Mit dem Kopf im Geschäft... ...mit den Füßen im Urlaub. - Radius

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Mit dem Kopf im Geschäft... ...mit den Füßen im Urlaub. - Radius

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Exemplar


ÖFFentliche BaUten

6 30 Jahre Schulbau

14 Forstschule Latemar

16 Schulzentrum Stange

20 Öffentliche Bauten

Museion, ex Alumix, Franzensfeste

28 Interview LR Florian Mussner

40 Alters-/Pflegeheim St. Michael, Tisens

44 Gewerbezone Kardaun

94 Kulturhaus Kurtatsch

KlimahaUs

52 KlimaHaus Agentur

54 Aktiver Umweltschutz

56 Komponenten Klimahaus

60 Kyoto Protokoll

61 Interview N. Lantschner

58 LVH: casaclima südtirol

68 Ein Klimahaus in Bozen

84 Lust auf Behaglichkeit

88 Ein Bauer im Passivhaus

BaUWirtschaFt

36 Kollegium Bauunternehmer

38 LVH: Bauarbeiterkasse

74 LVH: Berufe am Bau

82 TIS - Cluster Bau

92 Altbausanierung

Unternehmen/BaUgeWerBe

30 Holzbau Brixen

32 Kälte Klima Röhler, Bozen

34 Frank Italy, Sand i. T.

46 Hoppe, St. Martin

48 Stampfer, Bozen

49 Niederstätter, Bozen

50 H2, Deutschnofen

64 Tribus Architecture, Lana

66 Türenwerk Rubner, Kiens

69 Zöggeler Bau, Tramin

70 Vario Haus, Nals

76 Südtirol Solar, Lana

77 Moriggl, Glurns

78 Progress, Brixen

80 Artes+, Tscherms

81 Bauplus, Bruneck

90 Südtirol Fenster, Gais

100 Bauservice, Brixen

service

86 Innerhofer, Bruneck

87 Vaia, Bozen

98 Saturn, Sterzing

99 Raika Bruneck

101 Hotel Saltria

106 Sprungschanze Monte Pana

110 Bunte Meldungen

114 Die Radius Box

Impressum

Herausgeber: Athesiadruck GmbH, Bozen

Eintrag. Lg. Bozen Nr. 26/01, am 27.11.2001

Verantwortlicher Schriftleiter: Armin Mair

Verantwortlicher Projektleiter: Franz Wimmer

Koordination/Produktion: Elke Schlemmer

Redaktion: Verena Kompatscher, Nicole Dominique Steiner,

Martin Linder, Elke Schlemmer, Franz Wimmer, Claire Schöne,

Marita Wimmer

Verwaltung: Kapuzinergasse 5, 39100 Bozen, Tel. 0471 97 78 24

Fotos: Athesia-Archiv (D, Dol-ru, Burger-Rudacs), Privatarchive,

Othmar Seehauser, Gerold Demetz, Thomas Zöggeler,

Suedtirolfoto/Rier, SMG, Walter Niedermayr, Degonda,

Anita Oberhöller, verschiedene Online-Archive und Verkaufsunterlagen

Konzept und Abwicklung: King Laurin GmbH, Eppan

Grafik-Layout: Anita Oberhöller Produktion: Athesiadruck Bozen

Auflage: 30.000 Preis: Einzelpreis 2 Euro, A+D: 2,50 Euro

Franz Wimmer

Koordinator

Die öffentlichen Aufträge der sind

nach wie vor ein starker Motor für die

Südtiroler Bauwirtschaft. Sage und

schreibe 480 Projekte wurden oder

werden laut Landesrat Florian Mussner

für das Jahr 2007 vergeben. Ein

besonders erfolgreiches Kapitel der

öffentlichen Hand ist die 30-jährige

Geschichte des Schulbaues in Südtirol.

Dem stehen die Aufträge für Infrastrukturen

wie Straßen und Tunnels

– seit die Provinz dafür größtenteils

zuständig ist – nicht viel nach.

Ein besonderes Erfolgsmodell, mit

einer Eigendynamik welche in dieser

Form nicht zu erwarten war, ist das

vor fünf Jahren von der Landesumweltagentur

ins Leben gerufene

Klimahaus-Projekt. Für Handwerk und

Bauindustrie gleichermaßen bietet das

Klimahaus einen optimalen Einstieg im

gesamten italienischen Raum. Südtirol

hat die Kompetenz in Sachen Klimahaus,

das ist glaubwürdig und wird mit

der unabhängigen KlimaHaus Agentur,

zuständig für alle Zertifizierungen,

noch untermauert. Dazu passt natürlich

die Internationale Messe Klimahouse in

Bozen Ende Jänner.

Der Motor der Baubranche läuft

nicht mehr ganz so hochtourig wie

noch vor einigen Jahren, dafür im

„wirtschaftlich gesunden Tourenbereich“

– und mit besten Aussichten auf

weitere gute Jahre.

Franz Wimmer


30 Jahre schulbauförderung in südtirol

Vor nunmehr fast 30 Jahren, im Juli 1977, ist das Schulbaugesetz LG Nr. 21 in

Kraft getreten, mit dem ein umfangreiches Schulbauprogramm in Gang gesetzt

wurde. Ein Beitrag vom zuständigen Ressortdirektor Architekt Josef March.

nachdem Anfang der 70er Jahre die

Gesetzgebungskompetenz für den

Schulbau vom Staat auf das Land

übergegangen war, ging die Landesverwaltung

unverzüglich daran, auf

diesem Sektor Maßnahmen zu ergreifen.

Diese waren nämlich dringendst

erforderlich.

Die Situation der Schulbauten war

im ganzen Lande äußerst prekär. Der

Staat hatte Jahrzehnte lang diesen

Bereich in unserem Lande so gut

wie vernachlässigt. Vor allem an den

gemeindeeigenen Strukturen waren

gravierende Mängel festzustellen. Die

Gemeinden selbst hatten kein Geld,

diese Misere zu beheben, und der

Staat gab nur unzureichende Beiträge

dafür. So war es für die Landesverwaltung

selbstverständlich, das Problem

dringendst anzugehen und in diesem

Bereich vordringlich tätig zu werden.

neue schulbaurichtlinien

Zunächst wurden landeseigene

Richtlinien für den Schulbau erarbeitet.

Dies war notwendig, weil die staatliche

Regelung die Situation in unserem

Lande nur sehr schlecht berücksichtigte.

Die staatlichen Richtlinien berücksichtigen

vor allem die Schulbauten in

den Großstädten, also Schulbauten von

großem Ausmaß. Für Schulgebäude

in den Berggebieten wie in Südtirol,

mit der besonderen topografischen

Situation in der dörflichen Umgebung,

beinhalteten diese Schulbaurichtlinien

keine Regelung. Bei der Ausarbeitung

der Richtlinien für Südtirol legte man

damals besonderen Wert darauf,

• das starre Regelwerk des Staates

„aufzuweichen“ und auf die Situation

in Südtirol anzupassen und

flexibler zu gestalten;

• ausländischen Vorgaben zu folgen,

die pädagogisch zielführender waren;

gastgewerbeschule emma hellensteiner Brixen

mit den zuständigen Pädagogen

intensiv zusammenzuarbeiten und

deren Vorschläge in das Regelwerk

aufzunehmen.

Die erste Fassung aus dem Jahre

1978 bildete dann die Grundlage für

die offiziellen Richtlinien des Jahres

1992, die bisher Geltung haben.

schulen auch

außerschulisch nützen

Zum Unterschied zur staatlichen

Regelung war es eine Zielsetzung der

Landesrichtlinien, alle schulischen

und kulturellen Einrichtungen einer

Siedlungsstruktur in einem einzigen

Bildungs- und Kulturzentrum zu konzentrieren

und als eine Einheit in die

Siedlungsstruktur einzufügen. Dies um

Grund zu sparen und die Erhaltungskosten

zu begrenzen. Die Schule war

also ein Teil der Bildungseinrichtung

für ein Dorf oder einen Stadtbezirk.

Die Richtlinien besagen weiters, dass

alle Schulen auch außerschulisch

genutzt werden sollen. Analoges gilt

für die Freiflächen. In den Richtlinien

wird befürwortet, dass bei Schulen

die Pausenfreiflächen in der unterrichtsfreien

Zeit auch außerschulisch

benutzt werden.

Gegenüber den staatlichen Bestimmungen

wurde auch bezüglich der

Grundstücksgröße ein ganz neues

Konzept eingeführt. Der Staat schreibt

verbindliche Größen für die Gesamtfläche

des Areals vor, er spricht sich

aber nicht so klar über die Größe der

für Spiel und Unterricht im Freien

erforderlichen Flächen aus. So könnte

ein Planer ein großes Areal mit Verkehrsflächen

und verbauten Flächen

verbrauchen und nur mehr Restflächen

als Spielflächen übrig lassen. In den

Landesrichtlinien dreht man den Spieß

um. Es wird die Minimalgröße der

Spielfläche vorgeschrieben, neun m²

pro Kind, bemessen auf die potentielle

Höchstanzahl der Kinder. Grund sparen

– eine absolute Notwendigkeit in

unserem Lande – soll der Planer nicht

durch die Minimierung der nutzbaren

Freiflächen, sondern durch die knappe

Bemessung der verbauten Fläche und

Verkehrsflächen.

Die neuen Schulbaurichtlinien regeln

auch die Raumgröße und die Raumgestaltung

in den Schulbauten. Zum

Unterschied zur staatlichen Gesetzgebung

sind in den Landesrichtlinien

auch die niederorganisierten Grund-

schulen (Grundschule mit weniger als

fünf Normalklassen) und Zwergschulen

geregelt. Absicht der Landesgesetzgebung

war es auch, den Architekten

bei der Planung großen gestalterischen

Freiraum zu belassen, so dass diese

ihre Kreativität voll entfalten können.

1976/1977: erhebung aller

schulbauten im lande

Um sich ein Bild von der Schulbausituation

im Lande zu machen und

um die Investitionsmittel gezielt und

gerecht einsetzen zu können, hat die

Landesverwaltung im Jahre 1976 eine

umfassende Erhebung durchführen

lassen. Eine Kommission, bestehend

aus Hellmuth Ladurner vom deutschen

und. Carlo Pomaro vom italienischem

Schulassessorrat sowie Josef March

vom Landesbauassessorat hat alle

Schulbauten des Landes besichtigt.

Man hat die Mängel im Detail festgehalten

und den Finanzbedarf für die

Lösung der dringendsten Probleme

definiert.

Die größten Mängel, die damals

festgestellt wurden, waren folgende:

landesbaudirektor Josef march

Radius 09/2006 7

Ö F F E N T L I C H E B A U T E N


8 Radius 09/2006

Radius 01/2007 9

aula magna, auer

schloss Baumgarten

- Es gab überall einen akuten Raummangel.

1963 war die Einheitsmittelschule

eingeführt worden und

dies bedeutete vor allem in den

Zentren zusätzlichen Raumbedarf,

der noch nicht gedeckt war.

-

Mitte der 70er Jahre kamen die

geburtsstärksten Jahrgänge in die

Mittelschule; 1965 war die Geburtenzahl

auf über 10.000 angestiegen,

was zu einer Verschärfung der

Schulraumnot in den 70er Jahren

führte.

- In den Städten musste wegen dieser

Raumnot Turnusunterricht eingeführt

werden, viele Mittelschulen

waren auf fünf oder mehr Gebäude

verteilt, vielfach mussten Räume in

Privathäusern angemietet werden,

die für Schulzwecke nur sehr bedingt

geeignet waren.

- Die Räume, in denen unterrichtet

wurde, waren vielfach völlig unterdimensioniert.

Die Schulen mussten

in sehr beengten Verhältnissen

zurecht kommen.

- Die Räumlichkeiten entsprachen

oft bei weitem nicht den Sicherheitsvorschriften.

Es gab statische

Probleme, Holzbalkendecken wiesen

eine zu geringe Tragfähigkeit auf,

tragendes Mauerwerk zeigte bedenkliche

Risse, die Fluchtmöglichkeiten

im Falle eines Brandes waren

unzureichend, gar nicht zu reden

von der Behindertengerechtigkeit

der Bauten.

- Die Schulbauten entsprachen in den

seltensten Fällen den Hygienevorschriften.

Zu niedere, beengte und

schlecht belichtete Unterrichtsräume

waren an der Tagesordnung. Die

sanitären Anlagen waren vielfach

prekär. An vielen Schulen gab es

noch „Fallklosetts“.

schulbaufinanzierung

durch das land

Im Juli 1977 hat das Land, um alle

diese Mängel zu beseitigen, das Schulbaugesetz

LG Nr. 21 erlassen. Dieses

Gesetz, das immer noch in Kraft ist,

sieht vor, dass das Land den Gemeinden

für Baumaßnahmen im Pflichtschulbereich

Beiträge gewähren kann,

und zwar bis zu 90% der Baukosten.

Mit diesen Mitteln können Neubauten,

lBs Berufsschule

grundschule albeins

Umbauten, Erweiterungen und Sanierungen

im Bereich der Grund-, Mittel-

und Musikschulen durchgeführt

werden. Auch die Oberschulbauten,

die früher in die Zuständigkeit der

Gemeinden lagen, wie die Lehranstalten,

die Humanistischen Gymnasien

und dergleichen, konnten bezuschusst

werden.

In der Anfangsphase hatten die

Bezirksgemeinschaften die Aufgabe,

die Schulbauprogramme für das

jeweilige Gebiet zu erstellen und der

Landesregierung zur Beschlussfassung

vorzulegen. Später, als der Großteil der

dringendsten Bauvorhaben durchgeführt

war, wurden die Programme

direkt von der Landesverwaltung

erstellt. Eine eigens für diesen Zweck

eingesetzte Schulbaukommission

unterbreitet der Landesregierung die

jeweiligen Finanzierungsvorschläge.

In den 30 Jahren hat das Land über

das LG Nr. 21 den Gemeinden Beiträge

realgymnasium sterzing

im Gesamtausmaß von etwa 450 Mio.

Euro zukommen lassen.

eine 30-jährige erfolgsgeschichte

Heute, nach 30 Jahren, kann man

feststellen, dass die Schulbauprobleme

in unserem Lande zum größten Teil

behoben sind. Man kann sogar behaupten,

dass Südtirol im Schulbau

Mustergültiges geleistet hat. Kaum ein

Land kann sich rühmen, ein so dichtes

Netz von neuen, funktionellen und

perfekt ausgestatteten Schulgebäuden

zu haben wie Südtirol.

Viele Gebäude sind auch Beispiele von

hervorragend gelungener zeitgemäßer

Architektur. Die Landesverwaltung hat

immer großen Wert darauf gelegt, dass

die Schulen sich gut in den baulichen

Kontext der Umgebung einfügen, dass

die Innenräume funktionell konzipiert

werden und die Schulbauten sowohl

was die innere als auch äußere Gestal-

tung anbelangt, ein Erlebnis sind.

Heute sind die baulichen Probleme

im Pflichtschulbereich in Südtirol

gelöst. Es sind nur noch unwesentliche

Umbau- und Ergänzungsarbeiten

durchzuführen. Es sind kleine Adaptierungsarbeiten

aufgrund neuer

gesetzlicher Bestimmungen erforderlich,

z.B. Beseitigung von architektonischen

Barrieren für Behinderte oder

Verbesserung der Brandschutzmaßnahmen.

In verschiedenen Fällen sind die

Schulhöfe noch besser zu gestalten;

in einigen wenigen Fällen fehlt noch

eine geeignete Turnhalle. Zu finanzieren

sind noch Baumaßnahmen an

verschiedenen Musikschulen. Derzeit

konzentriert sich die Schulbautätigkeit

auf die Oberschulen und die Berufsschulen.

In den größeren Zentren sind

diesbezüglich noch verschiedene Erweiterungen

und Neubauten erforderlich.

Bald wird auch dieses Programm

abgeschlossen sein.

Ö F F E N T L I C H E B A U T E N


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Ö F F E N T L I C H E B A U T E N

Radius 01/2007

schöne schulen, engagierte lehrer, gute schüler…

Die erfolgreiche Geschichte von 30

Jahren Schulbau in Südtirol würde

wohl mehr als einen Radius füllen.

In diesen Kontext passt auch die

Tatsache, dass Südtirols Schüler bei

internationalen Wettbewerben – von

der PISA-Studie bis zur Lehrlings-WM

– regelmäßig Spitzenplatzierungen

einnehmen.

mittelschule leifers

Das ist sicher kein Zufall und so kommen

die hohen Ausgaben des Landes

in Form von besonderen Leistungen

der Jugendlichen wieder zurück.

Zum umfangreichen Beitrag 30 Jahre

Schulbau in Südtirol von Architekt

Josef March noch einige weitere Beispiele

von gelungenen Schulneu- und

-umbauten.

steinmetzschule laas

steinmetzschule laas

Die von Architekt Walter Dietl aus

Schlanders geplante Schule ist für die

Gemeinde mit dem weltberühmte Laaser

Marmor ein Aushängeschild. Neben der

Universität Bozen ist die Fachschule in

Mals die im Ausland wohl bekannteste

Südtiroler Schule.

landesberufsschule Bozen happacherhof, auer

Die landwirtschaftliche

Oberschule in auer

Dieser Schulkomplex besteht aus

dem Happacherhof und dem Ansitz

Baumgarten. Die beiden alten Ansitze

wurden stilgerecht adaptiert und

beherbergen Klassen-, Labor- und

Werkstättenräume. In den einzelnen

Bauwerken spiegelt sich die Architektur

der jeweiligen Epoche wieder.

Zuständig für die Planung der

jeweiligen Bauabschnitte waren die

Architekten Josef March und Wolfgang

Piller.

Für die neue Turnhalle samt Aula

Magna zeichnet das Studio Menz und

Gritsch verantwortlich.

lBs tschuggmall in Brixen

Das neue Haus wurde Anfang

September bezogen, die Tschuggmall-

Schule in Brixen steht auf mehreren

Säulen: Zur Berufsgrundstufe

kommt die Lehrlingsausbildung und

ein System von Berufsfach- und

Technikerschulen. Dazu kommt ein

Radius 01/2007 11

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Radius 01/2007

lBs tschuggmall, Brixen

breites Angebot von beruflichen

Weiterbildungskursen und Lehrgänge,

die aus dem ESF finanziert werden.

Oberschulzentrum und

landesberufsschule Bruneck

Schon in den 90er Jahren wurde

beim Oberschulzentrum von Bruneck

ein besonderes Pilotprojekt realisiert.

Über Sonnenkollektoren werden seither

30 % der Heizkosten gedeckt. Die

Landesberufsschule wird gerade nach

den Plänen von Architekt Meinrad

Gozzi erweitert. In diesem Bau sind eine

ganze Reihe von Labors und Werkstatten

für alle Sparten der Berufsschule

untergebracht. Als einzige im ganzen

Land sind Handel, Handwerk, Industrie

und Gastronomie unter einem Dach

vertreten. Mit angeboten werden auch

die Berufsgrundstufe und ein Berufsfindungslehrgang

für Behinderte. Das Berufschulzentrum

Bruneck ist für Direktor

Leonhard Niedermayr „seine Schule“.

Es ist mit vollem Engagement gelungen,

für den Bezirk Pustertal und darüber

hinaus eine Aus- und Weiterbildungsstätte

von hohem Niveau zu installieren:

Dazu Leonhard Niedermayr: „Berufschule

und Oberschule sind heute gleichwertig,

bei uns ist der Ausbildungsschwerpunkt

eben voll auf die Praxis bezogen.

Diese Einstellung transportieren wir mit

dem gesamten Lehrkörper auch nach

außen. Für unseren Schultyp ist die

Wirtschaft erster Ansprechpartner und

da heißt es, flexibel sein. Das gilt nicht

nur für die Berufschule, sondern speziell

auch für die gesamte praxisbezogene

Weiterbildung.“

historisches aus Bruneck

1950 war es soweit, dass in Bruneck

ein gewerblicher Fortbildungskurs

abgehalten werden konnte. Elf Schüler

nahmen daran teil, und zwar vier

Mechaniker, vier Weber, zwei Schmiede

und ein Tischler. Sie drückten die

Schulbank vom 20. November 1950

bis zum 15. Mai 1951. Kursleiter und

Lehrer war Sepp Prader. Weitere Lehrer

waren Ivo Barozzi, Anton Bosch, Isidoro

Fedele, Anton Tasch und Alfred

Kostner. Am Ende des Kurses fand

eine strenge Prüfung statt (Durchfallquote

54%!). Die Prüfungskom-

Oberschulzentrum Bruneck

Fs für land- und Forstwirtschaft Fürstenburg in Burgeis

mission bestand aus Ernst Mariner,

Willi Webhofer und Eduard Auer (dem

späteren Direktor der ersten Berufsschule).

Im kaufmännischen Bereich

fand im gleichen Jahr ein Kurs mit

13 Schülern statt. Insgesamt waren es

also 24 Schüler und sechs Lehrer. Das

war die statistische Bilanz des ersten

Schuljahres. Das „Unternehmen“ hieß

allerdings noch nicht Berufschule,

sondern „Fortbildungskurs – Gewerbliche

Abteilung – Kaufmännische

Abteilung“, wie der betreffende Schulstempel

zeigt.


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Ö F F E N T L I C H E B A U T E N

Radius 01/2007

neue Forstschule latemar

Beim Entwurf wurde auf eine klare und zeitgemäße Architektur Wert gelegt.

Bei der Planung wurden die zwei bestehenden und im Erscheinungsbild

unterschiedlichen Holzhäuser integriert.

Der von Architekt Stefan Gamper

aus Klausen geplante Neubau ist

als Holzbau entstanden, mit Holzverkleidung

und Satteldach, damit er

sich gut in die Landschaft einfügt und

zusammen mit den beiden anderen

Häusern ein Gesamtensemble bildet.

„Es wurde darauf geachtet, dem neuen

Gebäude ein zeitgemäßes Erscheinungsbild

zu geben. Eine moderne,

zeitgenössische Architektursprache

verträgt durchaus auch ein traditionelles

Element wie das Satteldach, das

vor allem in höheren Lagen seine Vorteile

hat (erhöhte Schneelast). Südtiroler

Bautradition und eine technische

und architektonische Innovation

lassen sich somit gut kombinieren“, ist

Stefan Gamper überzeugt.

Der Neubau im Ausmaß von 35 x

12 m wurde auf dem Grundstück so

platziert, dass er mit den beiden be-

stehenden Gebäuden einen definierten

Freiraum und Vorplatz bildet. Von

diesem leitet ein Gehweg mit Pergola

den Besucher direkt zum Haupteingang

der Schule. Die neue Schule ist

durch einen unterirdischen Gang mit

dem bestehenden Gästehaus verbunden,

in dem sich die Zimmer für die

Teilnehmer an den mehrtägigen Ausbildungskursen

befinden und das erst

vor kurzem renoviert worden ist.

Konstruktion und materialien

Der zweigeschossige Baukörper

der Schule wurde als Holzrahmenbau

konzipiert und von der Firma Holzbau

aus Brixen realisiert. Dazu Geometer

Baumgartner. „Die gesamte tragende

Konstruktion besteht aus Holz, die

Stützen und Balken sind Leimbinder,

die Decke ist eine Brettstapeldecke. Die

geometer Wilhelm Pfeiffer

(landesforst Domäne), geometer

günther Baumgartner (holzbau)

kl. Bild: architekt stefan gamper

Außenwände bestehen aus vorgefertigten

Holzelementen mit Wärmedämm-

Paketen, die außen mit einer Holzstülpschalung

aus Lärche verkleidet

worden sind.“ Das neue Schulgebäude

wurde als KlimaHaus B+ geplant und

realisiert, d.h. mit einem Wärmebedarf

von weniger als 50 kWh/m² und Jahr.

Stefan Gamper hatte bereits das Siegerprojekt

„Best KlimaHaus 2005“ in

der Kategorie Klimahaus und Arbeitswelt

gestellt.

Die gute Wärmedämmung der gesamten

Gebäudehülle garantiert einen

minimalen Wärmeverlust, wobei

ausschließlich natürliche Materialien

eingesetzt worden sind. Eine zentrale

Heizanlage mit Hackschnitzeln beheizt

das gesamte Gebäudeensemble mit

Schule, Gästehaus und Nebengebäude.

innengestaltung

und Beleuchtung

Die einzelnen Räumlichkeiten

sollten die Qualität und Flexibilität des

Gebäudes unterstreichen, eine zeitgerechte

Nutzung zulassen und auch

eventuellen neuen Anforderungen

durch leicht durchzuführende Änderungen

gerecht werden.

Holz als wichtigstes Material für die

Konstruktion und die Fassaden ist

auch im Inneren des Gebäudes stark

präsent: als Boden, Wand oder Decke,

aber auch für die Einrichtung, die zu

einem guten Teil aus Massivholzmöbeln

besteht. Außerdem wurde bei

der Planung größter Wert auf eine

ausgeklügelte gute künstliche Belichtung

gelegt, die eine angenehme

Lichtatmosphäre entstehen lässt und

mit einem speziellen Computerprogramm

gezielt berechnet worden

ist. Ausgeführt wurden diese speziellen

Arbeiten von Elektro Pernthaler

aus Bozen. Auch die Raumakustik

ist genau geplant worden,

damit die Sprachqualität vor allem

im großen Veranstaltungssaal, in

den Schulungsräumen und im Büro

optimal ist und es keinen störenden

Widerhall gibt.

mit der natur

und in der natur

Dazu Stefan Gamper abschließend:

„Es ist ein Holzbau in moderner

Architektur, der durch große Glasscheiben

und Fensterelemente viel

Tageslicht und – wenn man so will

– die ganze Natur in die Räume holt.

Sie erlauben auch einen optimalen

Ausblick in die großartige Landschaft

um dieses Ausbildungszentrum.“ Für

Schüler und Lehrer also ein optimales

Umfeld für eine bestmögliche Aus-

und Weiterbildung.

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mehr als ein schlagwort

Das Architekturstudio Zöschg und Lunz aus Bozen hat das Schulzentrum Stange

bei Sterzing – ein KlimaHaus A Gold – geplant. Klimahausbauweise ist heutzutage

eine Frage der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, aber Vorsicht vor

Schlagworten.

Kontinuierlicher Luftaustausch

garantiert längere Konzentrationsfähigkeit,

diffuses Licht

fördert das Lernen. Ein Schulhaus in

Klimahaus-Bauweise garantiert beides.

Das Architekturstudio Zöschg und

Lunz aus Bozen hat das Schulzentrum

Stange bei Sterzing als Klimahaus A

geplant und setzt sich seit langem

mit der Thematik Klimahaus auseinander,

warnt aber vor Vereinfachungen.

Bezugsklima für Klimahaus

ist Bozen

Markus Lunz: „Klimahaus ist heute

ein Schlagwort in aller Munde, aber

die wenigsten wissen, was es eigentlich

bedeutet.“ So ist zum Beispiel das

Bezugsklima für ein Klimahaus die

Stadt Bozen. Das heißt z.B., dass ein

Klimahaus A in Bozen 3 l/m² verbraucht.

„In Sterzing“, so Lunz, „ist

das natürlich mehr. Die Leute vergessen

auch gerne, dass ein Klimahaus

zwar kostengünstig betrieben wird,

Die architekten: markus lunz und hubert Zöschg

aber in der Anschaffung um einiges

teurer ist, als ein Haus in herkömmlicher

Bauweise. Dämmmaterialien und

Anschaffung sowie Wartung der empfindlichen

Lüftungsgeräte sind teuer.“

ein grad temperaturdifferenz

= 6 % heizkostendifferenz

Der Vorteil eines Klimahauses

ist neben den geringen Heiz- und

Emissionswerten ein positives Raumklima.

Kontinuierlich belüftete

Räume verhindern Feuchtigkeits- und

Schimmelbildung. Der regelmäßige

Luftaustausch erfordert kein Lüften

durch Öffnen der Fenster, wodurch

die Raumtemperatur konstant erhalten

bleibt. Jeder Grad Temperaturdifferenz

bedeutet immerhin 6% mehr Heizkosten.

Zurück zur Schule: in einem herkömmlichen

Schulhaus muss mindestens

stündlich gelüftet werden, wodurch

die Raumtemperatur im Winter

auch um mehr als zehn Grad sinken

kann. In einem Klimahaus genügt es,

zum Lüften kurz die Klassentür zu

öffnen. Kontinuierlicher Luftaustausch

fördert zudem die Konzentrationsfähigkeit

der Schüler. Markus Lunz

warnt allerdings davor, in der Energiespar-

und Emissionsdiskussion nur

Teilaspekte herauszupicken. So ist seiner

Ansicht nach ein Passivhaus, das

null Energie verbrauche, ein Märchen.

Photovoltaik sei heutzutage ein notwendiger

Input, aber insgesamt immer

noch zu aufwändig mit Amortisationszeiten

von mehr als 20 Jahren.

Klimahaus ist verantwortung

„Energiesparen ja - unbedingt,

aber nicht der Utopie verfallen, man

komme ganz ohne Energie aus.“

Das Klimahaus ist laut Markus Lunz

heute einfach eine Verantwortung der

Gesellschaft gegenüber: „Wir können

nicht einfach Ressourcen verbrauchen

und das Klima aufheizen wie bisher.

Ich muss immer schauen, das Beste zu

erreichen, aber ob ein Klimahaus jetzt

A, A+ oder Gold ist, das geht meiner

Ansicht nach schon in den Bereich der

Ideologie.“ Öffentliche Bauten haben

laut Lunz auch erzieherischen Wert

und Vorreiterrolle und sollten daher

in jedem Fall in bester Klimahauskategorie

geplant werden, wie eben

das Schulzentrum Stange bzw. andere

Schul- und Kindergartengebäude, die

das Bozner Architektenteam geplant

hat

schulzentrum stange

Das Schulzentrum Stange bei

Sterzing ist zwischen Oktober 2003

und August 2005 gebaut worden, die

Kosten betrugen rund 3,4 Mio. Euro.

Das Gebäude wurde aus Glas, Stahl,

Holz und Steinmauern aus Quarzit

errichtet. Die Schule liegt zwischen

der Sportzone und der neuen Wohnbauzone

in Stange und stellt eine

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Ö F F E N T L I C H E B A U T E N


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Ö F F E N T L I C H E B A U T E N

Radius 01/2007

Art Verbindungsgelenk zwischen den

beiden Zonen dar. Die Fenster der

Klassenräume sind alle nach Westen

ausgerichtet, so dass in den Hauptunterrichtsstunden

kein Blendlicht in die

Klassen gelangt.

Das Studio Hubert Zöschg und Markus

Lunz hat u.a. den Kindergarten in

Eppan und in Freienfeld gebaut und

ist auf Schul- und Kindergartenbau

spezialisiert.

lehren und lernen im Klimahaus

Seit einem Jahr hat die Sterzinger

Fraktion Stange ein neues Schulhaus.

Und was für eines: Ein KlimaHaus

A Gold. Radius wollte wissen, wie es

sich in einem Klimahaus lehrt und

lernt.

Ob Klimahaus oder nicht, fällt den

Benutzern der neuen Schule weniger

auf, die von uns befragten Schüler

hatten mit einer Ausnahme nie davon

gehört. Aber wohl fühlen tun sie sich

alle im Schulzentrum Stange, wo eine

Grundschule und ein Kindergarten

zusammen untergebracht sind. Grundschule,

das heißt übrigens: Vier Lehrer,

neun bis zehn Kinder pro Klasse, die

1. und 2. sowie die 3. und 4. Klasse

gemeinsam in einem Raum. Kleine

Anregung an die Lehrpersonen: wie

wäre es mit einer Unterrichtsstunde

zum Thema Klimahaus?

Karl Polig, Mathematiklehrer: Ob

Klimahaus oder nicht, fällt einem vielleicht

nicht so direkt auf. Die Tempe-

ratur ist überall

gleich und das

Raumklima ist,

wie soll ich

sagen, einfach

angenehm. Ich

denke, das ist

der Unterschied.

Und natürlich

sind die Räume

durch die großen Fensterfronten sehr

hell. Das ist sehr wichtig bei einem

Gebäude, das im Winter fast ständig

im Schatten liegt. Nur am Ende des

Frühjahres, wenn es wärmer wird,

kann das viele Licht schon mal stören

und man muss die Beschattung einschalten.

Judith Mair, Deutschlehrerin: Zu

unserem vorigen, 100 Jahre alten

Schulhaus darf man natürlich keine

Vergleiche ziehen. Was am meisten

auffällt bei der neuen Schule ist das

viele Licht und das Raumklima. Man

muss eigentlich nie lüften. Die Kinder

lieben besonders die Aula mit den

verglasten Wänden.

Renate Trenkwalder,

Mathe-

und Sachunterricht,Integration:

Ich glaube,

den Unterschied

zu einem

normalen, das

heißt „Nicht-Klimahaus“

merkt

man erst mit der Zeit. Jetzt machen

wir bei dicker Luft in der Klasse halt

die Tür auf und nicht die Fenster. Die

Raumtemperatur bleibt dadurch immer

schön konstant. Wenn die Sonne ins

Haus scheint, wird es durch die vielen

Fenster allerdings gleich mal sehr

warm. Aber am Vormittag kommt die

Sonne eigentlich nie hierher.

Mara, 2. Klasse: Die alte Schule

war gar nicht schön, so dunkel und

so alt und in der Klasse war es ganz

eng. Jetzt ist es schön, auch wenn es

regnet, dann dürfen wir in der Aula

spielen. Und in meiner Klasse drinnen

ist es ganz fein.

Anja und Julia, 4. und 3. Klasse:

Wir waren so froh, dass wir die alte

Schule lassen durften und haben

auch beim z´sammpacken geholfen.

Hier ist es ganz anders, so schön

hell und warm und viel Platz ist

auch.

Christina, 4. Klasse: „Zuhause hab

ich das schon mal gehört, „Klimahaus“,

aber ich weiß nicht was das ist.

Die alte Schule war dunkel und kalt

und an den Wänden gab es Schimmel.

Hier ist es viel schöner.

Radius 01/2007 19

P A G I N I E R U N G


20

Ö F F E N T L I C H E B A U T E N

Radius 01/2007

museion, Bozen

Preisgekrönt und umstritten

Das Land ist der größte Bauherr in Südtirol. Allein 2007 hat das Bautenressort

480 Projekte zu betreuen. Das Unverständnis der Bürger bei vielen modernen

Bauten entsteht durch fehlende Kommunikation der Architekten.

Über zu wenig Arbeit kann sich

LR Florian Mussner sicherlich

nicht beklagen. Er hat heuer zwar

um rund fünf Prozent weniger Mittel

als 2006 zur Verfügung, dank seiner

sprichwörtlichen Sparsamkeit könnte

es ihm aber trotzdem gelingen, die geplanten

Infrastrukturen zu realisieren.

„Wir haben immer viel zu tun. Von

den 480 Projekten, die wir in diesem

Jahr betreuen, sind einige aber noch

in der Planungsphase“, bestätigt LR

Florian Mussner. Er hat auch den Ehrgeiz,

trotz Kürzungen gleich gut wie

bisher zu arbeiten. Und sein Ressortdirektor

Josef March ergänzt: „Wir sind

seit jeher bemüht, betont sparsam zu

bauen und trotzdem die bestmögliche

Architektur zu realisieren.“

Zu den 480 großen Projekten kommen

dieses Jahr noch rund 4000 Aufträge

straßenmeisterei süd

für die Bauerhaltung im Hochbau

und fast gleich viele Aufträge für die

Straßeninstandhaltung. Bei diesen

handelt es sich durchwegs um kleinere

Eingriffe wie Fassadenanstriche, Dachreparaturen,

Einbau von behindertengerechten

Aufzügen, Errichtung von

Stützmauern, Ersetzen von Leitplanken

oder auch der Ankauf eines Schneepfluges.

gleich viel geld

für hochbau und straßen

Für den Hochbau (Schulbauten,

Universitätsgebäude, Museen, Straßenbauhöfe,

Naturparkhäuser usw.)

stehen 90 Mio. € zur Verfügung, für

den Straßenbau wurden ebenfalls 90

Mio. € ausgewiesen. 50 Mio. € stehen

im Kapitel Straßeninstandhaltung, 25

Mio. € im Kapitel Krankenhausbau

(Schwerpunkt Umbau der Krankenhäuser

Bozen und Bruneck) und 11 Mio.

im Kapitel Instandhaltungsarbeiten

im Hochbau. Der größte Neubau ist

zurzeit das Museum für moderne

Kunst in Bozen, das neue Landesbibliothekenzentrum

in Bozen-Gries

befindet sich noch in der Planungsphase.

Dafür stehen heuer rund 500.000

€ bereit. Die beiden insgesamt 43.600

m³ umfassenden Museion-Gebäude in

der Dantestraße mit 2100 m² Ausstellungsflächen,

Bibliothek und Kunstwerkstätten

sollen bereits im Frühjahr

fertig gebaut sein. „Im April soll mit

der Einrichtung begonnen werden und

im Herbst möchten wir das Museion

eröffnen. Bis zur Kulturveranstaltung

Manifesta 2008 sollte schon alles

laufen“, bestätigt LR Florian Mussner.

Das Land errichtet aber nicht nur neue

Gebäude, es baut auch bestehende

Gebäude um bzw. aus. So wird z.B. für

die Manifesta 2008 das Hauptgebäude

des Ex-Alumix-Betriebes in der Bozner

Industriezone – ein Beispiel rationaler

Architektur des 20. Jahrhunderts

– adaptiert. Und auch die in den 40er

Jahren des 19. Jahrhunderts erbaute

Festung Franzensfeste mit ihren drei

Bereichen Unter-, Mittel- und Oberfestung

möchte man – sofern sie in den

Besitz des Landes übergeht – für die

Manifesta 2008 nutzen. Dazu sollen

vor allem der untere und der mittlere

Bereich umgebaut und der Allgemeinheit

zugänglich gemacht werden.

Umbau des ex-alumix-areals

Auf dem Ex-Alumix-Areal in Bozen-Süd

wird das Hauptgebäude umgebaut.

Im dortigen Erdgeschoss wird

ein Teil der Manifesta 2008 zu sehen

sein. Die Fassade des Gebäudes wird in

den ursprünglichen Zustand versetzt

und innen werden mit minimalem

Aufwand die Adaptionen vorgenommen.

„Diese Arbeiten werden uns rund

drei Mio. € kosten, sie werden aber ins

Gesamtkonzept für die künftige Nutzung

des Areals einfließen“, beruhigt

LR Mussner.

Auf dem Areal ist ein Technologiezentrum

geplant. Das erste mit 4,4 Mio. €

von einer Fabrik zu einem Bürohaus

umgebaute Gebäude in der Voltastraße

wurde Mitte Dezember 2006 eröffnet.

Das 10.325 m³ große Gebäude dient

bereits der Sterzinger Firma Leitner als

Forschungszentrum mit 60 Arbeitsplätzen.

In den kommenden Jahren

sollen weitere Unternehmen mit Innovationsgeist

hier angesiedelt werden.

Für die Umgestaltung des Areals sind

rund 40 Mio. € eingeplant. „Der Wettbewerb

wird in wenigen Tagen ausgeschrieben.

„Wir mussten aufgrund des

ex-alumix-areal

Bersani-Dekretes neben der Planungsleistung

und der Qualität der Leistung

auch die Honorare für die Freiberufler

in den Wettbewerb einfließen lassen,

sonst wären wir schon viel früher mit

diesem Wettbewerb gestartet“, begründet

March den verspäteten Beginn des

Wettbewerbs.

internationale ausschreibungen

Die Ausschreibung von Honoraren

bereits beim Wettbewerb ist etwas

völlig Neues. International wird nur

die Planung ausgeschrieben, das

Projekt bewertet und dann der Auftrag

vergeben. In Südtirol werden seit 1990

größere öffentliche Bauten durchwegs

auf EU-Ebene ausgeschrieben.

„Dadurch haben unsere einheimischen

Architekten starke Konkurrenz aus

dem Ausland bekommen. Dies war

aber sehr befruchtend und hat sich gelohnt“,

ist March überzeugt. Er ist seit

rund 30 Jahren bemüht, bei wichtigen

Bauten die bestmögliche architektonische

Qualität zu erreichen. Durch

Wettbewerbe steht laut March eine

ex-alumix-areal

breite Palette an Projekten zur Verfügung,

aus der die beste Lösung erzielt

werden kann und gleichzeitig erfolgt

eine Weiterbildung aller Teilnehmer.

„Wir stellen bei jedem Wettbewerb

sämtliche Projekte aus, damit sich die

Öffentlichkeit informieren und die

Fachleute erkennen können, weshalb

es der Sieger geschafft hat.“


luftaufnahme der Festung von Franzensfeste

manifesta in der Festung Franzensfeste

Zur Zeit ihrer Erbauung (1833

- 1838) war die Festung Franzensfeste

mit ihren riesigen Ausmaßen

etwas Einmaliges im Festungsbau. Sie

gehörte zum geplanten Festungsgürtel,

der Tirol gegen einen aus demden

vordringenden Feind schützen sollte.

Sie kam aber nie zum Einsatz und

diente seit Mitte des vorigen Jahrhunderts

als Depot. Während des 2.

Weltkrieges war ein Teil des italienischen

Goldschatzes dort gelagert

und heute noch wollen die Gerüchte

nicht verstummen, dass das Gold noch

immer in der Festung versteckt sein

soll. Kaiser Ferdinand hatte bei der

Einweihungsfeier am 18. August 1838

wegen der hohen Baukosten gescherzt,

die Anlage könnte aus Silber gebaut

sein. Das Sperrfort wäre erheblich

billiger gewesen, hätte man den Granit

nicht aus Pfalzen sondern aus dem

nahen Graßstein genommen.

manifesta und landesausstellung

Für die internationale Kunstausstellung

Manifesta 2008 – sie wird in

Südtirol in Bozen und in Franzensfeste

an insgesamt drei Standorten gezeigt

– ist geplant, den unteren (Eingangsebene

auf Straßenniveau) und mittlere

Festungsbereich (20 m über dem Straßenniveau

auf der Südseite der unteren

Festung) ausgebaut. Der mittlere

Festungsbereich wird zusätzlich für

die Landesausstellung 2009 adaptiert.

„Im unteren Bereich werden die Hallen

für Ausstellungszwecke hergerichtet.

Es müssen die Beleuchtung installiert,

Toiletten errichtet, die Fluchtwege,

die Sicherheits- und Brandschutzvorrichtungen

eingebaut sowie einige

statische Sicherungen vorgenommen

werden“, zählt Ressortdirektor March

die wichtigsten Vorhaben auf. Im

Vorbereich der Festung müssen der Zugang

zum Kassenschalter, ein Parkplatz

mit mehreren 100 Stellplätzen samt

Zugang gebaut werden. „Die Kassenschalter,

ein Restaurantbetrieb und ein

Shop sollen in bestehenden Gebäuden

untergebracht werden. Die Außengestaltung

wird ebenfalls verbessert, soll

aber primitiv bleiben“, betont March.

Franzensfeste

Die obere Festung – sie ist heute

über eine wunderbare interne Stiege

mit 400 Stufen zu erreichen – wird

voraussichtlich weder zur Manifesta

noch zur Landesausstellung 2009 für

das Publikum zugänglich sein. Wie

man die Manifesta mit dem geplanten

Info-Point für den Brennerbasistunnel

in Einklang bringen wird, darüber

ist man sich noch nicht ganz klar.

„Wir müssen uns erst noch über die

Feinabstimmung einig werden. Sicher

ist aber schon jetzt, dass es für den

Info-Point einen gesonderten Eingang

geben muss. Die Erschließung muss

also intelligent geplant werden“, gibt

Ressortdirektor March die Marschrichtung

vor.

Radius 01/2007 23

Ö F F E N T L I C H E B A U T E N


24 Radius 01/2007

Radius 01/2007 25

sigmundskron

architekturpreis für Bauten

Das Bauten-Ressort von LR Mussner

bekommt seit Jahren Preise für

seine Landesbauten. 2006 wurde die

Sanierung von Schloss Sigmundskron

und das umgebaute Postgebäude in

Bozen, in dem jetzt das Umweltamt

untergebracht ist, mit dem Architekturpreis

der Stadt Oderzo ausgezeichnet.

2005 erzielte das Land für den

neuen und innovativen Universitätsbau

in Brixen den Bauherrenpreis der

Stadt Oderzo. Prämiert wurde auch

das Kinderzentrum am Krankenhaus

Brixen und für den Ausbau des Museums

auf Schloss Tirol gab es ebenfalls

eine Anerkennung.

Die Universitätsgebäude und die Berufsschulgebäude

in Bozen und Brixen,

das derzeit in Bau befindliche Pädagogische

Gymnasium in Brixen, die in

Planung befindliche Gastgewerbeschule

Savoy in Meran, das Naturparkhaus

in Villnöss (Baubeginn Frühjahr 2007)

sind für March herausragende Beispiele

für moderne Architektur, bei denen

Funktionalität und Ästhetik optimal

ineinander greifen. „Wir haben bei der

modernen Architektur ein Niveau erreicht,

wo andere auf uns schauen. Wir

haben viele Planer aus Deutschland,

die uns im Ausland bekannt machen,

aber auch im Ausland tätige Südtiroler

Architekten wie Matteo Thun machen

die Südtiroler Architektur bekannt. Die

Preise in Oderzo tragen auch dazu bei,

dass wir beachtet werden. Und jetzt

hat sich auch die Bayrische Baubehörde

mit 30 Mann für eine Woche zur

Begutachtung der modernen Architektur

in Südtirol angemeldet“, freut sich

March.

moderne architektur

Südtirol hat zwar den Durchbruch

auf internationaler Ebene geschafft,

im eigenen Land regt sich aber immer

wieder starker Widerstand der

Bevölkerung gegen diese modernen

Gebäude. Josef March erklärt dies mit

einem „Kommunikationsproblem“. Die

Werte der modernen Architektur zu

kommunizieren sei international ein

Problem, an der Uni Cottbus hat man

sogar ein eigenes Institut gegründet,

das diese Problematik bearbeitet. „Die

Vorbildung der breiten Bevölkerung

ist nicht sonderlich ausgeprägt. Es gibt

zwar das Lehrfach moderne Kunst,

aber keines für moderne Architektur.

Dazu kommt, dass die Architekten oft

unfähig sind, ihre Entwürfe mitzuteilen

und die Bevölkerung über ihre

Arbeit aufzuklären“, bedauert March.

LR Florian Mussner bemüht sich

deshalb immer stärker, die Projekte zu

kommunizieren. Vor allem im Straßenbau

ist er mit großen Vorhaben

stark in die Öffentlichkeit gegangen

und hat bei den verschiedenen Bürgerversammlungen

viel Anregungen

bekommen und durch Abänderungen

auch weitgehenden Konsens erzielen

können. „Es ist aber immer wieder

schwierig, einen Konsens zu finden“,

gesteht der Landesrat.

Konsens mit den Bürgern

Als Beispiel der Konsensfindung

führen Mussner und March das um-

strittene Naturparkhaus in Villnöss an.

Ende 2005 hatte der Entwurf des Naturparkhauses

eine große Diskussion

entfacht. Nach mehreren Bürgerversammlungen

konnte die Bevölkerung

überzeugt werden und der Gemeinderat

hat das Projekt inzwischen

einstimmig genehmigt. „Wir haben

das Projekt etwas abgeändert, das

Flachdach leicht abgeneigt und zudem

wird es auch noch begrünt, damit es

sich besser in die Landschaft einfügt“,

bestätigt March. Geplant war, dass

Schule und Naturparkhaus wie zwei

Steinblöcke ausschauen sollten.

Von der Größe und vom Volumen

entspricht das Naturparkhaus einem

Bauernhaus. Die Fassade wird aus

Sichtbeton errichtet, die die Farbe

von Dolomitgestein haben wird, um

so eine Assoziation zu den Geißlern

zu erzielen. Das aus Beton gegossene

Mauerwerk muss nie verputzt werden

und passt sich durch Verwitterung

noch besser der Landschaft an.

Während außen eine fest gewachsene

Natur gezeigt wird, soll das Innere des

Naturparkhauses durch Holzverkleidung

warm und edel gestaltet werden.

*Burger-rudacs

naturparkhaus villnöss

Die großen Fenster werden einen

Ausblick auf einen großen Wiesenhang,

den Bach und die Geislergruppe

gewähren. „Die Funktionalität muss

stimmen und man muss sich im

Gebäude zurechtfinden. Es wird keine

finsteren Gänge geben. Gut beleuchtete

und spannende Wege sind das Um

und Auf. Ein Ausblick kann nichts

sagend oder aber wie ein Bild mit dem

richtigen Motiv sein“, kommt March

bei der Beschreibung des Naturparkhauses

ins Schwärmen.


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Ö F F E N T L I C H E B A U T E N

Radius 01/2007

landesberufsschule Bozen

nachvollziehbare und vorausschauende architektur

Auch die abweisende Architektur

an der Berufsschule in Bozen,

die von den Passanten als „grauer

Betonklotz“ abqualifiziert wird, ist

leichter nachvollziehbar, wenn March

die Philosophie des Projektes erklärt.

„Gewerbliche Berufe sind rudimentär

und dies ist in die Außengestaltung

eingeflossen.

Das Material von Fabrikgebäuden wie

Stahlgitter und Rohbeton ist in die

neutrale und zurückhaltende Fassade

eingeflossen. Da gibt es nichts Verspieltes,

sondern klare Formen. Auch

innen ist die Halle mit ihren grauen

Betonwänden vielleicht schon sehr

harte Architektur, aber das verglaste

Dach sorgt für viel Licht. Auch die

Klassenräume mit ihren orangefarbenen

den sind viel lebhafter und

freundlicher“, erklärt March.

Der Ressortdirektor ist überzeugt „Ein

Architekt muss vorausschauen und

Richtungen bzw. Trends aufzeigen.

Dies gelingt manchmal besser, manchmal

weniger. Es ist aber immer gut,

wenn man über Architektur diskutiert.

In der Mode ist es ja auch so, dass

neue Kreationen, die nicht auffallen,

erfolglos sind.“

auf reaktionen eingehen

Die anfänglich negativen Reaktionen

an Unibau in Brixen seien schon

bald verstummt, betont March. Die

Studenten hätten den grauen Beton als

*D

Uni Brixen

schlimm empfunden und sich angeboten,

ihn zu gestalten. Für Arch.

March sei dies auch der Sinn gewesen,

dass die Studenten ihre Schule selbst

gestalten.

Die Philosophie sei gewesen, dass der

Bau in den Hintergrund treten solle

durch die Farbe der Bekleidung und

die Bewegung der Studenten. An der

Uni Brixen gibt es viel grauen Sichtbeton

und Glas. „Der zurückhaltende Bau

gestattet durch das Zusammenwirken

von Glas und Licht ein faszinierendes

Spiel“, zeigt March auf.

Beim umstrittenen Bauhof in Toblach,

der an der Stelle des verlotterten

*Dol-ru

Bauhof toblach

ANAS-Häuschens gebaut wird, sieht

March das Problem, dass man die

Umfassungsmauer zu nahe an der

Straße gebaut hat, sodass die Mauer

wie eine Faust aufs Auge wirkt und

außerdem ein schöner Bau verdeckt

wurde. Jetzt sei man etwas von der

Straße weg gerückt und durch die geringere

Mauerhöhe werde das Geschehen

am Bauhof für alle einsichtbar.

„Der Architekt wollte dies verstecken.

Hätte man uns aber fertig bauen

lassen, wäre bei einem Abrücken

vom Straßenrand allein alles nicht so

schlimm ausgefallen, wie befürchtet“,

gibt sich March überzeugt.

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Ö F F E N T L I C H E B A U T E N

Radius 01/2007

mit weniger geld gleich gut arbeiten!

Speziell im Straßenbau muss immer mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden.

Das weiß LR Mussner nur zu gut. Egal ob Westumfahrung von Brixen, der Ausbau

der Pustertaler Straße (in Kürze werden die Arbeiten ausgeschrieben) oder der

umstrittene Küchelbergtunnel in Meran.

Im Pustertal konnte die Bevölkerung

inzwischen durch viel Aufklärung

und Abänderungen vom Projekt

überzeugt werden. Als erstes wird

die Rienz bei der Handwerkerzone

Lodenwirt verlegt. Dann wird bei

der Sonnenburg die Straße in den

Tunnel verlegt, weil die heutige Straße

instabil und abrutschgefährdet ist.

Das gehört zum Gesamtkonzept für

den neuen Anschluss ins Gadertal, der

2008 gebaut werden soll. Die Straße

ins Gadertal ist von St. Lorenzen bis

Zwischenwasser bereits fertig gebaut,

die Umfahrung von Zwischenwasser

befindet sich in der Planungsphase.

vom Pustertal bis leifers

Die Umfahrung von Leifers mit

dem Tunnel für über 100 Mio. € wird

heuer neu ausgeschrieben und ist einer

der Schwerpunkte für das Jahr 2007.

Für die Umfahrung Kastelbell braucht

es noch die Gesamtplanung, die aber

bis Ende des Jahres stehen sollte. Das

zweite Teilstück des Tunnels zur Sicherung

der Einfahrt ins Eggental sollte

ebenfalls Ende dieses Jahres bzw.

Anfang 2008 fertig gebaut sein.

Weitere Details im persönlichen

Gespräch mit dem Landesrat Florian

Mussner der heuer mit einem um 5%

niedrigeren Budget arbeiten muss.

Radius: Herr Landesrat, reicht das

Geld für alle 480 Projekte?

LR Mussner: Wir erstellen unsere

Programme so, dass wir bestimmte

Projekte auch um ein Jahr verschieben

können. Auf unserer internen Liste

werden auch alle Projekte gestrichen,

die in den nächsten fünf bis zehn

Jahren nicht realisiert werden können.

Wir wollen mit weniger Geld gleich

gut arbeiten wie bisher. Man kann

in bestimmten Sparten durch bessere

Organisation einiges einsparen.

Radius: Strategische Gebäude

und Brücken müssen erdbebensicher

gemacht werden, ist dazu im Budget

2007 genügend Geld

vorhanden?

LR Mussner: Für

die Adaptierung

haben wir das Geld

und neue Projekte

werden schon erdbebensicher

geplant

und gebaut. Die Mehrkosten können

wir aufbringen. Notfalls wird ein anderes

Projekt zurückgestellt.

Radius: Wo beginnt man mit der

Überprüfung der Sicherheit, bei den

Gebäuden oder den Brücken?

LR Mussner: Wir werden ab Frühjahr

alle Brücken überprüfen. Derzeit

liegen uns bereits die Daten der

Brücken zwischen Bozen und Brixen

vor, wo wir bei 20% sofort die Statik

verbessern müssen. Bei den laufenden

Arbeiten an Brücken werden wir

natürlich die Erdbebensicherheit mit

berücksichtigen. Bei den Krankenhäusern

kommen als erstes Bozen und

Bruneck an die Reihe, weil dort bereits

gearbeitet wird. Es braucht aber nur

geringe Anpassungen.

Radius: Das Museum für moderne

Kunst soll für die Manifesta 2008

genutzt werden. Wird man rechtzeitig

fertig?

LR Mussner: Wir konnten bisher

sämtliche Termine einhalten und im

April sollte bereits mit der Einrichtung

begonnen werden. Die Eröffnung ist

für Herbst 2007 geplant, sodass bis zur

Manifesta 2008 schon alles läuft. Die

Manifesta wird aber vor allem auf dem

Ex-Alumix-Gelände, auf dem Bahnhofsareal

und in der Festung Franzensfeste

über die Bühne gehen.

Radius: Ist der Standort Franzensfeste

gesichert?

LR Mussner: Das Programm für die

Adaptierung der Festung steht, aber

noch haben wir aus Rom keine Zusicherung,

dass sie in Landesbesitz übergeht.

Ich hoffe zwar, dass wir bald grünes

Licht erhalten, sollte die Festung aber

weiter in Staatsbesitz bleiben, sollten

wir dort besser gar nichts bauen.

Radius: Welche großen Projekte

plant ihr Ressort in diesem Jahr?

LR Mussner: Für die Planung

des Landesbibliothekenzentrums in

Bozen-Gries stehen 500.000 € zur

Verfügung. Das ursprüngliche Projekt

muss ja dahin gehend abgeändert

werden, dass die Fassade der Pascoli-Schule

erhalten bleibt und für die

neue Struktur nur die Longon-Schule

abgerissen wird. An den Universitätsstandorten

Bozen und Brixen werden

die bestehenden Gebäude adaptiert

und die vor fünf Jahren in Betrieb

genommene Landesberufsschule in der

Bozner Romstraße wird auch endgültig

fertig gestellt.

Bauhof Brixen

Bauhof Brixen

Radius: Welche Schwerpunkte gibt es im Straßenbau?

LR Mussner: Wir starten mit einem Lärmschutz-

Pilotprojekt auf der Schnellstraße Mebo. Auf der Höhe

von Lana werden wir sowohl mit Flüsterasphalt als

auch mit verschiedenen Lärmschutzwänden arbeiten.

Ein weiteres Anliegen ist die Belüftung der Tunnels.

Wir haben aus der Erfahrung mit dem Leiferer Tunnel

gelernt und werden diese Erkenntnisse im restlichen

Land umsetzen.

Radius: Straßenbaustellen sorgen immer wieder für

lange Staus. Was will man dagegen unternehmen?

LR Mussner: Wir wollen durch mehr Information

und Vernetzung mit anderen Institutionen verhindern,

dass im Abschnitt von wenigen Kilometern mehrere

Baustellen gleichzeitig entstehen. Mit der Führung der

Brennerautobahn haben wir vereinbart, dass zwischen

zwei Ausfahrten nur eine Baustelle sein darf, damit die

Autofahrer nicht auf die Staatsstraße ausweichen und

dort alles verstopfen.

Radius: Schmale Straßen verursachen Staus, breite

Straßen ziehen mehr Verkehr an. Wie wollen Sie das

Problem lösen?

LR Mussner: Wir passen die Straßen an die heutigen

Erfordernisse an, damit der Verkehr flüssiger,

aber nicht schneller rollt. Wo 20.000 und mehr Autos

durchfahren, muss der Verkehr einfach flüssiger

abgewickelt werden. Die Vinschgauer Straße kann im

Abschnitt Forst-Töll nach dem Ausbau nur um 46 Sekunden

schneller befahrbar sein, aber durch die beiden

Tunnels wird sie viel sicherer sein.

Radius: Wie weit ist man beim umstrittenen Küchelbergtunnel

in Meran?

LR Mussner: Die konkreten Projekte sind fertig und

die Ziele abgesteckt. Jetzt müssen wir nur noch die

Planung durchziehen. Es gibt kaum eine Alternative

zum Tunnel und der vorgeschlagene Zug ins Passeiertal

bringt nicht die Lösung. Für den Wirtschaftsstandort

Passeiertal ist eine Straße wichtig, damit er mit

dem Lkw erreichbar ist.


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U N T E R N E H M E N

Radius 01/2007

Die neue mautstelle in Brixen

autobahneinfahrt Brixen

Die Mautstelle an der Autobahneinfahrt in Brixen ist ein kleines, aber wichtiges

Projekt für die Holzbau AG Brixen. Sowohl durch die Formgebung als auch durch

die Wahl des Materials wirkt sie einzigartig.

Ob die Form nun in Anlehnung an

den Bischofsstab, als Symbol der

ehemaligen Bischofsstadt oder

eine Interpretation der umgebenden

Hügellandschaft entstanden ist, sei dahingestellt.

Das Projekt entstand durch

die gute Zusammenarbeit zwischen

der Autobahngesellschaft, dem Land,

dem Ingenieurbüro Konrad Bergmeister

und der Firma Holzbau. Die

Einfahrt in die Mautstelle besteht aus

einer geschwungenen Überdachung

in Brettschichtholz, die auf Stützen

im Achsenabstand von 10 m aufliegt.

Bei der Ausfahrt reicht das geschwungene

Dach bis zum Boden und ersetzt

somit auf einer Seite die Stützen. Ein

abgeschlossener Raum beinhaltet

eine Treppe und die gesamte Technik.

Brettschichtholzpaneele bilden die

Dachflächen der Ein- und Ausfahrt.

Sie dienen gleichzeitig als Aussteifung

und geben den Baukörpern eine gewisse

Leichtigkeit. Die geschwungene,

elegante Struktur wurde mit Kupfer

eingedeckt.

Obstgenossenschaft melinda

Neben der Autobahnmautstelle

Brixen gibt es noch zahlreiche

andere nennenswerte Projekte. Im

Trentino wird zum Beispiel derzeit

für Melinda die Erweiterung einer

Obstgenossenschaft fertig gestellt.

Es handelt sich dabei um das größte

Genossenschaftsgebäude der Melinda.

Der Baukomplex gliedert sich in vier

Teile: Eine überdachte Fläche zum

Auf- und Abladen zu ca.1200 m²,

zwei Hallen zu je 2300 m² und ein

Verbindungstrakt zu 1500 m² Fläche.

Die Besonderheit liegt darin, dass die

Obstgenossenschaft melinda in trient

Holzbau AG neben der Tragekonstruktion

auch die gesamte Dacheindeckung

und die Wände lieferte. Der

oberste Teil der Wand wurde – um

auch den architektonischen Ansprüchen

gerecht zu werdenmit besonderen

Paneelen von Holzbau Brixen

verkleidet. Beim Dachvorsprung ist

die Konstruktion nach unten hin mit

Brettschichtholzpaneelen verkleidet,

dadurch gewinnt der Bau an Eleganz

und Leichtigkeit.

tragende struktur

in nur einer Woche Bauzeit

Neben den ästhetischen Vorteilen

von Holz ist auch der Zeitfaktor entscheidend.

In nur einer Woche wurde

die tragende Struktur einer gesamten

Halle aufgestellt. In der zweiten Woche

folgten die Wände (ca.1000 m² pro

Halle) und Dachaufbauten. Das Bauen

mit vorgefertigten Bauteilen in Holz

liegt voll im Trend. Argumente wie

geringe Baustellenzeiten, wetterunabhängiges

und somit auch genaueres

Vorfertigen in den Hallen, saubere

und vor allem schnelle Baustellenarbeit

überzeugen. Insgesamt wurden

bei diesem Bauvorhaben 2000 m²

Wandfläche und 7000 m² Dachfläche

montiert.

inFO

holzbau ag

industriezone - 39042 Brixen

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P A G I N I E R U N G


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U N T E R N E H M E N / B A U G E W E R B E

Radius 01/2007

Klimahauslösungen vom Frank team

Frank Italy ist mit besonderen Schalungs- und Fugentechniken oder mit Auflagern

für Trittschallreduzierung spezialisiert für Problemlösungen am Bau. Dies gilt auch

für verschiedene Lösungen im Klimahaus-Umfeld.

all diese Themen kann man unter

dem Begriff Bauphysik unter einen

Hut bringen; in diesem umfangreichen

Segment ist Firmenchef

Helmut Ausserhofer ein anerkannter

Spezialist. Abgesehen von Baustellen

in der Türkei, in Syrien oder in Uruguay

gab und gibt es auch in Italien

zahlreiche Aufgaben für das Tauferer

Unternehmen: Trinkwasserbehälter in

Neapel oder Rom, die Metro in Mailand,

die Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke

Mailand-Bologna, spezielle

Pecafil-Schalungen für bauliche Maßnahmen

in der Lagune vor Venedig

oder Problemlösungen für die neuen

Silos mit einem Durchmesser von 12

Metern und einer Höhe von 43 Meter

für den Nudelhersteller Barilla.

neue möglichkeiten

im Umfeld Klimahaus

Wärmebrücken sind lokale Bauteilbereiche

in der Gebäudehülle, bei denen

ein erhöhter Wärmeverlust vorliegt.

Schon aus Sicht des Energieverbrauches

ist dieses Thema enorm wichtig. Ein

weiterer Aspekt im Umfeld von Wärmebrücken

ist die Schimmelbildung durch

Feuchtigkeit. Damit ist dann auch das

gesamte Raumklima negativ betroffen!

Wärmebild ecgobox

Die gesamten Klimahausnormen zielen

darauf hin, Wärmebrücken so gut es

geht und die Schimmelbildung ganz zu

vermeiden. Zu den neuesten Erkenntnissen

für ein angenehmes Wohnen ge-

hört ebenso der Lärmschutz. Frank Italy

ist auch Vordenker bei der Schallisola-

tion. Auf der Klimahaus-Messe in Bozen

ist das Frank Team mit einem Info-

Stand präsent, um spezielle Lösungen

für Balkonanschlüsse und Randzonen

von Stahlbeton zu präsentieren.

Der ungedämmte

Balkonanschluss

Bei ungedämmten Balkonplattenanschlüssen

ergibt das Zusammenwirken

der geometrischen Wärmebrücke

Die silos von Barilla

ecgobox: technische Details

(Kühlrippeneffekt der Balkonplatte)

sowie der materialbedingten Wärmebrücke

(gut wärmeleitende Stahlbetonplatte)

einen starken Wärmeabfluss, so

dass der ungedämmte Balkonanschluss

zu den kritischsten Wärmebrücken der

Gebäudehülle zählt. Eine starke Absenkung

der Oberflächentemperaturen

im Anschlussbereich und erhebliche

Heizenergieverluste sind die Folge.

Es besteht im Anschlussbereich des

ungedämmten Balkons auch ein hohes

Schimmelpilzrisiko.

effektive Wärmedämmung

mit der egcobox

Die egcobox stellt durch ihre

wärmetechnisch und statisch optimierte

Konstruktion (minimierte

Bewehrungsquerschnitte, Verwendung

von Materialien mit besonders

niedriger Wärmeleitfähigkeit eine

sehr effektive Dämmung des Balkonanschlusses

dar. Dieses System

ist auch für Stahlbetonbalkone gut

geeignet. Dazu Helmut Ausserhofer:

„Bei Stahlbetonbalkonen werden im

Bereich des Balkonanschlusses durch

die Verwendung der egcobox der

gut wärmeleitende Beton und der

sehr gut wärmeleitende Betonstahl

durch Dämmstoff und im Vergleich

zu Betonstahl sehr schlecht wärmeleitenden

Edelstahl und hochfesten

Feinbeton ersetzt. Dadurch ergibt

sich für egcoboxen gegenüber der

betonierten Stahlbetonplatte eine

um ca. 91% reduzierte mittlere

Wärmeleitfähigkeit.“

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Frank italy gmbh

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Radius 01/2007

alternative energie ...

... oder effiziente Energieeinsparung? Beim Thema des umweltbewussten

Umgangs mit Energie gehen die Entwicklungen derzeit in zwei Richtungen:

Anlagen zur Gewinnung alternativer Energien werden gefördert und es wird

gezielt auf effiziente Energieeinsparung Wert gelegt.

Für die Firma KKR, Kälte Klima

Röhler stehen – mit etwas provokantem

Humor – „Hackschnitzel“

wohl eher auf der Menükarte eines

Gasthauses. In dem Unternehmen verlagert

man den Schwerpunkt eindeutig

auf den effizienten Einsatz von Energie

als Beitrag zum Umweltschutz.

vrv Klimasysteme von Daikin

Mit dem Vertrieb und der Installation

der Klimageräte VRV des japanischen

Herstellers Daikin setzt KKR

neue Maßstäbe in der Klimatisierung

von Räumen. Entwicklungen und

Erfahrungen aus 80 Jahren Klimatechnik

von Daikin in Japan und Europa

wurden nun in der neuesten Entwicklung,

dem VRV III, umgesetzt. Hierbei

handelt es sich um ein Klimagerät,

welches zwar mit elektrischem Strom

betrieben, die Wärme/Kälte aber über

eine sogenannte „Luft-Luft-Wärmepumpe“

erzeugt wird, wobei ein viel

effizienteres Kältemittel an Stelle von

Wasser als Energieträger eingesetzt

wird. Besonders gut eignet sich der

Einbau dieser Systeme in Gewerbebauten,

bei Sanierung und Platzmangel,

für den Wohnungsbau sowie für

Bürokomplexe.

eine anlage für alles

„Im Wesentlichen lassen sich die

Pluspunkte dieses Systems in vier

Hauptaugenmerke untergliedern“,

erklärt Martin Bozzetta von KKR:

„Energieeinsparung bzw. Umweltfreundlichkeit,

einfaches Warten und

Handling, geringe Betriebskosten und

– das Wichtigste überhaupt – das

alles mit nur einer Anlage. Wenn wir

behaupten, eine Anlage für alles, dann

meinen wir in erster Linie das Heizen

und Kühlen von Räumen mittels einem

einzigen System. Große Reichweiten

der Rohrleitungen von bis zu 1000 m,

der Verzicht auf Heizraum oder Heizzentrale

sowie der geringe Platzbedarf

von Außen- und Innengeräten

werden durch eine ausgereifte Technik

ermöglicht. Wenn es Raumklima oder

Nutzerverhalten erfordern, können

problemlos bestehende oder neue

Belüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung

oder eine Luftbefeuchtung

in das System integriert werden. Auch

die Einbindung von Niedertemperaturheizsystemen

wie z.b. Boden- oder

Wandheizung sind möglich. Sollte es

notwendig werden, einen Raum zu

beheizen und gleichzeitig den danebenliegenden

zu kühlen, kann dies

über eine Steuerung ohne Aufwand

veranlasst werden. Das Wichtigste aber

unter diesem Gesichtspunkt ist das

große Einsatzgebiet dieses Klimasystems,

denn die Wärmepumpe arbeitet

in einem Aussentemperaturbereich

von -20°C bis +43°C, was bis heute

einzigartig ist. Dieses System eignet

sich folglich bestens für die Südtiroler

Klimaverhältnisse.“

ein Plus für die Umwelt

Umweltschutz bedeutet für das

Unternehmen KKR vor allem Energieeinsparung

durch hohe Effizienz. Dies

wird durch einen hohen Wirkungsgrad

der Geräte erreicht. Diese werden

durch eine Invertersteuerung drehzahlgeregelt,

d.h. es wird nur soviel

Energie erzeugt wie in den Räumen

letztendlich verbraucht wird. Andere

vergleichbare Systeme produzieren

ständig dieselbe Menge an Energie,

welche sie bei Nichtverbrauch einfach

wieder in die Umwelt „verpuffen“.

Durch den Einsatz von FCKW-freien

Kältemitteln sowie das Eliminieren

jeglicher Abgase leistet man einen Beitrag

zur Bekämpfung des Treibhauseffekts.

Für dieses Bestreben wurde

Daikin 2002 mit dem „Stratospheric

Ozone Protection Award“ der EPA (Environmental

Protection Agency) ausgezeichnet.

„Die Einhaltung von Normen,

wie der RoHS (Restriction of the

use of certain hazardous substances),

welche die Vermeidung von umweltschädlichen

Substanzen wie Blei,

Quecksilber und Cadmium, usw.

anstrebt, ist für Daikin eine Selbstverständlichkeit.“

beschreibt Martin

Bozzetta die Qualitätskriterien der

Daikin. „Mit in diesen Bereich gehören

natürlicherweise eine hohe Lebensdauer

sowie ein geräuscharmer Betrieb der

Geräte. Da wir keinen Bedarf an Heizöl

oder anderen Energiequellen – ausgenommen

Elektrizität – haben, schonen

wir die Energiereserven der Erde. Für

den Nutzer letztendlich hat unser System

noch einen weiteren, wesentlichen

Vorteil. Vor dem Kauf hat der Kunde

die Möglichkeit, eine maßgeschneiderte

Betriebskostenanalyse seiner

Anlage zu erhalten welche er mit dem

Energieaufwand eines traditionellen

Heizungs- Kühl- und Lüftungssystems,

d.h. Heizölbedarf bzw. Strom- und

Wasserverbrauch vergleichen kann.

handling und Wartung

Im Vergleich zu herkömmlichen

Klimasystemen überzeugt die VRV

III - Anlage durch einfache Bedienung

und kurze Reaktionszeiten. Das

einfache Umschalten von Heizen auf

Kühlen per Knopfdruck sowie die

einfache und individuelle Steuerung

der Innengeräte macht das Handling

der Anlage kinderleicht. Natürlich ist

auch eine zentrale Steuerung innerhalb

eines Sektors oder Gebäudes möglich.

Durch die Integration in eine Gebäudeleittechnik,

wie z.B. ein BUS-System,

lassen sich auch Beschattungssysteme

problemlos einbinden. Werden Büroeinheiten

getrennt benutzt, können

auch die Kosten eines jeden einzelnen

Innengerätes separat aufgeführt und

abgerechnet werden. „Durch die hohe

Betriebssicherheit der Anlagen, welche

in diverse Komponenten aufgeteilt

sind, werden Wartungskosten auf ein

Minimum reduziert“, führt Martin Bozzetta

weiter aus, „bis auf das Reinigen

von Filtern arbeitet das System wartungsfrei.

Das Entleeren der Klimaanlage

im Winter entfällt zur gänze, eine

automatische Systemdiagnose sowie

eine automatische Dichtheitsprüfung

sorgen für einen sicheren Betrieb der

Anlage und ermöglichen ein sofortiges

Reagieren im Falle einer Störung.

Kostenvergleich

Bei wesentlich geringeren Anschaffungskosten

gegenüber vergleichbaren

Heizungs- Kühl- und Lüftunsgsanlagen

liegt ein weiteres große Plus der VRV-

Anlage eindeutig bei den Betriebskosten.

Hier können nachgewiesenerweise

bis 25% an den laufenden Ausgaben

eingespart werden. Gebäudewartungskosten

verringern sich und weitere,

wie z.b. Kaminkehrer- und Hydraulikerspesen

für Heizraum und Kamine

entfallen zur Gänze. Kostengünstig

wirkt sich auch der einfache Einbau

der Geräte aus, auf große Mauerdurchbrüche

kann verzichtet werden, da nur

geringe Rohrdurchmesser zum Einsatz

kommen. Durch die kleinen Rohrquerschnitte

eignet sich das System auch

für schwierige Altbausanierungen, wo

flexible Leitungsverlegung und niedere

Aufbauhöhen gefragt sind. „Wir sehen

unser VRV-System schon als ein

kleines „Klimawunder“, schließt Martin

Bozzetta, „bei allen raumklimatischen

Vorteilen steht es für ein zeitgemäßes

Umweltbewusstsein.“

inFO

KKr - Kälte Klima röhler gmbh

Kravoglstr. 14 - 39100 Bozen

tel. 0471 500 085 - Fax 0471 930 911

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U N T E R N E H M E N / B A U G E W E R B E


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B A U W I R T S C H A F T

Radius 01/2007

energieeffizientes Bauen

Der sparsame Umgang mit den vorhandenen Ressourcen ist das Gebot der

Stunde, speziell in der Bauwirtschaft, wo in den vergangenen Jahren ein

markantes Umdenken stattgefunden hat. Beispiele sind die Wiederverwertung von

Baurestmassen und energieeffizientes Bauen.

Die Ergebnisse des Bewusstseinswandels

in der Bauwirtschaft

sind bereits greifbar. Durch die

Umsetzung des 1992 gemeinsam mit

dem Kollegium der Bauunternehmer

ausgearbeiteten Landesprogramms zur

Wiedergewinnung von Baurestmassen

werden in Südtirol heute bereits über

90% der anfallenden Baurestmassen

aufbereitet und dem Produktionszyklus

wieder zugeführt. Damit nimmt Südtirol

europaweit eine Spitzenposition ein.

Besondere Anstrengungen unternimmt

das Land Südtirol auch im Bereich des

energieeffizienten Bauens. Das weltweit

steigende Bewusstsein für Umwelt-

und Klimaschutz ist eine weitere gute

Voraussetzung, um den Einsatz neuer

Technologien beim Bau eines Hauses

vermehrt zu berücksichtigen. Energieeffizientes

Bauen ist nachhaltig, schont

die Umwelt und ermöglicht langfristig

erhebliche Kosteneinsparungen.

Klimahaus c ist mindeststandard

Aus allen diesen Überlegungen

heraus hat das Land Südtirol vor

einigen Jahren das Konzept Klima-

Haus entwickelt. Als Klimahäuser

gelten Gebäude, die im Vergleich

zu herkömmlichen Bauten einen

wesentlich geringeren jährlichen Heizenergiebedarf

aufweisen. Seit 2004

ist das Klimahaus C als Mindeststandard

für Neubauten in Südtirol

gesetzlich verankert. In der Gemeinde

Bozen werden bereits Überlegungen

angestellt, den KlimaHaus-Standard

B verpflichtend einzuführen. Südtirol

hat mit dem Konzept Klima-

Haus italienweit eine Vorreiterrolle

eingenommen, die auch im restlichen

Staatsgebiet dazu geführt hat, dass

offen über die Einführung einer

Klimahaus-Verordnung nachgedacht

wird. Laut Umweltminister Alfonso

Pecoraro Scanio könnte die Südtiroler

Klimahausverordnung ein Modell für

ganz Italien werden.

Begeisterung für Klimahaus

Das Kollegium der Bauunternehmer

und die angeschlossenen Mitgliedsbetriebe

haben die Initiative Klimahaus

von Anfang an mit Begeisterung

mitgetragen. Nunmehr hat das Kollegium

auch eine eigene Beratungsstelle

eingerichtet. Außerdem will man eng

mit der KlimaHaus Agentur zusammenarbeiten.

Eine besondere Aufgabe der unabhängigen

Agentur ist es, das Gütesiegel

„KlimaHaus“ zu vergeben sowie

die Zertifizierung der ermächtigten

Produkte und Unternehmen vorzunehmen.

Die Agentur wird dafür sorgen, dass

die Marke KlimaHaus nicht missbraucht

wird und langfristig gewährleistet

ist, dass auch tatsächlich

KlimaHaus drinnen ist, wo KlimaHaus

draufsteht.

Die neu errichtete Klimahaus-Beratungsstelle

im Kollegium der Bauunternehmer

wird sich auch um die

kontinuierliche Aus- und Weiterbildung

der Mitarbeiter der Mitgliedsunternehmen

kümmern, wobei es die

KlimaHaus Agentur sein wird, welche

die Inhalte der Aus- und Weiterbildung

definiert.

Als „KlimaHaus-Unternehmen“ dürfen

sich Betriebe bezeichnen, die nachgewiesen

energieeffizient und nachhaltigen

bauen. Um diese begehrte

Auszeichnung zu erhalten und zu

behalten, müssen sich die Unternehmen

alle zwei Jahre einer KlimaHaus-

Auditierung unterziehen, wo durch

unabhängige Prüfer kontrolliert wird,

ob alle notwendigen Standards eingehalten

werden.

inFO

Kollegium der Bauunternehmer

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39100 Bozen

tel. 0471 282 894 - Fax 0471 263 901

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„trotz einbußen, die situation ist zufriedenstellend…“

Etwa ein Viertel aller in Südtirol

im Produktionssektor tätigen Beschäftigten

arbeitet im Baugewerbe.

Dieses spielt somit als Arbeitgeber

nach wie vor eine herausragende Rolle.

Ein Gespräch mit dem Präsidenten

des Kollegiums der Bauunternehmer,

Christian Egartner.

Radius: Herr Egartner, wie beurteilen

Sie die aktuelle Lage der Bauwirtschaft

in Südtirol?

Ch. Egartner: Südtirols Bauwirtschaft

ist bekanntlich vorwiegend

klein- bis mittelbetrieblich strukturiert.

Dies ist durchaus kein Nachteil, zumal

die Betriebe größtenteils technisch

hervorragend ausgestattet, flexibel und

anpassungsfähig sind. Aus den Daten

der Bauarbeiterkasse ist allerdings

abzulesen, dass sowohl im privaten als

auch im öffentlichen Bereich in den

letzten beiden Jahren deutliche Einbußen

zu verzeichnen sind, also z.B. die

im Baugewerbe geleisteten Arbeitstunden

empfindlich gesunken sind. Dennoch

kann die Situation nach wie vor

als zufriedenstellend beurteilt werden,

nicht zuletzt weil die Unternehmen in

den letzten Jahren die Zusammenarbeit

untereinander verstärkt und damit ihre

Wettbewerbsfähigkeit enorm gesteigert

haben. Dadurch konnten rund 70% der

größeren Bauarbeiten von Landesinteresse

(in Betrag von über 2 Mio. Euro)

an heimische Unternehmen vergeben

werden und nur 30% an provinzfremde

Betriebe. Zum Vergleich: 2003 lag der

Anteil der Arbeiten, die an hiesige

Unternehmen gegangen sind, in diesem

Marktsegment noch bei geringen 33%.

Radius: Wo sehen Sie neue Entwicklungspotentiale

und -chancen?

Ch. Egartner: Das geplante Großbauprojekt

Brennerbasistunnel ist für

die heimische Bauwirtschaft natürlich

eine Herausforderung und Entwicklungsmöglichkeit

ersten Ranges.

Zusammenarbeit ist dabei das Gebot

der Stunde, wobei Abkommen von

heimischen Firmenzusammenschlüssen

mit nationalen und internationalen

Partnern bereits jetzt erste Früchte tragen

und noch viel Entwicklungspotenzial

in sich haben. Die Bereitschaft, die

Kräfte zu bündeln, ist absolut gegeben.

Eine andere große Entwicklungschance

für die Bauwirtschaft liegt sicherlich

im Bereich des energieeffizienten Bauens.

Südtirol hat dabei italienweit eine

Vorreiterrolle, die durch die hierzulande

kürzlich in Kraft getretene energetische

Gebäudezertifizierung und die

Einführung der neuen Wärmeschutzstandards

für Gebäude noch weiter

verstärkt wird. Nächstes Ziel muss es

sein, die neuen Standards nicht nur

bei Neubauten anzuwenden, sondern

auch bei der Sanierung und Renovierung

des bestehenden Baubestandes.

Unsere Betriebe haben im Bereich

des energieeffizienten Bauens einen

Know-how-Vorsprung, den es in den

nächsten Jahren voll auszuspielen gilt.

Die Chance, die neuen Standards in die

Nachbarprovinz und darüber hinaus zu

„exportieren“ ist absolut gegeben. Die

Marke KlimaHaus ist für Südtirol ein

zukunftsträchtiger Exportartikel.

Radius: Wie unterstützt das

Kolle-gium der Bauunternehmer die

Mitgliedsunternehmen,

damit

diese die auf-

gezeigten Ent-

wicklungsmöglichkeitenmöglichstgewinnbringend

nutzen

können?

Ch. Egartner: Ich darf daran erinnern,

dass das Kollegium der Bauunternehmer

im vergangenen Jahr die

Gründung des ständigen Konsortiums

„Bauunternehmen Südtirol GmbH“

angeregt und begleitet hat. Dieses

ständige Konsortium, dem derzeit 26

Unternehmen angehören, hat sich die

Teilnahme an den größten Infrastrukturarbeiten

des Landes und an den

Arbeiten zum Bau der neuen Brennerbahnlinie

zum Ziel gesetzt. Rund

ein Jahr nach der Gründung können

bereits erste Erfolge verzeichnet werden.

So hat es beispielsweise mit namhaften

italienischen und europäischen

Gesellschaften Vorvereinbarungen für

die Durchführung der Arbeiten zum

Bau des Brennerbasistunnels abschließen

können.

Was die gezielte Nutzung und Vermarktung

der Marke KlimaHaus

angeht, ist unser Kollegium dabei,

einen neuen internen Dienst aufzubauen,

der die Mitgliedsunternehmen

gezielt betreut. In enger Zusammenarbeit

mit den Unternehmen sollen

neue, marktorientierte Modelle entwickelt

und umgesetzt werden. Ein

weiterer Schwerpunkt soll die ständige

Aus- und Weiterbildung in diesem

Bereich sein.

Radius 01/2007 37

B A U W I R T S C H A F T


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P A G I N I E R U N G

Radius 01/2007

Die landesbauarbeiterkasse

Im September 2005 gründeten der Landesverband der Handwerker und der

Autonome Südtiroler Gewerkschaftsbund die Südtiroler Landesbauarbeiterkasse

(SLBK) für das Handwerk und die Klein- und Mittelbetriebe.

gründer der neuen Bauarbeiterkasse

sind der Landesverband der Handwerker

(LVH) und der ASGB (Autonomer

Südtiroler Gewerkschaftsbund).

Das Handwerk und besonders das

Bauhandwerk haben sich im Laufe der

letzten 60 Jahre wirtschaftlich immer

wieder behaupten können. Dementsprechend

ist auch sein Stellenwert in

Wirtschaft und Gesellschaft gestiegen.

Die natürliche Folge dieser durchaus

positiven Entwicklung für das Handwerk

ist die autonome Verwaltung der

verschiedenen Fonds für die Sicherung

des Einkommens und die Förderung

der Qualifikation von Arbeitgebern

und Arbeitnehmern anzustreben. Diese

Fonds beruhen auf sogenannte „bilaterale

Abkommen“, die auf Staatsebene

vor Jahrzehnten unterzeichnet wurden.

Die Berufsgruppe Bau im LVH hat die

Gründung einer eigenen Bauarbeiterkasse

für das Handwerk seit langem

angestrebt, um die Fonds je nach

Bedürfnisse der Kleinbetriebe verwalten

zu können. Seit 16 Monaten ist

die neue Südtiroler Landesbauarbeiterkasse

nun operativ und das Vertrauen

der kleinen Betriebe ist in ständigem

Wachsen. Über 200 Betriebe mit über

„eine reihe von anerkennungen …“

Radius: „Herr

Bernard, die

SLBK hatte

von Anfang an

mit Kritik zu

kämpfen, es hieß

sogar, die Kasse

sei nicht rechtmäßig!

M. Bernard: Ja, es gab eine Verunsicherungskampagne

von mehreren Seiten,

die aber nicht gewirkt hat, wie die

steigenden Mitgliederzahlen belegen.

Die Entscheidung von Bautenlandesrat

Florian Mussner im Dezember 2006,

die Konstituierung der Südtiroler Bauarbeiterkasse

gesetzlich zu verankern

und zu akzeptieren, ist der letzte Akt

einer Reihe von Anerkennungen, die

in den letzten Monaten veröffentlicht

1000 Angestellten sind bereits in der

neuen Bauarbeiterkasse (SLBK) eingeschrieben.

Ziel und Zweck der slBK

Die Südtiroler Landesbauarbeiterkasse,

kurz SLBK, entstand aus

der Notwendigkeit heraus, besser

auf die Bedürfnisse des Bausektors

einzugehen. Diese unterscheiden sich

wurden. So wurden unter anderem Bescheinigungen

über die Rechtmäßigkeit

der SLBK vom Assessorat für Bauten,

von der Anwaltschaft des Landes, Zentralamt

für Rechnungsangelegenheiten

der Autonomen Provinz Bozen, dem

Amt für sozialen Arbeitsschutz und

dem Gemeindenverband ausgestellt.

Radius: Dennoch haben einige Baufirmen

Angst vor einem Wechsel von

einer Kassa zur anderen…

M. Bernard: Dafür besteht kein

Grund. Ein Wechsel von der Bauarbeiterkasse

zur SLBK bedeutet kein

Risiko, weder für Firmen noch für

Arbeiter. Die bereits ausgezahlten

Leistungen und Arbeiterjahre werden

von der SLBK übernommen und

weitergeführt.

wesentlich von jenen der Industrie.

So benötigen die zahlreichen Kleinbetriebe

eine kleinere und kostengünstigere

Verwaltungsstruktur sowie eine

flexiblere Entscheidungsstruktur.

aufgaben der slBK

Wie jede Bauarbeiterkasse – in

Italien gibt es 124 – verwaltet die

SLBK die vorgeschriebenen Beiträge,

unterstützt die Arbeitgeber in der

Anwendung der kollektivvertraglichen

Bestimmungen, garantiert die Leistungen

für den Arbeitnehmer und stellt

schließlich die Sammelbescheinigung

der ordnungsgemäßen Beitragszahlung

(DURC) aus, die den Betrieben Zutritt

zu den öffentlichen Ausschreibungen

gewährt.

Das Urlaubsgeld direkt in der

lohntüte

Markus Bernard, Bauunternehmer

aus dem Unterland und der ASGB-

Vorsitzender Georg Pardeller, sind die

Begründer der neuen Landesbauarbeiterkasse.

Beide sind überzeugt, dass

vor allem eine Neuheit bei den Baukollegen

Anklang gefunden hat: Der

Arbeitgeber bezahlt seinem Bauarbeiter

den Urlaub direkt in die Lohntüte.

Seitdem muss das Urlaubsgeld nicht

mehr monatlich bei der SLBK hinterlegt

werden, sondern der Bauarbeiter

erhält es immer im Monat, in dem er

den Urlaub in Anspruch genommen

hat und nicht wie bisher, wo der Urlaub

nur einmal im Jahr in Form eines

Schecks ausbezahlt wurde.

inFO

südtiroler landesbauarbeiterkasse

mitterweg 7 - 2. stock

39100 Bozen

tel. 0471 323 360 - Fax 0471 323 366

Radius 01/2007 39

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Ö F F E N T L I C H E B A U T E N

Radius 01/2007

gemeinden bauen gemeinsam

Die vier Gemeinden Tisens, Nals, Tscherms und Unsere Liebe Frau im Walde/

St. Felix investieren gemeinsam in eine zeitgemäße Unterbringung ihrer

pflegebedürftigen Mitbürger und Senioren: Das neue Alters- und Pflegeheim

St. Michael in Tisens.

im Jahre 1999 wurde zwischen

den Gemeinden Tisens, Nals,

U. Frau im Walde, St. Felix und

Tscherms ein Konsortium gegründet,

welches Träger des Alters- und Pflegeheimes

ist.

Nachdem das seit 1983 bestehende

Heim den heutigen Pflegestandards

nicht mehr entsprach, entschieden

sich die im Konsortium vereinten

Gemeindeverwaltungen nach eingehenden

Studien und Untersuchungen

der demographischen Entwicklung

der Bevölkerung für den Neubau des

Alten-/Pflegeheimes, an Stelle eines

Umbaues mit Erweiterung des bestehenden

Hauses. Wie Ing. Hansjörg

Plattner berichtet, sind die Arbeiten

in der Endphase bzw. zum Großteil

abgeschlossen.

Die gebäudestruktur

Das Gebäude wurde auf dem direkt

an das bestehende Pflegeheim angrenzenden

Grundstück errichtet und ist

u-förmig ausgebildet, zusammengesetzt

aus einem abgewinkelten

Wohnbereich und den quer dazu

angeordneten Gemeinschaftsräumen.

Dazwischen findet sich ein kleiner,

sich nach Süden hin öffnender Innenhof.

Der Baukörper ist in den Hang

geschoben und bindet an mehreren

Ebenen direkt an das Gelände an.

Sowohl im Sockel- (Personal, Nebenräume,

externe Dienste) wie im

Hauptgeschoss (Haupteingang: Zimmer,

Speisesaal, Küche) ist ein direkter

Zugang möglich. Auch das darüber

liegende Geschoss hat einen direkten

Zeichnung zur Farbgestaltung der Fassade

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Ö F F E N T L I C H E B A U T E N


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Ö F F E N T L I C H E B A U T E N

Radius 01/2007

Ausgang in den Garten. Die Zimmer

sind in zwei Pflegeeinheiten zu je 20

Betten aufgeteilt und mit den erforderlichen

Nebenräumen ausgestattet.

Die Servicebereiche sind gleichmäßig

pro Geschoss verteilt, damit die Wege

für das Personal kurz gehalten werden

können.

Die Aufenthaltsbereiche haben je

nach Zweckbestimmung unter-

schiedliche Ausrichtung, Größe und

Belichtung. Der zentrale Raum im Eck

ist groß gehalten, um ausreichend

Platz für die gemeinsamen Mahlzeiten

der Bewohner zu bieten. Die

Gemeinschaftsräume in der oberen

Ebene sind flexibel und funktionell

gestaltet. Der Andachtsraum (Kapelle)

mit Sakristei-Nische kann zum

Gemeinschaftsraum hin geöffnet

werden. Die hellen Seniorenwohnungen

sind in der obersten Ebene

des Gebäudes untergebracht. Der

den Wohnungen vorgelagerte breite

Flur dient als gemeinsamer Aufenthaltsraum

und damit Treffpunkt. Die

externen Dienste (Arztpraxis, offene

Altenpflege, Mütterberatung) sind im

Sockelgeschoss untergebracht, mit

eigenen autonomen Eingängen, wobei

die Arztpraxis auch über eine interne

Verbindung zum Heim verfügt.

maßnahmen zur

energieeinsparung

Bauweise, Wahl der Materialien,

Ausrichtung des Gebäudes, thermische

Dämmung der Außenhülle und die

technischen Anlagen tragen zur Energieeffizienz

des Gebäudes nach Klima-

Haus-Standard B bei. Das Energiekonzept

beinhaltet eine Solaranlage zur

Warmwasserbereitung, über welche im

Jahresdurchschnitt 82% des Energiebedarfs

für diesen Bereich abgedeckt

werden können. „Die ursprünglich

vorgesehene Photovoltaikanlage konnte

auf dem Flachdach aus technischen

Gründen nicht realisiert werden

berichtet der zuständige Fachplaner,

Ing. Gunter Langer.

regenwasser für spülung

Als weitere Maßnahme zur Energieeinsparung

und Ressourcenschonung

kommt die Regenwassernutzung zur

Anwendung: das anfallende Regenwasser

wird von den Dachflächen aufgefangen

und in einen Speichertank

geleitet. Das so erzeugte Klarwasser

ist sauber und wird hauptsächlich zur

Toilettenspülung eingesetzt. Alternativ

dazu kann das Beregnungswasser

aus dem direkt nebenan verlaufenden

Wasserlauf genutzt werden, somit

fallen für diesen Teil keine Abwassergebühren

an. Über die Lüftungsgeräte

kann eine Wärmerückgewinnung von

bis zu 90% erzielt werden, d.h. dass

maximal 10% Zusatzenergie zum

Nachheizen der Frischluft aufgewendet

werden muss. Weiters trägt ein Gas-

Brennwertkessel zur Rückgewinnung

latenter Wärme mit einem Wirkungsgrad

nahe 100% zur Einsparung von

Heizkosten bei.

elektrotechnik elettrotecnica

Ausführung der gesamten Elektroinstallation

Elpo GmbH | J.-G.-Mahl-Straße 19 | I-39031 Bruneck (BZ)

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Ö F F E N T L I C H E B A U T E N


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P A G I N I E R U N G

Radius 01/2007

Jahrhundertprojekt Kardaun

Die Großbaustelle für das zukünftige Gewerbegebiet Kardaun zwischen

Autobahnausfahrt Bozen-Nord und Eggentaler Kreisverkehr könnte

verkehrsstrategisch nicht günstiger liegen und befindet sich noch dazu auf

Karneider Gemeindegebiet.

Das ehrgeizige Projekt wäre ohne

den tatkräftigen Einsatz des

dortigen Bürgermeisters Albin

Kofler wohl nie zustande gekommen.

Bereits seit etlichen Jahren hatte sich

die Gemeindeverwaltung Karneid für

die Ausweisung dieser Gewerbezone

eingesetzt. Und wie man jetzt sieht:

mit Erfolg.

Nicht umsonst gilt Karneids erster

Bürger und gleichzeitig Präsident der

Bezirksgemeinschaft Salten Schlern

als überaus energischer und versierter

Erfolgsmensch, tatkräftig unterstützt

von seinem Gemeindesekretär Thomas

Mathà. Beharrlich und geduldig

wurden anfallende Probleme und

Daten & Fakten

Bauherr: Konsortium

Gewerbegebiet Kardaun

Bauzeit: 2006 – 2008

Kubatur: 128.862 m³

Fläche: 21.477 m²

Kosten Infrastrukturen: 4,78 Mio. E

Bisher vergebene Arbeiten:

• Aushub- und Abbrucharbeiten:

Bietergemeinschaft Tutzer &

Falserbau

• Böschungssicherungen: Geobau

• Infrastrukturen: Falserbau

• Planungsbüro: Seehauser & Partner

Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt

und so stand der Eintragung der neuen

Gewerbezone Kardaun in den Bauleitplan

schlussendlich nichts mehr im

Wege. „Für mich ist in erster Linie die

Stärkung der heimischen Klein- und

Mittelbetriebe von zentraler Bedeutung“,

so Bürgermeister Albin Kofler.

„Durch moderne Betriebsstätten soll

den Gewerbebetrieben die Möglichkeit

geboten werden, die Produktionsabläufe

zu verbessern und somit optimale

Rahmenbedingungen zu schaffen.“

Der Werdegang

Die Gemeinde Karneid erteilte 2003

den Auftrag für eine Machbarkeitsstudie

zur Realisierung des neuen Gewerbegebietes.

Im Anschluss daran konnte

die Leitung bzw. Verantwortung über

das Großprojekt dem zu diesem Zweck

gegründeten „Konsortium Gewerbegebiet

Kardaun“ übertragen werden. Das

Konsortium umfasst derzeit fünfzehn

Mitglieder. „Ausdrücklicher Wunsch

der Gemeinde Karneid war es, alle

interessierten gemeindeansässigen

Betriebe zum Zuge kommen zu lassen“,

so der Präsident des Konsortiums Peter

Gasser. „Das ist hervorragend gelungen.

Da es sich bei der Fläche um einen

ziemlich weitläufigen Bereich handelt,

konnten auch noch zahlreiche weitere

Unternehmen aus der Umgebung die

Zuweisung eines Bauloses erhalten.“

Der Hauptgrund für die große Attraktivität

der Zone liegt sicherlich in ihrer

verkehrstechnischen Top-Lage. Vor

den Toren der Landeshauptstadt und

direkt angebunden an die Brennerautobahn:

Der Mobilitäts-Vorteil einer

Betriebsansiedlung in diesem Gebiet

liegt klar auf der Hand. „Derzeit haben

wir – je nach Flächenbedarf – noch

für maximal zwei bis vier Mitglieder

Baulose in der Parzelle P7 (ca. 7000

m³ in den Obergeschossen) sowie ein

kleineres Baulos (im Ausmaß von 2900

m³) zur Verfügung, da die frei nutzbare

Fläche der Parzelle P6 (unterliegt nicht

den Landesbindungen) im Ausmaß von

3090 m² mit einem Bauvolumen von

25.484 m³ verkauft wird.“

Das Konzept

Die beste Idee zur Realisierung

der neuen Gewerbezone lieferte die

Ingenieurgemeinschaft Seehauser &

Partner. Ihr Konzept einer Bebauung

auf drei verschiedenen Ebenen

überzeugte ebenso wie ihre Planung

hinsichtlich einer modern effizienten

Erschließung. Die gesamte Gewerbezone

kann als vorbildlich bezeichnet

werden, da sie platzsparend konzipiert

ist, den Wünschen aller Mitglieder aber

trotzdem optimal entgegenkommt. „Ein

wesentlicher Vorteil bei diesem Projekt

ist es, dass wir mit dem Konsortium

einen einzigen Ansprechpartner haben“,

erläutert Ing. Hansjörg Weger von

der Ingenieurgemeinschaft Seehauser

& Partner. „Eine homogene Bauweise

sowie eine einheitliche Fassadengestaltung

sind so sehr viel leichter zu verwirklichen.“

Den einzelnen Bewerbern

kann somit auch eine auf ihre individuellen

Bedürfnisse „maßgeschneiderte“

Lösung angeboten werden und das

Gesamtkonzept beinhaltet nicht zuletzt

eine sehr harmonische und umweltverträgliche

Eingliederung der einzelnen

Baukörper in die Landschaft. Begrünte

Dächer verstärken den ästhetisch ansprechenden

Eindruck noch zusätzlich.

Die Fertigstellung des Gewerbegebietes

Kardaun ist für 2008 geplant.

inFO

Konsortium gewerbegebiet Kardaun

Dorf 68/steinegg - 39053 Karneid

tel. 347 921 08 85

Konsortialmitglied Tätigkeit

Agrocenter Bozen OHG

des Hans Huber & Martin Ebnicher

Frigo Service KG

des Walter Pisetta & Co.

Großhandel mit Produkten

für die Landwirtschaft

Kühlanlagen

Frigomont des Maier Roland Kühlanlagen

Lunger Gottfried Abdichtungen, Isolierer

Lageder Metallverarbeitung OHG

des Lageder Robert und Theodor

Metallverarbeitungsbetrieb

Race Point des Rudiferia Kurt Motorradmechaniker

Raiffeisenkasse Karneid-

Steinegg Gen.m.H.

Bank u. Versicherungen

Luss KG des Pohl Christian Lawinen- und Steinschlagschutz

A. Resch Zentralstaubsauganlagen

Franziskaner Bäckerei Bäckerei

Raintec Irrigation GmbH Beregnungstechnik

Larcher OHG

Schlüsseldienst,

Sicherheitssysteme, Tresore

Senoner Hotelbedarf des

Handelsunternehmen

Senoner Markus

für die Gastronomie

Fritz & Felix OHG

d. Reichhalter E. und Gasser Ch.

Bäckerei für Knabbergebäck

Raffeiner Walter

Wanderhandel und

Großhandel mit Textilien

Noch verfügbare Flächen für neue Mitglieder:

ca. 7.000 m³ in den Obergeschossen der Parzelle P7

ca. 2.900 m³ im Obergeschoss der Parzelle P4

Frei nutzbare Fläche ohne Landesbindungen zum Verkauf:

Ausmaß von 3.090 m²

Bauvolumen von 25.484 m³


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P A G I N I E R U N G

Radius 01/2007

Wohnkultur im Detail

„Kreativität ist sinnvolles Denken gegen die Regel“ und – als Ergebnis:

„Anders und besser als andere.“

mit diesen Leitsätzen hat sich

HOPPE zum europaweiten

Marktführer in der Entwicklung,

Herstellung und Vermarktung von

Beschlagsystemen aus Aluminium,

Bronze, Edelstahl, Kunststoff und Messing

für Türen und Fenster etabliert.

HOPPE ist heute eine international tätige

Unternehmensgruppe: Rund 3000

Mitarbeiter in neun Werken in Europa

und den USA sowie weltweite Vermarktung

mit Vertriebsgesellschaften

und mehreren Repräsentanzen sorgen

dafür, dass durch den guten Griff

Wohnkultur im Detail spürbar wird.

Die HOPPE AG mit Sitz in St. Martin

in Passeier ist mit 1000 Mitarbeitern

und einem Umsatz von über 100

Mio. Euro eine der tragenden Säulen

der Gruppe. Das Unternehmen entwickelt

und produziert in den drei

Südtiroler Werken in St. Martin i.

P., Laas und Schluderns Messing-,

Kunststoff- und Aluminium-Produkte

und ist verantwortlich für die

Vermarktung in Italien, Österreich

und Südosteuropa.

Wettbewerbs“faktor“

mitarbeiter

Das Generalziel der HOPPE-Gruppe

ist die kontinuierliche Steigerung der

eigenen Überlebensfähigkeit, deren

Elemente Liquidität, Rentabilität, Flexibilität,

Innovation, Absatzsicherung

und Gewinnerzielung unter der Bedingung

der sozialen Akzeptabilität verwirklicht

werden. Sozialfairträglichkeit

und Umweltschonung sind Kriterien,

die für das gesamte Unternehmen,

seine Produkte und deren Herstellung

verbindlich sind. HOPPE folgt der

Erkenntnis, dass die Mitarbeiter der

bestimmende Wettbewerbs“faktor“ für

den langfristigen Erfolg des Unternehmens

sind.

Qualität zum anfassen

Seit 1979 verfolgt HOPPE eine

konsequente Markenartikel-Strategie,

die den guten Griff beim Endgebrau-

cher als Gestaltungsdetail an Türen

und Fenster bekannt machen soll. Der

Markenartikel ist nach dem Verständnis

von HOPPE die Einlösung eines

Qualitätsversprechens gegenüber dem

Verwender, denn Qualität anfassen

macht Spaß und vermittelt das Gefühl,

einen guten Griff getan zu haben.

Die in Serienfertigung hergestellten

HOPPE-Produkte überzeugen durch

hochwertige Qualität zu einem fairen

Preis.

Der Erfolg des Unternehmens, seine

Grundgedanken und seine Bereitschaft,

sich kontinuierlich den Herausforderungen

im Markt zu stellen, lassen

HOPPE vertrauensvoll und zuversichtlich

in die Zukunft blicken.

inFO

hOPPe ag

Jaufenstr. 16 - 39010 st. martin i. P.

tel. 0473 640 111 - Fax 0473 651 359

info.it@hoppe.com - www.hoppe.com


48

U N T E R N E H M E N / B A U G E W E R B E

Radius 01/2007

Premiere für südtirol

Das Bauunternehmen Stampfer hat in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro

Oswald Holzner und dem Betonwerk Tschigg bei der Errichtung der Lagerhalle der

Firma Niederstätter die bisher größte fugenlose Deckenkonstruktion in Südtirol

realisiert. Die Technik: verbundlose Vorspannung.

Deckentragwerke sind im Hochbau

ein wichtiges Konstruktionselement.

Die Technik der verbundlosen

Vorspannung ermöglicht bei sehr

geringer Deckenstärke große Spannweiten

mit hohen Auflasten. Die neue

Lagerhalle der Firma Niederstätter in

Kardaun hat eine Länge von 93 m,

ein gemeinsames PrOJeKt vOn:

Bauunternehmen

negrellistraße 13/b - 39100 Bozen

tel. 0471 501 373 - Fax 0471 501 310

info@stampferbz.it

eine Breite von max. 45 m, insgesamt

eine Fläche von 3804 m² und eine

Nettohöhe der Halle von 8 m. Die Decke

ist außen auf Ortbetonwänden und

innen auf zehn Rundstützen gelagert.

Die Spannweiten der Decken betragen

14,8 m – 15,2 m – 14,8 m, bei einer

Stärke von 45 cm. Durch die Vorspan-

schotterwerk - Baggerarbeiten

Fertigbeton - industrieböden

Unterrainerstraße 5 - 39010 andrian

tel. 0471 510 255 - Fax 0471 510 257

info@tschigg.it - www.tschigg.it

nung und das besondere Betonrezept

kann auf Abdichtungsmaßnahmen und

Belag verzichtet werden. Dadurch ist

die Decke sehr wirtschaftlich und hat

trotzdem eine hohe Dauerhaftigkeit.

Organisatorische und

logistische meisterleistung

Die Decke mit einem Gesamtvolumen

von 2200 m³ wurde in einem

Arbeitsschritt im Laufe von 15 Stunden

betoniert. Dabei wurden bis zu

180 m³ Beton pro Stunde eingebaut.

Dazu wurden sämtliche Arbeitsabläufe

exakt geplant, so musste die Baustelle

entsprechend vorbeireitet werden:

Beleuchtung, Verkehrsregelung,

Freimachen des Geländes, Koordination

der Entladung der Betonmischer

und Beschickung der Betonpumpen.

Die Anlieferung der Ausgangsstoffe

Zement und Flugasche erfolgte „just

in time“ mit 36 Sattelschleppern aus

Österreich ins Betonwerk Tschigg in

Andrian. Dort wurde der Beton nach

Boznerstraße 15/11 - 39011 lana

tel. 0473 561 526 - Fax 0473 559 826

bauingenieur@tuga.it

einem eigenen Rezept gemischt und

mit 35 Mischfahrzeugen zur Baustelle

transportiert. Mit vier Betonpumpen

wurde der Beton auf der Decke verteilt

und von Mannschaften zu je sieben

Personen pro Pumpe eingebaut. Nach

einigen Stunden Wartezeit konnte

mit dem Glätten mittels maschinellen

Flügelglätter begonnen werden. Damit

die Oberfläche auch den geforderten

Verschleißwiderstand erreicht, wurde

die gesamte Decke mit einem Wollfilzflies

und einer Nylonfolie abgedeckt.

abschluss des

Betoniermarathons

Am Donnerstag, den 14.12.2006

um 19.00 Uhr trafen die ersten Betonmischer

auf der Baustelle ein. Als letzter

Schritt erfolgte am Samstag Nachmittag

der erste Spannvorgang der eingelegten

Spannlitzen. Es folgten bis zum Erreichen

der notwendigen Betonenddruckfestigkeit

zwei weitere Spannvorgänge.

Den Abschluss bildete das Entfernen der

Schalung Mitte Jänner.

Die halle in atzwang

Am Niederstätter-Geschäftssitz

in Bozen ist der Raum sehr eingeschränkt.

Neben den Filialen in

Schlanders und Bruneck ist das Lager

in Atzwang von großer Bedeutung.

Auf etwa zwei Hektar sind Kräne

und Maschinen untergebracht und

seit Herbst 2006 wird dort auch die

neue Betriebshalle gebaut. Notwendig

wurde diese Halle zudem, weil die

Niederstätter AG seit einem Jahr um

das Geschäftsfeld Baugerüste-Verleih

aufgestockt hat.

Als Partner in diesem Segment konnte

der Marktführer Layher gewonnen

Daten und Fakten

Fläche/Volumen der Halle:

3.804 m² / 30.584 m³

Länge und Breite/Höhe der Halle:

93,1 m / max. 45,7 m / 8,1 m

Spannweite Decke: max. 15,2 m

Stärke Decke: 45 cm

Spannweite Träger: 15,5 m

Höhe Träger: 1 m

Ausführung Decke : verbundlos

vorgespannte Massivdecke

Nutzlast: 1.700 kg/m²

Beteiligte:

36 Sattelschlepper (plus Fahrer)

35 Betonmischer (plus Fahrer)

2 Mischmeister

2 Baggerfahrer

4 Bauingenieure

2 Techniker

6 Verkehrsanweiser vor und auf der

Baustelle

Elektriker, Mechaniker

und weitere 40 Stampfer-Mitarbeiter

werden. Knapp 20 nach den Primus-

Normen ausgebildete Mitarbeiter

sind mittlerweile in diesem Bereich

bei Niederstätter tätig. Nicht nur um

Gerüste geht es da, sondern auch um

die speziellen Layher-Stützsysteme

für Deckenschalungen. Diese Systeme

eigenen sich insbesondere für große

Spannweiten und Überbauten sowie

für Räume mit großen Höhen. Beim

Bau der neuen 4000 m² großen Halle

kamen diese schon zur Anwendung.

Die neue Halle ist so konzipiert, dass

ein optimales Lagersystem für die

Gerüstteile installiert werden kann und

entsprechende Bewegungsfreiheit für

Lkws und Maschinen gegeben ist.

Dazu Maria Niederstätter: „Der Hallenbau

war schon eine Herausforderung

für alle Beteiligten. In Südtirol gibt es

spezialisierte Baufirmen, die so einen

Auftrag übernehmen können, die

meisten dieser Firmen sind auch gute

Kunden von uns. Die Auftragsvergabe

war also alles eher als einfach. Zu

guter letzt sind nach den Ausschreibungskriterien

dann ein Hand voll

Baufirmen übrig gerblieben. Wir mussten

dann eine Entscheidung treffen...“

vollständiger videoclip über die Betonierarbeiten: radius-Box 001


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U N T E R N E H M E N / B A U G E W E R B E

Radius 01/2007

gärtnerei als Klimahaus

Der Gärtnereibetrieb Rottensteiner ist bekannt für seine Ideen und Konzepte zum

Begrünen von Dächern, Gärten und Parkanlagen sowie für die Errichtung von

vegetativen Lärmschutzwänden.

nachdem am alten Standort in

Bozen keine Erweiterungs- und

Entwicklungsmöglichkeiten

bestanden, wurde der Betrieb in die

Obstwiesen an der Meraner Straße in

Moritzing verlegt und hat nun eine

Gesamtfläche von 2,5 ha. Der Zugang

der Kunden zum gesamten Freigelände

erfolgt über das vorgelagerte Glas-

Treibhaus. Dem Kunden will man die

Verwendung der Ziergehölze und Kletterpflanzen

aber auch augenscheinlich

und praktisch vorführen, indem ein

großer Teil des Treibhaus-Gebäudes

mit einer vorgesetzten vegetativen

Fassadenbegrünung gestaltet wurde,

welche zugleich Sonnenschutz für die

dahinter liegenden Räume bietet. Auch

die Flachdächer (ca. 800 m²) wurden

intensiv bzw. extensiv begrünt.

ein ganz besonderer Bau

Der von der H2 GmbH und Norbert

Hofer aus Deutschnofen realisierte

Bau fügt sich hervorragend in die

Landschaft ein. Das Treibhaus-Dach ist

zudem über eine Außentreppe erreichbar.

Von diesem Dach aus hat man

einen wunderbaren Überblick über die

gesamte Gartenanlage und das Etschtal.

Durch die Fassadenbegrünung

soll mit der Zeit auch ein bauliches,

paradoxerweise aber nicht auffälliges,

Markenzeichen entstehen.

Der vom Studio Metris (Mühlen), Rudi

Viehweider und Albert Willeit (Gais)

geplante Niedrigenergie-Firmensitz

wurde in Holzbauweise realisiert

und mit einer Lärchenholzschalung

verkleidet. Durch die professionelle

Grob- und Detailplanung, fachgemäße

Vorfertigung und gut koordinierte

Vorgangsweise konnte diese große

Anlage in weniger als vier Monaten

fertig gestellt werden. Dazu Norbert

Hofer von H2: “Wie immer lag

es uns sehr am Herzen, die Bauzeiten

einzuhalten, besonders da der

Termin für die Neueröffnung schon

vor Baubeginn fest stand. Durch die

Trockenbauweise und Vorfertigung der

tragenden Elemente konnte dieses Ziel

ohne größere Schwierigkeiten erreicht

werden. Durch unsere langjährigen Erfahrungswerte

in der Baukoordination

und die gute Zusammenarbeit mit bekannten

und bewährten Partnerfirmen

konnten die ablaufbedingten Wartezeiten

stark reduziert werden. Besonders

bei Strukturen, die etwas von der

Norm abweichen, wie in diesem Fall

die Eisenstangen an der Außenfassade,

ist es notwendig, dass die Detailplanung

und die ausführenden Handwerker

eng zusammenarbeiten und ein

gegenseitiges Vertrauen besteht.“

Firmensitz mit auszeichnung

Das Verwaltungsgebäude wurde als

Niedrigenergiehaus mit einer rundum

entsprechend gut gedämmten Außenhülle

und speziellen Solargläsern

errichtet. Es hat den KlimaHaus-Standard

B, wofür den Bauherren von

Landesrat Michl Laimer persönlich die

Plakette überreicht wurde. Toni Rottensteiner

findet ein Betriebsgebäude

nach KlimaHaus-Standard B für seine

Gärtnerei besonders passend: „Wir

beschäftigen uns mit Pflanzen und

Zierbäumen aller Art und sind unter

Übergabe Plakette Klimahaus B durch landesrat michl laimer

anderem spezialisiert auf die Begrünung

von Dächern. Wir geben also mit

unserer Arbeit der Natur Grünflächen

zurück. In Zusammenarbeit mit dem

Architekturstudio und dem Planungsbüro

von Norbert Hofer aus Deutschnofen

konnten wir einen Firmensitz

bauen, der als umweltschonendes

Niedrigenergiehaus genau unserer

Philosophie entspricht.“

inFO

h2 gmbh - norbert hofer

handwerkerzone 3 - 39050 Deutschnofen

tel: 0471 617 120 - info@h-2.it

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U N T E R N E H M E N / B A U G E W E R B E


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K L I M A H A U S

Radius 09/2006

einfach nur Klimahaus

Gute Ideen haben etwas gemeinsam. Sie sind einfach und leicht verständlich – so

wie die Idee und das Projekt KlimaHaus.

Besondere Standards für Isolierungen

und Dämmwerte, verbunden

mit entsprechenden Förderungen,

gibt es seit den 80er Jahren;

meist im Umfeld der Altbausanierung.

In den 90er Jahren kamen dann die

Begriffe wie Niedrigenergiehaus oder

Passivhaus dazu. Mit der Diskussion

um das Weltklima, die Erderwärmung

und das Kyoto Protokoll war

das Klima zum absoluten Schlagwort

geworden.

In diesem Umfeld war dem Begriff

Klimahaus, welcher vor sechs Jahren

in der Landesumweltagentur (Amt

für Luft und Lärm) seinen Anfang

nahm, der Erfolg

sozusagen in die

Wiege gelegt.

„Trotzdem war

es anfangs sehr

schwer, die Idee

des Klimahauses

zu vermitteln.

Der einfachste norbert lantschner

Nenner war dann

immer das Argument Energieverbrauch

pro m² und damit die Kostenfrage“,

erinnert sich Norbert Lantschner,

Promotor in Sachen KlimaHaus.

„Diverse bautechnische Details sind für

den Bauherrn oder für die Immobilien-

käufer nur bedingt interessant. Dafür

sind die drei Kategorien A, B und

C, die sich ausschließlich nach dem

Energieverbrauch pro Fläche ergeben,

umso leichter zu verstehen.“

Best Klimahaus

Zu einer Zeit, als der Begriff

Klimahaus noch etwas für „Spinner“

war, plante Albert Willeit aus Gais

sein Klimahaus. Er hat sein Haus bis

ins Detail selbst geplant und dabei

einige wesentliche Neuerungen eingebaut.

Dafür erhielt er im Juli 2002

die erste und damals höchste von

der Landesverwaltung zu vergebende

Auszeichnung nämlich die „Klima-

Haus-A-plus“-Plakette und im Jahr

darauf wurde es als Südtirols „Best

KlimaHaus“ prämiert. Daraufhin gab

es ein großes Medieninteresse; sogar in

der Beilage der „Repubblica“ erschien

damals eine vierseitige Titelgeschichte

mit dem reißerischen Titel: „La casa

più ecologica d’Italia“. In der Folge

kamen viele Besucher aus ganz Italien,

um sich zu erkundigen, darunter ganze

Abordnungen von Gemeindeverwaltungen.“

Dazu Albert Willeit: „Dass

nun alle vom KlimaHaus sprechen, ist

der Verdienst von einzelnen Pionie-

ren und vom nunmehrigen Direktor

der KlimaHaus Agentur Norbert

Lantschner, der den positiv besetzten

Begriff und das Konzept KlimaHaus

geprägt hat, das nun auch national so

erfolgreich ist.“

Das glück des tüchtigen

Nichts ist stärker als eine Idee,

deren Zeit gekommen ist. Dieses Zitat

von Victor Hugo passt genau auf die

Eigendynamik der Südtiroler Klima-

Haus-Geschichte. Dazu Ressortchef

Walter Huber: „Durch unseren Start

Die Kernbereiche der Klimahaus agentur

Zu den drei Kernbereichen der KlimaHaus Agentur gehören der Energieausweis,

die Aus- und Weiterbildung sowie die Beratung.

Der Energieausweis zeigt auf

den ersten Blick, wie hoch der

Energieverbrauch eines Gebäudes

ist. Er schafft Transparenz für alle

Betei-ligten und kann zur Wertsteigerung

einer Immobilie beitragen.

Bei bestehenden Häusern hilft der

Energieausweis Heizkosten senken,

denn er enthält Informationen, welche

Modernisierungen sinnvoll sind. Die

Bewertung erfolgt unabhängig und

somit frei von Interessenskonflikten

nach strengen Kriterien und Überprüfungen

vor Ort. Die KlimaHaus-Plakette

ist ein Qualitätssiegel. Sie wird nur

jenen Gebäuden verliehen, die eine

hohe Energieeffizienz aufweisen.

Die aus- und Weiterbildung

Praxisorientiert und vielseitig wird

Wissen über energieeffizientes und

nachhaltiges Bauen von qualifizierten

und motivierten Experten und Expertinnen

in den KlimaHaus-Kursen vermittelt.

Bisher haben über 4000 Teilnehmer

das Angebot der KlimaHaus-

Fortbildung besucht, das nunmehr

erweitert wird. Neben den Grund- und

Aufbaukursen werden KlimaHaus-Energieberater

und KlimaHaus-Zertifizierer-Kurse

anboten. Neu sind auch die

Kurse für Bauherren und „Baufrauen“,

denen eine hilfreiche Einführung in

die komplexe Welt des Bauens den

schon vor fünf

Jahren sind wir

heute den EU-

Vorgaben zwei bis

drei Jahre voraus.

Noch dazu sind

wir in Südtirol klimatisch

in einem

extremen Bereich, Walter huber

zwischen mediterranem

und hochalpinem Klima.

Daher gesteht man uns international

die Kompetenz für Klimahäuser ganz

einfach zu. Das geht von der Entwicklung

der Vorgaben bis zu den Ausführenden

im Baugewerbe.“

Weg zum Eigenheim erleichtert und

Entscheidungshilfen bietet.

Der internationale KlimaHaus-Master

an der Freien Universität Bozen bietet

die Möglichkeit einer umfangreichen

akademischen Spezialisierung.

Die Beratung

Wie können die Einsparpotentiale

in Gebäuden ausgeschöpft werden,

welche Energieträger kommen wirtschaftlich

und ökologisch in Frage,

welche Technik der Wärmerzeugung

Der Begriff Klimahaus ist in kürzester

Zeit zu einem wahren Südtiroler „Exportschlager“

geworden. In Süd- und

Nordeuropa, in Kanada, ja sogar Afrika

gibt es Interessenten am Südtiroler

Know-how. Damit war es notwendig

geworden, eine eigene KlimaHaus

Agentur einzurichten, die selbständig

agiert. „Wir haben in eigenem Interesse

die Entwicklung des Projektes

vorangetrieben, es kann aber nicht

die Aufgabe von Landesstellen sein,

international zu agieren. Das macht

jetzt die eigenständige Agentur unter

der Leitung von Norbert Lantschner“

so Ressortleiter Walter Huber.

und Wärmeverteilung ermöglicht die

geringsten Heizkosten, wie kann eine

sommerliche Behaglichkeit möglichst

ohne künstliche Kühlung erreicht werden?

Das sind die alltäglichen Fragen,

für die die Experten und Expertinnen

der KlimaHaus Agentur zur Verfügung

stehen.

Die KlimaHaus Agentur berät Unternehmen,

Planer und Planerinnen

und öffentliche Einrichtungen sowie

die Politik auf dem Weg zu einer

energieeffizienten und nachhaltigen

Entwicklung unserer Gesellschaft.

Radius 09/2006 53

K L I M A H A U S


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P A G I N I E R U N G

Radius 01/2007

Fünf Jahre Klimahaus

Nachfolgend die Chronologie des

KlimaHaus-Projektes, entwickelt und

umgesetzt im Landesamt für Luft und

Lärm der Autonomen Provinz Bozen

Südtirol. Vorausgegangen ist 1992

der Beitritt der Landesregierung zum

Klimabündnis, der int. Partnerschaft

zum Schutz der Erdatmosphäre zwischen

europäischen Kommunen (inkl.

der Südtiroler Gemeinden) und den

indigenen Völkern des Regenwaldes.

Von 1992 bis 2006 gab es Aktionen

zur Information und Sensibilisierung

über die Klimabedrohung und den

sorgsamen Umgang mit Energie und

Ressourcen. Großes Interesse fin-

den landesweit die Initiativen Klima

verbündet, Klimaschritte, Klimaschule,

Prima Klima und KlimaBetrieb. Von

2000 bis 2002 Erarbeitung eines

Energiepasses bzw. Wärmeausweises

für Gebäude (ehemals Klimaausweis).

Das Projekt wird in Anlehnung an

die bisherigen Klimaaktivitäten KlimaHaus/CasaClima

genannt.

eine Zwischenbilanz

2002 Februar Erste Präsentation vom KlimaHaus über

eigene Tagung in Bozen. Der Kommunikation

wird große Bedeutung beigemessen.

2002 April Einladung der kanadischen Regierung zur

Vorstellung des KlimaHaus-Projektes beim

Generalkonsul der kanad. Botschaft.

2002 Mai Die erste Auszeichnung KlimaHaus A

erhält aus den Händen des Landesrates

Laimer die Familie Schäfer in Oberinn am

Ritten für ihr Reihenhaus.

2002 Oktober Die Stadtgemeinde Bozen übernimmt die

KlimaHaus-Instrumente in die Bauordnung,

kurze Zeit später folgen weitere

Gemeinden.

2003 April Das Wohnbauinstitut „WOBI“, Eigentümer

von ca. 12.000 Wohnungen in Südtirol,

verpflichtet sich freiwillig, nur mehr KlimaHäuser

zu errichten.

2003 Mai 1. Wettbewerb „Best KlimaHaus“. Diese

Auszeichnung erhält das Wohnhaus von

Albert Willeit in Gais.

2004 Juni Einladung an der Fakultät für Architektur

der Universität „La Sapienza“ in Rom über

KlimaHaus zu unterrichten.

2004 Dezember Veröffentlichung des Dekretes des Landeshauptmanns

mit dem die KlimaHaus-Bestimmungen

in Südtirol Anwendung finden.

2005 Oktober Das Buch „KlimaHaus - Leben im Plus“

erscheint in deutscher und italienischer

Fassung und erfährt eine große

Nachfrage.

Bisher haben 3400 Planer an den

KlimaHaus-Kursen teilgenommen.

Ca. 1400 Besucher bei den Kursen

für Bauausführende (Mitarbeiter aus

Handwerks und Industrieunternehmen).

In über 100 Städten Italiens

wird auf Einladung verschiedener

Organisationen, Institutionen oder

Universitäten das KlimaHaus-Projekt

vorgestellt. Bisher wurden ungefähr

500 KlimaHäuser zertifiziert, darunter

zahlreiche auch außerhalb von Südtirol.

Eine Untersuchung im August

2006 hat ergeben, dass in Südtirol

knapp 10% der im Bau befindlichen

Gebäude in der Energieeffizienzklasse

A errichtet werden. Laut Umfragen

beim Baustoffhandel in Südtirol stieg

der jährliche Umsatz beim Verkauf

von Dämmstoffen in den Jahren 2004

und 2005 um ca. 25%.

2005 November Einladung zur 11. Weltklimakonferenz in

Montreal. KlimaHaus wird als Beispiel für

nachhaltigen Klimaschutz präsentiert.

2006 Jänner Erste KlimaHaus-Messe in Bozen. Es

kommen 24.000 Besucher und am 1. int.

Kongress „Zukunft Bauen“ sind ca. 1000

Teilnehmer dabei.

2006 Jänner Erstmals wird der Preis „Bestes Klima-

Haus“ von der Jury in sechs Kategorien

vergeben.

2006 Februar Validierung und Verkauf von VERs

(verified emission reduction) durch das

Klimaprogramm. KlimaHaus erhält die

ersten CO 2 -Zertifikate.

2006 April An der Freien Universität Bozen beginnt

der erste KlimaHaus-Master. Die Nachfrage

ist so groß, dass Auswahlkriterien über

den Zugang entscheiden.

2006 Mai Gründung der KlimaHaus Agentur GmbH.

Die Gesellschafter sind: SEL, Pensplan,

Südtiroler Landessparkasse und Raiffeisen

Landesbank.

2006 Dezember Am 1. Dezember nimmt die neue KlimaHaus

Agentur unter der Leitung von

Norbert Lantschner in der Dante Straße in

Bozen ihre Tätigkeit auf.

2007 Jänner Int. Workshop von Natural Step in

Stockholm mit persönlicher Einladung des

Königs von Schweden.

2007 Jänner 2. Fachmesse KlimaHaus und 2. int. Kongress

„Zukunft Bauen“.

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K L I M A H A U S

Radius 09/2006

anlage für Wandheizung

aktiver Umweltschutz

Als Schritt zur Erhaltung von Umwelt und Klima führt die Europäische Union für

ihre Mitgliedsstaaten ab 2008 den Energiepass für Gebäude ein.

mit diesem Element der Klassifizierung

sollen Gebäude eine

Art Siegel ähnlich dem schon

bestehenden für „weiße Ware“ wie

Kühlschränke, Geschirr- und Waschmaschinen

erhalten.

In Zukunft werden in Europa andere

Werte im Bezug auf Umweltschutz

und Nachhaltigkeit gelten. Mit dem

Bau und der Zertifizierung von Klimahäusern

beschreitet Südtirol also

bereits den Weg zu vorbildlichem

Klimaschutz. Im Trend eines gesunden

Bauens und Wohnens geht es um

Materialien und vor allem ein gutes

und stimmiges Energiekonzept. Das

Klimahaus und dessen Komponenten

werden eine immer größere Rolle für

potenzielle Bauherren spielen.

energie wird immer wertvoller

Den Zahlen von Greenpeace zufolge

werden ab 2050 Öl- und Gasreserven

weltweit knapp und um ein Vielfaches

wertvoller sein als heute. Für den Endverbraucher

heißt das, sich von diesen

Brennstoffen unabhängig zu machen

und sich auf andere Brennstoffe zu

konzentrieren oder einfach weniger

Energie zu verbrauchen. „Es kann nicht

sein, dass wir Regenwälder abholzen

um Palmölplantagen zu errichten“,

mahnt Norbert Lantschner von der KlimaHaus

Agentur: „Nicht die kollektive

Suche nach der billigsten Energiequelle

kann die Lösung für unseren „Energiehunger“

sein, sondern im Gebäudebau

müssen andere Energiequellen

Wärmeverlustvergleich: alt- und neubau

angezapft werden, beispielsweise die

der Sonne oder der Erde. Des Weiteren

ist jede Kilowattstunde, welche wir

nicht verbrauchen, für den Klimaschutz

natürlicherweise die beste.“

energiesparen mit Klimahaus

Bei Neubauten wie auch bei

Sanierungen heißt dies vor allem,

aufgebrachte Energien wie z.B. Wärme

nicht verpuffen zu lassen. Mit ausreichend

Dämmung eingepackt und quasi

luftdicht verschlossen sorgen verantwortungsvolle

Bauherren dafür, dass

Energie nicht „zum Fenster rausgeht“.

Gleichzeitig sorgt die Verwendung von

nachwachsenden Baustoffen und Dämmungen

dafür, dass Mineralölreserven

länger halten. Dass in diese Richtung

sehr viel geforscht und entwickelt wird,

zeigen neueste Beispiele von Dämmmethoden.

Gerade im Hinblick auf das

riesige Einsparungspotenzial bei bestehenden

Gebäuden ab einem Alter von

20 Jahren sind innovative und auch

preiswerte Lösungen gefragt. Oft wird

auf Platzmangel oder auf zu großen

Aufwand hingewiesen. Hier aber

zeigen z.B. Vakuum-Isolations-Paneele,

kurz VIP’s genannt, dass Wärmeschutz

nicht gleichzeitig auch Wohnraumverzicht

bedeutet. Die ca. 3 cm dicken

Platten weisen den gleichen Dämmwert

wie z.B. 20 cm Mineralfaserdämmung

oder 38 cm Dämmziegel auf.

heizen und lüften

Für die meisten Gebäude wird

der Passivhausstandard wohl noch

nicht realisierbar sein, bei einem gut

gedämmten Gebäude braucht es also

trotzdem eine Heizung. Hier gilt es, die

„kostenlose“ Energie der Natur zu nut-

sommerlicher Wärmeschutz

Photovoltaikanlage

zen. Die Ausrichtung der Gebäude zur

Sonne hin, d.h. im Allgemeinen offen

nach Süden und geschlossen nach

Norden, hilft, die Energie der Sonne zu

„tanken“. Solartechnik und Geothermie

sind Grundpfeiler einer unabhängigen

Versorgung von Gebäuden mit Wärme

und Strom. Eine kontrollierte Be- und

Entlüftung mit Wärmerückgewinnung

sorgt bei geschlossenem Fenster für

frische und gesunde Luft, gleichzeitig

verhindert dies das Eindringen von

Lärm oder Feinstaub.

Wissen vermitteln

„Wir wollen vor allem das Basiswissen

zu energiesparendem Bauen

vermitteln, nicht nur an Planer und

Handwerker sondern auch an die

Bauherren und Nutzer von Gebäuden“,

erklärt Norbert Lantschner. Die

KlimaHaus Agentur hat und wird auch

weiterhin eine tragende Rolle hierbei

einnehmen.“ Mittlerweile haben über

3000 Planer und über 800 Handwerker

erfolgreich an Kursen zu Klimahaus-

Experten teilgenommen. Hinzu kommen

die an der Universität ausgebil-

deten „Klimahaus-Master“. Derzeitige

„Parallel-Welten“ unter den Propagierern

des energiesparenden Bauens müssen

zusammengeführt werden. „Unser

neu gegründeter wissenschaftlicher

Beirat, die Zusammenarbeit mit der

dena, der Deutschen Energie Agentur,

der TU München und anderen Institutionen

werden helfen, diese große

Aufgabe zu bewältigen, wagt Norbert

Lantschner einen Blick in die Zukunft,

„wichtig ist die Aufklärung und eine

seriöse Zertifizierung, welche ausreichend

Transparenz im Vergleich von

Gebäuden bietet. Seriosität muss hier

groß geschrieben werden, da an einem

solch großen Markt auch unlautere

„Experten“ ihre Dienste anbieten. Die

KlimaHaus Agentur wird weiter wachsen,

sich neues Wissen erschließen,

immer mit Blick auf das Morgen. Wir

haben auch einen sozialen Auftrag,

wollen helfen, unsere zum Teil maroden

Stadteile aufzuwerten, um auf

diesem Weg den Menschen näher an

die Umwelt zu führen und schließlich

auch in der Zukunft ein menschenwürdiges

Miteinander zu fördern.“

Biogasanlage in nicaragua

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Radius 09/2006

Klimaschutz geht jeden an

Die KlimaHaus Agentur fördert klimaschützende Maßnahmen und versucht, ein

allgemeines Bewusstsein für Klimaschutz zu wecken. Das Zertifikat für aktiven

Klimaschutz „VER“ soll zum positiven Klimaschutz-Image beitragen

südtirol ist nicht nur in Italien,

sondern auch innerhalb der EU

absoluter Vorreiter in Sachen

Klimaschutz. Klimaschutz heißt aber

nicht nur Klimahaus, auch wenn

dieses Thema in Südtirol Dauerbrenner

ist und inzwischen auch auf reges

Interesse in anderen italienischen

Regionen getroffen ist. Aktiver

Klimaschutz bedeutet, Aktivitäten so

klimaneutral wie möglich zu gestalten,

bzw. wo dies nicht möglich ist, die eigene

klimaschädigende Aktivität durch

Kompensationsmaßnahmen, wie z.B.

die Unterstützung klimafreundlicher

Projekte, auszugleichen.

Für aktive wie passive klimaschützende

Maßnahmen stellt die Klima-

Haus Agentur zusammen mit dem

TÜV Bayern ein Zertifikat aus, das

sogenannte VER, Verified Emission

Reduction. Norbert Lantschner, Leiter

der KlimaHaus Agentur: „Jeder

kann seinen Beitrag zum Klimaschutz

leisten und sein Verhalten

durch Ausgleichsverhalten kompensieren.“

Klimaschutz ist schwer

zu kommunizieren

Gebäude, Verkehr und Industrie

sind die hauptverantwortlichen Klimaschädiger.

Auch im industriearmen

Südtirol gibt es genug andere Aktivitäten,

die CO2-Emissionen produzieren,

so beispielsweise Landwirtschaft,

Gewerbe, Tourismus. Klimaschutz ist

allerdings – immer noch – schwer zu

kommunizieren, klimafreundliche bzw.

-schädigende Aktivitäten kann man

nicht anfassen, nicht sehen. Norbert

Lantschner: „Wir müssen deshalb

an das Bewusstsein, an das Verantwortungsbewusstsein

des Einzelnen

appellieren“. Wenn einer etwas für

das Klima tut, soll er es auch zeigen

können. Klimaschutz muss eine

Image-Angelegenheit werden.“ Das

VER-Zertifikat wird für Unternehmen

ein Aushängeschild wie eine ISO-Zertifizierung.

ver = image durch aktiven

oder passiven Klimaschutz

Norbert Lantschner: „Die Ausstellung

der VER-Zertifikate hat nichts

mit Emissionshandel zu tun, sondern

ist einfach die Bestätigung für aktiven

oder passiven Klimaschutz.“ So kann

z.B. eine Firma, deren Tätigkeit klimabelastend

ist, durch finanzielle Unterstützung

von Aufforstungsprojekten

einen positiven Ausgleich schaffen.

Andere Unternehmen, die durch

Sanierungsmaßnahmen, Umstellung

des Fahrzeugparks auf Gasbetrieb

oder Investitionen in Neubauten nach

Klimahaus-Standards ihren aktiven

Beitrag zur Emissionsreduzierung

leisten, können sich dies ebenfalls

zertifizieren lassen. Das Unternehmen

hat davon keinerlei finanziellen Vorteil,

gewinnt allerdings ein positives

Image. „Das VER hat reinen Symbolcharakter.

Jeder kann seinen Beitrag

leisten und soll das auch zeigen

können.“

Das Projekt VER hat eine Laufzeit von

zehn Jahren. Der deutsche Partner

TÜV ist Garant für Seriosität. Das

Projekt ist nicht verdienstorientiert,

die Einnahmen aus der Erstellung der

Zertifikate werden in Klimaschutzmaßnahmen

im Rahmen des Klimabündnisses

re-investiert. Es handelt sich

allerdings – zumindest bislang – noch

um ein aufwändiges Prozedere, das

nur für größere Gruppen bzw. Firmen

interessant ist. Lantschner: „Klimaschutz

ist teuer, aber es führt kein

Weg daran vorbei. Wenn die Staaten

versagen, dann muss man versuchen,

den Einzelnen zu sensibilisieren.“

Klimahaus handelt nicht mit cO 2

Die KlimaHaus Agentur stellt

Zertifikate für klimafreundliches

Verhalten aus und ist damit in den

Verruf gekommen, Emissionshandel

zu betreiben. Das Eine hat mit dem

Anderen allerdings nichts zu tun,

stellt Norbert Lantschner, Direktor

der Agentur, klar.

Radius: Verdient ihre Agentur

Geld mit dem Verkauf von in Südtirol

nicht benutzten CO2-Emissionen?

N. Lantschner: Absolut nicht. Wir

dürften das auch gar nicht. Der CO2-

Handel ist laut Kyoto Protokoll nur

bei bestimmten Großindustrien und

Energieproduzenten, also Kraftwerksbetreibern,

möglich und unterliegt

strengen Auflagen.

Radius: Was bedeutet der Handel

mit Emissionen eigentlich konkret?

Ich kaufe Verschmutzungsrechte auf

von anderen, die weniger verschmutzen

und mache damit das Ozonloch

über meinem Land größer?

N. Lantschner: Nein, so einfach ist

das nicht. Zuerst muss man wissen,

dass CO2 sich in der Atmosphäre

gleichmäßig verteilt. Das heißt, die

Konzentration gleicht sich aus. Deshalb

ist es möglich, dass Großverbraucher

Quoten von Ländern aufkaufen,

die keine emissionsstarke Industrie,

weniger Gebäude und weniger Verkehr

haben. Die Emissionsquoten sind

durch das Kyoto Protokoll geregelt,

die einzelnen Länder haben unterschiedliche

Allokationen, die u.a. von

wirtschaftlichen Faktoren abhängen.

Mittlerweile haben die CO2-Quoten

kaum noch

einen Wert.

Ein CO2-Equivalent

pro

Tonne kostet

heute an der

Börse ca. 5

Euro, vor

einem Jahr

waren es vielleicht 25 Euro.

Radius: Es gibt also eine Börse für

Emissionen?

N. Lantschner: Ja, die Klimabörse

in London. Dort handeln Broker mit

diesen Quoten. Die Idee dahinter

ist allerdings, dass es mit der Zeit

aufwändiger ist, Quoten zu erwerben,

als zu sanieren. Im Moment ist

es allerdings – leider - noch billiger,

CO2-Quoten einzukaufen. Wo 100

Tonnen CO2 ausgeschüttet werden

– ob über Russland oder in Argentinien

– ist jedenfalls irrelevant. Kyoto

zielt auf eine langfristige weltweite

Reduzierung der Emissionen.

Radius: Davon sind wir im Augenblick

aber weiter denn je entfernt,

oder?

N. Lantschner: Die Allokationsvergabe

muss seriöser werden,

sonst bleibt Kyoto eine leere Hülse.

Grundsätzlich habe ich nichts gegen

den Emissionshandel, nur müssen die

Spielregeln besser definiert werden

und wir dürfen das Endziel nicht aus

den Augen verlieren, nämlich die

tatsächliche Reduzierung von Emissionen.

Derzeit sägen wir kräftig an

dem Ast, auf dem wir sitzen.

Radius: Das Klima ist aus den

Fugen?

N. Lantschner: Das kann man

wohl sagen. Es ist schon später als

fünf nach 12. Wir müssen langfristig

gesehen unseren Lebensstil ändern,

und das geht jeden etwas an. Der

Wohlstand in den Industrienationen

wird schon derzeit durch Klimaschäden

um 20% reduziert. Und es kann

nicht angehen, dass 5% der Weltbevölkerung,

zu denen gehören auch

wir, sich Energie- und Ressourcenraub

auf Kosten anderer leisten.

Wir müssen anfangen, zumindest

für sozialen und ökologischen Ausgleich

zu sorgen und dürfen dabei

das Endziel nicht aus den Augen

verlieren.

Radius: Sie meinen, im Augenblick

können wir noch kompensieren,

aber irgendwann reicht das

nicht mehr …

N. Lantschner: Genau, im Augen-

blick ist schon viel getan, wenn

derjenige, der seine Emissionen

nicht ausreichend reduzieren kann,

wenigstens auf der anderen Seite klimafreundliche

Aktivitäten finanziert.

Emissionen reduzieren, sanieren und

klimafreundliche Anlagen bauen

geht nicht von heute auf morgen,

das ist klar – aber es führt kein

Weg daran vorbei und wir müssen,

wenn nicht gestern, wenigstens

heute damit beginnen. So wie heute

können wir jedenfalls nicht weiterleben.

Klimaschutz kostet, aber kein

Klimaschutz kostet langfristig noch

viel mehr!

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Radius 09/2006

comeback für

casaclima südtirol

Anlässlich der Klimahouse 2007 wird wieder ein energiesparendes Gebäude in der

Messe aufgestellt. Es ist das dritte Mal, dass Südtiroler Handwerker zeigen, was

die Bauherren bei der low-energy-Bauweise alles berücksichtigen müssen.

experten, aber auch alle Interessierten

im Bereich innovatives Bauen

erwarteten mit großem Interesse

die Fachmesse Klimahouse in Bozen

(25. bis 28. Jänner). Die Fachmesse hat

sich bereits als Fixpunkt für Italiens

Fachleute im Bereich energieeffizientes

Bauen und Renovieren etabliert.

Das Klimahaus in der messe

Wie schon die Male vorher, ist

der Landesverband der Handwerker

auch bei der diesjährigen Ausgabe der

Klimahouse mit einem zweistöckigen

Klimahaus vertreten. Dieses Haus

zeigt mehrere Formen und Lösungen

von Verschalungen, Isolierungen,

Holz- und Massivbauweise, Installationen

und Innenausbau. Die Besucher

erhalten die Möglichkeit, „hinter die

Wände“ eines Klimahauses zu sehen,

diese Bauweise kennen zu lernen und

zu beurteilen.

Die Entdeckungsreise der verschiedenen

Bautechniken wird noch

interessanter durch die Präsenz der

Projektanten und Bauunternehmer des

Konsortiums casaclima südtirol gestaltet,

die an allen Messetagen geführte

Besichtigungen durch das Modellhaus

veranstalten. Das Klimahaus, das in

Rekordzeit von den Berufsgemeinschaften

des LVH in der Messehalle

aufgebaut wird, ist konzeptionell identisch

mit jenem Haus, das letztes Jahr

bereits auf der Messe MCE in Mailand

stand. Dieses Modell eines Klimahauses

fand so großen Anklang, dass

der LVH beschlossen hat, es auch auf

der Klimahouse in Bozen mit einigen

Modifizierungen auszustellen.

alle aspekte des Bauens

Das zweistöckige Klimahaus

erstreckt sich auf einer Fläche von

100 m². Im Erdgeschoß befindet sich

das Wohnzimmer, das sich zu einem

Wintergarten hin öffnet. In Küche, Bad

und Heizraum werden alle Installationen

an der Oberfläche der Wände

gezeigt, um dadurch den Besuchern

den Blick in das Innenleben eines

Klimahauses zu gewähren. Das Obergeschoß

besteht aus einem Schlafzimmer

und einer großen Dachterrasse.

Die vier Außenwände sind in vier

verschiedenen Varianten aufgebaut:

zwei Holzkonstruktionen und zwei

Massivbauweisen. Für die Isolierung

wurden sowohl natürliche als auch

synthetische Materialien verwendet.

Zum Schluss des Rundgangs durch

das Haus lernen die Interessierten

noch die Lüftungssysteme kennen und

die Möglichkeiten und Vorteile eines

begrünten Daches.

Auf dem Areal der casaclima südtirol

stehen auch die Stände der teilnehmenden

LVH-Berufsgemeinschaften

der Maurer, Dachdecker, Maler, Bodenleger,

Installateure für Heizung und

sanitäre Anlagen, die Solargemeinschaft

und das Konsortium casaclima

südtirol. Hier erfährt der Besucher alle

Neuheiten im Bereich Türen und Fenster,

den, Trockenbau, kontrollierte

Lüftung und Massivbauweise.

Wie funktioniert das haus?

Neben den verschiedenen Arten des

Aufbaus der Außenhülle zeigt das von

den eigens ausgebildeten Südtiroler

Handwerkern errichtete Gebäude auch

Beispiele von durchdachten Installationen:

Heizungssysteme, Boden- und

Wandheizung, kontrollierte Lüftung

und Wärmerückgewinnung, Solar-

und Photovoltaikanlagen. Auch der

Aufbau des Bodens, von der Isolierung

bis hin zum Schallschutz und

der Bodenheizung, wird klar gezeigt.

Das LVH-Klimahaus weist sämtliche

Parameter auf, um als Klimahaus A+

eingestuft zu werden.

Klimahaus-experten

Das Klimahaus auf der Messe ist

ein Projekt der LVH-Berufsgemeinschaften

und des Konsortiums

casaclima südtirol. Das Konsortium

bündelt Wissen und Können des

Südtiroler Handwerks und bietet die

gesamte Realisierung eines Klimahauses

an – von der Projektierung

über den Aufbau bis hin zur Bauaufsicht.

Südtirols Handwerker und die

neu gegründete KlimaHaus Agentur

vereinen langjährige Erfahrung und

gezielte Weiterbildung im Bereich

energieeffizientes Bauen und haben

sich dadurch als die Klimahaus-Experten

etabliert. Ein Klimahaus zu bauen

bedeutet Energie sparen, die Umwelt

schonen, Geld sparen und mehr

Wohnqualität schaffen. Mittlerweile

errichten die Handwerker von casaclima

südtirol immer mehr Klimahäuser

außerhalb der Provinz. Besonders in

Italien findet diese Bauweise großen

Anklang und räumt südtirols Handwerkern

eine Vorreiterrolle in diesem

Bereich ein, wie ein Artikel über das

„Modello Bolzano“ in der Wirtschaftszeitung

„Il sole 24 ore“ vom 6. Jänner

2007 belegt.

Wer sich an casaclima südtirol oder

die KlimaHaus Agentur wendet erhält

ein Qualitätsprodukt, das die Einhaltung

der verschiedenen Parameter der

Energieeinsparung (ein Verbrauch von

weniger als 50 kWh/m²) garantiert.

„Wenn diese Parameter nicht eingehalten

werden, gehört das Haus nicht

zur Marke casaclima südtirol“, erklärt

Mike Marseiler, Sprecher der casaclima

südtirol. „Die Partner von casaclima

sind verpflichtet, nach den Vorlagen

der KlimaHaus Agentur die low-energy-Häuser

zu bauen.“

Anlässlich der Messe Klimahouse

erscheint die zweite und erweiterte

Auflage des Handbuchs zum Bau

eines Klimahauses in Massivbauweise.

Dieser Wegweiser ist sowohl für Bauherren

und Projektanten, als auch für

Bauunternehmen gedacht, um ihnen

Anregungen, Möglichkeiten und Lösungen

zum fachgerecht ausgeführten

massiven Klimahaus zu präsentieren.

Was ist los im lvh-Klimahaus?

Treffpunkt auf der Messe mit

Bio-Energy-Snacks und Live Jazz

Musik bei casaclima südtirol und

den LVH-Berufsgemeinschaften der

Bodenleger, Dachdecker, Installateure

für Heizung- und Sanitäre Anlagen,

Maler, Maurer sowie die Südtiroler

Solargemeinschaft:

Donnerstag, 25. Januar um 12 Uhr

und Freitag, 26. bis Sonntag,

28. Januar, jeweils um 11 Uhr

c/o Fachmesse Klimahouse

Bozen 25. - 28. Jänner 2007

Sektor D, Gang 22, Stand 12

inFO

hotline Klimahaus

0471 323 232 - klimahaus@lvh.it

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K L I M A H A U S


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P A G I N I E R U N G

Radius 01/2007

Wenn schon, denn schon

Michael Tribus Architecture aus Lana setzt diesen Leitspruch als

Passivhaus-Planungsbüro um. Wenn schon Bauen oder Sanieren, dann

mit höchster Energieeffizienz und ansprechender Architektur.

Wenn schon Investitionen für

einen Hausbau oder eine Sanierung

getätigt werden und die

Arbeiten für die nächsten 30 Jahre

einen Nutzen bringen sollen, dann

sollten diese Gelder auch möglichst

sinnvoll eingesetzt werden. Es wäre

also schade, nur eine „halbe Sache“

zu machen. Stattdessen sollte „ordentlich“,

wenn nicht „optimal“ gebaut

werden. Vielfach wird aber leider nur

ein Schritt in die richtige Richtung gesetzt,

der Weg aber nicht gegangen: es

wird zwar ein wenig (10 cm) gedämmt,

aber nicht konsequent genug (30

cm), um auf ein traditionelles Hei-

zungssystem (mit den entsprechenden

Mehrkosten) verzichten zu können.

Denn die Kosten und der Aufwand

(Gerüst, Verputzen) für die Arbeit

bleiben annähernd gleich, die Kosten

für die verdreifachte Dämmstärke

steigen aber nicht dreimal. Dafür aber

wird es durch eine luftdichte und hoch

gedämmte Gebäudehülle im Passivhaus-Standard

möglich, den Verbrauch

des Gebäudes um bis zu 90% zu

reduzieren.

Durch diese Maßnahme wird der

Verbrauch von derzeit durchschnittlich

über 20 Litern Heizöl auf ca.

umgerechnet 1 Liter pro Quadratmeter

Wohnfläche und Jahr reduziert. Der so

nur noch geringe Restheizwärmebedarf

kann dann auch sowohl durch moderne

Heizsysteme mit Holzpellets erzeugt

oder durch alternative Energiesysteme

wie Erdwärmesonden (Geothermie)

oder Photovoltaikanlagen ergänzt

werden.

Grundsätzlich gibt es keine Einschränkungen

bei Formen oder Materialien.

Holz- oder Massivbau sind ebenso

möglich wie die Wahl des Daches,

egal ob begrüntes Flachdach oder

traditionelles Satteldach.

neubau und sanierung –

privat und öffentlich

Dies gilt nicht nur für private

Kunden, sondern auch für öffentliche

Verwaltungen. Bisher konnte das Büro

Michael Tribus Architecture seine Erfahrungen

sowohl in Neubau als auch

Sanierung für Bürogebäude (beispielsweise

der neue Sitz des Landesressorts

für Umwelt- und Energie beim Bozner

Bahnhof) und Schule, Kindergarten,

Turnhalle, Feuerwehrhalle („KOM“

Oberplanitzing Kaltern) oder Mehrzweckgebäude

(Moos i. P.) einbringen

und umsetzen. Auch für Rathäuser,

Krankenhäuser oder Pflegeheime bietet

sich die Chance, durch Steigerung

der Energieeffizienz der Gebäude die

Energiekosten zu senken und den

Gemeinde- bzw. Landeshaushalt langfristig

zu entlasten – bei gestiegenem

Wohn- oder Arbeitskomfort wie zum

Beispiel dauerhaft frischer Raumluft

in Büros, Arbeits- und Wohnräumen.

Sowohl Privaten als auch öffentlichen

Verwaltungen wird somit ermöglicht,

in Unabhängigkeit von steigenden

Erdölpreisen und Lieferengpässen von

Erdgas, einen Beitrag zum Klimaschutz

und zur Verminderung der Abgase

auch im Hinblick auf die Feinstaub-

Thematik zu leisten.

„Wenn schon, dann schön!“

Der „Premio di Architettura

della cittá

di Oderzo“ bezeugt,

dass energieeffizientes

Bauen auch

ästhetisch sein kann.

Für den Architekten

Michael Tribus ist

energieeffizientes

Bauen und Sanieren

kein Selbstzweck,

sondern die logische Konsequenz

zur Nachhaltigkeit. Passivhaus-Standard

ist keine Zwangsjacke, sondern

wird zu einem architektonischen

Gestaltungselement, wie die Fassade

des ehemaligen Postgebäudes beim

Bozner Bahnhof zeigt. Die 35 cm

dicke Isolierung wird individuell an

die Erfordernisse des Standorts unter

Berücksichtigung von Licht- und

Schattenverhältnissen sowie verschiedene

Ausblicksmöglichkeiten gestaltet.

Es ist bei der EXPOST also gelungen,

das erste Passivhaus-Bürogebäude

Italiens so schön zu gestalten, dass

es beim renommierten Architekturpreis

„Cittá di Oderzo“ aufgrund der

Ästhetik prämiert wurde. Durch den

geringen Fensteranteil von 16% in

der Fassade wird auch das Vorurteil

widerlegt, dass Passivhäuser nur mit

großzügigen Südverglasungen funktionieren,

da im Fall des Bürogebäudes

vielmehr die sommerliche Überhitzung

durch zu große Fensterflächen vermieden

werden kann.

Diesen bewussten Umgang mit hochwertiger

und zeitgemäßer Architektur

in Abstimmung mit den Wünschen der

Bauherren hat sich das Planungsteam

zum Ziel gesetzt. Elegante Entwürfe

verschiedenster Projekte werden mit

nachhaltiger Bauweise und innovativer

Technologie (Passivhaus) konzipiert

und genauso realisiert.

Wichtig sind dabei Behaglichkeit,

Komfort und Lebensqualität für

Bewohner und Nutzer. Dies wirkt sich

auch auf die Ruhe, die Gesundheit und

das Wohlbefinden aus. Die Architektur

stellt einen individuellen Bezug

zum Projekt und den Bauherren her

und zeichnet sich durch Leichtigkeit,

Klarheit und Kompaktheit aus.

Durch energieeffiziente Projektierung

in Passivhaus-Standard gelingt es

– bei geringem Mehraufwand – die

zukünftigen Nebenkosten für die

Nutzer äußerst niedrig zu halten und

so ihre finanziellen Ressourcen zu

schonen.

inFO

michael tribus architecture

schießstandgasse 9/1 - 39011 lana

tel. 0473 550 681 - Fax 0473 554 175

mail@michaeltribus.com - www.michaeltribus.com

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U N T E R N E H M E N / B A U G E W E R B E


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Radius 09/2006

Klimahaustür und ce-norm

Die Haustür ist die Visitenkarte eines Hauses. Sie ist sozusagen ein Spiegelbild

der Persönlichkeiten, die hinter ihr wohnen, deren Geschmack, Vorlieben,

Einstellungen und Werte.

Bei der Auswahl der Haustür wird

besonders viel Augenmerk auf

Ästhetik, Design und Funktion

gelegt. Rubner wird seiner Vorreiterstellung

in Sachen Haustüren aus Holz

und als Entwickler der ersten Klima-

Haustür und Passivhaustür in Italien

weiter gerecht und präsentiert seine

neueste Innovation: die KlimaHaustür

in flächenbündiger Ausführung.

Die flächenbündige Ausführung bei

Türen ist im Prinzip nichts Neues:

immer häufiger findet sie Anwendung

im Objekt- und Privatbereich und wird

von Planern und Architekten gerne als

dezentes Gestaltungselement herangezogen.

Rubner hat hier bereits ein

abgerundetes Programm an Ausführungsmöglichkeiten

bei Innentüren.

Neu ist diese Ausführungsvariante

bei den Haustüren insofern, dass die

Vorteile der KlimaHaustür bei Wärmedämmung,

Stabilität und Sicherheit

uneingeschränkt erhalten bleiben.

Besonders bei der Wärmedämmung

sind durch den stärkeren Türblattaufbau

von 80 mm noch weitere Ver-

besserungen erzielt worden.

ce-Kennzeichnung für

haustüren ab 01.02.2007

Die CE-Kennzeichnung von verschiedenen

Gegenständen des täglichen

Gebrauchs sind wir seit Jahren

gewohnt. So findet sich das CE-Label

beispielsweise auf allen elektrischen

und elektronischen Geräten und bei

Kinderspielzeug. Nun nimmt die

Kennzeichnungspflicht auch Einzug

bei den Bauelementen, zunächst bei

Fenstern und Außentüren. Die gesetzliche

Grundlage für die Kennzeichnung

ist die europäische Produktnorm EN

14351-1, die vor kurzem vom Euro-

päischen Technischen Komitee (CEN/

TC 33) verabschiedet wurde und ab

Frühjahr 2007 in allen EU-Staaten

greifen wird. Das CE-Kennzeichen

zeigt die Übereinstimmung des Produktes

mit den entsprechenden europäischen

Richtlinien und ermöglicht

somit den europaweiten Vertrieb.

Mit 1. Februar beginnt die so genannte

Koexistenzphase, eine Übergangsphase

von zwei Jahren, innerhalb der alle

Produkttypen entsprechenden Prüftests

unterzogen werden müssen, um dann

die CE-Kennzeichnung vornehmen

zu können – ein sicherlich nicht zu

unterschätzender Aufwand für die

Produzenten.

rubner baut seit

generationen auf holz

Die Unternehmensgruppe Rubner

hat sich seit Jahrzehnten dem Holz

verschrieben: vom Rundholz bis zum

Fertighaus deckt man nahezu alle

Fertigungsstufen bei der Holzverarbeitung

ab. Auch in Sachen Haustüren ist

das Rubner Türenwerk seit 40 Jahren

erfolgreich und beweist mit den jüngsten

Entwicklungen für alle Kategorien

des Niedrigenergiehausbaus und der

Passivhaustür seine führende Rolle

auf dem europäischen Markt. Rubner

verdankt diese Stellung dem Weitblick

seiner Gründer einerseits und der tief

verwurzelten Tradition der Holzbearbeitung

gepaart mit technologischem und

innovativem Fortschritt andererseits.

eine weitere neuheit bei rubner: Bündig eingesetztes

Wärmeschutzglas...

Der Umweltaspekt

Nicht zuletzt ist Holz ein nachwachsender Rohstoff,

der bei umweltschonender Gewinnung und Transport

als CO 2 -neutral eingestuft werden kann. Der Wald

bindet beim Wachstum Kohlendioxid und trägt so

wesentlich zum Klimaschutz bei – ein wesentlicher

Vorteil in Zeiten steigender CO 2 -Emissionen. Wird

mit Holz gebaut, bleibt der Kohlenstoff langfristig

gebunden und belastet die Atmosphäre nicht. Holz ist

ein Baustoff, der für seine Erzeugung keine fremde

Energie benötigt. Und für die Verarbeitung zu Werkstoffen

muss vergleichsweise wenig Energie aufgewendet

werden. Damit ist Holz anderen, energieintensiven

Baustoffen wie Beton, Stahl und Ziegel deutlich

überlegen. Holzprodukte sind Plus-Energie-Produkte:

Sie enthalten mehr gespeicherte (Sonnen-) Energie, als

zu ihrer Herstellung und Entsorgung nötig ist.


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Radius 01/2007

architektur und aktiver Klima schutz

In der Altstadt, in unmittelbarer Nähe zur Marienklinik, wird in diesen Monaten

ein Klimahaus A fertig gestellt. Das vom Architekten Wolfgang Piller aus Bozen

geplante Gebäude beeindruckt nicht nur in seiner Gestalt, sondern auch wegen

seiner Energieeffizienz.

Keine sichtbare Heizung, eine kontrollierte

Be- und Entlüftung sowie

Holzfenster mit zum Teil Dreifachverglasung

sorgen für behagliches

Wohnen und Arbeiten an exponierter

Stelle.

„Als die Entscheidung gefallen war,

ein Klimahaus A zu bauen, wollten wir

nicht auf die Vorteile eines Massivbaus

verzichten, erläutert Architekt Wolf-

gang Piller (im

Bild), „so wählten

wir innen und

außen den Ziegel

und dazwischen

die Dämmung.

Dadurch konnten

wir außen einen

„normalen“ Putz aufbringen und die

Fassade so besser gestalten. In einer

städtebaulichen Übergangssituation

zwischen dicht verbauter Altstadt mit

typischer Straßenrandbebauung und

bereits aufgelockerter punktueller Bebauung

mit mehrgeschossigen Stadtvillen,

wird der Neubau einen logischen

Übergang im Stadtgefüge bilden.“

Konzeption und

architektursprache

Der Hauptbaukörper, vier Geschosse

hoch mit gerundeter Fassade, wirkt

dominant und gleichzeitig zurücknehmend,

die fehlenden Ecken bewirken

ein nahtloses Einfügen ins umgebende

Stadtbild. Mittels eines eingeschossigen

Zwischenbaus werden Anbindung

und gebührender Abstand an ein

bestehendes Gebäude vermittelt. „Der

Zuschnitt des Grundstücks ließ uns

nicht allzu viel Möglichkeiten eines

vernünftigen Gebäudegrundrisses, war

aber gleichzeitig eine große Chance,

etwas Ansprechendes entstehen zu

lassen“, erklärt Architekt Piller, „ich

denke, wir haben eine dieser besonderen

Lage entsprechende Lösung

gefunden.“ Über zwei Tiefgeschossen,

welche für Parken und Technik

vorbehalten sind, stapeln sich ein

Bürogeschoss sowie drei Wohn-Etagen.

Darüber befindet sich noch eine

großzügige Dachterrasse, welche dem

Bauherrn vorbehalten ist. Die Wohnräume

orientieren sich zur Sonne und

dem Licht, Schlafräume und Bäder

sind der „kühleren“ Seite zugeordnet.

energieeffizienz und

Behaglichkeit

Die Lage des Gebäudes ist geradezu

ideal für eine Ausführung im Klima-

Haus-Standard. Wenig Verschattung

und viele Sonnenstunden ermöglichen

einen großen Eintrag passiver Solarenergie.

Die großen Fensterflächen an

der gerundeten Südfassade in Zusammenhang

mit den sich nach innen

verjüngenden Räumen wirken geradezu

als „Energiefänger“. Verschiebbare

Sonnenschutzelemente vor den Balkonen

sowie Raffstores vor den übrigen

Fenstern sorgen dafür, dass es in den

Innenräumen nicht zu heiß wird. Gut

gedämmte Wände und Holzfenster mit

ausgezeichneten U-Werten halten in

den kalten Tagen wertvolle Energie

im Gebäude. Deckenheizung und die

teilweise entlang der Fassade verlegte

Fußbodenheizung geben angenehme

Strahlungswärme an den Raum ab. Die

kontrollierte Be- und Entlüftung mit

Wärmerückgewinnung versorgt den

Bewohner mit frischer gefilterter Luft,

ein besonderer Komfort in Zeiten von

erhöhtem Feinstaub und Allergien. Des

Weiteren kann an verkehrsintensiven

Straßen ohne lärmbelästigenden Ver-

kehr gewohnt und gearbeitet werden.

In den heißen Sommermonaten kann

die Deckenheizung zur Kühlung der

Räume herangezogen werden, allerdings

ist dies nicht mit einer Vollklimatisierung

im herkömmlichen Sinne

gleichzusetzen. „Modernes Bauen

versucht neben zeitgemäßer Architektur

und Kostenbudget vor allem auch

Umweltschutz und den immer höher

werdenden Ansprüchen der Menschen

an das Wohnen und Arbeiten gerecht

zu werden“, resümiert Architekt Piller,

„dies ist meistens nicht leicht, aber

manchmal gelingt es – wenn auch mit

Abstrichen – doch.

anlagentechnik

Beim Thema Deckenheizung sorgen

oft gehörte Meinungen für Besorgnis,

z.B. Wärme steigt doch nach oben, das

heißt man bekommt kalte Füße oder

zum anderen einen „heißen“ Kopf.

„Bei Heizsystemen mit Heizkörpern ist

die Luftkonvektion Teil des Heizeffektes,

d.h. die Luft wird erwärmt und

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Radius 01/2007

zirkuliert so im Raum“, erklärt Michele

Carlini, als Planer für die technischen

Anlagen verantwortlich. „Bei diesen

auf Strahlungswärme basierenden

Systemen verhält es sich jedoch anders.

Hier werden die Bauteile selbst

sowie der Raum als Gesamtes bestrahlt

und somit erwärmt. Gerade bei gut

gedämmten Gebäuden sind Temperaturdifferenzen

zwischen Boden und

Decke praktisch nicht wahrnehmbar,

die Wärme verteilt sich gleichmäßig

im Raum. Zudem herrschen keine

Staubaufwirbelungen, wie das bei

herkömmlicher Radiatorenheizung der

Fall war.“ Demnach besteht der große

Vorteil der Deckenheizung darin, dass

sie zum einen vollflächig im Raum

verlegt werden kann und gegenüber

der Fußbodenheizung kurze Reaktionszeiten

hat. Während bei einer

Fußbodenheizung Aufwärmen und

Erkalten bis zu vier Stunden dauern

kann, bringt die Deckenheizung schon

nach zehn Minuten die gewünschte

Temperatur. Somit sind hohe Temperaturschwankungen

gerade in den Morgenstunden

praktisch ausgeschlossen.

Die Wandheizung wäre eigentlich auf-

grund der größeren Bestrahlungsfläche

des menschlichen Körpers die ideale

Lösung, kann allerdings bei aufwändigen

Installationen nicht überall eingesetzt

werden. Daher bildet die Deckenheizung

den besten Kompromiss

aller Strahlungsheizsysteme. „Wäre es

möglich gewesen, anstatt einem Gas-

brennwertkessel eine geothermische

Anlage, welche ihren benötigten Strom

über eine Photovoltaikanlage bezogen

hätte, einzusetzen, hätten wir hier ein

insgesamt ausgezeichnetes System,

was Energieeffizienz und Behaglichkeit

der Räume angeht, verwirklichen

können“, bilanziert Ing. Carlini.

an alle, die Zähne putzen

Putzen Sie jeden Morgen Ihre Zähne? Wahrscheinlich schon. Kochen Sie Tee?

Kaffee? Auch. Am Ende bereiten Sie sogar noch Babynahrung zu? Mit frischem,

sauberem Leitungswasser. Glaubten Sie jedenfalls.

Jedes noch so frische Wasser muss

durch eine Wasserleitung – und wie

die von innen aussieht, weiß meist

kein Mensch. Erstaunliche 70% aller

Trinkwasserleitungen sind von innen

veraltet. Egal ob dicke oder dünne

Rohre, egal ob aus Kupfer, Zink oder

aus Eisen: Rost frisst sie auf. Braunes

Wasser und sinkender Wasserdruck

sind eindeutige Signale.

Unheil rost

Der Rost in Ihren Wasserleitungen

schläft nie. Und schon nach kurzer

Zeit hat er ein ordentliches Unheil angerichtet.

Völlig unbemerkt hat er sich

bis in den letzten Winkel der Rohre

vorgearbeitet und sie teilweise so

angefressen, dass schon bald Rohrbrüche

unausweichlich sein werden. Eine

tickende Zeitbombe sozusagen.

Bereits nach fünf Jahren sind die

meisten Wasserleitungen vom Rost

angegriffen. Nach spätestens zehn

Jahren ist das Problem praktisch in

jedem Haushalt akut, aber oft noch

unbemerkt. Was nutzt das sauberste

Bergquellwasser, wenn es durch eine

vom Rost zerfressene, dreckige Leitung

geflossen ist? Sie ahnen es: Nichts.

sanierung von innen

statt teurer totalsanierung

Es gibt nur zwei Möglichkeiten,

frisches und sauberes Wasser durch

frische und saubere Rohre zu leiten.

Die eine wäre die Totalsanierung.

Dabei werden die alten Rohre aus

allen Wänden und Böden gerissen und

durch neue ersetzt. Eine aufwändige

und vor allem teure Sache. Im Bild

rechts sehen Sie ein Badezimmer während

der herkömmlichen Totalsanierung.

Die eindeutig bessere Lösung ist

die Rohrsanierung von Innen (im Bild

oben rechts). Ohne lästigen Schmutz,

Lärm und Wasserunterbruch wird das

gesamte Leitungsnetz saniert. Und

das wesentlich günstiger als bei einer

Totalsanierung. Bei der Rohrsanierung

von Innen mit dem weltweit patentierten

LSE-System wird zunächst

Quarzsand mit Luft durch die Rohre

geblasen. Der Quarzsand löst den Rost,

bis ein blankes, sauberes Rohr übrig

bleibt. Das Rohr ist dann so, wie es

einmal war: Neu. Doch das ist noch

nicht genug, denn das Rohr soll auch

so bleiben. Deshalb wird anschließend

eine schützende Kunststoffbeschichtung

im flüssigen Zustand durch das

Rohr geblasen. Der Kunststoff setzt

sich wie eine zweite Haut im Inneren

der Rohre fest, erhärtet und verhindert

jede neue Ablagerung. Rost hat nun

ganz bestimmt keine Chance mehr. Das

herkömmliche totalsanierung, oder...

…rohrsanierung von innen, die eindeutig bessere lösung!

rostiges, gereinigtes und saniertes rohr

Rohr bleibt neu und Ihr Wasser bleibt

so, wie es vom Berg kommt - frisch

und sauber. Garantiert.

schnell, sauber, günstig

Die Vorteile für die Rohrsanierung

von innen liegen also auf der

Hand. Schnell, sauber, günstig und

dazu noch umweltfreundlich. Zudem

gibt es für die Rohrsanierung

von innen dieselbe Garantie wie auf

eine Neuinstallation des gesamten

Leitungsnetzes! Lassen auch Sie sich

unverbindlich beraten und fordern Sie

die umfangreiche Referenzliste mit

sanierten Objekten der letzten zwölf

Jahre in Südtirol, Italien, Österreich

und Deutschland an!

inFO

moriggl gmbh

Punistraße 2 - 39020 glurns

tel. 0473 831 555 - Fax 0473 831 596

info@moriggl.com - www.moriggl.com

Radius 01/2007 71

U N T E R N E H M E N / B A U G E W E R B E


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U N T E R N E H M E N / B A U G E W E R B E

Radius 01/2007

Das vario-haus: gut schaut’s aus!

VARIO BAU, der Österreichische Fertighausspezialist für Niedrigenergie- und

Passivhäuser ist seit Februar 2006 mit einem Musterhaus in Nals vertreten.

Das Unternehmen verfolgt seit Jahren

das Konzept, Häuser nach den

Anforderungen des Klima- und

Umweltschutzes und mit möglichst

geringem Energiebedarf zu planen

und zu bauen. Das Niedrigenergiehaus

ist der anzustrebende Standard für

hochkomfortable und schadstoffarme

3-Liter-Häuser, das Passivhaus (unter

1,5 Liter/m² Nettowohnfläche pro

Jahr) hingegen ist das Maß des neuen

Jahrtausends. Das im Frühjahr 2006

fertig gestellte Musterhaus in Nals

wurde nach den aller neuesten Stand

der Technik und weit über die derzeit

geltenden Klimahaus-Bestimmungen

hinaus gehend konzipiert.

Photovoltaikanlage

sonnenenergie effizient nutzen:

erdwärme und Photovoltaik

Das nach Terminvereinbarung

zugängliche Musterhaus von Günther

Pallweber vereint eine Reihe wichtiger

Kriterien „unter einem Dach“:

• Passivhausstandard – hier hat der

Hersteller seit Jahren sehr große Erfahrungen

und kann mit über zehn

verschiedene Wandaufbauten jeder

individuellen Anforderung gerecht

werden.

• kontrollierte Be- und Endlüftung

für maximalen Wohnkomfort und

ein gesundes Raumklima.

• Nutzung erneuerbarer Energie für

die Warmwassererzeugung und das

Heizen, hier fiel die Entscheidung

auf eine Wärmepumpe und eine

Daten & Fakten

vario-haus in nals

Photovoltaikanlage, somit können

Strom- und Heizkosten einfach auf

Null gesetzt werden.

• Kostenpunkt und Fixpreis: trotz

des hohen Standards konnten die

Baukosten gering gehalten werden.

Ein Niedrigenergiehaus muss

nicht zwangsläufig teuerer sein,

das Know-how liegt in der durchdachten

Planung und im effizienten

Einsetzen der Technik.

Energieausweis: „Klimahaus Gold“

und Passivhausstandard variables und individuelles Bauen

Energiekennzahl: 9 KWh/(m²a)

Energiekosten im Jahr: 0,80 EUR/m² VARIO BAU bietet eine ganze Palette

Werte der Gebäudehülle:

unterschiedlicher Häuser, um variables

- Außenwand Um= 0,11 W/m² K Bauen – von traditionell bis modern

- Dach Um= 0,13 W/m² K

– zu ermöglichen. Das Musterhaus von

- Kellerdecke Um= 0,12 W/m² K Günther Pallweber in Nals lässt gerade

Fenster: Dreifachverglasung

durch seine traditionelle Form die Bau-

- Ug= 0,5 W/m².K

weise nach weit über die derzeitigen

- Uw= 0,8 W/m².K

Standards hinausgehenden technischen

Luftwechselrate

Möglichkeiten nicht auf den ersten Blick

„Blower-Door-Test“: 0,6

erkennen. Das Vario-Musterhaus in Nals

Kontrollierte Be- und Entlüftung für ist nach Terminvereinbarung für Be-

maximalen Wohnkomfort und ein sichtigungen und den Erhalt konkreter

gesundes Raumklima

Detailinformationen zugänglich.

Nutzung erneuerbarer Energien für

die Warmwassererzeugung und

das Heizen:

- eine Wärmepumpe 6 KW mit

Spiralkollektoren

- eine Photovoltaikanlage auf dem

Dach die ca. 4.600 kwh Strom

pro Jahr erzeugt

- somit können Strom und Heizkosten

einfach auf Null gesetzt

werden

Baukosten Schlüsselfertig:

1340 Euro/m² Nettowohnnutzfläche

ab Oberkante Kellerdecke Passivbauwand

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P A G I N I E R U N G


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B A U W I R T S C H A F T

Radius 01/2007

lehrberufe am Bau

Die Entwicklung der Märkte setzt es voraus: In allen Bereichen steigt der

Bedarf an Wissen – so auch im Handwerk. Speziell in den Bauberufen hat der

neue „Markt Klimahaus“ die Nachfrage an spezialisierten und innovativen

Fachkräften gesteigert.

häuser bauen heißt Zukunft bauen,

dies gilt für Bauherren, Bauunternehmer

und – in erster Linie

– auch für junge Menschen. Wer eine

Lehre in einem Bauberuf absolviert,

baut auf eine sichere Zukunft. Die

neue Entwicklung der energieeffizienten

Bauweise hat die Anforderungen

an das Bauhandwerk und damit auch

an die Ausbildung geändert.

Berufsbilder verändern sich, werden

den aktuellen Anforderungen gerecht

und sind zukunftsorientiert. Kreative,

individuelle Lösungen werden verlangt,

ob beim Erstellen des Rohbaus

und Bauen nach ökologischen Gesichtspunkten,

bei der Fassadengestaltung,

der Sanierung und Restaurierung

oder beim Innenausbau. Der Bau eines

Klimahauses verlangt den Einsatz fortschrittlicher

Technologien zur zeitgemäßen

Aufgabenlösung unter Berücksichtigung

der Bereiche Umweltschutz,

Energieeinsparung, Arbeitserleichterung

und hohes Qualitätsniveau.

lehrberufe rund ums Bauen:

• Bodenleger

• Dachdecker

• Fliesen-, Platten- und Mosaikleger

• Hafner

• Maler und Lackierer

• Maurer

• Steinmetz und Steinbildhauer

• Tiefbauer

• Zimmerer

Die unterschiedlichen Anforderungen

in den Bauberufen sorgen für

Begeisterung unter den Lehrlingen. Sie

sprachen mit Radius über ihren Beruf.

Ulrich Kaser (20), Zimmererlehrling,

Vintl: „Die Arbeit macht Spaß

und ist abwechslungsreich. Du siehst

immer, was du geleistet hast – und das

noch nach Jahren!“

Dietmar Heiß (19), Fliesenlegerlehrling,

Mölten: „Meine Arbeit bietet

mir viel Abwechslung, den Kontakt

mit anderen Menschen und immer

eine neue Herausforderung.“

Florian Romen (16), Tiefbaulehrling,

Eppan: „Mit jedem neuen

Auftrag wechseln wir die Baustelle. Ich

komme also viel herum und mein Job

wird mir nie langweilig!“

Tobias Nussbaumer (17), Steinmetzlehrling,

Sarntal „In meinem

Beruf ist Kreativität gefragt. Wir bearbeiten

Natur- oder Kunststein.“

Karriere mit Lehre heißt die Infokampagne,

die der LVH bereits vor 15

Jahren ins Leben gerufen hat. Durch

den Besuch an Mittelschulen, den

„Heißen Draht zum Traumberuf“ unter

0471 323 323 oder die Lehrstellenbörse

unter www.lvh.it informiert der

LVH Eltern und Jugendliche, aber auch

Lehrherren über die Ausbildung, freie

Lehrstellen und sämtliche Informationen

rund um die Ausbildung im

Handwerk.

Radius 09/2006 75


76

U N T E R N E H M E N / B A U G E W E R B E

Radius 01/2007

Photovoltaik-experten

Südtirol Solar gehört zu den Experten der Südtiroler Photovoltaik-Branche. Schon

lange bevor der Photovoltaikmarkt in Italien mit der Förderung von Solarstrom einen

Aufschwung erlebt hat plante und montierte das Unternehmen Photovoltaikanlagen.

mit dem Kyoto Protokoll haben

sich die Industrienationen im

Jahre 1997 dazu verpflichtet,

den Ausstoß von Kohlendioxid und

anderen Treibhausgasen zu verringern.

Der Emissionshandel, der 2005 in den

EU-Mitgliedsstaaten gestartet wurde,

soll dazu beitragen. Statt Verbote und

südtirol solar plant, berechtnet und montiert Photovoltaikanlagen nach

dem neuesten stand der technik.

Grenzwerte regulieren nun Verschmutzungskosten

und Einsparprämien das

Ausmaß der Belastung. Innerhalb des

letzten Jahrzehnts hat sich der internationale

Markt für Photovoltaik aufgrund

verschiedener Fördermaßnahmen

enorm entwickelt. In Italien ist

im Sommer 2005 ein Ministerialdekret

in Kraft getreten, welches das Einspeisevergütungssystem

nach deutschem

Vorbild vorsieht. Demnach werden die

Leistungsgrößen der Photovoltaikanlagen

in drei Klassen eingeteilt, wobei

je nach Klasse andere Bestimmungen

und Vergütungen gelten. Zusätzlich

zur Einspeisevergütung kann man bei

Anlagen bis zu 20 kW für die Alternative

„scambio sul posto“ optieren.

Hierbei handelt es sich um ein System,

bei dem der in das öffentliche Netz

eingespeiste Strom mit dem daraus

entnommenen verrechnet wird. Alternativ

kann der produzierte Strom zu

einem fixen Mindestpreis, der je nach

eingespeister Strommenge variiert,

an den lokalen Netzbetreiber verkauft

werden. Ein weiterer wirtschaftlicher

Vorteil kommt noch hinzu: Die

Einspeisevergütung wird für 20 Jahre

garantiert.

Qualität im vordergrund

In Südtirol haben bereits im Spätsommer

2005 einige Unternehmen mit

Weitsicht auf ihren teils riesigen Lagerdächern

Photovoltaikmodule installiert.

So auch die Obstgenossenschaft

Cafa Meran. Mit der Ausführung des

Projektes wurde die Südtirol Solar KG

betraut, die schon seit fünf Jahren im

Photovoltaik-Bereich tätig ist. Südtirol

Solar plant, berechnet und montiert

Photovoltaikanlagen nach dem neuesten

Stand der Technik und versteht

sich dabei als Ansprechpartner für

Planer sowie Privatpersonen, die an

Photovoltaik-Anlagen interessiert sind.

Zumal man großen Wert auf hochwertige

Produkte legt, greift die Südtirol

Solar KG auf Partner aus dem Raum

Deutschland zurück, die ebenfalls eine

mehrjährige Erfahrung aufweisen. Die

montierten Solarmodule und -zellen

entsprechen hohen Qualitätsansprüchen,

wobei jedes einzelne Modul

gesondert vermessen wird und eine

eigene Seriennummer erhält. Fachleute

prophezeien diesen Produkten eine

Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten.

Nach dem Kauf garantiert

das Burggräfler Unternehmen Support,

Wartung und Service. Die 6000 kW

große Anlage der Obstgenossenschaft

Cafa Meran wird dieses Frühjahr ans

Netz gehen und somit eine Vorreiterrolle

im Bereich „erneuerbare Energie“

einnehmen.

inFO

südtirol solar Kg

industriezone 11 - 39011 lana

tel. 0473 550 040 - Fax 0473 559 126

mobil 348 222 88 67

info@suedtirol-solar.com - www.suedtirol-solar.com

mit der sonne wohnen

In Tramin, inmitten der Südtiroler Weinlandschaft, bekommt ein Passivhaus gerade

den letzten Schliff. Das vom Architekturbüro Dell‘Agnolo-Kelderer konzipierte

Gebäude ist in abgewandelter Form der traditionellen „Pergl“ nachempfunden.

Zwei Wohneinheiten mit jeweils 110

m² Wohnfläche, 25 m² Bürofläche

sowie eine Tiefgarage mit Kellerräumen

und Archiven werden bald

den Rahmen für zeitgemäßes Wohnen

bilden. Das Gebäude mit einer

beheizten Gesamtkubatur von über

1500 m³ stellt eine Investition in eine

Zukunft dar, in welcher Energie immer

kostbarer wird.

energiekonzept

„Bei diesem Haus handelt es sich

um ein äußerst energiesparendes

Gebäude, bei einem Verbrauch von

umgerechnet gerade mal einem halben

Liter Heizöl pro m² und Jahr werden

die Heizkosten auf ein Minimum reduziert“,

führt Ing. Egon Kelderer aus,

„wir haben das Gebäude ähnlich einem

offenen U, welches sich zur Sonne

öffnet, entwickelt“. Zugleich lehnt sich

die Südfassade etwas gegen den Hang

zurück, um so noch mehr Sonnen-

energie einfangen zu können. Während

sich drei Seiten eher geschlossen

mit kleineren Fenstern darstellen,

kennzeichnet sich die Sonnenseite

vor allem durch viel Glas. Im Sommer

werden eine Art Pergola und außenliegende

Raffstore vor Überhitzung

schützen. Das in traditioneller Bau-

weise mit Ziegel und Beton konstruierte

Gebäude wird auf den „kälteren

Seiten“ mit 20 cm Vollwärmeschutz

eingepackt, auf der Südseite garantiert

die Dreifachverglasung dafür, dass die

Wärme drinnen bleibt. Die absolute

Dichtigkeit des Gebäudes zusammen

mit einer kontrollierten Be- und Entlüftung

sorgen für eine gesunde Luft

im Haus. Das Gebäude verzichtet fast

zur Gänze auf eine herkömmliche Heizung.

Auf der Südfassade aufgebrachte

Solarkollektoren sorgen für ausreichend

Warmwasser, das Dach ist auf

Wunsch der Bauherren vorbereitet zur

Montage von einer Photovoltaikanlage,

so dass das Haus quasi energieautark

funktioniert.

Know-how als Basis

vorbildlichen Bauens

„Was auf den ersten Blick den Eindruck

eines einfachen Gebäudes vermittelt,

hat uns dann doch einiges an

„Hirnschmalz“ abverlangt“, sagt Thomas

Zöggeler von der Zöggeler Bau

GmbH, welche die Baumeisterarbeiten

ausgeführt hat. „So haben wir das Untergeschoss

von den darüberliegenden

Geschossen thermisch komplett abgekoppelt,

viele Wärmebrücken konnten

so vermieden werden. Hier haben wir

nach innovativen Lösungen gesucht

und schließlich auch gefunden. Für

uns braucht es vor allem ein gutes

Konzept um moderne Gebäude mit

ansprechender Architektur zu realisieren,

dann erst wird Bauen zeitgemäß.“

Dass hier ein Passivhaus entstanden ist

lag unter anderem auch an einem in

der Planungsphase erstellten Energiekonzept,

das mehrere Bauvarianten in

Betracht zog und bei dem sich langfristig

das Passivhaus als beste Lösung

erwies, sowie dem enormen Fundus an

Erfahrung des Planers Egon Kelderer

des Architekturbüros Dell’Agnolo-

Kelderer, welches bereits seit 2002

im Klimahausbau Pionierarbeit in

Südtirol leistet. „Eigentlich ist hier

ein Zweifamilienhaus entstanden, das

alles bietet, was man mit modernem

Wohnen verbindet, einen wunderbaren

Ausblick, angenehmes Raumklima und

vor allem einen sparsamen Verbrauch

von Energie“, schließt Ing. Kelderer

seine Ausführungen.

inFO

Zöggeler Bau gmbh

handwerkerz. max valier 5 - 39040 tramin

tel. 0471 860 200 - Fax 0471 861 141

info@zoeggelerbau.it - www.zoeggelerbau.it

Planungsbüro

Dell‘agnolo-Kelderer

silbergasse 15 - 39100 Bozen

tel. 0471 300 236 - Fax 0471 309 869

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U N T E R N E H M E N


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Radius 01/2007

Patent: Klimahaus-Fertigteile

SystemBau, die Fertigteilabteilung der Progress AG hat den neuen Gesetzen

zum energieeffizienten Bauen dadurch Rechnung getragen, dass sie zwei neue

Produkte entwickelte.

Zum einen die patentierte ECO-

Decke, die – als Erweiterung der

klassischen Plattendecke – ein

hervorragendes Raumklima sowie eine

perfekte Schall- und Wärmedämmung

gewährleistet. Zum anderen die neue

Doppelwand mit integrierter Wärmedämmung,

die innovative Lösungen

im Betonfertigteilbau ermöglicht.

Anwendung findet diese besonders

bei tragenden Stahlbetonwänden mit

außen liegender Wärmedämmung, für

gedämmte Fassaden in Sichtbeton,

und fürs Klimahaus.

Ein Blick auf das Sortiment von Systembau

Progress zeigt, dass es heute

keinen Bau mehr gibt, der nicht mit

Fertigteilsystemen ausgeführt werden

kann. Der Grund dafür liegt in der hohen

Flexibilität der Fertigteile, die von

dem 20-köpfigen technischen Büro der

SystemBau Progress ständig weiterentwickelt

werden. Dieses umfassende

Know-how können Planer, Handwerksbetriebe

und Bauherrn bereits in

der Planungsphase nutzen.

tophaus Progress: vom Produktverkäufer

zum systemberater

Es reicht nicht mehr, nur Produkte

zu verkaufen, TopHaus Progress legt

größten Wert auch auf Beratung.

Kompetentes Verkaufspersonal und

fachlich bestens ausgebildete Außendienstmitarbeiter

beraten die Kunden

ausführlich. Das ganzheitliche Denken,

dem sich das Unternehmen verpflichtet

fühlt, spiegelt sich auch im Produktangebot

von TopHaus wider. Dort finden

sich viele innovative, energieeffiziente

und nachhaltige Produkte für alle

Bereiche eines Bauvorhabens.

Komplettpaket für

„energetische gebäudesanierung“

Zur Systemberatung gehört auch, dass

das Brixner Unternehmen in enger

Zusammenarbeit mit dem Landesamt

für Luft und Lärm von Beginn an die

KlimaHaus-Initiative unterstützt hat.

Deshalb hat TopHaus Progress auch

das fix und fertig geschnürtes Komplettpaket

zur energetischen Gebäudesanierung

entwickelt, das den Hauseigentümern

eine einfache Lösung

bietet, um zukünftig 50 bis 80% der

Energiekosten einzusparen. Grundlage

für eine sinnvolle energetische

Gebäudesanierung ist eine Analyse des

IST- Zustandes der Immobilie. Diese

Analyse umfasst die Qualität aller rele-

vanten Bauteile (Wände, Decken, Dach

und Fenster). Dann wird das Sparpotential

konkret ermittelt. Mit dem

Hauptsitz in Brixen und den Filialen

in Bozen/Frangart, Lana, Bruneck

und Lavis können die Kunden vor Ort

bestens betreut und informiert werden.

Immer nah beim Kunden, ist auch das

Credo von TopHaus Progress.

inFO

PrOgress ag

Julius Durst straße 100 - 39042 Brixen

tel. 0472 823 111 - Fax 0472 834 333

www.progress-online.it

Prospektmaterial:

systemBau und tophaus Progress intensivieren Produktinformation


80

U N T E R N E H M E N / B A U G E W E R B E

Radius 01/2007

handwerker bündeln Kräfte

Wachsende Konkurrenz und zunehmender Preisverfall zwingen Kleinstunternehmen

zum Handeln. Vier Südtiroler Handwerks- und ein Handelsunternehmen begegnen

diesem Marktdruck durch Fusion ihrer Unternehmen.

Die Initiatoren Reinhold Alber,

Christoph Buchschwenter, Paul

Jaider, Klaus Lunger und Ivo Veith

gründeten das Unternehmen „Artes+

GmbH“. Unter dem Motto „gemeinsam

sind wir stark“ positionieren sie sich

nunmehr als großes Dienstleistungsunternehmen

rund um das Thema Fliesenhandwerk

und Fliesenhandel. Höchste

Qualität, Zuverlässigkeit und Kompetenz

stehen dabei im Mittelpunkt.

artes + = mehr Qualität,

mehr service, mehr sicherheit

Aus dem Erfahrungsschatz ihrer

insgesamt 115 Berufsjahre wissen sie,

wie stark der Unternehmenserfolg von

der Zufriedenheit ihrer Kunden abhängt.

Die Anforderungen aus dem Kundenumfeld

haben sich zum Teil stark verändert.

Der Kunde wünscht sich nicht nur

beste Qualität und die Einhaltung von

Terminen, er wünscht sich zunehmend

auch eine kompetente Beratung, mehr

Transparenz in der Abwicklung der Aufträge

und einen nachhaltigen Service.

Mit einem erweiterten Leistungsspektrum

möchte nunmehr das Unternehmen

in den nächsten Jahren auf Wachstum

setzen und zu einem der führenden

Anbieter in der Branche aufsteigen.

initiatoren und gesellschafter artes+ gmbh (v.l.n.r.): christoph

Buchschwenter, reinhold alber, ivo veith, Klaus lunger und Paul Jaider

moderne Organisation

als schlüssel zum erfolg

Der Zusammenschluss von fünf

Einzelunternehmen in eine GmbH

erforderte ein Umdenken jedes Einzelnen.

Die größte Herausforderung dabei

war, ein neues Organisationsmodell zu

entwickeln, das die bisher vollkommen

eigenständigen fünf Unternehmer in

ein schlagkräftiges Team umwandelt.

Die Verantwortlichkeiten der Partner

mussten neu definiert werden. Parallel

dazu wurde eine gezielte Marketing-

Strategie aufgesetzt sowie ein Qualitätsmanagement

und Projekt-Controlling

eingeführt. Begleitet wird „Artes

+ GmbH“ seit der ersten Stunde von

der Unternehmensberatung Gravitas

München GmbH, Bärbel Lenke.

Produkt-highlight: die sauerstoff

spendende Fliese

Mit der Gründung der Artes+ GmbH

konnte sich das Unternehmen auch die

Exklusivrechte für eine neuartige welt-

weit patentierte Fliese sichern – die

Oxygena. Wie der Name schon verrät,

handelt es sich hier um eine Fliese mit

Sauerstoff spendenden Eigenschaften.

Damit reagiert das Unternehmen auf

den allgemeinen Trend nach mehr

Gesundheit und Wohlbefinden.

inFO

artes + gmbh

ifingerstraße 5 - handwerkerzone

39010 tscherms

tel. 0473 562 124 - Fax: 0473 554 227

info@artesplus.com

Für bestes Klima im haus

Ein optimierter Isothermenverlauf mit entsprechend hervorragenden

Wärmedämmwerten ist das Markenzeichen des ebenen, lüftbaren Lichtelements

CI-System Lichtarchitektur FE von LAMILUX.

so eignet sich das CI-System Lichtarchitektur

FE für den Einsatz im

privaten Wohnungsbau ebenso wie

auf dem größer dimensionierten Flachdach;

immer dann, wenn besondere

Ansprüche an den Wärme-, Schall-

und Lichtschutz gestellt werden.

Das LAMILUX CI-System Lichtarchitektur

FE als montagefertige und

architektonisch ansprechende Tageslichtlösung

überzeugt durch neuartige

Technik und maßgeschneiderte Eigenschaften.

Der konsequente Einsatz von

durchgehend geschäumten Kernverbundzonen

führt zu einem hochfesten,

thermisch idealen Aluminiumverbundsystem

mit knickfreiem Isothermenverlauf.

Insgesamt verfügt es damit

über sehr gute Wärmedämmwerte und

einen wärmebrückenfreien Fußpunkt,

der die Kondensatbildung verhindert.

Optimale Wärmedämmwerte

Alle Gläser sind mit der „warmen

Kante“ ausgestattet. Die Verglasungsvarianten

reichen von der Wärme-

lüftbares

lichtelement Fe

schutzverglasung mit einem Ug-Wert

von 0,6 W/(m²K), Climatop-Verglasung

(weitere Verglasungsvarianten von 0,8

W/(m²K) bis 1,1 W(m²K) sind möglich)

über selbstreinigendes Glas bis hin zu

Sonnen- und Wärmeschutzverglasung

sowie Schallschutzglas. Je nach Verglasung

ist eine Lichtdurchlässigkeit

bis 77% möglich.

verschiedene varianten

Weitere Markenzeichen des Tageslichtsystems

sind elegante und schmale

Sprossenprofile, Farbbeschichtung nach

RAL-Karte, verschiedene Größen, verschiedene

Varianten in Ausführung und

Öffnungsantrieb zur Belüftung sowie

Sonderausstattungen (vom Dachaustieg

über im Aufsatzkranz integrierte Lüfter

bis hin zu Beschattungselementen). Außerdem

ist das ebene Lichtelement sehr

einfach zu montieren, weil es komplett

auf den Aufsatzkranz vormontiert

angeliefert wird.

Wärmebrückenfreiheit durch

innovationen

Wärmetechnische Berechnungen

gehören zu den wichtigsten Instrumenten

einer permanenten Produktoptimierung.

Optimierung heißt:

Isothermenverläufe (Linien gleicher

Temperatur) müssen knickfrei und

innerhalb der Konstruktion verlaufen,

um das Risiko der Kondensatbildung

nachdrücklich zu minimieren.

Das patentierte Gesamtsystem – der

Isotherme Lastkonverter (ITL) sorgt

dabei für einen wärmebrückenfreien

Fußpunkt. Das Ergebnis: Die Bildung

von Kondensat (Schwitzwasser) wird

minimiert und die Wärmedämmwerte

erhöhen sich deutlich.

Die roten linien zeigen den knickfreien isothermenverlauf

im ci-system lichtarchitektur Fe.

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U N T E R N E H M E N / B A U G E W E R B E

grafik


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B A U W I R T S C H A F T

Radius 01/2007

Klimahaus vom netzwerk

Schlüsselfertige Klimahäuser sind die Spezialität eines Mini-Netzwerks bestehend

aus vier Südtiroler Kleinbetrieben, das im Sommer 2006 seine Arbeit in Südtirol

aufgenommen hat.

Das Mini-Netzwerk, dem eine

Planungsfirma, eine Firma für

Baumeisterarbeiten, eine Tischlerei

und eine Zimmerei angehören,

verfolgt mit der Kooperation vor

allem zwei Ziele: Als eingespieltes

Team wollen die vier Partner einerseits

qualitativ hochwertige Arbeit leisten,

andererseits ihre Konkurrenzfähigkeit

gegenüber großen Unternehmen im

Baubereich sichern.

gemeinsamer marktauftritt

„Ich bin ein junger Unternehmer

und beschäftige in meinem Planungsbüro

außer mir noch zwei weitere

Mitarbeiter“, sagt Martin Kofler,

Geschäftsführer

der Sterzinger

Firma

BauConcept.

Gemeinsam mit

der Niederkofler

GmbH

aus Flans, der

Kofler OHG

aus Flans und

geometer martin Kofler der Tischlerei

Kiebacher aus Sterzing kooperiert Bau-

Concept seit Sommer 2006. Gemeinsam

treten sie auf dem Markt mit dem

Logo „a Plus“ auf.

tis innovation park

Der Wunsch mit anderen Firmen in

einem festen Verbund zusammenzuarbeiten,

reifte bei Martin Kofler schon

früh. Im Jahr 2005 bekam er dann im

Rahmen einer Weiterbildung Kontakt

zum Clustermanager Guido Sandforth

vom TIS innovation park. „Von da an

hatte ich einen festen Ansprechpartner

für mein Vorhaben, mich mit anderen

Firmen zu vernetzen“, so Kofler.

Eine glückliche Fügung wollte es,

dass zeitgleich das Modell Business

Units im Rahmen eines mit EU-Mitteln

finanzierten Projektes durch das Amt

für Innovation gefördert wurde. Business

Unit bedeutet zu Deutsch so viel

wie Geschäfts-Einheit. Unternehmen

mit unterschiedlichen Kompetenzen

bündeln ihr Angebot und treten auf

dem Markt mit einem gemeinsamen

Leistungspaket auf. Nach dem Ende

des EU-Projekts wird dieses Modell

seit Sommer

2006 von den

Mitarbeitern im

TIS innovation

park betreut

und angeboten.

Unternehmer,

die eine innovative

Form der

Kooperation im

Vertrieb suchen,

erarbeiten mit

den Clustermanagern des TIS die Ziele

und Regeln für ihre Zusammenarbeit,

definieren die Abläufe und Verantwortlichkeiten

der einzelnen Partner.

Klimahaus „a Plus“

clustermanager

guido sandforth

Ziel der Business Unit „a Plus“ ist

es, Klimahäuser der Energie-Effizienzstufe

A oder hochwertigere Klimahäuser

zu bauen. Deswegen gaben sich

die vier Partner auch den Namen „a

Plus“. Bei Klimahäusern dieser Klasse

werden umweltfreundliche Baumaterialien

eingesetzt, durch eine optimale

Dämmung der Gebäude wird aber

auch dafür gesorgt, dass sich der

Heizölverbrauch im Jahr auf maximal

drei Liter pro Quadratmeter beläuft.

Durch die hochwertigen Dämmstoffe

gelingt es auch geringe Wärmequellen

– wie beispielsweise die Abwärme

von Fernseher, Computer, Toaster oder

Backofen – im Hausinnern zu bewahren,

sodass die Heizung im Sparmodus

laufen kann.

effizient & koordiniert

„Das ist natürlich eine innovative

Geschichte“, sagt Martin Kofler

und ergänzt: „Wer sich von uns sein

Klimahaus bauen lässt, erhält ein

Rund-um-sorglos-Paket.“ Soll heißen:

für den Bauherrn entfällt die oft

nervenaufreibende Koordination der

einzelnen Gewerke. Die Partnerbetriebe

der Business Unit koordinieren ihre

Arbeiten untereinander und wissen,

wer wann und wo welche Arbeiten

zu verrichten hat. Die Arbeitsabläufe

werden dadurch effizienter aufeinander

abgestimmt. Auch noch so kleine

Details können bereits in der Planungsphase

berücksichtigt werden.

Umstrukturierung

nicht nötig

Der Bau eines Klimahauses der

Klasse A stellt die ausführenden

Handwerksbetriebe natürlich vor

einige Herausforderungen. Die Tischlerei

und die Zimmerei der Business

Unit „a Plus“ dürfen beispielsweise

für die Holzbehandlung nur umweltfreundliche

Lacke verwenden.

Clustermanager Guido Sandforth

betont aber, dass die Anschaffung

neuer Maschinen oder andere kostenintensive

Umstrukturierungen nicht

zwangsläufig erforderlich sind, um

Klimahäuser der Energieeffizienzstufe

A zu bauen.

stressfrei erzielte

Produktqualität

Die Kooperationspartner der Business

Unit hat sich Martin Kofler selbst

ausgesucht. Wichtig für ihn war, dass

er sie schon von früheren Projekten

kannte und die Qualität ihrer Arbeit

beurteilen konnte. Durch die kontinuierliche

Zusammenarbeit mit

immer denselben Partnern erhöhe sich

letztlich die Qualität des Produktes

Klimahaus, erläutert Kofler. Die Business

Unit bringt also sowohl für die

kooperierenden Betriebe als auch für

den Bauherrn Vorteile. Die Kooperationspartner

können ihren Kunden in

dauerhafter Teamarbeit ein qualitativ

hochwertiges Leistungspaket anbieten.

„Für den Bauherrn heißt dies unterm

Strich, dass er ein Klimahaus auf dem

neusten Stand der Technik erhält, bei

dem ein routiniertes Team den Bau des

gesamten Hauses von der Planung bis

zur Schlüsselübergabe abwickelt“, erläutert

Guido Sandforth, Manager des

Clusters Bau & Facility Management

im TIS. „Dies bedeutet weniger Stress

und am Ende steht ein Klimahaus,

bei dem das Preis-Leistungsverhältnis

stimmt“ ergänzt Martin Kofler.

inFO

tis innovation park

siemensstraße 19 - 39100 Bozen

tel. 0471 568 144 - Fax 0471 568 145

www.tis.bz.it - info@tis.bz.it

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P A G I N I E R U N G


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K L I M A H A U S

Radius 01/2007

lust auf Behaglichkeit

Es sind viele Dinge welche ein Raumklima kennzeichnen, Faktoren, die einander

zuträglich sind oder auch nicht.

Wer hat nicht schon mal gedacht:

„Irgendwie fühle ich mich hier

nicht wohl“, als er zu einer

Wohnungseinweihung eingeladen war.

Manchmal ist die Temperatur zu hoch,

vielleicht ziehts auch nur ein bisschen

oder wir haben kalte Füße. Kurzum, es

ist unbehaglich.

Letztendlich bestimmt der Mensch

selbst, meist im Unterbewusstsein, ob

ihm ein Raum passt oder ob er am

liebsten woanders wäre. Wenn dicke

Luft herrscht im Raum oder das Kratzen

im Hals bedingt durch fehlende

Luftfeuchtigkeit das Arbeiten unangenehm

macht, können dies Indikatoren

für ein schlechtes Raumklima sein.

Was den Menschen auf der Gefühlsebene

erfasst aber sind simple physikalische

Einflüsse auf sein Nervensystem.

Etwas. Das man mit Worten zu

umschreiben versucht und doch meist

unzureichend in Fakten gefasst werden

kann. Diese Fakten aber, besser gesagt

die Faktoren zur Definition des Raumklimas,

beschreiben allgemein was wir

unter Behaglichkeit verstehen. Behaglich

ist dort, wo wir uns wohl fühlen.

abhängigkeiten

Es gibt mehrere Faktoren, welche

das Raumklima in Abhängigkeit

zueinander bestimmen. So z.B. die

Lufttemperatur, die Temperatur der

umgebenden Oberflächen sowie die

Feuchtigkeit und Geschwindigkeit der

Luft. Wichtig für das Empfinden sind

zudem die Kleidung und die im Raum

ausgeübte Tätigkeit. „Es ist natürlich

für unser Befinden ein Unterschied ob

wir im Raum nur Herumsitzen oder

turnen“, erklärt Ing. Michele Carlini

vom Studio Tecnico Carlini aus Bozen,

„bei aktiver Tätigkeit ist für den

Menschen eine niedere Temperatur

angenehmer als beispielsweise bei

der Büroarbeit.“ Gerade bei längerem

Aufenthalt in geschlossenen Räumen

ist ein optimales Verhältnis dieser

Faktoren zueinander äußerst wichtig.

Andernfalls können schnelles Ermüden,

Unkonzentriertheit, Unbehagen

bis hin zu „kränklichen“ Symptomen

die Folgen sein.

gute voraussetzungen

Erwiesenermaßen fühlt sich der

Mensch in geschlossenen Räumen

wohl, wenn die gemittelte Temperatur

zwischen Raumtemperatur und der

Temperatur der ihn umgebenden Oberflächen

im Bereich von 20-24°C im

Winter und 23-26°C im Sommer liegt.

Das heißt, wenn im Winter die Wände

eines schlecht gedämmten Gebäudes

innenseitig eine Temperatur von nur

16°C haben, muss die Raumtemperatur

entsprechend höher sein, damit sich

ein Behaglichkeitsgefühl einstellt. „Der

Idealfall ist natürlich die Temperierung

der umgebenden Bauteile wie

Fußboden, Wand oder Decke. Hier hat

man zum einen Strahlungswärme, die

für den Menschen die angenehmste

Wärmequelle ist, weil sie ähnlich der

Sonne wirkt, und zum anderen wenig

kalte Oberflächen im Raum. Diese Art

der Heizung hat zudem den Vorteil,

dass sie großflächig verlegt und mit

niederen Temperaturen gearbeitet

werden kann. Wird nun ausreichender

Luftwechsel mit gleichzeitiger

Befeuchtung und Filterung der Luft

mittels einer kontrollierten Be- und

Entlüftung gewährleistet, sind die physikalischen

Hauptfaktoren für Behaglichkeit

geschaffen.

Klima im Klimahaus

Klimahäuser haben gute Voraussetzungen

für optimales Raumklima,

aber es ist nicht alles Gold, was

glänzt. Gerade beim Bau von Passivhäusern,

dem sparsamsten aller

Klimahäuser was Energie angeht, sind

Standort und Nutzung genau aufeinander

abzustimmen. Dem Prinzip folgend,

dass das Gebäude hauptsächlich

durch die Sonne beheizt wird, muss

es vor Überhitzung geschützt werden,

teils auch im Winter. Der Mensch und

sein Wärmepotential spielen hierbei

eine ganz wesentliche Rolle. Wird eine

Zusatzheizung eingebaut, müssen

hohe Temperaturschwankungen vermieden

werden, welche zu Unbehagen

führen würden. Aufgrund der guten

Rahmenbedingungen, welche vor

allem die gute Dämmung, die Dichtigkeit

des Gebäudes bei gleichzeitiger

kontrollierter Be- und Entlüftung

bedingen, wird sich in einem Klimahaus

normalerweise auch behaglich

leben lassen.

Baubiologie und Feng shui

Das Raumklima ist aber auch noch

anderen Einflüssen unterworfen.

Biologische Baustoffe, Vermeidung

von Elektrosmog und das Abstimmen

der Räume auf die Bedürfnisse des

Unterbewusstseins sorgen für Harmonie

im Raum. Geht es in der Baubiologie

in erster Linie um Baustoffe,

deren Verwendung und das Vermeiden

von schädlicher Strahlung, werden mit

Feng Shui Gebäude auf weitere äußere

Bedingungen untersucht und gestaltet.

Diese Jahrtausende alte Lehre beinhaltet

in erster Linie ein ganzheitliches

und gesundes Leben mit der Natur.

Der Mensch soll in einem insgesamt

positiven Umfeld leben, wobei immer

ein Gleichgewicht vorhanden sein soll.

Gesundheitliche Probleme, familiäre

Disharmonie oder mangelnder

beruflicher Erfolg lassen sich diesen

Grundsätzen folgend auf den Grundriss

und die Gestalt von Gebäuden

zurückführen.

Beispielsweise wissen viele Menschen

nicht, warum sie morgens schlecht

ausgeruht aufwachen. Liegt es am

Bett, dem Radiowecker, der Antenne

auf dem Dach oder an der Wasserader,

auf der man unwissenderweise

nächtigt?

Vielleicht ist es auch zu warm oder

eine stickige Luft, welche schlecht

schlafen lässt. Letztendlich sind es

viele Faktoren, welche ein Raumklima

bestimmen. Moderne Raumplaner sind

gefordert, die physikalisch optimalen

Bedingungen herzustellen und schließlich

alles auf den einen Mittelpunkt zu

fokussieren: den Menschen.

Radius 01/2007 85

K L I M A H A U S


WerZalit ® ideal für

ihre Klimafassade.

Das Thema Klimahaus ist hochaktuell. Laufend gibt

es Neuheiten in Material- und Bautechnik. Zu diesen

zählen auch die innovativen Fassadenprofile und

Werkstoffe von WERZALIT®, für welche Holzland Vaia

in Leifers die Exklusivvertretung in Italien hat.

WERZALIT® entsteht aus zerspantem, ausgesuchtem

Holz in genau festgelegten Mischungsverhältnissen

unter Hitze und Druck. Dadurch ist der Holzwerkstoff

Werzalit extrem widerstandsfähig gegen Hitze

und Nässe.

Ob für Fassaden, Balkone oder Zäune, das weltweit

patentierte Werzalit-Verfahren garantiert einzigartige

Materialeigenschaften. Durch den Einsatz

von witterungsbeständigen Fassadenprofilen und

wirkungsvollen Dämmstoffen führt die Luftzirkulation

zwischen Mauerwerk und Fassade die Bau- und

Nutzungsfeuchte nach außen ab. Die Fassadenprofile

bilden zudem auch ein gestalterisches Element und

harmonieren mit anderen architektonischen Elementen

wie Beton, Glas oder Holz.

Alle weiteren Infos zu diesem Thema gibt es bei

Holzland Vaia in Leifers, auf dem Messestand der

Klimahouse vom 25. bis 28. Januar 2007 oder unter

www.holzlandvaia.it.

ein individuelles

holzhaus!

Der Wunsch des Kunden ist oberstes Gebot bei

innerhoferholzbau. Flexibel und mit höchsten Anforderungen

an die Qualität werden Niedrigenergiebauten

in Holzbauweise schlüsselfertig ausgeführt.

Bei Planung und Ausführung werden neben den

neuesten technischen Standards vor allem die persönlichen

Wünsche des Bauherrn und der Planer berücksichtigt.

Dabei spielt die enge und bewährte Zusammenarbeit

mit allen an der Bauausführung beteiligten

Betriebe eine wichtige Rolle.

Alle Häuser von innerhoferholzbau werden als

Klimahäuser erbaut und erreichen Energieverbrauchswerte

zur Einstufung in die höchsten vorgesehenen

Kategorien. Zudem werden auch Dachstühle, Balkone

usw. gefertigt.

Neben einer soliden und fachmännischen Erledigung

aller Bauaufträge legt die Unternehmensführung

besonderen Wert auf die pünktliche Fertigstellung der

Bauten.

Dazu Alois Innerhofer: „Wir begleiten und beraten die

Bauherren während der gesamten Bauphase. Dieser

ständige Kontakt ist wichtig und ermöglicht die

schlüsselfertige Übergabe innerhalb weniger Monate

bzw. innerhalb der mit dem Auftraggeber vereinbarten

Termine.“

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88

K L I M A H A U S

Radius 01/2007

ein Bauer im Passivhaus

Gert Telfser ist Bauherr und Besitzer des ersten Klimahauses A Gold, einem

Passivhaus, im Raum Naturns. Die mit hohen Qualitätsstandards ausgeführte neue

landwirtschaftliche Hofstelle bietet Platz für den Alt- und den Jungbauern.

Das Gebäude zeigt vor allem eines:

moderne Architektur. „Es ist ein

ganz besonderes Wohngefühl in

unserem neuen Heim, man lebt förmlich

auf“, schwärmt Josef Telfser, Vater

von Gert Telfser.

entscheidungsfindung

„Wir hatten nur eine bestimmte

Kubatur zur Verfügung, wieso also

sich mit Dachschrägen plagen, wenn

es auch einfacher geht“, begründet

der „Altbauer“ die Wahl einer „kubistischen“

Formensprache. Der Entscheidung,

ein Passivhaus zu bauen,

war sondern vorausgegangen waren

das Sammeln von Informationen und

das Anschauen von bereits gebauten

Passivhäusern in der weiteren Umgebung

vorausgegangen. „Wir sind der

Meinung dass unser Geld so gut investiert

ist und dass wir für die Umwelt

einen angemessenen Beitrag leisten. “,

stellt der Josef Telfser klar. Die Wahl

fiel auf ein Passivhaus des Malser

Unternehmens Klas Haus, welche die

Projektierung schlüsselfertig angeboten,

mit einem schlüssigen Gesamtkonzept

überzeugt und letztendlich für

eine ausgezeichnete Ausführung Sorge

getragen hat.

ausführung

Das Gebäude wurde in Massivbauweise

erstellt und dessen Dach

und Außenmauern entsprechend dick

gedämmt. Das Treppenhaus wurde

thermisch getrennt und zählt somit

nicht zur beheizten Kubatur. Dreifachverglasung

und Passivhaustüren

verhindern ein Entweichen von teurer

Energie. Die kontrollierte Be- und Entlüftung

sowie Wandheizung bzw. in

Teilbereichen auch Fußbodenheizung

sorgen für ein behagliches Raumklima.

Die Wärme wird geothermisch aus

dem Boden bezogen, für Strom sorgt

eine Photovoltaikanlage an Fassade

und auf dem Dach. Mit dieser Technik

ist man sozusagen energieunabhängig,

Josef telfser

die Wärme aus der Erde ist abgesehen

vom Strom für die Wärmepumpe

kostenlos ebenso wie die Energie

der Sonne. Und schließlich wird der

eventuell mehr produzierte Strom an

den Energieversorger verkauft, sodass

der Blick auf steigende Ölpreise ein

amüsiertes Lächeln hervorzaubert. Da

Passivhäuser extrem wenig Energie

abgeben, leistet man somit einen großen

Beitrag zu aktivem Klimaschutz.

Vor der sommerlichen Überhitzung

schützen außenliegende Raffstore welche

sich vollautomatisch regeln lassen.

Die Raffstores haben den Vorteil, dass

die Hitze draußen bleibt, die Bewohner

trotzdem der Blick in die Natur erhalten

bleibt, sich also nicht „eingekastelt“

fühlen, wie es bei Rollläden der

Fall wäre.

Wohngefühl

„Dass die Architektur sich von

den anderen Häusern etwas abhebt

stört uns überhaupt nicht, sondern im

Gegenteil, dieses Gebäude hat viele

Vorteile“, führt der Hausherr weiter

aus, „große Fenster erlauben einen

herrlichen Blick in unsere Obstwiesen

oder Schloss Juval und bei Nacht

kann man ausgezeichnet die Sterne

betrachten“. Weiße Putzflächen und

große Fensterflächen zur Südseite

beschreiben zunächst das Gebäude.

Die offene Fassade sucht den Bezug

zu den Obstwiesen und bildet eine

Art „Brücke“ zwischen Wohnen und

Erwerb. Den Ankommenden erwartet

moderne Architektur eingebunden in

ländliche Umgebung. Architektur und

Klimaschutz verbinden sich in diesem

Gebäude zur gebauten Vision des Bauherrn.

„Unser neues Heim muss etwas

Angenehmes an sich haben, schließt

Herr Telfser schmunzelnd, „denn so

mancher Gast findet oft ziemlich spät,

dass es Zeit wäre, heimzugehen. Aber

für uns ist dies ein Zeichen, dass wir

ein schönes Zuhause haben.“


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U N T E R N E H M E N / B A U G E W E R B E

Radius 01/2007

südtirol Fenster für Jordanien

Es war schon ein ungewöhnlicher Auftrag, den der Fensterspezialist aus Gais im

vergangenen Jahr abgewickelt hat.

Die Anfrage kam über einen ehemaligen

jordanischen Studenten,

der in Rom studierte und jetzt im

Ahrntal lebt. Max Serdah hat dann

auch als Dolmetscher und jordanischer

Vertrauensmann Firmenschef Werner

Seeber und sein Team nach Jordanien

begleitet. Dazu Werner Seeber: „Um

den Auftrag zu bekommen, haben wir

nach den Plänen der Villa ein Muster

angefertigt und sind mit dem Angebot

nach Jordanien geflogen. Der Kunde

ist der Präsident von der „Bank of

Jordan“ und beim Objekt handelte

es sich um seine Privatvilla. Wir

mussten natürlich auf das Ritual des

Feilschens und Handels eingehen; das

hat insgesamt drei Tage gedauert und

der Auftrag wurde schlussendlich per

v.l.: Bauing. mr. hassan, Bauherr mr. Fakhouri und Werner seeber von

südtirol Fenster

Handschlag besiegelt“, erinnert sich

Werner Seeber.

Besuch im Werk

Einige Wochen später, Ende April

2005, kam der Kunde zu Besuch nach

Gais, um sich den Betrieb anzusehen.

Die Jordanier haben eine hohe

Baukultur im eigenen Land und sie

hatten auch genaue Vorstellungen von

Ausführung und Qualität der Fenster.

Bis zum Herbst war dann der Rohbau

soweit fertig, dass ein Team aus Gais

die Rohmaße auf der Baustelle nehmen

konnte. Im Mai 2006 war dann wieder

ein Besuch der Jordanier bei Südtirol

Fenster angesagt, um die fertigen

Fenster zu sehen und die Abnahme zu

bestätigen. Vom Geometer Egon Tauber

generalstabsmäßig geplant wurde

dann ein großer Container beladen mit

Fenstern, Montage- und Reservematerial

von Gais aus per Lkw und später

per Schiff auf die Reise nach Jordanien

geschickt.

andere länder andere sitten

In fremden Kulturen gelten andere

Sitten, speziell im Umgang mit Frauen.

Bei der Montage einfach das Hemd ausziehen,

weil einem zu heiß ist, kann mit

Problemen verbunden sein, besonders

dann wenn z.B. Putzfrauen die Fenster-Monteure

mit freiem Oberkörper

sehen. Insgesamt war die dreiwöchige

Montagearbeit für Andreas Prenn,

Johann Unteregelsbacher, Albert Steiner

und Florian Winkler ein Erlebnis. Sie

würden nach eigenen Angaben sofort

wieder fahren. Das kann gut passieren,

denn ein weiterer Auftrag ist schon so

gut wie fix. Zur Einweihung der Villa

gab es ein großes Fest, zu dem die Firmenchefs

aus Gais natürlich eingeladen

waren. Mit dabei auch der Bürgermeister

von Amann. Dazu Werner Seeber:

Mittlerweile hat sich eine gute persönlich

Beziehung zum Kunden entwickelt

und Fenster für die zwei Villen der

Töchter sind schon spruchreif…“ Und

auch die Mitarbeiter freuen sich schon

auf den nächsten Auftrag.

inFO

südtirol Fenster gmbh

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P A G I N I E R U N G

Radius 01/2007

Denkmalschutz kontra

eigentum?

Im Bereich Denkmalschutz geraten zwei elementare Bürgerrechte in Konflikt: Das

Recht auf Eigentum und das Recht auf Erhalt der Vergangenheit. Ein Gespräch mit

Waltraud Kofler-Engl, Leiterin des Amts für Kunst- und Baudenkmäler.

Radius: Ab wann haben wir es mit

einem Denkmal zu tun?

W. Kofler-Engl: Dem Gesetz nach

kann man ein Objekt unter Schutz

stellen, wenn es 50 Jahre alt ist. In

unserer schnelllebigen Zeit, ist diese

Definition allerdings veraltet. Nehmen

sie das Beispiel Cinema Corso. Eines

der besten Stücke der rationalistischen

Architektur in Bozen; es wurde abgerissen,

als es 49 Jahre alt war.

Radius: Bei den Besitzern historischer

Gebäude sind Sie nicht unbedingt

gern gesehen?

W. Kofler-Engl: Die Eigentümer

erheben oft Einspruch gegen geplante

Unterschutzstellungen. Leider wird

je nach politischen Beziehungen des

Betreffenden diesen Einsprüchen nur

zu oft nachgegeben. Wir sind dann

machtlos. Die Leute verstehen oft

nicht, mit welchem Wert sie es zu

tun haben und sehen nur die Nachteile,

befürchten, nicht mehr frei über

ihren Besitz verfügen zu können.

Dabei ist ein Haus eben mehr als

nur Höhe x Breite x Geld. Denkmalschutz

ist keineswegs eine Beeinträchtigung.

Radius: Alter Baubestand heißt ja

auch nicht einfach nur alte und feuchte

Mauern ... .

W. Kofler-Engl: Im Gegenteil: Die

baubiologische Qualität der meisten

älteren Gebäude ist hervorragend, die

Lage ebenso. Nimmt man noch Flair,

Stimmung, Botschaften eines Gebäudes

dazu, müsste man doch eigentlich

verstehen, dass die Erhaltung dieser

Objekte nicht bloßem Romantizismus

entspringt, sondern auch Erhaltung

von Qualität ist, ganz abgesehen vom

historischen Wert.

Radius: Viele Eigentümer fürchten

die hohen Kosten, die mit dem Erhalt

eines historischen Gebäudes verbunden

sind.

W. Kofler-Engl: Der Denkmalschutz

bringt natürlich für den Eigentümer

die Pflicht mit sich, das betreffende

Objekt zu erhalten und seinen Fortbestand

zu gewährleisten. Dafür erhält

er aber auch Steuererleichterungen.

Wir haben ein jährliches Budget von

6 mio. Euro und sind besser gestellt

als viele andere Regionen Italiens oder

andere Länder Europas. Wir decken

grundsätzlich die Mehrkosten ab, die

aufgrund unserer Auflagen entstehen.

Das heißt wir zahlen die Mehrkosten

für spezialisierte Handwerker oder

besondere Materialien usw.

Radius: Ich kann aber mein unter

Schutz stehendes Eigentum nicht

einfach umbauen oder erweitern wie

ich möchte.

W. Kofler-Engl: Besitzer von schützenswerten

Objekten und hierunter

fallen nicht nur Paläste oder Fresken,

also nicht nur „Hochkunst“, haben

Recht auf kostenlose fachliche Beratung

unsererseits. Allerdings haben sie

auch die Pflicht, jede Änderung genehmigen

zu lassen. Aber keine Angst,

wir wollen unsere Denkmäler nicht als

museales Stück unter eine Käseglocke

stellen, sondern einer sinnvollen, kompatiblen

modernen Nutzung zuführen.

Radius: Wieviel erhaltenswerte Objekte

gibt es in Südtirol ungefähr?

W. Kofler-Engl: Seit der Übernahme

durch die Provinz vom Staat haben

wir mit der systematischen Erfassung

der Objekte begonnen, die bis 1988

abgeschlossen war. Aber der Denkmalbegriff

wandelt sich, Denkmalschutz

ist ein fortlaufender Prozess. Denkmalqualität

hat eigentlich alles Überdauerte,

was repräsentativ ist für alle

Schichten des Lebens, ein Weberhaus,

ein Stadl, die Holzhütte, wo Mahler

komponierte, eine alte Bauernhütte,

das Siegesdenkmal in Bozen (auch

wenn das von bestimmter Seite nicht

gerne gehört wird) ebenso wie das

Ex-Gil-Gebäude oder ein Wegstock.

Wir zählen derzeit etwa 5.000 Objekte,

davon ca. ein Drittel sakrale Objekte

„auf gebautem bauen ...“

Im Dialog

mit historischer

Bausubstanz;

Eine Recherche

in Südtirol“

ist der Titel

eines im vergangenen

Jahr

von Susanne

Waiz herausgegebenen

Buches. Das Buch zeigt anhand

von konkreten Beispielen einen

Weg für den sensiblen und bewussten

Umgang mit historischem Baubestand.

Das Buch will sich nicht in die zahllosen,

nur einem Kreis von Kunsthistorikern

und Architekten bekannten

Bände von Fachliteratur eingliedern,

sondern richtet sich bewusst an ein

breites Publikum. Jeder Einzelne soll

sich seiner Verantwortung gegenüber

dem alten Baubestand bewusst wer-

und nur etwa 3.000 tatsächliche Baudenkmäler.

Radius: Wie viele kommen jährlich

dazu?

W. Kofler-Engl: Wir haben im Jahr

ca. 15 neue Unterschutzstellungen,

wobei ich sagen muss, dass es eigentlich

mehr als das Doppelte wären,

leider übergeht die Landesregierung

oft unsere Anträge und gibt den Einsprüchen

der Eigentümer nach.

den. „Auf Gebautem bauen“ ist Metapher

für neue Architektur in historischem

Ambiente. Das Buch ist in drei

Teile gegliedert: Burg – Dorf – Stadt.

Anhand von sorgfältig ausgewählten

Beispielen wird gezeigt, dass ein sensibler

und bewusster Umgang mit dem

vorhandenen Baubestand keineswegs

im Widerspruch zur zeitgemäßen Architektur

stehen muss, dass der Dialog

zwischen Alt und Neu vielmehr sehr

spannend und bereichernd sein kann.

architekten und

Denkmalschützer gemeinsam

Architekten und Denkmalschützer,

so der Appell der Herausgeberin, müssen

sich nicht verständnislos gegenüberstehen,

sondern vereint den Konflikt

zwischen Alt und Neu auflösen

und eine gemeinsame Sprache finden.

Vorhandenes muss in Schichten zerlegt

und interpretiert werden, bevor im

Sinne einer verbesserten oder neuen

Nutzung weitergebaut, angebaut oder

rekonstruiert werden kann. Das Buch

stellt aktuelle Beispiele für Aufwertung

und neue Nutzung von historischer

Bausubstanz in Südtirol vor. Die

klaren und absichtlich kurz gehaltenen

Texte sind von Fotos und Planzeichnungen

begleitet. Die Spanne reicht

von der mittelalterlichen Burganlage

über Stadthäuser und ländliche Ensembles

bis zu den Baudenkmälern der

Moderne. Das Buch „Auf Gebautem

bauen“ ist im Folio-Verlag Wien/Bozen

erschienen. Herausgegeben wurde

es von Susanne Waiz gemeinsam mit

der Galerie Lungomare. Susanne Waiz,

geboren in Wien, lebt als freie Architektin

mit Schwerpunkt Denkmalpflege

und Museumsarchitektur in Bozen.

93

B A U W I R T S C H A F T


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P A G I N I E R U N G

Radius 01/2007

Kultur neu „eingekleidet“

„Und dies ist das Tüpfelchen auf dem „i“, welch ein herrlicher Ausblick auf unser

Tal“, mit diesen Worten präsentierte Bürgermeister Schiefer „seine“ Terrasse des

neuen Kulturhauses in Kurtatsch.

nicht ohne Stolz führt er durch das

vor kurzem fertig gestellte Gebäude:

„Es war ein langer Weg bis zur

Fertigstellung im Mai dieses Jahres,

aber es hat sich wirklich gelohnt,

unser kulturelles Leben findet nun in

wunderbaren Räumen statt.“

Als eine der ersten Gemeinden, welche

bereits Ende der 60er Jahre ein Kulturhaus

erbaute, legt Kurtatsch großen

Wert auf die Pflege von Traditionen.

Nach dem Bau 1969 durch den Architekten

Helmut Maurer bildete das

Kulturhaus über 30 Jahre lang den

Mittelpunkt kulturellen Lebens von

Vereinen, Theatergruppen Chören usw.

Da gerade öffentliche Gebäude mit

den Jahren eine technische Auffrischung

brauchen, veranlasste die

Gemeinde 1994 die Auslobung eines

Wettbewerbes, um den Ansprüchen der

Gegenwart gerecht zu werden. „Als ich

zusammen mit der Architektin Anita

Schenk den Wettbewerb gewonnen

hatte, dauerte es noch ganze zehn

Jahre bis zum Baubeginn,“ erläutert

Architekt Wolfram H. Pardatscher aus

Meran, „zwischenzeitlich gründete ich

mit den Architekten Joachim Clemens,

Klaus Valtingojer und Alex Teti die

Sozietät PVC-architects, welche dann

Ausführungsplanung und Bauleitung

übernommen hat.“

Umfeld und architektur

Umgeben von historischen Mauern,

in Nachbarschaft mit dem Ansitz

Freienfeld und dessen ehemaligen

Gesindehäusern bewahrt sich das neu

gestaltete Kulturhaus eine behutsame

Eigenständigkeit. Materialien, Farben

und Formensprache kommunizieren

mit dem Umfeld und interpretieren

den Ort und seine Tradition. Kupfer als

Mittel in der Rebenpflege verwendet,

dessen grüne Patina das Symbol des

wachsenden Weins und schließlich das

Rot eines genussvollen Lagreins vermitteln

zwischen landwirtschaftlicher

Kultur und gesellschaftlichem Leben.

Ganz bewusst bilden das Kulturhaus

und dessen Architektur einen Ankerpunkt

von Geschichte und Tradition

sowie einen Wegweiser in die Zukunft

von Kurtatsch.

Dass der Standort für das Kulturhaus

einer gewissen Logik folgt, erklärt ein

Blick auf die Zeit nach dem 2. Weltkrieg.

„An diese Zeit kann ich mich

noch gut erinnern“, führt Bürgermeister

Schiefer aus, „damals gab es dort

eine Rebschule, von uns immer nur

das Treibhaus genannt, sowie eine Kegelbahn.

Später kam noch die Feuerwehr

dazu. Und wir Buben hatten auf

dem Vorbereich unseren ‚kulturellen

Mittelpunkt’, den Bolzplatz.“ In unmittelbarer

Nähe zu Schule, Gemeinde

und Kindergarten lag es nahe, hier das

Kulturhaus zu errichten. So mussten

für den in Sichtbeton errichteten

Neubau – in dieser Zeit modern, für

manchen aber eher revolutionär und

sehr gewöhnungsbedürftig – die Bestandsgebäude

weichen, um Vereinen,

dem Theater, den Chören usw. entsprechende

Räumlichkeiten zu bieten.

Radius 01/2007 95

Ö F F E N T L I C H E B A U T E N


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P A G I N I E R U N G

Radius 01/2007

Update

Weil Ansprüche an das Gebäude

sich ändern, vielseitige Medien zum

Einsatz gebracht werden und der

Klimaschutz seinen Tribut fordert,

brauchen vor allem öffentliche

Gebäude nach und nach eine Runder-

neuerung. „Unser Konzept war relativ

einfach“, erklärt Architekt Wolfram

Pardatscher seinen Entwurf, „es gibt

ein bestehendes Gebäude, welches

erhalten und den technischen Anforderungen

der heutigen Zeit angepasst

werden sollte. Gleichzeitig haben wir

das Gebäude auch architektonisch

etwas aufgefrischt.“ Das Gebäude wird

dominiert von Offenheit, das Foyer

wird zum Empfang, Bar und leder-

bezogene Bänke laden ein zum

Plausch. Zum Hof erlauben Glas-

Schiebeelemente eine mühelose Erweiterung

in den Außenbereich. Durch

die neue Empore und die talseitige

Erweiterung finden nun bis zu 400

Personen Platz im Kulturhaus. Holz

dominiert den Innenraum, die Fassade

des Zuschauerraums gibt einen beeindruckenden

Blick ins Tal. Ein Aufzug

und die Küche im Untergeschoss

ermöglichen eine tadellose Verköstigung

bei Veranstaltungen sowie die

mittägliche Ausspeisung der Schüler.

Events wie „Fußball live“ haben diesen

Sommer bereits großen Anklang

gefunden.

ein haus für alle

„Wir haben jetzt wieder ein Haus

für unsere Gemeinde, welches sehr

vielen Wünschen seitens der Vereine,

der Jugend usw. entspricht“, erläutert

Bürgermeister Schiefer abschließend,

„trotz der langen Phase zwischen

Ausschreibung und Ausführung von

fast zehn Jahren konnten die Kosten

nahezu eingehalten werden. Die

Gemeinde Kurtatsch, die ausführenden

Handwerker und nicht zuletzt Architekt

Wolfram H. Pardatscher dürfen

sich zu einem gelungenen Projekt

beglückwünschen.“

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P A G I N I E R U N G


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S E R V I C E

Radius 01/2007

heizen mit Köpfchen

Das Thema Heizen bewegt nicht nur viele Private und Kondominien, sondern

auch öffentliche Einrichtungen wie Gemeinden, Schulen, Schwimmbäder und

vor allem Hotels. Energiecontracting ist eine neue Finanzierungsform.

Die Kosten für fossile Brennstoffe

wie Öl oder Gas steigen konstant

und sind finanziell kaum noch

tragbar. Zudem sind dies „unsichere“

Energieträger, welche sehr stark von

politischen Schwankungen beeinflusst

werden.

Es genügt eine kleine Krise oder Unruhe

und schon schwebt die gesamte

Energieversorgung in der Luft.

Umstieg als lösung

Der Umstieg auf erneuerbare Energie

ist also die einzige Möglichkeit,

um eine unabhängige Sicherheit in

der Energieversorgung zu haben und

die Heizkosten erheblich zu senken.

Hier ist zwar die Investition in eine

entsprechende Anlage höher, langfristig

gesehen zahlt sie sich aber in

jedem Fall aus. Um eine Pellets- oder

Kondominium in mals, welches ohne investitionskosten eine neue Pelletsanlage

erhalten hat und somit eine jährliche energieeinsparung erzielt.

Hackgutheizung ohne eigene Investitionskosten

zu finanzieren und sofort

jährliche Heizkosten zu sparen und die

Umwelt zu schonen gibt es das interessante

Finanzierungsmodell Energiecontracting.

neuheit energiecontracting

So, wie man heutzutage das Auto

mit Leasing kauft, als Gastbetrieb die

Kaffeemaschine vom Kaffeelieferant

bekommt oder das Handy über den

jeweiligen Telefonanbieter symbolisch

um 1 Euro bezieht, so funktioniert es

auch mit Energiecontracting.

Energiecontracting ist eine vertraglich

vereinbarte Dienstleistung zwischen

dem Gebäudeeigentümer und einen

Energiedienstleistungsunternehmen“

erklärt Ilona Ganthaler, Geschäftsführerin

der Firma Saturn GmbH aus

Sterzing. Das Energiedienstleistungsunternehmen

plant, realisiert und

finanziert die gesamte Pellets- oder

Hackgutheizung, übernimmt die

Lieferung des Brennstoffes und hält

die Anlage während der gesamten

Vertragslaufzeit instand.

Funktionsweise ähnlich

einem Fernheizwerk

Der Gebäudeeigentümer zahlt dem

EDU (Energiedienstleistungsunternehmen)

den vereinbarten Preis pro

verbrauchte Kilowattstunde. „Im

Prinzip funktioniert Contracting

ähnlich wie ein Fernheizwerk, nur

eben lokal im Gebäude“, fügt Ilona

Ganthaler hinzu. „Contracting ist eine

gute Alternative für Gebäude, welche

z.B. außerhalb der Versorgungszone

von Fernheizwerken liegen“, bemerkt

die Geschäftsführerin von Saturn.

„Wir sind stets bemüht unsere Kunden

optimal zu informieren, denn je mehr

Informationen ein potenzieller Kunde

über unser Angebot hat, umso größer

ist auch sein Interesse mit uns zusam-

ilona ganthaler

men zu arbeiten und die Investition

in Aufklärungsarbeit macht sich für

beide Seiten bezahlt.“

interessantes

Finanzierungsmuster

Diese Form des Leasings funktioniert

in Österreich und Deutschland

schon seit vielen Jahren erfolgreich.

Viele Gemeinden, Hotels und Kondominien

lassen sich die aufwendigen

Heizanlagen über ein solches Muster

finanzieren. Aber auch für Bau- und

Immobiliengesellschaften, welche

schlüsselfertige Wohnanlagen errichten,

ist Contracting eine durchaus

interessante Finanzierungsmethode.

So konnte die Firma Saturn im letzten

Jahr zahlreiche Neukunden in Südtirol

sowohl im öffentlichen als auch im

privaten Sektor gewinnen.

inFO

saturn gmbh

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neues Beratungszentrum

im Februar wird die Raiffeisenkasse

Bruneck am Brunecker Gilmplatz

das neue „Beratungszentrum Bauen

& Wohnen“ eröffnen. Nachdem den

Kunden bereits seit vielen Jahren bei

Fragen rund ums Bauen zur Seite

gestanden wird, wird nun mit dem

eigenen Zentrum die Bedeutung der

spezialisierten Wohnbauberatung

untermauert.

Das „Beratungszentrum Bauen & Wohnen“

versteht sich als Anlaufstelle für

alle kauf-, bau- und sanierungswilligen

Kunden und bietet eine dauerhafte und

ganzheitliche Beratung vor, während

und nach der Bauphase. Geboten werden

Hilfestellung bei den verschiedensten

Ansuchen wie Wohnbauförderung,

Energiesparmassnahmen, Wiedergewinnung

von Gebäuden, Energieausweis

usw. In punkto Finanzierung

werden maßgeschneiderte Angebote

zusammengestellt und eine individuelle

Beratung für einen angemessenen Versicherungsschutz

geboten. Die Klärung

verschiedener familienrechtlicher Angelegenheiten

rundet das Angebot ab.

Günther Pichler, Günther Falkensteiner

und Elke Rieder freuen sich darauf,

ihre Kunden in den neuen Räumlichkeiten

am Gilmplatz zu beraten. Um

eine telefonische Terminvereinbarung

unter 0474 584 000 wird ersucht.

Radius 01/2007 99

S E R V I C E


100

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Radius 01/2007

rechtzeitige infos – schlüssel zum erfolg

Die Bauservice KG in Brixen ist mit

ihrer langjährigen Branchenerfahrung,

einem Kundenstamm von

über 700 Unternehmen und über 1.200

wöchentlich erbrachten Dienstleistungen

absoluter Markführer in Südtirol

im Bereich Vermittlung von öffentlichen

und privaten Bauaufträgen.

Das Dienstleistungsunternehmen

informiert Handwerks- und Baufirmen

über öffentliche Ausschreibungen

und deren Ergebnisse, Projektierungsaufträge

und genehmigte Projekte

der öffentlichen Verwaltungen sowie

Baukonzessionen und Grundzuweisungen

und ermöglicht ihnen so stets

rechtzeitig über neue Ausschreibungen

informiert zu sein um termingerecht

für die Einladung anzusuchen oder

ihre Angebote unterbreiten zu können.

Die Unternehmer ersparen sich damit

die zeit- und kostenaufwendige Suche

nach privaten und öffentlichen Aufträgen;

außerdem werden sie auch effizient

beraten. Die kostenlose Beratung

und Beistand in allen Rechtsfragen des

öffentlichen und privaten Bauwesens,

Zugang zu allen gesetzlichen Bestimmungen

der öffentlichen Vergabe bzw.

Freischwimmbad schenna, wo alle Zimmermanns-, spengler-, Fassaden- und abdichtungsarbeiten von der Firma gostner

Dachbau aus vahrn ausgeführt wurden. ausschreiber: gemeinde schenna. veröffentlicht von Bauservice im Jahre 2004

der Bauwirtschaft gehören ebenfalls

zum Service.

Über aktuelle Neuerungen in gesetzlichen

Bestimmungen wird laufend

informiert.

rundum informiert

Mit Bauservice erhalten Bau- und

Handwerksfirmen, aber auch Freiberufler

und Banken eine Komplett-In-

formation über das gesamte Bauwesen

Südtirols. Um auch den kleineren

Handwerksbetrieben, welche vor allem

auf Bezirksebene arbeiten, entgegenzukommen,

können die einzelnen

Dienstleistungen auch auf eine

bestimmte Zone limitiert abonniert

werden.

Interessierte können die Demoversion

auf www.bauservice.it testen.

Nähere Infos: 0472 208 308

Willkommen im hotel saltria

Nur sieben Monate Bauzeit standen für den Umbau des Hotels Saltria auf Europas

größtem Hochplateau zur Verfügung. Pünktlich zur Wintersaison 2006 wurden die

ersten Gäste im November empfangen.

inmitten der Seiser Alm, umgeben

von einer fantastischen Natur, mit

unzähligen Freizeit-, Sport- und Erholungsmöglichkeiten,

besitzt das neugestaltete

Viersterne-Hotel alle Möglichkeiten,

den Urlaub zu einem echten

Erlebnis werden zu lassen. Auf 1700 m

Meereshöhe bieten sich ein einmaliges

Bergpanorama, angenehmes Klima und

die besten Bedingungen für Erholung,

Entspannung, aber auch für einen

Aktivurlaub.

ideal für sommer- und

Wintersportbegeisterte

Unzählig sind die Routen für

Wanderungen und Klettertouren im

Sommer. Im Winter laden das Skigebiet

mit rund 70 km Pisten und die

ausgedehnten, gut gespurten Langlaufloipen

von 60 km Länge ein und

bieten allen Wintersportbegeisterten

ideale Voraussetzungen für einen erlebnisreichen

Urlaub. Die Aufstiegsan-

Radius 01/2007 101

P A G I N I E R U N G


102

S E R V I C E

Radius 01/2007

lagen Florian und Goldknopf befinden

sich in unmittelbarer Nähe des Hotels.

Sie geben Anschluss an durch 20

Liftanlagen miteinander verbundene

Abfahrtshänge. Beliebt sind auch

Spaziergänge auf dem insgesamt

40 km geräumten, breitangelegten

Winterwanderwegenetz und die

Rodelbahnen laden zur rasanten Fahrt

ins Tal.

Doch auch die Naturliebhaber kommen

hier voll auf ihre Kosten. Von

der Langkofelgruppe bis zum Schlern

erstreckt sich ein Gebiet, in dem die

Natur noch naturbelassen ist.

strenge schutzvorschriften

Das Naturschutzgebiet ist ein Paradies

mit einer riesigen Artenvielfalt.

Flora und Fauna präsentieren sich

Dank der strengen Schutzvorschriften

immer noch wie zu alten Zeiten. Das

Naturschutzgebiet ist für den Autoverkehr

gesperrt, nur Bewohner und

Hotelgäste erhalten Sonderfahrgenehmigungen.

rekordumbau

in sieben monaten

Im Mai des vergangenen Jahres

verabschiedeten sich die letzten Gäste,

dann wurde das Hotel Saltria auf der

Seiser Alm zur Großbaustelle.

Nicht nur eine komplette Renovierung

und Modernisierung wurde vorgenommen,

die Kubatur des Hotels wurde

um 6500 m³ auf 19.000 m³ erweitert,

um den Gästen in der schönsten Zeit

des Jahres, in ihrem Urlaub, noch

mehr Komfort und Bequemlichkeit

bieten zu können. Das Viersterne-Haus

zeigt sich nun mit einem strahlenden

Anblick und kann rundherum den

Wünschen der Gäste gerecht werden.

Der neue Bettentrakt mit großzügig

gestalteten Zimmer wurde als eigenständiger

Baukörper mit alpinem

Charakter harmonisch dem bestehenden

Gebäude angegliedert. Die zehn

Zimmer und Suiten besitzen rund

40 m² Grundfläche und verfügen

alle über eine großen Balkone an der

Südfront des Hauses mit Blick auf den

Lang- und Plattkofel.

anbau mit natürlichen

Bauelementen

Für den Anbau wurden ortstypische

Materialien eingesetzt, und so das

Gebäude in die bestehenden architektonischen

Gegebenheiten integriert.

Für die Fassaden wurden Naturstein

im Erdgeschoss und horizontale Lärchenholzverkleidungen

in den oberen

Geschossen verwendet. Das Flachdach

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S E R V I C E

Radius 01/2007

wurde mit Extensivbepflanzung begrünt.

Die Autos der Gäste können in

der Tiefgarage mit ca. 20 Stellplätzen

untergebracht werden.

Zudem stehen den Gästen nun auch

ein großzügiger Wellnessbereich, ein

Konferenzraum für Businessreisende

und eine Bibliothek zur Verfügung.

Die Eingangshalle wurde erneuert und

der Restaurantbereich mit Altholzstube

erweitert.

Wohlfühloase mit

erholungsgarantie

In der siebenmonatigen Umbauzeit

wurden nun die Voraussetzungen geschaffen,

damit das Erlebnis „Urlaub

auch im Feriendomizil fortgesetzt wird.

Nach einem langen Skitag oder einer

anstrengenden Wanderung lädt die

neue Paradiso Fitness&Wellness-Oase

im Untergeschoss des Hotels zum Entspannen

und Kräfte tanken ein. Neben

den großen Panoramahallenbad und

integriertem Whirlpool, der Finnischen

Fichtenholzsauna, dem Türkischen

Dampfbad und Gesundheitskabine

mit Infrarottechnik kann man sich im

Fitness Center verwöhnen lassen und

findet im Whirlpool im Freien Vergnügen

und Entspannung. Außerdem

stehen den Gästen eine Ruhezone und

ein Massageraum zur Verfügung.

Unterhaltung

für groß und Klein

Auf der Sonnenterrasse genießt man

ein herrliches Bergpanorama und für

die sport- und spielbegeisterten Gäste

steht eine Tischtennisplatte und Tischfußball

zur Verfügung. Abends laden

die Cafè-Bar, ein Aufenthaltsraum,

eine Tiroler Bauernstube und ein

Veranstaltungsraum zum gemütlichen

Beisammensein ein.


106

S E R V I C E

Radius 01/2007

„i sauc“ am monte Pana

Viele kleine Skispringer waren bei der Eröffnung der neuen Sprunganlage

am Monte Pana in Aktion. Vor allem für sie, aber auch für die Athleten der

Nordischen Kombination bietet die neue Anlage hervorragende Trainings- und

Wettkampfbedingungen.

Für die idealen Voraussetzungen

für Wintersportler ist das Grödner

Tal weithin bekannt. Es bestehen

die besten Bedingungen für Abfahrt,

Langlauf, Ski alpin, Snowboard, Rodeln

und Schneeschuhwanderungen,

im Leistungssport, fürs Hobby oder

einen aktiven Winterurlaub. Der Bau

der beiden Sprungschanzen hat das

Angebot nun vervollständigt.

Bisher mussten die Sportler für ihre

Trainingssprünge weite Anfahrtswege

und damit verbunden viel Zeitaufwand

und hohe Kosten für den Sportclub in

Kauf nehmen. Mit dem Bau des neuen

Trainings- und Wettkampfzentrums in

St. Christina in Gröden werden jetzt

ideale Voraussetzungen geschaffen,

den Springern hervorragende Bedingungen

bei der Vorbereitung auf ihre

Wettkämpfe und für sportliche Ver-

gleiche zu geben. Gleichzeitig ist die

Attraktivität dieser Anlage auch für

die Nachwuchsgewinnung in diesen

Sportarten von besonderer Bedeutung.

Direkt vor Ort können nun kleine

Springer und Springerinnen trainieren

und zu ihren ersten Wettkämpfen antreten.

Zeitraubende Trainingsfahrten

bleiben allen erspart.

Zwei schanzen

namens „i sauc“

Ein wahrer Boom ist inzwischen

unter dem Nachwuchs seit der Fertigstellung

der beiden Schanzen zu

verzeichnen. Deshalb war es auch

nicht verwunderlich, dass zur feierlichen

Übergabe auch die jüngsten

Sportler des „Schi Club Gherdëina“ ihr

Können zeigen durften. Die öffentliche

Sprunganlage findet sich in zentraler

Lage im Start- und Zielbereich des

geplanten Langlaufzentrums von St.

Christina. Nach deren Fertigstellung

sollen in der hochmodernen Anlage

Rennen der Nordischen Kombination

abgehalten werden. Bereits jetzt be-

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P A G I N I E R U N G


108

S E R V I C E

Radius 01/2007

finden sich auf dem Monte Pana drei

Langlauf-Schleifen unterschiedlichen

Schwierigkeitsgrades und eine Verbindungsloipe

zur Seiser Alm.

Die Kosten zum Bau der zwei Sprungschanzen

belaufen sich auf 400.000

Euro, die vom Land und der Gemeinde

gemeinsam getragen werden. Besonders

dem großen persönlichen Engagement

von Trainer Romed Moroder und

der guten Zusammenarbeit zwischen

Gemeinde und Land ist es zu verdan-

ken, dass das ehrgeizige Projekt in die

Tat umgesetzt werden konnte.

Wettkampffähige anlage

Die zwei Schanzen haben eine Sprungweite

von 21 und 35 Metern. Trainiert

werden kann zu allen Jahreszeiten.

Dies wird über eine Beregnungsanlage

ermöglicht, die den Kunststoffbelag im

Sommer befeuchtet und somit gleitfähig

hält. Die moderne Anlage ist auch

für Wettkämpfe zugelassen.

maßarbeit bei

den erdarbeiten

Die Firma Schenk Bau mit Sitz und

Gufidaun/Klausen war entscheidend

an der Errichtung der zwei neuen

Schanzen am Monte Pana beteiligt. Sie

übernahm neben den Aushubarbeiten

und der Wiederverfüllung des Geländes

mit Baumaschinen und Baggern

auch die Begrünung der Anlage. Von

der Baufirma wurden auch der Schanzentisch

und die steile Landebahn

errichtet. Letztere wurde betoniert, was

den Einsatz von Spezialtechniken für

eine hochpräzise Ausführung der steilen Flächen und

eines genauen Profils erforderten und eine besondere

Herausforderung für den Geometer Gerold Demetz

darstellte. Alle waren sich voll bewusst, dass eine präzise

Projektverwirklichung die Grundlage für das gute

Funktionieren und den Erfolg der neuen Anlage ist.

+++ Das WIFO stellte in einer Studie fest,

dass von den rund 5000 Südtiroler Unternehmen mit mindestens

fünf Beschäftigten ca. 1900 (39%) zwischen 2002

und 2004 erfolgreich neue Produkte und Produktionsprozesse

eingeführt haben. Die Südtiroler Wirtschaft basiert

grundsätzlich auf kleinen und sehr kleinen Unternehmen

und ist darüber hinaus durch den hohen Anteil der

„traditionellen“ Bereiche (Landwirtschaft, Tourismus,

Handel) gekennzeichnet. Die Erklärung für das Ergebnis

liegt in der Art und Weise, mit welcher die lokalen

Betriebe die Innovation ihrer Produkte und Verfahren

betreiben: Oft wird das erforderliche Know-how einfach

von außen erworben, oder durch Kooperationen. Die

Prozessinnovation wird üblicherweise bei den Zulieferern

zugekauft. Aus der Studie geht zudem hervor, dass in

Südtirol verstärkt in den Erwerb von Anlagen und die

Weiterbildung der Mitarbeiter investiert wird, während

relativ wenige Unternehmen Ausgaben für Forschung und

Entwicklung, Design und Produktgestaltung tätigen +++

Padua +++ Ein voller Erfolg war die Aktion der

Handelskammer Bozen, die im Dezember zum dritten Mal die

Südtiroler Qualitätsprodukte im Einkaufszentrum Le Brentelle

in Padua präsentierte. Mit einer originalgetreuen

Darstellung der einzigartigen Atmosphäre der Südtiroler

Weihnachtsmärkte kamen über 20.000 Besucher in den Genuss

der echten „Südtiroler Qualität“, die sowohl für die

heimischen Qualitätsprodukte als auch für das Südtiroler

Kunsthandwerk bezeichnend ist. Im Rahmen einer dreitägigen

Verkaufsaktion konnten die Kunden des Einkaufszentrums

Le Brentelle in Padua Südtiroler Produkte wie Käse,

Joghurt, Brot, Kekse, Apfelsaft und Apfelstrudel sowie

verschiedene Apfelsorten verkosten. Degustiert wurden

auch Südtiroler Weiß- und Rotweine, Grappa und Speck +++

Bozen +++ Welche Marktpotenziale finden Südtirols

Kleinbetriebe (5-50 Beschäftigte) auf den nahen Märkten

außerhalb der Landesgrenzen? Das WIFO hat ein Pilotprojekt

gestartet und zusammen mit dem Marktforschungsinstitut

RPM aus Verona vorerst drei Bereiche analysiert:

Metallverarbeitung, Holzverarbeitung (vor allem Tischler)

und Kunsthandwerk. Ergebnis: Südtirols Produkten wird von

jenen Firmen, die Südtirols Produkte kennen, ein exzellentes

Zeugnis ausgestellt, was Qualität, Einzigartigkeit

und Verlässlichkeit anbelangt. Allerdings sind die

Unternehmen im näheren Umfeld (Trentino, Veneto, Friaul,

Emilia Romagna, Lombardei, Tirol, Vorarlberg, Kärnten,

Bayern, Graubünden), welche die Südtiroler Produkte

effektiv kennen, relativ wenige. Die Herausforderung: Gemeinsame

Maßnahmen zur Steigerung des Bekanntheitsgrades,

funktionierende Logistik und unterstützende Maßnahmen

durch Institutionen, Assessorate und Verbände +++

Capena +++ Ende Oktober 06 hat Würth Italien am

Firmenstandort Capena (RM) ein Art Forum eröffnet. Diese

Einrichtung ist Ausdruck des kulturellen Engagements,

das seit jeher zur Unternehmenskultur von Würth gehört

und nicht nur den Mitarbeitern, sondern auch der interessierten

Öffentlichkeit den Umgang mit Kunst und Kultur

ermöglichen will. Das Sanierungsprojekt „Laubenhaus“

der Firma Würth, bei dem in Neumarkt mit dem Museum des

Unternehmens ein bedeutendes Kunst- und Kulturzentrum

entstehen wird, verläuft planmäßig, anlässlich der

Eröffnung des Art Forums Würth in Capena wurde sogar die

Möglichkeit abgewogen, die für das Laubenhaus vorgesehene

Sanierung auszuweiten +++ WirtschaftstelegrammBozen


eintönigkeit ade

Optimale, professionelle

Planung: Raum, Form, Farbe,

Licht. Harmonie ist ein

Grundsatz von Acquasan in

Branzoll. Oberstes Anliegen

ist es, dass das Endprodukt

„Bad“ auf das Beste gelingt.

Ob klein oder groß, Wellness

ist keine Frage der Dimensionen.

Mit einfachen,

sprachliche Kontinuität

Nun schon im dritten Jahr

sorgte Radius dafür, dass

die Leistungsfähigkeit der

Südtiroler Wirtschaft auch

außerhalb der Landesgrenzen

besser bekannt wird.

Die Verteilung der Ausgabe

„Alta Qualità“ in Norditalien

pfiffigen Ideen lässt sich

auch das kleinste Bad zur

gelungenen Wohlfühl-Oase

umbauen. Dies ist das

Markenzeichen des Fachgeschäfts

Acquasan. Eine weitere

Stärke von Acquasan ist

die Komplett-Renovierung

bestehender Bäder. Maurer,

Installateur, Elektriker, Flie-

senleger, Maler, Monteur:

alles aus einer Hand, schlüsselfertig

und termingerecht

zum vereinbarten Zeitpunkt

und Preis. Acquasan

gewährleistet Service pur.

Tanja Coleselli und ihr Team

freuen sich auf Ihren Besuch.

Acquasan ist auch Samstag

nachmittag geöffnet.

licht ist nicht gleich licht

Zur perfekten Wohnungseinrichtung

gehören nicht

nur die richtigen Möbel am

rechten Ort. Mit der falschen

Beleuchtung wirken selbst

die schönsten Designmöbel

nichts sagend und auch die

technischste Küche funktioniert

nur halb. Bei der Auswahl

von Lampen geht es

außer um Form, Größe und

Design vor allem auch um

Funktionalität. Licht ist nicht

gleich Licht. Arbeiten, lesen,

essen, spielen, ausspannen

wurde 2006 weiter ausgedehnt

und die notwendige

sprachliche Unterstützung

und Kontinuität war durch

die Zusammenarbeit des

Radius mit dem Text- und

Übersetzungsbüro Pro text

KG in Bozen gesichert. Pro

– all diese Momente stellen

unterschiedliche Ansprüche

an die Beleuchtung. Die

Auswahl von Lampen und

die Erstellung eines funktionellenGesamt-Beleuchtungskonzeptes

ist gar nicht

so einfach. Das Team von Clic

berät professionell (auch vor

Ort) und hilft, die geeignete

Lampe für jedes Ambiente zu

finden. Clic Lichtprogramm

Bozen, Claudia Augusta Straße

123/b, 0471/351069, www.

paginegialle.it/clicbizzarri.

text betreut seit 2000 eine

zunehmende Anzahl an

Firmenkunden und sieht in

der Bearbeitung von redaktionellen

und PR-Texten

einen Schwerpunkt seiner

Tätigkeit. Infos unter www.

protext.bz.it.

gute aussichten für 2007

Seit November läuft beim

Weiße Kreuz die Mitgliederaktion

2007. Auch im

vergangenen Jahr waren die

2300 freiwilligen und Helfer

und angestellten Mitarbeiter

des Weißen Kreuzes

tausende Male im Einsatz.

Finanziert auch dank der

Unterstützung seiner 44.000

Mitglieder. Als Gegenleistung

für nur 23 Euro können

sich die Spender zahlreicher

Vorteile erfreuen und haben

Anspruch auf ein umfangreiches

Leistungspaket.

Das Weiße Kreuz bietet natürlich

auch familienfreundliche

Mitgliedschaften an: Dabei

übertragen sich die Vorteile

der Familienkarte auf alle

Familienmitglieder. Die Südtirol-Mitgliedschaft

ist für

42 Euro erhältlich, ein sehr

günstiges Angebot. Für eine

„Weltweiter Rückholdienst“-

Familienkarte sind 88 Euro zu

bezahlen. Vor allem im Ausland

ist ein gut organisierter

Rückholdienst von Vorteil.

Der Mitgliedsbeitrag kann

bei jedem Bank- oder Postschalter

bezahlt werden. Oder

bequem und einfach mit

Kreditkarte im Internet unter

www.wk-cb.bz.it. Es ist auch

möglich, direkt in den Sektionssitzen

des Weißen Kreuzes

vorbeizuschauen: Dort wartet

übrigens ein kleines Dankeschön

auf das Mitglied.

Weitere Infos: Tel. 0471/444

310 oder mga@wk-cb.bz.it -

www.wk-cb.bz.it.

neue Pressesprecherin

Gabriele Oberhauser wird in

Zukunft für die beiden CEOs

Erich Falkensteiner und Othmar

Michaeler (Tourismus

Gruppe FalkensteinerMichaeler)

die Funktion der Pressesprecherin

übernehmen.

Die gebürtige Kärntnerin ist

seit fünf Jahren in verschiedenen

Marketing- und Kommunikationsbereichen

für

die Gruppe tätig. Sie zeichnet

auch weiterhin verantwortlich

für Beratung, Entwicklung

und Umsetzung

maßgeschneiderter Konzepte

und Kommunikationsstrategien

im Tochterunternehmen

Michaeler & Partner.

„südtiroler charakterköpfe“

Das bei Edition Raetia erschienene

Buch von Zeno

Braitenberg und Udo Bernhart

widmet sich den Menschen

des Landes und schaut

ihnen ins Gesicht.

50 Südtiroler Charakterköpfen

ist ein Porträt in Wort

und Bild gewidmet, viele

andere hat Udo Bernhard,

der 1956 in Bozen geborene

Fotograf mit Wahlheimat

Frankfurt, mit seiner Linse

festgehalten. Doch wer ist

nun ein Südtiroler Charakterkopf?

Neben vielen bekannten Gesichtern

wie Landeshauptmann

Durnwalder, Reinhold

Messner und Gustav Thöni,

sind auch solche dabei, die

man meist nur vom Namen

kennt wie etwa Christoph

Franceschini, Umberto Gandini,

Elena Walch. Und wer

kennt Hansjörg Verdorfer,

Stefania Gander oder Christoph

Tribus? Leider die wenigsten.

Dabei sind es interessante

Menschen, die teilweise

großes leisten.

Edition Raetia 2006

ISBN: 88-7283-250-0

Radius 01/2007 111

B U N T E M E L D U N G E N


112 Radius 01/2007

B U N T E M E L D U N G E N

lifteinweihung & Komplimente

Die kombinierte Talstation

für den Zanggen- und

Obereggenlift im Skicenter

Latemar wurde Mitte Jänner

bei frühlingshaften Temperaturen

und besten Pistenverhältnissen(!)

eingeweiht.

Gekommen waren dazu die

beiden Landeshauptleute

Durnwalder und Dellai, die

Bürgermeister der Gemeinden

Tesero und Deutschnofen

Delladio und Daum, die

Präsidenten der jeweiligen

Liftgesellschaften, weitere

Vertreter aus Wirtschaft und

Politik und natürlich auch

die beiden Geistlichen Wendelin

Pohl (Pfarrer in Eggen)

und Bruno Daprà ( Pfarrer in

Tesero).

Diese Einweihung ist auch

ein Symbol der funktionierendenZusammenarbeit

zwischen den beiden

Betreibergesellschaften in

Pampeago und Obereggen,

welche zusammen 23

Mio. Euro investiert haben.

„Projekte, die provinzübergreifend

gemeinsam angegangen

werden, haben auch

in Zukunft die besten Aussichten

auf Erfolg“, so Landeshauptmann

Durnwalder.

Ein großes Kompliment kam

vom Trentiner Landeshauptmann

Dellai, der die Einweihung

auch für einen Skitag

nutzte.

„Bei derartigen klimatischen

Bedingungen so perfekte

Pisten hinzukriegen ist eine

einmalige Leistung, die

höchstes Lob verdient.“

Siegfried Pichler und seine

Mitarbeiter haben das sicher

gerne gehört. Für das passende

kulinarische Umfeld

sorgten zum Abschluss Georg

Pichler und sein Team

von der Latemar-Hütte.

titelfoto: suedtirolfoto/rier

Qualität seit 100 Jahren

Seit 1910 wurden bei Unterluggauer

das handwerkliche

Geschick, die Begeisterung

und alle Erfahrung mit dem

Baustoff Holz von Generation

zu Generation weitergegeben.

„Jedes Projekt, ob einfacher

Dachstuhl, Niedrigenergie-

bzw. Passivwohnhaus oder

komplexes Großprojekt, ist

für uns gleichermaßen Ansporn

zu Höchstleistungen.

Mit harmonischer Dimensionierung,

passender Materialwahl

und schließlich perfekter

Ausführung schaffen wir die

Werk lienz der Unterluggauer holzbau gmbh

Voraussetzungen für Funktionalität,

Design und Wohlfühlen“,

berichtet Firmenchef

Josef Unterluggauer. Begeisterte

Kunden und die Freude

am gelungenen Werk sind die

tägliche Bestätigung für hartnäckige

Kopf- und präzise

Handarbeit des ca. 50-köpfigen

Unterluggauer Teams.

Weitere Infos: KLIMAHOUSE

07 – Stand D24-09, Unterluggauer

Holzbau Gmbh, A-9900

Lienz, Tel. +43/4852/62800,

holzbau@unterluggauer.at,

www.unterluggauer.at.

360° am monte Baldo

Eine Baustelle wie jene am

Gipfel des Monte Baldo gibt

es nicht leicht wieder. Davon

sind Werner Zimmerhofer

und seine Mitarbeiter

überzeugt. „Das war wohl

die schönste Baustelle Europas…“

Gemeint ist die

Bergstation am Monte Bal-

do hoch über dem Gardasee.

Die besondere Architektur

des Objektes, das unglaubliche

Panorama und der

schöne, milde Herbst im vergangenen

Jahr ergaben ein

Arbeitsumfeld, wie man es

sich nicht besser wünschen

konnte.

Radius 01/2007 113

B U N T E M E L D U N G E N


114

R A D I U S - B O X

Partnerlist Radius

01/2007

radius als interaktives magazin

Wie in der Dezember-Ausgabe

angekündigt, plant

Radius in diesem Jahr ein

zukunftsweisendes Pilotprojekt.

In Zusammenarbeit

mit Sell Well und Kim (keep

in mind) aus Bozen werden

Schritt für Schritt zu redaktionellen

Beiträgen aber

auch im Umfeld von Inseraten

Zusatzinfos aus dem

Internet angeboten.

Möglich wird das mit der

Radius Box, die man ganz

einfach und schnell auf den

eigenen PC downloaden

kann (über die Radius-Webseite

oder direkt unter www.

mediaradius.it/radiusbox

Der Download ist nur einmal

erforderlich.

Über die Box können weitere

Informationen zu redaktionellen

Themen oder

acquasan

tribus architecture

arredis

artes+

auto Brenner 002

autonome Provinz Bozen 003

Bauplus

Bauservice

Bautechnik

Beton eisack

den & co

c.l.e.

calligione

cluster Bau tis 004

elektro Platter

elpo Beleuchtung

euroauto mitsubishi

Finstral

Frank italy 005

gasser tischlerei

zu Werbeinseraten abgerufen

werden. Das geht soweit,

dass auch Kurzfilme, wie

z.B. jener von Stampfer Bau

zum Projekt Niederstätter-

Halle (Radius Box Code 001),

verlinkt werden können.

1-2-3 – mit einem

Klick dabei

Das Angebot der zusätzlichen

Informationen über

Internet funktioniert ganz

einfach und ist für Leser und

(Stamm)Kunden gleichermaßen

kostenlos! Unsere Kunden

stellen die Hyperlinks,

über welche Zusatzinformationen

abgerufen werden

können, zur Verfügung. Über

einen dreistelligen Code, den

man in die Radius-Box eingibt,

wird man direkt verbunden.

Einige Beispiele: In der

Dezember-Ausgabe im Umfeld

des Artikels über den VW

Touran bekommt man über

den Code 101 Infos zum Touran.

Das gleiche gilt für Frank

Italy und der Spezialschalung

Pecafil (Code 102). Im Umfeld

gostner elektro

götsch stefan

h2 hofer

handwerkerzone Kardaun

hatek

heiss georg

hella italien

herokal

hofergroup 006

holzbau Brixen 007

hoppe

hypo vorarlberg

innerhofer holzbau

KKr Kälte Klima röhler

Klimahaus agentur 008

Kollegium Bauunternehmer

Kritzinger

lanz

larcher maschinenbau

leitner hubert

der Musik Walter-Werbung

kommt man mit dem Code

104 direkt zu einem Werbefilm

über Yamaha-Klaviere.

Das gleiche gilt für Gasser

Iveco mit dem Code 103 und

einem Film von Iveco-Modell

Daily. Die Möglichkeiten für

zusätzliche Informationen

sind so umfangreich wie das

„www“ selber!

Die radius Box

Die Tags zur Radius Box

finden Sie im Kleinformat

lift 2000

lvh

mair gert

moriggl

niederstätter 012

Omya

Obereggen ag 009

Pichler holz algund

Plankl

Platter gärtnerei

Plunger stahlbau

Prefa - alpewa

Progress 010

Quelle Fenster

r. Demetz

raffeiner Zimmerei

raiffeisen

rottensteiner

rubner türenwerk 011

runggaldier valentin

überall dort abgebildet, wo

es zusätzliche Infos im Internet

darüber gibt.

Das kann mitten im redaktionellen

Text sein, am Ende

eines Berichtes, direkt

bei der Info-Adresse oder in

einem Inserat.

Weiters ist die Box mit dem

passenden dreistelligen Code

auf der Partnerlist angeführt.

(siehe unten), Voraussetzung

dafür ist, dass unsere Kunden,

die passenden Links

zum betreffenden Thema zur

Verfügung stellen.

saturn

schenk Bau

schmalzl thomas

schwienbacher

selectra

sonnenkraft

stampfer Bau 001

südtirol Fenster 013

südtirol solar

telser türen

tip top Fenster

Unicom

Unterluggauer holzbau

vaja holzland 014

vario haus

vitralux

volksbank

Weger Walter

Zimmerhofer 015

Zöggeler Bau

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