Angewandte Psychoakustik bei 3D Surround Sound Aufnahmen ...

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Angewandte Psychoakustik bei 3D Surround Sound Aufnahmen ...

26. TONMEISTERTAGUNG – VDT INTERNATIONAL CONVENTION, November 2010

3. Verwendung von Direktschall für die Abbildung

Währenddem frühe Reflexionen und Nachhall in Lautsprecher-Signalen für eine starke

räumliche Wirkung möglichst inkohärent sein sollten, gilt für den Direktschall das

Gegenteil: Eine möglichst scharfe Abbildung bedingt kohärente Signale. Kohärente Signale

zwischen zwei Lautsprechern, die sich in Pegel- und Zeitdifferenz nur geringfügig

unterscheiden, führen zu Summenlokalisation [1].

3.1. Zuordnung des Direktschalls an Lautsprecher

Im vorliegenden Beitrag werden ausschliesslich Fälle diskutiert, bei denen Direktschall aus

den vorderen Lautsprechern abgestrahlt werden. Prinzipiell kann man zwei Fälle

unterscheiden: Signale, die genau einem Lautsprecher zugeordnet werden, und Signale, die

mehreren Lautsprechern zugeordnet werden, um Phantomschallquellen zu bilden. Einige

Beispiele zeigt folgende Abbildung schematisch. Hier repräsentieren unterschiedliche

Farben voneinander unabhängige Signale (z.B. verschiedene Sprecherstimmen), jeweils

gleiche Farben stehen für kohärente Lautsprechersignale. Die im letzteren Fall entstehenden

Phantomschallquellen bewegen sich innerhalb der zugeordneten Farbfelder.

Abb. 6: Beispiele für verschiedene Hörereignisorte mittels 4 Lautsprecher

3.2. Nutzen der vertikalen Komponente für eine Abbildung

Es ist zu beachten, dass der Nutzen für eine Abbildung in der Medianebene eingeschränkt

ist. Einerseits ist durch die Wahl der halben Basisbreite für die Höhe der oberen Lautsprecher

ein verhältnismässig kleiner Winkel von rund 30° für die Elevation nutzbar,

andererseits ist die Abstrahlung von Direktschallsignalen von vorn oben wenig sinnvoll, da

das vertikale Lokalisierungsvermögen zu gering ausgebildet ist; es hat nur einen Drittel der

Ortungsschärfe im horizontalen Bereich [3].

3.3. Umsetzung Abbildung in der Medianebene mit Mikrofonsignalen

Wie zu Beginn des Kapitels beschrieben, werden für eine optimale Lokalisation kohärente

Signale benötigt. Dies bedingt, dass sie möglichst keine frühen Reflexionen und Nachhall

aufweisen.

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