Ausgabe 1/09 Download (12 MB) - RegJo Hannover

hannover.regjo.de

Ausgabe 1/09 Download (12 MB) - RegJo Hannover

Das Magazin für die Region Hannover Ausgabe Nr. 1 I/2009 4,50 Eur

www.regjo.de

Region mit Weitsicht


Was immer Sie vorhaben,

wir machen es Ihnen leichter!

Lotse und Moderation

Standortinformationen

Flächen- und Immobilienberatung

Das Unternehmerbüro in der Region Hannover unterstützt

Sie mit einem kompletten Serviceangebot. Egal, ob Sie

Gewerbeimmobilien suchen, Fördermittel beantragen

wollen oder kritische Situationen meistern müssen –

als Lotse zwischen Wirtschaft und Verwaltung sind wir

der richtige Ansprechpartner!

Finanzierungs- und Fördermittelberatung

Krisenkontaktstelle

Arbeitsmarktberatung

www.unternehmerbuero-hannover.de

Unternehmerbüro

in der Region Hannover

Coverfoto: Tim Mittelstaedt, Blick vom Dach des hannoveraner Rathauses

Weitsichtige Allianz

Eigentlich naheliegend, aber in Deutschland bisher

einmalig – die Region Hannover.

Acht Jahre ist es her, seit die Region Hannover auf Initiative der

damaligen niedersächsischen Landesregierung und der regionalen

Akteure inklusive der 21 Städte und Gemeinden aus der Taufe

gehoben wurde. „Daseinsvorsorge“ lautete damals das Stichwort,

um das sich die Entscheider scharten. Eine Angelegenheit, so fand

man, die in einer Region auch aus einer Hand erbracht werden

sollte. Welch weitsichtige Allianz. Nahverkehr, Wirtschaftsförderung,

Abfallentsorgung, Berufsschulen, Krankenhäuser, Umwelt

und Gesundheitsverwaltung werden seit 2001 durch die neue

Region Hannover gemanagt. Und die Gemeinschaft wächst zusehends

zusammen.

Da ist es doch an der Zeit, dass die immer noch junge Allianz

ihr erstes gemeinsames Sprachrohr, ihre erste gemeinsame kommunikative

Plattform findet. Informativ nach innen im gegenseitigen

Austausch, gerne kritisch und immer konstruktiv. Aber auch

ein Aushängeschild nach außen – in Richtung derjenigen, die die

Region Hannover als den zukunftsfähigen Standort erleben wollen,

der sie ist. Das RegJo Magazin für Südniedersachsen ist seit

über zehn Jahren eines der bedeutendsten Regional-Magazine Niedersachsens

und feierte gerade erst seine 50. Ausgabe. Auch das

neue RegJo für die Region Hannover erreicht Multiplikatoren und

Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur per

Direktversand. Zudem liegt es in den wirtschaftlichen und kulturellen

Hotspots der Landeshauptstadt und der Region aus.

Das neue Magazin für die Region Hannover wünscht Ihnen

eine spannende Lektüre der ersten Ausgabe, freut sich auf eine

inspirierende Zusammenarbeit mit den Lesern, Menschen und

Akteuren der Region und ist stolz, Plattform zu sein für jene, die

nicht zuletzt eins vor Augen haben: weitsichtige Allianzen.

Stefanie Stüting

Chefredaktion

REgjo HannovER Editorial 3


4 inhalt REgjo HannovER REgjo HannovER inhalt 5

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40 Region Hannover

Seit 2001 bilden 21 Städte und gemeinden die Region

Hannover. 2008 ist die Hannover Holding hinzugekommen.

Eine weitsichtige allianz.

Wirtschaft

Ein Keks feiert Geburtstag: Bei dem Hannoveraner

Traditionsunternehmen Bahlsen

dreht sich seit 120 Jahren alles um den

guten Geschmack. Wie ein Keks zur Legende

wurde...

Mit allen Sinnen genießen: Zur letzten Vinalia

kamen 3.900 Besucher und 94 Aussteller.

Das Thema der diesjährigen Vinalia in Hannover

lautet: „Sachsen trifft Niedersachsen“.

Starker Partner: Der Personal- und Prozessdienstleister

AutoVision GmbH bietet effiziente

Lösungen bei der Rekrutierung von

Fachkräften.

Stein auf Stein: Mit zukunftsweisenden Neu-

und Umbaumaßnahmen will die Stadt ihre

„gute Stube“ verschönern. Ein städtebaulicher

Aufwärtstrend mit guten Chancen auf Erfolg.

Messetermine: Hannover ist eine bedeutende

Messestadt mit dem größten Messegelände

der Welt. Die wichtigsten Messetermine in

den kommenden drei Monaten auf einen Blick.

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Politik & Soziales

4 Köpfe – Vier Meinungen: Dr. Philipp Rösler,

Hauke Jagau, Michael Beck und Stephan Weil

mit einem persönlichen Statement zur Erstausgabe

des neuen RegJo Hannover.

UNICEF-Preis: Der „Arbeitskreis Kinderrechte“

in Mellendorf wurde von der UNICEF

ausgezeichnet.

Region Hannover: Michael Beck, Geschäftsführer

der Hannover Holding, und Hauke

Jagau, Präsident der Region Hannover,

über die Hintergründe dieser weitsichtigen

Allianz.

Bauförderung: Seit 1997 fördert die Landeshauptstadt

Hannover Wohneigentum für

Familien mit Kindern.

Neue Praxis: Die neue Praxis des Orthopäden

Dr. med. Frank Heininger ist eine der größten

in der Region Hannover.

Wie gesund ist die Region Hannover?: Hochwertigste

Versorgung, medizinische und

technische Exzellenz sowie kurze Wege von

der Forschung zum Patienten kennzeichnen

den Gesundheitsstandort Hannover.

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98

98

76 Gesundheit

Die gesundheitswirtschaftsregion Hannover

ist bereits gut aufgestellt. Das

Potenzial ist längst nicht ausgereizt…

Technik & Wissenschaft

City2Click: Die Hannoverschen Verkehrsbetriebe

haben diesen Sommer erstmals das

interaktive Fahrgast-Informationssystem

„City2Click“ zum Einsatz gebracht.

Forschergeist: Wer es genau wissen will,

ist auf der Ideen Expo am rechten Platz. Die

Ideen Expo beantwortet Jung und Alt so manche

ungeklärte Frage rund um Technik und

Naturwissenschaften.

Zoo Hannover: Seit 2003 führt der Zoo Hannover

bei Jahreskarteninhabern neben der

gewohnten Ticketkontrolle eine biometrische

Überprüfung durch. So soll unerlaubten

Übertragungen der Karte vorgebeugt werden.

Pünktlichkeit: Die S-Bahn in Hannover zählt

zu den pünktlichsten in ganz Deutschland. 97

Prozent der Züge kommen planmäßig an.

Flugpionier: Bereits vier Monate vor dem

ersten motorisierten Flug der amerikanischen

Geschichte erhob sich der deutsche Flugpionier

Karl Jatho am 18. August des Jahres 1903

in der Vahrenwalder Heide in die Luft.

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12 Neue Energie!

In Deutschland waren 2008 fast 24.000 Megawatt an

Windleistung installiert; davon fast 300 Megawatt in

der Region Hannover. Der Trend derzeit: Repowering.

Land & Umwelt

Sonnenkraft: An der Solarmeisterschaft 2009

beteiligen sich 21 Städte und Gemeinden der

Region Hannover.

Kreativ-Verein: Neun hannoveraner Kommunikationsagenturen

haben sich zur „Liga

H“ zusammengeschlossen. Erste Amtshandlung

der Initiative ist die Organisation der

deutschlandweit einzigen Texter-Rallye.

Auf Schnitzeljagd: „Geocaching“ ist der

neue Sport einer stetig wachsenden Internetgemeinde.

Kürzlich hat in Barsinghausen

der erste Geocaching Lehrpfad der Region

eröffnet.

Neue Energie!: Es scheint stiller geworden

zu sein um die zukunftweisende Technologie

der Windkraftenergie in der Region Hannover.

Bei näherem Hinsehen ist jedoch einiges

in Bewegung.

Hannover zum Anbeißen: Unter der Marke

„Die Genussmacher“ haben sich 16 hannoversche

Gastronomen zusammengeschlossen.

Das Ziel: die Etablierung eines gemeinsamen

Marketings für Hannovers Stadtgastronomie.

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Kultur

Leute machen Kleider: In Sachen Mode muss

sich die Landeshauptstadt längst nicht mehr

verstecken. Weder als Standort für die qualifizierte

Ausbildung noch als Firmensitz junger

lokaler Labels.

Paris. New York. Hannover.: Mit Marc, Macke

und Delaunay, dem geplanten Ausbau des

Sprengel-Museums und steigenden Besucherzahlen

etabliert sich der Kulturstandort Hannover

immer mehr zum festen Bestandteil der

kulturellen Oberliga.

Neue Töne braucht das Land: Jugendkultur

und Musikförderung, Beratung und Lehrerfortbildung,

Workshops und Konzerte:

Seit zwanzig Jahren bewegt der gemeinnützige

Verein LAG Rock die niedersächsische

Musikszene. In der Breite und an der Spitze.

Kulturkalender: Die kulturellen und sportlichen

Höhepunkte des nächsten Vierteljahres

in der Region Hannover.

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26 Designer

Mit Leidenschaft, Kreativität und handwerklichen

Fähigkeiten fertigen junge

Designer Mode made in Hannover.

Freizeit & Sport

Goldregen: Seit fast zwei Jahrzehnten treten

die weltbesten Pyrotechniker in den Herrenhäusergärten

Hannover gegeneinander an.

Das muss kesseln: Beim 24-Stunden-Rasenmähertreckerrennen

in Burgwedels Ortsteil

Thönse zählen Präzision und Pferdestärken.

Bund fürs Leben: Seit neuestem kann man

in den Hörsälen der Leibniz Universität Hannover

den Bund für Leben schließen. Ralf

Rokitta und seine Braut Bente von der Heide

waren die Ersten.

Bäder mit Stil: Hans G. Bock Badeinrichtungen

zeigt in einer Badausstellung, was alles

in einem Bad stecken kann.

Sansibar & Polo+10: Wie RegJo Hannover

erscheint auch Polo+10 im Polygo Verlag.

Die Sylter Sansibar und Polo+10 sind jetzt

Kooperationspartner.

Fußball: In Hannover wurde 1878 der erste

deutsche Fußballverein gegründet, Hannover

96 war es nicht.

Bilder: Region Hannover, Katharina geber, jan oelker/Windwärts

Energie gmbH, Claudia Rump


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REGJO Hannover

REgjo HannovER MEinung 7

Mit dem Regjo Hannover erscheint erstmals ein Medium für den gesamten Wirtschaftsraum rund um

niedersachsens Landeshauptstadt. vier Entscheidungsträger heißen das neue Magazin willkommen.

dr. Philipp rösler, Wirtschaftsminister des Landes Niedersachsen: „Das neue

Magazin „REGJO Hannover“ ist eine hervorragende Plattform, um Neues aus

unserer Region den Lesern in der Region nahe zu bringen. Das Journal liefert

Informationen aus Wirtschaft, Gesundheit, Kultur und Sport. Ich bin überzeugt,

dass dieses Magazin verdeutlicht, was in dieser Gegend steckt. Besonders

im nationalen und internationalen Vergleich ist es wichtig, immer wieder

darauf hinzuweisen, welche Stärken Region und Stadt Hannover haben. Die

Herausstellung der Chancen und Besonderheiten ist auch im Sinne der regionalen

Strukturpolitik. Wir wollen die Wirtschaftsstruktur so profilieren, dass

die Regionen eigenständig für den Wettbewerb gerüstet sind. Ich wünsche dem

„REGJO Hannover“ viel Erfolg und eine stetig wachsende Leserschaft.“

hauke Jagau, Regionspräsident Hannover: „Das neue „REGJO Hannover

zeigt das vielfältige Gesicht unserer Region: liebenswerte Metropole mit

grünem Umland, Modellregion, Kulturzentrum, Wissenschaftsstandort und

natürlich Wirtschaftszentrum – eben ein Platz zum Leben und Arbeiten. Ich hoffe,

dass die Menschen in der Region Hannover, aber auch Unternehmen und Multiplikatoren

uns durch das neue Heft noch besser kennen und schätzen lernen.

Die Qualität der „Marke RegJo“ in Bild und Text steht für sich. Ich bin gespannt

auf informative Berichte, Hintergründiges, attraktive Bilder und interessante

Diskussionsbeiträge. Ich wünsche den Machern des „REGJO Hannover“ viel

Erfolg mit ihrem Produkt und den Lesern viel Spaß beim Entdecken dieser

neuen Seiten.“

Michael Beck, Geschäftsführer Hannover Holding für Wirtschaftsförderung

Marketing und Tourismus GmbH: „Im Zeitalter der Globalisierung und EU-

Grenzöffnungen konkurrieren Nationen, Bundesländer, Regionen und Städte

zunehmend um attraktive Zielgruppen wie Investoren, standortsuchende

Unternehmen, Fachkräfte, Touristen und am Ende auch um Einwohner. Die

Hannover Holding stellt sich diesem verschärften Wettbewerb. Als gemeinsames

Dach von Wirtschafts- und Imageförderungs-Aktivitäten der Region Hannover

hat sie das Ziel, den Standort zu stärken und seine Qualitäten zu vermarkten.

Vor diesem Hintergrund begrüßen wir die Initiative, mit der Ausgabe

„REGJO Hannover“ die Kommunikation auch mit unseren Themen innerhalb

der Region zu stärken.“

Stephan Weil, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover: „Obwohl

die Medienlandschaft in unserer Stadt bereits sehr vielfältig ausgeprägt ist,

wird das neue „REGJO Hannover“ als Journal für Entscheider und Multiplikatoren

in der Region Hannover schnell seinen Platz finden. Verlag und

Redaktion haben sich im vergangenen Jahrzehnt mit dem „Regjo Niedersachsen“

bundesweit etabliert. Eine Vernetzung nach innen, verbunden mit einer

Repräsentation nach außen durch ein solches Wirtschaftsmedium im B2B-

Konzept für die Landeshauptstadt und Wirtschaftsmetropole Hannover, ist

nach meiner Überzeugung ein Erfolg versprechendes Format, vielleicht sogar

eine Marktlücke. Ich wünsche dem „REGJO Hannover“ einen guten Start als

neue Plattform für Information, Meinungsaustausch und Unterhaltung.“


8 Magazin REgjo HannovER REgjo HannovER Magazin 9

Yeol Eum Son

Die Hannoveraner

Studentin hat beim 13.

Internationalen van Cliburn

Klavierwettbewerb

die Silbermedaille gewonnen. Zusätzlich

zu einer gewinnsumme von 20.000

US-Dollar bekam die Pianistin eine

Konzertour inklusive Künstlermanagement

für die kommenden drei jahre.

dr.-ing. Katharina

Fischer, die ihre Doktorarbeit

an der Uni

Hannover schrieb, wurde

mit dem erstmalig

ausgeschriebenen Bertha-Benz-Preis

ausgezeichnet. Die 30-jährige erhielt

den Frauen-Preis für ihre Forschung

zur verbesserung der Lebensdauer von

oxidkeramischen Brennstoffzellen.

Bastian heidhoff lebt

seit vier jahren mit dem

Kunstherz „Heartmate

II“ und stellt damit einen

neuen Rekord in der

europäischen Transplantations- und

gefäßchirurgie auf. Professor Martin

Strüber aus der MHH hatte ihm das

Kunstherz am 5. juli 2005 erfolgreich

eingesetzt.

Prof. Wolfgang Ertmer,

Physikprofessor am Institut

für Quantenoptik ist

mit dem Wissenschaftspreis

2009 des Landes

niedersachsen ausgezeichnet worden.

Für seinen besonderen verdienst um

das Exzellenzcluster QUEST erhält er

eine auszeichnung in der Kategorie

„Herausragender Wissenschaftler“.

antje Stokmann,

juniorprofessorin vom

Institut für Freiraumentwicklung

der Fakultät

für architektur und

Landschaft wird ebenfalls mit dem

Wissenschaftspreis 2009 ausgezeichnet.

Sie erhält den mit 20.000 Euro

dotierten Preis für nachwuchswissenschaftlerinnen

und -wissenschaftler.

B I L D U n g

UNICEF-Preis Sonnenkraft Ein Keks feiert Geburtstag Goldregen

Die gemeinde Wedemark macht sich mit

Kunst für Kinderrechte stark.

In Zukunft sollen Kinderrechte fester

Bestandteil des Schulunterrichts werden,

dafür setzt sich UNICEF im Rahmen des

JuniorBotschafter-Wettbewerbs erfolgreich

ein. Mit dem Sonderpreis „Kinderrechte in

der Schule“ würdigt die Organisation Projekte

junger Menschen. In diesem Jahr

wurde die Auszeichnung dem „Arbeitskreis

Kinderrechte“ aus Mellendorf verliehen.

Insgesamt acht Sraßenschilder tragen den

Namenszusatz „Straße der Kinderrechte“.

Fünf Kunstwerke, die von 50 Jugendlichen

gemeinsam mit erwachsenen Künstlern

gefertigt worden sind, wurden entlang

der Straße installiert. Torbjörn Johansen,

Jugendpfleger der Gemeinde Wedemark:

„Im Mittelpunkt dieses Projektes steht die

inhaltliche Auseinandersetzung mit den

Kinderrechten und deren visueller Umsetzung.

Die errichteten Skulpturen symbolisieren

die wichtigsten Kinderrechte.“

Initiatoren dieses deutschlandweit einzigartigen

Projektes sind die UNICEF Arbeitsgruppe

Südheide, die Gemeindepflege

Wedemark, die Kinder- und Jugendkunstschule

Wedemark e.V. und die Hannoversche

Volksbank. An der Umsetzung waren

über einen Zeitraum von zwei Jahren fünf

Schulen beteiligt. LH

U M W E LT

Die Solarmeisterschaft setzt auf Sonnenstrahlen

– der Umwelt zuliebe.

Die Solare Regionalliga setzt auf Sonne. Die

Umwelt, saubere Energie und intelligente

Alternativen zum rauchenden Schornstein

stehen dabei im Vordergrund. An der Solarmeisterschaft

2009 beteiligen sich alle 21

Städte und Gemeinden der Region Hannover.

Zum Sieger wird diejenige Kommune

erklärt, die es schafft bis zum 30. September

die meisten Quadratmeter Solarwärmeanlagen

anzumelden. Und mit ihren

Anlagen die höchste Nennleistung pro Einwohner

verzeichnen kann. Alle Eigentümer

von Kollektoren sind angehalten, diese

bei den Energie- und Umweltbeauftragten

der Kommunen zu melden. Die feierliche

Bekanntgabe der Gewinnerkommune findet

im Rahmen der „EnergieSpartage“-

Messe im Hannover Congress Centrum

statt. Es befinden sich bereits rund 5.000

der umweltfreundlichen Energielieferanten

im Einsatz.

Seit 2004 hat sich die Anzahl von

Solaranlagen in der Region Hannover vervierfacht.

Udo Sahling, Geschäftsführer der

Klimaschutzregion Hannover: „Die Region

Hannover ist sehr fortschrittlich, was die

Nutzung solarer Energie betrifft. Im privaten

und öffentlichen Bereich finden sich

vielerorts Solarzellen.“ LH

W I R T S C H a F T

Bei dem Hannoveraner Traditionsunternehmen Bahlsen dreht sich seit 120 jahren

alles um den guten geschmack. Wie ein Keks zur Legende wurde...

Die Zahl 52 steht nicht nur für Deutschlands

bekanntesten Keks, sondern auch

für die Erfolgsgeschichte der Hannoveraner

Unternehmerfamilie Bahlsen, die dessen

Ruhm begründete. Unter dem Titel

Hannoversche Cakesfabrik“ startet am

1. Juli 1889 die Cakes-Produktion mit zehn

Angestellten in der Friesenstraße Hannover.

Heute, 120 Jahre später, beschäftigt das

Unternehmen 2.800 Mitarbeiter, produziert

156.000 Tonnen Backwaren pro Jahr,

exportiert seine Produkte in mehr als 80

Länder und erzielt einen Jahresumsatz von

545 Millionen Euro. Bedeutendster Meilenstein

der Firmenchronik ist die Erfindung

des Leibniz Cakes (1891), der bereits

zwei Jahre später bei der Weltausstellung in

Chicago die Goldmedaille verliehen bekam.

Schlagendes Argument der Jury: „Der

Leibniz Cake überzeugt durch seinen feinen

Buttergeschmack.“ Hermann Bahlsen

deutscht im Jahr 1911 das Wort Cakes in

Keks ein, in den Duden aufgenommen wird

es erst Jahre später. Nicht nur im deutschen

Sprachgebrauch setzte das Unternehmen

neue Maßstäbe, auch technisch verschrieb

sich Firmengründer Hermann Bahlsen dem

Fortschritt. Als zweite deutsche Leuchtreklame

überhaupt erscheint 1898 in Berlin

über dem Potsdamer Platz ein beleuchteter

Werbeschriftzug für den Leibniz Cake.

Und schon acht Jahre bevor Henry Ford

seine Automobile am Fließband fertigen

lässt, führt Bahlsen Europas erste Fließförderanlage

ein.Aber nicht nur Kekse tragen

das Firmenlogo. In den 60er Jahren weitet

die Firma ihr Knuspersortiment auf Kartoffelchips

aus, backt Kuchen und positioniert

sich auf dem europäischen Markt. Seit den

90er Jahren sind Süß- und Snackgeschäft

voneinander getrennt, was zur Bildung

dreier unabhängiger Gesellschaften führte:

Bahlsen (Süßgebäck), Lorenz (Snack-Produkte)

und einer dritten für Immobilien

und Finanzen. Mittlerweile hat Bahlsen

seinen Anteil im Süßgebäckmarkt auf 22,1

Prozent gesteigert und ist damit marktführend.

Auch weiterhin dreht sich bei Bahlsen

alles um den guten Geschmack. Übrigens:

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass der

Vollkorn Leibniz Keks im Gegensatz zu seinem

großen Bruder nur 38 Zähne hat? LH

Die gesamte Bahlsen Chronik sowie Informationen rund um die Produkte des tradtionellen Hannoveraner

Familienunternehmens finden Sie im Internet unter www.bahlsen.de

K U LT U R

Bilder: Stephen Eastwood/Lynx, MHH/Kremmin, Kunstschule Wedemark, Klimaschutzagentur Region Hannover gmbH, Bahlsen gmbH&Co.Kg, Hannover Tourismus

Der 19. Internationale Feuerwerkswettbewerb

kürt den besten Pyrotechniker.

Das faszinierende Lichterspiel des 19. Internationalen

Feuerwerkswettbewerbs begeistert

auch in diesem Jahr tausende Besucher.

Seit fast zwei Jahrzehnten treten die

weltbesten Pyrotechniker in den Herrenhäusergärten

Hannover gegeneinander an.

Insgesamt fünf Teams haben sich dieses

Jahr dazu angemeldet. Frankreich, Polen,

China, Malta und die Türkei konkurrieren

um die explosive Auszeichnung. Ähnlich

wie bei anderen Wettbewerben sind auch

hier die Regeln klar definiert: Jedes Feuerwerk

dauert 25 Minuten und besteht aus

Pflicht- und Kürteil. Bei der Umsetzung

ihrer Inszenierung orientieren sich die

Schwarzpulverkünstler am Bild des barokken

Garten. Bei nächtlicher Stimmung erleben

die Zuschauer dann ein Spektakel der

Extraklasse, das sie bei Picknick bequem

von unten betrachten können. Den Rahmen

des Events bildet eine Kombination aus

Musik, Schauspiel und Kleinkunst, deren

Zusammenwirken vor historischer Kulisse

beeindruckt. Veranstalter ist die Hannover

Marketing GmbH. Wer nicht hingeht, muss

wohl bis Silvester warten. LH

Die nächsten Termine: 05.September – Malta,

19. September – Türkei


10 Magazin REgjo HannovER REgjo HannovER Magazin 11

I n n o vaT I o n

City2Click

Fotografieren Sie mit ihrem Handy den

Code und lesen Sie den Inhalt.

Lang ist es her, dass Menschen sich mit

Kompass, Karte oder Sternenhimmel bei

der Orientierung halfen. Im Zeitalter von

Web 2.0 sind Kartenwirrwarr, Himmelsrichtung

und -zelt überflüssig geworden,

denn Navigation wird kurzerhand

per „Click“ erledigt. In diesem Sommer

haben die Hannoverschen Verkehrsbetriebe

erstmals das interaktive Fahrgast-

Informationssystem „City2Click“ zum Einsatz

gebracht. Was man dafür braucht, ist

schnell erklärt: Ein internetfähiges Handy

mit Kamera und eine passende Lesesoftware.

An den etwa 25 Haltestellen der Buslinien

100 und 200 können Fahrgäste über

so genannte 2D-Codes digitale Informationen

abrufen. Ein 2D-Code ist eine Art

Bild, welches mit dem Handy fotografiert

wird. Die heruntergeladene Lesesoftware

entschlüsselt die enthaltenen Informationen

des Codes und verknüpft sie mit Inhalten

aus dem Internet. Der Fahrgast kann

sich auf diese Weise Fahrverbindungen,

Abfahrtzeiten und Fahrpreise, aber auch

Tipps zu Sehenswürdigkeiten bequem auf

das Handy laden. LH

Infos unter www.deutsche-stadtmarketing.de

und unter www.uestra.de

U n T E R n E H M E n

Kreativ-Verein Das muss kesseln

Schon Karl Marx wusste, dass man nur

gemeinsam und fair stark sein kann.

Werber aller Agenturen vereinigt euch.

Diesem Motto folgend haben sich neun

hannoveraner Kommunikationsagenturen

zur „Liga H“ zusammengeschlossen.

Gemeinsam stehen sie für drei Ziele:

Arbeitsplätze schaffen und sichern, Nachwuchs

in der Region fördern und Hannover

als Kommunikationsstandort profilieren.

Derzeit beschäftigen die Mitglieder des

Kreativsyndikats über 150 Mitarbeiter in

der Kommunikationsbranche. Vorsitzender

des Vereins Hannoverscher Kommunikationsagenturen

e.V. – der die Liga H bildet

– ist der Geschäftsführer der B&B Werbeagentur

GmbH, Uwe Berger. Als Ansprechpartner

für Entscheidungsträger aus Politik

und Wirtschaft will der Verein das Kreativpotenzial

des Standorts Hannover aufwerten.

„Die Liga H steht für hohe Qualitätsstandards“,

betont Uwe Berger. Erste

Amtshandlung der Initiative ist die Organisation

der deutschlandweit einzigen Texter-

Rallye. Gesucht werden Text-Talente ab 18

Jahren, die sich online bewerben können.

Wer den Kurztest besteht, kann sich auf

den wohl kreativsten Tag seines Lebens einstellen.

24 Stunden, sechs Agenturen und

mindestens 100 Prozent Kreativität stehen

auf dem Programm. LH

S P o R T

Beim 24h Rasenmähertreckerrennen zählen

Präzision und Pferdestärken.

Der Nürburgring ist eine Schotterpiste,

Monte Carlo vermittelt den Fahrspaß einer

30er Zone und Melbourne ist lediglich eine

Stadt in Australien, wenn in Burgwedels

Ortsteil Thönse die Rasenmäher rollen.

Einmal im Jahr wird hier die Krone des

norddeutschen Treckerrennsports verliehen.

„Schrott auf Mehrschichtplatte“ heißt

das gute Stück, mit dem sich das Team

schmücken darf, das in insgesamt fünf

Rennen die meisten Runden auf dem zirka

1,2 Kilometer langen Rundkurs absolviert.

Die Veranstalter erwarten 80 Teams aus

ganz Deutschland, insgesamt 400 Fahrer

und mindestens 30.000 Besucher. Heimliches

Highlight dieses Motorsportevents

ist das legendäre Nachtrennen am Samstagabend.

Die anschließende Boxengassenparty

im Festzelt hat bei vielen Rasenmäherfans

bereits Kultstatus erreicht. Das

Einzige, was man bei dieser Veranstaltung

wohl vergeblich sucht, ist intakter Rasen,

denn die aufgemotzten Gefährte befahren

keine edlen Rollrasenpisten in Reihenhausvorgärten.

Die eher ursprünglich belassene

Strecke fordert viel von Mensch und

Maschine. Definitiv nichts für schwache

Nerven. Aber dafür um so mehr „Motorsport

hautnah und zum Anfassen.“ LH

W I S S E n S C H a F T

Forschergeist

Wer es genau wissen will, ist hier am rechten Platz. Die Ideen Expo beantwortet jung

und alt so manche ungeklärte Frage rund um Technik und naturwissenschaften.

In naturwissenschaftlich-technischen

Berufen herrscht Fachkräftemangel. Fehlender

Nachwuchs bedeutet Stillstand beim

Forschungsniveau, Rückschritt in puncto

Innovation und Stagnation beim Wirtschaftswachstum.

Ein Trend, der sich ohne

Gegensteuern in Zukunft verstärken wird.

Im Jahr 2007 wurde deshalb die Ideen

Expo ins Leben gerufen, eine besonders auf

Jugendliche zugeschnittene Veranstaltung

zur Nachwuchsförderung im naturwissenschaftlichen

Bereich. „Wir wollen junge

Menschen für Technik begeistern, ihnen

die Chance geben, durch eigene Experimente,

spielerisches Ausprobieren und

ungezwungenes Forschen einen Zugang zu

den Naturwissenschaften zu finden“, sagt

Wolfgang Weidemann, Geschäftsführer der

Ideen Expo. In diesem Jahr findet die Mitmach-Messe

zum zweiten Mal statt. Auf

den 23.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche

der Messehalle neun werden die

Themen Energie, Kommunikation, Leben

und Umwelt sowie Mobilität und Produktion

vorgestellt. Außerdem informieren

zahlreiche Unternehmen, Hochschulen

und Forschungseinrichtungen über innovative

Berufsfelder. Wolfgang Weidemann

macht deutlich: „Uns ist es wichtig, dass die

Neugier der Besucher für die Naturwissenschaften

geweckt wird. Sie sollen erkennen,

dass durch Mitwirkung und Engagement

im Technikbereich Einfluss auf die eigene

Zukunft genommen werden kann.“

In einem Abschnitt zur Berufsinformation

will die Messe daher gezielt Perspektiven

aufzeigen und Orientierung

geben. Ansprechpartner stehen den Interessierten

dabei zur Seite. Im angrenzenden

Conventioncenter findet eine Vielzahl

von Workshops, Experimentalvorträgen

und Wissenschaftsshows statt. Dabei steht

das Erleben mit allen Sinnen im Vordergrund.

Moderiert wird das Programm unter

anderem von Ranga Yogeshwar und Wigald

Boning . Wolfgang Weidemann: „Die Ideen

Expo ist eine Messe, die ihren Besuchern

die Scheu vor der als komplex geltenden

Technik nehmen will.“ Gerade Jugendliche

setzen Technik in vielen Bereichen ein.

Wer wissen will wie‘s funktioniert, hat hier

Gelegenheit es zu erfahren. LH

Die Ideen Expo findet vom 05. bis 13. September auf dem Messegelände Hannover statt. nähere

Informationen zu den Workshops und Exponaten finden Sie unter www.ideenexpo.de

Bilder: Initiative hannoverscher Kommunikationsagenturen e.v., Thönse24 e.v., Kreuzer/Ideen Expo, Leibniz Universität Hannover

Bund fürs leben

Hin und wieder schließen Langzeitstudenten

einen Bund fürs Leben mit der

Universität, studieren im gefühlten hundertsten

Semester und das ohne aussicht

auf zeitnahen Erfolg. aber in der

Uni einen Bund fürs Leben zu schließen,

das war bislang neu. Ralf Rokitta

und seine Braut Bente von der Heide

haben nicht nur den großen Schritt in

die Ehe, sondern auch einen kleineren,

wenn auch bedeutenden, in den Hörsaal

gewagt. geboren wurde die Idee,

Trauungen in den Hörsälen der Leibniz

Universität Hannover anzubieten, von

Monika Wegener vom alumni-verein

der Uni Ende vergangenen jahres.

Der Bräutigam selbst hat in den Sälen

der Leibniz Uni so mancher vorlesung

gelauscht, denn bis 1992 studierte er

hier Diplom-Pädagogik. Den Hochzeitsschmaus

gab es glücklicherweise

nicht in der Mensa, sondern bei einem

Picknick mit Freunden und Familie.

auf Schnitzeljagd

„geocaching“ ist der neue Sport einer

stetig wachsenden Internetgemeinde.

Das Wort „Cache“ rührt aus dem Englischen

und bedeutet so viel wie „geheimes

Lager“ und genau darum geht

es. In einer gPS-Schnitzeljagd werden

verstecke, so genannte „geocaches“,

anhand geographischer Koordinaten

aufgespürt, die zuvor im WWW

veröffentlicht wurden. Ein „geocache“

ist meist ein wasserdichter Behälter, in

dem sich z. B. ein Logbuch, Tauschgegenstände

oder Rätsel befinden. jeder

Besucher trägt sich in das Logbuch

ein und dokumentiert so seinen Fund.

Kürzlich hat in Barsinghausen der erste

geocaching Lehrpfad mit verschiedenen

Cache-Serien in unterschiedlichen

Schwierigkeitsstufen eröffnet. Weitläufiges

Spielfeld der Barsinghausener

geocacher ist die natur. Derzeit sind

über 100 Caches in Barsinghausen

versteckt – im ganzen Deister sind es

über 300. Prominentester vertreter der

gPS-Schnitzeljäger ist Tv-Comedian

Bernhard Hoecker.


Foto: jan oelker / Windwärts Energie gmbH

12 nEuE EnErgiE REgjo HannovER REgjo HannovER nEuE EnErgiE 13

Neue Energie!

Es scheint stiller geworden zu sein um die zukunftweisende Technologie der Windkraft-

energie in der Region Hannover. Bei näherem Hinsehen ist jedoch einiges in Bewegung.


14 nEuE EnErgiE REgjo HannovER REgjo HannovER nEuE EnErgiE 15

REpower auf hoher See: Thornton Bank zum Beispiel ist der erste offshore-Windpark Belgiens und wird nach seiner Fertigstellung zu den größten

und leistungsfähigsten der Welt gehören. auch in der Region Hannover ist REpower-Technologie vertreten (Foto: jan oelker/REpower).


16 nEuE EnErgiE REgjo HannovER REgjo HannovER nEuE EnErgiE 17

Bild: Das Unternehmen REpower ist deutschlandweit

einer der großen Player beim Bau von Windenergieanlagen.

Hier eine Montageszene des französischen Windparks

Champagne ardennes (Foto: caméléon).

Text: Stefanie Stüting

Die Bedeutung der regenerativen Energieträger hat in den letzten

Jahren sprunghaft zugenommen. Der Anteil der regenerativen

Energien am Bruttostromverbrauch beträgt inzwischen deutlich

über 10 Prozent. Nach dem Willen der Bundesregierung soll er bis

2020 bis auf mindestens 20 Prozent gesteigert werden. Fachleute

aus dem Bereich der erneuerbaren Energien halten sogar 47 Prozent

für möglich. In Deutschland waren 2008 fast 24.000 Megawatt

an Windleistung installiert; davon fast 300 Megawatt in der Region

Hannover. Damit ist Niedersachsen neben Schleswig-Holstein und

Mecklenburg Vorpommern das Bundesland mit den meis ten installierten

Anlagen. Viele der inzwischen 90.000 Arbeitsplätze der

Windwirtschaft sind in Niedersachsen beheimatet. Und das ist erst

der Anfang. Denn der ganz große Boom der Offshore-Technik in

der Nordsee hat noch gar nicht richtig begonnen. Insbesondere

Cuxhaven und Emden werden neben den Produktionsstandorten

in Ostfriesland im Emsland und in Bremen im nächsten Jahrzehnt

einen weiteren wirtschaftlichen Aufschwung durch die Windenergienutzung

erfahren. Abgesehen vom großen Offshore-Abenteuer

der Zukunft ist es an Land jedoch ruhiger geworden. Die ausgewiesenen

Flächen sind weitestgehend vergeben und bebaut. Hier

ist Repowering das große Stichwort der Gegenwart. Alte Anlagen

werden durch neue leistungsstärkere ersetzt.

Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Region

Hannover, kennt die Details: „Die Bedeutung der Windenergienutzung

ist in der Region Hannover gerade für den Klimaschutz

ungeheuer groß. Die augenblicklich installierten Anlagen produzieren

jährlich über 500 GWh Strom, das sind beinahe 10 Prozent

des gesamten Stromverbrauchs in der Region oder anders ausgedrückt,

Strom für etwa 160.000 Haushalte; das heißt, für fast jeden

dritten Haushalt in der Region Hannover wird der Strom CO2neutral

erzeugt.“ Die jüngst von der Region Hannover vorgelegte

CO2-Bilanz hat gezeigt, dass die Verringerung der Treibhausgas-

emissionen in der Region zu einem hohen Anteil auf die seit Ende

der 90er Jahre stark zunehmende Windstromerzeugung zurückzuführen

ist. „Der Vorteil der regenerativen Energieträger ist die

so genannte verbrauchsnahe Erzeugung, so dass Leistungsverlus te

weitestgehend vermieden werden. Natürlich wird Windstrom nur

dann zur Verfügung gestellt, wenn der Wind weht. Längerfris tig

bedarf es einer Umstellung unseres Energieversorgungssys tems;

das heißt, Kohlekraftwerkstandorte wie Mehrum werden zum Beispiel

auf Druckluftuntertagespeicherung umgestellt werden, um

schwankenden Verbrauch und Erzeugung besser ausgleichen zu

können.“ Ehrgeizige und zukunftsweisende Ziele, Udo Sahling

nennt noch mehr Details: „Die Windenergieerzeugung kann in der

Region Hannover auf 1.200 GWh ausgebaut werden. Dazu bedarf es

eines weitgehenden Repowerings älterer Anlagen und des Zubaus

von weiteren Anlagen zum Beispiel an vorhandenen Infrastrukturen,

in Industriegebieten oder im Nutzwald. In den 90ern wurden

Anlagen mit zwischen 100 kW und 1.200 kW gebaut, die zwischen

60 und 100 m Gesamthöhe hatten. Heute sind Anlagen mit über

2.000 kW und mindestens 135 m Gesamthöhe Standard. Durch

Re powering werden viele kleine leistungs- und ertragsschwache

Anlagen durch wenige ertragsstarke Anlagen ersetzt. Im Regelfall

wird am gleichen Standort nach Repowering mindes tens fünfmal

so viel Strom erzeugt wie vorher.“

Aktuell wurde in der Region Hannover der erste größere

Windpark in Neustadt am Rübenberge repowert. Hier wird deutlich,

wie sich auch die Reaktionen der Anwohner im Laufe der

Zeit wandeln. Ablehnung und Skepsis weichen Zustimmung und

Akzeptanz. Udo Sahling: „Die Erfahrungen zeigen, dass die Windenergienutzung

solange begrüßt wird, wie die Anlagen nicht in der

Nähe des eigenen Hauses stehen. Die Entwicklung zeigt aber auch,

dass die Anlagen, wenn sie erst einmal stehen, in der Regel schnell

akzeptiert werden. Die Menschen merken, dass die Argumente,


18 nEuE EnErgiE REgjo HannovER REgjo HannovER nEuE EnErgiE 19

Einfach heimisches Pflanzenöl tanken? Der geringfügige Umbau von Dieselfahrzeugen auf Pflanzenöleignung kostet je nach Modell zwischen

1.000 und 2.000 Euro. wwww.fmso.de, Foto: Heinrich Bartelt. Bild rechts: ganz unterschiedlich, aber gleichermaßen angetrieben von derselben

unerschöpflichen Energie des Windes: die alte Bockwindmühle in Badersleben und die neuen Windräder auf dem Druiberg.

Fotos: www.energiepark-druiberg.de

mit denen sie zum Teil verunsichert wurden – wie Geräuschbelastungen

und Schattenschlag – Panikmache waren. Das größte Problem

stellt meines Erachtens zur Zeit die Beleuchtung der über 100

Meter hohen Anlagen dar. Die Lichteffekte sind besonders in der

Nacht nicht zu übersehen und damit für Viele ein Ärgernis. Die

technischen Voraussetzungen für weniger störende Lösungen gibt

es längst. Nur müssten sie von der Politik in das Luftverkehrsgesetz

und die technischen Regelwerke eingeführt werden.“

Die Klimaschutzagentur Hannover tritt dementsprechend mit

ganz klaren Forderungen den Weg in die Zukunft an: „Eigentlich

ist die Lösung also ganz einfach. Erstens ist die Windenergienutzung

die Klimaschutztechnologie Nr. 1 in der Region Hannover

und damit wert, dass wir uns politisch um sie kümmern. Zweitens

halten wir es für unsere Aufgabe, den Menschen in der Region zu

vermitteln, dass die Anlagen nicht nur für den Klimaschutz unabdingbar

sind, sondern auch so gebaut werden, dass sie zu keinen

direkt wahrnehmbaren Beeinträchtigungen in der Nachbarschaft

führen. Deswegen feiern wir jährlich Windfeste an wechselnden

Standorten in der Region und sagen deutlich, dass wir weitere

Anlagen in der Region benötigen. Die Umwelt kann nur geschützt

werden, wenn die Treibhausgasemissionen drastisch reduziert werden.

Der Bund sollte so schnell wie möglich das Luftverkehrsgesetz

bzw. seine Durchführungsverordnungen überarbeiten, das Land

Niedersachsen das Landesraumordnungsprogramm neu gestalten,

damit künftig klare Vorgaben zum Beispiel eine willkürliche

Höhenbegrenzung in der Bauleitplanung verhindern, und die

Region Hannover das Regionale Raumordnungsprogramm zugunsten

der Windenergienutzung anpassen.“

So entschieden wie sich die Region für die Windkraft ausspricht,

so entschieden positioniert sich auch die Hannover Messe

zu diesem Thema. Windenergie ist bereits seit vielen Jahren ein

Schwerpunktthema im Rahmen der Hannover Messe/Energy.

Gemeinsam mit den langjährigen Partnern, der Messe Husum

sowie den marktführenden Branchenverbänden, dem Bundesverband

WindEnergie (BWE) und dem Verband Deutscher Maschinen-

und Anlagenbau (VDMA) wurde an der so genannten „Branchenlösung“

im deutschen Windenergie-Messemarkt gearbeitet:

Die Messe Husum organisiert gemeinsam mit der Messe Hamburg

die neue Husum WindEnergy in den geraden Jahren, im Rahmen

der HANNOVER MESSE findet in den ungeraden Jahren die neue

Leitmesse „Wind“ statt.

Oliver Frese, Leiter der Windmesse Hannover: „Dieses Konzept

kommt im Markt hervorragend an: Die Husum WindEnergy

erzielte Höchstwerte und die Wind war die beste neue Leitmesse,

die seit vielen Jahren im Rahmen der Hannover Messe aufgesetzt

wurde. Die Hannover Messe hat sich heute zur weltweit größ-

Bei seinen ordnungs- und Wachdiensten im Windpark Druiberg hat Windparkmitarbeiter Frank naworth gleich zwei regenerative Stromtankmöglichkeiten:

Während des Fahrens und Parkens direkt durch das auf dem Trabidach befestigte Solarmodul oder per Stromkabel an einem der 29

Windräder.

ten Energietechnologiemesse entwickelt. Unser Messekonzept ist

weltweit einzigartig: Die Präsentation von konventionellen und

erneuerbaren Energieerzeugungs- und -versorgungstechnologien

sowie das gesamte Spektrum der relevanten Übertragungs-, Verteilungs-,

Speicherungs- und Umwandlungstechnologien zur gleichen

Zeit an einem Ort. Wir bieten die direkte Vergleichbarkeit

der Technologien für den Energiemix der Zukunft. Erneuerbare

Energietechnologien sind wichtige Wachstumstreiber industrieller

Entwicklungen.“

Mit über 150 Ausstellern auf rund 7.000 Quadratmetern Nettoausstellungsfläche

und mehr als 58.000 Besuchern war die Premiere

der „Wind“ ein großartiger Erfolg. Flächendeckend über die

gesamte Hannover Messe zeigten weit über 300 Unternehmen ihre

Innovationen für die Windenergie. Viele Anfragen nach konkreten

Platzierungs- und Vergrößerungsmöglichkeiten für die Wind 2011

erreichten Oliver Frese und sein Team. Für ihn steht jetzt die Stärkung

der Internationalisierung auf Aussteller- und Besucherseite

als größte Aufgabe im Raum. „Wir führen bereits intensive Gespräche

mit internationalen Verbänden, Verlagen und Multiplikatoren

und haben unsere internationalen Marketing- und Vertriebsaktivitäten

deutlich gesteigert.“ Auch hier zeigt sich: Die Wind

im Rahmen der Hannover Messe erfährt eine breite Akzeptanz

und Unterstützung. „Wir haben mit unserem Partner, der Messe

Husum, eine klare Positionierungsstrategie verabredet: Husum und

Hannover sind in der Windenergiebranche die weltweit führenden

Messeplätze.“

Während Husum die gesamte windenergietechnologische

Wertschöpfung in ihrer vollständigen Tiefe – Festivalatmosphäre

inklusive – bietet, positioniert sich die Windbranche im Rahmen

der Hannover Messe im Kontext der Industrie und somit im

Wettbewerb zu allen anderen Erzeugungstechnologien für den

Energiemix der Zukunft. Oliver Frese: „Diese klare Komplementärstrategie

positionieren wir mit unserem Messepartner durch

weltweit gemeinsames Auftreten und deutliche Visualisierung in

den Medien. Im Inland haben sich die beiden Standorte Husum

und Hannover für die Windenergieindustrie durchgesetzt. Wir

beobachten aber den internationalen Messe- und Kongressmarkt

für Windenergie sehr genau. Gerade für Deutschland als einer der

weltweit führenden Technologiestandorte für Windenergie gilt,

auch zukünftig starke nationale Messestandorte für ein hochgradig

internationales Publikum anzubieten. Daran arbeiten wir. Aus

europäischer Sicht sind wir bereits in einem konstruktiven Dialog

mit dem europäischen Windenergieverband (EWEA), der jährlich

einen exzellenten Kongress an unterschiedlichen europäischen

Orten anbietet. Partnerschaftliche Zusammenarbeit pflegen wir

zudem schon seit vielen Jahren mit dem amerikanischen Wind-


20 nEuE EnErgiE REgjo HannovER REgjo HannovER nEuE EnErgiE 21

energieverband (AWEA) sowie dem Welt Windenergieverband

(WWEA).“ Das Profil ist klar: Die Wind

im Rahmen der Hannover Messe ist die internationale

Leitmesse der Anlagen, Komponenten und Services für

die Windindustrie. Entsprechend dieser Positionierung

finden die Besucher ein umfangreiches Portfolio aller

Technologien entlang der windenergierelevanten Wertschöpfungskette.

Und die Wachstumsstory der erneuerbaren

Energien auf der Hannover Messe geht weiter.

Gemeinsam mit dem Bundesverband Erneuerbare

Energien (BEE) soll für 2010 ein spezifischer Ausstellungsschwerpunkt

„Renewables“ organisiert werden,

der ebenso klar positioniert und visualisiert sein wird

wie die Wind 2009. Oliver Frese ist mit Blick auf das

kommende Jahr optimistisch: „Bereits heute verzeichnen

wir für alle Formen der erneuerbaren Energien

eine starke Ausstellernachfrage. Wir sind sicher, dass

dieser neue Ausstellungsschwerpunkt im kommenden

Jahr ein Besuchermagnet sein wird.“ Als Messestandort ist die

Region in Sachen Windenergie auf dem Sprung in die erste Liga.

Aber auch auf dem akademischen Parkett ist einiges in Bewegung.

Bestes Beispiel hierfür ist das gemeinsame Forschungszentrum für

Windenergie der Leibniz Universität Hannover (LUH) und der Carl

von Ossietzky Universität Oldenburg namens ForWind. Am 24.

August ist mit der Universität Bremen ein dritter Partner ins Boot

gekommen. ForWind wurde mit Förderung des niedersächsischen

Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) im Jahre 2003

gegründet, führt eigene Forschungsprojekte durch und engagiert

sich für Aus- und Weiterbildung auf dem Gebiet der Windener gie.

Darüber hinaus ist ForWind auch die gemeinsame „Dachmarke“,

unter der die Beteiligten ihre Windenergieforschung laufen lassen.

Mitglieder von ForWind sind ein Institut der Universität Oldenburg

(mit zwei Arbeitsgruppen) sowie derzeit acht ingenieurwissenschaftliche

Institute der LUH. Weitere werden hinzukommen.

Der Vorstand besteht aus sechs Personen (je zwei in Oldenburg,

Hannover und Bremen). Prof. Dr. Raimund Rolfes ist derzeit stellvertretender

Sprecher des Vorstands: „Die Oldenburger Kollegen

arbeiten auf dem Gebiet der Windphysik (Energiemeteorologie,

Turbulenzforschung), wir hier an der Leibniz Universität arbeiten

vor allem im Bereich der Ingenieurwissenschaften. Wir forschen

über Tragstrukturen – das sind insbesondere die Off shore-

Gründungsstrukturen, Triebstrang, Rotorblatt, Anbindung an das

elektrische Netz und Schallminderung.“

Auf Initiative von ForWind wurde im letzten Jahr eine strategische

Allianz mit dem neu gegründeten Fraunhofer-Institut

für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) geschlossen.

Ausdruck dieser Allianz ist die geplante Einrichtung zweier

Abteilungen des IWES an den ForWind-Universitäten mit starker

Unterstützung des Ministeriums. In Hannover liegt das besondere

Schwergewicht der Forschung auf den Tragstrukturen. Prof.

Dr. Raimund Rolfes: „Vor wenigen Tagen wurden 4,5 Mio. Euro von der EU

und dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur zur Errichtung eines Testzentrums

für Tragstrukturen genehmigt. Die Leibniz Universität schießt aus

eigenen Mitteln 500.000 Euro dazu. Das Testzentrum soll insbesondere zur

Optimierung der Turm- und Offshore-Gründungsstrukturen beitragen, die an

typischen Standorten in der Nordsee fast 50 Prozent der Gesamtkosten einer

Windenergieanlage ausmachen.“

Das große Ziel dahinter besteht darin, die Kosten der Offshore-Windenergie

bei hoher Zuverlässigkeit deutlich zu senken. Das Testzentrum ist in dieser

Form eine weltweit einzigartige Einrichtung, die unmittelbar neben dem

schon bestehenden Großen Wellenkanal (mit 324 m Länge der größte Wellenkanal

der Welt) errichtet wird. „Hannover baut damit seine starke Forschungsposition

auf dem Gebiet von Wind und Wasser weiter aus. Die IWES

/ForWind-Allianz wird weiter durch die Aufnahme der Universität Bremen

verstärkt. Dort werden zunächst zwei ingenieurwissenschaftliche Institute die

Kompetenz von ForWind für den Triebstrang weiter verstärken.“ Die Arbeit

Um die Leistung der 5-Megawatt-anlage auf hoher See

testen zu können, beteiligt sich REpower am so genannten

„Beatrice Demonstrator Project“: Zwei 5M sind in der

nähe des Beatrice-Ölfelds, 25 Kilometer vor der schottischen

ostküste im Moray Firth, in einer Wassertiefe von

über 40 Metern installiert worden.

Bild: REpower

von ForWind geht jedoch noch weiter darüber hinaus.

Für eigene große Forschungsprojekte werden erhebliche

weitere Forschungsmittel mobilisiert und eingeworben.

„Das derzeit größte Projekt der LUH auf diesem

Gebiet, GIGAWIND-alpha ventus, behandelt die

optimale Bemessung von Offshore-Gründungsstrukturen.

Dazu werden sehr umfangreiche Messungen an

zwei Anlagen im deutschen Offshore-Testfeld „Alpha

Ventus“ durchgeführt“, erklärt Prof. Dr. Rolfes.

Das Projekt wird mit einem Gesamtvolumen von

rund drei Mio. Euro durch das Bundesumweltministerium

gefördert. Fünf Institute aus dem Bereich des

Bauingenieurwesens sowie das IWES sind daran beteiligt.

Aber auch zahlreiche andere Projekte hat ForWind

aktuell auf dem Tisch. Durch die Anschubfinanzierung

des MWK unterstützt, hat die Leibniz Universität

Hannover seit 2003 auf dem Gebiet Windenergie

rund 20 Mio. Euro für Forschung und Infrastruktur

akquiriert. Die nächste Frage – nämlich die nach qualifiziertem

Nachwuchs – folgt auf dem Fuße. Auch hier

ist ForWind aktiv und engagiert sich stark im Bereich

der Aus- und Weiterbildung. In Hannover wird zum

Wintersemester 2010/11 ein neuer Masterstudiengang

Windenergieingenieur eröffnet. Zudem engagiert sich

ForWind mit dem „Weiterbildenden Studium Windenergietechnik

und -management“ und der „For-

Wind-Academy“ im Bereich Weiterbildung. ForWind

verdankt seine Existenz der weitsichtigen Politik des

niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und

Kultur, das schon 2003 die große Bedeutung der Windenergie

für Niedersachsen erkannt hat. Niedersachsen

ist in Bezug auf die installierte Windenergieleistung

heute Windland Nr. 1 in Deutschland und hat

eine stark wachsende Windenergieindus trie, die in alle


Abb.: BARD Engineering GmbH

Automotive, Aerospace Energy Food Healthcare, Life Sciences Mechanical Engineering Mobility, Logistics Trade Fairs, Tourism

Niedersachsen – The State of Things to Come

NGlobal ist die zentrale Landesgesellschaft zur koordinierten Vermarktung des Wirtschaftsstandorts

Niedersachsen im In-und Ausland mit dem Ziel, die Internationalisierung des Landes voranzubringen.

Kernaufgabenbereiche von NGlobal sind Außenwirtschaftsförderung und Ansiedlungsmanagement,

Standortmarketing sowie nationale und internationale Messeaktivitäten. NGlobal bildet als direkter

Ansprechpartner in Niedersachsen die Schnittstelle zu in- und ausländischen Unternehmen und

Investoren und bietet durch Beratung und begleitende Maßnahmen Unterstützung bei dem

Eintritt in den internationalen Markt, bei der Entwicklung bereits vorhandener Auslandsaktivitäten

sowie bei Projekten und Ansiedlungsvorhaben.

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Welt exportiert. Rolfes: „Windenergie ist daher eine Branche,

in der wie kaum in einem anderen Bereich Umweltschutz

und Wirtschaftsförderung eine gelungene Symbiose

eingegangen sind. Man darf aber auch sagen, dass die For-

Wind-Universitäten die Chance genutzt und ForWind zu

einem starken universitären Forschungsverbund entwikkelt

haben. Jetzt kommt es darauf an, den eingeschlagenen

Weg konsequent weiterzugehen und die großen Chancen,

die die Windenergiebranche für die Region Hannover und

das Land Niedersachsen bietet, zu nutzen.“

Ganz aktuell sind Pioniertaten außer im Offshorebereich

vor allem bei der Entwicklung technischer Lösungen

zu beobachten. Das ganz junge Unternehmen TimberTower

mit Sitz in Hannover und Hamburg wurde im März

vergangenen Jahres gegründet. Seit drei Jahren forscht

man hier an einer völlig neuartigen Idee: Holztürme für

Windkraftanlagen. Hintergrund: Stahltürme haben drei

offensichtliche Nachteile. Sie sind schwer und schwierig

im Transport, erreichen in einer transportablen Größe nur

eine begrenzte Höhe von 110 Metern und 2007 hat sich

der Stahlpreis schlagartig verdoppelt. Vor Jahren haben

Anlagenhersteller bereits mit der Suche nach Alternativen

begonnen. Geschäftsführer Holger Giebel will darauf

jetzt eine Antwort präsentieren: „Ideengeber für die hölzernen

Türme von TimberTower ist der Ingenieur Gregor

Prass, einer unserer Geschäftsführer.“ Die Holztürme von

REgjo HannovER nEuE EnErgiE 23

Fachleute aus dem Bereich der erneuerbaren Energien halten sogar 47 Prozent für möglich. In Deutschland waren 2008 fast

24.000 Megawatt an Windleistung installiert; davon fast 300 Megawatt in der Region Hannover. Foto: REpower

TimberTower sind viereckig, innen hohl und geschlossen.

Die massiven Platten aus Brettsperrholz werden in zwei bis

drei Tagen aufgebaut und mit einer Bautextilie überzogen.

Der Kunde kauft den fertig stehenden Turm.

Partner beim Aufbau der gigantischen Türme ist die

Firma Holzbau Cordes, die im Heidepark Soltau die erste

Holzachterbahn der Welt gebaut hat und gerade mit Aufträgen

aus den USA und China überschüttet wird. Auch dort

will man Holzachterbahn fahren. Derzeit steht Timber-

Tower kurz vor dem Aufbau des ersten Prototypen. Diese

sollen immerhin 20 Prozent günstiger sein als ihre Turmbrüder

aus Stahl.

Innovative Impulse kommen derzeit auch aus anderen

Regionen nach Hannover. Aus dem Landkreis Harz

ist gerade ein Projekt vorgetragen worden, das weltweit

einzigartig ist. Der regenerative Energiepark Druiberg in

Dardesheim führt verschiedene regenerative Energien auf

intelligente Weise zusammen – mit enormen Synergieeffekten.

Heinrich Bartelt von Generalwind erklärt das Projekt

und seine Entstehungsgeschichte: „1991 hat der Dardesheimer

Rentner Karl Radach begonnen, ein Windrad

auf seinem Gründstück zu planen, so wie er es im benachbarten

Ort Vienenburg bei Familie Stahn gesehen hatte.“

Bartelt, der damals für die WISTRA GmbH arbeitete,

begleitete die Planung und erkannte den Butterberg bei

Dardesheim als hervorragenden Standort für Windkraft-


24 nEuE EnErgiE REgjo HannovER REgjo HannovER nEuE EnErgiE 25

30 km südlich von Dardesheim im Harz befindet sich seit DDR-Zeiten das 80 MW starke Pumpspeicherkraftwerk Wendefurth (PSW), rechts unten

die Talsperre Wendefurth, in der Mitte das oberbecken, verbunden durch eine doppelrohrige Pipeline/Triebwasserleitung. Foto: vattenfall

anlagen. „Im Laufe der Zeit entstand die Idee, aus diesen Anfängen

einen regionalen Kombipark mit verschiedenen regenerativen

Energien zu entwickeln.“ Die Stadt Dardesheim formulierte

das Ziel, sich ausschließlich mit erneuerbaren Energien versorgen

und überschüssige Erträge in die umliegende Region exportieren

zu wollen. Schritt für Schritt ging es in den folgenden Jahren

weiter voran. Heute ist der Windpark das Herzstück der Anlage,

die nach den Plänen an ein riesiges Pumpspeicherwerk aus DDR-

Zeiten angeschlossen werden soll. Weht kein Wind, können die

Räder durch das Pumpspeicherwerk gespeist werden, das durch

die Windräder fortlaufend wie eine überdimensionale Batterie aufgeladen

wird. „Ein perpetuum mobile“, erklärt Heinrich Bartelt

mit einem Augenzwinkern. Weltweit ist dieses Projekt das einzige

seiner Art. Aber auch Biogas- und Solaranlagen sowie eine

Windstromtankstelle gehören zum Energiepark. „Der Landkreis

deckt schon 60 Prozent seines Strombedarfes durch regenerative

Energie. In Zukunft sollen alle Energien, die wir hier produzieren,

an einer zentralen Leitwarte zusammengeführt und alle Verbräuche

ebenfalls zentral erfasst werden.“ Diese Planungen sind Teil

des vom Bundesumweltministeriums innerhalb des E-Energy-Vorhabens

der Bundesregierung geförderten Projektes „Regenerative

Modellregion Harz“ (RegModHarz), an dem rund 20 Partner aus

dem regionalen Energiesektor mitwirken. (www.regmodharz.de)

Von regionalen Pionieren geht es weiter zu internationalen

Akteuren aus der Region Hannover, die in der Windbranche längst

eine feste Größe sind. Die Windwärts Energie GmbH hat sich auf

die Entwicklung, die Finanzierung und den Betrieb von Windenergie-,

Photovoltaik- und Biogasprojekten spezialisiert. Monika Richter

von Windwärts: „Besonderen Wert legen wir dabei auf eine

nachhaltige Unternehmensentwicklung und ein hohes Maß an

Transparenz.“ Die expandierenden internationalen Aktivitäten der

Entwicklung von Windenergie- und Photovoltaikprojekten erstrekken

sich insbesondere auf Frankreich, Griechenland und Italien.

Aus einer engen Kooperation mit lokalen Partnern entwickelten

Die Windwärts Energie gmbH entwickelt, übernimmt und betreibt Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien im In- und ausland und bietet

als erfahrenes Emissionshaus finanzielle Beteiligungen an ihren Energieprojekten an. Foto: Windwärts Energie gmbH.

sich dort inzwischen Tochterunternehmen.“ Die Windwärts Energie

GmbH wurde im Jahr 1994 gegründet. Derzeit sind 64 Mitarbeiter

in den Bereichen Projektentwicklung Deutschland, Internationale

Projekte, Finanzierung, Marketing/Kommunikation,

Betriebsführung/Verwaltung sowie Personal beschäftigt. Richter:

„Unser internes Ziel ist es, die Kreativität und Motivation der Mitarbeiter

zu fördern. Wir sehen uns darüber hi naus in der Verantwortung

für nachhaltige Perspektiven im Verhältnis von Arbeit

und Gesellschaft.“

Das starke und nachhaltige Wachstum der regenerativen

Energien weltweit gibt Grund zum Optimismus. „Als etabliertes

Unternehmen mit langjähriger Erfahrung nimmt die Windwärts

Energie GmbH an diesem Wachstumsmarkt mit hervorragenden

Perspektiven teil.“ Man ist gut aufgestellt in der Region Hannover,

die nächsten Etappen sowohl auf Herstellerseite, in der akademischen

Forschung und in der Projektierung von Windenergieanlagen

zeichnen sich bereits ab und auch Niedersachsens Umweltmi-

nister, Hans-Heinrich Sander, spricht der Branche eine spannende

Zukuft zu. Aber: Verfügbare Flächen für neue Windenergieanlagen

stehen kaum noch zur Verfügung – nun geht es darum, neue

Spielplätze zu definieren, um den Anschluss an den Weltmarkt

nicht zu verlieren, der längst in US-amerikanischer Hand ist. Hans-

Heinrich Sander: „Für Niedersachsen ist die Windenergienutzung

sowohl energie- als auch regionalpolitisch von erheblicher Bedeutung

– auch, um den Wirtschaftsstandort Niedersachsen zu stärken.

Bereits heute ist Niedersachsen Deutschlandmeister bei der

installierten Windleistung. Da aber die geeigneten Standorte weitgehend

ausgeschöpft sind, liegt die Zukunft im Repowering – also

dem Ersatz von älteren leistungsschwachen durch moderne leistungsstarke

Windkraftanlagen.

Besonders wichtig wird in Zukunft die Nutzung der Windenergie

in der Deutschen Bucht. Ohne die Offshore-Windenergienutzung

wird Deutschland die Ziele beim Ausbau der erneuerbaren

Energien und dem Klimaschutz nicht erfüllen können.“


26 ModE REgjo HannovER

Leute machen Kleider

Modedesign und Style ausgerechnet aus Hannover? In Sachen Mode muss sich die Landeshauptstadt längst nicht

mehr verstecken. Weder als Standort für die qualifizierte ausbildung noch als Firmensitz junger lokaler Labels.

REgjo HannovER ModE 27

Bild: Claudia Rump


Bild: Claudia Rump

28 ModE REgjo HannovER REgjo HannovER ModE 29

Label: Lyra amber, Designerin: anette Stichnoth, Serie

„Ladiestime am Kanal“ (auch die Doppelseite davor).

Kennzeichen des Labels „Lyra amber“: Recycling,

Zweckentfremdung, Kapuzen und schräge Details.

Bild: Claudia Rump


Bilder: Roland Schmidt

30 ModE REgjo HannovER REgjo HannovER ModE 31

Text: angela andresen-Schneehage Fotografie: Claudia Rump, axel Herzig, Dieter Sieg, andreas Klein, Roland Schmidt, Themenwechsel

Natürlich! Hannover ist weder New York

noch Mailand. Es gibt in der niedersächsischen

Metropole keine internationalen

Fashionshows, die Eskapaden von Naomi

Campbell und Co. ereignen sich nicht am

Kröpcke und in puncto Edelshopping hält

die Georgstraße einem Vergleich mit der

Pariser Avenue Montaigne wohl kaum

stand. Selbst wenn man in Sachen Mode

ganz deutsch denkt, stehlen Düsseldorf

und Berlin der Leinestadt die Schau. Was

allerdings die Leidenschaft für den Look,

die Kreativität und die handwerklichen

Fähigkeiten der hiesigen Designer betrifft,

da kann sich Hannover durchaus mit anderen

Modemetropolen messen.

Davon ist jedenfalls Martina Glomb,

Professorin am Studiengang Modedesign

der Fachhochschule Hannover überzeugt:

„Diese Stadt bietet den jungen Modedesignern

ein ganz wunderbares Wirkungsfeld.

Hannover ist aktiv und kreativ, hier

herrscht eine Atmosphäre, die ein ausgesprochen

konzentriertes Arbeiten zulässt.“

Selbst London, die heimliche Welthauptstadt

der Mode, bekommt von Prof. Glomb

keine Bestnoten: „In London gibt es ein

vergleichsweise oberflächliches Konsumdenken,

die Stadt hat sich zu einem Disneyland

des Modedesigns entwickelt,

hier fehlt inzwischen die Tiefe.“ Und die

Diplom-Designerin weiß, wovon sie spricht.

Schließlich hat sie zwölf Jahre als Assistentin

bei der exzentrischen Mode-Ikone Vivienne

Westwood gearbeitet und am Londoner

Royal College of Art unterrichtet.

Zurück in Norddeutschland ist sie von der

Stimmung in Hannover begeistert. „Verglichen

mit den klassischen Modemetropolen

der Welt ist es hier tatsächlich ein bisschen

provinziell. Doch ich mag das. Hier kann

man das Feld der Mode noch neu bestellen

und etliches bewegen. Und daran arbeiten

die Nachwuchs-Designer verbindlich,

fleißig und bescheiden. Statt eine arrogante

Großstadtattitüde vor sich herzutragen,

überzeugen sie mit ihrer großen

Kreativität.“

nach dem Studienabschluss an der Fachhochschule Hannover gründete

Mareike otto vor fünf jahren das Label „ping pong“.

Drei wichtige Designerschmieden sor-

gen dafür, dass Phantasie und Ideenreichtum

sich auf unterschiedlichen Ausbildungswegen

zu einer höchst professionellen

Gestaltung von Mode entwickeln

können.

Der achtsemestrige Bachelor-Studiengang

Modedesign an der Fachhochschule

Hannover bereitet die Studierenden intensiv

auf die vielfältigen Betätigungsfelder der

Branche vor. Neben der reinen Produktentwicklung

spielen zunehmend auch Marketing,

Werbung und Journalismus eine

Rolle. Hinzu kommen die Bereiche Art

Direction, Illustration und Trendscouting.

Das umfangreiche Repertoire an wissenschaftlichen,

fachlich-gestalterischen und

produktionstechnischen Studienangeboten

bietet beste Voraussetzungen für ein konzentriertes

Studium; ebenso wie die hochmoderne

Ausstattung der Fachhochschule

auf der Expo-Plaza. Hier scheint auch neun

Jahre nach der Weltausstellung noch internationaler

Wind zu wehen: Der Studien-

Shooting im Bretz-Store Hannover / Lyra amber;

Label: ping pong (Designerin: Mareike otto).

gang Modedesign zeichnet sich durch die

intensive Pflege von weltweiten Kontakten

aus und ermöglicht den Studierenden

Auslands- oder Praktikumssemester,

überwiegend in den Ländern der Europäischen

Union oder im Fernen Osten. Ein

internationales Alumni-Netzwerk unterstützt

die angehenden Modedesigner bei

ihren Projekten und auf der Suche nach

Praktikumsplätzen.

„Unsere Absolventen sind hervorragend

ausgebildet“, so die Leiterin des Studiengangs

Prof. Martina Glomb. „Und

die Industrie liebt uns dafür. Viele der

besten Jungdesigner verlassen nach ihrem

Abschluss daher leider die Stadt und gehen

zu bekannten Modelabels wie Hugo Boss

oder Esprit. Wir hoffen natürlich, dass viele

von ihnen zurückkommen. Eine ganze

Reihe kreativer Köpfe siedelt sich zunehmend

aber auch hier in der Stadt an, vernetzen

sich und arbeiten daran, das provinzielle

Image der Stadt zu korrigieren.“ Wie

groß das Interesse an der Hannoverschen

Bild: axel Herzig

Entwicklungsarbeit in Sachen Fashion tatsächlich

ist, beweisen die Abschlussmodenschauen.

Wenn die Studierenden ihre

Diplomkollektionen auf den Laufstegen der

Fachhochschule präsentieren, sind regelmäßig

rund 1.000 Zuschauer dabei.

Über mangelnde Aufmerksamkeit kann

sich auch die vor sechs Jahren in Hannover

gegründete Fahmoda nicht beklagen,

Niedersachsens einzige staatlich anerkannte

Berufsfachschule für Modedesign

und Maßschneiderei, die sich in kurzer Zeit

zu einer bundesweit anerkannten Erfolgsinstitution

der Textilwirtschaft entwickelt

hat. In den denkmalgeschützten Räumen

der ehemaligen Continental AG Limmer

wird nach dem Prinzip „Design und Handwerk

aus einer Hand“ gelehrt. Insgesamt

dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung,

an deren Ende sowohl der von der Handwerkskammer

anerkannte Gesellenbrief für

Maßschneiderei steht wie auch der qualifizierte

Abschluss in Modedesign. „Diese

Kombination aus praktischen und kreati-

ven Lehrinhalten ist unsere Stärke“, erklärt

Fahmoda-Direktorin Karin Lilienthal. „Die

zweigleisige Ausbildung ist besonders effektiv.

Besser kann man sich wohl nicht auf

die hohen Anforderungen im Modebusiness

vorbereiten. Von unseren Absolventen

zählen sicherlich zwei Drittel zu den

Hoffnungsträgern der Branche. So wurde

Mery Esajan bereits als Schülerin von der

Zeitschrift „Burda“ zur besten deutschen

Nachwuchsdesignerin gekürt. Und die

Abschluss kollektion von Wladimir Arutti

brachte ihm bereits Vergleiche mit den

Kreationen von Balmain ein.“

Rund 100 Schüler in insgesamt vier

Jahrgängen streben in der Fahmoda ihren

Abschluss an und damit auch den Eintritt

in eine breit gefächerte Berufswelt.

Das Spektrum reicht von Entwurfs- und

Schnittdirectrice über Trendguide für

Ein- und Verkauf bis zum Damenschneiderhandwerk

mit anschließender Meisterprüfung.

Für viele Absolventen ebenso

interessant: Tätigkeiten bei Theater, Film

Bild: Roland Schmidt


Bild: Themenwechsel

32 ModE REgjo HannovER REgjo HannovER ModE 33

und Fernsehen oder der Weg in die Selbständigkeit.Einen

weiteren Erfolg versprechenden

Ausbildungsgang in die Welt der

Mode bietet Hannover mit der 2006 mitten

in der Stadt gegründeten Berufsfachschule

M3-MenschenMachenMode e.V.

„Unser Konzept ermöglicht den Studierenden

in allen Bereichen der Mode kreativ

zu arbeiten“, erklärt Diplom-Designerin Eva

Emde aus dem Team der Schulleitung. „Die

Zusammenarbeit mit Partnern aus Industrie

und Kulturwissenschaft, das Engagement

des kompetenten Dozententeams sowie

die Einbindung von Entwurfswettbewerben

vermitteln bereits frühzeitig ein reales

Berufsbild.“ Besonders bemerkenswert sei

die Tatsache, so Emde weiter, dass in sieben

Semestern vier Abschlüsse erreicht

werden können: Maßschneider(in),

Modedesigner(in), die Zusatzqualifikation

Bekleidungsfachtechniker(in) und

In ihrem Design- und vintagestore „Themenwechsel“ führt Modedesignerin julia Penkina eine

erlesene auswahl junger Kollegen. alle drei bis vier Wochen wechselt das Motto des Ladens.

das Zertifikat „Digitale Medien im Modedesign“.

Am Nachwuchs an Modedesignern

sollte es der Messestadt also nicht mangeln.

Doch wie sieht es mit den Absatzmöglichkeiten

aus, welche Chancen haben die jungen

Kreativen auch kommerziell erfolgreich

zu sein? „Hier besteht in der Tat noch ein

gewisser Nachholbedarf bei der Förderung

und der Akzeptanz der lokalen Mode“, so

sieht es Prof. Martina Glomb. „Das liegt

nicht zuletzt daran, dass eine Textilindustrie

in Deutschland so gut wie gar nicht

mehr existent ist. Wir müssen dringend

wieder kleine Produktionsstätten schaffen,

die es überhaupt erst ermöglichen, lokales

Design zu vermarkten.

Untersuchungen haben ergeben, dass

sieben Prozent der Frauen gerne bei hier

ansässigen Designern kaufen würden. Das

ist nicht wenig und zeigt, dass das Kundenpotenzial

für hochwertige Bekleidung

durchaus vorhanden ist. Um aber Prototypen

und Kleinserien herstellen zu können,

müss te es deutlich mehr Unterstützung für

die kleinen Labels geben.“

Ähnliches besagt auch eine Untersuchung

zur Förderung der jungen

Modeszene in Hannover, die von der Wirtschaftsförderung

der Landeshauptstadt in

Auftrag gegeben worden war: Die geringe

Produktionskapazität sei ein bedeutsamer

begrenzender Faktor für die Marktentwicklung

der hannoverschen Designlabel. Zur

deutlichen Positionierung im umkämpften

Modemarkt müssten die hiesigen Designer

und Designerinnen ihre Kapazitäten

bündeln, neue Formen der Zusammenarbeit

üben und gemeinschaftlich handeln.

Effektive Kooperationsmöglichkeiten könnten

in der Bildung von Einkaufsgemeinschaften

zur Materialbeschaffung liegen,

aber auch in der gemeinsamen Beauftra-

gung von Dienstleistungen wie Werbefotografie

oder Büroservice. Die Gründung

einer marketingwirksamen Dachmarke

böte die Gelegenheit, hannoversche Mode

über die Grenzen der Stadt hinaus populär

zu machen. Und mit der Auslobung

eines eigenen Modedesignpreises, vielleicht

durch die hier ansässigen Modeschulen,

würde verstärkte Aufmerksamkeit auf

die lokalen Modeschöpfer gelenkt. So lassen

sich die Handlungsansätze zusammenfassen,

die das Fazit dieser Studie bildeten.

Das war vor drei Jahren. Inzwischen haben

Hannovers Designer reagiert.

Zum Beispiel mit der „Styleprovinz“,

einem Netzwerk von zehn Modedesignerinnen

aus der Stadt. „Wir wollten einfach

zeigen, dass Hannover sich – nicht zuletzt

wegen der vielen guten Ausbildungsmöglichkeiten

– durchaus nicht hinter Hamburg

und Berlin verstecken muss, was das

modische Potenzial angeht“, erklärt Daniela

Cebulla-Tscherny, die mit ihrem Modelabel

„Cebulla Cou(l)ture“ zu den Mitbegründerinnen

zählt. „Als gemeinsame

Plattform im Internet bündelt Styleprovinz

Modedesign aus und für die Stadt Hannover

unter einem zentralen Dach.“ Eine wichtige

Art zu kommunizieren. Und Kommunikation

spielt für die Fashion-Frau nicht nur

in der PR, sondern auch in ihren Kollektionen

eine entscheidende Rolle. Die Entwürfe

von Cebulla-Tscherny „sprechen“ – mit

Hilfe von aufgestickten Zitaten. „Literarische

Bekleidung“ nennt sie ihre aus hochwertigen

Materialien gefertigten Unikate.

„Es ist eine zeitlose, einzigartige, spezielle

Garderobe. Anders und besonders. Für Kinder

und Erwachsene. Für alle neugierigen

Menschen unserer Zeit.“ Ein weiterer der

kreativen Köpfe Hannovers sitzt auf den

Schultern von Rike Winterberg, ebenfalls

Mareike otto: „Ping pong-Mode ist nicht

glamourös, sondern alltagstauglich.“

Bild Roland Schmidt


34 ModE REgjo HannovER REgjo HannovER ModE 35

Label: Lyra amber, Designerin: anette Stichnoth,

Shooting in new York mit Stylistin jessica Hofmann.

Bild: Claudia Rump

zuhause in der Styleprovinz. Die an der Fachhochschule Hannover

diplomierte Modedesignerin gründete vor fünf Jahren das eigene

Label „winterberg collection“. Mit Kreationen selbstverständlicher

Eleganz will sie Charakter und Sinnlichkeit ihrer weiblichen Kunden

unterstreichen. „Kleidung ist ein kulturelles Element und geht

weit über den ursprünglichen Sinn des Verhüllens hinaus. Unsere

Garderobe soll dem Wohlbefinden dienen und Inneres und Äußeres

im Gleichgewicht halten.“ Zu finden sind ihre Stücke mitten

in Hannovers City: Der „Rike Winterberg Concept Store“ mit Atelier

und Showroom befindet sich in der Galeria Kaufhof an der

Marktkirche.

Zu Hannovers guten Adressen gehört für die Fans innovativer

Mode zunehmend die Nordstadt; am und um den Engelbosteler

Damm siedeln sich immer mehr junge Designer an. Echten Hannoverstyle

gibt es bei Heide Niemeyers „Hometown“. Schon der Name

lässt erahnen, dass sich bei ihrem hauseigenen Hometown-Label

alles um diese Stadt dreht. Mit einem dezenten Niedersachsenpferd

auf der Brust oder einem originellen handgezeichneten Druckmotiv

hannoverscher Wahrzeichen können sich die Träger von Heide

Niemeyers Shirts und Tops zu ihrer Stadt bekennen.

Nur zwei Häuserblocks weiter führt Modedesignerin Julia

Penkina eine erlesene Auswahl wechselnder junger Kollegen in

ihrem Design- und Vintagestore „Themenwechsel“. Dieser Name

ist Programm: „Zu einer guten Vermarktung von jungem Modedesign

gehört ein Ladenkonzept mit der Präsentation von kompletten

Outfitvorschlägen und – ganz wichtig – viel Abwechslung“, so Pen-

Label: Lyra amber, Designerin: anette Stichnoth: Serie „Ladiestime am

Kanal“ (li.), Shooting im „past perfect“Hannover (re.).

kina. „Mein Laden ist daher so etwas wie ein begehbares Schaufenster

und steht alle drei bis vier Wochen unter einem anderen

Motto.“ Unter ihrem Hauslabel „Kina*“ vertreibt Julia Penkina in

ihrem Geschäft auch eine eigene Kollektion von Accessoires mit

Kleidungsstückcharakter: Schals, die jedes vorhandene Kleidungsstück

neu aufpeppen und als Bolero oder Ärmelschal alles andere

tun, als nur langweilig herumzuhängen.

Ebenfalls im „Themenwechsel“-Boot sitzt Mareike Otto (ehemals

Böttcher) mit ihrem Atelier und Showroom. Nach dem Studienabschluss

an der Fachhochschule Hannover vor fünf Jahren

gründete sie das Label „ping pong“. „Meine Kollektionen bestehen

aus Unikaten, Kleinserien und Accessoires. Ping pong-Mode ist

nicht glamourös, sondern alltagstauglich und unkompliziert und

für Frauen gemacht, die Spaß am Kombinieren haben.“

Recycling und Zweckentfremdung, Kapuzen und schräge

Details kennzeichnen die Kreationen von Anette Stichnoth, die

sie unter dem Label „Lyra Amber“ vertreibt. In der Stadt und ihrem

Atelier am Engelbosteler Damm 42 unter dem Dach des „Themenwechsels“

fühlt sich die Designerin ausgesprochen wohl. „Hier ist

es vielschichtig und lebendig. Es gibt eine viel größere Designerszene

als gemeinhin angenommen wird und viele Hannoveraner

sind sehr modebewusst.“

Ein breites Fashion-Spektrum, in dem auch Männer fündig

werden, bietet das „Designkombinat“ Ecke Engelbosteler Damm/

Paulstraße. Der Clou des Ladenkonzeptes: Nachwuchsdesigner

können sich hier einzelne Regalfächer, Taschenhaken oder ein

Bild: Dieter Sieg


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Label: Lyra amber, Designerin: anette Stichnoth,

Shooting im „past perfect“ Hannover.

REgjo HannovER ModE 37

Bild: Dieter Sieg


Bild: andreas Klein

38 ModE REgjo HannovER REgjo HannovER ModE 39

Bilder: Themenwechsel

Unter dem Label „Kina*“ vertreibt julia Penkina eine eigene

Kollektion von accessoires mit Kleidungsstückcharakter.

Stück Kleiderstange anmieten, um ihre Unikate zu präsentieren. Abwechslung

und Auswahl sind damit garantiert.

„Es gibt eigentlich kein Alleinstellungsmerkmal für Mode, die aus

Hannover kommt“, so Karin Lilienthal von der Fahmoda. „Der Ort Hannover

kann nicht als ein Raum begriffen werden, der a priori einen signifikanten

Stil oder eine bestimmte Schule im Bereich der Mode oder des Designs

hervorbringt. Das liegt sicherlich daran, dass Hannover keine mit Paris,

Mailand oder London vergleichbare langjährige Tradition, Vernetzung und

Infrastruktur für die Modeproduktion besitzt. In den großen Modemetropolen

gibt es eine Tradition, die über Jahrhunderte hinweg gewachsen ist

und die sich im Bewusstsein der Menschen kulturell fest verankert hat.

Ein kulturelles Gedächtnis, das hier fehlt. Dennoch bewegt sich inzwischen

peu à peu immer mehr im Bereich Mode. „Hannover Goes Fashion“, die

im vergangenen Jahr viel beachtete Modeausstellung in insgesamt zehn

Museen der Stadt, war beispielsweise ein deutliches Signal dafür.“ Auch

wenn Niedersachsens Hauptstadt es nicht schafft, sich in absehbarer Zeit

im Ranking der Style-Metropolen ganz nach oben zu schieben, Hannovers

Designer sind auf dem Wege, ihre berufliche Heimat vom Image des Modedorfes

mit Provinzmief zu befreien. Fashion made in H hat’s verdient.


Foto: asonne30/Fotolia.com

40 PolitiK REgjo HannovER REgjo HannovER PolitiK 41

Weitsichtige Allianz

Seit 2001 bilden 21 Städte und gemeinden die Region Hannover. 2008 ist die Hannover

Holding hinzugekommen. Michael Beck und Hauke jagau über die Hintergründe.


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Mardorf am Steinhuder Meer: Der Begriff „Dorf am Meer“ ist in der heutigen Zeit voll zutreffend, denn Mardorf ist im Laufe der jahre an das

nord ufer des Steinhuder Meeres mit Hotels, gaststätten sowie Segel- und Surfschulen, Campingplätzen und Privathäusern herangewachsen.

Interview: Stefanie Stüting Fotografie: Region Hannover

Mit der neuen Hannover Holding arbeitet die Region Hannover an

einer Wirtschafts- und Imageförderung aus einem Guss. Michael

Beck, Geschäftsführer der Hannover Holding, einer Kooperation

der Landeshauptstadt Hannover und der Region Hannover:

„Die Hannover Holding GmbH hat im April letzten Jahres ihre

Geschäftstätigkeit aufgenommen. Ziel des Unternehmens ist es, die

in privater Rechtsform wahrgenommenen Aktivitäten im Bereich

der Wirtschaftsförderung, Marketing/Tourismus und des Internetauftritts

der Landeshauptstadt Hannover und der Region Hannover

zu koordinieren. Die Hannover Holding bildet damit die Muttergesellschaft

sechs eingebrachter Gesellschaften aus diesen Bereichen.

Im Interesse eines gebündelten und einheitlichen Auftretens

wurden die in den Bereichen Marketing/Tourismus und Wirtschaftsförderung

agierenden Gesellschaften so verschmolzen,

dass in jedem Bereich nur noch jeweils ein Unternehmen agiert.

Im Bereich Wirtschaftsförderung soll damit das Ziel verfolgt wer-

REgjo HannovER PolitiK 43

den, innerhalb der Region Wirtschaftsförderung aus einem Guss

anbieten zu können. Dazu ist unter anderem auch geplant, einzelne

Wirtschaftsförderungsbereiche innerhalb der Region räumlich

zusammenzuführen. Die Ziele der Wirtschaftsförderung konzentrieren

sich auf die Unterstützung von Existenzgründungen und

ansässiger Unternehmen. Gleichzeitig werden Maßnahmen ergriffen,

externe Unternehmen in der Region anzusiedeln.

Im Bereich Marketing/Tourismus erleichtert die Reorganisation

ein strategisch einheitliches Vorgehen. Die Gesellschaft ist

als eine Private Public Partnership aufgestellt, an der die Hannover

Holding zu 50 Prozent beteiligt ist. Ziel dieser Initiative ist die

Verbesserung des Images der Region. Als Grundlage einer zukünftigen

Kommunikationsstrategie wurde eine breit angelegte Marktforschung

eingeleitet, die innerhalb und außerhalb der Region das

wahrgenommene Image Hannovers erfasst. Mit ersten Ergebnissen

ist im Herbst zu rechnen.“


44 PolitiK REgjo HannovER REgjo HannovER PolitiK 45

Der blinde König georg v. von Hannover schenkte das grundstück und das noch zu erbauende Schloss seiner Frau Königin Marie im jahre 1857

zum geburtstag. Schloss Marienburg wurde in den jahren 1857 bis 1867 von dem architekten Conrad Wilhelm Hase im neugotischen Stil erbaut.

Die gründung der Region Hannover

ist noch nicht sehr lange her: Welches

waren die gründe und politischen

Rahmenbedingungen?

Hauke Jagau: Ziel der Regionsgründung

war es vor allem, wesentliche Leistungen

der Daseinsvorsorge in der Region

Hannover aus einer Hand zu erbringen.

Nahverkehr, Wirtschaftsförderung,

Abfallentsorgung, Berufsschulen, Krankenhäuser,

Umwelt und Gesundheitsverwaltung

werden seit 2001 durch die neue

Region Hannover erbracht. Dadurch sind

wir handlungsfähiger und gleichzeitig

wirtschaftlicher geworden. Möglich war

dies nur, weil die damalige Landesregierung

und die regionalen Akteure inklusive

der 21 Städte und Gemeinden diesen

Prozess gemeinsam vorangetrieben haben

und etwas schaffen wollten, das eigentlich

naheliegend, in Deutschland aber bislang

einmalig ist.

Was hat sich seither getan? gibt es Entwicklungen,

die sich konkret auf die gründung

der Region zurückführen lassen?

Hauke Jagau: Zum einen entwickelt sich

seit der Gründung langsam eine Bereitschaft,

Themen gemeinsam anzugehen und

Interessenskonflikte so zu lösen, dass am

Ende keine Verlierer auf der Strecke bleiben.

Neben dieser neuen Kultur gibt es

auch eine Reihe von zählbaren Erfolgen.

Die Krankenhäuser der Landeshauptstadt

und des alten Landkreises Hannover haben

noch zum Jahre 2004 ein Defizit von 21

Mio. Euro erzielt. Im Jahre 2009 werden

sie erstmalig die schwarze Null erreichen.

Unser Nahverkehrsunternehmen üstra hat

im Jahre 2008 zum ersten Mal seit der

Kommunalisierung, Anfang der siebziger

Jahre, einen Überschuss erzielt. Durch die

Gründung der Hannover Holding, in der

die Wirtschaftsförder- und Marketinggesellschaften

der Region und der Landeshauptstadt

zusammengefasst sind, stehen

mit Beteiligung privater Partner jährlich

über 10 Mio. Euro für die Förderung einzelner

Branchen, von Neugründungen und

für das Standortmarketing für den Wirtschaftsraum

Hannover zur Verfügung.

Warum und mit welchen Zielen ist die Hannover

Holding ins Leben gerufen worden?

Links: Der Maschsee ist ein 2,4 Kilometer langer, künstlich geschaffener See und das größte gewässer in der niedersächsischen

Landeshauptstadt. Der See ist eins der beliebtesten naherholungsgebiete der Region. Rechts: das gebäude der nord LB in Hannover.

Hauke Jagau: Wir hatten in der Vergangenheit

eine Reihe unterschiedlicher Wirtschaftsförderungs-,

Gründungsförderungs-,

Marketing- und Tourismusgesellschaften,

die zum Teil im Eigentum der Landeshauptstadt,

zum Teil im Eigentum der Region

und zum Teil im gemeinsamen Eigentum

waren. Unser Ziel war es, mit der Gründung

der Hannover Holding diese unterschiedlichen

Gesellschaften unter einem Dach zu

bündeln, durch Fusionen größere operative

Einheiten zu schaffen und das Nebeneinander

unterschiedlicher Aktivitäten zu beenden.

Das Marketing für die Herrenhäuser

Gärten wird nicht besser, wenn es von vier

oder fünf Akteuren parallel betrieben wird.

Ich möchte einheitliche Leitbilder und Strategien,

die dann auch mit der entsprechen-

den Durchschlagskraft überregional kommuniziert

werden.

Wo sehen Sie die wichtigsten aufgaben

der Region Hannover?

Hauke Jagau: Wir wollen zu den Regionen

in Deutschland gehören, die sich wirtschaftlich

positiv entwickeln, die dauerhaft

eine hohe Lebensqualität und eine intakte

öffentliche Infrastruktur anbieten können

und die Einwohnerinnen und Einwohner

dazugewinnen. Darüber hinaus ist der soziale

Ausgleich eine ganz wichtige Aufgabe

für uns. Wir sind nicht nur Träger der Sozialkosten

in Hannover, sondern bieten eine

Vielzahl von Angeboten, die Menschen

eine soziale Teilhabe ermöglichen sollen.

Soziale Leistungen umfassen 2/3 des Ver-

waltungshaushalts der Region Hannover.

Das sind rund 850 Mio. Euro.

Welches sind die aktuellen politischen

Themen, die Sie diskutieren?

Hauke Jagau: Ein ganz wichtiges Thema ist

die Neuorganisation der JobCenter, die nach

dem Jahr 2010 in dieser Form nicht mehr

fortgeführt werden können. Ich möchte es

den Betroffenen ersparen, dass sie zukünftig

anstelle eines Sachbearbeiters mehrere

Behörden aufsuchen müssen, um finanzielle

Leistungen und Integrationsangebote

zu erhalten. Ein weiteres strategisches

Thema ist die Weiterentwicklung der Wirtschaftsförderung

in der Region Hannover.

In der Hannover Holding wurden zunächst

die privatwirtschaftlich organisierten Wirt-


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Bilder links: einer der zahlreichen Reitwege in der Region

Hannover und die berühmten „nanas“ in der Innenstadt.

schaftsförderereinrichtungen gebündelt.

In der nächsten Stufe wird es

darum gehen, diese Einrichtungen

und die Wirtschaftsförderungen der

Verwaltungen sinnvoll zusammen zu

führen. Darüber hinaus wird uns insbesondere

die finanzielle Situation der

öffentlichen Haushalte in den nächsten

Jahren weiter beschäftigen. Die

kommunale und regionale Ebene ist

für das, was Bürgerinnen und Bürger

von ihr erwarten, finanziell unzureichend

ausgestattet. Dies zu ändern

ist wichtig, aber parallel müssen wir

auch weiterhin nach Einsparungspotenzialen

suchen und die Wirtschaftlichkeit

unserer Leistung weiter erhö-

hen. Dass wir dies kontinuierlich tun,

habe ich schon am Beispiel des Klinikum

Region Hannover und der üstra

aufgezeigt.

Was macht die Region Hannover

einzigartig?

Hauke Jagau: Nirgendwo sonst in

Deutschland gibt es eine solche Bündelung

öffentlicher Aufgaben in einer

Großstadtregion. Die sonst üblichen

Auseinandersetzungen zwischen

Großstadt und Umland, zwischen

Städten, Landkreisen und Zweckverbänden

und die daraus entstehenden

Reibungsverluste gibt es bei der

Region Hannover nicht. Ich glaube,

REgjo HannovER PolitiK 47

Bilder rechts: die Herrenhäuser Botanischen gärten und ein

Blick durch eine idyllische allee in der Region.

es ist uns gemeinsam mit unseren

21 Städten und Gemeinden gelungen,

hier eine neue Kultur zu entwickeln.

Gemeinsame Strategien, die

Bündelung von Aufgaben und ein fairer

Interessenausgleich machen die

Region Hannover zukunftsfähig. Wir

haben gute Chancen, uns im Wettbewerb

der Großstadtregionen erfolgreich

zu behaupten.

Infos unter www.hannover-holding.de

und www.hannover.de


48 gEnuSSMachEr REgjo HannovER REgjo HannovER gEnuSSMachEr 49

Hannover zum Anbeißen

Unter der Marke „Die genussmacher“ haben sich 16 hannoversche gastronomen zusammengeschlossen.

Das Ziel: die Etablierung eines gemeinsamen Marketings für Hannovers Stadtgastronomie.

Text: Katrin Langemann Fotografie: Heimo Klemm, Frank Wilde, genussmacher

Viele Köche verderben den Brei, heißt es. Aber auch: Das Team

macht den Einzelnen stark. Ein Motto, dass sich Hannovers Gastronomen

zu Herzen genommen haben. Seit drei Jahren machen sich

„Die Genussmacher“ stark für die hannoverschen Restaurants.

Langfristiges Ziel des Verbunds ist die Etablierung eines gemeinsamen

Marketings für Hannovers Stadtgastronomie. Denn: „Die

Gastronomie ist wie der Einzelhandel und die Kultur die Visitenkarte

und das Aushängeschild einer Stadt und leistet einen wesentlichen

Beitrag sowohl zum touristischen Angebot für auswärtige

Besucher als auch zum Wohlbefinden der eigenen Bewohner.

Daher ist das gastronomische Angebot ein unverzichtbarer Baustein

für das Image einer Stadt, den Wirtschaftsfaktor Tourismus

als auch für den Erholungs- und Freizeitwert und die Zufriedenheit

der Bewohner“, betont Nicole Rösler, Sprecherin der „Genussmacher“.

Zusammen mit Christian Stöver, Inhaber des Restaurant

bell’ARTE, führt die Inhaberin der Brasserie Fresko den Marketingverbund

hannoverscher Stadtgastronomen an. 20 Restaurants,

Bistro und Bars sind derzeit dabei.

Der Name ist Programm. Nicole Rösler: „Unsere Aufgabe ist es,

Genuss zu machen. Wir möchten den Hannoveranern die vielfältige

und interessante Menülandschaft ihrer Stadt näher bringen.“

Das gelingt mit zahlreichen Aktionen, wie beispielsweise der Präsenz

bei Stadtfesten und anderen Veranstaltungen, einer Zusammenarbeit

mit dem Museum-August-Kestner („Kochen in Epo-

Einmal pro Monat laden die „genussmacher“ zum Menühopping: jeder

gang in einem anderen Restaurant. Das Interesse ist riesig.

chen“) und dem sehr beliebten Menühopping. Der besondere Clou

dabei: jeder Gang in einem anderen Restaurant. Eine gastronomische

Entdeckungsreise durch Hannover. Nicole Rösler: „Bereits

nach den ersten drei Veranstaltungen waren die Hoppings komplett

ausgebucht. Denn: Wem’s geschmeckt hat, der kommt gerne wieder.“

Einmal pro Monat haben die Hannoveraner so die Möglichkeit,

gleich in vier verschiedenen Restaurants zu speisen. Bis zum

Ende des Jahres sind diese Hoppings zwar schon alle ausgebucht.

Doch wer keinen Platz mehr bekommen hat, muss nicht traurig

sein. Im nächsten Jahr geht es weiter. Die Genussmacher arbeiten

derzeit an der Umsetzung zahlreicher Ideen und Pläne für neue

Hoppings. Gleich zu Jahresbeginn ist ein Riesen-Geburtstags-Hopping

geplant. Die Genussmacher wollen gemeinsam mit 150 Gästen

auf den zweiten Geburtstag anstoßen, danach wird „ganz normal“

in drei verschiedenen Routen gehoppt und zum Abschluss treffen

sich alle zu einer großen Geburtstags-Party mit DJ.

Weitere Ideen sind eine Kultur-Tour sowie ein Hopping-

Triathlon. „Statt des bequemen Bustransfers werden die Teilnehmer

dann mit Tretboot, Fahrrad und zu Fuß von einem Restaurant

zum nächsten gelangen“, verrät Nicole Rösler. Desweiteren

ist ein Genussmacher-Restaurant-Führer in Planung. Mehr Informationen

im Internet unter www.genussmacher.de oder bei Sara

Schulz vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA)

unter der Telefonnummer 0511 33 70 631.


50 Kultur REgjo HannovER

Franz Marc, Das Äffchen, 1912, Öl auf Leinwand, 70,4 x 100 cm

Foto: Städtische galerie im Lenbachhaus, München.

Paris. New York. Hannover.

REgjo HannovER Kultur 51

Diese aufzählung mag noch befremdlich klingen. Doch mit Marc, Macke und Delaunay sowie dem geplanten ausbau des

Sprengel Museums etabliert sich der Kulturstandort Hannover immer mehr zum festen Bestandteil der kulturellen oberliga.


52 Kultur REgjo HannovER REgjo HannovER Kultur 53

august Macke, Modegeschäft, 1913, Öl auf Leinwand, 50,8 x 61 cm

Foto: LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster

/Rudolf Wakonigg & Sabine ahlbrand-Dornseif.


54 Kultur REgjo HannovER REgjo HannovER Kultur 55

Robert Delaunay, La Tour aux Rideaux, 1910-1911, Öl auf Leinwand,

116 x 97 cm, Kunstsammlung nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

Foto: Walter Klein, Düsseldorf.

august Macke, Unser garten mit blühenden Rabatten, 1912, Öl auf

Leinwand, 64,0 x 47,5 cm, Hamburger Kunsthalle, Dauerleihgabe aus

Privatbesitz, Foto: Elke Walford.

Text: Lorenz Hartwig

Das Sprengel Museum Hannover ist eine der deutschen Topadressen

für moderne Kunst. National spielt die umfangreiche Sammlung

des Museums bereits in der ersten Liga, das soll in Zukunft auch

international der Fall sein. Erster Meilenstein auf diesem Weg war

die kürzlich zu Ende gegangene Sonderausstellung, die Werke der

Künstler Marc, Macke und Delaunay zeigte. In den ersten Wochen

seit Ausstellungsbeginn strömten rund 150.000 Besucher in die

Hallen des Museums und stellten damit einen neuen Besucherrekord

auf. Die bisher erfolgreichste Ausstellung der Museumsgeschichte

sorgte für ein weitreichendes internationales Echo. Gezeigt

wurden etwa 90 Gemälde und 100 Aquarelle, die in einer vierjährigen

Schaffensphase entstanden sind. Weltweit einzigartig ist die

Ausstellung deshalb, weil der Betrachter auf einen Blick, den Weg

der gegenseitigen Beeinflussung der Künstler nachvollziehen kann.

Susanne Meyer-Büser, Kuratorin des Sprengel Museums: „Unsere

ursprüngliche Idee war es, Marc und Macke eine Ausstellung zu

widmen, da beide eine enge Freundschaft verband, die sich auch in

der Kunst bemerkbar machte. In diesem Zusammenhang stößt man

schnell auf Delaunay, da beide mit ihm in Briefkontakt standen.“

Der im Vergleich zu Marc und Macke eher unbekannte Delaunay

wurde schnell zum Hauptimpulsgeber des Dreiergespanns. Grund

Durch den geplanten ausbau erweitert sich die ausstellungsfläche

des Sprengel Museums um 4.500 Quadratmeter.

Fotos: Herling/gwose (Sprengel Museum Hannover).

hierfür waren dessen „Fenetres“, die Fensterbilder.

Am Motiv lichtbrechender Fensterscheiben

erprobte er Farbwirkungen.

Die daraus hervorgehenden neuen Ansätze

übernahmen Marc und Macke sogleich in

ihre Werke. Trotz der starken Beeinflussung

untereinander bewahrte jeder der

Protagonisten seine eigene Handschrift.

Und auch privat war das Verhältnis der drei

nicht immer harmonisch.

Im Interesse der Ausstellung stand die

Darstellung eines grenzüberschreitenden

Kunstnetzwerkes, das im Gegensatz zum

politischen Geschehen auf Internationalität

fußte. So war bereits die gemeinsame

Ausstellung „Erster deutscher Herbstsalon“

im Jahr 1913 ein Bekenntnis gegen den

drohenden Krieg, Fremdenfeindlichkeit

und nationale Abschottung. Der Name der

Exposition 2009 wollte diese Botschaft mit

dem Titel „Die Schönheit einer zerbrechen-

den Welt“ aufgreifen. Um die Komplexität

der Verbindungen deutlich zu machen,

fokussierte „Die Schönheit einer zerbrechenden

Welt“ auch bedeutende Intermediatoren,

die das Zusammenspiel erst möglich

machten. Zu nennen sind Namen wie

Kandinsky, Klee und insbesondere Sonia

Delaunay, die dank zahlreicher Kontakte

beim Aufbau des Netzwerkes half. Als Ehefrau

Delaunays übersetzte sie Briefe, die

Macke an ihren Mann schrieb, hielt Kontakt

zu Sammlern und Kritikern. Ihr entscheidender

Verdienst machte die Überwindung

sprachlicher und kultureller Barrieren

erst möglich. Einender Faktor des Trios

war allen persönlichen Spannungen zum

Trotz die Liebe zum künstlerischen Schaffen.

Eine formgebende zentrale Thematik

lässt sich aus dem gemeinsamen Werk

herleiten: das Licht, dessen Auffächerung

und die damit verbundene Steigerung der

Farbenergie. Zum Auftakt der Ausstellung

veranstaltete Hauptsponsor Enercity ein

Lichterlebnis moderner Art auf dem Maschsee.

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung

des Enercity Energie Dialog wurden

Motive der Ausstellung auf ein 25 Meter

breites und 15 Meter hohes Wasserschild

projiziert. Michael G. Feist, Vorstandsvorsitzender

und Kaufmännischer Direktor

Stadtwerke AG: „Wir wollten das Nützliche

mit dem Angenehmen verbinden und alle

Hannoveraner daran teilhaben lassen.“ Mit

der Entscheidung als Hauptsponsor einer

Kunstausstellung zu fungieren, haben die

Stadtwerke Hannover persönliches Sponsoringneuland

beschritten. Michael G. Feist:

„Uns liegt Hannover am Herzen. Besonderes

Interesse gilt daher dem Ausbau des

Kulturstandortes, um einen nationalen

und internationalen Bedeutungsgewinn

zu erzielen. Das tut der Stadt gut, steigert


Mit einer spektakulären Lasershow gestaltete Sponsor Enercity

den auftakt der ausstellung „Marc, Macke & Delaunay“.

Fotos: Katharina geber.

die Lebensqualität und macht sie gleichzeitig attraktiv.“

Um dem Anspruch globaler Aufmerksamkeit gerecht zu

werden, sind neue Bauvorhaben unausweichlich. Zurzeit

platzt das Museum aufgrund seines vielfältigen Bestands

aus allen Nähten. Susanne Meyer-Büser: „Für die Realisierung

der Sonderausstellung mussten zahlreiche Kunstwerke

abgehängt werden.“ Die Raumkapazität ist längst

nicht mehr zeitgemäß, deshalb sollen die Räume des Sprengel

Museums um weitere 4.500 Quadratmeter vergrößert

werden. Marlis Drevermann, Stadträtin: „Der Ausbau des

Kulturstandortes wird die gewonnene Position des Sprengel

Museum Hannover als eines der wichtigsten unserer

Zeit nachhaltig unterstützen.“ Noch in diesem Sommer will

der Rat über die Ausschreibung des internationalen Architektenwettbewerbs

entscheiden, denn es ist Eile geboten.

Grund hierfür: Die für die Finanzierung einkalkulierten

Mittel der EU stehen nur noch bis 2013 zur Verfügung.

Das Finanzierungsmodell ist bereits beschlossen: Fünf Millionen

Euro trägt das Land Niedersachsen, fünf die Landeshauptstadt

Hannover und weitere fünf private Sponsoren.

Den Bärenanteil von zehn Millionen steuert Brüssel

REgjo HannovER Kultur 57

bei. Marlis Drevermann: „Um auch in Zukunft von der

Strahlkraft hochkarätiger Events profitieren zu können,

sind bauliche Maßnahmen von Nöten. Mit dem Bau einhergehen

soll eine Weiterentwicklung der Besucherzahlen.“

Noch ist die mangelnde Raumkapazität ein hinkender

Fuß auf dem Weg an die Spitze.

Kunst ist eben nicht nur Objekt für die Sinne, sondern

auch aus wirtschaftlicher Sicht ein Blickfang. Kulturelle

Anziehungspunkte sind internationale Tourismusfaktoren.

Das weiß man spätestens, seit eine Vielzahl fremdsprachiger

Einträge das Gästebuch des Sprengel Museums

schmückt. Susanne Meyer-Büser: „Wir haben bereits mehrere

Mitteilungen von Menschen erhalten, die bedauern

die Ausstellung nicht sehen zu können.“ Die gewünschte

Internationalität ist jedoch nicht nur mit Chancen, sondern

auch mit Erwartungen verbunden, die das globale

Angebot diktiert. Die Messestadt Hannover ist das Spiel auf

großer Weltbühne bereits gewohnt. Wo sich das Sprengel

Museum in Zukunft platzieren wird, ob bei den großen in

der ersten Reihe oder auf einem vielversprechenden hinteren

Rang, wird spätestens die Zukunft zeigen.


58 MuSiK REgjo HannovER REgjo HannovER MuSiK 59

Neue Töne braucht das Land

jugendkultur und Musikförderung, Beratung und Lehrerfortbildung, Workshops und Konzerte: Seit zwanzig jahren

bewegt der gemeinnützige verein Lag Rock die niedersächsische Musikszene. In der Breite und an der Spitze.


60 MuSiK REgjo HannovER REgjo HannovER MuSiK 61

Text: angela andresen-Schneehage Fotografie: Lag Rock

Hannover scheint in vielen Belangen ein „heimlicher Spitzenreiter“

zu sein. Leidenschaftliche Niedersachsen bezeichnen ihre

Metropole dabei sogar als die inoffizielle Hauptstadt der Rockmusik.

Schließlich haben international erfolgreiche Bands wie die

Scorpions, Jane und Fury in the Slaughterhouse hier ihre Wurzeln;

das Niveau der hiesigen Tonstudios ist so hervorragend, dass

es Weltstars wie Tom Jones, Simply Red oder Phil Collins in die

Landeshauptstadt zieht und auch national bedeutende Formationen

wie Juli, Revolverheld oder Eloy hier ihre Alben aufnehmen.

Der Hannoveraner Mustafa Gündogdu, besser bekannt als Mousse

T., der mit seinen Peppermint Park Studios auf dem Expogelände

residiert, gilt vielen seiner Fans als Deutschlands bester Produzent

und Remixer.

Doch Klampfe, Drumsticks oder Mikrofon in die Hand zu nehmen

und zu musizieren ist nur die eine Seite des Geschäftes mit

den Klängen. Talent und Begeisterung für den Sound allein reichen

für eine Musikerkarriere nicht aus. Um den eigenen Songs

auch öffentliches Gehör verschaffen zu können, braucht es mehr.

Kenntnisse, Kontakte und Unterstützung.

Beim Projekt „Bandfactory“ werden Bands wie „Corona“ und „Dreist“

aus Hannover gecoacht.

„Wir tun viel für die Rockmusikförderung“ – dieses Motto hat

sich die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Rock auf die Fahnen

geschrieben und danach arbeitet der Verein seit seiner Gründung

im September 1988 kontinuierlich und engagiert. Die LAG Rock ist

ein Zusammenschluss von 25 örtlichen Musikinitiativen, kommunalen

Einrichtungen wie Jugend- und Kulturzentren oder Musikschulen

in verschiedenen niedersächsischen Städten und sitzt, in

enger Nachbarschaft zur Deutschen Rockmusik Stiftung und dem

Rockbüro Hannover, mit ihrer Hauptgeschäftsstelle unter dem

Dach des Musikzentrums Hannover.

„Wir übernehmen als Fachverband die Beratung, Koordination

und Begleitung aller Art von Rockmusikprojekten, und zwar

in ihrer ganzen stilistischen Bandbreite“, erklärt LAG-Projektleiterin

Vera Lüdeck. Die drei wesentlichen Bereiche bilden dabei die

dezentrale landesweite Breitenförderung, die Spitzenförderung von

Musikern und spezielle Mädchen- und Frauenprojekte.

„Musikunterricht an Schulen findet leider oft sehr begrenzt,

teilweise auch gar nicht statt“, so Lüdeck. „Diesem Missstand wollen

wir zum Beispiel mit unserer Multiplikatorenfortbildung „Die

Band“ entgegenwirken, die alle interessierten

Lehrer und Referendare an allgemeinbildenden

Schulen ansprechen soll.

Unsere musikpädagogisch erfahrenen

Dozenten vermitteln in praxisorientierten

Seminaren die typischen Stilmittel von

Rock und Pop. Dabei lernen die Teilnehmer

zunächst selbst Musik zu machen und

bekommen dann in einem zweiten Schritt

das didaktische Rüstzeug, um das Neuerlernte

an ihre Schüler weiterzugeben. Am

Ende eines Wochenendlehrgangs besitzen

die Absolventen dann bereits eine ausreichende

Qualifikation, um an ihrer Schule

im Klassenverband eine Rock AG oder

Band anzuleiten.“

Quer übers Land verteilt bietet die

LAG Rock auch den jugendlichen Musikern

und denen, die es werden wollen, ein

umfangreiches Workshopprogramm. Unter

dem Titel „Rock da base“ werden Gesangskurse,

Jamshops, Jazz-Rock-Blues-Werkstätten

und Band-Coachings veranstaltet.

Große Unterstützung durch die LAG

Rock erfahren auch jene semiprofessionellen

Rockgruppen, die den Sprung ins Profilager

wagen wollen. Vera Lüdeck: „In

diesem Jahr geht unser Coaching für aufstrebende

Bands in die zwölfte Runde: Die

„Bandfactory“ ist sozusagen unser Gegenschlag

zu „Deutschland sucht den Superstar“

(DSDS). Engagierte Profis coachen

ganz individuell talentierte Newcomer-

Bands. Da gibt es echten Input und den

direkten Draht zum Musikbusiness.“ Sechs

Bands pro Factory-Durchgang haben die

Chance, das „Rundum-Glücklich-Paket“

für die aufstrebende Band zu gewinnen.

von links: Im jahr 2007 gewann die Band „odeville“ aus Stade den

bundesweiten Local Heros Contest. Die Musiker von „Merry-go-round“

gingen bereits ein jahr vorher an den Start.

Neben einer professionellen Auftrittsorganisation

inklusive Zusammenarbeit mit

Agenturen und Medien erhalten die teilnehmenden

Bands ein Wochenende lang

Coachings zu verschiedenen Themen. Nach

einem Showcase vor Publikum gibt’s für die

teilnehmenden Gruppen zunächst offene

und konstruktive Kritik der Profis. Im

anschließenden Intensivworkshop arbeiten

die Nachwuchskünstler dann konzentriert

zu Themen wie Bühnenpräsenz, Arrangements

oder Image. Wichtig auch: Musik ist

nur ein Teil im Leben einer professionellen

Band. Videoproduktionen, Präsentationen,

Businessplan, Vermarktung, Kooperation

mit Plattenfirmen, Interviewtraining

sind ebenfalls Stichworte, zu denen sich

Bands mit Profiambitionen Gedanken

machen müssen. Bands, die das Glück hat-


62 MuSiK REgjo HannovER REgjo HannovER MuSiK 63

„In Mind“ aus verden beim Local Heros Bandcontest (2007),

dem bundesweit größten nachwuchswettbewerb.

ten, unter allen Bewerbern als Teilnehmer ausgewählt zu

werden, profitieren in hohem Maße von diesen „Lehrstunden“.

„Die Band factory Niedersachsen ist das Beste, was

einer jungen Band in Sachen Coaching passieren kann.

Das Wochenende war einfach elektrisierend“, sagt Dennis

Bokelmann von der deutschsprachigen Alternativ-Rockband

Craved, die im vergangenen Jahr mit von der Partie

war. Genauso sahen es am Ende des Durchgangs 2008 auch

die Mitglieder der hannoverschen Band Dreist: „Kaum zu

glauben, dass man in nur zwei Tagen so viele Anregungen

bekommen kann. Mit neuen Ideen im Kopf und noch mehr

Motivation werden wir nun weiter Musik machen, Songs

schreiben, Auftritte geben und, und, und.“

Zu den Coaches der im Juli und November stattfindenden

Bandfactory gehört neben Henning Rümenapp

von den Guano Apes, dem diplomierten Komponisten

Leo Schmidthals und der Choreografin Katrin Helmerichs,

wie auch schon im vergangenen Jahr Michael „Kosho“

Koschorrek, Gitarrist der Söhne Mannheims. „Die Bandfactory

Niedersachsen leistet einen ganz wichtigen Beitrag

zur Band-Beschleunigung“, so der Echopreisträger. „Denn

Bilder von links oben nach rechts unten: Teilnehmer beim Hip-Hop-

Rap-Festival; das Projekt „Die Band“ fand 2007 in der Bundesakademie

in Wolfenbüttel statt; Teilnehmerin bei „sistars**“ 2008 im

Frauenmusikzentrum Hamburg; Mädchen beim Projekt „Respekt –

Songs für Toleranz und verständigung“; Siegerehrung beim Local

Heros Contest 2007 mit der gewinnerband „odeville“.

oft werden im Musikeralltag viele Konzerte hintereinander

gespielt, ohne dass auch nur eine einzige konstruktive

Anregung von kompetenter Seite kommen würde. In der

Bandfactory kann es in 20 Minuten Feedback durch die

Band-Coaches mehr Ideen zur Verbesserung und Verfeinerung

geben, als es die meisten Formationen innerhalb

eines ganzen Jahres, oft nur durch mühsames Nachfragen,

bekommen.“

Die ausschließlich weibliche Seite der Klangwelt findet

während der niedersächsischen Frauenmusiktage statt.

Einmal im Jahr organisiert die LAG Rock dieses Ereignis

an wechselnden Orten. Zwischen 40 und 80 Frauen nehmen

regelmäßig an dieser Veranstaltung teil, bei der vormittags

der Instrumentalunterricht und nachmittags die

Bands im Vordergrund stehen, und an dessen Ende ein

öffentliches Abschlusskonzert den Höhepunkt bildet.

Die LAG rockt also das Land. Erfolgreich. „Und das

tun wir als gemeinnütziger Verein“, betont Vera Lüdeck.

„Mit unserer Arbeit verfolgen wir keinerlei eigene wirtschaftliche

Interessen.“ Musik wird eben nicht nur von

Dieter Bohlen gemacht!


64 WirtSchaFt REgjo HannovER REgjo HannovER WirtSchaFt 65

B a U E n

Bauförderung

Die Landeshauptstadt Hannover fördert

Wohneigentum für Familien mit Kindern.

Bereits seit 1997 fördert die Landeshauptstadt

Hannover bauwillige Familien mit

Kindern mit dem so genannten Hannover-Kinder-Bauland-Bonus:

Beim Erwerb

eines städtischen Grundstücks gibt es pro

Kind zehn Prozent Nachlass auf den Kaufpreis.

Dabei gilt: je mehr Kinder, desto

mehr Bonus. Bei vier Kindern und einer

maximalen Förderung von 40 Prozent

Rabatt ist aber Schluss. Gefördert werden

alle städtischen Grundstücke, die für die

Bebauung mit Einfamilienhäusern vorgesehen

sind und als förderfähig erklärt wurden.

Einkommen oder Trauschein spielen

keine Rolle, wichtig ist nur, dass die Kinder

nicht älter als 16 Jahre sind und im

Haushalt der Eltern leben. Aufgrund des

großen Erfolgs wurde der Rabatt vor kurzem

auch auf Eigentumswohnungen auf

ehemals städtischen Grundstücken ausgedehnt,

so dass bei deren Ersterwerb ebenfalls

die Förderung in Anspruch genommen

werden kann. Einzige Bedingung ist

– wie auch beim Hausbau – die Selbstnutzung

des Objekts.

Der Hannover-Kinder-Bauland-Bonus

war bundesweit der erste seiner Art. Bis

heute wurden mehr als 1.000 Familien

gefördert. Infos: www.efh-buero.de Bg

M E S S E

Mit allen Sinnen genießen

Zur letzten vInaLIa kamen 3.900 zufriedene Besucher und 94 aussteller. Das Thema

der diesjährigen vInaLIa in Hannover lautet: „Sachsen trifft niedersachsen“.

Schon die alten Römer wussten, dass im

Wein die Wahrheit liegt und tranken dementsprechend

gerne und genussvoll vom

edlen Traubensaft. Auch wenn Jahrhunderte

nach Julius Caesar, Gaius und Co.

verstrichen sind, hat die Faszination für

erlesenen Genuss nicht abgenommen.

Denn auch dieses Jahr kommt die VINA-

LIA, Deutschlands Genussmesse Nummer

eins, in die niedersächsische Landeshauptstadt

Hannover, die kurzerhand zum

Genussmekka erklärt wird.

Das vielseits gerühmte Konzept der

Messe wird bereits zum sechsten Mal

durchgeführt und stellt das Motto „Genießen

mit allen Sinnen“ an oberste Stelle.

Im altehrwürdigen Kuppelsaal des Hannover

Congress Centrum HCC wollen die

Veranstalter der Vinalia GmbH im wahrsten

Sinne des Wortes die Korken knallen

lassen. „Freunden vollmundiger Weine

und außergewöhnlicher Delikatessen soll

ein unvergessliches kulinarisches Erlebnis

bereitet werden“, sagt die Initiatorin

der Messe, Beate E. Wimmer. Die gelernte

Sommelière weiß, wovon sie spricht, denn

alle Aussteller der VINALIA sind handverlesen.

Beate E. Wimmer: „Besonders Endverbrauchern

soll die Messe als genussvolle

Horizonterweiterung dienen, denn hier

kann man wie nirgendwo sonst direkt vom

Profi und am Qualitätsprodukt lernen.“

Das Genussforum VINALIA dient aber

auch der gehobenen Gastronomie als Verkaufs-

und Ordermesse. Sie präsentiert in

exklusivem Ambiente Weine aus Anbaugebieten

im In- und Ausland sowie Feinkost

und Gewürze, aber auch feins te

Tischkultur. Was Hannover von anderen

VINALIA-Standorten unterscheidet, ist

ein Programmpunkt, der der Veranstalterin

besonders am Herzen liegt: „Harmonie

Speise & Wein“. Unter diesem Namen soll

Hobbyköchen die perfekte Symbiose aus

Wein und damit korrespondierenden Speisen

näher gebracht werden, mit dem Ziel,

auch am heimischen Herd auf fünf Sterne

Niveau Köstlichkeiten zu zaubern. Highlight

2009 ist das Projekt „Sachsen trifft

Niedersachsen“: sächsische Winzer stellen

ihre Produkte vor. Außerdem wird eine

Mischung aus Kunst, Kultur und Kulinarik

geboten. Auch kulinarische Anfänger, die

sich gerne mal als „Sommelier“ versuchen

möchten, können bei einer Blindverkostung

erschmecken, ob guter Wein immer

teuer sein muss oder ob Qualität auch für

kleines Geld aus Flaschen fließt. LH

g E S U n D H E I T

Neue Praxis Starker Partner

Die Praxis des orthopäden Dr. med. Heininger

ist eine der größten in der Region.

Mit über 400 Quadratmetern ist die neue

Praxis von Dr. med. Frank Heininger

eines der größten orthopädischen Zentren

der Region Hannover. Unter dem Namen

„Orthopädie im Rosenquartier“ ist der

Facharzt für Orthopädie und Chirotherapie

mit einem weiteren Facharzt, acht

Mitarbeitern und vier Physiotherapeuten

Anfang August in den neuen Gebäudekomplex

nahe dem Hauptbahnhof eingezogen.

Dr. Heininger: „Die neue Praxis ist zentraler

an der Innenstadt. Durch den nahen Bahnanschluss

und die zahlreichen Parkplätze

– 360 im Rosenquartier und 1.200 in der

Ernst-August-Galerie – besteht eine gute

Erreichbarkeit. Durch die Praxiskooperation

können wir einen verbesserten Service

bieten.“ Die Praxis hat sich auf die nichtoperative

Orthopädie spezialisiert. Das

Angebot reicht von Arthrose- und Chirotherapie

über Akupunktur, Magnetfeld-

und Lasertherapie bis hin zur Knochendichtemessung

und Stoßwellentherapie.

Zu finden ist die Praxis für Privat- und

Kassenpatienten in der Kurt-Schumacher-

Str. 7. Sprechzeiten: Mo-Fr: 8.30-13.00 Uhr

sowie Mo, Di und Do 14.00-18.00 Uhr. Termine

unter 0511 1319898, für die Physiotherapeuten:

0511 12332655. KL

W I R T S C H a F T

Die autovision ist strategischer Partner

für die Fachkräfte-Rekrutierung.

Der Fachkräftemangel stellt Unternehmen

vor enorme Herausforderungen. Das Rekrutieren

von Personal wird dabei zunehmend

zum Wettbewerbsfaktor. Der Personal- und

Prozessdienstleister AutoVision GmbH bietet

hier effiziente Lösungen an: „Wir verknüpfen

unsere Rekrutierungskompetenz

mit dem Einsatz moderner Software. Von

der Fachpersonal-Rekrutierung über Zeitarbeit

bis hin zu Ingenieurs- und IT-Dienstleistungen

– unser Leistungsspektrum bilden

wir auf einer eigens entwickelten,

Internet-gestützten Dienstleistungsplattform

ab“, erläutert Oliver Woschny, Leiter

der AutoVision-Niederlassung Hannover.

Die Dienstleistungsplattform lässt sich

direkt in die Kundensysteme einbinden, so

dass auch der Kunde flexiblen Zugriff hat.

Im April 2001 als 100-prozentige

Tochter von Volkswagen gegründet, ist

AutoVision GmbH bundesweit an insgesamt

18 Standorten vertreten und international

in Ungarn, Portugal, Belgien und der Slowakei

aktiv. Laut aktueller Lünendonkstudie

gehört AutoVision zu den Top-5 Personaldienstleistern

in Deutschland. KL

autovision, niederlassung Hannover, Tel.

0511 123 578 60, autovision-gmbh.com

Bilder: arpad nagy-Bagoly/Fotolia.com, vinalia gmbH, Praxis Dr. med. F. Heininger, autovision gmbH, Duravit ag

W E L L n E S S

Bäder mit Stil

Hans g. Bock Badeinrichtungen zeigt,

was alles in einem Bad stecken kann.

„Mit allen Sinnen genießen“ – in der kleinen,

aber feinen Badausstellung im Hause

Hans G. Bock Badeinrichtungen, einem

Unternehmen der Wiedemann-Gruppe,

erfährt der Kunde im Herzen von Hannover,

was alles in einem Badentwurf stecken

kann. Funktionalität verbunden mit Technik

auf höchstem Niveau erleichtert den

Start in den Tag, während Entspannungsbereiche

mit Licht, Musik, Düften und Stoffen

den Ausklang eines Tages unterstreichen.

Zwei Innenarchitektinnen entwerfen

exklusive und sehr persönliche, auf den

jeweiligen Benutzer abgestimmte Badeinrichtungen.

Hierzu gehören Vorlieben hinsichtlich

der verschiedensten Materialien,

die dem Geschmack und den Bedürfnissen

des Kunden entsprechen. Naturstein,

ungewöhnliches Holz auf dem Boden und

wertvolle Glasmosaiken bilden einen harmonischen

Einklang mit den Wandbehandlungen

in vielfältigen Spachteltechniken.

Neben dem kreativen Entwurf begleiten die

Innenarchitektinnen den Kunden auch in

der Umbauphase des Bades und achten auf

die Einhaltung des Budgets.

Lassen Sie sich inspirieren bei Hans G.

Bock Badeinrichtungen, Friesenstr. 15-19,

30161 Hannover, Tel. 0511 86649590. KD


66 BauEn REgjo HannovER REgjo HannovER BauEn 67

Stein auf Stein

Mit zukunftsweisenden neu- und Umbaumaßnahmen will die Stadt Hannover ihre

„gute Stube“ verschönern. Ein städtebaulicher aufwärtstrend mit guten Chancen auf Erfolg.


68 BauEn REgjo HannovER REgjo HannovER BauEn 69

Bis 2011 will die Projektentwicklungsfirma Centrum gmbH mit den Um- und neubaumaßnahmen

am Kröpcke-Center fertig sein. Die Bauarbeiten sind in vollem gange.


70 BauEn REgjo HannovER REgjo HannovER BauEn 71

oben: das Kröpcke-Center – die großbaustelle im Herzen der Innenstadt. Unten links: Ilze Rodewald ist seit 25 jahren Betreiberin

des Kröpcke-Kiosk. Unten rechts: visualierung des Kröpcke-neubaus.

Text: Lorenz Hartwig Fotografie: Iris Friedrich, Centrum gmbH

Mehr als ein Dutzend Bauprojekte sind

derzeit in Hannovers Innenstadtbereich in

Bau oder Planung. Das betrifft vor allem

den Citybereich zwischen Bahnhof-, Georg-

und Karmarschstraße. Hier verfügt die

Stadt zwar bereits über Verkaufsflächen von

über 300.000 Quadratmetern, doch wenn

es nach Investorenmeinung geht, soll sich

dieser Wert durch zahlreiche Um- und Neubaumaßnahmen

noch erhöhen. Ausschlaggebendes

Schlüsselprojekt für den spürbaren

Baustellenzuwachs in der Innenstadt

war der Umbau des Ernst-August-Platzes

im Vorfeld der EXPO 2000. Die Planung

der 2008 eröffneten Ernst-August-

Galerie setzte im Citybereich in puncto

Shopping-Qualität neue Maßstäbe. Die

Standortentscheidung des Hamburger Projektentwicklers

ECE, sich im nördlichen

Stadtgebiet anzusiedeln, zog einen Innovationsschwung

für die südliche Innenstadt

nach sich. Um die traditionellen Citylagen

zu stärken, wurde binnen kurzer Zeit ein

Wirtschaftsforum für die südliche Innen-

Links: Die Bahnhofsstraße ist Hannovers meistbesuchte Einkaufsstraße.

Rechts: Beim ZoB am Raschplatz werden in Zukunft neue Büroflächen entstehen.

und Altstadt gegründet. Aus diesem geht

die Gründung fünf unterschiedlicher City-

Quartiere mit eigenen Quartierslogos hervor.

Die auf die Quartierscharakteristiken

abgestimmte konzeptionelle Arbeit will die

entstandene Gewichts- bzw. Kaufkraftverlagerung

im Innenstadtbereich auffangen;

aktuelles Beispiel ist der Ausbau der Luisenstraße.

Stadtbaurat Uwe Bodemann: „Das

Projekt Luisenstraße steht exemplarisch

für das finanzielle Engagement privater

Akteure, in Kooperation mit der Stadt die

Attraktivität und Aufenthaltsqualität der

City zu verbessern.“ Nach kürzlich erfolgtem

ersten Spatenstich soll die Luisenstraße

binnen eines Zeitraums von fünf Monaten

zum luxuriösen Flanierboulevard aufgewertet

werden. Dass viele Vorteile für den

Standort Hannover sprechen, ist den Projektplanern

klar: Das Oberzentrum bietet

ein kompaktes innerstädtisches Zentrum,

eine starke Konzentration des Handels auf

Flanierstraßen mit hoher Passantendichte

und stabile Mietpreise. Laut aktueller Stu-

die des Immobilienberatungsunternehmen

Kemper‘s weist die Einkaufsmeile Georgstraße

neben der Bahnhofstraße mit bis zu

10.000 Passanten pro Stunde die höchsten

Frequenzzahlen am Standort auf. Eine

Zahl, die sich maßgeblich auf den Quadratmeterpreis

für Einzelhandelsflächen in

den so genannten 1A-Lagen auswirkt. Hier

lagen die Ladenmieten im ersten Halbjahr

2009 mit bis zu 180 Euro pro Quadratmeter

konstant auf Vorjahresniveau. Den Ergebnissen

der Kemper‘s Studie zufolge werden

diese Werte trotz vieldiskutierter Finanz-

und Wirtschaftskrise auch im zweiten

Halbjahr stabil bleiben. Damit belegt Hannover

Rang 8 im Top10-Ranking der am

Mietpreis gemessen teuersten Einzelhandelsstandorte

in Deutschland. Im norddeutschen

Vergleich kann sich Hannover den

zweiten Platz hinter der Hansestadt Hamburg

sichern.

Mit dem in diesem Jahr begonnenen

Umbau des Kröpcke-Centers gewinnt nun

auch der zentrale Punkt der Innenstadt, der


Seit 1989 verwalten und managen wir bundesweit Wohn-, Gewerbe- und Sonderimmobilien, auch im Rahmen von Publikums- und Spezialfonds. Unsere

Leistungen sind dabei stets auf die unterschiedlichen Anforderungen von national und international agierenden institutionellen Anlegern, Privatinvestoren

und Projektentwicklern ausgerichtet. Zu unseren zufriedenen Kunden zählen wir unter anderen die VGH Versicherungsgruppe Hannover und Quantum

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von Vielen lange Zeit als Schandfleck beäugt wurde, ein

neues Gesicht. Die verantwortliche Projektentwicklungsfirma

Centrum GmbH aus Düsseldorf, die an drei weiteren

Baumaßnahmen in Hannovers 1A-Lagen beteiligt ist,

will das rund 200 Millionen Euro teure Großprojekt bis

2011 fertiggestellt haben. Geplant ist die Errichtung eines

fünfstöckigen Geschäftshauses mit zirka 18.000 Quadratmetern

Einzelhandelsfläche. Als Hauptmieter konnte die

Centrum GmbH erneut das Modehaus Peek und Cloppenburg

gewinnen, das seit langem im Kröpcke-Center

ansässig ist und durch den Umbau seine Ladenfläche auf

10.000 Quadratmeter erweitern wird. Die von der Centrum

GmbH in Hannover realisierten Projekte summieren sich

inklusive der Fertigstellung des Kröpcke-Centers auf ein

geschätztes Investitionsvolumen von rund 380 Millionen

Euro. Was gerade die Innenstadt Hannovers für Investoren

so attraktiv macht, weiß Günter Rudloff, Geschäftsführer

des Immobilienunternehmens Comfort GmbH (Partner der

Centrum GmbH): „Im Gegensatz zu anderen Städten, wo

sich das Verkaufsflächenangebot bei 25 Prozent der innerstädtischen

Gesamtfläche bewegt, haben wir in Hannover

rund 30 Prozent. Hinzu kommt, dass die Peripherie Hannovers

keine Kaufkraftabwanderung bewirkt, da sich die

Shopping-Möglichkeiten im City-Bereich stark konzentrie-

Städtebaulicher Übersichtsplan der Stadt hannover

Quelle: hannover city 2020

neubauprojekte

neubaupotenziale, chiffren

realisierte neubauprojekte

umnutzungsprojekte

umnutzungspoteziale

realisierte umnutzung

REgjo HannovER BauEn 73

Weichbild altstadt

dorfkerne

Stadtzentrum, innenstadt

urbane Stadt

großsiedlung

Vorstadt

gewerbeflächen

ren. Außerdem ist der Wirtschaftsraum der Region Hannover,

was die Größenordnung des investierten Kapitals

betrifft, ein mehr als solider Standort.“ Doch Hannover

wurde nicht immer so positiv wahrgenommen. Lange Zeit

plagte die Stadt ein Imageproblem, das durch die gezielten

Aufwertungen des Innenstadtbereichs behoben werden

soll. Die dafür vorgesehenen Gebäudekomplexe im

Zentrum der Landeshauptstadt ähneln sich zwar nicht

immer in Form und Gestalt, dafür aber charakteristisch


105x285_Regjo_OPTECmed.qxd:105x285_Regjo_OPTECmed.qxd 23.06.2009 13:45 Uhr Seite 1

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in ihrer Mischnutzung, die sich folgendermaßen gestaltet:

Das weiträumige Erdgeschoss ist für den Einzelhandel

bestimmt, während die oberen Stockwerke meist für Arztpraxen

oder Büroflächen genutzt werden. Dadurch erzielt

man selbst in den oberen Etagen, die sich nicht für eine

Einzelhandelsnutzung anbieten, verhältnismäßig hohe

Mietpreise. Denn im Gegensatz zu Wohnflächen, deren

Quadratmeterpreis bei etwa acht Euro liegt, können für

gewerblich genutzte Flächen rund 14 Euro pro Quadratmeter

verlangt werden. Günter Rudloff: „Alles in Allem

bewerten wir die Baumaßnahmen in Hannovers Innenstadt

sehr positiv. Es scheint als würden sich die zahlreichen

Investitionen gegenseitig anstecken. Das tut der Stadt

natürlich gut, denn wenn an allen Ecken und Enden Geld

in Aufwertungsmaßnahmen fließt, wird der Standort automatisch

in seiner Attraktivität gestärkt.“

Mit nachhaltigen, zukunftsfähigen Strategien und

Lösungsansätzen für eine konsensfähige Innenstadtentwicklung

beschäftigt sich seit 2008 der Dialog „Hannover

City 2020“. Der Planungsprozess findet in öffentlicher Dialogform

unter Einbezug der wichtigsten Akteure und Bürger

bis 2010 statt. Danach sollen bis 2020 den Ergebnissen

Taten folgen. Stadtbaurat Uwe Bodemann: „Auch wenn

sich der Prozess noch in einem frühen Stadium befindet,

lässt sich dennoch bereits festhalten, dass die Verfahrensform

– nämlich einen interdisziplinär, öffentlich geführten

Dialog – zu beginnen, die richtige Entscheidung war.

REgjo HannovER BauEn 75

Einzelhandelsmieten in Deutschlands Metropolen

Spitzenmieten in Euro pro m²/Monat

rang Stadt, Straße 2008 1. hj. 09

1 München, Kaufingerstraße 300 310

2 Frankfurt, Zeil 260 270

3 Düsseldorf, Königsallee 225 230

4 Hamburg, Spitalerstraße 215 230

5 Stuttgart, Königstraße 230 230

6 Berlin, Tauentzienstraße 220 220

7 Köln, Schildergasse 215 215

8 Hannover, georgstraße 180 180

9 nürnberg, Karolienstraße 125 135

10 Leipzig, Petersstraße 115 115

Quelle: Kempers’s Jones laSalle retail

Die rege Beteiligung bei den Dialogveranstaltungen zeigt,

dass sich die Hannoveraner Bürger aktiv mit dem Thema

Stadtentwicklung und der Konzeption eines tragfähigen

Innenstadtkonzeptes auseinander setzen.“ Wer sich die

Vielzahl der Bauprojekte, die zurzeit das Gesicht der Stadt

prägen, vor Augen führt, mag sich fragen, ob diese eventuell

den noch ausstehenden Ergebnissen von Hannover City

2020 vorweg greifen. Stadtbaurat Uwe Bodemann: „Die

Baumaßnahmen stehen für die Fortführung des Erneuerungsprozesses

der Innenstadt infolge der Expo 2000 und

bewirken eine Vielzahl positiver Veränderungen.“ Dass die

Stadt ihre „gute Stube“ allmählich putzt und neu gestaltet,

verdeutlichen der Umbau des Rosenquartiers, des Heutelbeckgebäudes

und Kröpcke-Centers sowie die Neugestaltung

der Luisenstraße in besonderem Maße. Aber damit

noch lange nicht genug. Denn derzeit befinden sich weitere

Projekte in den Startlöchern. Dazu zählen der Bau

eines Bürogebäudes am ehemaligen ZOB und die Neugestaltung

des „Hohen Ufers“. Wenn alle Prognosen stimmen,

wird sich Hannover in Zukunft wohl kaum länger

mit einem achten Platz in Rankings zufrieden geben. Die

lange unterschätzte Metropole am Leineufer rüstet sich für

einen harten Wettbewerb, mit guten Chancen zukünftig

weit mehr Beachtung zu genießen. Doch gerade in Zeiten

kriselnder Märkte zeigt sich umso deutlicher, dass Hannover

krisenfest und zukunftsorientiert für den nationalen

Vergleich gewappnet ist.


76 gESundhEit REgjo HannovER REgjo HannovER gESundhEit 77

Wie gesund ist die Region?

Die gesundheitswirtschaftsregion Hannover ist international bereits

sehr gut aufgestellt. Doch das Potenzial ist nicht ausgereizt.


78 gESundhEit REgjo HannovER

Mit 400.000 Quadratmetern ist der Campus der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) im Stadtteil groß-Buchholz größer

als 50 Fußballfelder. Die MHH gehört zu den leistungsstärksten Unis Deutschlands und genießt weltweit hohes ansehen.

REgjo HannovER gESundhEit 79


80 gESundhEit REgjo HannovER REgjo HannovER gESundhEit 81

Die MHH ist Deutschlands einzige eigenständige medizinische Hochschule. Dadurch gibt es keine Trennung zwischen Klinik, Forschung und Lehre.

Der Modellstudiengang HannibaL führt die jungen Mediziner gleich im ersten Semester auf Station an die Patienten. Rechts: das Bettenhaus.

Text: Katrin Langemann Fotografie: MHH, InI, Boehringer, Katharina geber, Luc viatour

Mit einem jährlichen Umsatz von 240 Milliarden Euro und rund

4,5 Millionen Beschäftigten ist die Gesundheitswirtschaft Deutschlands

größte Wirtschaftsbranche, Tendenz stark steigend. Dabei

umfasst die Gesundheitswirtschaft neben Krankenhäusern, niedergelassenen

Ärzten, Pflegepersonal und Rehabilitationseinrichtungen

auch Forschung, pharmazeutische Industrie und Medizintechnik

genauso wie Fitness, Wellness und Gesundheitstourismus.

Die Branchendarstellung des Bundesministeriums für Bildung

und Forschung zeigt, dass die Gesundheitswirtschaft in Deutschland

bisher traditionell noch stark in Forschung, Entwicklung und

Verwertung des medizinischen Wissens gegliedert ist. International

erfolgreiche gesundheitswirtschaftliche Modelle machen deutlich,

dass Innovationen im Gesundheitswesen durch regional konzentrierte

Zusammenarbeit aller Akteure entlang kompletter Wertschöpfungsketten

am besten genutzt werden können. Schnellere

Verbreitung der medizinischen Innovationen und deren effizienterer

Einsatz verbessern die Gesundheitsversorgung der Patienten

und tragen dazu bei, die Kosten im Gesundheitswesen einzudämmen.

Genau diese Punkte sind es, die die Gesundheitswirtschaftsregion

Hannover ausmachen: hochwertigste Versorgung, medizinische

und technische Exzellenz sowie kurze Wege bei der

Übertragung von Ergebnissen aus der Forschung an den Patienten.

In der Medizin geht eigentlich nichts mehr ohne ein vernünftiges

Netzwerk, da kaum eine Krankheit nur mit einem medizini-

schen Bereich zu behandeln ist. Die große Anzahl an regionalen

Netzwerken wie Rebirth (Excellenzcluster für regenerative Energie),

TwinCore (Zentrum für experimentelle und klinische Infektionsforschung),

TRAIN (Translationsallianz Niedersachsen für

die Pharmaentwicklung) und in der Biomedizintechnik führen

die Disziplinen zusammen und schaffen einen fruchtbaren Nährboden

für innovative Ideen und Ergebnisse.

Neben den großen Playern wie der Medizinischen Hochschule

Hannover (MHH), dem Klinikum Region Hannover (KRH), dem

International Neuroscience Institute (INI), dem Fraunhofer Institut

für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM), der Tierärztlichen

Hochschule Hannover (TiHo) und der Leibniz Universität

Hannover sind rund 150 Unternehmen im Bereich Medtech, Pharmaceuticals

& Chemicals mit 4.200 Beschäftigten in der Region

ansässig. Dazu kommen mehr als 3.000 Unternehmen aus den übrigen

Bereichen der Gesundheitswirtschaft. Dabei ist die Medizintechnik

mit den meisten Betrieben vertreten, während die pharmazeutische

Industrie den größten Anteil an der Beschäftigung

aufweist. Mit Solvay hat ein international agierendes Pharmaunternehmen

in Hannover einen wichtigen Forschungsstandort und

den Sitz seiner internationalen Vertriebsorganisation. Mehr als

1.000 Mitarbeiter sind in der Leinestadt in Marketing, Verwaltung,

Forschung und Entwicklung tätig. In den letzten Jahren sind

zudem besonders viele kleine und innovative Unternehmen der

Biotechnologie gegründet worden. Gleiches

gilt für Unternehmen, die gesundheitsbezogene

Dienstleistungen anbieten. Eines

von ihnen ist die MEDISTAR Praxiscomputer

GmbH, die seit über 20 Jahren Software-Lösungen

für niedergelassene Ärzte

anbietet. Geschäftsführer Sebastian Ledeboer:

„Seit 1990 ist die Software MEDI-

STAR das meistinstallierte Arztinformationssystem

bundesweit und wird von

rund 21.500 Ärzten aller Fachrichtungen

in zirka 15.000 Praxen täglich eingesetzt.

Der Erfolg begründet sich unter anderem

darauf, dass MEDISTAR die Funktionalitäten

eines reinen Abrechnungssystems für

die Arztpraxis übertrifft und beispielsweise

Komplettlösungen rund um die workfloworientierte

moderne Praxis integriert.“ Ein

großer Markt ist Hannover auch für medizinische

Unternehmen aus der Umgebung.

So versorgt beispielsweise das Einbecker

Unternehmen Bajohr Optec med die Ärzte

der Region mit Lupenbrillen für Medizi-

ner. Inhaber Christoph Bajohr: „Überall

dort, wo operiert wird oder feine Details

betrachtet werden müssen, braucht man

Lupenbrillen. Insofern ist besonders Hannover

eine wahre Hochburg für uns. Die

großen Kliniken, Institute und niedergelassenen

Ärzte schätzen unser fachliches

Know-how als bundesweiter Marktführer,

den 24-Stunden-Service und die Qualität

der Zeiss-Lupensysteme.“

Rund 40.000 Personen sind derzeit in

der Region Hannover in der Gesundheitsbranche

(ohne Pflege und andere Sozialdienste)

tätig, das sind gut zehn Prozent

aller dortigen Erwerbstätigen. Die Gesundheitsausgaben

der Region betragen insgesamt

2,7 Milliarden Euro pro Jahr. Das entspricht

einem Anteil von zirka 10,4 Prozent

am Bruttoinlandsprodukt. Noch liegt Hannover

damit im Bundesdurchschnitt, Tendenz

steigend. Frank Kettner-Nikolaus,

Projektleiter Life Science/Gesundheitswirtschaft

von der Wirtschaftsentwicklungsge-

sellschaft hannoverimpuls: „Aufgrund der

medizinischen und technischen Innovationen

sowie des demographischen Wandels,

der die Kommunen im Umland stärker

betrifft als die Stadt Hannover, ist von

steigenden Gesundheitsausgaben in der

Region Hannover auszugehen. Auch der

private Anteil der Gesundheitsleistungen

wird zunehmen, so dass eine Steigerung

am Bruttoinlandsprodukt zu erwarten ist.“

Dass das keine haltlosen Voraussagen sind,

zeigt ein Blick in die Vergangenheit. Von

1999 bis 2006 ist die Zahl der im Gesundheitssektor

Beschäftigten um 7,5 Prozent

gestiegen. Die gesamte Beschäftigungsquote

hingegen ist im gleichen Zeitraum

um 3,25 Prozent gesunken.

Bei dem hohen Interesse medizinischer

Unternehmen am Standort Hannover

verwundert es nicht, dass der Medical

Park Hannover langsam an seine räumlichen

Grenzen stößt. Gegründet 1987 als

medizinischer Gewerbepark für Unternehmensansiedlungen

im Umfeld der MHH,

hat sich der Medical Park heute zu einem

hochmodernen mit bester Infrastruktur

ausgestatteten Gründungszentrum entwickelt.

Zur Zeit haben sich über 25 Unternehmen

in direkter Nachbarschaft zur

MHH, dem Fraunhofer Institut und dem

International Neuroscience Institute niedergelassen.

Auch die Tierärztliche Hochschule

Hannover und die Leibniz Universität

sind nur einen Steinwurf entfernt. Die

Wege sind kurz, die Kooperationen eng.

Geschäftsführer Andreas Krug: „Potenzial

braucht Fläche. Und das Gründungspotenzial

ist in Hannover im Bereich Medizin

groß. Ab 2010 können wir voraussichtlich

keine freien Räumlichkeiten mehr anbieten.

Daher planen wir, den Medical Park

zu erweitern. Noch gibt es keine konkreten

Mieter. Wir planen für die Zukunft, nicht

erst, wenn die Nachfrage da ist. Es ist wichtig,

dass es genügend Möglichkeiten gibt,

sich am Standort Hannover niederzulassen.

Und die schaffen wir.“


82 gESundhEit REgjo HannovER REgjo HannovER gESundhEit 83

Ein Gebäude sticht im Medical Park architektonisch

heraus – das International Neuroscience Institute (INI).

Prof. Dr. med. Amir Samii, stellvertretender Direktor

und leitender Oberarzt am INI: „Das Gehirn ist ein einzigartiges

Organ. Es macht uns zum Menschen. Das

Gebäude des INI in Form eines Gehirns ist ein Symbol

dafür.“ 2002 hat der international renommierte

Neurochirurg Prof. Dr. med. Madjid Samii, ehemaliger

Weltpräsident der Neurochirurgie und Vater von

Amir Samii, das INI am Standort Hannover gegründet.

„In Hannover kommen viele Faktoren zusammen.

Besonders hervorzuheben ist das kooperative Miteinander.

Besonders die gute klinische und wissenschaftliche

Kooperation mit der Medizinischen Hochschule

spricht für den Standort.“ Das Konzept der „Therapie

aus einer Hand“ – es gibt keine Abteilungsgrenzen,

homogene fachliche Exzellenz und modernste Medizintechnik

begründen den Erfolg der neurochirurgischen

Klinik. Ein Modell, das weltweit Schule macht.

In China ist derzeit gerade ein INI, getreu dem Hannoveraner

Vorbild, im Bau. Ein weiteres INI ist in der

iranischen Hauptstadt Teheran in Planung. Die Hälfte

der Patienten am INI Hannover kommt aus dem Ausland.

Ein enormer Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Prof.

Dr. med. Amir Samii: „Wer für eine Hirn-OP und von

weit her anreist, kommt selten allein. Die meisten bringen

mehrere Angehörige mit, die dann in den Hotels

der Stadt unterkommen. Mindestens für vier Wochen.“

140 Mitarbeiter sorgen im INI für das Wohl der Patienten.

1.500 Operationen werden pro Jahr durchgeführt,

vom komplizierten Hirntumor bis zum normalen

Bandscheibenvorfall. „Gesundheit ist eine der größten

gesellschaftlichen Herausforderungen der heutigen

Zeit. Die Menschen werden immer älter und die Medizintechnik

entwickelt sich enorm weiter. Ein starkes

Spannungsfeld zwischen Machbarem und Bezahlbarem

tut sich auf.“

Einem überregionalen und globalen Markt stellt

sich auch die Medizinische Hochschule Hannover

schon jetzt jeden Tag erfolgreich. Als bestes Universitätsklinikum

Deutschlands wird die MHH in der Exzel-

Der Standort Hannover ist attraktiv: In Hannover-Kirchrode

wird Boehringer Ingelheim demächst sein Europäisches

Forschungszentrum für Tierimpfstoffe errichten.

Bilder li. un.+re.ob.: Die MHH gehört zu den forschungsstärksten

Universitäten Deutschlands.

lenzinitiative von Bund und Ländern bis 2011 mit mehr

als 40 Millionen Euro gefördert. Gerechnet pro Professur

gehört die Hochschule zu den forschungsaktivsten

Universitäten Deutschlands. Die Schwerpunkte

liegen in der Transplantationsmedizin, der Infektiologie

und Immunologie, der Herz- und Gefäßmedizin

sowie im Know-how bei Hörsystemen, insbesondere im

Bereich der „künstlichen Innenohren“, den sog. Cochlea-Implantaten.

Mit jährlich mehr als 450 Organverpflanzungen

führt die MHH bundesweit die meisten

Transplantationen durch, bei den Lungentransplantationen

ist sie weltweit führend. Weltmarktführer ist

das Klinikum auch bei Cochlea-Implantaten, bei Steigerungsraten

von jährlich 20 Prozent. Hier kommen

pro Jahr fast 500 dieser Innenohrprothesen zum Einsatz,

um hochgradig schwerhörigen oder komplett tauben

Patienten das Hören wieder zu ermöglichen. Seit

2003 zentralisiert das Hörzentrum Hannover die verschiedenen

Prozesse, die beim Einsatz eines Cochlea-

Implantats notwendig sind – von Forschung und Versorgung

über innovative Konzepte bei der Nachsorge

der Implantate mittels Einsatz von Telemedizin bis hin

zur Präsenz der weltweit größten Cochlea-Implantat

Hersteller vor Ort. Auch die Firma Kind Hörgeräte,

größtes Filialunternehmen für Hörgeräte-Akustik mit

über 500 Fachgeschäften europaweit, ist enger Kooperations-

und Forschungspartner des Hörzentrums der

MHH. Nicht nur im Bereich der Implantate, sondern

auch im konventionellen Hörgerätebereich setzt das

Hörzentrum Maßstäbe mit neuen Entwicklungen. So

wurde etwa für die Anpassung offener Hörsysteme eine

virtuelle Klangwelt entworfen, welche den Prozess der

Einstellung dieser Geräte enorm verkürzt. Der Vorteil

für den Patienten liegt auf der Hand. Dr. Andreas Büchner,

wissenschaftlicher Leiter des Hörzentrums: „Bisher

müssen die Patienten für die Anpassung von Hörsystemen

oft lange Wege und häufige Termine in Kauf

nehmen. Mit dem neuen Verfahren kann dieser Prozess

von mehreren Wochen auf etwa vier Stunden verkürzt

werden.“ Das Rundumsorglos-Paket wird zum neuen

Standard für den Patienten. Bei den Lungentransplan-


oRtHoPÄDie

RosenquaRtieR

Kurt-Schumacher-Straße 7

Hannover

vis-à-vis Ernst-August Galerie

Dr. med. Frank Heininger

Facharzt für Orthopädie

Akupunktur

Lasertherapie

Schmerztherapie

Ultraschalldiagnostik

Sportmedizin

flexible Terminvergabe

Tel. 0511 - 131 98 98

tationen zeichnet sich ein ähnliches Bild. Dank der engen

Zusammenarbeit der MHH mit der Reha-Klinik in Bad Fallingbostel

müssen sich die Patienten nicht mehr wie früher

selbst um die Nachsorge kümmern. Nicht nur in der Versorgung

gehen die Hannoveraner Mediziner neue Wege,

mit dem Modellstudiengang HannibaL revolutioniert die

Hochschule das Medizinstudium. Anders als beim üblichen

Medizinstudium, bei dem erst sehr spät im Studienverlauf

die Praxis kommt, geht es für die angehenden

Ärzte gleich im ersten Semester auf Station an die Patienten.

Als eigenständige Medizinische Hochschule – die einzige

in Deutschland – genießt die Uni einen weiteren Vorteil:

Es gibt keine Trennung zwischen Klinik, Forschung

und Lehre. Dadurch gibt es keine Reibungsverluste zwischen

den verschiedenen Bereichen, Universität und Klinikum

arbeiten Hand in Hand zusammen. Das Modell der

MHH ist so erfolgreich, dass die Österreicher vor vier Jahren

ihre gesamte Hochschulmedizin nach dem Hannover

Modell aufgebaut haben.

Pro Jahr behandelt die MHH mehr als 53.000 stationäre

Patienten und führt weit über 320.000 ambulante

Behandlungen durch. Das Klinikum versteht sich

als Supramaximalversorger, in keiner anderen Universitätsklinik

in Deutschland werden so schwer kranke Patienten

behandelt wie in den 18 medizinischen Zentren

mit 75 Abteilungen auf dem Campus der Hochschule. Das

Uniklinikum sieht sich nicht in Konkurrenz zu anderen

REgjo HannovER gESundhEit 85

2003 gründete der international renommierte neurochirurg Prof. Dr. med Madjid Samii (li.) das International neuroscience Institute

(InI). Rechts im Bild: sein Sohn amir Samii (re.). Pro jahr führt das Ärzeteam des InI rund 1.500 operationen durch.

Krankenhäusern der Region, sondern als Ergänzung in der

Grundversorgung. 40 Prozent der regionalen Krankenversorgung

werden vom Klinikum Region Hannover (KRH),

einem Zusammenschluss 13 regionaler Krankenhäuser,

abgedeckt. Mit 8.400 Mitarbeitern, über 3.000 stationären

Betten sowie 130.000 stationären und 180.000 ambulanten

Fällen zählt das Klinikum zu den größten kommunalen

Krankenhausunternehmen Deutschlands. Karsten

Honsel, Geschäftsführer Finanzen: „In der Stadt wie auch

in der Region Hannover bieten die Krankenhäuser der Klinikum

Region Hannover GmbH neben der Grund- und

Regelversorgung in vielen medizinischen Fachgebieten

eine spezialisierte Maximalversorgung mit überregionaler

Bedeutung. Die zum Unternehmen gehörenden Krankenhäuser

im Umland Hannovers behandeln etwa 75 Prozent

aller Krankenhauspatienten ihres Einzugsgebietes.“

Damit ist das KRH Marktführer in der Region Hannover.

Damit das so bleibt, entsteht mit dem Neubau des Klinikums

Siloah/Oststadt Heidehaus das modernste Krankenhaus

Niedersachsens mit 533 Betten. Die Eröffnung ist für

das Jahr 2013 geplant.

Das Potenzial der Gesundheitsregion Hannover ist

groß: Mit international renommierten medizinischen

Einrichtungen und Instituten in Bildung und Forschung,

zahlreichen Unternehmen aus den Bereichen Medizintechnik,

Pharma, IT, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten

sowie hohem medizinischen und technischem Know-how


Dipl. Kfm Norbert Mischer

- Vorstandssprecher

- Vorstand für die strategische

Unternehmensentwicklung und

Administration

Stephan Judick

- Gesundheitsökonom

- Vorstand für pflegerisch-therapeutische

Krankenversorgung

- Patientenmanagement

Dr. Friedhelm Bartels

- Vorstand für Medizin und

medizinische Entwicklung

und deshalb für die Früherkennung von Brustkrebs

Vertrauen Sie der langjährigen Erfahrung unseres Ärzteteams

und sprechen Sie mit uns. Wir informieren Sie umfassend!

AKH macht sich fit

für die Zukunft

Modernere Führungsstrukturen

im AKH Celle

Die in den letzten Jahren kräftig gewachsene

Unternehmensgruppe AKH Celle orientiert

sich an Wirtschaftsunternehmen um im Wettbewerb

erfolgreich bestehen zu können

und baut inner halb des Hauses neue, modernere

Führungs strukturen auf. Der Stiftungsrat

und das Direktorium weichen einem operativ

tätigen Vorstand sowie einem Aufsichtsrat

mit Kontrollfunktion. Der dreiköpfige hauptamtliche

Vorstand mit den Bereichen Medizin,

Pflege und Ökonomie leitet nun in Zukunft die

Geschicke des AKH Celle.

Diagnostische Verfahren in unserer Praxis:

• Digitale Mammografie

• 3D-Ultraschall

• Magnetresonanztomografie (MRT)

• Ambulante Gewebeprobenentnahme

Telefon 0551 / 820 740

www.brustzentrum-goettingen.de

info@brustzentrum-goettingen.de

Bahnhofsallee 1d · 37081 Göttingen

(Gegenüber Bahnhof Westausgang)

3 4 Krankenhäuser in NDS

3 1.067 Betten

3 1 Hospiz-Haus

3 ambulante Krankenpflege

3 insgesamt 2.500 Mitarbeiter

3 200 Auszubildende

3 jährlich 45.000 stationäre

Patienten

mamba-online.de

Hochwertigste versorgung, medizinische und technische Exzellenz sowie kurze Wege bei der Übertragung von Ergebnissen aus

der Forschung an den Patienten machen die gesundheitswirtschaftsregion Hannover aus.

ist die komplette medizinische Wertschöpfungskette vorhanden.

Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil sieht

daher in der Gesundheitswirtschaft eine große Chance für

die Region Hannover: „Unserer Einschätzung nach wird

die nationale und internationale Nachfrage nach neuen

medizinischen Produkten aus der Region Hannover gerade

aufgrund der hohen Kompetenz und des guten Rufs in

der Medizin deutlich zunehmen. Potenziale liegen per -

s pektivisch vor allem in der Verknüpfung der teils höchst

unterschiedlichen Akteure auf dem Feld der Gesundheitswirtschaft.

Hier muss es uns in der Region Hannover

gemeinsam gelingen, die Vernetzung und Kooperation

nachhaltig voranzutreiben.“

Dabei steht die Region nicht etwa in Konkurrenz mit

benachbarten Standorten wie Braunschweig oder Göttingen,

sondern im nationalen und internationalen Wettbewerb.

hannoverimpuls-Wirtschafts entwickler Frank Kett-

REgjo HannovER gESundhEit 87

ner-Nikolaus: „Ob Pharmaentwicklung, klinische Studien

oder Tissue Engineering: Der Markt ist global. Die Entwicklung

am Krankenhausmarkt der vergangenen Jahre

hat eine Tendenz zur Konzentration und Konzernbildung

gezeigt. Ähnliches ist auch für den ambulanten Bereich

zu erwarten. Es gibt eine Indus trialisierung der Gesundheitswirtschaft,

die auf Grund der hohen wirtschaftlichen

Potenziale im nationalen und internationalen Wettbewerb

ausgetragen wird. Die Region Hannover ist hier

schon heute gut aufgestellt. Wir haben starke Akteure,

hervorragende Netzwerke und bieten bei hannoverimpuls

optimal Unterstützung für ansiedlungsinteressierte Unternehmen,

für Gründungen und Wachstumsprojekte. In diesem

Umfeld fühlen sich Unternehmen wohl und die Patienten

natürlich auch. Denn: Wer in der Region Hannover

krank wird, hat im Durchschnitt bessere Heilungschancen

als anderswo.“


Die richtige

Perspektive

Frühdiagnostik – Nehmen Sie sich jetzt die Zeit!

Ambulante Untersuchungen in unserer Praxis:

Ganzkörper-Diagnostik

Darstellung aller inneren Organe.

Teilkörper-Diagnostik

Darstellung u. a. von Herz, Brust, Dickdarm, Lunge oder

geschlechtsspezifi schen Organen sowie Bestimmung der

Knochendichte.

Diagnostische Verfahren:

• 3D-Ultraschall

• Computertomografi e (CT)

• Magnetresonanztomografi e (MRT)

• Digitale Mammografi e

Vertrauen Sie der langjährigen Erfahrung unseres

Ärzteteams und sprechen Sie mit uns.

Wir informieren Sie umfassend!

Telefon 0551 / 820 740

Bahnhofsallee 1d · 37081 Göttingen (Gegenüber Bahnhof Westausgang)

www.diagnostik-goettingen.de · info@diagnostik-goettingen.de

mamba-online.de

Leitfaden für Hobby-Mediziner

In Zeiten von Internet & Co. sind die Infos zahlreich. Doch auch qualitativ richtig? Die Patientenuni der MHH und

der Krankenhausspiegel der KRH bieten fundiertes medizinisches Wissen und Hilfe bei der Krankenhauswahl.

Bei einem Leiden führt der erste Weg den Patienten immer

häufiger nicht zum Arzt, sondern ins Internet. Zahlreiche

Medizinportale, Foren und Chats verführen zu Selbstdiagnose

und -therapie. Dieser Entwicklung will die Patientenuniversität

der Medizinischen Hochschule Hannover

entgegen wirken. Gegründet nach amerikanischem Vorbild

im Jahr 2006 beinhaltet das Angebot der etwas anderen

Uni unter anderem die populäre Veranstaltungsreihe

„Gesundheitsbildung für Jedermann“. In zehn einstündigen

Vorlesungen und anschließendem Praxisteil mit kleinen

Experimenten und Modellen wird den Teilnehmern

medizinisches Wissen verständlich und zum Anfassen vermittelt.

Quasi ein Medizinstudium Light. Denn: „Je besser

der Mensch über seinen Körper Bescheid weiß, desto

pfleglicher geht er damit um.“ Das Interesse ist groß, 1.000

Wissbegierige haben bereits an den Kursen teilgenommen.

Neben der Vorlesungsreihe bietet Deutschlands erste Patientenuni

auf ihrer Internetseite umfangreiche Informationen

zu allen medizinischen Themen: angefangen von

Tipps und Checklisten für das Arztgespräch über ein Patientenforum

zum Austausch bis hin zu Hilfe und Beratung

bei ärztlichen Behandlungsfehlern. Für das einzigartige

Konzept der Gesundheitskommunikation mit medizini-

die häuser des Klinikum region hannover

haus Betten Fälle Kontakt

Krankenhaus neustadt

am Rübenberge

Klinikum Region Hannover

Wunstorf

Robert-Koch-Krankenhaus

gehrden

320 13.770 stationäre,

13.031 ambulante

396 + 38 teilstationäre

Behandlungsplätze

4.797 stationäre,

385 teilstationäre,

317 15.332 stationäre,

21.527 ambulante

Krankenhaus Springe 117 4.460 stationäre,

8.283 ambulante

Klinik für Psychiatrie und

Psychotherapie

geriatrie Zentrum

Langenhagen

Krankenhaus

großburgwede

161 + 43 teilstationäre

Behandlungsplätzef

34 akutgeriatrie, 51

geriatrische Rehabilitation

2.467 stationäre,

245 teilstationäre,

557 stationäre,

936 geriatrische

258 10.773 stationäre,

18.533 ambulante

Krankenhaus nordstadt 515 22.699 stationäre,

52.135 ambulante

Krankenhaus Siloah 324 + 5 teilstationäre

Behandlungsplätze

Hautklinik Linden 60 + 25 teilstationäre

Behandlungsplätze

schen Laien wurde die Patientenuniversität von der Bleibgesund-Stiftung

mit dem Oskar-Kuhn-Preis ausgezeichnet.

Die nächste Veranstaltungsreihe „Gesundheitsbildung

für Jedermann – Der Körper des Menschen, Teil“ beginnt

am 20. Oktober 2009. Weitere Informationen im Internet

unter: www.patienten-universitaet.de

Laut der aktuellen Repräsentativerhebung der Region Hannover

sind 89 Prozent der Hannoveraner mit der medizinischen

Versorgung zufrieden. Führt der Weg dann doch

nicht an einem Krankenhausaufenthalt vorbei, gibt der

Krankenhausspiegel Hannover wertvolle Hilfen bei der

Wahl des richtigen Hospitals. In Zusammenarbeit mit der

Techniker Krankenkasse und der Hannoverschen Allgemeinen

Zeitung haben sich 18 Kliniken der Region Hannover

mit dem Ziel zusammengeschlossen, die Qualitätsdaten

ihrer Behandlungen offenzulegen. Diese werden

von unabhängigen Experten ermittelt. Das führt zu größtmöglicher

Transparenz für den Patienten, gleichzeitig aber

auch zu mehr Wettbewerb unter den Krankenhäusern. Der

Krankenhausspiegel Hannover befindet sich zurzeit noch

im Aufbaustadium und ist im Internet zu finden unter:

wwww.krankenhausspiegel-hannover.de

13.833 stationäre,

10.491 ambulante,

2.427 stationäre,

8.497 ambulante

REgjo HannovER gESundhEit 89

Lindenstraße 75,31535

neustadt a.Rbge.,

Tel. 05032 88 0

Südstraße 25,

31515 Wunstorf,

Tel. 05031 93 0

von-Reden-Straße 1,

30989 gehrden,

Tel. 05108 69 0

Eldagsener Straße 34,

31832 Springe,

Tel. 05041 775 0

Rohdehof 3,

30853 Langenhagen,

Tel. 0511 73 00 03

Rohdehof 3,

30853 Langenhagen,

Tel. 0511 73 00 02

Fuhrberger Straße 8,

30938 Burgwedel,

Tel. 051 39 801 1

Haltenhoffstraße 41,

30167 Hannover,

Tel. 0511 970 0

Roesebeckstraße 15,

30449 Hannover,

Tel. 0511 927 0

Ricklinger Straße 5,

30449 Hannover,

Tel. 0511 92 46 0

Quelle: Klinikum Region Hannover (KRH)


LUST AUF

GENUSS?

Sansibar & Polo+10

Wie Regjo Hannover erscheint auch Polo+10 im Polygo verlag.

Die Sylter Sansibar und Polo+10 sind jetzt Kooperationspartner.

Hier haben sich offensichtlich zwei

gesucht – und zwei gefunden. Die

Chemie stimmt einfach und gleich

das erste gemeinsame Brainstorming

bringt jetzt ein äußerst greifbares,

oder besser gesagt, tragbares Ergebnis

hervor.

Die erste Kollektion Polo-Shirts

von Sansibar/Polo+10 ist bereits in

Arbeit. Und das soll erst der Anfang

sein. Herbert Seckler (Foto), Inhaber

des legendären Sylter Restaurants

Sansibar, und Thomas Wirth, Herausgeber

des Hamburger Polomagazins

Bilder © Simon gallus

Polo+10, sind sich einig, diesem vielversprechenden

Debüt weitere Taten

folgen zu lassen. So werden exklusive

Jacken und Mützen im Polo+10/

Sansibar Style folgen und auch für

weitere Projekte sind der gemeinsamen

Kooperationsidee keine Grenzen

gesetzt. Ab Oktober wird Polo+10 die

gesamte Sansibar in die Welt des Polosports

entführen und mit Polo+10-

Sitzkissen ausstatten. Die Polo-Shirts

werden direkt über die Sansibar, die

Sansibar-Stores und den online-shop

vertrieben. www.sansibar.de

REgjo HannovER SanSiBar 91

PoLo+10 ist das offizielle Magazin des Deutschen Polo

verbandes (DPv) sowie offizieller Kooperationspartner

der Swiss Polo association (SPa), der Central European

Polo association (CEPa) und des Polo Club Luxembourg.


2d BUSINESS TO DIALOG

DIE regionale Mittelstandsmesse

Fon 05 31 / 580 490

Mail: team@dialogmesse.de

www.dialogmesse.de

Jetzt anmelden und dabei sein!

DIE REGIONALE

MITTELSTANDSMESSE

Region Hannover

Mit 15 Standorten in 2009

Deutschlands Mittelstands-

Messe Nr. 1:

Mrz: Bremen

Apr: München

Südnieders./Osterode

Mai: Rhein-Kreis Neuss

Jun: Potsdam

Niederrhein

Aug: Ruhr/Gelsenkirchen

Köln

Sep: Lübeck

Hannover

Okt: Mittelrhein

Nürnberg

Nov: Mainz

Düsseldorf

Berlin

Für produzierendes

Gewerbe, Zulieferer,

High Tech, Industrie,

Handwerk, Dienstleistung,

Forschung

u n d E n t w i c k l u n g

+ Kontakt- und

Akquisebörse

für Unternehmen

der Region

+ Neue Partner und

Kunden finden

+ Dialoge beginnen

+ Vorträge,

Workshops

Hannover Congress Centrum

Mi., 30. September 2009

Do., 01. Oktober 2009

Agritechnica

Einmal jährlich richtet die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft

die mit über 300.000 Besuchern weltweit

größte agrartechnische Fachmesse aus.

Messetermine

05. bis 13. September 2009

ideen Expo – naturwissenschaften zum

anfassen und Technik zum Mitmachen erwarten

die Besucher

09.00-18.00 Uhr, Messegelände Hannover

19. September 2009

dental informa 2009 – Die Fachmesse bündelt

alle aktivitäten rund um Zahnmedizin und

Zahntechnik

10.00-18.00 Uhr, Messegelände Hannover

29. September bis 10. oktober 2009

courier and Parcel logistics Expo 2009

– Weltweit führende Messe für den global

wachsenden Sektor versandlogistik

09.00-17.00 Uhr, Messegelände Hannover

05. bis 07. oktober 2009

Biotechnica – Europas bedeutendster Branchentreff

im Bereich Biotechnologie mit nationalen

und internationalen Fachleuten

20.00 Uhr, Messegelände Hannover

30. September bis 01. oktober 2009

B2d Messe – Branchenübergreifende Dialogmesse

für Unternehmen, Unternehmer und

Entscheider aus der regionalen Wirtschaft

Mi: 12.00-19.00 Uhr, Do: 10.00-16.00 Uhr, HCC

17. bis 19. oktober 2009

infa Kreativ – Eine Messe rund ums kreative

gestalten mit besonderem Fokus auf der

Hobby-Welt

10.00-18.00 Uhr, Messegelände Hannover

22. bis 25. oktober 2009

german classics – Riders Tour und vierspänner-Weltcup,

Springen, Fahren und

exklusive Dressur

Messegelände Hannover

08. bis 14. november 2009

agritechnica – Weltweit größte internationale

agratechnische Fachmesse organisiert von

der Deutschen Landwirtschafts-gesellschaft

09.00-18.00 Uhr,Messegelände Hannover

13. bis 15. november 2009

EnergieSpartage – Im Mittelpunkt stehen

energieeffiziente Technologien, die finanziell

und wirtschaftlich attraktiv sind

10.00-18.00 Uhr, HCC

14. bis 15. november 2009

Vinalia – Zum ersten Mal kommt die Wein-

und genussmesse mit ihren Köstlichkeiten in

diesem jahr in die Landeshauptstadt

Sa: 14.00-22.00 Uhr, So: 12.00-19.00 Uhr, HCC

Contractworld

REgjo HannovER MESSE 93

Zukunftsorientierte Büroarbeitswelten, kreative

Hotel- und gastronomiekonzepte, innovative

Laden- und Messebauten.

03. bis 06. Dezember 2009

Pferd & Jagd – vier Erlebnistage für alle Reiter,

jäger, angler und Schützen mit Informationen,

Trends und neuheiten

10.00-18.00 Uhr, Messegelände Hannover

16. bis 19. januar 2010

Fliesen / tiles – Eine Fachmesse, die sämtliche

Wertschöpfungs- und verarbeitungsstufen

der Fliesenbranche abdeckt.

09.00-18.00 Uhr, Messegelände Hannover

16. bis 19. januar 2010

contractworld– Hier treffen sich architekten

und Innenarchitekten, Planer und Designer

zum Ideenaustausch.

19.30 Uhr, Messegelände Hanover

23. bis 24. januar 2010

cosmetica – Pflegende und dekorative Kosmetik,

apparative Kosmetik, Hand- und

nagelpflege

10.00-18.00 Uhr, Messegelände Hannover

30. januar bis 07. Februar 2010

tuning Show – Diese Fachaussstellung ist

der größte Treffpunkt der Tuning-Szene in

norddeutschland

10.00-18.00 Uhr, Messegelände Hannover

Bilder: DLg e.v. „agritechnica“, Deutsche Messe Hannover


94 KalEndEr REgjo HannovER REgjo HannovER KalEndEr 95

Internationaler Violin-Wettbewerb

Im Dreijahresrhythmus lädt die Stiftung niedersachsen

violinistinnen und violinisten aus der ganzen Welt zum

Internationalen violin-Wettbewerb nach Hannover ein.

Klassik, Ballett Theater, Kabarett, Musical

01. September 2009

Klavierabend Sonata Mikulé – Mit Werken

von Bach-Busoni,Schubert, granados, Rachmaninoff

und Manuel Infante

17.00 Uhr, Kammermusiksaal Plathnerstraße

26. September 2009

internationaler Violin-Wettbewerb– Eröffnungskonzert

mit Suyoen Kim und dem niedersächsischen

Staatsorchester

19.30 Uhr, opernhaus

28. September 2009

Belcanto und Virtuosität – Italienische

Musik des 19. jahrhunderts für gitarre und

Klavier, mit Ziv Meniker am Hammerklavier

19.30 Uhr, Kammermusiksaal Plathnerstraße

21. november 2009

lucia aliberti – die weltweit gefeierte italienische

Sopranistin mit ihrem aktuellen Programm

„verdissimo“

19.00 Uhr, nDR Sendesaal

5. Dezember 2009

nussknacker und Mausekönig – Ein Ballett

von jörg Mannes mit Musik von Tschaikowski,

Text: E.T.a. Hoffmann

19.30 Uhr, Staatsoper

02. September bis 01. november 2009

Einfach tierisch – Tierische Kreaturen fangen

auf eigenartige Weise an zu menscheln

und Künstler mutieren zu schrägen vögeln

goP varieté

21. September 2009

unverarschbar – Entertainer Sascha liest

den Erfolgsroman von Martell Beigang, begeleitet

von der „Hallo*Erde“ Band

19.00 Uhr, Capitol Hannover

25. September 2009

Maybebop – Witziger, hintergründiger

Deutsch-Pop ohne Instrumente. Mit im Boot

sind die Dänen von vocalline

20.00 Uhr, Theater am aegi

01. oktober 2009

hermann van Veen – mit seinem neuen Programm

„Im augenblick“ und Erik van der

Wurff, Edith Leerkes und jannemien Cnossen

20.00 Uhr, Theater am aegi

07. oktober 2009

Mustergatte – ein Lustspiel nach avery

Hopwood in einer bearbeiteten version von

Regisseur jürgen Wölffer

20.00 Uhr, Theater am aegi

Männerbeschaffung

Beruflich erfolgreiche Frauen, die jedoch in

Liebeslagen mehr als nur ein Defizit haben,

treffen sich zu einem musikalischen Seminar.

10. oktober 2009

Männerbeschaffungsmaßnahmen

– Lieder-Revue mit Ulla Meinecke, Tommaso

Cacciapuoti, jasmin Wagner und anderen

20.00 Uhr, Theater am aegi

28. oktober 2009

Bei anruf Mord – Der Hitchcock-Klassiker

mit Isabella Schmidt, Stephan Bürgi, Kay

Szacknys und anderen

20.00 Uhr, Theater am aegi

30. oktober 2009

die drei ??? und der seltsame Wecker –

große Tournee 2009 mit den original Sprechern

und brandneuer Bühnenfassung

20.00 Uhr, aWD-Hall

11. Dezember 2009

der kleine Prinz – Eine märchenhafte Fabel

nach antoine de Saint-Exupery mit eigens

komponierter szenischer Musik

11.00 Uhr, Theater am aegi

09. januar 2010

der große gala-abend des Musicals – das

Schönste aus der Welt des Musicals von

„König der Löwen“ bis „West Side Story“

20.00 Uhr, Theater am aegi

David Thorpe

Der britische Künstler David Thorpe hat sich in seinen

Werken dem Stilmittel der Collage verschrieben. Dabei

entstehen träumerische Welten.

Ausstellungen

bis 06. September 2009

das Paradies. Ein verbotener garten?

– Sechs Künstler stellen ihre Installationen zu

diesem Thema vor

kik.Kunst in Kontakt

24. September bis 10. januar 2010

unweit von Eden – Eine ausstellung über

gärten im alten Ägypten im Rahmen des Projekts

„gartenregion Hannover 2009

11.00-18.00 Uhr, Museum august Kestner

bis 27. September 2009

Vom anderen ufer – hannovers verschwiegene

geschichten – Sonderausstellung zum

Thema Homosexualität

12.00 Uhr, Hist. Museum am Hohen Ufer

bis 01. november 2009

david thorpe – Entwirft in seinen Collagen,

Skulpturen und Installationen Paralellwelten

von immenser Schönheit

12.00-19.00 Uhr, Kunstverein Hannover

bis 07. März 2010

charles darwin und Wilhelm Busch – Wie

Wilhelm Busch von Darwin lernte und wo Darwin

in Buschs geschichten ist

11.00-18.00 Uhr, Wilhelm-Busch-Museum

Jazz, Rock, Pop, Schlager

05. September 2009

unheilig & Friends in concert – die Bands

Unheilig, Eisbrecher, Down Below und Staubkind,

mit Rahmenprogramm

17.00 Uhr, gilde Parkbühne

11. September 2009

clueso & Band – Der nachdenkliche HipHopper

zieht mit seinem neuen album „So sehr

dabei“ durchs Land

17.00 Uhr, Deutsche Messe ag

12. September 2009

Silbermond – Die sächsische Erfolgsband

kommt mit ihrem neuen album „Irgendwas

das bleibt“ im gepäck nach Hannover

17.00 Uhr, Deutsche Messe ag

02. oktober 2009

cassandra Steen – Die Deutsche Soul-Sängerin

präsentiert ihr neues album „Darum

leben wir“ im Capitol

20.00 Uhr, Capitol Hannover

16. oktober 2009

James Morrison – Der Singer/Songwriter

stellt sein neues album „Songs for you,

Truths for me“ vor

20.00 Uhr, Capitol Hannover

Roger Cicero & Big Band

Der Sohn des jazzpianisten Eugen Cicero hat

den Swing im Blut. Meit seiner elfköpfigen

Band feiert der Musiker reihenweise Erfolge.

21. oktober 2009

Mando diao – veröffentlichten im letzten

Frühjahr ihr aktuelles album „give me fire“

und sind jetzt auch live zu erleben

20.00 Uhr, aWD-Hall

23. oktober 2009

roger cicero & Big Band – Die Tour zum

album „artgerecht“ verbindet jazz und

Big-Band-Swing

20.00 Uhr, aWD-Hall

27. oktober 2009

Jan delay & disko no.1 – Trumpfen auf mit

neuem Musikmaterial und bekannten Hits -

„die machen das klar !“

20.00 Uhr, aWD-Hall

27. november 2009

Xavier naidoo – Tritt gemeinsam mit den

Söhnen Mannheims auf der „Iz on / alles

kann besser werden“ Tour auf

20.00 Uhr, TUI arena

02. Dezember

Motörhead 2009 – Eine der erfolgreichsten

Rock n‘ Roll Bands von der Britischen Insel

geht wieder auf Tour

20.00 Uhr, aWD-Hall

Bilder: Wolf-Rüdiger Leister, Susanne Dupont, Kunstverein

Hannover, KüsterCom


Der Marketingverbund

macht mit spannenden

Aktionen Lust auf das

kulinarische Hannover.

Hannover macht Genuss…

„Genuss“ steht für

Lebensfreude und

Lebensqualität.

„Genuss“ beinhaltet

Spaß und Wohlfühlen

in angenehmer

Atmosphäre.

„Genuss“ bedeutet

Lust und Wahrnehmung

an guten Speisen und

Getränken, ist pure

Gaumenfreude, höchster

Wohlgeschmack und

vollendete Entspannung.

„Genuss“ ist vielfältig.

Menühopping-

Termine 2010

In vier Gängen

durch Hannover

für Euro 55,– p. Pers.

inkl. korrespondierender Getränke

29.01.2010

18.02.2010

18.03.2010

23.04.2010

20.05.2010

17.06.2010

Wir sind die

Genussmacher

Restaurant BelMondo Hannover

www.belmondo-hannover.de

Café Gustino

www.cafegustino.de

Brasserie FRESKO

www.fresko-online.de

Gasthaus Meyer

www.gasthaus-meyer.de

Restaurant Der Gartensaal

www.gartensaal-hannover.de

Lindenkrug – Hannover

www.lindenkrug-hannover.de

Mister Q

www.misterQ.de

Restaurant Leander

www.mercure.com

Paulaner am Thielenplatz

www.paulaner-am-thielenplatz.de

Restaurant 4 Jahreszeiten

www.restaurant-vierjahreszeiten.de

Restaurant bell´ARTE

www.bellarte.de

Copthorne Hotel Hannover

www.copthorne-hannover.de

Restaurant Gondel & Pastaria

www.restaurant-gondel.de

Restaurant grüpchen

www.gruepchen.de

Wienecke XI

www.wienecke.de

Restaurant Zwischenzeit

www.restaurant-zwischenzeit.de

Maschssee-Triathlon

Was die Teilnehmerzahlen betrifft ist der 3. „Maschsee-

Triathlon“ auf sicherem Erfolgskurs. Insgesamt werden

mehr als 1.500 aktive Triathleten erwartet.

Sport

05. bis 06. September 2009

Maschsee-triathlon – Dieses jahr werden

wieder hunderte Sportler beim Maschsee Triathlon

an den Start gehen

09.00 Uhr, Maschsee

30. September 2009

tna First impact tour 2009 – Die Tna aus

nashville, Tennessee gehört zu den „global

Playern“ des Wrestlings

20.00 Uhr, aWD-Hall

18. bis 20. September 2009

tage internationaler Vielseitigkeit – Zum

25. Mal findet das internationale vielseitigkeitsturnier

statt

09.00 Uhr, Hof Münkel/Langenhagen

25. oktober 2009

Fabian hambüchen gegen den rest der

Welt – Das deutsche Turn-as wird gegen sieben

der weltbesten Turner antreten

14.00 Uhr, aWD-Hall

01. november 2009

neue Bult: Saisonfinale 9. renntag – Bei

diesem Sportevent wird der große Preis der

aWD Holding ag verliehen

11.00 Uhr, neue Bult

Sonstiges

03. September 2009

olivia – Ein Bilderbuchkino für interessierte

Kinder ab vier jahren und deren erwachsene

Begleitung

16.00 Uhr, Stadtbibliothek Herrenhausen

05. September 2009

Wo ist der ton versteckt?– Klavierbaumeister

Tim Priess erklärt kleinen und großen

Menschen das Klavier

14.00 Uhr, Bechstein Zentrum

08. September 2009

Kein geschlecht oder viele?– Hier wird zur

Diskussion gestellt, ob es überhaupt eindeutig

definierte biologische geschlechter gibt

19.30 Uhr, Pavillion Kulturzentrum

12. September 2009

Feuer und Wasser – Der Lohnder Bootshafen

lädt bei romantischer Kulisse zu einem

Fest mit Bootsfahrten und Live Musik

15.00 Uhr, Bistro Tiefgang

15. September 2009

Ein zeitzeuge erzählt – Der ehemalige KZ-

Häftling und Zwangsarbeiter Moshe Miedzinski

berichtet von seinem Schicksal

19.00 Uhr, Haus der Region

Oktoberfest

REgjo HannovER KalEndEr 97

Das größte volksfest niedersachsens findet

seit 1957 alljährlich auf dem Schützenplatz

Hannover statt.

17. September 2009

Energieausweis – Ein vortrag von K. Schütt

über Rechte und Chancen für verbraucher,

um anmeldung wird gebeten

17.00 Uhr, verbraucherzentrale

22. September

die biometrische totalerfassung – vortrag

und Diskussion mit der Sozialwissenschaftlerin

und journalistin Erika Feyerabend

19.00 Uhr, Pavillion Kulturzentrum

25. September 2009

oktoberfest – Beim hannoverschen oktoberfest

sind jährlich durchschnittlich 160

Schaustellerbetriebe vertreten

11.00 Uhr, Schützenplatz Hannover

26. bis 27. September 2009

Flohmarkt – antiquitäten, Seltenes und

Schönes aus zweiter Hand; dazu Kaffee und

Kuchen

10.00 / 12.00 Uhr, Work of art Hannover

20. november 2009

guido Knopp „die Einheit – wie es wirklich

war“ – spannende Hintergründe zur

deutschen geschichte

20.00 Uhr, Hannover Congress Center

Bilder: Florian Petrow, Wikipedia


98 land & uMwElt REgjo HannovER

Wussten Sie, dass ...

Sonderbares und Wissenswertes aus der Region – von pünktlichen Zügen, wichtigen

gesichtern, kühnen Piloten und spitzenmäßiger Stadionkeramik.

Bilder: iStockphoto, Wikipedia, Deutsche Bundesbahn, Zoo Hannover

... durch Hannover eine der pünktlichsten

S­Bahnen Deutschlands fährt?

So mancher Bahnkunde steht sich andernorts

die Beine in den Bauch, während in

Hannover etwa 97 Prozent der Züge pünktlich

ein- und ausfahren. Doch die Liebe

zum Kunden geht noch einen Schritt weiter,

denn die GVH gibt ihren Reisenden

ein Versprechen, das auf eine planmäßige

Zukunft hoffen lässt: die Pünktlichkeitsgarantie.

Auf diese kann sich der Fahrgast bei

gravierenden Verspätungen berufen.

... der Zoo Hannover am Eingang

Gesichtskontrollen durchführt?

Tierfans müssen seit dem Jahr 2003 zusätzlich

zur Jahreskarte ein vorzeigbares Gesicht

besitzen, um in den Zoo zu gelangen. Biometrie

im Alltag. Mit dieser Maßnahme steigerte

der Zoo seinen Umsatz an Jahreskarten

auf rund 70.000 verkaufte Exemplare. Eine

widerrechtliche Übertragbarkeit ist nahezu

unmöglich – eine Ausnahme bilden Zwillinge.

Es bleibt abzuwarten, wo uns solche

Maßnahmen zukünftig noch begegnen.

... Hannover die erste Erfolgsgeschichte

des Motorflugs schrieb?

Der deutsche Flugpionier Karl Jatho setzte

am 18. August des Jahres 1903 in der Vahrenwalder

Heide zum wohl ersten Motorflug

der Geschichte an. Nach einem erfolgreichen

Flug über 18 Meter landete sein Motordrachen

Marke Eigenbau wieder sicher auf

dem Rollfeld. Die Flughöhe betrug etwa 30

Zentimeter. Erst vier Monate später wagten

die Gebrüder Wright den ersten motorisierten

Flug der amerikanischen Geschichte.

... der erste deutsche Fußballverein 1878

in Hannover gegründet wurde?

Die Jahreszahl macht deutlich, dass der

heutige Bundesligist Hannover 96 nicht

gemeint ist. Interessant ist jedoch, dass

eben dieser, gemessen an seiner Stadionkapazität

von 50.000 Besuchern, jedem 49sten

eine hoffentlich saubere Toilette bereitstellen

kann. Was bei einem Spitzenwert von

458 Toiletten und 558 Urinalen die Toilettentabellenführung

bedeutet. Damit ist

Hannover 96 „Toilettenmeister“ des DFB.

impressum

1. jahrgang, 1. ausgabe

Herausgeber

Polygo verlag gmbH

Verlag

Polygo verlag gmbH

Schmilinskystr. 45

20099 Hamburg

Telefon 040 300 67 29 0,

Telefax 040 300 67 29 21

internet und E-Mail

www.regjo.de, hallo@regjo.de

Herausgeber

Thomas Wirth (wirth@polygo.de)

Chefredaktion

Stefanie Stüting (stueting@polygo.de)

redaktion

Katrin Langemann, Lorenz Hartwig

autoren

angela andresen-Schneehage

Fotografie

Iris Friedrich, Simon gallus, Tim Mittelstaedt, Katharina

geber, Region Hannover, MHH, InI, Boehringer,

Luc viatour, Lag Rock, Claudia Rump, axel Herzig,

Dieter Sieg, andreas Klein, Roland Schmidt, Themenwechsel,

Städtische galerie im Lenbachhaus/

München, LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte

Münster/Rudolf Wakonigg & Sabine

ahlbrand-Dornseif, Walter Klein, Elke Walford, Herling/gwose

(Sprengel Museum Hannover), Centrum

gmbH, Stephen Eastwood/Lynx, MHH/Kremmin,

Kunstschule Wedemark, Klimaschutzagentur Region

Hannover gmbH, Bahlsen gmbH&Co.Kg, Hannover

Tourismus, Initiative hannoverscher Kommunikationsagenturen

e.v., Thönse24 e.v., Kreuzer/Ideen

Expo, Leibniz Universität Hannover, vinalia gmbH,

Praxis Dr. med. F. Heininger, autovision gmbH,

Duravit ag, iStockphoto, Wikipedia, Deutsche

Bundesbahn, Zoo Hannover, DLg e.v. „agritechnica“,

Deutsche Messe Hannover, Wolf-Rüdiger

Leister, Susanne Dupont, Kunstverein Hannover,

KüsterCom, Florian Petrow, Wikipedia, Heimo

Klemm, Frank Wilde, genussmacher, arpad nagy-

Bagoly/Fotolia.com, jan oelker / Windwärts Energie

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Ben Falk, Kristina Krebs, Santa gustina

Marketingleitung

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Verlagskoordination region Hannover

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anzeigen

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Geschäftsführung

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assistenz der Geschäftsführung

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Erscheinungsweise

viermal im jahr

Bezugsbedingungen

abonnement EUR 18,- inkl. Mehrwertsteuer und

Zustellgebühr für vier ausgaben. Einzelpreis EUR

5,-. Das abonnement verlängert sich automatisch,

wenn es nicht zum ablauf gekündigt wird.

Regjo ist eine eingetragene Marke (nr. 39867052)

der Polygo verlag gmbH

nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher

genehmigung des verlages.


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