vorwärts - PdA Bern

pdabern.ch

vorwärts - PdA Bern

vorwärtsannabelle sieht rot !


vorwärtsannabelle sieht rot !


annabelle sieht rot !


AZA8026 Zürich07. März 200864. JahrgangNr. 09/10Abtreibung:Der Kampf um das Rechtauf Abtreibung ist immernoch notwendig. 28. März: Es gibt immer nochtausend Gründe, gegenFrauenunterdrückung zukämpfen. 3Lesbisch:Lesbische Sexualität wirdauch heute nicht wirklichrespektiert. 4Postmarktliberalisierung:Der Ausverkauf desService Public geht ungebremstweiter. 5Einzelnummer: Fr. 4.–Internet:www.vorwaerts.chRetouren:VorwärtsPostfach 24698026 Zürichannabelle sieht rot !die sozialistische zeitung.


annabelle sieht rot !


vorwärts – 07. März 2008Meinung8. MärzEmanzipationDie Sozialisten müssenwissen, dass auf der ökonomischenAbhängigkeit oder Unabhängigkeitdie sozialeSklaverei oder Freiheit beruht.Diejenigen, welche aufihr Banner die Befreiung allesdessen, was Menschenantlitzträgt, geschrieben haben,dürfen nicht eine ganze Hälftedes Menschengeschlechtesdurch wirtschaftliche Abhängigkeitzu politischer und sozialerSklaverei verurteilen.Wie der Arbeiter vom Kapitalistenunterjocht wird, so dieFrau vom Manne; und sie wirdunterjocht bleiben, so langesie nicht wirtschaftlich unabhängigdasteht. Die unerlässlicheBedingung für ihre wirtschaftlicheUnabhängigkeitist die Arbeit. Will man dieFrauen zu freien menschlichenWesen, zu gleichberechtigtenMitgliedern der Gesellschaftmachen wie die Männer, nun,so braucht man die Frauenarbeitweder abzuschaffen nochzu beschränken.Die Arbeiterinnen, welchenach sozialer Gleichheit streben,erwarten für ihre Emanzipationnichts von der Frauenbewegungder Bourgeoisie,welche angeblich für die Frauenrechtekämpft. Dieses Gebäudeist auf Sand gebaut undhat keine reelle Grundlage.Die Arbeiterinnen sind durchausdavon überzeugt, dassdie Frage der Frauenemanzipationkeine isoliert für sichbestehende ist, sondern einTeil der grossen sozialenFrage. Sie gehen sich vollkommenklare Rechenschaftdarüber, dass diese Frage inder heutigen Gesellschaft nunund nimmermehr gelost werdenwird, sondern erst nacheiner gründlichen Umgestaltungder Gesellschaft. DieFrauenemanzipationsfrage istein Kind der Neuzeit, unddie Maschine hat dieselbegeboren.Emanzipation der Frauheisst die vollständige Veränderungihrer sozialen Stellungvon Grund aus, eineRevolution ihrer Rolle imWirtschaftsleben.CLARA ZETKIN,19. JULI 1889.ImpressumHERAUSGEBERIN:Verlagsgenossenschaft Vorwärts,PdAS und ihre DeutschschweizerSektionen. Postfach 2469, 8026Zürich. PC: 40-19855-7. Die Publikationerscheint 14-täglich.REDAKTION:Vorwärts, Postfach 2469, 8026 Zürich,Tel. 044 241 66 77, Fax 044 242 08 58e-mail: vwzh@smile.chRedaktion: Tristan P. Dzikowski (tpd),Michi Stegmaier (mic), Marco Geissbühler(mgb), Andrej Lützelschwab(anl), Angela Martucci (aam), SilviaNyffenegger (sin), Roger Stettler (rst)und Siro Torresan (sit).ABONNEMENTE:administration@vorwaerts.ch.Jahresabo: 160.–, reduziert (AHV,Stud.) 110.–Probeabo: 5 Ausgaben für 10.–DRUCK:Imprimerie Copé, LuxemburgZur Kosovo-FrageEine Nation hat das Recht, ihrSchicksal frei zu bestimmen, sofern siedasselbe Recht anderen Nationen gegenübernicht einschränkt. Das ist unbestreitbar.Welche Grundlagen soll abereine künftige Verfassung nun haben,wenn die Mehrheit der Nation und vorallemdie der lohnabhängigen Masse massgebendsein sollen? Die Nation hat dasRecht sich selbstbestimmend einzurichten,ja sogar das Recht sich von andernloszutrennen. Im Fall des Kosovo liegtnun aber ein Sonderfall vor. Es gibt keineeinzige UNO-Resolution, auf welchesich die Loslösung des Kosovo von derRepublik Serbien stützen könnte. Dasheisst, treibende Kraft sind in diesemFall nicht eine Staatengemeinschaft,sondern die imperialistischen Mächte,wie vor allem die USA, Deutschland undFrankreich. Während diese Mächte dieUnabhängigkeit von Palästina auf Jahrzehntehinaus blockieren, forcieren dieselbenimperialistischen Mächte dieZerstückelung der ehemaligen föderalistischenRepublik Jugoslawiens. IhreMotivation: Das Interesse in diesen Staatendurch ihre ökonomischen Agenteneinzuführen und um eine noch grössereKontrolle auf die entsprechenden Regierungenauszuüben. Das ist eine schändlicheMissachtung des internationalenRechts seitens der imperialistischenMächte. Darum ist zum Schutz der souveränenRechte des Kosovo die Unabhängigkeitserklärungzu verurteilen undnicht anzuerkennen, alle militärischenStützpunkte aufzulösen und sämtlichesPersonal abzuziehen. Die einzige Lösunggegenüber dieser Repression derVölkerrechte ist unabdingbar die Konstruktioneiner föderalistischen, wennnicht sozialistischen Republik, in derdas Recht auf Selbstbestimmung garantiertund in der die Völker über ihrSchicksal frei bestimmen können. Nurim Rahmen einer sozialistischen Republikkönnen die Völker sich effektivemanzipieren und ihre nationalenRechte wahrnehmen.DOMINIK SCHROTT, BRUGG,(PDA ZÜRICH), 23. FEBRUAR 2008Danke!Die Redaktion bedankt sich herzlichbei allen Helferinnen und Helfern am Vorwärtsfest!Sie haben durch ihren tatkräftigenEinsatz und ihre Motivation stark dazubeigetragen, dass das Fest ein grosser Erfolggeworden ist. Auch will sie allen Besucherinnenund Besuchern für die gute Stimmungdanken!Einladung zur GeneralversammlungderVerlagsgenossenschaft VorwärtsDonnerstag, 10. April 2008, 19:30 UhrArchiv für Frauen- und Geschlechtergeschichte,Leonhardstrasse 63,St. Gallen (zu Fuss 3 Minuten vomBahnhof)Traktanden:1. Begrüssung2. Protokoll der GV vom 12. April 073. Jahresbericht 20074. Jahresrechnung 20075. Entlastung des VR6. Wahlen7. Ausblick 20088. Budget 20089. Diversa10. Kurzbericht von Marco Geissbühler(Redaktionsmitglied) von derLinke-Medienakademie in BerlinMIT SOLIDARISCHEM GRUSS. FÜR DENVERWALTUNGSRAT: ROLF SCHNEIDERFrauen aller Länder...Anjuska Weil. Weltweit bringen Frauen am 8. März ihre Forderungen zum Ausdruck,auf der Strasse, in Aufrufen, an Versammlungen. Vielerorts ist er über die Jahreso etwas wie ein 1. Mai der Frauenbewegung geworden, Grenzen überschreitendund kämpferisch.Interessanter Weise gibt es über den Ursprung des8. März verschiedene Lesarten. Historikerinnen wieLiliane Kandel, Françoise Picq und Temma Kaplan weisenseit den 1980er Jahren darauf hin, dass sozialistischebeziehungsweise kommunistische Tradierungendes 8. März, die auf die Pariser Commune, Clara Zetkinund die junge Sowjetunion zurück gehen, in Westeuropaund Nordamerika im Zuge des Kalten Krieges ausgeblendetwurden. Daher verbreitete sich im Westennach und nach jene Legende, die 1955 in der Absichtkonstruiert wurde, den internationalen Frauentag miteiner Tradition zu versehen, die nicht mit dem Bolschewismusin Verbindung steht und „über diesen hinausgeht“. Im Mittelpunkt dieser Herleitung steht ein spontanerStreik von Textilarbeiterinnen, der sich am 8. März1857 in New York ereignet haben soll. Die Polizei habediese Demonstration gegen niedrige Löhne und unzumutbareArbeitsverhältnisse blutig niedergeschlagen,zahlreiche Frauen seien bei diesem Einsatz ums Lebengekommen. Genau fünfzig Jahre später wurde am 8.März 1907 erstmals an diese Vorfälle erinnert.Tatsächlich in New York stattgefundenen, habe, soKandel, Picq und Kaplan, am 8. März 1908 eine Veranstaltungder Social Democratic Women’s Society, welcheunter anderem das Wahlrecht für Frauen forderte.Mit der Herleitung über den Textilarbeiterinnenstreikvermischt wird gelegentlich die Brandkatastrophe ineiner New Yorker Bekleidungsfabrik, die am 25. März1911 weit über 100 Näherinnen das Leben kostete. DerThese von Kandel, Picq und Kaplan Recht zu geben,scheint die Liste der Länder, welche den 8. März zumFeiertag erhoben haben. Es sind: Armenien, Aserbaidschan,Bulgarien, Burkina Faso, Kuba, Kasachstan, Kirgisistan,Mazedonien, Moldawien, die Mongolei, Russland,Serbien, Tadschikistan, die Ukraine, Usbekistan,Vietnam und Weissrussland. In der VolksrepublikChina ist der Nachmittag für Frauen arbeitsfrei.Es geht um mehr als ums FeiernDie Kontroverse weist nicht allein darauf hin, wievielschichtig es ist, sich mit den Ursprüngen des 8. Märzim Spannungsfeld von Ideologien und Kämpfen umFrauenrechte auseinander zu setzen, sie zeigt auchdarauf, dass diesem Tag schon Mitte des letzten Jahrhundertsein hoher Symbolwert beigemessen wurde.Dabei geht um viel mehr, als ums Feiern, es gehtum die Überwindung patriarchaler Verhaltensmusterund Herrschaftsstrukturen, auch dort, wo die gesetzlicheGleichstellung erreicht ist.1975 erkannte die UNOden 8. März als Internationalen Frauentag an. In den80er Jahren brachte eine ihrer Studien die weltweitherrschenden Verhältnisse auf den Punkt: Frauen leistenweltweit zwei Drittel der Arbeit, verdienen zehnProzent der Löhne und verfügen über ein Prozent desBesitzes.An diesen Zahlen hat sich bis heute substantiellkaum etwas geändert. Mit der Globalisierung des Kapitalshat sich bloss die Schere weiter geöffnet: DieArmen sind noch ärmer, die Reichen noch reicher –und die Menschen sind durch verschiedene Zwängemobiler geworden. Dies gilt ganz besonders auch fürFrauen. Noch nie gab es so viele Frauen, die als Arbeitsmigrantinnenfern ihrer Familie schwer arbeiten, äusserstbescheiden und oft auch praktisch rechtlosleben, um ein Maximum ihres kärglichen Einkommensan die daheim Gebliebenen zu überweisen. Noch niewaren so viele Frauen in den Kriegsgebieten desSüdens allein mit ihren Kindern auf der Flucht, derGewalt und Willkür von Warlords und marodierendenMilizen ausgeliefert. Dass diese Frauen anders als ihremännlichen Landsleute kaum je in den reicheren Nordengelangen, hat nicht zuletzt mit ihrer absolutenMittellosigkeit zu tun.Ermutigende ErfolgeDoch es gibt auch Zeichen dafür, dass die Jahrzehntelangen Kämpfe der Frauen etwas bewegt habenund bewegen. In den internationalen Programmen zurBekämpfung der Armut setzt sich immer klarer dieErkenntnis durch, dass diese die Frauen einbeziehen, jaganz gezielt fördern muss, wenn sie erfolgreich seinsoll. Kampagnen gegen Verstümmelung und Gewaltgegen Frauen, zur Gesundheitsförderung, fürMädchenbildung und den Einbezug der Frauen in Entscheidungsprozessezeigen an verschiedenen Ortenermutigende Erfolge. Frauen in ländlichen Gebietenwagen es, sich zu organisieren und formulieren ihreBedürfnisse. Sie protestieren gegen die Zerstörungihrer Lebensgrundlagen, lernen und trauen sich zu, ihrLeben in die eigenen Hände zu nehmen. Sie nehmenzum Beispiel an Mikrokreditprogrammen teil und bildenGenossenschaften. In den riesigen Textilfabriken,in denen Näherinnen zu Tiefstlöhnen unsere Klamottenproduzieren, finden immer wieder Arbeitskämpfestatt, auch wenn die dominierenden Medien es nichtfür nötig halten, darüber zu berichten. Die Forderungensind nicht neu, aber so aktuell wie eh und je: Acht-Stunden-Tag, Löhne, die zum Leben reichen und jenender Männer gleichwertig sind, Schutz der Gesundheitund vor Übergriffen am Arbeitsplatz...Das Recht auf Abtreibungist gefährdet!Die Europäische Linke. Gemäss den letzten durch die WHO publizierten Zahlensterben jedes Jahr 68 000 Frauen an den Folgen einer heimlich durchgeführtenAbtreibung. 13 Prozent aller Todesfälle unter Schwangeren sind auf riskanteAbtreibungen zurückzuführen.Dennoch ist das Recht auf Abtreibung bis zum heutigenTag bedroht – sogar in Europa. Es benötigte mehrals hundert Jahre des Kampfes, um den Schmerz und dieDemütigung unbeabsichtigter Schwangerschaften zuüberwinden und das Recht auf Selbstbestimmung inbeinahe jedem europäischen Land zu erreichen. In Portugalwurde dieses Recht gerade erst letztes Jahr in einerumkämpften Kampagne errungen. In Polen, Irland,Zypern, Malta und Andorra hingegen ist es immer nochnicht garantiert. Und in Litauen, Spanien und Italienwollen reaktionäre Rechtsaussen und religiöse FundamentalistInnen,dass das Recht auf Abtreibung wiederabgeschafft wird. Dabei handelt es sich um ein fundamentalesRecht, welches alle Frauen und Männer etwasangeht. Am diesjährigen 8. März bekräftigt die EuropäischeLinke ihren Glauben an Selbstbestimmung, dasAbtreibungsrecht und eine verantwortungsvolle Elternschaft.Für uns handelt es sich hier um einen wichtigenSchritt hin zu einem demokratischen und säkularenEuropa. Wir beobachten voller Sorge die Hindernisse beider Einführung des Rechts auf Abtreibung, die Rückschlägebezüglich der sexuellen und reproduktivenRechte der Frauen und den Abbau bei der öffentlichenGesundheitsversorgung, die Offensive der «moralischenOrdnung» in Europa und der Welt, sowie den Mangel anInformationen, welcher einem freien Zugang zu Empfängnisverhütungund Abtreibung im Wege steht. DieEuropäische Linke verteidigt das unveräusserliche undgrundsätzliche Recht der Frauen auf Selbstbestimmung,indem sie für die Beendung von Tabus und Kriminalisierungenmobilisiert. Sie unterstützt regelmässige Informationskampagnenzu Empfängnisverhütung undAbtreibung. Lasst uns in ganz Europa gemeinsam für freizugängliche und kostenlose Abtreibungen kämpfen.WWW.EUROPEAN-LEFT.ORG


8. März vorwärts – 07. März 2008 3«Frauen, die kämpfen, sind Frauen, die leben»Frauenkollektiv, Revolutionärer Aufbau Zürich. Jedes Jahr am 8. März gehen wir Frauen aus aller Welt auf die Strasse. Auch in Zürich.Haben wir denn nicht schon alles, wofür wir seit mehr als einem Jahrhundert einstehen?Tatsächlich hat sich in den Industrienationenbereits einiges zum Besseren gewandelt. So sieht es imBildungsbereich respektabel aus, der Anteil an derErwerbsarbeit konnte beachtlich gesteigert werden (siehat sich in den letzten 30 Jahren verdoppelt), was eineneigenen Lohn und mehr Unabhängigkeit bedeutet. DieMutterschaftsversicherung wurde endlich minimalumgesetzt, die Lohnfrage wird immer wieder zumThema, öffentliche Kindereinrichtungen werdengeschaffen, Moralvorstellungen haben sich gewandelt,die Gewalt an Frauen auch im privaten Bereich ist keinTabuthema mehr.Noch immer tausend GründeDie andere Seite der Medaille zeigt allerdingsnoch etliche Gründe auf, weshalb es nach wie vor notwendigist, zu kämpfen: In der Berufswahl verfolgenjunge Frauen noch mehrheitlich traditionelle Muster,bei der Haus- und Familienarbeit leisten Frauen denLöwinnen-Anteil, sie verdienen weniger als Männerund sind mit mehrfacher Belastung konfrontiert. DerRuf nach mehr Freiwilligenarbeit im Sozial- undGesundheitsbereich sowie bei der Betreuung ältererMenschen spekuliert mit der «aufopfernden Rolle» undder Gratisarbeit der Frauen.Die generelle Krise erzeugt religiöse und reaktionäreEntwicklungen, die Rückschläge verschiedenerArt produzieren. In den Metropolen wird teilweise derlegale Schwangerschaftsabbruch angegriffen, in islamischdominierten Ländern halten Schleierzwang undEhrenmorde vermehrt Einzug. Die Gewalt an Frauennimmt sowohl im öffentlichen wie privaten Bereichpermanent zu. Zu nennen sind hier die Sexualisierungder gesamten Gesellschaft, in der die Frau als Objektder männlichen Sexualität dargestellt wird und die Pornografie,die immer mehr mit Gewalt gegen Frauenoperiert und dessen Konsum mittlerweile enormeDimensionen erreicht. Im Jahr 1998 hat «The Economist»den weltweiten Handel mit Pornografie auf rund20 Milliarden Dollar im Jahr geschätzt. Seither boomtes. Im Jahr 2006 wurde allein für die USA der Umsatznur mit Pornofilmen auf neun bis zwölf MilliardenDollar geschätzt. In Deutschland erscheinen über tausendneue Porno-DVDs monatlich. Für die Handy-Pornografieprognostizieren Analysten für das Jahr 2009einen Umsatz von zwei Milliarden Dollar. Aber auchder allgemeine Gewaltkonsum nimmt stetig zu, sowiedie permanente mediale Überfütterung der Menschenmit Schwachsinn, die Isolation der Individuen vor derGlotze und dem Bildschirm, die zunehmende Beziehungsunfähigkeit,soziale Vereinsamung und Verrohung– Ausdruck der fortschreitenden Dekadenz derkapitalistischen Konsumgesellschaft.Dass die Errungenschaften begleitet werdendurch Rückschläge und Stagnation, kann auch garnicht anders sein in einer Gesellschaft, in der die Produktionsverhältnisseweiterhin auf der Ausbeutung dergrossen Mehrheit der Menschen basieren. Wie sollen ineiner Zeit, in der Arbeitsplätze vernichtet werden, mehrund bessere Frauenarbeitsplätze geschaffen werden?Oder wie sollen Frauenlöhne erhöht werden, wo dochim Gegenteil die allgemeinen Löhne sinken? Wie sollengesellschaftliche Einrichtungen für Pflege und Kinderbetreuunggeschaffen werden, wo doch der Sozialstaatmehr und mehr beschnitten wird? Der «neue Menschentyp»der sich im Kapitalismus behaupten muss,ist nun mal topfit, allzeit einsatzfähig und hat niemandzu umsorgen. Es zeigt sich, dass die Produktionsverhältnisseuntrennbar mit den Geschlechterverhältnissenverbunden sind und das eine nicht ohne dasandere verändert werden kann.Lasst uns aus der Rolle fallenDes Weiteren benötigt Frauenbefreiung nichtbloss die Aneignung der öffentlichen und bezahltenBereiche durch uns Frauen, sondern ebenso dieAnnäherung der Männer an so genannt weibliche Rollen.Dies stösst jedoch sowohl an die Grenzen einespatriarchalen Bewusstseins, als auch an die Grenzender kapitalistisch-patriarchalen Wirtschaft, welchekein Interesse daran hat, Haus- und Familienarbeit zuvergesellschaften und die geschlechtsspezifischeArbeitsteilung aufzuheben. An diese Grenze stösstebenso die wirkliche Vereinbarkeit von Beruf undFamilie für jene Mütter, die sich kein privates „HausundKindermädchen“ leisten können – die absoluteMehrheit. Insbesondere in Zeiten von Arbeitslosigkeitund Sozialabbau gelten für die unteren Schichten desProletariats die alten Regeln wieder verschärft.Die nächste Etappe der weiblichen Emanzipationbedingt also nicht nur die weitere Erkämpfung desgesellschaftlichen Raumes durch die Frauen, sondernauch die Emanzipation der Männer. Es ist Zeit, beispielsweiseüber die Vereinbarkeit von Beruf und Fami-lie für die Väter nachzudenken. Dies bedeutet – wiebereits 1968 in Frankfurt mit dem legendären Tomatenwurfauf die Hemden der Genossen des DeutschenSozialistischen Studentenbundes: Einbezug der Männerin die Auseinandersetzung für das Ziel neuerGeschlechterverhältnisse. Und neue Geschlechterverhältnissebedingen den gemeinsamen Kampf für neueProduktionsverhältnisse, in denen nicht nur Enteignerenteignet, sondern auch Haus- und Familienarbeit vergesellschaftetund kollektiviert werden. Dies erst wirdder Boden sein für die weitergehende, die allgemeinmenschliche Emanzipation.Gegen Frauenunterdrückung undPatriarchat: Auf zur revolutionärenFrauendemo am 8. März!Gestern, heute, morgen...Revolutionäres FrauenLesbenBündnis zum 8. März. Auch wenn es heute scheint, als ginge es vielen Frauen gut, als würden siekaum mehr benachteiligt und auch wenn es scheint, als könnten starke Frauen sich alleine durchsetzen und ihreBedingungen beeinflussen, sagen wir : Es wird einfach nicht mehr über Diskriminierung, Ausbeutung und Gewalt gesprochen!Frau schämt sich, wenn sie solche scheinbaren«Mängel» zugeben muss, weil es nicht in das Bild dererfolgreichen und emanzipierten Frau passt. Gerade indiesen Zeiten, in denen Frauen mehr als je zuvor voneinander getrennt werden sollen, kämpfen wir in unseremAlltag immer wieder für ein gutes und freies Leben.Gemeinsam gehen wir am 8. März dafür auf die Strasse.Der 8. März hat GeschichteSeit bald hundert Jahren wird der internationaleFrauenkampftag jährlich begangen und wurde 1921auf den 8. März festgelegt. Das Datum erinnert an dieStreiks der Textilarbeiterinnen in New York am 8. März1908, die für bessere Arbeits- und Lebensbedingungengekämpft haben. Fabrikbesitzer und Aufseherhaben sie in der Fabrik eingeschlossen, um die Solidarisierunganderer Belegschaften zu verhindern. In derFabrik brach ein Feuer aus, 129 Arbeiterinnen starbenin den Flammen. Im selben Jahr demonstrierten weitereTextil- und Tabakarbeiterinnen. Durch dieseKämpfe ermutigt streikten 1909 20 000 Hemdennäherinnenaus Manhattan mit solcher Unnachgiebigkeit,dass die Unternehmer nach zwei Monaten ihren Forderungennachgaben. Weiterer Bezugspunkt für diesenTag war der Streik der Textilarbeiterinnen in SanktPetersburg vom 8. März 1917, welcher wesentlich zumAusbruch der Februarrevolution beigetragen hat. Seitder Weimarer Republik ist der 8. März auch Ausdruckdes Frauenwiderstandes gegen den Faschismus. Nach1945 waren die Forderungen nach Frieden und Abrüstungdie wichtigsten Anliegen an diesem Tag. Mit derneuen Frauenbewegung wurden wieder verstärktThemen wie Abtreibung, Psychiatrie, Männergewalt,Rassismus und Homophobie thematisiert.Auch heute gibt es genug Gründe, auf die Strassezu gehen. In den letzten Jahren thematisierten wirimmer wieder die schweizerische Asylpolitik und fordertendie Anerkennung frauenspezifischer Fluchtgründe;wir demonstrierten für bessere Arbeitsbedingungenund gleicher Lohn für gleicher Arbeit. AndereThemen waren der herrschende Sicherheitsbegriffund was die Militarisierung der Gesellschaft fürFrauen bedeutet, der Schönheitswahn, die geschlechtsspezifischeRollenverteilung oder die Diskriminierungvon Lesben. Immer noch wird die Welt vonSauber- und Supermännern (auch einige Superfrauensind dabei) regiert, welche die knallharten wirtschaftlichenInteressen mittels Gewalt und Kriege durchsetzen.Trotz der weltweit brutalen Realitäten sollten wirden Blick auf unsere Wünsche, Bedürfnisse und Visionennicht verlieren. Lassen wir uns nicht erdrückensondern kämpfen wir weiter für eine Gesellschaft, diesich nicht an den Kriterien von Geld und Profit orientiert,die keine, auch nicht patriarchale, Gewalt mehrkennt, die keine HERRschaftssichernden Grenzenmehr braucht, in der jede lieben kann, wen sie will,eine Gesellschaft, die von allen Menschen, die in ihrleben – unabhängig ihrer Herkunft und ihresGeschlechts – bestimmt wird. Eine Welt, in der jedehat, was sie braucht!Grenzenlos widerständigDas Motto der diesjährigen Demo – Frauen, diekämpfen, sind Frauen, die leben – erinnert daran, dasstagtäglich Frauen Widerstand leisten. Und dass wirohne den Mut und die Kämpfe vieler Frauen heutenicht da stünden, wo wir heute stehen. An all dieseFrauen, die berühmten und die, die vergessen gingen,an all denen, die Aufsehen erregten, und denen, dieabseits der Scheinwerfer der GeschichtsschreibungWiderstand geleistet haben, möchten wir erinnern.Auch wenn viele denken, Feminismus seiGeschichte und die Gleichberechtigung schon langeerreicht, kämpfen wir auch dieses Jahr für ein besseresLeben und werden es nächstes Jahr wieder tun. Denn«ich bin nicht frei, solange noch eine einzige Frauunfrei ist, auch wenn sie ganz andere Ketten tragt alsich» (Audre Lorde).KÜRZESTFILM ZUR MOBILISIERUNG:WWW.YOUTUBE.COM/WATCH?V=FD5MNRZ1XS4Demo 8. März12 Uhr, Werdmühleplatz:Strassenaktionen gegen Frauenhandel(organisiert durch dieKampagne Euro 08 gegen Frauenhandel)13 Uhr 30, Hechtplatz:Frauendemo (organisiert durchdas Revolutionäres FrauenLesbenBündniszum 8. März)Ab 21 Uhr: 8märz-queerpartymit djanes, film und cocktails,kalkbreite 4Clara ZetkinVeranstaltung für Frauenund Männer zu Clara Zetkin mitWienke Zitzlaff am Dienstag,18.3.08 19 Uhr an der Hohlstr. 86c.Am Internationalen Tag derpolitischen Gefangenen und zum150. Geburtstag von Clara Zetkinberichtet Wienke Zitzlaff überLeben und Werk einer der führendenund streitbaren Frauenkämpferinnender proletarischenGeschichte. Wir nehmen denTag der politischen Gefangenenzum Anlass, auch Zetkins Rollein der Roten Hilfe International zubeleuchten und den Bezug zurRoten Hilfe heute herzustellen.


4 vorwärts – 07. März 2008 8. MärzNichtdiskriminierung als ProblematikEve Moser. Lesbische Frauen sind viel weniger mit Diskriminierung konfrontiert als schwule Männer. Der Hauptgrund dafür liegtaber nicht etwa in einer grösseren Akzeptanz. Vielmehr wird das Lesbischsein nicht ernstgenommen, sondern irgendwozwischen Männerphantasie und weiblichem Zärtlichkeitsbedürfnis gesehen, oder schlicht als Folge schlechter Erfahrungenmit Männern. Ist dies im Grunde nicht die grössere Diskriminierung?Immer noch ein Tabu? SchwuleFussballer an der «Mundial Gay».Bild: zVg.Stellt euch mal folgende Szene vor: Ein Mitspielerder Fussballmannschaft ist offen schwul. Er schiesst einTor, jubelt. Wie geht’s weiter? Alle anderen umarmen ihn,küssen ihn, werfen sich auf ihn? Wie sieht’s nach demMatch unter der Dusche aus? Alle gehen sie gemeinsamduschen und niemand schert sich darum? Wohl kaum.Fern ab von rechtlichen und gesellschaftlichen Verbesserungensehen sich schwule Männer noch oft mit Homophobiekonfrontiert. Schwul sein ist okay, aber bitte nichtin meiner Nähe. Hetero-Männer möchten keine schwulenFreunde, nicht mal schwule Bekannte.Nur eine Frage der MachtOhne Penetration keine Sexualität?Bei lesbischen Frauen ist das anders. Keine meinerheterosexuellen Freundinnen kümmert’s, dassich lesbisch bin – ganz zu schweigen von den heterosexuellenFreunden. Anders als schwule Männerkönnen sich lesbische Frauen heute offen undunbekümmert in der heterosexuellen Welt bewegen.Dies ist aber nicht ein Zeichen von gewachsenerToleranz. Im Gegenteil: Lesbische Liebe und lesbischeSexualität wird nicht ernst genommen undnicht wahrgenommen. Deshalb ist sie nicht bedrohlich.Deshalb wird sie nicht diskriminiert. LesbischeFrauen – so sagt man – hätten schlechte Erfahrungenmit Männern gemacht. Sie suchen Zärtlichkeit, wollenim Bett streicheln und kuscheln, weil sie das – wiees heisst – von ihren Männern zu wenig bekommen.Was lesbischen Frauen fehlt, ist wieder mal ein richtigerMann im Bett (ja, ihr Hetero-Männer, werdet ihralle schwul, sobald ihr mal einen guten Mann im Betthattet? Und hatten schwule Männer eigentlichimmer schlechte Frauen im Bett?). Lesbische Sexualitätals Kompensation, als Flucht vor Männern, alsAusdruck von Frust. Eine eigenständige Form dersexuellen Orientierung ist es nicht. Für echte Sexualitätbraucht es einen (echten) Penis, der eindringt.Braucht es einen Mann. Aha.Deshalb ist es auch für viele Männer okay, wennihre Freundin mit einer anderen Frau ins Bett geht.Das wird nicht als Betrug wahrgenommen, entsprichtnoch eher einer sexuellen Männerphantasie. Dass dasSpektrum homosexueller Vorlieben und Varianten sobreit wie bei Heterosexuellen ist, und alle Facetten derSexualität beinhaltet, wird nicht gesehen. Abersin. Eine neue Studie über die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz weist nebst Männern, gemischtgeschlechtlicheGruppen sowie Frauen als Verursachende aus. Die Politologin Regula Stämpfli zeigtWege, um die Gleichwertigkeit der Menschen zu fördern.Die Hälfte aller Erwerbstätigen (51.3 Prozent) ist im Lauf desErwerbslebens direkt oder indirekt mit sexueller Belästigung amArbeitsplatz konfrontiert. Das ist das Resultat der empirischen Studiein der deutsch- und französischsprachigen Schweiz, welche das EidgenössischeBüro für die Gleichstellung von Frau und Mann EBGzusammen mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO im Jahr2007 in Auftrag gab. Die geschlechterspezifischen Unterschiede seieninsgesamt gering, bewerten die AutorInnen die Ergebnisse. Bezogenauf das ganze Erwerbsleben hätten sich nämlich 28 Prozent derFrauen und 10 Prozent der Männer am Arbeitsplatz jemals sexuellbelästigt gefühlt. Wir bewerten eine fast drei Mal grössere Betroffenheitvon Frauen im Vergleich zu Männern im Unterschied zu denAutorInnen als deutlichen Geschlechterunterschied.Bei den Verursachenden der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatzist der Geschlechterunterschied noch ausgeprägter als bei denBetroffenen. Zwei Drittel (64 Prozent) des gesamten belästigendenVerhaltens komme von Männern, einzeln oder in Gruppen. 20 Prozentgehen auf das Konto gemischtgeschlechtlicher Gruppen und 15 Prozentder Urheberinnen seien Frauen. Geht es ausschliesslich um dieBelästigung von Frauen, sind die Verursacher sogar zu 75 ProzentMänner. Ausserdem berichten Frauen als einzige Gruppe von sexuellerBelästigung durch Vorgesetzte, während bei Männern die Belästigungam Arbeitsplatz auch von Untergebenen aus gehen kann. Beiden Männern komme das belästigende Verhalten am Arbeitsplatz zurHälfte von Männern und zu je einem Viertel von gemischtgeschlechtlichenGruppen sowie Frauen, befindet die Studie.Empirische ErkenntnisseZusammenfassend zeichnen sich bei der Studie über diesexuelle Belästigung am Arbeitsplatz weder die Betroffenen noch dieVerursacher als scharf umrissene einheitliche Geschlechtergruppenab. Ein schwarz-weiss-Bild von Frauen als Opfer und Männern alsTäter wäre falsch. In der Studie treten Männer als Betroffene aus demSchatten hervor, wenn auch geringfügiger als Frauen. Als Verursacherder sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz bleiben Männer jedoch festin Führung, weit vor den gemischtgeschlechtlichen Gruppen sowieFrauen als TäterInnen. Auch hier treten die beiden letzteren Personengruppenerst jetzt in das Licht der empirischen Erkenntnis. Diesesdifferenzierte Profil ermittelt zu haben, ist das Verdienst von EBG undSECO. Sowohl die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz wie auchpräventive Massnahmen seien in Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitendenstärker verbreitet als in kleineren, geht aus der Studie weiterhervor. Die Pflicht zur Prävention ist im Obligationenrecht, ArbeitsundGleichstellungsgesetz definiert. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatzschadet dem Betrieb. Die Produktivität sinkt, Fehlzeiten undKrankheitsabsenzen häufen sich. Es kommt zu Kündigungen und Entlassungen,wobei Personalwechsel mit Kosten und Erfahrungsverlusteneinher geht. Kommt das Geschehene vor Gericht, entstehen weitereKosten, während die Medienberichterstattung zum Imageverlustdes Unternehmens führen kann.Missbrauch wird belohntHauptmotiv der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz sei die Ausübungvon Macht und Dominanz, berichtet die EGB- und SECO-Studie.Von dem «Vorwärts» angefragt, bringt auch Regula Stämpfli, Politologin,Dozentin und Publizistin in Brüssel Machtverhältnisse in der Gesellschaftzur Sprache. Sie kritisiert, dass mangels gesellschaftlicher Gleichstellungund Selbstverständlichkeiten immer noch auch der StaatRegelbedürfnisse anmelde. Doch da offenbar punkto gesellschaftlicherund kultureller Mentalität Machtmissbrauch eher belohnt als abgestraftwerde, müsse der Staat gesellschaftliche Versäumnisse ahnden.«Männergruppen funktionieren primär hierarchisch», holt RegulaStämpfli weiter aus. «Die beteiligten Männer orientieren sich an ihrerStellung in der Männergruppe und weniger an eigenen Standards imSinne der Vernunft Kants. So kommt es, dass sexuell belästigende Männeram Arbeitsplatz teilweise liebevolle Väter und Ehemänner sind undnicht im Traum an sexuelle Belästigung denken, weil im Privaten derWettbewerb um die Stellung der eigenen Person wegfällt.» Ein Weg ausder Sackgasse am Arbeitsplatz sei die Verflachung der Hierarchien, «dieplurale und bessere Verteilung von Geschlecht, Alter, Herkunft inMachtpositionen, die Transparenz wichtiger Entscheide sowie dieRückkoppelung von Belohnungssystemen an tatsächliche Leistungen.»«Der Schutz sexuell belästigter Erwerbstätigen wäre von Staates wegennicht nötig, wenn das Allgemeinverständnis der Menschen, anderenMenschen gegenüber Grenzen zu setzen und zu akzeptieren, auf demBoden einer freiheitlichen und gleichberechtigten Kultur Leitbildwäre.» Im Klartext seien nicht einfach Männer die Täter gegen Männerund Frauen, «sondern es gibt Anreizsysteme, die Männern sexuelleÜbergriffe nicht nur erleichtern, sondern sie regelrecht dazu auffordern»,schliesst die Berner Politologin ihre Ausführungen.tatsächlich gibt es keinen Unterschied, was dieGefühle, die Erotik, die Lust, die Befriedigung angeht.Vorausgesetzt, man ist lesbisch oder bisexuell.Lesbische LiebeEine lesbische Orientierung bedeutet, dass mansich nur in Frauen und nicht in Männer verliebt (so sehrman sich auch bemüht und so gut und lieb und nett dieKerle auch sein mögen und oft sind), dass man sich körperlichzu Frauen hingezogen fühlt, dass man gegenüberdem weiblichen – nicht aber dem männlichen – Körpererotische Lust und Begierde empfindet. Einen männlichenKörper anzufassen ist nicht eklig für uns, aber sexuelleLust empfinden wir dabei nicht. Unsere Beziehungenund die damit verbundenen emotionalen Dramenund Höhenflüge, Schmetterlinge im Bauch, Betrug oderLiebe auf den ersten Blick, glaubt mir, das alles unterscheidetsich nicht. Aber so wird die lesbische Liebenicht wahrgenommen. Bestenfalls als Spielerei, die auchheterosexuellen Frauen gefällt. Und natürlich heterosexuellenMännern. Aha.Darüber hinaus gilt die Vorstellung, in einer lesbischenBeziehung würde die eine den männlichen Partübernehmen. Die Absenz von Männlichkeit – körperlichund als Rollenbild – liegt jenseits des Vorstellungshorizontes.Fehlende Männlichkeit in einer Beziehung oderin der Sexualität ist gleichbedeutend mit einer Spielwiese– bestenfalls als kleine Verschnaufpause oder Abwechslung.Keineswegs kann das das echte Leben sein. Ernstgenommen wird das nicht.Im Gegensatz zu schwuler Liebe ist lesbische Liebeweniger sichtbar. Zwei Freundinnen Hand in Hand. Lesbisch?Zärtlichkeit zwischen Freundinnen. Lesbisch?Lesbische Liebe lässt sich besser verstecken, ohne sieganz verleugnen zu müssen. Sie lässt sich auch leichteroffen leben – ohne grosse Einschränkungen.Dies alles führt dazu, dass man als lesbische Frau,viel weniger als schwule Männer, eine eigenständigeIdentität aufbauen muss und kann. Wir sind viel wenigerdarauf angewiesen, eigene Lebensräume zu schaffen.Anders als die Schwulen können wir auch als geouteteLesben so weiterleben, wie bisher. Wir leben mittenunter euch. Unbeschadet, dafür unsichtbar. Nicht wahrgenommen.Nicht ernst genommen. Uns gibt es nichtwirklich. Wir sind irgendwo zwischen einer manifestiertenMännerphantasie und einem weiblichen Zärtlichkeitsbedürfnisanzusiedeln.Lesbische LebensräumeNachdem wir erfolgreich (endlich!) dafür gekämpfthaben, unseren Partnerschaften eine rechtliche Grundlagegeben zu können, und unsere Lebensform offenleben dürfen, gibt es für uns auch nicht mehr die dringlicheNotwendigkeit, gemeinsam für mehr Rechte zukämpfen. Als lesbische Frau bin ich beispielsweise wenigerauf ein Recht auf Adoption angewiesen als schwuleMänner. Auch wenn es mir die Gesellschaft verbietenwill, so ist es ein leichtes, als Frau schwanger zu werden.Lesbisch oder nicht. Die schwule Bewegung hat aus derNotwendigkeit viel mehr Kraft. Lesbische Einrichtungenfristen auch neben der grössten, offensten und breitestenSchwulenszene nur eine kleine Schattengemeinschaft.Zürich ist da keine Ausnahme. Während es fürhomosexuelle Männer an Lebensräumen alles gibt, wasdas schwule Herz begehrt, so gibt es nur einige wenigeexplizit lesbische Bereiche. Das macht es als lesbischeFrau nicht ganz einfach, eine selbstbewusste und eigenständigeIdentität aufzubauen. Und eine Partnerin zufinden auch nicht. Wo denn? Natürlich liegt es an den lesbischenFrauen, sich mehr zu formieren, sich sichtbarerzu machen, eigene Lebensräume zu schaffen, eine eigenständigeIdentität aufzubauen. Aber vielleicht liegt es ander Gesellschaft, dieses Bedürfnis zu wecken.Ist dies nun ein Plädoyer zur Diskriminierung derlesbischen Frau? Vielleicht. Sicherlich ist es ein Plädoyer,auch die weibliche Homosexualität ernst zu nehmen. Esist ein Plädoyer für eine lesbische Identität. Wenn ihrmich dafür diskriminieren müsst, nun denn.EVE MOSER (30), LEHRERIN UND ANGEHENDESOZIALPSYCHOLOGIN, SUCHT GERADEEINEN VERLAG FÜR IHREN ERSTEN LESBISCHENROMAN. SIE LEBT IN ZÜRICH.


Inlandvorwärts – 07. März 20085Ausverkauf des service publicgeht weiterDie linkeJugend feiert!RJZ. In den letzten Wochen entstanddie Revolutionäre Jugend Zürich.Zusammen mit dem SchülerInnen-Netzwerk feiert sie deshalb ihreGründung am 14. März im Provitreff –gute Musik und Stimmung garantiert.Von links bis rechts wird über die Politikverdrossenheitder Jugend geschimpft. Nicht geredet wird aberdarüber, weshalb sie nicht viel von Politik hält. Selbstverständlichsehen Jugendliche nicht ein, weshalb siean Parlamentswahlen teilnehmen sollen, wenn dasParlament sowieso nicht ihre Interessen, sondern dieder Wirtschaft vertritt. Parlamentarische Politik wirdscheinbar entrückt von den alltäglichen Problemen derjungen Menschen betrieben – bei all der Desinformationder Medien und der Wahlkampagnen ist es für sieschwer zu sehen, dass zum Beispiel hinter einer«Unternehmenssteuerreform» einen Steuererlass fürdie Reichen zulasten der Armen steckt und die «Änderungdes Polizeigesetzes» eine Einschränkung der persönlichenFreiheiten bedeutet. Es ist nötig, zu zeigen,dass Politik sehr wohl die Jugend betrifft, und dasswirkliche Politik nicht im Parlament, sondern auf derStrasse, an den Schulen, in den Betrieben stattfindensoll.Reflektieren und feiernEben darum wurde die Revolutionäre JugendZürich (RJZ) gegründet. Sie entstand aus dem Umfelddes SchülerInnen-Netzwerks und ist organisatorischals freies Jugendplenum Teil des Revolutionären Aufbaus.Die RJZ zeigt als Alternative zum Kapitalismusund der kapitalistischen Gesellschaft eine kommunistischePerspektive auf und versucht die in der bürgerlichenWelt so verschrieenen Begriffe wie «Kommunismus»und «Revolution» den Jugendlichen zugänglichzu machen. Sie beteiligt sich aber auch an antikapitalistischenKämpfen, nimmt an Demonstrationen teil,organisiert Veranstaltungen, betreibt Informationsständeund so weiter.«Miteinander zu feiern ist uns ebenso wichtig wieFlugblätter zu schreiben» steht im Gründungstext derRJZ. Und so organisiert sie am 14. März im Provitreff einFest zu ihrer Gründung – zusammen mit dem SchülerInnen-Netzwerk,das ihren fünften Geburtstag hat.Unter dem Motto «Die linke Jugend feiert!» heisst siealle herzlich willkommen, die mit ihr zu guter Musikfeiern wollen. Für diese ist im Übrigen gesorgt: Nebenden Polit-Hiphoppern Chaoze One, Lotta C und Lea-Won aus Deutschland tritt die Schweizer Rockband«The Quitters» auf, gefolgt von den DJs Skaludos (Ska)sowie Mr Flavour und Nikida (Electro).Vor dem Musikteil gibt es aber noch einen Filmzur Geschichte des SchülerInnen-Netzwerks. Im Mittelpunktsteht dabei hauptsächlich der Widerstand vonSchülerInnenseite gegen den Irakkrieg und den in diesenJahren stattgefundenen Bildungsabbau.So wird das Fest sicher allen Ansprüchen derBesucher gerecht: Sowohl politisch zu reflektieren wieauch ausgiebig zu feiern!DIE LINKE JUGEND FEIERT!FREITAG, 14. MÄRZ: ESSEN AB 19:00 UHR, PARTYAB 21:30 UHR IM PROVITREFF, ZÜRICH.DIE REVOLUTIONÄRE JUGEND ZÜRICH WIRDGEGRÜNDET UND DAS SCHÜLERINNEN-NETZ-WERK FEIERT SEINEN 5. GEBURTSTAG. WENN DASKEIN GRUND ZUM FEIERN IST! DESHALB VERAN-STALTEN WIR EINE GROSSE PARTY. WIE IMMERSIND GUTE MUSIK, UNVERSCHÄMT GÜNSTIGEGETRÄNKE UND GUTE STIMMUNG GARANTIERT.KOMMT UND FEIERT MIT UNS!mgb. Der Bundesrat möchte ein schnelleres Tempo bei der Postmarktliberalisierung einschlagen.In vier Jahren soll der Markt vollständig liberalisiert und die Post in eine Aktiengesellschaftumgewandelt werden. Dies gefährdet Grundversorgung und Arbeitsbedingungen, schafft aberneue Profitmöglichkeiten für Grosskonzerne.Vergangene Woche gab der Bundesrat bekannt, dass er ein forscheresTempo bei der Liberalisierung des Postmarktes einschlagenwill. Bereits per 1. April 2009 möchte er die Monopolgrenze für Briefeauf 50 Gramm senken. Drei Jahre später soll dann mit der Inkraftsetzungdes neuen Postgesetzes die vollständige Liberalisierung folgen.Damit überholt die Schweiz diesbezüglich sogar die EU und wird zueinem eigentlichen Liberalisierungsturbo. Weshalb diese Beschleunigungnötig sein soll – und weshalb der Postmarkt überhaupt liberalisiertwird – darüber schwieg sich der Bundesrat wohlweislich aus.«Kniefall vor economiesuisse»Die bisherigen Erfahrungen in anderen Ländern zeigen klar,dass Liberalisierungen in diesem Bereich tiefere Preise für die Allgemeinheitnicht gewährleisten können. Hingegen nimmt oftmals dieQualität der Dienstleistungen ab. Zwar behauptet der Bundesrat,mittels der Leitplanken im neuen Postgesetz sei die Grundversorgungin allen Regionen des Landes gesichert. Giorgio Pardini, Vizepräsidentder Gewerkschaft Kommunikation (GeKo) bezweifelt dies:«Eine Studie, welche die Beratungsfirma ‹Plaut Economics› im Auftragdes UVEK durchführte, belegt ganz klar, dass eine Marktöffnungmassive Auswirkungen auf die Grundversorgung besitzt.» Es sei zubefürchten, dass hunderte von Poststellen geschlossen und durchAgenturen oder Haus-Service ersetzt werden. Dies bedeute für vieleKundinnen und Kunden Leistungsabbau.Auch die Arbeitsbedingungen der Postangestellten sieht er inGefahr: «Wenn der Markt nun liberalisiert wird, muss die Post ihreLohn- und Produktionskosten massiv senken, damit sie weiterhinihre marktbeherrschende Stellung aufrecht erhalten kann. Dies wirdzu Abbau und Auslagerungen führen.» Um diese Kostenreduktiondurchführen zu können, sieht das geplante Postgesetz auch vor, dassdie Post ihre Angestellten neu nach Obligationenrecht anstellenkönnte. Pardini deutscht aus, was das bedeutet: «Die Post will dieAngestellten aus dem Bundespersonalgesetz rausnehmen, damitder Kündigungsschutz aufgehoben wird. Auf diese Weise dürfte derAbbau einfacher voranzutreiben sein. Es bestünde eine kompletteFlexibilisierung.»Weder die Kundinnen und Kunden, noch die Angestellten werdenalso von der Liberalisierung des Postmarktes profitieren. Somitdrängt sich die Frage auf: Wozu das Ganze? Die Antwort liegt – wie sooft – in einem simplen Betrag: 900 Millionen Schweizer Franken. Soviel Gewinn erwirtschaftete die Post im vergangenen Jahr. DerBauarbeiter wehren sichfür ihre GesundheitSchweizer Postmarkt ist somit höchst lukrativ. Wen wundert’s, dassda diverse Konzerne dafür weibeln, auch ein dickes, fettes Stück vomKuchen abzubekommen. Teil der Reform ist deshalb unter anderemauch die Umwandlung der Post in eine AG. Zudem: Während für normalsterblicheKundinnen und Kunden der Post die Preise voraussichtlicheher steigen, dürften attraktive Grosskunden in Zukunftweniger bezahlen müssen. Folgerichtig geisselte die GeKo den Entscheiddes Bundesrates als «Kniefall vor economiesuisse».Kommt das Referendum?Wieder einmal werden also ausschliesslich die Interessen desGrosskapitals in Gesetzesform gegossen. Dies ist umso stossender,als der Bundesrat die Senkung der Monopolgrenze auf 50 Gramm ineigener Kompetenz beschliessen kann. Widerstand gegen diesesVorhaben ist weder via Parlament, noch via Referendum möglich.Anders sieht es beim Postgesetz aus, welches die oben erwähntevollständige Liberalisierung des Marktes herbeiführen soll. Diesesuntersteht dem fakultativen Referendum. Für die GeKo ist der Fallklar: Sie kann der vollständigen Liberalisierung nur zustimmen,«wenn die Arbeitsbedingungen und die Grundversorgung aufhohem Niveau garantiert werden». Sollte dies nicht der Fall sein, seiReferendum so gut wie sicher.Unia. Gegen 1 000 Bauleute beteiligen sich unter dem Motto «Ohne LMV, kein Frieden auf dem Bau»in elf Kantonen an Protestaktionen gegen den vertragslosen Zustand. Gemäss einer repräsentativenUmfrage stehen zwei Drittel der Bevölkerung hinter den BauarbeiterInnen und ihren Forderungen.Wer wird zuerst aussortiert? Bild: Die Schweizerische Post.70 Jahre lang war der Landesmantelvertrag (LMV) der Garantfür anständige Arbeitsbedingungen auf dem Bau. Nach der Kündigungdes Vertrages durch den Baumeisterverband (SBV) im vergangenenJahr und dem Wortbruch der SBV-Führung zu Beginndieses Jahres – sie schickte den im Dezember ausgehandeltenMediationskompromiss wieder bachab – stehen die Bauleute nunohne LMV da. Ohne Vertrag gibt es für sie keinen wirksamenSchutz gegen Lohndumping, überlange Arbeitstage sowie Sicherheitsrisikenund Gesundheitsbelastungen.Gegen diese drohende Verwilderung der Baubranche habenam letzten Montag Bauarbeiter in der ganzen Schweiz mit verlängertenZnüni- oder Mittagspausen protestiert. So stand die Arbeitauf mehreren Dutzend Baustellen in oder um Biel, Brig, Chur,Glarus, Grenchen, Neuenburg, Pratteln, Rheinfelden, Sion, St.Gallen, St. Maurice und Wollerau sowie auf der Autobahnbaustelleder Transjurane bei Court während einer oder mehrerenStunden still.Trotz Repression von Arbeitgeberseite – in Grenchen beispielsweisewurden Bauleute kurzfristig von ihren Baustellenabgezogen und an einen anderen Arbeitsort transferiert, in Churverbanden die Baumeister eine «Einladung» zum Mittagessen mitDrohungen, in Fribourg wurden die Arbeitszeitkalender geändertund die Bauleute schriftlich vor einer Beteiligung an der verlängertenProtestpause gewarnt – beteiligten sich gegen 1000 Bauleutean den Aktionen. Die grössten Protestaktionen fanden inPratteln/Rheinfelden mit 200, in Biel mit 80 und im Wallis mitzusammen 150 beteiligten Bauleuten statt.Grosse Unterstützung in der BevölkerungDie mit dem vertragslosen Zustand verbundenen zusätzlichenGesundheits- und Sicherheitsrisiken standen im Zentrum der Proteste.In Neuenburg, wo vergangene Woche ein Bauarbeiter bei einemtragischen Unfall getötet und ein weiterer schwer verletzt wurde,stiessen sie auf besondere Resonanz. Zudem befürchten die Bauarbeiterin der nun beginnenden Bausaison ein massives Lohn- undSozialdumping, da die bisherigen Mindestlöhne nicht mehr gelten.Die Bauleute zeigten im Verlaufe der heutigen Aktionen ihre Bereitschaft,sich auch an den grösseren, auf die kommenden Wochenangekündigten Streikaktionen zu beteiligen. Dabei geniessen siestarke Unterstützung in der Bevölkerung. Gemäss einer repräsentativenIsopublic-Umfrage finden nämlich 66 Prozent der BevölkerungStreiks der Bauarbeiter in der aktuellen Situation richtig (Detailergebnisseauf www.isopublic.ch). Ziel bleibt der schnelle Abschlusseines allgemeinverbindlichen Branchenvertrags auf der Basis desMediationskomromisses, der den Bauarbeitern Schutz, gesicherteArbeitsbedingungen und anständige Löhne bietet. Die Unia unternimmtalles, damit ein solcher Vertrag möglichst schnell undflächendeckend in Kraft treten kann.


6 vorwärts – 07. März 2008 Kultur«Wir übten uns in einer Legende»tpd. Zu den skurrilsten Phänomenen unserer Zeit zählt, dass Wertvolles nichts wert ist. Klassiker der Weltliteratur liegen in derSchweiz faktisch auf der Strasse. Für weniger als ein Taschengeld lassen sie sich bei Trödlern, Brockis oder auf Flohmärktenerwerben. Das «Dienstbüchlein» von Max Frisch ist so ein Buch – Prädikat: unerschwinglich günstig.«Es ist merkwürdig, wie Stumpfsinndie Kräfte schont.»Max Frisch, «Dienstbüchlein», 1973.Bild: ZvG.Nach der Lektüre halte ich im Notizbuch fest: «VonMax Frisch das ‹Dienstbüchlein› gelesen. Seine Erinnerungenan die Militärzeit wirken ehrlich und aufrichtig.»Zur Machart: «Seine Kritik an Militär und Gesellschaftäussert F. nicht nur direkt am Ende des Buches.Indirekt, zwischen den Zeilen oder offen, die Wertungdem Leser überlassend.» Lesen lehrt denken – sein«Dienstbüchlein» regt dazu an. Nicht nur, weil es umdie seltene literarische Verarbeitung der Rolle derSchweiz während des Zweiten Weltkrieges geht. Nichtnur, weil es eine Kritik am Schweizer Militär ist. SeineErinnerungen sind zeitlos, weil sich in ihnen Aussagenfinden, die bis heute Gültigkeit besitzen. Zum Titel desBuches: In einem «echten» Dienstbüchlein für Soldatenfinden sich medizinische Eintragungen (Seh- und Hörschärfe),sowie Angaben zur militärischen Ausrüstung.Das Bemerkenswerte am «Dienstbüchlein» ist dieArt, wie es geschrieben ist. Man glaubt, Frisch denktlaut wenn man ihn liest. Sein Stil wirkt meinungsbildend,dabei äussert der Autor oftmals seine eigene Meinungnicht direkt. Trotzdem lenkt Frisch den Leser ineine bestimmte Richtung. Aber das geschieht nichtdurch «das bessere Argument». Es geschieht nicht übereinen Widerstreit des Gesagten, sondern vielleichtdurch die zwischen den Zeilen nie ausdrücklich formulierteFrage: «Verstehst du, was ich sagen will?».FormDiese Art zu schreiben ist nicht nur angenehm, siewirkt tolerant und ist gleichzeitig kritisch dem Erlebtengegenüber. Der Respekt des Autors vor dem Leser wirdspürbar. Das macht seinen Erzählstil zu einem kultivierten.Frisch erzählt, dabei folgt die Form der Funktion.Im übertragenen Sinne ist sein «Dienstbüchlein»geschrieben wie ein «echtes» Dienstbüchlein. Wäre esnicht 1973 sondern während des Zweiten Weltkriegesverfasst worden, so würde es sich lesen wie ein Tageoderein Notizbuch. Doch das ist es nicht. Das «Dienstbüchlein»ist ein Buch der Erinnerung, verfasst in abgehakten,meist kurzen Sätzen. Eingeflochten sind immerwieder Erinnerungssplitter, Momentaufnahmen,Beobachtungen, fast so sparsam formuliert, wie diemageren Angaben in einem «richtigen» Dienstbüchlein.Wäre Literatur ein Handwerk, so wäre das «Dienstbüchlein»das Stück eines Meisters.ErinnerungWie funktioniert Erinnerung? Max Frisch verarbeitetdas Erlebte über seine Sinne. Es gibt Gerüche, diegibt es nur beim Militär. Frisch erinnert sich, was er alserstes gesehen hat: die Schönheit der Natur. Doch derUnterschied zwischen ihm und einem Bergsteiger ist,dass letzterer freiwillig in die Natur geht und entscheidet,«ob es einen Sinn macht, weiter zu gehen». Sobeginnt das Buch. Erinnerung nach 30 Jahren heisstauch persönliche Weiterentwicklung: «Indem ich michheute erinnere, wie es damals war, so sehe ich es natürlichnach meiner Denkart heute.» Frisch argumentiertambivalent: Sollte es ernst werden, wollte er nicht«draufgehen ohne Glauben». Der Autor glaubte an dieEidgenossenschaft, gleichwohl er schon damalserkannte, dass diese nicht ihm und seinesgleichengehört. Ungern war Frisch Soldat, Offizier wollte er nichtwerden. «Disziplin», schreibt er, «hat mit Überzeugungzu tun, mit Gewissen, sie hat mit Mündigkeit zu tun».Das Gegenteil geschieht in der Armee: Entmündigung.Frisch beschreibt die Unterwürfigkeit – man will nichtauffallen und sich nicht beklagen, ansonsten drohenSanktionen. Der Autor beschreibt den stupiden Drillund räumt auf mit der Legende, die Verteidigungsfähigkeitder Schweizer Armee habe den Krieg auf «eigenem»Boden verhindert. Die offizielle Schweiz arbeitete mitHitler-Deutschland zusammen – auch das wird zumThema. Für Frisch ist die Armee nicht eine isoliert zubetrachtende Organisation. Sie ist integraler Bestandteilunserer Gesellschaft. Die, die in ihr das Sagen habensind gleichzeitig die, die in der Zivilgesellschaft Karrieremachen und wichtige Posten besetzen. So stellt sich fürFrisch im Nachhinein die zentrale Frage des Werkes,welches Vaterland er denn während des Zweiten Weltkriegesverteidigt, beziehungsweise geschützt hat? SeineAntwort: Das Vaterland der Vaterlandbesitzer. Dabei ister ehrlich und selbstkritisch genug, sich eine gesundePortion Ignoranz als Selbstschutz angeeignet zu haben:«Ich war ziemlich feige; ich wollte nicht sehen, was Tagfür Tag zu sehen war».MAX FRISCH, DIENSTBÜCHLEINSUHRKAMP TASCHENBUCH, 158 SEITENFRANKFURT AM MAIN, 1974ISBN: 3518367056, PREIS: VON CHF 1.-(GEBRAUCHT) BIS CHF 13.- (NEU)Randnotiz:CDAlfred Schnittke«Concerto for piano fourhands»DDD, 1992Apex 0927-49811-2Piano: Irina Schnittke,Viktoria PostnikovaPreis: CHF 14,90.-«Monolog eines Doppelwesens»tpd. Klavierkonzerte für vier Hände sind so selten wie anspruchsvoll. Rachmaninow hat eins geschrieben und Strawinsky auch.Doch das ist lange her. Der Deutschrusse Alfred Schnittke (1934-1998) probierte sich 1988 in dieser Kompositionsgattung –sein Werk wird 20 Jahre alt.Verlässt man die Klangwelten von Beethoven,Schubert, Chopin oder Mozart, verlassen sofort vieleHörer den Konzertsaal, betreten ihn erst gar nicht oderschlafen während der Aufführung leise ein. ZeitgenössischeKompositionen, die «moderne Musik», brechenTabus und Hörgewohnheiten der Vergangenheit. Unddas hat Folgen. Wer etwa Ungarn bereist, wird feststellen,dass in fast jedem Städtchen Büsten und Denkmälervon Béla Bartók zu finden sind; spricht man Einheimischedarauf an, bekommt man oft zu hören: «Daswar ein Verrückter». Oder: «Diese Musik verstehe ichnicht». Strawinsky meinte: «Alle Missverständnisse entstehendadurch, dass die Leute im Musikwerk immeretwas anderes als Musik finden wollen». Währendabstrakte Malerei Kunstgenuss erzeugen kann, bleibtabstrakte Musik bis heute das Stiefkind für uns Hörer.Vielleicht hat der Schweizer Beethovenforscher WillyHess Recht: «Formlosigkeit und Schönheit sind unvereinbareBegriffe». Doch selbst in der Abstraktion geht esnicht ganz ohne Form. Hören wir also Musik, wie Kafkadenkt, weil es für ihn wichtig war, «das Schöne» zuerkennen? Sind es eingängige Melodien, die wir suchen,um Musik geniessen zu können? Wenn es das ist, sounterliegen wir unseren Hörgewohnheiten. Offen fürNeues zu sein öffnet Horizonte. Oder Oscar Wilde: «InWirklichkeit spiegelt die Kunst den Betrachter undnicht das Leben». Wer in der Musik also sich selbsterkennen kann – muss er dann Musik verstehen?SchnittkeAlfred Schnittke ist ein russischer Komponistdeutscher Abstammung. Geboren wurde er in Engels,der Hauptstadt der ehemaligen Wolgadeutschen Republik.Schnittkes Liebe zur Musik entwickelte sich früh.Er erhielt Klavierunterricht und unternahm schon imTeenageralter Kompositionsversuche. Damit standfest, was er werden sollte. Alfred besucht die Musikfachschulein Moskau und entwickelt sich zu einemguten Pianisten. Das Studium am Moskauer Konservatoriumfolgt. Beeinflusst wird Schnittke von Komponistenwie Schostakowitsch, Strawinsky, Orff, Hindemithund dem französisch-schweizerischen KomponistenArthur Honegger (übrigens abgebildet auf der 20-Franken-Note).Gleichwohl seine ersten Kompositionenstark kritisiert werden, wird Schnittke später Mitgliedim Komponistenverband der UdSSR. Er komponiertbedeutende Orchester- und Kammermusikwerke.Internationale Auftritte und Auszeichnungen folgen.1990 siedelt Schnittke nach Hamburg über und erhältdie Deutsche Staatsbürgerschaft. Hier stirbt er. InMoskau erhält Alfred Schnittke ein Staatbegräbnis.Konzert für KlavierAlfred Schnittkes «Konzert für Klavier vierhändigund Kammerorchester» entstand 1988. Das Problemfür den Künstler war nach eigener Aussage die «Findungder Form». Denn zwei Pianisten mussten verschiedeneFunktionen erfüllen. Gelöst hat es derKomponist, indem das Konzert – Spiellänge knapp 21Minuten – äusserst kontrastreich beginnt und miteiner zeitweiligen Versöhnung endet. Der Vorzug voneinem Klavierkonzert für vier Hände ist, dass derKlang des Instruments vielschichtiger und umfangreicherwird. Für Alfred Schnittke ist es der «Monologeines Doppelwesens». Der Anfang klingt brutal. Nacheinem lauten und unmelodischen Anfang beginnendie Pianos zu erzählen. Das gesamte Stück kennt keineMelodie, keine klangliche Struktur, die im Gedächtnishaften bleibt. Entfernt erinnert diese Musik an Passagenvon Mussorgskys «Bilder einer Ausstellung».Doch die Klangwelt scheint jener von Bartók näher zustehen, besonders, was die dramatischen Klangfigurenund die Klangfarbe der Bläser angeht. Das Dunkle,Ruhige, fast Unheimliche erinnert an Bedrohung,Gefahr und Verfolgung. Es könnten Ausschnitte vonBartóks «Konzert für Orchester» (Sz. 116) sein. Dannwieder erzeugen die Streicher ein ruhiges Fliessen,ähnlich wie in Smetanas «Moldau». Doch insgesamtdominiert die Dramatik. Es klingt wie ein Kampf zwischenBläsern und Streichern auf der einen, und denPianos auf der anderen Seite. Nie weiss der Hörer, wiees weiter geht. Eine Orientierung ist nicht möglich.Immer wieder wird ein Spannungsaufbau erzeugt, dievielleicht einzige Konstante im Stück. Die Auflösungder Dramatik übernimmt das Orchester, bis die Pianoswieder beginnen eine erneute Spannung aufzubauen.Gerne steigern sie vierhändig ihr Tempo – herauskommt ein pianistisches Klangchaos, sehr schnellgespielt, mal miteinander, mal gegeneinander. DieChaos-Struktur bleibt unaufgelöst, bis Ruhe einzieht.Es ist der Augenblick, in dem die versöhnlicherenKlänge beginnen zu dominieren. Zu hören sind nachdenklicheKlangbilder mit lyrisch-romantischemAnsatz, erinnernd etwa an Liszt oder Rachmaninow.Doch auch diese Klangwelt entwickelt sich kurze Zeitspäter in eine Tonsprache, die an andere erinnert:Schostakowitsch und Bartók. Das Werk ist experimentelleMusik, die von den PianistInnen – und das ist hörbar– alles fordert. Aus der verträumten Stille erwächsterneut das Unheimliche, das Unfassbare, das fastAngst einflössende. Es scheint, als verwende der Komponistdas Ruhige, um auf das später folgende Dramatischevorzubereiten. Doch das ist ein Irrtum. Das«Konzert für Klavier vierhändig und Kammerorchester»endet unheimlich.


InternationalRevolution et ceteraHarald Neuber, Havanna. Kuba hat einen neuen Staatsrat und Präsidenten gewählt. Das Führungsgremium besteht nun zumersten Mal seit der Revolution ohne Fidel Castro. Der neue Staatschef ruft indes zu Reformen auf.vorwärts – 07. März 20087Zum ersten Mal seit der kubanischen Revolution1959 hat die Karibikinsel eine Regierung ohne FidelCastro. Nur wenige Tage nachdem der epochale«Comandante en Jefe» seinen Rückzug aus der Regierungangekündigt hatte, wurde am 24. Februar RaúlCastro zum Vorsitzenden des Staatsrates und damitzum neuen Präsidenten gewählt. In geheimer Abstimmungvotierten die 614 Abgeordneten der im Januargewählten Nationalversammlung für den bisherigenVizepräsident und Verteidigungsminister.Das neue Staatsoberhaupt rief zu Beginn dersiebten Nationalversammlung Kubas seit Einführungder sozialistischen Verfassung 1976 zu Staatsreformenauf. Es sei eine kompaktere und funktionellere Strukturnötig, erklärte der 76-jährige Raúl Castro, «mitweniger zentralstaatlich geregelten Verwaltungsorganenund einer besseren und wirksameren Aufgabenverteilung».Der Revolutionsführer Fidel Castro aber war dergrosse Abwesende und die graue Eminenz der erstenParlamentssitzung. Der 81-jährige hatte seine Stimmezuvor in seiner Residenz in Anwesenheit von zweiGenossen abgegeben. Der Umschlag mit dem VotumFidel Castros wurde im ersten Teil der Sitzung, in demPräsident, Vizepräsident und Sekretär der Nationalversammlunggewählt wurden, vor laufender Kamerageöffnet. Die spätere Wahl des 31-köpfigen Staatsratesund der übrigen Führungsposten fand unter Ausschlussder Öffentlichkeit statt.Am frühen Nachmittag des Wahltages dann dieeinzige Überraschung. Als Raúl Castros Stellvertreterwird das bisherige Staatsratsmitglied José RamónMachado Ventura die Geschicke des kubanischenStaates lenken. Der 76-jährige war zuvor Mitglied desPolitbüros der Kommunistischen Partei und gehörtzur alten Revolutionsgarde. Zu Vizepräsidenten desFührungsgremiums wurden Juan Almeida Bosque,Belardo Colomé Ibarra, Carlos Lage Dávila, EstebanLazo und Julio Casas Regueiro berufen. Auch die Wahlder übrigen Mitglieder des Staatsrates brachte dieerwarteten Ergebnisse. Es ist die gleiche Mischungaus Reformern und Orthodoxen, die Kubas Führungbisher bestimmte.Selbstkritische PolitikDie politischen Entscheidungen werden also ander Führungsspitze getroffen – und die dominiert mitRaúl Castro ein Politiker, der den Ruf eines Reformershat. Darauf nahm er in seiner Antrittsrede zu Beginnder Versammlung offen Bezug: «Im Ausland und inKuba haben sich in Hinblick auf die Zusammensetzungdes Staatsrates, der soeben von der Nationalversammlunggewählt wurde, viele Erwartungen angestaut», soder neue Präsident, der an der politischen Grundausrichtungdes kubanischen Staates keine Zweifel liess:«Allein die Kommunistische Partei garantiert die Einheitder kubanischen Nation.»Auch wenn der bisherige Staatschef auf eigenenWunsch aus allen Regierungsämtern ausgeschiedenist, liess sein Nachfolger keinen Zweifel an der führendenRolle seines Bruders: «Fidel ist Fidel, das ist unsallen klar. Fidel ist unersetzbar, und wenn er einmalnicht mehr physisch anwesend sein sollte, wird dasVolk sein Werk fortführen». Seine Ideen hätten «dieseBastion der Würde und Gerechtigkeit, die unser Landheute darstellt» geschaffen. Abweichend von seinemRedemanuskript wandte sich Raúl Castro an die Abgeordneten:«Seid ihr damit einverstanden, dass ich denRat Fidels, des Anführers unserer Revolution, einhole,wenn ich das für nötig erachte?» fragte Raúl, um denalten und neuen Parlamentspräsidenten Ricardo Alarcónspontan abstimmen zu lassen. Den Vorschlag quittiertendie Abgeordneten minutenlang mit stehendenOvationen. Raúl betonte zudem, dass sein Bruder weiterhinChef der Kommunistischen Partei bleibe.Seit der zunächst provisorischen Übernahme derRegierungsgeschäfte durch Raúl Castro im Sommer2006, hat er mehrfach zu einer offenen und selbstkritischenPolitik aufgerufen. Nach einem Rückblick auf diePhasen der Revolution verwies er in seiner Antrittsredeam Sonntag auf die veränderten nationalen und internationalenBedingungen. «Sie erlauben uns, dieenorme Anzahl von Versammlungen zu reduzieren,von Abstimmungen, Genehmigungen, Amtsblättern,Erlassen, Regelungen und Gesetzen et cetera. Und ihrwisst genau, welche ‹Et ceteras› ich meine».Evolution des SozialismusIn der Tat ist das bekannt. Im vergangenen Jahrhatte der bisherige zweite Mann im Staat bereits ein«Übermass an Verboten» kritisiert, die mehr Schadenanrichteten als Nutzen bringen würden. «In den kommendenWochen nun werden wir die einfachsten dieserVerbote beseitigen», verkündete Castro. Viele vonihnen seien «in Momenten des generellen Mangels»erlassen worden, «um die Zunahme neuer Ungleichheitzu verhindern». In der Vergangenheit war im InundAusland unter anderem Kritik gegen das Verbot fürStaatsbürger geäussert geworden, Touristenhotels zubesuchen. Während die Regierung damit in den neunzigerJahren ursprünglich die Prostitution zurückdrängenwollte, sprachen Regierungsgegner von «Apartheid».Erwogen werde auch, so Castro, eine schrittweiseAufwertung des kubanischen Peso.Von einem Systemwechsel war am Tag des Präsidentenwechselsin Havanna jedoch keine Rede. AusländischeKräfte versuchten immer wieder, mit ihrenBeziehungen zu Kuba eine «Transition» zu befördern,so Raúl Castro. «Wie wenig kennen sie unser Volk, dasso stolz auf seine Freiheit und Souveränität ist!» Ähnlichäusserte sich im Gespräch mit «Vorwärts» der Literatund Präsident der renommierten KulturstifungCasa de las Américas, Roberto Retamar. «Den einzigenWechsel, den es hier gab, hat am 1. Januar 1959 stattgefunden».Eine Restauration des Kapitalismus sei eine«Rückkehr in die Vergangenheit, und die werde es inKuba nicht geben», sagte Retamar, der wenige Minutenspäter in den neuen Staatsrat gewählt wurde. «In Kubawird es keine Transition geben, sondern eine Evolutiondes Sozialismus», meinte auch der Abgeordnete undSchriftsteller Miguel Barnet. «Vor 1959 waren wir eineHalbkolonie der Vereinigten Staaten», sagte Barnet,heute aber sei Kuba von den USA ebenso unabhängigwie von anderen Grossmächten: «Kuba», sagt er methaphorisch,«ist eine freie Insel im grossen Meer».Abschiedsbrief von FidelLegende Fidel Castro. Bild: ZvG.Fidel Castro. Am 19. Februar veröffentlichte Fidel Castro in der «Granma», der Parteizeitung der KommunistischenPartei Kuba, eine «Botschaft des Comandante en Jefe», in der er seinen Rücktritt als Vorsitzenderdes Staatsrats bekanntgab.Liebe Mitbürger!Der Augenblick zur Aufstellung der Kandidaten und Wahldes Staatsrats, seines Vorsitzenden, der Stellvertreter und desSekretärs ist gekommen.Ich habe das ehrenhafte Amt des Vorsitzenden über vieleJahre ausgeübt. Am 15. Februar 1976 wurde die Sozialistische Verfassungdurch freie, direkte und geheime Abstimmung von über95 Prozent der wahlberechtigten Bürger angenommen. Die ersteNationalversammlung trat am 2. Dezember jenes Jahres zusammenund wählte den Staatsrat und dessen Vorsitz. Vorher hatte ichüber knapp 18 Jahre das Amt des Ministerpräsidenten ausgeübt.Ich habe immer über die notwendigen Prärogativen verfügt, umdas revolutionäre Werk mit Unterstützung der immensen Mehrheitdes Volkes voranzubringen.In Kenntnis meines kritischen Gesundheitszustandes dachtenviele im Ausland, dass der vorübergehende Rücktritt vom Amtdes Staatsratsvorsitzenden am 31. Juli 2006, das ich in die Händedes ersten Vizepräsidenten Raúl Castro Ruz gelegt habe, endgültigwar. Raúl selbst, der zusätzlich aus eigenem Verdienst das Amtdes Ministers der Streitkräfte bekleidet, und die anderen Genossender Partei- und Staatsführung waren überhaupt nicht damiteinverstanden, mich trotz meines ungewissen Gesundheitszustandesvon meinen Ämtern befreit zu sehen.Meine Lage war unbequem gegenüber einem Feind, der allesnur erdenklich Mögliche zu meiner Beseitigung getan hat unddem ich absolut nicht den Gefallen tun wollte.Später konnte ich erneut die volle Beherrschung meinesGeistes erreichen und hatte die Möglichkeit viel zu lesen und zuüberlegen, da ich zum Ausruhen gezwungen war. Ich hatte genügendkörperliche Kraft, um viele Stunden lang zu schreiben undteilte diese Tätigkeit mit der Rehabilitation und den entsprechendenProgrammen zur Genesung. Ein elementarer gesunder Menschenverstandsagte mir, dass diese Tätigkeit für mich möglichwar. Andererseits war ich im Gespräch um meinen Gesundheitszustandimmer darauf bedacht, Illusionen zu verhindern, die beieinem ungünstigen Ausgang traumatische Nachrichten für unserVolk inmitten des Kampfes bedeuten würden. Es auf meine Abwesenheitvorzubereiten, psychologisch und politisch, das warmeine Hauptpflicht nach so vielen Kampfjahren. Ich habe nieaufgehört aufzuzeigen, dass es sich um eine Genesung handelte,die «nicht risikofrei» war. Es ist immer mein Wunsch gewesen, diePflicht bis zum letzten Atemzug zu erfüllen. Das ist das, was ichbieten kann.Meinen lieben Mitbürgern, die mir vor kurzem die hohe Ehreerwiesen haben, mich als Abgeordneten in das Parlament zuwählen, in dessen Schosse wichtige Vereinbarungen für dasSchicksal unserer Revolution getroffen werden müssen, teile ichmit, dass ich das Amt des Staatsratsvorsitzenden weder erstrebennoch annehmen werde – ich wiederhole – ich werde die Ämter desStaatsratsvorsitzenden und Comandante en Jefe weder erstrebennoch annehmen.Ich würde mein eigenes Gewissen verraten, wenn ich eineVerantwortung übernehmen würde, die Mobilität und vollkommeneHingabe erfordert, was ich aufgrund meiner körperlichenVerfassung nicht bieten kann. Ich erläutere dies ohne Dramatik.Zum Glück verfügt unser Prozess noch über Kader der altenGarde, zusammen mit anderen, die sehr jung waren, als die ersteEtappe unserer Revolution eingeleitet wurde. Manche haben sichfast als Kinder den Kämpfern in den Bergen angeschlossen undhaben anschliessend mit ihrem Heldentum und ihren internationalistischenMissionen das Land mit Ruhm bedeckt. Sie besitzendie Autorität und Erfahrung, um den Ersatz abzusichern. UnserProzess verfügt ebenfalls über die mittlere Generation, diegemeinsam mit uns die Elemente der schwierigen und fast unerreichbarenKunst zur Organisation und Führung einer Revolutionerlernt hat.Der Weg wird immer schwierig sein und der intelligentenAnstrengungen aller bedürfen. Ich misstraue den scheinbarleichten Pfaden der Apologetik, oder der Selbstgeisselung alsAntithese. Man muss sich immer auf die schlimmste der Variantenvorbereiten. Im Erfolg standfest gegenüber Widrigkeiten zusein, ist ein Prinzip, das man nicht vergessen darf. Der zu besiegendeGegner ist ausserordentlich stark, aber wir haben ihn einhalbes Jahrhundert in Schranken gehalten.Ich verabschiede mich nicht von euch. Ich möchte nur alsein Soldat der Ideen kämpfen. Ich werde weiter schreiben, undzwar unter dem Titel «Reflexionen des Genossen Fidel». Es wirdeine weitere Waffe des Arsenals sein, mit der man rechnen kann.Vielleicht wird meine Stimme erhört. Ich werde behutsam sein.Danke.


8 vorwärts – 08. Februar 2008Internationalça bougeDimitris Christofias. Bild: ZvGGewählt!Die griechischen Zypriotenhaben den Generalsekretärder KommunistischenPartei Dimitris Christofiaszum neuen Präsidentengewählt.Der Generalsekretär derKommunistischen Parteikommt nach Auszählung voneinem Viertel der Stimmenauf 53,7 Prozent. Sein Gegenkandidat,der konservativeehemalige AussenministerIoannis Kassoulidis, erhieltbei der Stichwahl 46,3 Prozent,wie das staatlichezypriotische Radio berichtete.Wahlberechtigt waren knapp516 000 Einwohner. DimitrisChristofias kündigte bereitsGespräche mit den türkischenZyprioten an.TV-TippsDeutschland im Jahre Null(I, 1947)EIN JUNGE FÄLLT 1945 AUFFASCHISTISCHE PROPAGANDAHEREIN UND VERGIFTET SEINENVATER. SO, 9.3., 11:50-13:00UHR, 3SATDie Unberührbare (D, 2001)DIE LETZTEN JAHRE IM LEBENDER KOMMUNISTISCHENSCHRIFTSTELLERIN GISELAELSNER. MO, 10.3.,23:50-1:35 UHR, ZDFIm Angesicht des TodesAUF DER SUCHE NACH DENVERLOREN GEGANGENENGESICHTERN DER VOM NKWDHINGERICHTETEN. DI, 11.3.,9:55-10:45 UHR, ARTEMord im KolonialstilAUFSTIEG UND FALL PATRICELUMUMBAS.MI, 12.3., 0:15-0:50 UHR, ARTERenditen über allesDIE SELBSTZERSTÖRUNG DESKAPITALISMUS.FR, 14.3., 8:30-8:58 UHR,SWR2 RADIODie Niederlageder türkischen ArmeeISKU. In seiner ersten Bewertung über die türkische Militärinvasion nach derenBeendigung erklärt die «Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans» (KCK),die türkische Armee habe eine schwere Niederlage gegen die Guerilla erlitten.Dennoch seien umfassende Angriffe nach wie vor auf der Tagesordnung.«Die türkische Armee hat im Rahmen der am 21. Februarmorgenbegonnenen Militärinvasion in dieMedya-Verteidigungsgebiete über Angriffe von vierSeiten aus versucht, zu Resultaten zu kommen. Vondrei Seiten aus wurde der Zap und Cemco angepeilt,ein vierter Arm sollte vom Basya-Tal aus weiterkommen.Aber diese Einheiten sind an einigen Stellen nichtweiter als zwei Kilometer von der Grenzlinie gekommenund es fanden zwischen dem 21. und 27. Februarheftige Gefechte mit den Volksverteidigungskräftenstatt. Bei den sieben Tage währenden Auseinandersetzungen,die Tag und Nacht in Form von gegenseitigenAngriffen auf verschiedenem Niveau stattfanden, wurdendie Kräfte der türkischen Armee kontinuierlichdurch eine intensive Bombardierung vom Boden undaus der Luft unterstützt. Dabei wurden modernsteTechnik und die am weitesten entwickelte Waffentechnologiedieses Zeitalters eingesetzt. Dennoch gelang esder türkischen Armee nicht, vorwärts zu kommen, undaufgrund der Gefechte und der Wetterbedingungenerlitt sie schwere Verluste. Des weiteren hat die türkischeArmee in dieser Zeit Luftangriffe auf verschiedeneGebiete durchgeführt, bei denen unsere Kräfte keinerleiVerluste erlitten. Die in den türkischen Medienerschienenen Meldungen über Bodenoperationen inHaftanin und Xakurke sind vollkommen frei erfunden.Die beiden Brigaden an der vordersten Front, dieangesichts des Widerstandes der Guerilla einen schwerenSchlag und Schock erlitten, wurden am dritten Tagausgewechselt. Die türkische Armee wollte mit neuenKräften weitermarschieren. Dagegen unternahmen dieGuerilla in der Nacht vom 26. auf den 27. Februar einenumfassenden Angriff, der zu schweren Verlusten derKräfte der türkischen Armee und einer Bewegungsunfähigkeitführte. Am Morgen des 28. Februar gab dietürkische Armee den Angriff auf und zog ihre Kräfteeine Etappe zurück. Gleichzeitig unternahm die Guerillaeinen Gegenschlag von zehn Seiten aus, woraufhindie Armee ihre Streitkräfte ganz aus dem Einflussgebietder Guerilla abzog.»Dieser Angriff auf die Befreiungsbewegung Kurdistansund das kurdische Volk sei ein erster Schritt einesumfassenden Konzepts gewesen, so die KCK: «Wenndieser erster Angriff auf Cemco Erfolg gehabt hätte,wären die bereitgestellten Truppen in Bewegung versetztund die Gebiete Haftanin und Xakurke besetztworden. Somit wäre der Plan, eine Pufferzone zuerrichten, frühzeitig umgesetzt worden und die türkischeArmee hätte gleich zu Beginn des Jahres 2008 anmoralischer und strategischer Überlegenheit gegenüberder Guerilla gewonnen. Aber dem Kräfteungleichgewichtzum Trotz wurde Dank der Willensstärke, desMutes, der Selbstlosigkeit und der kreativen taktischenFähigkeit der Guerilla die türkische Armee in einegrosse Niederlage geführt.»Unbesiegbarkeit der GuerillaEs handelte sich möglicherweise um die härtesteNiederlage, die die türkische Armee in dem 25Jahre währenden Krieg erlitten hat, was für die Guerillain Bezug auf Initiative und Moral den Vorteilgrosser Überlegenheit bedeute. «In diesem Sinne hatder grosse Erfolg der Guerilla trotz schwerer Bedingungen,dem Plan des türkischen Staates, das Jahr2008 zum Vernichtungsprozess für das kurdische Volkzu machen, einen ernsten Schlag versetzt.»Weiter heisst es in der Erklärung: «Der türkischeGeneralstab hat die schlimme Situation, in die seineTruppen geraten waren, frühzeitig erkannt undzunächst versucht, diese zu überwinden, indem erdie psychisch angeschlagenen Kräfte ausgetauschthat. Als gesehen wurde, dass dies keine Lösung istund die neu eingesetzten Kräfte den gleichen Weggehen, wurde der Rückzug beschlossen. Es handeltsich also nicht, wie in einigen Medien dargestelltwurde, um einen Beschluss auf Druck von aussen,sondern mehr um etwas, das die militärische Logikerforderte. Das bedeutet allerdings nicht, dass dietürkische Armee von ihren Kriegsplänen absieht.Wahrscheinlich werden sie versuchen, von neuemmit anderen Taktiken Offensiven zu starten. Es kannsogar sein, dass sie diese Niederlage und den Rückzugin ein taktisches Täuschungsmanöver verwandelnund das Vakuum zu füllen versuchen, indem sieihre nach wie vor bereit stehenden Kräfte sofort vomBoden aus die Gebiete Haftanin und Xakurke angreifenlassen und gegen die gesamten Medya-VerteidigungsgebieteLuftangriffe durchführen. Aber wasauch immer die türkische Armee künftig unternehmenwird, die Niederlage vom Zap wird sie lange Zeitnicht überwinden können.»Die Guerilla haben in der Praxis des neun Tageandauernden Krieges ein weiteres Mal ihre Unbesiegbarkeitbewiesen. Die Erklärung des türkischenGeneralstabs zum Rückzug wird nicht ausreichen,um die Niederlage der türkischen Armee zu verbergen,denn die Erklärung besteht ausser dem Satz «DerRückzug hat ausschliesslich aus militärischen Gründenstattgefunden» von Anfang bis Ende nur lächerlichenWorten, die mit der Wahrheit nichts zu tunhaben. Solche unrealistischen Angaben sind gleichzeitigeine Beleidigung für die Öffentlichkeit der Türkeiund für das türkische Volk.Angriffe verhindernLetztlich hat diese Kriegspraxis ein weiteres Maldeutlich gemacht, dass mit Militäroperationen undgewalttätigen Methoden keine Ergebnisse zu erzielensind. Es ist offensichtlich gewordenen, dass die Strategiedes türkischen Staates, die BefreiungsguerillaKurdistans auszuschalten und unter Einsatz militärischerKraft Einfluss über Südkurdistan zu gewinnen,keine leicht umsetzbare Strategie ist. Jetzt ist vielleichtklarer geworden, dass ein Beharren des türkischenStaates auf dieser Strategie zu einem Krieg mitdem kurdischen Volk führt, der Jahrzehnte andauernund damit zu einem Verlust von Jahrzehnten undZehntausenden, vielleicht auch HunderttausendenMenschenleben führen kann. Deshalb betonen wirnochmals: Der türkische Staat muss davon absehen,die kurdische Frage mit gewalttätigen Methoden zulösen und sollte über die Annahme der Lösungsvorschlägeunseres Vorsitzenden eine Entwicklungzulassen.Das ist nur über eine Konfrontation des türkischenStaates mit seiner eigenen Realität und Zugeständnissemöglich. Aber ohne eine Berücksichtigungdes Willens des kurdischen Volkes ist es nichtmöglich. Eine gesellschaftliche Versöhnung verläuftüber eine gegenseitige Anerkennung und Respektierung.Zunächst muss der türkische Staat und seineFührung dies erkennen. Weiterhin ist offensichtlich,dass alle Parteien, Institutionen und Persönlichkeitenin der Türkei, die für Demokratie, Frieden undGeschwisterlichkeit eintreten, in einflussreichererForm eingreifen und kämpfen müssen.Der türkische Staat wird die Angriffe auf Kurdistanund die Pläne einer teilweisen Besatzung desSüdens nicht aufgeben. Um dieses Konzept zu brechen,müssen alle Organisationen, Institutionen undpolitische Kreise Kurdistans basierend auf dem jüngstenErfolg der Guerilla in einen aktiven diplomatischenProzess treten».Bei den Gefechten seien insgesamt neun Guerillakämpfergefallen, so die KCK. Da die Gefahr abernoch nicht überwunden sei, müssten die Protestaktionenin Kurdistan und im Ausland den gesamtenMärz über weiterlaufen. «Um nicht immer erst inBewegung zu treten, wenn die Angriffe angefangenhaben, sondern um sie bereits jetzt zu verhindern,müssen Aktivitäten stattfinden, mit denen die Protestezum Ausdruck gebracht und die Öffentlichkeitsensibilisiert wird.»Algerien. Informationsbeiträge von algerischenMigranten zu den Hintergründen der aktuellen politischenSituation – und möglichen Perspektiven für dieZukunft. Ab 19 Uhr kann algerische Volksküche genossenwerden.FREITAG, 7. MÄRZ, 20.30 UHR, CABI ANTIRASSIS-MUS-TREFFPUNKT (LINSEBÜHLSTR. 47), ST. GALLENBewegter 8. März. Braucht es den Frauentag imJahr 2008 überhaupt noch? Ist Feminismus nicht längstein alter Zopf? Diese Fragen stellten sich uns, einerGruppe von jungen Frauen, als wir zum ersten Malzusammen sassen, um eine Veranstaltung für den 8.März 2007 zu organisieren. Unter dem Thema «Frauenbilder»traten schliesslich ganz verschiedene Frauenmit ganz verschiedenen Programmen auf. Der gelungeneAnlass animierte uns, für das Jahr 2008 eine grössere,mehrtägige Veranstaltung zu organisieren. Diesesoll nun an mehreren Orten in Winterthur auf deninternationalen Frauentag aufmerksam machen.7.-9. MÄRZ, WINTERTHUR, WEITERE INFOS:WWW.FRAUORGANISATOR.CH.VUSozialdemokratischer 8. März. Am 8. Märzorganisieren die SP und der Gewerkschaftsbund Winterthureinen Frauen-Info-Parcours durch die Marktgasse.Ziel des Info-Parcours ist auf verschiedeneungelöste Frauenprobleme hinzuweisen: Zwangsheirat,Beschneidung, häusliche Gewalt und Lohnungleichheit.An jedem Standort wird ein Thema aufgegriffenund dargestellt. Daneben ist an jedem Standauch eine Fachperson anwesend, die bei Fragen zumjeweiligen Thema Auskunft geben kann.SAMSTAG, 8. MÄRZ, 9.00-11.00 UHR,MARKTGASSE, WINTERTHURRevolutionärer 8. März. Viele der Forderungender grossen Frauenbewegungen des 20. Jahrhundertshaben heute nichts an ihrer Aktualität verloren. Trotzhundertjährigem Frauenkampf gibt es also noch vieleszu erkämpfen! Wir halten nichts von einer nach denBedürfnissen des Kapital zugeschnittenen «Frauenemanzipation»,sondern wir kämpfen für eine grundlegendeVeränderung der Gesellschaft. Für gleichenLohn bei gleicher Arbeit, für bessere Arbeitsbedingungen– raus zum revolutionären 8. März!SAMSTAG, 8. MÄRZ, 13.30 UHR, HECHTPLATZ, ZÜRICHGiftgasangriff auf Halabja. Anlässlich des 20.Jahrestags. Direktbetroffene und internationale ExpertInnenberichten über die anhaltenden Folgen des GiftgasangriffsSaddam Husseins auf die nordirakischeStadt Halabja am 16. März 1988. Sie stellen sodann verschiedeneaktuelle Selbsthilfe-Projekte in der Regionvor. Im anschliessenden Podiumsgespräch diskutierenFachleute über die Entwicklung neuer Perspektiven imNordirak. Halabja gilt als Mahnmal gegen den Einsatzvon Chemiewaffen. Deren weltweite Ächtung ist bisheute ein dringendes Anliegen geblieben.MITTWOCH, 12. MÄRZ, 19.00 UHR, KURSAAL(KORNHAUSSTRASSE 3), BERNDie linke Jugend feiert! Die RevolutionäreJugend Zürich (www.rjz.ch) wird gegründet und dasSchülerInnen-Netzwerk (www.snetzwerk.tk) feiert seinen5. Geburtstag. Wenn das kein Grund zum feiern ist!Deshalb veranstalten wir eine grosse Party. Wie immersind gute Musik, unverschämt günstige Getränke undgute Stimmung garantiert. Kommt und feiert mit uns!AUFTRITTE VON CHAOZE ONE & LOTTA C (HIPHOP D),LEA-WON (HIPHOP D), THE QUITTERS (ROCK CH),DJ SKALUDOS (SKA CH) UND MR FLAVOUR &NIKIDA (ELECTRO CH).FREITAG, 14. MÄRZ, AB 19.00 UHR, PROVITREFF(SIHLQUAI 240), ZÜRICHSie arbeitet – er ist das Genie. Künstlerinnenzurzeit von Mileva Einstein-Maric. Senta Trömel-Plötz,die bekannte deutsche Linguistin, hat zusammen mitLuise F. Pusch, der andern wichtigen Linguistin, diefeministische Linguistik entwickelt und die deutschsprachigeFrauenbewegung geprägt. Trömel-Plötz liesteinen eigenen Text über Künstlerinnen im 20. Jahrhundert,die ähnlich wie die erste Frau von Einstein, MilevaEinstein-Maric, keine Anerkennung für ihr Werk bekamen.Trömel-Plötz hat dazu – wie sie es selber nennt –ein Wortstück verfasst, in einer neuen Textsorte: EineMischung aus Poesie und Meditation über verschiedeneKünstlerinnenschicksale. Eintritt 15 / 10 Franken.FREITAG, 14.MÄRZ, 19.30 UHR, HOTEL ENGEL,LIESTAL, WEITERE INFOS:WWW.FRAUENRECHTEBASELLAND.CH

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine