Ausgabe 2/2012 - Kreisseniorenrat Enzkreis - Stadt Pforzheim eV

kreisseniorenrat.pf.de

Ausgabe 2/2012 - Kreisseniorenrat Enzkreis - Stadt Pforzheim eV

€ 2,–

c o n t a c t + c o m m u n i c a t i o n

VOM ZAHLVATER ZUR VATERSCHAFT

HEIME: MEINE ERSTE GROSSE LIEBE

AUSSTELLUNG: DER FRÜHE DÜRER

DER KREISSENIORENRAT INFORMIERT

SPARKASSE: DIE WACHABLÖSUNG

w w w . g e n e r a t i o n e n - i m - d i a l o g . d e

Gratis-

Generationen imDialog

Musical-Karten

zu gewinnen!

Exemplar

Sprich mit!

Luis spielt den »Florian«

Diese Zeitschrift wird in

Zusammenarbeit mit dem

Kreisseniorenrat Enzkreis

Stadt Pforzheim e.V. und

mit Unterstützung der

Sparkasse Pforzheim

Calw hergestellt.

22012


Sprechen Sie mit uns…

…wenn Sie den Erwerb einer Eigentumswohnung oder eines Eigenheims planen

…wenn Sie eine preiswerte und provisionsfreie Mietwohnung suchen

…wenn Sie die Verwaltung von Hausbesitz oder Eigentumswohnungen wünschen

…wenn Sie bei der Erstellung Ihres Wohn- oder Gewerbeprojektes betreut werden wollen

B A U & G R U N D G M B H

…wir sind für Sie da.

Erbprinzenstr. 20 • 75175 Pforzheim • Tel 0 72 31/93 02-0 • Fax 0 72 31/93 02-11

I n t e r n e t : w w w. p f o r z h e i m e r. d e • E m a i l : i n f o @ p f o r z h e i m e r. d e

Geborgenheit die Sie spüren

Die Familienheim Pforzheim plant, baut, vermietet

und verwaltet Häuser und Wohnungen.

Damit Wohnen nicht nur Freude bereitet,

sondern auch Raum lässt für Ihre Fantasie.

Familienheim

Pforzheim.

Baugenossenschaft eG

Lindenstraße 39 � 75175 Pforzheim

Telefon (0 72 31) 93 19 - 0

www.familienheim-pforzheim.de


Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Angst essen Seele auf – seitdem Rainer

Werner Fassbinder in den 1980er Jahren

einem seiner Filme diesen Titel gab, kennen

wir diesen Ausspruch, den ein wenig

deutsch sprechender Türke geprägt hat.

Angst essen Seele auf – wir finden sie, diese

Quellen der Angst in unserem unmittelbaren

Umfeld, in unserem Land, in der Welt

– überall nistet sie sich ein, über unzählige Kanäle, Begegnungen –

aber häufig ist sie auch da, wenn überhaupt kein aktueller Grund

vorliegt. Wie können wir uns schützen, wie können wir sie abwehren,

davon jagen, aus unserem Leben verbannen? Wo finden wir in uns die

Kraft, sie zu packen, sie umzuwandeln und sie als hilfreichen Begleiter

in unser Leben einzuordnen?

Und da gibt es den Gedanken von der Leichtigkeit des Seins, der tief

verankert ist in der Traumvorstellung unserer Lebensgestaltung. Hier

müssen wir allerdings achtsam sein, dass wir vor lauter Leichtigkeit

keine Gefahr mehr erkennen.

Wie gelingt es uns, beides sinnvoll und effizient miteinander zu verbinden?

Nehmen wir die Leichtigkeit und überprüfen wir mit ihr die

Gründe der Angst. Sehr bald werden wir feststellen, dass die Ängste

sehr häufig solche sind, die nichts mit uns zu tun haben. Und ist es

später einmal der Fall, dann nehmen wir die Fantasie der Leichtigkeit

zu Hilfe, um eine sinnvolle Lösungsmöglichkeit zu finden und holen die

Kraft der Angst als sinnvolles Mittel zum Zweck, um mit ihr den Be -

freiungsplan umzusetzen.

Wir wissen, die Natur hat uns die Angst gegeben, damit wir uns rechtzeitig

aus gefährlichen Situationen retten, und die Leichtigkeit des Seins,

um mit uns und der Umwelt in Harmonie zu leben. Beides ist in uns

anwesend, um unser Leben sinnvoll zu gestalten. An uns ist es, rechtzeitig

auf den jeweiligen Knopf zu drücken.

Ihre Gerda Görnemann

IMPRESSUM:

� Herausgeber:

Gerda Görnemann

Lisztstraße 31, 75179 Pforzheim

Telefon: 07231/15 53 44

Telefax: 07231/15 53 43

E-mail: cucgg@t-online.de

� Redaktion:

verantwortl.: Gerda Görnemann

� Anzeigen: Eva Hannemann

� Grafik + Satz: Simone Bok,

Agentur für Mediengestaltung, Horb a.N.,

Daten an E-mail: sbok@kabelbw.de

� Bildbearbeitung: Repro-Mayer, Birkenfeld

� Druck: Mayer & Söhne,

Druck- und Mediengruppe GmbH

� Erhältlich beim Herausgeber,

über die Geschäftsstellen der Sparkasse

Pforzheim Calw und dem Kreisseniorenrat

Enzkreis Stadt Pforzheim e.V.

Ebersteinstraße 25, 75177 Pforzheim

Dieses Heft gibt es auch zum

Blättern im Internet unter:

www.generationen-im-dialog.de

Inhalt

Seite

Prof. Dr. Ernst Peter Fischer:

Die fehlende Gegenfrage 4 – 5

Dr. Thomas Gesterkamp: Vom

Zahlvater zur aktiven Vaterschaft 6 – 7

Musical: „Ich war noch

niemals in New York“ 8 – 9

Die Else-Mayer-Schule 10 – 11

Seniorentheater „Eulenspiel“ 12

vhs: Bildung für alle Generationen 13

Wohnen mit Service 14 – 19

Prof. Dr. Georg Adler: Demenz –

das Rheuma es Gehirns 20 – 21

„Meine erste große Liebe“ –

Geschichten aus den

Seniorenresidenzen 22 – 34

SPPS Pforzheim: Pflegereform

für die häusliche Pflege 35

Der Kreisseniorenrat:

Aktivitäten und Veranstaltungen 38 – 40

Rechtsanwältin Isabel Hutter:

Das Haustier im Nachlass 41

Fachapotheker Wolfgang Reichert:

Heuschnupfen – Pollenallergie 42 – 43

Die KFZ-Innung informiert:

Das seniorengerechte Auto 45

Das Interview mit den

Vorstandsvorsitzenden der

Sparkasse Pforzheim Calw 46 – 47

Prof. Dr. Ulrike Krenzlin:

Der frühe Dürer & Lächeln

und Lachen im Mittelalter 48 – 52

Börlind Naturkosmetik 53

Das Schmuckmuseum 54

Die Schmuckwelten 55

Bunz Schmuck-Design 56 – 57

Bücher – Bücher – Bücher 59 – 61

A.L. Szalay: „Es war einmal –

es wurde wieder…“ 62 – 63

Pforzheimer Hauptfriedhof:

Der Umgang mit dem Tod 64 – 65

Verlosung der Sparkasse:

2 Musical-Karten zu gewinnen 66

Sparkasse Veranstaltungskalender 67

Titelbild: Udo Jürgens bei der Premiere des Musicals

„Ich war noch niemals in New York“ in Stuttgart

und Luis Schneiderhan als Darsteller des „Florian“

Fotos: © Stage Apollo Theater Stuttgart

3


4

Prof. Dr. Ernst Peter Fischer

Die Gretchenfrage und

die Wissenschaft

„Glaubst du an Gott?“ – die Antwort,

die jemand auf diese Gretchenfrage

gibt, hängt von vielen

Faktoren ab, zu denen sicher auch

das Wissen gehört, über das der

oder die jeweils Angesprochene

verfügt und das sich vor allem in

den letzten vier Jahrhunderten ungemein

verändert hat. In ihnen haben

sich von Europa ausgehend

Menschen in aller Welt im Rahmen

einer methodisch fortgeschrittenen

und systematisch vorgehenden Naturwissenschaft

bemüht, ihr Wissen

zum Nutzen der Allgemeinheit zu

vermehren und dabei immer mehr

Gesetze der Natur finden und erfinden

können.

Die Gretchenfrage benötigt ihre jeweils

besondere und eigenständige

Antwort, wenn sie Personen gestellt

wird, die sich anders als Faust

und sein Dichter Goethe etwa mit

den Quantensprüngen von Atomen

und Molekülen auskennen, die vielleicht

sogar das expandierende

Universum in seiner wachsenden

Unermesslichkeit erfassen und darüber

hinaus seinen Anfang als Urknall

denken können, die zusätzlich

noch mit dem dynamischen Gedanken

der Evolution und den dazugehörigen

genetischen Varian-

ten vertraut sind, um nur ein paar

Beispiele für die Themen zu nennen,

denen sich in den jeweiligen

naturwissenschaftlichen Disziplinen

große und kleine Forscher mit steigendem

Erfolg zugewandt haben

und zuwenden.

Die Physiker, Chemiker und Biologen

sind dabei spätestens seit dem

19. Jahrhundert so gut voran gekommen,

dass einige von ihnen in

den ersten Jahrzehnten nach 1900

meinten, die Gretchenfrage bald

ganz vergessen und Gott in ihrem

Denken vernachlässigen und vielleicht

sogar ganz beiseiteschieben

zu können.

Doch in der Geschichte und in der

Gegenwart zeigt sich den Menschen

ein möglicherweise für viele

unerwartetes anderes Bild. Denn

trotz all ihrer fachlichen Triumphe

im Einzelnen fühlten und fühlen sich

nachdenkliche und empfindsame

Wissenschaftler, die zu Beginn ihrer

Karriere voller Optimismus davon

geträumt haben, mit ihrem eigenständig

gewonnenen Wissen

der Wahrheit gegenüberstehen zu

können, unentwegt herausgefordert,

ihre persönliche Position zu

Gott zu klären und sich im Ganzen

entweder auf ihn zu beziehen oder

sich von ihm abzusetzen.

Die fehlende

„Nun sag’, wie hast du’s mit der Religion?“ So lautet die berühmte Frage, die das

Fräulein Margarete im ersten Teil von Goethes „Faust“ dem gelehrten Mann der

Wissenschaft mit diesem Namen stellt, während sie mit ihm einen Gartenspaziergang

unternimmt, wie Verliebte es tun. Zwar versucht Faust diese ihm eher lästige,

inzwischen als „Gretchenfrage“ sprichwörtlich gewordene Bitte um ein Bekenntnis

abzuweisen, in dem er ein ganz anderes Thema anzuschlagen versucht und abwiegelt:

„Laß das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut“. Doch das fromme Fräulein

lässt nicht locker, und Margarete formuliert ihre kleine Frage an den großen Mann

punktgenau um: „Heinrich, glaubst du an Gott?“

In diesem Buch sollen einige der dazugehörigen

religiösen oder gottlosen

Bekenntnisse großer Forscher

vorgestellt werden, um jedem, der

heute lebt und sich den weitreichenden

Erkenntnissen der Wissenschaft

nicht verschließt, die Vielfalt

der möglichen Antworten aufzuzeigen,

die auf der unter Menschen

unvermeidbare Gretchenfrage

erlaubt sind, und zwar in Zeiten,

die zwar gerne als „säkular“ bezeichnet

werden, die aber bei aller

Hinwendung zum allein Weltlichen

von dem Heiligen nicht lassen können.

„In ewigem Geheimnis

unsichtbar sichtbar“

Es geht also in einem historischen

Durchgang vom 17. Jahrhundert bis

in die Gegenwart um das Wechselspiel

von erfahrenem Wissen und

gelebten Glauben, wie es sich bei

großen Naturforschern europäischer

Provenienz zeigt, wobei an

dieser Stelle sogleich eine hartnäkkige

Asymmetrie auffällt und angemerkt

wird. Sie besteht darin, dass

die weltliche Gegenfrage zur Gretchenfrage

nirgendwo gestellt wird,

jedenfalls nicht in einer expliziten

und dadurch verbindlichen Form.

Goethe hätte dem in Gretchen verliebten

und neugierigen Faust als


Gegenfrage

Antwort doch auch die Worte in

den Mund legen können, „Und du,

was hältst du von der Wissenschaft?“

Solch eine Wendung hätte

durchaus in das Zeitalter der Aufklärung

gepasst, dem der Dichter

im ausgehenden 18. Jahrhundert

angehörte und in dem das hohe

Lied das wissenschaftlichen Rationalität

nicht nur vorsichtig angestimmt,

sondern auch gerne und

laut gesungen wurde.

Der Schöpfer von Faust unternimmt

in dem dazugehörigen Drama dafür

etwas anderes. Er lässt seinen

Helden dem umschwärmten Gretchen

nahebringen und klarmachen,

dass es neben Gott etwas anderes

von Bedeutung gibt, nämlich all

das, was sich in dieser Welt zeigt

und eine besondere Qualität aufweist,

wie er erläutert. Denn was

es – im Himmel und auf der Erde –

gibt, drängt von sich aus massiv zu

ihr hin, und zwar so, dass es

„Haupt und Herzen“ von Gretchen

zugleich erfasst und ihre Person wie

ein Gewebe umfängt, das dabei eine

Eigentümlichkeit an den Tag legt,

nämlich „in ewigem Geheimnis unsichtbar

sichtbar“ neben ihr zu sein,

wo es dann sogar weiter „webt“.

Mit anderen und eher trockenen

Worten: Faust empfiehlt Gretchen,

sich erst von ihrem sinnlichen

Wahrnehmen des rätselhaft bleibenden

Gewebes namens Wirklichkeit

seelisch erfüllen zu lassen

und dabei auf die Beeinflussung

ihrer Gefühle zu achten, um sich

schließlich danach voller Neugierde

zu fragen, wie sie das

nennt, was sie bei diesem Vorgang

des Erkennens erfährt und erlebt:

„Glück! Herz! Liebe! Gott!“ – so

lauten die vier zum Teil sicher unkonventionellen

und vielleicht ungewohnten

Vorschläge von Goethes

Helden, der anschließend –

hoffentlich zu seiner Überraschung

– von Gretchen zu hören bekommt:

„Ungefähr sagt das der Pfarrer

auch, nur mit ein bisschen anderen

Worten“.

An dieser Stelle lacht das Publikum

gewöhnlich, vor allem mit dem

Blick auf den Teufel Mephisto, der

sich in der Nähe der Verliebten

herumtreibt und nun grollt. Doch

es lohnt sich, Goethes Witz ernst

zu nehmen, weshalb hier versucht

wird, in den einfachen Worten eines

Sachbuchautors zwei zentra-

le Punkte des eben skizzierten poetischen

Dialogs darzustellen, die

im Verlauf des Buches verfolgt werden

sollen.

Da ist zum einen die An und Einsicht

von Faust, dass das sich uns

aufdrängende Gewebe der Dinge

um uns ein „ewiges Geheimnis“

bleiben wird, und zwar trotz aller

Fortschritte, die wir nicht zuletzt

den Großen der Wissenschaft verdanken,

die im Text vorgestellt werden.

Und wenn es um diese offenen

Geheimnisse und ihre Vorstellung

geht, dann – dies zum zweiten

– klingt selbst der Faust wie ein

Pfarrer, auch wenn sich der Gelehrte

längst der Magie ergeben

und mit dem Teufel verbündet hat.

Kurzum: Der Frage nach Gott entkommt

man im deutschen oder europäischen

Sprachraum nicht,

auch wenn sich bei vielen Großen

des Wissens in ihrem Inneren nicht

unbedingt das Gefühl naiver Religiosität

regt, wenn der Name des

Größten fällt. Auch sie glauben,

bevor sie wissen. Die spannende

Frage lautet, was Menschen glauben,

nachdem sie sicher sind, etwas

zu wissen, und dabei sogar

staunen.

Die Antwort wird jeder für sich zu

finden haben.

Abb. links:

Gemälde von

James Tissot

»Faust and

Marguerite in the

Garden«,

um 1861, Öl auf

Leinwand,

Musée d'Orsay,

Foto wikipedia

Ein weiteres interessantes Buch

von Ernst Peter Fischer:

»Niels Bohr – Physiker und

Philosoph des Atomzeitalters«,

gebundenes Buch,

272 Seiten, 13,5 x 21,5 cm,

mit Abbildungen,

ISBN: 978-3-88680-996-7

€ 22,99 Verlag: Siedler

Kurzbeschreibung

siehe Seite 60.

5


Thomas Gesterkamp,

Journalist und Autor.

6

Thomas Gesterkamp

Die Arbeits- und Familienformen sind

unübersichtlich, die persönlichen Lebensstile

variabel geworden. Entsprechend

existieren verschiedenste

Entwürfe von Vatersein nebeneinander.

Es gibt moderne und traditionelle

Väter, ledige und verheiratete, harmonisch

getrennt lebende und im

Streit geschiedene, außerdem Stief-,

Pflege- und Adoptivväter. Väter in

Migrantenfamilien kommen häufig

aus einem fremden Kulturkreis der

Väterlichkeit. Es gibt Alleinverdiener

und Haupternährer, Hausmänner

oder Väter, die mit geteilter Elternschaft

experimentieren. Jeder Mann

füllt die Vaterrolle auf eigene Weise

aus.

Immer mehr Väter interessieren sich

für ein buntes, durch Kinder bereichertes

Leben, das den Horizont erweitert,

eine andere Sicht auf die

Welt bietet. Männer, so formuliert es

der Väterforscher Wassilios Fthenakis,

seien „vom Ernährer zum Miterzieher“

geworden. Eine Studie von

Rainer Volz und Paul Zulehner im Auftrag

der beiden großen christlichen

Kirchen ordnet immerhin 20 Prozent

der Befragten dem Milieu der „modernen“

Männer zu.

Väter, die sich mit ihren Partnerinnen

Erwerbs- und Erziehungsarbeit auf

Augenhöhe teilen, bilden aber nicht

die Mehrheit. Anderen Männern wird

vorgehalten, dass sie geradezu in

die Arbeitswelt fliehen, um sich dem

heimischen Trubel nicht aussetzen zu

Vom Zahlvater zur aktiven

Die Vielfalt der neuen

Engagierte Väter gehören heute vor allem in den Großstädten

zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Alltagskultur.

Wenn ein Mann tagsüber mit seinem Baby unterwegs ist, fällt

das nicht mehr so auf wie früher. Vielleicht arbeitet dieser

Vater einfach zu anderen Zeiten, im nächtlichen Schichtdienst

oder als Selbstständiger auf der Basis von Projekten; vielleicht

ist er erwerbslos, oder er kümmert sich als „Hausmann“ um

die Kindererziehung und die Familienarbeit.

müssen. Nach dieser Deutung drücken

sie sich vor der privaten Verantwortung,

sind zu Hause nur Zaungäste

und Randfiguren. Doch sind

beruflich stark engagierte Väter automatisch

schlechtere Väter? Männer

tun auf ganz verschiedene Art etwas

für ihre Familien. Ohne Anspruch auf

Vollständigkeit folgt, leicht augenzwinkernd

und nicht immer ganz

ernst gemeint, eine kleine Typologie.

Der Abteilungsleiter

Der Abteilungsleiter bemüht sich, seinen

Kindern die Verhaltensregeln des

Arbeitslebens nahezubringen. Er

strukturiert den Kontakt zu ihnen entlang

jener Normen, die er am besten

kennt. Er sorgt sich um ihre Durchsetzungsfähigkeit

und Anpassungsbereitschaft,

kümmert sich um sportliche

Leistungen und Schulnoten, um

den richtigen Umgang, kurz: um die

Zukunft. Allerdings funktionieren Kinder

anders als Arbeitnehmer – schon

deshalb, weil man sie zwar abmahnen,

aber nicht fristlos entlassen kann.

Im Beruf haben Störungen, Befindlichkeiten

und Krisen meist keinen

Platz; man hat zu funktionieren und

die vereinbarte Leistung zu erbringen.

Die Orientierung an diesen Erfahrungen

kann Männer verleiten,

mit den Problemen ihrer Kinder zu

fordernd umzugehen. Wenn Väter

ständig Dienstanweisungen erteilen,

gelten sie als streng, bleiben aber relativ

einflusslos.

Der engagierte Vollzeitarbeiter

Auch Männer, die im Beruf eine volle

Stelle haben, können gute Väter

sein. Das klingt banal, geht in der

weiblichen Schelte über die private

„Alltagsvergessenheit“ ihrer Partner

aber oft unter. Zu dieser Gruppe gehören

zum Beispiel Väter, die zu

hundsgemeinen Zeiten aufstehen und

zur Arbeit fahren, um am Nachmittag

Zeit für ihre Kinder zu haben.

Schichtarbeiter in der Industrie oder

Angestellte im öffentlichen Dienst,

die Gleitzeitangebote eigenwillig als

Frühdienst interpretieren, nutzen die

ihnen angebotenen Möglichkeiten.

Ob es für den Arbeitgeber effektiv

ist, wenn ein Finanzbeamter schon

um sechs Uhr morgens am Schreibtisch

sitzt, nach der Mittagspause

aber nicht mehr erreichbar ist, sei

dahingestellt. Für die Familie jedenfalls

haben solche Freiräume bei der

Zeitgestaltung große Vorteile. Papa

kann Einkäufe erledigen, Fahrdienste

übernehmen oder bei den Hausaufgaben

helfen. Er bekommt einfach

mehr mit, weil er früher als andere

Väter präsent ist. Im Kontakt zu den

Kindern nicht auf die mütterliche

„Außenministerin der Kommuni ka tion“

angewiesen zu sein, gibt Selbstbewusstsein

– und ein Gefühl von

Unabhängigkeit.

Der Heimwerker

Der Heimwerker mischt sich nicht

mehr ein in die Belange von Frau

und Kindern. Statt mit den anderen

Familienmitgliedern zu besprechen,

was ihnen nicht gefällt und was sie

anders haben möchten, ziehen sich

Väter zurück: in den Fußballverein,

an den Stammtisch, in die Werkstatt.

Ein passionierter Heimwerker, das

wird häufig abgewertet oder übersehen,

kann für die Familie äußerst

nützlich sein. Mag seine Frau auch

schimpfen, wenn er Brennholz hackt

oder das Werkzeug im Keller sortiert,

während sie den Wäscheberg

abarbeitet: Häufig steckt hinter dem


Vaterschaft

Männerrollen in der Familie – eine Typologie

Rückzug des Mannes ein von beiden

Seiten akzeptierter Versuch, unlösbar

scheinenden Konflikten aus

dem Weg zu gehen und so die Beziehung

nicht zu gefährden.

Der Traditionelle

Das traditionelle Paar verzichtet auf

jeden Anspruch von paritätischer

Aufgabenteilung zwischen den Geschlechtern.

Es hat durchaus Chancen,

respektvoll miteinander umzugehen.

Im günstigen Fall werden sowohl

der Beitrag der Frau als auch

der des Mannes gegenseitig geachtet.

Der Vater weiß, dass die Mutter

durch die Übernahme der Familienarbeit

auf eigene berufliche Möglichkeiten

verzichtet hat. Er ist bereit,

zu Hause bestimmte Tätigkeiten verantwortlich

zu übernehmen. Männer

sind dann oft für Finanzen, das Auto,

den Garten, den Hausbau oder

ausgewählte Bereiche der Erziehung

zuständig. Kommunikationsfähigkeit

und Geduld eines solchen Paares

müssen hoch entwickelt sein. Sie

muss seinen Mangel an lebendigen

Familieneindrücken ausgleichen. Er

muss ihren Vorsprung an alltäglicher

Kompetenz aushalten – und ihre Informationsdefizite

akzeptieren, wenn

es um die Zumutungen des beruflichen

Alltags geht.

Der Pragmatiker

Unter jüngeren Männern ist er ein typischer

Vertreter des „neuen Vaters“.

Ohne dass große Überredungskünste

nötig waren, hat er selbstverständlich

die Elternzeit genutzt,

arbeitet weniger seit der Geburt seines

Kindes. Er teilt sich die Haus- und

Erziehungsarbeit mit seiner Partnerin

– die er vor der Familiengründung

nicht unbedingt geheiratet hat. Ihn

treibt weniger das emanzipatorische

Bemühen um „Geschlechterdemokratie“

als ein monetärer Pragmatismus.

Seine Frau ist ebenso gut ausgebildet

wie er selbst. Am Arbeitsplatz

hat sie ähnliche, vielleicht so-

gar bessere Karrierechancen. In

manchen Fällen hat nur sie eine feste

Stelle, während er sich eher prekär

als Freiberufler durchschlägt.

Warum sollte er ihr beruflich nicht

den Vortritt lassen? Das rechnet sich

doch auch finanziell! Und kränkt ihn

keineswegs in seiner männlichen

Identität. Wenn sie mehr verdient als

er, ist das doch bestens – für sie als

Paar und für die Familie.

Der arbeitslose Vater

Männer ohne Job sind viel zu Hause

und haben häufig mehr Zeit, als

ihnen lieb ist. Wenn die Erwerbslosigkeit

schon länger andauert, kratzt

das gewaltig an ihrem Wunschbild,

ein zuverlässiger Familienernährer

zu sein. Die Spendierhosen können

sie für ihre Kinder schon deshalb

nicht anziehen, weil dafür schlicht

das Geld fehlt. Die umfangreiche Tagesfreizeit,

über die der arbeitslose

Vater verfügt, bietet eigentlich gute

Chancen, einen engen Kontakt zu

den Kindern herzustellen. Doch viele

Männer „auf Hartz IV“ schämen

sich für ihr berufliches Versagen. Sie

sind abgespannt, nervös und voller

Wut – keine guten Voraussetzungen

für eine gelungene Väterlichkeit.

Der Sonntagsvater

Der Sonntagsvater organisiert für seine

Kinder möglichst oft besondere

Erlebnisse: den Traumurlaub, das teure

Hobby, den besonders ausgeflippten

Nachmittag. Er ist nachgiebiger

und großzügiger als die Mutter.

Mit ihm zusammen kann man

das ganze Badezimmer nass spritzen,

den Spätfilm im Fernsehen gucken

oder vier Hamburger hintereinander

essen. Dem spendablen und

animationsfreudigen Wochenend-

Spaßvogel wird von weiblicher Seite

vorgeworfen, dass er sich aus den

anfallenden Aufgaben die Rosinen

herauspicke. Mit seiner Rolle als fröhlicher

Spielkamerad kommt er deshalb

so prima zurecht, weil seine

Frau alle versorgenden, planenden

und behütenden, also die erwachsenen

Anteile der Elternrolle übernimmt.

Ihm gehört der Sonntag und

ihr der Alltag. Sie ist für die mühsame

Durchsetzung von Regeln, er für

den lustvollen Regelverstoß zuständig.

Bei ihr gibt es Gemüse, bei ihm

Pommes rot-weiß.

Der Trennungsvater

Trennungsväter sind mit vielen Vorurteilen

konfrontiert: Sie kümmern

sich angeblich zu wenig um ihren

Nachwuchs, sie übernehmen keine

Verantwortung, sie zahlen kaum Unterhalt.

„Familie ist, wo Kinder sind“

oder „Familie ist, wo aus einem Kühlschrank

gegessen wird“: Mit solch

griffigen Formeln haben sich Politiker

um zeitgemäße Definitionen bemüht,

die auch Formen des Zusammenlebens

jenseits der Ehe einbeziehen.

Dass auch Alleinerziehende

oder nichtverheiratete Eltern heute

als gleichwertige Familien anerkannt

werden, ist gut gemeint, ignoriert

aber die Gruppe der getrennt lebenden

Väter: Auch jene Männer,

die nach einer Scheidung vielleicht

nicht mehr täglich mit ihren Kindern

essen (können), betrachten sich weiterhin

als Teil eines gemeinsamen Familiensystems.

Selbst wenn sie verbittert

in einem überteuerten Apartment

sitzen und sich zu reinen Zahlvätern

degradiert fühlen: Sie haben

sich diese Rolle nicht gewünscht –

und fühlen sich mehr als Väter als jemals

zuvor.

Thomas Gesterkamp entwickelt seine

Väter-Typologie seit Ende der 1990er

Jahre immer wieder weiter. Versionen

davon erschienen in seinen

Büchern „Hauptsache Arbeit?” (1998,

mit Dieter Schnack) und „Die neuen

Väter zwischen Kind und Karriere”

(2010) sowie im Online-Familienhandbuch

des Münchner Staatsin

stituts für Frühpädagogik.

7



Die Kinderdarsteller

und Matrosen von

„Ich war noch niemals

in New York“

freuen sich gemeinsam

mit Dr. Stefanie

Schuster auf die

Spendensammlung


Udo Jürgens bei der

Prmiere in Stuttgart.


Luis Schneiderhan

aus Horb spielt den

Florian im Musical.

8

Titelgeschichte

Zum Inhalt: Es geht um Sehnsucht,

unerfüllte Träume, die Suche nach

einem erfüllten Leben, und dies verpackt

in 23 berühmte Udo-Jürgens-

Hits.

Hat er dabei zugeschaut

oder mitgewirkt?

„Ich war in die Arbeit einbezogen,

wir haben gemeinsam um Qualität

gekämpft. Mehrmals habe ich Gabriel

Barylli getroffen, der den Text

geschrieben hat. Ich habe eng mit

Michael Reed zusammengearbeitet,

unserem musikalischen Leiter, der

lange Andrew Lloyd Webber assistierte.

Und ich war bei vielen

Proben dabei.“

Und ganz sicher ist

diese musikalische

Auslese nicht die

Aufarbeitung seines

Lebenswerkes.

Sein Kopf sprüht

vor neuen musikalischen

Ideen und

der Terminplan ist

prall gefüllt.

„Vielleicht werde ich bei

meinem nächsten Besuch in

Wien, wie in früheren Zeiten, das

Johann-Strauß-Denkmal erklimmen

und ihm einen Strauß Rosen zu

Füßen legen. Ob ich diesen Kraftakt

allerdings noch schaffen werde,

weiß ich nicht so genau“ bedenkt

der 76-Jährige“.

Projekt „Rückenwind“ hilft

kranken Kindern

Im November 2011 hatten Darsteller

und Mitarbeiter des Stage Apollo

Theaters und OB-Gattin Dr. Stefanie

Schuster das Projekt „Rückenwind“

ins Leben gerufen. Es ist ein

Ich war noch niemals

Die Stuttgarter Tage in New York sind gezählt. Die letzte Vorstellung dieses

erfolgreichen Generationen-Musicals ist am 14.10.2012, um 19.00 Uhr,

und man sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen.

fortlaufendes Projekt mit dem Ziel,

Menschen aller Generationen zu unterstützen.

Die Olgäle-Stiftung wurde

bereits mit dem Erlös einer Versteigerung

im Rahmen der Fotoausstellung

von Musicaldarstellern finanziell

unterstützt.

Und wer ist Florian?

Es gibt viele Floriane – 18 hat es bisher

gegeben – und das hat seinen

Grund. Er ist eine der 5 Hauptfiguren

im Musical, hat ein vorgeschrie

benes Maß von

maximal 1,40 Meter

und ein Alter zwischen

10 – 14 Jahren.

Da kann man

schon bald herauswachsen.

In Stuttgart

ist es wieder

so weit. Ein neuer

Florian wird gesucht.

Hiervon hört der elfjährige Luis

Schneiderhan aus Horb-Nordstetten.

Er besuchte mit den Eltern die Vorstellung

und erhält dort eine Broschüre

mit: „Florian gesucht“.

Entgegen der elterlichen Meinung

hält er sich für geeignet, bewirbt sich

und erhält einen ersten Vorstellungstermin.

Nach einigen weiteren

Castings – inzwischen nimmt er Unterricht

in Gesang und Atemtechnik –

muss er seine vielseitige Eignung u.a.

in Sprache, Spiel, Improvisation

und Bewegung

unter Beweis stellen.

Endlich ist es soweit.

Er hat das

Rennen gewonnen.

Es ist eine Intensivaktivitätzwischen

Schule, Proben,

Fahrten zwischen

Stuttgart und


in New York…

Nordstetten inklusive Elterneinsatz

und behördlicher Stress kontrolle.

Sein Schauspielwunsch erfüllt sich,

und das Singen dazu ist auch nicht

schlecht.

„Es ist eine herrliche Zeit. Lustig ist

es hinter der Bühne gemeinsam mit

den anderen. Alle verstehen sich

sehr gut und machen viel Spaß miteinander.

Auf der Bühne muss alles

sehr genau ablaufen. Allerdings einmal,

beim Tor der Fußballweltmeisterschaft

Deutschland/Spanien, hat

jemand mitten in der Vorstellung von

der Bühne gerufen: Deutschland

1:0! Das war schon sehr spannend.

Gern möchte ich weitermachen, vielleicht

Film oder Fernsehen. Es wird

sich sicher etwas ergeben.“

MAXIMALES

• In jeder Show sind 100 Perücken

zu sehen, insgesamt 190 Anfertigungen

für die unterschiedlichen

Besetzungen.

• 6 Maskenbildner sind im Einsatz

• 1000 Kostümteile wurden angefertigt.

Es gibt eine Kostümbibel

mit den kompletten Kostümen jedes

Darstellers in jeder einzelnen

Szene.

• Für die sekundenschnellen Kostüm -

wechsel sind in jeder Show 13

Dresser backstage tätig.

• Requisite der Superlative: ein echtes

Shuffle-Board, Original-Burger

für jede Vorstellung, viele Spezial-

Effekte bis hin zu Zaubertricks.

• Der große Teil des Bühnenbildes

wurde auf mehrere unterschiedliche

Bühnenwagen gebaut, die auf

der Bühne bewegt werden und

schnelle Szenenwechsel ermöglichen.

Lassen Sie sich überraschen...

Alle Fotos © Stage Apollo Theater Stuttgart

Musical-Karten zu gewinnen!

Gewinncoupon auf Seite 66

9


10

Else Mayer

um 1904.

Zu den Gründerinnen:

Else Mathilde Mayer wurde 1891

als „höhere“ Tochter in Pforzheim

geboren. Der Vater Victor Mayer

hatte in Wien das Goldschmiede-

handwerk erlernt und 1890 in Pforzheim

eine Schmuckfabrik gegründet.

Else Mayer wächst in einem

überzeugt katholischen Elternhaus

mit fünf Geschwistern auf und verlässt

die „Luisenschule für höhere

Töchter“ mit dem „Einjährigen“, das

der heutigen „Mittleren Reife“ entspricht.

Sie erlebt den Aufbruch einer

neuen Zeit, der Jugendbewegung

des 20. Jahrhunderts und sie

erlebt den Aufbruch in den Tradi-

Die Else-Mayer-Schule –

Bevor wir die Aktualität ins Licht des Geschehens rücken, eine

kurze Information über die Vorgeschichte. Es ist die Zeit nach

dem ersten Weltkrieg. Die Armut ist weit verbreitet, Hilfe tut

not, Ein Kreis junger Frauen findet sich zusammen, um in ihrer

Begeisterung für die politischen, sozialen und kirchlichen

Erneuerungen und die Impulse der europäischen Frauen bewegung

neue Wege der Hilfeleistung zu finden. Das Ziel ihrer

Vorstellung ist es die dringend notwendige Vorbereitung und

Ausbildung der Frau im Rahmen der Bildungs- und Sozial arbeit

zu aktivieren.

tionen der Kirche. Vor diesem Hintergrund

entsteht der Wunsch, im

Dienst für die Frau den Weg zu einer

neue Art der klösterlichen Gemeinschaft

zu finden.

Alexandra Bischoff wurde 1872 in

Aachen als Tochter des Kommerzienrats

Albert Bischoff geboren und

trat mit 21 Jahren als Chorfrau in

das Postulat des Klosters der Frauen

vom heiligsten Herzen Jesu ein.

Da sie ihre kranke Mutter versorgen

musste, ließ sie sich 1915 vom Vatikan

von ihrem Gelübde entbinden.

Nach Aachen zurückgekehrt erkannte

sie die unzumutbare Unterbringung

und Versorgung der Studentinnen

und hatte die Idee zur

Gründung und Organisation einer

gemeinsamen Schwesternschaft.

Sie reiste nach Rom, wurde von

Papst Benedikt XV. in einer 20-minütigen

Privataudienz empfangen,

trug ihm ihr Anliegen vor und bat

ihn um die Erlaubnis der Gründung

eines neuen Konvents. Glaubt man

der Erzählung, so entließ er sie mit

den Worten: „Dann fangen sie mal

an.“

Die schriftliche Bestätigung erfolgte

durch ein päpstliches Schreiben, in

dem der Heilige Vater der Hoffnung

Ausdruck gibt, dass das zu errichtende

Werk reichliche und tröstliche

Früchte tragen werde, und er spen-

dete den Gründerinnen und all jenen,

welche zum Entstehen und

Wachsen der beabsichtigten Gründung

beitragen werden, als Ermutigung

von Herzen den apostolischen

Segen.

Zusammen mit Else Mayer entwikkelte

Alexandra Bischof als frühere

Ordensfrau und in Kenntnis der Konstitutionen

die umfangreichen Ordensregeln,

die später dem Papst in

französischer Sprache als „Constitutions

de la Societé du Sauveur“

zugeleitet wurden.

Im Jahre 1916 wurde der

„Erlöserbund“ gegründet

Noch während des ersten Weltkrieges

begann man mit dem Aufbau

der Klostergemeinschaft. In umfangreichen

Vortrags- und Sammelreisen

hatte Alexandra Bischoff ein

ansehnliches Kapital zusammengetragen,

das zusammen mit ihrem Privatvermögen

und der ansehnlichen

Mitgift von Else Mayer der neuen

Ordensgemeinschaft den Kauf von

ansehnlichen Immobilien in Breslau,

Bonn, Bad Driburg, Betzdorf und

Köln zur Einrichtung von Studentenheimen,

Damenstiften, Haushaltungsschulen,

und Kindergärten ermöglichte.

Seit der Gründung des

Generaloberin (Äbtissin) Else Mayer 1950.


eine Jahrhundertgeschichte

Ordens war Mutter Else Mayer nach

dem Tode der Mutter Alexandra

Bischof 1963 Generaloberin des

gesamten Ordens. Sie starb am

27. April 1963.

Die Zeiten ändern sich...

...und damit auch die Aktualität von

Strukturen und Bedürfnissen.

Der „Erlöserbund“ hatte in der bisherigen

Form seine Aufgabe erfüllt

und suchte neue Wege. Um ihn zu

erhalten wurden mit Ulrike Fronzek,

Malgorzata Martuszewska, Heidrun

Mohr-Mayer und Ursula Philipp weltliche

Vereinsmitglieder gefunden.

Die restlichen Anteile der GmbH

wurden veräußert und mit dem Erlös

die „Stiftung Else Mayer“ gegründet.

In der Satzung der Stiftung,

die ausschließlich und unmittelbar

gemeinnützige Zwecke verfolgt, wurde

die ursprüngliche Präambel des

Erlöserbundes aufgenommen.

Und nun schließt sich der Kreis

Am 20. Juni 2012 war die offizielle

Eröffnung der „Else Mayer Schule“

in Pforzheim. Zitat aus der Stiftungsurkunde

des Stiftungsvorsitzenden

Dr. Herbert Mohr-Mayer:

„Die Nichte und die Neffen von Frau

Generaloberin Else Mayer sind stolz

und freuen sich sehr, dass die Private

Berufsfachschule für Sozialpflege

in Pforzheim heute den Namen

ihrer Tante erhält und geben

hiermit ihr Plazet.“

Die „Else-Mayer-Schule“

in Pforzheim unter der

Leitung von Dipl. Sozialpädagogin

Andrea

Riegraaf ist eine unabhängige

Private Berufsfachschule

für Sozialpflege

und bildet alleinerziehende

Mütter zur

„Staatlich anerkannten

Alltagsbetreuerin“ aus.

In der Trägerschaft von

Q-Prints@Service wird

sie gefördert durch den Europäischen

Sozialfond und das Sozialministerium

Baden-Württemberg.

Zur Zeit sind 11 Schülerinnen im Alter

von 11 – 40 Jahren in der 3-tägigen

schulischen und 2-tägigen praktischen

Ausbildung. 1/3 der Schülerinnen

sind ohne Schulabschluss,

75% ohne Berufsabschluss.

Die zweijährige Ausbildung in Teilzeit

endet mit der Abschlussprüfung

zur „Staatlich anerkannten Alltagsbetreuerin“,

durch die gleichzeitig

der Hauptabschluss erworben werden

kann.

Wunsch der Schulleitung: „Es wäre

nützlich, mehr Ausbildungseinrichtungen

für die praktische Ausbildung

zur Verfügung zu haben.“

Und im Blick auf die Zeit

Noch immer steht die Frau bei dem

Thema „Else Mayer“ im Fokus der

„Entwicklungshilfe“.

Waren es vor 100 Jahren die Rahmenbedingungen

für die Gipfelstürmer

der geistigen Elite, so sind

es heute die helfenden Hände für all

die Frauen, die im Getümmel der Erfolgreichen

verloren gehen. Und

morgen?

� Mutter Else mit

zwei Schwestern

im Bonner Klostergarten

1925.

� Einweihung der

Else-Mayer-Schule

in Pforzheim:

Ulrike Frontzek,

Heidrun Mohr-

Mayer, Ute Hötzer,

Geschäftsführerin

Q-PRINTS & Service

eg GmbH,

Andrea Riegraf,

Schulleiterin (v.l.n.r.).

� Oberin Anita

Pöppelbaum

mit Dr. Herbert

Mohr-Mayer,

Bonn 2005.

11


Barbara Gerstenäcker

Regisseurin „Eulenspiel“

Fotos:

Winfried Reinhardt

12

Das Seniorentheater Pforzheim:

Lange Zeit waren „Fingerübungen“ der EULEN im Rahmen

szenischer Collagen unter der Leitung der Regisseurin Barbara

Gerstenäcker die Vorbereitung. Jetzt war es endlich soweit.

Senioren spielen Theater im Osterfeld. Ein Theaterstück hatte

Premiere, und alle, alle kamen.

Auf der Bühne standen 11 Senioren

im Alter zwischen 61 und 84 Jahren

und stellten unter Beweis, dass

man sehr wohl in der Lage ist, Textpotentiale

zu lernen, zu behalten

und auf den Punkt genau zu interpretieren.

„Knock oder der Triumph

der Medizin“, eine schwarze Komödie

und Ärztesatire von Jules

Romains, geschrieben im Jahre

1923, gab den Schauspielern und

der Regie köstliche Möglichkeiten,

Die EULEN

spielen Theater

den Witz und die Bissigkeit des

Stückes charmant zu vermitteln und

die einzelnen Charaktere und Typen

überzeugend darzustellen.

St. Moritz, der Ort der Handlung,

bot ein themengerechtes Umfeld für

den Inhalt des Stückes, das in die-

ser sehr glaubhaften und überzeugend

dargestellten Weise erkennen

lässt, dass mit dem geschickten Verkauf

von Krankheit eine Menge

Geld zu verdienen ist. Da profitieren

der Arzt, der Apotheker und

alle, die an diesem beschaulichen

Ort adäquate Dienstleistungen anzubieten

haben.

Man kann hoffen, dass dies der Anfang

einer langen Reihe von Auffüh -

rungen ist, sowohl in der Wiederholung

des bestehenden als auch in

der Erarbeitung neuer Stücke.

Darsteller des Stückes waren:

Ursula Berghald, Monika Bernecker,

Katalin Erat, Hansjörg Hähnle,

Bianca Hausch, Dieter Hemminger,

Claudia Lang, Edeltraud Linder,

Ruth Mikkelsen, Heide Sommer,

Rudolf Stolze.


vhs bietet Bildung

für alle Generationen

Das Programm der Volkshochschule Pforzheim-Enzkreis

umfasst im Semester Herbst/Winter 2012 weit über tausend

Kurse und Einzelveranstaltungen für den Zeitraum von September

bis Januar. Dieses umfassende Angebot macht die

Volkshochschule zur größten Weiterbildungseinrichtung in

der Region Nordschwarzwald. Semesterbeginn für das neue

Programm ist am Montag, 24. September 2012.

Die meisten der über tausend Veranstaltungen

richten sich an Teilnehmer

aller Altersgruppen, die

Volkshochschule hat aber auch spezielle

Angebote für ältere Menschen

im Programm. Die Schwerpunkte liegen

hier in den Bereichen EDV und

Internet, Gymnastik und Sprachen.

Wer in das Programmheft der Volkshochschule

Pforzheim-Enzkreis

schaut, bekommt eine beeindrukkende

Vielfalt an

Sprachkursen geboten.

„Wir bieten

über 400 Kurse in

25 Sprachen an.

Das Spektrum

reicht vom intensivenKleingruppenkurs

über berufsbezogene Einheiten

bis hin zu Konversationskursen

auf höchstem Niveau“, erläutert

vhs-Sprachenreferentin Regina Ti-

vhs

telius das Angebot. Die

Vielfalt reicht von A wie

Arabisch bis zu U wie

Ungarisch, von Englisch

mit rund hundert verschiedenen

Angeboten

bis hin zu Georgisch, das

mit einem Kurs im vhs-Programm

steht. Viele Sprachkurse werden von

Muttersprachlern geleitet, die neben

den Sprachkenntnissen auch ihren

kulturellen Hintergrund in den Unterricht

einbringen.

Sprachen kommt sowohl in

einem zusammenwachsenden

Europa als

auch in einer durch

die Globalisierung

immer enger zusammenrückenden

Welt eine zentrale Bedeutung

zu. Deshalb finden

sich im vhs-Kursange-

bot neben den stark

nachgefragten Sprachen

auch seltener

gelernte Sprachen

wie Chinesisch, Japanisch

oder Russisch.

Der zahlenmäßige

Schwerpunkt liegt aber auf den

Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch,

Italienisch und Spanisch.

Hier gibt es auch spezielle

Angebote für Teilnehmer,

die eine Fremdsprache

aus beruflichen

Gründen erlernen wollen

oder beispiels -

weise einen international

anerkannten

Cambridge-Abschluss anstreben.

Durchaus typisch für das Sprachenlernen

an der vhs ist aber auch der

generationenüber greifende Charakter,

wenn der 20-Jährige gemeinsam

mit seiner 70-jährigen Nebensitzerin

im Wörterbuch nach der

richtigen Vokabel sucht.

Weitere Informationen zu

den Kursen gibt es bei der

Volkshochschule in der

Zerrennerstraße 29, Tel.

(0 72 31) 3 80 00 oder

auch im Internet unter:

www.vhs-pforzheim.de.

Volkshochschule Pforzheim-Enzkreis GmbH

Bildung für alle Generationen

Haben Sie noch Fragen?

Eine individuelle persönliche Beratung

ist bei uns selbstverständlich.

Am Montag, 24.09.2012

ist Semesterbeginn!

� Das vhs-Programm erscheint Anfang September! �

Zerrennerstr. 29, 75172 Pforzheim • Telefon: 07231 38000

E-Mail: info@vhs-pforzheim.de • Internet: www.vhs-pforzheim.de


14

BAUVORHABEN DER REGION:

Wohnen mit Service

Das Konzept der STADTBAU Pforzheim GmbH

Im neuen Wohngebiet Tiergarten im Pforzheimer Süden entstehen

zurzeit 76 barrierefreie Eigentumswohnungen. In naturund

zugleich zentrumsnaher Lage ist ein bundesweit einzigartiges

Bebauungsprojekt entstanden, das die vielfältigen Aspekte

von Wohnen, Architektur und Natur sowie Individualität und

Gemeinschaft auf besondere Weise in Einklang bringt.

Das Areal der ehemaligen Buckenbergkaserne

grenzt im Süden an den

Forst Hagenschieß. Die Nähe zur

Natur und die gute Anbindung an

die Stadt Pforzheim bzw. an das angrenzende

Einkaufszentrum im Norden

bildet die Qualität des Standorts.

Die 76 Wohnungen sind verteilt auf

4 kubische Gebäude. Unter den Gebäuden

befindet sich eine gemeinsame

Tiefgarage mit 60 Stellplätzen.

Akzente setzen die versetzt angeordneten

kubischen Loggien, in Kom-

bination mit darüberliegenden Balkonen.

Der Freiraum zwischen und

vor den Gebäuden ist offen begrünt

und wird eins mit dem öffentlichen

Raum der angrenzenden Parklandschaft.

Sämtliche Wohnungen werden barrierefrei

ausgeführt. In den Häusern

3 und 4 befinden sich im Erdgeschoss

2- und 3- Zimmer Wohnungen,

die speziell auf die Bedürfnisse

von Rollstuhlfahrern abgestimmt sind.

Das Wohnen mit Service bedeutet im

Tiergarten, dass Sie in Ihrem individuell

gestalteten, persönlichen Ambiente

leben und dabei Serviceangebote

annehmen können wie in

einem Hotel. Für die Serviceleistungen,

die bis zur Pflegestufe II reichen

können, konnte die STADTBAU

Pforzheim GmbH das Unternehmen

Schauinsland gewinnen.

Bestimmte Grundleistungen, wie z.B.

ein Concierge-Service, ein Notruf,

Beratungsleistungen, Fitnessange bote

oder Feierlichkeiten sind in der obligatorischen

Betreuungspauschale enthalten.

Das bietet Sicherheit, denn

Sie haben Hilfe auf Abruf und Versorgung

bei Bedarf.

Mit dem Bau der 4 Gebäude wurde

mit dem Spatenstich am 15.12.2011

begonnen. Die Gebäude werden im

Frühjahr 2013 fertig gestellt sein, so

dass sämtliche Wohnungen an die

neuen Eigentümer übergeben werden

können.

Die Wohnflächen reichen von 55

m² – 140 m² und die Zimmeranzahl

von 2 – 4 Zimmern. Bei dieser vielfältigen

Gestaltung finden auch Sie

Ihre individuell passende Wohnung!

Nähere Informationen zum Wohnen

mit Service erhalten Sie bei:

STADTBAU Pforzheim GmbH

Frau Karin Günther

Schlossberg 20

75175 Pforzheim

Tel.: 0 7231/393135

karin.guenther@stadtbau-pforzheim.de


Wohnen

mit Service

Ein Konzept für Wohnen im Alter

des Tiergarten Pforzheim

• Naturnahes Wohnen in außergewöhnlicher Umgebung

• 2–4,5 Zimmer Wohnungen mit Loggia, Balkon oder Terrasse

• Barrierefreiheit, teilweise behindertengerecht

• Exklusive Penthauswohnungen

• Aufzug

• KfW 70 Standard (EnEV 2009)

• Einkaufsmöglichkeiten vor der Haustür

• 60 Tiefgaragenstellplätze

• Angebot an Service- und Pfl egeleistungen

Konversionsgesellschaft

Buckenberg mbH

tiergarten

Ihr Ansprechpartner für

den Kauf einer Wohnung

Karin Günther

Stadtbau GmbH Pforzheim

Telefon 07231 39 31 35

karin.guenther@stadtbau-pforzheim.de


Die drei organisch geformten

Baukörper

kontrastieren auf reizvolle

Weise mit der

Gründerzeit-Architektur

des August-Kayser-

Gebäudes sowie mit

dessen geradlinigem,

modernem Anbau des

Olympiastadion-

München-Architekten

Günter Behnisch.

16

Bild unten:

Die Lage am Südstadthang

Pforzheims

eröffnet einen weiten

Blick über das Enztal.

BAUVORHABEN DER REGION:

Wohnen mit Service in Pforzheims

Auf dem sanft geneigten Grundstück zwischen Kantstraße und Dennachstraße entstehen

in „Rufweite“ des Seniorenzentrums August-Kayser-Stiftung 30 Eigentumswohnungen

mit jeglichem Komfort. Ideal für alle, die einen perfekt geschnittenen

Wohnsitz oder eine verlässliche Kapitalanlage suchen.

Prägendes Prinzip: barrierefrei

wohnen mit Service-Plus

Jede der Wohnungen (52 – 121 qm

Wohnfläche) hat einen Balkon oder

eine Terrasse und ist selbstverständlich

per Aufzug erreichbar.

Einige der Wohnungen sind behindertengerecht

ausgebaut und für

Rollstuhlfahrer geeignet. Die großzügig

geschnittene Tiefgarage im

Kellergeschoss ist von allen drei Baukörpern

aus über die Aufzüge erreichbar.

Ein wichtiger Aspekt: Die zukünftigen

Bewohner profitieren je nach

Bedarf von der Nachbarschaft mit

der August-Kayser-Stiftung: Sei es

beim Besuch der Cafeteria oder des

Gartens, seien es die zahlreichen

Dienstleistungen, die von der Un-

terstützung im Alltag bis hin zur pflegerischen

Betreuung reichen.

So stehen beispielsweise Plätze für

die Tagespflege zur Verfügung, „Essen

auf Rädern“ kann geliefert, hauswirtschaftliche

Dienste können geleistet

werden.

Alles kein „Muss“, sondern Angebote,

die nach Wunsch gegen Berechnung

in Anspruch genommen

werden können. In jedem Fall beschert

die gute Nachbarschaft zur

August-Kayser-Stiftung ein Plus an

Sicherheit und Geborgenheit.

Verlässliche Partner

Initiatoren des Projekts sind die August-Kayser-Stiftung

und die Baugenossenschaft

Arlinger. Arlinger hat

bereits zusammen mit dem Paul-Ger-


ester Südstadtlage

Der Vorstand des Fördervereins begrüßt und unterstützt dieses innovative Projekt (v. l. n. r.

Hans-Carl Gerstung, Jürgen Berges, Dr. Thomas Haug).

hardt-Seniorenzentrum ein ähnliches

Projekt realisiert, das auf

begeisterte Resonanz stieß.

Im Laufe des Frühjahrs 2012

soll für das Projekt Service-

Wohnen August Kayser der erste

Spatenstich erfolgen, im

Sommer 2013 werden die

Wohnungen bezugsfertig sein.

Alle Grundrisse sind übrigens

Wir werden

alle älter.

Aber unsere Ideen

nicht.

A r l i n g e r

Baugenossenschaft

noch variabel. Wer sich für das

Projekt interessiert, kann eine

ausführliche Projektbeschreibung

samt Kaufpreisen anfordern.

Ansprechpartner: Wolfgang

Glatz von der Baugenossenschaft

Arlinger, Telefon 07231-

94 62-11, E-Mail: w.glatz@

arlinger.de

Altenhilfeeinrichtung

August-Kayser-Str.23 • 75175 Pforzheim

Telefon 07231/9660-0 • Fax 07231/650032

info@august-kayser-stiftung.de

www.august-kayser-stiftung.de

AUGUST-KAYSER -

STIFTUNG

Wir bieten

die persönliche Betreuung

und umfassende Pflege

nach individuellem Bedarf

• Tagespflege

• Kurzzeitpflege

• Stationäre Pflege

„6000er-DSL für meinen Highspeed-Laptop –

die Arlinger-Leute verstehen was von

seniorengerechtem Wohnen.“

www.arlinger.de Josef Straka, Arlinger-Mieter seit 1971


18

BAUVORHABEN DER REGION:

Hochhäuser sind wieder cool!

Pforzheimer Bau und Grund GmbH informiert

Ein jegliches hat seine Zeit und alles Vorhaben unter dem Himmel

hat seine Stunde. Die Bau- und Wohnwelten befinden sich

im Wandel. In den 1970er Jahren zogen viele auf das Land.

Benzin war billig, das Bauland erschwinglich und die Landluft

gesünder als die Stadtluft. Dieser Trend kehrt sich nun wieder

um. Die Städte sind attraktiver als das flache Land.

Benzin ist teuer geworden und die

Nahversorgung in den ländlichen

Gebieten ist vielfach gar nicht mehr

vorhanden. Die Politik zögert zwar

noch: Aber auch die Zukunft von

vielen Krankenhäusern ist stark gefährdet.

Mittlere Städte, wie etwa

Pforzheim, locken wieder die Menschen

an. Hier gibt es alles, was

das Herz begehrt und Stadtluft

macht bekanntlich frei.

Und gerade der Anteil der älteren

Menschen in der Stadt wird ständig

größer. Vorrangiges Ziel älterer

Leute ist es, möglichst lange in

einem eigenen Haushalt wohnen

zu bleiben. Die Pforzheimer Bau

und Grund GmbH versucht, ihren

Mietern das möglichst lange und

selbständige Wohnen im eigenen

Haushalt zu ermöglichen. Natürlich

bieten wir auch Zuzüglern aus

dem Umland gerne altersgerechten

Wohnraum an. Modern und bezahlbar

muss es sein.

Während in Asien und Nordamerika

das Wohnen im Hochhaus als

Luxus angesehen wird, fehlte dieser

Form des Lebens in der Vertikalen

in Deutschland lange Zeit die

Akzeptanz. Noch in diesem Jahr

werden wir mit der Modernisierung

der Güterstraße 30 beginnen, ei-

nem unserer Hochhäuser, das direkt

neben dem Landratsamt „beheimatet“

ist. Bauland in der Stadt

ist knapp und daher extrem teuer.

Aus diesem Grunde können wir

nicht nur Neubauten errichten, sondern

konzentrieren uns auch auf

das altersgerechte Modernisieren

bestehenden Wohnraumes.

Mit der Aufzugsanlage wird die

Güterstraße 30 gerade für ältere

Menschen ein attraktives Gebäude

sein. Die Schnittstelle zwischen

Innen- und Nordstadt bietet vielfältige

Möglichkeiten. Fußläufig

können die Geschäfte, der Bahnhof,

die Fußgängerzone sowie die

Ärzte und Apotheken erreicht werden.

Foto: © shutterstock

An dieser exponierten Stelle wollen

wir in Zusammenarbeit mit der

Deutschen Energieagentur (DENA)

ein Leuchtturmprojekt verwirklichen.

Die neue Wärmedämmung sowie

der Anschluss an das ökologisch

wichtige Fernwärmenetz der Stadtwerke

und zeitgemäße Fenster werden

zu einer dramatischen Senkung

der Energiekosten führen. Wir

werden den Niedrigenergiestandard

erreichen.

Ein echtes Highlight sind die zwei

neuen Wohnungen, die auf dem

Dach entstehen werden, dem zukünftigen

8. Stock. Die Aussicht

über die Stadt wird gigantisch sein.

Insbesondere das Lichtermeer in

der dunklen Jahreszeit dürfte für

die zukünftigen Bewohner unvergesslich

bleiben.

Auch in den weniger exponierten

Wohnungen werden die Mieter das

ungestörte urbane Leben mit allen

seinen Vorzügen und Facetten genießen

können.


Wellnesstag für die Senioren

im Schauinsland Tiefenbronn

In regelmäßigen Abständen sorgen die

Mitarbeiter des Hauses Schauinsland

Tiefenbronn für besondere Ereignisse. Ein

Genießertag für die Bewohnerinnen und

Bewohner wurde zuletzt kreiert.

In einem angenehm duftenden

Handbad wurden die Hände

angewärmt und für eine wohltuende

Handmassage mit pflegenden

Ölen vorbereitet. Anschließend

gab es zum verwöhnen

der Gesichtshaut der


Seniorinnen – und der Senioren!

– eine hautpflegenden

Maske. Auch die Augen und

der Gaumen kamen nicht zu

kurz. Diese beglückte selbstgemachte

Erdbeer-Buttermilch

und Erdbeerkuchen, gefolgt von

Erdbeersekt. „Wir freuen uns

schon aufs nächste Mal“ war

der Kommentar einer Bewohnerin

auf die Frage, wie ihr das

Programm gefallen hat.

Möchten Sie das Haus Schauinsland

in Tiefenbronn kennenlernen?

Sie haben jederzeit die

Gelegenheit einer Besichtigung.

Eine Voranmeldung ist nicht unbedingt

erforderlich, wäre jedoch

wünschenswert, damit wir

genügend Zeit für Sie haben.

Sie erhalten dann alle wichtigen

Informationen zum Haus,

die pflegerische Versorgung

und die Kosten.

Für Fragen stehen Ihnen Andreas

Fuchs (Heimleitung) und

Sabine Wrobel (Pflegedienstleitung)

unter folgender Adresse

gerne zur Verfügung:

Haus Schauinsland

Tiefenbronn,

Maria-Magdalena-Str. 6,

Tel. 0 72 34/9 46 35 - 0.

���������������������

�����������������

������������������ �����������������


��������������������

���������������

��������������� ���������������

� �

��������������������

Das soziale Netzwerk in Pforzheim und Enzkreis

��������������������������

� ���������������������������������


��������������������������������������

���� ������������ ��� �������������

���������������������� � ��������������������������


���������������� ��������������

��� ����������������������������

� ������������

�������������������

������������

������������������������������������������

�����������������������������


Professor Dr. Georg

Adler, Psychiater

und Psychotherapeut.

Foto: Sven Cichowicz

20

Im November 1901 notierte der

Psychiater und Neuropathologe

Alois Alzheimer ein Gespräch, das

er mit seiner Patientin Auguste Deter

führte:

Arzt:: „Wie heißen Sie?“

Patientin: „Auguste“.

Arzt: „Familienname?“

Patientin: „Auguste.“

Arzt: „Wie heißt ihr Mann?“

Patientin zögert, antwortet schließlich:

„Ich glaube... Auguste.“

Arzt: „Ihr Mann?“

Patientin: „Ach so.“

Arzt: „Wie alt sind Sie?“

Patientin: „51.“

Arzt: „Wo wohnen Sie?“

Patientin: „Ach, Sie waren doch

schon bei uns.“

Arzt: „Sind Sie verheiratet?“

Patientin: „Ach, ich bin doch so verwirrt.“

Arzt: „Wo sind Sie hier?“

Patientin: „Hier und überall, hier und

jetzt, Sie dürfen mir nichts übel nehmen.“

Arzt: „Wo sind Sie hier?“

Patientin: „Da werden wir noch wohnen.“

Arzt: „Wo ist Ihr Bett?“

Patientin: „Wo soll es sein?“

Zu Mittag isst Frau Auguste D.

Schweinefleisch mit Karfiol (Blumenkohl)

Arzt: „Was essen Sie?“

Patientin: „Spinat.“ (Sie kaut das

Fleisch)

Arzt: „Was essen Sie jetzt?“

Patientin: „Ich esse erst Kartoffeln und

dann Kren.“

Arzt: „Schreiben Sie eine fünf.“

Patientin schreibt: „Eine Frau“

Arzt: „Schreiben Sie eine Acht.“

Patientin schreibt: „Auguste“ und sagt

wiederholt: „Ich habe mich sozusagen

verloren“.

(Auszug aus dem Krankenblatt

von Auguste D.)

Die Patientin war in die „Städtische

Anstalt für Irre und Epileptische“ in

Demenz – das Rheuma des

Früherkennung

Frankfurt gebracht worden, weil sie

sich innerhalb weniger Monate gravierend

verändert hatte: eifersüchtig

geworden, selbst einfachste Haushaltsarbeiten

waren ihr nicht mehr

möglich, Gegenstände, versteckte sie,

zeitlich und örtlich war sie nicht mehr

orientiert, ständig fühlte sie sich verfolgt

und behelligte ihre Nachbarn.

Ihre Stimmungen wechselten zwischen

Angst, Misstrauen, Ablehnung

und Weinerlichkeit. Alzheimer kannte

solche verwirrten Patienten – aber

immer waren es alte Menschen gewesen.

Auguste Deter war erst 51,

das ließ ihn aufmerksam werden und

ihm wurde in vielen Befragungen das

ganze Ausmaß ihrer schweren geistigen

Verwirrung offenbar. Als Auguste

Deter fünf Jahre später starb

ließ sich der Arzt Krankenakte und

Gehirn schicken. Der Akte war zu

entnehmen, dass sich ihr Geisteszustand

massiv weiter verschlechtert

hatte. Die mikroskopische Untersuchung

des Gehirns ergab in der gesamten

Hirnrinde flächenweise abgestorbene

Nervenzellen und Eiweißablagerungen,

sog. Plaques.

Alzheimer nannte es: „die Krankheit

des Vergessens“.

In Deutschland leiden heute bereits

mehr als 1,2 Mio. Menschen an Demenz,

jährlich werden rd. 200.000

Neuerkrankungen festgestellt und jeder

Fünfte über 85-Jährige wird mit

diesem Schicksal konfrontiert sein –

eine große Herausforderung für Patienten,

Angehörige, Pflegende, ja

der gesamten Gesellschaft. Alzheimer

Demenz ist in Deutschland –

nach dem Krebs – die Diagnose, die

die meisten Ängste wachruft. Doch

Angst ist ein schlechter Ratgeber!

Sinnvoll ist es, der Angst mit fundierter

Information zu begegnen. Der

niedergelassene Öschelbronner Arzt

Dr. med. Dr. phil. Dieter Kissel lud

den renommierten Wissenschaftler

Professor Dr. Georg Adler (Psychiater

und Psychotherapeut, Vorstands-

mitglied der Alzheimer Gesellschaft

Rheinland-Pfalz und Professor am Institut

für Studien zur Psychischen Gesundheit

(ISPG) an der Universität

Heidelberg-Mannheim) zu einem öffentlichen

Fachvortrag „Früherkennung

und Vorbeugung von Alzheimer

Demenz“ am 14. Juli 2012 ins

Johanneshaus Öschelbronn ein.

Professor Adler stellte zu Beginn seines

Vortrages eine Plattform allgemeiner

Grundlagen zum Thema vor.

So zeigt sich eine Demenz durch

verschiedene Merkmale, nämlich alltagsrelevante

Störungen des Gedächtnisses

und der geistigen Leistungsfähigkeit,

die seit mindestens

sechs Monaten und auch bei klarem

Bewusstsein bestehen. Die Ursache

für eine Demenz ist zu rd. 65 % die

Alzheimer’sche Krankheit gefolgt

von Mischformen aus Alzheimer und

Durchblutungsstörung (20%), Durchblutungsstörungen

(10%) und sonstigen

Ursachen (5%).

Was geschieht bei einer Demenz

im Gehirn?

Vereinfacht gesagt ist Demenz „das

Rheuma des Gehirns“ (Zitat Adler),

bei dem eine toxische Substanz (beta-Amyloid)

die Zellen so schädigt,

dass Plaques entstehen. Dadurch

wird eine Störung im Stoffwechsel

des tau-Proteins ausgelöst, die die

Ursache für Fibrillen im Gehirn sind.

Diese Veränderungen betreffen vor

allem die Schläfenlappen des Gehirns,

in denen Gedächtnis und

Sprache „beheimatet“ sind.

Risikofaktoren, Schutz- und

Präventionsmaßnahmen

Wenn bestimmte physische Eigenschaften,

genetische Voraussetzungen

oder Umweltkonstellationen vorliegen,

besteht die erhöhte Wahrscheinlichkeit,

an Demenz zu erkranken.

Risikofaktoren können auslösend

wirken – müssen es aber

nicht. Trotzdem ist es gut, die Risikofaktoren

zu kennen, um vorzu-


Gehirns

und Vorbeugung der Alzheimer Demenz

beugen. Risikofaktoren sind u.a. das

Alter, Geschlecht, die familiäre Veranlagung

oder niedrige Bildung,

aber auch Rauchen, Bluthochdruck,

Diabetes, Übergewicht, Hypercholesterinämie

und Hyperhomocysteinämie.

Manche dieser Faktoren lassen

sich nicht ändern (Alter, Geschlecht,

familiäre Disposition). Andere

dagegen schon: eine bewusste

Lebensführung mit gesunder Ernährung

und körperlicher Aktivität

verhindert Übergewicht oder hilft es

zu verlieren. Rauchen kann man aufgeben,

Diabetes, Hypercholesterinämie,

Hyperhomocysteinämie und

Bluthochdruck behandeln lassen.

Ein geringeres Risiko an Demenz zu

erkrankten haben Menschen mit einer

(höheren Schul-) Bildung, die es

gewohnt sind, geistig rege zu sein,

sich ausgewogen zu ernähren und

körperlich zu betätigen. Auch blutdruck-

und blutfettsenkenden Mitteln

(Antihypertensiva und Statine) wird

eine Schutzfunktion zugeschrieben.

Andere Präventionsmaßnahmen wie

Hormonersatztherapien, nicht-steroidale

Antirheumatika, Vitamine (E,

C, B1, B6, B12) werden nicht empfohlen

bzw. kontrovers diskutiert (z.B.

Azetylcholinesterasehemmer oder

auch ein mäßiger Rotweingenuss).

FACIT-Studie – ein erfolgreiches

Demenz-Präventionsprojekt

In den Niederlanden wurde von

1999 bis 2004 eine Studie an insg.

818 Personen zwischen 50 und 70

Jahren durchgeführt. Alle Probanden

litten unter erhöhten Homocysteinwerten

und wurden doppelblind

mit 800 ug Folsäure pro Tag bzw.

Placebo behandelt. Vor und nach

der Studie wurde die kognitive Leistungsfähigkeit

der Studienteilnehmer

untersucht. Das Ergebnis: Bei

den mit Folsäure behandelten Patienten

waren Gedächtnisleistung

und Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit

höher als in der Kontrollgruppe.

Professor Adler sprach die Empfehlung

aus, sich seinen Homocysteinwert

bestimmen zu lassen und

erhöhte Werte z.B. durch die Gabe

von Folsäure zu therapieren.

Denn erhöhte Homocysteinwerte im

Blut, eine sogenannte Hyperhomocysteinämie,

schädigt nicht nur Herz

und Blutgefäße sondern ist auch ein

Risikofaktor für die Entwicklung einer

Demenz.

Wie eine Demenz möglichst verhindert

werden kann, dazu gibt es

inzwischen viele Überlegungen

aber noch sehr wenig kontrollierte

Studien, denn diese erfordern lange

Beobachtungszeiträume und eine

strenge Randomisierung. Auch

spielen Faktoren wie der soziale

Status, die Bildung und das persönliche

Gesundheitsverhalten eine

Rolle. Was jedoch empfohlen wird

und prinzipiell von jedermann

durchgeführt werden kann, ist: vaskuläre

Risikofaktoren (Bluthochdruck,

erhöhte Blutfettwerte, Diabetes

etc.) unbedingt ärztlich behandeln

lassen und auch selbst aktiv

am Gesundheitsverhalten arbeiten,

z.B. das Rauchen aufgeben,

Übergewicht durch moderates, regelmäßigesBewegungs-/Sporttraining

abbauen usw. Und die geistige

Fitness muss ebenfalls trainiert

werden, denn Störungen des Gedächtnisses

oder der geistigen Leistungsfähigkeit

sind medikamentös

nur eingeschränkt zugänglich wohingegen

es ernstzunehmende Hinweise

dafür gibt, dass geistige Aktivität

Auftreten und Fortschreiten

der Alzheimer Demenz hinauszögern

kann: Bei gut gebildeten Menschen

sind die neurobiologischen

Veränderungen zum Zeitpunkt der

Diagnosestellung „Alzheimer-Krankheit“

schon weiter fortgeschritten als

bei schlechter gebildeten. Möglicherweise

können gute Ausbildung

und stete geistige Aktivität die krankheitsbedingten

Leistungsausfälle länger

kompensieren.

Kreuzworträtsel lösen, Sudoku spielen,

alle fünf Jahre ein neues Instrument

oder eine neue Sprache lernen,

alteingespielte Routinen verlassen und

neue Wege gehen – man kann sich

auf viele Arten geistig in Bewegung

halten. Für Alzheimer-Patienten gibt

es drei unterschiedliche Vorgehensweisen

für ein Training der geistigen

Leistungsfähigkeit bei Alzheimer-Patienten:

Allgemein-aktivierende Verfahren

aktivieren Inhalte des Langzeitgedächtnisses(„Erinnerungstherapie“),

kompensatorische Verfahren

vermitteln Tricks und Techniken, mit

denen Gedächtnisstörungen ausgeglichen

werden sollen; restaurative

Verfahren, die durch stetes Üben Gedächtnisleistungen

steigern.

Adlers „Institut für Studien zur Psychischen

Gesundheit ISPG“ entwikkelt

und erprobt zusammen mit dem

Mannheimer Unternehmen Dynamikos

GmbH Untersuchungs- und Trainingsverfahren

für Gedächtnis und

geistige Leistungsfähigkeit. So wurde

z.B. mit der Karin-Nolte-Stiftung

ein Spiel zur geistigen Fitness entwickelt:

Kogifit, das die räumlich-bildliche

Merkfähigkeit verbessern helfen

soll. Kogifit wurde sowohl bei ambulant

wie stationär behandelten Demenzpatienten

untersucht und lässt

sich überall gut in den Alltagsablauf

integrieren. (Bezugsquelle: Dynamikos

GmbH, Friedrichplatz 12,

68165 Mannheim, www.dynamikos.de)

„Mens sana in corpore sano“

Dieses Zitat, das dem römischen

Dichter Juvenal zugeschrieben wird,

bringt es letztlich auf den Punkt: Wer

seinen Körper gesund und fit erhält,

schafft gute Voraussetzungen, dass

es sein Geist auch (lange) bleiben

kann.

Autorin: Ursula Weidmann, Case

Manager DGC/Kommunikationswirt

BAW, Sozialdienst Johanneshaus

Öschelbronn (Texte in kursiv).

Ursula Weidmann,

Sozialdienst Johanneshaus

Öschelbronn

21


„Die Erinnerung ist das Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.“ Nun ja,

nicht immer ist die Erinnerung ein Paradies. Aber man sollte da sehr genau die Spreu vom

Weizen trennen. Das ist nicht immer einfach, und häufig bringt uns das Wort „verdrängen“

in Schwierigkeiten. Aber ganz sicher spielt es schon eine Rolle, wie beide, die Lichtoder

Schatten bereiche der Erinnerung, in der alltäglichen Gegenwart ihren Platz finden.

Besteht nicht auch die Möglichkeit, im Laufe der Zeit mit dem Strahlen der lichtvollen Zeiten

die belastende Dunkelheit der Schattenbereiche aufzuhellen? Das hat dann nichts mehr

mit Verdrängen zu tun. Suchen wir einen neuen Stellenwert für die Schattentage unseres

Lebens, betrachten wir sie als Lehrmeister, um neue Wege zu finden, hilfreiche Kräfte und

Gedanken zu entwickeln und an den Forderungen weiter zu wachsen. Ja, und dann werden

diese Schatten zu Überlebenskräften, haben ihren sinnvollen Auftrag und erheben sich

aus der Dunkelheit zu einem starken Lebenshelfer.

AUGUST-KAYSER-STIFTUNG

Die erste große Liebe ist ein heikles

Thema. Viele wollen diese Erinnerungen

für sich behalten oder es fällt

ihnen schwer, darüber zu sprechen.

Trotz allem haben sich ein paar wenige

unserer lieben Bewohner und

Bewohnerinnen dazu bereit erklärt,

uns ihre wundervollen Geschichten

zu erzählen, um sie mit Ihnen und

uns zu teilen.

Freundinnen fürs Leben

Meine erste große Liebe heißt Elisabeth,

von mir immer Lieschen genannt

und ist bis heute meine beste

Freundin. Lieschen ist ein herzens-

guter Mensch. Ich habe sie damals

bei der Arbeit kennengelernt, da wir

am selben Tag angefangen haben.

Wir haben immer sehr viel Zeit miteinander

verbracht, zusammen gekocht

oder sind spazieren gegangen.

Sie war immer für mich da und

hat versucht mich aufzumuntern,

wenn es mir schlecht ging. Sie hat

mich immer wieder aufgebaut. Auch

nach der Scheidung von meinem

Mann, nach der ich sehr traurig war,

hat sie mich dazu gebracht, mich

aufzurappeln und mit ihr wegzugehen.

Ich hatte immer sehr viel Spaß mit

Lieschen, wir haben uns einmal chic

Meine erste

gemacht und ganz fein herausgeputzt,

haben Schuhe mit Backsteinabsätzen

angezogen und sind dann

ganz stolz durch die Stadt gelaufen.

Als ich meine Tochter bekommen habe,

stand sie die ganze Zeit vor der

Tür und hat gewartet. Sie war die

erste Person, die das Baby in Händen

gehalten hat.

Heute habe ich immer noch Kontakt

zur ihr. Wir schreiben uns Briefe,

und ich denke sehr oft an mein liebes

Lieschen.

A. M., Bewohner/in, 60 Jahre alt

Unter’m Maibaum

Ich lernte meine zukünftige Frau

1971 unter dem Maibaum beim

Maifest kennen. Ich saß an einem

Tisch mit einer Tasse Kaffee und einem

Stück Kuchen, als sie vorbei

ging und mir „Guten Appetit“

wünschte. Danach habe ich sie an

meinen Tisch eingeladen und wir

machten uns bekannt. Ihr Name war

Eva. Als die Musik einen Walzer

spielte, bat ich sie um einen Tanz.

Wir haben uns besser angefreundet

und sind dann zusammen an den

Strand hinunter. Dort war unser

erster Kuss, mit dem unsere Liebe

begann und wir glücklich waren.

Daraufhin sind wir noch zusammen

zum Abendessen gegangen.

J. W., Bewohner/in, 65 Jahre alt

Junges Fräulein, darf ich bitten?

Als ich meine erste große Liebe kennengelernt

habe, war ich gerade

einmal 14 Jahre alt. Auf meinem

morgendlichen Schulweg ist mir jeden

Tag ein junger Mann mit seinem

Vesper entgegen gekommen. Wir

sind lange Zeit ohne etwas zu sagen

aneinander vorbeigegangen,

aber eines Morgens hat er mir hinterher

gepfiffen und mich mit Fräulein

angesprochen. Er wollte wissen,

ob ich ihn nicht auf einen Maskenball

begleiten möchte. Doch ich

meinte nur, dass ich dazu viel zu

jung sei und das bestimmt nicht dürf-


große Liebe...

te. So leicht ließ er jedoch nicht locker

und begleitete mich nach Hause,

um meine Mutter um Erlaubnis

zu bitten. Doch meine Mutter sagte

ihm ebenfalls, dass ich dazu noch

zu jung sei. Daraufhin fragte er sie,

ob er mich wenigsten so, privat, ausführen

dürfte. Da stimmte meine Mutter

zu. Also nahm er mich an einem

Tag mit zu sich, wo ich seine Familie

und seine Freunde kennenlernte.

Es war sehr schön und lustig. Sein

Vater tanzte sogar mit mir, was mich

überrascht hatte, weil ich das alles

so noch nicht kannte. Es hat sehr viel

Spaß gemacht. Unsere Liebe kam

nicht mit einem Schlag, sondern hat

sich nach und nach entwickelt.

Als wir einmal nebeneinander standen,

hat er sich eine Zigarette angezündet

und mir dann einen Kuss

gegeben. Ich bin erschrocken und

habe gefragt warum er das getan

hätte. Er antwortete nur, dass wenn

man sich eine Zigarette anzündet

und das Streichholz löscht, gibt man

dem Mädchen einen Kuss, das ist

so! Das hat er dann immer wieder

gemacht, wenn er das Streichholz

löschte. 3 Jahre später haben wir

uns verlobt. Mit 19 habe ich ihn

dann geheiratet, und wir sind bis

heute verheiratet geblieben.

U. J., Bewohner/in, 76 Jahre alt

ATRIUM SENIORENPFLEGEHEIM

Ich wurde 1921 im schönen Chemnitz

geboren. Als ich 11 Jahre alt

war zogen meine Mutter, Schwester

und ich nach Magdeburg, wo mein

Stiefvater lebte. Bis 1936 besuchte

ich die Schule. Anschließend wurde

ich zum sogenannten „Landjahr“

einberufen. Ich kam nach Ostfriesland.

Ich muss sagen, es war für

mich eine schöne und lehrreiche

Zeit. Wir lernten alles, was zur Küchen-

und Hausarbeit gehört und

auch schwimmen. Besonderen Gefallen

hatte ich aber am Singen. Bis

heute liebe ich die Musik.

Als ich dann wieder zuhause war,

besuchte ich nach langer Zeit wieder

meine Freundin Elfriede in

Chemnitz. Diese Freundin hatte einen

Bruder, der acht Jahre älter war

als ich. Ich kannte ihn ja schon von

Am Eichhof 20

(direkt neben der Klinik Öschelbronn)

75223 Niefern-Öschelbronn

Telefon 07233 67-9711 · Telefax 67-9210

info@johanneshaus-oeschelbronn.de

www.johanneshaus-oeschelbronn.de

früher, als ich selbst noch in Chemnitz

als Kind lebte. Dieser junge

Mann gefiel mir auf Anhieb. Er war

schlank, hatte dunkelblonde Haare

und wunderschöne graue Augen.

Von Beruf war er Handwerker. Mitt-

In einer großzügig angelegten Parklandschaft am Ortsrand von Öschelbronn

finden Sie unsere Einrichtung, die auf der Grundlage des anthroposophischen

Menschenbildes geführt wird.

Betreutes Wohnen

in 31, 46 und 60 qm Appartements

Pflege

ambulant oder stationär in anspruchsvollen

Zimmern im Rahmen des „PflegePlus” Konzeptes

Gastpflege

als Kurzzeitpflege oder ambulante Pflege in

ansprechenden Einzelappartements

Kultur

Konzerte, Vorträge, künstlerische Veranstaltungen,

Galerie

Natur

großzügige Parkanlage, angrenzende Felder

und Wälder, Möglichkeit eines eigenen kleinen

Gartens

Therapie und Betreuung

Künstlerische Therapien und spezielle

Betreuungsangebote


24

wochs gingen wir immer zum Tanz.

Das heißt, er tanzte, und ich schaute

zu. Ich machte mir überhaupt

nichts aus tanzen, lediglich Walzer

beherrschte ich einigermaßen. Nun,

er war ein ausgezeichneter Tänzer

und es wollten immer viele Mädchen

mit ihm das Tanzbein schwingen.

Von seiner Art her war er ruhig und

besonnen. Diese Eigenschaften gefielen

mir einfach an ihm, und es

dauerte gar nicht lange, bis wir ein

Paar wurden. Mit 18 Jahren verlobten

wir uns, und als ich 20 Jahre

alt war, heirateten wir in Magde -

burg. 1943 kam unser erstes Kind

zur Welt. 1944 das zweite und

1946 das dritte. Mein Mann war

ein sehr liebenswerter Mensch. Er

achtete auf Ordnung und sorgte sich

sehr für seine Familie. Die auf Lebensmittelkarten

zu kaufenden Nahrungsmittel

reichten bei weitem nicht

aus. Er ging deshalb sehr oft zu den

Bauern aufs Land um zu „hamstern“,

damit wir, aber hauptsächlich

die Kinder, was

zu essen hatten.

Als der Krieg vorbei war,

kam mein Mann als

Schwerkriegsbeschädigter

nach Haus. Im Jahr

1957 verstarb er.

HAUS BETHESDA

Erste Liebe, heimliche Liebe!

„Herz, mein Herz, was soll das

geben, was bedränget dich so sehr?

Welch ein fremdes neues Leben!

Ich erkenne dich nicht mehr.“

(Goethe)

Was ist das für ein Kribbeln

im Bauch, was für ein Pochen

im Herzen auch?

Nicht nur Kameraden tun mir gut.

Ich sehe Mädchen –

mir wallt das Blut!

Es sind die jungen,

aus anderen Klassen;

ich will da nichts verpassen.

Eine von der U III mir gefällt,

mit kurzem Haarschnitt –

mich in Atem hält.

Ich schaue zu ihr,

sie spürt meinen Blick,

ich bin schüchtern –

sie schaut zurück.

Ich trau mich nicht,

sie anzusprechen.

Die Glocke ruft,

wir müssen abbrechen.

Daheim schreib’ ich ein Brieflein:

„Ich möchte dir ein Freund sein.“

Am nächsten Tag steck’ ich ihr

in die Manteltasche das Papier.

Wie wird sie reagieren?

Nimmt sie’s an?

Fast ich es nicht erwarten kann.

Am Mittag, als die Schule ist aus,

treff’ ich sie

vor dem großen Haus.

„Hallo“, ruf ich,

„ich möchte mit dir gehn.“ –

„Du kannst mir meine Tasche

tragen schön!“ –

Was sprechen wir?

Was bewegt sie wohl?

Mir ist’s so schwer.

Meine Worte klingen hohl.

Wir schreiten durch die Stadt,

dem Bahnhof zu.

Dort steht ihr Züglein, das sie

nach Hause bringt im Nu.

Ich reiche die Schultasche ihr,

dann gibt die Hand sie mir.

Ich eile zurück, so rasch ich kann,

ich muss den Berg hinauf,

zur Tram.

Mein Herz klopft fest.

Ob’s eine Freundschaft wird?

Und die Eltern

dürfen nichts erfahren!

Was sag ich nur,

dass ich so spät dran bin?

„Der Unterricht

zog sich heute länger hin!“

Ach! Muss die Liebe denn so

Meine erste

heimlich sein?

Kann ich es nicht offen sagen? –

Das macht mir Pein! –

So geht es eine kurze Zeit,

sie und ich, wir zu zweit.

Ich bin zu spröde,

zeig zu wenig Gefühl.

Das spürt sie bald.

Wir finden nicht zusammen,

ihr Herz bleibt kalt.

Einen Korb sie mir gibt,

dass sie mich nicht liebt.

Enttäuscht

geh’ ich den Weg zurück,

tief traurig, kein warmer Blick.

„Da ich zuerst empfunden,

dass Liebe brechen mag,

mir war’s, als sei verschwunden

die Sonn’ am hellen Tag.“

(E. Geibel)

Manfred Verleger, Sozialwerk

Bethesda, Neulingen

CASAREHA

Arthur, meine erste große Liebe,

kannte ich schon aus meiner Schule.

Er war ein Klassenkamerad und

da wir auch noch nebeneinander saßen,

konnten wir ganz unbemerkt

kleine Liebesbriefchen austauschen.

Ich war sehr verliebt in ihn.

Nach der Schulzeit verloren wir uns

aus den Augen. Etwa 2 Jahre später

begegneten wir uns bei einer Faschingsfeier

in Büchenbronn wieder.

Und da war es auch wieder, das

Herzklopfen und die Schmetterlinge

im Bauch. An diesem Abend haben

wir wieder zueinander gefunden.

Wir haben engumschlungen getanzt

und uns geküsst. Ich musste leider

früher gehen und so hat Arthur mich

nach Hause begleitet und ist dann

wieder zur Halle zu seinen Freunden

zurückgegangen. Da ich nun

nicht mehr dabei war, hat eine Arbeitskollegin

von mir die Chance ge-


große Liebe...

nutzt und sich an Arthur „rangemacht“,

wie man so schön

sagt. Zu vorgerückter Stunde hat

er auch die Elfriede nach Hause

begleitet. Doch ihren Avancen

konnte er offensichtlich nicht

standhalten. Jedenfalls kam es

gleich beim ersten Mal zum

„Glückstreffer“ und Elfriede wurde

prompt schwanger. Da wir

ja Kolleginnen waren und in der

gleichen Abteilung arbeiteten,

musste ich sie zu meinem großen

Unglück auch noch jeden

Tag sehen. Das war für mich eine

sehr schlimme Zeit, in der ich

viel geweint habe.

Als mein ehemaliger Lehrer bei

einem Klassentreffen hörte, dass

Arthur beabsichtigt zu heiraten,

kam er zu mir, um mir zu gratulieren.

Ich musste ihm dann sagen,

dass ich nicht die Auserwählte

bin. Arthur kam daraufhin

zu mir nach Hause, ging vor

mir auf die Knie und sagte, dass

er die Elfriede eigentlich gar

nicht heiraten wolle, sondern

mich. Doch ich entgegnete, dass

ich einem Kind nicht seinen Vater

nehme.

Dieses schlimme Erlebnis hat

mich erstmal so geprägt, dass

ich lange Zeit von Männern

nichts mehr wissen wollte.

(erzählt von Edith Ilin,

aufgeschrieben von

Ursula Walter, Sozialer Dienst)

SENIORENRESIDENZ

GOLDENE PFORTE

Ich war 25 Jahre, als ich meiner

ersten und einzigen Liebe begegnet

bin – es war zugleich ein

trauriger Anlass. Meine erste

große Liebe traf ich auf einer Beerdigung.

Ein guter Bekannter

von mir, war der beste Freund

meines späteren Mannes Reinhard.

Wir zwei hatten an diesem

Tag einen netten Menschen

verloren. War es Schicksal, Bestimmung

oder mehr? An diesem

Ort trafen sich unsere Blicke.

Heute weiß ich, es war viel,

viel mehr. Nach der Beerdigung

gingen alle jungen Leute gemeinsam

nach Hause. Und auf

diesem Nachhauseweg gab es

intensive Gespräche. Von Anfang

an ging ich neben meinem

späteren Mann Reinhard, obwohl

wir uns zuvor nicht kannten.

Es war dennoch eine Vertrautheit

und ein Verstehen da,

das man nicht in Worte fassen

kann – und so etwas nenne ich

Liebe. Von diesem Tag an, besuchte

mich Reinhard jeden Tag

in Würm und kein Weg war ihm

zu weit. Zu dieser Zeit gab es

auch noch die „Sperrstunde“.

Dies war ein Grund, aber kein

Hindernis. Einige Monate später

stellte mich mein Reinhard

seiner Familie vor und mir fiel

das Herz in die Hosentasche.

Aber ich wurde sehr herzlich

aufgenommen und eine böse

Schwiegermutter habe ich nie

kennengelernt. Wir waren erst

ein Jahr zusammen, als wir dann

1947 geheiratet haben. Entgegen

allem Dorfklatsch war kein

Baby unterwegs und ich habe

ganz in Weiß mit einem Blumenstrauß

geheiratet. Die ganze

Hochzeit spielte sich in der

Wohnung ab. Dadurch war es

anders, aber sehr schön.

Als sich unser erstes Kind angekündigt

hat, freute sich meine

Schwiegermutter sehr. Da ich ohne

Eltern aufgewachsen bin, war

diese Freude meiner Schwiegereltern,

etwas ganz besonderes

für mich.

Mein Mann und ich haben unser

Leben gemeinsam gemeistert

– gelebt, gelitten und geliebt

– mit allen Höhen und Tiefen.

Mit unseren beiden Töchtern und

Enkelkindern haben wir den

Mittendrin

Bei uns finden Senioren ein attraktives Zuhause voller Leben:

direkt an der Enz, im Herzen Pforzheims, mit guter Verkehrsanbindung.

63 großzügige Apartments

104 Einzel- und Doppel-Pflegezimmer

große Dachterrasse mit Duftgarten

hauseigene Physiotherapie-Praxis

individuelle Beratung und Betreuung,

Aufnahme rund um die Uhr –

und engagiertes Fachpersonal

Einfühlsam betreut

Bissingerstraße 12

75172 Pforzheim

Telefon 0 72 31/91 04-0

Fax 0 72 31/91 04-66

www.residenz-ambiente.de

Info-Hotline 0 18 05/31 31 35

14 ct/min a.d.dt. Festnetz,

Mobil max. 42 ct/min


26

Himmel auf Erden erleben dürfen.

Gab es mal Gewitterwolken am Ehehimmel,

sagte mein Mann liebevoll

zu mir: „Sei doch wieder gut mit mir,

mein kleines Beißzängle.“ Nach 40

Ehejahren habe ich meinen Mann

auf seinem letzten Weg begleitet

und wir waren wieder an dem Ort,

an dem alles begann. Aber in meinem

Herzen wird es nie enden.

Geschrieben von Frau Else Hess

JOHANNESHAUS ÖSCHELBRONN

Im Kindergarten

Ja, da ging ich also schon einige Zeit

in den Kindergarten, und dann kam

mein vierter Geburtstag: Als wir Kinder

alle versammelt waren, sagte die

Kindergärtnerin: „Heute hat Veerle

Geburtstag; vier Jahre ist sie geworden,

da ist sie schon ganz groß!”

Ich sprang auf und

schaute zum ersten

Mal in meinem

Leben bewusst

an mir

herunter,und

das war doch

ein ganz schöner

Abstand, so

bis zu meinen Füßen!

So sagte ich voller

Überzeugung und laut: „Seht, wieviel

ich gewachsen bin!”, fest glaubend,

in der Nacht sei dies geschehen.

Diese Entdeckung, groß zu sein,

war wie ein Blitz von etwas, das so

neu und einschneidend war, dass

ich mich heute noch dastehen und

staunen sehen kann.

Und es war nicht lange danach,

dass sich ein weiteres, unvergessliches

Ereignis zutrug: die erste große

Liebe meines Lebens außerhalb

unseres liebenswerten Familienumkreises.

Bisher hatte sich für mein Bewusstsein

aus der gemischten Gruppe

im Kindergarten noch kein Kind

hervorgehoben. Da geschah es,

dass – aus welchen Gründen auch

immer – die Kindergärtnerin uns Pra-

linen mitgebracht hatte, die in schönem,

bunten, Gold- und Silberpapier

eingewickelt waren, das ich eigentlich

aufbewahren wollte. Aber bis

zur Pause im Garten hatte ich es zu

einem silber-gold-farbenen Kügelchen

zusammengeknüllt. Ich war jetzt

eine Prinzessin, die mit einem kostbaren

Juwel spielte. Ich warf es hoch

und fing es wieder auf. Da entsprang

es plötzlich, flog in ein Beet und war

zwischen Sommerblumen und Unkraut

unauffindbar.

Die Prinzessin muss ziemlich betroffen

ausgesehen haben. Jedenfalls

war auf einmal ein Junge neben mir:

Valère, ein stilles Kind, das mir nie

aufgefallen war. Er erkundigte sich

teilnahmsvoll, was denn passiert sei.

„Ich habe mein schönes Juwel verloren!”

Da sagte Valère nicht etwa

„Du spinnst wohl!”, sondern „Ich helfe

dir suchen”. Doch

alles war vergeblich.

Das Kügelchen

blieb

verschwunden.

Da pflückte er

ein Goldlack-

Zweiglein für

mich, setzte sich

neben mich und legte

den Arm tröstend und

beschützend um meine Schultern.

Mich durchströmte ein unbeschreibliches

Glücksgefühl. Selbstverständlich

hätte ich es damals weder erklären

noch analysieren können,

aber für mein Empfinden trug er die

strahlendste Ritterrüstung, war mir

bekannt und vertraut, ein Teil der

Märchenwelt, in der ich damals

mehr zu Hause war als im Alltag. So

sehe ich es im Rückblick. Er war nicht

einfach jemand, der aus der Anonymität

zur Person geworden war,

sondern DIE Person – mein Prinz,

Bruder meiner Seele.

Noch jetzt habe ich jenes erste Erleben

eines Sich-Verstehens, Sich-Verbunden-Fühlens

klar und beglückend

vor Augen.

Meine erste

Und er, was hat er empfunden? Keine

Ahnung. Es war dann auch absolut

nicht so, dass wir nachher uns

besonders um einander gekümmert

hätten. Da war kein Wunsch nach

Bestätigung oder Wiederholung,

kein Besitzanspruch oder Besitzbedürfnis.

Als wir später in die “große

Schule” kamen, er in eine für Jungen,

ich in eine für Mädchen, verloren

wir uns ganz aus den Augen.

Aber Goldlack-Duft ruft mir noch jedes

Mal diesen verzauberten Augenblick

in Erinnerung.

Lieber Valère, wie sehr hoffe ich,

dass dir ein schönes Leben beschieden

wurde, in dem du noch viele

Menschen mit deiner zarten Einfuhlungsgabe

glucklich machen durftest,

und dir selbst viel Liebe zuströmte.

Veerle von Wedemeyer

HAUS MAIHÄLDEN

Frau B., eine Bewohnerin unseres

Hauses erinnert sich an die Geschichte

ihrer ersten Liebe.

„Es war Ende der 50er Jahre in

Steinsfurt, ich war 21 Jahre alt, als

mir meine erste große Liebe über

den Weg lief. Irgendwie war an diesem

Tag alles anders…

Es war Sonntag und ich war mit meiner

Freundin unterwegs, mit der ich

schließlich in einem netten Café landete.

Plötzlich ging die Türe auf und

zwei Männer kamen herein. Einer

davon war „ein auffallend schöner

Mann“, gepflegt und mit südländischem

Aussehen. Die beiden Männer

setzten sich an einen Tisch und

meine Freundin bemerkte, dass eben

dieser schöne Mann immer in Richtung

unseres Tisches blickte. Als wir

später aufbrachen und das Café verließen,

kam es zum Blickkontakt zwischen

mir und dem Mann und wir

lächelten uns beide an. Ein bewegender

Augenblick! Danach aber

ging wieder jeder seines eigenen

Weges. Ca. drei Wochen später


große Liebe...

(war es Zufall oder Schicksal?) stand

ich in Steinsfurt vor einem Schaufenster,

als ich plötzlich von hinten

angesprochen wurde. Vor mir stand

der hübsche Mann (Herr X.) aus

dem Café. Wie sich herausstellte,

war er Franzose, studierte Medizin

in Heidelberg und hatte eine Unterkunft

in Steinsfurt. Seine Höflichkeit

und seine guten Manieren gefielen

mir sofort. Mein Herz fing an zu pochen,

als er mich fragte, ob ich mich

einmal mit ihm verabreden würde.

So sehr ich von seinem Charme und

seiner Persönlichkeit angetan war,

so sehr war ich auch zwiespältig,

was ich tun sollte. Ich musste an meinen

Vater denken, den ich sehr

mochte und zu dem ich ein sehr inniges

Verhältnis hatte (meine Mutter

war schon gestorben und ich lebte

mit meinem Vater und meiner Oma

in einem Haus). Ich vermutete, dass

mein Vater etwas gegen die Freundschaft

haben könne, da auch klar

war, dass Herr X. nach seinem Studium

wieder nach Frankreich zurückgehen

und die Praxis seines

Vaters übernehmen würde. Also

blieb es vorerst beim Adressenaustausch

und wir gingen auseinander,

um alles dem Zufall zu überlassen…

Einige Zeit später, an einem Sonntagnachmittag,

wollte ich etwas mit

meiner Freundin unternehmen. Ich

trat gerade aus der Haustüre, als ich

Herrn X. vor dem Haus umherlaufen

sah. Ich verspürte ein Kribbeln und

freute mich sehr, als ich ihn sah,

aber ich klärte ihn auf, dass ich

schon etwas mit meiner Freundin

ausgemacht habe. Herrn X. schien

das nicht zu stören und er schlug

vor, man könne ja zu dritt etwas unternehmen.

Also gingen wir gemeinsam

im „Elsenzpark“ spazieren,

und es war ein sehr schöner

Nachmittag. Danach trafen wir uns

immer wieder, gingen ins Café, spazieren

oder auch nach Sinsheim. Ich

war sehr verliebt, aber mein Vater

war nicht wirklich einverstanden mit

der Beziehung. Er verbat mir den

Kontakt nicht, machte sich aber Sorgen

wegen der Rückkehr des Franzosen

und konnte generell schwer


28

loslassen. Meine Oma verteidigte

unsere Beziehung eher und lud

Herrn X. manchmal sonntags zum

Mittagessen ein.

Als das Ende des Studiums näher

rückte und die Heimkehr von Herrn

X. nach Frankreich bevorstand, traf

ich eine schwere Entscheidung. Ich

trennte mich schweren Herzens von

Herrn X., da ich meinen Vater nicht

weiter verletzen wollte. Ich litt anfangs

sehr stark unter der Trennung

und konnte mich lange danach keinem

anderen Mann zuwenden.

1965 schließlich lernte ich meinen

zukünftigen Ehemann kennen und

lieben, heiratete ihn 1968 und bald

darauf kam unsere gemeinsame

Tochter zur Welt. Bis 1995, als mein

Ehemann verstarb, führten wir eine

glückliche und zufriedene Ehe.“

HAUS SCHAUINSLAND

Erzählt von Frau Gertrud Seitenspinner,

98 Jahre, Haus Schauinsland

Dillweißenstein:

„Früher, als ich noch ein Kind war,

wollte ich als Tänzerin durchstarten.

Ich hatte das Glück eine Ausbildung

zu erhalten, die mich binnen 5 Jahren

zur Tänzerin im Stadttheater

Karlsruhe formte. Mit 21 hatte ich

dann mein Ziel erreicht.

Eines war mir zu diesem Zeitpunkt

ganz klar: Ich war nicht die Einzige

auf diesem Gebiet! Den

Wunsch, zur Elite zu gehören,

hatten noch mehr

junge Frauen. Es hat

mich sehr viel Kraft gekostet,

mein großes

Ziel, eine hervorragende

Tänzerin zu sein, zu

erreichen. Intensives Training

bildete mein Tagesprogramm.

Doch was das Ganze erträglicher

machte, war, dass es an unserem

Stadttheater auch viele Schauspieler

gab. Mein Herz eroberte ein

Charakterschauspieler aus Bayern

Meine erste große Liebe...

mit den Namen Karl-Matthias. Das

war ein Mann, wie es ihn nur im Bilderbuch

gibt. Sein Aussehen, sein

Charme und seine liebenswürdige

Art haben ihn weit von anderen

Schauspielkollegen unterschieden.

Aber ich wusste auch, dass er ein

großer Mädchenschwarm war und

sehr, sehr beliebt. Deshalb habe ich

mich auch auf Distanz gehalten. Unsere

Blicke trafen sich zwar bei gemeinsamen

Proben, doch eine gewisse

Distanz, aber auch der Respekt

zwischen uns blieben.

Nach jedem aufgeführten Stück gab

es für die Künstler, vom Tänzer bis

zum Schauspieler, immer eine primäre

Feier. Dort haben wir uns gegenseitig

Mut gemacht und alles besprochen,

was unsere gemeinsame

Arbeit im Stadttheater betraf. Diese

Feiern fanden immer in dem Weinlokal

„Zur Gifthütte“ in Karlsruhe

statt. Das war unser Künstlertreffpunkt.

Ja und wegen des Namens

können Sie jetzt denken, was Sie

wollen!

Ich werde den Tag in meinen Leben

nicht vergessen: Es war im Jahr

1935, als wir uns noch vor der Aufführung

mit gemeinsamen Proben

zum Stück „Faust Teil II“ und auch

nach der durchweg gelungenen Aufführung

in der Gifthütte trafen. Erst

bei dem Stück „Faust“ Teil II kamen

wir uns näher und die Liebe entfachte

sich wie ein Feuer. Johann

Wolfgang Goethe

hätte gesagt: „Aus einer

Glut wird mit viel Leidenschaft

ein großes

Feuer!“

Leider hatte ich das

Pech, dass die Chemie

zwischen meiner Tanzlehrerin

und mir überhaupt

nicht passte. Ich hatte die Wahl,

psychisch unterzugehen oder das

Theater unter der Führung dieser

Tanzlehrerin zu verlassen. Ich wählte

das Letztere und bekam ein Stellenangebot

in Frankfurt.

Einige Zeit hielt noch der Briefkontakt

zu meiner Jugendliebe, aber

durch die Entfernung erlosch die

Flamme leider immer mehr. Zwischenzeitlich

hatte ich auch meinen

Ehemann, ebenfalls ein Schauspieler,

kennen und lieben gelernt. Später

erfuhr ich, dass meine erste große

Liebe ebenfalls geheiratet hatte,

jedoch zu späterer Zeit Selbstmord

beging. Durch die Kriegsfolgen war

er nicht mehr in der Lage, seinen

Schauspielberuf auszuüben. Er konnte

sich auch keine Texte mehr merken.

Das hat ihm sehr schwer zu

schaffen gemacht.

Aber eines möchte ich Ihnen noch

mitteilen: Ich habe und werde ihn

nie vergessen. Nachdem ich von seinem

Tode erfahren habe, war ich in

Karlsruhe auf dem Friedhof und habe

mich von ihm in leisem Gedenken

verabschiedet. Sein Bild trage

ich immer noch täglich in meinem

Portemonnaie. Wenn ich mal traurig

bin, hole ich meine Erinnerungsbilder

hervor und schaue sie

mir an. Was ich dabei denke oder

fühle, kann keiner, der nicht schon

mal verliebt war, verstehen.

Erzählt von Ruth Schneider, 84 Jahre,

Haus Schauinsland Dillweißenstein:

„Meine Eltern bzw. mein Vater hatte

ein eigenes Geschäft. Dies war

ein Umschlagplatz für Autos der Firma

Daimler Benz in Karlsruhe am

Weinberg. Dies liegt am Karlsruher

Hafen und war Umschlagplatz für

alle Handelsgüter. Jeder Handelskaufmann

hatte eine gewisse Fläche,

auf welcher er seine Container

samt Büro platzieren konnte und

seinen Handel betrieb. Bei unseren

Unternehmen war ich als Bürokraft

tätig, oder, wie man heute sagt, im

Verwaltungsmanagement. Damals

war ich 17 Jahre alt und habe das

Geschäft meines Vaters unterstützt,

so viel ich nur konnte. Wir reden

vom Jahr 1945. Meine Generation


����� ��������������������������

������������

���� ���� ��

��������������

�������������������������

���������������

���������������������

��������������������������������

��������������

�������������������

���������������

�����������������������

Wohnqualität auf höchstem Niveau: ganz in Ihrer Nähe

� Ruhige, großzügige Gartenanlage mit Sitzgelegenheiten

� Komfortable Einzel- und Doppelzimmer mit eigenem

Bad / WC, persönliches Mobliar ist willkommen

� Hauseigene Küche: täglich frisch zubereitete Wahlmenüs

� Umfangreiche Freizeit- und Therapieangebote durch

staatlich examinierte Pflegefachkräfte und drei Ergo-

therapeuten

���������

��������������������

���������������

�����������������������

Grenzstraße 12 � 75172 Pforzheim � Telefon: 07231/ 7820-0 � www.casa-reha.de/osterfeld

�����������������

��������������

�������������������

��������������

�����������

�����������

��������������

����������������

���������������������

�������������������������

������������������������������

�����������������������

���������������������

�������������

����������������������

Kurzzeit-

pflege

möglich

����������

� Liebevolle und kompetente Pflege und Betreuung in allen

Pflegestufen, zentrales Qualitätsmanagement

� Beschützter Wohnbereich für Menschen mit Demenz-

erkrankung

� Andachtsraum im Haus, regelmäßige Gottesdienste

Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Vergleichen Sie!

Pflegestufe 1 (EZ / 30 Tage): € 1275,54 Eigenanteil

Haben Sie Fragen zum Eigenanteil in Ihrer Benötigen Sie Hilfe beim Umzug? Unsere Heimleiterin Inis Sehl und

ihr Team freuen sich auf Sie und beraten Sie gerne persönlich.


30

weiß, wie schwer es zu dieser Zeit

war. Wir hatten damals einen Zwischenhändler

der Firma Daimler-

Benz in Mannheim, der von einem

Mann vertreten war: Herr Schneider,

28 Jahre alt. Am Anfang haben

wir täglich telefoniert, natürlich

alles rein dienstlich. Dann haben

wir uns dienstlich getroffen. Und

jetzt raten Sie einmal, wie es weiter

ging? Dieser Mann war so ein

gutaussehender Mann, er hatte Anstand

und er war verständnisvoll.

Auch zu unseren Angestellten und

zu seinen Kollegen in seiner Firma

war er so hilfsbereit und gut.

Im Winter hat er mich dann zu Spaziergängen

am Rhein eingeladen.

Ich bekomme diese schönen, romantischen

Bilder noch heute nicht

aus meinen Kopf. Wir gingen nicht

nur einmal spazieren, sondern

gleich dreimal. Dann ist auf einmal

mein Vater in dieser Zeit gestorben.

Doch ich saß weiterhin im Büro und

machte, was ich konnte. Meine

Mutter war so verzweifelt. Und wer

machte mir Mut? Genau dieser

Mann mit seiner Hilfsbereitschaft.

Mit meinen 17 Jahren stand ich nun

fast allein auf der Welt und wusste

nicht, wie es weitergehen sollte. Ich

war schon immer eine starke Frau

und suchte meinen Weg, meine Bestimmung.

Und als wir im Winter

am Rhein spazieren gegangen sind

und er von meinen Sorgen und Problemen

wusste, fragte er mich plötzlich:

“Ruth, könntest du dir vorstellen,

ein Leben mit mir anzufangen?“

Ich war noch sehr zögerlich und

wollte meine Mutter um Rat fragen.

Aber diese sagte nur: „Wenn der

geht, bist du selber schuld.“ Dann

traf ich seine Eltern. Sein Bruder war

der Bürgermeister von Maximilansau.

Was für eine Familie! Die war

so herzlich, so gut und so ehrlich!

Ich sagte ihm, dass ich bereit bin.

Mit diesem Satz war alles gesagt

und wir schlossen für immer den

Bund der sich Liebenden. Ich bereue

keinen Schritt, nichts, und vermisse

nichts in meinem Leben. Niemand

weiß, wann mein Tag X

kommt, an dem wir uns endlich wiedersehen.

Aber wissen Sie was?

Ich freue mich so sehr auf ein Wiedersehen.

SR SENIOREN-RESIDENZ,

HAUS BERGDORF

Nun bin ich im 85. Lebensjahr und

dankbar für mein „gelebtes Leben“.

Wie es gewiss den meisten Erdenbürgern

ergeht, hat es mir viele

schöne, lebenswerte, aber auch mitunter

schwere und tragische Stunden

beschert.

Meine sogenannte „erste Liebe“ war

eine schöne, unvergeßliche „Jungmädchen

schwär merei“, an die ich

auch heute, nach etwa 68 Jahren immer

wieder gerne zurückdenke.

Nach der Bombardierung unserer

Heimatstadt Pforzheim im Februar

1945 ging es glück licher weise mit

Riesenschritten dem Ende des

schrecklichen Zweiten Weltkrieges

zu. Im Brötzinger Tal war damals –

vielleicht auch ein halbes Jahr zuvor,

vielleicht auch schon etwas länger –

ein Kriegsgefangenenlager, in dem

zu diesem Zeitpunkt italienische Soldaten

untergebracht waren.

Neben dem damaligen italienischen

Führer Benito Mussolini gab es einen

Befehlshaber, der Badoglio hieß und

Meine erste

abtrünnig geworden war. Dieser wurde,

soviel ich weiß, hingerichtet und

die Offiziere und Soldaten kamen in

Deutschland in Gefangenschaft. Mussolini

wurde bei Kriegsende, wie

man damals erzählte, an den Füßen

erhängt.

Für uns deutsche Bevölkerung gab es

zu jener Zeit Gelegenheit, Gefangene,

die sich zur Arbeit freiwillig

gemeldet hatten, morgens im Lager

abzuholen und am Abend wieder zurückzubringen.

Alle jüngeren Männer

waren ja an der Kriegsfront, viele

waren gefallen, vermißt oder im

fernen Rußland in Gefangenschaft.

Sogar 17jährige Burschen hatte man

als Kriegshelfer in der Heimat hinzugezogen.

Auch 60jährige Männer

setzte man ein. Da mein Papa

zuvor in Rußland gefallen und mein

Großvater in derselben Woche an

Herz ver sagen verstorben war, standen

Mutter und die ältere Schwester

ohne männliche Hilfe in unserer Landwirtschaft

da. Mutter hatte von der

angebotenen Hilfe aus dem Lager

gehört und diese Mithilfe gerne und

mit Erleichterung angenommen.

So kamen Aldo und Mario für einige

Zeit als Helfer zu uns. Aldo war

etwa 35 Jahre alt, schwarzhaarig,

ruhig und fleißig. Er war verheiratet

und hatte zwei oder drei Kinder und

lebte eigentlich, so glaube ich, in der

Toskana. Der jüngere, Mario, war

blond, blauäugig, 24 Jahre alt,

freundlich und hilfsbereit und verfügte

über gute Manieren. Seine Eltern und

drei Geschwister lebten in der Gegend

von Venedig.

Da der ältere Bruder unserer Mutter

schon seit etwa 15 Jahren mit Familie

in Mailand wohn haft und sehr zufrieden

und glücklich war, sind uns

Italien und einige Gebräuche seit Jahren

nicht ganz unbekannt gewesen.

Einige Male hatten wir dort unseren

Urlaub verbracht und Land und Leute

kennengelernt. Bei unserem ersten

Ferienaufenthalt war ich gerade mal

2 ½ Jahre alt, spielte mit einem


große Liebe...

gleichaltrigen Bub, der Franko hieß.

Daran kann ich mich nicht erinnern.

Was ich aber noch weiß: an Weihnachten

nach diesem Italien-Urlaub

brachte mir das Christkind eine Puppe,

es war ein kleiner Bub. Sofort

taufte ich ihn Franko!

Bald waren wir mit unseren beiden

Helfern wie eine Familie, konnten uns

deutsch-italienisch ganz gut unterhalten.

Ich selber kann nicht singen,

hörte aber Liedvorträge leidenschaftlich

gerne. Ein echter Meister

im Gesang war Mario. Wenn er

abends vor Rückkehr ins Lager nach

dem Abendbrot am Tisch saß, sang

er italienische Lieder z. B. das Mama-Lied,

mit dem Heintje vor Jahren

Triumphe erntete, oder „Mia bella

Napoli“ und sonstige Liebeslieder.

Auf jeden Fall habe ich mich verliebt,

in die zu Herzen gehenden Vorträge

oder in den Sänger oder in das

schöne Land Italien? Oder in alles?

Mario war natürlich hocherfreut über

unser überschwängliches Lob – auch

Mutter hörte sehr gerne zu. In der

kurzen Zeit, die wir gemeinsam verbringen

konnten, entstand eine wunderbare

Freundschaft. Mario fragte

mich auch wiederholt, ob ich mir vorstellen

könnte, mit ihm in Italien zu

leben und seine Frau zu werden. Ich

war zu jung, um eine so wichtige Entscheidung

zu treffen. Er fragte auch

Mutter, die grundsätzlich nichts gegen

eine Verbin dung hatte – außer,

dass es für eine solche Entscheidung

viel zu früh sei.

So kehrte Mario nach Italien zurück,

erzählte seiner geliebten Mama von

mir und meiner Familie. Eine Weile

schrieben wir uns Briefe. Ich hatte eine

Bekannte, Maria, eine Italienerin,

die einen deutschen Soldaten geheiratet

hatte, der jedoch gefallen

war. Sie half mir beim Übersetzen

der Briefe, die noch lange die Verbindung

zwischen Mario und mir aufrecht

erhielten. Ich lernte fleißig italienisch.

Doch dann ging sowohl bei

mir als auch bei meinem singenden

Herzensbrecher Mario die Lust aus,

nur durch Briefe das Zusammen gehörig

keitsgefühl aufrecht zu erhalten.

So trennten wir uns in Freundschaft

und jeder ging seinen Lebensweg mit

einem anderen Partner.

Dies war meine bis heute nicht vergessene

„erste Liebe“. Lore Denk


32

Ich habe mir Gedanken über das

Glück gemacht und denke:

Das Glück

Das Glück hat viele Gesichter:

Gottvertrauen, Gesundheit,

Zufriedenheit

sind seine liebsten Geschwister.

Ein guter Kamerad,

der mit Dir lacht

und mit Dir weint

im rechten Augenblick

ist ein Stückchen schon

vom Glück.

Erkenne das Glück im Lied,

das die Nachtigall singt,

an jeder Quelle,

Begleitende Gesundheitsangebote

zu Ernährung, Bewegung, Entspannung

und Frauengesundheit!

Immer gut aufgehoben.

Mit dem AOK-Betreuungsprogramm

Curaplan bei chronischen Erkrankungen.

Beste Qualität für Ihre Gesundheit: Mit AOK-

Curaplan bieten wir Ihnen umfassende ärztliche

Betreuung und Begleitung sowie die persönliche

Beratung durch unsere AOK-Ansprechpartner.

Damit Sie besser mit Ihrer Erkrankung zurechtkommen

und mehr Lebens qualität gewinnen –

bei Diabetes mellitus 1 und 2, Asthma,

COPD, koronaren Herzkrankheiten

oder Brustkrebs.

AOK – Die Gesundheitskasse

Nordschwarzwald

Zerrennerstraße 49

75172 Pforzheim

Info-Telefon 07441 9328415

www.dmp-aok.de

AOKBW-05-11102

die munter zu Tale springt,

an allem Schönen,

welches das Leben Dir gibt,

an jedem Herzen,

das treu Dich liebt.

Sei dankbar,

wenn Du nach erholsamer Nacht

am Morgen

mit sehenden Augen erwachst!

Freu Dich,

wenn Du und die Deinen gesund!

Ist das nicht zum Glücklichsein

ein guter Grund?

Suchst Du das Glück

nur in Geld und Gut

mit gierigem Blick,

verweilt es nicht lange bei Dir,

zieht wieder sich zurück.

Suche es nicht in weiten Fernen

hinter unerreichbaren Sternen!

Entdecke es

im eigenen Herzen Dein,

dann wird es

Dein unbeirrbarer Begleiter sein!

Ist meine Zeit einst gekommen,

gebe ich dankbar

meine Seele an Gott zurück.

Mein waren Freuden und Leiden

und mein, ja mein

war auch das Glück.

Lore Denk

SENIORENZENTRUM

PAUL GERHARDT

Zum Thema „ Erste Liebe“ kommen

bei allen Interviewten nach einer Zeit

des Nachdenkens (es ist ja schon so

lange her) vorwiegend gute Erinnerungen

auf. Dabei hat sich herausgestellt,

dass bei einigen die tägliche

Fahrt zur Arbeit mit der Straßenbahn

als Kontaktbörse diente.

Z. B. bei Fr. S., die mit 14 oder 15

Jahren im Pflichtjahr einer Familie

beim Putzen und Kinder Hüten half.

Sie begann eine Lehre als Verkäuferin

und war im 3. Lehrjahr im Modehaus

Berner, als Pforzheim vor

dem Kriegsende zerstört wurde. Erst

nach dem Krieg konnte sie als Che-

Meine erste

mielaborantin ihren Traumberuf erlernen.

Im Schwimmclub lernte sie

einen jungen Mann kennen, der

nach Amerika auswanderte. Er wollte

unbedingt, dass sie mitkommt,

aber sie wollte nicht und so ging das

auseinander. Bei einem Geburtstag

traf sie einen Mann, den sie vom Sehen

kannte, sowohl aus der Straßenbahn

vom gemeinsamen Arbeitsweg(

mit Blickkontakt), wie auch

vom Fußballplatz, den sie zusammen

mit dem Vater früher besucht

hatte. Bei dem Geburtstag war es

nur leider so, dass sie mit einem

Freund gekommen war und er mit

einer Freundin. Jedenfalls endete das

Fest damit, dass er sie nach Hause

brachte. Die jeweiligen Partner wurden

sich selbst überlassen. Auf dem

Faschingsball des Fußballclubs sind

sie sich näher gekommen, da hatte

es also richtig „gefunkt“. Seitdem

waren sie zusammen und haben

1955 geheiratet, allerdings erst

5 Jahre später, als sie eine 2-Zimmer-Wohnung

bekamen. Mit dem

Freund, mit dem sie auf den Geburtstag

gegangen war, hat sie die

ganzen Jahre über noch ein freundschaftliches

Verhältnis gepflegt.

Auch Fr. A ist mit der Straßenbahn

zur Arbeit gefahren. Mit ca. 18 Jahren

fing sie an, sich für „Jungs“ zu

interessieren, aber „no net so arg“.

Erst mit 21 Jahren hat sie heftig geguckt,

aber keiner hat sie gewollt.

Nach dem Krieg, auf dem Weg zur

Arbeit, in der Straßenbahn fing der

Blickkontakt an. Eines Tages lud er

sie zum Nachtessen zu seiner Familie

ein, aber sie musste zuerst ihre

Mutter fragen. Diese fragte zurück:

„Wie kommst du zu dem Mann?“

Und Fr. A. erzählte ihr von der Straßenbahn.

Ihre Mutter stimmte zu:

„Aber ein Dauerzustand wird das

nicht“. Als sie 27 Jahre und er 40

Jahre alt war, haben sie geheiratet.

Ein Jahr später kam ihre Tochter zur

Welt. Als diese Tochter 15 Jahre alt


große Liebe...

war, hat sie auf einer Nachtwanderung

mit der Kirchengruppe „Wolfgang“

kennengelernt. Dieser hatte

eine Brille auf, und beim Besuch in

einer Höhle hat die Tochter plötzlich

zwei Augen blitzen sehen. Seitdem

erzählte sie der Mutter ständig von

Wolfgang. Er durfte nun jeden Sonntagabend

zu den A.s zum Nachtessen

kommen. Seiner Mutter gefiel

das überhaupt nicht, sie sagte:

„Hättsch eine gekriegt, die mehr

Geld hat!“Aber das störte die jungen

Leute nicht. Als die Tochter 17;5

Jahre alt war, haben sie geheiratet.

Fr. Ra. hat ihre erste Liebe beim Tanzen

kennengelernt, sie weiß aber

nicht mehr, ob es beim Tango oder

beim Walzer war. Es war am frühen

Abend im Palais in Karlsruhe, wo sie

mit ihrer Cousine eine Tanzveranstaltung

besuchte. Sie war damals

18 oder 19 Jahre alt, er 25 Jahre.

Zum Tanzen trug sie ein gelbes Taftkleid.

Er forderte sie den ganzen

Abend zum Tanzen auf. Dann wurden

Treffen verabredet. Er holte sie

von der Schule ab, und ganz schnell

wurde klar, dass er ihr fester Freund

war. Er wurde der Mutter und den

Verwandten vorgestellt und 1952 feierten

sie Hochzeit: sie im selbstgeschneiderten,

weißen Brautkleid, er

im schwarzen Anzug. Fr. Ri. begann

mit 15 Jahren eine kaufmännische

Lehre, später wurde sie Buchhalterin.

Von den Geschäftskollegen, die

in der Pause auf dem Gehweg standen,

hat ihr einer besonders gut gefallen.

Sie wohnte damals in der Bunsenstraße,

an der er immer vorbeigehen

musste auf seinem Heimweg.

Fr. Ri. richtete es so ein, dass sie „zufällig“

am Fenster stand und ihn sehen

konnte ohne dass ihre Mutter

verdacht schöpfte. Einige Zeit später

auf einem Maskenball, hat sie ihn

zum Tanz geholt bei der Damenwahl.

„Aber was er geschwätzt hat,

hat mir nicht gefallen“, und so wurde

nichts aus der Liebe.

SENIORENZENTRUM KELTERN

Erste Geschichte: Als 16. bis 17. jähriges

Mädchen hatte ich meine erste

Liebe auf dem Tanzboden kennen

gelernt. Vor dem Nachhause Gehen,

verabredeten wir uns wieder für den

nächsten Sonntag in Pfinzweiler, das

nächste Wochenende in Schwann in

der Gaststätte Waldhorn zum Tango-Tanzen.

So ging es eine Weile.

Da gab’s nur Händchen halten und

Wangen streicheln und weiter nichts.

Das gemütliche Seniorenpflegeheim

an der Enz

Dauerpflege · Kurzzeitpflege · Verhinderungspflege

Wir verstehen Pflege und Betreuung in erster Linie ganzheitlich,

als eine umfassende Betreuung von Körper, Geist und Seele.

Das Atrium umfasst über 100 Plätze zur Dauerpflege und 23 zur

Kurzzeit- und Verhinderungspflege. Wir legen Wert auf ein

hotelähnliches, sehr gemütliches und dekoratives Wohnambiente,

das sich deutlich von konventionellen Pflegeheimen unterscheidet.

Der idyllische Innenhof mit Seerosenteich lädt besonders im

Frühling und Sommer zum Entspannen ein.

Überzeugen Sie sich selbst! Sie sind herzlich zu einem

Informationsbesuch eingeladen. Telefon (0 72 31) 92 99-0

Atrium Seniorenpflegeheim

Westendstraße 2 · 75172 Pforzheim

Telefon (0 72 31) 92 99-0 · Telefax (0 72 31) 92 99-19

info@atrium-seniorenpflegeheim.de · www.atrium-seniorenpflegeheim.de

www.agentur-communicate.de


„Die erste große Liebe wurde nicht

mein Ehemann“, erzählte mir die Bewohnerin.

Weiter wollte sie nichts

mehr erzählen und schmunzelte nur.

„Ich muss mir schließlich meine Erinnerungen

bewahren“, sagte sie lächelnd.

Zweite Geschichte: Meine erste Liebe

kam nicht mehr aus dem Krieg

zurück. Als er nach seinem letzten

Heimaturlaub wieder einrücken

musste, begleitete ich ihn zum Bahnhof

in Pforzheim. Das war mir gut

möglich, da ich selbst in Pforzheim

arbeitete. Auf dem Bahnhof war sehr

viel los; viele Soldaten mussten wieder

zurück an die Front.

Wir haben uns verabschiedet; ich

blieb stehen und habe gewinkt, bis

der Zug nicht mehr zu sehen war.

Natürlich hofften wir auf ein Wiedersehen

und eine gemeinsame Zukunft

nach dem Krieg. Leider ging

dieser Wunsch jedoch nicht in Erfüllung.

Er ist gefallen und kehrte

nicht mehr heim. Ich war sehr traurig

und habe viel geweint. Einige

Jahre später habe ich eine neue Liebe

gefunden und diese „zweite Liebe“

habe ich dann geheiratet. Wir

sind ein Paar bis heute und inzwischen

haben wir sogar schon diamantene

Hochzeit gefeiert.

Aufgezeichnet von Simone Frölich

und Ilona Daiminger

Singen kennt kein Alter!

Um das Singen mit älteren Menschen

zu intensivieren, haben

sich zu „Singen kennt kein Alter“

Partner aus der Altenpflege und

Kirchenmusik, aus Wirtschaft

und Kultur zusammengefunden.

Es werden zu diesem Thema

zahlreiche Weiterbildungsreihen

und Veranstaltungen angeboten,

insbesondere professionellen Betreuern

älterer Menschen in Pflege-

und Seniorenheimen sowie

in der ambulanten Pflege, Rüst-

Meine erste große Liebe...

zeug und Materialien an die

Hand zu geben.

„Als wir gemeinsam mit dem

SWR im Jahre 2009 das Wiegenlieder-Projekt

aus der Taufe

gehoben haben wussten wir

nicht, dass diese Initiative bundesweit

Beachtung finden würde.

Das Projekt sollte das Singen

mit Kindern fördern und hat

offensichtlich bei vielen Menschen

einen Nerv getroffen.

Das Wiegenliederprojekt rich-

HAUS HECKENGÄU

Für viele der jetzigen Generation

Pflegeheimbewohner fiel die erste

Liebe in die Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Hier einige Erfahrungen:

Frau L. hatte ihre erste Liebe bereits

in der Schule kennengelernt. Er

schrieb immer bei ihr ab. Später war

er Pilot und ist im Krieg über Russland

abgestürzt oder abgeschossen

worden, mehr hat sie leider nicht erfahren

können.

Frau H. hat ihren zukünftigen Mann

kennengelernt, als sie gemeinsam

mit Chor und Orchester probten. Sie

sang sehr gut, und er spielte im Orchester

und studierte damals Musik.

Da kamen sie sich näher, auch bei

einem gemeinsamen Ausflug auf die

Schwäbische Alb. Mitten im Krieg

war dann Hochzeit. Da gab es die

Schwierigkeit, Butter zu sammeln,

damit Kuchen gebacken werden

konnte. Bis genügend Butter beisammen

war, musste sie mit Eis gekühlt

werden. Es gab Kirschkuchen,

Apfelkuchen und noch vieles mehr.

Die Bewohnerin war sehr froh, dass

am Tag der Hochzeit kein Fliegeralarm

war und auch nicht tags darauf.

Die Bewohnerin hat sogar ein

Gedicht darüber verfasst mit dem Titel

„Der Frühling unserer Liebe und

der Krieg“ und bedauert, dass sie

es verloren hat.

tete sich an junge Familien.

Überraschend war daher die

Fülle von Zuschriften, die wir

grade von älteren Menschen zu

diesem Liederbuch bekamen.

Viele haben begeistert und oft

gerührt darauf reagiert. Wiegenlieder

stellen oft erst die Berührung

eines Neugeborenen

mit der Musik dar, sie prägen

auf sehr positive Weise. Als vor

zwei Jahren die Kölner Caritas

auf uns zukam, um ein Projekt

für das Singen mit älteren Menschen

zu initiieren, musste ich

immer wieder an die Zuschrif-

Frau H.s Familie hatte ein eigenes

Restaurant im Schwarzwald. Jeden

Nachmittag kam eine Gruppe von

Schülern vorbei, die kurz vor dem

Abitur standen, und vertrieb sich die

Zeit dort.

In dieser Runde war einer, der ihr

sofort ins Auge stach: Er war groß,

blond und hatte wunderschöne

blaue Augen. Anfangs warf man

sich nur Blicke zu, aber nach einer

Weile wollten sie sich auch ungestört

treffen. Deshalb gingen sie gemeinsam

zum Heidelbeerpflücken

in den Wald. Die Mama wusste Bescheid

und war einverstanden mit

der Wahl ihrer Tochter. Leider konnten

sie ihr junges Glück nicht lange

genießen, weil der junge Mann zum

Kriegsdienst eingezogen wurde.

Nicht einmal die Schule konnte er

beenden und sein Abitur machen.

Sie schrieben sich eine Weile die

schönsten Liebesbriefe, aber irgend -

wann in den Kriegswirren brach der

Kontakt doch ab. Die Bewohnerin

heiratete dann einen anderen Mann

und erfuhr erst später von ihrer Mutter,

dass ihr ehemaliger Freund doch

tatsächlich kurz bei der Hochzeit da

war. Die Erinnerung an diese erste

Liebe ist noch immer sehr lebendig;

wenn sie daran denkt, kommt es ihr

vor, als sei es erst gestern geschehen.

Maria Mayer

ten denken. Eine Frau hat in

einem Brief an das Wiegenlieder-Projektbüro

von ihrem Mann

berichtet, der sie nicht mehr erkennen

könne, mit den einfachsten

Verrichtungen des Lebens

nicht mehr zurechtkomme und

auch nicht mehr spräche, bei

den alten Wiegenliedern aber

alle Strophen mühelos mitsingen

kann. Mehr noch, er zeigt dabei

eine Rührung, wie sonst

kaum in seinem Leben.“

Auszug aus einem Bericht von Dr.

Johannes Graulich, Arzt und Geschäftsführer

des Carus-Verlags Stuttgart.


Die nächste Pflegereform bringt

Verbesserungen für die Häusliche Pflege

Kein Gesetzeswerk wurde seit seinem

Bestehen so oft geändert und

weiter entwickelt wie die Pflegeversicherung.

Und auch jetzt ist schon

klar, dass die nächste Änderung

kommt: der schon fertige neue Pflegebedürftigkeitsbegriff,

der die Einstufung

besser an die Lebenswelt und

an die Bedürfnisse der oft auch dementen

Pflegebedürftigen anpassen

soll, ist zwar schon fertig entwickelt,

wird aber erst später umgesetzt. In

der Übergangszeit gibt es aber schon

weitere Verbesserungen für insbesonders

demente Pflegebedürftige.

Das Gesetz ist zwar formal noch

nicht verabschiedet, aber zum Januar

werden die Änderungen in

Kraft treten. Das sind die wichtigsten

Verbesserungen, die die Versorgung

zuhause betreffen, in Kürze:

• Die Beratung schon am Anfang

wird verbessert: Wenn man einen

Einstufungsantrag stellt, erhält man

nun von der Pflegekasse einen Beratungstermin

oder einen Gutschein

für eine Beratungsstelle. Dieser

Termin soll in den ersten 14 Tagen

stattfinden, kann aber auch

verschoben werden. So will der

Gesetzgeber erreichen, dass

gleich zu Beginn alle Antragssteller

umfassend beraten werden.

• Die Pflegeeinstufung muss so

schnell erfolgen, dass die Pflegekassen

das Ergebnis innerhalb von

5 Wochen mitteilen können. Hat

der zuständige Medizinische

Dienst der Krankenversicherung

(MDK) nicht innerhalb von 4 Wochen

eine Begutachtung durchgeführt,

muss die Pflegekasse dem

Versicherten andere Gutachter

nennen, die dann die Begutachtung

übernehmen können. Denn

wenn die Pflegekasse das Ergebnis

der Einstufung nicht innerhalb

von 5 Wochen mitteilen kann, soll

sie ein Strafgeld von 70 € pro

Woche Verzug an den Versicherten

zahlen.

• Wenn eine Pflegeperson mehrere

Angehörige oder Pflegebedürftige

versorgt, können diese Zeiten

für die Berücksichtigung bei Rentenleistungen

der Pflegeversicherung

zusammen gefasst werden.

• Ambulante Wohngemeinschaften

bekommen nun zusätzliche Leistungen:

Pflegebedürftige in Wohngemeinschaften

erhalten pro Monat

200 € für die Finanzierung

sogenannter Präsenzkräfte, die in

der Regel rund um die Uhr da

sind. Auch gibt es verbesserte

Möglichkeiten der Finanzierung

von Umbaumaßnahmen in Wohngemeinschaften

sowie eine Anschubfinanzierung

für Umbaumaßnahmen

bei neu zu gründenden

Wohngemeinschaften.

• Wenn Leistungen der Verhinderungspflege

oder der stationären

Kurzzeitpflege genutzt werden,

wird das vorhandene Pflegegeld

nun nicht mehr komplett gekürzt,

sondern zu 50% weiter

gezahlt.

• Es wird als neue Leistungsart

die „Häusliche Betreuung“

eingeführt. Nun können

alle Pflegebedürftigen

nicht nur Grundpflege und

Hauswirtschaftliche Leistungen

vom Pflegedienst abrufen,

sondern auch Häusliche

Betreuung. Diese Leistung

kann beispielsweise genutzt

werden für Spaziergänge,

für die Betreuung oder auch

für gemeinsame Spiele oder

Aktivitäten. Voraussetzung

ist allerdings, das Grundpflege

und Hauswirtschaft

sicher gestellt ist.

• Alle Personen mit erheblich

eingeschränkter Alltagskompetenz

erhalten nun erstmals

erhöhte Sach- oder

Geldleistungen. Daneben

bleibt der schon bestehende

Anspruch auf Besondere Be-

SPPS Pforzheim informiert:

treuung nach § 45b (also die 100

bzw. 200 € pro Monat) weiterhin

bestehen.

Diese Änderungen, die voraussichtlich

2013 in Kraft treten, bieten gerade

den Pflegebedürftigen und ihren

Angehörigen neue bzw. erweitere

Leistungen, die die Häusliche

Versorgung ein Stückchen leichter

machen können.

Wenn das Gesetz in Kraft tritt – spätestens

zum 1.1.2013 – werden die

Pflegekassen alle Versicherten über

die neuen Leistungen informieren.

Schon jetzt hat das Bundesministerium

für Gesundheit viele Informationen

auf seiner Homepage ver -

öffentlicht (www.bmg.bund.de/

pflege.html).

Bei Fragen können Sie uns auch gern

ansprechen, aktuelle Infos auch auf

www.sp-ps.de.

Susanne Pletowski

vom Pflegedienst SPPS.


Im Obergeschoss des Walter-Rittmann-Hauses(Gemeinschaftshaus)

unserer Seniorenresidenz ist

ein neues Wohnprofil für zwei

Wohngruppen entstanden – eine

zukunftsweisende und bereits bewährte

Wohnform.

Je sieben Einzelzimmer, zum Teil mit Balkon,

gruppieren sich um einen großen

Gemeinschaftsraum mit einer Küche,

einem kleinen Nebenraum für Spezialaktivi

täten und einer Dachterrasse.

Warum diese neue Wohnform?

Mediziner und Gerontologen predigen

es seit Jahren in Vorträgen, Büchern, Fernsehsendungen,

Zeitungen etc. Einsamkeit

macht alt, krank, trübt den Geist, verdunkelt

das Gemüt, verhärtet die Seele.

Gerade die aktivierende Wirkung durch

enioren

Residenz „Bergdorf“

Büchenbronn

Unsere Angebote im Überblick:

• exponierte Lage

• Kombination aus Pflegeheim

und Betreutem Wohnen

• vollstationäre Dauer- u. Kurzzeitpflege

• qualifiziertes Fachpersonal

• Tag- und Nacht-Präsenz

• Großzügige Gemeinschaftsräume

• Therapie- und Multifunktionsräume

• Dachgarten/Wintergarten

• Frischkost aus eigener Küche

• Schonkost/Diabetikerkost/Vegetarisch

• Fahrdienst/mobiler Hilfsdienst

• Wäscherei im Haus

• Wohlfühlklima und vieles mehr

Rufen Sie uns an,

wir beraten Sie gern

Begegnungen mit anderen Menschen,

durch gemeinsames Tun, durch den Gedankenaustausch

erhält die Lebendigkeit

und Elastizität, die mit zu nehmendem

Alter ihren wesentlichen Anteil zum Erhalt

eines lebensbewussten Alterns beitragen.

Wir wissen dies und haben als

erste Seniorenresidenz in Pforzheim diese

Möglichkeit integriert, die in anderen

Ländern längst zu den bewährten und

beliebten Wohnmodellen gehört.

Oft hören wir bei der Besichtigung dieses

Angebotes die ablehnende Bemerkung:

„Ach nein, ich möchte lieber allein

bleiben“. Hierbei wird offensichtlich vergessen,

dass man ja mit seinem Einzelzimmer,

das zu diesem Wohnprojekt gehört,

stets die Möglichkeit hat, sich zu

jeder Zeit zurück zu ziehen.

Die Statistik zeigt uns, dass wir heute im

Schnitt 6 Jahre älter werden als unsere

Eltern. Es ist ein Geschenk an unser Leben,

das wir dankbar annehmen und sinnvoll

gestalten sollten. Die Geselligkeit pflegen,

sich mit anderen Menschen auszutauschen,

sich gegen seitig zuzu hören, miteinander

Freude zu ha ben, Freude zu schenken und

anzunehmen, gehört zum Leben ebenso,

wie das mit sich Leben und in sich Ruhen.

All dies sind Gründe, die für uns wichtig

waren, dieses neue Wohnmodell in unsere

Senioren Residenz zu integrieren. Die

vorliegenden Erfahrungswerte beweisen

uns, dass hier eine Wohnform zur Verfügung

steht, die richtungsweisend ist für

ein lebendiges, anregendes und aktives

Miteinander unter dem Dach einer alters -

gerechten Betreuung und Versorgung.

Wohngemeinschaft Walter-Rittmann-Haus

Senioren-Residenz Bergdorf, Büchenbronn

1. Beispiel:

1-Zimmer-Appartement 39,30 m2 €/Monat

Kaltmiete 360,00

Nebenkosten 140,00

Verpflegung pro Tag € 8,55 260,00

Reinigung per m2 € 1,15 45,00

Hausnotruf 20,00

Betreuungspauschale 70,00

Gesamt 895,00

2. Beispiel:

1-Zimmer Appartement mit Südbalkon 52,00 m2 €/Monat

Kaltmiete 450,00

Nebenkosten 160,00

Verpflegung pro Tag € 8,55 260,00

Reinigung per m2 € 1,15 60,00

Hausnotruf 20,00

Betreuungspauschale 70,00

Gesamt 1.020,00

SR Senioren-Residenz GmbH · Siedlungstraße 48 · 75180 Pforzheim ·


enioren

Residenz „Nagoldblick“

Huchenfeld

Im letzten Jahr wurde die neue

Senioren-Residenz Haus Nagoldblick

in Pforzheim-Huchenfeld ihrer Bestimmung

übergeben. Die Akzeptanz

unserer Einrichtung ist sehr groß und

alle haben sich gut eingelebt. Dies

motiviert uns in dem Wirken für unsere

Bewohner.

Das Pflegehaus bietet auf zwei Wohnbereichen,

die unter dem Motto „bekannte

Gebäude und Gegenden des Enzkreises“

und „Pforzheimer Schmuck“ stehen, 36 Pflegeplätze.

Alle 30 Zimmer haben eine Nasszelle,

von denen ein Teil als rollstuhlfahrergerecht

ausgelegt ist. Das Erdgeschoss, über

eine Terrasse mit dem Sinnesgarten verbunden,

der nächstes Jahr die Bewohner

erfreuen soll, wird auch für an Demenz erkrankte

Bewohner geeignet sein. Die ersten

Bewohner haben sich bereits gemüt-

Unser neues Vorhaben:

Barrierefreies Wohnen im

Ortskern von Bad Liebenzell

In der kleinen und feinen Kurstadt

im Nagoldtal, mit hohem Freizeitwert,

in unmittelbarer Nähe zum

Kurpark, planen wir die Errichtung

von 25 attraktiven Wohnungen mit

einer barrierefreien Ausstattung.

Es handelt sich hierbei vorwiegend um

2-Zimmer-Wohnungen mit einer Wohnfläche

von ca. 60 – 80 m². Das Gebäude

zeichnet sich durch seine moderne energiesparende

Bauweise und explosive Architektur

aus. Helle lichtdurchflutete Räume,

große Balkone, gehobene Ausstattung

sowie flexible Grundrissaufteilung nach

Käuferwunsch. Die vorgesehene Tiefgarage

hat eine direkte Verbindung zum Treppenhaus

und zum Aufzug. Der Zugang zum

lich eingerichtet. Die Visitenkarte des Gebäudes

stellt die dem Pflegehaus vorgelagerte

Eingangssituation mit freundlich gestaltetem

Café, Verwaltung und Wartebereich

dar. Im Wohlfühlbad mit Hubbadewanne,

das im hinteren Teil des Eingangsgebäudes

an das Café angrenzt, können die

Bewohner die stimmungsvolle Gestaltung

des Raumes genießen – Ruhe und Entspannung

pur unterstützt durch wohltuende

Badeessenzen.

In Kooperation mit ortsansässigen Kirchenund

Krankenpflegevereinen sowie Besuchen

des Kindergartens und der Schule

freuen wir uns darauf, allen Bewohnern eine

angenehme Umgebung zu schaffen, in

welcher der Lebensabend mit Freude und

Würde gelebt werden kann. In einer Zeit

schwindender Ressourcen und wachsender

Umweltbelastung haben wir uns um intel-

Gebäude erfolgt über einen neu angelegten

Vorplatz entlang des neu gestalteten

Mühlbaches. Durch die touristisch geprägte

Infrastruktur eines Kur- und Badeortes

haben Sie alle Möglichkeiten, das

Leben ganz nach Ihren Bedürfnissen zu

gestalten – die Lebensqualität beginnt hier

schon vor der Haustüre. An das Gebäude

schließt sich der ehemalige

Kirchgarten als Grünfläche

zur individuellen Nutzung

der Hausbewohner an.

In der reizvollen und unmittelbaren

Nachbarschaft befindet

sich alles was Sie zum

täglichen Leben benötigen.

Innerhalb des Hauses ist ein

Sozialer Dienst vorgesehen,

der mit Rat und Tat zur Seite

stehen kann. Weiterhin

sind Räume zur gemein-

Tel.: 07231/6055 - 0 · Fax: 6055103 · e-mail: sr.pf@web.de

ligente, komfortable aber auch preiswerte

Energiekonzepte Gedanken gemacht. Wir

müssen zukünftig unsere Energien regenerativ

erzeugen. Dazu ist es aber zwingend

erforderlich, den Energiebedarf zu senken.

Das heißt, vor der Überlegung Heizung

kommt die Überlegung Dämmung. Angesichts

dessen bedarf es des Einsatzes gut

durchdachter wärmedämmender Konstruktionen,

um den Wärmeabfluss deutlich

zu reduzieren. Eine ideale Ergänzung ist

eine thermische Solaranlage. Sechs Monate

im Jahr sorgt die Solaranlage vollständig für

die Warmwasseraufbereitung und Heizungs -

unterstützung. Photovoltaik ist unbestritten

die eleganteste Art, Sonnenenergie in Strom

zu verwandeln. Die Photovoltaikanlage bringt

neben dem wirtschaft lichen auch einen bedeutenden

Gewinn für unsere Umwelt. Die

Sonne ist eben unsere unerschöpfliche Energiequelle.

Mit unseren neuen Konzepten möchten

wir nicht nur ökologische und wirtschaftliche

Akzente in Huchenfeld setzen. Gewinnen

sollen vor allem die Senioren. Durch

Funktionalität, ein entsprechendes Ambiente

mit einer modernen Ausstattung, wozu auch

die kontrollierte Wohnraumlüftung mit

Wärmerückgewinnung zählt, sowie natürlich

fachkundige Pflege mit Herz und Qualität

wird ein optimales Zusammenwirken

garantiert und alle Voraussetzungen für das

persönliche Wohlempfinden geschaffen.

schaft lichen Nutzung geplant sowie eine

Praxis für Physiotherapie.

Barrierefrei leben und wohnen – heißt

soviel wie Selbstbestimmung

für Menschen mit Behinderung

und Senioren. Dies zu

ermöglichen ist unser Ziel.


Gerda Görnemann

1. Vorsitzende

Dieter Müller, Architekt

1. Vorsitzender

Herta La Delfa

2. Vorsitzende

Ilse Kästner

Seniorenfr. Service

38

Bärbel Grötzinger

2. Vorsitzende

Kerstin Müller

Computerhilfe

SENIOREN SCHAFFEN SCHÖNES

Alle Jahre wieder… die jährliche

Ausstellung des Kreisseniorenrats in

der Volksbank ist immer wieder ein

Beweis dafür, wie viel Kreativität

und Handfertigkeit bei den Senioren

verborgen und zu entdecken ist.

Das Beteiligungsinteresse an der Ausstellung

ist größer als die Räumlich-

PC-SCHNUPPERSTUNDEN BEIM

KREISSENIORENRAT PFORZHEIM

Computer und Internet

ein Fenster in die Welt!

Brauche auch ich einen Computer

und eine E-Mail-Adresse? Möchte

ich mit einem Computer umgehen

können?! Natürlich wäre es großartig

die Enkel oder Kinder per Bild

und Ton auch über weite Entfernungen

sprechen zu können – und das

ohne teure Telefonkosten. Preisvergleiche,

Informationen schnell und

einfach mit Hilfe des Computers sowie

vieles, vieles Andere mehr.

Es ist keine Frage des Alters mit einem

Computer, dem Internet und

den Programmen wie MS Word, MS

Excel umzugehen. Alle interessierten

Seniorinnen und Senioren sind

SENIORENFREUNDLICHER

SERVICE BEIM EINZELHANDEL

BZW. DIENSTLEISTER

Im Jahr 2008 haben der Landesseniorenrat

Baden-Württemberg, der

Einzelhandelsverband Baden-Württemberg

und Staatsrätin Prof. Claudia

Hübner die gemeinsame Erklärung

„Demografischer Wandel – Chance

für den Handel“ unterzeichnet.

Im Mittelpunkt der gemeinsamen Erklärung

steht ein Katalog an konkreten

Handlungsempfehlungen, mit

dem die drei Bündnispartner flächendeckend

in Baden-Württemberg

dafür sorgen wollen, dass der Einzelhandel

und Dienstleister den Bedürfnissen

älterer Menschen und

keit Platz bietet. 40 Aussteller und

Ausstellerinnen präsentierten im Mai

ihre „Neuheiten“, und immer wieder

sind zahlreiche Überraschungen dabei.

Wie gefragt diese Veranstaltung

ist zeigt die interessante Besucherzahl.

Ein zusätzliches tägliches Rahmenprogramm

ist die begleitende

Attraktivität dieser Ausstellung.

herzlichst eingeladen, sich das Medium

Computer und dessen Möglichkeiten

im Zusammenspiel mit

dem Internet zu erschließen.

Der Kreisseniorenrat bietet PC-Neu-

Einsteigern/Anfängern 2x im Monat

für je 2 Stunden die Möglichkeit

an PC-Schnupperstunden teilzunehmen.

Ehrenamtlich leitet die PC-

Schnupperstunden Frau Kerstin Müller

von KM-Computerhilfe Senioren

& Anfänger, Pforzheim. Gerne hilft

sie dabei, sich mit den Grundlagen

und Begriffen dieser neuen Technik

vertraut machen und eventuell vorhandene

Berührungsängste abzubauen.

Das Interesse, im Anschluss

an die PC-Schnupperstunden, „zu

computern“ ist groß. Sehr häufig

wird im Anschluss nach entsprechenden

Kursangeboten gefragt. Es

Menschen mit Behinderungen noch

besser gerecht werden. Ein wesentlicher

Faktor ist dabei die

Service- und Beratungsqualität,

die etwa

durch gezielte Schulungen

und Informationsveranstaltungenerreicht

werden soll. Alle drei

Bündnis-Partner setzen sich dafür

ein, das Zertifikat „Seniorenfreundlicher

Service ® “ der Seniorenräte in

Baden-Württemberg flächendeckend

einzuführen. Angesichts dessen zertifiziert

der KreisSeniorenRat Enzkreis

Stadt Pforzheim e.V./KSR, Einzelhandelgeschäfte

und Dienstleistungen,

die einen besonderen senio-

Aktivitäten &

Die nächste Ausstellung „Senioren

schaffen Schönes“des kommenden

Jahres 2013 findet wieder im Mai

im Volksbankhaus statt. Der genaue

Termin wird durch die Presse, durch

Flyer und durch Plakate rechtzeitig

bekannt gegeben. Die Aussteller

werden durch direkte Anschreiben

informiert. (Bilder siehe rechts)

gibt einige gute Kursanbieter. Sie

wählen einfach einen Kursanbieter

nach Ihren Anforderungen und

Wünschen entsprechend aus. Wie

beim Erlernen einer Sprache sollten

Sie sich beim „Computern“ die entsprechenden

Grundkenntnisse in einem

Kurs aneignen und festigen.

Das schafft Vertrauen in die Technik

und baut unnötige Berührungsängste

ab.

Die PC-Schnupperstunden finden in

den Schmuckwelten im 6. Obergeschoss

statt. Die aktuellen Termine

erhalten Sie auf Anfrage beim Kreisseniorenrat

oder aus der Tagespresse.

Eine Anmeldung ist erforderlich.

Für die Teilnahme an den

PC-Schnupperstunden ist ein Beitrag

von € 5,00 an den Kreisseniorenrat

zu entrichten.

renfreundlichen und behindertengerechten

Service bieten, unter Einhaltung

eines strengen Fragenkataloges

im Sinne von

Senioren und Menschen

mit Behinderungen.

Mit einheitlichen

Kriterien werden diese

Institutionen begutachtet

und bewertet. Die ausgezeichneten

Geschäfte und Dienstleister erhalten

ein Zertifikat und ein werbewirksames

Logo zur Präsentation an Eingangstüren

und Schaufenstern.

In den letzten 6 Monaten wurden ca.

60 Unternehmen, teilweise nach vorausgegangenen

Beratungen, zertifiziert.


Fotos: Herbert Ehmann Veranstaltungen

DIE WOHNBERATUNG –

EINE WICHTIGE INSTITUTION

FÜR ÄLTERE UND/ODER

BEHINDERTE MENSCHEN

Wohnen im Alter aus individueller

Perspektive: Von Umzugsmotiven

und Verbleibenswünschen

Diese aufgeworfenen Fragen von

Prof. Dr. Frank Oswald, interdisziplinäre

Alterswissenschaft, der Goethe

Universität Frankfurt, bietet ausreichenden

Spielraum in Bezug auf

die Definition der Bedeutung des

Wohnens im Alter.

Die Alternativen, Verbleib in der eigenen

Wohnung, Umzug ins private

Wohnen (Kinder), betreutes Wohnen

oder ins institutionelle Wohnen

(Pflegeheim) ist von enormer Bedeutung

und unterliegt dem demographischen

Wandel, Diskussionen von

FÜR ALLE VERANSTALTUNGEN SIND RECHTZEITIGE

ANMELDUNGEN ERFORDERLICH!

Geschäftsstelle Kreisseniorenrat Pforzheim Enzkreis e.V.

• Ebersteinstr. 25 (Ecke Salierstraße), 75177 Pforzheim

• Tel. 0 72 31/3 27 98 oder Fax 0 72 31/35 77 08

• E-Mail: info@kreisseniorenrat-pf.de

Altersnormen und dem subjektiven

Erleben von Übergängen.

Das Ergebnis der Wohnwünsche ist

für mich nicht überraschend, denn

ca. 80 % der Menschen wollen in

den eigenen 4 Wänden verbleiben

und die Wohnung barrierefrei gestalten,

15% der Menschen wollen

bleiben ohne umzugestalten und ca.

5% ziehen es vor zu den Kindern ,

ins betreute Wohnen oder ins Pflegeheim

zu ziehen.

Diese Erkenntnisse bestätigt die bisher

gelebte Geisteshaltung der

Wohn beratung sämtliche Möglichkeiten

auszuschöpfen um den Rat suchenden

Menschen die Hilfeleistung

zu unterbreiten, damit sie im gewohnten

Umfeld verbleiben können.

Folgerichtig befasst sich der Kreis-

SeniorenRat EnzkreisStadt Pforzheim

e.V./KSR, Fachrichtung Wohn-

raumanpassung, mit der Barrierefreiheit

innerhalb und außerhalb von

Wohnungen und öffentlichen Einrichtungen.

Gleichwohl befasst sich die Wohnberatung

mit dem „Ambient Assisted

Living (AAL)“ „Altersgerechte Assistenzsysteme

(technische Hilfsmittel)

für ein gesundes und unabhängiges

Leben“.

Kreisseniorenrat – Wohnberatung

EnzkreisStadt Pforzheim e.V.

Beratung und Informationszentrum

für Senioren

Ebersteinstr. 25, 75177 Pforzheim

Tel. 07231/357714, Fax 357708

wohnberatung@kreisseniorenrat-pf.de

Öffnungsz.: Mo. – Fr. 10 – 12 Uhr

oder nach Terminvereinbarung

Dieter Müller, Architekt

Wohnberatung &

Seniorenfr. Service


Bärbel Grötzinger

Engagement im Alter

Waltraud Bopp

Bürotätigkeiten

Jutta Behrendt

Bürotätigkeiten

Ruth König,

Theater-Service

Info:

Das nächste

Sterntreffen

findet am

3.11.2012,

um 14 Uhr, in

Straubenhardt

OT Conweiler

statt!

40

AKTIV ENGAGIERT AUCH IM ALTER

Unter dem Motto „Ja zum Alter“ fand

vom 3. bis zum 5. Mai 2012 der

10. Deutsche Seniorentag in Hamburg

statt. Veranstalter war die Bundesarbeitsgemeinschaft

der Senioren-Organisationen

(BAGSO), deren

Vorsitzende Prof. Dr. Ursula Lehr die

Gäste im Congress Center Hamburg

begrüßte.

In 100 Einzelveranstaltungen und der

begleitenden Messe SenNova wurde

den Besuchern des Seniorentages

die Gelegenheit geboten, sich mit

dem eigenen Älterwerden, aber auch

mit dem Älterwerden unserer Gesellschaft

auseinander zu setzen.

Bundespräsident Gauck eröffnete die

Großveranstaltung und stellte in seiner

Ansprache die gesellschaftlichen

Rollenbilder in Frage: „Warum teilen

wir all die Tätigkeiten, ohne die unsere

Gesellschaft nicht funktionieren

würde, nicht besser zwischen den

Generationen und Geschlechtern –

die Sorge um Kinder oder ältere Angehörige,

die Arbeit im Haushalt,

das Engagement in der Nachbarschaft,

in der Zivilgesellschaft und in

Ehrenämtern?“

Bundeskanzlerin Merkel hob in ihrer

Ansprache die Bedeutung der politischen

Teilhabe der Seniorinnen und

Senioren hervor. „Sie diskutieren

über zentrale Felder unserer Gesellschaft.

Und dass Sie das so selbstbewusst

tun, ‚Ja zum Alter‘ sagen –

aber auch zur Einmischung, zum Mitreden,

zum Engagement, ist unendlich

wichtig für uns.“

Zum Abschluss des 10. Deutschen

Seniorentages formuliert die BAG-

SO in ihrer „Hamburger Erklärung“

unter dem Motto „Ja zum Alter“ den

Appell an die Älteren, „die Herausforderungen

und Chancen des Alters

zu sehen und sich noch stärker in die

Gesellschaft einzubringen. Die Politik

wird aufgefordert, hierfür die

nötigen Rahmenbedingungen zu

schaffen. Anbei einige Auszüge aus

der „Hamburger Erklärung“: „Die in

der BAGSO zusammengeschlossenen

Organisationen setzen sich für

ein aktives Altern ein und wenden

sich entschieden gegen den ‚Antiaging‘

Trend in unserer Gesellschaft.

Das Alter ist durch eine Fülle von unterschiedlichen

Lebensformen und Lebensstilen

gekennzeichnet. Das kalendarische

Alter sagt wenig über einen

Menschen aus.

Freuen wir uns über die zunehmende

Lebenserwartung und versuchen

alles dafür zu tun, dass die gewonnenen

Jahre auch zu erfüllten Jahren

werden.

Ja zu einem lebenslangen Lernen

„Wir müssen heute lernend altern

und Altern lernen. Die Bereitschaft

zum lebenslangen Lernen ist eine der

wichtigsten Voraussetzungen für ein

erfolgreiches Älterwerden.“

„Lernen ist ein lebenslanger Prozess,

in dem wir täglich neue Erfahrungen

sammeln und unser Verhalten ändern.

Wir sollten gegenüber Neuem

aufgeschlossen sein und neugierig

bleiben. Ein selbstständiges und

selbstbestimmtes Leben ohne moderne

Informations- und Kommunikationstechnologie

ist heute immer

schwerer möglich. Bildungseinrichtungen,

Vereine und Verbände können

ältere Menschen unterstützen,

mit den technischen Entwicklungen

Schritt zu halten.“

Ja zu einem engagierten Alter

„Nach dem Ende der Berufstätigkeit

haben viele Menschen oft noch ein

Viertel ihres Lebens vor sich, ein großer

Teil davon bei relativ guter Gesundheit.

Viele Ältere übernehmen

Aufgaben innerhalb und außerhalb

der Familie und tun damit nicht nur

etwas für andere, sondern auch für

sich selbst.“

„Viele Seniorinnen und Senioren engagieren

sich zudem im sozialen,

kulturellen oder kirchlichen Bereich,

in Politik, Verbänden und Gewerkschaften,

im Sport, in Selbsthilfe-

gruppen oder projektbezogenen Initiativen.

Auch den sozialen Nahraum

wollen ältere Menschen mitgestalten.

Der Wunsch nach Mitverantwortung,

Selbstbestimmung und Partizipation

sind dabei die Triebfeder für ihr bürgerschaftliches

Engagement.

Die Politik ist gefordert, Rahmenbedingungen

für ein solches Engagement

zu schaffen und diese den sich

ändernden Bedürfnissen, gerade

auch älterer Menschen, anzupassen.

Das freiwillige Engagement darf jedoch

nicht instrumentalisiert werden

und zu einer Veränderung von Erwerbsarbeit

führen. Eine Verpflichtung

zum Engagement lehnen wir

ab.“

Die „Hamburger Erklärung“ steht auf

der Internetseite www.deutscher-

seniorentag.de zum Download zur

Verfügung. Auf Anfrage ist der Text

auch beim KreisSeniorenRat Enzkreis

Stadt Pforzheim e.V. (Mitglied bei der

BAGSO) nach der Urlaubszeit ab

dem 31.08.2012 erhältlich.

THEATER- UND

KINOVERANSTALTUNGEN

An jedem zweiten Mittwoch des

Monats findet im Rex-Kino eine

Kinoveranstaltung für Senioren statt.

Hierfür wird ein besonders qualifizierter

Film aus dem aktuellen Programm

ausgewählt.

Anschließend findet man sich zu einer

gemeinsamen Kaffeestunde. Genaue

Informationen findet man rechtzeitig

durch die aktuelle Presse oder

die Geschäftsstelle des Kreisseniorenrats.

Entsprechend einer Vereinbarung

mit dem KSR gibt es im Stadttheater

Pforzheim pro Spielzeit 4 vergünstigte

Seniorenvorstellungen. Die

bereits bekannten Theaterbesucher

werden vor Beginn der Saison

schriftlich vom KSR über das Programm

informiert und können in der

Geschäftsstelle ihre Bestellungen aufgeben.


Das Haustier im Nachlass,

der Nachlass für das Haustier

Immer wieder können wir in der Presse lesen, dass diese

Katze oder jener Hund Erbe eines Millionenvermögens geworden

ist und nunmehr nach dem Tod seines Herrchens

oder Frauchens ein Leben in Saus und Braus mit eigenem

Swimmingpool und Speisen auf goldenen Tellern verbringt.

Beim weiteren Lesen stellt sich dann heraus, dass sich diese

Geschichte jedenfalls nicht in Deutschland, sondern z.B. in

England oder Amerika abspielt.

Nach deutschem Recht können

Haustiere nicht erben, was daran

liegt, dass nach deutschem Recht

Tiere noch immer als Sachen eingestuft

werden. Dennoch

wünscht sich mancher, für sein

Haustier vorsorgen zu können.

Dieses kann man im Testament

durch die Auflage.

Mit dieser Auflage wird das

Haustier quasi über einen

Umweg begünstigt.

Dazu gibt es mehrere Varianten:

Der Erblasser setzt z.B.

seinen einzigen Sohn zum Erben

ein. Um sicher zu gehen,

dass sein Haustier versorgt wird,

macht er es seinem Sohn zur Auflage,

dieses Haustier zu versorgen,

regelt testamentarisch, wie er sich

die Versorgung seines Haustiers vor-

stellt und setzt zur Überprüfung einen

Testamentsvollstrecker, z. B. einen

guten Freund, ein. Für den Fall,

dass der Sohn sich nicht um das

Haustier kümmert, sollte dann

geregelt werden, welche Konsequenz

der Testamentsvollstrecker

daraus zu ziehen hätte.

Das könnte z.B. sein, dass

er dann gegen den Sohn einen

Geldanspruch durchsetzen

müsste und das Tier

jemand anderem samt diesem

Geld zu übergeben hat.

Eine andere Variante wäre

es, wiederum den Sohn

zum Erben zu machen, gleichzeitig

aber z.B. einer anderen

Person ein Geldvermächtnis

auszusetzen und diese Person

mit der Auflage zu belegen, für

Rechtsanwältin Isabel Hutter-Vortisch

das Haustier zu sorgen. Auch in dieser

Variante sollte wieder ein Testamentsvollstrecker

eingesetzt werden,

der überprüft, inwieweit für

das Haustier gesorgt wird. Auch

hier ist dann zu überlegen, was der

Testamentsvollstrecker unternehmen

soll, falls die Versorgung nicht den

Vorgaben entspricht.

Ist zur Versorgung eines Haustiers

nichts geregelt, fällt das Tier wie jeder

andere Gegenstand auch in

den Nachlass und es ist Sache

der Erben, sich darum zu

kümmern, was mit dem Tier

zu geschehen hat. Dieses

sollte bedacht sein und insoweit

ist es sicherlich besser,

im obigen Sinne für das

Tier zu sorgen.

Aber nicht nur für den Erbfall

ist es wichtig, zu überlegen,

wie das Haustier versorgt sein soll,

auch für den Fall, dass man selbst

pflegebedürftig wird und sich deshalb

nicht mehr um das Tier kümmern

kann, sollte geregelt sein,

wer sich um das Haustier kümmern

würde, wie das neue

Herrchen oder Frauchen finanziell

abgesichert wird,

bzw. ob es möglich ist, ein

Haustier mit in einem Pflegeheim

unterzubringen.

Rechtsanwältin

Isabel Hutter-Vortisch


42

Fachapotheker Wolfgang Reichert informiert:

Die meisten Menschen freuen sich im Frühjahr auf die ersten

warmen Sonnentage und auf das erste Grün an den Bäumen.

Doch auch genau dann fliegen die ersten Pollen und das bedeutet

für jeden fünften Mitbürger: Heuschnupfenzeit!

10 bis 20 Prozent der Bevölkerung werden von Niesattacken,

laufender oder verstopfter Nase sowie juckenden und tränenden

Augen geplagt. Die allergischen Krankheiten sind auf dem

besten Weg, zu einer der großen Volkskrankheiten zu werden.

Was verursacht Heuschnupfen?

Blütenpollen verschiedener Pflanzen

geraten mit der Atemluft in den Körper

und setzen sich auf den Schleimhäuten

der Atemwege fest. Der Körper

vermutet hinter den Eindringlingen

fälschlicherweise "gefährliche

Krankheitserreger" und bekämpft sie

mit voller Kraft. Diese Überempfindlichkeit

gegenüber den eigentlich

harmlosen Substanzen (Allergenen)

bezeichnet man als Allergie.

Allergene - die Auslöser der

leidigen Symptome

Beim Erstkontakt mit dem Allergen

produziert der Körper Antikörper.

Diese koppeln sich an die so genannten

Mastzellen an. Neu eintref-

Heuschnupfen

fende Allergene werden dann von

den Antikörpern eingefangen und

die Mastzellen geben einen bestimmten

Stoff, das Histamin, frei.

Das Histamin ist verantwortlich dafür,

dass der Allergiker sofort niesen

muss und einen unangenehmen Juckreiz

verspürt. Auch eine lokale Entzündungsreaktion

des Körpers ist eine

Folge der Histaminausschüttung

sein: die Nase ist gerötet, die Nasenschleimhäute

schwellen an und

schmerzen.

Diagnose Allergie – ein

Spezialist kann helfen

Der Besuch bei einem Arzt (Allergologen)

ist unbedingt ratsam. Er kann

die Allergieauslöser anhand spe-

Foto © shutterstock

zieller Tests ausfindig machen, prüfen,

ob eine Hyposensibilisierung

ratsam ist, und akut lindernde Medikamente

für Augen und Nase

empfehlen.

Oft ist es schwierig zu unterscheiden,

ob man eine Erkältung oder

Heuschnupfen hat, da die Symptome

oft ähnlich sind. Ob Sie wirklich

an Heuschnupfen leiden, kann nur

ein so genannter Prick-Test (Hauttest)

oder eine Blutuntersuchung bei einem

Allergologen zeigen. Es ist

wichtig, rechtzeitig zu klären, welche

Erkrankung tatsächlich vorliegt.

Bleibt ein Heuschnupfen zu lange

unbehandelt, kann sich die allergische

Reaktion von der Nase und

den Augen auch auf die Schleimhaut

der Bronchien verlagern. Man

spricht dann von einem "Etagenwechsel",

der schlimmstenfalls zu einem

allergischen Asthma führen

kann. Des Weiteren bietet ein Heuschnupfen

auch einen idealen Nährboden

für andere Infektionen wie z.

B. eine Nasennebenhöhlenentzündung

etc.

Bei starken Beschwerden ist meist

eine umfassende medikamentöse Behandlung

unerlässlich. Sie dient der

Linderung der Heuschnupfensymptome

und zur Behandlung der Entzündungsreaktion.

Meist werden Antihistaminika

in Form von Tabletten,

Sprays oder Tropfen eingesetzt.

Starke Beschwerden – medika -

mentöse Behandlung

Bei starken Beschwerden ist meist

eine umfassende medikamentöse Behandlung

der nächste Schritt. Sie

dient der Linderung der Heuschnupfensymptome

und zur Behandlung

der Entzündungsreaktion.

Meist werden Antihistaminika in

Form von Tabletten, Spray oder Tropfen

eingesetzt. Durch ergänzendes

Nasespülen lässt sich neuesten Studien

zufolge jedoch der Verbrauch

an solchen antiallergischen Medikamenten

deutlich senken.


– Pollenallergie

Was Sie selbst tun können...

In der Blütezeit gelangen die Pollen

praktisch überallhin; Allergiker schaffen

es kaum, ihnen aus dem Weg zu

gehen. Aber trotzdem gibt es Tipps

& Tricks, damit die Pollenzeit etwas

erträglicher wird:

• Achten Sie auf die Pollenvorhersage

im Radio, in der Tageszeitung.

Bei einer erhöhten Pollenkonzentration

sollten Sie sich möglichst

wenig im Freien aufhalten

und keinen Sport treiben.

• In den frühen Morgenstunden ist

die Pollendichte in ländlichen Gebieten

am größten. Lassen Sie am

besten zu dieser Tageszeit die Fenster

geschlossen.

• Waschen Sie sich nach Möglichkeit

jeden Abend die Haare. So

verhindern sie, dass an ihren Haaren

befindliche Pollen am Kopfkissen

haften bleiben und Sie diese

über Nacht einatmen.

• Staubsaugen Sie täglich, idealerweise

unter Verwendung eines Geräts

mit Mikrofilter. Dieser entfernt

Pollen von Teppichen und Möbeln.

Auch wenn Sie feucht wischen,

können Sie Pollen gründlichst entfernen.

• Da die Pollen auch an Ihrer Kleidung

haften, sollten Sie sich möglichst

nicht im Schlafzimmer ausziehen

und die Kleidung gleich waschen.

• Allergiker, die auf dem Land leben,

sollten die Fenster bis 6 Uhr morgens

geschlossen halten, dann ist

die Pollendichte am höchsten.

Foto: Thomas Zigann

• Mit einer Nasendusche (Apotheke)

können allergieauslösende

Stoffe aus der Nase hinausgeschwemmt

werden.

Wolfgang Reichert,

Fachapotheker

für Offizinpharmazie,

ist seit 1980 selbstständiger

Apotheker

in Pforzheim.


44

Wäscherei Merz wurde ausgezeichnet:

»Glanzlichter« –

die Sparkasse Pforzheim Calw hatte zu einem Wettbewerb aufgerufen

„Glanzlichter“ war das Thema. Glanzlichter,

das mittelstän dische Unternehmen

in Pforzheim und im Enzkreis auszeichnet,

die, verantwortungsbewusst

und zuverlässig, eine gesunde und

tragfähige Basis für ein Umfeld bilden,

das unweit von Metropolen und internationalen

Börsenspekulationen, die

Grundwerte unternehmerischen Denkens

repräsentiert.

Präsentierten den Prachtband zur gemeinsamen Initiative „Glanzlichter der Wirtschaft: v.l.

Hochschul-Kanzler Wolfgang Hohl, PZ-Verleger Thomas Satinsky, Handwerkskammer-Präsident

Joachim Wohlfeil, MT-Verleger Hans-Ulrich Wetzel, IHK-Geschäftsführer Markus Wexel, PZ-

Verleger Albert Esslinger-Kiefer, Landrat Karl Röckinger, OB Gert Hager, die Sparkassendirek -

toren Stephan Scholl, Dr. Herbert Müller, Hans-Heiner Bouley, Hans Neuweiler, Kreishandwerkerschaft-

Geschäftsführer Holger Klemke und Hochschul-Rektor Prof. Dr. Martin Ehrhardt.

Die insgesamt 100 Auszeichnungen

fanden in fünf Kategorien statt: Technologie,

Unternehmensethik, Ökologie,

Gesellschaftliches Engagement,

Sozialkompetenz.

Die Firma Merz gehört in der Kategorie

„Ökologie“ zu den ausgezeichneten

Unternehmen. Da geht es

um die Reduzierung von Wasserverbrauch

oder dem schonenden Einsatz

von Waschmitteln und vieles

mehr. Ständig ist Volker Burkhard auf

der Suche nach neuen Möglichkeiten

zur Verbesserung eines umweltund

verantwortungsbewussten Fertigungsablaufs.

In seinem Unternehmen werden 80

Menschen im Alter zwischen 22 und

65 Jahren beschäftigt, davon 7 Menschen

mit Behinderung.

Am 21. Juli präsentierten sich im

Schalterraum der Sparkasse die Gewinner

des Wettbewerbs und stellten

sich einer interessierten Besucherzahl.

Anlass war die Herausgabe eines

Buches, das die Sparkasse aufgelegt

hat. Hierin sind alle Gewinner mit ihrer

Firmengeschichte verewigt und

nachlesbar. Immer wieder wird Geschichte

gelebt und in Geschichten

dokumentiert. So auch diese.

Es ist ein weiter Weg von den Anfängen

der Wäscherei Merz bis heute.

Es begann1945 mit einem kleinen

privaten dampfbetriebenen Betrieb.

40 Jahre später – mit der Übernahme

der Geschäftsführung durch

Volker Burkhard – hält das neue technische

Zeitalter Einzug. Auf einer Produktionsfläche

von 1.800 qm entstand

hier das weltweit erste Wäschereiprojekt,

das konsequent auf

ein energiesparendes Konzept ausgerichtet

ist. Der Markt ist in Bewegung,

die Technik bestimmt das Geschehen

und bietet ständig neue Ansätze

für umweltschonende Verbesserungen

und Einsparungen.


Das seniorengerechte

Auto

Die modernen Autos werden zunehmend

sparsamer, leiser und bieten

zahlreiche technische Innovationen.

Dieser Artikel möchte die wichtigsten

Neuerungen beleuchten, die für die

wachsende Gruppe der noch selbst

mobilen Senioren interessant sind und

ihnen den Alltag mit ihrem Gefährt

erleichtern können.

Die Bevölkerung in Deutschland wird

immer älter. Das macht sich auch auf

den Straßen bemerkbar. Die Zahl der

rüstigen, aktiv am Straßenverkehr teilnehmenden

Senioren wird stetig grösser.

Durch die fortschreitende technische

Entwicklung im Automobilbau

kommen ständig neue Innovationen

auf den Markt, die die älteren Autofahrer

bei der heute hohen Verkehrsdichte

unterstützen können und so

auch zu mehr Verkehrssicherheit beitragen

können.

Als erstes möchte ich in diesem Zusammenhang

auf ein heute in Autos

aller Kategorien und Preisklassen

selbstverständliches Ausstattungsmerkmal

hinweisen, das Sie, verehrte

Leser vielleicht etwas überraschen

wird: Die Klimaanlage. Was hat eine

Klimaanlage mit einem seniorengerechten

Auto oder gar mit Verkehrssicherheit

zu tun? Das werden

sich vielleicht einige von Ihnen fragen.

Eigentlich ist dies ganz einfach

zu verstehen. Ein älterer Mensch trinkt

oftmals zu wenig, da das Durstgefühl

im Alter nachlässt. So ist ein Auto,

das im Sommer angenehm kühl ist,

nicht nur komfortabel, sondern beugt

auch einer Exsikose (Austrocknung

durch Flüssigkeitsverlust) vor. Dass in

einem heißen Wagen die Aufmerksamkeit

schneller nachlässt, ist nachvollziehbar.

Aber die Klimaanlage

hat nicht nur im Sommer Vorteile: So

können Sie beispielsweise im Herbst

und Winter rasch und bequem für freien

Durchblick sorgen. Das nervige

und auch nicht ungefährliche Beschlagen

der Scheiben hat ein Ende.

Ein weiteres, heute verbreitetes Acces -

soire ist das Navigationssystem, das

mittlerweile auch relativ preisgünstig

nachgerüstet werden kann. Wer

kennt es nicht: Man fährt beispielsweise

in den Urlaub eine etwas längere

Strecke und ist durch das Beobachten

der Schilder so vom Verkehr

abgelenkt, das teilweise sogar

gefährliche Situationen entstehen können.

Gerade für das Suchen von Straßen

in einer fremden Stadt ist das

GPS (Global Positioning System), wie

das Navigationsgerät auch genannt

wird, ein echter Gewinn für die Verkehrssicherheit,

von der Zeitersparnis

und dem ökonomischen Faktor

durch gesparten Treibstoff aufgrund

vermiedener Irrfahrten einmal ganz

abgesehen.

Die Automobilhersteller

haben die

wachsende Zahl der

älteren Autofahrer

als Kunden entdeckt.

Sie versuchen,

deren Bedürfnissen

mit entsprechenden

Modellen

nachzukommen. So

haben die meisten

Marken Autotypen

im Angebot, die ein

leichteres Aus-und

Einsteigen ermöglichen.

Zudem ist die

Sitzposition in diesen

Modellen zumeist

etwas erhöht,

was der besseren

Übersicht dient.

Auch wird zunehmend

auf eine optimale

Ablesbarkeit

der Fahrzeuginstrumente

geachtet.

An technischen Hilfen

besteht natürlich

ebenfalls kein Mangel:

So ist heute zumeist

ABS (Antiblockiersystem),

ESP

(Elektronisches Stabilitätsprogramm),

M e h r I n f o s u n t e r : w w w. a u d o l e . d e

Die KFZ-Innung Pforzheim informiert:

teilweise ein intelligenter Crashassistent

mit Gurtstraffer und aktivem

Bremsassistenten und natürlich Frontund

Seitenairbags Standard. Insgesamt

sinkt erfreulicher Weise die Zahl

der Verkehrstoten seit einigen Jahren.

Dies ist nicht zuletzt auf diese sicherheitsrelevantenAusstattungsmerkmale

zurückzuführen.

Somit steht mit dem richtig ausgewählten

Fahrzeug der Mobilität im

Alter nichts im Wege. Wir wünschen

Ihnen, verehrte Leser, dass Sie noch

lange Freude am Autofahren haben

und Ihr Ziel stets sicher und unfallfrei

erreichen.

Gebrauchtwagen mit

Qualität und Sicherheit...

...bietet der automobile Fachhandel in Deutschland. Diese

Aussage bestätigte jetzt einmal mehr der Report der

Deutschen Automobil-Treuhand, der dem Markenhandel für

Gebrauchtwagen die qualitativ hochwertigsten Fahrzeuge im

Angebot bescheinigte.

Hingegen ist das Reparaturrisiko sechs Monate nach dem Kauf

aus Privathand am höchsten. Dort nämlich fallen im statistischen

Durchschnitt 95 Euro an, während im Marken handel

lediglich 23 Euro entstünden. Das Zusatzzeichen „Gebrauchtwagen

mit Qualität und Sicherheit” zum blau-weißen Schild

„Meisterbetrieb der Kfz-Innung“ signa lisiere zudem dem

Verbraucher, dass der Betrieb sich dem Spruch einer neu tralen

Schiedsstelle stelle, falls es mit dem Kunden zu Meinungsverschiedenheiten

komme.

Foto: ProMotor

45


46

Es ist der ständige Wechsel zwischen Kommen und Gehen, Verabschieden

und Begrüßen, Gewohnheit und Gewöhnung. Da werden Spuren neu gelegt

und bewährte erfolgreich weiter genutzt, Erinnerungen ihren Stellenwert

erhalten und die Dynamik der Aktualität neue Farben mischen. Auch der

Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Pforzheim Calw besitzt ein festge schriebenes

Alter, das seinen wohlverdienten Ruhestand signalisiert, die Frage

der Nachfolge steht ins Haus und die Entscheidung ist getroffen. Dies ist

der Anlass, Dr. Herbert Müller, dem Scheidenden, und Dipl.-Kfm. Stephan

Scholl, dem neuen Vorstandsvorsitzenden ein paar Fragen zu stellen.

Stephan Scholl (links)

tritt die Nachfolge von

Dr. Herbert Müller an.

Die Sparkasse Pforzheim Calw informiert:

Interview mit Dr. Herbert Müller

1. Frage: „Welche Ratschläge würden

Sie ihrem Nachfolger geben?“

Antwort: „Keine! Denn auch Ratschläge

sind Schläge und er wird

selbst seinen eigenen Weg finden.“

2. Frage: „Es sind die letzen Tage vor

der Beendigung Ihres beruflichen

Lebens. Ist es ein schmerzlicher Abschied?“

Antwort: „Es war spannend und immer

von Neuem herausfordernd. Ich

bin dankbar für diese 33 Jahre und

die vielen Begegnungen mit interessanten

und liebenswerten Menschen

– Kunden, Kollegen und Mitarbeitern.

Die letzten 5 Jahre allerdings

waren die härtesten. 5 Jahre

Krise seit Juli 2007. Daraus ergeben

sich völlig neue Herausforderungen,

aber auch viele bürokratische Regelungen,

die beachtet werden müssen

und die das Leben der Sparkasse und

der Kunden nicht leichter machen

und das Zusammenwirken erschweren.

Auslöser für diese ganze Misere

waren einige wenige große Banken.

Leiden müssen darunter die

Sparkassen und die Kreditgenossenschaften.

Die Krise ist noch nicht

beendet, die Euro turbulenzen gehen

weiter.“

3. Frage: „Und Ihre Gefühle heute?“

Antwort: „Es sind zwiespältige Gefühle,

die mich begleiten oder anders

gesagt, ich sehe das mit einem

lachen den und einem weinenden

Auge. Und das ist gut so.“

4. Frage: „Hätten Sie nicht noch

5 Jahre verlängern können?“

Antwort: „Man muss irgendwann einen

klaren Schnitt machen und dann

gehen, wenn die Leute noch sagen

,Schade, dass er geht.’“

Wach

5. Frage: „Sie werden sich neu sortieren?“

Antwort: „Ja, aber das lasse ich auf

mich zukommen. Es gibt viele Bereiche

– Musik, Garten, Malerei, Familie,

Computer – der neue Mac steht

bereit. Noch ist vieles im Leben möglich.“

6. Frage: „Ein letztes Wort?“

Antwort: „Die 33 Jahre bei der Sparkasse

waren herausfordernd, interessant

und sogar spannend. Ich gehe

jetzt aber mit dem Gefühl, das Beste

in meinem Leben kommt noch.“

Interview mit Dipl.-Kfm. Stephan Scholl

1. Frage: „Sie haben das Steuer der

Sparkasse Pforzheim Calw übernommen.

Ein gut bestücktes Haus mit

einer Bilanzsumme von10,3 Milliarden

Euro, zu einem Zeitpunkt, in dem

die Entwicklung der Turbulenzen am

Finanz himmel in ihrem Ausmaß nur

schwer kalkulierbar sind. Können Sie

uns sagen, in welchen Bereichen die

derzeitigen Schwerpunkte Ihrer Aufgabenstellung

liegen?“

Antwort: „Unsere Arbeit und unsere

Aufgabenstellung konzentrieren sich

auf die Menschen, die Interessen und

die Gegebenheiten unserer jeweiligen

Region, um hier eine dauerhafte

und erfolgreiche Zusammenarbeit

zu erhalten und zeitnah und vorausschauend

weiter zu entwickeln. Hier

liegen die Wurzeln, und das ist die

Grundlage unseres Geschäftes. Meine

Aufgabe ist es, unter anderem unsere

2000 Mitarbeiter zu motivieren

und sie für diese Aufgabe zu begeistern.“

2. Frage: „Welche Präferenz, welche

Glaubwürdigkeit und welche Service

qualität besitzt zur Zeit das

Thema Kundenberatung?“

Antwort: „Sie ist eine unserer wichtigsten

Aufgaben. Voraussetzung für

eine sinnvolle und verantwortungsbewusste

Beratung des Kunden, ist


ablösung...

das klärende Gespräch über seine

individuellen Vorstellungen und die

Erfolgserwartungen. Um dies im Beratungsgespräch

unkompliziert und

verständlich zu vermitteln, sind umfassendes

Wissen und Lösungen notwendig,

die der Kunde versteht. Und

das bedeutet laufende Schulungen

und Informationen unserer Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter, besonders

in der heutigen Zeit. Auch sind in der

Entwicklung des Kontaktkreises zwei

neue Schwerpunkte zu beachten: im

Beraterbereich die rückläufige Zahl

der nachwachsenden Generation

und im Kundenbereich die zunehmende

Zahl der älteren Generation,

die heute an das neue technische Informationspotenzial

herangeführt

werden muss.“

3. Frage: „Die Themen der Öffentlichkeitsarbeit

der Sparkasse waren

in den vergangenen Jahren

eng verbunden mit der Aktivierung

und Förderung von Interessenbereichen,

die der Förderung wirtschaftlicher,

kultureller und sozialer

Bereiche dienen. Haben Sie

schon Ideen und Pläne für weitere

Schwerpunkte und Themen?“

Antwort: „Wie in der vergangenen

Zeit, so werde auch ich im Rahmen

meiner Aufgabenstellung Aktivitäten

und die Öffentlichkeitsarbeit

auf die Region unseres Standortes

konzentrieren. Hier liegt nach wie

vor der Schwerpunkt unserer Ideenfindung

und unserer finanziellen

und projektbezogenen Unterstützungen.“

4. Frage: „Wenn Menschen, die Sie

nicht kennen, von Ihnen ein paar

Eigenschaften, Wesenszüge und Vorlieben

erfahren möchten – welche

liegen Ihnen besonders am Herzen,

welche möchten Sie gern intensivieren

und von welchen würden Sie

sich gern verabschieden?“

Antwort: „Also, fangen wir an: Ich

glaube, dass ich gut zuhören kann

und in der Lage bin, zu verstehen –

hier manchmal nach längerem

Nachdenken. Auch bin ich bereit,

meine Meinung zu überprüfen – weil

ich kein Starrkopf bin. Daran übrigens

arbeitet meine Frau sehr erfolgreich.

Trotz allem versuche ich

zu bleiben, der ich bin – authentisch,

ehrlich, und durchaus mit Ecken und

Kanten.“

Guter Start ins Leben:

Sparkasse Pforzheim Calw bietet Bildungssparen an

Passend zum Schuljahrsbeginn macht die Sparkasse Pforzheim

Calw mit einem überaus interessanten Angebot von sich reden:

dem Bildungssparen für Kinder und Jugend liche. Diese Bildungs-

Initiative dokumentiert den hohen Stellenwert, den das Thema

Bildung bei der Sparkasse genießt. Denn noch immer ist die

beste Vorsorge für die Zukunft unserer Kinder und Enkel deren

gute Ausbildung, die optimale Start-Chancen ins Leben eröffnet.

Ob Schullandheim, ein Musikinstrument,

Sport-Ausrüstung oder ein

Auslandsjahr: immer wieder gibt es

gute Gründe, für Kinder und Jugendliche

ein finanzielles Polster anzulegen.

Dazu hat die Sparkasse

Pforzheim Calw das red young Bildungssparen

ins Leben gerufen, einen

flexiblen Sparvertrag mit vielen

Extras. Eltern , Großeltern, Onkel

und Tanten, Paten und alle, die ihrem

Schützling etwas Gutes tun wollen,

können darauf monatliche Raten

oder jederzeit einmalige Geldbeträge

einzahlen. Eltern können für

kurzfristige Investitionen auch jederzeit

Teilbeträge bis 2000 Euro

wieder entnehmen.

Und das Beste: Zusätzlich zu Top-

Zinsen bekommt das Kind am Ende

der Laufzeit einen dicken Zinsbonus

und bis zu 150 Euro Bildungsprämie.

Diese Prämie schenkt die Sparkasse

Pforzheim Calw ihren jungen

Kunden in Anerkennung besonderer

Leistungen, z. B. für (sehr) gute

Noten, Schulpreise, Sportabzeichen,

gewonnene Wettbewerbe oder soziales

Engagement. Zusätzlich gibt

es Geld für den Produktabschluss,

zum Kindergarten- bzw.- Schuleintritt,

Ausbildungs-/Studienbeginn

und Abschluss. Diese Prämien sammelt

der Sparer in seinem Bonusheft

und sobald die 150 Euro-Marke erreicht

ist, wird der Betrag im Sparbuch

gutgeschrieben. Leistung lohnt

sich also auf jeden Fall!

Weitere Infos in jeder Sparkassen-

Geschäftsstelle oder unter www.

sparkasse-pforzheim-calw.de

Die Vorteile im Überblick

• Bis zu 150 Euro Bildungsprämie

• Regelmäßiger Sparvertrag –

schon ab 10 Euro monatlich

• Attraktive Grundverzinsung

bis 25 000 Euro

• Zinsbonus einmalig am

Ende der Laufzeit

• Variable Laufzeit bis max.

zum 25. Lebensjahr

• Einmalzahlungen und Teilver -

fügungen jederzeit möglich

47


48

Prof. Dr. Ulrike

Krenzlin

Prof. Dr. Ulrike Krenzlin

Aus den vier Sektionen

Königsempfang ohne

Fanfarenbläser

Das „Ich und seine neuen Medien“

(Sektion I) zeichnet Herkunft und Jugend

Dürers nach, führt zu den Wurzeln

seines Schaffens. Zum Kern des

Frühwerkes gehören die drei hochartifiziellen

„Selbstporträts“, der

schüchterne Jüngling mit der Distel

„Mannstreu“ (Eryngium) von 1493

im Louvre. Der weltmännische junge

Mann von 1498 im Prado und

das spirallockige „Selbstbildnis im

Pelzrock“ von 1500 in der Alten

Pinakothek München. Letzteres ist

ein grandioses Porträt von vorn (en

face). Mit der leicht erkennbaren

Christusgleichheit (Imago Christi)

stellt Dürer sich in den Dienst der

göttlichen Dreieinigkeit. Das universale

Schöpfungskonzept will er

als Maler mit herrlichen Leistungen

unterstützen. Seine Bildinschrift verrät

den Könner: „Albertus Dürer aus

Nürnberg habe mich so mit realistischen

Farben dargestellt, als ich

28 Jahre alt war“. Doch alle drei

Gemälde können nicht im Original

gezeigt werden. Die Ausleihsperren

des Pariser und Madrider Selbstporträts

sind verständlich. Jedoch

die Weigerung der Bayerischen

Staatsgemäldesammlungen, „Dürer

im Pelzrock“ auch nur 170 km innerhalb

von Bayern zu transportie-

Der frühe Dürer

Zum 500. Geburtstag Albrecht Dürers 1971, dem „Dürer Jahr“, gab es in der DDR wie auch in der Bundesrepublik

Deutschland die letzte große Dürer-Ausstellung. Das Germanische Nationalmuseum Nürnberg (GNM) kann

daher stolz werben mit „Der Größten Dürer-Ausstellung in Deutschland seit 40 Jahren“. Dieses Ereignis verrät

indirekt, dass es in den nachfolgenden Generationen nicht wiederholbar ist. Weshalb? Eine Dürer-Ausstellung

auszurichten ist aus zwei Gründen kühn wie auch gefährlich. Erstens. Weil Dürers künstlerischer Werdegang, der

sich über ein halbes Jahrhundert, von 1471 bis 1528, hinstreckt, von einem Museum weder im Überblick, noch

in Abschnitten mit Hauptwerken bestückt werden kann. Hochkarätige Werke vom berühmtesten aller deutschen

Künstler werden kaum noch ausgeliehen. Ein Museum wird besucht wegen seines Dürer. Gründe für Ausleihnot

bewegen sich zwischen konservatorischen Bedenken und politischem Kalkül. Denn nicht nur der Kunstmarkt ist

hintersteuert, auch die großen Museen gehen zunehmend darauf aus mit ihrer Kunst Politik zu betreiben. Im

Museum sitzt heute niemand mehr im Glashaus. Zweitens. Das Oeuvre Dürers ist komplett erfasst. Ausgangspunkt

war die Ehrung von H.C. Arend 1728 zu Dürers 200. Todestag. Arend veröffentlichte „Das gedechtniß der

ehren eines derer vollkommnesten … künstler … aller zeiten“. Seit dem späten 19. Jahrhundert haben Kunsthistoriker

dieses Oeuvre systematisch bearbeitet. Werkverzeichnisse der Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafik

ren, hat zum politischen Skandal geführt.

Mit dem Problem befasste sich

die bayerische Landespolitik monatelang

und zwar erfolglos. Hintergründe

für den Streit liegen tief in

der bayrischen und fränkischen Geschichte.

In der Ausstellung hängt

daher nur eine Reproduktion vom

„Mann im Pelzrock“. Daneben ein

konservatorisches Gutachten unter

Glas mit dem Nachweis der Transportunfähigkeit

des Werkes.

Die Distanz zwischen diesen Gemälden

und zwei ausgestellten Por-

Abb.1. Selbstbildnis als Dreizehnjähriger.

1484. Silberstift auf grundiertem Papier.

27.5 x 19,6 cm. Wien Albertina IN 4639

trätzeichnungen liegt auf der Hand.

Denn Zeichnungen verstehen sich

nur als Studien. Sie waren nie für

die Öffentlichkeit bestimmt. Zu sehen

ist das „Selbstbildnis als Knabe“

von 1484 (Abb.1) aus der Wiener

Albertina. Und das Erlanger

„Selbstbildnis“ des bekümmerten

21jährigen von 1491.

Später wird Dürer in sein ältestes

Konterfei einfügen: „Dz hab ich aws

ein Spigell nach mir selbs kunterfeit

im 1484 Jahr, do ich noch ein Kint

was /Albrecht Dürer.“ Ein hoch berührendes

Knabenbildnis. Die Dreiviertelansicht

im Spiegel noch unsicher.

Der Junge, gerade in die Goldschmiedelehre

bei seinem Vater angetreten,

trägt über schulterlangem

Haar eine Mütze zum Aufknöpfen,

eine nur am Hals eingehakte wollene

Werkstattjacke. Die blanken Augen

blicken wachsam. Der ausgestreckte

Zeigefinger ist im Spiegel

auf sich selbst gerichtet. Der Reuezug

daneben gibt den ursprünglich

längeren Zeigefinger zu erkennen.

Diese Überlänge versteht sich aus

mittelalterlichem Bildverständnis. Danach

wird Bedeutungsvolles gegenüber

dem Naturvorbild grundsätzlich

vergrößert. Das ist die Bedeutungsperspektive.

Diese Zeichnung hat den Berliner

Bildhauer Friedrich Salomon Beer


in Nürnberg

liegen vor. Buchillustrationen und das Kunsthandwerk sind bei anonymen Urhebern auf Dürers Handschrift für

Vorlagen untersucht. Quellen zur Reichsstadt Nürnberg, damals eine der reichsten Städte im Heiligen Römischen

Reich, sind erforscht. Die Ausstellung bietet neuere Einsichten in Dürers Gesellenreise am Rhein und in die zwei

Italienreisen. Der Blick darauf ist verändert. Die Dürer-Literatur hat eine Länge von 200 Metern. Im Ausstellungskatalog

wird ein 30seitiges Literaturverzeichnis im Vierspaltendruck vorgelegt. Wer eine solche Ausstellung

plant, hat Kärrnerarbeit zu leisten. In Nürnberg ist sie bis an das Jahr 1505 herangeführt worden. 1505 steht

Dürer in seinem 35. Lebensjahr. An der Ausstellung mit ihren vier „Sektionen“ haben Kuratoren fünf Jahre

gearbeitet. Forschungsergebnisse solcher Projekte lösen in den Museen dann oft größte Aufregung aus, wenn es

um Zuschreibungen geht. Denn Zuschreibungen sind immer in Bewegung. Werke, die bisher als Dürer-Originale

galten, können weniger bedeutenden Künstlern zugeschrieben werden. Es ist schon mancher „Kampf“ um das

Original geführt worden, weil der Verlust eines renommierten Werkes die Attraktivität des Museums schmälert.

Für diesen Fall bietet Nürnberg auch allerhand Beispiele. Ermöglicht hat das Projekt die Exzellenzinitiative der

Bundesrepublik Deutschland und des Freistaats Bayern. Beide haben einen „Pakt für Forschung und Innovation“

abgeschlossen. Das GNM kann für sich den Status einer Forschungseinrichtung in Anspruch nehmen.

Abb. 2 Dürers Mutter Barbara, geb. Holper,

Öl/Tannenholz. 47 x 38 cm. Um 1490. Nürnberg.

GNM Gm1160

1882 zu einer Marmorskulptur

„Albrecht Dürer als Knabe“ angeregt.

In der ehem. Villa Arnhold in

Berlin (heute Center der American

Academy) entdeckte Jeffrey Chipps

Smith diese verschollene und schwer

beschädigte Skulptur 2010 wieder.

Barbara Dürer steht in ihrem 38. Lebensjahr.

Sie ist schwanger mit

Hans. Zwei Jahre später folgt das

letzte Kind, das Mädchen Carol. Als

verheiratete Frau verhüllt sie ihr Haar

mit einem kostbaren Kopftuch nach

burgundischer Mode. In der Hand

den Rosenkranz. Sie war gottes-

fürchtig und sehr fleißig. Barbara

Holper war die Tochter des Nürnberger

Goldschmiedemeisters Hieronymus

Holper. Bis hinauf in die

Königsebene überhäuft mit Aufträgen

betreute er auch öffentliche Ämter.

In seine Werkstatt trat der in Ungarn

gebürtige Vater Dürers 1544

als Geselle ein. Am 8.6.1467 heiratete

er die 15jährige Tochter seines

wohlhabenden Meisters, Barbara

Holper (1452 – 1514). Mit

der Heirat sicherte Albrecht Dürer

d. Ä. seine Existenz in Nürnberg.

Zwischen 1468 und 92 gebar Barbara

ihm achtzehn Kinder, fast jährlich

eine Geburt. Nur drei Kinder

überlebten.

Das Bildnis der Mutter bildet mit dem

des Vaters ein Diptychon. Beide

Werke werden in der Ausstellung

wieder zusammengeführt. 1588

kommen beide Werke in den Besitz

von Kaiser Maximilian, später zu

Abb. 3 Anbetung

der Heiligen

Könige. 1504.

Öl auf Holz.

100 x 114 cm.

Florenz. Galleria

degli Uffizi.

Nr.1890.1434

49


Abb. 4: Die vier

apokalyptischen

Reiter.

Apokalypse,

3. Figur.

1497/98. Holzschnitt.

39,6 x

28,3 cm.

Nürnberg GMN

GS Nr.

Merkel 1656

50

Prof. Dr. Ulrike Krenzlin · Fortsetzung

Kaiser Rudolf II. Vor diesem biographischen

Ausgangspunkt werden

neue Aspekte von Dürers Wanderjahren

am Rhein aufgezeigt. Bisherige

Theorien gingen davon aus,

dass Dürer seine künstlerischen Vorbilder

Martin Schongauer, den

Hausbuchmeister und Wolfgang

Peurer auf Wanderschaft persönlich

kennengelernt hat. Doch diese Ansicht

ist zu revidieren. Das wirft ältere

Forschungsergebnisse durcheinander.

Dürer hat diese Meister nicht

– wie bisher angenommen – gekannt.

Es gab in der Reichsstadt

Nürnberg einen Kunstmarkt, auf

dem man alles erwerben konnte.

Auch die Blätter dieser Meister, der

italienischen Künstler Jacopo de’

Barbari, von Andrea Mantegna sowie

erstrangige Malerei aus dem

ehemaligen Herzogtum Burgund.

Höhepunkt der Sakralen Kunst im

Kapitel Dürer als Dramatiker (Sektion

III) bietet die Anbetung der Heiligen

Könige aus den Uffizien in Florenz

(Abb.3).

Mit ihrer Huldigung zur Geburt bringen

Drei Könige die Geschenke

Myrrhe, Gold und Weihrauch. Melchior,

der Älteste kniet zugewandt

vor dem Kind, das von der seitlich

sitzenden Maria aus lebhaft nach

dem Kästchen mit der Myrrhe hinlangt.

Die Heilpflanze spielt auf den

künftigen Heiland an. Dahinter steht

im grün changierenden Samtmantel

der vollbärtige Balthasar, in der

Hand den goldenen Buckelpokal.

Rechts auf dem Podest entbietet Caspar,

der Afrikaner, den Weihrauch

im Gefäß. Drei Magier, Sterndeuter,

als Berater an Höfen tätig, stammen

aus dem heidnischen Morgenland.

Dort haben sie einen Stern beobachtet.

Aus seiner Strahlkraft deuten

sie die Geburt eines neuen Messias.

Diesem Stern sind sie gefolgt

bis Jerusalem. Dort bestürzte ihre

Botschaft vom verheißenen König

der Juden den herrschenden König

Herodes und seine Eliten. Auf ihrem

Der frühe Dürer

Rückweg sollten die Morgenländer

Herodes den Geburtsort verraten,

eine Vorwegnahme des bethlehemitischen

Kindermordes. Bis Bethlehem

folgten sie nun einem Wanderstern,

der direkt bei der Heilige

Familie stillstand.

Zur dramatisch inszenierten Szene

gehören die ruinöse Bogenarchitektur.

Sie zeugt von der Größe vergangener

Zeit. Gemeint ist sind Heidentum

und Judentum. In deren

Trümmern beginnt durch die Christi

Geburt zum Augenblick das Neue,

die christliche Zeit. Die sonnenhelle

Burg auf hohem Gebirgssporn im

Mittelgrund zeigt folgenreiche auf

die Gegenwart.

Diese drei Weisen wurden bald zu

Königen umgedeutet. Dabei geht es

um exegetische Bezüge zum Alten

Testament. Wo auch schon Könige

zum Berg Zion wallfahrten mit Geschenken

für Gott. Die Dreizahl ist

mehrdeutig: die drei seit dem 12. Jh.

bekannten Kontinente: Europa, Asien

und Afrika sowie die Lebensalter. Joseph,

der Ziehvater von Jesus ist für

die Szene nicht notwendig. Ochs und

Esel hingegen sind beteiligt am Wun-


in Nürnberg

der der Geburt. Dürers Tierstudien erfassen

das Miteinander von Tier und

Mensch in neuer Weise. Darin sind

sie ihrer Zeit meilenweit voraus.

Das beliebte Thema war in der vorausgehenden

Tafelmalerei reicher

an Details. Bei Dürer ist es von großer

Freude und innerem Glanz durchdrungen.

Dieses wunderbare Werk

steht an der Schwelle zur Reformationszeit,

bleibt jedoch in den Grenzen

der Altgläubigkeit.

Bis heute wird am 6. Januar die Ankunft

der Hl. Drei Könige gefeiert, die

Haustüren erhalten den Segen mit

den Buchstaben: C+M+B (Christus

mansionem benedicat) Christus hat

dieses Haus gesegnet. Den Dreiflügelaltar

beauftragte Kurfürst Friedrich

III. von Sachsen für die Schlosskirche

in Wittenberg. Neben Kardinal Albrecht

von Brandenburg besaß der

Kurfürst die größte Reliquiensammlung.

Doch trat er später zur Reformation

über.

In der Offenbarung hat Johannes eine

Vision vom Strafgericht Gottes.

Dessen Urteile sind in einem Buch erfasst,

das mit sieben Siegeln verschlossen

ist. Weder Mensch noch

Engel dürfen sie öffnen, nur ein Lamm.

Beim Öffnen der ersten vier Siegel erscheinen

mit Donnerstimme vier Reiter

(Abb. 4): der erste Reiter auf wei-

ßem Pferd mit Pfeil und Bogen ist vielleicht

ein Sieger. Der zweite auf rotem

Pferd mit erhobenem Schwert

bedeutet den Krieg. Der dritte Reiter

auf schwarzem Pferd mit Waage

bringt Hungersnot im Gefolge des

Krieges. Das vierte Pferd auf einem

abgemagerten Gaul kommt daher

mit der ganzen Unterwelt. Das ist

der Tod. Er hat die Macht zu töten

durch Schwert, Hunger. Dürer lässt

diese vier Reiter von den vier Winden

im furiosen Galopp die Welt

durcheilen.

Der Kampf des Himmels mit dem Teufel,

Schrecken und Entspannung, das

Martyrium des Johannes sind Gegenstand

der Offenbarung Johannes.

Die Apokalypse, eine frühe

Buchausgabe mit Holzschnitten von

Dürer, erschien unter dem Titel „Die

heimliche Offenbarung des Johannes“.

Dürer erfand bildgewaltige Illustrationen

zu vierzehn Themen.

Erstmals wird mit diesen Holzschnitten

eine Textvorlage nicht direkt

umgesetzt, sondern konvulsivisch

mit Phantasien und Visionen umgegangen,

in die manches Alltagsgeschehen

und Landschaften verwoben

sind.

In jedem der vier Kapitel gibt es herrliche

Bilder, gemalte Erzählwerke,

die das Ende des Spätmittelalters

und den Beginn der Neuzeit verkünden.

Manches öffnet sich dem

Humanismus der Vorreformation.

Anderes treibt die Spätgotik zur Blüte.

Sie kann in der Reformation keine

Nachfolge finden. Der Ausstellungskatalog

ist hoch zu schätzen.

Den 200 Werken sind erstmals ihre

durchgehend erforschten Provenienzen

zur Seite gestellt. Das Ergebnis

übertrifft damit neue Museumskataloge,

insbesondere den Bestandskatalog

der Alten Pinakothek

München.

Weniger Erfolg ist in der Darstellung

und Interpretation von Dürers Frühwerk

aus dem nachreformatorischen

Forschungsgeistes beschieden. Er

meidet die Nähe zur ikonographi-

schen Forschung vorreformatorischer

Zeit. Dürers

Schaffen war in das vorreformatorischeGlaubensmodell

eingebunden und nicht

in das der Reformation. Theologen

und Historiker hätten

das Forschungsprojekt in diesen

Punkten bereichern können.

So finden die Farbigkeit,

die Dürer seinen Bildern mitgegeben

hat, ihr Glanz, der

bis heute die Welt erhellt, in

den Textbeiträgen kaum Entsprechung.

Lächeln und Lachen im Mittelalter

Erstmalig wird in einer Ausstellung

ein Thema behandelt, das die gesamte

mittelalterliche Kunst durchdringt.

Es ist das gute und böse Lachen.

Man kennt es vom Programm

der Portalplastik an den gotischen

Kathedralen mit ihren Darstellungen

des Jüngsten Gerichts.

Auch von der Auferstehung der Seligen,

von den Schreien aus dem Fegefeuer,

in dem die Verstorbenen ihre

Sünden büßen müssen. Ebenso

bekannt ist das höllische Gelächter

der Teufel. Aber auch das selige Lächeln

der Madonna mit dem Christuskind

bestimmt die Kunstwerke.

Diese Programme sind eindringlicher

als jedes passende Hollywood

Filmszenario.

In der Bibel liegen Andeutungen

vom törichten, triumphierenden, seligen

oder jubilierenden Lachen vor.

Doch die Art und Weise des Lachens,

ob selig, zügellos, hem-

mungslos, sein Für und Wider auszudifferenzieren,

das spielt erst in

der Hohen Schule der Scholastik Anfang

13. Jahrhundert eine Rolle.

Weil im Lachen ein Vorzug des Menschen

erkannt wird. Zur Ausdeutung

greifen Theologen auf antike Quellen

zurück, insbesondere auf die

Lehrwerke von Cicero und Quintilian

zur Rhetorik, eine der sieben freien

Künste. Im Griechischen kann

scharf geschieden werden zwischen

Größte Dürer-

Ausstellung in Deutschland

seit 40 Jahren

Germanisches National -

museum Nürnberg bis

2.9.12, Di–So 10–18 Uhr,

Mi 10 – 21 Uhr.

Katalog Verlag GNM

Nürnberg 2012, Hg. von

D. Hess u.Th. Eser,

ISBN 978-3-936688-59-7

29 € im Museum.

36 € im Buchhandel.

Kultur-Ticket-Spezial der

DB für 39 € (2.Kl.).

59 € (1.Kl. an einem Tag

hin und zurück).

51


Abb. 1: Zug der

Seligen (Detail).

Ehem. Mainz. Dom.

Westlettner. Naumburger

Meister.

Um 1239. Sandstein,

farbig

gefasst. 90 cm

© Bischöfliches

Dom- und Diözesanmuseum

Mainz

Abb. 2: Kopf

eines lächelnden

Teufels. Ehem.

Mainz. Westlettner.

Naumburger

Meister. Um

1239. Sandstein.

farbig gefasst.

28 cm. © Bischöfliches

Dom- und

Diözesanmuseum

Mainz.

52

Prof. Dr. Ulrike Krenzlin · Fortsetzung

Lächeln und Lachen im Mittelalter

positiven (gélãn) und bösartigen (katagélãn)

Lachen. In der Antike gingen

die Autoren davon aus, dass

Lachen diejenige Eigenschaft ist, die

den Menschen vom Tier unterscheidet.

Doch die hochmittelalterliche Scholastik

bindet ihre Argumentation zu

verschiedenen Arten des Lachens in

ein hochkomplexes religiöses Weltanschauungsgebäude

ein. Dafür

reicht das lateinische Wort für Lachen

(ridere) nicht mehr aus. Es müssen

neue Ausdrücke speziell für höllisches

Lachen, Gekicher und Schadenfreude

gefunden und muss ausgefeilter

argumentiert werden.

Das Lachen wird überhaupt nur sehr

zögerlich akzeptiert. Im frühen Christentum,

bei den Kirchenvätern,

stand Lachen dem Laster noch

sehr nahe. In den Schriften

von Hieronymus

wird es gänzlich abgelehnt.

In den benediktinischenMönchsregeln

ist ein maßvolles

Verhalten beim Lachen

erlaubt. Dem

Weltklerus hingegen

ist herausausschreiendes

Lachen als

Nähe zur Lasterhaftigkeit

untersagt.

Wolfram von Eschen-

bach schildert in seinem Epos Parzival

den Verzicht auf das Lachen

als königliche Tugend.

Im hohen Mittelalter änderte sich diese

Haltung allmählich. Theologen

und höfische Epen-Autoren wie Wolfram

von Eschenbach äußern sich

differenzierter dazu. Immer unterscheiden

sie jedoch zwischen seligem

Lächeln und höllischem Gelächter.

Sie trennen das „gute“

vom„schlechten“ Lachen (Abb. 1).

Abb. 3: Madonna mit Kind (sog. Fuststrassenmadonna)

um 1250. Sandstein. Fassung

19. Jh. 170 x 73cm © Mainz. Bischöfliches

Dom- und Diözesanmuseum, Inv. PS 00169

Lachen also ist eine Frage der Qualität?

Mehr, denn das Lachen bleibt

eingeordnet in die religiöse Weltanschauung

des Mittelalters. Der zufolge

gibt es für den Menschen ein

irdisches Leben und ein Nachleben

im Jenseits. Erst am Tag des Jüngsten

Gerichts entscheidet sich für jeden

seine endgültige Bestimmung.

Dante hat in der „Göttlichen Komödie“

am eindrücklichsten diesen Weg

des Lachens aus der Religion in die

Weltliteratur überführt. Zusammen

mit Virgil führt ihn sein Weg durch

Fegefeuer, Hölle in das Paradies,

über all wird gelacht. Alles wird hinauslaufen

auf die Frage, wird es

ein selige Lächeln der Engel als Himmelsboten

geben oder den krächzenden

Teufel („kachezende tiuvel“).

Das höllische Lachen bleibt das Vorrecht

des Teufels in Fegefeuer und

Hölle (Abb. 2). Das selige Lachen

erwartet nur diejenigen, denen es

beim Jüngsten unter Abwägung ihrer

Verdienste beschieden wird.

Es gab bisher kaum Anlass, über

diese unterschiedlichen Lachen nachzudenken.

Das liegt daran, dass die

Kunstgeschichte zur Deutung dieses

Themas die Theologie braucht. Das

Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum

hat nun zum Thema Seliges

Lächeln und höllisches Gelächter eine

wunderbare Ausstellung eingerichtet.

Zusammen mit Theologen ist

das kunsthistorische Material aufsehenerregend

aufbereitet worden.

Sind Antworten zur Fragen des Lachens

gegeben werden, was bedeutet

denn das Lächeln, Lachen

und höllisches Feixen im Mittelalter.

In der Bergpredigt wird das himmlische

Lachen am schönsten beschrieben.

„Freut euch an jenem Tage

und springt vor Freude, denn siehe,

euer Lohn ist groß im Himmel“

(Lk 6.20-23).

Die schöne Maria (Abb. 3) im offenen

Lockenhaar trägt das Christuskind

so liebevoll im Arm und. Sie

verfolgt sein Spiel liebevoll. In dieser

Geborgenheit kann ihr Kind von

innen heraus lächeln. Es handelt sich

hier um eine der schönsten mittelalterlichen

Darstellung des Lächelns.

Die positive Haltung zum Lachen

wird vor allem an der Frage gemessen,

ob und wie Christus gelacht

hat. Weil es in den Quelltexten keine

ausführliche Interpretation gibt,

blieb diese Frage wesentlich gnostischer

Auslegung vorbehalten. Dass

dem Jesus Kind alles Menschliche

eigen war, damit auch das Lachen,

findet breitere Zustimmung.

Seliges Lächeln und höllisches Gelächter

Das Lachen in Kunst und Kultur des

Mittelalters, Ausstellung. Bischöfliches

Dom- und Diözesanmuseum Mainz.

Bis 16.9.12. Katalog: Schnell + Steiner,

ISBN 978-3-7954-2583-8, 25,95 €


Feuchtigkeitspflege

für anspruchsvolle Haut

Natürliche Regeneration und innovative Feuchtigkeitsver sorgung

sind die Hauptmerkmale der Linie »Aquanature« von ANNEMARIE

BÖRLIND. Zwei neue Spezialprodukte ergänzen die Linie und

verwöhnen die Haut mit extra viel Feuchtigkeit.

Wir werden in den in den nächsten

drei Ausgaben jeweils die interessantesten

Kosmetik-Pflegeprodukte

von Annemarie Börlind vorstellen.

Warum haben wir diese Produkt-Serie

ausgewählt? Alle bemühen sich,

auf der tragenden Welle der naturgegebenen

oder -belassenen Produkte

mitzuschwimmen. Da schaut

man schon mal genauer hin und

überlegt sich, wem man sein Vertrauen

schenken kann. Und es ist

verständlich, wenn man sich bei der

Überprüfung von Langzeiterfahrungen

leiten lässt. Hier ist Annemarie

Börlind ein Spitzenreiter der internationalen

Kosmetikhersteller. Und

das ist der Grund unserer Auswahl.

Die Augenpartie ist eine der

anspruchsvollsten Pflegebereiche

Stress, Müdigkeit und Alterserschei -

nungen zeigen sich hier am schnellsten.

Oftmals trägt ein Mangel an

Feuchtigkeit außerdem dazu bei,

dass diese Hautpartie trocken und

fältchenreich wirkt.

Die neue zarte Augenpflege der

Linie Aquanature für die anspruchs -

volle und feuchtigkeitsarme Haut

enthält Wirkstoffe, die auf die Bedürfnisse

der Augenpartie abgestimmt

sind. Insbesondere vermindert

der Anteil an Hyaluronsäure

und marinen Pflanzenextrakten die

Bildung von Trockenheitslinien und

Fältchen. Phytozellen aus der Papy -

ruspflanze fördern die Regeneration

der Haut. Auch die bei dieser

Partie häufig auftretenden Schwellungen

können mit dieser Augenpflege

gemildert werden. So stimuliert

Bio-Coffein die Mikrozirkulation

der Haut und fördert damit eine

strahlende Augenpartie.

Verwöhnende Frischemaske

contra Trockenheitsfältchen und

Müdigkeit

Die Aquanature Frischemaske mit

Hyaluron und wertvollen marinen

Neu bei AQUANATURE:

Hyaluron-Augenpflege und

Hyaluron-Feuchtigkeitsmaske

Pflanzenextrakten ist wie eine wohltuende

Dauerdusche für durstige

Haut. Wie ein Frische-Kick sorgt diese

Maske, etwa nach einem langen

Arbeitstag, für rasche Vitalisierung

der Haut. Die Gelmaske verwöhnt

mit ihren pflegenden Wirkstoffen

und lässt den Teint jugendlich glatt

und gesund strahlen.

Ein lang anhaltendes Frischegefühl

belebt nicht nur die Haut, sondern

auch die Sinne. Die Maske ist für jeden

Hauttyp geeignet und kann

nach Bedarf mehrmals wöchentlich

eingesetzt werden.

Die Linie umfasst:

Reinigungsmousse, Feuchtigkeits -

serum, 24h-Creme-Sorbet, 24h-

Feuchtigkeitscreme sowie neu die

Hyaluron-Augenpflege und Hyaluron-Feuchtigkeitsmaske.

Vertrieb: Börlind GmbH

Telefon: 0 70 51/60 00-0

53


echts: Armband

Gold, Email; Lucien

Falize Paris,1879/80;

© Schmuckmuseum

Pforzheim;

Foto Rudiger Flöter

Halsschmuck:

Gold, Email;

Giacinto Melillo zugeschrieben;

Neapel, ca.1870/80;

© Schmuckmuseum

Pforzheim;

Foto Gunther Meyer

rechts unten:

Armband »Intervention

of red«; Silber

vergoldet, Pulverbeschichtung;

Robert

Baines, 2003;

© Schmuckmuseum

Pforzheim;

Foto Petra Jaschke

54

Schmuckmuseum Pforzheim:

Weltsprache Ornament

STRENG GEZACKT UND SCHÖN VERSCHNÖRKELT · AUSSTELLUNG BIS 30. SEPTEMBER 2012

Ornamentale Gestaltungsformen gehören zu den frühesten

Zeichen menschlichen Kulturschaffens. Angefangen mit einfachen

Ritzungen auf Fundstücken über in sich verschlungene

Linien bis hin zu barockem Überschwang sind Ornamente

auch im Schmuck zu finden. Sie sind ein welt- und

kulturenüberspannendes Phänomen, an dem sich bei aller

Verschiedenartigkeit ähnliche Muster entdecken lassen.

Die Ausstellung zeigt die Vielfalt ornamentaler

Ausdrucksformen im

Schmuck aus dem abendländischeuropäischen

Raum bis zum

Formenreichtum im Orient.

Es werden die verbindenden

Elemente der

Ornamentik untersucht,

die in allen

Kulturen und Epochen

auftauchen

und sich zu einer

»Weltsprache

Ornament« zusammenfügen.

Unter dem

Aspekt der ornamentalenGestaltung

bietet

sich so ein neuer

Blick auf ausgewählte

Preziosen

der Sammlungen des

Schmuckmuseums, aus

denen rund 120 Stücke

zu sehen sind. Einen

Schwerpunkt bildet dabei das

19. Jahrhundert. Die Schau ist der

Ausstellungsbeitrag des Schmuckmuseums

zum Festival »Mix versteh’n«

des Kulturamtes der Stadt

Pforzheim.

Einen Höhepunkt fand die Vielfalt der

Ornamente im Schmuck mit dem Aufkommen

des Historismus. In Abgrenzung

von dessen Orientierung

an vorangegangenen Stilen artikuliert

sich in Epochen wie dem

Jugendstil mit

seinen vegetabilischen

Strukturen

und dem

geometrisch

geprägten Art

Déco ein in die

Moderne weisendesFormenverständnis.

Denn am Beginn des

20. Jahrhunderts steht die Auseinandersetzung

mit ornamentalen Überformungen

und deren zum Teil ve-

Brosche: Silber, Turkise, Markasite; Firma Gustav

Braendle, Th. Fahrner Nachfolger Pforzheim; ca.

1930/32; © Schmuckmuseum Pforzheim; Foto

Gunther Meyer

hemente Ablehnung. Hier nimmt der

oft zitierte Adolf Loos mit seiner wütenden

Streitschrift »Ornament und

Verbrechen« eine Schlüsselposition

ein – er sprach von »vergeudeter Arbeitskraft«

und

»geschändetem

Material«. Diese Kritik wirkt bis heute

weiter, und ohne sie wären weder

das Bauhaus noch das »form-followsfunction«-Design

der letzen fünf Jahrzehnte

denkbar. Die Spätmoderne

zeichnet ein unbefangenerer Umgang

mit Ornamentik aus. Gestalter

setzen sie bewusst und unerschrocken

oder

teilweise ironisch

wieder ein, um

Lust am freien

Spiel oder

auch Aspekte

wie Individualitätauszudrücken.

Parallel zur allgemeinenGestaltung

finden sich auch

im Schmuck in ornamentarmen

Zeiten immer wieder neue Ansätze

zu ornamentalen Verzierungen. Von

antiken Schmuckstücken mit geometrischer

Flächenornamentik über gotische

Elemente oder die Pflanzenornamentik

der Renaissance, über Zitate

der mittelalterlichen Buchmalerei

im Historismus bis hin zur jüngsten

zeitgenössischen Schmuckkunst

ziehen die Ranken und Mäander der

Ornamentik im Schmuck. Reihung

und Rhythmisierung, Verdichtung und

Überhöhung sind Kennzeichen der

ornamentalen Kunst im Schmuck, die

sich auf alle Kulturen gleichermaßen

anwenden lassen und damit ein

wahrhaft globales Phänomen beschreiben.

Das Ornament ist ab Dezember und

Januar Anlass für zwei weitere Ausstellungen

in Pforzheim. Sie richten

den Fokus auf das Ornament in

Kunst und Design. Der Kunstverein

Pforzheim zeigt »Ornamentale Strukturen«,

und die Pforzheim Galerie

widmet dem Thema eine Schau in

der Reihe Design-Positionen.


www.schmuckwelten.de

Die Schmuckwelten Pforzheim informieren:

Schmuckpräsentationen

VON HEIKE WALK UND DAGMAR MARIA MILDES

Argentium und „Soft flex”-Stahlseide

sind die wichtigsten Komponeneten

im Schmuck von DAGMAR

MARIA MILDES. Die Silberscheiben

sind aus Argentium-Silber.

Dabei handelt es sich um eine Silberlegierung

die sehr hell oxidiert,

bei der Teile des Kupfers mit Germanium

ausgetauscht werden. Die

Oxydschicht legt sich wie ein Schutz

um die Silberscheiben. Die hochwertige

„Soft flex”-Stahlseide enthält

49 Fäden, was ihr große Flexibilität

verleiht. Durch die Steifheit und die

Spannung der Stahlseide kommt der

Dreheffekt zustande, der besonders

bei den Colliers eine entscheidende

Rolle spielt. Dieser würde sich mit ei-

Die Schmuckarbeiten von HEIKE

WALK sind inspiriert durch die Beobachtung

des Alltäglichen und seinen

Geschichten. Oft sind es winzige

Details, die beim genaueren Betrachten

eine unglaubliche Ästhetik

aufweisen. Diese sind Auslöser

und Inspiration

zugleich.

So auch die

Faszination

für ein Zukkertütchen

nach einem

Kaffeehaus Besuch.

Seine pralle

Form und die zarte Struktur der Verschlussprägung

finden seine Nach-

ahmung in der Ketten-Kollektion

„golden sweets“.

Dabei versucht sie das Wesentliche

und Charakteristische der Dinge herauszufiltern,

und mit möglichst wenig

Eingriffen oder Veränderungen,

in ihren Schmuck zu adaptieren.

HEIKE WALK, geb. 1974 in Köln

Studium der Biologie, Goldschmiedelehre und

anschl. als Goldschmiedin tätig, Studium Produkt-/Schmuckdesign,

seither freischaffende

Designerin in Köln.

Viele Gruppenausstellungen und Messen, wie

z.B. „konzept-projekt-forschung“, Düsseldorf

„manu factum 11“, Zons; „in der Südsee“

Zürich, „inhorgenta europe“ München; „best

of 2010“, Düsseldorf.

3. Preis beim Wettbewerb „jewellery in siliciumcarbid“.

nem anderen Material nicht ergeben,

wodurch Material und

Formgebung untrennbar zusammenhängen.

Weil Dagmar Mildes im hohen

Norden von Norwegen

lebt, entnahm sie den Utensilien

der Fischerei ihre Inspiration. Die

Formensprache ihres Schmucks erinnert

z.B. stark an Krebsreusen.

DAGMAR MARIA MILDES, geb. 1968 in

Bruchköbel, lebt seit 1991 in Norwegen.

„Meine Annäherung an eine neue Kollektion

geht über das Material. Ich habe mich von

der Stahlseide faszinieren lassen und mache

mich auf die Suche nach Möglichkeiten, ihre

wunderbaren Eigenschaften zur Geltung zu

bringen.“ Aktuelle Kollektionen sind: „Vev”,

„Kurv” und „Sigar”.

FASZINATION ERLEBEN.

Europas größter Schmuckerlebnispark

begeistert Sie mit glänzenden Eindrücken.

Mit mehr als 65 000 Einzelangeboten

erwartet Sie ein außergewöhnliches

Einkaufserlebnis auf über 4000 m2 Verkaufs-, Erlebnis- und Ausstellungsfl äche.

Die SCHMUCKWELTEN Pforzheim

Faszination erleben.

SCHMUCKWELTEN Pforzheim · Westl. Karl-Friedrich-Straße 56

75172 Pforzheim · Tel. 07231 99-4444 · info@schmuckwelten.de


Eine kostbare TROIKA

im harmonischen Dreiklang

aus Edelsteinen und Brillanten

leuchtender Farbenspiele.

BUNZDESIGN GmbH · Bunzallee 2 · 75335 Dobel · 07083-9228-0 · info@bunz.de · www.bunz.de


BUNZDESIGN

ZEITLOSE WERTE

SKELETTUHR

Gelbgold 750/-, Mittelstein Brill. 0,25 ct.

und pavé 0,20 ct. TW/vvs,

Safirglas, braunes Lederband


Die Leiter der Spar -

kassen-Geschäftsstellen

Eisingen, Königsbach,

Remchingen, Büchenbronn,

Birkenfeld,

Neuen bürg, Straubenhardt

und Keltern freuen

sich über die vom Kreisseniorenrat

überreichte

Auszeichnung

„Seniorenfreundlicher

Service“.

In Mühlacker wurden

die Sparkassen-

Geschäftsstellen Heimsheim,

Illingen, Maulbronn,

Niefern, Stromberg,

Oberderdingen

und Wiernsheim ausgezeichnet.

Die Urkunden

nahmen die jeweiligen

Geschäftsstellenleiter

entgegen.

58

Die Sparkasse Pforzheim Calw informiert:

„Sparkasse absolut an der Spitze“

Geschäftsstellen für „seniorenfreundlichen Service“ zertifiziert

Beim Projekt „Seniorenfreundlicher Service“, einer Aktion des

Landesseniorenrates und der Seniorenräte in Baden-Württemberg,

wurde die Sparkasse Pforzheim Calw mit weiteren

Zertifikaten bedacht. „Die Sparkasse ist da absolut an der

Spitze“, attestierte Gerda Görnemann, eine der beiden Vor -

sitzenden des Kreisseniorenrats Pforzheim.

Nach „Beste Bank“ im Focus Money-

Citycontest also eine weitere

Auszeichnung, die Kundennähe und

Servicefreundlichkeit der Sparkasse

belohnt. „Es ist offensichtlich so, dass

man uns als vorbildlich darstellen

kann“, zeigte sich Vorstandsvorsitzender

Dr. Herbert Müller erfreut

und fügte hinzu: „Freundlichkeit und

Kompetenz sind bei der Sparkasse

selbstverständlich.“

Im Vorjahr waren bereits 14 Geschäftsstellen

der Sparkasse Pforz-

heim Calw im Stadtgebiet und in

Mühlacker zertifiziert worden.

Nach Abschluss der Test- und Überprüfungsphase

kann die Sparkasse

nun insgesamt 40 zertifizierte Geschäfts

stellen in Pforzheim, im Enzkreis

und im Landkreis Calw vorweisen.

An 26 Geschäftsstellen im Bereich

Pforzheim, Mühlacker und im Landkreis

Calw wurden die Urkunden an

die jeweiligen Filialdirektoren überreicht.

Im Bereich der Goldstadt und Mühl -

acker wurden zertifiziert:

• Eisingen • Königsbach

• Remchingen • Büchenbronn

• Birkenfeld • Neuenbürg

• Straubenhardt • Keltern

• Heimsheim • Illingen

• Maulbronn • Niefern

• Stromberg • Oberderdingen

• Wiernsheim

„Wir haben’s Ihren Mitarbeitern

nicht leicht gemacht“, machte Dieter

Müller, Co-Vorsitzender des Kreisseniorenrats,

deutlich. Die „vorbildlich

bestellten“ Geschäftsstellen hätten

beim Test auch durch „äußerst

freundliche, gut ausgebildete“ Berater

überzeugt. Ilse Kästner merkte

an, dass der Prämierung ein zweiter

Test vorausgegangen sei, bei

dem die Prüfer inkognito blieben.

Angesichts der guten Ergebnisse

„können Sie beruhigt in den Ruhestand

gehen“, meinte die Projektleiterin

vom Kreisseniorenrat an Dr.

Müller gewandt.

Mit der Aktion und der Zertifizierung

von Geschäften soll beim Einzelhandel

auf Veränderungen hingewirkt

werden, welche die immer

größer werdende Kundengruppe

„ältere Menschen“ berücksichtigen.

Sämtliche Ausgezeichneten wurden

auf eigenen Antrag getestet und

bewertet. Gegebenenfalls wurden

Änderungen angemahnt und deren

Einhaltung überprüft.

Die Aktion „Seniorenfreundlicher

Service“ wird vom Kreisseniorenrat

Enzkreis – der Stadt Pforzheim in

Zusammenarbeit mit der IHK Nordschwarzwald,

dem WSP City marke -

ting, der Handwerkskammer Karls -

ruhe, dem Einzelhandelsverband,

der Altenhilfe Enzkreis und der

Altenhilfe Stadt Pforzheim durchgeführt.

Bei Erfüllung vorgegebener Kriterien

erhalten die Geschäfte nach dem

ausgiebigen Test eines unangekündigten

Prüfers das Prädikat „Seniorenfreundlicher

Service“, das für die

Kunden gut sichtbar platziert wird

und als Auszeichnung und Leistungs -

nachweis wirkt. Nach Ablauf von

zwei Jahren werden die Kriterien

und Auflagen erneut überprüft und

gegebenenfalls wird die Zertifizierung

fortgeführt.


• Bücher • Bücher • Bücher • Bücher

Wolfgang Schorlau:

„Die letzte Flucht“

Verlag: Kiepenhauer & Witsch

Wolfgang Schorlau lebt und arbeitet

als freier Autor in Stuttgart. 2005

wurde er mit dem

Deutschen Krimipreisausgezeichnet.

In seinem neuen Roman

wendet er sich

einem Thema zu,

das für jeden lebenswichtig

ist:

dem Gesundheitswesen.

Im gleichen

Maß, wie er ein unfassbaresVerbrechen

aufdeckt, enthüllt der Autor,

wie real die Bedrohung durch die

übermächtige Pharmaindustrie ist.

Jan Seghers:

„Die Akte Rosenherz“

Rowohlt Taschenbuch Verlag

Jan Seghers alias

Matthias Altenburg

wurde 1958 geboren

Der Schriftsteller,

Kritiker und Essayist

lebt in Frankfurt

am Main Für

seinen Roman „Partitur

des Todes“ wurde

der Autor mit

dem „Offenbacher

Literaturpreis“ sowie

dem Burgdorfer

Krimipreis ausgezeichnet.

Niemand, der damals

in heißen Augustnacht

am Tatort

war, wird den Fall

je vergessen.

Eine Prostituierte

wird auf brutale

Weise ermordet Sofort

macht das Wort

von der „zweiten

Nitribitt“ die Runde.

Florian Langenscheidt:

„Handbuch des Glücks“

Heyne Verlag

Florian Langenscheidt, Verleger und

Buchautor, 1955 in Berlin geboren,

Studium Germanistik, Journalismus

und Philosophie in

München.

Er schreibt über Glück und

gibt es mit seiner Stiftung an

Kinder weiter.

Die Zukunft gehört den Optimisten,

und sie wird besser

als die Gegenwart. In der

Steinzeit, glaubt Florin Langenscheidt,

mag Pessimismus

eine nützliche Eigenschaft

sein. Wo „hinter jeder Ecke

ein Säbelzahntiger lauern konnte“

half er beim Überleben.

Der Verleger und Philanthrop

hat nicht nur

„das Wörterbuch des

Optimisten“ geschrieben.

Er lebt diese Haltung

auch.

Johannes

Schweikle:

„Westwegs“

Verlag: Klöpfer

& Meyer

Johannes Schweikle,

1960 in Freudenstadt

im

Schwarzwald geboren,

studierte

Ev. Theologie in

Tübingen, Jerusalem

und München.

Er arbeitet als

Journalist, lebte

jahrelang in Hamburg

und schreibt

nun auf Schloss

Bühl bei Tübingen.

Seine Portraits,

Essays und

Reportagen erscheineninsbe-

sondere in der ZEIT,

bei GEO und in Merian.

Der Westweg führt

seit mehr als 100

Jahren durch den

Schwarz wald von

Pforzheim nach Basel.

Die Wanderung: eineEntdeckungsreise

mit einem exotischen

Gebirge, ein

durch das Zentralmassiv

deutschen

Gefühls. Ein Buch,

das richtig Lust auf

den Schwarz wald

macht.

Ohne die Früchte aus Wissenschaft und Technik wäre unser Leben beschwerlich.

Kein Strom, Telefon und Internet. Quantenmechanik und DNA sind nur einige der

Meilensteine. Der Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer bettet die letzten

50 Jahre seines Lebens in diese neue Welt des Wohlstandes, der weltweiten

Kommunikation

und einer

noch nie

gekannten

Freiheit ein.

336 Seiten

ISBN 978-3-8312-0388-8

Best.-Nr. 10388

€ 24,95

auch als

KOMPLETT-MEDIA GmbH

www.der-wissens-verlag.de

����������������������

Kostenlose Kataloge: Tel. 089/6492277


• Bücher • Bücher • Bücher • Bücher

Luis Angel Diaz:

„Das intelligente Bewusstsein

der Zellen“

Verlag Trinity

Luis Angel Diaz wurde

in Argentinien geboren

und zog 1994

nach USA. Seit mehr

als 20 Jahren praktiziert

und unterrichtet

er Kinesiologie, orientalischeMedizintechniken,Kräuterheilkunde

und die Auflösung

emotionaler Blockaden.

Er zeigt in seinem

Praxisbuch, wie wir

das Bewusstsein der

Zellen zur Selbstheilung

nutzen können.

Bärbel Reetz:

„Hesses Frauen“

Verlag Insel

Taschenbuch

Mia Bernoulli, Ruth Wenger,

Ninon Dolbin – drei

Frauen, drei Lebensentwürfe.

In der ersten Biographie

über die Ehefrauen von

Hermann Hesse entwirft

Bärbel Reetz, gestützt auf

Die hier wesentlich erweiterter Auflage

vorgelegte Schrift ist aus der Arbeit an

der Universität des 3. Lebensalters, deren

Vorsitzender der Verfasser seit 1984

ist, hervorgegangen. Sie wende sich

sowohl an Wissenschaftler im Fach

Geron tologie als auch an die betroffenen

Generationen der älteren, alternden

und alten Menschen selbst.

Ihnen wird dadurch eine Grundlage des

Selbstverständnisses und des Verständnisses

ihrer Situation geboten. Im Mittelpunkt

stehen die gründlichen Ausführungen

über Formen und wechselnde Inhalte

der Bildung im Alter. Dabei werden

vielfältige Perspektiven auf ein geistig

erfülltes Alter geboten. Die Basis der

viele unveröffentlichte Bilder

und Dokumente, nicht

nur die Portraits ungewöhnlicher

Frauen, sondern

macht auch neue Facetten

der Persönlichkeit

des Dichters sichtbar.

Bärbel Reetz ist 1942 geboren

und lebt als freie

Journalistin in Berlin. Studium

der Germanistik und

Anglistik. Ihre Arbeiten

wurden mehrfach mit Preisen

ausgezeichnet.

Uschi Eichinger/Kyra

Hoffmann-Nachum:

„Der Burnout-Irrtum“

Verlag systemed

Ist Burnout wirklich (nur) eine

Frage der

Psyche? Wichtige

Fragen

hierzu, die von

den Heilpraktikerinnen

Uschi

Eichinger und Kyra Hoffmann-Nachum

in ihrem

Praxisratgeber sowohl

wissenschaftlich fundiert

als auch für jeden verständlich

beantwortet

werden. Ihr Kredo: Burn -

Reflexion ist die Idee einer lebenslangen

Bildung. Sicher hat die ehrwürdige, lebenskluge

Frau Aja, Goethes Mutter,

recht, wenn sie ihrer Freundin

Kunzelmann ins Stammbuch

schreibt: „Lebe um zu lernen –

lerne, um zu leben.“ Und so

müssen wir das Leben als

einen Lernprozess verstehen

und erkennen, dass nur der

Mensch lebensfähig ist, der

lernt. Und das gilt für alle Lebensphasen,

auch für solche

der dritten Generation. „Wie weit der

Geist ist, der sich den Körper baut, wie

uns die Dichter versichern, ist sicher

schwer auszumachen. Unbestreitbar sind

out fängt in der Zelle an

und nicht im Kopf. In

ca. 70 Billionen Körperzellen

wird ständig

Energie produziert.

Beim Burnout kommt

diese Energieproduktion

ins Stocken bis hin

zum ständigen Zusammenbruch.

Ernst Peter Fischer:

„Niels Bohr: Physiker

und Philosoph des

Atomzeitalters“

Siedler-Verlag

Der Physiker und Nobelpreisträger

Niels

Bohr (1885 – 1962)

veränderte durch seine

Forschung unseren

Blick auf die Welt. Mit

seinem Atommodell

konnte erstmals die Stabilität

von Materie erklärt

werden, doch zugleich

machten die darauf aufbauende

Atomphysik und Nukleartechnik

unsere Welt so unsicher wie nie

zuvor. Ernst Peter Fischer beleuchtet

Leben und Werk dieses faszinierenden

Mannes, dessen Erkenntnisse uns

bis heute beschäftigen.

Günther Böhme: Verständigung über das Alter oder Bildung und kein Ende. Eine gerontologische Studie

die Zusammenhänge zwischen geistiger

Einstellung und körperlichem Befinden,

zwischen körperlicher und geistiger Beweglichkeit.“

Der Verfasser: Prof. Dr. Günther

Böhme, Professor für Bildungsphilosophie

und Bildungs geschichte

an der Johann Wolfgang

Goethe-Universität Frankfurt

a.M., daselbst seit 1984

Vorsitzender der „Universität

des 3. Lebensalters“, Ehrendoktor

der Universität Riga,

zahlreiche Monographien und Abhandlungen

zur Bildungsgeschichte und zur

Bildungstheorie der Lebensalter, u.a.:

Verständigung über das Alter.


Bücher

Markt

Bücher gewinnen

Johannes

Schweikle:

Westwegs

Köpfer&Meyer

Jan Seghers:

Die Akte

Rosenherz

Rowohlt Verlag

20. Pforzheimer

Coupon ausfüllen und bis zum 31. Oktobter 2012 einsenden:

Contact + Communication, Gerda Görnemann

Lisztstraße 31, 76179 Pforzheim

_________________________________________________________

Name

_________________________________________________________

Straße

_________________________________________________________

PLZ, Ort

_________________________________________________________

Telefonnummer

Thalia-Buchhandlung

Westliche 27-29

75172 Pforzheim

Tel. (0 72 31) 13 42-0

Fax (0 72 31) 13 42-15

thalia.pforzheim@thalia.de

Büchermarkt

Bärbel Reetz

Hesses Frauen

DDo

o | 220.

0 . S SSeptember

epte

er

22012

012

bbis

is

s

SSa

a | 222.

2.

. S

September epte

er

22012

012

( (Do. Do.

+ FFr.

r.

vvon

o n 99–20

9–

20

Uhr, Uhr,

Sa. Sa.

von von

9–19 9–

19

Uhr) Uhr)

vvor

or

uunserer

nserer

BBuchhandlung

u uchhandlung

Wolfgang

Schorlau:

Die letzte Flucht

KiWi Verlag

Bärbel Reetz:

Hesses Frauen

Insel Verlag

Es entscheidet das Los. Der

Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Thalia-Mitarbeiter und

deren Angehörige

dürfen nicht

teilnehmen.

mmb b

mmb b

© Annette Hornischer

Veranstaltungshighlights

Herbst/Winter 2012

Mo | 24. September 2012 | 20.15 Uhr

Johannes Schweikle:

„Westwegs“

Über den Schwarzwald. Zu Fuß durch eine

deutsche Landschaft.

in unserer Buchhandlung | Einritt € 3,-

Di | 23. Oktober 2012 | 20.15 Uhr

Amelie Fried / Peter Probst:

„Verliebt, verlobt – verrückt?“

Warum alles gegen die Ehe spricht und noch

mehr dafür

in unserer Buchhandlung | Einritt € 5,-

Mi | 7. November 2012 | 20.15 Uhr

Natalie Lumpp:

„Wein und Schokolade“

mit Verkostung + inkl. Gutschein von

Jacques Weindepot im Wert von € 10,-

in unserer Buchhandlung | Einritt € 12,-

Fr | 16. November 2012 | 20.15 Uhr

7. Pforzheimer Kriminacht

mit Jan Seghers, Wolfgang Schorlau und

Vincent Kliesch

in unserer Buchhandlung

Einritt € 14,- (inkl. eines

mörderischen Cocktails)


62

von A. L. Szalay

Es war einmal … es wurde wieder

„Ein Unternehmer sollte wissen, was er will und was er nicht will.“

So dachte damals, um 1930 herum, mein Vater, der Sohn eines reichen

Bauern. Er wollte nicht als Landwirt arbeiten, sondern, einen

Schritt voran, die Produkte der Landwirtschaft weiterverarbeiten.

So erlernte er den Beruf eines Müllers. Er begann sein Kapital aus

der Landwirtschaft herauszuziehen und investierte in die Verarbeitung.

Vorerst kaufte er die Hälfte einer Mühle, dann die zweite

Hälfte und schließlich eine zweite Mühle. Er errichtete ein Sägewerk

und eine Obstplantage.

Meine Mutter wollte nicht von dem

unternehmerischen Geist ihres Mannes

abgehängt werden und dachte,

dass aus dem Abfall der Mühlen man

eine Schweinezucht im Großen aufziehen

könnte. Die Dame, die im Dezember

2011 Ihr 100. Lebensjahr in

guter Gesundheit feierte, folgte ihrer

Idee und ging zu dem Monatsmarkt

und kaufte gleich 70 Jungschweine.

Heute erinnere ich mich an Ihr stolzes

Gesicht, auf ihrem Kopf ein Hut, der

etwas Majestätisches ihrem Gesicht

verlieh. Der Hut hieß „Storchennest“

wegen der Ähnlichkeit, natürlich in

Miniaturform. So marschierte sie stolz,

gefolgt von der Rotte Ferkel in den

Hof hinein. Es fehlten nur die Töne

des Triumphmarsches aus Aida. Nach

einigen Jahren lieferten meine Eltern

jährlich an die großen Metzgereien,

insbesondere Richtung Wien, 400 –

500 fertig gemästete Schweine.

Die Müller allgemein gehörten zu der

reicheren Sorte des Mittelstandes.

Demzufolge hatten sie auch soziale

Verpflichtungen. In den Büchern der

Dorfgeschichte kann man lesen, dass

meine Eltern großzügig waren.

Auch unser Sozialverhalten sollte in

richtige Bahnen gelenkt werden. „Machen

wir es dem Papst nach“, meinte

meine Mutter, die resolute Christin.

„Laden wir zu Ostern die besonders

Armen zum Mittagessen ein. Unsere

Kinder müssen sie bedienen.“ Gott

sei Dank, das Fußwaschen und Küssen

konnte mein Vater ihr ausreden.

So verlief unser Leben, mal abgesehen

von dem Störungsbereich des

2. Weltkrieges. Es wurde fleißig gearbeitet,

organisiert, gespart, investiert,

Eigenkapital gebildet und Arbeitsplätze

geschaffen, bis...

...bis eine andere Gesellschafts- und

Wirtschaftsordnung oder Unordnung

das Ungarnland überlappt hatte und

zwar „in Folge der Vereinbarungen

von Jalta insbesondere durch die Vereinigten

Staaten und der Sowjetunion,

in der sich die beiden Großen

über das zukünftige Leben oder Sterben

fast aller Völker einigten, ohne

diese auch nur im geringsten um ihre

Meinung zu fragen.“

Die bis dahin geltenden Leistungen in

Ungarn wurde verurteilt, die Betriebe

enteignet und die Unternehmer verteufelt,

ihre Menschenwürde verletzt.

Damit ging die unternehmerische Phase

meiner Eltern zu Ende.

Bei mir begann die unternehmerische

Denkart viel zu frühzeitig zur Blüte zu

streben. Etwa mit 8 – 9 Jahren habe

ich mich entschieden, dass ich nicht

gehen werde, 2 km hin und 2 km zurück,

um meinen Onkeln Zigaretten

zu kaufen. Wenn sie mich aufgefordert

haben, natürlich immer dann,

wenn sie keine mehr hatten, da habe

ich ihnen angeboten, aus meinem

wohl überlegt aufgebauten „Lager“

zu kaufen. Ich hatte Staffelpreise.

Wenn sie nur 1 Stück kaufen wollten,

um mal schnell eine zu rauchen, mussten

sie den doppelten Preis zahlen.

Für eine ganze Packung habe ich nur

20 % aufgeschlagen. Neben dem

Profit hatte ich den Vorteil, Prozentrechnen

zu lernen.

Im Zusammenhang mit meinen Onkeln

habe ich noch eine weitere

Marktlücke entdeckt. Nach der Arbeit

pflegten die Herrschaften in Zweisamkeit

mit ihren Liebchen entlang

des Flussufers – denn wo eine Wassermühle

ist, ist auch ein Fluss – sich

immer mehr aus der Wohngegend zu

entfernen. Nun, dachte ich, ein Gesundheitsspaziergang

würde mir

auch nicht schaden und so folgte ich

dem jeweiligen Pärchen, sicherheitshalber

in etwa 100 m Entfernung.

Dies blieb dem Pärchen nicht verborgen,

und damit begann der Geschäftskampf.

Mein Onkel versuchte

mich mit Rückwärtsgang zu erwischen,

um mich mit Gewalt zum Verschwinden

zu bewegen. Nun, ich

war im Laufen nicht schlecht. Am Ende

blieb ihm die einzige Möglichkeit,

sein weißes Taschen tuch zu ziehen,

um friedlich die „Wegegebühr“ zu

vereinbaren. Danach, als ich meinen

unternehmerischen Pflichten nachgekommen

war, kehrte ich mit liebenswürdigem

Gesicht zu meiner Mutter

zurück.

Die Onkel haben dann eingesehen,

dass es ihnen günstiger ist, jeweils für

eine Woche im Voraus zu zahlen. An

so einem Zahltag erkundigte sich meine

Mutter nach den Gründen der Zahlung.

„Oh Gott“, meinte meine Mutter,

„das Kind hat zu lernen, Profit aus

ehrbaren Wegen zu erwirtschaften.“

Meine diesbezügliche unternehmerische

Tätigkeit wurde für die Zukunft

sofort unterbunden. Als Strafe musste

ich die Hälfte meiner Einnahme in die

Kirchenkollekte einlegen.

Mit diesem Geschäftssinn übersiedelte

ich im Jahre 1956 aus der sozialistischen

in die kapitalistische Welt

über und heiratete eine Preußin. Damit

wurde mein Geschäftssinn nach

preußischen Richtlinien, Zucht und

Ordnung, geordnet.


… und hoffen für die Zukunft

Mein ältester Sohn, der Juniorchef,

wollte als Kind mit mir immer „Chef“

spielen, wobei ich damals noch die

Rolle des Chefs übernehmen durfte.

Heute kämpft er um diese Rolle. In

der Schule fast unter Tränen beklagte

sich seine Lehrerin, dass der Jüngling

bei der Aufforderung zur Mitarbeit

kurz und bündig mitteilte:

„Wozu sollte es gut sein? Ich werde

sowieso eine Sekretärin haben.“

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

Sein 2. Sohn, der Ben, etwa 8 Jahre

alt, wurde von seinem 2. Großvater

(der 1. bin ich) aufgefordert,

in der Schule fleißiger zu arbeiten.

„Es ist nicht notwendig Opa, bei uns

ist alles geordnet, Robert (1. Sohn)

wird Opas Arbeit übernehmen und

ich vom Papa.“

Und so hoffen wir und kämpfen wir,

damit diese Wunschvorstellung von

Erfolg gekrönt wird.

Es wurde wieder –

jetzt die PROVERTHA

Ich habe nur gehandelt, so, wie der

Marburger Volkswirtschaftsprofessor,

K. Paul Hensel, der meine Fähigkeiten

positiv bewertet hat, mir empfohlen

hat. Ich hoffe, dass er nicht

nur durch einige harmlose Gemeinsamkeiten

auf mich aufmerksam geworden

ist. Er hat sein Studium als

Tischler verdient und ich als Kellner.

Beide haben wir Dialekt gesprochen;

er sächsisch und ich ungarisch.

Wie auch immer, er sagte zu mir:

„Sie haben Fähigkeiten in Theorien

zu denken und diese in der Wirtschaft

anzuwenden. Vor allem können

Sie Geld verdienen und mit diesem

auch umgehen. Nach dem Examen

gehen Sie keineswegs zu einem

Großkonzern, sondern zu einem Mittelbetrieb.

Dort lernen Sie alles.

Dann machen Sie sich in der Wirtschaft

oder in einem Wirtschaftsbereich

bekannt, d.h. leisten Sie etwas

besonderes, wobei diese Leistung

auf dem Markt gut verkäuflich sein

muss! Dann machen Sie sich selbst-

ständig. Sie wollen Vermögen bilden

und das können sie nur als

Selbstständiger, z.B. durch Abschreibungen!

Die Bekanntmachung meiner Person

ergab sich durch eine besondere

Möglichkeit und zwar für Vertragsgestaltung

von Fabrikprojekten und

für „Know How“-Übertragung. Durch

meine technische, juristische und

wirtschaftliche Ausbildung habe ich

für diese Arbeiten die Grundlagen

gehabt auf Grund meiner ausländisch

ungarischen Abstammung.

Man sagt, dass wir in der Fremde

fleißiger sind als zu Hause. Wenn

ich die Anfragen und meine Entlohnung

in Betracht ziehe, dann darf

ich behaupten, dass ich mich „bekannt“

gemacht habe und demzufolge

auch selbstständig.

Dann erschien mein von mir hoch geschätzter

Preußenschwiegervater mit

einem DIN-A4-Blatt in der Hand. Darauf

stand „PROVERTHA“ und sagte:

„Sollte aus deinem Vorhaben etwas

werden, so sollte deine Firma

so heißen.“ „Nun, meinte ich, da ich

Dich gern habe, bin ich mit Dir als

Namensgeber einverstanden, was

auch immer die Provertha bedeuten

soll.“ Er meinte, es sei die Abkürzung

von „Projekte, Verträge, Handeln“.

Man sieht, Fertigung stand nicht

drin, weil ich dazu auch keine Laune

gehabt habe, aber ich habe gut

verdient, so dass ich mich entscheiden

musste: Zahle ich mehr Steuern

oder investiere ich. Ich habe mich

für die Investitionen entschieden, an

die vom Professor empfohlenen „Abschreibungen“

denkend.

Und hoffen wir für die Zukunft

Der frühere Oberbürgermeister, Herr

Becker, würdigte die Pforzheimer Firma

Schmalz zu ihrem 100-jährigen

Familienbetrieb. Er sprach darüber,

wie wenig Familien es schaffen, diese

hohe Jubiläumszahl zu erreichen.

Ich hielt eine solche Zielsetzung für

ehrenhaft. Die Erreichung dieser Ziel-

setzung, mal abgesehen vom Vorhandensein

des notwendigen Glückes,

ist sie auch abhängig vom Willen

der eben herrschenden Generation

und der Eignung und Erziehung

der jeweiligen Folgegeneration, sowie

der jeweils bestehenden Rahmenbedingungen.

Ja, die berühmten Rahmenbedingungen

können den Erfolg ermöglichen

oder alles zunichte machen.

„Wer die Zukunft voraussehen will“,

so Machiavelli, „muss in die Vergangenheit

blicken.“

Wenn man für den Rückblick etwa

unser Europa und die Periode von

1930 annimmt, dann können wir

feststellen, dass die Rahmenbedingungen

verrückt gespielt haben. In

der Zeit um 1989 beim Zusammenbruch

des sozialistischen Systems

wurde auf jeden Fall von einigen angenommen,

dass die Rahmenbedingungen

eindeutig und berechenbar

geworden sind und zwar ableitend

aus der demokratischen marktwirtschaftlich

orientierten Ordnung.

„Das Ende der Geschichte“ wurde

von einem Japan-Amerikaner geschrieben,

der behauptet, „Platons

Fragen“ nach der „optimalen Regierungsform“

- die Harmonie zwischen

sozialer Gerechtigkeit und

Funktionsfähigkeit der Wirtschaft –

gefunden wurde. Leider hat sich

Francis Fukuyama zu früh und zu

weit aus dem Fenster gebeugt. Die

„Freiheit und/ oder die Demokratie

und/oder wir selbst“ haben uns mit

neuen Problemen beladen. Die Probleme

sind zu schnell aufgetreten,

und so waren wir hierfür unreif und

unvorbereitet. Hienzu kam, dass zwischen

den Nationen kein Gleichgewicht

herrschte. Sich dabei zurecht

zu finden, ist mühselig oder überhaupt

nicht möglich.

So müssen wir für die Rahmenbedingungen

der Nachfolgegenerationen

unsere Daumen drücken oder

versuchen, bei der Mitgestaltung mitzuwirken.

63


Thilo Meier,

Pforzheimer Bestattungshaus.

64

Der Umgang mit dem Tod

Wie sollen wir mit ihm umgehen?

Sollen wir ihn verdrängen oder

sollen wir uns mit ihm auseinandersetzen?

Aus Erfahrung wissen wir – Verdrängen

bringt uns nicht weiter. Im

Gegenteil, im Laufe der Zeit kommen

wir in Schwierigkeiten,

das Gewissen meldet sich,

die Gedanken drängen auf

eine Lösung des Problems.

Also gehen wir’s an.

Wir wissen heute, dass

wir, dieses mit Geist und Materie

ausgestattete Lebewesen Mensch,

nicht nur Körper sind. Es ist der

Geist, der die Materie schafft, er ist

die Energie, die bildet – von der ersten

Sekunde bis zur letzten Stunde

<

Der Pforzheimer

eines Menschenlebens. Und heute

weiß man, dass Energie sich möglicherweise

wandelt, aber nicht verloren

geht.

Und was bitte hat das mit dem Tod

zu tun? Nun, mit unserem Tod

zerfällt die Materie, die den

Menschen in dieser Welt sichtbar

macht, nicht aber der geistige

Teil der Persönlichkeit

Mensch.

Verlieren wir einen geliebten

Menschen, so ist es die Trennung innerhalb

unserer materiellen Welt. Unsere

geistige Welt, getragen von der

Liebe, dem starken Gefühl der Verbundenheit,

das Miteinander bleibt

uns so intensiv erhalten, wie wir es

ermöglichen.

Und wenn der Tod an unsere eigene

Tür klopft? Dann sollten wir uns,

unser Ich in uns, liebevoll in die Arme

nehmen und uns glücklich aufmachen

zu dem gemeinsamen Weg

in unsere neue geistige Welt.

Es ist die Liebe, die uns die Möglichkeit

gibt, den Tod zu überleben.


Hauptfriedhof<

IHRE BESTATTUNGSPARTNER IN DER REGION

� BLUMEN-VOLLMER

Sommerweg 21

75177 Pforzheim

Tel. 07231/31 47 68

� BLUMEN-SCHÄFER

Hohenzollernstr. 41 und

Hachelallee 3 (ehem. Blumen-Kiehnle)

75177 Pforzheim

Tel. 07231/31 64 54

� FRIEDHOFSGÄRTNEREI

HILLIGARDT

Wolfsbergallee 53

75177 Pforzheim

Tel. 07231/106918

� GESTALTUNG IN STEIN

ANDREAS MISSENHARDT

STEINBILDHAUERMEISTER

Ispringer Straße 40

75177 Pforzheim

Tel. 07231/313878

� Sonntag, 12.8.2012, 15.00 Uhr

Der neue Teil – Eine Führung über

die Erweiterungen nach 1969 mit

Olaf Schulze, Preis: 6 Euro

� Sonntag, 7.10.2012, 10.30 Uhr

„Herbstzauber“, Leitung:

Herr Hilligardt, Herr Meier,

Herr Missenhardt

� H. + W. ALBERT

STEINBILDHAUERMEISTER

Höhenstraße 58 – 60

75179 Pforzheim

Tel. 07231/441664

� STEINMETZ UND

STEINBILDHAUERARBEITEN

EUGEN MARTIN

Inh. T. Schreiber

Bernhardstraße 36

75177 Pforzheim

Tel. 07231/313258

� PFORZHEIMER

BESTATTUNGSHAUS GMBH

Thilo Meier

Ispringer Straße 42

75177 Pforzheim

Tel. 07231/1542300

Führungen über den Hauptfriedhof

Treffpunkt jeweils am Haupteingang

� Sonntag, 14.10.2012, 15.00 Uhr

„Asche zu Asche...“ – Urnendar

stellungen und Kolumbarien mit

Olaf Schulze, Preis: 6 Euro

� Sonntag, 4.11.2012, 10.30 Uhr

„Winterliche Impressionen auf dem

Hauptfriedhof“, Leitung: Herr Hilligardt,

Herr Meier, Herr Missenhardt

65


!

Das Kartenbüro informiert:

Verlosung für alt & jung:

Musical-Karten zu gewinnen!

Die Gewinnkarten für den Besuch des Musicals sind nicht nur für

Eltern und Großeltern interessant. Vielleicht ist ein 10-jähriger in

der Familie ein Gewinner und bekommt Lust, auch einmal an einem

Casting teilzunehmen. Man kann nie wissen, wie viele schlummernde

Talente es noch zu entdecken gibt. Sicher wird „Florian“

ihm erste Tipps geben und ihm von seinen Erfah rungen berichten.

Wir drücken die Daumen.

Frühzeitig wissen was läuft

Attraktive Angebote und beste

Beratung im Kartenbüro

Schade, wenn man von tollen Veranstaltungen

erst aus der Zeitung

erfährt! Wenn sie schon längst vorbei

sind und sich andere Leute glänzend

amüsiert haben, während man

sich zuhause vor dem Fernseher

langweilte.

Diesen Ärger können Sie sich ersparen.

Frühzeitig wissen was läuft

und sich zuverlässig die entsprechenden

Eintrittskarten sichern: für

beides ist das Kartenbüro in den

SCHMUCKWELTEN in Pforzheim

die erste Adresse. Wollen Sie zum

Beispiel

• eine langfristige oder auch monat -

liche Vorschau,

• Information über Ausfall oder Verlegung

einer Veranstaltung,

• sich im Saalplan den besten Platz

aussuchen,

• wissen, wo es gerade Schnäppchen-Angebote

gibt oder

• einen Gutschein zum Verschenken,

dann sind Sie im Kartenbüro genau

richtig. Sie ahnen es bereits: Beratung

hat bei den freundlichen Mitarbeiterinnen

einen ganz hohen Stellenwert,

denn sie kennen zum Beispiel

auch die günstigeren Sitzplätze,

von denen aus man trotzdem

hervorragend sieht.

Oder sie wissen, dass noch bis Ende

September der „Musical-Sommer“

mit deutlich reduzierten Eintrittspreisen

läuft. Apropos reduzierte

Preise: nirgend wo gibt es billigere

Eintrittskarten für die Landesgartenschau

in Nagold als hier, denn die

Sparkasse Pforzheim Calw hat als

Vorname

Name

Straße

PLZ Wohnort

Telefon

E-mail

Platin-Partner diesen Vorteil für ihre

Kunden ausgehandelt.

Wie schön, wenn Sie die lang ersehnten

Tickets für das Musik-Event

des Jahres oder eine hochkarätige

Sportveranstaltung in Händen halten!

Und um so schlimmer, wenn Sie

oder Ihre Angehörigen z.B. kurz vorher

krank werden und die teure Karte

verfällt. Deshalb gehen Sie auf

Nummer sicher und schließen eine

Kartenrücknahme-Versicherung ab.

Für einen geringen Betrag, der sich

am Kartenpreis orientiert, haben Sie

dann die Gewähr, den bereits bezahlten

Betrag rückerstattet zu bekommen.

Da die Versicherung innerhalb

von maximal zwei Tagen

nach Kauf bzw. Erhalt der Karten

abgeschlossen werden muss, ist es

sinnvoll, sie gleich mitzubestellen.

Klar, dass jeglicher Service nicht nur

live vor Ort, sondern auch telefonisch

(0 72 31/1 44 24 42) oder

virtuell per Internet zu haben ist.

Schauen Sie einfach mal rein unter

www.ticket-pf.de. Viel Spaß!

Die aktualisierten Öffnungszeiten

unseres Kartenbüros siehe rechts!

G E W I N N C O U P O N

Mit etwas Glück können

Sie 2 Eintrittskarten für

das Musical „Ich war noch

niemals in New York“

in Stuttgart gewinnen!

Gewinncoupon ausfüllen, ausschneiden

und per Post senden an:

Contact + Communication

Gerda Görnemann

Lisztstraße 31, 75179 Pforzheim

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Einsendeschluss ist der 15.09.2012.


In Ihrem Karten Büro in den SCHMUCKWELTEN Pforzheim erhalten Sie Tickets für alle Stücke

aus dem Repertoire des Stadttheaters Pforzheim. Ebenso für alle Veranstaltungen des Kulturhauses

Osterfeld, die Abo-Konzerte des Südwestdeutschen Kammerorchesters, des Oratorien -

chors Pforzheim, für Veranstaltungen des Figurentheaters von Raphael Mürle in Brötzingen, der

Volkshochschule Mühlacker, des Tollhauses Karlsruhe und viele, viele mehr!!!

Congress Centrum Pforzheim

19.10.2012 Bodo Wartke: Klavierdelikte € 25,50

14.10.2012 Abonnementkonzert 1 SWDKS

König – Göttervater Mozart

€ 18,70 – 41,80

21.10.2012 1. Sinfoniekonzert € 16,50 – 31,00

18.11.2012 Abonnementkonzert 2 SWDKS

Vater und Sohn

€ 18,70 – 41,80

29.11.2012 The Chippendales € 44,50 – 55,90

05.12.2012 Urban Priol € 20,90 – 25,40

Kulturhaus Osterfeld Pforzheim

29.09.2012 Volker Klüpfel & Michael Kobr

„Schutzpatron“

€ 18,70

06.10.2012 John Doyle € 14,20

07.10.2012 Markus Krebs

Literatur unter Betäubung

€ 22,80

11.10.2012 Götz Frittrang € 16,50

12./13.10.2012 Herrn Stumpfes Zieh- & Zupf-Kapelle € 23,20

12./13.10.2012 Nach Schwaben Kinder € 12,00

14.10.2012 Dave Davis € 26,80

18.10.2012 Dieter Hildebrandt € 23,20

20.10.2012 Die Nacht der Stimmern 7 € 18,70

21.10.2012 Rolf Miller € 18,70

01.11.2012 Mundstuhl € 27,70

07.11.2012 Gretchen Parlato & Band € 18,70

09.11.2012 Pe Werner € 23,20

11.11.2012 Johnny Winter & Band € 36,70 – 42,30

13.11.2012 Wolfgang Niedecken € 28,80

15.11.2012 Dieter Huthmacher € 16,50

16.11.2012 Horst Schroth € 23,20

18.11.2012 Frank Markus Barwasser € 26,60

27.11.2012 Tom Gerhardt € 24,90 – 30,50

02.12.2012 Eure Mütter € 21,00

09.12.2012 Cavewoman € 21,00

22.12.– 6.1.2013 Winterträume

Schleyerhalle Stuttgart

€ 14,20 – 49,00

25.09.2012 Nickelback € 64,45 – 71,35

30.09.2012 Billy Talent € 37,70

03.10.2012 Andre Rieu € 56,90 – 77,40

21.10.2012 Die große Schlagerparade € 36,00 – 66,00

26.10.2012 SWR1 Hitparade – Das Finale € 19,80

14.11.2012 28. Internation. Reitturnier € 6,00 – 41,00

24.11.2012 Lionel Richie € 50,00 – 84,50

01.12.2012 Deep Purple € 59,80 – 77,00

04.12.2012 Seeed € 37,45 – 46,65

14.12.2012 Eisheilige Nacht € 40,70

15.12.2012 Silbermond € 34,40 – 40,10

18.12.2012 AIDA Night of the Proms € 52,45 – 72,70

Liederhalle Stuttgart

09.10.2012 Benjamin Nuss € 24,00 – 40,50

20.10.2012 Haindling € 30,40 – 46,90

21.10.2012 Hubert v. Goisern € 36,90 – 50,80

01.11.2012 Olaf live mit Band € 30,30 – 60,20

05./06.11.2012 Alive and Swingin € 69,20 – 95,65

23.11.2012

LKA Stuttgart

Ernst Hutter & Die Egerländer € 26,40 – 45,10

07.10.2012 Levellers € 22,10

11.10.2012 Kraftclub € 27,10

13.10.2012

Musicals

Donots € 25,75

Di. bis So. Ich war noch niemals in New York € 49,89 – 143,04

Di. bis So. Rebecca € 49,89 – 143,04

Theaterhaus Stuttgart

01.10.2012 Michl Müller € 30,90

09.10.2012 Madsen € 25,90

11.10.2012 Marek Fis € 19,98

12.10.2012

Porsche Arena

Hello, I am Johnny Cash € 33,00 – 45,10

11.11.2012 Status Quo € 53,90 – 60,90

23.-25.11.2012 Ice Age Live –

Ein mammutiges Abenteuer

€ 30,90 – 70,90

28.11.2012 Gossip € 41,50

30.11.– 2.12.12 DTB-Pokal 2012 € 11,95 – 34,95

16.12.2012

Karlsruhe

Budo-Gala 2012 € 41,63 – 91,13

04.10.2012 Max Giesinger – Michael Schulte

Festhalle Durlach

€ 29,85

12.10.2012 Luca Hänni + Band, Festhalle Durlach € 34,70

20.10.2012 Stefan Gwildis, Festhalle Durlach € 36,70

26.10.2012 Die Ärzte, Europahalle € 39,00

02.11.2012 Olaf – erste Solotour nach den

Flippers, Stadthalle

€ 30,30 – 60,20

01.12.2012 Runrig, Europahalle € 37,30 – 39,50

15.12.2012 Knock Out Festival, Europahalle € 52,00 – 56,00

Baden-Baden Festspielhaus

04.10.2012 Jessye Norman € 34,00 – 111,00

15.11.2012 Seal Soul 2 Tour € 49,65 – 89,90

25.11.2012 Max Raabe € 40,00 – 131,00

Sonstige (Auswahl)

bis 7.10.2012

Mannheim

Landesgartenschau Nagold Erw. € 13,00

Kinder € 4,00

30.09.2012 Söhne Mannheims ganz nah dran

Live 2012, Rosengarten

€ 43,75

24.11.2012 David Garrett, SAP-Arena € 56,70 – 79,70

Kartenbüro in den SCHMUCKWELTEN Pforzheim

Eingang Ecke Kiehnle- und Museumstraße . Poststr. 3 . 75172 Pforzheim

Wir sind für Sie da:

Montag – Freitag 10 – 19 Uhr Telefon 07231 1442-442

Samstag 10 – 15 Uhr Fax 07231 1442-443

www.ticket-pf.de . info@ticket-pf.de

Preise incl. Gebühren und ges. Mwst. Angaben ohne Gewähr.


��������������

�������������������������

�������������������������

����������

����������������������

���������� ����������

����������������

���������������

��������������������

����������������

�������������

����������

����������

��������������

�������������������

�������������������

����������������

��������������

�����������������������������

�����������

������������������

�������������������

�������������������

��������

�����

���������

����������

�������������������������

����������

��������������������������������

������

������������������������������

Ähnliche Magazine