Ein Update Für 3,6 Millionen - St. Vincenz Krankenhaus Limburg

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Ein Update Für 3,6 Millionen - St. Vincenz Krankenhaus Limburg

„Niemand ist zu klein oder zu krank,

zu behindert oder zu früh gestorben...“

„Es ist so wichtig, daß es

so etwas jetzt auch hier

bei uns gibt“ – diese Meinung

hören der katholische

Klinikseelsorger am

St. Vincenz-Krankenhaus,

Pater Josef Da Via SAC

und seine evangelische

Kollegin Pfarrerin Gabriele

Göbel häufig in Gesprächen

mit Eltern, deren

Kind in der Schwangerschaft

mit weniger als

500g Gewicht verstarb

und nun bestattet wurde.

In der gemeinsamen Feier

und Beisetzung finde

ihre Trauer und die Anerkennung

ihres Kindes als

Mensch nun würdigen

Ausdruck. Daß ihr Kind

wie andere verstorbene

Menschen auch bestattet

würde und sie das Grab

besuchen könnten, sei im

Blick auf einen gelingenden

Trauerprozeß für Eltern

und Geschwister

nicht zu überschätzen,

stellen die Seelsorger fest.

M

it dieser neuen Bestattungsform

wurde die

frühere Praxis abgelöst, nach

welcher der Leichnam dieser

Kinder, für deren Bestattung

rechtlich niemand verantwortlich

ist, zusammen mit

menschlichem Gewebe aus

Operationen als Klinikmüll

entsorgt wurde. „Die Menschenwürde

kommt im Grundgesetz

und im christlichen

Menschenbild von Anfang an

jedem Menschen zu. Dazu

gehört auch die Bestattung der

Verstorbenen, selbst wenn sie

sehr klein sind und rechtlich

niemand in der Pflicht ist“ –

diese Überzeugung vertritt der

Arbeitskreis „Kindergrabmal“.

Zur Zeit gelingt die humanistische

Initiative durch viele ehrenamtliche

Dienstleistungen

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Die erste Trauerfeier für fehl- oder totgeborene Kinder auf dem Limburger Friedhof gestalteten die beiden Klinikseelsorger

des St. Vincenz-Krankenhauses, Pfarrerin Gabriele Göbel und Pater Josef da Via SAC. Mit im

Bild die Leiterin der Katholischen Familienbildungsstätte, Heike Markgraf.

und auf Spendenbasis: Das Pathologische

Institut am St. Vincenz-Krankenhaus

Limburg

bewahrt die fehlgeborenen

oder totgeborenen Föten auf

und versendet im Namen der

Klinikseelsorge die persönli-

chen Einladungen zur Trauerfeier

an die Eltern. Die Lebenshilfe

Limburg-Diez stellt

den kleinen Sarg her. Das Bestattungsinstitut

Jakob Ehmann

übernimmt den Transport der

Föten zur Kremation und sorgt

gemeinsam mit der städtischen

Friedhofsverwaltung für den

äußeren Rahmen der Trauerfeier.

Anke Leukefeld begleitet als

Organistin den Gottesdienst.

Der Arbeitskreis „Kindergrabmal“

spendet Blumen und Kerzen.

Beide Kirchen stellen mit

den Klinikseelsorgerinnen und

Klinikseelsorgern speziell qualifiziertes

Personal für die seel-

Erste Ökumenische Trauerfeier für

nichtbestattungspflichtige Kinder

sorgerliche Begleitung von Eltern

in der akuten Situation einer

Fehlgeburt oder Totgeburt

und für die Trauerfeier zur Verfügung.

Die Landschaftsarchitektin

Sabine Kraus berät den

Arbeitskreis zur Anlage der

Grabfläche. Die Klinikleitung

der St.-Vincenz-Krankenhausgesellschaft

fungiert als Vertragspartner

der Stadt Limburg

für die Bereitstellung des

Grabfeldes und verwaltet die

Spenden. Diese kommen daher

voll und ganz dem Projekt zugute.

Die benachbarten Kliniken in

Diez und Weilburg sowie

hauptamtliche und ehrenamtliche

Mitarbeiterinnen im Umfeld

der katholischen Familienbildungsstätte

in Hadamar

gehören mit zum Arbeitskreis,

der die Grabstätte für die nichtbestattungspflichtigen

Kinder

initiiert hat. Angesichts solchen

Engagements konstatieren Pater

Da Via und Pfarrerin Göbel:

„Was hier geschieht, bewegt

die Menschen in der Region.

Viele sind aus eigener

leidvoller Erfahrung zur Unterstützung

bereit.“

Die beiden Seelsorger leiteten

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