Die Umsetzung der Gebäuderichtlinie 2002/91/EG ... - bauen innovativ

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Die Umsetzung der Gebäuderichtlinie 2002/91/EG ... - bauen innovativ

MAIRresidential buildings is still to be elaborated and sois the declaration on the energy demand managementof the building services technologies.1. WÄRMESCHUTZVERORDNUNG 1982Im Jahr 1982 wurde im Bundesland Salzburg dieerste Wärmeschutzverordnung erlassen. In Abhängigkeitvon der Normaußentemperatur wurdenAnforderungen an die Wärmedurchgangskoeffizientender Einzelbauteile von Neubauten undSanierungsmaßnahmen vorgeschrieben.2. ENERGIEZUSCHLAGSFÖRDERUNG IN DERWOHNBAUFÖRDERUNG 1993Salzburg hat 1993 als erstes Bundesland in Österreichein umfassendes Fördermodell zur Verbesserungder Energieeffizienz und Forcierung erneuerbarerEnergieformen in der Wohnbauförderungeingeführt. Für energiesparende Maßnahmenund die Verwendung erneuerbarer Energieformenwerden Zuschläge zu den Förderungssätzender Wohnbauförderung vergeben.Dies hatte einerseits das Ziel, die Betriebs- und Instandhaltungskostenfür die Wohnungsnutzer zusenken, andererseits wurde dabei gemäß demSalzburger Energieleitbild das Ziel, die energieeffizienteBauweise und die Verwendung erneuerbarerEnergieträger im Fördermodell in umfassenderWeise zu berücksichtigen, verfolgt.Vorgabe für die Erstellung des Modells war nichtzuletzt, dass der zusätzliche Aufwand für die Abwicklungder Förderung so klein wie möglich gehaltenwerden sollte. Als Leitgröße für die Anzahl derZuschlagspunkte wurde deshalb die Heizlast, ermitteltnach ÖNORM B 8135 (vereinfachte Heizlast), bezogenauf die Bruttogrundrissfläche, gewählt. Anderegenauere, dafür aber wesentlich aufwändigerenormgemäße Rechenverfahren, kamen wegen deszu hohen Verwaltungsaufwandes nicht in Frage.Je besser die Wärmedämmung, desto höhere Zuschlägewerden zu den „Allgemeinen“ Förderungssätzengewährt. Weiters wirken sich, gekoppeltan die spezifische Heizlast, die Biomassenutzung,der Einbau einer Solaranlage, die Nutzungeiner Wärmepumpe, eine Niedertemperaturheizungund der Einbau einer kontrolliertenWohnraumlüftung zusätzlich förderungserhöhendaus. Maßgeblich für die Bewertung desWohnbaus ist die Zuschlagspunktetabelle – AnlageB – zur Wohnbauförderungs-Durchführungsverordnung.3. VOLLZUG DES ZUSCHLAG-FÖRDERUNGSSYSTEMSDas Zuschlag-Förderungssystem wird in folgendenTeilschritten vollzogen:a Ein befugter Planer erstellt einen Nachweisüber die Qualität des Objektes in Bezug aufWärmedämmung sowie auf die verwendetenEnergieträger, welcher dem Amt der SalzburgerLandesregierung zur Prüfung vorgelegt wirdund bereits eine vom Planer errechnete Punktezahlenthält.b Liegen alle Förderungsvoraussetzungen vor, sowird eine um die Energie-Zuschläge entsprechenderhöhte Förderungszusicherung ausgestellt.c Nach Fertigstellung der Bauobjekte erfolgt entwederauf konkreten Wunsch eines Wohnungskäufersoder routinemäßig in Stichproben eineÜberprüfung der Richtigkeit der deklariertenQualität.4. ENERGIEZUSCHLAGSFÖRDERUNG –NOVELLE 2000In der Novelle zur Durchführungsverordnungzum Salzburger Wohnbauförderungsgesetz vomOktober 2000 wurde der LEK-Wert gemäßÖNORM B 8110-1 zur Gebäudehüllenklassifizierungeingeführt.Der LEK ermöglicht eine praktikable Klassifizierungder Anforderungen an den Wärmeschutzunter Bedachtnahme auf die Geometrie des Gebäudes.Geschossflächenbezogene Energiekennzahlenvon Bauten wie der HWBBGF müssen füreinen Vergleich des Wärmeschutzes auf ein Volumen-bzw. Oberflächenverhältnis und auf Standard-Geschosshöhenbezogen werden.132SIR-MB 31/2004-05


DIE UMSETZUNG DER GEBÄUDERICHTLINIE 2002/91/EG IM BUNDESLAND SALZBURG5. ZUSCHLAGSFÖRDERUNG FÜR ENERGIE-ÖKOLOGISCHE UND SONSTIGE ÖKOLOGI-SCHE MASSNAHMEN – NOVELLE 2003Eine weitere Anpassung und Erweiterung des Zuschlagsmodellsist am 22.02.2003 in Kraft getreten.Die Anforderungen an die wärmetechnische Qualitätder Gebäudehülle wurden im Hinblick auf dieBestimmungen der geplanten Wärmeschutzverordnungsowie die Voraussetzungen für die Erlangungvon Zuschlagspunkten strenger gefasst. Sowird neben der Verwendung HFKW-freierDämmstoffe und dem Einbau von Kaltwasserzählernund Wasserspartechnik je Wohnung nunauch verlangt, dass eine Heizungsrücklauftemperaturvon unter 40°C eingehalten sowie bei Mehrfamilienhäusernmit mehr als 10 Wohneinheiteneine dezentrale Warmwasserbereitung aus einemzentralen Pufferspeicher ausgeführt werden (Ausnahmensind möglich). Bei Verwendung von ErdundFlüssiggas sowie Heizöl extraleicht sindBrennwertgeräte einzusetzen. Bei Solaranlagenausstattungzur Heizungsunterstützung kann beieiner Ölheizung die Brennwerttechnik entfallen.Wenn der Heizwärmebedarf über 10 kWh pro m 2BGF im Jahr liegt, ist Strom zur Wärmeerzeugungausgeschlossen.6. WEITERE ÖKOLOGISCHE MASSNAHMENNeu eingeführt wurde die Zuschlagspunkteförderungfür sonstige ökologische Maßnahmen. In einemeigenen Bewertungsmodell werden die eingesetztenBaustoffe für die Gebäudehülle undZwischendecken nach dem Primärenergieinhaltnicht erneuerbarer Energie (PEI ne), dem Treibhauspotenzial(Global Warming Potential = GWP)und dem Versauerungspotenzial (AcidificationPotential = AP) klassifiziert. Schließlich wurdender Grad der Bodenversiegelung, die Verwendungvon Sensor-Waschtischarmaturen, Dachbegrünung,Effizienzüberwachung (Energiebuchhaltung) im Internetund sonstige innovative Technologien (z.B.Brennstoffzelle, transparente Wärmedämmung) indie Bewertung einbezogen.Die damit zum Ausdruck kommende Ökologisierungstendenzhat das Niveau der Energy PerformanceDirective bereits in die Zukunft fortgeführt.Wie aus der Grafik ersichtlich, konnte der Heizwärmebedarf(HWB) seit vor Einführung der Zuschlagsförderungvon 100 kWh/m 2 .a auf 42kWh/m 2 .a verringert werden. Der GebäudehüllenkennwertLEK hat sich seit 1994 von 38,3 auf ca.26,3 verbessert. Gleichzeitig konnte eine Ausstat-Abb. 1: Energiezuschlagsförderung 1993 bis 2003 – eine erfolgreiche Bilanz133SIR-MB 31/2004-05


MAIRtung mit Biomassewärmeversorgung von ca. 60%(mit Solaranlagen von ca. 65%) erreicht werden.Mit diesen Ergebnissen nimmt die Zuschlagförderungder Salzburger Wohnbauförderung eine Vorbildfunktionin Österreich ein.7. NEUE WÄRMESCHUTZVERORDNUNG2003Am 01.06.2003 ist die neue Verordnung über denMindestwärmeschutz von Bauten (Wärmeschutzverordnung)in Kraft getreten. Dafür sind als charakteristischeGröße für die Transmissionswärmeverluste-Linieneuropäische Kriterien heranzuziehen.Der LEK-Wert eines Baus oder Teilendavon darf die höchstzulässige LEK-Linie nichtüberschreiten. Anstelle des LEK-Wertes kannauch der aus dem Heizwärmebedarf errechneteLEK eq herangezogen werden. Für die Berechnungdes LEK-Wertes sowie des sich aus dem Heizwärmebedarfergebenden LEK eq -Wertes ist dieÖNORM B 8110, Teil 1, Wärmeschutz im Hochbau– Anforderungen an den Wärmeschutz undNachweisverfahren, Ausgabe September 2000,heranzuziehen. Für Bauten in einer anderen Klimalageals 3800 Kd gilt eine höchstzulässigeLEK-Linie, die aus der festgelegten LEK-Linie für3800 Kd wie folgt berechnet wird: LEK zul =LEK 3800 x 3800/HGT Standort.Zur sicheren Vermeidung von schädlichem Oberflächenkondensatund Gewährleistung ausreichenderKomfortbedingungen sowie für Sanierungsmaßnahmenwerden auch Mindestanforderungenan Einzelbauteile gestellt. Zur Vermeidungsommerlicher Überwärmung ist der ÖNORM B8110, Teil 3, Wärmeschutz im Hochbau – Wärmespeicherungund Sonneneinflüsse, Ausgabe Dezember1999, zu entsprechen.Außenbauteile von Wohnbauten müssen dauerhaftluftundurchlässig abgedichtet sein. Der genormteLuftwechsel n50 darf den Wert 3 pro Stunde nichtüberschreiten. Werden mechanisch betriebene Lüftungsanlagenmit oder ohne Wärmerückgewinnungeingebaut, darf der genormte Luftwechsel n50in Wohnräumen den Wert 1,5 pro Stunde nichtüberschreiten. Der genormte Luftwechsel n50 istnach ÖNORM EN 13829 Wärmetechnisches Verhaltenvon Gebäuden – Bestimmung der Luftdurchlässigkeitvon Gebäuden, Differenzdruckverfahren,Ausgabe Mai 2001, zu ermitteln.Gemäß dem Salzburger Baupolizeigesetz sind imBaubewilligungsverfahren die für den gebotenenMindestwärmeschutz von Bauten maßgeblichenEnergiekennzahlen vorzulegen.8. EINFÜHRUNG DES ENERGIEAUSWEISESIN DER BAUORDNUNGGleichzeitig mit der neuen Wärmeschutzverordnungwurde auch der Energieausweis von Bauteneingeführt. Für die Berechnung und die Angabeder energiebezogenen Kenngrößen im Energieausweisist die ÖNORM H 5055, Energieausweis fürGebäude – Raumheizung und Warmwasserbereitungheranzuziehen.Mit der Anzeige der Baufertigstellung ist der Energieausweisder Baubehörde vorzulegen. Die Richtigkeitder Ausführung gemäß dem Energieausweisist vom Bauführer bzw. vom befugten Bauunternehmenzu bestätigen.9. ZUSAMMENFASSUNGDie meisten der durch die Gebäuderichtlinie gefordertenund für Wohngebäude erforderlichenInformationen sind in normgemäßen Energie-Ausweisen (siehe ÖNORM H 5055) bereits abgedeckt.Bisher nicht vollständig umgesetzt wirddie Ermittlung des Jahres- und Periodennutzungsgradesdes jeweiligen haustechnischenSystems zur Warmwasser-Bereitung, der Raumheizung,allenfalls des Lüftungs- oder Kühlsystems.Die Grundlage dafür ist mit Auflage derÖNORM H 5056 zur Berechnung der Nutzungsgradezu erwarten.In der EDV-Software zur Erstellung des Energieausweisessind Module zur Berechnung derjährlichen CO 2 -Emissionen und für die Überprüfungder Sommertauglichkeit in Aufenthaltsräumenund Raumgruppen gemäß ÖNORM B 81103. Wohngebäude enthalten. In den KlimazonenÖsterreichs kann in Wohnungsneubauten grundsätzlichmit passiven Maßnahmen das Problemder sommerlichen Überhitzung verhindert werden.Für andere weiterführende zusätzliche energetischeKennwerte infolge der Gebäuderichtlinie, wieden elektrischen Energiebedarf für die Beleuchtungund den Betrieb von Geräten oder die erforderlicheKühlarbeit zur Gewährleistung der thermischenKomfortbedingungen gemäß EN ISO7730, liegen noch keine Deklarationen vor.134SIR-MB 31/2004-05

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