Wirtschaft macht Schule - WORTSCHATZ

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Wirtschaft macht Schule - WORTSCHATZ

Wirtschaft

macht Schule

Academy for Junior Managers . . . . . . 34

Interview „Ausbilder – und jetzt?“ . . . 36

Bosse in Schulen . . . . . . . . . . . . . . . . 38

NVV AG im Porträt. . . . . . . . . . . . . . . 40

Mitutoyo im Porträt. . . . . . . . . . . . . . 41

¦ Foto: Raupold ¦


__________________________________________________________TITEL_29

Den angebissenen Döner in der Hand, um

einige Minuten zu spät, mit tiefem

Dekolletee und einem schnodderigen

„Hey Boss, hier bin ich!“ auf den Lippen – die

Bewerberin im gleichnamigen Theaterstück ist

überzeichnet und käme so beim potenziellen

Lehrmeister sicherlich nicht gut an. Vor rund

100 Schülern erreichte die Satire aber ihr Ziel:

Den jungen Leuten wurde bewusst, worauf es

beim Übergang von der Schule in die Wirtschaft

ankommt: Aktiv sein, engagiert sein und

den Schritt in die Arbeitswelt wagen.

Das Bild auf der linken Seite zeigt eine Szene

aus dem Theaterstück „Hey Boss, hier bin

ich!“ Das von den Wirtschaftsjunioren entwickelte,

knapp einstündige Bühnenspiel wird

in diesen Wochen von den Jungunternehmerverbänden

in Krefeld und Mönchengladbach

aufgeführt. Die Premiere fand Mitte Januar im

Rahmen des IHK-Projektes „Vertiefte Berufsorientierung“

(s. Seite 32) statt. Die Schauspieler

des Lutz-Theaters aus Hagen mimten einen

Firmenchef und zwei junge Bewerber, die sich

in einer Art Wettkampf um eine Ausbildungsstelle

mühten. Im Anschluss wurden die

Zuschauer gar selbst zu Schauspielern, als es

um Körpersprache und -haltung ging. So wurde

der 16-jährige Max Heitzer prompt auf die

Bühne gebeten, um seine Frage zu stellen. „Ist

es nicht aufdringlich, ständig Blickkontakt zu

halten?“ Eher verbindlich, antwortete Regisseur

und Schauspieler Werner Hahn. Für das richtige

Stehen, Sitzen, Sprechen, Händeschütteln

und Benehmen gab`s im Anschluss individuelle

Tipps vom Fachmann. Werner Hahn nahm

auch sehr anschaulich den Begriff „Be-Werbung“

auseinander. Denn eine Bewerbung heiße

nicht von ungefähr so, sondern habe recht

viel mit der Werbung zu tun, die die Jugendlichen

ja schließlich täglich im Fernsehen

sehen würden. „Guckt Euch etwas von Euren

TV-Stars ab – die verkaufen sich richtig!“ Meli-

„Hallo Herr Firmenchef, ich möchte mich bei ihr

Unternehmen bewerben“ – wie das Anschreiben in der

Bewerbungsmappe und der Auftritt beim Vorstellungsgespräch

keinen guten Eindruck hinterlässt,

zeigte in satirischer Form das Theaterstück „Hey Boss,

hier bin ich“.

na Mackenstein, Kathrin Bovens und Kathrein

Theven, allesamt Schülerinnen an der Johannes-Kepler-Schule

in Süchteln, waren begeistert:

„Das war eine super Vorbereitung auf

unsere Bewerbungsgespräche“, meint Melina

und Kathrin ergänzt: „Dieses Theaterstück hat

uns Jugendliche auf unserer Ebene angesprochen,

hat unseren Humor getroffen.“ Alle drei

würden das Schauspiel am liebsten gleich noch

einmal besuchen, um noch mehr Tipps zu

erhalten.

Solche und ähnliche Aktionen, die den

Übergang von der Schule in die Wirtschaft

erleichtern, machen Schule. Aus über 10.000

Rückmeldungen, die der Deutsche Industrieund

Handelskammertag vor gut einem halben

Jahr auf eine Unternehmensbefragung quer

durch alle Branchen erhielt, lautete die erfreuliche

Schlussfolgerung: Mehr als die Hälfte der

Unternehmen kooperiert mit allgemeinbildenden

Schulen. Wichtigstes Instrument ist das

Schülerpraktikum. 12,4 Prozent der Umfrage-

Teilnehmer, so die DIHK-Studie weiter, konnten

im vergangenen Jahr nicht alle Ausbildungsplätze

besetzen – hauptsächlich, weil ihnen

keine geeigneten Bewerbungen vorlagen. Beim

Stichwort „fehlende Ausbildungsreife“ bemängelten

65 Prozent der Befragten das Fehlen

von mündlichem und schriftlichem Ausdrucksvermögen,

elementaren Rechenfertigkeiten

sowie Leistungsbereitschaft. „150.000 Schulabgänger,

die Jahr für Jahr in Deutschland auf

den Arbeitsmarkt drängen, verfügen nicht über

die notwendige Ausbildungsreife“, stellt Dr.

Frank Lorenz von der IHK Mittlerer Niederrhein

fest. Der Geschäftsführer der IHK-Aus- und

Weiterbildung sucht die Ursachen dafür natürlich

nicht nur bei den Schulen. „Auch die

Gesellschaft ist gefordert, ihren Teil zum Bildungs-

und Erziehungsauftrag beizutragen.“

Die Forderung: Schulen und Unternehmen

müssen ihre Türen öffnen, um jeweils Partner

hereinzulassen oder selbst „nach draußen“ zu

gehen. Auf viele offene Türen stößt man am

Niederrhein. Kooperationen zwischen Schule

und Wirtschaft stehen hier und heute auf der

Tagesordnung: mal in Form einer Berufswahl-

Vorbereitung, oder als Schüler- bzw. Lehrerpraktika,

ökonomische Bildung, Sicherung der

Ausbildungsreife, Mentorenprogramm, Bewerbungstraining,

Partnerschaft und, und, und…

EXPERTENTIPP

Stephan Mundt, 42

Leiter Ausbildungsberatung

Dafür muss man kein Prophet sein:

Wegen der geburtenschwachen Jahrgänge

kommen immer weniger Schüler auf

den Arbeitsmarkt, den Betrieben geht

nach und nach der Nachwuchs aus.

Unternehmen, die sich mit der Ausbildung

des eigenen Nachwuchses rechtzeitig aufstellen,

sind klar im Vorteil. Ihre Chance:

Noch immer ist die Ausbildungseignungsverordnung

ausgesetzt, d. h. wer junge Leute

ausbilden möchte, braucht nicht zwangsläufig

den Nachweis des Ausbilderscheines.

Das Team der IHK-Ausbildungsberater

berät interessierte Unternehmen unverbindlich,

kurzfristig und individuell. Im persönlichen

Gespräch und beim Rundgang durchs

Unternehmen zeigt der Berater neue Berufe

und Ausbildungsmöglichkeiten auf. Denn

auch in Teilbereichen des Unternehmens,

etwa Logistik, Verwaltung oder Lager, ist eine

spezielle Ausbildung möglich. Zudem können

sich Unternehmen in Sachen Ausbildung

zusammenschließen und einen so genannten

„Verbund“ bilden. Dieses Konzept hat sich

bewährt, weil Lernbestandteile zusammengelegt

bzw. ausgelagert werden können.

Derzeit ist der beste Zeitpunkt des Jahres,

sich um den Nachwuchs für das Ausbildungsjahr

ab Sommer zu kümmern. Denn

der Markt mit guten Schülern, sprich: potenziellen

Azubis, ist noch nicht „leer gefischt“.

KONTAKT

02131 9268-547

mundt@neuss.ihk.de

ihk magazin 02.08 www.mittlerer-niederrhein.ihk.de


30_TITEL _________________________________________________________

Berufsinformationsmesse mit dem Technologieunternehmen 3M in Neuss: Schüler lernen das Unternehmen

und dort angebotene Berufsbilder kennen.

Alle Projekte haben laut Lorenz ein Ziel, nämlich

„den theoretischen Lernstoff aus der Schule

in der praktischen Lebens- und Arbeitswelt

umzusetzen“.

Am Niederrhein ist es nicht leicht, den

Überblick über die vielfältigen Initiativen in

Sachen SchuleWirtschaft zu behalten. Denn

nicht nur die IHK, sondern auch Verbände,

Institutionen, Kommunen, Gewerkschaften,

Arbeitsagenturen, Schulen, Schulämter und

nicht zuletzt die Unternehmen engagieren sich

enorm. Auf einer „Bildungslandkarte“ hat die

IHK Mittlerer Niederrhein all diese Projekte

zusammengefasst. „Eine komplexe Aufgabe“,

wie Dr. Guido Kluth von der IHK zugeben muss.

„Es gibt am Mittleren Niederrhein über 100

Angebote. Diese erstrecken sich mal auf das

Stadtgebiet, mal überregional und richten sich

an unterschiedliche Zielgruppen wie Schulen,

Lehrer, Eltern und Unternehmen.“ Kluth trommelte

die rund 40 Anbieter zusammen und sortierte

deren Angebote nach Kategorien und

Zielgruppen. Unter www.schule-wirtschaft.

ihk.de (Klick auf „RÜM“ für Regionales Übergangsmanagement)

ist eine übersichtliche

Landkarte mit Querverweisen und Ansprechpartnern

online abrufbar. „Die 140 Schulen und

70.000 Unternehmen am Niederrhein verfügen

damit über eine Netzwerk-Plattform, auf der sie

alle Aktivitäten zum Thema SchuleWirtschaft

austauschen können“, erläutert Dr. Guido

Kluth die Vorteile. Schnell finde man so den

richtigen Ansprechpartner oder könne sich von

erfolgreichen Projekten „etwas abgucken“.

Betriebe und Schulen öffnen

ihre Türen füreinander

Denn davon gibt es am Niederrhein eine Menge,

von der wir an dieser Stelle leider nur einen

ganz kleinen Ausschnitt zeigen können. Ein Vorzeigebeispiel

in der Region ist bundesweit einmalig

und heißt „BaseL“. In der „Basis“ zum „Lernen“

– gemeint ist das eigentliche Gebäude an

der Gesamtschule Nettetal – kommen Schüler

und Unternehmensvertreter zusammen, um

Berufe und Branchen kennen zu lernen bzw. vorzustellen.

Hauptunterstützer des ohne öffentliche

Mittel errichteten, 80.000 Euro teuren Baus

ist Terratec, das ortsansässige Computer- und

Softwareunternehmen. Die Gesamtschule plant

als nächstes, Paten aus der Wirtschaft zu gewinnen,

die Schülern Betriebe und Arbeitsalltag

erklären. Für „BaseL“ hat die Gesamtschule Nettetal

den ersten Preis „Ausbildungs-Ass 2007“

der Wirtschaft- und Handwerksjunioren

Deutschland in der Kategorie „Ausbildungsinitiativen“

erhalten. Der renommierte Preis, der

Ende des vergangenen Jahres zum elften Mal

vergeben wurde, ist mit 15.000 Euro dotiert;

182 Bewerbungen gab es dieses Mal.

Preisgekrönt ist auch die Idee der „Academy

for Junior Managers“, kurz AJM. Das Konzept

entwickelte das Norbert-Gymnasium in

Knechtsteden; mittlerweile findet die AJM aber

auch an der Liebfrauenschule Mülhausen (Gref-

ihk magazin 02.08 www.mittlerer-niederrhein.ihk.de

¦ Foto: 3M ¦


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rath/Kreis Viersen) statt und ab Sommer ebenso

am Fabritianum in Krefeld-Uerdingen. Beim

hochkarätigen Wettbewerb „Fit for Job“ kam

das Norbert-Gymnasium mit dem Konzept des

freiwilligen Wirtschaftsunterrichts am Samstag

unter die besten zehn Schulen. Wie die AJM

funktioniert, zeigt die Reportage auf Seite 34.

Unser Reporter hat einen Vormittag lang in die

Vorlesungen hineingeschnuppert und ist mit

den jungen Leuten und Dozenten ins Gespräch

gekommen.

Während es bei BaseL und der Academy for

Junior Managers darum geht, betriebswirtschaftliches

Know-how in die Schulen zu bringen,

dreht es sich bei anderen Initiativen um

Naturwissenschaften. So unterhält das Kempener

Chemieunternehmen Lackwerke Peters eine

Partnerschaft mit dem ortsansässigen Luise-

Duesberg-Gymnasium, die sich bisher in 80

Aktionen niederschlägt. „Für unseren Unternehmensgegenstand,

die Chemie, wollen wir

schon im Unterricht Interesse wecken“, erläutert

Peters-Chef Ralf Schwartz. Die Fächer Chemie,

Physik und Technik werden aus der schulischen

Theorie in das Unternehmen geholt,

sozusagen im Praxis-Unterricht vor Ort. Außerdem

unterstützt Peters Schülerfirmen, „Jugend

forscht“-Bewerbungen der Schüler, Technikund

Uni-Infotage sowie den „Girls’ Day“. „Das

eigenständige Ausführen von Tätigkeiten verschiedener

chemischer Berufe motiviert die

Schüler und Schülerinnen, sich mehr für diese

Bereiche zu interessieren. Dass wir auf dem

richtigen Weg sind, zeigt uns hierbei die stetig

wachsende Nachfrage nach Schülerpraktika in

unserem Labor“, ergänzt Ralf Schwartz. Für ihr

Engagement erhielten die Lackwerke jüngst von

der Stiftung „Partner für Schule NRW“ den erstmals

vergebenen Unternehmerpreis. Damit

dokumentiert die Stiftung, die von der Landesregierung

und der Wirtschaft getragen wird,

herausragende Beispiele der Zusammenarbeit

von Betrieben und Schulen.

„Mit Hilfe von Dozenten aus Wirtschaft

und Wissenschaft den Bereich der Technik

näher bringen“ lautet das Ziel des Pascal Technikums

Grevenbroich, kurz: PasTeG. Am Pascal-

Gymnasium gibt es – synonym zur AJM –

Zusatzunterricht, der freiwillig und kostenpflichtig

ist (20 Euro pro Kurstag, insgesamt

40 Samstage in 2 Jahren). Vermittelt werden

Lerninhalte aus den Bereichen Technik, Prozesse

und Tätigkeitsfelder der Wirtschaft, die im

üblichen Unterrichtsprogramm zu kurz kommen.

Firmen und Institutionen wie RWE Power,

VDI, FZ Jülich, RWTH Aachen, EGN, Bayer und

Hydro Aluminium stellen die Dozenten fürs

PasTeG. Sie referieren über Energieerzeugung,

Strom im Verbund, Nanotechnik, Biochemie,

erneuerbare Energien, Luft- und Raumfahrt,

Automatisierungstechnik und vieles mehr. Ein

Motiv fürs Mitmachen nennt Dr.-Ing. Eberhard

Uhlig, Leiter der Kraftwerke Frimmersdorf und

Neurath der RWE Power AG, einem der Hauptsponsoren

des PasTeG: „Das Projekt ermöglicht

technisch interessierten Schülern eine frühzeitige

Berufsorientierung durch Einblick in technische

Forschungsbereiche und Unternehmen.

Schüler und Unternehmen können erste Kontakte

knüpfen und schließlich bringt die Möglichkeit

einer IHK-Bescheinigung einen wichtigen

Vorteil im Lebenslauf.“ Einen Preis hat das

Technikum auch schon eingeheimst: Die Initiative

„Zukunft durch Innovation.NRW“ verlieh

die Auszeichnung „Beispielhaftes Projekt zur

Förderung des naturwissenschaftlich-technischen

Nachwuchses“.

Viele preisgekrönte Projekte

kommen aus der Region

Zwar aktuell nicht preisgekrönt aber ebenso

erfolgreich sind das Projekt von 3M, bei dem

regelmäßig Berufsinformationsbörsen mit den

hiesigen Schulen stattfinden, die Aktion „Dialog

mit der Jugend“, bei der sich Chefs von Siemens

Transportation Systems den neugierigen

Fragen von rund 100 Schülern stellten, und die

Spenden der „Bayer Science & Education Foundation“:

Jüngst gingen etwa 10.000 Euro an die

Ter-Meer-Realschule in Uerdingen, die damit

ihren 36 Jahre alten Chemiesaal renovierte,

und 11.500 Euro an das Gymnasium Fabritianum

ebenfalls in Uerdingen, das damit Elektrochemie-Arbeitsplätze

mit Stromverbindungsgeräten

und Chemikalien einrichtete.

In Zeiten freier Schulwahl stehen auch die

Schulen immer mehr unter Konkurrenzdruck.

Im Vorteil sind die Einrichtungen, die sich

engagiert z. B. um eine individuelle Berufsorientierung

ihrer Schüler kümmern. Acht

3 FRAGEN AN ...

Martin Neuhaus,

Berufswahlkoordinator

der Johannes-

Kepler-Schule Viersen

Ihre Schule nimmt am

IHK-Projekt „Vertiefte

Berufsorientierung“

teil. Warum?

Für die intensive Vorbereitung unserer

Schüler auf die Berufswahl und auf den

Übergang ins Berufsleben greifen wir an

unserer Schule neue Ideen auf. Die „Vertiefte

Berufsorientierung“ ergänzt unser bestehendes

Berufswahlkonzept hervorragend

und ermöglicht zugleich die gezielte individuelle

Förderung der Schüler. Besonders

hilfreich für unsere Arbeit sind die professionell

erstellten Materialien und vor allem

der Einsatz der IHK- Betreuer.

Wie können Schulen den Übergang Schule-Wirtschaft

prozessorientiert angehen?

Die Berufswahlorientierung ist ein langwieriger

und anstrengender Prozess und

bleibt ohne Hilfen unübersichtlich. Schulen

sollten deshalb ein Konzept entwickeln,

welches möglichst schon in der Jahrgangsstufe

8 mit der intensiven Berufsorientierung

beginnt. Dieses Konzept muss fester

Bestandteil des Schulprogramms sein. Alle

Beteiligten – Schüler, Eltern, Lehrer und

außerschulische Kooperationspartner –

müssen eingebunden werden.

Was erwarten Sie als Vertreter einer

Schule von der Wirtschaft?

Die funktionierende Kooperation von

Elternhaus, Schule und Wirtschaft ist entscheidend.

Schulen wünschen sich die

engagierte Beteiligung der Wirtschaft bei

Berufs- und Betriebserkundungen, Praktikumsstellen,

Einstellungs- und Bewerbungssimulationen,

durch Vertreter von

Unternehmen und Experten in der Schule

und feste Ansprechpartner aus der Wirtschaft.

Da ist die IHK Mittlerer Niederrhein

ein idealer Partner für unsere Schule.

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32_TITEL _________________________________________________________

Satirisch, überzogen und sehr amüsant war das Theaterstück „Hey Boss, hier bin ich“ für rund 80 Schüler, die

sich damit auf Bewerbungsgespräche vorbereiteten.

Schulen am Niederrhein haben Glück gehabt:

Sie sind so genannte „VBO“-Schulen, was für

„Vertiefte Berufsorientierung“ steht (s. Kasten

„3 Fragen an…“ auf Seite 31). Die IHK als Projektmanager

unterstützt die Schulen, die den

reibungslosen Übergang von der Schulbank an

die Werkbank bzw. an den Büro-Schreibtisch

fördern. Das Konzept: In der unterrichtsfreien

Zeit und im Rahmen schulischer Berufsorientierung

finden freiwillige Angebote für Acht- bis

Zehntklässler statt – unter anderem etwa das

eingangs erwähnte Theaterstück „Hey Boss,

hier bin ich“. Nehmen die Jugendlichen regelmäßig

teil, erhalten sie eine Bescheinigung.

Dieses Dokument hat sich als wertvolle Anlage

für die Bewerbungsmappe entwickelt. Denn:

VBO, die von den Arbeitsagenturen in Krefeld

und Mönchengladbach finanziert wird, hat ein

Vorgänger-Projekt. „ABBEO“ hieß einst ein landesweites

Pilotprojekt für „Ausbildungsreife

und Berufsorientierung“. Auch dieses Projekt

managte in der hiesigen Region die IHK. „Das

beste aus ABBEO bauen wir in der VBO jetzt

aus“, erläutert IHK-Projektmanagerin Kirsten

Thoneik.

Konkret heißt das: Bei der Potenzial-Entdeckungsreise

erfahren die Schüler, welche

Stärken sie haben und welches Berufsbild dazu

passt; beim Berufe-Parcours erkennen sie ihre

praktischen Fähigkeiten; bei Bewerbungstrainings

lernen sie, sich gut und authentisch zu

präsentieren; in Theorie-Blöcken arbeiten sie

ihre Bewerbungsmappen professionell auf; und

bei Betriebsbesichtigungen sehen sie live vor

Ort, worauf es im Arbeitsleben ankommt. Bis

Ende Januar summierte sich die Zahl der teilnehmenden

Schüler auf rund 650. „Das ist ein

Strauß voller Chancen, die den Schülern sonst

kaum zur Verfügung stehen“, verdeutlicht Kirsten

Thoneik. Die Gründe sind vielfältig: Die

Schulen müssen zunächst ihren Pflicht-Stoff

abhandeln, sodass kaum Zeit für berufliche

Orientierung bleibt; Lehrer haben nicht den

analytischen Blick für die sich stetig wandelnde

Arbeitsmarktsituation und nicht die Zeit,

die Potenziale ihrer Schüler individuell herauszuarbeiten;

und Eltern haben nicht das notwendige

Know-how für die erfolgreiche und vor

allem passende Berufsfindung.

Kirsten Thoneik ist gelernte Pädagogin, hat

über die IHK aber zugleich praktische Einblicke

in die Arbeitswelt – und das kommt den VBO-

Schülern zu Gute: „Die Eigeninitiative wächst,

Berufswahlorientierung ist kein rotes Tuch

mehr.“ Die Reaktionen der Schüler geben dem

Konzept recht. So meint Jonas, Schüler der

achten Klasse der Johannes-Kepler-Schule in

Süchteln: „Ich weiß jetzt, was ich sagen kann,

wenn ich gefragt werde, welche Fähigkeiten ich

denn habe.“ Wie konkret die Hilfestellung von

VBO ist, erklärt Bianca von der Gemeinschaftshauptschule

Süchteln: „Ich finde toll, dass wir

in der Gruppe gemeinsam überlegen, welche

Berufe zu meinen Lieblingsthemen passen. Ich

mag fast alles zum Thema Tiere und suche mir

jetzt ein Praktikum als Kauffrau im Einzelhandel

in einem Tiernahrungs- und Zubehörmarkt.

Und danach will ich noch gerne ein Praktikum

als Tierarzthelferin machen.“ Auch Tanja von

der Gemeinschaftshauptschule Heinrich-

Lersch in Mönchengladbach weiß nun, was sie

will: „Ich werde mich auf jeden Fall hier beim

Adler Modemarkt um einen Praktikumplatz

bewerben, weil mir die Betriebsbesichtigung

gut gefallen hat und ich mich für Mode interessiere.“

So macht sich auch das Engagement der

Firmen „bezahlt“: Die Schüler, denen sie bei

Besichtigungen ihren Betrieb vorstellen, könnten

der potenzielle Nachwuchs fürs eigene

Haus sein. „Hier ist der springende Punkt“, verdeutlicht

Thoneik: „Viele Schüler bewerben

sich überall, Hauptsache sie bekommen eine

Lehrstelle“ – mit entsprechender Abbruch-

Quote. „Doch dank der intensiven Berufsorientierung

wissen die jungen Leute, was sie erwartet.“

So finden viel wahrscheinlicher die

richtigen Partner zusammen.

Wertvolle Tipps für

Erstausbildungsbetriebe

Das ist auch das Ziel der IHK-Initative „Matching“,

die Lehrling und Ausbildungsbetrieb

individuell und passgenau zusammenbringt. So

manchem Jugendlichen haben die „Matcher“ so

schon den Übergang von der Schule in die

Wirtschaft erleichtert, erläutert Willy Pesch

von der IHK. Er ist einer von drei „Matchern“ im

Projekt, das vom Europäischen Sozialfonds und

Bundesministerium für Wirtschaft finanziert

wird. Sie stimmen vor Ort mit den Unternehmen

Gegebenheiten und Voraussetzungen für einen

Ausbildungsplatz ab. Parallel loten sie in

Gesprächen mit Jugendlichen deren Fähigkeiten,

Interessen und Berufswünsche aus; derzeit

sind 200 Jugendliche im IHK-Matching-Pool

registriert. „Wenn alles zusammenpasst, stellen

ihk magazin 02.08 www.mittlerer-niederrhein.ihk.de

¦ Foto: Raupold ¦


__________________________________________________________TITEL_33

wir den Kontakt her“, erläutert Pesch. Dann

läge es in der Hand von Betrieb und Jugendlichem

herauszufinden, ob man wirklich

zusammenpasst. „Gefunkt“ hat es in den drei

Jahren Projekt-Laufzeit bislang 363 Mal, d. h.,

so viele Ausbildungsverhältnisse wurden aufgrund

des Matchings bislang in die Lehrlingsrolle

eingetragen.

Die Palette der IHK-Projekte rund um das

Thema Schule-Wirtschaft vervollständigen die

Aktion „Bosse in Schulen“ (s. Bericht auf Seite

38), gestiftete Partnerschaften zwischen Schulen

und Unternehmen (s. Kasten rechts) sowie

ein erstmals aufgelegter Ausbildungs-Kalender.

Für Erstausbildungsbetriebe hat die IHK

den großformatigen, kostenfrei erhältlichen

Jahresplan entwickelt, der den Verlauf des Ausbildungsjahres

von August 2008 bis Juli 2009

zeigt. Denn: Für neue Ausbildungsbetriebe gibt

es eine Menge Termine zu beachten – je nach

Stichtag etwa Lohnsteuerkarte, Versicherungsnachweis,

Sozial- und Krankenversicherung

oder ärztliche Pflichtuntersuchungen. Der Kalender

enthält aber auch die wichtigen Punkte,

die in den verschiedenen Ausbildungsabschnitten

zu beachten sind: Ausbildungsplan,

Berichtsheft, Jugendarbeitsschutzgesetz, Gesundheitsgefahren

und vieles mehr. Der Kalender

kann von Erstausbildungsbetrieben kostenlos

bei der IHK-Bildungshotline (02151

635-455) bestellt werden.

Für Betriebe, die Lust auf Ausbildung bekommen

haben, hat Jörg Buschfeld (s. Interview

auf Seite 36) einige wertvolle Tipps parat, die

im Umgang mit den jungen Leuten hilfreich

sind. Denn im Jahr fünf des Ausbildungspaktes

führen die Wege auch zu diesem Ziel: aus zwei

Welten ohne Berührungspunkte eine gut funktionierende

Partnerschaft SchuleWirtschaft

herzustellen und der „befristeten Stelle Schule

nahtlos eine unbefristete und erfolgreiche

Anstellung in der Arbeitswelt folgen zu lassen!

Jennifer Beenen

FIT FOR JOB

Unternehmerschaft organisiert Praktika und „Jugend forscht“

Die Unternehmerschaft Niederrhein, ein Zusammenschluss von Unternehmensverbänden verschiedener

Branchen zwischen Köln und Kleve, fördert in Arbeitskreisen und mehr als 40 Partnerschaften

die Kontakte zwischen Lehrern, Schülern und Betrieben. Neben Diskussions- und

Informationsveranstaltungen stehen Betriebserkundungen und Betriebspraktika für Schüler und

Lehrkräfte auf dem Programm der vier Arbeitskreise (im IHK-Bezirk sind dies der AK Schule/Wirtschaft

Krefeld/Kreis Viersen und der AK Schule/Wirtschaft im Rheinkreis Neuss). Darüber hinaus

stellt die Unternehmerschaft Niederrhein Informationsmaterial für die Gestaltung des

Unterrichts bereit, wie zum Beispiel die Schriftenreihe „Thema Wirtschaft“. Zudem betreut und

organisiert die Unternehmerschaft den Regionalwettbewerb „Jugend forscht“. Die rund 200

Arbeiten des Wettbewerbs 2008 werden am 26. Februar der Jury im Krefelder Seidenweberhaus

zur Bewertung vorgestellt.

www.unternehmerschaft-niederrhein.de

Kooperationen SchuleWirtschaft

Seit drei Jahren unterstützt die IHK Mittlerer Niederrhein die Zusammenarbeit zwischen Schule

und Wirtschaft durch die Vermittlung von Kooperationen. Bereits jetzt verzeichnet sie 19

Kooperationen im Bereich der beruflichen Ausbildung. So dienen Praktika, Betriebsbesichtigungen

sowie themenspezifische Vorträge häufig dazu, jungen Menschen schon während der

Schulzeit eine erste Orientierung bei der Berufswahl zu geben. Die intensive Zusammenarbeit

liefert die Grundlage, um qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen.

Die bisher bestehenden Partnerschaften in chronologischer Reihenfolge: Gesamtschule

Rheydt-Mülfort und NVV AG (Mönchengladbach), Quirinus-Gymnasium Neuss und RWE Power

AG (Neuss), Bischöfliches Albertus-Magnus-Gymnasium Viersen und Kaisers Tengelmann AG

(Viersen), Robert-Schuman-Gesamtschule Willich und Volksbank Willich, Städtisches Meerbusch

Gymnasium und Kyocera Mita Deutschland GmbH (Meerbusch), Gemeinschafts-Hauptschule

Kaarst-Büttgen und Ikea Kaarst, Franz-Meyers-Gymnasium und Elisabeth Krankenhaus

(Mönchengladbach), Gesamtschule Nettetal und Kaisers Tengelmann AG (Nettetal), Gymnasium

am Geroweiher und Santander Bank (Mönchengladbach), Georg-Büchner-Gymnasium

Kaarst und Ikea Kaarst, Alexander-von-Humboldt Gymnasium und Mitutoyo (Neuss), Hauptschule

Neuwerk und Tiefdruck Schwann Bagel (Mönchengladbach), Gesamtschule an der Erft

und Autohaus Schwab (Neuss), Gemeinschaftshauptschule am Ingenhovenpark und Pierburg

(Nettetal), Gesamtschule Hardt und In Time Personaldienstleistungen (Mönchengladbach),

Berufskolleg Rheydt-Mülfort und Heinrich Schmidt GmbH & Co KG /Pohle (Mönchengladbach),

Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium und Maxicard GmbH (Viersen), Städt. Realschule

an der Josefskirche und Praktiker (Viersen) sowie Berufskolleg Rheydt-Mülfort und Santander

Bank (Mönchengladbach).

Kontakt: Joachim Nowak, 02161 241-117, nowak@moenchengladbach.ihk.de

Satirisch, überzogen und sehr amüsant war das Theaterstück „Hey Boss, hier bin ich“ für rund 80 Schüler, die sich damit auf Bewerbungsgespräche vorbereiteten.

Foto: Raupold

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Ausbilder –

und jetzt?

Jörg Buschfeld, jahrelang Personalentwicklungsleiter

in verschiedenen Firmen, ist

seit sieben Jahren selbstständiger Trainer

und Berater rund um das Thema Mitarbeiterführung.

Bei der IHK Mittlerer Niederrhein ist

er u. a. Dozent für das Seminar „Führen von

Auszubildenden“. Dabei vermittelt der 41-Jährige,

wie eine Ausbildung geplant, Azubis eingestellt,

das Lernen gefördert und Gruppen

angeleitet werden. Denn nicht nur die Jugendlichen

stehen beim Übergang von der Schule in

die Wirtschaft vor neuen Herausforderungen.

Auch die Betriebe, insbesondere solche, die

zum ersten Mal ausbilden, müssen den Umgang

mit Auszubildenden erlernen.

Vor der Frage „Ausbilder – und jetzt?“ stehen

Betriebe Jahr für Jahr. Herr Buschfeld,

wie geht man am besten mit Auszubildenden

um: autoritär oder kollegial?

Meine Empfehlung ist eine kooperative

Grundhaltung, die je nach Situation auch mal

zu beiden Seiten ausschlagen kann. Denn

schwer vermitteln lässt sich, was man selbst

nicht beherzigt. Erwartet der Ausbilder vom

Azubi, selbstständig, motiviert, engagiert, kundenorientiert

und mitdenkend etwa in betriebswirtschaftlicher

Sicht zu sein, sollte er

selbst Vorbild und nicht „Oberlehrer“ sein.

Ist Ausbildung denn eher eine Frage des Stils

oder der Methode?

Das schließt sich nicht aus. Bei den Methoden

plädiere ich immer für einen Mix, der den

jungen Leuten Abwechslung und Motivation

zugleich bringt. Klassischerweise setzt man

Unterweisung oder „Learning by doing“ ein.

Aber was spricht gegen Exkursionen, den Einsatz

neuer Medien, Workshops, Messen oder Projektarbeiten?

Diese Methoden sind natürlich Highlights

und können nicht jede Woche eingesetzt

werden. Aber eine Projektarbeit – z. B. eine

Besucherbefragung auf einer Messe, auf der das

Unternehmen ausstellt – kann sehr aufschlussreiche

Ergebnisse für den Betrieb bringen.

Und stärkt zugleich das Verantwortungsbewusstsein

des Azubis…

Auf jeden Fall. Bei einer solchen Aufgabe

sind Selbstständigkeit bzw. Teamgeist, Kun-

denorientierung, Organisation, Kommunikation

und Präsentation gefragt – alles Eigenschaften,

die sich der Auszubildende auf diese

Weise in der Praxis aneignet!

Was sind die Do’s und Don’ts eines Ausbilders?

Die drei Do’s sind Struktur schaffen, Anreize

geben und Zuwendung. Zum einen braucht

ein junger Mensch Sicherheit – durch feste

Ansprechpartner und geregelte Rahmenbedingungen,

sprich: einen individuellen, zeitlich

und inhaltlich gegliederten Ausbildungsplan.

Auch die Erwartungen an ihn und an den Ausbildungsbetrieb

sollten offen gelegt werden

und „Spielregeln“ klar definiert sein. Zum zweiten

muss das Unternehmen Interesse, Engagement

und Anerkennung zeigen, um den Azubi

zu motivieren. Und zum dritten muss der Ausbilder

sich Zeit nehmen, um natürliche Stimmungsschwankungen,

die das Erwachsenwerden

nun mal mit sich bringt, aufzufangen.

Don’ts sind destruktive Kritik, Bloßstellen vor

Kollegen oder Kunden, Schuldzuweisungen

und das Sich-Selbst-Überlassen. Unternehmen,

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¦ Foto: Lammertz ¦


INTERVIEW__________________________TITEL_37

die sich für Ausbildung entscheiden, haben

Verantwortung und Pflichten.

Wie lässt sich die Ausbildung in die allgemeine

Personalführung integrieren?

Ausbildung sollte nicht nur in der Verantwortung

einer Person liegen, sondern sich auf

viele Schultern verteilen. Bewährt hat sich das

System von „Ausbildungs-Paten“, die gegebenenfalls

selbst vor kurzem eine Ausbildung

absolviert haben, somit ungefähr gleich alt

sind und sich gut in die heutige Situation eines

Auszubildenden hineinversetzen können. Das

schafft Vertrauen und Sicherheit für den

Jugendlichen.

Aber auch für den Betrieb…

Ja! Denn Konflikte werden so nicht totgeschwiegen,

sondern dem Paten anvertraut.

Wobei man das Wort „Konflikte“ neutral sehen

sollte. Denn wo diese auftreten, kann man oft

etwas besser machen – eine Chance für Auszubildende

und Unternehmen!

Wo liegt das richtige Maß an Kritik und

Lob?

Ausbilder müssen Erfolgserlebnisse überhaupt

zulassen wollen! Die übertragenen Aufgaben

sollten daher zugleich Herausforderung,

aber auch realistisch zu schaffen sein. Selbstverständlich

muss es sein, beim Fortgang der

Aufgaben am Ball zu bleiben und abschließend

die Ergebnisse zu kontrollieren. Anerkennung

ist wichtig, aber vor allem das Bewusstsein,

was der Azubi leistet. Hilfreich ist hier ein

Feedback-Gespräch im Viertel- oder Halbjahresrhythmus,

bei dem die Leistungen und das

Verhalten reflektiert werden. Auch konstrukti-

AUSBILDUNG DER AUSBILDER

Ergänzend zum Zwei-Tages-Seminar „Führen

von Auszubildenden“ bietet die IHK die Kurse

„Ausbildung der Ausbilder“ an. Gestaffelt

in 60 bis 108 Unterrichtsstunden in Teiloder

Vollzeit schließen sie mit einer IHK-

Prüfung („Ausbildereignung“) ab.

INFO

02151 635-455

www.wb-ihk.de

ve Kritik gehört zu der Entwicklung eines Auszubildenden.

Der Schwerpunkt sollte hier darauf

gelegt werden, gemeinsam Lösungen zu

entwickeln, damit die gemachten Fehler künftig

nicht mehr auftreten.

Wie selbstkritisch muss ein Ausbilder sein?

„Das haben wir immer so gemacht und das

bleibt so“ ist das schlechteste Argument. Wer

Azubis machen lässt und ihnen nicht ständig im

Nacken sitzt, wird schon sehen, dass sie eigene

Ideen entwickeln und Lösungen finden. So

muss auch ein Ausbilder ständig lernwillig sein

und sich weiterbilden. Ein Ausbilderschein

reicht nicht lebenslang. In Seminaren lernen die

Ausbilder neue Methoden und Techniken wie

z. B. die Projektarbeit kennen, die auch für den

Betrieb sehr nützlich sein kann.

Wie plant man eine Ausbildung richtig?

Erst einmal zeitlich ausreichend, sprich: ein

Jahr vor dem Ausbildungsbeginn. Thematisch

ist im Vorfeld wichtig, ein genaues Anforderungsprofil

zu erstellen: Was für einen Azubi

braucht der Betrieb? Muss er über 18 sein, weil

er abends arbeiten oder mobil sein muss? Welche

Fähigkeiten sind vonnöten? Welche sozialen

Kompetenzen sind unerlässlich? Ob ein

Bewerber diese erfüllt, lässt sich nicht in einem

halbstündigen Gespräch feststellen. Präsentieren

können sich viele Jugendliche heute sehr

gut. Damit man weiß, ob und was dahinter

steckt, empfehle ich vor der Vertragsunterzeichnung

ein 14-tägiges Praktikum. Das ist

auch für den Jugendlichen hilfreich, stellt er

dabei doch fest, ob das Berufsbild zu ihm passt.

Das erspart Azubi und Betrieb Enttäuschungen

in der Lehrzeit.

Nicht gerade ein Kinderspiel, so eine Ausbildung…

Natürlich muss dem Betrieb klar sein, dass

er investieren muss, um qualifizierten Nachwuchs

zu sichern. Doch ist die Entwicklung auf

dem Arbeitsmarkt absehbar: Derzeit können

sich die Unternehmen die Bewerber aussuchen.

In einigen Jahren wird es aufgrund der demografischen

Entwicklung für einige Branchen

schwierig werden, gute Bewerber zu bekommen

– und schlecht vorbereitete Unternehmen

gehen dann leer aus! Jennifer Beenen

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