleichzeitig

bietet er erweiterte

Sichtheitsreserven.

4

Mit Sicherheit schneller

Das Bundesfinanzministerium hat den Umgang mit steuerlich

relevanten Unterlagen für Unternehmer in der elektronischen

Datenverarbeitung neu geregelt. Experten berichten,

was dabei beachtet werden muss und welche

Daten ins Archiv gehören.

34

Datenarchivierung ist Pflicht

Nr. 2 • April 2002 • 4. Jahrgang

3 Editorial

Jescow von Puttkamer

6 Dialog

Leserbriefe und Kommentare

8 News

Aktuelle Unternehmensmeldungen

14 Hintergrund

Runder Tisch für Winterreifen. GVO –

Der Autohandel wird liberalisiert.

18 Titelstory

Der Mittelstand. Erfolgsrezepte tradi-

tionsreicher Familienunternehmen.

24 Das Interview

Peter Hülzer, Geschäftsführendes

Vorstandsmitglied des BRV

29 Technik

Werkstattgespräch: Gerüstet für

die Umrüstung. Der Vanco-10.

Warum wohl ??!

32 Automotive

Innovative Dämpfungstechniken

34 Internet

Regeln für Elektronische Korrespondenz.

Net Links

38 Prisma

Barum-Cup. Genfer Automobilsalon.

Reifen 2002 in Essen. Preis der Vernunft.

75 Jahre Nürburgring

40 Marketing

Sommerreifen gekonnt vermarkten.

Die aktuellen Sommerreifen im Test.

50 Jahre Conti-Kalender – eine Zeitund

Kulturgeschichte

46 Management

ReifenCheck 2002. Der Reifenmarkt in

der Schweiz. Neuer Uniroyal-Auftritt

50 Unwucht

Kurioser Alltag

51 Echo Continental

Landreisen einst und jetzt

53 Continental spezial

Reifentipps für Autofahrer

40

So

46


mmerreifen vermarkten

Komplexe Details aus der Produktbeschreibung

überfordern potenzielle

Kunden im Verkaufsgespräch.

Wer die Fachsprache in nachvollziehbare

Argumente übersetzt, hat

bessere Karten.

ReifenCheck 2002

Zum dritten Mal seit dem Jahr 2000

findet im Juni mit Unterstützung der

Continental AG der ReifenCheck statt.

Erstmals angeschlossen hat sich der

österreichische Markt. Um der Aktion

zu durchschlagendem Erfolg zu verhelfen,

ist auch die Initiative des Handels

gefragt.

M E I N L I E B E R M A N N

Neulich im Reifen-Fachhandel: Der Familienbetrieb ist keineswegs ein Auslaufmodell.

Doch erfordert das kundenorientierte Arbeiten gelegentlich große Flexibilität von allen

Angehörigen, weiß Anton Glubsch.

IMPRESSUM

Herausgeber

Jescow von Puttkamer,

• Leiter Continental Reifen ERS-D/A/CH

Verantwortlich (iSdP)

Markus Burgdorf

• Leiter Öffentlichkeitsarbeit Reifen

Büttnerstraße 25,

30165 Hannover

Tel.: 0049-(05 11)-938-27 68

Fax: 0049-(05 11)-938-24 55

Konzeption, Redaktion, Layout

Redaktionsbüro Pilot:Projekt, Hannover

Leitung: Ute Dommel (Inhalt, Text),

Thomas Bungart (Chef vom Dienst)

Redaktion und Grafik: A. Bartel,

St. Bähnisch, A. Brehmeyer,

I. Eckelmann, N. Fecke, M. Brockamp,

C. Scholz, Th. Wilkens.

Redaktions-Sekretariat: Delia Thiel.

Fischerstraße 13, 30167 Hannover

Tel.: 0049-(0511)-700 91-0

Fax: 0049-(0511)-700 91-30

E-Mail: kontakt@reifenmagazin.com

Internet: www.reifenmagazin.com

Gesamt-Koordination Continental:

Bernhard Bamberger.

Koordination Continental Österreich:

Dagmar Deutsch

Koordination Continental Schweiz:

Renata Wiederkehr

Fotos

Archiv Continental, T. Bungart, Harald

Koch, Mario Pelizzolli, Collin Scholz

Druck

Hahn Druckerei GmbH & Co.

Ausgabe Nr. 2, 4. Jahrgang 2002

ReifenMagazin 5


6

D I A L O G

PLÄNE DES NÜCHTERNEN RECHNERS

Die Aussagen des Conti-Vorstandsvorsitzenden Manfred Wennemer in Ausgabe

1/2002 erzeugten beim Handel positive Resonanz.

Der Zukunft gewachsen

Selbstverständlich merke ich als

Händler, dass der Reifen-Fachhandel

neben den Autohäusern der

wichtigste Vertriebskanal für Conti

ist, wie Herr Wennemer andeutet.

Das liegt daran, dass sich das Verhältnis

zwischen der Continental

und dem Reifenhandel

in der letzten Zeit

deutlich verbessert

und gefestigt hat. Der

Grund dafür sind meines

Erachtens die erfolgreichenBemühungen

der Continental,

mit gezielten Maßnahmen

für ein gutes Klima zwischen

Reifen-Fachhandel und Konzern

zu sorgen. Außerdem bin ich

ebenso optimistisch wie Herr Wennemer:

Der Handel ist dem Reifen

der Zukunft definitiv gewachsen.

Unser Betrieb konzentriert sich bei

der Vermarktung fast nur noch auf

die aktuellsten Produkte, denn forschungs-

und entwicklungstechnisch

verbucht die Continental ra-

sante Fortschritte: Vor ein paar Jahren

wäre zum Beispiel die Entwicklung

eines Produkts, wie es

der SWT-Reifen ist, noch gar nicht

möglich gewesen.

Dietmar Rose, Reifen Seyfert & Co.,

D-Bochum

Spüren den

Wettbewerb zu

den Autohäusern

Ich merke den Wettbewerb zu den

Autohäusern schon. Die von Herrn

Wennemer zugebilligte

Unterstüzung ist

aber durchaus erwähnenswert.

Da ich seit

Jahren den Rohertrag

pro Reifen unverändert

kalkuliere und

trotzdem die Stückzahl

steigt, glaube ich

mit meiner Geschäftspolitik hier richtig

zu liegen. Wenn neue Produkte

kommen, werden meine Mitarbeiter

und ich von der Industrie geschult

und setzten dies dann auch in der

Praxis im Betrieb um. Diese Schulungen

sind für den Verkauf von großer

Bedeutung. Wobei ich auch Altbewährtes

nicht aus den Augen verliere.

Mein Betrieb ist in einer ländlichen

Umgebung, da muss man auf

die speziellen Wünsche der Kundschaft

eingehen.

Die neuen SWT-Reifen werde ich

in Augenschein nehmen und – wenn

es der Markt zulässt – im Hochleistungsbereich

verwenden. Das hängt

allein von den Bedürfnissen der Kunden

ab. Man darf gespannt sein, wie

der Autofahrer auf die neuen Produkte

reagiert. Mit Continental und Barum

kann ich bereits einen Bereich

sowohl im Hochleistungs- als auch

im preiswerten Sektor abdecken.

Erich Holtmeier, Reifendienst

Holtmeier, D-Marne

COKIS IM EINSATZ

Fachhändler wissen um den Nutzen

des Kunden-Informationssystems.

Anderen Produkten

weit überlegen

COKIS ist eine enorme Verkaufshilfe!

Ich habe mit COKIS bereits im

Großbetrieb gearbeitet und nur positive

Erfahrungen gemacht. Vor allem

habe ich festgestellt, dass COKIS


anderen Wettbewerbsprodukten

weit überlegen ist. Unser Betrieb

war erst vor kurzem zur Schulung

in Berlin und wir werden das Katalog-

und Informations-

System der Continental

definitiv installieren.

Für die Zukunft

würde ich mir wünschen,

dass die Conti

noch eine Reihe weiterer

Tuner in das CO-

KIS-Angebot aufnehmen

und die Bildauflösung weiter

perfektionieren würde.

Hans-Joachim Huth, Reifen Sommer,

D-Berlin

Wir werden COKIS auf

jeden Fall ausprobieren

Wir nutzen COKIS zwar noch nicht.

Aber ich habe von Kollegen gehört,

dass es wirklich gut sein muss,

schneller und übersichtlicher als andere

Systeme. Continental bewegt

auf diesen Sektor wirklich eine Menge.

Das Angebot, dem Kunden neue

Felgen direkt am Bildschirm an seinem

Fahrzeug zeigen zu können, ist

super. Das kann unser Programm

nicht. Hauptsache, solche Systeme

sind kompatibel mit dem Rest der

Software, sonst gibt es häufig Probleme.

Auch die Idee mit einer Hotline,

wenn Schierigkeiten auftauchen, ist

sehr gut. In diesem Bereich wird der

Händler häufig allein gelassen. Bei

dem riesigen Warenangebot ist ein

gutes Beratungsprogramm absolut

wichtig. Die Produktpalette wird immer

umfangreicher und spezifischer.

Für jedes Segment gibt es einen eigenen

Reifen. Ich habe allerdings die

Erfahrung gemacht, dass neue Software

oft sehr schwer zu bedienen

ist. Auch in diesem Bereich müssen

wir die Mitarbeiter verstärkt schulen.

Trotzdem werden wir COKIS auf jeden

Fall ausprobieren.

Rainer Junge, Reifen-Junge,

D-Berlin

D I A L O G

CONTRA STARRE

Harald Emigholz erhält Zustimmung

für seine Sichtweise über Schrauber.

„Schrauber“ definitiv

nicht schlecht besetzt

Auch ich fühle mich wie Herr Emigholz

nicht in die Rolle des Schraubers

gedrängt. Der Begriff des Schraubers

ist definitiv nicht negativ besetzt,

schließlich verdienen wir auch

damit unser Geld! Ebenso muss ich

Herrn Emigholz zustimmen,

wenn er über

die Unbeweglichkeit

der klassischen Reifenhändler

klagt und

behauptet: „Wer sich

nicht bewegt, der wird

bewegt“. Aus diesem

Grund sind wir übrigens

mitten in der Einarbeitungsphase

in COKIS. Demnächst starten

die Schulungen auf diesem Gebiet

für unsere Mitarbeiter.

Frank Hartmann, Reifen Blank

GmbH, D-Leipzig

Eine ganz normale

Dienstleistung

Ich stimme Herrn Emigholz zu:

Warum sollte ich mich in die Rolle

des Schraubers gedrängt fühlen,

wenn das Schrauben doch eine

ganz normale Dienstleistung ist, für

die wir bezahlt werden? Ebenso

kann ich Herrn Emigholz nur beipflichten,

wenn er die Monostruktur

im Angebot beklagt. Der Kfz-

Bereich muss in Zukunft besser

abgedeckt werden: Meiner Meinung

nach kann sich im Pkw-Bereich

beim Kfz-Service nicht alles nur um

Reifen und Felgen drehen. Das Service-Angebot

müsste also viel breiter

gefächert sein, denn nur so kann

ich dem Kunden Mobilitätsgarantien

geben und ihn an mich binden.

Um dies zu erreichen, wäre dann

die Zusammenarbeit mit den Verbänden

gefragt.

Herr Keen, Kamps GmbH, D-Gronau

PRO LOGISTIK

Kundennähe und weniger Fehler: Umfassende

Logistik hilft Lieferanten und

Händlern zugleich.

Kein Logistik-Problem

Für uns ist es kein Problem, mindestens

neun Reifen abzunehmen,

gerade von den gängigen Fabrikaten.

Das hängt damit zusammen, dass

wir ein Filialbetrieb sind und Lagerbestände

verschieben können. Durch

gute Logistik können Kosten reduziert

werden, auch für die Lieferanten.

Insgesamt funktioniert das System

schon sehr gut, wir haben bestellte

Ware in der Regel nach 24 Stunden

hier. Für diesen optimalen Service

müssen die Kosten notfalls auch an

die Kunden weiter gegeben werden.

Hans-Hermann Becker, Reifen-Stahl

GmbH, D-Essen

ReifenMagazin 7


8

D I A L O G

ROTE KARTE FÜR PREISBRECHER

Die Continental AG hat gegen einen Reifenhändler in Norddeutschland eine

einstweilige Verfügung erwirkt, weil er mit Tiefstpreisen warb und nicht liefern

konnte. Die Vertragspartner der Conti begrüßen das Vorgehen einhellig.

Zu spät mit dem Thema

auseinandergesetzt

Der Artikel „Rote Karte für Lockvogelangebote“

war mehr als notwendig,

obwohl sich meiner Meinung

nach die Continental zu spät

mit dem Thema auseinandergesetzt

hat. Schließlich begann der Reifenhändler

schon vor Monaten, mit

Tiefstpreisen für den Continental-

WinterContact TS 790 zu werben.

Die Continental tut Recht daran, solche

Kunden, die auf so eine Art

und Weise das Preisdumping massiv

vorantreiben, nicht mehr zu beliefern.

Bedenklich sind auch Entwicklungen

im Logistikbereich: Wenn Lieferungen

frei Haus neuerdings nur

noch ab einem Auftragsvolumen von

neun Reifen vorgesehen sind, wird

meines Erachtens die Lagerhaltung

der Industrie eindeutig auf den Handel

abgewälzt! Wenn ich drei Reifen

verkaufe, kann ich nicht 30 nachbestellen.

Das ist lagermäßig und

finanziell für den Handel unmöglich.

Lutz Heinze, point S Reifen Krüger,

D-Berlin

Gezielt fragen, sich

umfassend informieren

Der Inhalt des Artikels „Rote Karte

für Lockvogelangebote“ sowie

das gefällte Urteil entsprechen voll

und ganz meiner Meinung. Ich persönlich

stelle zudem immer wieder

fest, dass Händler ihre Kunden nicht

darauf aufmerksam machen, wenn

ein Reifen älteren Modells ist. Diese

sind vom Prinzip her nicht schlechter

als die neuen Reifen der Continental,

gerade die Winterreifen haben

immer eine sehr gute Qualität.

Doch wo soll ein Käufer für ein altes

Modell im Notfall Ersatz bekommen,

wenn der Reifen zum Beispiel

ein Jahr später nicht mehr auf dem

Markt ist?

Da kann ich den Käufern nur raten,

gezielt zu fragen und sich umfassend

zu informieren.

Hinning Stamp, Reifenmarkt Stamp,

D-Kiel

Die Redaktion behält es sich vor,

Leserbriefe zu kürzen.

Die schwierige Lage in der Automobilindustrie

spiegelte sich auch

in der Bilanz der Continental AG

wider, die der Vorstandsvorsitzende

Manfred Wennemer am 11.

April der Presse präsentierte.

Dennoch wagte er einen positiven

Ausblick. Auch die Zahlen im Kerngeschäft

Reifen geben Anlass

zu berechtigtem Optimismus.

BILANZ 2001

Reifengesch

Insgesamt stellte die Continental AG im

Jahr 2001 in Europa rund 63 Millionen

Pkw-Reifen her. Das bedeutet eine Mehrproduktion

von gut vier Prozent. Der Gesamtumsatz

aus diesem Bereich stieg sogar

um 7,8 Prozent auf 2,846 Milliarden

Euro. „Die Verschiebung hin zum profitablen

und wachstumsstarken Segment

JOINT VENTURE

Neue Märkte

Continental beschließt umfangreiche

Kooperation mit japanischem Autohersteller

Yokohama Rubber Co. Ltd..

Die Continental AG hat mit dem japanischen

Automobilhersteller Yokohama

Rubber Co. Ltd. die Gründung des Joint

Ventures Yokohama Continental Tire Co.

Ltd. beschlossen. Ziel ist die Belieferung

japanischer Autohersteller

mit Erstausrüstungsreifen.Ergänzend

wurden Vereinbarungen

zur Ausweitung

des Ersatz- Yokohama ist Partner

geschäfts der Conti- der Continental AG.

nental in Japan sowie

zum Technologieaustausch unterzeichnet.

Die Führung bei der Kooperation

übernimmt der Board Director und

General Manager von Yokohama Rubber,

Keigo Ueda. Executive Vice President

wird Michael Berger von der

Continental AG.


N E W S

äft legte kräftig zu

der High-Perfomance-Reifen sorgte dafür,

dass der Umsatz stärker wuchs als die

Stückzahlen“, sagte Wennemer. So stieg

allein bei den Hochgeschwindigkeitsreifen

der Absatz um 13 Prozent. Positiv

bewertete der Vorstandsvorsitzende die

Zahlen im Erstausrüstungsgeschäft, das

rund ein Drittel der Gesamtproduktion in

KOOPERATION

Notlaufsysteme

für den globalen

Markt geplant

Anlässlich des Genfer Salons haben die Continental

AG und die Bridgestone Corporation, Tokio, Details

ihrer Kooperation vorgestellt. Im Januar beschlossen

die beiden Konzerne, ihre Zusammenarbeit im

technischen Bereich zu intensivieren.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz

im Rahmen des Genfer Automobilsalons

gaben die Continental AG und die

Bridgestone Corporation weitere Inhalte

der im Januar 2002 unterzeichneten Kooperation

bekannt. Basis der Zusammenarbeit

im technischen Bereich wird die

Schaffung eines weltweit einsetzbaren

Standards für Notlaufsysteme zur Installation

auf Standardfelgen von Pkw und leichten

Nutzfahrzeugen sein. Dafür wird die

Continental Bridgestone Technologie und

Europa ausmachte. Die Pneus für diesen

Bereich kamen fast ausschließlich von

der Premiummarke Continental. Der Konzern

gewann im OE-Bereich Marktanteile

und steigerte den Umsatz um mehr als

20 Prozent auf über 600 Millionen Euro.

Ein dickes Lob kam von Ford, die Conti

bereits zum 3. Mal zum besten Reifen-

Gemeinsamer Einsatz

für einheitliche Technik.

Lizenzen ihres ContiSupportRings (CSR)

zur Verfügung stellen. Im Gegenzug macht

Bridgestone der Continental das Self Supporting

Runflat Tire (SSR) zugänglich. In

Planung ist eine Erweiterung der Zusammenarbeit

im Bereich Extented Mobility

Systems.

Neben Notlaufsystemen umfasst die

Extended Mobility auch Komponenten zur

Überwachung des Reifendrucks, selbstabdichtende

Reifen, Abdicht-Sets und Reifenwartungs-Systeme.

Der Conti-Vorstand (v.l.) stellt sich

der Presse: Dr. Hans Joachim

Nikolin, Klaus Friedland, Manfred

Wennemer, Dr. Wolfgang Ziebart.

lieferanten weltweit wählten. Auch im Ersatzgeschäft

nahm der Umsatz zu: Acht

Prozent mehr Reifen wurden verkauft,

rund 16 Millionen kamen von der Premiummarke

Continental, die übrigen etwa 25

Millionen Pneus verteilten

sich auf die Marken

Uniroyal, Semperit und

Barum, sowie auf die

Regionalmarken Gislaved,

Viking und Mabor.

Der Umsatz im Bereich

Handel verringerte sich

infolge des Verkaufs

der britischen Handelskette

NTS. Bei den Winterreifen

ging der Umsatz,

parallel zum euro-

Manfred Wennemer

blickt zuversichtlich

in die

Zukunft.

päischen Gesamtmarkt, um neun Prozent

zurück. Entsprechend konnte Continental

seine Position als Marktführer behaupten.

Beim Ausblick auf das 1. Quartal

2002 zeigte sich Wennemer zufrieden:

„Umsatz und Ergebnis liegen über Vorjahr

und Plan.“

Durch die Kooperation

erhoffen sich beide

Konzerne eine Beschleunigung

für die internationaleMarktdurch-

Sind sich einig: Dr. Andreas

dringung mit Notlauf- Esser, Geschäftsleitung OE

systemen. Die Chancen

Pkw-Reifen Continental (l.),

und Bridgestone Vice Presi-

dafür stehen gut: CSR

dent Akira Inoue.

und SSR ergänzen sich

so gut, dass mit diesen beiden Systemen

nahezu der gesamte Pkw- und SUV-

Markt weltweit bedient werden kann.

ReifenMagazin 9


10

3 FRAGEN

AN...

Heinz-Werner

Knörnschild

Chairman of the Board,

point S international AG

Am 21. März 2002 haben sich die

Partner GmbH aus Deutschland,

SEDA aus Frankreich, Pneus Service

aus Italien, Reifen Partner aus Österreich,

Daek Ringen aus Dänemark,

die Mega Opony aus Polen

sowie Neumaticos Aragon aus Spa-

Was können die Mitglieder der nationalen

Kooperationen von dieser

Internationalisierung erwarten?

Die AG wurde vor dem Hintergrund

gegründet, dass die Marke point S

mit Organisationen zwischenzeitlich in

sieben Ländern vertreten ist. Die neu

geschaffenen Strukturen gewährleisten,

dass die Arbeitsweisen

in den verschiedenen

Geschäftsfeldern und

die Strukturen der nationalen

Organisationen

harmonisiert werden. Die Geschäftsfelder,

in denen wir künftig gemeinschaftlich

und europäisch agieren

werden, umfassen das Key Account-

Management, den Marketing-Bereich,

die Sortimentsgestaltung und den

Einkauf sowie den gesamten Bereich

der Informationstechnologie und Kommunikation.

Darüber hinaus werden wir

auf eine europäische Zentralfakturierung

umstellen. Damit positioniert sich

point S als das erste und einzige europäische

Netzwerk freier Reifenhändler

im Markt völlig neu – allen voran gegenüber

den Kunden, die – zumindest

im kommerziellen Bereich – diese

internationalen Strukturen verlangen.

Sind die Märkte der beteiligten Organisationen

nicht zu heterogen,

um die erwarteten Vorteile tatsächlich

auszuschöpfen?

N E W S

nien zur point S international AG

zusammengeschlossen. Zum Vorstandsvorsitzenden

dieser europäischen

Dachorganisation mit insgesamt

850 Stationen wurde point S-

Geschäftsführer Heinz-Werner Knörnschild

berufen.

Heterogenität kann nicht als Widerspruch

zu Kooperation verstanden

werden. Sicherlich sind die nationalen

Organisationen in ihrer Größe und

ihrem Leistungsportfolio nicht unbedingt

vergleichbar. Ein erklärtes Ziel

von point S international ist, den Landesorganisationen

die notwendige konzeptionelleUnterstützung

zu geben, um

weiter zu expandieren.

Die Harmonisierung der

Landesorganisationen

ist natürlich ebenso ein Bestandteil

der Aktivitäten der AG.

Planen Sie darüber hinaus auch die

Integration weiterer nationaler Kooperationen?

Die weitere Expansion innerhalb Europas

muss nicht erst geplant werden,

sie ist bereits in vollem Gang. So wird

sich in den nächsten Tagen mit Ungarn

das achte Land mit einer eigenen

Landesorganisation dem europäischen

point S-Verbund anschließen.

Nach wie vor liegt der Fokus auf einem

flächendeckenden point S-Händlernetz.

Wir sind überzeugt, dass genau

die Gründung der point S international

AG und die damit installierten und

noch zu installierenden Strukturen so

attraktiv sein werden, dass die Ausdehnung

von point S in weitere Länder

die logische Folge sein wird.

GFK

Handelspanel

für Autoreifen

Die GfK Marketing Services Nürnberg

startete Ende März das erste „GfK

Handelspanel Autoreifen“. Im Blickpunkt

dieses Projektes steht das Pkw-

Reifen-Ersatzgeschäft.

Gerade im Bereich Pkw- und Offroad-

Reifen ist die Marktbeobachtung bislang

ungenügend“, betont Martin Faißt, der

dieses Handelspanel bei der Gesellschaft

für Konsumforschung mit betreut.

Mehr Umsatz durch gezieltere

Marktbeobachtung.

Ziel ist die kontinuierliche Beobachtung

der Nachfrage in den relevanten Vertriebswegen

über Abfrage der EDV-Warenwirtschafts-Systeme

des Handels. So

gelangen die Abverkaufsdaten auf direktem

Wege vom Händler zur GfK. „Bereits

im Mai werden erste Marktdaten

vorliegen“, versichert Faißt. Branchenteilnehmer

erhalten dann erstmals wertvolle

Marktinformationen, um ihr Marketing

zielgerichteter zu planen.

++ im gespräch ++ im gesp

Jakob Fugger

über Nachfolgeregelungen

»Es gilt, die Jungen frühzeitig

in die Geschäfte

der Alten einzuweihen

und einzubinden. Das sichert den Fortbestand

und den Erfolg des Unternehmens – im Sinne

der Familientradition.«


RAINFASHION

Zunächst exklusiv für Deutschland bringt

Uniroyal seine hochwertige Rainfashion für die

modebewusste Frau auf den Markt.

Es ist soweit: Die Uniroyal Rainfashion

kommt auf den Markt. Den Vertrieb übernimmt

die im Namen der Continental AG

handelnde Uniroyal Fashion in Ottendorf.

Zunächst gilt dieses Angebot exklusiv

für Deutschland. Doch bei entsprechender

Nachfrage wird der Vertrieb auf ganz

Europa ausgeweitet.

Die Kollektion bietet

mit mehr als 50 Kleidungsstücken

und Accessoires

in den verschiedenenKonfektionsgrößen

und Farben

Anziehendes für

jede modebewusste

Ralf Rossenbach Frau. Verarbeitet wer-

Das aktuelle Stichwort: US-GAAP

US-GAAP, die meist verwendete Methode zur

Rechnungslegung in den USA, wird auch in

Deutschland zulässig (292a HGB). Die „Generally

Accepted Accounting Principles“ ordnen im Unterschied

zur HGB-Methode die Aktiva nach abnehmender

Liqidität und nicht nach zunehmender.

So verschafft US-GAAP einen schnellen Überblick

über das Reinvermögen des Unternehmens.

M+S-Lkw-Reifen

N E W S

Die ersten Regenmode-Entwürfe präsentierte Uniroyal 2000.

Uniroyal zeigt in

der Mode Profil

den ausschließlich

hochwertige Materialien.

Eine speziell

für Uniroyal entwickelteKlimamembran

garantiere stets

einen hohen Tragekomfort,

betont der

verantwortliche Projektleiter

Ralf Rossenbach.

Sie wirke

wind- und wasserabweisend,

sei atmungsaktiv

und

trotzdem zugleich

hochgradig isolierend.

räch ++ im gespräch ++ im gespräch ++ im ges

Die Serienfertigung von M+S-

Reifen für Busse und Lkw

startete Conti 1955. Das

Profil wurde weitgehend

vom M+S-Pkw-Reifen übernommen

und besaß bereits

Feineinschnitte an den

Seiten.

Echter Blickfang:

Die Rainfashion

von Uniroyal.

ROADSHOW

Auf COKIS-

Trainingstour

Auf einer COKIS-Roadshow wurden

dem Reifenhandel die Möglichkeiten

der Umrüstdatenbank demonstriert.

COKIS-Projektleiter Roman

Gaebel und seine

Crew auf Deutschland-

Tour: Ziel der Roadshow

durch elf deutsche Städte

war es, den Reifen-Fachhandel

mit dem gründlich

überarbeiteten Continental

Katalog- und Informa-

Das COKIS-Schulungsangetions-System

COKIS verbot

fand große Resonanz.

traut zu machen. Projektleiter

Gaebel zeigte sich mit der Resonanz

sehr zufrieden: „Über 400 Händler

nahmen an den Schulungen teil und bewerteten

COKIS durch die Bank positiv.“

So lobte Horst Scholten von Vergölst in

Bremen, dass die umfangreiche Datenbank

eine genauere Beratung möglich

mache. „Wir können unseren Kunden

gezielter zeigen, was es für ihr Fahrzeug

gibt.“ Zudem sei COKIS leicht zu bedienen,

ergänzte Michael Eggert von Reifen

Staas in Achim. Bei den Autofahrern findet

das computergestützte Beratungs-

Instrument ebenfalls Anklang, wie Stefan

Siegmann von Reifen-Müller in Einbeck

bestätigte. „Wir arbeiten bereits mit

COKIS und sind sehr zufrieden. Und

auch bei unseren Kunden kommt das

System gut an.“

ReifenMagazin 11

In elf deutschen

Städten machte

die COKIS-

Roadshow

Station.


12

11,0

10,0

9,0

8,0

7,0

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5,0

4,0

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-2,0

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in

%

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2,0

+/-0

Info-Grafik: Pilot:Projekt

Preisanstiege

im Vergleich

(Jan. 1995 - Jan. 2002)

Teuerung rund ums

Auto (2000 -2001)

0,6% 0,9% 1,0% 1,4% 1,5% 2,0% 2,4% 7,5% 29,2%

Winterreifen

Sommerreifen

Kraftstoffe Ersatzteile,

Zubehör,

Pflegemittel

N E W S

Reifen auf stabilem Preisniveau

1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002

Sommer- und Winterreifen sind seit 1995 auf einem

fast stabilen Preisniveau. Während die Kosten für Anschaffung

und den Unterhalt von Kraftfahrzeugen in

der Bundesrepublik Deutschland in den vergangenen

Kraftwagen Reparaturen,

Inspektionen,

Autowäsche

Fahrschule,

Führerschein

Kfz-Anschaffung

und Unterhalt

Lebenshaltungskosten

Winterreifen

(155 SR 13 M/S)

Sommerreifen

(175/70 SR 13)

Kfz-

Versicherung

Kfz-Steuer

sieben Jahren um rund 1,5 Prozent stiegen, verteuerten

sich Reifen nur um durchschnittlich 0,75 Prozent.

Versuche der Hersteller, die Preise für Winterreifen

in 1999 zu erhöhen, scheiterten am Wettbewerb.


UMFRAGE

Notlaufräder

gewünscht

Verbesserungen der Fahrsicherheit

sind Autofahrern weitaus wichtiger als

elektronische Spielereien wie das Versenden

von E-Mails.

Autofahrer legen sehr viel mehr Wert auf

sinnvolle Verbesserungen der Fahrsicherheit

als auf elektronisches Entertainment.

Das ergab eine Umfrage des Marktforschungsinstitutes

J.D. Power. Gefragt

wurde nach 17 technischen Innovationen,

die sich teils noch in der Entwicklung

befinden. In den vier europäischen Ländern

Deutschland, Großbritannien, Frankreich

und den Niederlanden sowie in den

USA wurden Autofahrer nach ihrem Inte-

Reifen mit Notlaufeigenschaften unterstützen

in Pannensituationen.

resse an diesen Neuerungen befragt. Ergebnis:

Neben der beheizbaren Windschutzscheibe

(89 Prozent) standen Reifen

mit Notlaufeigenschaften und ESP bei

84 Prozent der Befragten eindeutig oben

auf der Wunschliste, wohingegen ein

fahrzeugeigener Internetanschluss mit 42

Prozent auf eher weniger Interesse stieß.

„Autofahrer legen bei der Ausstattung

ihres Wagens mehr Wert auf die Gewährleistung

von Fahrsicherheit“, betont

Patricia Hogan von J.D. Power in Großbritannien.

Außerdem stellten sie sich die

Frage, wie lange der Gesetzgeber die

Zieleingabe in das Navigationssystem

und andere Spielereien während der

Fahrt überhaupt noch erlaubt. Die Nutzung

des Handys gilt bereits als verkehrsgefährdend

und wird als Ordnungswidrigkeit

geahndet.

N E W S

SICHERHEIT

Risiko Lkw

Alarmierendes Ergebnis einer landesweiten

Kontrolle des Schwerlastverkehrs

auf niedersächsischen Autobahnen

und Bundesstraßen: Von

3.118 Lastern, die überprüft wurden,

entsprachen 31 Prozent nicht den

Vorschriften. Die Kontrolleure stellten

insgesamt 1.358 Verstöße und Mängel

fest. 38 davon waren so schwerwiegend,

dass den Brummis die Weiterfahrt

untersagt wurde. So wurde

BRV-BILANZ

Bei Lkw-Kontrollen schaut die Polizei

auch auf die Reifen.

Der deutsche Reifen-Fachhandel beendete das Geschäftsjahr 2001 mit eher

unbefriedigendem Ergebnis. Erfreuliche Ausnahme: die Winterreifen.

Mit einer bescheidenen Bilanz

schloss der deutsche Reifen-

Fachhandel das Geschäftsjahr

2001. Die erfreuliche Ausnahme

bildete im Segment Pkw-

Reifen die Produktgruppe Winterreifen.

Dank der rechtzeitig

einsetzenden Kälte stieg der

Absatz von 13,2 Millionen Stück

in 2000 auf 13,53 Millionen im

vergangenen Jahr. Bei den Sommerreifen

stagnierte dagegen

der Absatz. Ein Grund dafür war

unter anderem die hohe Wettbewerbsintensität,

die auf die

anhaltend schwache Konjunktur

zurückzuführen ist.

Trotz des eher unbefriedigenden

Ergebnisses geht der deutsche Reifen-Fachhandel

nach Aussage des Bundesverbandes

Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk

e.V. mit Optimismus in

das Jahr 2002. Denn im Verhältnis zu

anderen Branchen werde der Reifenersatzmarkt

weniger von der schleppenden

Konjunktur getroffen. Deswegen wird für

den Sommer 2002 im Sommerreifengeschäft

mit leichten Absatzsteigerun-

ein deutscher Sattelzug stillgelegt,

weil dessen Reifen derart abgefahren

waren, dass stellenweise die Karkasse

zum Vorschein kam.

Optimismus trotz

bescheidener Ergebnisse

Für dieses Jahr rechnet der BRV mit einem leichten

Anstieg der Umsätze im Reifenhandel.

gen gerechnet. Weil sich die Verbraucher

im letzten Winter von den Vorteilen

der M+S-Reifen überzeugen konnten, fällt

die Prognose für das Winterreifengeschäft

für dieses Jahr ebenfalls positiv

aus. Im Bereich Nutzfahrzeug-Reifen werde

das Preis- und Absatzniveau demgegenüber

aufgrund der geplanten Lkw-

Maut nach Ansicht des Verbandes weiter

niedrig bleiben.

ReifenMagazin 13


Runder Tisch für mehr Sicherheit

Schluss mit

Winterchaos

14

H I N T E R G R U N D

Verkehrs- und Branchenverbände, Autoclubs und

Unternehmen haben sich für die Gründung der Initiative

pro Winterreifen ausgesprochen. Ziel ist eine intensive

Informations- und Aufklärungskampagne, um Politiker

und Autofahrer von der Notwendigkeit der Winterbereifung

zu überzeugen.

Mit der Frühlingssonne werden die

Bilder von Massenkarambolagen,

querstehenden Fahrzeugen

und kilometerlangen Staus im Bewusstsein

der Öffentlichkeit schnell zum

Schnee von gestern. Doch der nächste

Winter kommt bestimmt. Um ähnlich katastrophale

Verkehrsverhältnisse künftig

zu verhindern, haben sich Verbände,

Automobilclubs und Unternehmen auf

Initiative der Continental AG in Berlin am

Runden Tisch zusammengefunden, um

unter Schirmherrschaft des Deutschen

Verkehrssicherheitsrates (DVR) über die

Notwendigkeit einer Winterreifenpflicht

zu diskutieren.

Die Teilnehmer der Runde waren sich

in einem Punkt schnell einig: Winterreifen

bringen Sicherheit und gehören

auf jedes Fahrzeug montiert. Reifen, so

Dr. Burkhard Wies, Entwicklungschef

Pkw-Reifen der Continental AG, müssten

die Brems-, Antriebs- und Seitenkräfte

eines Fahrzeugs auf die Fahrbahn

übertragen. Dazu sei Reibung nötig. Diese

müsse ein Pneu auf trockenem Asphalt

oder Beton, auf nasser Fahrbahn,

bei Schnee und Eis gewährleisten. Der

Reifenentwicklung stünden dafür drei wesentliche

Parameter zur Verfügung: „Das

Profil und die Lamellen wirken auf die

Bremswege bei Schnee, Eis und Nässe,

während die Mischung des Winterreifen-

Laufstreifens durch eine besondere Kälteflexiblität

eine Mikroverzahnung erlaubt.“

Das bedeute, so ergänzte Dietmar Schneider,

technischer Leiter der Gesellschaft

für technische Überwachung (GTÜ) in

»Die Mischung

der Winterreifen

erlaubt durch

besondere

Kälteflexibilität

eine optimale

Verzahnung«

Dr. Burkhard Wies

Entwicklungschef

Pkw-Reifen Continental

Stuttgart, unter Hinweis

auf eigene Versuchsreihen,

„dass Winterreifen

unabhängig vom Schneefall,

bei Temperaturen unter

sieben Grad Celsius deutlich im

Vorteil sind“.

Leider gebe es immer noch zahlreiche

Autofahrer, die Winterreifen mit Schnee

gleichsetzen und deren Nutzen und Leistungseigenschaften

bei niedrigen Temperaturen

übersehen, beklagte Michael Blümel,

Vizepräsident des Bundesverbandes

Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk

e.V. (BRV) in Bonn. Durch die winterlichen

Verhältnisse in den Jahren 1997,

1998 und 1999 und das gestiegene

Sicherheitsbewusstsein der Pkw-Halter

hätte sich zwar der Verkauf von Winterreifen

im Vergleich zum Jahr 1991 mehr

als verdoppelt und sich die Umrüstquote

von rund 26,5 Prozent auf 42 Prozent

erhöht. Allerdings verberge sich hinter

dieser Zahl ein erhebliches Nord-Süd-

Gefälle. „Und es sind genau die Fahrzeuge

aus den vermeintlichen Nicht-

»Der Verkehrsgerichtstag

soll

eine Pflicht für

Winterreifen bei

Nutz- und Miet-

Fahrzeugen

prüfen«

Prof. Manfred Bandmann

DVR-Präsident

Schneegebieten, die – da sie eben nicht

mit Winterreifen ausgerüstet sind – auf

der Fahrt zum Urlaubsort im Winter für

chaotische Verhältnisse auf den Bundesautobahnen

sorgen.“

Eine generelle Winterreifenpflicht jedoch

würde die Grenze dessen, „was

wir den Autofahrern zumuten können


Die Teilnehmer des Runden

Tisches in Berlin haben

dem Winter-Chaos auf

deutschen Straßen den

Kampf angesagt und die

Initiative pro Winterreifen

ins Leben gerufen.

»Das Reifen-

Bewusstsein

der Autofahrer

muss noch in

erheblichem

Maß gesteigert

werden«

Dietmar Schneider

Technischer Leiter GTÜ

oder dürfen mit Sicherheit überschreiten“,

gab Jochen Hövekenmeier, Pressesprecher

des Automobilclubs von

Deutschland e.V. (AvD) in Frankfurt/Main,

zu Bedenken. „Nehmen wir zum Beispiel

einen Berufspendler in Norddeutschland,

der auf sein Auto angewiesen ist. Den

müssen wir nicht per Gesetz auf Winterreifen

zwingen. Geht es allerdings über

den Harz oder durch das Sauerland in

H I N T E R G R U N D

Richtung Süden, dann muss er wissen:

Ohne Winterreifen darf ich diese Bergstrecke

nicht befahren.“ Auch der ADAC,

am Runden Tisch durch Jörg Kist vertreten,

sprach sich pro Winterbereifung

aus, hielt eine bundesweite Winterreifenpflicht

aus den genannten Gründen aber

ebenfalls für wenig sinnvoll. Zumal es problematisch

wäre, diese zu überwachen.

AvD-Sprecher Jochen Hövekenmeier

forderte das Bundesverkehrsministerium

jedoch auf, die Bedeutung des Verkehrszeichens

268 Schneeketten sind

vorgeschrieben zu ändern in Winterreifen

sind vorgeschrieben, Schneeketten

müssen mitgeführt und bei Bedarf

angelegt werden. DVR-Präsident

»Es ist das

Wintermärchen

von den drei

Tagen Schnee,

gegen das wir

mit Vehemenz

ankämpfen«

Jochen Hövekenmeier

Pressesprecher AvD e.V.

Prof. Manfred Bandmann, Gastgeber

des Runden Tisches,

schloss sich dieser Forderung

an. Die Umwidmung des Schildes

sei ein erster Schritt in Richtung

einer lokalen Winterreifenpflicht.

Zusätzlich müsse die Eigenverantwortung

der Autofahrer aber durch Information

und Werbung gestärkt werden.

Denn noch existieren in den Köpfen der

Verbraucher Vorurteile und es bedarf erheblicher

Kommunikation, um diese auszuräumen.

Markus Burgdorf, Leiter Öffentlichkeitsarbeit

Reifen Continental, begrüßte deshalb

die Gründung einer Initiative pro Winterreifen.

Ziel sei es, die Verbraucher in einer

konzertierten Aktion anzusprechen.

Denn: Conti veranstalte zwar jedes Jahr

Anfang Oktober eine Roadshow für Journalisten,

in denen die Vorteile von Winterreifen

erläutert würden. Doch sei das Unternehmen

trotz guten Medienechos nicht

in der Lage, „die Kommunikation für mehr

Sicherheit allein auf breiter Ebene“ durchzuführen.

Voraussichtlich wird der DVR die

weiteren Koordinierungsschritte zur Gründung

dieser Initiative übernehmen.

ZUSTIMMUNG AUS DER POLITIK

Diese

Initiative ist

sehr wichtig

Kurt Beckstein (CSU),

Bayerischer Staatsminister

des Inneren

»Winterreifen sind in der kalten Jahreszeit

ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung

der Verkehrssicherheit. Ich freue mich, dass

die Initiative „pro Winterreifen“ dieses Thema

aufgreift. Wie wichtig das ist, haben mir

die Verkehrsverhältnisse vor Weihnachten

2001 gezeigt. Große Chancen für eine allgemeine

Winterreifenpflicht sehe ich derzeit

weder auf nationaler noch auf internationaler

Ebene. Eine Winterreifenpflicht nur

für gewerbliche Fahrzeuge erscheint mir

nicht sachgerecht. Entscheidend darf nicht

sein, ob ein Fahrzeug gewerblich oder privat

eingesetzt wird. Vielmehr muss es auf

die Sicherheitsbelange ankommen.«

Ich würde

eine Winterreifenpflicht

befürworten

Heinz Schemken, MdB,

CDU-Verkehrsexperte

»Ich bewerte die Initiative „pro Winterreifen“

positiv. Sie trägt dazu bei, die Verkehrssicherheit

durch den Einsatz von Winterreifen

gerade in der kalten Jahreszeit bei

den Autofahrern stärker ins Bewusstsein zu

rufen. Die Chancen, eine Winterreifenpflicht

einzuführen, sind schwer einzuschätzen. Im

Interesse der Verkehrssicherheit würde ich

die Winterreifenpflicht befürworten. Gleiches

gilt für eine Winterreifenpflicht für gewerbliche

Fahrzeuge, beispielsweise vom 1. November

bis 30. März. Dies würde zur Verbesserung

der Verkehrssicherheit auf den

Straßen in den Wintermonaten beitragen.«

ReifenMagazin 15


EU-Kommissar Mario Monti

hat sich durchgesetzt: Der

Autohandel wird grundlegend

reformiert. Die Privilegien

der Industrie sind ersatzlos

gestrichen. Für den Reifen-

Fachhandel ist das Risiko

und Chance zugleich.

Götterdämmerung für die Automobilindustrie.EU-Wettbewerbskommissar

Mario Monti hat allen

Widerständen getrotzt und in der Kommission

seinen Entwurf zur Reform der

Gruppenfreistellungs-Verordnung (GVO)

durchgesetzt. Ab dem 1. Oktober müssen

Autohändler erstmals wieder im freien

Wettbewerb gegeneinander antreten und

um Marktanteile ringen.

Die Reaktionen von Seiten der Automobilindustrie

und ihrer Verbände sind

erwartungsgemäß heftig und ähneln dem

Appell des Präsidenten des Verbandes

des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes,

Rolf Leuchtenberger, an die Kommission,

eine Entscheidung zu verhindern,

„durch die zehntausende von kleinen und

mittleren Unternehmen aus dem Markt gedrängt

werden und hunderttausende von

Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren.“

Der Autohandel wird liberalisiert

16

H I N T E R G R U N D

Chancen auf den 2. Blick

Eine Spaltung des Kfz-Gewerbes befürchtet

Jürgen Creutzig, Präsident des

europäischen Branchenverbandes Cecra:

„Die starken Unternehmen, welche die anstehende

Konsolidierung überleben, erhalten

mehr Unabhängigkeit gegenüber

den Auto-Herstellern und könnten mit

europaweit agierenden Reparatur-Ketten

kooperieren. Der Mittelstand aber wird aus

dem Markt gedrängt.“

Diese politisch motivierte Aussage ist

zu pauschal, um die Realität abzubilden.

Tatsächlich scheidet nicht der Mittelstand

aus, sondern die Vielzahl der Autohändler,

die seit 1985 nur am Tropf der GVO

überleben konnten. Nur noch jeder zweite

» «

der 45.800 deutschen Kfz-Betriebe verdiente

im Geschäftsjahr 2001 Geld mit

dem Verkauf von Neu- und Gebrauchtwagen.

Der Rest lebt von den Einnahmen

aus Wartung und Service sowie dem Zusatzgeschäft

Reifen. Für sie kommt die

Absicht der Brüsseler Kommission, den

Konkurrenzkampf zwischen Autohäusern

zu forcieren, tatsächlich einem Todesurteil

gleich, denn einem freien Wettbewerb

können sie nur wenige Monate

standhalten. Auch für viele

Durch die Entscheidung werden

hunderttausende von Beschäftigten

ihren Arbeitsplatz verlieren

Rolf Leuchtenberger,

Präsident Verband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe


Kfz-Werkstätten stehen die Zeichen auf

Sturm. Eine aktuelle Studie des Deutschen

Kfz-Gewerbes zeigt: Bis zum Jahr

2005 werden rund 4.000 freie Reparaturbetriebe

schließen. Der Grund: Neue Autos

verschleißen langsamer. Die Wartungsintervalle

werden länger. Zudem werden

für Service-Leistungen heute teure Geräte

benötigt, die kleine Betriebe nicht

mehr finanzieren können. Doch ohne ein

modernes Equipment sind sie nicht länger

konkurrenzfähig.

Was aber bedeuten diese Entwicklungen

für den Reifen-Fachhandel? Mehrere

Szenarien sind denkbar.

Autohändler und Kfz-Werkstätten, die

im Wettbewerb nicht mithalten können,

lenken ihr Augenmerk verstärkt auf den

Reifen und wechseln die Branche. Zwar

erhalten sie dann die Reifen nicht mehr

zu den Konditionen eines Vertragshänd-

H I N T E R G R U N D

lers der Automobilindustrie,

doch Jobber

und mancher

Großhändler versorgen

sie günstig mit

der benötigten Ware.

„Unseren Marktstruktur-Analysen

kann man entnehmen,

dass es im Reifenhandelbezüglich

der Zahl der Outlets in den vergangenen

sechs Jahren so gut wie keinen Rückgang

gegeben hat“, weiß Peter Hülzer, Geschäftsführendes

Vorstandsmitglied des

BRV. „Die Fluktuation von Laien-Händlern

ist enorm. In den zwei bis drei Jahren,

die sie überstehen, machen sie mit ihren

Niedrigpreisen den Markt kaputt, aus dem

sie sich dann verabschieden, um in anderen

Branchen ihr Unwesen zu treiben.“

Der Fall der GVO eröffnet dem Reifenhandel

neue Kooperationsansätze mit Autohäusern.

Doch die Liberalisierung bietet dem Reifen-Fachhandel

auch Chancen. So sind

nach Mario Montis Plänen Autohändler

nicht länger verpflichtet, eine Vertragswerkstatt

zu betreiben. Sie müssen nur

noch einen autorisierten Partner nachweisen

können, der für sie die technischen

Service-Leistungen abwickelt. Diese Bestimmung

macht den Weg frei für Handelsketten

wie Aldi, künftig auch Pkw ins

Angebot aufnehmen zu können. Entsprechend

qualifizierte Reifen-Fachhändler

können dann als Partnerbetrieb das Service-Geschäft

übernehmen. Und mit Autohäusern,

die sich künftig nur auf den Handel

spezialisieren wollen, kann eine Vielzahl

von Kooperationen vereinbart werden.

Denn die Automobilhersteller dürfen

ab Oktober keiner freien Werkstatt, die bestimmte

Qualitätsstandards erfüllt, den Status

einer autorisierten Werkstatt verweigern.

Zudem sind die Autokonzerne verpflichtet,

einer autorisierten Werkstatt sämtliche

technischen Daten und Informationen

zu überlassen, die sie für einen einwandfreien

Reparatur-Service benötigt.

Der Reifen-Fachhandel kann zudem

überproportional von der zunehmenden

Technisierung des Automobils profitieren.

Notlaufsysteme, Reifendruck-Kontrollsysteme,

die rasch voranschreitende

Integration des intelligenten Reifens in immer

komplexer werdende elektronische

Systeme erfordern eine fundierte Ausbildung

der Monteure sowie teureres Equipment.

„Wenn es schon keine gewerbeund

handwerksrechtlich bedingten Markteintritts-Barrieren

gibt, dann entstehen

jetzt zumindest fachliche Hürden als probates

Mittel gegen Feierabend-Händler

» «

Der Mittelstand

wird aus dem

Markt gedrängt

Jürgen Creutzig,

Präsident Cecra

und unerwünschte Konkurrenz aus anderen

Branchen“, freut sich Peter Hülzer.

„Daher sehe ich die Zukunft der

Branche seit einigen Monaten deutlich

optimistischer.“

Collin Scholz

ReifenMagazin 17


Mittelstand in der Krise

18

T I T E L S T O R Y

Schikanen für

den Leistungsträger

Miese Gewinnperspektiven, geringe Umsatzrenditen, dünne

Eigenkapitaldecken: Die Zugmaschine der deutschen Wirtschaft

schlingert gewaltig. Wo liegen die Ursachen für die Krise?

Reifen-Fachhändler beziehen Stellung.

Mittelständische Unternehmen

werden überproportional

besteuert.

Feierabendhändler dringen

ungehindert in den Markt

ein und verderben mit ihren

Niedrigpreisen die Margen.


Am Ende einer Legislaturperiode

weiß ein mittelständischer

Unternehmer plötzlich

nicht wohin mit all den

Freunden und Gönnern aus

der Politik. „Mit unserer Politik haben wir

eine Trendwende hin zu weniger Steuern

und Abgaben eingeleitet und neue Freiräume

für den Mittelstand geschaffen”,

lobt Dr. Werner Müller, Bundesminister für

Wirtschaft und Technologie, die Regierungsarbeit

der vergangenen vier Jahre.

„Die Lage im Mittelstand ist dramatisch“,

hält Dr. h.c. Hansjürgen Doss, Mittelstandsexperte

der CDU/CSU-Bundestagsfraktion,

dagegen und fordert: „Weg

mit den Benachteiligungen des Mittelstan-

» «

Wir haben eines

der modernsten

Steuersysteme

geschaffen

des in der Steuerpolitik, runter mit den

Lohnnebenkosten, mehr Flexibilität im Arbeitsmarkt

sowie weniger Bürokratie.“

Doch die Entscheider in den kleinen

und mittelständischen Unternehmen sind

derlei Wortgefechte auf politischen Bühnen

überdrüssig. „Das sind Lippenbekenntnisse

ohne positive Auswirkungen

auf unseren Arbeitsalltag“, urteilt Peter

Seher, Geschäftsleiter der Seher, Reifen

+ Fahrzeugtechnik GmbH, Friedberg. „Egal,

wer die Bundestagswahl gewinnt, an der

Situation für den Mittelstand wird sich

Qualifizierte Mitarbeiter

zu gewinnen, wird immer

schwieriger. Das Arbeitsamt

hilft dabei kaum.

Gerhard Schröder,

Bundeskanzler

T I T E L S T O R Y

nicht viel ändern.“ Und die sei schlecht.

„Die wirtschaftspolitischen und steuerrechtlichen

Rahmenbedingungen für den

Mittelstand sind seit Jahrzehnten falsch

gesetzt“, lautet der Generalvorwurf von

Diplom-Wirtschaftsingenieur Harald Emigholz

an die Politiker aller Couleur. Der

Reifenhändler aus Bremen wird das Gefühl

nicht los, „dass viele von ihnen zwar

beständig das Wort Mittelstand im Munde

führen, aber nicht wissen, was ihn kennzeichnet.“

Erste Nachhilfe zum Thema Mittelstand

gibt Dr. Gunter Kayser, Geschäftsführer

des Instituts für Mittelstandsforschung

in Bonn: „Die deutsche Wirtschaft

wird maßgeblich geprägt durch die rund

3,3 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen

sowie Selbstständige und Freie

Berufe.“ Zu den kleinen zählen Firmen mit

einem Jahresumsatz unter 511.000 Euro

und maximal neun Beschäftigten. Mittlere

Betriebe setzen im Jahr zwischen

511.000 und 51,4 Millionen Euro um und

beschäftigen bis zu 499 Mitarbeiter.

Ein weitreichender Kündigungsschutz

und hohe Abfindungsansprüche

verhindern Neueinstellungen.

Als Leistungsträger der deutschen Volkswirtschaft

gelten mittelständische Unternehmen,

weil sie

• 99,3 Prozent aller umsatzsteuerpflichtigen

Unternehmen in Deutschland repräsentieren,

• 80 Prozent der Ausbildungsplätze bereitstellen,

• 69,3 Prozent der Arbeitsplätze schaffen,

• 57 Prozent zur Bruttowertschöpfung

aller Unternehmen beitragen,

• 46 Prozent aller Bruttoinvestitionen

vornehmen und

• 44,8 Prozent aller steuerpflichtigen

Umsätze tätigen.

Doch werden die von der Politik gesetzten

Rahmenbedingungen den Leistungen

des Mittelstandes gerecht? Ein

fast einhelliges Nein schallt den Verant-

» «

Das sind Lippen-

bekenntnisse ohne

Auswirkungen auf

den Geschäftsalltag

Peter Seher,

Reifen-Fachhändler

wortlichen in Berlin aus den Unternehmen

entgegen. Im Gegenteil: 49.600 zahlungsunfähige

Betriebe meldete das Statistische

Bundesamt für das Jahr 2001.

Und schon zeichnet sich ein neuer Pleitenrekord

ab: Mit 60.000 Insolvenzen rechnet

die Wirtschaftsauskunftei Creditreform

für das Geschäftsjahr 2002. „Der

Mittelstand ist krank”, urteilt denn auch der

Präsident des Deutschen Sparkassen-

Statt den Faktor Arbeit

flexibler zu gestalten,

wird er weiter reguliert

und verteuert. Die Sozialversicherungssysteme

schlucken immer mehr Geld und

fördern Überstunden statt neuer

Arbeitsplätze.

ReifenMagazin 19


und Giroverbandes (DSGV), Dietrich Hoppenstedt.

„Ein Drittel der Unternehmen

hat seit mehreren Jahren keinen Cent verdient.

Und über 50 Prozent der Firmen

mit einem Jahresumsatz unter fünf Millionen

Euro hat kein Eigenkapital mehr.“

Was für den Mittelstand im Allgemeinen,

gilt für zahlreiche Reifenhandelsunternehmen

im Besonderen: Ihre Eigenkapitalquote

ist katastrophal, ihre Erträge

mager, die Finanzierung mehr als schwierig

und die Fähigkeit zu investieren, kaum

noch gegeben. Ursache sei eine Wirtschaftspolitik,

die allein die Großindustrie

fördere. „Konzerne werden von der Politik

massiv gestützt und gefördert, wie

der aktuelle Fall Holzmann wieder zeigt“,

kritisiert Walter John, Geschäftsführender

Gesellschafter der Reifen John GmbH &

Co. KG, Freilassing. „Der deutsche Mittelstand

hingegen wird trotz seiner Leistungen

vernachlässigt.“ Fast drei Millionen

neuer Arbeitsplätze seien in den vergangenen

zwanzig Jahren im Mittelstand

entstanden, während Betriebe mit

über 1.000 Mitarbeitern in dieser Zeit eine

Million Arbeitsplätze abgebaut hätten.

„Ganz anders sind die Verhältnisse in

Österreich, wo wir mehrere Niederlassungen

betreiben“, hebt John hervor. „Dort

werden mittelständische Unternehmen leistungsgerecht

behandelt, beispielsweise

durch höhere Fördergelder bei Investitionen,

günstigere Abschreibungssätze oder

einem deutlich schlankeren Steuersystem.“

Zudem sei die Bürokratie wesentlich

unternehmerfreundlicher als in Deutschland.

„Anträge werden schneller bearbeitet

und Genehmigungen folglich schneller

erteilt“, weiß John. Und während hierzulande

die Tarifparteien selten in der Lage seien,

drängende Probleme schnell zu lösen,

profitiere die Wirtschaft in Österreich von

der Vielzahl staatlicher Beschlüsse.

Besonders in der Kritik steht das Steuersystem.

Die Steuerreform 2000 habe lediglich

die Abgabenlast der Kapitalgesellschaften

reduziert, sind sich die Experten

der Mittelstandsverbände einig. Beispielsweise

wurde die Körperschaftssteuer gesenkt

und die Gewinne aus dem Verkauf

von Beteiligungen steuerlich freigestellt.

Als ihm im August 2001 die Kritik aus dem

Mittelstand zu laut wurde, erklärte Bundeskanzler

Schröder dessen steuerliche Entlastung

zur Chefsache und setzte die Reinvestitionsrücklage

durch. Seit Jahres-

20

T I T E L S T O R Y

» «

Wir haben dem

Mittelstand neue

Freiräume

verschafft

Werner Müller,

Bundesminister für Wirtschaft

beginn dürfen auch

Personengesellschafter

Gewinne

bis zu 500.000 Euro

aus dem Verkauf

von Unternehmensanteilensteuerneutral

ins Unternehmen reinvestieren. Doch

Lob gab es für diese Neuregelung nicht.

Denn: „Der Mittelstand hat nichts davon,

weil er kaum Beteiligungen an Kapitalgesellschaften

hat“, winkt Jürgen Pinne, Präsident

des Deutschen Steuerberaterverbandes,

ab. Und dass Bundesfinanzminister

Hanns Eichel die Rücklage als Errungenschaft

für den Mittelstand lobe,

sei „Schwindel hoch drei“.

Die kleinen und mittelständischen Unternehmen

gelten als Zugmaschine

der deutschen Wirtschaft. Werden

die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen

dem gerecht?

Nein. Insbesondere die „Regelungswut“

der Gesetzgeber wirkt sich negativ auf

den Wirtschaftsstandort Deutschland

aus. Es gibt zu viele und zu komplizierte

Bestimmungen. Auch die aktuelle Unternehmenssteuerreform

hat keine wirklichen

Erleichterungen gebracht. Solche

Rahmenbedingungen be- und verhindern

Investitionen.

Welche gesetzlichen Vorgaben behindern

den Mittelstand in besonderer

Weise?

Beispiel Betriebsverfassungsgesetz: Statt

den Faktor Arbeit auch in der Mitbestimmung

flexibler zu gestalten, wird

er weiter reguliert. Die Arbeit ist mit zu

hohen Sozialabgaben belastet und damit

zu teuer. Das verhindert Neueinstel-

„Wer in guten Zeiten bis zu 60 Prozent

des Gewinns an das Finanzamt abführen

muss, kann keine finanziellen Polster für

schlechte Zeiten bilden“, kritisiert Thomas

REGELUNGSWUT

»Der Gesetzgeber

verhindert viele

Neueinstellungen«

Dominique Döttling, Bundesvorsitzende der

Wirtschaftsjunioren Deutschland, über die

Nachteile des Standortes Deutschland.

lungen. Das 325-Euro-Gesetz und das

Gesetz zur Scheinselbstständigkeit behindern

mittlerweile ganze Branchen.

Und: es ist dringend geboten, die Abschreibungsfristen

der tatsächlichen Lebenserwartung

von Wirtschaftsgütern

anzupassen, also deutlich zu verkürzen.

Sind die Probleme des Mittelstandes

ausschließlich durch politische

Weichenstellungen verursacht oder

nicht zum Teil auch hausgemacht?

In den vergangenen Jahren wurden

die Bedingungen für den Mittelstand

immer härter. Hausgemacht ist sicher

das eine oder andere Problem in der

Unternehmensnachfolge. Zu dieser Problematik

machen sich viele Mittelständler

zu spät Gedanken. Allerdings:

Da sich in den KMU immer der Inhaber

mit der Regelungswut auseinandersetzen

muss, fehlt ihm diese Zeit für die

Optimierung seines Unternehmens oder

für die Strategie-Entwicklung.


Schwarz, Geschäftsführer der Firma Reifen

Schwarz aus Passau, die steuerliche

Belastung. In den USA müsse ein Unternehmen

bis zu 50 Prozent weniger Steuern

abführen und könne entsprechend höhere

Gewinne verbuchen. „Die reinvestiert

der Unternehmer in seinen Betrieb und

wenn er klug im Markt agiert, steigen die

Gewinne weiter an. Dann nimmt der Staat

auch mehr Steuern ein und alle sind zufrieden.“

Rund 60 Prozent der mittelständischen

Unternehmen hatten im Jahr 2001

eine durchschnittliche Steuerbelastung

zwischen 25 und 49 Prozent zu tragen.

Davon fielen 23,7 Prozent in den Bereich

zwischen 40 und 49 Prozent. Steuerabgaben

zwischen 50 und 59 Prozent zahlten

14,7 Prozent der Firmen, während 2,1

Prozent der höchsten Steuerklasse von

60 Prozent und mehr angehörten.

Aber es ist nicht allein die Höhe der Steuern,

die Unternehmen belasten. Hinzu kommen

beachtliche Kosten für Steuerberater.

„Wir haben eines der modernsten Unternehmenssteuerrechte

geschaffen, die

es je gegeben hat“, erklärte Bundeskanzler

Schröder im Februar. Ganz anders das

Urteil aus der Praxis. „Welcher Unternehmer

versteht denn noch das deutsche

Steuerrecht?“, fragt Harald Emigholz. Über

10.000 Euro müsse ein mittelständisches

Unternehmen jährlich für Steuer-Experten

ausgeben. Und selbst die seien kaum noch

in der Lage, das komplizierte Geflecht zu

durchschauen. „50 Prozent der Weltliteratur

zum Thema Steuern sind in deutscher

Sprache verfasst“, bringt Thomas Schwarz

das Problem auf den Punkt.

Besonders unzufrieden sind Unternehmer

mit den Entwicklungen im Arbeitsrecht.

„Das aktuelle Arbeitsrecht nimmt

uns die Lust, Mitarbeiter einzustellen.

Denn es ist sehr schwierig und äußerst

kostspielig geworden, sich von Mitarbeitern

zu trennen, die den Leistungsansprüchen

nicht genügen“, berichtet Walter

John. „Das derzeitige Arbeitsrecht ist ein

Jobkiller“, pflichtet Harald Emigholz bei.

„Das Recht der Arbeitnehmer auf höhere

Abfindungen baut im Unternehmer

eine Hemmschwelle auf, neue Mitarbeiter

einzustellen.“ Die saisonalen Schwankungen

im Reifenhandel beispielsweise würde

das System nicht berücksichtigen.

„Wenn Sie heute jemanden einstellen, dann

sind Sie gezwungen, ihn zu behalten, auch

wenn er in den Monaten zwischen den

T I T E L S T O R Y

Prominente Mittelständler zu ihren Perspektiven

»Jammern nützt nichts«

»Die Rahmenbedingungen der Vergangenheit

haben die erfolgreiche Entwicklung

des Unternehmens ermöglicht. Inzwischen

besteht erheblicher Deregulierungsbedarf.

Es muss weniger verwaltet

werden und die Bereitschaft

zur Veränderung wachsen. Auch gilt

es die Globalisierung und ihre Folgen

zu akzeptieren. Die Wirtschafts-,

Sozial- und Steuerpolitik gehören

auf den Prüfstand.«

Als innovatives Unternehmen

sind wir in den vergangenen

Jahren stark gewachsen und

haben unabhängig von den

konjunkturellen Entwicklungen

unsere anspruchsvollen Ziele

mit viel Engagement, guten Mitarbeitern

und marktgerechten

Produkten erreicht. Auf der

anderen Seite müssen auch wir

uns mit den wirtschaftspolitischen

Rahmenbedingungen auseinandersetzen.

Aber klagen ist nicht

die Sache von Abt.«

Christian Abt

Abt Sportsline GmbH, Kempten

Martin Kind

Geschäftsführer KIND Hörgeräte GmbH & Co. KG

Geschäftsführer von Hannover 96

»Bundeswirtschaftsminister Werner

Müller hat uns auf dem Mittelstandstag

2002 Mut gemacht. Der Mittelstand

hätte allen Grund, optimistisch

in die Zukunft zu blicken. Alle Prognosen

gingen von einer ‚deutlichen

Wachstumsdynamik‘ im zweiten

Halbjahr aus.«

Werner Michael Bahlsen

Bahlsen GmbH & Co. KG, Hannover

ReifenMagazin 21


Umrüstphasen kaum Arbeit hat und seinen

Lohn nicht erwirtschaftet.“ Zahlreiche Unternehmer

fordern deshalb, den Kündigungsschutz

wieder abzuschwächen und das

Recht für Unternehmer, Löhne und Beschäftigung

an die jeweilige Geschäftslage

anpassen zu können. „Der vermeintlich

Schwächere hat in Deutschland momentan

oft die besseren Karten“, urteilt

Peter Seher. „Wie es ein Kollege von mir

formuliert: Der Polizist hat weniger Rechte

als der Kriminelle, der Vermieter weniger

als der Mieter und der Arbeitgeber weniger

als der Arbeitnehmer.“

Als weitere Schikanen für den Mittelstand

nennen Händler die unaufhörlich

steigenden Lohnnebenkosten und die

kostenaufwändige Reform der Betriebsverfassung.

Doch besonders hart wird

den Mittelständlern in den kommenden

Jahren ihre dünne Eigenkapitaldecke zu

schaffen machen. Die liegt in den meisten

Unternehmen bei mageren sieben Prozent.

Den restlichen Finanzbedarf müssen Firmenchefs

über Kredite abdecken. Das

aber wird in naher Zukunft überaus teuer.

Denn dann tritt Basel II in Kraft.

Collin Scholz

22

BASEL II

Kostenfalle Kredit

Ab 2006 richten sich die Kosten für

einen Kredit nach der Bonität des

Unternehmens. Dann gilt: Finanzstarke

Unternehmen bekommen

Geld zu besseren Konditionen als

heute. Finanzschwache Unternehmen

mit geringer Eigenkapitalquote

hingegen müssen für einen Kredit

Mehrkosten von durchschnittlich

20 Prozent einplanen. Der

Grund: Derzeit müssen Banken für

jeden Kredit Eigenkapital in Höhe

von acht Prozent der Kreditsumme

als Ausfallsicherheit zurücklegen.

Nach den neuen Richtlinien (Basel

II) werden es bei kapitalschwachen

Firmen zwischen 30 und 50 Prozent

sein. Für eine Million Euro wird

der Zinssatz von 6,49 Prozent auf

14,99 Prozent hochschnellen. Statt

65.000 Euro sind dann fast 150.000

Euro Zinskosten zu zahlen.

T I T E L S T O R Y

• Reifen Schwarz, seit 1926 •

Erfolg in dritter Generation

Familienbande

Sie sind die Felsen in der tosenden Brandung Reifenhandel.

Seit über sieben Jahrzehnten trotzen vor allem

Familienunternehmen allen Krisen.

Man schreibt das Jahr 1924. In Moskau

stirbt der Revolutionsführer

Lenin. Der Deutsche Hugo Eckener steuert

den Zeppelin LZ 126 vom Bodensee

bis nach New York und in Passau

gründet der Vulkaniseurmeister Hans

Schwarz die Vulkanisieranstalt Schwarz

& Söhne. Offiziell beginnt die Erfolgsgeschichte

der Firma Reifen Schwarz

1926 mit dem Eintrag in die Handwerksrolle.

1936 übernimmt sein Sohn

Gotthard das Ruder und hält den Erfolgskurs,

bis 1945 das Betriebsgebäude

zerbombt wird. Einige wenige

Maschinen werden nach Fürstenzell gerettet,

wo Gotthard 1946 das Unternehmen

wieder aufbaut. 1950 kehrt die

Familie nach Passau zurück und eröffnet

die Reifen Schwarz-Zentrale. Seit

1963 führt Gotthard Schwarz Junior

Theres und Gotthard

Schwarz Jr. (Mitte),

Claudia, Thomas und

Michael Schwarz (v.l.)

das Unternehmen. Unter seiner Regie

entstehen 44 Niederlassungen in Deutschland,

sechs in Österreich sowie eine in

Tschechien. Worauf gründet der Erfolg

des Unternehmens?

„Sicher auf der konstant hohen Qualität

der Service-Leistungen, der Produktvielfalt

auf sämtlichen Preisebenen und

der guten Lieferfähigkeit“, erklärt Thomas

Schwarz, der Urenkel des Firmengründers.

„Aber ganz wichtig ist: Ehrlichkeit

gegenüber dem Kunden. Der hat das

Recht auf eine Fachberatung, bei dem

seine Interessen im Mittelpunkt stehen

und nicht der Verkaufserfolg. Die Kunden

schätzen dieses Verhalten ungemein.“

Im Markt verfolgt die Firma das Prinzip

der strukturierten Expansion: „Wer um jeden

Preis wächst und dabei nur auf die

Umsätze achtet, statt auf das Betriebs-


ergebnis, läuft Gefahr, nach wenigen Jahren

vor dem Ende zu stehen.“ Solides

Wachstum basiere auf sorgfältigen Standortanalysen

und der behutsamen Integration

des Neuen in das Bestehende.

Thomas Schwarz ist überzeugt: „Reifen

Schwarz wird sich auch in der vierten

Generation erfolgreich im Wettbewerb behaupten.“

In einem Jahr voller wirtschaftlicher Depressionen

glaubt Theodor Emigholz an

die Zukunft und gründet 1929 in Bremen

eine Dampf-Vulkanisier-Anstalt. Das Können

des jungen Mannes passt zum Beginn

der Motorisierungswelle. Schnell entwickelt

sich die Runderneuerung zu einem

wesentlichen Bestandteil bei Emigholz.

1939 steht das Unternehmen an der

Spitze der Bremer Händler. Ein Bombenangriff

im Oktober 1944 zerstört das Unternehmensgebäude.

Die vorsorglich ausgelagerten

Maschinen für die Runderneuerung

ermöglichen den Neubeginn

in Sottrum, Kreis Rotenburg/Hannover.

Dem Sohn Hans Emigholz gelingt es

1949, das Unternehmen an die Weser

zurückzuführen. Noch zu Lebzeiten seines

Vaters beginnt Hans mit dem Aufbau

eines Filialnetzes, das heute 14 Standorte

in „Bremen und umzu“ umfasst.

Tatkräftig unterstützt wird er dabei von

seinen Söhnen Harald und Jens. 1996

übernimmt Harald das Unternehmen.

„Was uns seit je auszeichnet, ist der

Wahlspruch meines Großvaters: Bring die

Leistung zu den Kunden“, versucht Harald

Emigholz dem Grund des Erfolgs

nachzuspüren. „Damals kamen die Luftreifen

auf, die repariert werden mussten.

Da seine Kunden hauptsächlich aus dem

T I T E L S T O R Y

Walter John, Peter

John, Walter John

Jr., Hans John (v.l.)

Nfz-Bereich kamen, legte mein Großvater

großen Wert auf Dienstleistungen für

Großreifen.“ Allerdings habe der Erfolg des

Unternehmens noch ein zweites Standbein:

„Ohne eine positive Unternehmenskultur

agiert kein Betrieb über 70 Jahre

erfolgreich im Markt.“ Die aktuelle Entwicklung

im Reifenhandel bereitet Emigholz

wenig Freude. „Ich bin seit 1980 dabei

und kann sagen: Die vergangenen

fünf Jahre waren grauenhaft.“ Der Markt

sei überbesetzt, die Erträge in allen Segmenten

rückläufig. Um die Zukunft des Unternehmens

macht sich Harald Emigholz

dennoch keine Sorgen. Die Firma ist im

Nfz-Bereich fest etabliert und die Kunden

wissen, was sie von Emigholz erwarten

dürfen.

1926 heben die Deutschen ab: Die

Lufthansa wird gegründet. Und die ältesten

Kraftwagenwerke der Welt fusionieren

zur Daimler-Benz AG. Autos sind auch

die Welt von Albin John, der in Tetschen-

Bodenbach/Sudetenland eine Firma für

den Handel und die Reparatur von Auto-

Bereifungen führt. 1935 kommt die Produktion

von runderneuerten Reifen hin-

• Emigholz Dampf- und Vulkanisieranstalt, seit 1929 •

Harald Emigholz

• Reifen John, seit 1926 •

zu. Nach dem Krieg verlässt Familie John

ihre Heimat und siedelt sich in Freilassing

an. Dort wird 1948 das Unternehmen

Reifen John gegründet. 1949 tritt Sohn

Hans in das Unternehmen ein, bald danach

sein Bruder Walter. „Weil nach dem

Krieg niemand wissen konnte, wie sich die

wirtschaftlichen Strukturen entwickeln,

wollten wir ein zweites Eisen im Feuer haben

und begannen 1954 mit der Produktion

von Spiel- und Sportartikeln“, erzählt

Walter John. 1965 wurde in Österreich

die Reifen John Vertriebs-GesmbH gegründet.

1972 übernehmen Walter und Hans

die Geschäftsleitung und zeichnen verantwortlich

für 27 Filialbetriebe in Deutschland

und Österreich. „Wir haben stets mit

hohem Engagement den Markt analysiert,

um Trends frühzeitig aufzuspüren

und entsprechend darauf zu reagieren“,

nennt Walter John ein wesentliches Kriterium

für den Erfolg. Und: Service sei das

Wort, das jeder Reifenhändler nur in Großbuchstaben

schreiben sollte. Dabei komme

es entscheidend auf die Qualität der Mitarbeiter

an. „Sie müssen auf den Kunden

zugehen können, seine Sprache sprechen

und schnell erkennen, was ihn interessiert

und was nicht,“ fordert Walter

John, der etliche Generationen von Kunden

betreut hat. „Früher war es einfacher,

Kunden zufrieden zu stellen. Sie kamen

ins Geschäft und wollten irgendeinen Reifen.

Heute sind Kunden wesentlich aufgeklärter.

Die Medien haben viele Informationen

vermittelt, so dass Kunden sehr gezielt

bestimmte Leistungen und Eigenschaften

der Reifen abfragen.“ Daher ist

Familie John, in der mit Peter und Walter

John Junior die dritte Generation im

Unternehmen tätig ist, besonders stolz,

diesen Anforderungen glänzend gerecht

zu werden.

Collin Scholz

ReifenMagazin 23


Herr Hülzer, die Kooperation

zwischen BRV und ZDK funktioniert.

Wie weit können Sie

das auch von der Zusammenarbeit mit

den Schwesterverbänden in Österreich

und der Schweiz sagen?

Mit den Kollegen in der Schweiz sind

wir bezüglich der Intensivierung der Zusammenarbeit

auf einem guten Weg.

24

I N T E R V I E W

Peter Hülzer ist Geschäftsführendes Vorstandsmitglied

des Bundesverbands Reifenhandel und Vulkaniseur-

Handwerk und Mitglied der Geschäftsführung des

Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeug-Gewerbe.

Wenngleich meines Erachtens eine noch

weitreichendere Kooperation als die bislang

praktizierte wünschenswert wäre.

Mit den österreichischen Kollegen waren

wir bezüglich eines Kooperations-Modells

über viele Monate im Gespräch.

Nach ausführlichen Diskussionen hat der

BRV-Vorstand jedoch beschlossen, dem

Vorschlag des VRÖ nicht näherzutreten.

Der Hauptgrund für die ablehnende Haltung

ist, dass angesichts der Arbeitsfülle,

die sich aus dem Vorschlag zur Aufteilung

der Aufgabenbereiche VRÖ/BRV

für den BRV ergeben würde, eine pauschale

Abgeltung in Höhe von nur 25

Prozent der Mitgliedsbeiträge des VRÖ

nicht annähernd ausreicht, um die Aufgaben

nach dem Verständnis des BRV

ordnungsgemäß wahrzunehmen.

Welche Konsequenzen sind damit

verbunden?

Der BRV wird sich ab sofort den Aufnahmeersuchen

österreichischer Reifenhändler

nicht mehr verschließen.

Den Betriebsergebnissen geht es

wie der Zusammenarbeit der Verbände.

Sie sind seit Jahren verbesserungswürdig,

allerdings mit konstant

steigender Tendenz. Wie bewerten Sie

das abgelaufene Geschäftsjahr?

Die exakten Zahlen für das vergangene

Jahr liegen noch nicht vor. Insgesamt

prognostizieren wir für das Jahr 2001 bei

M+S-Neureifen ein Stückzahl-Plus von

2,5 Prozent. Bei Sommerreifen verzeichneten

wir eine Stagnation, so dass unter

dem Strich ein leichtes Mengen-Wachstum

von plus 0,9 Prozent stehen wird.

Im Gespräch mit Peter Hülz

»Die Bran

unvergleic

Äußerst schwierig verlief das konjunkturabhängige

Nfz-Reifensegment, das deutliche

Stückzahl-Rückgänge sowohl bei

neuen als auch bei runderneuerten Reifen

zu verzeichnen hatte. Das Prädikat

„zufriedenstellend“ kann dem Jahr 2001

– wenn überhaupt – nur bedingt gegeben

werden, obwohl der Reifen-Fachhandel

nach unseren Beobachtungen

rechtzeitig, angemessen und betriebswirtschaftlich

sinnvoll reagierte und die

Rohertragssituation im Pkw-Reifengeschäft

leicht verbessert werden konnte.

Wie hat denn nach Ihren Beobachtungen

der Fachhandel reagiert?


er

Die Branche hat vor allem auf die

Kostenbremse getreten. Da noch im Jahr

2000 über die Hälfte der ausgabewirksamen

Kosten im Reifen-Fachhandel Personalkosten

waren, bedeutete dies in

erster Linie Personalabbau. Darüber hinaus

registrieren wir einen Trend, unrentable

Standorte zu schließen, was nach

meiner Einschätzung notwendig war. Denn

der Markt ist nach wie vor überbesetzt.

„Sogar der

Lebensmittel-

Einzelhandel

erwirtschaftet bessere

Betriebsergebnisse.“

Auf der Einnahmenseite verzeichnen wir

gestiegene Erträge aus Dienstleistungen,

die bereits über die Hälfte des Rohertrags

im Endverbraucher-Geschäft

ausmachen.

Wird sich der leicht positive Trend

in diesem Jahr fortsetzen?

Ich glaube vor dem Hintergrund der

schwachen Neuwagenverkäufe und der

stärkeren Nutzung des Autos seit dem

11. September an ein zufriedenstellendes

Sommerreifen-Geschäft. Insbesondere

erwarte ich, dass viele Urlauber mit

dem Auto reisen werden, und hoffe,

dass es uns gelingt, möglichst viele von

I N T E R V I E W

ihnen über den ReifenCheck 2002 zu

einem Besuch beim Reifen-Fachhändler

zu motivieren.

Was spricht dafür, dass sich der

Winterreifen-Absatz weiterhin positiv

entwickeln wird?

Die Konsumenten erlebten in den Monaten

November und Februar nachhaltig

die überzeugenden Vorteile von Winterreifen

und fühlen sich damit – und das

che verfügt über

hliches Potenzial«

ist für Folgegeschäfte besonders wichtig

– in ihren Kaufentscheidungen bestätigt.

Die Umrüstquote liegt in Deutschland

bereits bei 42 Prozent...

Insgesamt rollen 43 Millionen Pkw auf

deutschen Straßen. Die Branche verfügt

damit über ein unvergleichliches Potenzial,

das es auszuschöpfen gilt. Der Lkw-

Reifenmarkt wird eher schwieriger werden.

Die schleppende Konjunktur wird

Volumen und Preise drücken. Insgesamt

bin ich für 2002 verhalten optimistisch.

Erlebt der Handel nun die ersehnte

Trendumkehr nach all den Jahren negativer

Betriebsergebnisse?

Mengenzuwachs muss keine Ertragsverbesserung

bedeuten. Leider drehen immer

mehr Reifenhändler ein immer größeres

Rad, aber die Ertragssituation ist vielerorts,

trotz einiger passabler Unternehmens-Konjunkturen,

deutlich angespannter

als in den Vorjahren.

Skepsis bleibt also angebracht?

Von der Normalität sind wir noch weit

entfernt. Es gibt Händler, die einen Großteil

ihres Arbeitstages darauf verwenden,

über Preise nachzudenken. Das zeigt,

dass es in unserem Geschäft keine Kontinuität

gibt. Wenn wir heute eine Uhr bei

Wempe kaufen, dann zum gleichen Preis

wie im November 2001, wenn nicht sogar

teurer. Aber die Reifenbranche kalkuliert

fast schon mit Tagespreisen, fast

schon wie an der Börse.

Dem Reifenhandel geht es nach

wie vor deutlich schlechter als anderen

Branchen?

Sogar der Lebensmittel-Einzelhandel,

der unter erheblichem Wettbewerbsdruck

steht, erwirtschaftet laut Institut für

Handelsforschung an der Universität Köln

bessere Betriebsergebnisse.

Sicher nicht ohne Grund. Worauf

führen Sie die Branchenunterschiede

zurück?

Es gibt immer noch zu viele Händler,

die außer dem Preis kein anderes absatzpolitisches

Instrument kennen. Service

wird nach meinen Beobachtungen

nur unzureichend verkauft, obwohl der

Servicemarkt deutlich gewachsen ist.

Umsatz und Marktanteilsdenken dominieren.

Auch für unsere Branche muss

gelten, was VW-Vorstand Büchelhofer

kürzlich mit den Worten beschrieb: Mehr

Menge über Mitteleinsatz ist zu simpel.

Verkaufsförderung bedeutet, Mehrwert

zu verkaufen. Das ist eine bessere Methode

als den Preis zu senken.

Warum verkauft ein großer Teil des

Reifenhandels Mehrwert nicht in Form

von überzeugendem Service?

Eventuell mangelt es häufig auch an

der Fähigkeit, einen Kunden von der

Produkt- und Dienstleistungsqualität der

angebotenen Ware zu überzeugen und

einem kritischen, preisbezogenen Konsumenten

argumentativ überzeugend zu

begegnen. Mehrwert ist eine Alternative

zur Preiskonkurrenz. Vielleicht muss der

BRV das noch stärker in seiner Arbeit

thematisieren und rüberbringen.

ReifenMagazin 25


Der Handel

benötigt mehr

Phantasie und

intelligente

Vermarktungs-

Konzepte

Welche Ursachen für die schwierige

Situation der Branche hat die Industrie

zu vertreten?

Vor allem die schon von Heinz-Werner

Knörnschild im ReifenMagazin kritisierte

Überkapazität. Entsprechend

hoch ist der Druck,

die Ware auch zu verkaufen.

Natürlich nimmt das

Einfluss auf die Preisgestaltung.

Produkte namhafter

Hersteller gleichen

sich soweit, dass heute

kaum ein Händler mehr

eine Preisdifferenz von 25

Euro pro Reifen in Qualitätsunterschiedenbegründen

kann. Ein weiterer Kritikpunkt:

Häufig werden

marode Händler über verlängerte

Zahlungsziele oder

Liquiditätszuschüsse von

der Industrie gestützt. Das

erhöht die Wettbewerbs-

26

«

I N T E R V I E W

intensität. Denn diese Leute

kommen ja meistens nicht

zur Vernunft. Ein marktwirtschaftliches

Prinzip ist aber,

dass derjenige, der keine Finanzkraft

mehr hat – so leid

mir das tut – aus diesem

Markt ausscheiden muss.

Gibt es zu viele Händler,

die unzureichenden Service

bieten? Oder lassen sich

zu viele ihren Service nicht

ausreichend bezahlen?

Ich bin davon überzeugt,

dass es die wesentlichen

Serviceleistungen in der Regel

gibt, dass sie aber im

Rahmen von Preisdiskussionen

kostenlos, mindestens

aber unter Wert angeboten

werden. Beispielsweise ergab

eine Umfrage unter 2.000

Reifen-Fachhändlern, dass alle

die Serviceleistung Reifeneinlagerung

anbieten – 45

Prozent aber kostenlos. Und

das ist natürlich nicht richtig.

Bei dem Ergebnis stellt

sich die Frage, ob der Reifen-Fachhandel

zum Teil

erhebliche Defizite im BereichBetriebswirtschaftslehre

hat...

Ich vermute weniger Wissensdefizite im

Bereich Betriebswirtschaft und Rechnungswesen,

statt dessen aber, dass insbesondere

kleinere Händler andere unternehmerische

Aufgabenstellungen mit grö-

FACT SHEET

Der Bundesverband

Reifenhandel und

Vulkaniseur-Handwerk

e.V. (BRV) wurde

1987 gegründet.

Sein Angebot nutzen

über 1.300 Betriebe

mit insgesamt mehr als 2.800 Verkaufsstellen

und über 100 Fördermitglieder, sogenannte

Vorzugslieferanten (zum Beispiel alle

namhaften Reifenhersteller, Werkstattausrüster,

Zulieferer und zertifizierte Altreifen-Entsorgungsbetriebe).

ßerer Priorität behandeln. Die Branche ist

technikverliebt. Das ist auch gut so, denn

das gehört zum Job. Man darf aber darüber

andere zum Beispiel betriebswirtschaftlicheManagement-Führungsinstrumente

nicht vernachlässigen. So sind beispielsweise

zeitnahe Informationen über

die betriebliche Situation überlebenswichtig.

Um dies bewusst zu machen,

ist auch der BRV gefordert.

Welche Einsparpotenziale bleiben

dem Handel?

Vor allem die Prozesskosten-Optimierung.

Die erreiche ich beispielsweise

durch Electronic Data Interchange, EDI,

da ist die Continental vorbildlich. Und ich

würde mir wünschen, dass die Chance,

die mit EDI verbunden ist, wesentlich

schneller und stärker genutzt wird, als

das bisher der Fall ist.

Personalabbau?

Es ist richtig, Personalkosten zu reduzieren.

Flankiert werden sollte dies aber

durch intelligente Arbeitszeitmodelle, die

der BRV bereits erarbeitet hat.

Ein Verbesserungsvorschlag der Industrie

ist die Erhöhung des Lagerumschlags

beim Handel. Dieser ist aber

rückläufig. Messen Sie der Umschlaghäufigkeit

eine andere Bedeutung bei,

als es die Industrie tut?

Umschlaghäufigkeit ist ein wichtiges Thema.

Auch in der Verknüpfung mit der Frage,

warum sie schlechter geworden ist. Eine

Ursache war der schneefreie Winter.

Ein weiterer Grund ist, dass andere Vertriebskanäle

Marktanteile gewinnen. Und

was andere vermarkten, kann der Handel

nun einmal nicht mehr verkaufen.

Wie kann der Fachhandel die Abhängigkeiten

von den Zufällen der Witterung

im vierten Quartal reduzieren?

Indem er das Augenmerk insbesondere

auf eine profitorientierte Vermarktung in

den Monaten Januar bis September richtet.

Das ist nicht meine akademische Betrachtung,

sondern eine Forderung meines

Vorstandsmitglieds Bernhard Schoeps.

Und damit sagt ein qualifizierter Reifen-

Fachhändler, dass es möglich ist, nicht nur

im Oktober, November, Dezember Geld zu

verdienen, sondern auch in den anderen

neun Monaten.

Können Sie das konkretisieren?

Wir müssen im Wettbewerb und gegenüber

Kunden mehr auf Phantasie und

intelligente Vermarktungskonzepte set-


zen, statt uns gegenseitig über den Preis

verdrängen zu wollen. Und natürlich müssen

alle Anstrengungen unternommen

werden, Dienstleistungen im Reifen- wie

auch im Autoservicebereich auszubauen.

Der BRV hat in der Vergangenheit

immer wieder konkrete Vorschläge unterbreitet,

von der Kfz-Aufbereitung bis

hin zu Car-Glas. Das sind Angebote, die

auch gegenüber dem Verbraucher Kompetenz

vermitteln. Darüber hinaus sollten

wir aufhören, permanent zu beklagen,

dass wir 70 Prozent unseres Geschäftes

in den Monaten November und

Dezember abwickeln. Denn das ist in vielen

Einzelhandelsbranchen auch so. 76

Prozent des Spielwareneinzelhandels-

Umsatzes wird im Dezember gemacht.

Autohäuser

«

profilieren

sich als

kompetente

Vermarkter

I N T E R V I E W

Was gibt es an den vorhandenen

Marketing-Konzepten auszusetzen?

Für meinen Geschmack sind viele Konzepte

des Reifen-Fachhandels zu herstellerorientiert.

Es geht aber nicht um die

Stützung des Herstellers, sondern um Aufund

Ausbau der Servicemarke des Händlers.

Und es gibt ja Unternehmen, die das

vormachen. Nabholz und Seher haben

mit den Slogans „Kommt zu den Könnern“

und „Rundum persönlich“ eigenständige

Händler-Profile durch Marketing-

Maßnahmen aufgebaut.

Aber das kostet Geld. Viele kleine

Reifenhändler investieren nicht in Marketing,

sondern erwarten, dass die Industrie

mehr Produktwerbung schaltet

und das Markenimage fördert.

Aber das nützt dem einzelnen Händler

wenig. Besser für kleinere Händler wäre

es, strategische Allianzen einzugehen und

ein Marketing-Konzept mit dem Hersteller

gemeinsam zu entwickeln. Da rennt

der Handel doch bei der Industrie offene

Türen ein. Natürlich ist dann auch ein zum

Beispiel Uniroyal-Logo auf der Koop-Werbung,

aber dafür erhält der Handel konzeptionelle

und finanzielle Unterstützung

im Rahmen eines Kooperationspaketes

und der Aufwand für den Händler ist überschaubar.

Es wird so viel über die Untätigkeit

der Hersteller geschimpft. Ich glaube,

dass viele Händler den Wald vor lauter Bäumen

nicht mehr erkennen und den Überblick

über ihre Möglichkeiten verlieren.

Welche neuen Wettbewerber drängen

trotz kontinuierlich sinkender Margen

noch immer auf den Markt?

Angesichts von über vier Millionen Arbeitslosen

sehen viele den Reifenhandel

noch als Chance, sich beruflich neu zu

positionieren. Solche Neu-Einsteiger fangen

mit geringen Kosten in irgendeinem

Hinterhofbetrieb an, sind mit geringen

Margen zufrieden und haben ihr Auskommen

– jedenfalls für eine gewisse

Zeit. Die machen häufig den Markt kaputt,

verschwinden nach zwei Jahren

wieder und machen sich dann in anderen

Sparten selbstständig. Das Problem

ist, dass wir keine existierende Berufszugangs-Voraussetzung

haben und angesichts

der EU-Liberalisierung auch nicht

erhalten. Aber wenn Sie das Thema Mitbewerber

ansprechen, dürfen wir die Autohäuser

nicht vergessen, die angesichts

sinkender Margen im Neuwagengeschäft

den Reifen mehr und mehr für sich entdecken

und sich als kompetente, ernstzunehmende

Vermarkter profilieren.

Aber mit Blick auf neue Wettbewerber

geringer Qualität müsste doch

die zunehmende Technisierung, zum

Beispiel durch Reifendruck-Kontrollsysteme,

als Eintrittsbarriere wirken.

Das ist meine Hoffnung. Hightech rückt

in den Vordergrund. Die Anfangsinvestitionen

für das technische Equipment steigen.

Die Kosten der Nachrüstung werden

zu einer weiteren Marktbereinigung führen.

Nur der qualifizierte Teil der Branche

wird von dieser Spezialisierungstendenz

profitieren. Und dann werden wir auch eine

Normalisierung bei den betriebswirtschaftlichen

Ergebnissen erleben.

ReifenMagazin 27


28

«

Gemeinsamkeiten

werden zu häufig

unternehmerischen

Egoismen geopfert

Sie sprachen die Konkurrenz durch

Autohäuser an: Es gibt einen Reifenhersteller

der damit wirbt, seine Produkte

ausschließlich über den Fachhandel

zu vertreiben. Hat das Ihrer Ansicht

nach dazu beigetragen, dass dessen

Produkte heute vom Fachhandel

verstärkt vermarktet werden?

Mit der Werbung will sich der Hersteller

gegenüber dem Fachhandel besonders

positionieren. Klar, aber über wen

soll er denn sonst distribuieren? Wenn

morgen der Chefeinkäufer eines Automobilherstellers

anfragt, ist es mit der Fachhandelstreue

vorbei. Und das weiß der

Fachhandel ganz genau.

Welche typischen Eigenschaften Ihrer

Verbandsmitglieder treiben Ihnen

das Blut in den Kopf?

Erstens: Dass viele von ihnen sich gegenüber

neuen Entwicklungen zu langsam

öffnen. Es kann nicht angehen, dass

Händler ihren Verband auffordern, Ein-

I N T E R V I E W

fluss auf die Automobilindustrie

zu nehmen, damit

diese den Einbau von

Reifendruck-Kontrollsystemen

in der Erstausrüstung

stoppt, weil das für

das Ersatzgeschäft viel zu

kompliziert sei. Im Gegenteil:

Der Handel muss sich

zum Spezialisten auf diesem

Gebiet entwickeln, die

besondere Kompetenz dem

Kunden gegenüber klar

herausstellen. Und zweitens:

Wenn ich die vielen

Gespräche, die wir in den

letzten 15 Jahren geführt

haben, Revue passieren

lasse, stelle ich fest, dass

wir immer dasselbe diskutieren,

Lösungsansätze für

viele Branchenprobleme

aber ignorieren.

Zum Beispiel die Preisproblematik,

sinkende Erträge

und Mengendruck?

Exakt. Gelegentlich werden

diese Diskussionen

durch aktuelle Themen wie

Rating überlagert. Aber zu

den Grundproblemen kehren

wir immer wieder zurück.

Nur ringen wir uns selten

zur Umsetzung eben

dieser Lösungsansätze durch. Ich vermisse

in unserer Branche den Willen zur Innovationsfähigkeit

und die Bereitschaft,

die Dinge wechselseitig, das heißt: im

Zweckbündnis von Industrie und Handel

zu einem Besseren zu wenden. Es gibt

doch zahlreiche wettbewerbsübergreifende

Projekte, die uns allen nutzen und

die Branche insgesamt nach vorne bringen

könnten. Aber was geschieht? Häufig

werden die Gemeinsamkeiten unternehmerischen

Egoismen geopfert.

Wie es sich zum Beispiel beim Thema

ReifenCheck abzeichnet?

Eine Branche, die seit Jahren nur jammert,

dass sie ein Produkt vermarktet,

dessen Sicherheitsrelevanz vom Verbraucher

unterschätzt wird, muss es doch

durch eine gemeinsame PR-Aktion

schaffen, das Bewusstsein der Verbraucher

sowohl produkt- als auch dienstleistungs-

anstatt allein marken- und preisorientiert

zu prägen.

Die Continental unterstützt Sie in

diesem Jahr als Exklusiv-Sponsor...

Insofern habe ich die Hoffnung, dass es

besser wird als 2001. Aber auch der Handel

muss mitziehen; die Botschaft unter

anderem aus dem Bundesministerium für

Verkehr ist eindeutig: Klappt es diesmal

nicht mit der Beteiligung des Reifen-

Fachhandels, wird das Bundesministerium

wohl nicht mehr bereit sein, die Aktion

über den Deutschen Verkehrssicherheitsrat

mit Steuergeldern weiter zu fördern.

Was zeichnet Ihrer Ansicht nach zusammenfassend

die Zukunftsfähigkeit

eines Fachbetriebes aus?

Gut gerüstet sind jene, die eine klare

Strategie mit Kernkompetenz entwickeln,

dabei die Unsicherheit der Marktentwicklung

akzeptieren und sich flexibel darauf

einstellen. Entscheidend geprägt wird die

Zukunftsfähigkeit vom Umgang der Betriebe

mit ihren Mitarbeitern, in deren Ausund

Weiterbildung regelmäßig investiert

werden muss. Nur so erhalten sich Unternehmen

ihre innovative Kraft und Fähigkeit

zur Kundenorientierung. Eine weitere

wichtige Rolle spielen Kooperationen und

strategische Allianzen. Es muss ja nicht

gleich eine Heirat sein. Statt dessen kann

man sich auf ein Zweckbündnis mit einem

Hersteller über einen Zeitraum von

zwei oder drei Jahren einigen. Wichtig ist,

dass man während dieses Zeitraumes

optimal zusammenarbeitet. Dadurch gewinnt

man nicht zuletzt die Unterstützung,

seine Unternehmensprozesse effizient

zu gestalten und ein gekonntes

Dienstleistungs- und Preismarketing zu

betreiben, das sich am betriebswirtschaftlich

Sinnvollen orientiert.

Das Gespräch führten Ute Dommel

und Thomas Bungart.


Werkstattgespräch

Umrüstzeit heißt: Stress in der Montagehalle. Experten

des Zentralen Kundendienstes (ZKD) zeigen, worauf es

ankommt und wie Laufunruhen korrigiert werden.

Wird es in der Halle hektisch,

kann der Monteur schon mal

vergessen, nach der Demontage

von Komplettreifen die Radposition

der Winterpneus zu kennzeichen“, nennt

Stefan Heffel, Leiter Kundendienst-Sta-

Die Radwaschmaschine befreit

Pneus von aggressiven Schmutz.

tion und Personalverkauf, einen typischen

Flüchtigkeitsfehler. Der sorgt im nächsten

Winter für Ärger, wenn der Kollege

die Reifen in falscher Abfolge montiert.

Die Folge: Laufunruhe.

T E C H N I K

Gerüstet für

die Umrüstung

„Vor dem Einlagern sollten die Reifen

gewaschen werden, um sie von Bremsstaub

und aggressiven Schmutz zu

befreien, die das Material während der

Lagerzeit schädigen. Wer keine Radwaschmaschine

einsetzt, verwendet dazu

eine leichte Seifen-Lauge“, erklärt

Heffel. Nach dem Trocknen werden die

Reifen auf Schäden untersucht. Typisch

sind tiefe Anscheuerungen der Seitenwand

oder Verletzungen der Lauffläche.

Auch die Sommerreifen müssen vor

der Montage unbedingt auf Beschädigungen

kontrolliert werden, bevor sie in

die Wuchtmaschine kommen. „Nach dem

Auswuchten müssen die Reifen diagonal

getauscht montiert werden“, betont

Bernd Mooshage vom ZKD. „Ganz wichtig:

Bei laufrichtungsgebundenen Reifen

darf nur von vorn nach hinten getauscht

werden. Das vermeidet einseitige Verschleißerscheinungen

wie die Sägezahnbildung.

Denn: Ein gleichmäßiges

Verschleißbild ist für eine

dauerhafte Laufruhe unbedingt

erforderlich.“

Nach der Montage soll das Rad mit

geringstmöglichem Höhen- und Seitenschlag

laufen. „Bei Fahrzeugen mit empfindlichen

Vorderachsen ist es sinnvoll,

vor der Reifenmontage zunächst die

Felgen auf der Wuchtmaschine laufen zu

lassen und dabei deren Hoch- und Tiefpunkt

zu markieren“, rät Mooshage.

„Dadurch hat es der Monteur beim

Matchen einfacher, den Reifen in die optimale

Position zur

Felge zu drehen und

den Rundlauf zu idealisieren.“

Generell gilt: Wenn

ein Rad einen unrunden

Lauf mit Seiten-

oder Höhenschlag

zeigt, muss

der Monteur im ers-

Moderne Maschinen messen

Felgenschlag und Kraftschwankungen.

ten Schritt die Felge beobachten, um zu

erkennen, wie stark sie vom Ideal abweicht.

Die maximale und die minimale

Abweichung werden

markiert. Danach wird

mit dem Reifen in gleicher

Weise verfahren.

„Anschließend wird der

Reifen von der Felge

abgedrückt und so lange

auf ihr gedreht, bis

sich das Minimum des

Nur gut eingestrichen, lässt sich der

Reifen auf die Felge ziehen.

Felgenschlages mit dem Maximum des

Reifenschlages deckt“, erläutert Bernd

Mooshage. „Hat der Monteur alles richtig

gemacht, dreht sich ein weitgehend

rundlaufendes Rad auf der Maschine.“

ReifenMagazin 29


30

CHECKLISTE

Warum´s nicht rund läuft

1

2

3

4

5

Das Radlager ist defekt. Gut als Ursache

zu erkennen am typischen Geräusch

bei frei laufenden Rädern.

Achsteile sind locker oder ausgeschlagen.

Schnell zu erkennen durch kräftiges

Rütteln an der Achse.

Ablagerungen und Rost im Bereich der

Felgenaufnahme der Achse beeinträchtigen

den Rundlauf.

Die Felgenzentrierung ist fehlerhaft.

Durch falsches Anziehen der Radschrauben

hat sich die Felge auf der

Achse verspannt.

Der Seiten- und Höhenschlag von Reifen

und Felge weichen stark vom Ideal

ab und sind nicht optimal gematcht.

Auch wenn Zeit Geld ist: Durch eine

sorgfältige Montage vermeidet der Monteur

unzufriedene Kunden. „Denn die stehen

nach wenigen Tagen sowieso vor der

Halle, weil ihre Reifen unruhig laufen“,

weiß Stefan Heffel.

Wer seinen Kunden perfekten Service

bieten möchte, setzt computergesteuer-

te Analysegeräte

ein, die sowohl

die Radialkraftschwankungen

des Reifens als

auch den Felgenschlag messen und in das

bestmögliche Verhältnis bringen. Die Kosten

für die Anschaffung belaufen sich auf

rund 15.000 Euro.

Eine weitere häufige

Ursache für Laufunruhe

ist eine schlechte

Felgenzentrierung.

„Zieht der Monteur

die Radschrauben nur

mit dem Schlagschrauber

und nicht über

Kreuz an, verspannt

sich die Felge auf der

Achse und der Reifen

Der kluge Monteur schützt sein

Gehör vor Lärm am Arbeitsplatz.

Computergestützte Analyse-Geräte

sind heute für den

Reifen-Fachhändler ein Muss.

T E C H N I K

läuft unruhig“, erklärt Mooshage.

Auch Ablagerungen und

Rost im Bereich der Felgenaufnahme

der Achse können

den Rundlauf beeinträchtigen

und sollten unbedingt entfernt

werden. Eine Bürste oder Schleifleinen

leisten dabei gute Dienste.

Durch kräftiges Rütteln an

der Achse erhält der Monteur

schnell Hinweise auf eine weitere

mögliche Ursache für unbefriedigendes

Fahrverhalten: Gelockerte

oder ausgeschlagene

Achsteile.

Defekte Radlager werden an

typischen Geräuschen beim frei

laufenden Rad erkannt. Besonders

gut zu hören ist das Brummen

bei einem achsweise aufgebockten

Fahrzeug, wobei der

Reifen vom Motor oder dem

Finishing Balancer beschleunigt

wird und frei läuft.

Naht der Sommer,

verlangen viele Kunden

nach Breitreifen. Häufig stellen sie dann

die Frage, ob an Stelle der im Fahrzeugschein

eingetragenen ZR-Reifen auch

die Montage von W-Reifen möglich sei.

Nach § 36 der StVZO ist die Verwendung

von W-Reifen anstelle der ZR-Reifen

ohne Eintrag in die Fahrzeugpapiere

ausdrücklich erlaubt für Fahrzeuge mit einer

Höchstgeschwindigkeit von maximal

260 Km/h. Doch selbstverständlich nur bei

gleicher Reifengröße und Kennung. Das

Gleiche gilt sinngemäß für Y-Reifen. Demgegenüber

ist die Umrüstung von eingetragenen

W-Reifen auf neue Reifen mit

ZR-Kennung nur nach der Freigabe durch

den Reifenhersteller möglich. Außerdem

muss dieser Wechsel in den Fahrzeugpapieren

vermerkt werden.

Collin Scholz

Die neuen Van-Reifen eignen

sich auch für das Hymer Reisemobil S 740

auf dem Fahrgestell des Mercedes Sprinter 616 CDI.

Der neue Van-Reifen für

Mit Siche

Hohes Geschwindigkeits-

Potenzial mit erweiterten

Sicherheitsreserven vereinen

der innovative Sommerreifen

Vanco-10 und der

VancoFourSeason für Transporter

und Reisemobile.

Erstmals ermöglichen damit

10 PR Van-Reifen Geschwindigkeiten

bis zu 170

Kilometern pro Stunde.

Der Vanco-10 ist aufgrund seiner

Eigenschaften ein wahrer Alleskönner,

der sowohl gewerblich für

den Fern-, Regional- und Stadtverkehr,

als auch privat für schwere Wohnmobile

eingesetzt werden kann.

Der 10 PR VancoFourSeason eignet

sich aufgrund der gegenüber seinen 8 PR-

Brüdern um 1,5 Millimeter erhöhten Profiltiefe

hervorragend als Traktionsreifen für

die Hinterachse oder als Rundumberei-


den Sommer heißt Vanco-10

rheit schneller

fung im Winterbetrieb. Auch ein Sommereinsatz

ist problemlos möglich. Angeboten

werden beide Reifen in den Dimensionen

205/75 R 16 C 113/111 R, 215/75 R 16

C 116/114 R und 225/75 R 16 C.

»Zulassungen

für bis zu 170

Kilometern pro

Stunde sind in

der Geschichte

der 10 PR-

Reifen neu«

Stephan Brückner

Produktmanager Van-Reifen

Um den besonderen Ansprüchen hoher

Geschwindigkeiten gerecht zu werden,

müssen Vanco-10 und VancoFour-

Season leichter als vergleichbare Reifen

sein. Die Entwickler legten deshalb besonderes

Augenmerk auf die verwendeten

Materialien. „Die moderne Konstruktion

des Vanco-10 und des VancoFour-

Season reduziert mit ihren hochfesten

Bauteilen das Reifengewicht“, erläutert

Stephan Brückner, Produktmanager Van-

T E C H N I K

Reifen bei der Continental AG, „so

dass ein Geschwindigkeitsindex

von 170 Stundenkilometern erreicht

werden kann. Dies ist

ein Novum in der Geschichte

der 10 PR-Reifen.“

Positiver Nebeneffekt: Die

leichtere Karkasse reduziert

den Rollwiderstand um zehn

Prozent, was wiederum eine

Kraftstoffersparnis von bis zu

zwei Prozent ermöglicht.

Dass dabei gleichzeitig eine problemlose

Bordsteinanscheuerung gewährleistet

werden soll, birgt Konfliktpotenzial.

Dieser Zielkonflikt wird sowohl im Vanco-

10 als auch im VancoFourSeason gelöst,

indem die Reifen an bestimmten Stellen

der Flanke mit einer zwei Millimeter starken

Scheuerleiste verstärkt wurden. Durch

die stabile Polyesterkarkasse und eine

stärkere Gürtelkonstruktion wird die hohe

Belastbarkeit entsprechend 10 PR

erreicht.

Damit sind die neuen Reifen nicht nur

für den gewerblichen Bereich interessant.

Mit der Tragreserve sind sie ebenfalls für

Wohnmobile hervorragend geeignet – auch

für solche, bei denen ein geringerer Last-

WARUM WOHL ??!

Hätten Sie´s gewusst? Technische Details unter die

Lupe genommen.

Welchen Einfluss hat die Profiltiefe

auf die Fahreigenschaften?

Der neue Vanco-10 hat ein um

1,5 Millimeter tieferes Profil.

Mit seiner Tragreserve bietet der für

höhere Geschwindigkeiten ausgelegte

Vanco-10 selbst schweren

Wohnmobilen zusätzliche Sicherheitsreserven.

index zulässig ist. „Denn“,

so Stephan Brückner, „da

Wohnmobile oft überladen

werden, sollten ihre Reifen,

sofern technisch sinnvoll,

gleich von vornherein über einen

höheren Lastindex verfügen.

Für die Größen 205/75 R 16 C,

215/75 R 16 C und 225/75R 16 C bedeutet

dies einen Lastindex entsprechend

der Belastbarkeit von 10 PR. So entstehen

zusätzliche Sicherheitsreserven.“

Aber die beiden neuen Reifen können

noch mehr: Insbesondere zeichnen sie

sich durch eine hohe Laufleistung und

ein gleichmäßiges Abriebbild (bedingt

durch eine flache Gürtelkonstruktion) sowie

sehr gute Brems- und Komforteigenschaften

aus.

Verglichen zum Beispiel mit dem RS

415 erhöhen unter anderem die optimierte

Reifenkontur des Vanco-10 und

die gegenüber dem Vanco-8 um 1,5 Millimeter

erhöhte Profiltiefe die Laufleistungserwartung

des Reifens um zehn

Prozent. Der neuen Kontur ist es auch zu

verdanken, dass der Vanco-10 und der

VancoFourSeason sehr gute Bremseigenschaften

aufweisen.

Annette Bremeyer

Heinrich Huinink

Leiter Strategische Technologie

Neben hoher Laufleistung und guten Bremseigenschaften

bei trockener als auch bei

nasser Straße sorgen die großen Drainagerillen

für eine schnelle Wasserverdrängung

und damit ausgezeichnete Aquaplaningeigenschaften.

Auch der Nassgriff verbessert

sich im Vergleich zu Reifen mit geringerer

Profiltiefe.

ReifenMagazin 31


Luftfedern und regelbare

Stoßdämpfer verkürzen den Bremsweg

32

A U T O M O T I V E

Mehr Sicherheit bei gleichzeitig höherem Komfort

– dies galt lange Zeit im Fahrwerksbereich

Dämpfung als unvereinbar. Die Continental AG

löste das Problem durch ein elektronisches

Luftfedersystem, das in Kombination mit regelbaren

Stoßdämpfern den Bremsweg ohne Komfortverlust

verringert, indem es den Fahrzeugschwerpunkt

senkt.

Ein starkes Team

Bislang zahlten Autofahrer für hohe

Ansprüche an Federungs- und

Abrollkomfort mit der Einschrän-

»

kung fahrdynamischer Qualitäten. Präzises

Handling und verlässliche Reaktionen

bedeuteten wiederum einen Verlust

«

Vier Luftfedern

tragen die gesamte

statische Last

des Fahrzeugs

Volker Härtel,

Leiter für strategische Technologie

an Federungskomfort. Das neue Luftfedersystem

ESS (Electronic Suspension

System) mindert mit dem intelligenten

Zusammenspiel von Elektronik und Sensorik

diesen Konflikt erheblich.

„Vier Luftfedern tragen die gesamte

statische Last des Fahrzeugs und sorgen

mit elektronisch geregelten Dämpfern

an beiden Achsen dafür, negative

Auswirkungen der Fahrphysik zu ver-

Das Luftfedersystem

des Electronic Suspension

System (ESS)

senkt zusammen mit

regelbaren Stoßdämpfern

den

Fahrzeugschwerpunkt.

mindern“, beschreibt Volker Härtel, Leiter

des Konzernbereichs „strategische Technologie“

bei Continental, das Grundprinzip

der Neuentwicklung.

Da Schwingungen des Fahrzeugs den

Bremsweg verlängern, wurden sie minimiert.

Darüber hinaus wird das Fahrzeug

bei höheren Geschwindigkeiten abgesenkt.

Der Abstand zur Straße wird dabei

von der Luftfeder automatisch um

rund 25 mm gesenkt. Insgesamt resultiert

daraus nicht nur ein kürzerer Bremsweg,

sondern auch stabileres Fahrverhalten,

also ein Gewinn an Sicherheit.


Bei starken Bremsungen bleibt die

Bremskraft der Hinterräder weitgehend

ungenutzt, und die Hinterräder können

nur geringe Querkraft aufbringen. Mit der

neuen Fahrwerkselektronik und vernetzten

Sensorsystemen hat die Continental

AG eine Lösung gefunden, die die Balance

zwischen Heck und Front deutlich

verbessert.

Auch Wank- und Nickbewegungen können

mit dem neuen System positiv beeinflusst

werden. Ein schaltbares Zusatzvolumen

verändert die Härte der Luftfeder.

„Wird das Volumen weggeschaltet,

versteift sich die Feder und taucht

nicht so weit ein. Das Schalten wird über

ein Magnetventil gesteuert, das im Luftstrom

sitzt und sich im Millisekundenbereich

schließen kann“, erklärt Matthias

Möritz, Leiter der Luftfedermodulentwicklung

der Continental Teves AG, die Funktionsweise.

Die regelbaren Stoßdämpfer sind auf

die Luftfederwirkung abgestimmt. Kontinuierlich

verstellen sie für jedes Rad individuell

die Zug- und Druckstufe und bieten

auch bei sportlich abgestimmten

Fahrwerken hohe Sicherheit. Radlastschwankungen

und Fahrbahnunebenheiten

werden so ausgeglichen. Sensoren

liefern dazu die notwendigen Daten.

„Sensoren an den Achsen ermitteln

deren Beschleunigung. Diese

Daten sind die Eingangsgröße für

den Dämpfer, auf deren Basis die

Dämpfkraft verändert wird“, sagt

Matthias Möritz.

Höhensensoren sorgen jederzeit

für den optimalen Fahrzeugschwerpunkt.

Sobald das

Fahrzeug beladen wird, verändern

sie die Luftfedersteifigkeit

proportional zur

Zuladung und garantieren

gleichbleibende Federwege.

Bei Ausweichmanövern

oder schlechtem

Straßenzustand

bewirken elektronische

Stellglieder eine straffe Dämpfung

des Fahrzeugs. Aber Luftfederungssysteme

mildern nicht nur vertikale Kräfte,

sondern sie können bei entsprechender

Ausrichtung auch Querkräfte ausgleichen,

die auf die Dämpferstange wirken

und zusätzliche Reibung erzeugen.

A U T O M O T I V E

Das Steuergerät des Luftfedersystems sorgt für optimale Abstimmung von Sensorik

und Elektronik.

Der Niveausensor ermittelt Daten über die Höhe des Fahrzeuges und gibt sie an den

Rechner weiter.

Um alle am Bremsvorgang beteiligten

»

Komponenten ideal einzubinden, kommuniziert

der Fahrwerksrechner permanent

über einen CAN-Bus mit anderen

«

Chassis-Systemen wie beispielsweise

Sensoren an den

Achsen ermitteln

deren Beschleunigung

Matthias Möritz,

Leiter der

Luftfedermodulentwicklung

der Bremse. Sobald das Sensorsystem

Handlungsbedarf meldet, passt der Rechner

die Fahrwerksabstimmung elektronisch

den neuen Anforderungen an.

Darüber hinaus bietet die Verknüpfung

intelligenter Sensorik und Elektronik

noch weitere Vorteile: Die optimierte Aerodynamik

senkt den Treibstoffverbrauch,

und die automatische Absenkung des

Fahrzeugniveaus sorgt bei hohen Geschwindigkeiten

für einen besseren Geradeauslauf.

Serienmäßig zum Einsatz kommen Luftfedern

des Konzerns bereits bei Straßenund

Schienenfahrzeugen sowie im Audi

A 6 allroad quattro.

Annette Bremeyer

ReifenMagazin 33


I N T E R N E T

Ohne elektronische Datenverarbeitung

geht heute gar nichts mehr.

Auch der Reifen-Fachhandel profitiert von den Segnungen

des Computers. Doch Vorsicht: Bestimmte Daten müssen archiviert

werden, weil sie als steuerlich relevant gelten.

Elektronische Korrespondenz

Datenarchivierung ist Pflicht

Zwei neue Regelungen müssen Unternehmer

unbedingt beachten,

wollen sie nicht mit dem Gesetz

in Konflikt geraten: Sie müssen steuerlich

relevante Daten archivieren. Das umfasst

sämtliche Daten, die die Bereiche

Finanz-, Anlagen und Lohnbuchhaltung

betreffen. Aber auch Daten, die aus der

Warenwirtschaft kommen und häufig per

E-Mail versendet werden, fallen unter

diese Regelung.

Im Jahr 2000 verabschiedete die Bundesregierung

das Steuersenkungsgesetz.

Als Ergänzung dazu gibt es seit Juli vergangenen

Jahres die so genannte „Neu-

34

regelung durch das Steuersenkungsgesetz

2000 und die Grundsätze zum Datenzugriff

und der Prüfbarkeit digitaler

Unterlagen“ (GDPdU), mit der das Bundesfinanzministerium

die digitale Archivierung,

die Mitwirkungspflicht der Betriebe,

sowie den Zugriff auf die relevanten

Daten festlegt. Seit Beginn dieses

Jahres beinhaltet die Regelung auch den

steuerlich bedeutsamen E-Mail-Verkehr.

Konkret bedeutet das für den Unternehmer,

die per Mail verschickte Post

muss ebenso wie die steuerlich relevanten

Daten der Buchhaltung maschinell

lesbar sein, damit im Fall einer Steuer-

prüfung der Finanzbeamte die Daten

schnell und problemlos einsehen kann.

Die Neuregelung bringt aber gleichzeitig

eine Erleichterung für die Firmen, weil

das Finanzamt mittlerweile elektronisch

erstellte Rechnungen anerkennt. Voraussetzung

dafür ist allerdings die Verwendung

einer digitalen Signatur.

Falls Daten absichtlich vernichtet werden,

kann das einen Straftatbestand erfüllen

und ein Verfahren auf Verdacht der

Steuerhinterziehung nach sich ziehen.

„Aber wenn ein Unternehmer mauscheln

will, macht er das in der Regel nicht am

Computer. Ein Steuerbetrug wird kaum


Spezielle Programme helfen

Unternehmen bei der

Aufbewahrung von Daten.

in der EDV zu finden sein“, weiß Josef

Sauerwald, Präsident des Bundesverbandes

der Steuerberater in Köln.

Geschieht die Vernichtung elektronisch

archivierter Unterlagen unabsichtlich, beispielsweise

durch einen Bedienungsfehler,

wird der Firmeninhaber nicht strafrechtlich

verfolgt. Aber es droht eine Steuerschätzung

durch den Prüfer, wenn der

Unternehmer zum Beispiel grob fahrlässig

gehandelt hat.

Es gibt zwei unterschiedliche Methoden

zur Datenprüfung. Falls der Prüfer

im Betrieb selbst prüft, ist von einem unmittelbaren

Zugriff die Rede. Der Prüfer

I N T E R N E T

Mehr als Produktinformationen

Neu im Netz: Die Semperit-Homepage.

Wer den neuen Semperit Webauftritt

besucht, wird begeistert sein. Unter

www.semperit.com bekommt der User

mit Hilfe einer perfekt strukturierten Navigation

sämtliche Informationen über

den Reifenhersteller selbst sowie seine

umfangreiche Produktpalette geboten.

Damit der Besucher nicht die Übersicht

verliert, ist die Produktpalette in

Mehr Sicherheit beim Surfen im Internet

Sie bietet Schutz vor Viren, verschlüsselt

E-Mails und filtert unerwünschte Web-

Angebote: Die Sicherheits-CD, die kostenlos

beim Bundesamt für Sicherheit

in der Informationstechnik (BSI) bestellt

werden kann. Sie soll besonders Computerlaien

helfen, die sich sicher im Internet

bewegen wollen, aber nicht jede

Gefahr auf Anhieb erkennen. Die CD

enthält folgende Informationen: Den IT-

Grundschutz eines Internet-PC, Maßnahmen

zur Datensicherung, Notwendigkeit

zur Verschlüsselung von persönlichen

Informationen, Schutz vor Viren,

Würmern und Trojanern sowie eine

sichere Konfiguration von Browsern und

Anwenderschutz durch Webfilter und

Firewalls.

Die CD kann gegen Einsendung eines

adressierten Rückumschlags (DIN

C5 frankiert mit 1,53 Euro) beim BSI

bezogen werden.

Pkw- und Van-Reifen unterteilt.

Für jedes Modell sind die

Dimensionen, technischen Daten

sowie Testergebnisse abfragbar.

Und wer schon immer

mehr über Begriffe wie

Profiltiefe und Montage wissen

wollte, kann das Semperit-Lexikon

befragen. Auch

die Vorteile von Winterreifen

werden erläutert. Zusätzliche

Informationen gibt es unter

den Rubriken „Reifentipps“

und „Sicherheit“, Aktuelles der

Branche ist in den „News“ zu finden. Als

Bonus hält der Reifenhersteller für Urlaubsfreudige

„Wetter- und Reisetipps“

bereit. Über weiterführenden Links können

Interessierte ihren Urlaub von A bis

Z planen. Für die Besucher, die ihr Gedächtnis

trainieren wollen, bietet Semperit

ein Memory mit Motiven rund ums

Auto an.

Viren gefährden Computer-Daten.

ReifenMagazin 35


Informativ und übersichtlich

Die Firma Reifen-Muth aus Bad

Wildbad-Calmbach bietet mit ihrem Internet-Auftritt

unter www.reifen-muth.de

sämtliche Basisinformationen, die ein

interessierter Kunde benötigt. Adresse,

Anfahrtskizze und Öffnungszeiten sind

dank der nutzerfreundlichen Navigation

schnell gefunden. Auch über aktuelle

Angebote kann sich der Kunde

wahlweise per E-Mail oder telefonisch

erkundigen.

Einfach Spitze

Der Internet-Auftritt der Firma Reifen-Süß

unter www.reifen-suess.de lässt

keine Wünsche offen: Da gibt es die

Schnäppchen der Woche, ausführliche

Informationen über Leistungen, Reifen

und Felgen sowie eine detaillierte Preisliste.

Bemerkenswert ist die übersichtliche

Gliederung. Bei Fragen rund um den

Reifen hilft die Rubrik „Tipps und Ratschläge“

weiter, ansonsten ist das Reifen-Süß-Team

via E-Mail zu erreichen.

Was will man mehr?

36

I N T E R N E T

darf dabei nur die vor Ort vorhandene

Hard- und Software einsetzen. Online-Abfragen

sind generell unzulässig.

Beim so genannten mittelbaren Zugriff

erfolgt die Prüfung auf Anweisung der

Steuerbehörde durch den Unternehmer

selbst oder einen Steuerberater in der Regel

im Beisein eines Prüfers. Eine dritte

Prüfungsmöglichkeit besteht darin, dass

die relevanten Aufzeichnungen auf einen

Datenträger kopiert und anschließend der

Steuerbehörde übergeben werden, die

die Bewertung bei sich im Hause vornimmt“,

erklärt der Rechtsanwalt Dr. Marcus

Dittmann von der Berliner Kanzlei

IHDE Rechtsanwälte. Nach der abschließenden

Prüfung erhält der Steuerpflichtige

seine Unterlagen zurück oder sie

werden vernichtet.

Entziehen können sich Unternehmer

der neuen Regelung nicht. Es bestehen

sogar weitere Pflichten zur Mitwirkung

für eine Prüfung. Das bedeutet: Betriebe

müssen nicht nur die Daten in elektronisch

auswertbarer Form zur Verfügung

stellen, sondern den Prüfer zusätzlich in

das Datenverarbeitungs-System einweisen,

wenn dies erforderlich ist. Es ist Sache

des Unternehmers, selbst dafür Sorge

zu tragen, dass der Prüfer keinen Zugang

zu Daten erhält, die für ihn nicht

von Bedeutung sind.

Wichtig ist auch, dass die benutzte

Soft- und Hardware eines Betriebes den

„Grundsätzen ordnungsgemäßer datenverarbeitungsgestützterBuchführungs-

»Wenn ein

Unternehmer

mauscheln

will, macht er

das in der

Regel nicht

am Computer«

Josef Sauerwald

Bundesverband der Steuerberater

systeme“ (GoBS) genügt. Der Finanzbeamte

muss in der Lage sein, Zugriff auf

die Daten zu erhalten. Speziell für Unternehmen

entwickelte Software erfüllt diese

Standards bereits, allerdings steckt

die Computerindustrie hier noch in den

Kinderschuhen. Die archivierten Daten

dürfen nicht veränderbar sein. Deshalb

ist die Speicherung bestimmter Formate

Was ist eigentlich ein

„Trojaner“?

Ein Trojaner bzw. ein Trojanisches

Pferd ist ein Computercode, der

sich mit Hilfe eines Gastprogramms

in ein Computersystem einschleicht.

Seinem Schöpfer ermöglicht der

Trojaner unter anderem das ferngesteuerte

Starten von Programmen

sowie das Verändern und Löschen

von Dateien und Passwörtern.

Trojaner gelten im engeren Sinne

nicht als Viren, da sie sich im Allgemeinfall

nicht selbstständig vermehren.

Sie werden ständig weiterentwickelt

und im Internet angeboten.

unzulässig, es sei denn, sie verbleiben maschinell

auswertbar im System. „Wenn ein

Betrieb dem Prüfer die Einsicht in die

Daten verweigert oder den Prüfer behindert,

droht ihm ein Erzwingungsgeld“, so

Steuerberater Sauerwald.

Selbst ohne die Gesetzesänderung

macht eine effiziente Verwaltung der

elektronischen Daten Sinn. Der Speicherplatz

der Mailboxen ist häufig begrenzt.

Wenn ältere Mails aber noch gebraucht

werden, können spezielle Programme

Abhilfe schaffen. Sie lagern die Mails in

ein Archivsystem aus und holen sie bei

Bedarf in Sekundenschnelle wieder auf

den Bildschirm.

Daten aus den Jahren vor der Neuregelung

durch das GDPdU müssen nicht

nachträglich digitalisiert werden. Sie können

wie bisher auf Mikrofilm oder in Papierform

gelagert werden. Nicht alle Schriftstücke

allerdings dürfen in digitaler Form

erstellt werden. „Die Archivierung bestimmter

Unterlagen darf nicht allein elektronisch

erfolgen. Dazu zählen Eröffnungsbilanzen,

Jahresabschlüsse, Abschlussbilanzen

oder auch Originale empfangener

Kopien abgesandter Handels- und

Geschäftsbriefe“, erläutert Rechtsanwalt

Dittmann. Diese Schriftstücke müssen

zehn Jahre lang aufbewahrt werden.

Stephan Bähnisch


Anzeige COKIS

(Daten separat)


RALLY-CROSS

Barum bleibt aktiv

38

P R I S M A

Auf packende Motorsport-Veranstaltungen können sich Barum-Kunden auch

in diesem Jahr freuen. Das Engagement im Rally-Cross wird fortgesetzt.

Keine Experimente: Rolf Volland, Seriensieger

bei den Deutschen Meisterschaften

im Rally-Cross und erfolgreichster

deutscher Rally-Cross-Fahrer aller Zeiten,

setzt auch weiterhin auf Barum, um seinem

550 PS starken

Golf auf den unterschiedlichenStreckenbelägen

der circa 1.000

Meter langen Rundkurse

den richtigen

Grip zu verleihen. Der

Startschuss für die

neue Saison fällt am

28. April auf dem Estering

bei Buxtehude.

Jan Buß, Conti-

Standleiter.

Barum-Cup-Favorit

Robert Pfitzner.

REIFENMESSE ESSEN

Weltgrößter

Branchentreff

Am 28. Mai ist es soweit:

Vier Tage lang

wird sich die Reifenbranche

in Essen ein

Stelldichein geben.

Die Continental AG

ist mit von der Partie

und wird sich in Halle

3 mit ihren Marken präsentieren.

Zudem steht

Rolf Volland rast auf

Barum-Reifen von Sieg zu Sieg.

Fortgesetzt wird auch das Marken-Engagement

für Nachwuchspiloten. Als Favorit

in der 1400er-Klasse beim Kampf

um den BARUM-Cup gilt Vorjahressieger

Robert Pfitzner auf einem Barum-bereiften

Citroen AX GTI.

Die weiteren Stationen im Rennen um

die Deutsche Meisterschaft sind der Gründautalring,

Gründau (18./19.05. und 21./

22.09.), erneut der Estering, Buxtehude

(09.06.), der Auering, Hassbergen (14.07.),

der Flämingring, Reetz (04.08.), und die

Nysumbanen, Nysum, Dänemark (08.09.).

Der Estering ist auch Austragungsort

des einzigen Europameisterschaftslaufs

in Deutschland: 28./29.09.2002.

Der Conti-Stand mit

Bistrocharakter.

der Kundenkontakt im Vordergrund.

„Wir wollen intensiv kommunizieren“,

erläutert Standleiter Jan Buß die Strategie.

„Daher haben wir ein Standkonzept

gewählt, das diesem Zweck dient:

Der Aufbau ähnelt einem Bistro.“

JUBILÄUM

75 Jahre

Nürburgring

Die Eifelrennstrecke feiert Geburtstag.

Die Continental AG als langjähriger

Partner gratuliert und blickt auf

75 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit

zurück.

Herzlichen Glückwunsch! Der Nürburgring

wird 75 Jahre alt, und die Continental

feiert mit. Nicht ohne Grund, denn

beide verbindet eine langjährige

Partnerschaft. Bereits

beim Eröffnungsrennen

am 18./19. Juni

1927 fuhr Christian Werner

auf Conti-Reifen als

Erster durchs Ziel und

siegte vor der Konkurrenz

von Bugatti und

Opel. Auch in den fol-

genden Jahren bis 1939

fuhren die Sieger des

Der Conti-Renndienst

in den Anfangsjahren.

EVENT

Tschechien-Trip

Vom 4. bis 9. April zog es zahlreiche

Fachjournalisten und Händler aus acht

europäischen Ländern – darunter 40 aus

Deutschland – zur Bravuris-Präsentation

ins Barum-Stammland Tschechien. Der

Flieger brachte die Teilnehmer zunächst

nach Kunovice, bevor es weiter nach

Otrokovice ging. Dort stand eine Führung

durch das tschechische Barum-

Werk auf dem Programm. Eine weitere

Station der Reise war Brno, von wo aus

die Gäste zu einer Rallye starteten, auf

der sie den neuen Barum Sommerreifen

testen konnten.

Das Barum-Stammwerk in Otrokovice.


Großen Preises von Deutschland bis auf

eine einzige Ausnahme stets mit Conti-

Reifen. Die damals 28,3 Kilometer lange

Rennstrecke in der Eifel war eher eine

notdürftig befestigte Piste, die an den

Fahrer und sein Fahrzeug besondere

Anforderungen stellte. So mussten besonders

die Reifen der mit scharfkantigen

Steinsplittern übersäten Strecke

standhalten. Nahezu 70 Jahre prägte

der Conti-Turm unmittelbar an der

Rennstrecke den Nürburgring. Nachdem

er im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde,

begann 1966 der Neubau des Turms. Er

wurde höher und markanter als der ers-

PRÄSENTATION

Journalisten testen den HSR 1.

Pneus in Porto

Vor knapp 100 Journalisten aus 20

Ländern präsentierte der Bereich

Nutzfahrzeugreifen der Continental

auf einer dreitägigen Veranstaltung

in Portugal das Midliner-Konzept,

den Technology Truck, das Bandag

ContiTread-Programm sowie den

HSR 1, den Hochleistungsreifen für

Lkw. Von seinen Qualitäten konnten

sich die Journalisten bei Testfahrten

selbst überzeugen.

P R I S M A

Der 20m hohe Conti-Turm mit

Blick auf Start/Ziel-Gerade.

te, und wer den Turm erklomm, konnte

aus 20 Metern Höhe das Geschehen

im Start/Ziel-Bereich beobachten. Bis

heute ist die Continental AG aus dem

Geschehen nicht wegzudenken: Rennreifenlieferungen

für sämtliche Renn-Trucks

der europäischen Lkw-Rennläufe, die

Teilnahme beim 24-Stunden-Rennen und

die Nutzung des Nürburgrings als Teststrecke

sind nur einige Beispiele für die

gelungene Zusammenarbeit zwischen der

Eifelrennstrecke und der Continental.

Beim 24-Stunden-Rennen darf die Conti

nicht fehlen.

AUSZEICHNUNG

Der Intelligente

Reifen überzeugt

Die Continental wird in Berlin mit dem Sonderpreis

„Innovation der Vernunft“ ausgezeichnet.

Die auflagenstarke Verbraucherzeitschrift

„Der gute Rat“ wählte die Continental für

die Entwicklung des Intelligenten Reifens

zum Sieger der Kategorie „Innovation“.

Im Rahmen der Preisverleihung

für das „Auto der Vernunft 2002“ in Berlin

nahm der Entwicklungschef der Continental,

Heinrich Huinink, die Auszeichnung

entgegen und betonte:

„Die Entwicklung

von intelligenten Reifen

hat bei der Continental

eine sehr hohe Priorität.

Dabei soll der Reifen

über sich selbst

und seine Umgebung

SALON GENF

Qualität plus

Innovation

Einladend präsentierte sich Conti in Genf.

Auch beim diesjährigen internationalen

Automobilsalon in Genf begeisterte

die Continental AG die Besucher

mit ihren Qualitäts-Reifen. Präsentiert

wurden sämtliche Sommerund

Winterreifen für alle Fahrzeugklassen

und Ansprüche. Mit im Programm

waren auch die neuen Vanco-

Modelle der Continental. Die vier Reifentypen

für Vans und Transporter garantieren

noch mehr Sicherheit und

Komfort beim Fahren.

Auskunft geben: So zum Beispiel ob Sommer-

oder Winterreifen montiert sind, über

den Reifendruck, über den Straßenzustand

und über die angreifenden Kräfte.“

Ein in die Lauffläche integrierter Sensor

misst die Verformung des Profils und gibt

diese Informationen an die Fahrzeugelektronik

beziehungsweise den Fahrer weiter.

Der Serieneinsatz

des Intelligenten Reifens

ist für das Jahr

2006 geplant.

Heinrich Huinink,

Entwicklungschef der

Continental, (li.) bei der

Preisverleihung.

ReifenMagazin 39

Preis der

Vernunft

2002.


Sommerreifen vermarkten

Autofahrer

verlangen

Argumente

Technische Ratgeber zu ihren Produkten

liefern alle Hersteller. Doch die häufig

sehr komplexen Details der Entwickler

überfordern potenzielle Kunden im

Verkaufsgespräch. In einer aktuellen

Broschüre liefern die Marketingexperten

der Conti die Übersetzung der Fachsprache

in nachvollziehbare Argumente,

die den Kundennutzen gezielt in den

Mittelpunkt stellen.

Diesen hier kann ich Ihnen empfehlen:

Kompakte Außenschulter,

Silica-Technologie der dritten Generation

und Doppel-V-Profil. Ich sage

nur: Two steps in one.“ Der Verkäufer tätschelt

liebevoll die schwarze Außenseite

des Uniroyal RainSport 1 mit der linken

Hand, während er mit der rechten erst

schwungvoll zwei imaginäre V in die Luft

schreibt, anschließend mit Zeige- und

Mittelfinger nachdrücklich das Victory-

Zeichen macht, um schließlich mit weit

ausholender Geste die berühmte Beckerfaust

mit aufwärtsgerichtetem Daumen

zu präsentieren. „Das ist die konsequente

Weiterentwicklung des hydrodynamischen,

strömungsoptimierten Pfeilprofils,

das man vom rallye 680 kennt.“

Beifallheischend blickt er den potenziellen

Neukunden an.

40

M A R K E T I N G

Doch die bühnenreife Präsentation verpufft,

der Kunde zeigt sich vollkommen

unbeeindruckt. Schlimmer noch: Er blickt

teilnahmslos aus dem Fenster, gähnt herzzerreißend

und quittiert das gebündelte

Verkäuferfachwissen mit einem gelangweilten

„Aha“. Nachdem er sich die Na-

se geputzt hat, fügt er im selben Tonfall

hinzu: „Ich fahre keine Rallyes.“

Der Verkäufer fügt sich in das scheinbar

Unvermeidliche. Hatte er doch offensichtlich

einen dieser reinen Preiskäufer

vor sich, die für technische Argumente

gänzlich unempfänglich sind. Mit drei

» «

Berichterstattung über neue

Produkte gewährleistet, dass

sie rechtzeitig zur Einführung

beim Verbraucher bekannt sind

Markus Burgdorf,

Leiter Öffentlichkeitsarbeit Reifen


Für den Verbraucher unverständliche, technische Hinweise sind nicht werbewirksam.

schnellen Schritten überbrückt er die Entfernung

zwischen der Präsentationsfläche

im Schaufensterbereich und dem unscheinbaren

Reifenstapel in der Ecke. „Im

Prinzip sind Sie aber auch mit diesem

hier gut bedient.“ (Jetzt ist Flexibilität gefordert

oder der Kunde für immer verloren.)

„Kostet nur die Hälfte, kann auch

eine ganze Menge und kommt vom selben

Hersteller.“

Als der Kunde den Laden verlässt,

fragt der Verkäufer seinen Kollegen, der

gerade vier ContiSportContact 2 an den

Mann gebracht hat und den Zusatzauftrag

„Gasfüllung“ für die Werkstatt notiert,

wieso ausgerechnet zu ihm immer

nur die Smart Shopper kämen.

Produktbroschüre mit Verkaufsargumenten

für alle Marken.

M A R K E T I N G

„Grundsätzlich hat das konstruierte

Beispiel aber gar nichts mit Preiskäufern

zu tun“, rückt Olaf Wittenberg das Zerrbild

zurecht. Der Conti Marketingmann

weiß aus Erfahrung, dass Autofahrer –

Ausnahmen bestätigen die Regel – in Verkaufsgesprächen

nicht mit Fachbegriffen

und technischen Details bombardiert

werden wollen. „Ein Fakt, das sich leicht

» Im Mittelpunkt

«

sollten nicht

die technischen

Details stehen,

sondern deren

Wirkung und

der Nutzen für

den Kunden

Olaf Wittenberg,

Marketing-Service

von jederman in Alltagssituationen überprüfen

lässt.“ Denn egal, über welches

Thema gerade diskutiert werde, „wenn

wir der Diskussion nicht folgen können,

schalten wir ab.“ Im Rahmen von Verkaufsgesprächen

sollten deshalb nicht

die technischen Details im Mittelpunkt

stehen, sondern deren Wirkung und der

Nutzen, den der Kunde auf den Gebieten

Sicherheit, Komfort und Wirtschaftlichkeit

daraus ziehen kann.

Im Falle des RainSport 1 hätte der

Verkäufer also einen Schritt weiter denken

müssen. Denn aus dem Umstand

allein, dass der Reifen über eine kompakte

Außenschulter verfügt, kann der

Kunde noch keinen Produktvorteil ableiten.

„Sondern daraus, dass der Reifen

durch seine geschlossene Außenseite mit

steifem Profil gerade in Kurvenfahrten

mehr Gummi auf die Straße bringt und

mit einer entsprechend guten Kurvenstabilität

überzeugt“, so Wittenberg. Der

Autofahrer profitiert folglich von hohen

Sicherheitsreserven bei Kurvenfahrten

und einem präzisem Lenkverhalten. Dafür

und für ein reduziertes Reifen-Fahrbahn-Geräusch,

das sich ebenfalls auf die

kompakte Außenschulter zurückführen

lässt, ist der Käufer bereit, Geld auszugeben.

Denn genau das hat er ja beim

Fachhandel gesucht: Eine kompetente

Lösung für sein Bedürfnis nach Sicherheit

und Komfort.

ReifenMagazin 41






G L O S S A R

Die Sprache der Technik lässt sich grundsätzlich

in Argumente für das Verkaufsgespräch

übersetzen. Hier einige Beispiele:

Advanced Mould Concept Die Technologie optimiert

zum Beispiel im ContiSportContact 2 die

Bodendruckverteilung, maximiert die Haftung in

jeder Fahrsituation und ermöglicht äußerst präzises

Lenkverhalten. Autofahrer profitieren von größeren

Sicherheitsreserven beim Bremsen und in

Kurven sowie optimalem Fahrverhalten bei hohen

Geschwindigkeiten.

Bionische Kontur Profil auf Basis bionischer

Erkenntnisse. Conti übertrug das System der Katzenpfote

auf den PremiumContact und entwickel-

Advanced Mould Concept mit

blablabla bionischer Kontur

blabla super!! Und außerdem

blabla kompakte Außenschulter

....... Bahnhof.

Illustration: Pilot:Projekt/Th.Wilkens

te eine schmale Aufstandsfläche, die sich beim

Bremsen durch die Gewichtsverlagerung des Fahrzeugs

verbreitert. Autofahrer profitieren von kürzeren

Bremswegen und höherer Kurvenstabilität.

Kompakte Außenschulter Geschlossene Reifenaußenseite

mit steifem Profil. Bringt in Kurvenfahrten

mehr Gummi auf die Straße und führt

so beispielsweise beim ContiSportContact zu außergewöhnlicher

Kurvenstabilität. Autofahrer profitieren

von hohen Sicherheitsreserven bei Kurvenfahrten

und präzisem Lenkverhalten. Reduziert

das Reifen-Fahrbahngeräusch.

Silica-Technologie Inzwischen verwenden viele

Hersteller Silica. Doch das eigentliche Geheimnis

ist der Mischungsprozess. Die Mischungstechnologie

der 3. Generation erzielt zusätzlich zur mechanischen

Verteilung in der Laufflächenmischung

mittels eines speziellen Aktivators bei hoher Prozesstemperatur

eine bessere Materialverteilung.

Erst dieses neue Verfahren konnte den Zielkonflikt

zwischen besten Bremseigenschaften und

hoher Lebenserwartung auflösen. Es verbessert

den Nass- und Trockengriff bei gleichzeitiger Erhöhung

des Abriebwiderstandes. Ermöglicht kürzere

Bremswege auf nasser und trockener Fahrbahn

bei gleichzeitig längerer Lebensdauer.

42

M A R K E T I N G

Nach diesem Schema ist es für den

Kunden auch völlig unerheblich, dass der

Werkstoff Siliziumdioxyd den Vorteil hat,

chemische Verbindungen mit den Kautschuk-Polymeren

eingehen zu können.

Silica-Technologie der dritten Generation

sollte dem Autofahrer gegenüber als ein

neues Mischungsverfahren kommuniziert

werden, das den lange Zeit scheinbar

unüberbrückbaren Zielkonflikt zwischen

besten Bremseigenschaften und hoher

Lebenserwartung auflöst.

Und Doppel-V-Profil steht eben „für

schnelle, verzahnte Längs- und Querentwässerung“

(Two steps in one). Autofahrer

profitieren „von exzellenter Aquaplaning-Sicherheit

gerade bei hohen Geschwindigkeiten“.

Hätte der Verkäufer in unserem Beispiel

den Produktnutzen des RainSport 1

so vermittelt und in einem Atemzug mit

den aktuellen Testergebnissen (siehe Kasten

unten rechts) kommuniziert, hätte er

den Reifen möglicherweise verkauft,

glaubt Olaf Wittenberg. So aber ist dem

Kunden gar nichts anderes übrig geblieben,

als auf den einzigen konkreten

Nutzen zu reagieren, der ihm angeboten

wurde: Kostet nur die Hälfte und kommt

vom selben Hersteller übersetzt er nach

dem Verlauf dieses Gespräches im Unterbewusstsein

nämlich so: Wirtschaftliche

Lösung ohne komplizierten technischen

Schnickschnack.

Um die Arbeit des Handels im Frühjahrsgeschäft

zu unterstützen, hat Olaf

Wittenberg die aktuellen Sommerprodukte

von Continental, Uniroyal, Semperit

und Barum in einem Produktfächer zusammengestellt.

Mit dabei sind auch die

Van- und 4x4-Reifen. In handlichem Westentaschenformat

bietet das kompakte

Nachschlagewerk alle wesentlichen technischen

Details, deren Wirkungsweisen

und den daraus abgeleiteten Kundennutzen

in übersichtlicher Anordnung.

Für die weitere Unterstützung des Handels,

greift das Unternehmen auch auf die

bewährten Angebote insbesondere zur

attraktiven Gestaltung des Point of Sale

zurück: Beispielsweise aktualisierte Kopfschilder

und Felgenteller für die Marken-

Displays, sowie Prospekte, Flaggen und

Poster. Im Mittelpunkt aller Maßnahmen

stehen natürlich die neuen Sommerreifen,

der Semperit Speed-Comfort und der

Barum Bravuris, sowie die bereits im ver-

gangenen Jahr präsentierten Continental-

»

SportContact 2 und Uniroyal RainSport 1,

die in diesem Frühjahr von einer deutlichen

Ausweitung der jeweiligen Dimensions-Programme

profitieren.

«

Für die Vermarktung

von Breitreifen steht

das umfassend

optimierte COKIS

zur Verfügung

Insbesondere für die Vermarktung von

Breitreifen steht dem Handel auch das

umfassend optimierte Continental-Kunden-Informations-System

(COKIS) zur

Verfügung. „Das neue Update macht

Neu: Der ContiTrac SUV

glänzt mit hervorragenden

Fahr- und Brems-

Eigenschaften sowohl

auf der Straße als auch

in leichtem Gelände.

ContiPremiumContact

195/65 R 15 H

• AutoBild: Vorbildlich (Testsieger)

195/60 R 15 H

• ADAC motorwelt: Besonders

empfehlenswert (Testsieger)

• test: Gut

ContiEcoContact EP

175/65 R 14 T

• ADAC motorwelt: Empfehlenswert

• test: Gut

ContiSportContact 2

205/55 R 16 W

• auto motor und sport: Empfehlenswert

• AutoStraßenverkehr: Gesamtnote 2


das Beratungsinstrument noch schneller

und bedienerfreundlicher“, freut

sich Roman Gaebel, Conti-Projektleiter

COKIS, über die positive Resonanz

des Handels im Rahmen der gerade

beendeten Roadshow. „Wir haben

das umfassendste Reifen-Räder-

System auf dem Markt.“

Ergänzend steht nicht nur für die

Profis in der Werkstatt ein umfassendes

Sortiment technischer Literatur

(unter anderem Pkw-Reifenratgeber,

Umbereifungstabellen, Luftdrucktabellen,

Breitreifen-Umrüstbroschüre) zur

kompetenten Fachberatung bereit.

Gezielt begleitet werden die händlerunterstützenden

Maßnahmen durch breit

angelegte Print-Kampagnen – vor allem

für den ContinentalSportContact 2 und

den Uniroyal RainSport 1 – sowie eine

markenübergreifende, intensive Pressearbeit.

„Wie schon in den vergangenen

Neu: Der Semperit Speed-

Comfort vereint hervorragenden

Fahrkomfort mit

guter Fahrstabilität bei jeder

Witterung und einer attraktiven

Profiloptik.

Uniroyal Rain Sport 1

205/55 R 16 W

• auto motor und sport: Besonders

empfehlenswert (Testsieger)

• AutoStraßenverkehr: Gesamtnote 1

(Testsieger)

Uniroyal rallye 540

195/60 R 15 H

• ADAC motorwelt: Besonders

empfehlenswert

• test: Gut

Uniroyal rallye 680

175/65 R 14 T

• ADAC motorwelt: Besonders

empfehlenswert

test: Gut

M A R K E T I N G

Die Displays aller Marken wurden neu gestaltet.

Jahren, werden wir auch in diesem Frühjahr

wieder mit einer ganzen Reihe von

Verbraucherthemen in die Offensive gehen“,

verspricht Markus Burgdorf, Leiter

der Öffentlichkeitsarbeit Reifen. „Darüber

hinaus gewährleisten wir eine zeitnahe

Berichterstattung über alle neuen Pro-

Semperit Direction-Sport

205/55 R 16 W

• auto motor und sport:

Empfehlenswert

• AutoStraßenverkehr: Gesamtnote 2

Semperit Speed-Comfort

195/65 R 15 H

• ADAC motorwelt: Empfehlenswert

• AutoBild: Bedingt empfehlenswert

195/60 R 15 H

• test: Gut

Semperit Sport-Life

175/65 R 14 T

• ADAC motorwelt: Empfehlenswert

• test-Urteil: Gut

dukte, damit diese rechtzeitig zu ihrer

Markteinführung bereits beim Endverbraucher

bekannt sind.“

Mit rund 70 Millionen Presseabdrucken

pro Jahr schafft der Bereich Öffentlichkeitsarbeit

Reifen regelmäßig ein ideales

Umfeld für die individuellen PR-Aktivitäten

des Handels. „Und natürlich bieten wir

auch weiterhin unsere tatkräftige Unterstützung

bei der Erarbeitung individueller

Pressetexte des Handels, mit denen sich

Reifen-Fachhändler in der Regionalpresse

und in den Anzeigenblättern ihres Einzugsgebietes

selbst als Experten profilieren

können.“

Optimale Aufmerksamkeit verspricht

in diesem Fall die Ergänzung des Beitrages

durch eine der vielen vorgefertigten

Anzeigen aus dem ebenso umfangreichen

wie nützlichen Coop-Programm

des Konzerns.

Thomas Bungart

Neu: Der Barum Bravuris

setzt vor allem auf eine

hohe Laufleistung und profitiert

als erster Sommerreifen

der Marke vom Einsatz der

Silica-Technologie.

Barum Bravura

195/60 R 15 H

• ADAC motorwelt: Empfehlenswert

• test: Gut

Barum Brillantis

175/65 R 13 T

• Gute Fahrt: Gut

175/65 R 14 T

• ADAC motorwelt: Empfehlenswert

Alle zitierten Sommerreifen-Tests veröffentlichte

die Auto- und Motor-Fachpresse

im Jahr 2002.

ReifenMagazin 43


44

Continental Wandkalender

Continental Wall Calendar

M A R K E T I N G

YY MM SS 00 00 ZZ EE EE 22 TT HH ITR ITR

IS IS CC E E 3

IS IS

TIM TIM EE LL JJ AA TIC TIC

O 3

0 20 U R Y N EE SS YY MM Eine mystische Reise durch die Zeit unternimmt der Continental-Kalender für das Jahr 2003. Und dies

in Bild und Texten, die die Geschichten, welche sich um diese Phänomene ranken, erzählen.

Ein Pluspunkt für den Konzern:

Der Conti-Kalender.

Anfänglich als Geschenk

konzipiert, hat er sich zu einem

Verkaufsschlager entwickelt,

der sich selbst in

wirtschaftlich schwachen

Zeiten behauptet. Nicht nur

für die Continental, sondern

auch für den Handel. Denn

der traditionsreiche Kalender

gilt als ideales Kundenbindungs-Instrument.

Noch läuft die Bestellfrist für den

Conti-Kalender 2003, da denken

die Kalender-Macher unter Leitung

von Regina Kahovec bereits über Themen

und Motive für das Jahr 2004 nach. Vor

mehr als 50 Jahren aus der Taufe gehoben,

hat der Kalender nichts von seiner Attraktivität

verloren. Im Gegenteil: Aus dem ehemaligen

Präsent ist ein internationaler

Verkaufsschlager mit einer Auflage von

130.000 Exemplaren geworden. Selbst

in konjunkturschwachen Zeiten, in denen

viele Händler ihre Werbe-Etats einschränken,

konnte sich der Kalender gegen diesen

Trend behaupten.

„Der Conti-Kalender hat seinen festen

Platz an der Wand“, weiß Regina Kahovec

aus zahlreichen Reaktionen – auch von

Mit beeindruckenden Natur-

1996

aufnahmen überzeugte der

Kalender im Jahr 1996

50 Jahre Continen

Vom P

Verkau

Endkunden, die den Kalender von ihrem

Reifen-Händler als Geschenk erhalten.

Bleibt er aus, beschweren sie sich durchaus

bei der Conti und bitten um ein

»Der Kalender

spiegelt den

Geist der Zeit

wider, in der

Form und in

seinen Inhalten«

Regina Kahovec

Marketing-Service

Exemplar. Diese positive Resonanz ist das

Ergebnis sorgfältiger Themenfindung und

Motivauswahl. Keine leichte Aufgabe

für das Kalender-Team der Continental,


tal-Kalender

1980

Ungewöhnliche Blickwinkel

boten die Motive

von Georg Centur im

Kalender von 1980.

räsent zum

fsschlager

die sie jedes Jahr aufs Neue lösen müssen.

Was ihnen aber auch beim Kalender

2003 mit der Mystischen Zeitreise mit

Bravour gelungen ist. Es gibt bereits viele

begeisterte Stimmen.

Von 30 bis 35 Themenvorschlägen

kommen 15 in einem ersten Schritt in

die engere Wahl. Aus dem anschließenden

Auswahlverfahren gehen die zwei Favoriten

hervor, zwischen denen die Verantwortlichen

entscheiden – unter Berücksichtigung

internationaler Empfindlichkeiten

gepaart mit einem Gespür für

den Zeitgeschmack. Dass sie dabei stets

eine glückliche Hand bewiesen haben,

zeigen die Treue und Aufmerksamkeit

der Continental-Kunden.

Ute Dommel

M A R K E T I N G

1970

Bereits 1970 nahm sich der

Conti-Kalender des Schutzes

seltener Tiere an und zeigte

Gouache-Illustrationen von

bedrohten Arten.

Die heimische Fauna in

ihrem natürlichen Lebensraum

war Thema des Jahres

1962

1962. Die Strichführung

der Gemälde atmete

den Geist der Zeit.

1952

Im Stil zeitgenössischer

Werbegrafik präsentierte

der erste Conti-Kalender

die umfangreiche Produktpalette

des Unternehmens.

In den späteren Jahren war

die Eigendarstellung des

Konzerns auf dem Kalender

verpönt – bis heute.

ReifenMagazin 45


In diesem Jahr mit

Unterstützung der

Continental – der

ReifenCheck 2002.

46

Händler sind gefragt

M A N A G E M E N T

Neukunden gewinnen

Der Reifencheck 2002 soll vor allem der Sicherheit der Autofahrer dienen und das

Bewusstsein für die Bedeutung der Reifen wecken. Aber auch die Reifenhändler

profitieren von der Aktion. Indem sie ihre Kompetenz beweisen und engagiert auf

die Fahrzeugbesitzer zugehen, können sie neue Kunden gewinnen.


Beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat

und dem Bundesverband

Reifenhandel und Vulkaniseur-

Handwerk e.V. sowie weiteren Partnerorganisationen

laufen die Vorbereitungen

für den Reifencheck 2002 im Juni auf

Hochtouren. Doch nicht nur die Autofahrer

gilt es zu mobilisieren, auch die

Reifenhändler müssen Initiative zeigen.

Deshalb appelliert Oliver Held, Projektleiter

ReifenCheck beim Exklusivsponsor

Continental, an die Unternehmer,

» «

Für das wichtige

Thema Sicherheit

ist der Reifen-

Check eine

optimale Plattform

Oliver Held,

Conti-Projektleiter

ReifenCheck

sich in diesem Jahr verstärkt zu engagieren.

„Wir müssen die Autofahrer für

das wichtige Thema Sicherheit durch

Reifen sensibilisieren. Dafür bietet der

ReifenCheck eine optimale Plattform.“

Doch der ReifenCheck eröffnet den

Händlern auch die Chance, neue Kunden

zu gewinnen und sich als kompetenter

Dienstleister zu

empfehlen. „Die Händler

können den ReifenCheck

mit anderen Serviceleistungen

verknüpfen. Ich

denke da an die Achsvermessung

oder an einen

Urlaubscheck“, sagt

Markus Burgdorf, Leiter

der Öffentlichkeitsarbeit

Reifen bei Conti. Gerade

Günther

Geislberger

zur Ferienzeit böten sich diese Zusatzleistungen

an und bringen den Händlern

Kunden auf den Hof.

Der Konzern unterstützt die Aktion zum

einen durch intensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Und hält zum anderen für aktive

Händler eine Mappe, die so genannte

Tool-Box, bereit, die eine Menge kreative

Ideen beinhaltet. Auch der Außendienst

ist an der Aktion beteiligt und greift Händlern

auf Wunsch unter die Arme.

M A N A G E M E N T

Erfahrungen von Händlern, die sich bisher

am ReifenCheck beteiligt haben, sind

durchaus positiv. Der Flensburger Fachhändler

Johann Meerbach sprach 2001

mit seinen Mitarbeitern innerhalb einer

Woche 3.000 Autofahrer an. Fast alle

zeigten sich angetan von der Aktion. „Unser

Bekanntheitsgrad ist durch den ReifenCheck

gestiegen“, sagt Meerbach.

Auch wenn er eine konkrete Umsatzsteigerung

durch die Aktion nicht belegen

kann, ist er zufrieden: „Alles in allem war

der ReifenCheck ein

voller Erfolg.“

Oliver Held ist davon

überzeugt, dass

der ReifenCheck

sich als ein bedeutender

Beitrag zur

Verkehrssicherheit

durchsetzen wird.

Er weiß aber auch,

dass sich eine solche

Mammutaktion

nicht von heute auf

morgen etablieren lässt. „Das beste Beispiel

ist der Lichttest. Das hat auch Jahre

gedauert, bis er sich durchgesetzt

hat. Aber die Sicherheit der Autofahrer

sollte uns dieses Engagement wert sein.“

Außerdem könne der ReifenCheck helfen,

den Reifen als sicherheitsrelevantes

Produkt in die Köpfe der Autofahrer zu

rücken. „Das kann den Reifen und damit

auch den Händlern eine neue Stufe der

Aufmerksamkeit bringen“, erklärt Held.

In diesem Jahr wird der ReifenCheck

auch in Österreich Premiere feiern. Der

VRÖ und die österreichischen Automobilclubs

bieten den Service bis zum 18.

Mai. Günther Geislberger,

General-Market-

Manager Conti Österreich,

einem der größten

ideellen und finanziellen

Sponsoren:

„Ein Reifen ist ein

Vorstandsmitglied

des VRÖ

Klaus Kreisel

High-Tech-Produkt,

das entsprechender

Pflege und Beachtung

bedarf. Nur bei fach-

gerechter Beratung ist sichergestelt, dass

der Reifen problemlos läuft.“ VRÖ-Vorstandsmitglied

Magister Klaus Kreisel

geht davon aus, dass „wir den Autofahrern

rund 300 ReifenCheck-Points anbieten

können“.

Von Interesse ist der ReifenCheck in

Österreich auch wegen einer vom Verband

der Reifenspezialisten Österreichs

in Auftrag gegebenen Umfrage. Autofahrer

gaben über ihr subjektives Sicherheitsempfinden

im Zusammenhang mit

der Bereifung Auskunft. Die Daten sollen

nach den ReifenCheck-Wochen abgeglichen

werden.

Stefan Bähnisch

NACHGEFRAGT

Die

Chance

nutzen

Markus Burgdorf,

Leiter Öffentlichkeitsarbeit

Reifen

Mehr als eine Million Reifen wurden

beim letzten ReifenCheck

geprüft. Die wenigsten davon

aber vom Reifen-Fachhandel.

Woran lag´s?

Es ist mir unverständlich, warum in

den vergangenen Jahren so wenig

Reifenhändler mitgemacht haben.

Ich sage es mal provokant: Will der

Reifen-Fachhandel diese Aktion wirklich

den Autohäusern und Prüforganisationen

überlassen? In seinem

ureigensten Gebiet? Das kann doch

nicht sein. Wir haben in den vergangenen

Wochen schon mit Händlern

gesprochen. Dabei hat sich gezeigt,

dass die Bereitschaft mitzumachen

spürbar zunimmt.

Was bringt der ReifenCheck dem

Händler?

Der ReifenCheck bietet den Händlern

die Möglichkeit, Frequenz auf

den Hof zu bekommen. Jeder Autofahrer,

der seine Reifen checken

lässt, ist ein potenzieller Kunde. Und

der Händler kann sich mit Hilfe dieser

Aktion als kompetenter Reifenpartner

des Autofahrers positionieren

– und das mit vorbereiteten

Materialien.

ReifenMagazin 47


Durchschnittliche

Dimensionen sind

out. Autofahrer in

der Schweiz achten

beim Reifenkauf

mehr denn je auf

Breitreifen mit hohen

Geschwindigkeits-

Indizes.

Deutliche Volumenrückgänge

verzeichnete der Reifenmarkt

in der Schweiz

im vergangenen Geschäftsjahr.

„Betroffen waren sowohl die Segmente

Pkw-Reifen Sommer und

Winter als auch Van-Reifen Sommer

und Lkw-Reifen“, skizziert

Franz Egger, Marktleiter Semperit

Schweiz, die Entwicklung. „Allein

bei Pkw-Winterreifen verlor der

Markt 6,7 Prozent.“ Das entspricht

einem realen Mengenrückgang

um 200.000 Stück.

Zugenommen haben allein 4x4-

Reifen und Winterreifen für Vans.

„Doch das gewonnene Volumen

gleicht die Verluste der anderen

Segmente nicht annähernd aus.“

Dies hat nach Ansicht des Semperit-Marktleiters

zwangsläufig zu

hektischen Marktreaktionen geführt

und „die Margen gedrückt“.

Dass er die Situation tendenziell

dennoch nicht negativ bewertet,

liegt an dem deutlichen Wandel des

Käuferverhaltens: „Die Entwicklung

geht zum Kauf breiterer und höherwertigerer

Reifen insbesondere in

Verbindung mit Aluminiumfelgen.

Mehr denn je sind im Sommer 17

und 18 Zoll-Reifen gefragt. Im Winter

profitieren die Größen 16 und

17 Zoll. Im Trend liegen zudem die

Geschwindigkeits-Indizes W und Z

48

M A N A G E M E N T

Reifenmarkt Schweiz

Qualität entsche

(Sommer), deren Marktanteil um fast 15

Prozent stieg. Im Winter ist es der Bereich

H- und V-Reifen.

Grund dafür sei ein zunehmender Hang

der Konsumenten zur Individualisierung.

2500

2000

1500

1000

500

0

Info-Grafik:

Pilot:Projekt

Eine Entwicklung, die sich nach Ansicht

Eggers „im Frühjahr 2002 noch verstärkt

hat.“ Der Handel verzeichne insgesamt also

doch ein positives Jahr. Ebenso die

Continental Suisse SA, denn sie konnte ge-

Der 10PR-Reifenmarkt Schweiz

1997 1998 1999 2000 2001

Das Gesamtvolumen beim Reifenverkauf in der Schweiz

ging im vergangenen Jahr zurück – zu einer festen Größe

entwickelten sich die Van-Reifen.

225/75

R 16C

205/75

R 16C

215/75

R 16C


gen den Trend in allen Sommer-Segmenten,

bei Pkw-Winterreifen und Van-Reifen

zulegen, was Franz Egger vor allem auf

die Produktqualität des Konzerns zurückführt.

„Unsere Kunden erwarten in erster

Linie technische Kompetenz. Die haben

»Das Segment

der 4x4-Reifen

legte 2001 um

15 Prozent zu

und es besitzt

auch weiterhin

Potenzial«

Franz Egger

Marktleiter Semperit Schweiz

wir gezeigt. In allen Tests finden sich unsere

Produkte in der Spitzengruppe wieder.

Außerdem haben sich die Bemühungen

um Liefertreue in Verbindung mit dem

neuen Distributionskonzept ausgezahlt.“

idet

Für die weitere Entwicklung zeigt sich

Egger optimistisch: „Bei Pkw-Sommerreifen

erwarte ich eine weitere Marktverschiebung

zu Gunsten breiterer Dimensionen

mit hohen Geschwindigkeits-Indizes.

Auch für das Wintergeschäft bin

ich zuversichtlich.“ Der strenge Winter

habe dazu geführt, dass die überhöhten

Lagerbestände des Handels abgebaut

wurden. „Hinzu kommt: Autofahrer wurden

in der Entscheidung pro Winterreifen

durch die Witterung bestätigt, was

für Anschlussgeschäfte wichtig ist.“

Ein besonderes Augenmerk gilt 4x4und

Van-Reifen. „Das 4x4-Segment stieg

im vergangenen Jahr um 15 Prozent.“ Eine

für alle Marktteilnehmer erfreuliche Entwicklung,

„weil die 4x4-Reifen, ähnlich wie

die Hochleistungspneus, weniger Preissensibilität

aufweisen“.

Auch das Van-Segment werde sich in

Zukunft noch stärker entwickeln, glaubt

Franz Egger. „Unter dem Einfluss der leistungsabhängigenSchwerverkehrsabgabe

rollen immer mehr kleinere Transporter

auf schweizerischen Straßen, die von

dieser Steuer nicht betroffen werden.“

Thomas Bungart

M A N A G E M E N T

Neuer Auftritt in der Schweiz

Top-Margen

im Quality-Club

Ein innovatives Konzept gibt Uniroyal-Händlern in der

Schweiz die Chance, Top-Produkte zu besten Konditionen

zu verkaufen. Der Quality-Club macht es möglich.

Die Regenreifen stehen im Fokus eines neuen

Vermarktungskonzepts.

Uniroyal ist der Margenbringer in

Reifenhandel und Garage.“ Mit

diesem Slogan sollen die Händler

von den Leistungen des Quality-Clubs

überzeugt werden. Langfristig will Uniroyal

Schweiz 20 bis 26 guten Kunden

die Chance bieten, die Produkte des Unternehmens

nicht nur zu vertreiben, sondern

dabei auch eine weitergehende Unterstützung

in Anspruch zu nehmen. „Wir

bieten den Händlern nicht nur ein Konzept

für die Werbung, wir unterstützen

sie auch in betriebswirtschaftlichen Fragen“,

erläutert Daniel Freund, Bereichsleiter

Uniroyal für die Schweiz, das Projekt

Quality-Club.

Im Juni werden im Management-Zentrum

in St. Gallen ausgewählte Händler

mit den Uniroyal-Produkten vertraut gemacht.

Bereits in der Vergangenheit haben

die Continental AG und das Management-Zentrum

erfolgreich zusammengearbeitet.

Das Angebot ist sowohl für

Neukunden als auch für Vertragspartner

gedacht. Entscheidendes Kriterium für die

Händler: Die Margen liegen im Vergleich

zu den Mitbewerbern am Markt

deutlich höher. Freund erklärt es

so: „Wir liefern Premium-Qualität

zu einem Preis, der attraktivste

Gewinnspannen zulässt.“

Der Quality-Club bietet den Uniroyal-Verkaufspartnern

aber noch

mehr Vorteile: Mit Schulungen in

Verkauf und Absatztechnik wird

der Händler optimal vorbereitet.

Zusätzlich erhalten die Quality-

Club-Mitglieder jeden Monat aktuelle

Marktdaten über Preise und

Verkaufszahlen in der Schweiz. Sie

sollen den Händlern beim Einkauf

helfen und Engpässe bei der Lieferung

verhindern.

Weitere zentrale Punkte sind

die Beratung und Unterstützung

bei der Lagerhaltung der Reifen. „In der

Schweiz gibt es extreme Schwankungen

in der Reifensaison. Das erfordert eine

exakte Planung. Hier stehen wir beratend

zur Seite“, erklärt Freund.

»Uniroyal

ist der Margenbringer

für

Reifenhandel

und Garage«

Daniel Freund

Bereichsleiter Uniroyal Schweiz

Die einzige Verpflichtung für den Vertragspartner

ist die Vorgabe, die Uniroyal-Produkte

nicht unter Wert abzugeben.

Mittelfristig sollen flächendeckend

Händler und Kunden von den Vorteilen

profitieren.

Ob das Schweizer Modell auch für

andere Märkte in Europa interessant ist,

wird sich nach der Testphase Ende 2003

entscheiden.

ReifenMagazin 49


50

Geschrödert und

verstoibert!

Im September sind Wahlen und wahrscheinlich

gehen viele nicht hin. Zumindest nicht, wenn sie

Unternehmer sind und dem deutschen Mittelstand

angehören. Denn der jammert, und das zurecht. Die Zahl

der Pleiten steigt ins Unermessliche, ein Drittel der

Mittelständler wird das Jahr voraussichtlich ohne eine

Mark Gewinn abschließen. Doch Licht glimmt am Ende

des Tunnels: Es schrödert gewaltig, denn der Kanzler hat

sich daran erinnert, dass

auch der Mittelstand das

Menschens

Kinder!

Von Stephan Bähnisch

eine oder andere Wahlprozent

für ihn wuppen könnte.

Vom Minister für Wirtschaft

und Technologie erhält

er die notwendige koalitionsinterneRückendeckung

und

salbende Worte für den Mittelstand. Immerhin etwas.

„Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft“, nennt Müller

ihn und glaubt, ihn gestärkt zu haben: Freiräume geschaffen,

Steuern gesenkt und die Rente reformt. Das geht

runter wie Öl. Trotzdem fühlen sich viele Mittelständler angemüllert.

Vielleicht hat Müller dabei vergessen, dass die Reformen

vor allem der Industrie helfen, der Mittelstand dabei

aber außen vor bleibt? Zu hohe Lohnnebenkosten,

das Arbeitsrecht, das neue Betriebsverfassungsgesetz

oder auch Basel II drohen das Rückgrat zu brechen.

Seitens der Opposition hingegen stoibert der

bayrische Kanzlerkandidat der CDU/CSU gegen

und verspricht, alles anders zu machen. Durch

seinen mittelstandspolitischen Sprecher Hansjürgen

Doss lässt er verlauten, dass ein dramatischer Kurswechsel

in der Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik

notwendig sei. Die Forderung ist nicht neu, in Oppositionszeiten

hatte die SPD genau das auch schon auf ihre

Fahnen geschrieben. Im Gegensatz zum heute geschröderten

Mittelstand fühlten sich die Unternehmer damals noch verkohlt.

Doch Mittelständler aufgepasst: Nie war die Chance für Wahlgeschenke

größer als jetzt. Wenn die Regierung schrödert und die

Opposition gegengestoibert, wird bestimmt das eine oder

andere Überraschungsei ausgebrütet. Also nicht die Ohren

hängen lassen und alles mitnehmen, was aus dem Kampf

um des Kanzlers Thron für die Unternehmer

abfällt.

»

U N W U C H T

Mittelstand ist, wenn eine Firma

in Konkurs geht und der Bundeskanzler

nicht kommt

Günter Schwank, Präsident des Gesamtverbandes

der kunststoffverarbeitenden Industrie e. V.

Illustration:Pilot:Projekt/Th.Wilkens

«

Der durchschnittliche Mittelständler

verzichtet auf Weiterbildung,

stattdessen verspricht

er, seine Kinder studieren zu

lassen.

Heribert Müller-Solm, Wirtschaftspublizist

Beläßt man dem Mittelstand

die notwendigen Mittel, hat

er ohne staatliche Hilfe einen

unglaublichen festen Stand.

Hans Knürr, Vorstandsvorsitzender

der Knürr AG

Weil Unternehmen Risiken

auf sich nehmen, haben sie

das Recht auf Profit. Und

nur deshalb!

Gottlieb Duttweiler, schweizer

Unternehmer und

Sozialpolitiker

Nichts geschieht ohne Risiko.

Aber ohne Risiko geschieht

auch nichts.

Walter Scheel, deutscher

Politiker

Es gehört zum Mittelstand,

seine Goldreserven im Zahn

zu tragen.

Ehrhard Horst Bellermann,

deutscher Bau-Ingenieur,

Dichter und Aphoristiker

Die Gemeinschaft, die auf

den Mittelstand gründet, ist

die beste. Denn auf welche

Seite er sich wirft, nach der

gibt er den Ausschlag und

verhindert das Aufkommen

entgegengesetzter Extreme.

Aristoteles, griech. Philosoph

Gut

esprochen


Der Beitrag stammt aus der Kundenzeitschrift Echo-Continental, Ausgabe Nr. 3/1919.

ReifenMagazin 51

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