Europäischer Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit (PDF)

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Europäischer Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit (PDF)

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Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

I Familienfreundlichkeit hat einen hohen Stellenwert. Die Vereinbarkeit von Familie

und Beruf genießt aus Sicht der befragten Unternehmen einen hohen Stellenwert. In

allen sechs Ländern sagen mindestens acht von zehn Geschäftsleitungen, dass das Thema

Familienfreundlichkeit für das Unternehmen insgesamt und die Belegschaft wichtig oder

zumindest eher wichtig ist. In Schweden und dem Vereinigten Königreich wird die Bedeutung

einer familienfreundlichen Arbeitswelt im Vergleich zu den anderen Ländern besonders

hoch eingeschätzt.

I Viele Unternehmen weisen eine familienfreundliche Einstellung auf. Als besonders

familien freundlich können Unternehmen gelten, die folgenden Aussagen zustimmen:

(1) Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist bei uns selbstverständlich. (2) Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter mit und ohne Familienpflichten erhalten die gleichen Karriere­ und

Entwicklungschancen in unserem Unternehmen. (3) Bei uns herrscht ein angemessener

Dialog zwischen Geschäftsleitung und Beschäftigten über eine familienfreundliche Personalpolitik.

Nach dieser Definition kann gut über einem Drittel (38 %) der Unternehmen in

Deutschland das Prädikat „Familienfreundlichkeit“ ausgestellt werden. Damit liegen deutsche

Unternehmen vor Unternehmen aus dem Vereinigten Königreich (30 %) und Polen

(34 %). Spitzenreiter ist Schweden mit 62 %, gefolgt von Italien (55 %) und Frankreich (48 %).

I Familienfreundliche Unternehmen sind engagiert. Unternehmen mit einer ausgeprägt fami­

lienfreundlichen Haltung sind unabhängig von ihrem Standort bei der Förderung der Ver­

einbarkeit von Familie und Beruf aktiver als andere Betriebe. Dabei stellen die Unternehmen

besonders die Wünsche, Interessen und Entwicklungsperspektiven der Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter in den Vordergrund. Eine familienfreundliche Einstellung der Geschäftsleitung

hat folglich einen positiven Einfluss auf das personalpolitische Handeln. Gleichzeitig bedeutet

das Fehlen einer ausgeprägten familienfreundlichen Haltung der Unternehmen nicht zwangsläufig,

dass diese auf Angebote von familienfreundlichen Maßnahmen verzichten.

I Engagement in den Ländern ist unterschiedlich stark. Unternehmen in Schweden und

dem Vereinigten Königreich bieten im Vergleich mit Unternehmen aus den anderen

untersuchten Staaten die meisten Maßnahmen an, um die Vereinbarkeit von Familie und

Beruf zu fördern. Auch die deutsche Wirtschaft weist ein starkes Engagement zur Verbesserung

der Vereinbarkeit auf. Dagegen ist das Engagement der Geschäftsleitungen in

Frankreich, Italien und Polen insgesamt betrachtet schwächer ausgeprägt als hierzulande.

I Flexible Arbeitszeiten fördern Vereinbarkeit. Die Flexibilisierung der Arbeitszeiten

und der Arbeitsorganisation ist in allen sechs Ländern das bevorzugte Instrument der

Geschäftsleitungen, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Teilzeitbeschäftigung,

flexible Tages­ und Wochenarbeitszeiten und individuell ausgehandelte

Arbeitszeiten stehen dabei in allen Untersuchungsländern im Vordergrund. Schwedische

und britische Unternehmen bieten insgesamt mehr Maßnahmen im Bereich Arbeitszeitflexibilisierung/flexible

Formen der Arbeitsorganisation an als deutsche Vergleichsfirmen,

italienische und polnische weniger. Französische Betriebe unterscheiden sich beim

Umfang ihres Engagements nicht signifkant von den Unternehmen hierzulande.

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