Dokumentation_Konvent_2014

lars.uhlig

Dokumentation_Konvent_2014

ab 20.00 Uhr Abendessenmusikalisches Begleitprogramm vonYellow BirdLichtinstallation von Katrin BethgeAbendprogramm bis 23.00 UhrMontag, 17. November 2014Konventsversammlung in der Schinkelhalle08.30 Uhr Eintreffen der Konventsmitglieder und Gäste09.00 Uhr GrußwortKathrin SchneiderMinisterin für Infrastruktur undLandesplanung des Landes BrandenburgEröffnungsredeGunther AdlerStiftungsratsvorsitzender BundesstiftungBaukultur, Staatssekretär imBundesministerium für Umwelt,Naturschutz, Bau und ReaktorsicherheitVorstellung und Reflexion des Baukulturberichts09.30 Uhr Konventsbarometer:Interaktive Befragung I„Profil des Konvents“


Sonntag, 16. NovemberBustour Original Potsdam


Abendempfang


Montag, 17. NovemberKonventsversammlung


Zusammenfassung der ErgebnisseDie in den Werkstätten zum Baukulturbericht2014/15 diskutierendenTeilnehmer, mehrheitlichBauschaffende, gewichteten die31 Handlungsempfehlungen undkonkretisierten jene, welche ausihrer Sicht die meiste Dringlichkeitin der Umsetzung besitzen. In einemnächsten Schritt wurde über die in denWerkstätten priorisierten Handlungsempfehlungennoch einmal vom gesamtenPlenum interaktiv abgestimmt.Deutlichen Zuspruch unter denKonventsberufenen sowie dengeladenen Gästen erhielt die Empfehlungdes Ausbaus einer aktivenPressearbeit zum Thema Baukulturauch durch die Bundesstiftung.Dies sei eng gekoppelt an denBedarf, die baukulturelle Bildungvor allem in Schulen zu stärken.Es herrschte Konsens darüber,dass viele Akteure, zunehmendauch fachfremde, Einfluss auf dieQualität unserer gebauten Umwelthaben. Deshalb müsse schon inder Ausbildung Wissen über baukulturelleBelange und ein Grundverständnisfür integrierte Planungvermittelt werden.Die Etablierung einer „Phase Null“,die vor den in der HOAI festgelegtenLeistungsphasen 1 bis 9als Grundlagenermittlung zumTragen kommen soll, wurde in derthemenbezogenen Werkstatt (A)rege diskutiert und in der Abstimmungdurch das gesamte Plenumals von besonderer Wichtigkeitgekennzeichnet. Die „Phase Null“vor Beginn der Planung dient derKlärung über das Verständnis derBauaufgabe der Beteiligten undreicht von der Machbarkeitsuntersuchungüber die Einbindung derÖffentlichkeit bis zur Definition von


Was sind die wichtigsten Handlungsempfehlungen?1. Ressortübergreifend planen2. Etablierung „Phase Null“3. Mehr Kooperation vor Ort4. Zukunftsweisend planen und bauen14 (17,5%)5. Baukultur bei Ingenieurbauten6. Experimentierklauseln einführen7. Verbesserung baukulturelle Bildung8. Baukulturberichte vorlegen13 (16,3%)9. Aktive Pressearbeit betreiben18 (22,5%)19 (23,8%)26 (32,5%)35 (43,8%)26 (32,5%)31 (38,8%)43 (53,8%)Geben Sie bis zu 3Antworten ein.Abb.: Voting-Ergebnis KonventsversammlungVerantwortlichkeiten. Diese Phasesoll als Leistungsphase mit in dieHOAI aufgenommen und besserausgestattet werden.Eine Realisierung der „Phase Null“in Bauprozessen sei, so der Konsens,unmittelbar und von Anfangan mit einer ressortübergreifenden,transdisziplinären Zusammenarbeitaller am Bauprozess Beteiligtennötig – damit Baumaßnahmen nichtnur funktionale Kriterien erfüllen,sondern einen Mehrwert für unseregebaute Umwelt darstellen. In diesemZuge wurde auch die Wichtigkeitvon Kooperationen mit lokalenAkteuren am Ort der Baumaßnahmebekräftigt. Ein großer Teil derbefragten Konventsmitglieder undgeladenen Gäste votierte zudemdafür, dass Verwaltungen und Projektstrukturenressortübergreifendausgerichtet werden müssen.Ziel der Abstimmung unter den Anwesendenwar unter anderem eineauf die Dringlichkeit der Umsetzungbezogene Priorisierung der behandeltenFokusthemen der Stiftung imJahr 2014: „Wohnen und gemischteQuartiere“, „Öffentlicher Raumund Infrastruktur“ und „Planungskulturund Prozessqualität“. Hierbeistimmte der Großteil des Plenumsfür eine gleichwertige Wichtigkeitder drei Fokusthemen. Auch wenndie Themen als gleichwertig gewichtetwurden, zeichnete sich eineleichte Tendenz zum Fokusthema„Planungskultur und Prozessqualität“ab.Stellvertretend für ihre Berufsgruppenahmen in einer KommentarrundeStefanie Frensch (Howoge),Andrea Gebhard (mahl.gebhard.konzepte), Elisabeth Merk (Stadtbaurätinder Stadt München),


Was soll sich für die Berufung 2016 ändern?Der Konvent soll...1. kleiner werden7 (10,8%)2. größer werden10 (15,4%)3. fachlicher werden18 (27,7%)4. interdisziplinärer werden5. stärker umsetzungsbezogen werden6. stärker eingeninitiativ wirkenAbb.: Voting-Ergebnis Konventsversammlung35 (53,8%)42 (64,6%)Geben Sie bis zu 3Antworten ein.47 (72,3%)Steffen Marx (Leibniz UniversitätHannover), Staatsrat Michael Sachs(Freie und Hansestadt Hamburg)und der Architekt Volker StaabStellung zum Baukulturbericht undden in den darin formulierten Handlungsempfehlungen.Michael Sachsriet etwa dazu, die Verantwortlichkeitenbei Bauvorhaben klarer zudefinieren und Steffen Marx legteseinen Berufskollegen nahe, auchbei Ingenieurbauten Baukulturmitzudenken. Einig waren sich alleKommentatoren darin, dass derBaukulturbericht eine sehr guteGrundlage für die Berufspraxis unddurch konkrete Empfehlungen gutanwendbar sei.Mit Blick auf die Zukunft desKonvents der Baukultur sprachensich die Konventsteilnehmer füreine noch stärkere interdisziplinäreBesetzung aus. Auch solle derKonvent vermehrt eigeninitiativ undumsetzungsbezogen arbeiten, wiees dieser „Arbeitskonvent“ erstmalsgetan habe. Der BundesstiftungBaukultur selber wurde geraten, dieÖffentlichkeitsarbeit zu verstärkenund auch durchaus mehr zu provozieren.Konkrete (lokale) Beispieleund Bilder sollen den abstraktenBegriff Baukultur greifbar machen.Exemplarisch genannt wurde dabeiauch die, im Rahmen der Veranstaltungstattgefundene, Verleihungdes Fotografiepreises „Baukultur imBild. Räume + Menschen“.Abschließend dankte Reiner Nagel,Vorstandsvorsitzender der BundesstiftungBaukultur, dem Konventfür das positive Feedback und denklaren Arbeitsauftrag als Richtliniefür die Umsetzung in die Praxis.


Protokolle der Werkstätten A, B und C


ARessort- und kompetenzübergreifend Planen und BauenIn den Werkstattgesprächen herrschte in den einzelnenArbeitsgruppen Konsens darüber, dass gemäß HE 01Verwaltungen und Projektstrukturen ressortübergreifendausgerichtet werden müssen. Kompetenzen im Bezugauf Baukultur müssen vor allem auf der kommunalenEbene gestärkt werden, um bisherige interne Widersprüche(z.B. sparsame Ausgaben vs. qualitätvolle Stadtentwicklung)und aufgesplitterte Zuständigkeiten zu vermeiden.Fach- und Kompetenzübergreifendes Planen solltenicht nur in Verwaltungen stärker als Innovationsmotoreingesetzt werden, sondern auch in der Privatwirtschaftwirksam werden. Dies schließt mit ein, dass von Beginnder Planung an alle am Bauprozess Beteiligten mit in dasBauvorhaben einbezogen werden.Diese erste Handlungsempfehlung ist, nach Meinung derWerkstattteilnehmer, untrennbar mit der zweiten Handlungsempfehlung,der Etablierung einer „Phase Null“,verbunden.Zukunftsweisend Planen durch „Phase Null“Einer Etablierung der „Phase Null“ (HE 02) soll, somerkten die Werkstattteilnehmer an, zuvor eine begrifflicheÜberarbeitung angedacht werden. Der Begriff„Phase Null“ sei wegen der Anlehnung an die HOAI imBezug auf z.B. das Preisrecht noch zu ungenau definiert.Die angedachte „Phase Null“ ist, so der Konsens,unumgänglich für eine sinnhafte Aufgabenfindung und–verteilung im gesamten Planungsprozess. Die „PhaseNull“ soll eine Grundlagenermittlung als qualitätvol-


Ale Basis des gesamten Planungs- und Bauprozessesimplementieren, auf welche sich die Akteure währenddes gesamten Bauvorhabens rückbesinnen können.Hierzu wurde vorgeschlagen, sämtliche im ProzessBeteiligte schon in der „Phase Null“ mit einzubeziehen.Dies schlösse auch mit ein – gemäß HE 19 – dielokalen Akteure am jeweiligen Ort des Bauvorhabensmit einzubeziehen und ihre ortsspezifische Expertise zuberücksichtigen.Zudem wurde vorgeschlagen, von Beginn eines Bauvorhabensan, mit dem Werkzeug der Moderation zu arbeiten,um eine spätere Mediation im Prozess zu vermeiden.Die aktuelle Novellierung der Vergabeverordnung(neue EU-Richtlinien) berge zudem das Potential, sodie Meinung an einem Werkstatttisch, die „Phase Null“konkret mit aufzunehmen als Richtlinie oder zukünftigverbindliche Methode.Gestaltungswettbewerbe als RegelverfahrenGemäß HE 3 waren sich die Diskutanten einig darüber,dass Gestaltungswettbewerbe als Regelverfahren etabliertwerden sollten. Diesbezüglich wurde ein Schwerpunktdarauf gelegt, dass die derzeit wirksamen einengendenKriterien in der Teilnahme an Wettbewerbenoft als Innovationsbremse wirken und beispielsweisekleinere oder junge Büros kategorisch ausschließen. Eswurde diskutiert, dass intelligente und zukunftsweisendeZugangsregelungen für Gestaltungswettbewerbegeschaffen werden müssen.Auch wurde erneut auf die Novelle des Vergaberechtsals Chance zur Implementierung dieser Vorschläge


ABaukultur = WerterhaltGemäß HE 23 wurde das Thema Nachhaltigkeit im Bezugauf den Werterhalt einer Immobilie aufgeschlüsseltund neu definiert: Nachhaltigkeit soll demgemäß nichtnur im Bezug auf Emissionseinsparungen und Werkstoffegedacht werden, sondern bewusst auch bezogen aufdie Ästhetik sowie die Nutzungsdauer eines Bauwerkes.Es sollen, so der Konsens, gebaute Lebensräume geschaffenwerden, welche auch für nachfolgende Generationenqualitätvolle Lebensräume sind: Werterhaltdurch Baukultur. Diese Erkenntnis ging Hand in Handmit der Befürwortung der in HE 04 vorgeschlagenenEinführung einer „Phase Zehn“ zur Reflexion und Qualitätssicherungvon Bauvorhaben.


WerkstattBVorbild für Baukultur seinPriorisierte Handlungsempfehlungen (HE):05 Öffentliche und private Bauvorhaben gestalterischund funktional zukunftsweisendausrichten.07 Hohe Gestaltungs- und Prozessanforderungenauch bei Ingenieurbauten entwickeln14 Experimentierklauseln als Bestandteil vonFörderprogrammen, um Kommunen inbaukulturellen Belangen zu unterstützenTisch 6Tisch 7Moderation:Elisabeth Merk(Stadtbaurätin Stadt München)Bernd Hunger(GdW e.V.)Unterstützung:Lisa Kietzke(BSBK)Kathrin Kirstein(BSBK)


BGrundlegend wichtig sei der Wille für baukulturelle Qualitätbei den beteiligten Akteuren. Hier gelte es, Motivationzu schaffen und einen gemeinsamen Sprachmodus zuentwickeln. Neue, intelligente Wege der Kommunikationsollten angedacht werden. Um nicht zuletzt auch denEinzelnen zu erreichen, könnte – z.B. über das Amtsblattund regionale Zeitungen – Ehrgeiz und regionaler Stolzgeweckt werden. Zukunftsweisend hieße in diesem Zusammenhangauch ortsbezogen – regionale Wettbewerbezur Dorfverbesserung böten hier eine Möglichkeit.Die Einbeziehung und Vernetzung sämtlicher Faktoren(und Akteure?) sei für eine (nachhaltige?) Vorbildfunktioneines Projektes von hohem Wert.Bauausführende Akteure, wie Handwerker, sollten mehrzu Wort kommen können, gleichzeitig Bürgerbeteiligungengestärkt werden und Stadtquartiergestaltungsbeiräteauch die Nachbarschaften integrieren. Gemäß HE 22wurde reflektiert, dass Gestaltungsbeiräte einen fachlichenBlick von Außen ermöglichen, den städtischenKontext betrachten und Kontinuität schaffen können. Siekönnten als Basis für einen Dialog und die Diskussionüber Baukultur fungieren, wenn sie öffentlich tagen undihre Ergebnisse transparent kommunizieren.Um Baukultur zu kommunizieren, brauche es Plattformen.Leitlinien und Preise seien gut, um die Baukultur zu stärkenund dazu zu motivieren, gleichzeitig böten sie Raumfür Diskussionen. Auch hier solle Transparenz gelten: Warumwerden diese Preisträger erwählt oder jene Leitlinienformuliert?


BVerantwortung aufzeigen und Kontrollinstrumente einsetzenDie HE 24 bildete die Grundlage für den Diskussionsschwerpunkt,dass private Bauherren gestärkt werden,gleichzeitig aber auch stärker in die Pflicht genommenund auf ihre Verantwortung hingewiesen werden sollten.Die Kontrolle seitens der Ämter sollte auch im Bauprozessund in der „Phase 10“ – der intensiven Reflexionvon Bau- und Plaungsprozessen zur Qualitätssicherung– nicht verloren gehen sondern anhand von flankierendenInstrumenten bestehen bleiben, um Vorgaben durchzusetzen.Diese „Durchsetzungsinstrumente“ wären denkbarin Form von Fördermitteln, Gestaltungssatzungen, z.T.Gestaltungsbeiräten und Leitlinien. Eine „Qualitätsbegleitung“bis zur Übergabe von Gebäuden könnte Ausführungsqualitätensicher stellen. Gleiches gelte auch beiIngenieurbauwerken und Infrastrukturmaßnahmen. Auchhier sollte die Wahrnehmung der Verantwortlichkeit vonBund, Ländern und Kommunen geschärft werden.Experiment und Innovationen begünstigenGelder für Experimente/Innovation und besondereKooperationen (Interdisziplinarität) sollten Bestandteilvon Förderprogrammen, Konjunkturpaketen und Städtebauvorhabenwerden. Erfahrungsgemäß sei die Fragenach der Verantwortung im Haftungsfall ein besonderesHemmnis. Nachweise und die Übernahme des finanziellensowie arbeitstechnischen Mehraufwandes könntenhier Abhilfe schaffen. Angemerkt wurde außerdem, dassExperimente sowohl in baulicher Form als auch im Planungsprozesserfolgen können.


BStreichung der Hervorhebung „Kunst am Bau“Es wurde der Vorschlag angebracht, die Hervorhebung„Kunst am Bau“ in der Formulierung von HE 5 zu streichen.Der künstlerische Ausdruck am oder im Bau seiintegraler Bestandteil der Planung und auch eine Formvon Kunst, der häufig vergessen werden würde. Nicht erstnach Fertigstellung, sondern schon während des Prozessessollte Kunst integriert werden. Ebenso gelte: „Aucheine schöne Fassade ist Baukunst.“Was sind die wichtigsten Handlungsempfehlungen?B | Vorbild für Baukultur sein1. Zukunftsweisend Planen und Bauen2. Baukultur bei Ingenieurbauten3. Experimentierklausel44 (53,7%)54 (65,9%)40 (48,8%)GebenAntwoAbb.: Voting-Ergebnis Konventsversammlung


WerkstattCBaukultur vermittelnPriorisierte Handlungsempfehlungen (HE):17 Förderung und Verbesserung der baukulturellenBildung11 Bei Auftrags- und Grundstücksvergabenbaukulturelle Kriterien einbeziehen27 Kooperation bei der baukulturellen Bildungund Vermittlung ausbauen30 Das Netzwerk von Baukulturinitiativen ausbauen(31) Medien und Kommunikation stärker zur Vermittlungvon Baukultur nutzen(Selbsterstellte Handlungsempfehlung einesWerkstatttisches)Tisch 8/10Tisch 9Moderation:Karsten Tichelmann(TU Darmstadt)Michael Frielinghaus(BLFP Frielinghaus Architekten)Jörn Walter(Oberbaudirektor Freie undHansestadt Hamburg)Unterstützung:Marlene Rohbeck(BSBK)Johanna Köhler(BSBK)Nina Gromoll(BSBK)


CAktualität, Persönliche Betroffenheit, EmotionalitätErfahrungen zeigten, dass erfolgreiche Vermittlung meist mitder Thematisierung von Baukultur anhand von aktuellemTagesgeschehen, persönlicher Betroffenheit und Emotionalitäterreicht werden würde. Zudem hätte sich die Vermittlung überdas „gute Beispiel“ bewährt: Jede Region verfüge über gutebaukulturelle Beispiele, zu denen die Menschen einen lokalenBezug haben. Diese als Vorbilder zu nutzen, sei eine gute Vermittlungsgrundlage.Indem Baukultur zum persönlichen Anlassgemacht wird, der Mensch in den Mittelpunkt gerückt und„Geschichten“ erzählt werden, könnte Bewusstsein für Baukulturgeschaffen und diese in die Gesellschaft integriert werden.Vermittlung in der SchuleEin gesteigertes Interesse der allgemeinen Bevölkerung fürBaukultur ließe sich nur über Bildung erzeugen. Dabei seieine Etablierung in die (schulische) Ausbildung elementar,was eine Reformierung des Unterrichts bedeute: Baukulturmüsse fächerübergreifend mit eingebunden werden. Esginge also auch stark um die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeitenvon Lehrern/Schulleitern/Professoren sowie vonaktiven Akteuren („Teach the Teachers“). Die Schaffung vonAnreizen, Hilfestellungen und die Bereitstellung attraktiverLehrmaterialien sei hierbei von Nöten. Sinnvoll wäre, bestehendeProgramme/Methoden zu evaluieren und ihre Effizienzzu überprüfen.Die persönliche Betroffenheit sei auch in der Vermittlung vonBaukultur in der Schule von großer Bedeutung.Zur Einbindung dieser in den Unterricht sei es beispielsweisedenkbar, eine Aufgabe so zu formulieren, dass die Schüler


Cdirekten Bezug zum Thema herstellen können: Was wird geradevor der Schule oder in der Gemeinde gebaut? Wie sinddie Abläufe, was sind baukulturelle Qualitäten? Um eigene,konkrete Erlebnisse in einem Bauprozess erfahrbar zu machenwäre es beispielsweise möglich, Baustellen als Lernortezu nutzen. Wichtig sei es ebenso zu klären, was der Mehrwertfür Lehrer ist, wenn sie Baukultur in ihren Lehrplan aufnehmen.Generell wurde die Forderung nach einem UnterrichtsfachBaukultur gestellt um das Thema nicht mehr nur auf denKunstunterricht zu reduzieren. Eine Teilnehmerin merkte an,dass Fortbildungen für Lehrer von der LAG LandesArbeits-Gemeinschaft Architektur und Schule/Bayern auf großesInteresse stießen. Es herrschte Konsens darüber, dass eineVerbesserung von baukultureller Bildung elementar sei.Veranstaltungen und FormateSelbstkritisch wurde reflektiert, dass das Angebot vonVeranstaltungen oft nur an die eigene Berufsgruppeadressiert sei und Laien nicht anspräche. Demnach wärees wichtig, sich vom fachlichen Diskurs zu lösen, sich derverwendeten Fachsprache bewusst zu werden und diesesoweit möglich in der Außendarstellung zu vermeiden undAngebote so zu gestalten, dass sie auf Augenhöhe undnicht „missionarisch“ stattfinden. Nur so könne Baukulturauch zu einem Alltagsthema in der Gesellschaft werden.Formate, die Baukultur fachübergreifend thematisieren(z.B. Architektur & Literatur, Architektur & Theater, Architektur& Film in kommunalen Kinos), hätten stets einenhohen Zulauf zu verzeichnen. Ebenso habe sich der „Tagdes offenen Denkmals“ als sehr erfolgreich erwiesen. Auchzeige sich immer wieder, dass jene Veranstaltungen auf


Chohes Interesse stoßen, welche die aktuelle Tagespolitikthematisieren (z.B. bezahlbares Wohnen, das sanierwürdigeRathaus, das geplante Einkaufszentrum am Stadtrand); wiederjene also, welche eine persönliche Betroffenheit auslösen.NetzwerkausbauDie Teilnehmenden waren sich gemäß HE 30 einig, dassein gutes Netzwerk von zentraler Bedeutung für die Vermittlungund Etablierung von Baukultur sei. Von großerWichtigkeit sei die (Re-)Aktivierung und der weitere Ausbaubestehender Strukturen. Der Förderverein BundesstiftungBaukultur e.V. könne hier den vernetzten Initiativen/Verbänden/ProjektenImpulse geben. Generell gelte es, Begeisterungzu wecken, bereits vorhandene Aktivitäten undbestehendes Bürgerengagement aufzugreifen und dieseEnergien und Motivation für die Baukultur zu nutzen („Baukulturspirit“)und insbesondere die Akteure lokal zu vernetzen.Um Aufmerksamkeit zu erhalten sei es wichtig, regelmäßigauf Aktivitäten und Veranstaltungen hinzuweisen.Plaketten, Auszeichnungen, WürdigungenEs wurde von einem Teilnehmer die Überzeugung formuliert,dass qualitatives Bauen und Baukultur gefördertwerden könnte, indem vermehrt Auszeichnungen auchfür bodenständige Architektur etabliert würden. WeitereMotivation böte eine Zertifizierung, die das baukulturelleEngagement von Städten/Gemeinden würdigt.In einer weiteren Diskussion war die Meinung vertreten,dass bereits viele solcher Verfahren bestünden. Um eine


CInflation von Auszeichnungen nicht noch weiter zu verstärken,zähle nicht die Quantität von Preisen, sondern dieQualität. Bestehende Preise seien zudem oft zu abstraktund ohne Vermittlungswert. So sei oftmals nicht erkennbar,warum gerade dieses oder jenes Gebäude für welcheEigenschaften ausgezeichnet wurde. Neben Bauten solltenaußerdem auch Bauprozesse ausgezeichnet werden.Medien und KommunikationEs bestand Konsens darüber, dass das Thema Medienund Kommunikation bisher von den Akteuren des Planenund Bauens unterschätzt würde, obwohl gerade damit vieleMenschen erreicht werden könnten. Es gelte, die neuenMedien zu erschließen und sich an die wandelnde Medienlandschaftanzupassen. Die Chancen des Internets solltengenutzt werden. Von zentraler Bedeutung sei eine gekonnteInszenierung und das Erzeugen von Bildern. Grundlagedafür sei es allerdings zunächst, einen Nachrichtenwert zuschaffen (Warum soll denn überhaupt berichtet werden?).Nicht zuletzt sei wichtig, dass die Bundesstiftung Baukulturmehr Präsenz in der medialen Welt erlange.Fördernd für eine (positive) Berichterstattung wäre außerdem,den Redakteuren den Weg zu ebnen. Als eine der priorisiertenHandlungsempfehlungen wurde von Tisch 8 dementsprechenddie HE 31, „Medien und Kommunikation“, erstellt.Stiftung stärkenZur Förderung der Baukultur sei es wichtig, dass dieStiftung ihren Fokus mehr auf Kommunikation und denAusbau von Kooperationen lege.


CGemeinnützigkeitAn den Tischen kam die Frage nach Anreizen für das Engagementin der Baukultur auf. Es wurde die Einführungeiner Baukulturrendite und die Etablierung steuerlicherVorteile empfohlen.Baukulturelles ErbeEinerseits sei dieses Thema bereits gut besetzt, andererseitswürden nicht geschützte Denkmäler immer nochzu oft abgerissen. Bezogen auf aktuelle Entwicklungenwurde vor allem auf das diesbezügliche Gefahrenpotentialin schrumpfenden Städten und Regionen hingewiesen.Was sind die wichtigsten Handlungsempfehlungen?C. Baukultur fördern1. Baukultur bei Vergaben2. Verbesserung baukultureller Bildung3. Kooperation bei Vermittlung Baukultur4. Baukulturnetzwerk ausbauen5. Aktive Pressearbeit betreiben39 (50,0%)49 (62,8%)41 (52,6%)32 (41,0%)54 (69,2%)GebenAntwoAbb.: Voting-Ergebnis Konventsversammlung


Übersicht der Handlungsempfehlungen01 Verwaltungen und Projektstrukturen ressortübergreifendausrichten02 Etablierung einer „Phase Null“ und Stärkung derGrundlagenermittlung im Planungsprozess03 Durchführung von Gestaltungswettbewerben beiPlanungsleistungen und Bauvorhaben04 Intensivere Reflexion von Planungsprozessen als„Phase Zehn“ zur Qualitätssicherung05 Öffentliche und private Bauvorhaben gestalterischund funktional zukunftsweisend ausrichten06 Integrierte Planungen bei Verkehrsbauvorhaben unterstärkerer Berücksichtigung baukultureller und gestalterischerBelange betreiben07 Hohe Gestaltungs- und Prozessanforderungenauch bei Ingenieurbauten entwickeln08 Die großen räumlichen und baulichen Konsequenzender Energiewende gestalterisch lösen09 Bewahrung und Pflege des baukulturellen Erbes10 Stärkung von Standorten durch die Identifizierung,Förderung und Vermittlung der nationalen bzw. regionalenIdentität11 Bei Auftrags- und Grundstücksvergabenbaukulturelle Kriterien einbeziehen


12 Vergabe von Preisen und Plaketten zur Motivationprivater und öffentlicher Bauherren13 Stärkere Beachtung von baukulturellen Kriterien beiFörderinstrumenten wie der Städtebauförderung14 Experimentierklauseln als Bestandteil von Förderprogrammen,um Kommunen in baukulturellen Belangenzu unterstützen15 Anerkennung der Gemeinnützigkeit von Baukultur16 Pflege des baukulturellen Erbes17 Förderung und Verbesserung der baukulturellenBildung18 Förderung und Verbesserung der baukulturellenAusbildung von allen am Baugeschehen Beteiligten19 Stärkung der Kooperation mit Akteuren vor Ort20 Angebote der Kommunikation und Partizipationprojekt- und nutzerbezogen entwickeln und etablieren21 Die quartiersbezogene Planungsebene und den Sozialraumstärken22 Einrichtung von Gestaltungsbeiräten zur Sicherungder baukulturellen Qualität23 „Werterhalt durch Baukultur“ mitdenken bei Sanie -rung, Um- und Neubau


24 Baukultur als Leitbild der Corporate Responsibilityund Durchführung von Wettbewerben bei PlanungsundBauvorhaben25 Formulierung eines Leitbilds Baukultur –baukulturelle Diskussion vor Ort26 Anstoß und Mitwirkung bei der Enwicklung vonLeitlinien für gute Planungspraxis27 Kooperation bei der baukulturellen Bildung und Vermittlungausbauen28 Künftig regelmäßig Baukulturberichte vorlegen29 Die Bundesstiftung Baukultur stärken30 Das Netzwerk von Baukulturinitiativen ausbauen(31) Medien und Kommunikation stärker zur Vermittlungvon Baukultur nutzen(Selbsterstellte Handlungsempfehlung eines Werkstatttisches)


Besuchen Sie die Internetseite der BundesstiftungBaukultur für Dokumentation undFotos des Konvents der Baukultur 2014.www.bundesstiftung-baukultur.de


Die Bundesstiftung Baukultur wird vomBundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bauund Reaktorsicherheit finanziell unterstützt.Wir danken unseren Sponsoren und Partnern

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine