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beethoven.schule.de

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WASSERSCHADEN

Ausgabe März/April 2012

STRESS!

Was er mit uns macht und wie weit

er gehen kann

Rezensionen

Kolumnen

Aktuelles

Und vieles mehr...

Schüler 0,50 Eur/Lehrer 1,00

****!

Zensur unserer Zeit

Frau Häußinger-

Cheetham


Das ist kein Editorial.


Inhalt

Abitur - Booyah!.........................6

Der grosse knall.......................8

Schule

I’m sexy and I know it................9

„Ist das da `ne Gansente?“.....10

Lehrerinterview mit

Hr. Maaßen..............................14

Lehrerzitate.............................17

Lehrerinterview mit

Fr. Häußinger-Cheetham.......18

Ein Abend wie in

Brasilien...................................20

Fotostory..................................22

Lateinamerika-Projekttag.....31

auSSerSchuliScheS

Veranstaltungstipps...............33

Gefangen im

Gefühlskarussell ....................36

reviewS

Manche mögens heiß...............38

„mit k“ - Kraftklub...................39


Politik

Das Geschäft mit der

Großzügigkeit.........................40

Vielfalt im Kleiderschrank -

doch zu welchem Preis?.........42

Das schlimmste an

Zensur ist . .........44

Erzwungene Trauer?................47

Impressum..................................50


6

Abitur – Booyah!

ein vollkommen

ernstgemeintes

Finale und ein kurzer

rückblick

Text: Robin Hüppe

Hallo liebe Fangemeinde,

zwölf Jahre Schule sind für uns rum und somit

endet auch die Reihe von unfassbar pädagogisch

wertvollen und unterhaltsamen Artikeln der

letzten 4 Semester meinerseits.

Ursprünglich mit der Idee, Alternativen nach

dem Abi zu parodieren, merkte ich bald, dass

dieses Thema nicht nur überspannt und breit

getreten war, sondern auch leider eine so

trockene Angelegenheit, dass es nicht viel

Interessantes zu schreiben gab. So dachte ich

mir: Junge, du hast nichts mehr zu verlieren,

warst lange genug kreativ und erbrichst deshalb

einfach noch mal ein paar Gedanken, die dir

gerade durch den Kopf gehen, in zensierter

Form in dieses Heftchen.

Im Zuge der Kinderfotoforderung für das

geplante Abibuch fand ich neulich tatsächlich

noch eines von mir, geschossen an meinem

ersten Schultag. Ich stehe da, grinsend, mit

Pokémonpullover, welcher mich damals schon

zum Alphatier der 1 b machte, und eine riesige

Schultüte, die größer war als ich (gefüllt mit

Schulkram, was ich später herausfinden und

meine Eltern bis heute dafür verfluchen sollte).

Meinen Namen konnte ich längst schreiben

inklusive einiger unentbehrlicher Worte.

Damals wusste ich gar nicht, wie mir

geschah und ebenfalls nicht, warum ich

überhaupt eine Schule zu besuchen hatte, was

ich übrigens noch bis vor kurzem unzählige

Male hinterfragte, wenn mich der Wecker

morgens zum vierhunderttausendsten Mal

viel zu früh zur Schule quälte. Doch mit

jedem weiteren Jahr begriff ich, dass an den

Standardparolen der Lehrer, Eltern, Omas, Opas,

Tanten, aufdringlichen Schuhverkäuferinnen

und der verwirrten Dame aus dem M82er in der

Tat etwas dran war: „Du machst das doch alles

nur für dich und deine Zukunft!“.

Dass die Zeit so unglaublich schnell

vorbeiging und es mir vorkommt, als sei meine

Einschulung erst gestern gewesen, kann ich

jedoch nicht behaupten, weil es gelogen

wäre. Es waren lange, harte Monate, Jahre,

die ins Land zogen und mich immer wieder

Die neue Freiheit genießen.


von Neuem auf die Probe stellten, zumindest

was die Zeit anging, die ich Tag für Tag auf der

Schulbank verbrachte. Eine Schulbank hatte

ich allerdings nie, also warum verwendet man

diesen Begriff heute noch, als gäbe es sie und

vor allem: Warum DRÜCKT man sie, oder wird

man vielmehr gedrückt?

Wie auch immer, in wenigen Wochen

erwartet mich sowie einige tausend andere

Schüler der letzte reguläre Schultag und die

Planung danach ist aufgrund von – man glaubt

es kaum -

Schulstress auf Eis gelegt. (Der Fairness halber

sollte auch ein gewisser Grad an Faulheit

Erwähnung finden)

„Ich stehe da, grinsend, mit

Pokémonpullover, welcher

mich damals schon zum

Alphatier der 1b machte“

Doch was kümmert es mich? In ein paar

Monaten sind wir komplett in die Freiheit

entlassen und dann ist immer noch genug Zeit,

um über die Zukunft nachzudenken. Andernfalls

leben wir alle in Deutschland, einem Land mit

anständiger Sozialhilfe und vergleichsweise

niedriger Arbeitslosenquote (heißer Tipp).

In diesem Sinne hoffe ich, dass ich

niemanden negativ beeinflusst habe, der noch

das ein oder andere Jährchen vor sich hat und

wünsche allen anderen Abiturienten alles Gute,

Euer Redakteur No.1,

Robin Hüppe ABI

2012

7


8

Der große Knall.

wird die welt dieses

Jahr untergehen?

Text: Laura Schröder

Laut des Maya-Kalenders befinden wir uns

im vierten Zeitalter, welches vom 11. August

3114 vor Christus bis zum 21. Dezember 2012

geht. Denn am 21.12.2012, um exakt 0.00 Uhr,

soll die Welt untergehen.

Doch was heißt eigentlich Weltuntergang?

Tatsächlich ist der Begriff etwas ungenau.

Laut den Maya wird die Welt nicht von einem

großen schwarzen Loch verschluckt oder durch

einen Meteoriten zerstört oder sonst etwas

Außergewöhnlichem vernichtet. Es bedeutet

ganz einfach das Ende unserer menschlichen

Zivilisation, wie wir sie kennen. Doch keine

Angst, denn es wird der Beginn einer neuen

Ära der Menschheit sein, mit deren Beginn uns

der Gott der Totenwelt in eine neue Zivilisation

führt. Doch ob sich das unbedingt positiv auf

die Entwicklung der Menschheit auswirken

wird? Wird dann auf der ganzen Welt nur noch

Krieg herrschen und werden wir uns gegenseitig

grausam abschlachten? Dann doch lieber von

einem schwarzen Loch verschluckt werden, kurz

und schmerzlos!

Und wieso die ganze Aufregung? Wegen

einer Steintafel, die bei einer Ausgrabung

gefunden wurde. Diese wurde ungefähr

im siebten Jahrhundert erschaffen und sie

berichtet davon, dass der Gott der Totenwelt

den Menschen erscheinen wird. Mehr kann man

jedoch nicht sagen, da die Tafel gesprungen ist.

Trotzdem sind die Menschen in dieser Gegend

in Panik geraten, haben die Kunde verbreitet,

die Welt würde an diesem Tag untergehen und

haben Vorbereitungen getroffen, um den Gott

gebührend zu empfangen und seinen Zorn

nicht auf sie zu ziehen. Da die Menschen in

dieser Gegend sehr gläubig sind, kann man das

einigermaßen nachvollziehen, doch Beweise

haben sie nicht.

Obwohl die Maya eine sehr hoch entwickelte

Kultur haben und bis jetzt viele Dinge den

Weltraum betreffend exakt berechnet haben

und Wissenschaftler davon sehr beeindruckt

waren, sollen sie diesmal unrecht haben.

Die Wissenschaftler sagen, dass das einzige,

was an diesem Tag geschieht, eine seltene

Sternenkonstellation sei, bei der die Sonne der

Milchstraße begegnet.

Doch kann man sich bei diesem Thema

überhaupt auf irgendetwas verlassen? Nicht

wirklich, denn Wissenschaftler machen auch

ihre Fehler. Jedoch lassen sich die meisten

Menschen davon beeinflussen. Sie sind der

Meinung, dass sie noch ein schönes Leben

haben werden und dass die Menschen selbst

daran Schuld sein werden, dass sie aussterben.

Die wenigsten hören bei dieser Frage auf ihr

Gefühl, doch einige sind auch der Meinung, dass

zwar nicht die Welt untergeht, aber dass etwas

anderes geschehen wird, wie zum Beispiel eine

verhängnisvolle Naturkatastrophe oder etwas

Ähnliches.

Letztendlich kann niemand das eine oder

das andere beweisen. Und da es noch keine

Zeitmaschinen gibt, mit denen man in die

Zukunft reisen kann, bleibt uns nichts anderes

übrig, als bis zum 21. Dezember 2012 zu warten

und zu sehen, was passiert. Für die Zwischenzeit

kann ich euch nur empfehlen: Genießt euer

Leben, denn man weiß nie, was passiert!

© http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/


I’m sexy and

I know it.

auch dieses Jahr kann

man sich bei BSDS

bewerben und sein

talent beweisen

Text: Vincent Sudau

Der Kunst-Grundkurs von Herrn Dams aus

dem 12. Jahrgang organisiert „Beethoven sucht

den Superstar 2012“ und das Motto lautet: „I’m

sexy and I know it“. Das bedeutet nicht, dass

dieses Jahr nur Models gesucht werden, sondern

vielmehr, dass man sich seines Könnens bewusst

sein muss und dieses der Schüler- und auch der

Lehrerschaft vorführen soll. Neben Jubel und

Applaus warten auch noch verlockende Preise

als Lohn auf die Besten.

„Warum also nicht selbst die

Aula zum Toben bringen?“

Auch die Veranstalter selbst werden etwas

präsentieren. Als „special-act“ werden sie

dem Publikum Vergnügen bereiten und sich

selbst zum „Affen“ machen. Warum also nicht

selbst die Aula zum Toben bringen? Jeder

kann ein Talent aufweisen, mit welchem man

eventuell der Superstar von Beethoven wird.

Selbstverständlich werden auch Gruppen

auftreten, denn geteiltes Leid ist halbes Leid

und die Publikumsscheuen können einen

Auftritt wagen. Es kann ja nichts Schlimmes

passieren: „BSDS hat sich als Format an unserer

Schule etabliert, weil sich Schülerinnen,

Schüler und Gruppen mit ihren Talenten zeigen

können und sie von keinen Latten und Bohlen

erschlagen werden“, so Herr Dams, Lehrer des

organisierenden Kurses.

Und selbst wenn man sich nicht traut,

vor so viele gespannte Augen und Ohren zu

treten, macht es sehr viel Spaß, den Mutigen

zuzusehen. An dem 01. Juni 2012 ist es soweit:

Die Kandidaten werden ihr Bestes geben, die

Aula wird hoffentlich so voll sein, dass der

Schweiß von der Decke tropft und es wird ein

neuer Superstar gekürt. Bis zum nächsten Mal

wird dieser mit Ruhm und Ehre überschüttet.

Wobei für die Organisatoren die Arbeit an

der Schule endet und BSDS 2012 ein schöner

Abschluss sein wird. Nun können sich Schüler

für BSDS bewerben und der Rest kann sich nur

noch darauf freuen.

9


„Ist das da `ne

Gansente?“

was die Schüler des

Pw-leistungskurses

in kreisau zu suchen

hatten…

Text: Allen Dumler

Im November letzten Jahres haben die

Schüler Helena, Carlotta, Gina, Alex und Allen

des PW-Leistungskurses vom 11. Jahrgang

am Projekt Practice Peace teilgenommen.

Stattgefunden hat das Ganze in Kreisau, Polen,

wo außer uns auch noch Schüler aus Polen,

Israel und Palästina teilgenommen haben.

Das Thema dieses Projekts war der

Nordirlandkonflikt, wo, wie der Name ja

schon sagt, Frieden zwischen Nordirland

und der Republik Irland geschlossen werden

soll. Verpackt wurde das Ganze in ein

Simulationsspiel, in dem wir die Rolle von

Parteiführern Nordirlands einnahmen. Ziel war

10

CRISP - Crisis Simulation for Peace e.V.

So lernt man sich kennen.

es nun, einzelne Projekte und Pläne aus Sicht der

Parteien durchzusetzen und durch Gespräche

und Kompromisse einen Friedensvertrag zu

schließen und die Politik so weit zu reformieren,

dass ein friedliches Beisammensein ermöglicht

wird.

Bevor wir jedoch in unsere Rollen geschlüpft

sind, haben wie einen kurzen Workshop über

Diskriminierung und den daraus resultierenden

Konflikten gehabt. Dieser Workshop diente aber

auch zugleich dazu, dass wir uns gegenseitig

besser kennenlernten. Vor allem aber führte es

zum Wegfall von Vorurteilen, denn wenn man

es sich so überlegt, Palästinenser und Israeli

in einem Treffen über Frieden? Aber es war

erstaunlich, wie schnell man dieses Bild aus

dem Kopf verlor, denn unter dem Schirm dieses

Treffens hat man Gemeinsamkeiten mit den

Schülern anderer Nationen entdeckt, die man

wahrscheinlich nie erwartet hätte. Das, nämlich

Kulturen sich gegenseitig näher zu bringen, war

eines der großen Ziele dieses Projekts, denn mit

der Akzeptanz, die wir einmal im Rollenspiel als

Iren und in Realität miteinander entwickelten,

ist das, was zum Frieden und zum Lösen von

Problemen führen kann.


Kreisau, ein Ort, den man nicht unbedingt

kennt und vor allem fragt man sich, warum so

ein Treffen gerade da stattfinden soll?

Aber die Antwort darauf ist ziemlich einfach,

denn Kreisau war der Sitz des Kreisauer Kreises,

einer Widerstandsbewegung gegen das Nazi-

Regime während des Zweiten Weltkrieges.

Mehr darüber erfuhren wir unter anderem

auch, indem wir an einem Abend im alten

Sommerhaus der Familie von Moltke, den

Leitern des Widerstandes, waren und Briefe von

ihnen gelesen haben.

Landidylle in Kreisau

Natürlich haben wir nicht den ganzen

Tag vom Morgengrauen bis in die Nacht

durchgearbeitet. In unserer Freizeit haben wir

uns mit den anderen Schülern ausgetauscht,

über die Lebenssituation in ihren Ländern,

Schule, aber auch über Musikgeschmäcker,

YouTube-Videos und vieles mehr. Vor allem

haben wir uns von Tag zu Tag immer besser

verstanden und es war auch wirklich lustig und

spaßig.

„Ich mag keine Pizza mit

Sachen drauf!“ - Gina

Die Gansente

Das Einzige, was vielleicht nicht so spaßig

war, waren die komischen Mutanten aus Ente,

Gans und Truthahn, die zwar lustig ausschauten,

aber mit jedem weiteren Tag näherte sich der

Verdacht, dass uns diese „Gansente“ täglich

zum Essen reserviert wurde, denn das Essen war

mit Abstand das wahrscheinlich Schlimmste

am ganzen Treffen. Dieses Problem war aber

auch schnell gelöst, als wir den regionalen

Pizzaservice entdeckt hatten.

„Das Fleisch ist ja total

matschig! Is‘ bestimmt diese

komische Gans, die wir

gesehen haben.“ - Herr Ewert

Das Berliner Team: Allen,

Herr Ewert, Helena, Carlotta,

Alex und Gina

11


Neben unserem Rollenspiel und der

regulären Freizeit sind wir auch für einen Tag

in die Stadt Breslau (Wrocław) gefahren, wo

wir eine Führung durch die Stadt bekamen.

Die Stadt Wrocław gehörte früher genauso wie

Kreisau (Krzyżowa) zu Deutschland und hat

deshalb auch eine interessante Vielfalt an Kultur

und Geschichte.

Am Ende des ganzen Seminars haben wir

einen großen Masterplan geschaffen, den

wir durch Kompromisse und Wahlen verfasst

haben, wie es in Realität der Fall wäre und

haben es mit der wirklichen Entwicklung in

Nordirland verglichen, wo alles leider nicht so

gut funktioniert hat wie in unserer Simulation.

12

Die Breslauer Altstadt

CRISP - Crisis Simulation for Peace e.V.

Was bzw. wer bin ich?

Jedoch hat es viel Spaß gemacht, mit

Jugendlichen aus anderen Ländern zusammen

an so einem Projekt zu arbeiten, da es einem

verschiedene Sichtweisen einbringt und

auch die kulturelle Vielfalt ziemlich cool war.

Auf jeden Fall haben wir viele neue Freunde

gefunden und persönlich fänden wir es sehr

empfehlenswert, wenn dieses Projekt von

weiteren Schülern unserer Schule absolviert

wird.

CRISP - Crisis Simulation for Peace e.V.

Der Abschied


Info-Telefon:

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Interview.

ein interview mit herrn

Maaßen.

Text: Viktoria Schwarzott &

Julia-K. Pfeiffer

Schule:

Ist sie noch zu retten?

Sie ist nicht verloren, aber wenn alle mitmachen

und vor allem die finanziellen Voraussetzungen

stimmen, dann wird sie auf jeden Fall nicht

verloren sein.

Was verabscheuen Sie?

Selbstgefällige Dummheit

Was mögen Sie?

Kreatives Mitdenken und Selbstdenken.

Was ist Ihnen ein Rätsel?

Mir ist ein Rätsel, was nachts auf dem

Beethoventurm passiert, in Sommernächten.

14

Erste Hilfe für den

Philosophieunterricht

Mögen Sie ihre Tafelbilder?

Selbstverständlich, sehr sogar. Ausgezeichnet!

Was war die verrückteste

Spickaktion, die Sie gesehen

haben?

Sagen wir mal, eine Spickaktion aus meiner

eigenen Schulzeit. Auf der Rückenseite eines

T-Shirts war eine Formelsammlung und das ist

nicht aufgefallen. Das fand ich sehr gut, in

Mathematik.

Was war die ausgefallenste

Ausrede fürs Zuspätkommen?

Sehr ernsthaft: Ich habe bis vorhin noch

gedacht, es sei Sonntag. Das fand ich gut.

Als Sie sich das letzte Mal

zusammenreißen mussten, war

es um nicht zu lachen oder um

nicht auszurasten?

Och, gerade erst im negativen Sinne, um nicht

auszurasten, musste ich mich zusammenreißen

hinsichtlich wiederholten Nachfragens bei ein

und derselben Sache.

Wenn Sie sich manchmal aus

dem Unterricht wünschen,

wohin wäre das?

Ich wünsche mich manchmal auf den

Beethoventurm in einer lauen Sommernacht

mit … mit diversen Getränken, Knabbersachen,

guter Musik und wolkenlosem Himmel.

Stellen Sie sich vor, sie sind 11

und werden morgen in die 7te

Klasse unserer Schule versetzt.

Was würde Sie wohl in den

nächsten 5 Jahren am meisten

stören?


Langweiliger Unterricht, der zu langsam

verläuft, nicht klar strukturiert ist und Lehrer,

die an der Sache, die sie betreiben, keinen Spaß

haben oder nicht davon überzeugt sind. Darüber

hinaus auf jeden Fall dreckige Toiletten und

wenn ich bis zur 10. in einer Klasse wäre, in der

man nicht mit Respekt miteinander umgehen

würde und nicht jeder so sein könnte bzw. mehr

oder weniger wie er eben ist (das wird ein richtig

langer Katalog hier), Lehrer, die nicht offen sind

für Kritik und dogmatisch sind in ihrer Haltung

und in ihrem Handeln.

Natürlich würde mich als 11-jährigen freuen,

wenn sich genau das Mädchen aus meiner

Klasse oder meiner Parallelklasse in mich

verliebte (und ich mich in sie), die alle wollten,

aber wir kämen zusammen für die nächsten

zumindest drei Monate. Das fände ich toll in der

7. Klasse, aber darüber hinaus würde ich mich

am meisten freuen über gut strukturierten,

klaren Unterricht, der interessant ist, der mich

neugierig macht. Lehrer, die auch mit Kritik

umgehen können und nicht dogmatisch sind.

In ihrer Schulzeit:

Waren Sie rebellisch oder

angepasst? Standen Sie kurz

vorm Rausschmiss?

Vorm Rausschmiss stand ich nicht, ich war

in Abhängigkeit von den Altersstufen eher

rebellisch in meinem kleinen Kreis von

Mitschülern und Mitschülerinnen.

Welche Leistungskurse hatten

Sie?

Bio und Deutsch.

Welche waghalsigen oder

lustigen Aktionen haben Sie

vollzogen?

Weit vor dem Abi und vor dem Abistreich mal

eine Nacht in der Schule übernachtet und

lustig war es mal, eine Cocktailbar im wahrsten

Sinne des Wortes in der Schule geführt zu haben,

wo sich dann vor allem Lehrer zu später Stunde

versammelten. War ‚ne dufte Schulleiterin, die

uns das ermöglicht hat.

Was würden Sie rückblickend

ändern?

Also ich hätte Bio ernster nehmen sollen oder

würde es wahrscheinlich jetzt ernster nehmen,

als ich es getan habe und würde heute wohl

zum Abiball gehen, was ich damals nicht getan

habe,aus möglicherweise rebellischen Gründen.

Allgemein:

Was für Musik hören Sie?

Musik, die intelligent genug gemacht ist, dass

sie Aufmerksamkeit bindet und die intensiv

genug ist, dass sie einen vom Hocker haut, also

mit anderen Worten Musik mindestens von

Bach bis zu Sonic Youth.

Was erheitert Sie?

Guter Humor; die Fähigkeit zu überraschen und

gehaltvolle Assoziationen; Aufmerksamkeit.

Was ist ihr Lebensideal?

Gibt es nicht im Singular. Gut ist es aber, sich

daran zu erinnern, dass Glück in uns und nicht

in den Dingen liegt, wie ein französischer

Denker des 17. Jahrhunderts es auf den Punkt

gebracht hat. Noch eine Zuversicht: Dass

Intelligenz eine moralische Kraft hat.

15


Betrachten Sie ihr Leben öfter

aus einem philosophischen

Blickwinkel?

Kommt auf die Ereignisse und Probleme des

Lebens an. Ja, es gibt diesen Blickwinkel und er

ist hilfreich. Im Übrigen hat jeder Mensch diese

Perspektive und die damit verbundenen Fragen.

Der Unterschied liegt wohl darin, wie sehr man

dem Denken nachgeht. Das Problem und auch

das Gute ist, dass man manchmal von diesem

Blickwinkel überrascht wird und der Blickwinkel

einen selbst philosophisch betrachtet. Dann ist

man aufgefordert zu philosophieren. Darum ist

ja auch das Fach Philosophie so wichtig.

Was ist ihr Lieblingsbuch?

Kommt auf die Situation an. „Die Bibel“ und „Die

gefährlichen Liebschaften“ kommen auf

jeden Fall in die engere Auswahl.

Was ist ihr Lieblingsgemüse?

Die Pizza! Gemüse?! Ich hab kein

Lieblingsgemüse. Die Karotte!

Welches Tier wären Sie?

Platypus (Schnabeltier), das ist so ‚ne Mischform,

die man nicht richtig einordnen kann. Das

gefällt mir.

Quatschen Sie aus Spaß

manchmal irgendwelche Leute

an?

Ja, beruflich in der Schule und privat eher selten.

Was war ihre letzte große

Erkenntnis?

War nicht groß, sondern eigentlich ziemlich

banal, nämlich, dass die Achtsamkeit für die

kleine Dinge und Begebenheiten des Lebens

16

eigentlich selbstverständlich sein sollte, aber

unglaublich schwer zu leben ist. Das sollte man

erreichen.

Lesen Sie gern vor?

Ja

Glauben Sie an Außerirdische?

Mit Kant gesprochen eher unwahrscheinlich,

aber möglich, logisch gesehen auf jeden Fall

möglich, dass es sie gibt.

Was machen Sie sonst so?

Versuchen früh ins Bett zu gehen, was nie

klappt.

Verraten Sie uns noch

irgendetwas freiwillig?

Ich habe erst in dieser Schule schätzen und lieben

gelernt, was Milchreis eigentlich bedeutet. Das

ist wirklich so, ich habe früher keinen Milchreis

angerührt und es gibt fast nichts besseres,

wenn man in Berlin früh morgens mit der Sonne

aufsteht und auf einem Hausdach steht und den

Sonnenaufgang auf die andere Art und Weise

genießt. Das sollte jeder Mal tun, allerdings mit

freiem Blick in den Himmel, in die Sonne oder in

die Häuserschlucht.

Herr Maaßen und Herr Mühlfeld: Die

große Frage des Lebens.


Lehrerzitate.

gesammelt von: Jana Schliepe und

Mirjana Mehling

Frau Enke: „Sei ein Elefant, Alexander!“

herr Niemann: „Dann sehen wir es live auf einer DvD.“

Herr Häusler: „Herr Lippock macht anscheinend auch

Unterricht.“

„ich hör doch zu!“ Frau vetter: „Das lässt du mal schön

S chüler:

1.Feesbuk

2.Der Gerät

3.Langer Schwede kurzer Finn.

4.Ey du Gurke!

5.Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

6.Hm, ja, ja, hm, hm, ja,

7.Das ist des Wurzels Übel.

8.Jetzt haben wir alle Klarheiten beseitigt.

9.Ich kann nichts verstehen, wenn ihr

so blubbert.

bleiben!“

Frau Kelbassa: „Das, was ich gehört habe, war gut, aber ich hab

nichts gehört!“

Niemann: „im westen von Berlin gibt es ausländer, im

h err

osten vietnamesen.“

Frau Engel: „Ein schwarzes Pulver, mal gucken, wie es aussieht.“

Frau enke: „ich spreche nicht mit meinem rücken.“

Wie gut kennst du deine Lehrer?

Ordne die Lehrer ihren Standardsprüchen zu.

Schickt eure Lieblingszitate an wasserschaden@gmx.org!

a) Herr Janiszewski

b) Herr Westendorf

c) Frau Kelbassa

d) Frau Stamm

e) Herr Lippock

f) Herr Ewert

g) Frau Enke

h) Frau Vetter

i) Herr Rollfing

Lösungen: 1f, 2a, 3i, 4e, 5d, 6b, 7h, 8c, 9g

17


Nichts besonders

Kluges,

Gummibärchen

vielleicht?

interview mit der

stellvertretenden

Schulleiterin Frau

häußinger-cheetham

18

Text: Vitya Frank und Elisabeth Wells

Erwartungsvoll betreten wir den Raum. Eine

dunkelhaarige Frau mit einem sympathischen

Lächeln empfängt uns. Schnell erfahren wir, dass

die gebürtige Bayerin als Kind Leistungsturnerin

war. Ihren Mann lernte sie während eines

sechsjährigen Finnlandaufenthalts kennen, wo

sie als Lehrerin tätig war.

Auf die Frage, seit wann und warum sie

den Wunsch verspürte, Lehrerin zu werden,

antwortet sie schlicht: „Schon immer.“ Grund

dafür sei ihr Englischlehrer gewesen, dessen

Unterricht sie von Beginn an fasziniert habe.

Trotz einiger Auslandsaufenthalte zog

es Frau Häußinger-Cheetham zurück nach

Deutschland. Und da für ihren Mann, einen

Engländer, zum Leben und Arbeiten nur eine

internationale Stadt in Frage kam, entschieden

sich beide für Berlin, eine multikulturelle Stadt,

die schon viele in ihren Bann gezogen hat. Die

deutsche Metropole hebt sich vom Rest des

Landes ab. Und die Möglichkeit zu haben, so

zu sein, wie man möchte, reizt Frau Häußinger-

Cheetham zusätzlich. Dennoch beschäftigen

sie die steigende Armutsrate sowie die vielen

Menschen mit Drogenproblemen, mit denen

wir in Berlin täglich konfrontiert werden.

Hier in Berlin angekommen, begab sie

sich schnell auf die Suche nach einer neuen

Arbeitsstelle, und so waren es letztendlich der

gute Ruf und der musikalische Schwerpunkt,

welche für sie unsere Schule interessant

machten. Sie ist froh, hier arbeiten zu dürfen.

Besonders die Gemeinschaft der engagierten

Eltern, des „super netten Kollegiums“ und die

tollen Schüler findet sie immer wieder

bemerkenswert. „Hier wird aufeinander

Rücksicht genommen“, so Frau Häußinger-

Cheetham.

Wenn sie sich gerade nicht in der Schule

aufhält, treibt sie viel Sport oder nutzt Berlins

kulturelle Seiten. Ob Oper, Theater oder

Frau Häußinger-Cheetham

einfach nur Lesen und Faulenzen – auf ihren

Mann würde sie dabei nie verzichten. Das gilt

ebenfalls für alle Menschen, die „ich lieb habe“,

fügt sie gleich darauf hinzu. Unentbehrlich

wären für die stellvertretende Schulleiterin

außerdem Kaffee, schwarzer Tee sowie, nicht zu

vergessen, eine Zentralheizung.


Auf die Frage, was sie denn auf eine

einsame Insel mitnehmen würde, lacht die

Frau, die schon viel in der Welt herumreiste,

erst einmal. „Wahrscheinlich nichts besonders

Kluges, Gummibärchen vielleicht?“, meint sie,

und guckt uns verlegen an. Nach mehreren

Gedankenpausen kommen wir schließlich

auf ein Taschenmesser, Laufschuhe und eine

Sammelbox aller Kafka-Werke. Mit der Insel

lagen wir, wie sich kurz darauf herausstellt, gar

nicht so schlecht – Städte am Meer sind die Orte,

die sie am meisten begeistern. Ganz oben auf

ihrer persönlichen Favoritenliste der schönsten

Städte der Welt stehen Helsinki, Brighton und zu

guter Letzt New York.

„Ganz oben auf ihrer

persönlichen Favoritenliste der

schönsten Städte der Welt

stehen Helsinki, Brighton und

zu guter Letzt New York.“

Mit den unterschiedlichsten Reiseideen

verlassen wir nach einiger Zeit wieder den

Raum. Vor ein paar Minuten hatten wir noch

nicht viele Vorstellungen von Frau Häußinger-

Cheetham. Das hat sich geändert, und wir freuen

uns, sie als neue stellvertretende Schulleiterin

unserer Schule auch im Namen vieler anderer

Schülern endlich herzlich willkommen heißen

zu können.

19


Ein Abend wie in

Brasilien.

kommentar zum

konzert der camerata

ivoti

Text: Naima Middendorf

Am Dienstag, den 17.01.2012, um 19.00

Uhr wurde die Aula der Beethoven-Oberschule

zum Schauplatz eines außergewöhnlichen

südamerikanischen Konzerts.

Verantwortlich dafür war die Camerata

Ivoti, ein aus der südbrasilianischen Stadt

Ivoti stammendes Kammerorchester, das

unter der Leitung seines selbst im Ensemble

mitwirkenden Konzertmeisters Irving Feldens

einen temperamentvollen und mitreißenden

Konzertabend gestaltete. Die rund 30 Musiker

waren ausgewählte Schüler des Instituto de

Educação Ivoti, einer Schule in Ivoti, deren

Grundkonzept die Musikausbildung der Schüler

als Basis für einen späteren Beruf als Musiker

darstellt.

20

„Die Brasilianer begeisterten

mit ihrem feurigen,

rhythmischen Spiel und ihrem

symphytischen Auftreten

das Publikum und verliehen

der Aula ein nie gekanntes

südamerikanisches Flair.“

Das Konzert war Teil eines Musikprojekts

und einer damit zusammenhängenden

einmonatigen Europatournee des Orchesters,

das in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein

Ascarte (Associação Pró-Cultura e Arte Ivoti)

entwickelt wurde. Ziele der Tournee, die nun

bereits zum dritten Mal stattfand, sind der

kulturelle Austausch zwischen Brasilien und

den besuchten europäischen Ländern und

die Auseinandersetzung der Musiker mit der

eigenen Kultur, - ein Anspruch, der an besagtem

Konzertabend in der Beethoven´schen Aula

vollkommen erfüllt wurde.

Die Brasilianer begeisterten mit ihrem

feurigen, rhythmischen Spiel und ihrem

sympathischen Auftreten das Publikum

und verliehen der Aula einen nie gekanntes

südamerikanisches Flair. Im Programm standen

unter anderem Stücke von dem argentinischen

Komponisten Astor Piazzolla und Gilberto

Monteiro, in dessen Milonga para as Missões

der Akkordeonist des Orchesters als Solist mit

seinem „acordeão“ neue Klangfarben in den

Abend brachte.

Versetzt mit der Camerata Ivoti spielte auch

die Beethoven-Oberschule, vertreten durch


den Oberstufenchor, der auch zwei Stücke

gemeinsam mit dem brasilianischen

Kammerorchester performte, außerdem das

Saxophon-Quartett und Fama M´Boup, Gesang,

mit Jens Klatt am Klavier und einer wunderbaren

Interpretation von „Don´t explain!“ von Billie

Holiday.

Nachdem sich Frau Schröder-Fink gegen

Ende des Abends bei allen bedankt und

erleichtert festgestellt hatte, dass die Technik

hervorragend funktioniert hatte, fiel auf der

Bühne kurzzeitig das Licht aus, weswegen der

Oberstufenchor mehrere Minuten im Dunkeln

stand. Dies war der einzige kleine negative

Zwischenfall des Abends, der nach seiner

Behebung gleich wieder vergessen war, da die

Camerata Ivoti auf eigenen Wunsch eine Zugabe

anstimmte, einen gelungenen Mix aus One-Hit-

Wonders wie „Barbie Girl“ von Aqua und „La

Macarena“ von Los del Rio.

Alles in allem also ein sehr gelungenes

Konzert, das noch lange nachwirken wird. Allein

die Werbung für den Abend hätte gern

aufwendiger sein können. Das Publikum bestand

hauptsächlich aus Schülern des Oberstufenchors

und den Gastfamilien der Brasilianer.

Schüler, die einen Brasilianer aufgenommen

hatten, waren überwiegend zufrieden und

auch die Musiker des temperamentvollen

Orchesters zeigten sich begeistert von Berlin

und unserer Schule samt Schülern.

Eine deutsche Schülerin sagte: „ Zumindest

ich war von meiner Austauschpartnerin total

begeistert, was aber nicht bei allen so war.

Leider hatten wir extrem wenig Zeit mit denen,

da sie jedes nur mögliche Touristenprogramm

gemacht haben und Konzerte hatten.

Besonders schön war der letzte Abend, als wir

mit ihnen im Hoppegarten waren.“

Bleibt zu hoffen, dass dies erst der Anfang

einer Reihe weiterer ähnlicher und ebenso

inspirierender Projekte war!

21


Lateinamerika.

Projekttag des

Fachbereichs SPaNiSch.

Text: Sarah Kayser und Steffi Birk;10c

„Im Januar fand der 1.

Lateinamerika-Projekttag für

alle Schülerinnen und Schüler

der Beethoven-Oberschule

statt, die Spanisch lernen. Über

die verschiedenen Erfahrungen

und Eindrücke berichten hier

vier Schülerinnen, die an dem

Projekttag teilgenommen

haben.“ - Frau Döhl

Alfajores im Argentinien-Workshop.

Wenn man an Lateinamerika denkt, fällt

einem auf Anhieb nicht allzu viel ein. So ging

es zumindest vielen von uns. Da kam der erste

Lateinamerikatag an unserer Schule recht

gelegen. Wann hat man sonst schon mal

die Möglichkeit, in Kontakt mit echten

Lateinamerikanern zu kommen, die einen wohl

am allerbesten über ihre Heimat informieren

können.

Insgesamt gab es sieben verschiedene

Workshops wie etwa Salsa tanzen, typisches

Salsa-Workshop.

Essen kochen, malen und verschiedene

Ländervorstellungen, von denen jeder an

zweien teilnehmen konnte.

Es machte wahnsinnig Spaß, praktisch zu

lernen und der eine oder andere konnte sogar

noch seine Spanischkenntnisse zum Besten

geben. Dank der Kochgruppe bekamen wir am

Ende die Möglichkeit, echte lateinamerikanische

Spezialitäten zu genießen - ein kulinarisches

Erlebnis pur.

So war der Tag gut abgerundet und wir

gingen mit dem Gefühl nach Hause, viele

wichtige Eindrücke erhascht zu haben.

Peru-Workshop.

31


Unser 1.

Lateinamerika-Tag

2012

Text: Clara Bojanowsky und Darleen

Hinderlich; 8c

Am Mittwoch, den 18.Januar 2012, startete

der 1. Lateinamerika-Projekttag unserer

Schule in der Villa Folke Bernadotte. Er sollte

vor allem neue Einblicke in das Leben, die

Menschen, Kulturen und Städte Südamerikas

geben. Angeboten wurden die Workshops Peru,

Kolumbien/Costa Rica, Argentinien und Mexiko

und die praktischen Workshops „Salsa tanzen“,

„Zeichnen“ und „Kochen“. Jeder besuchte zwei

Die Villa Folke Bernadotte.

dieser Kurse. Der einzige Workshop, der nicht in

der Villa, sondern in der Schule stattfand, war

„Kochen“.

Gegen 8:30 Uhr füllte sich die Eingangshalle

der Villa mit Spanisch lernenden Schülern. Kurz

danach stellte uns Frau Döhl die Kursleiter vor

und schon ging es los!

Wir beide besuchten den Kurs zu Argentinien,

in dem uns eine Menge über das riesige Land

und seine Besonderheiten nähergebracht

wurde. Aber auch der 2. Workshop, den wir

32

besucht haben, hat viel Spaß gemacht. Im

Salsa-Kurs wurden uns die Grundschritte sowie

drei verschiedene Drehungen des kubanischen

Tanzes beigebracht. Im Koch-Kurs wurde uns

die lateinamerikanische Küche vorgestellt und

wir konnten selbst kochen.

Anschließend an den 2. Workshop fanden

die Präsentationen der verschiedenen Kurse

statt, die wie ein Galerierundgang gestaltet

waren. Zu guter Letzt aßen wir die selbst

gekochten Gerichte, die mit einiger Verspätung

auch in der Villa eintrafen.

„Einblicke in das Leben, die

Menschen, Kulturen und Städte

Südamerikas.“

Wir persönlich hatten viel Spaß am

Lateinamerika-Projekttag, fanden ihn sehr

informativ und würden ihn gerne wiederholen.


Veranstaltungstipps.

„Der Frühling ist die schönste

Zeit!

was kann wohl schöner sein?

Da grünt und blüht es weit

und breit

im goldnen Sonnenschein.

…“

annette von Droste-hülshoff

Text: Julia Biskupski

Der Frühling steht mal wieder vor der Tür

und lässt uns auf einen schönen Sommer

hoffen. Wie ihr euch die Zeit vertreiben könnt,

zeigen wir euch mal wieder mit unseren

Veranstaltungstipps.

Gerhard Richter Seestück (See-

See), 1970 200 x 200 cm, Öl auf

Leinwand Staatliche Museen zu Berlin,

Nationalgalerie © Gerhard Richter,

2012

Gerhard Richter Betty, 1977 30 x 40

cm, Öl auf Holz Museum Ludwig, Köln

/ Privatsammlung © Gerhard Richter,

2012

Gerhard Richter Panorama

Vom 12.2.-15.5.2012 in der Neuen

Nationalgalerie

Aus Gerhard Richters umfangreichen

Erschaffungen werden eine Auswahl von etwa

140 Gemälden und 5 Skulpturen gezeigt, die

einen Einblick in seine Arbeit geben sollen. Die

Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit

mit Richter und zeigt sowohl bekannte, als auch

noch nie gezeigte Kunstwerke aus den letzten

Jahrzehnten. Die weitestgehend chronologisch

strukturierte Ausstellungsdramaturgie soll

das Zwiegespräch zwischen Abstraktion und

Figuration verdeutlichen und die Betrachter

zum Nachdenken anregen.

Für die Kunstinteressierten unter uns eine

sehr empfehlenswerte Ausstellung. Man

bekommt einen guten Einblick in Gerhard

Richters Werke und setzt sich mit ihnen

auseinander.

Für alle unter 18 Jahren ist der Eintritt

umsonst, sonst kosten die Karten 8 € oder 4 €

ermäßigt.

Neue Nationalgalerie, Öffnungszeiten: Di., Mi.

und Fr. 10-18 Uhr, Do. 10-22 Uhr, Sa. und So.

11-18 Uhr

Potsdamer Straße 50, nahe S+U-Bhf

Potsdamer Platz

33


Kinostarts:

Russendisko

Komödie mit Matthias Schweighöfer, Friedrich

Mücke und Christian Friedel

Regie: Oliver Ziegenbalg, nach einem Buch

von Wladimir Kaminer

34

8.3.2012 Beauty (Drama)

Cleanskin (Thriller)

Barbara (Drama)

15.3.2012 Unser Leben (Naturdokumentation)

Der Schnee am Kilimandscharo (Drama)

Kaddisch für einen Freund (Komödie)

22.3.2012 Die Farbe des Ozeans (Sozialdrama)

Wer weiß, wohin (Tragikomödie)

29.3.2012 Russendisko (Komödie)

The music never stopped (Drama)

Das bessere Leben (Drama)

5.4.2012 Titanic 3D (Drama)

Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen

(Märchenfilm)

12.4.2012 Nathalie küsst (Romanze)

19.4.2012 Die Königin und der Leibarzt (Historienfilm)

26.4.2012 Bel Ami (Drama)

Our idiot brother (Komödie)

© Paramount Pictures Germany

Wladimir (Matthias Schweighöfer), Mischa

(Friedrich Mücke) und Andrej (Christian

Friedel) nutzen im Sommer 1990 den Fall des

Eisernen Vorhangs, um von Russland nach Ost-

Berlin auszuwandern. Sie wollen ihre Träume

erfüllen, reich werden oder einfach erst nichts

tun. Der Film erzählt, wie sie versuchen jedes

Problem zu meistern und aus allem das beste

zu machen. Es geht um eine dicke Freundschaft,

Heimat und die große Liebe in der großartigen

Kulisse von Berlin auf dem Weg zur Metropole.

Schon der Trailer erinnert stark an den

Film „Friendship“; ähnlicher Humor, gleiche

Schauspieler, spielt um 1990. Für alle, die

diesen Film gut fanden, kann ich ihn nur

empfehlen, man wird wieder sehr viel lachen

und auch der geschichtliche Hintergrund wirkt

sehr interessant.


Die Farbe des Ozeans

Sozialdrama mit Sabine Timoteo, Hubert

Koundé, Alex Gonzalez und Friedrich Mücke

Regie: Maggie Peren

Nathalie (Sabine Timoteo) und ihr Mann

Paul (Friedrich Mücke) machen auf Gran

Canaria Urlaub. Am Strand trifft Nathalie auf ein

Flüchtlingsboot und trifft den Flüchtling Zola

(Hubert Koundé) mit seinem Sohn Mamadou,

der sie um Wasser bittet. Zola und Mamadou

werden von der Polizei in ein Auffanglager

gebracht. Von dort aus können sie aber fliehen

und bitten Nathalie um Hilfe, die gegen den

Willen ihres Mannes einwilligt und sich kurz

darauf auf der Polizeistation wiederfindet.

© Movienet

Der Film scheint sehr ergreifend und gerade

zur heutigen Zeit beschäftigt er sich mit einem

brandaktuellen und kritischen Thema. Was soll

mit all den Flüchtlingen passieren, die versuchen

in die EU zu kommen?

Konzert:

Dub Inc.

© tOine.

Donnerstag, 29. März.

Yaam, Stralauer Platz 35, gegenüber vom

S-Bhf Ostbahnhof

Einlass ab 20 Uhr

Beginn um 21 Uhr

Karten kosten im Vorverkauf 16 €

Die Band Dub Inc. (aus Saint-Étienne,

Frankreich), bestehend aus acht Mitgliedern

vollkommen unterschiedlicher kultureller

Herkunft, setzt ihre Musik aus Reggae,

arabischer Rhythmik, Hip Hop, afrikanischen

Beats und Dub zusammen. Ihre englischen,

französischen oder kabylischen Texte

behandeln soziale Missstände wie Armut,

Bildungsnotstand, Arbeitslosigkeit, Gewalt

und Korruption.

Wer Lust auf ein mitreißendes Konzert hat,

sollte dieses nicht verpassen.

35


Gefangen im

Gefühlskarussell.

Die Zahl der seelisch

erkrankten war noch

nie so hoch wie heute.

Doch was genau

ist eigentlich eine

Depression?

36

Text: Lisa von Schwander

Sie ist immer müde. Sie will immer die Beste

sein und geht innerlich allmählich kaputt. Sie

hat den Zustand der Dauererschöpfung erreicht.

Wann sie das letzte mal einen Tag frei hatte?

Daran kann sie sich beim besten Willen nicht

erinnern. Es ist, als ob sie sich in einem Boot

ohne Ruder befände, welches sich in einem

reißenden Strom verfangen hat. Man weiß

nicht, wohin es geht, und befindet sich in einem

emotionalen Dauertief. Die Last der Arbeit

drückt sie zu Boden, liegt schwer auf ihren

Schultern. Wie lange schafft sie es, diese Last

täglich nach oben zu drücken? Wann wird sie ihr

nachgeben müssen?

„Inzwischen werden die

meisten Einweisungen in

Krankenhäuser aufgrund

psychiatrischer Störungen

vorgenommen.“

Immer mehr Deutsche sind übermäßigem

Stress ausgesetzt, leiden unter seelischen

Krankheiten oder fallen im schlimmsten

Fall in eine Depression. Die Grenze zwischen

normalem Stress und der Depression verläuft

dabei auf einem sehr schmalen Grat. „Stress

und gelegentliche Überforderung sind Teil

des Lebens und müssen nicht medizinisch

behandelt werden“, so Hegerl, ein Psychiater

aus Leipzig. Sicher ist aber, dass Menschen, die

durchgängig negativem Stress ausgesetzt sind,

immer angespannt sind und depressiv werden

können.

© www.mario-schaefer.com

Der Stress hat aber eigentlich einen

positiven Ursprung. Er war nämlich notwendig,

um bei Gefahr die Kraft des Körpers zu steigern

und ihn auf weitere überlebenswichtige

Handlungen vorzubereiten, da so dem Körper

mehr Energie zur Verfügung gestellt werden

kann. Heutzutage wird es jedoch zunehmend

schwieriger, den entstandenen Stress wieder

abzubauen und einen körperlichen Ausgleich zu

schaffen. Tritt der Stress zu häufig und negativ

auf, empfinden wir ihn als Angst einflößend.


Inzwischen werden die meisten

Einweisungen in Krankenhäuser aufgrund

psychiatrischer Störungen vorgenommen.

Dies kann an dem schwierigen Arbeitsmarkt

in Deutschland, an dem damit verbundenen

Leistungsdruck und der steigenden Konkurrenz

beziehungsweise an den neuen und hohen

Anforderungen in der Schule schon ab frühstem

Grundschulalter liegen. Auch die Einführung von

Internet und Smartphone scheint seinen Teil

dazu beizutragen. Die ständige Erreichbarkeit

setzt die Menschen unter Druck.

Im Gegensatz zu Depression ist der Begriff

„Burnout“ jedoch inzwischen schon fast zu

einem Modebegriff geworden. Er wird von

vielen eher positiv aufgefasst. Denn der, der

einen „Burnout“ hat, hat ihn durch sein großes

Engagement im Beruf oder der Schule. „Dass er

Depressionen habe, sagt keiner von ihnen. Aber

Burnout haben sie gern. Das tragen viele von

ihnen wie ein stolzes Abzeichen vor sich her“, so

Werner Kissling.

„Die ständige Erreichbarkeit

setzt die Menschen unter

Druck. “

Viele wissen nicht, dass ein „Burnout“, das

„Ausgebranntsein“, einfach ein anderer Begriff

für die Depression ist. Die Diagnose wird

sogar oft ausgenutzt: Wellnesshotels werben

mit einem Aufenthalt, der den „Burnout“

eindämmt, Heilkundler entwickeln spezielle

Therapien. Doch manchmal bewirken gerade die

Tipps, die diese geben, wie Urlaub und längerer

Schlaf, dem Heilprozess entgegen. Isabella

Heuser, Direktorin der Klinik für Psychiatrie

und Psychotherapie der Charité Berlin, meint

sogar, dass der Begriff medizinisch sinnlos sei.

„In dieser ‚Tempo-Gesellschaft‘

gelangen depressive

Menschen sogar schnell in die

Außenseiterrolle. “

Ein positiver Effekt ist jedoch, dass „das Etikett

Burnout vielen Menschen mit Depressionen

erstmals erlaubt, Hilfe zu suchen“, so der

Psychiater und Autor Asmus Finzen.

Immer mehr Deutsche nehmen täglich

Medikamente gegen Depressionen. Andere

Methoden nähmen zu viel Zeit in Anspruch.

Zeit, die in unserer heutigen Gesellschaft immer

knapper zu werden scheint. In dieser „Tempo-

Gesellschaft“ gelangen depressive Menschen

sogar schnell in die Außenseiterrolle, was ihr

Gefühl von Hilflosigkeit weiter verstärkt.

Es gebe wohl aber auch viele Deutsche, die

sich gar nicht darüber bewusst seien, unter einer

Depression zu leiden, dass sie Probleme haben,

ihr Leben allein zu bewältigen. Symptome

für eine Depression sind beispielsweise

verminderte Konzentration und vermindertes

Selbstwertgefühl, Appetitlosigkeit und

Schlafstörungen, Selbstmordgedanken und

Zukunftsängste. Die rasant steigende Zahl an

Menschen mit Depressionen zeigt deutlich

auf, dass wir dem Tempo, der Leistung, die

abverlangt wird, ja, dem wachsenden Stress

nicht gewachsen sind. Der Psychiater Allen

Frances aus den Vereinigten Staaten trifft es

genau auf den Punkt: „Es ist ja heute kaum noch

möglich, ohne geistige Störung durchs Leben zu

kommen.“ Sei diese durch Leistungsdruck, durch

Konkurrenz oder durch den Modebegriff und die

damit einhergehende Kommerzialisierung des

„Burnouts“ hervorgerufen.

37


Manche mögen’s

heiß.

„einer der lustigsten Filme

aller Zeiten“ (american

Film institute)

38

Text: Darleen Honeycutt & Aylin Tomiak

„Niemand ist vollkommen!“ (Original:

„Nobody is perfect!“). Das ist die Kernaussage

des Films und dass wusste Billy Wilder

(Regisseur) schon vor 50 Jahren. In einer Zeit,

wo man kaum aus seiner Rolle fallen durfte.

Chicago 1929, in einer Autowerkstatt werden

ein Verräter und seine Crew zur Strecke gebracht

von dem Gangsterboss Gamaschen-Colombo

und seiner Gang. Unglücklicherweise werden

die arbeitslosen Musiker Joe (Tony Curtis)

und Jerry (Jack Lemmon) zufällig Zeugen des

Massakers. Nur knapp entkommen sie der Gang,

was ihr Todesurteil gewesen wäre, aber um den

Gangstern nicht noch mal in die Arme zu laufen,

versuchen sie die Stadt zu verlassen. Die einzige

Möglichkeit dafür: sich als Frauen verkleiden

und einer Damenkappelle anschließen, die

auf dem Weg nach Florida ist. So wird aus Joe

„Josephine“ und aus Jerry „Daphne“. Kaum sind

Foto von Darleen Honeycutt

die beiden „Damen“ in den Zug eingestiegen,

fühlen sie sich auch gleich viel wohler, was

vor allem an ihrer neuen Bekanntschaft, der

Sängerin und Ukulelespielerin Sugar (Marilyn

Monroe), liegt. Es dauert aber nicht allzu lange

bis einer der beiden sich Hals über Kopf in sie

verliebt.

„Ich bin ein Mann. […] Man bin

ich ein Mann. Ich wünschte ich

wäre tot!“ - Jerry

Jedoch sind Joe und Jerry durch ihre

Verkleidung auch selber zu Männermagneten

geworden. Als würde das noch nicht reichen,

gibt es eine Konferenz der Mafia, die im selben

Hotel stattfindet, indem die Damenkapelle ihre

Auftritte haben, weshalb Gamaschen-Colombo

und seine Gang nicht weit sind.

Billy Wilder ist der Regisseur, Drehbuchautor

und Produzent zugleich. Er ist bekannt

dafür in seinen Filmen anzügliche Themen

anzusprechen. Der Film beginnt mit einem

Mafiamord von da an kommt die Geschichte

erst ins Rollen und der Zuschauer folgt

bereits ab der ersten Minute gefesselt der

Handlung. In diesem Film ist nichts dem Zufall

überlassen; dem Zuschauer bleibt gar nichts

anderes übrig, als mitzufiebern und zu lachen.

Die Hauptdarsteller stehen die meiste Zeit in

Frauenkleider vor der Kamera; für damalige

Zeit ein gewagtes Risiko. Es ist jedoch eins,

welches sich gelohnt hat. Die Dialoge selbst

bringen Schwung in den Film hinein, zusätzlich

wird durch das Zusammenspiel von Curtis und

Lemmon, welches einwandfrei funktioniert, die

Komödie mit einer wendungsreichen Handlung

hervorragend umgesetzt. Dazu noch Marilyn

Monroe, die ihrer Rolle gelungen spielt, so dass

der Film zu nichts anderem werden konnte als

zu einem Klassiker.


Hakan labert über:

KRAFTKLUB

MIT K

Text: Hakan Halac

Rapmusik hat in den letzten Jahren einen

merkwürdigen Wandel vollzogen. Wo vorher Rap

größtenteils vom Leben auf der Straße oder über

die Freude am Drogenkonsum handelt, kommt

plötzlich ein Topfschnitt tragender Casper, ein

als Panda maskierter Cro oder ein clownhaft

geschminktes Duo namens Genetikk um die

Ecke und beleuchten die Szene von einer ganz

anderen Seite. Auf einmal trägt Rap auch mal

Röhrenjeans, muss nicht „ums leben hustlen“,

und ist präsent – nicht nur bei sterbensharten

Hip-Hop-Nerds.

Da sind nun also diese fünf komisch

guckenden Jungs aus Chemnitz in Collegejacken,

die über die Hauptstadt und die Indie-Szene

herziehen. KRAFTKLUB sind eine dieser Bands,

die schon vor dem Release ihres offiziellen Debüt-

Albums von allen Seiten Lorbeeren kassierten.

Jetzt kam „Mit K“ nach der Unterschrift bei

Universal Music. Ist der Hype berechtigt?

Nach eigener Aussage machen KRAFTKLUB

„Jungsmusik für Mädchen“ – das lässt sich

vielleicht nicht bestätigen, doch unterstreicht

eines: KRAFTKLUB ist es völlig Wurst, welches

Genre ihre Musik einschlägt. Denn „Mit K“

klingt wie jene Person auf einer Party, die sich

nie innerhalb der Location befindet, sondern

stets rauchend vor der Tür steht und lässigcool

aufgesetzt gelangweilte Sprüche klopft,

über die man lacht, weil man kapiert, dass

es schwarzer Humor und Sarkasmus ist. Und

genau das funktioniert auf „Mit K“. Der fließende

Übergang zwischen Rap und Indie-Rock klingt

nicht gezwungen, sondern völlig logisch - zwar

neigt das Album von Zeit zu Zeit zur Eintönigkeit,

doch gelegentliche Aha-Momente ziehen einen

wieder zurück ins Geschehen. Vielleicht sind

manche Songs ein bisschen „zu viel“, denn

inhaltlich trumpfen Songs wie „Eure Mädchen“,

„Songs für Liam“, „Karl-Marx-Stadt“ oder „Zu

Jung“ gegenüber anderen mehr auf und stehlen

ein stückweit die Aufmerksamkeit.

„Mit K“ ist trotzdem ein kompaktes

Album, welches auf Schubladen keinen Wert

legt, sondern das eigene Ding durchzieht.

Textlich originell, unverblümt, rotzig. Die

Produktion ist sauber, nicht zu glattgeschliffen

und mit einer guten Handvoll Selbstironie.

KRAFTKLUB schaffen es, arrogant zu sein,

ohne abzuheben. Denn sie sind eben „die

Lieblingsband deiner Lieblingsband“.

7 von 10

Punkten

KRAFTKLUB

„Mit K“

Universal Music Group

39


Das Geschäft

mit der

Großzügigkeit

wie unsere

altkleiderspenden

die textilindustrie in

entwicklungsländern

zerstört

Text: Lennart Weis

Weihnachten – das Fest der Liebe. Der

Sinnlichkeit. Der Barmherzigkeit. Besonders

zu Weihnachten fassen sich jedes Jahr viele

Menschen ein Herz und spenden Geld, Kleidung

und andere nützliche Dinge an jene, für die

Weihnachten kein Grund zum Feiern, sondern

nur einer von vielen durch Hunger und Armut

geprägten Tage des Jahres ist. Doch auch abseits

dieser „Spendensaison“ werfen tausende

Deutsche gebrauchte Kleider und Schuhe mit

gutem Gewissen in die Altkleidersammlung,

mit der festen Überzeugung, diese würden vom

Deutschen Roten Kreuz (DRK) oder anderen

Hilfsorganisationen schon an die Bedürftigen

weitergeleitet. Man ist stolz auf sich, hat ein

gutes Gewissen. Man denkt bei sich: Ich habe

etwas Gutes getan, Menschen in Not geholfen.

Was für ein makabrer Irrtum.

Die Altkleider landen nämlich mitnichten bei

den Menschen, die sie am nötigsten brauchen.

In Deutschland sind die Kleiderkammern des

DRK reichlich bestückt und nicht viele Bedürftige

nehmen die Almosen hierzulande in Anspruch,

sodass ein Großteil der Kleiderspenden zur Ware

40

einer global agierenden Branche wird, die sie in

armen Ländern (bevorzugt in Afrika) verkauft

und damit nicht nur den Spendenwillen

der Bürger ad absurdum führt, sondern

gleichzeitig die Zerstörung der einheimischen

Textilindustrie bewirkt. Das Prinzip ist so einfach

wie genial: Man verkauft eine Ware ohne

Herstellungskosten unter dem Deckmantel

einer großzügigen Spendenorganisation.

Und alle wirken mit; ob das Deutsche Rote

Kreuz, der DLRG oder die Malteser, sie alle

nutzen ihren Namen und ihren guten Ruf, um

mit Unternehmen Geschäfte zu machen. Das

Deutsche Rote Kreuz beispielsweise arbeitet

seit über 40 Jahren mit der Efiba, dem größten

Betrieb seiner Art in Deutschland, zusammen,

und erhält Geld für die Altkleider, etwa fünf Cent

pro Kilo. Diese werden von der Efiba sodann

weiterverkauft an die nach eigener Angabe

„weltweit marktführende“ Textilsortieranlage

Soex in Bitterfeld-Wolfen, wo 2010 rund 85

000 Tonnen Altkleider verarbeitet wurden – mit

einem Gesamtumsatz von 58 Millionen Euro.

15 % der eingetroffenen Ware muss recycelt

werden, weil sie nicht mehr zu gebrauchen ist.

Die minderwertigen Stücke, die etwa 60 %

ausmachen, landen in Afrika, wo sie wiederum

verkauft werden. Der Rest, die beste Ware, geht

als Exportware in arabische Staaten und in die

Länder des ehemaligen Ostblocks, wo sie in

Second-Hand-Shops veräußert wird.

Sicherlich wird das damit von Hilfsorganisationen

eingenommene Geld größtenteils für die

eigene Finanzierung und somit trotzdem für

einen guten Zweck verwendet, doch wäre

eine größere Transparenz in dieser Hinsicht

(die Zentrale des Deutschen Roten Kreuzes ist

beispielsweise nicht bereit, zu diesem Thema


Stellung zu beziehen) hilfreich. Außerdem

stellen die gespendeten Textilien aus Europa

ein immenses Problem für die Textilindustrie

in Entwicklungsländern dar, da die extrem

niedrigen Preise, mit denen die Second-Hand-

Waren veräußert werden, von diesen nicht

unterboten werden können. Dies führte in der

Vergangenheit zu vielen Fabrikschließungen

und damit verbundenen Entlassungen. In den

von Armut geprägten Entwicklungsländern

wie Tansania, in denen die Textilbranche

besonders unter den gut gemeinten Spenden

leiden musste, wiegen Entlassungen und eine

Schwächung der Wirtschaft verständlicherweise

„Unsere Textilspenden führen

in Entwicklungsländern

zu zahlreichen

Firmenschließungen und

Entlassungen.“

noch um einiges schwerer als in infrastrukturell

und wirtschaftlich gut aufgestellten Nationen

wie Deutschland. Und selbst die Ärmsten

der Armen in Afrika müssen für die von

Unterhändlern aufgekaufte Spendenware

bezahlen – verschenkt wird also selbst an die

Bedürftigsten nichts.

So merkwürdig es klingt: Wer sich an

der Zerstörung der Textilindustrie in

Entwicklungsländern nicht beteiligen, aufs

Spenden aber trotzdem nicht verzichten möchte,

der sollte seine Kleider sorgfältig zerschneiden,

bevor er sie in den Altkleider-Container wirft.

Denn dann muss das entstandene Material

von Soex recycelt werden, gelangt wieder

in den Warenkreislauf, die entsprechende

Hilfsorganisation zieht trotzdem einen Nutzen

daraus und die Kleider können nicht zu

Dumpingpreisen exportiert werden.

41


Quantität?

Qualität?

vielfalt im

kleiderschrank -

doch zu welchem

Preis?

42

Text: Paula Kuchheuser und

Carlotta Nikisch

Zwei perfekt sitzende Hosen, eine

Strickjacke, drei neue Oberteile, eine Tasche und

dazu noch den passenden Schmuck für 50 Euro

- das kriegt man bei Primark, einem der großen

internationalen Modekonzerne, für den man

sogar einen Shoppingtrip nach Bremen, dem

Standort einer deutschen Primark-Filiale, auf

sich nimmt.

Für uns Berliner ist das bald nicht mehr

nötig, denn geplant sind für das Frühjahr gleich

zwei neue Filialen, eine am Alexanderplatz, die

andere in der Schlossstraße. Viele Jugendliche

freuen sich auf den preiswerten Shopping-

Traum, der sich demnächst über 7000

Quadratmeter erstrecken wird.

Zu Hause angekommen, begutachtet man

euphorisch die neuen Errungenschaften, um

erstaunt feststellen zu müssen, dass es sich

hierbei um nicht mehr handelt als um zwei

Hosen, die schon nach dem dritten Waschen

an Farbe verlieren, eine Jacke mit fehlenden

Knöpfen - von Ersatzknöpfen ganz zu

schweigen, drei schlecht vernähte Oberteile

und eine Tasche, deren Reißverschluss scheinbar

noch nie zum Schließen bestimmt war. Und

nicht zu vergessen die Kette, die man aus Angst,

sie zu zerstören, lieber am Spiegel hängen lässt.

„Wie billig darf Kleidung

eigentlich sein? Eins ist klar, so

billig jedenfalls nicht!“

Wirklich wundern sollte man sich über diese

Feststellung nicht. Wer bewahrt schon den

Überblick bei den im Geschäft herrschenden

Verhältnissen? Eine gehetzte Suche nach

einem besonderen Kleidungsstück, welches

man nach dem Kampf um den günstigsten

Anprobeplatz - mit ein bisschen Glück sogar in

Reichweite eines Spiegels - überwirft. Denn den

Blick in die eh schon hoffnungslos überfüllten

Umkleidekabinen konnte man sich von Anfang

an sparen. Orientierung und Beratung werden

einem durch mangelnde Kundenbetreuung

nicht geboten, sodass man sich alleine durch die

zahlreichen, achtlos aufeinander angehäuften

Kleidungsstücke wühlen muss.

Und auch der Preis ruft Bedenken bezüglich

der Qualität hervor, denn wo zahlt man schon

drei Euro für ein akzeptables T-Shirt? Spätestens

hier stellt man sich die Frage: Wie billig darf

Kleidung eigentlich sein? Eins ist klar, so billig

jedenfalls nicht!

Denn es sind nicht wir, die den Preis

dafür zu zahlen haben, sondern die schlecht

bezahlten Arbeiterinnen in Billiglohnländern

wie Bangladesch, die 90 Prozent des deutschen

Kleidungsangebots in unmenschlichen

Verhältnissen produzieren.


Tag für Tag fertigen etwa zwei Millionen

Arbeiterinnen in Bangladesch unsere Kleidung

an - für einen mageren Tageslohn von acht Cent,

entsprechend dem monatlichen Mindestlohn

von ungefähr zwölf Euro. 18 Stunden ihres Tages

schuften sie in Fabriken, nicht nur in unsicheren

Arbeitsverhältnissen, sondern auch in

Bekleidung, die den Vorschriften nicht entspricht

- sie ist schutzuntüchtig gegen gesundheitliche

Gefahren wie giftige Bleichmittel. Oft

führt dieses zu ernstzunehmenden und

bleibenden körperlichen Schädigungen wie

Atemwegserkrankungen.

- Primark -

Bald auch in Berlin

Wer sich dieser Hintergründe bisher nicht

bewusst war, fragt sich hoffentlich spätestens

jetzt, wie man zukünftig ebenso diesen Faktor

neben Preis und Qualität berücksichtigen kann.

Ein tieferer Griff in die Geldbörse begeistert uns

genauso wenig wie euch - doch er ist es wert,

Kleidung mit gutem Gewissen tragen zu können.

Doch auch hierbei gilt es, sich ausreichend zu

informieren, um nicht bei einem überbezahlten

Markenprodukt den alten Fehler zu begehen.

Denn wie heißt es so schön: ein gutes

Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen!

43


„Das Schlimmste

an Zensur ist


GeMa, SoPa/PiPa,

acta - was ist das

überhaupt und wie

betrifft es mich?

Text: Christoph Schmid

GEMA

Wer kennt es nicht: Man klickt auf ein Video bei

youtube, aber anstatt das Video abzuspielen,

erscheint nur eine kurze Mitteilung, dass das

Video nicht verfügbar sei, da es „die GEMA die

erforderlichen Musikrechte nicht eingeräumt

hat“. Aber was bedeutet das?

Normalerweise kümmern wir uns kaum

um die Datenschutzrechte einer Seite, denn

welcher Schüler schaut sich denn zu Hause

die Datenschutzbestimmungen eines Bildes,

welches er zum Beispiel in einer Präsentation

verwendet hat, an? Wenn man es aber

genau nimmt, muss man jedes Bild einzeln

begutachten und auf der Seite nachschauen, ob

das Bild freigegeben ist. So läuft das bei youtube

auch.

Die GEMA ist eine Gesellschaft, die die

Nutzungs- und Urheberrechte von bestimmten

Musikkünstlern schützt. Das heißt, dass die

Künstler die GEMA bezahlen, damit diese ihre

Werke schützen, sprich: Videos mit Musik solch

eingetragener Künstler werden gelöscht.

Der Begriff „schützen“ ist aber von

44

Künstler zu Künstler anders definiert. So

kann es zum Beispiel sein, dass die GEMA ein

selbstgemachtes Video mit der Musik eines

geschützten Künstlers zulässt, da das Original-

Video nicht verwendet wird. Es gibt aber auch

das extreme Gegenteil. So kann es sein, dass

ein von dir selbstgemachtes Video, zum Beispiel

auf einer Party, gelöscht wird, weil „verbotene“

Hintergrundmusik läuft.

Youtube-Nutzer greifen nun immer wieder

zu dem Trick, die Musik mit bestimmten

Programmen so zu bearbeiten, dass sie um

wenige Prozent tiefer oder höher klingt, was oft

gar nicht auffällt.

Aber ist das legal? Im Prinzip ist es doch

bearbeitet und damit kein Original mehr, oder?

Im Moment ist das eine Grauzone, aber durch

Abkommen wie ACTA könnte sich das ändern.

„Dieses Video ist leider nicht

verfügbar!“

Quelle: http://chriszim.com


SOPA/PIPA

Und plötzlich gab es kein englischsprachiges

Wikipedia mehr und Google zeigte als Logo

einen Zensurbalken. Auch in Deutschland

merkten wir die Proteste des Internets auf einen

Gesetzesvorschlag in den USA.

Der „Stop Online Piracy Act“ (SOPA), die

Erweiterung des „PRO-IP PROTECT Act“ (PIPA),

ist ein Gesetzentwurf, der es Urhebern in den

USA möglich machen sollte, Betreiber und

Profiteure von Internetseiten, die einen Verstoß

gegen das US-Urheberrecht begehen, juristisch

besser zu verfolgen.

Diese Theorie lässt sich am besten an einem

Beispiel verdeutlichen. Stell dir vor, du würdest

auf einer Internetseite, wie beispielsweise kinox.

to, einen nicht freigegebenen Film anschauen.

Bisher würdest du dafür, falls du nicht weißt,

dass der Film illegal im Netz ist, nicht belangt

werden können, sondern nur der Uploader. Falls

SOPA in Kraft getreten wäre, wären aber alle, die

diesen Film geschaut hätten, mitschuldig, da sie

indirekt beteiligt gewesen waren. Somit wärst

du genau so schuldig gewesen wie der Uploader.

Damit stellt sich natürlich auch die Frage, was

mit geschützten Texten geschehen wäre. Hätte

ich meine Informationen aus Zeitungen noch

verwenden dürfen?

Aber auch die juristische Verfolgung hätte

sich geändert. Würdest du, um beim oberen

Beispiel zu bleiben, für schuldig erklärt werden,

könnte dein Internetanbieter im Extremfall

deine Verbindung sperren oder dich verklagen.

Gegen diesen Gesetzesvorschlag

demonstrierten am 18.01.2012 viele

amerikanische Internetseiten, darunter

Wikipedia und Google. Sie halten diese Art

von Urheberrecht für einen Verstoß gegen die

Meinungsfreiheit. Millionen unterschrieben

in den USA eine Online-Petition gegen dieses

Gesetz. Aufgrund von immensen Protesten

wurde der Gesetzesvorschlag vorerst abgelehnt.

„Und plötzlich gab es kein

englischsprachiges Wikipedia

mehr.“

Quelle: Wikipedia

ACTA

In der letzten Zeit scheint ganz Deutschland auf

Demos gegen „ACTA“ zu sein. Ein Thema, das uns

alle interessieren und beschäftigen sollte. Aber

was ist ACTA eigentlich und wieso regen sich die

Leute so darüber auf?

ACTA (Anti Counterfeiting Trade Agreement) ist

ein internationales Anti-Fälschungsabkommen.

Es wurde ins Leben gerufen, um

Produktpiraterie zu verhindern und die

Datenschutzbestimmungen international

auf ein gleiches Level zu bringen. 12 Staaten

und die EU sind an den Verhandlungen zu

ACTA beteiligt. ACTA soll materielle Werte und

geistiges Eigentum schützen. Aber wenn das

alles ist, wieso protestieren die Menschen dann

dagegen?

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Bis vor kurzem wusste kaum jemand etwas

über ACTA, geschweige denn die genauen

Konsequenzen. Tatsächlich begannen die

Verhandlungen aber schon 2007. Diese

Intransparenz ist ein großes Problem, da bis

jetzt der genaue Wortlaut noch nicht feststeht.

Außerdem sind an der Ausarbeitung von ACTA

keine gewählten Volksvertreter beteiligt, die

stimmen nur darüber ab.

Der Protest richtet sich aber größtenteils

gegen die möglichen Auswirkungen ACTAs.

Kader Arif, der EU-Berichterstatter für ACTA,

trat aus Protest gegen ACTA zurück. Seiner

Meinung nach bedeute ACTA eine komplette

Überwachung, da ACTA es den Internetanbietern

erlauben würde, die Tätigkeiten ihrer Nutzer zu

verfolgen und nach Urheberrechtsverstößen zu

untersuchen. Auch die Meinungsfreiheit sei in

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Gefahr, da Inhalte von privaten Unternehmen

kontrolliert und zensiert werden könnten.

Man merkt, dass das alles noch ziemlich

theoretisch und kompliziert klingt, aber das

hat seinen Grund. Die Öffentlichkeit ist noch

kaum informiert und schon haben die Proteste

begonnen.

Die Verschwiegenheit über dieses

Abkommen hat also seinen Zweck erfüllt.

Umso erschreckender, wenn man bedenkt, dass

schon seit sechs Jahren über dieses Abkommen

verhandelt wird und bald (1.05.2011 -

1.05.2013) darüber abgestimmt werden soll.

Übrigens: Fast alle Länder, inklusive

Deutschland, haben ACTA schon unterzeichnet.

Aber ratifiziert, also genehmigt, hat es noch kein

Staat.

Quelle: Wikipedia


Erzwungene Trauer?

in dem sozialistischen Staat

Nordkorea mussten die

einwohner vor kurzer Zeit

den tod ihres Führers

kim Jong-il verzeichnen.

Mussten diese auch um

sein Dahinscheiden trauern

und falsche emotionen

aufzeigen?

Text: Ben Biller

Am 17. Dezember des letzten Jahres (2011)

verstarb der bis dahin fungierende Machthaber

Nordkoreas: Kim Jong-il. Im Alter von 69 Jahren

erlag er einem Herzinfarkt, der seinem Leben

ein Ende bereitete (Version Nordkoreas). Zur

Ehrung des „Geliebten Führers“ ( = widaehan

ryongdoja, oft in offiziellen Schriften so

bezeichnet) wurde eine intensive Trauerfeier

abgehalten, die sich über elf Tage vollzog.

Dazu wurden sehr aufwendige Vorbereitungen

getroffen und viele Geldmittel bereitgestellt.

Jedoch wirklich bemerkenswert waren die

Einwohner Nordkoreas und deren ausgeprägte

Trauer über ihren Verlust. Ehrlicher Schmerz

oder Bangen um die möglicherweise entzogene

Freiheit? Eine Frage, die sich mir beim Anblick

einiger der vorhandenen Fotografien stellt.

Bei der Demokratischen Volksrepublik

Korea (geläufiger Gebrauch: Nordkorea)

handelt es sich seit vielen Jahrzehnten um

einen unabhängigen, sozialistischen Staat.

Das Staatsoberhaupt ist (theoretisch) darum

bemüht, eine Gesellschaft ohne Klassen zu

schaffen und somit die Gleichheit eines jeden

Einzelnen zu gewährleisten. Dazu sind diesem

„Ehrlicher

Schmerz oder Bangen um die

möglicherweise entzogene

Freiheit? “

nahezu alle erforderlichen Mittel zur Verfügung

gestellt. Auch vor augenscheinlich drastischen

Maßnahmen wie zum Beispiel der Todesstrafe

oder einer Einweisung in ein Arbeiterlager

wird nicht zurückgeschreckt. In der Regel sind

Regimegegner, welche ihre Meinung frei und

öffentlich äußern, die Betroffenen und werden

sogar teilweise öffentlich hingerichtet.

Unter diesen doch schwierigen Umständen

würde ich es auch für ratsam halten,

angemessen über das kürzlich verschiedene

Staatsoberhaupt zu trauern. Sehr erstaunlich

jedoch (trotz der oben angedeuteten möglichen

Strafen) fand ich die sehr emotionale Reaktion,

die viele Bürger preisgaben. Es wird auch von

vielen westlichen Nachrichtendiensten sowie

Politikern vermutet, dass diese ergreifende

Trauerveranstaltung inszeniert war und viele

Bürger Nordkoreas gefasster die Nachricht des

verstorbenen Oberhauptes entgegennahmen.

Einige Quellen berichten sogar über

Androhungen hoher Strafen, sollte man an

diesen besagten Tagen nicht „angemessen

trauern“. Die Eingrenzung beziehungsweise

der komplette Entzug der Freiheit soll auch

angedroht worden sein. Ein guter Grund, seiner

Trauer einen starken Ausdruck zu verleihen.

Aber war alles nur getäuscht und manipuliert?

47


Experten denken nicht. Die Betroffenheit in

der Bevölkerung war bestimmt groß und vor

allem ehrlicher Natur. Gerade, weil auch im

Rahmen der Herrschaft Kim Jong-ils wesentliche

Propaganda betrieben wurde, was sich enorm

auf eine Vielzahl der Menschen Nordkoreas

auswirkte. Der Führerkult rund um diese Person

wurde so drastisch ausgelegt und verbreitet,

dass doch viele Menschen in ihrem Führer eine

Art Hoffnungsträger sahen und sich viel von

dessen Regierungszeit versprachen.

48

„Einige

Quellen berichten sogar über

Androhungen hoher Strafen,

sollte man an diesen besagten

Tagen nicht „angemessen

trauern“. “

Interessant ist auch, dass es einen ähnlich

starken (wenn nicht noch gewaltigeren) Aufruhr

um den verstorbenen offiziellen Staatsgründer

Kim Il-sung gab, als dieser 1994 ebenfalls einem

Herzinfarkt erlag. Dieser hat immer noch das

Amt des Präsidenten inne („Ewiger Präsident“),

was zur Folge hat, dass dieses protokollarisch

eigentlich schon vergeben ist. Ob Kim Jong-il auf

ähnliche Art gewürdigt wird, ist abzuwarten.

Sein Leichnam wurde einbalsamiert und

ist der Öffentlichkeit begrenzt zugänglich.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das

offizielle Begräbnis des Herrschers bestimmt in

eine sehr drastische Form gelenkt wurde, die

Betroffenheit der Einwohner aber bestimmt

echt war und diese den Tod ihres „Geliebten

Führers“ auch bedauern.


Impressum

Wasserschaden - Schülerzeitung der

Beethoven-Schule (Gymnasium),

12249 Berlin-Lankwitz, Barbarastr. 9

Adresse der Redaktion:

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Honeycutt, Robin Hüppe, Maximilian Jochim, Paula Kuchheuser, Mirjana Mehling, Naima Middendorf, Carlotta

Nikisch, Julia Pfeiffer, Jerome Queißer, Alina Sahl, Jana Schliepe, Christoph Schmid, Laura Schröder, Lisa von

Schwander, Viktoria Schwarzott, Vincent Sudau, Aylin Tomiak, Gina Weber, Lennart Weis, Elisabeth Wells

(alle 10. bis 13. Jg.)

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Lektorat

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Ende.


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