Bauernhof als Lernort - information.medien.agrar eV

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Bauernhof als Lernort - information.medien.agrar eV

Der Bauernhof alsLernort?Das bietet derBauernhofDie Vorstellungen über Landwirtschaft beruhen für vieleKinder und Jugendliche zunehmend auf Informationen auszweiter oder gar dritter Hand. Dies bedeutet, dass sich dieBilder zwischen den idyllischen Darstellungen des Bauernhofsin den Kinderbüchern, den Medienberichten über Lebensmittel-und Tierhaltungsskandale und neuerdings dem „Reality-TV“ von z.B. „Bauer sucht Frau“ abspielen. Umso wichtigerist es, weitere, wirklichkeitsnahe Zugänge zu schaffen.Die Frage „Wo kommt denn unser Essen her?“ berührt heutenur noch wenige Kinder und Jugendliche. Dass alle Zutatender Pizza oder des Hamburgers von Landwirten erzeugtwerden, löst bei ihnen oft Verwunderung aus.Was liegt näher, als die Suche nach dem Ursprung derLebensmittel direkt auf dem Bauernhof zu beginnen? Innahezu allen Jahrgangsstufen und Schulformen bieten dieLehrpläne verschiedene Lernanlässe an, dieses Vorhaben indie Tat umzusetzen. Das Konzept der „Bildung für NachhaltigeEntwicklung“, das aktuell von allen Bildungsvertreternpropagiert wird, wird auf dem Bauernhof für Kinder undJugendliche erlebbar und kann handlungsorientiert vermitteltwerden.Der Bauernhof bietet zum einen die Chance, Kenntnisse,Orientierungswissen und Werthaltungen rund um das ThemaLandwirtschaft zu vermitteln, zum anderen aber besitzt erauch die Möglichkeiten zum Erwerb von elementaren Kompetenzen.Dabei entdecken die Schüler nicht nur die Herkunftder Lebensmittel. Sie erkunden eine realitätsnahe bäuerlicheArbeits- und Lebenswelt und erfahren viel über ökologische,ökonomische und soziale Zusammenhänge. Auch lernen sieregionale Wirtschaftskreisläufe kennen und stärken damitihre Verbraucherkompetenz. Daneben kann der Bauernhofauch Impulse für eine spätere Berufswahl geben. Alsaußerschulischer Lernort ist er nicht die Verlängerung desUnterrichts über das Schulgebäude hinaus, sondern er ist eineinmaliger Lern-, Erfahrungs- und Erlebnisraum, der mehrund mehr für Kinder und Jugendliche geöffnet werden sollte.All diese Ziele können natürlich nicht mit einem Tag auf demBauernhof erreicht werden. Aber – um in der Sprache derLandwirtschaft zu bleiben – die Saat ist ausgebracht, wennSchüler erst einmal auf einem landwirtschaftlichen Betriebwaren. Der Kontakt ist hergestellt, neue Zugänge sind eröffnetund eventuell vorhandene Vorurteile abgebaut.Der Bauernhof ist der ideale Ort, an dem Schüler praktische,konkrete und originäre Erfahrungen machen und Fähigkeitenerwerben können. Viele dieser Erfahrungen sind für diejungen Menschen prägend und halten viele Jahre an. Nichtwenige Erwachsene können sich heute noch sehr genau aneinen Bauernhofbesuch im Grundschulalter erinnern. Dahersollte das Motto lauten: „Lernen durch Erleben, mithelfenstatt zuschauen“.3


Wie kann meinAngebotaussehen?Ihr Hof ist an sich schon ein einmaliger Erlebnis- und Erfahrungsraum.Gehen Sie also mit einem entsprechendenSelbstbewusstsein daran zu überlegen, wie Ihr Angebotaussehen kann.Über welchen Umfang sich Ihr Angebot erstreckt, hängtvon zwei wesentlichen Faktoren ab: Einerseits müssen Sieentscheiden, wie viel Zeit Sie anbieten können. Andererseitsist auch relevant, welchen Umfang die Schulen nachfragen.Das HalbtagesangebotDiese Form ist sicherlich der „Klassiker“, da sie sowohlseitens des Hofes, aber auch seitens der Schule am einfachstenumzusetzen ist. Die Schulklasse kommt morgensauf den Hof und verlässt ihn mittags wieder. Ob nebeneiner Frühstückspause noch ein gemeinsames Mittagessendurchgeführt wird, hängt von Ihren Gegebenheiten ab undob es mit dem Ablauf der Schule vereinbar ist. Im Zuge derUmstellung von immer mehr Schulen auf Ganztagesbetriebmüssen oftmals Klassen zu ihren festen Essenszeiten in derMensa wieder an der Schule sein. Andererseits eröffnet dieGanztagsschule auch die (zusätzliche) Option, Ihr Angebotam Nachmittag durchzuführen. Hier ist lediglich darauf zuachten, dass die Dauer des Besuchs auf Ihrem Hof und derzweitliche Aufwand für die Anfahrt in einem vertretbarenVerhältnis stehen. Es bietet sich zum Beispiel gegebenenfallsan, der Schulklasse auf dem Weg von der Bushaltestelle zumBetrieb entgegenzugehen und direkt mit einem Feldrundgangoder Aktionen auf dem Acker zu beginnen.Das TagesangebotWegen der deutlich längeren Besuchsdauer auf dem Betriebkönnen sich die Schüler intensiver mit einem Thema auseinandersetzen.Es besteht die Möglichkeit, mehrere thematischeLernsituationen anzubieten und die Kinder undJugendlichen können mehr praktisch mitarbeiten. Es könnenzudem mehr „Freiräume“ zum Erkunden und freien Spieleneröffnet werden.Ein Nachteil könnte darin bestehen, dass Sie einen Ortmit Sitzgelegenheiten für die Mittagspause zur Verfügungstellen müssten. Für Eltern und Lehrer stellt sich zudem einweiteres Problem: Die Nutzung des regulären Schulbussesvon der Schule nach Hause ist nicht möglich (höherer Organisationsaufwand,Finanzierung eines gecharterten Busses).8Das MehrtagesangebotDas Mehrtagesangebot ermöglicht es, sich sehr intensiv undumfassend mit einem Thema zu beschäftigen. In der Praxiswird es häufig in einem Zeitrahmen zwischen zwei undfünf Tagen durchgeführt. Es existieren aber auch Angebote,die sich über zwölf Tage erstrecken. In dieser Form könnendie Schüler verstärkt handwerkliche Fertigkeiten erwerben,diese Kenntnisse auch anwenden und begonnene Arbeitenzu Ende bringen. Die Kinder und Jugendlichen bekommenso vertiefte Einblicke in die Abläufe des Hofes und könneneher emotionale Bindungen zu den Tieren aufbauen. ImRegelfall findet diese Form im Rahmen einer Klassenfahrt


statt. Sind auf dem Betrieb selbst keine Übernachtungsgelegenheitenvorhanden, so kann die Unterkunft extern z.B.in einer Jugendherberge, in einem Landschulheim oder aufeinem Campingplatz stattfinden.Jahresbegleitendes AngebotSind die Schüler nur einmalig auf einem landwirtschaftlichenBetrieb, so können sie durch diese Momentaufnahmen nurwenig über die Abläufe im Jahreskreis erfahren. Sollen dieKinder und Jugendlichen z.B. von der Aussaat bis zur Ernteauch Einblicke in biologische Zusammenhänge bekommen,so ist ein wiederholter Besuch in Form von Halbtages- oderTagesexkursionen vorteilhaft. Bewährt haben sich Jahreskurse,bei denen Kindergruppen z.B. jeden Monat einmalden Hof besuchen – dabei handelt es sich aber meist nichtum Besuche von Schulklassen, sondern um Freizeitangebotefür Kinder und Jugendliche.Der Schulbauernhof als fester Bestandteil des Schulprogrammsund SchulalltagsImmer mehr Schulen in Deutschland machen den LernortBauernhof zu einem festen Bestandteil ihres Schulprogramms.Hier ist der Bauernhofbesuch fest in den Schulalltagintegriert, indem regelmäßig (meist einmal pro Woche) eineKlasse einen Tag auf dem Bauernhof verbringt und dort indie Arbeiten mit eingebunden ist. Meist liegt der Betrieb inSchulnähe, ist fußläufig oder mit dem Fahrrad zu erreichenoder er ist gut an das Nahverkehrsnetz angeschlossen.Die Zusammenarbeit wird über einen Kooperationsvertraggeregelt und häufig durch einen Förderverein unterstützt.9


Wie kann eineHoferkundungablaufen?Die Dauer einer gesamten Hoferkundung und der einzelnenProgrammpunkte hängt von vielen Faktoren ab. Als Beispielsoll hier eine halbtägige Hoferkundung dienen, die wie folgtablaufen kann:09:00 Uhr Ankunft09:00 Uhr – 09:15 Uhr Begrüßung; Erklärung der Hofregelnund des Programmablaufs09:15 Uhr – 10:00 Uhr Arbeitsauftrag Hoferkundung10:00 Uhr – 10:30 Uhr Auswertung der Hoferkundung;Fragen10:30 Uhr – 11:00 Uhr Pause11:00 Uhr – 12:30 Uhr Inhaltliche Arbeit (z.B. Bearbeitungvon Lernstationen*)12:30 Uhr – 12:45 Uhr Nachbesprechung; Fragen12:45 Uhr – 13:00 Uhr Verabschiedung; AbfahrtBegrüßen Sie die Klasse möglichst schnell nach ihrer Ankunft,auch wenn diese zu früh eintreffen sollte. Ansonsten bestehtdie Gefahr, dass einzelne Schüler bereits alleine mit derHoferkundung beginnen.Stellen Sie sich selbst sowie evtl. weitere durchführendePersonen (Ihre Frau/Ihren Mann/Lehrling etc., falls Sie dieGruppe teilen möchten), kurz vor und versuchen Sie, einenpersönlichen Bezug zu den Kindern herzustellen. Dies kannz.B. über Ihre eigenen Kinder erfolgen („Ich habe selbst zweiKinder und mein Sohn geht auch in die 4. Klasse.“) oder dieSchule („Ich war früher selbst auf eurer Schule.“).Erklären Sie den Kindern und Jugendlichen, wo sie ihreJacken und Rucksäcke ablegen können und was sie für dieHoferkundung benötigen (z.B. Bleistift, Block etc.). WeisenSie auch auf die sanitären Einrichtungen hin, die die Kinderund Jugendlichen benutzen können.Um die Besucher direkt beim Namen ansprechen zu können,ist es hilfreich, wenn die Schüler ihren Namen auf Kreppbandgeschreiben an die Kleidung kleben.Machen Sie die Klasse auf Ihren Hof neugierig: ErklärenSie kurz den geplanten Ablauf und was die Kinder undJugendlichen in den kommenden Stunden erwartet. Je nachAltersgruppe können Sie noch ein Geheimnis oder eineÜberraschung ankündigen (z. B. ein neugeborenes Kälbchen,junge Katzen, ein Picknick im Stroh...)Stellen Sie die Hofordnung und Ihre Regeln vor (siehe VorlageHofordnung) und weisen Sie darauf hin, warum dieseeingehalten werden müssen. Machen Sie klar, dass Sie hierzu keinen Kompromissen bereit sind.Erklären Sie den Kindern und Jugendlichen klar den zu bearbeitendenArbeitsauftrag. Am besten ist es, wenn dieser inSchriftform vorbereitet vorliegt. Erkundigen Sie sich, ob esoffene Fragen gibt.* Wie solche Lernstationen aussehen können, zeigen beispielhaftdie Broschüren „Expedition in den Kuhstall“, „Expedition auf denKartoffelacker“ und „Expedition auf das Getreidefeld“, die vominformation.medien.agrar e.V. und dem Forum Lernort Bauernhofherausgegeben wurden (s. Seite 23).10Falls die Schüler in Kleingruppen selbstständig den Arbeitsauftragerledigen oder den Hof erkunden, vereinbaren Sie Ortund Uhrzeit für das nächste Zusammentreffen der gesamtenKlasse oder Gruppe.Planen Sie ausreichend Pausen ein, damit die Schüler auchZeit zum Spielen und Toben haben.


Mündlich ist gut –aber: schriftlichist besser!Sie haben mehrfach mit der Lehrkraft, die vielleicht zumersten Mal auf Ihren Hof mit einer Klasse kommen möchte,telefoniert oder Sie waren zur Vorbereitung in der Schule.Aus Ihrer Sicht sind alle wesentlichen Punkte geklärt. Aberdiese Telefonate/der Schulbesuch liegen schon länger zurückund in der Hektik des Schul- und Hofalltags sind viele Informationenplötzlich verloren gegangen. Man weiß nicht mehrgenau, wie viele Schüler jetzt tatsächlich kommen, welchesThema vereinbart war oder welche Besonderheiten man mitder Lehrkraft besprochen hat.Dem Lehrer geht es vielleicht genauso: Die Telefonate warenvor den Ferien, inzwischen läuft bereits das nächste Unterrichtsthema,die Eltern wollen die Kosten für den Bus nichttragen oder der Schulleiter hat den Antrag für den Hofbesuchauch noch nicht unterschrieben.des Hofes abzusichern. Zum anderen haben Sie in punktoVersicherung die Gewähr, dass die Veranstaltung seitens derSchulleitung abgesegnet ist und dass die Hof- bzw. Hausordnungvon den Schülern und deren Eltern zur Kenntnisgenommen wurde.Gegebenenfalls können Sie noch ergänzen, wie im Falle einerkurzfristigen Absage zu verfahren ist oder welche Ausfallkostenzu zahlen sind, wenn eine größere Anzahl von Kindern/Jugendlichen zum Beispiel vorher erkrankt.Ebenso ist wichtig, dass Sie von der Klasse oder Lehrkrafteine Rückmeldung über den Hofbesuch erhalten. Nur sokönnen Sie feststellen, ob die Veranstaltung für beide Seitendie Erwartungen erfüllt hat oder wo Sie eventuell Ihr Konzeptnachbessern und überarbeiten müssen. Gehen Sie ernsthaftund kritisch mit diesen Rückmeldungen um und suchen Sieim Zweifel nochmals mit der Lehrkraft das Gespräch, um dieKritik richtig einordnen zu können. Nur so können Sie IhrAngebot noch besser auf die Zielgruppe abstimmen.Es ist einfach ärgerlich, wenn Sie bereits alles vorbereitethaben oder einer anderen interessierten Gruppe denscheinbar vergebenen Termin absagen mussten – und dannkommt die Klasse nicht. Ebenso ist es für die Schüler, diesich vielleicht schon lange auf den Bauernhofbesuch freuenund sich gut vorbereitet haben, frustrierend, wenn Ihrerseitsder Termin nur unzureichend vorbereitet ist. Das spricht sichdann auch schnell herum.Daher: Rufen Sie die Lehrkraft einige Tage vor dem geplantenHofbesuch nochmals an und erinnern Sie an den Termin.Besser sind jedoch schriftliche Vereinbarungen. Halten Siedaher im Idealfall bereits beim ersten Telefonat die wesentlichenPunkte „schwarz auf weiß“ fest. Notieren Sie diegetroffenen Absprachen in einem kurzen Protokoll undbestätigen Sie diese kurz schriftlich (siehe „Vorlage VerbindlicheAnmeldung“). Hierin können Sie die wichtigstenEckdaten des bevorstehenden Bauernhofbesuches einerGruppe festhalten. Neben den Kontaktdaten der Lehrkraftsollten Sie das genaue Datum, die Uhrzeit, die Schülerzahlund das gewünschte Thema notieren. Vermerken Sie ebenfallsdie vereinbarten Kosten.Lassen Sie sich bestätigen, dass es sich um eine schulischeVeranstaltung handelt (siehe Vorlage „Erklärung seitens derSchule“). Dabei geht es zum einen darum, die Belegung11


Wie finde ichden Kontaktzu Schulen?Für viele Landwirte beginnt der Einstieg zum „Lernort Bauernhof“über die eigenen Kinder. Entweder im Kindergarten oderspätestens in der Grundschule kommt das Thema Bauernhofoder die Frage „Wo wachsen denn eigentlich unsere Lebensmittel?“auf den Plan. Für Erzieher oder Lehrkräfte bietet derBauernhof dann eine tolle Gelegenheit, das Ganze einmallive zu erleben. Was aber, wenn Kindergarten oder Schulekein Interesse zeigen und sich so keine Kontakte ergeben?Eigene HomepageEin ansprechender und aktueller Internetauftritt ist heutedas Aushängeschild der meisten Firmen. Warum also nichtauch für Ihren Betrieb und Ihr Angebot „Lernort Bauernhof“?Ihre Homepage bietet dabei die Möglichkeit, dass sich dieLehrkräfte von Ihnen, Ihrem Betrieb und Ihrem Angebot einerstes Bild machen können. Daneben werden Sie schnellmerken, dass ein gut gepflegter Internetauftritt für Sie vieleStandardtelefonate und -anfragen, die Sie sonst telefonischabarbeiten müssten, abnimmt.Aber bedenken Sie: Eine schlecht gepflegte und nicht aktualisierteHomepage kann im Gegenzug auch einen gutenersten Eindruck verderben!Der direkte KontaktSprechen Sie Bekannte, die selbst in Kindergärten oder Schulenarbeiten, oder die Lehrkräfte der eigenen Kinder einfachan. Erläutern Sie ihnen Ihr Angebot. Der persönliche Kontaktüberwindet viele Hemmschwellen ohne Probleme.Bedenken Sie: Gutes spricht sich schnell herum und nichts istbesser als eine persönliche Empfehlung. So können Kollegenanderen Lehrkräften die Scheu vor einem Erstbesuch nehmen,den Schulleiter überzeugen und andere Klassen motivieren.Gerade für den Anfang ist der direkte, persönliche Kontaktder einfachste und der Erfolg versprechendste Weg.Briefe an Schulleiter oder LehrkräfteDie Idee klingt einfach und verlockend: Ein Serienbrief an alleSchulleiter der Region ist schnell geschrieben und mit der Postverschickt. Doch bedenken Sie, dass täglich unzählige Briefe,Wurfsendungen und Werbeschreiben in den Schulen ankommen.Da geht ein einzelner Brief sehr schnell unter. Danebensortieren die Sekretariate der meisten Schulleiter bereits vor,was der Chef zu sehen bekommt. Falls Sie diesen Weg gehen,adressieren Sie Ihr Anschreiben unbedingt namentlich an dieLehrkraft oder an die Schulleitung persönlich.Kontakte über DritteSuchen Sie sich Verbündete, die für Sie Werbung machen.Inzwischen gibt es in nahezu allen Regionen und BundesländernKoordinierungsstellen zum Lernen auf demBauernhof, die Kontakte zwischen Schulen und landwirtschaftlichenBetrieben vermitteln. Adressen finden Sie unterwww.lernenaufdembauernhof.de und www.baglob.de.Dabei handelt es sich um verschiedene Einrichtungen, wiez. B. Kreisstellen der Landesbauern-, Landjugend- oderLandfrauenverbände, regionale Umweltzentren oder eigenständigeVereine. Darüber hinaus gibt es in vielen Regionenweitere Netzwerke, die Sie nutzen können. Stellen Sie sichselbst und Ihr Angebot dort vor. Sie erhalten dann vieleweitere Informationen, die Ihnen sicherlich weiterhelfen.Werbewirksame VeranstaltungenEin Tag des „offenen Hofes“ oder ein Hoffest holen zum Beispielviele Menschen auf Ihren Betrieb. So ergeben sich neueKontakte und Ihr Angebot spricht sich herum. Veranstaltungenmit Kindern/Jugendlichen und Tieren sind ein dankbaresThema für die örtliche Presse – gerade in den für die Presseereignisärmeren Sommermonaten. Laden Sie Pressevertreterin regelmäßigen Abständen zu Ihren Veranstaltungen einoder verfassen Sie selbst eine kleine Pressemeldung mit Bild.Um Ihr Angebot bekannter zu machen, kann es sich auchlohnen, z.B. an regionalen Ferienprogrammen für Kinderund Jugendliche mitzuwirken.12


Sicher ist sicherFremde Kinder oder Jugendliche auf dem Hof sind – geradezu Beginn – immer eine Herausforderung. Die Anwesenheitvon Schülern ist in die betrieblichen Abläufe noch nichtumfassend integriert und auch für die jungen Besucher istder Hof ein unbekanntes Gebiet. Daher sollten Sie einigePunkte beachten:Auf Ihrem Hof sind Sie der Boss. Sie können die Regeln, dieeinzuhalten sind, selbst festlegen. Je älter die Schüler sind,desto wichtiger ist es, dass Sie absolut eindeutig die Einhaltungder Regeln einfordern. Machen Sie sich zunächst selbstklar, welche Regeln Ihnen unverzichtbar sind. Nennen Sienicht zu viele, denn sonst können die Kinder/Jugendlichensich diese nicht merken. Wenige, eindeutige Regeln solltenhier ausreichen. Besprechen Sie diese mit den Schülern möglichstzu Beginn des Hofbesuches. Oft hilft es auch, Kindernoder Jugendlichen auf deren Fragen, was sich zum Beispielhinter einer Absperrung verbirgt, ausreichend Antwort zugeben. Dies nimmt dem Unbekannten und Verbotenenseinen Reiz. Weisen Sie dann auch auf die Gefahren hin,die mit einer Nichtbeachtung verbunden sind. Hilfreich istes, die Regeln auf einen Karton oder ein festes Plakat zuschreiben. Halten Sie diesen/dieses hoch und erklären Siein wenigen Sätzen, warum die Regeln eingehalten werdenmüssen. Diese könnten zum Beispiel lauten:Regel Nummer 1:Auf dem Bauernhof bin ich der Chef!Die mündliche Erklärung dazu könnte lauten: „Natürlichmüsst Ihr auch auf eure Lehrerin oder euren Lehrer hören,aber was ihr hier auf dem Hof dürft oder nicht, bestimmeich. Warum? Weil ich hier z.B. die Tiere genau kenne. Undwenn ich sage: Stopp, bitte fasst dieses Tier nicht an!, ist eswichtig, dass ihr sofort tut, was ich sage.“Regel Nummer 2:Wenn einer spricht, dann hören die anderen zu.Weisen Sie darauf hin: „Wenn ich euch etwas Wichtiges zusagen habe, hebe ich meine Hand. Dies bedeutet: Jetzt redenur ich und alle anderen sind still.“Regel Nummer 3:Nur Kinder/Jugendliche, die ruhig sind, können zuden Tieren.Erklären Sie: „Die Tiere sind lautes Geschrei und schnelleBewegungen nicht gewohnt. Sie sind sehr empfindlich undkönnen krank werden oder sich vor Schreck verletzen, wennsie zu sehr gestört werden.“Regel Nummer 4:Alle bleiben in einer Gruppe zusammen.Ergänzen Sie zum Beispiel: „Auf jedem Bauernhof gibt esOrte, die für euch gefährlich werden könnten. Ich werde eucheinige davon zeigen und erklären. Ich möchte, dass ihr alleheil wieder nach Hause kommt, daher verlässt keiner ohneAnsage die Gruppe.“13


In der Praxis hat sich gezeigt, dass schon eine kurze Erläuterungder Hofregeln meist dazu führt, dass es keine Problememehr gibt. Die Regeln geben Schülern in dem neuen UmfeldOrientierung und auch die Lehrkräfte bzw. Erzieher erhaltenAnhaltspunkte, wann sie einschreiten müssen.Überprüfen Sie im eigenen Interesse, ob Sie wirklich alleVorschriften der landwirtschaftlichen Unfallversicherungeinhalten. Schnell ist eine Leiter versetzt und nicht gesichert,eine Absperrung wird entfernt und dann vergessen, oderin der Hektik bleibt eine Bodenluke offen. Nehmen Sie sichdie Zeit, bevor die Kinder oder Jugendlichen kommen, undüberprüfen Sie den Hof auf mögliche Gefahrenquellen.Absturzsicherungen, wie Geländer oder Brüstungen, diefür den Arbeitsschutz genügen, reichen zur Kindersicherheitnicht aus. Waagrechte Brust- und Knieleisten schützenzwar Erwachsene gegen den Sturz in die Tiefe, Kinder undJugendliche jedoch regen sie eher noch zum Klettern undHochsteigen an. Am geeignetsten sind Absperrungen mitsenkrechten Leisten und einem Abstand von maximal 12cm. Schnüre oder Bänder sind als Schutzmaßnahme nichtgeeignet, weil sie vor allem kleine Kinder zum Durchkletternanimieren.Erd- und Bodenöffnungen sind möglichst mit einem schweren,abschließbaren Verschluss, z.B. einem Deckel, zu sichern.Vorsicht gilt auch bei Gewässern oder Teichen am Hofgelände.Hier sind geeignete Absperrungen – am besten festeZäune – angebracht.Leitern und gefährliche Aufstiege sind so zu sichern, dassKinder und Jugendliche nicht hochklettern können.Achten Sie in Bereichen, in denen sich die Kinder und Jugendlichenfrei bewegen, spielen oder ihre Pausen verbringen, aufgefährliche Betonkanten und scharfkantige Abgrenzungen.Mit gefährlichen Stoffen getränkte Hölzer oder abstehendeMetallteile sind hier unbedingt zu vermeiden!Beim Lagern Ihrer Heu- und Strohballen sollten Sie daraufachten, dass keine Hohlräume entstehen, die Kinder undJugendliche zum Höhlen- oder Lagerbau verführen könnten.Dies gilt vor allem für kleine Hochdruckballen. Verbieten Siedas Klettern auf Heuballen, da es sich um Futter handelt,und das Klettern auf Strohballen ohne Aufsicht, weil es zugefährlich ist! Falls Sie dennoch „Toben im Stroh“ anbieten14


möchten, sollten Sie dafür einen geeigneten Raum vorsehenund die Lehrkraft als Aufsichtsperson in die Pflicht nehmen.Sichern Sie abgestellte Maschinen, Maschinenteile (z.B.Gewichte) und Geräte gegen Umkippen. Verbieten Sie dasBesteigen der Maschinen oder Herumklettern auf ihnen.Gär- bzw. Schadgase entstehen in Gärkellern, in Gülle- oderJauchegruben, aber auch in Hoch- oder Tiefsilos. Diese Gasesind oft geruchlos. Der Zugang zu Silos muss für Kinder undJugendliche immer verwehrt sein.Güllegruben müssen stets mit einem kindersicheren Deckelverschlossen sein, auch während des Ausbringens der Gülle.Offene Gruben müssen so umzäunt sein, dass Kinder nichthochklettern können.Sperren Sie alle gefährlichen Stoffe, wie Reinigungsmittel,Pflanzenschutzmittel, Medikamente für Nutztiere etc., sorgsamweg – und zwar immer sofort, wenn sie nicht mehrgebraucht werden.Pflanzenbehandlungsmittel sind grundsätzlich in dafürgeeigneten Schränken oder eigenen Räumen versperrt zulagern. Der Schlüssel ist sicher zu verwahren.Bewahren Sie Gefahrstoffe nur in geeigneten, deutlichgekennzeichneten Gefäßen, möglichst in ihren Originalgebinden,auf. Verwechslungen mit Getränkeflaschen müssenausgeschlossen sein. Ein zusätzliches Plus von Originalgebindenist, dass sie Inhaltsangaben, Gebrauchsanweisung,Gefahrenhinweise sowie Hinweise auf geeignete Erste-Hilfe-Maßnahmen enthalten.Gerne sind auch Mitarbeiter der landwirtschaftlichenUnfallversicherung bereit, mit Ihnen Ihren Hof auf möglicheGefährdungen hin zu überprüfen. Dies mag im ersten Schrittzwar Arbeit verursachen, gibt Ihnen aber am Ende das guteGefühl der Sicherheit.Für den Fall der FälleWas ist, wenn trotz aller Vorsicht bei einer Veranstaltungauf Ihrem Betrieb doch etwas passiert, und sich ein Kindverletzt? Stellen Sie unbedingt sicher, dass die Erste-Hilfe-Versorgung gewährleistet ist und ein Verbandskasten bereitliegt. Weiterhin sollten Sie wichtigen Telefonnummern fürNotfälle (Notarzt, nächstes Krankenhaus, Giftzentrale, Feuerwehretc.) als Aushang in der Nähe des Telefons haben.Informieren Sie vor der Aufnahme des Angebotes bzw. demersten Besuch einer Schulklasse unbedingt Ihre Betriebshaftpflichtversicherungund Ihre landwirtschaftliche Berufsgenossenschaftüber das geplante Programm. Lassen Sie sichschriftlich mitteilen, dass die geplanten Aktivitäten durchden bestehenden Versicherungsschutz abgedeckt sind. Fallsnicht, lassen Sie sich ein Angebot für eine eventuell notwendigezusätzliche Absicherung erstellen. Eine Vorlage für einAnschreiben an die Versicherung finden Sie als Anlage.15


Wie ist dasmit den Kosten?Mit dem Bauernhof bieten Sie einen Ort, der sonst nichtso schnell zu finden ist – einen einzigartigen Lernort, derwomöglich über Generationen aufgebaut und mit viel Müheund Liebe gestaltet und erhalten wurde. Ihr Angebot könnennur Sie und Ihre Mitarbeiter so gestalten.Lernen auf dem Bauernhof anzubieten, erfordert vielEngagement und Zeit. Das beginnt bei der Überlegungund Zusammenstellung des konkreten Angebotes, dennotwendigen Vor- und Nachbereitungsarbeiten sowie derZeit für die Durchführung. All dies ist Arbeitszeit, währendder andere betriebliche Arbeiten oft unerledigt bleiben undunter Umständen durch Lohnarbeitskräfte durchgeführtwerden müssen. Deshalb ist ein Entgelt auch gerechtfertigt.Während viele Betriebe bei gelegentlichen Hofführungenmitunter keine oder nur eine geringe Aufwandsentschädigungerheben, so sind bei regelmäßigen Veranstaltungenbetriebswirtschaftliche Gesichtspunkte in Betracht zu ziehen,um kostendeckende Sätze bzw. Teilnahmebeiträge zuermitteln.„Wie viel kann ich denn für einen Hofbesuch pro Kind/Jugendlichem nehmen?“, lautet eine der häufigsten Fragenin diesem Zusammenhang. Oft orientiert sich die Preisgestaltungdaran, wie viel die Schulklassen bereit sind zu zahlen.Wie hoch dieser Preis liegt, ist schwierig zu beantworten,denn er hängt von vielen Faktoren ab:n Welchen Preis erheben Ihre eventuellen Mitbewerber?n Wie „zahlungskräftig“ ist das Umfeld der Schule? InGegenden mit einem gut betuchten Klientel sind anderePreise durchzusetzen als in einkommensschwachen Regionen.n Sind der Klasse noch andere Kosten entstanden, die sichin den Gesamtkosten der Hoferkundung niederschlagen?Musste zum Beispiel extra ein Bus angemietet werden?n Bieten Sie ein Essen oder eine Pausenverpflegung an?n Mussten Sie sich selbst für die Durchführung Geräte oderMaschinen leihen?n Wird für Ihr Angebot Verbrauchsmaterial benötigt?n Bieten Sie nach der eigentlichen Hoferkundung nochzusätzliche Freizeitaktivitäten an?n Dürfen die Kinder/Jugendlichen noch Produkte vom Hofmit nach Hause nehmen?n Betreuen Sie die Gruppe mit der Lehrkraft alleine oderbrauchen Sie zusätzliches Personal, um Arbeiten in Kleingruppendurchführen zu können?Viele Angebote bewegen sich preislich zwischen 4 bis 7Euro je Kind, oft in Abhängigkeit des Aufwandes, für einVormittagsprogramm (3 bis 4 Zeitstunden). Andere Anbieterverlangen Pauschalbeträge je Klasse, die für ein Halbtagesprogrammzwischen 100 und 150 Euro liegen.Um es klar zu sagen: Diese Preise sind in keiner Weise kostendeckend!Um ein echtes Zusatzeinkommen mit Lernenauf dem Bauernhof zu erwirtschaften, muss eine genaueKalkulation der fixen und variablen Kosten gemacht werdenund es müssen angemessene Kostensätze für die Entlohnungverwendet werden. Wenn dies ehrlich gemacht wird, beginntdie Wirtschaftlichkeit von Halbtagesprogrammen bei einerdurchschnittlichen Gruppengröße bei etwa 10 Euro proteilnehmendem Schüler/Jugendlichen!Deshalb müssen Sie sich von Beginn an darüber im Klarensein, ob Sie Ihr Lernangebot aus Freude und Überzeugungmachen und lediglich eine kleine Aufwandsentschädigungerhalten wollen oder ob Sie damit Gewinn erzielen möchten.Im letzteren Fall darf nicht vom erzielbaren Preis am „Markt“her kalkuliert werden, sondern Sie müssen Ihren gewünschtenLohn einsetzen, die genauen Arbeitszeiten, Investitionen,Abschreibungen und weiteren Kosten genau kalkulieren.Und es zeigt sich immer wieder: Wenn man mit zu niedrigenPreisen einsteigt, ist es schwer, diese später anzuheben. DieAnbieter, die direkt mit „echten“ Preisen anfangen, habenin der Regel sehr bald Erfolg, können ihre Preise „am Markt“durchsetzen und bleiben motiviert! Selbstverständlich mussIhr Angebot auch qualitativ auf ansprechendem Niveau seinund bleiben.Für Betriebe, die „Lernen auf dem Bauernhof“ unter demAspekt der Einkommenskombination betrachten möchten, seian dieser Stelle auf eine Veröffentlichung des aid Infodienstesunter dem Titel „Bauernhofpädagogik: Einkommensstandbeinmit Zukunft“ (Bestell-Nummer 1583) verwiesen. Hierfinden Sie umfangreiche Informationen und Beispiele sowieKalkulationsgrundlagen.16


Wer unterstütztmich?was Sie gut abgeben können. Binden Sie Betriebsmitarbeitendemit ein und fragen Sie auch in Ihrem Umfeld oderBekanntenkreis Personen, die Ihren Hof gut kennen, ob siebereit sind, Sie zu unterstützen.Mit Ihrem Lernort Bauernhof sind Sie nicht alleine. Es gibtbereits viele Betriebe, die auf diesem Gebiet Erfahrungengesammelt haben und diese auch gerne weitergeben. Invielen Bundesländern und Regionen gibt es feste Netzwerkeund Koordinationsstellen, die Unterstützung geben können.Finanzielle UnterstützungIn einigen Bundesländern oder Regionen gibt es Einrichtungen,die Aktionen auf dem Lernort Bauernhof auch finanziellunterstützen. Diese Hilfestellung kann, je nach Fördertopfund Förderer, sehr unterschiedlich sein. Zum Teil werdendie Landwirte für ihr zeitliches Engagement mit einemGeldbetrag entschädigt. Dieser hat aber selten einen kostendeckendenCharakter, sondern ist eher als Anerkennungzu sehen. Andere Regionen bieten einen Zuschuss, fallsdie Schulklasse einen Bus anmieten muss, um auf den Hofzu gelangen. Da die Fördermittel von Region zu Region inihrer Verfügbarkeit und Höhe sehr starken Schwankungenunterliegen, sei hier auf Ihre Koordinierungsstelle verwiesen,die sicherlich darüber Informationen bereithält. DieAdresse Ihrer Koordinationsstelle finden Sie unter www.lernenaufdembauernhof.de in der Rubrik „Hof finden“.Unterstützung in allen sonstigen FragenZu vielen Punkten werden Sie sicherlich anfangs noch Fragenhaben. Hier kann das Spektrum von pädagogischen odermethodischen Aspekten bis hin zur steuerlichen Betrachtungder Einnahmen reichen. Scheuen Sie sich nicht, diese Fragenzu stellen. Erste Anlaufadresse sollte immer Ihre Koordinationsstellesein. Hier sind viele Fragen sicherlich schon einmalaufgetreten und lassen sich schnell und kompetent lösen.Zudem sind die Mitarbeitenden dort in größere Foren oderGremien mit eingebunden und können ihre Frage – soferndiese sie nicht beantworten können – auf die nächsthöhereEbene weitergeben.Viele Informationen rund um das Lernen auf dem Bauernhof,Fortbildungen und Hilfsmittel finden Sie auch unter www.baglob.de.Unterstützung mit MaterialViele Organisationen unterstützen Sie mit ausgearbeitetenMaterialien und Hilfsmitteln. Zahlreiche Medien werdengegen eine geringe Gebühr oder gegen Erstattung der Versandkostenabgegeben. Eine Übersicht über mögliche Materialien,die Sie einsetzen können, sowie die Bestelladressenfinden Sie im Internet unter www.lernenaufdembauernhof.de und www.baglob.de. Falls Sie den Kindern/Jugendlicheneine Pausenverpflegung anbieten möchten, ist es hilfreich,wenn Sie sich als Milchviehbetrieb an Ihre Molkerei wenden.Viele Molkereien stellen Ihren Höfen – oft sogar kostenfrei –Milchprodukte zur Verfügung. Ein Anruf dort lohnt immer.Personelle UnterstützungDie Arbeit mit einer ganzen Klasse ist für eine einzelne Personoft schwierig und pädagogisch wenig wertvoll. Einfacher istes, die Gruppe zu teilen oder in Kleingruppen zu arbeiten.Binden Sie die Lehrkraft und andere Betreuungspersonen mitin die Gruppenarbeit ein. Sprechen Sie möglichst im Vorfeldgenau ab, welchen Part Sie als Landwirt übernehmen und17


Was geht undwas nicht?Häufig gestellte FragenEinige Fragen werden immer wieder gestellt. Hier eine Auswahlder häufigsten:Dürfen die Schüler auf Anhängern und Zugmaschinenmitfahren?Es ist für viele Kinder/Jugendliche der Höhepunkt auf demBauernhof und wird oft gewünscht: eine Feldrundfahrt aufeinem Anhänger. Schnell sind einige Bierbänke oder Strohballenauf den Wagen gestellt und schon kann es losgehen!Aber Vorsicht: Laut Straßenverkehrsordnung ist das Mitnehmenvon Personen auf landwirtschaftlichen Anhängern fürnicht landwirtschaftliche Zwecke grundsätzlich verboten(siehe StVO § 21, Absatz 2)! Falls etwas passieren sollte,haften Sie als Landwirt!Auf Zugmaschinen, wie Traktoren, können Personen mitgenommenwerden, soweit hierfür geeignete Sitzplätzevorhanden sind. Im Regelfall hat ein Traktor nur einen zugelassenenBeifahrerplatz.Mitarbeiten auf dem Hof – Ist das nicht gefährlich?Die Schüler, die auf Ihren Hof kommen, wollen ernst genommenwerden. Sie merken schnell, wenn sie „Alibiaufgaben“erledigen müssen. Besser ist es, sie mit „echten“ Aufgabenauf dem Hof zu betrauen. Natürlich sollten sie dabei auchdie dafür typischen Werkzeuge verwenden: eine Gabel, umden Stall auszumisten, ein Beil, um Holz zu spalten, odereine Harke, um die Kartoffeln aus der Erde zu bekommen.Ganz wichtig: Der Umgang mit Geräten muss so gezeigtwerden, dass es alle sehen und verstehen können, klareRegeln zur Handhabung und Sicherheit müssen deutlichwerden und die Arbeiten müssen beaufsichtigt werden.Gefahren können entstehen, da die Kinder und Jugendlicheneinerseits im Umgang mit den Geräten ungeübt sind, andererseitsdadurch, dass sie zur Zweckentfremdung verleiten.Ermahnen Sie zur Vorsicht und stellen Sie Sicherheitsregelnfür die Verwendung auf. Dann ist das Risiko überschaubar.Darf ich Rohmilch ausschenken?Nein. Sie müssen die Milch pasteurisieren. Kochen Sie sievor der Weitergabe an die Kinder und Jugendlichen ab oderbeziehen Sie über die Molkerei oder LandesmilchvereinigungMilchprodukte. Diese erhalten Sie dort für Schülergruppenbezuschusst oder sogar kostenfrei.Woher bekomme ich Geld für den Lernort Bauernhof?Lediglich vereinzelt gibt es Zuschüsse über Landesmitteloder Stiftungen für Bauernhoferkundungen. Diese Mittelsind gering und oft auch zeitlich nur befristet verfügbar.Wenn es diese Mittel in Ihrer Region gibt, sollten Sie sichdarüber freuen, aber nicht dauerhaft damit rechnen odersie sogar als Grundlage von Investitionen einplanen. Schnellsind angesichts knapper Kassen diese Gelder gestrichen undIhre Kalkulation geht nicht mehr auf.Zuschüsse für Investitionen oder Umbaumaßnahmen fürden Lernort Bauernhof über die öffentliche Hand könnenmanchmal über verschiedene Förderprogramme erhaltenwerden. Fragen Sie bei Ihrem Landwirtschafts- und Landratsamtoder Ministerium nach.18


Umgang mit TierenTiere sind einer der Höhepunkte der Bauernhoferkundung.Der Umgang mit ihnen ist für Kinder und Jugendliche sehrwichtig und hat positive Auswirkungen auf das Sozialverhaltenund Verantwortungsbewusstsein. Aber lebende Tieresind kein Spielzeug und der Kuhstall ist kein Spielplatz.Schnell können hier Unfallquellen durch falsches Verhaltenentstehen. Bedenken Sie, dass die meisten Kinder undJugendlichen zwar den Umgang mit Haustieren gewohntsind. Diese sind jedoch deutlich kleiner und besser anfremde Menschen gewöhnt als Bauernhoftiere. Deshalb istes wichtig, den Kindern und Jugendlichen rechtzeitig denrespektvollen Umgang mit Tieren zu vermitteln und klareRegeln aufzustellen, damit keine Gefahrensituationen ausUnwissenheit entstehen können. Zeigen Sie den Schülern,wie sie sich vor allem großen Tieren richtig nähern undwelche Verhaltensweisen sie unterlassen sollten.Generell gilt: Suchen Sie für die Arbeit mit Kindern undJugendlichen nur die gutmütigsten Tiere aus. Aber auchdiese Tiere können sich plötzlich unberechenbar verhalten.Lassen Sie daher die Schüler niemals unbeaufsichtigt. AchtenSie im Umgang mit Tieren auf die nötige persönlicheSchutzausrüstung.Denken Sie auch daran, dass der Kontakt mit Tieren Allergienauslösen kann. Bereits einfache Hygienemaßnahmen, wieregelmäßiges Händewaschen, können vieles verhindern.Bei der Vorbereitung eines Schulklassenbesuches ist nicht nuran die Vermeidung von möglichen Gefahren Ihrer Besucherzu denken. Auch der Schutz der Tiere vor der Einschleppungvon Infektionen durch hoffremde Personen sollte bedachtwerden. Tierkrankheiten wie Schweinepest, Maul- und Klauenseuche,Geflügelpest oder das Bovine Herpesvirus (BHV1)können durch Besucher in den Tierbestand eingeschlepptwerden. Möglich ist dies zum Beispiel über die Kleidung unddie Schuhe. Aber auch mitgebrachte Käse- oder Wurstbrotekönnen eine Infektionsgefahr darstellen.mitgebrachten Lebens- oder Futtermitteln gefüttert werdenoder damit in Kontakt kommen. Daher sollten im Stall grundsätzlichkeine Pausenbrote gegessen werden.Beim Besuch von Schweine- oder Geflügelställen sollten SieIhr Vorhaben in jedem Fall mit Ihrem Veterinär absprechen.Erklären Sie, was Sie mit den Kindern und Jugendlichen imStall vorhaben und fragen Sie ihn nach möglichen Schutzmaßnahmen.Gegebenenfalls sollte hofeigene Kleidung(Stiefel und Overall) zur Verfügung stehen, die die Besucherbenutzen können. Setzen Sie sich im Zweifelsfall auch mitder Tierseuchenkasse in Verbindung und informieren Siediese über die Hofbesuche von Schulklassen. BerücksichtigenSie weiterhin, dass einzelne Qualitätsfleischprogrammeoder Kooperationsverträge mit nachgelagerten Betriebendas Betreten hoffremder Personen von Ställen ausschließenkönnen. Bitte erkundigen Sie sich hier rechtzeitig.Daher sollte vor dem Besuch eines Bauernhofs zwischenLandwirt und Lehrkraft geklärt werden, welche speziellenSchutzmaßnahmen zu berücksichtigen sind. Tiere dürfenauf keinen Fall mit Pausenbroten, Gemüse oder anderen19


SteuerlicheBetrachtungSteuerlich betrachtet handelt es sich bei allen Angebotenzum „Lernort Bauernhof“, auch wenn sie auf einem landwirtschaftlichenBetrieb oder auf seinen Nutzflächen stattfinden,nicht um landwirtschaftliche Tätigkeiten. SolangeSie nur wenige Schulklassen begrüßen und Sie dafür eingeringes Entgelt erheben, stellt dies im Normalfall auchkein Problem dar.Sprechen Sie trotzdem frühzeitig mit Ihrem Steuerberateroder Ihrer landwirtschaftlichen Buchstelle. Schildern Sie dortmöglichst genau, was Sie planen und was Sie langfristigbeabsichtigen. Nur dann kann Ihr Vorhaben von Anfang ansteuerlich in die richtigen Wege geleitet werden.Dies gilt besonders dann, wennn Ihr Angebot zum „Lernort Bauernhof“ gut angenommenwird und Sie häufig Schulklassen auf Ihrem Hof haben,n Sie es sich zum Ziel gesetzt haben, damit für den Betriebeine zusätzliche Einkommensquelle zu erschließen,n Sie Investitionen oder Umbauten tätigen möchten,n Sie Sponsorengelder oder öffentliche Mittel in den LernortBauernhof einfließen lassen möchten,n Sie mit umfangreichen Werbemaßnahmen an die Öffentlichkeitgehen, um Ihr Angebot bekannt zu machen.Zubereitungund Verarbeitungvon Lebensmittelnmit Kindern undJugendlichen –was muss ich beachten?Viele Anbieter im „Lernort Bauernhof“ wünschen sich,zusammen mit Kindern und Jugendlichen zu kochen. Diesist sehr naheliegend und sinnvoll, da so der gesamte Ablaufzwischen Anbau, Pflege, Ernte, Verarbeitung und Verzehrvon Lebensmitteln dargestellt werden kann. Die Schülerbekommen auf diese Weise einen unmittelbaren Bezugzu den vom Hof hergestellten Produkten. Die Frage „Wokommen denn eigentlich unsere Lebensmittel her?“ lässtsich damit sehr anschaulich beantworten. Zudem steigt dieWertschätzung gegenüber der Arbeit des Landwirts sowiegegenüber Lebensmitteln allgemein.Allerdings muss sich jeder, der Lebensmittel herstellt,behandelt und in Verkehr bringt (auch unentgeltlich) mitden Bestimmungen der Lebensmittelhygiene und denBestimmungen des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes(LMBG § 7) befassen. Dazu gehört auch dassogenannte HACCP-Konzept, wie die Richtlinie 93/43/EWGüber Lebensmittelhygiene ebenfalls bezeichnet wird. HACCPheißt: „Hazard Analysis and Critical Control Points“ und kannübersetzt werden mit: „Gefährdungsanalyse und kritischeSteuerungspunkte“. In dieser Richtlinie werden Mindestanforderungenan die Hygiene in Betrieben aufgestellt, dieLebensmittel herstellen, behandeln oder in Verkehr bringen.Die Gefahren für die Lebensmittelsicherheit müssen zunächsterkannt und benannt werden, um wirkungsvolle Maßnahmenzur Vermeidung oder Verringerung festzulegen. HACCPist somit ein System zur Erkennung möglicher Gefährdungenund deren rechtzeitiger Abwehr.20Lassen Sie sich davon nicht abschrecken! Gerade wenn Sieeine Lehrküche einrichten wollen oder auch nur mit KinderundJugendgruppen Lebensmittel Ihres Hofes verarbeitenwollen, sollten Sie sich vorab mit der amtlichen Lebensmittelüberwachungin Verbindung setzen. Auch wenn diezubereiteten Speisen von den Kindern oder Jugendlichenselbst verzehrt werden, kommt es in Einzelfällen vor, dassdie amtliche Lebensmittelüberwachung das Kochen mitSchulklassen unter den gegebenen Verhältnissen generelluntersagen möchte.


Vor diesem Gespräch ist es sinnvoll, sich unabhängige, fachlicheBeratung für eine schlüssige Argumentation gegenüberder Lebensmittelüberwachung einzuholen. Denn nach sachlichenErwägungen spricht nichts dagegen, dass GruppenSpeisen zubereiten, die sie selbst verzehren, wenn Ausstattung,Personal, Prozessführung und die im HACCP-Systemfestgelegten Vorkehrungen zur Gefahrenbeherrschung füreine „Lehrküche“ konzipiert sind.!WeiterführendeInformationenFür die Einrichtung einer Lehrküche finden Sie unterwww.lernenaufdembauernhof.de eine Analyse unter demTitel „HACCP-Konzept für landwirtschaftliche Betriebe mitpädagogischen Angeboten – was muss bei der Einrichtungeiner Küche beachtet werden?“ mit Empfehlungenund der Beantwortung der häufigsten Fragen.Bedenken Sie auch, dass das HACCP-System in geeigneterWeise dokumentiert werden muss. Dabei sollten die spezifischenVorkehrungen, die sich aus der betriebsindividuellenAusstattung und Einrichtung sowie der Einbeziehung vonSchülergruppen ergeben, besonders berücksichtigt werden.Für praxisbezogene Fragestellungen zum HACCP-Konzeptsind hier die einschlägigen Bücher, Nachschlagewerke undinteraktiven (CD-ROM-)Materialien des Behr‘s-Verlages,Averhoffstr. 10, 22085 Hamburg, Behrs@Behrs.de zunennen.PraxistippDurch die Eingrenzung des Speisenangebots lassen sicheinige besondere Risiken begrenzen. Hierzu gehört u.a. derVerzicht auf die Verarbeitung von Fisch, das Auftauen unddie Verarbeitung von Geflügel sowie die Zubereitung vonSpeiseeis.Über die vorgeschriebenen Lehrgänge zur Lebensmittelhygienefür landwirtschaftliche Betriebe können Sie sichüber Ihre Fachzeitschriften (meist unter der Rubrik Termine)informieren. Die dort aufgeführten Angebote richten sichallerdings oft an Hofverarbeitende und Ab-Hof-Vermarkter.FazitDer landwirtschaftliche Betrieb muss, wenn er Lebensmittelin den Verkehr bringt, d.h. mit Kindern und Jugendlichenkocht, oder beim Betrieb einer Lehrküche selbst angemesseneSicherheitsmaßnahmen festlegen, durchführen und überprüfen.Dabei sollte die HACCP-Richtlinie als ein wesentlicherBeitrag zur Qualitätssicherung auf dem landwirtschaftlichenBetrieb verstanden werden, nicht als gängelnde Vorschrift.Sie schützt auch Ihren Betrieb und nimmt ihn in die Verantwortungfür hygienisch einwandfreie Lebensmittel.21


Entstehung dieserZusammenstellung –AutorenDiese Zusammenstellung für Landwirte knüpft inhaltlichan den Leitfaden der „Bundesinitiative – Lernen auf demBauernhof“, einem zweijährigen Modellvorhaben an, dasvon Dezember 2001 bis November 2003 überwiegend überdas Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährungund Landwirtschaft finanziert wurde. Die Umsetzung desProjektes erfolgte in der Trägerschaft der EvangelischenLandjugendakademie Altenkirchen und dem information.medien.agrar e.V. Die wissenschaftliche Begleitung wurdevom Institut für Agrarsoziologie und Beratungswesen derJustus-Liebig-Universität Gießen wahrgenommen.Ziel der Bundesinitiative war die Erarbeitung eines umfangreichenInformationsangebots für alle Akteure von „Lernenauf dem Bauernhof“. Mit der „Bundesinitiative – Lernenauf dem Bauernhof“ rückte der Bauernhof als Lernort fürKinder und Jugendliche erstmalig bundesweit in den Fokusder Öffentlichkeit und wurde somit deutlich gestärkt. Diegesamte Bewegung „Lernort Bauernhof“, wie wir sie heutekennen, hätte sich ohne die Bundesinitiative und dem darausresultierenden Leitfaden so nicht entwickelt.Das Projekt Leitfaden der „Bundesinitiative – Lernen auf demBauernhof“ (2001 – 2003) koordinierten Dipl.-Ing. sc. agr.Hubert Koll, i.m.a e.V. und Dipl.-Päd. Hans-Heiner Heuser,Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen.Die Texte wurden von der Assessorin des Forstdienstes PetraBrandes, Dipl.-Agr. Biol. Claudia Leibrock und Dr.-Ing. BerndDemuth verfasst. Die wissenschaftliche Begleitung hattenProf. Dr. Hermann Boland und Dipl.-Ing. agr. Stephan Hübner,Justus-Liebig-Universität Gießen, übernommen.Die hier vorliegende Neubearbeitung ist auf Initiativevon information.medien.agrar e.V. entstanden. Aus demursprünglichen Leitfaden wurden dafür die Teile für Landwirteextrahiert, inhaltlich aktualisiert und grafisch überarbeitet.Für Lehrkräfte sei auf den Leitfaden verwiesen, der vomaid infodienst e. V. (www.aid.de) erarbeitet wurde. Erkann über die i.m.a bestellt werden (s. Impressum).22Lernort Bauernhof – der Leitfaden für Lehrkräfte9,00 Euro, DIN A4, 64 S.Bestell-Nr. 3317


Die Lernzirkel aus der Reihe „Expeditionen“ ergänzen dieallgemeinen organisatorischen Informationen des Leitfadensum konkrete Lernstationen zu einzelnen Fachthemender Landwirtschaft. Neben detaillierten Stationskonzeptenund Arbeitsaufträgen enthalten die Hefte viele thematischeHintergrundinformationen sowie Tipps und Anregungenzur Vor- und Nachbereitung des jeweiligen Themenbereichs.LernzirkelEXPEDITIONENExpedition in den KuhstallDiese Broschüre richtet sich speziell an Milchviehbetriebe,die Schulklassen auf ihre Höfe einladen. Sie enthält konkreteAnleitungen mit Kopiervorlagen, die es den Landwirtinnenund Landwirten ermöglicht, handlungsorientierte Lernstationenzu folgenden Themen auf ihrem Betrieb anzubieten:n Die Fütterungn Das Melkenn Das Leben einer Milchkuhn Der Laufstalln MilchprodukteBroschüre: Format DIN A4, 50 Seiten inkl. 18 KopiervorlagenExpedition auf den KartoffelackerFür das wichtige Lernfeld Kartoffel werden den Landwirtinnenund Landwirten, die handlungs- und erlebnisorientiertesLernen auf ihren Höfen anbieten wollen, Handreichungenzu folgenden Kapiteln zur Verfügung gestellt:n Die Kartoffel kennenlernenn Auf dem Feld I: Pflanzen und Pflegenn Auf dem Feld II: Erntenn Auf dem Hof: Lagernn In der Küche: Zubereiten von SpeisenBroschüre:Format DIN A4, 75 Seiten inkl. 38 KopiervorlagenExpedition ins GetreidefeldDer Lernzirkel zum Thema Getreide verfolgt das Ziel, Lernenauf dem Bauernhof zu unterstützen. Die Broschüre richtetsich an Landwirtinnen und Landwirte, die selbstständigesund aktives Lernen zu folgenden Inhalten ermöglichenwollen:n Getreide kennenlernenn Säen und Pflegenn Ernten und Lagernn Verarbeiten – aus Korn wird Mehln Zubereiten von Speisen aus MehlBroschüre:Format DIN A4, 76 Seiten inkl. 40 Kopiervorlagen23


AnlagennVorlage Betriebsspiegel „Musterhof 1“; für Schülerinnenund Schüler der Primarstufe/Sekundarstufe InVorlage Betriebsspiegel „Musterhof 2“; für Schülerinnenund Schüler der Sekundarstufen I und IInVorlage Hofordnung (Verhaltensregeln)nVorlage Anschreiben Haftpflichtversicherung; ErstmeldungnVorlage Anschreiben Sachversicherung; ErstmeldungnCheckliste VorbereitungnVorlage Verbindliche Anmeldung (Halbtages- oder Tagesexkursion)nErklärung seitens der SchulenCheckliste Nachbereitung LandwirtnVorlage Rückmeldebogen LehrkraftnVorlage Rückmeldebogen Schülerin/SchülerDiese Checklisten und Vorlagen liegen auch im Internet unterwww.ima-agrar.de zum Download bereit.25


!Vorlage Betriebsspiegel „Musterhof 1“für Schülerinnen und Schüler der Primarstufe/Sekundarstufe IBetriebsspiegel Musterhof 1:1. Geografische Daten:Lage: Feldstadt, Gemeinde AckerhausenHöhe über NN: ca. 80 m2. Boden:Bodenart: schluffiger LehmBodenpunkte: 50–603. Betriebssystem:Schweinemast, Legehennen, Rinder, Geflügel, Grünlandwirtschaft und Ackerbau4. Betriebsgröße:37 ha, davon 27 ha Ackerflächen und 10 ha Grünland5. Viehbestand:140 Schweinemastplätze900 Legehennenplätze10 Rinder6. Arbeitskräfte:Betriebsleiterehepaar Christina und Max MusterbauerDie Eltern Friedrich und Elfriede MusterbauerIm Laden eine festangestellte Kraft und drei Aushilfen, ein Lehrling7. Familie:Christina und Max Musterbauer haben einen Sohn (Tobias, 18 Jahre) und eine Tochter (Annika, 16 Jahre). Die ElternFriedrich und Elfriede Musterbauer wohnen ebenfalls auf dem Hof.8. Hofgeschichte:Der Musterhof steht seit dem 17. Jahrhundert auf dieser Hofstelle. Er wird seitdem in der Familie bewirtschaftet.Friedrich Musterbauer hat den Hof in den 50er-Jahren von seinem Vater übernommen. Max Musterbauer ist mitseiner Frau im Jahr 1995 eingestiegen. Der Anteil an Direktvermarktung ist seitdem stark ausgebaut worden.27


!Vorlage Betriebsspiegel „Musterhof 2“für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen I und II1. Natürliche GegebenheitenHöhenlage: 340 mBodenwertzahlen: 30–45Durchschnittliche Jahresniederschläge: 670 mmDurchschnittliche Jahrestemperatur: 7,9 ° CDurchschnittliche Feldentfernung: 9 km2. ArbeitskräfteLandwirtsfamilie: Max und Christina MusterbauerAuszubildender: Lukas Jungbauer3. Mechanisierung2 Schlepper (75–165 PS)1 Hoflader1 Stalldungstreuer mit Breitverteiler1 PumptankwagenBodenbearbeitungs- und SätechnikDer Betrieb ist Mitglied beim Maschinenring Musterstadt. Über den Maschinenring werden ausgeliehen: Mähdrescher,Feldhäcksler mit Transportkette für Gras- und Maissilage, Großpackenpresse, Folien-Wickelgerät4. Landw. NutzflächeAckerland 40 ha, davon zugepachtet 25 haGrünland 65 ha, davon zugepachtet 40 ha5. Anbauflächen – konventionellWinterweizen 15 haWintergerste 10 haSilomais 10 haKleegras 3 haHafer 2 ha6. FruchtfolgeKeine strenge Fruchtfolge, Grundlage ist jedoch die verbesserte 3-Felder-Fruchtfolge(Blattfrucht – Getreide – Getreide).7. ViehhaltungRinder: 65 Milchkühe mit Nachzucht (Fleckvieh); 60 MastbullenHühner: 400 Legehennen in Bodenhaltung8. DüngungRund 60 % der Flächen befinden sich in der Versorgungsstufe „hoch bis sehr hoch“.9. PflanzenschutzDurchschnittlicher Aufwand 130 Euro/haAnlagen: Hofplan, Flächenplan29


!Vorlage Hofordnung(Verhaltensregeln)1. Auf die Tiere ist besondere Rücksicht zu nehmen. Wir gehen ruhig auf sie zu und erschrecken sie nicht. DieRuhe- und Fütterungszeiten der Tiere sind einzuhalten und zu beachten.2. Türen und Tore, die geschlossen waren, schließen wir wieder.3. Leitern, Maschinen, Tierboxen etc. dürfen nur mit Genehmigung der Aufsichtsperson betreten werden.4. Bei gemeinschaftlichen Arbeiten sind wir rücksichtsvoll und achten auf einander. Werkzeuge werden ausschließlichvorsichtig und sachgemäß verwendet.5. Nicht mitgebracht werden sollten:- übermäßig viele Süßigkeiten- Einweggetränkeflaschen und anderer Einwegmüll- mobile elektronische Unterhaltungsgeräte- alkoholische und koffeinhaltige Getränke6. ..........................................................................................................................................................................................................................................................7. ..........................................................................................................................................................................................................................................................Insgesamt bitten wir darum, auf die Belange der Landwirtsfamilie Rücksicht zu nehmen und die Tiere nicht zu stören.31


!Vorlage Anschreiben HaftpflichtversicherungErstmeldungName:Datum:Anschrift:Ort:An..........................................................................................................................................Per Fax: ................................Betriebshaftpflichtversicherung, Versicherungsnummer ...............................................Sehr geehrte Damen und Herren,in Kürze wird eine Schulklasse meinen Betrieb besuchen.Dabei werden die Schüler (bitte das Geplante kurz schildern) .................................................................................................................................................................................In Zukunft ist davon auszugehen, dass weitere Schulklassen meinen Betrieb besuchen werden.Nach meinen Informationen stellen diese Veranstaltungen eine anzeigepflichtige Gefahrenerhöhung im Sinne derVersicherungsbedingungen dar.Ich bitte um Bestätigung, dass für meine bei Ihnen abgeschlossene Haftpflichtversicherung der Versicherungsschutzfür Schulkassen während der Veranstaltungen gewährleistet ist.Mit freundlichen Grüßen33


!Vorlage Anschreiben SachversicherungErstmeldungName:Anschrift:Ort:Datum:An..........................................................................................................................................Per Fax: ................................Sachversicherung, Versicherungsnummer ...............................................Sehr geehrte Damen und Herren,in Kürze wird eine Schulklasse meinen Betrieb besuchen.Dabei werden die Schüler (bitte das Geplante kurz schildern) .......................................................................................................................................................................................................................................................................................................................In Zukunft ist davon auszugehen, dass weitere Schulklassen meinen Betrieb besuchen werden.Nach meinen Informationen stellen diese Veranstaltungen eine anzeigepflichtige Gefahrenerhöhung im Sinne derVersicherungsbedingungen dar.Ich bitte um Bestätigung, dass für meine bei Ihnen abgeschlossenen Sachversicherungen der Versicherungsschutzfür Schulkassen während der Veranstaltungen gewährleistet ist.Mit freundlichen Grüßen35


!Checkliste VorbereitungrEine schriftliche, verbindliche Buchungsbestätigung seitens der Schule liegt vor, aus der auch hervorgeht,dass es sich um eine schulische Veranstaltung handelt.rMedien und Material zur inhaltlichen Vorbereitung habe ich der Lehrkraft zugeschickt bzw. zuschicken lassen.rMeine Familie/die Mitarbeitenden wissen über den Besuch Bescheid und der Betriebsablauf ist darauf abgestimmt.rMuss ich den Hofbesuch selber gestalten oder gibt es andere Personen (z. B. ehrenamtlich Mitarbeitende,freie Pädagogen, Mitarbeiter aus dem regionalen Umweltzentrum etc.) die meinen Betrieb gut kennen unddie ich mit dem Hofbesuch beauftragen kann?rAlle benötigten Materialien und Geräte sind vorbereitet, zurecht gelegt und kopiert.rIch habe mir überlegt, welche Hofregeln mir wichtig sind, und diese auf Karton geschrieben.rIch weiß, wo die Kinder/Jugendlichen ihre Rucksäcke/Schulranzen und ggf. Jacken lassen können.rIch habe mir überlegt, welche Toilette die Besucher benutzen können.rEin Alternativprogramm für schlechtes Wetter habe ich mir zurechtgelegt.rEin Platz bzw. Raum für die Pause bzw. den Imbiss ist vorbereitet.rIch habe mit der Lehrkraft die Frage der Pausenverpflegung bzw. des Mittagessens geklärt.rMilchprodukte habe ich bei der Molkerei bzw. Milchwirtschaftlichen Vereinigung bestellt.rFür den Fall der Fälle liegt ein Erste-Hilfe-Kasten bereit.37


!Vorlage Verbindliche Anmeldung(Halbtages- oder Tagesexkursion)An:Name der SchuleName der LehrkraftFax-NummerSehr geehrte Frau .................., sehr geehrter Herr ..................,vielen Dank für das freundliche Telefonat vom .............., in dem wir folgende Punkte abgesprochen haben:n Sie werden mit Ihrer Klasse mit ............. Schülerinnen und Schülern am ............von ....... Uhr bis ...... Uhr meinen Hof besuchen.nAls Thema des Hofbesuchs haben wir festgelegt:..............................................nAn folgenden Punkten dürfen die Schülerinnen und Schüler gerne praktisch mitarbeiten:.............................................................................................................................n Die Verpflegung( ) bringen die Schülerinnen und Schüler selbst mit.( ) wird von uns gestellt.Bitte informieren Sie mich, falls es aus gesundheitlichen oder religiösen Gründen Einschränkungenbezüglich der Ernährung bei Ihren Schülerinnen und Schülern gibt.n Bei Regenwetter haben wir vereinbart, dass .....................................................nAls Kosten fallen je Kind ........... Euro und je Betreuer .......... Euro an. Die Bezahlung erfolgt baram Tag des Hofbesuches.Sollten Ihrerseits noch Punkte offen sein, so bin ich am besten telefonisch von ......... bis ......... Uhrunter der Rufnummer ................................. oder per E-Mail unter ........................................... zu erreichen.Bitte schicken Sie mir aus versicherungstechnischen Gründen die beigefügte Erklärung unterschriebenund mit Schulstempel zurück. Erst damit ist die Anmeldung verbindlich. Sofern Sie die Veranstaltung weniger als....... Tage vor dem vereinbarten Termin absagen, müssen wir Ihnen leider eine Ausfallgebühr in Höhevon ......... Euro in Rechnung stellen.Ich freue mich auf den Besuch Ihrer Klasseund verbleibe mit freundlichen Grüßen,............................(Unterschrift)39


!Vorlage Erklärungseitens der SchuleHiermit wird bestätigt, dass es sich bei der Hoferkundung am .............................auf dem Betrieb ....................................................................................................um eine schulische Veranstaltung handelt und Versicherungsschutz über die Schule besteht.Die während des Aufenthalts auf dem landwirtschaftlichen Betrieb geltende Hofordnung wurde von mir alsdurchführende Lehrkraft zur Kenntnis genommen und allen Schülern und Eltern bekannt gemacht.UnterschriftLehrkraft bzw. SchulleitungSchulstempel41


!Checkliste Nachbereitung LandwirtDas lief aus meiner Sicht gut:................................................................................................................................................................................................................................................................................Das lief aus meiner Sicht weniger gut. Warum?................................................................................................................................................................................................................................................................................Das möchte ich das nächste Mal anders machen:................................................................................................................................................................................................................................................................................Mit der Lehrkraft möchte ich nochmals das Gespräch suchen, weil................................................................................................................................................................................................................................................................................Das habe ich mit der Lehrkraft während des Besuchs abgesprochen (z. B. Termin für eine Nachbesprechung, Präsentationder Klasse über den Hofbesuch etc.):................................................................................................................................................................................................................................................................................43


!Vorlage Rückmeldebogen Lehrkraft(bitte zusammen mit den Schülerbögen abgeben)Ein Sprichwort sagt: „Das Bessere ist der Feind des Guten“! Daher würde es mich freuen, von Ihneneine kurze Rückmeldung zur Bauernhoferkundung zu erhalten.Auch wenn Sie in der Nachbereitung noch Anregungen oder Kritik seitens der Schülerinnen und Schülererhalten, wäre ich Ihnen für eine Information dankbar.Vielen Dank!Das hat mir gut gefallen:................................................................................................................................................................................................................................................................................Das hat mir gar nicht gut gefallen:................................................................................................................................................................................................................................................................................Das habe ich vermisst:................................................................................................................................................................................................................................................................................45


!Vorlage Rückmeldebogen Schülerin/SchülerLiebe Klasse ..............es würde mich freuen, von euch eine kleine Rückmeldung zur Bauernhoferkundung zu erhalten.Bitte beantwortet kurz die Fragen und gebt den Zettel anschließend an mich zurück. Vielen Dank!Das hat mir gut gefallen:................................................................................................................................................................................................................................................................................Das hat mir gar nicht gut gefallen:................................................................................................................................................................................................................................................................................Das war für mich das Beste:................................................................................................................................................................................................................................................................................Das habe ich vermisst:................................................................................................................................................................................................................................................................................47

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