Corporate Volunteering - Bergwaldprojekt

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Corporate Volunteering - Bergwaldprojekt

Projekte. Credit Suisse(Red.) Interviewmit Zahra Darvishi,Credit Suisse,Leiterin CorporateCitizenshipSchweizWas zieht die Credit-Suisse-Volunteers in den Bergwald?Sie lieben die ursprüngliche Natur,wie man sie in den entlegenenBergwäldern noch antrifft. Einigesuchen einfach Abwechslung zumBüroalltag. Motivation für alleist, sich im Freien körperlichzu betätigen und etwas Guteszu tun.Was bleibt den Credit-Suisse-Volunteers?In Erinnerung bleiben besondersdie kameradschaftlich verbrachtenStunden, aber auch der feineCervelat am offenen Feuer, derMuselkater am nächsten Tag undnatürlich die freundliche undkompetente Instruktion durchdie Bergwaldprojekt-Leiter. Einverfeinertes Bewusstsein fürdie Zusammenhänge zwischender Natur und unseren Lebensbedingungenist vielleicht derwertvollste bleibende Aspekt. Dasist das Verdienst von euch «Bergwäldlern»:Ihr bringt jeder Einsatzgruppediese Informationenauf sympathische Art näher.Bereits ein Einsatztag regt dazuan, die Einstellung zur Natur zuüberdenken.Die rund 25000 Mitarbeitendender Credit Suisse derSchweiz wählen ihren Einsatzunter Angeboten von 14 Partnerorganisationenund lokalenNPO aus. Kommen immerwieder neue Mitarbeitendeins Bergwaldprojekt odergibt es Wiederholungstäter?Es gibt beides: Bergwald-Neulinge– oft angesteckt von ehemaligenTeilnehmenden –, aber auch vieletreue «Bergwald-Fans», die Jahrfür Jahr beharrlich ihren Bergwaldeinsatzabsolvieren, egal wiereizvoll das weitere Angebot anVolunteering-Möglichkeiten ist.Allgemein ist der Prozentsatz derWiederholer beim Bergwald grösserals bei anderen Volunteering-Aktivitäten.Wie war dein persönlicherEinsatz im Bergwald?Damals in der Nähe von Trin wares kalt und nass, die Schaufel wardank riesiger hängenbleibenderErdklumpen schwer zu heben.Trotzdem ist mir der Einsatz bisheute in lebendiger Erinnerung.Geprägt wird so ein Tag von denBegegnungen: Vom Team-Erlebnismit den Arbeitskollegen und derZusammenarbeit mit den Bergwaldprojekt-Mitarbeitenden.1Bilanz einer Bank(Red.) Seit 2008 haben 4216 Mitarbeitende der Credit Suisse in 240Arbeitstagen an 23 Orten im Bergwald aller Sprachregionen derSchweiz 3500 junge Bäume gepflanzt | 1600 junge Bäume mit Einzelschützenvor Wildverbiss geschützt | auf einer Fläche von 50 Fussballfelderndie Verjüngungsgunst verbessert | 2.2 km Wildschutz-Zäune erstellt | 10.5 km Begehungswege erstellt oder unterhalten | 2 Brücken gebaut | auf einer Fläche von 16 Fussballfeldern dieBiodiversität gefördert | weitere, wichtige Arbeiten für die Schutzwirkungdes Bergwaldes geleistet und dabei viel über die Zusammenhängedieses sensiblen Ökosystems gelernt.Daniel Sonderegger, ChiefCredit Officer Switzerland«Unter fachkundiger Anleitunghat das Regional ManagementBoard Switzerland mit Sense,Sichel oder Säge unter grössterHitze im Bergwald von Einsiedelnden Jungwald von ungewolltenGrünpflanzen befreit.Erschöpft von der körperlichenArbeit in der Natur, aber vollerStolz, genossen wir danach denLunch. Es war ein speziellesErlebnis, das grossen Spass gemachtund uns als Team weiterzusammengeschweisst hat.»Bild 1: Wegebau, Entlebuch LU | Bild 2: Lernende bei der Hangbefestigung mit Weiden, Flims GR | Bild 3: Lernende beim Räumen einer Sturmfläche,Trin GR | Bild 4: Abbruch Wildschutzzaun, Chur GR23Reto Schmid, HR-Spezialist«Top organisiert und sehr positive,engagierte Projektleiter. Eine wichtigeund sehr sinnvolle Aufgabe.»Rita Franzetti, Senior CreditPortfolio Manager«Für jemanden, der die NaturBild: © Jaromir KreiligerMehr als ein Lippenbekenntnis(Red.) Lohnt es sich, Mitarbeitende einer Firma nur für einen Tag in den Bergwald zu «karren»?Angesichts der Arbeitsleistung, dem begeisterten Zupacken und der Feedbacks ausden Corporate-Volunteering-Tagen ist die Antwort: Ja! Bedingung ist allerdings, dass derEinsatz gut organisiert ist und an Orten stattfindet, die gut mit öffentlichen Verkehrsmittelnerreichbar sind.Das Bergwaldprojekt führt seit zehn Jahren Einsätze mit Firmen durch – zum Beispiel auchganze Wochen mit Lernenden. Die Zusammenarbeit mit einer Firma ist spürbar besser,wenn das Engagement in ihrer Strategie verankert ist. Zum Einsatz im Bergwald gehört auch,dass das Unternehmen die Kosten übernimmt. Das Bergwaldprojekt finanziert keine derFirmeneinsätze aus Spenden. Die Grundidee des Bergwaldprojektes bleibt beim CorporateVolunteering erhalten und ist mehr als Imagepolitur einer Firma. Nicht wenige Teilnehmendedie an einem Firmentag waren, treffen wir wieder in einer Bergwaldprojekt-Woche an.und die Berge liebt, der idealeEinsatz – und noch dazu sosinnvoll. Sehr geschätzt habeich auch die Erklärungen zumProjekt und zur Sinnhaftigkeitdessen, was wir tun.»Bild: © Jaromir KreiligerBild: © Jaromir KreiligerDas Corporate Volunteering der Credit SuisseBei der Credit Suisse bildet das Corporate Volunteering, die Freiwilligenarbeitder Mitarbeitenden, einen wichtigen Bestandteilder unternehmerischen Verantwortung. Die Credit Suisse stellt ihrenMitarbeitenden mindestens einen Tag pro Jahr für einen Einsatzzu Gunsten einer gemeinnützigen Organisation zur Verfügung.Seit bald 5 Jahren verbindet das Bergwaldprojekt und die CreditSuisse eine Partnerschaft.www.credit-suisse.com/verantwortung44 5


(Von Peter Müller, Inhaber von Knecht & Müller AG, www.knecht-vision.ch)Projekte. Knecht & Müller AGSeit Jahren engagieren wiruns aus Überzeugung undVerantwortungsbewusstseinfür eine nachhaltige Entwicklungunserer Firma.Dabei stehen die Menschenfür uns im Mittelpunktunseres Handeln und Tuns.Im Rahmen eines internen Weiterbildungs-Zyklus’für alleMitarbeiter/-innen unter demThema «Knecht machts vor –Lernen für die Zukunft» habenwir 2009 auch den Block «Hel-fen» bearbeitet. Helfen mit Geldspendengehört immer zu unserenAufgaben. Wir wollten abereinmal bewusst selbst anpacken,und wir haben einen Einsatzfür das Bergwaldprojekt gewählt.Während zwei Tagen haben wiroberhalb Trin unter professionellerAnleitung unsere Körpervon einer anderen Seite kennengelernt. Beim Schwerpunkt«Schlagräumung» wurden herumliegendeÄste aufgeräumtund zentral gelagert, um Lichtund Platz für neues Leben zuschaffen. Das Wesentliche war,dass alle Beteiligten eine Arbeitentsprechend ihrer körperlichenVerfassung verrichten konnten.Die 50 Mitarbeitenden von Knecht & Müller stellenüblicherweise hochwertige Brillengläser her.Im Bild: Bau eines Wildschutz-Zaunes, Trin GRObwohl Teamfähigkeit oderSelbsterkenntnis nie vordringlicheZiele für diesen Einsatzwaren, stellte sich heraus, dassauch diese Eigenschaften geschultwurden. Ja, die Begeisterungfür diese Arbeit war sogross, dass die Mitarbeiter/-inneneine jährliche Wiederholungwünschten. Weil wir in unsererFirma jährlich auch andereSchulungen für den privaten Gebrauchanbieten, haben wir unsauf einen zweijährigen Zyklusfestgelegt. Im August 2011 habenwir unseren Betrieb zum zweitenMal für zwei Tage geschlossenund uns im Raum Crestasee demZaunbau gewidmet. Auch dieserEinsatz verlangte uns alles ab,zumal am zweiten Tag Dauerregenund Kälte unsere körperlichenGrenzen aufzeigten.Das Zitat einer Angestellten:«Schlotternd haben wir dann dasLager geräumt und alles wiederherunter getragen. Zuhause(Ringel) raus aus den Klamotten,rein in die heisse Dusche! DasZähneklappern wurde allmählichweniger. Und krank wurde auchniemand».Auch in diesen zwei Tagen habenwir viel über den LebensraumWald gelernt und es hat unsdarin bestärkt, dass jede undjeder aktiv etwas tun kann, umeinen kleinen Beitrag zum Schutzunserer Umwelt zu leisten. Mitneuem Tatendrang gehen wirunsere altbekannte Arbeit an ,und so mancher hat seine Arbeitim Trockenen und Warmen neuschätzen gelernt.Als Patron darf ich bestätigen,dass ich jeweils am Samstagabendnach getaner Arbeit nochnie so viele glückliche, müde undzufriedene Mitarbeitende erlebthabe. Wir kommen wieder!Porträt. Bruno Staubli(Red.) Bruno Staubli arbeitetbei der Luzerner Kantonalbank(LUKB). Durch dasCorporate Social Responsability-Programmwar ereine Woche im Bergwaldprojektan der Rigi.Was ist dein eindruckvollstes Erlebnisim Bergwald? Vor Jahrenhabe ich mich auf einer Solowanderungkomplett im Bergwald verlaufenund dabei die Lehre gezogen,dass man besser umkehrt, als imunwegsamen Gelände den Wegsucht.Welche Jahreszeit ist im Bergwalddie Schönste? Im Wintermit Schneeschuhen durch die verschneitenWälder zu stapfen!Warum motiviert die LUKBihre Mitarbeiter zu Freiwilligeneinsätzen?Die LUKB ist Mitglieddes Vereins «Unternehmen mitVerantwortung». Die 1000 LUKB-Angestellten wurden ermutigt, sichpersönlich für gemeinnützige Einsätzein der Region zu engagieren.Ein Einsatz sollte mindestens dreiTage dauern, wobei zwei Tage vonder LUKB bezahlt sind. Ziel ist,Zum Bild: Bruno Staubli von der Luzerner Kantonalbank (rechts) beimPflanzen mit einem rumänischen Berufskollegendass die Mitarbeiter etwas Neuesausprobieren und andere Menschentreffen.Warum hast du an einem Bergwaldprojektteilgenommen?Da ich gepflegte Wege auf Wanderungenschätze, wollte ich wissenwas ein Wegunterhalt so für Aufwändemit sich bringt. Aber auchum mit mir unbekannten Menschenzusammen neue Erfahrungenzu machen.Hast du spezielle Erinnerungenan deinen Einsatz? Ja, als ich miteinem rumänischen Freiwilligen,der ebenfalls als Bankkundenberaterin seiner Heimat arbeitet, amPflanzen war, kamen so richtigJugenderinnerungen hoch. AlsSchüler half ich einem Revierförsterbeim Setzen von Tännchenund überlegte, wieviel die Pflänzchenin gut 20 Jahren wohl imBergwald gewachsen sind.Hat sich dein Einsatz auf deinenBüro-Alltag ausgewirkt? Nichtunbedingt. Jedoch war der Bergwaldprojekt-Einsatzeine willkommeneAbwechslung.Würdest du wieder bei einemsolchen Projekt mitmachen?Sicher und ich hoffe, dass meinArbeitgeber die Mitarbeiter auchim nächsten Jahr ermutigt, einenEinsatz ausserhalb der gewohntenArbeitswelt zu leisten. Toll wäre,wenn mein Einsatz weitere LUKBMitarbeiter motiviert, sich fürsBergwaldprojekt zu engagieren.Name: Bruno Staubli | Jahrgang:1965 | Tätigkeit beim Bergwaldprojekt:Arbeitseinsatz Riginordlehne(Wegunerhalt, Schlagräum-ung, Aufforstung, Strassenunter-halt) | Ausbildung: Bankkundenberater| Familie: 2 Mädchen (10und 14 Jahre) | Lieblingsbaum:Fichte | Freizeit: Berg- und Schnee-schuhtouren, Badminton, Reisen67


Aktuell. Rückversicherung BergwaldAushubarbeiten für das Fundament eines Dreibeinbockes als Gleitschneeschutz(Red.) 1990 hat der Sturm«Vivian» das Taminatal (PfäfersSG) in Mitleidenschaftgezogen. Die Spuren davonsind im Schutzwald nochheute sichtbar. Um eine langfristige,nachhaltige Wirkungzu erreichen, engagiert sichdie Swiss Re über mehrereJahre hier, wo der Wald Siedlungenund Verbindungsstrasseschützt.Volunteers des RückversicherersSwiss Re «chrampfen», sägen,hegen und pflegen gemeinsammit dem Bergwaldprojekt unddem lokalen Forstdienst.Diesen Juni stand auch das Teamvon Cat Perils – Naturgefahrenspezialistenvon Swiss Re – in denHängen des «Swiss-Re-Waldes».Den interessierten Försternberichteten sie von ihrer täglichenArbeit bei der Entwicklungund beim Einsatz von Risiko-Modellen für tropische Stürme,Erdbeben und Überflutung. DieModelle werden nicht nur für dieBewertung von Versicherungsrisikeneingesetzt, sondern werdenseit kurzem auch zu Rate gezogen,um die Kosten-Wirksamkeitverschiedenster Massnahmen zubewerten – wobei Versicherungslösungennur ein Element derganzen Palette ist. Das Ziel dieserProjekte, meist in Zusammenarbeitmit öffentlichen Organisationen,ist die Stärkung der Widerstandskraft– «resilience» – derInfrastruktur*. Auch der Bergwaldist am stabilsten, wenn seinenatürliche Widerstandskraft gefördertwird und die natürlichenKräfte im Gleichgewicht sind.Bergwald ist überall!*http://www.swissre.com/rethinking/strengthening_societys_resilience_to_climate_change.htmlBild: © Jaromir KreiligerVerdankungen.Dank der grosszügigen Spende derGEBAUER-STIFTUNG konnte auchdieses Jahr eine ganze Projektwochemit Freiwilligen in Matt GL finanziertwerden.Die ERNST GÖHNER STIFTUNGfinanziert erneut in verdankenswerterWeise eine ganze Projektwoche«Jugend und Ökologie» für mehrereKlassen des 10. Schuljahres aus Solothurnin Trin GR und ermöglichtneben dem gemeinsamen Arbeitseinsatzauch die Sensibilisierung derJugendlichen für die Belange des Bergwaldesund der Umwelt generell.Auch dieses Jahr durften wir auf dietreue Unterstützung der SchweizerBerghilfe zählen für unser ProjektZiegenalp Puzzetta.Herzlichen Dank allen unserenSpenderinnen und Spendern für dietatkräftige Unterstützung in unseremJubiläumsjahr!ImpressumHerausgegeben von der Stiftung Bergwaldprojekt(Schweiz) | Erscheint 4 ×jährlich | Abonnements-Preis Fr. 60.—pro Jahr | Das Bergwaldprojekt wirdvon diversen Organisationen, Stiftungenund vielen privaten Mitgliedernund Spendenden unterstützt.Spendenkonto PC 70-2656-6IBAN CH15 0900 0000 7000 2656 6Stiftung BergwaldprojektVia Principala 49, CH-7014 TrinTelefon 081 650 40 40, Fax 081 650 40 49info@bergwaldprojekt.orgwww.bergwaldprojekt.org292 /12 /101/d8

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