Geschäftsbericht 2004 (2231 kb, PDF) - AFS - Amt für Feuerschutz ...

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Geschäftsbericht 2004 (2231 kb, PDF) - AFS - Amt für Feuerschutz ...

Gebäudeversicherungsanstalt

des Kantons St.Gallen

Amt für Feuerschutz

des Kantons St.Gallen

geschäftsbericht 04


Unter einem Dach

Das Dach kann einem Gebäude die «Krone»

aufsetzen und sein Aussehen prägen. In erster

Linie aber bedeutet das Dach Schutz vor Nässe,

Hitze, Kälte, Blitz, Hagel oder Schnee. Erst das

Dach macht ein Bauwerk zu einem geschützten

Ort, wo Leben, Wohnen und Arbeiten angenehm

werden. Es verleiht Geborgenheit, Wohlbefinden,

Sicherheit und Schutz. Gleichzeitig ist

die Vielfalt der Dacharten und -formen Sinnbild

für die Individualität der Bewohnerinnen

und Bewohner eines Hauses.

Auch für die Gebäudeversicherungsanstalt des

Kantons St.Gallen (GVA) stehen Wohlbefinden,

Sicherheit und Schutz ihrer Versicherten im

Mittelpunkt. Sie bietet Schutz und Sicherheit

vor den Folgen unerwarteter Ereignisse und

vermittelt so ein Stück Geborgenheit. Damit

werden die Bildmotive in diesem Jahresbericht

zum Symbol dessen, was die GVA für ihre

Versicherten sein will: ein individuell passendes

Dach, das vor Gefahren schützt.

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Editorial

In Kürze

Organisation

Geschäftsgang

Brandschäden

Elementarschäden

Solidaritätssicherung

Schadendienst

Versicherungsbestand

Fachdienst für Grundstückschätzung

Löschwasserversorgung

Prävention / Intervention

Erfolgsrechnung GVA

Erfolgsrechnung AFS

Bilanz

Revisionsbericht

Statistiken

Historische Entwicklungen

Fahrhabeversicherungen


Sehr geehrte Damen und Herren

Woran oder wie lässt sich eigentlich der Erfolg

unserer GVA messen? Eine spannende Frage –

je nach Standpunkt. Als einzelne Versicherte

sind wohl für Sie Schadenzahlung, Art und

Weise der Schadenregulierung oder ein erhaltener

Beitrag an eine Schadenverhütungsmassnahme

Gradmesser. Wir wollen das auch,

uns aber vor allem am Gesamtauftrag orientieren,

wie er in der massgeblichen gesetzlichen

Grundlage festgeschrieben ist:

«Die Anstalt versichert Gebäude gegen Feuerund

Elementarschäden. Sie fördert Massnahmen

zur Verminderung der Feuer- und Elementarschadengefahr,

zur Schadenverhütung

und zur Schadenbekämpfung.»

2004 sind an der st. gallischen Gebäudeinfrastruktur

für knapp 53 Mio. Franken Feuerund

Elementarschäden entstanden. Die entsprechenden

Wiederherstellungskosten hat die

GVA den betroffenen Gebäudeeigentümerschaften

abgenommen. Dass die Mittel dazu

verfügbar waren, betrachten wir gerne im Sinn

von Auftragserfüllung.

17,2 Mio. Franken wurden im letzten Jahr aus

der von der GVA geführten Feuerschutzrechnung

für Massnahmen zur Schadenverhütung

und -bekämpfung investiert. Über die Beiträge

der GVA zu Löschzwecken funktioniert überall

der handliche Dreh am Wasserhahn. Unsere

Feuerwehren haben in gute Einrichtungen,

moderne Fahrzeuge und effizientes Einsatzmaterial

investieren können. Sie werden über laufende

Kurse auf einem hohen Ausbildungsstand

gehalten. Im baulich-technischen Brandschutz

ist viel an Sicherheit gewährleistet worden.

Auch hier empfinden wir Genugtuung, unserem

Auftrag entsprechen zu können.

Über die Erfüllung der Hausaufgaben hinaus

haben wir uns aber auch weiteren übergreifenden

Aufträgen gewidmet. In gesamtschweizerischem

Kontext haben Mitarbeiter unseres

Hauses wesentlich und federführend an neuen

Brandschutzvorschriften mitgewirkt. Feuerwehrkonzeptionen

2010 sind angedacht und

werden vorbereitet. 26’000 Grundstücke mit

20’000 Gebäuden sind neu eingeschätzt worden.

Ein Tarif für spezielle Brandrisiken verteilt

die Prämienlasten innerhalb der Solidargemeinschaft

unserer Versicherten den

tatsächlichen Schadenbetreffnissen entsprechender

als bisher. Neu geschaffene Richtlinien

für die Zuweisung von Gebäudeteilen zur

GVA oder zur privaten Fahrhabeversicherung

schaffen bessere Klarheit. Mithin alles Mehrwerte

an Sicherheit und Service für unsere

Versicherten. Auch da fühlen wir uns darin

bestärkt, unseren Auftrag zu erfüllen.

Sichern und Versichern im bewährten

System unserer Gebäudeversicherungsanstalt

und die damit verbundene Sorge

für Schadenverhütung, Schadenbekämpfung

und Schadenregulierung

zum Neuwert sind und bleiben uns

Pflicht – jetzt und in Zukunft.

Freundliche Grüsse

Peter Schönenberger,

Regierungsrat, Vorsitzender der

Verwaltungskommission

Werner Gächter

Direktor

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in kürze

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Allgemeines

■ Die GVA versichert aus gesetzlichem Auftrag

alle Gebäude im Kanton St.Gallen

gegen Feuer- und Elementarschäden. Der

Versicherungsschutz beginnt bei Baubeginn

mit der Bauzeitversicherung, die automatisch

mit der Baubewilligung erteilt wird.

Die Versicherung endet mit dem Abbruch

des Gebäudes. Die GVA fördert Massnahmen

zur Verhinderung, Verminderung und

Bekämpfung der Feuer- und Elementarschadengefahren

mit Beiträgen. Die Finanzierung

der Leistungen erfolgt durch die

Versicherungsprämien sowie durch die

Kapitalerträge aus den angelegten Reserven.

■ Der bei der GVA eingegliederte Fachdienst

für Grundstückschätzung (FGS) ist verantwortlich

für ein kantonales Schätzwesen,

das sich durch eine zusammengefasste Erhebung

der Versicherungs-, Vermögens- und

Eigenmietwerte auszeichnet. Dieses gesetzliche

Ziel wird durch eine laufende Qualitätsprüfung

der erhobenen Daten und mit einer

intensiven Schulung der Fachschätzer

erreicht. Die Fachschätzer sind zugleich

auch Schadenexperten und nebenamtlich bei

der GVA angestellt. In ihrem Hauptberuf

sind sie vorwiegend selbständige oder angestellte

Architekten. Damit ist der Bezug zu

einer aktuellen Baufachpraxis sichergestellt.

■ Die Abteilung Löschwasserversorgung ist

zentrale Anlaufstelle mit besonderem Knowhow

in der Wasserversorgung. Sie hat den

Auftrag, gezielt und dem Zweck entsprechend

auf die Belange der multifunktionalen

Wasserversorgung kantonsweit Einfluss zu

nehmen. Im Interesse einer gut funktionierenden

Löschwasserversorgung werden an

Anlagen und Einrichtungen, die eine für

den Feuerschutz ausreichende, zonengerechte

Erschliessung mit Löschwasser sicherstellen,

Beiträge ausgerichtet.

■ Das kantonale Amt für Feuerschutz (AFS)

ist der GVA personell, finanziell und organisatorisch

angegliedert. Es erfüllt die

gesetzlichen Aufsichts- und Vollzugsaufgaben

im baulich-technischen Brandschutz

und in der Brandbekämpfung, soweit der

Kanton in der Aufgabenteilung mit den

Gemeinden zuständig ist. Mit den Beiträgen

an Brandmeldeanlagen, Sprinkler,

Blitzschutzanlagen und Brandmauern werden

Massnahmen unterstützt, die Brände

verhüten oder in ihrer Entstehung mit

Alarmauslösung möglichst früh erkennen

können.

Das Feuerwehrinspektorat ist für die Einsatzkonzeption

und die Kader- und Spezialistenschulung

der Feuerwehren zuständig.

Im Weiteren koordiniert das Inspektorat

Ausschreibungen zur Beschaffung von

Fahrzeugen und Material der Feuerwehren.

Die Aktivitäten des AFS werden mit dem

Feuerschutzanteil aus den Versicherungsprämien

finanziert. Die Rechnungslegung

des AFS erfolgt in einer gesonderten

Erfolgsrechnung, worin auch der «Löschfünfer»

der Privatversicherungen berücksichtigt

wird.

■ Das Risk Management des Kantons

St.Gallen bewirtschaftet im Auftragsverhältnis

sämtliche Risiken der Staatsverwaltung

im Zusammenhang mit Personen-, Sachund

Vermögensschäden. Als interner Risikoträger

ist es für die wirtschaftliche und systematische

Risikobewältigung zuständig. Die

Finanzierung erfolgt mit internen Risikoprämien,

die den Dienststellen der Staatsverwaltung

verrechnet werden. Die Rechnungslegung

erfolgt in der Staatsrechnung des

Kantons St.Gallen. Indem das Risk Management

bei der GVA eingegliedert ist, lassen

sich wechselseitig Synergien in den artverwandten

Versicherungsgebieten erzielen.


Details

■ Die Jahresrechnung der GVA schliesst für

2004 mit einem Verlust von gesamthaft

11,7 Mio. Franken. Die Betriebsrechnung,

die das Kerngeschäft der Feuer- und Elementarschadenversicherung

widerspiegelt,

weist allein schon einen Verlust von

33,6 Mio. Franken aus. Den Versicherungsprämien

von knapp 44 Mio. Franken steht

eine Brand- und Elementarschadenbelastung

von fast 52 Mio. Franken gegenüber.

Unerwartet hoch fiel die Brandschadenbelastung

mit knapp 30 Mio. Franken aus.

Allein die drei grössten Brände verursachten

eine Schadensumme vom 4,8 Mio.

Franken. Die stark zufallsbedingte Elementarschadenbelastung

ist vorwiegend auf das

Hagelereignis vom 12.8. 2004 zurückzuführen,

das in einer halben Stunde Schäden

von allein rund 16 Mio. Franken anrichtete.

Die negative Betriebsrechnung konnte

teilweise durch die Kapitalerträge auf den

Reserven aufgefangen werden. Dank einer

Performance von rund 3,7 Prozent auf dem

Reinvermögen gelang es, den Betriebsverlust

um 21,9 Mio. Franken zu vermindern.

Der Jahresverlust wird aus der dafür vorgesehenen

Schadenausgleichsreserve gedeckt.

(Mehr hierzu lesen Sie auf Seite 24 f.).

■ Der Fachdienst für Grundstückschätzung

(FGS) hat im Berichtsjahr nahezu 26’000

Grundstücke mit insgesamt rund 20’000

Gebäuden neu eingeschätzt. Sowohl in

quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht

ist damit eine beachtliche Leistung

verbunden. Das zeigt sich darin, dass die

geschätzten Steuerwerte in lediglich 473

Fällen angefochten wurden. Gegen die

ermittelten Versicherungswerte wurde in

nur 80 Fällen Einsprache erhoben.

Neben dem anspruchsvollen Tagesgeschäft

konnte der FGS im vergangenen Jahr wie

geplant die neue Datenbank und Applikation

für das Grundstückschätzungswesen (DAG)

zeitgerecht umsetzen. Die Herausforderung

lag darin, dass die DAG unter differenzierten

Voraussetzungen in den st.gallischen

Gemeinden eingeführt werden musste. Die

Gemeindeautonomie gebietet, unterschiedliche

Ansprüche und Standards berücksichtigen

zu müssen, was zu einem komplexen

Schnittstellensystem führte. Dank der weitgehend

engen Zusammenarbeit mit den

Grundbuchämtern, die durch Lern-, Aufbauund

Einsatzwillen geprägt war, konnte

schliesslich dieses «Meisterstück» gelingen.

(Mehr hierzu lesen Sie auf Seite 19).

■ Die Feuerschutzrechnung (Jahresrechnung

des Amtes für Feuerschutz AFS) schliesst

mit einer notwendig gewordenen Fondsentnahme

von 5,8 Mio. Franken ab. Den Einnahmen

von 14,1 Mio. Franken stehen Ausgaben

von 19,7 Mio. Franken gegenüber.

Die Fondsentnahme entspricht in etwa dem

Ertragsausfall, der durch den gekürzten

Feuerschutzanteil auf der Prämienrechnung

von 15 auf 10 Rappen pro tausend Franken

versichertes Kapital entstanden ist. Mit der

bewusst in Kauf genommenen Fondsentnahme

wird eine Reduktion des Feuerschutzfonds

vorgenommen. Der Finanzbedarf

der anstehenden Projekte ist auch mit einem

kleineren Feuerschutzfonds gesichert. (Mehr

hierzu lesen Sie auf Seiten 23 und 26).

Im baulich-technischen Brandschutz sind

neue, schlankere Brandschutzvorschriften

entwickelt und per 1.1.2005 auf dem

Konkordatsweg für die ganze Schweiz

rechtsverbindlich umgesetzt worden.

St.Gallen war bei der Verwirklichung dieses

gemeinsamen, über die Vereinigung

Kantonaler Feuerversicherungen VKF

koordinierten Projektes federführend mit

dabei. Ziel der neuen Brandschutzvorschriften

ist nach wie vor die Sicherheit

von Personen und Sachwerten. Obschon

die bisherigen Brandschutzvorschriften

einen ausgezeichneten Schutz gewährleisteten,

gaben technische Neuentwicklungen

und damit Fortschritt und Wandel

Anlass zu einer Überprüfung. Das im

Zusammenhang mit den bilateralen

Abkommen Schweiz-EU neu geschaffene

Schweizerische Bauprodukterecht brachte

zusätzlich vor allem einen formalen Handlungsbedarf.

(Mehr hierzu lesen Sie auf

Seite 23).

Im Feuerwehrbereich hat sich das Feuerwehrinspektorat

in Zusammenarbeit mit

der gleich gerichteten Zürcher Instanz und

unter engem Einbezug der Gemeindefeuerwehrkommandanten

eine Konzeption «Feuerwehr

2010» vorgenommen. In verschiedenen

Workshops wurden Ideen entwickelt,

Notwendigkeiten eruiert und Problemfelder

abgeschätzt. Der Blick je über die Kantonsgrenzen

und damit in andere Erfahrungen

und Situationen erwies sich für die damit

gewollte Zukunftsausrichtung als wertvoll.

(Mehr dazu lesen Sie auf Seite 23).

■ Das Risk Management hat im Geschäftsjahr

420 Schadenfälle mit einer Gesamtschadensumme

von 4,1 Mio. Franken reguliert

(ohne Unfälle Personal). Mit der Verselbständigung

der kantonalen Spitäler in Versorgungsregionen

trat auch die Frage auf,

wer zukünftig für ihr Risikomanagement

verantwortlich sein soll. Die Versorgungsregion

1 hat dafür eine Ausschreibung lanciert,

worauf diverse Makler und das Risk

Management Angebote eingereicht haben.

Dank eines guten Preis-Leistungs-Verhältnisses

und wegen der professionellen Risikobewirtschaftung

erhielt schliesslich das

Risk Management den Zuschlag; die anderen

Versorgungsregionen haben sich dieser

Lösung angeschlossen. Mit geschickten

Vertragsabschlüssen konnte die weitgehend

gesamtschweizerische Prämienerhöhung in

der obligatorischen Unfallversicherung

abgewendet werden. Dadurch profitieren

insbesondere die Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter des Staates und die der öffentlich-rechtlichen

Anstalten. Das Prämienvolumen

für die Versicherungsdienstleistungen

betrug im Berichtsjahr 15,7 Mio.

Franken (inkl. Unfallversicherung Personal),

wovon 1,5 Mio. Franken an Courtagen

zur internen Kostensenkung zurückflossen.

Der Versicherungseinkauf erfolgt

transparent nach den Submissionsbestimmungen.

Die Finanzierung der Prämien

und Schäden ist in der Staatsrechnung des

Kantons St.Gallen ersichtlich.

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organisation

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VERWALTUNGSKOMMISSION

GESCHÄFTSLEITUNG

Rechtsdienst GVA/AFS/FGS Risk-Management Kt. St.Gallen

FGS AFS

GVA

Prävention Intervention

Fachdienst

für Grundstückschätzung

Schadendienst

Löschwasserversorgung

Dienste Versicherung

Feuerwehrausbildung

Beratung und Einsatzkonzeption

Chemie- und Strahlenwehr

Baulich-technischer

Brandschutz

Brandschutzausbildung

Schätzungswesen

Qualitätssicherung

Datenbank

Grundstücke

Kundendienst

Schadenbearbeitung

Elementarschadenschutz

Projektprüfung

Beiträge

Spezialaufgaben

Kundendienst

Risikobewertung

Tarifierung

Rechnungswesen

Informatik

Administration

Lehrlingswesen

Leitung

und Ausbildung

Fachteams

Leitung

und Ausbildung

Schadenexperten

Fachschätzer

Schadenexperten


Verwaltungskommission

Vorsitzender Peter Schönenberger, lic.iur., Regierungsrat, Vorsteher des Finanzdepartementes

Mitglieder Ernst Brandstetter, Landwirt, Flums-Hochwiesen

Rudolf Bruderer, dipl. Ing. ETH, St.Gallen

Urs Dahinden, Ing. HTL, Goldach

Markus Häne, Arch. HTL, Rossrüti

Bruno Huber, dipl. Ing. ETH, Rapperswil

Hansruedi Spiess, dipl. Bauing. ETH et lic.iur., Jona

Geschäftsleitung

Direktor Werner Gächter, lic. rer. publ. HSG

Direktor stv. Christian Grünenfelder, Betriebsökonom HWV/NDS FH

Risk Management

Leitung Christian Grünenfelder, Betriebsökonom HWV/NDS FH

Rechtsdienst

Leitung Walter Baumgartner, lic. iur.

GVA

Leitung Rechnungswesen Stefano Valentini, eidg. dipl. Buchhalter

Leitung Informatik Beat Dietrich, Ing. Chem. HTL

Leitung Schadendienst Karl Schmid, Arch. HTL

Leitung Kundendienst (Versicherung) Heidi Murer

Leitung Löschwasserversorgung Paul Fischer

Leitung Sekretariatspool Christine Sturm

FGS

Leitung Fachdienst Ruedi Loesch, Arch. STV, Schätzungsexperte

für Grundstückschätzung

AFS

Leitung Prävention Paul Odermatt

Leitung Intervention Franz Ammann, Feuerwehrinspektor

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geschäftsgang

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Warum ist das mit der GVA so?

Die GVA ist eine solidaritäts- und sicherheitsorientierte

Institution des Kantons St.Gallen.

Ihr Auftrag ist nicht Gewinnmaximierung,

sondern zuverlässiger Schutz gegen Brandund

Elementarschäden zu tiefen und konstanten

Prämien. Während die privaten Versicherungsgesellschaften

im Berichtsjahr stattliche

Gewinne geschrieben haben, verzeichnet die

GVA einen Verlust.

Wie die aktuelle Schadenquote und die der

vorhergehenden Jahre zeigt, vermögen die Prämieneinnahmen

die Betriebsrechnung nicht

kostendeckend zu gestalten. Müsste die GVA

allein die Betriebsrechnung in die Gewinnzone

bringen, würde dies eine massive Prämienerhöhung

von mindestens 50 Prozent erfordern.

Unsere Prämienkalkulation bezieht aber

in einer Gesamtbetrachtungsweise Kapitalerträge

aus den Rückstellungen und Reserven

mit ein. Überschüsse aus ertragsreichen Börsenjahren

blieben als Reserven und Rückstellungen

zurückgelegt. Privatwirtschaftliche

Dividenden, Boni oder geschäftsstrategische

und mithin risikobehaftete Akquisitionen

kennt das System GVA nicht. Substanz bleibt

erhalten und ermöglicht über Jahre eine

Mischrechnung zu Gunsten der Versicherten.

Solidarität ist ein wichtiges Ziel der GVA. Sie

hat den gesetzlichen Auftrag, alle Gebäude im

Kanton St.Gallen zu versichern. Dadurch sind

alle Gebäudeeigentümer im Kanton St.Gallen

in einer Solidargemeinschaft zusammengeführt.

Die GVA muss deren Gebäude in die Versicherungsdeckung

aufnehmen, ob ein Risiko hoch

oder niedrig ist. Dank dieser gesetzlichen Vorgabe

finden auch ungünstige Risiken Versicherungsschutz

zu einer tragbaren Prämie. Eine

Ausgrenzung ist nicht möglich.

Im Sinne der Sicherheitsvorsorge für Personen

und Sachwerte nimmt die GVA mit dem ihr

angegliederten Amt für Feuerschutz auch

einen wichtigen Präventivauftrag wahr. Baulich-technischer

Brandschutz mit angepassten

Brandschutzvorschriften, Förderung der Elementarschadenverhütung,

Ausbildung und

finanzielle Unterstützung der Feuer- und

Schadenwehren gehören dazu.

Darum!

«Sichern und Versichern unter einem Dach»

bedeutet also Sicherheitsvorsorge, Solidarität

ohne Antiselektion und Sorge für effiziente

Interventionskräfte. Es ergibt sich eine positive

Wechselwirkung aus einem grossen Kreis

an Risikoträgern mit einer tragbaren Schadenbelastung

und zuverlässigen Leistungen zu

günstigen Prämien.

Weil sich die GVA im Rahmen gesetzlich

gewollter Maximen bewegen muss, kann es

nicht immer rechnerische Überschüsse geben.

Systembezogen ist deshalb die Ausgleichsmöglichkeit

gewährleistet. Auch bei hoher Schadenbelastung

müssen die Versicherten nicht gleich

mit Prämienkonsequenzen rechnen. Die staatliche

GVA-Lösung sichert ihrer Solidargemeinschaft

den Substanzerhalt aus guten Zeiten für

den Rückgriff darauf in schlechten Jahren.


Jahresrechnung GVA

A) Betriebsrechnung

Die Brandschadenbelastung fiel im Geschäftsjahr

2004 mit einer Schadensumme von

30,7 Mio. Franken unerwartet hoch aus. Die

30-Millionen-Schwelle an Brandschäden war

letztmals in den Jahren 2000, 1994 und 1993

überschritten worden. Im Berichtsjahr ins

Gewicht gefallen sind mehrere Grossschadenfälle,

darunter der Brandschadenfall vom

24. Januar 2004 im Rathaus St.Gallen mit

3,5 Mio. Franken.

Das Hagelereignis am 12. August 2004 prägte

die Elementarschadenbelastung von insgesamt

22,3 Mio. Franken. Bloss 30 Minuten intensiver

Hagel vermochte Schäden von 16 Mio.

Franken anzurichten. Am stärksten betroffen

war die Gegend um St.Gallen, Flawil, Gossau

und Oberuzwil. Ohne diesen Hagelschlag wäre

die Elementarschadenbelastung um 72 Prozent

tiefer ausgefallen.

Das Brand- und Elementarschaden-Versicherungsgeschäft

sollte hauptsächlich mit den

Versicherungsprämien finanziert werden können.

Einem Prämienvolumen von 43,8 Mio.

Franken im Geschäftsjahr 2004 stand aber

eine Brand- und Elementarschadenbelastung

von 52,8 Mio. Franken gegenüber. Damit

ist eine Schadenquote von 120,6 Prozent gegeben.

Weitere gewichtige Ausgabenpositionen

stellen die Rückversicherungsbeiträge

(10,8 Mio. Franken), die Beiträge für freiwillige

Erdbebendeckung (2,8 Mio. Franken), der

Grundstückschätzungsaufwand (4,8 Mio.

Franken) und die gesetzliche bedingte Anpassung

des Reservefonds in Relation zum Versicherungsbestand

(3,9 Mio. Franken) dar. Die

Verwaltungskosten fallen mit 3,1 Mio. Franken

oder 7,1 Prozent des Prämienvolumens im

Branchenvergleich erfreulich tief aus. So

schliesst denn die Betriebsrechnung 2004 mit

einem Betriebsverlust von 33,6 Mio. Franken.

B) Geschäftsergebnis

Das Defizit von 33,6 Mio. Franken aus der

Betriebsrechnung wird mit 21,9 Mio. einsetzbaren

Franken aus den Kapitalerträgen teilweise

aufgefangen. Diese entstehen aus einer

diversifizierten Anlagestrategie mit den Rückstellungen

und den Reserven. Knapp 600 Mio.

Franken kann die GVA in Anlageinstrumente

wie Obligationen, Aktien, alternative Anlagen,

Immobilien und Hypothekargeschäfte investieren

und daraus Erträge generieren. Die

Jahresrechnung, in der die Kapitalerträge einbezogen

sind, schliesst im Berichtsjahr noch

mit einem Verlust von 11,7 Mio. Franken ab.

Im Vorjahr wies die Jahresrechnung einen

Überschuss von 29,4 Mio. Franken aus. Der

diesjährige Verlust wird über die dafür vorhandene

Schadenausgleichsreserve gedeckt.

Feuerschutzrechnung

Die GVA führt seit je einen Feuerschutzfonds.

Über die Feuerschutzrechnung werden die jährlich

notwendigen Fondsbewegungen abgebildet.

In der Rechnung 2004 stehen Ausgaben von

19,7 Mio. Franken Einnahmen von 14,1 Mio.

Franken gegenüber, wodurch ein Verlust von

5,6 Mio. Franken entsteht. Die eingegangenen,

aber noch nicht fälligen Verpflichtungen

haben sich um 282’171 Franken erhöht. Der

Betriebsverlust sowie die Zunahme der Verpflichtungen

führen schliesslich im Berichtsjahr

zu einer Fondsentnahme von knapp

5,9 Mio. Franken.

Der Feuerschutzfonds wird ausser durch den

«Löschfünfer», den die privaten Fahrhabeversicherungen

von Bundesgesetzes wegen einschiessen

müssen, hauptsächlich durch den Feuerschutzanteil

gespeist, der gesondert mit der

GVA-Prämienrechnung erhoben wird. Er

beträgt aktuell 10 Rappen pro tausend Franken

Versicherungskapital. Die Einnahmen am Feuerschutzanteil

beliefen sich 2004 auf 11 Mio.

Franken. Davon flossen allein an die Feuerwehren

im Kanton St.Gallen rund 8,3 Mio. Franken

bzw. rund 75 Prozent. Weitere substanzielle

Mittel wurden für die Löschwasserversorgungen

(6,5 Mio. Franken) und für den technischen

Brandschutz (1,3 Mio. Franken) verwendet.

Der bewusste Abbau des Feuerschutzfonds

führt im Berichtsjahr nach der Entnahme zu

einem Bestand von neu 30,2 Mio. Franken.

Mit dieser Höhe entspricht er in etwa der

Summe bereits eingegangener Verpflichtungen.

Auf allen Subventionskomponenten muss

deshalb nach möglichem Sparpotenzial

gesucht werden. Feuerwehrausgaben, Ausbildungskosten,

Wasserversorgungsprojekte und

Beiträge an Private stehen damit weiter unter

starken Effizienz- und Effektivitätszwängen.

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andschäden

10

CHF

Schadensumme der anerkannten Brandschäden im Rechnungsjahr 23’283’427

Mehrschäden aus Vorjahren 6’418’925

Rückstellung für Zinsen und weitere Verbindlichkeiten 970’000

Gesamtschaden 30’672’352

./. Regresseinnahmen/Rückzahlungen – 232’175

effektiver Jahresschaden 2004 30’440’177

Anteile der anerkannten Brandschäden nach Ursachen

0 10 20 30 40 50

Anzahl % CHF %

Elektrizität 288 34,0 3’438’423 15,0

Brandstiftung 42 5,0 5’264’936 23,0

unbekannte Ursachen 11 1,0 2’930’425 13,0

bestimmungsgemässe Feuer 138 16,0 4’361’068 19,0

Feuerungsanlagen 83 10,0 2’168’237 9,0

Selbstentzündung 5 0,5 210’020 1,0

andere bekannte Ursachen 9 1,0 2’438’740 10,0

Blitzschläge 271 32,0 2’446’892 10,0

Explosionen 6 0,5 24’686 0,0

Total 853 100,0 23’283’427 100,0

in % der Anzahl

in % der Schadensumme

Jahresverlauf Brandschäden

Jahr MVK * Anzahl Jahresschaden ** in ‰ des MVK

CHF CHF

1995 98’782’676’200 1’130 18’347’348 0,186

1996 100’485’482’300 1’146 25’125’529 0,250

1997 101’899’617’400 920 27’228’138 0,267

1998 103’897’717’600 925 27’210’840 0,262

1999 105’795’426’600 870 20’698’843 0,196

2000 106’982’645’800 1’109 30’486’325 0,285

2001 108’291’263’800 827 21’953’562 0,203

2002 109’585’302’400 806 23’136’941 0,211

2003 110’789’916’800 999 19’944’631 0,180

2004 112’096’016’500 853 30’440’177 0,272

Durchschnitt der letzten 10 Jahre 0,231

* MVK = Mittleres Versicherungskapital

** Jahresschaden abzüglich Schadenkürzungen, Rückerstattungen und Abschreibungen an der Schadenreserve,

zuzüglich Nachzahlungen aus Vorjahren


CHF

Schadensumme der anerkannten Elementarschäden im Rechnungsjahr 21’012’467

Mehrschäden aus Vorjahren 1’200’807

Rückstellungen für Zinsen und weitere Verbindlichkeiten 40’000

Gesamtschaden 22’253’274

./. Rückzahlungen – 2’729

effektiver Jahresschaden 2004 22’250’545

Anteile der anerkannten Elementarschäden nach Ursachen

0 10 20 30 40 50 60 70

in % der Anzahl

in % der Schadensumme

Jahresverlauf Elementarschäden

Jahr MVK * Anzahl Jahresschaden ** in ‰ des MVK

CHF CHF

1995 98’782’676’200 3’493 10’002’771 0,101

1996 100’485’482’300 1’285 6’076’355 0,060

1997 101’899’617’400 1’150 2’701’744 0,027

1998 103’897’717’600 993 3’178’369 0,031

1999 105’795’426’600 3’988 31’743’793 0,300

2000 106’982’645’800 10’491 40’644’745 0,380

2001 108’291’263’800 2’093 18’288’821 0,169

2002 109’585’302’400 4’399 32’616’234 0,298

2003 110’789’916’800 3’705 16’018’740 0,145

2004 112’096’016’500 5’067 22’250’545 0,198

Durchschnitt der letzten 10 Jahre 0,171

* MVK = Mittleres Versicherungskapital

** Jahresschaden abzüglich Schadenkürzungen, Rückerstattungen und Abschreibungen an der Schadenreserve,

zuzüglich Nachzahlungen aus Vorjahren

Anzahl % CHF %

Sturmwind 733 15,0 2’089’900 10,0

Hochwasser, Überschwemmung 385 8,0 1’975’726 9,0

Schneedruck 365 7,0 1’102’241 5,0

Erdrutsch, Steinschlag 10 0,0 232’449 1,0

Hagel 3’573 70,0 15’610’611 75,0

Lawinen 1 0,0 1’540 0,0

Total 5’067 100,0 21’012’467 100,0

elementarschäden

11


solidaritätssicherung

12

Die Gebäudeversicherungsanstalt des Kantons

St.Gallen ist kein schweizerisches Unikat.

Kantonale Gebäudeversicherungen gibt es in

19 Kantonen. Diese (KGV) arbeiten so

zusammen, dass ihre Kooperationen selbst

wiederum eine synergetische Absicherung

und Daseinsvorsorge darstellen.

Vereinigung Kantonaler

Feuerversicherungen (VKF)

Die VKF ist die Dachorganisation der KGV.

Darüber wird gegen aussen der gemeinsame

Auftritt koordiniert und kommuniziert. Die

VKF ist dafür besorgt, die gemeinsamen

geschäftspolitischen Ausrichtungen zu fokussieren,

zu formulieren und gesamtschweizerisch

zu präsentieren. Sie ist für die Vereinheitlichung

der baulichen, technischen und

organisatorischen Brandschutzvorschriften in

der Schweiz verantwortlich und demokratisch

dazu legitimiert. Sie ist auch Gesprächsforum

für Gemeinsamkeiten in Versicherungsfragen

oder präventiver Ausrichtung des Objektschutzes

gegen Elementarschäden.

Interkantonaler Rückversicherungsverband

(IRV)

Die 19 KGV sind im IRV zusammengeschlossen.

Sie decken über diese Organisation ihre

individuellen Rückversicherungsbedürfnisse

im Brand- und Elementarschadenbereich

gemeinsam ab. Der IRV gewährt den KGV

einerseits selbst einen Rückversicherungsschutz;

dadurch können die primären Rückversicherungskosten

gesenkt werden. Der weitere

Rückversicherungsbedarf der KGV wird

anderseits vom IRV gebündelt am Rückversicherungsmarkt

eingekauft. Dadurch lassen

sich für alle Skaleneffekte und ein zuverlässiger

Versicherungsschutz erzielen. Der IRV-

Versicherungsschutz bewegt sich zwischen

einem gewählten Eigenbehalt und einer Jahres-Grossschadengrenze

jeder einzelnen KGV.

Interkantonale Risikogemeinschaft

(IRG)

Alle KGV und der IRV sind in dieser besonderen

Risikogemeinschaft zusammengeschlossen.

Sie bezweckt die Deckung für Grossereignisse

im Elementarschadenbereich. Die seit 1995

bestehende IRG ist Hilfe zur Selbsthilfe und

eine wirksame Umsetzung föderalistischer Solidarität.

Die einzelnen Gebäudeversicherungen

stehen einander im Grossschadenfall gegenseitig

mit einer bestimmten Quote ihrer Reserven

ein. Die Leistung der IRG als Solidargemeinschaft

kommt dann zum Tragen, wenn Elementarschäden

eines Jahres die Grossschadengrenze

einer KGV überschreiten. Für diesen Versicherungsschutz

werden keine Prämien erhoben.

Schweizerischer Pool für

Erdbebendeckung (Erdbebenpool)

Erdbebenschäden an Gebäuden sind von der

Versicherungsdeckung ausgenommen. Gleichwohl

führen die KGV gemeinsam den Schweizerischen

Pool für Erdbebendeckung. Ohne

Mehrprämien für die Gebäudeeigentümer bietet

dieser Pool eine freiwillige Schadendeckung

an. Jede KGV hat in solidarischer Weise Pooleinlagen

gemacht, die einerseits für Schadenzahlungen

zur Verfügung stehen und mit denen

auf dem Weltmarkt Rückversicherungsdeckung

für das Erdbebenrisiko eingekauft werden.


Erdbeben

Im letzten Jahr hat die Erde in der Schweiz so

gebebt, dass die damit verbundenen Erschütterungen

auch von der Bevölkerung in der

Ostschweiz wahrgenommen werden konnten.

Die seismischen Aktivitäten waren spürbar,

blieben aber für die Gebäudeinfrastruktur

unbedeutend. Gleichwohl haben sich Versicherte

bei der GVA besorgt nach der Erdbebendeckung

erkundigt.

Über den gemeinsamen Pool für Erdbebendeckung

bieten die 18* kantonalen Gebäudeversicherungen

für die Gebäude auf ihrem

Territorium folgende freiwillige Leistungen an:

■ Die Deckung pro Erdbebenereignis in den

18 Kantonen beträgt 2 Mia. Franken.

■ Berücksichtigt sind Schäden ab MSK-Skala**

VII, definiert nach folgendem Schadenbild:

Effektive Schäden an Gebäuden (nicht nur

Verputz) entstehen, Menschen flüchten ins

Freie, Schornsteine fallen von den Dächern

und im Gelände gibt es Hangrutschungen

und Risse.

■ Die Beurteilung des Schadenbildes nimmt

der Schweizerische Erdbebendienst der

ETH Zürich vor.

■ Das Gebäude muss bei der Gebäudeversicherung

ohne Vorbehalte versichert sein.

■ Der Selbstbehalt für den Eigentümer

beträgt 10% der Versicherungssumme,

mindestens aber 50’000 Franken.

■ Die Schadenabwicklung besorgt die Gebäudeversicherungsanstalt.

■ Übersteigt die gesamte Schadensumme in

den 18 Mitgliedkantonen die Zwei-Milliarden-Grenze,

wird jeder Einzelschaden prozentual

gekürzt.

* Ohne GV Zürich mit Eigenlösung

** In Europa gebräuchliche Skala, benannt nach

Medvedev-Sponheur-Karnik

Neue Rückversicherung für

Elementarschäden

Mit der starken Elementarschadenbelastung

und wegen der rückläufigen Erträge aus den

Kapitalmärkten wurde das bisherige Rückversicherungsmodell

revisionsbedürftig. Einerseits

reagierte das Bonus-/Malussystem mit den

Überschwemmungs- und Sturmschäden von

1999 zeitverzögert. Das führte zu einer ungewollten

Glättung der Rückversicherungsprämie.

Andererseits waren die versiegenden Finanzerträge

Bestandteil der Prämienkalkulation.

Als Basis für ein neues Rückversicherungsmodell

wurden die bewährten Komponenten

übernommen. Nach wie vor ist das Elementarschadenrisiko

auf drei Träger aufgeteilt: Eigenbehalt,

Rückversicherung und Interkantonale

Risikogemeinschaft:

■ im tragfähigen Risikobereich trägt jede

KGV ihre Schäden selbst;

■ im mittleren Risikobereich wird die Rückversicherung

beim IRV eingekauft;

■ im hohen Risikobereich werden die Schäden

weiterhin von der Interkantonalen

Risikogemeinschaft (IRG) solidarisch durch

alle KGV getragen.

Versicherungskapital, Reserven und Schadenexposition

sind bei jeder KGV unterschiedlich.

Der IRV bietet dafür auch unterschiedliche

Dispositionsmöglichkeiten. Die GVA hat

folgendes Modell gewählt:

Elementarschäden bis 20 Mio. Franken pro Jahr: Eigenbehalt GVA

Elementarschäden ab 20 Mio. Franken bis 84,6 Mio. Franken: Rückversicherung IRV zu 90%

Elementarschäden über 84,6 Mio. Franken: Solidargemeinschaft IRG zu 100%

Im neuen Modell werden weder Finanzerträge

noch Boni und Mali einkalkuliert. Ausserordentliche

Erträge werden den beteiligten

KGV einmalig ausbezahlt. Vertragliche Abmachungen

garantieren weiterhin den Solidaritätsmechanismus.

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schadendienst


Der «Rote Hahn» stand im Berichtsjahr

853 mal auf den Dächern im Kanton

St.Gallen. Mit jedem Brandfall sind Schicksalsschläge

verbunden. Allein die Last der

finanziellen Folgen für den Wiederaufbau

des Gebäudes muss keine Sorge bereiten,

weil die GVA dafür die Kosten zum Neuwert

übernimmt. An einem Standardbeispiel

zeigen wir gerne, mit welcher Abwicklung

und mit welchem Zeithorizont für den

Wiederaufbau gerechnet werden kann:

04.10 Uhr Brandausbruch in einer Wohnung.

04.20 Uhr Brandalarm, Aufgebot Feuerwehr, Feuerwehrinspektor und Polizeipatrouille.

05.15 Uhr Feuerwehrinspektor informiert Schadendienst GVA über das Schadenausmass.

07.30 Uhr Augenschein, Aufgebot und Koordination der Beteiligten durch Schadendienst GVA.

09.00 Uhr Dienste der Kantonspolizei beginnen mit der Brandursachenermittlung. Ausser

den Sicherungsmassnahmen herrscht Veränderungsverbot.

10.00 Uhr Schadendienst GVA bespricht mit Schadenexperten, Gebäudeeigentümer,

Mietern, Privatversicherern und ggf. weiteren Beteiligten Schadenausmass und

weiteres Vorgehen vor Ort. Sofortmassnahmen, wie Notdach erstellen, Trocknungsapparate

aufstellen oder beschädigte Fenster verschliessen, werden ergriffen,

nachdem die Polizei die Ermittlungen abgeschlossen hat.

Folgetag Reinigung und/oder Räumung der Wohnung. Die Reinigung wird so weit wie

möglich angeordnet.

1. Folgewoche Nach Abschluss der Räumungs- und Reinigungsarbeiten kann der Schaden im

Detail beurteilt werden. Die Schadenaufnahme erfolgt: Der Schadenexperte

GVA erstellt – ggf. mit Richtofferten von Handwerkern – eine Schätzung.

Aufgrund der Schadenschätzung erfolgt die Verfügung über die Schadenanerkennung.

Die Aufträge zur Wiederherstellung können erteilt werden.

6. Folgewoche Die Wiederherstellungsarbeiten sind abgeschlossen. Der Schadenexperte kontrolliert

die Arbeiten, worauf die Schadenzahlung an den Eigentümer erfolgt.

Die Wohnung ist wieder bezugsbereit.

Gewisse Voraussetzungen

müssen allerdings für eine solch reibungslose

Schadenerledigung erfüllt sein. Im Brandfall –

meistens ein Einzelfall – funktioniert der

rasche Ablauf in der Schadenbearbeitung; beim

Elementarereignis mit zahlreichen und gleichzeitigen

Schadenfolgen ist die Situation komplexer.

Die Unwetter, z.B. im Sommer 2004

mit Sturmwinden und Hagelschäden, haben

viele Überraschungen für die Versicherten

wie für die GVA gebracht. Sonnenstoren oder

Sonnensegel sind leider kein Wetterschutz,

sondern allein als Beschattungsanlagen konzipiert.

Schon bei leichten Winden mit 30 bis

40 km/h versagen solche Einrichtungen, wenn

sie heruntergelassen oder ausgezogen geblieben

sind. Sie zerfetzten denn auch oder brachen

aus ihren Verankerungen. Der GVA war es

nicht möglich, unter dem Titel «Elementarschaden»

dafür Ersatz zu leisten.

Dasselbe galt für beschädigte Foliendächer,

wenn deren Widerstandsfähigkeit durch Alterung

nachgelassen hatte. Die Haltbarkeit der

Foliendächer ist beschränkt, weshalb rechtzeitig

für Ersatz gesorgt werden muss. Durch

Hagel beschädigte Foliendächer, die nicht

unterhalten oder nicht rechtzeitig ersetzt

wurden, konnten leider auch nicht unter dem

Titel «Elementarschaden» saniert werden.

Finanzielle Sicherheit

seitens der GVA haben die Gebäudeeigentümer

im Kanton St.Gallen aber in über 6’000

Schadenfällen erfahren können. Unkompliziert

und reibungslos richtete die GVA über

52 Mio. Franken an Schadenersatz aus. Volkswirtschaftlich

gesehen profitiert von diesen

Millionen «Neuinvestitionen» der lokale Bauwirtschaftssektor,

der die Reparaturarbeiten in

aller Regel ausführt. Belastung und Schaden

hier werden so auch zu Arbeitsplatzsicherung

und Einkommen dort, mithin auch eine positive

Wirkung von Versicherung.

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versicherungsbestand


Neuer Risikotarif

Mit der Prämienrechnung 2004 wurde ein

neuer Tarif für besondere Brandrisiken auf

dem ganzen Versicherungsbestand angewendet.

Er bemisst die einzelne Prämie nach der Nutzung

und nach dem Zweck eines Gebäudes im

Bezug zur statistisch belegten Schadenerfahrung.

Mit der neuen Prämienkalkulation wurden

einige Erkenntnisse gemacht und bestätigt:

■ Wie erwartet gingen diverse Rückfragen

über die Berechnung der Zuschlagsprämie

ein. Insbesondere erkundigten sich jene

Versicherte, die bei der neuen Prämie eine

grössere Differenz zur bisherigen festgestellt

haben. Bei tieferer Prämie wurden mögliche

Unterversicherungen befürchtet. Sie

sind indessen nicht gegeben.

■ Um Überprüfung der Risikoeinstufung

wurde gebeten, wenn ein Prämienaufschlag

zu verzeichnen war. In solchen Fällen musste

meistens festgestellt werden, dass Nutzungsänderungen

im Gebäude durch die Eigentümer

nicht gemeldet worden waren. Es ist

aber wichtig und gesetzlich vorgeschrieben,

dass Änderungen in der Gebäudenutzung

der GVA mitgeteilt werden. Sie wirken sich

auf die Prämien aus und sind im Schadenfall

massgebend.

■ Auch wurde um Auskunft gebeten, ob und

allenfalls mit welchen zusätzlichen Brandschutzmassnahmen

die Zuschlagsprämie für

erhöhtes Brandrisiko reduziert werden könnte.

Brandmelde- und Sprinkleranlagen bewirken

einen Abzug beim Risikozuschlag, soweit

es sich um anerkannte und von den Brandschutzinstanzen

abgenommene Anlagen handelt.

Voraussetzung ist ferner, dass es sich um

Vollschutzsprinkler bzw. Vollüberwachungs-

Brandmeldeanlagen mit automatischer

Alarmübermittlung handelt. Eine zusätzliche

Erhöhung der Risikoprämie erfolgt hingegen

stets, wenn ein zuschlagspflichtiges Gebäude

ohne Brandmauern mit einem oder mehreren

Gebäuden zusammengebaut ist.

Der neue Risikotarif wurde auf dem

Gesamtbestand von 177’601 Gebäuden

angewendet. In lediglich 40 Fällen wurde

gegen die Prämienrechnung Rekurs erhoben.

Alle Rekurse konnten ausnahmslos

durch zusätzliche Abklärungen oder im

Gespräch mit den Versicherten erledigt

werden. Aufgrund vieler positiver Reaktionen

von Gebäudeeigentümern und aufgrund

der Rückmeldungen im letzten Jahr

darf festgestellt werden, dass die neue Tarifordnung

gut akzeptiert worden ist. Einerseits

deshalb, weil sie transparent und

damit nachvollziehbar ist. Andererseits aber

auch anerkannt und fundiert, weil die

Prämienzuschläge auf der Basis der statistisch

belegten Schadenschätze der einzelnen

Nutzungskategorien ermittelt worden sind.

Innerhalb der Solidargemeinschaft der

Versicherten sind besondere Risiken jetzt

auch als solche einbezogen.

Neue Abgrenzungsnormen

Im Berichtsjahr wurde die seit 1988 angewendete

Abgrenzungsregelung für Gebäudeteile

zwischen Gebäude- und Fahrhabeversicherung

(nachfolgend Abgrenzungsnormen) einer Revision

unterzogen und per 1.1.2005 neu in Kraft

gesetzt. Die Harmonisierung mit anderen ostschweizerischen

Gebäudeversicherungen und

der Wunsch der Privatversicherer nach einheitlicher

Handhabung waren die Hauptgründe für

die vorgenommenen Überprüfungen.

In erster Linie wurden die neuen Abgrenzungsnormen

mit den in der Baufachkunde

üblichen und neuen Begriffen versehen.

Sodann ist jetzt bei den Abgrenzungsbeispielen

eine klare Zuordnung der fraglichen

Gebäudeteile entweder zur Gebäude- oder zur

Fahrhabeversicherung festgeschrieben. Unsicherheiten

bei der Neuschätzung entfallen

damit. Private Versicherungen wie auch Hauseigentümer

können sich an klaren Vorgaben

orientieren.

Eine im öffentlichen Recht übliche Übergangslösung

ermöglicht es, die private Fahrhabeversicherung

mit ausreichendem Zeitvorsprung

anzupassen:

■ Ausstattungen, die nach abgelöster Regelung

mit dem Gebäude versichert waren,

bleiben längstens zwei Monate, nachdem

eine neue Gebäudeschätzung rechtskräftig

geworden ist, mit dem Gebäude bei der

GVA versichert.

■ Ausstattungen, die bisher nicht mit dem

Gebäude versichert waren, nach der aktuellen

Abgrenzungsregelung indessen in die

Versicherungspflicht der GVA genommen

sind, werden bei der Neueinschätzung des

Gebäudes als zu versichernde Gebäudeteile

mit berücksichtigt.

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grundstückschätzung


Dem FGS sind 2004 die Gesellenstücke

gelungen. Die mit der speziellen Gesetzesrevision

2000 gewollten Neuerungen haben

sich bewährt:

Über den FGS wurden insgesamt 26’000

Grundstücke mit knapp 20’000 Gebäuden

geschätzt. Eine beachtliche Leistung der

Schätzungsfachteams, sowohl in quantitativer

als auch in qualitativer Hinsicht. Die Qualitätsarbeit

zeigt sich darin, dass bei 25’593

geschätzten Steuerwerten lediglich 473 Schätzungen

mit Einsprachen angefochten wurden.

Das entspricht einer geringen Quote von

1,8 Prozent. Gegen die ermittelten Versicherungswerte

von 18’753 ergingen lediglich

80 Einsprachen, was eine sehr tiefe Quote von

0,4 Prozent ausmacht. Bei den Steuerwerten

wurden 8 Einsprachen über Rekurse weitergezogen.

5 davon wurden wieder zurückgezogen,

ein Rekurs konnte teilweise gutgeheissen werden.

2 Rekursfälle sind noch pendent. Bei den

Versicherungsschätzungen sind lediglich in

zwei Fällen die Werte mit Rekurs angefochten

worden. Beide wurden mit einvernehmlicher

Einigung abgeschlossen. Diese Tiefstquoten an

Einsprachen und Rekursen gegen die ermittelten

Steuer- und Versicherungswerte belegen

die Kompetenz der Schätzungsfachteams

ebenso wie die Akzeptanz ihrer Schätzungen.

Neben dem anspruchsvollen Tagesgeschäft hat

der FGS das Projekt DAG* wie geplant zur

Anwendungsreife geführt. Die Applikation

beinhaltet sowohl die Schätzungsanwendung

als auch die eigentliche zentrale Datenbank mit

komplexer Schnittstellenkonzeption zu diversen

Umsystemen der Kantons- und Gemeindeverwaltungen.

Die Einführung erfolgte über das

Jahr verteilt gemeindeweise, verbunden mit der

Migration der wichtigsten Grundstück- und

Gebäudedaten aus den entsprechenden Umsystemen

und den notwendigen Anwenderschulungen.

Die Einführung von DAG ist ein

Meilenstein für das Schätzungswesen im Kanton

St.Gallen. Die zeitgerechte Implementierung

konnte nur dank des Einsatz-, Aufbauund

Lernwillens der Grundbuchämter und

des koordinierenden FGS erfolgen. Die Bemühungen

aller Beteiligten – auch entgegen teilweise

vorhandenem Widerstand – haben

schliesslich zum erfolgreichen Gelingen geführt.

Der FGS führte im Berichtsjahr verschiedene

Erfahrungs- und Schulungsanlässe für die

Schätzungsteams durch. Anlässlich der insgesamt

acht halbtägigen Veranstaltungen (DAG-

Schulungen nicht eingerechnet) wurden

Neuerungen instruiert und für deren Umsetzung

die notwendigen Anleitungen vermittelt.

Fragen und Problemstellungen zum Schätzungswesen

wurden vertieft behandelt. Die

Anlässe sind wichtig für die Qualitätssicherung

der Schätzwerte und tragen dazu bei,

dass die Grundstückschätzungen für Fiskus

und GVA im ganzen Kanton nach den gleichen

Bewertungsgrundsätzen und -kriterien

vorgenommen werden. Es wird überall mit

gleichen «Ellen» gemessen, wobei unterschiedliche

Parameter aufgrund regionaler und örtlicher

Eigenheiten zu differenzierteren Ergebnissen

führen.

* DAG: Datenbank und Applikation

Grundstückschätzungswesen

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löschwasserversorgung


Stellen Sie sich folgende Situationen vor: Sie

haben die Haare schamponiert, wollen das

Shampoo auswaschen, aber es kommt kein Wasser

mehr aus dem Duschkopf. Sie haben Gäste

eingeladen, wollen Pasta kochen, doch aus dem

Wasserhahn kommt kein Tropfen. Sie wollen

Ihre Geranien giessen, doch die Giesskanne

können Sie nicht füllen, weil kein Wasser da ist.

All das zeigt, wie wichtig Wasser im Alltag ist.

Wichtig auch für die Feuerwehren, damit diese

Brände löschen können. Die beste und die

schnellste Feuerwehr ist machtlos, wenn sie kein

Löschwasser zur Brandbekämpfung hat. Dank

der Wasserversorgungen und ihrer Zuverlässigkeit

wirds möglich – und dank der GVA.

Diese sorgt mit erheblichem finanziellem Engagement

dafür, dass aus dem kombinierten Versorgungsnetz

für Trink-, Brauch- und Löschwasser

die Feuerwehren im Kanton St.Gallen

ausreichend Löschwasser zur Brandbekämpfung

verfügbar haben. Auf dem rund 3’600 km

langen Wasserverteilnetz im Kanton St.Gallen

stehen 20’500 Hydranten als Zapfstellen

für die Brandbekämpfung. Über den Bereich

Löschwasserversorgung hat die GVA im

Berichtsjahr 6,5 Mio. Franken in Wasserversorgungsprojekte

investiert und gleichzeitig für

8,4 Mio. Franken neue Investitionshilfen zugesichert.

Betraglich grössere Zusicherungen

ergingen an:

Ausbau Wasserversorgungen Wittenbach/Häggenschwil/Waldkirch CHF 715’900

Ausbau Wasserversorgung Kaltbrunn und Rieden CHF 454’800

Ausbau Wasserversorgung Bächli-Hemberg CHF 439’100

Ausbau Wasserversorgung Oberriet CHF 370’300

Ausbau Wasserversorgung St.Galler Stadtwerke CHF 295’700

Ausbau Wasserversorgung Gams CHF 230’400

Das «Kompetenzzentrum» Löschwasserversorgung

der GVA verteilt indessen nicht nur Geld.

Es steht auch in Beratungsdiensten, insofern

die GVA treuhänderisch als Vermittler von

Kantons- und Bundesbeiträgen für Wasserversorgungsprojekten

in Berggebieten eingesetzt

ist. Sodann überprüfen die zwei spezialisierten

Mitarbeiter aus einer gesamtkantonalen Sicht

alle Wasserversorgungsprojekte in Bezug auf

ihre Zweckmässigkeit und Notwendigkeit. Für

eine speditive Bewilligungs- und Beitragszusicherungspraxis

konnte eine neue Software-

Applikation eingeführt werden. Damit lässt

sich der in grafischer Form bestehende kantonale

Wasserversorgungsatlas auf den Arbeitsstationen

der Abteilung visualisieren. Die über

200 jährlichen Mutationen können so effizient

nachgeführt werden. Die Löschwasser-Projektverwaltung

ist jederzeit auf einem aktuellen

Stand und gleich auch kartografiert.

Schliesslich ist die GVA mit ihrem Bereich

Löschwasserversorgung auch für die Genehmigung

von Reglementen und Tarifen der

Gemeinde und Korporationswasserversorgungen

zuständig. Vor einigen Jahren wurde in

diesem Zusammenhang ein Musterreglement

erarbeitet, das sich in der Praxis immer noch

bewährt. Für eine Zustimmung rechtlich problematisch

erweisen sich gelegentlich gewählte

Tarifstrukturen, die nicht konsequent die

gebotenen Prinzipien von Gleichheit und Verhältnismässigkeit

beachten. Mit der Wassergebühr

soll verursacherorientiert in erster Linie

das gelieferte Wasser, nicht aber die Bereitstellung

der Einrichtungen bezahlt werden. Die

Wasserversorgung muss darauf achten, dass

der Anteil ihrer Erträge aus den Grundgebühren

im Vergleich mit den Erträgen aus dem

Wasserverkauf nicht zu hoch ist.

21


prävention / intervention


Neue schlanke Brandschutzvorschriften

ab 1. Januar 2005

Nach wie vor richten sich auch die neuen,

schlankeren Brandschutzvorschriften nach der

Sicherheit von Personen und Sachwerten.

Gründe für die Überarbeitung waren technische

Neuentwicklungen in der Bauwirtschaft,

welche vor allem eine materielle Überprüfung

erforderten. Neues schweizerisches Bauprodukterecht,

das im Zusammenhang mit den

bilateralen Abkommen Schweiz-EU geschaffen

wurde, brachte zusätzlich vor allem formalen

Handlungsbedarf.

Die neuen Vorschriften sind konsequent

schutzzielorientiert. Mit dem Verzicht auf

Fixierung von Umsetzungswegen und Vorgaben

mit Formulierung von Stand der Technik

wurden vor allem bestandene technische

Handelshemmnisse abgebaut und werden neue

vermieden. Stand der Technik festzuschreiben,

wird der Wirtschaft und den Normenorganisationen

überlassen. Damit erfolgt aber eine

wesentliche Verschiebung von hoheitlicher

Schutzverantwortung in die Selbst- und Eigenverantwortung

der Wirtschaft, der Herstellerbetriebe,

der Planer, Ingenieure wie auch der

Bauherrschaften und Architekten.

Die neuen Vorschriften sind durch die Rücknahme

auf das hoheitlich Notwendige straffer

und schlanker geworden. Hohe Erwartung

und Vertrauen in die Eigenverantwortung prägen

sie. Die im EU-Bereich neu geltenden

Brandschutzklassierungen für Bauteile und

Baustoffe sind übernommen. Frühere Ausnahmelösungen

wurden durch Neuumschreibung

der Rahmenbedingungen zu Standardlösungen.

Es ist generell möglich, zum Beispiel bauliche

Anforderungen an die Tragwerke mit

technischen Brandschutzeinrichtungen zu

kompensieren. Die Wahlmöglichkeit für Alternativen

ist damit gewährleistet.

Die Legitimation zur gesamtschweizerischen

Gültigkeit und Relevanz hat das neue Brandschutzvorschriftenwerk

der Vereinigung

Kantonaler Feuerversicherungen durch den

Allgemeinverbindlichkeitsbeschluss des Interkantonalen

Konkordates zum Abbau technischer

Handelshemmnisse erhalten. Alle

Kantone sind diesem föderalistischen Pendant

zur Eidgenössischen Bauproduktegesetzgebung

schon 2003 beigetreten.

Mit- und Zusammenarbeit gestärkt

Im Berichtsjahr wurde die Ausbildung der Einsatzkräfte

von Nationalstrassenstützpunkten mit

Tunnelanlagen im Hagerbachstollen Mels

erfolgreich und unfallfrei durchgeführt. Erstmals

sind damit die «Tunnelfeuerwehren» eines

Kantons mit einschlägigen Brandsituationen im

Massstab 1:1 konfrontiert worden. Der hohe

Nutzen dieser Ausbildung und der dafür bestens

geeignete Ausbildungsanlagen zeigt sich darin,

dass sowohl holländische als auch deutsche und

österreichische Feuerwehren unsere st.gallischen

Ausbildungsplätze reserviert haben.

Die laufende Schulung der in der Schadenabwehr

tätigen Einsatzkräfte der Bodenseeanrainerländer

und -kantone war ein weiterer

Schwerpunkt. Das st.gallische Feuerwehrinspektorat

konnte federführend in Führungsseminaren

mitwirken und die Aufarbeitung

gewonnener Erkenntnisse begleiten. Kommunikation

und Alarmierung der Stützpunkteeinrichtungen

am Bodensee sind zu verbessern.

Das Feuerwehrinspektorat wurde deshalb

eingeladen, seine Mitarbeit in eine eigens

dafür geschaffene internationale Arbeitsgruppe

einfliessen zu lassen.

Die Feuerwehrzusammenarbeit im Kanton

St.Gallen geht erfreulich weiter. Zusammenschlüsse

der Feuerwehren unter Nachbargemeinden

stiften Nutzen, der mittlerweile von

allen Betroffenen und Beteiligten auch als solcher

gewertet und geschätzt wird. Mit beratender

Unterstützung des Feuerwehrinspektorates

sind diverse Feuerwehrzusammenschlüsse

innerkantonal und über unsere Kantonsgrenzen

hinaus getätigt worden. Insgesamt haben

seit 1997, dem Jahr der Auslegeordnung im

Parlament, 33 st.gallische Gemeinden ihre

Feuerwehren nachbarschaftlich zusammengelegt.

Aber auch alle anderen Gemeindefeuerwehren

pflegen in unterschiedlicher Intensität

Zusammenarbeit und Gemeinsamkeit.

Das kantonale Feuerwehrinspektorat hat verbunden

mit der gleich gerichteten Instanz des

Kantons Zürich begonnen, ein Zukunftskonzept

für den Stand der Feuerwehren 2010 vorzubereiten

und unter Einbezug der Gemeindefeuerwehrkommandanten

zu konkretisieren.

Der Erhalt des Milizsystems unter Ausrichtung

auf neue technische und organisatorische Herausforderungen

steht dabei im Vordergrund.

23


erfolgsrechnung gva

24

Gebäudeversicherungsanstalt

Erträge 2004 CHF 2003 CHF

Schadenanteile Rückversicherer 5’667’702.00 8’598’968.00

Schadenanteile Dritter 234’904.30 317’765.70

Prämien Versicherungsanteil 43’816’366.81 42’619’123.54

Prämien Feuerschutzanteil 11’029’672.90 10’957’988.50

Eidgenössische Stempelabgabe 2’192’334.85 2’132’111.75

Risk Management 150’000.00 100’000.00

Übrige Erträge 31’133.30 24’907.10

Betriebsertrag 63’122’114.16 64’750’864.59

Aufwendungen 2004 CHF 2003 CHF

Brandschäden – 30’672’352.00 – 20’258’645.00

Elementarschäden – 22’253’274.00 – 16’022’492.00

Übrige Schadenkosten – 60’639.60 – 26’343.55

Rückversicherungsverband – 10’792’801.00 – 8’669’491.00

Einlage in den Erdbebenpool – 2’771’000.00 – 2’776’000.00

Entschädigung an den Staat – 350’000.00 – 350’000.00

Entschädigung an die Kantonshilfskasse für

nichtversicherbare Elementarschäden – 10’000.00 – 10’000.00

Entschädigung an Gemeinden – 1’021’534.50 – 1’016’562.00

Personalaufwand – 1’813’642.40 – 1’891’796.05

Schadenschätzungsaufwand – 1’280’035.40 – 1’177’732.10

Grundstückschätzungsaufwand – 4’793’343.00 – 5’592’073.34

Verwaltungsaufwand – 3’063’716.09 – 2’991’421.24

Fondszinsen – 1’076’000.00 – 1’125’000.00

Eidgenössische Stempelabgabe – 2’192’334.85 – 2’132’111.75

Prämien Feuerschutzanteil – 11’029’672.90 – 10’957’988.50

Erhöhung des Reservefonds aus realem Kapitalzuwachs – 3’850’000.00 – 2’850’000.00

Verpflichtung Grossschadendeckung 311’689.00 – 79’188.00

Betriebsaufwand – 96’718’656.74 – 77’926’844.53

Betriebsergebnis – 33’596’542.58 – 13’175’979.94

Ausserordentlicher und betriebsfremder Erfolg 2004 CHF 2003 CHF

Erfolg aus Wertschriften und Liegenschaften 21’870’281.14 42’555’204.71

Geschäftsergebnis – 11’726’261.44 29’379’224.77

Ausgleich Geschäftsergebnis 2004 CHF 2003 CHF

Schadenausgleichsreserve – 11’726’261.44 29’379’224.77


Fachdienst für Grundstückschätzung

Erträge 2004 CHF 2003 CHF

Beitrag Staat 2’000’000.00 1’500’000.00

Beitrag GVA 4’793’343.00 5’592’073.34

Übrige Erträge 5’920.00 0.00

Betriebsertrag 6’799’263.00 7’092’073.34

Aufwendungen 2004 CHF 2003 CHF

Entschädigung an Gemeinden – 2’720’305.00 – 2’904’068.00

Personalaufwand – 488’306.80 – 407’774.25

Schätzungsaufwand – 2’228’219.15 – 2’315’072.10

Verwaltungsaufwand – 1’362’432.05 – 1’465’158.99

Betriebsaufwand – 6’799’263.00 – 7’092’073.34

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erfolgsrechnung afs

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Amt für Feuerschutz

Erträge 2004 CHF 2003 CHF

Prämien Feuerschutzanteil 11’029’672.90 10’957’988.50

Beitrag des Bundes/Nationalstrassen 403’550.00 403’550.00

Beitrag des Bundes/Chemiewehr 133’680.00 133’680.00

Beiträge privater Versicherungsgesellschaften 2’363’093.18 2’355’017.19

Bewilligungsgebühren 183’180.00 173’185.00

Übrige Erträge 14’946.00 54’013.80

Betriebsertrag 14’128’122.08 14’077’434.49

Aufwendungen 2004 CHF 2003 CHF

Feuerwehr – 6’595’163.95 – 6’612’445.11

Löschwasserversorgung – 6’505’037.30 – 5’700’674.20

Technischer Brandschutz – 1’334’030.45 – 1’081’952.85

Chemiewehr – 78’275.08 – 65’351.10

Kurse für Feuerwehr und Feuerschutzorgane – 1’740’096.90 – 1’824’371.48

Blitzschutz- und Brandlöschanlagenkontrollen – 942’303.20 – 530’690.20

Personalaufwand – 1’694’142.40 – 1’799’868.25

Verwaltungsaufwand – 798’773.13 – 619’586.13

Betriebsaufwand – 19’687’822.41 – 18’234’939.32

Betriebsergebnis 1 – 5’559’700.33 – 4’157’504.83

Bestandesänderungen Verpflichtungen Löschwasser/AFS – 282’171.00 873’794.00

Betriebsergebnis 2 – 5’841’871.33 – 3’283’710.83

Ausgleich über den Feuerschutzfonds – 5’841’871.33 – 3’283’710.83


Aktiven

2004 CHF 2003 CHF

Kassa 478.25 475.95

Postcheck 704’555.36 77’342.99

Staatsbuchhaltung – 90’091.45 – 139’186.30

Debitoren – Prämien 228’179.70 181’093.95

– Rückversicherer 9’304’626.00 6’371’496.00

– Debitoren bei der Staatsbuchhaltung 5’664’409.86 15’081’965.67

– Übrige Debitoren 27’634.05 50’498.55

Erdbebenpool 13’039’831.57 12’947’044.45

Aktive Rechnungsabgrenzung 30’310.00 50’220.00

Kapitalanlagen – Liegenschaften 124’373’530.55 125’161’459.59

– Hypotheken 2’990’300.00 3’060’300.00

– Wertschriften 232’009’290.45 290’950’714.82

– Aktien und alternative Anlagen 166’452’540.92 156’209’737.98

– Geldmarktanlagen 64’035’705.35 0.00

Total Aktiven 618’771’300.61 610’003’163.65

Passiven

2004 CHF 2003 CHF

Schulden beim Staat 5’868’349.55 0.00

Kreditoren 4’201’804.10 1’433’972.45

Erdbebenpool 13’039’831.57 12’947’044.45

Passive Rechnungsabgrenzung 4’393’699.79 4’536’880.58

Rückstellungen – Unerledigte Brandschäden 23’777’455.00 19’117’846.00

– Unerledigte Elementarschäden 19’675’887.00 12’153’926.00

Feuerschutz/Löschwasser 25’489’299.00 25’207’128.00

– Elementar-Grossschadendeckung (IRG) 39’600’000.00 39’600’000.00

– Erdbebendeckung (Pool) 43’500’000.00 43’500’000.00

– Liegenschaften und Wertschriften 98’385’197.80 97’805’695.25

– Diverse Rückstellungen 1’151’550.05 1’151’550.05

Fonds – Feuerschutzfonds 30’186’278.86 35’322’150.19

– Fonds für die Verhütung von Elementarschäden 18’709’771.85 18’558’533.20

Reserven – Schadenausgleichsreserve 7’859’888.33 19’586’149.77

– Reservefonds 282’932’287.71 279’082’287.71

Total Passiven 618’771’300.61 610’003’163.65

bilanz

27


evisionsbericht

28

Bericht über die Prüfung der Jahresrechnung 2004

In Ausführung unseres gesetzlichen Auftrages haben wir die Buchführung und die Jahresrechnung

der Gebäudeversicherungsanstalt des Kantons St.Gallen für das am 31. Dezember 2004 abgeschlossene

Rechnungsjahr geprüft.

Für die Jahresrechnung ist die Verwaltung verantwortlich, während unsere Aufgabe darin besteht,

diese zu prüfen und zu beurteilen.

Unsere Prüfung erfolgte nach den Grundsätzen des schweizerischen Berufsstandes, wonach eine

Prüfung so zu planen und durchzuführen ist, dass wesentliche Fehlaussagen in der Jahresrechnung

mit angemessener Sicherheit erkannt werden. Wir prüfen die Posten und Angaben der Jahresrechnung

mittels Analysen und Erhebungen auf der Basis von Stichproben. Ferner beurteilen wir

die Anwendung der massgebenden Rechnungslegungsgrundsätzen, die wesentlichen Bewertungsentscheide

sowie die Darstellung der Jahresrechnung als Ganzes. Wir sind der Auffassung, dass

unsere Prüfung eine ausreichende Grundlage für unser Urteil bildet.

Gemäss unserer Beurteilung entsprechen die Buchführung und die Jahresrechnung den Vorschriften

der massgebenden Gesetze, Verordnungen und Weisungen.

Wir empfehlen, die vorliegende Jahresrechnung zu genehmigen.

Finanzkontrolle des Kantons St.Gallen

Hans Schnurrenberger Bruno Roditscheff

Dipl. Wirtschaftsprüfer Revisor

Genehmigung. Die Regierung hat die Jahresrechnung am 19. April 2005 genehmigt.


Zusammensetzung des Versicherungskapitals

Kapitalanlagen 31.12.2004

in Mio CHF

Geldmarktanlagen 64,0

Wertschriften 232,0

Aktien und alternative Anlagen 166,5

Liegenschaften 124,4

Hypotheken 3,0

Total 589,9

Rückstellungen 31.12.2004

Verpflichtungen für anerkannte,

jedoch noch nicht abgerechnete

Versicherungsleistungen in Mio CHF

Brandschadenverpflichtungen 23,8

Elementarschadenverpflichtungen 19,7

Total 43,5

Beitragszusicherungen in Mio CHF

Feuerschutz 5,4

Löschwasser 20.1

Total 25,5

Garantieverpflichtungen in Mio CHF

Elementar-Grossschadendeckung

(IRG) 39,6

Erdbebendeckung (Erdbebenpool) 43,5

Rückstellungen auf

Liegenschaften und Wertschriften 98,4

neuwert- zeitwert-

Anzahl versichert versichert Total

Gebäudeklasse (GK) Gebäude in Mio CHF in Mio CHF in Mio CHF

GK I 25’681 22’383.2 4.5 22’387.7

GK II 58’856 56’056.4 78.7 56’135.1

GK III 93’064 30’408.8 282.9 30’691.7

Total 177’601 108’848.4 366.1 109’214.5

Bauzeitversicherungskapital 6’166 3’595.4

Versicherungskapital am 31. Dezember 2004 112’809.9

Versicherungskapital am 1. Januar 2004 111’377.6

Zuwachs 2004 1’432.3

Reserven 31.12.2004

Frei verfügbare Reserven in Mio CHF

Reservefonds 282,9

Schadenausgleichsreserve 7,9

Total 290,8

Gebundene Reserven in Mio CHF

Feuerschutzfonds 30,2

Fonds für die Verhütung

von Elementarschäden 18,7

Total 48,9

statistiken

29


30

Statistik der versicherten Gebäude

Neuwertversichert Zeitwertversichert Total 31.12. 04 Gebäudeklassen

Anzahl Kapital Anzahl Kapital Anzahl Kapital GK I GK II GK III

Gebäude CHF Gebäude CHF Gebäude CHF % % %

St.Gallen 12’820 18’645’667’400 438 57’092’600 13’258 18’702’760’000 26.1 45.8 28.1

Wittenbach 1’949 1’613’172’000 47 2’778’000 1’996 1’615’950’000 24.0 35.9 40.1

Häggenschwil 569 288’928’700 7 349’000 576 289’277’700 8.3 28.6 63.1

Muolen 636 276’920’000 37 1’467’000 673 278’387’000 8.0 23.8 68.2

Mörschwil 1’211 774’762’000 48 1’981’000 1’259 776’743’000 12.4 47.3 40.3

Goldach 2’197 1’752’199’100 42 2’732’000 2’239 1’754’931’100 21.6 46.5 31.9

Steinach 931 699’101’000 13 478’000 944 699’579’000 20.3 54.3 25.4

Berg 406 197’371’000 18 987’000 424 198’358’000 9.9 35.8 54.3

Tübach 442 288’467’000 30 2’169’000 472 290’636’000 12.1 51.2 36.7

Untereggen 509 213’992’900 48 1’449’700 557 215’442’600 11.1 31.6 57.3

Eggersriet 1’072 440’057’200 84 2’807’000 1’156 442’864’200 14.4 21.9 63.7

Rorschacherberg 1’685 1’211’563’000 42 2’933’000 1’727 1’214’496’000 30.3 34.4 35.3

Rorschach 1’711 2’054’710’600 84 15’174’000 1’795 2’069’884’600 17.5 57.4 25.1

Thal 2’419 1’470’696’700 84 5’317’000 2’503 1’476’013’700 14.2 39.1 46.7

Rheineck 1’041 725’868’900 46 3’824’200 1’087 729’693’100 14.1 39.8 46.1

St. Margrethen 1’830 1’379’193’000 78 3’680’300 1’908 1’382’873’300 16.8 41.2 42.0

Au 2’097 1’476’093’300 37 2’780’000 2’134 1’478’873’300 16.5 59.7 23.8

Berneck 1’609 824’039’000 48 5’853’000 1’657 829’892’000 9.7 38.3 52.0

Balgach 1’597 1’029’519’000 57 5’200’000 1’654 1’034’719’000 11.7 49.7 38.6

Diepoldsau 2’225 1’041’335’300 107 6’485’000 2’332 1’047’820’300 8.1 51.0 40.9

Widnau 2’818 1’618’833’400 53 10’077’000 2’871 1’628’910’400 13.7 58.6 27.7

Rebstein 1’588 753’809’000 60 3’873’000 1’648 757’682’000 11.7 43.0 45.3

Marbach 881 357’921’000 32 1’192’600 913 359’113’600 5.0 42.1 52.9

Altstätten 4’923 2’471’440’100 191 7’262’400 5’114 2’478’702’500 8.5 27.1 64.4

Eichberg 762 265’336’000 36 1’300’400 798 266’636’400 6.3 22.3 71.4

Oberriet 3’892 1’729’973’800 146 5’274’400 4’038 1’735’248’200 6.3 35.4 58.3

Rüthi 1’146 496’875’000 27 1’078’000 1’173 497’953’000 6.2 28.0 65.8

Sennwald 2’750 1’329’367’500 92 2’828’200 2’842 1’332’195’700 9.7 25.5 64.8

Gams 1’806 652’121’000 35 1’119’000 1’841 653’240’000 10.3 18.8 70.9

Grabs 3’695 1’509’302’900 115 4’024’000 3’810 1’513’326’900 7.4 20.8 71.8

Buchs 3’236 2’535’518’700 68 7’420’600 3’304 2’542’939’300 16.7 36.1 47.2

Sevelen 2’082 935’402’300 84 2’970’000 2’166 938’372’300 10.3 29.8 59.9

Wartau 2’749 1’141’188’900 42 1’680’000 2’791 1’142’868’900 12.6 33.5 53.9

Sargans 1’717 1’054’176’900 67 2’961’000 1’784 1’057’137’900 27.7 43.1 29.2

Vilters-Wangs 2’100 937’943’000 92 2’388’000 2’192 940’331’000 10.5 36.3 53.2

Bad Ragaz 2’105 1’459’445’300 30 1’204’000 2’135 1’460’649’300 17.5 45.6 36.9

Pfäfers 1’574 685’181’400 66 1’605’000 1’640 686’786’400 6.3 21.8 71.9

Mels 3’866 1’742’071’500 427 23’668’000 4’293 1’765’739’500 8.9 32.6 58.5

Flums 3’314 1’469’945’000 188 8’159’500 3’502 1’478’104’500 8.7 24.4 66.9

Walenstadt 2’244 1’063’705’300 102 4’684’300 2’346 1’068’389’600 11.5 34.8 53.7

Quarten 2’176 782’455’700 156 6’779’000 2’332 789’234’700 13.9 23.4 62.7

Amden 1’727 599’647’600 40 1’486’500 1’767 601’134’100 11.9 13.8 74.3

Weesen 693 380’768’000 34 1’572’000 727 382’340’000 14.4 38.8 46.8

Schänis 1’883 817’139’600 76 3’021’800 1’959 820’161’400 10.7 24.2 65.1

Benken 1’249 529’239’400 77 3’004’600 1’326 532’244’000 11.0 24.9 64.1

Kaltbrunn 1’451 772’210’000 69 3’511’000 1’520 775’721’000 9.7 26.9 63.4

Rieden 453 182’584’000 8 428’000 461 183’012’000 12.8 25.4 61.8


Statistik der versicherten Gebäude

Neuwertversichert Zeitwertversichert Total 31.12. 04 Gebäudeklassen

Anzahl Kapital Anzahl Kapital Anzahl Kapital GK I GK II GK III

Gebäude CHF Gebäude CHF Gebäude CHF % % %

Gommiswald 1’210 630’480’800 36 1’046’200 1’246 631’527’000 13.6 33.0 53.4

Ernetschwil 793 311’736’000 25 958’000 818 312’694’000 13.2 19.3 67.5

Uznach 1’780 1’274’948’500 49 10’898’000 1’829 1’285’846’500 18.9 45.2 35.9

Schmerikon 1’075 664’137’300 21 2’097’000 1’096 666’234’300 18.9 38.5 42.6

Rapperswil 1’480 2’151’162’000 17 1’242’000 1’497 2’152’404’000 26.3 60.0 13.7

Jona 3’904 3’479’639’800 26 458’900 3’930 3’480’098’700 26.4 47.5 26.1

Eschenbach 2’074 1’064’242’500 54 2’326’100 2’128 1’066’568’600 12.1 41.0 46.9

Goldingen 844 274’431’200 48 2’003’000 892 276’434’200 8.6 11.1 80.3

St. Gallenkappel 1’010 404’116’300 64 1’703’200 1’074 405’819’500 12.4 19.6 68.0

Wildhaus 1’826 754’432’000 70 4’499’000 1’896 758’931’000 8.6 10.9 80.5

Alt St. Johann 2’023 650’331’000 121 3’977’000 2’144 654’308’000 9.2 9.0 81.8

Stein 448 145’092’500 21 912’000 469 146’004’500 2.8 3.0 94.2

Nesslau 1’882 633’672’600 114 3’518’000 1’996 637’190’600 5.5 7.3 87.2

Krummenau 1’486 598’477’500 53 2’326’000 1’539 600’803’500 8.2 8.8 83.0

Ebnat-Kappel 3’428 1’384’820’800 122 3’748’200 3’550 1’388’569’000 11.0 12.9 76.1

Wattwil 3’567 2’043’712’500 169 12’967’000 3’736 2’056’679’500 13.8 19.7 66.5

Lichtensteig 681 513’683’000 5 167’000 686 513’850’000 18.1 31.9 50.0

Oberhelfenschwil 883 325’085’000 50 2’424’000 933 327’509’000 12.8 18.5 68.7

Brunnadern 494 203’574’000 5 244’000 499 203’818’000 6.0 11.6 82.4

Hemberg 1’103 359’542’600 39 1’226’000 1’142 360’768’600 7.0 4.4 88.6

St. Peterzell 796 338’965’300 34 1’375’000 830 340’340’300 10.5 13.6 75.9

Krinau 272 90’637’000 20 861’000 292 91’498’000 6.5 5.8 87.7

Bütschwil 1’668 854’867’600 78 12’866’000 1’746 867’733’600 11.3 23.7 65.0

Lütisburg 917 374’146’000 47 2’062’000 964 376’208’000 8.2 19.6 72.2

Mosnang 2’086 709’497’000 106 2’964’400 2’192 712’461’400 6.4 12.3 81.3

Kirchberg 3’331 1’993’653’800 109 6’061’300 3’440 1’999’715’100 11.2 22.5 66.3

Mogelsberg 1’799 632’142’600 97 5’101’000 1’896 637’243’600 10.5 10.1 79.4

Ganterschwil 680 274’778’000 34 1’539’000 714 276’317’000 7.7 21.4 70.9

Jonschwil 1’416 752’539’000 27 1’758’000 1’443 754’297’000 14.8 38.4 46.8

Oberuzwil 2’174 1’101’532’700 39 2’902’000 2’213 1’104’434’700 15.8 32.8 51.4

Uzwil 3’537 2’327’144’000 36 2’032’800 3’573 2’329’176’800 17.5 45.4 37.1

Flawil 3’108 1’942’606’000 43 1’995’000 3’151 1’944’601’000 17.9 33.9 48.2

Degersheim 1’752 944’684’300 37 1’899’000 1’789 946’583’300 16.8 19.7 63.5

Wil 3’193 3’902’582’000 16 1’418’000 3’209 3’904’000’000 28.6 51.9 19.5

Bronschhofen 1’463 836’453’000 37 1’924’000 1’500 838’377’000 21.5 38.4 40.1

Zuzwil 1’490 860’725’000 19 967’000 1’509 861’692’000 14.7 51.7 33.6

Oberbüren 1’602 912’813’800 47 1’791’000 1’649 914’604’800 13.6 34.6 51.8

Niederbüren 846 370’999’000 29 863’000 875 371’862’000 9.0 25.3 65.7

Niederhelfenschwil 1’217 620’603’000 32 2’097’000 1’249 622’700’000 8.5 35.0 56.5

Gossau 3’881 3’786’738’000 61 4’473’000 3’942 3’791’211’000 17.7 37.6 44.7

Andwil 669 363’966’000 20 1’276’000 689 365’242’000 9.9 37.6 52.5

Waldkirch 1’644 798’534’000 103 6’705’000 1’747 805’239’000 7.8 28.6 63.6

Gaiserwald 2’201 1’513’182’700 44 2’372’000 2’245 1’515’554’700 26.1 40.6 33.3

171’569 108’848’367’100 6’032 366’152’200 177’601 109’214’519’300 14.5 33.1 52.4

Bauzeitversicherungskapital

3’595’400’300

112’809’919’600

31


historische entwicklungen

32

Versicherungskapital in Milliarden

Abbildung A: Entwicklung Anzahl Gebäude und Versicherungskapital 1931–2004.

Brand- bzw. Elementarschadensatz in Franken pro

tausend Franken Versicherungskapital

Abbildung B: Entwicklung des Brand- und Elementarschadensatzes 1931–2004 und deren Trend.

Prämiensatz bzw. Brand- und Elementarschadensatz

in Rappen pro tausend Franken Versicherungskapital

120.00

100.00

80.00

60.00

40.00

20.00

0

0.80

0.70

0.60

0.50

0.40

0.30

0.20

0.10

0.00

70

60

50

40

30

20

10

0

1931

1931

1934

1937

1940

1943

1946

1949

1952

Versicherungskapital in Mia. (linke Skala) Anzahl versicherter Gebäude in 1000 (rechte Skala)

1934

1937

1940

1943

1946

1949

1952

1935

1937

1939

1941

1943

1945

1947

1949

1951

1953

1955

1957

1959

1961

1963

1965

1967

1969

1971

1973

1975

1977

1979

1981

1983

1985

1987

1989

1991

1993

1995

1997

1999

2001

2003

Prämiensatz (gleitendes 5-Jahres-Mittel) Brand- und Elementarschadensatz kumuliert (gleitendes 5-Jahres-Mittel)

Linear (Brand- und Elementarschadensatz kumuliert (gleitendes 5-Jahres-Mittel))

Abbildung C: Entwicklung des Prämiensatzes sowie der Brand- und Elementarschadensätze.

1955

1955

1958

1958

Elementarschadensatz Brandschadensatz

Lineare Trendlinie Elementarschadensatz Lineare Trendlinie Brandschadensatz

1961

1961

1964

1964

1967

1967

1970

1970

1973

1973

1976

1976

1979

1979

1982

1982

1985

1985

1988

1988

1991

1991

1994

1994

1997

1997

2000

2000

2003

2003

200

180

160

140

120

100

80

60

40

20

0

Anzahl versicherter Gebäude (in 1000)


Abbildung A

Erläuterung: Die Grafik zeigt die Entwicklungen

von Versicherungskapital und Anzahl

versicherter Gebäude 1931–2004.

Interpretation: In der Betrachtungsperiode

1931 bis 2004 ist der st.gallische Gebäudebestand

mit einer relativ geringen Rate von

durchschnittlich knapp einem Prozent

(0,78%) pro Jahr gewachsen. Für die Bevölkerung

im Kanton St.Gallen sind im gleichen

Zeitraum praktisch die gleichen Wachstumsraten

ausgewiesen (0,7 %).

Das Versicherungskapital stieg bis Ende der

50er-Jahre praktisch parallel zur Anzahl versicherter

Gebäude. Mit der integralen Einführung

der Neuwertversicherung im Jahre 1961

erfuhr das Versicherungskapital eine starke

Aufwertung, die sich in den Folgejahren mit

dem 10-jährigen Schätzungsrhythmus fortsetzte.

Parallel dazu stellte sich eine grössere

Nachfrage nach Gebäuden ein, was die Bauwirtschaft

belebte und die Baukostenpreise

antrieb.

Quelle: Geschäftsberichte GVA 1931–2004.

Abbildung B

Erläuterung: Die Kurven in der Grafik stellen

die Brand- ( ) und die Elementarschadenbelastung

( ) dar. Beide Werte sind als Verhältnis

zwischen Brandschaden- oder Elementarschadensumme

im Verhältnis zum

Versicherungskapital zu verstehen und in

Franken je tausend Franken Versicherungskapital

angezeigt.

Interpretation: Die wertmässigen Ausschläge

zeigen, dass es immer wieder hohe Brand- und

Elementarschadenbelastungen gegeben hat.

Interessant stellt die Grafik jedoch dar, wie

sich die linearen Trendlinien der Brand- und

Elementarschadenbelastung gegenläufig bewegen.

Trotz starken Anstiegs des Versicherungskapitals

ist die Brandschadenbelastung rückläufig.

Intensive Schadenprävention im

Brandschutz zeigt Wirkung. Die Elementarschadenbelastung

steigt insgesamt. Sie folgt

der zunehmenden Wertekonzentration. Die

Ausschläge lassen vermuten, dass aber nicht

nur der Anstieg des Versicherungskapitals,

sondern auch die Intensitäten der Elementarereignisse

selbst für die zunehmende Elementarschadenbelastung

verantwortlich sind.

Abbildung C

Erläuterung: Die Grafik zeigt den Prämiensatz

( ) sowie die kumulierten Brand- und

Elementarschadensätze ( ). Alle Werte sind

als Verhältnis zum Versicherungskapital zu

interpretieren und je in Rappen pro tausend

Franken Versicherungskapital dargestellt. Zur

Glättung der Spitzen bzw. der Kurven wurde

das gleitende 5-Jahres-Mittel gewählt.

Interpretation: Bis Ende der vergangenen

50er-Jahre hielten sich Prämien und Schäden

knapp die Waage. Mit dem Anstieg der Versicherungssummen

zu Beginn der 60er-Jahre

begann auch das Prämienvolumen stark anzusteigen,

wodurch sich die Brand- und Elementarschadenbelastung

im Verhältnis dazu reduzierte.

Dadurch konnten in den letzten

30 Jahren des vorangehenden Jahrhunderts

Rückstellungen gebildet werden.1996 wurden

die reinen Versicherungsprämien um rund

60 Prozent (Gebäudeklassen 1 und 2) bzw. rund

30 Prozent (Gebäudeklasse 3) gekürzt. Auf das

Prämienvolumen entfaltete diese Prämienreduktion

erst 2 Jahre später ihre Wirkung, weil

dann der Anstieg des Versicherungskapitals

abflachte. Seit 2001 bewegt sich das Prämienvolumen

unter den Brand- und Elementarschadensätzen.

Dank der Kapitalerträge auf den

in den letzten 70er-Jahren gebildeten Reserven

wird dieses Manko bis auf weiteres kompensiert.

Die lineare Trendlinie der kumulierten

Brand- und Elementarschadensätze zeigt, dass

die zunehmende Elementarschadenbelastung

die abnehmende Brandschadenbelastung aufwiegt.

Als Konsequenz verstärkt die GVA die

Elementarschadenprävention im Zusammenhang

mit ihren Objektschutzrichtlinien.

33


fahrhabeversicherung

34

Mobiliarversicherungsgeschäft im Kanton St.Gallen

Lf.-Nr. Versicherungsgesellschaft Sitz Versicherungs- Markt- Beteiligung

kapital anteil 0.05 ‰

in CHF in % in CHF

1 Schweiz. Mobiliar Versicherung Bern 13’921’627’000 29.46 696’081.35

2 Helvetia Patria Versicherungen St.Gallen 8’215’154’000 17.38 410’757.70

3 Winterthur Versicherungen Winterthur 7’837’478’845 16.58 391’873.90

4 Zürich Versicherungen Zürich 4’133’195’000 8.75 206’659.75

5 Allianz Suisse Versicherungen Bern 3’540’571’713 7.49 177’029.00

6 Basler Versicherungen Basel 3’420’239’000 7.24 171’011.95

7 XL Insurance Zürich 1’316’924’030 2.79 65’846.00

8 Alpina Versicherungen AG Zürich 806’930’000 1.71 40’346.50

9 Generali Assurances Genf 791’297’000 1.67 39’564.90

10 Schweiz. National Versicherungen Basel 780’821’000 1.65 39’041.10

11 HDI Industrie Versicherung AG Zürich 498’134’934 1.05 24’906.00

12 Gerling Allgemeine Versicherungs-AG Zürich 388’348’583 0.82 19’417.40

13 La Suisse Assurances Lausanne 345’428’690 0.73 17’271.45

14 Vaudoise Assurances Lausanne 281’132’000 0.59 14’056.60

15 Emmentalische Mobiliar Konolfingen 242’258’000 0.51 12’112.90

16 AXA Assurances Lausanne 197’431’000 0.42 9’871.55

17 ACE Insurance S.A.-N.V. Benglen 152’982’565 0.32 7’647.63

18 Alba Versicherung Basel 97’018’000 0.21 4’850.90

19 AIG Europe SA Zürich 73’105’858 0.15 3’655.00

20 CSS Versicherung AG Luzern 71’572’125 0.15 3’578.60

21 CHUBB Insurance Zürich 60’753’003 0.13 3’037.65

22 Coop Allgemeine Versicherung AG Wallisellen 29’639’200 0.06 1’482.00

23 Metzger-Versicherungen Zürich 23’984’000 0.05 1’199.20

24 Lloyds Underwriters Zürich 14’900’000 0.03 745.00

25 Visana Services AG Bern 14’298’000 0.03 719.90

26 Genfer Versicherungen Genf 2’472’000 0.01 123.60

27 Phenix Assurances Lausanne 1’554’749 0.00 77.75

28 Gartenbau-Versicherung VVaG Zürich 1’100’310 0.00 55.00

29 AXA Art Versicherung AG Zürich 1’000’000 0.00 50.00

30 GAN Incendie Accidents Pully-Lausanne 278’000 0.00 13.90

31 Mannheimer Versicherung AG Zürich 180’000 0.00 9.00

Total am 1. Januar 2004 47’261’808’605 100.00 2’363’093.18

Total am 1. Januar 2003 47’100’337’584 100.00 2’355’017.19

Zunahme 161’471’021 8’075.99


Gebäudeversicherungsanstalt

des Kantons St.Gallen

Davidstrasse 37

9001 St.Gallen

Telefon 071 226 70 30

Fax 071 226 70 29

www.gvasg.ch

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