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1/10IJAB journal4. Jahrgang/Juli 2010Internationale Jugendarbeit / Internationale Jugendpolitik / JugendinformationThemenschwerpunkt:Bildung für nachhaltigeEntwicklungDie Bildungsoffensive der Bundesregierung | 04Das Potenzial der internationalenJugendarbeit | 06Der 2. Zukunftskongress „Jugend global 2020“von IJAB | 08Gemeinsame Ziele: InternationaleJugendarbeit und Jugendsozialarbeit | 16Deutsch-Finnische Ergebniskonferenzzum Thema Jugendbeteiligung | 19


EditorialLiebe Leserinnen und Leser,die Vereinten Nationen haben für dieJahre 2005 bis 2014 die Weltdekade„Bildung für nachhaltige Entwicklung“(BNE) ausgerufen, die Prinzipiennachhaltiger Entwicklung weltweitin den nationalen Bildungssystemenverankern will. Dieses Ziel nimmt auchdie Bundesregierung ernst, wie derBeitrag von Dr. Thomas Greiner aus demBundesministerium für Bildung undForschung zeigt.Internationale Jugendarbeit kann hierzueinen wichtigen Beitrag leisten. Insbesondereim Bereich des nichtformalenund informellen Lernens vermittelt siejungen Menschen Gestaltungskompetenz,um Wissen über nachhaltigeEntwicklung anzuwenden und zumMaßstab des eigenen Handelns zumachen.Der 2. Zukunftskongress von IJAB imApril 2010 stand deshalb unter demThema „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.Gemeinsam mit den Trägernder internationalen Jugendarbeit ist unsEntscheidendes gelungen: Wir habenAnforderungen an die internationaleJugendarbeit im Kontext von BNEformuliert und so den beim 1. Zukunftskongress2008 eingeschlagenen Wegnachhaltig angelegt. Wir präsentierenIhnen die zentralen Ergebnisse der Tagungund danken allen, die konstruktivund engagiert mitdiskutiert haben!Nachhaltige Veränderungsprozesse willauch das Kooperationsprojekt „InterkulturellesLernfeld Schule (IKUS)“ anregen.Wir zeigen Ihnen, mit welchen Methodendie Tandem-Partner aus internationalerJugendarbeit und Schule dasinterkulturelle Lernen im Klassenraumund im Lehrerzimmer fördern.Neue Entwicklungen zeigt das Projekt„JiVE. Jugendarbeit international.Vielfalt erleben“. Eine Impulstagung imMärz 2010 gab einen wichtigen Anstoß,um internationale Jugendarbeit undJugendsozialarbeit künftig besser zuvernetzen. Denn: der wissenschaftlichbelegte Beitrag der internationalenJugendarbeit zu Integration, Chancengleichheitund interkultureller Öffnungbietet für die Jugendsozialarbeit eingewinnbringendes Potenzial.Marie-Luise DreberDirektorin von IJAB e.V.Dieses besondere Bildungspotenzialder internationalen Jugendarbeit undsein Stellenwert für die ganzheitlicheEntwicklung junger Menschen müssenwir kontinuierlich in das öffentlicheBewusstsein tragen und politischenEntscheidungsträger(inne)n immerwieder darlegen. Gemeinsam mit denbilateralen Jugendwerken und Koordinierungsstellen,dem Ostseejugendsekretariatund JUGEND für Europa habenwir deshalb Abgeordnete aller Parteienzum 4. Parlamentarischen Abend derinternationalen Jugendarbeit eingeladen.Wir freuen uns, dass zahlreicheParlamentarier/-innen die Diskussionenmit ihren Beiträgen bereichert habenund den wichtigen Dialog zwischenPolitik und Arbeitsfeld auch künftiglebendig gestalten wollen.Zum Abschluss möchten wir Ihneneinen weiteren erfolgreichen Dialogvorstellen: Die deutsch-finnischeRegierungskooperation zum ThemaJugendbeteiligung. Sie lieferte wichtigeImpulse sowohl für die nationale alsauch für die europäische Jugendpolitik.Die Zusammenarbeit endete im Februarmit einer gemeinsamen Konferenz undder einhelligen Aussage: Wir wollen denAustausch fortsetzen.Ich wünsche Ihnen eine anregendeLektüre!IhreMarie-Luise DreberIJAB Newsletterimmer aktuellInfos, Termine, AusschreibungenJetzt abonnieren unter www.ijab.de


Inhalt2........... Editorial3........... ImpressumIm FokusBildung für nachhaltige Entwicklung in der internationalen Jugendarbeit4.......... Lernen für das 21. JahrhundertDr. Thomas Greiner6.......... Impulse für die internationale BildungsarbeitProf. Dr. Gerhard de HaanImpressumHerausgegeber:IJAB –Fachstelle für Internationale Jugend arbeitder Bundesrepublik Deutschland e.V.Godesberger Allee 142-148D-53175 BonnTel.: +49 (0)228-95 06-0Fax: +49 (0)228-9506-199E-Mail: ijabjournal@ijab.deInternet: www.ijab.deVerantwortlich:Marie-Luise DreberRedaktion:Verena MünsbergGestaltung:blickpunktx.deDruck:Druckhaus Süd, KölnFotos:W. Gajda/Fotolia.com (Titel), privat (S. 4),DUK/Studnar (S. 5 oben), BMBF (S. 5 unten),IJAB/H. Rohm (S. 6), J. Wendler/Fotolia.com(S. 7), IJAB/H. Rohm (S. 8-10), S. Suk(S. 11 oben), Zirkus Zack (S. 11 unten),Monkey Business/Fotolia (S. 13), D. Kober(S. 14), IJAB/K. Gollmer/(S. 15), J. Ehrich(S. 16-18), Ch. Roskopf, S. Lachnit(S. 19-21), D. Ausserhofer (S. 22-26).Juli 20107.......... Kleiner Schritt, große Wirkung!Claudia Mierzowski8.......... Begegnung mit der Zukunft2. Zukunftskongress „Jugend global 2020: Bildung für nachhaltigeEntwicklung – Strategien für die internationale Jugendarbeit“Verena Münsberg11.......... So kann‘s gehen: Good-practice-BeispieleTobias Thiele, Bianca FischerInterkulturelles Lernfeld Schule (IKUS)Ein Kooperationsprojekt von internationaler Jugendarbeit und Schule12.......... Nachhaltigkeit im Projekt IKUS – wie geht das?Martina Nixdorf-Pohl14.......... Auf dem Weg zur TraumschuleDaniel Kober15.......... Aus der Praxis: IKUS-Projekte vor OrtProjekt JiVEZwei Arbeitsfelder, ein Ziel16.......... Impulstagung zur Vernetzung von internationaler Jugendarbeitund JugendsozialarbeitClaudia Mierzowski, Christiane Reinholz-AsolliJugendpolitische Zusammenarbeit mit FinnlandErfolgreiche Ergebniskonferenz zum Thema Jugendbeteiligung19.......... Anhören, Ernstnehmen, Respektieren!Christine Roskopf21.......... „Wir können viel von Finnland lernen!“Interview mit Niels MeggersStephanie LachnitForum22.......... 4. Parlamentarischer Abend der internationalen JugendarbeitKaroline Gollmer26 .......... Personalia27.......... TermineGefördert vomIJAB journal 1/103


Themenschwerpunkt: Bildung für nachhaltige Entwicklung in der internationalen JugendarbeitBildungIm FokusBildung für nachhaltigeEntwicklung in derinternationalen JugendarbeitUmwelt, Wirtschaft und Soziales global und vernetzt denken, die heutige wie die künftige Genera tionim Blick behalten. Dafür steht das Konzept „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE). Dr. ThomasGreiner, Leiter der Unterabteilung „Lebenslanges Lernen/Bildungsforschung“ im Bundesministerium fürBildung und Forschung erläutert, wie das Konzept BNE zur Steigerung der Bildungsqualität beiträgt.Inter nationale Jugendarbeit macht junge Menschen stark für das globale Miteinander, vermittelt ihnenKompetenzen für ihre persönliche und soziale Entwicklung, für ihre Bildung und Beschäftigung. Übereine gewinnbringende Verknüpfung von BNE und internationaler Jugendarbeit diskutierte deshalb der2. Zukunftskongress von IJAB am 26. und 27. April 2010. Dass die Ideen von BNE bei Jugendlichenauf große Resonanz stoßen, zeigt Prof. Dr. Gerhard de Haan, Vorsitzender des Nationalkomitees derUN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Lesen Sie zudem über Projekte, die Leitlinien vonBNE bereits erfolgreich in internationalen Maßnahmen umsetzen.Lernen für das 21. JahrhundertDr. Thomas GreinerSchüler am Karl-Schiller-Berufskolleg mitUnterrichtsmaterial zur Nachhaltigkeit.Nachhaltige Entwicklung formuliert zentraleWerte für die globalisierte Welt.Nachhaltige Entwicklung bedeutet: heuteso zu leben, dass die Lebenschancen zukünftigerGenerationen nicht beeinträchtigtwerden, und sich dafür einzusetzen,dass heute und in Zukunft Lebenschancennational und international fair verteiltsind. Dafür müssen die unterschiedlichenDimensionen gesellschaftlicher Entwicklung– wirtschaftliche Leistungsfähigkeit,schonende Nutzung von Ressourcenund sozialer Zusammenhalt – in Einklanggebracht werden. Nachhaltige Entwicklungstellt damit große Ansprüche an dieVerantwortung auf allen Ebenen – demjeweils Einzelnen wie gesellschaftlicherGruppen und der Politik.Bildung für nachhaltige Entwicklungist ein Lehr- und Lernmodell, das alleMenschen in die Lage versetzen möchte,die Werte, Kompetenzen, Fertigkeitenund Kenntnisse zu erwerben, die fürdie verantwortungsvolle Gestaltungnachhaltiger Entwicklung erforderlichsind. Bildung für nachhaltige Entwicklungvermittelt langfristiges Denken,den Umgang mit Komplexität und Unsicherheiten,die Fähigkeit, interdisziplinäreZusammenhänge herzustellen, undeigenständiges Handeln. Sie motiviertdazu, gemeinsam mit Anderen Verantwortungzu übernehmen.Bildung für nachhaltige Entwicklung istfür alle Bereiche der Bildung relevant –vom Kindergarten über die Schule biszur Weiterbildung. Themen kommendabei aus dem breiten Spektrum desLeitbilds der nachhaltigen Entwicklung.Der Klimawandel oder die RessourceWasser gehören dabei ebenso dazu wiedie Lebenswirklichkeit anderer Kulturen.Auch die Frage, wie sich Individuen angesichtsdes Leitbilds der nachhaltigen4 IJAB journal 1/10


Auszeichnung des 1.000. offiziellen Projektes der UN-Dekade auf der Bildungsmesse didacta im März 2010 in Köln:Schüler/-innen und Lehrer/-innen des Karl-Schiller-Berufskollegs in Dortmund nehmen die Auszeichnung entgegen.Entwicklung als wirtschaftliche Akteureverhalten, spielt eine zentrale Rolle. Diesbetrifft die Ausbildung nachhaltigerKonsummuster, aber auch von Innovations-und Unternehmergeist.Als Bildungskonzept, das darauf zielt,den Herausforderungen der heutigenWelt gerecht zu werden, leistet Bildungfür nachhaltige Entwicklung einen wichtigenBeitrag zur Steigerung der Bildungsqualität,einem erklärten Ziel derBundesregierung. Auch trägt sie dazubei, Lernende auf die heutige Berufsweltvorzubereiten. Berufsfelder im BereichNachhaltigkeit wachsen kontinuierlich.Zudem werden Nachhaltigkeit unddie Übernahme von gesellschaftlicherVerantwortung für immer mehr Unternehmenzu wichtigen Orientierungen.Da die Kompetenzen, die eine an Nachhaltigkeitorientierte Bildung vermittelt,für alle Lebensalter relevant sind, leistetsie auch einen wichtigen Beitrag zumlebensbegleitenden Lernen. Mit ihremWertebezug fördert Bildung für nachhaltigeEntwicklung auch ein zentralesZiel der Kinder- und Jugendpolitik derBundesregierung: die Stärkung von Toleranzund Demokratie.lung“ ausgerufen. Die Bundesregierungnimmt ihre Verantwortung bei der Umsetzungdieser Dekade ernst. In Deutschlandstellen wir – mittels einer Förderungan die Deutsche UNESCO-Kommission– eine Plattform zur Verfügung, die eserlaubt, die Dekade als gemeinsamesProjekt von Politik und Zivilgesellschaftumzusetzen. Über 1.000 Projekte ausallen Bildungsbereichen wurden in diesemRahmen bereits als beispielhafte Initiativenausgezeichnet. Ein vom für dieDekade eingerichteten Nationalkomiteeerarbeiteter Nationaler Aktionsplan umfasstknapp 70 weitreichende Maßnahmenzur Verankerung von Nachhaltigkeitin der Bildung. Ein umfassendes Internetportal(www.bne-portal.de) machtLehrmaterialien zugänglich.International setzt sich die Bundesregierunginnerhalb der UNESCO dafür ein,Bildung für nachhaltige Entwicklunghöher auf der globalen Agenda zu platzieren.Im Frühjahr 2009 veranstaltetenwir gemeinsam mit der UNESCO dieWeltkonferenz Bildung für nachhaltigeEntwicklung in Bonn, an der 900 Vertreterinnenund Vertreter von 150 Staatenteilnahmen, darunter rund 50 Ministerund Vizeminister. Im Abschlussdokumentder Konferenz, der im Konsens angenommenen„Bonner Erklärung“, heißtes: „Bildung für nachhaltige Entwicklunggibt eine neue Richtung für das Lernenund die Bildung aller Menschen vor. SieZur weltweiten Verankerung des Konzeptsder Bildung für nachhaltige Entwicklunghaben die Vereinten Nationenfür die Jahre 2005 bis 2014 die Weltdekade„Bildung für nachhaltige Entwickfördertqualitativ hochwertige Bildungund Inklusion. Sie basiert auf Werten,Prinzipien und Praktiken, die erforderlichsind, um gegenwärtigen und zukünftigenHerausforderungen wirkungsvoll zubegegnen.“Auch in den nächsten Jahren werdenwir uns intensiv dafür einsetzen, diesesBildungskonzept national und internationalzu verankern.Dr. Thomas Greiner ist Leiterder Unterabteilung „LebenslangesLernen/Bildungsforschung“im Bundesministeriumfür Bildung undForschung und Mitgliedim National komitee für dieUN-Dekade „Bildung fürnachhaltige Entwicklung“.> www.bne-portal.deIJAB journal 1/10 5


Themenschwerpunkt: Bildung für nachhaltige Entwicklung in der internationalen JugendarbeitImpulse für die internationale BildungsarbeitProf. Dr. Gerhard de HaanJugendarbeit soll heuteTeil der allenthalbengeforderten Bildungsoffensivesein. Demmuss man nicht widersprechen.In derWissens gesellschaft istBildung für alle einegrößere Herausforderungdenn je. Wer inder Wissensgesellschaftnicht zum Lernen motiviertwerden kann, gehört schnell zuden Exkludierten, denen die Teilhabe amgesellschaftlichen Leben verwehrt bleibt.Teil einer Bildungsoffensive zu werdensetzt allerdings voraus, auf einer tragfähigenZeitdiagnose zu basieren, dennwas nützt die Offensive, wenn sie1. an den wahrscheinlichen und plausiblengesellschaftlichen „Zukünften“(es gibt nicht die eine Zukunft) vorbeigeht2. keinen Anschluss an den Interessen,Sorgen und Handlungsmotive vonJugendlichen findet3. die Spannungsfelder ignoriert, indenen sich die Handlungsmotive vonJugendlichen situieren.Zu 1: Megatrends der gesellschaftlichenEntwicklungenEs ist nicht unbedingt das, was Jugendlicheinteressiert und die Massenmedienkommunizieren, was in der seriösenZukunftsforschung als Megatrendsidentifiziert wird. So gilt für unsereKultur und die meisten Länder mit weißerBevölkerung wie für Japan der demografischeWandel als das wichtigsteProblem. Das scheint weit wichtiger zusein als die Prozesse der Globalisierungund der technologiegetriebene Wandelder Arbeitswelt. Freilich haben auch derKlimawandel, die Urbanisierung der Weltund das Umsteuern bei der Energiegewinnungund dem Ressourcenverbrauchseine Bedeutung, jedoch scheinen sichandere gesamtgesellschaftliche Trendsals bedeutsamer herauszukristallisieren.Dieses sind neue Formen der Individualisierung,bei der die Vielfalt der Kulturen„hybride“ Subjekte hervorbringt, dasdigitale Lernen und das Lernen vor Ortgleichermaßen von Bedeutung sind unddie Benachteiligung der (jungen) Männerzum großen Thema wird.Zu 2: Wie schauen Jugendliche in dieZukunft?Die Jugendlichen in Deutschlandschauen zur Hälfte eher zuversichtlichin die Zukunft. Die andere Hälfte blickteher mit gemischten Gefühlen auf dieeigene Zukunft. Das betrifft die individuelleSeite wie auch die globale Zukunft.Individuell macht man sich Sorgenum das Bestehen im Wettbewerbmit anderen – vor allem in Hinblick aufBeruf und Arbeit. Aber man sorgt sichauch um biografische Brüche, um die Erwartungshaltungender anderen und dieChance, selbstbestimmt handeln zu können.Selbstbestimmt handeln zu könnenheißt aber nicht (nur), Spaß haben zuwollen, keine Verantwortung übernehmenoder keine Leistung erbringen zuwollen. Gesellschaftlich gesehen ist manin der Heimat und global zu Hause (alsolokal und weltweit). Global gesehenmacht man sich erhebliche Sorgen: umdie Armut in vielen Ländern, den Klimawandelund die Umweltzerstörung, umKrieg und die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen.Zu 3. Wie situieren sich die Jugendlichen?Betrachtet man die Vielfalt der Lebensstilein Deutschland, so finden sich inkeiner Altersgruppe mehr Hedonisten,Experimentalisten und Postmaterielleals unter den Jugendlichen. Sie lebenoft in Paradoxien und haben Freudeam Experimentieren, sie lieben es, vieleOptionen zu haben und sich kurzfristigzu entscheiden. Sie haben aber oftmalsauch ein geschärftes Bewusstsein fürkomplexe globale Herausforderungen.Sie finden ein Engagement für andere,für Umwelt, Gerechtigkeit und bessereLebensverhältnisse andernorts „cool“. Sienutzen jetzt schon die Möglichkeiten,sich zu engagieren – etwa in Freiwilligendiensten.Allerdings kommen Interesseund Möglichkeit der Umsetzungnicht immer zusammen. Es gibt weitausmehr Interesse als attraktive Möglichkeiten.Ein Grund mehr dafür, dass sich dieJugendlichen oft nicht ernst genommenfühlen – insbesondere von der Politikund nicht zuletzt auch von den formellenBildungseinrichtungen. Jugendlichehaben oftmals den Eindruck, die Politikwürde sich nicht für sie und die Wirtschaftnicht für die Lösung weltweitenProbleme einsetzen.Wo liegen Handlungschancen?Man braucht „nur“ die oben skizziertenAspekte zusammenzuziehen und kommtohne moralischen Zeigefinger auf dasThema „nachhaltige Entwicklung“. Insbesonderedann, wenn man Chancenzum Engagement bietet. Die Jugendlichenmeinen keinesfalls, man könnedie globalen Probleme nicht bewältigenund eine Verbesserung der Lebensbedingungenweltweit und ein behutsamerUmgang mit der Natur seien lediglichAufgabe von Politik und Wirtschaft. Siemöchten beteiligt und gehört werden,wenn es um die Lösung dieser Problemegeht. Dafür bietet nach Auffassung dermeisten Jugendlichen das Internet, bieteninnovative Techniken, eine Schuleund Ausbildung, die „nachhaltige Entwicklung“zum Thema machen, undweltweit anerkannte Grundregeln desZusammenlebens gute Chancen. Bildungfür nachhaltige Entwicklung ist damit –jedenfalls hierzulande – hochgradig resonanzfähigbei der großen Mehrheit derJugendlichen. Man muss sie allerdings inihren Netzwerken abholen, ihnen dieChance zur Selbstbestimmung und zurKooperation bieten und zudem einen gewissenOptimismus nähren. Wenn manAussichtslosigkeit im Hinblick auf dieVerbesserung der Verhältnisse kolportiert,wird man kaum resonanzfähig sein.Man muss auch die Chance bieten, sichzu identifizieren – mit der Lebensumweltwie mit der Welt in ihrer Globalität. Undnicht zuletzt bleibt es notwendig, dieJugendlichen bei der Entwicklung vonSelbst- und Weltkonzepten zu unterstützen,denn ihre Gerechtigkeitsvorstellungensind oft nicht nur romantisch (dassollten sie vielleicht sogar sein), sondernnur rudimentär. So kann man nach meinerAuffassung den Jugendlichen – auchaus prekären Lagen – einen Weg (nebenanderen) in die Welt ebnen.Gerhard de Haan ist Professor fürAllgemeine Erziehungswissenschaft/Umweltbildung an der FU Berlin undleitet das institutfutur. Seit 2004ist er Vorsitzender des Nationalkomiteesder UN-Dekade „Bildungfür nachhaltige Entwicklung“.6IJAB journal 1/10


Kleiner Schritt, große Wirkung!Claudia MierzowskiBildung für nachhaltige Entwicklung(BNE) vermittelt (jungen) Menschennachhaltiges Denken und Handeln. Essteht damit für „ein neues, zukunftsfähigesVerständnis von Bildung“ 1 , für einedynamische Welt und ihre Wissensbestände.In den letzten Jahren hat Bildung fürnachhaltige Entwicklung sowohl inDeutschland als auch international anBedeutung gewonnen. Einen wichtigenBeitrag dazu leistet unter anderem dieUN-Dekade „Bildung für nachhaltigeEntwicklung“ unter der Federführungder UNESCO. Auch wenn vielerorts dieBedeutung der außerschulischen Bildungbetont wird, bleiben die hier in derÖffentlichkeit wahrgenommenen Aktivitätenund Akteure auf das formale Bildungssystemkonzentriert. Als Akteureder außerschulischen Bildung treteninsbesondere entwicklungspolitischeOrganisationen oder Umweltschutzverbändeauf. Träger der außerschulischenJugendbildung / internationalen Jugendarbeitsind zwar auch in diesem Bereichaktiv – und das erfolgreich und oftschon seit vielen Jahren. Es findet abernur selten eine explizite Zuordnung derAktivitäten unter das Konzept Bildungfür nachhaltige Entwicklung statt. Damitwerden sie auch nicht als wichtigerAkteur in diesem Feld wahrgenommen.Eine Verknüpfung von Bildung für nachhaltigeEntwicklung mit der internationalenJugendarbeit ist gewinnbringendfür beide Seiten und für eine künftigeinternationale Zusammenarbeit in einerzunehmend globalisierten Welt unabdingbar.Es ermöglicht den Akteuren derinternationalen Jugendarbeit eine innovativeund ganzheitliche Beschäftigungmit aktuellen Fragestellungen. Gleichzeitigstellt Bildung für nachhaltigeEntwicklung hohe Anforderungen andie Gestaltung pädagogischer Prozesseund setzt Impulse für eine Weiterentwicklungvon Bildungsprozessen in derinternationalen Jugendarbeit. Damitträgt es zu einer langfristigen Qualitätssicherungbei. Die Themen einer Bildungfür nachhaltige Entwicklung sind nichtnur vielfältig, sondern zeichnen sich vorallem durch ihre Zukunftsgewandtheitaus. Gleichzeitig sind sie von aktuellerBedeutung für Jugendliche. So zeigtzum Beispiel die Studie „Jugend und dieZukunft der Welt“ 2 , dass nachhaltigeEntwicklung für junge Menschen einrelevantes Thema ist, mit dem sie sichbeschäftigen und wo sie mehrheitlicheinen großen Veränderungsbedarf sehen.Das Konzept Bildung für nachhaltigeEntwicklung bietet darüber hinausaufgrund seiner weltweiten Bedeutungsowohl national wie international breiteVernetzungsmöglichkeiten und kann sozur Entstehung neuer Partnerschaftenbeitragen.Nicht zuletzt ist vor dem Hintergrundder Ziele der Bundesregierung, Bildungfür nachhaltige Entwicklung in allenBildungsbereichen zu verankern undhierfür insbesondere den internationalenAustausch zu fördern 3 , für eine stärkereSichtbarkeit der außerschulischenJugendbildung im Allgemeinen und derinternationalen Jugendarbeit im BesonderenSorge zu tragen. InternationaleJugendarbeit stellt Lernmöglichkeitenzur Verfügung, die einen entscheidendenBeitrag zur Persönlichkeitsbildung jungerMenschen leisten. Wie etwa die Studie„Langzeitwirkungen der Teilnahme aninternationalen Jugendbegegnungen“ 4zeigt, fördert der internationale Jugendaustauschunter anderem die Entwicklungvon Selbstwirksamkeit, Team- undKonfliktfähigkeit, interkultureller Kompetenzsowie ehrenamtlichem Engagementund unterstützt junge Menschenbei der Lösung von Entwicklungsaufgaben.Zusammen mit dem Grundsatz derJugendarbeit, junge Menschen an allenPhasen von Bildungsprozessen aktiv zubeteiligen, verfügt die internationale Jugendarbeitlängst über ideale Voraussetzungen,die für die Vermittlung der vonBNE geforderten Gestaltungskompetenznotwendig sind.Darüber hinaus trägt der internationaleAustausch dazu bei, globale und meistkomplexe Zusammenhänge für jungeMenschen erfahrbar und begreifbar zumachen. Dieses spezifische Setting stellteinen einzigartigen Lernort dar, der aufbesondere Weise die Umsetzung derpostulierten Maxime unterstützt „Globaldenken, lokal handeln“. Für eine sichtbareImplementierung von BNE in dieinternationale Jugendarbeit bedarf esnur noch eines kleinen Schrittes: Gehenwir ihn!1 vgl. u.a. Bundesministerium für Bildungund Forschung: Bericht der Bundesregierungzur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung.2009, S. 62 vgl. Bertelsmann Stiftung/TNS Emnid:„Jugend und die Zukunft der Welt“. Ergebnisseeiner repräsentativen Umfrage inDeutschland und Österreich „Jugend undNachhaltigkeit“. 20093 vgl. Bundesministerium für Bildung undForschung: Bericht der Bundesregierung zurBildung für eine nachhaltige Entwicklung.2009, S. 139f.4 Thomas, A./Abt, H.: Internationale Jugendbegegnungenals Möglichkeit der Persönlichkeitsbildung.In: Forum JugendarbeitInternational. 2006/07Claudia Mierzowski arbeitet bei IJABals Programmreferentin im Geschäftsbereich3 und vertritt IJAB am RundenTisch zur UN-Dekade „Bildung fürnachhaltige Entwicklung“.IJAB journal 1/107


Themenschwerpunkt: Bildung für nachhaltige Entwicklung in der internationalen Jugendarbeit2. Zukunftskongress „Jugend global 2020: Bildung für nachhaltige Entwicklung –Strategien für die internationale Jugendarbeit“Begegnung mit der ZukunftWie kann sich internationale Jugendarbeit und Jugendpolitik im Kontext von„Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) weiterentwickeln? Wie könnenBNE und internationale Jugendarbeit erfolgreich verknüpft werden? Rund150 Teilnehmende erarbeiteten am 26. und 27. April 2010 im Bonner Gustav-Stresemann-Institut Antworten auf diese Fragen. Ergebnisse des erstenIJAB-Zukunftskongresses 2008 wurden dabei aufgegriffen und weiterentwickelt.Verena MünsbergLutz Stroppe, Abteilungsleiter im BMFSFJ,und Marie-Luise Dreber, Direktorin von IJAB.Lutz Stroppe, Leiter der Abteilung Kinderund Jugend im Bundesministeriumfür Familie, Senioren, Frauen und Jugend(BMFSFJ), betonte: „Besonders für unsereJugend sind die bestmögliche Bildungund die Verantwortung für eine nachhaltigeEntwicklung zentrale Zukunftsfragen.Wir müssen deshalb die Bedeutungder non-formalen Bildung durch internationaleJugendarbeit offensiv in dieaktuelle Bildungsdebatte einbringen undbesonders Angebote schaffen, die nochstärker auch Jugendliche aus bildungsfernerenSozialmilieus erreichen.“ InternationaleJugendarbeit könne so eineChancengesellschaft für Jugendliche inDeutschland mit gestalten. „Das Konzeptder Bildung für nachhaltige Entwicklungknüpft an die vorhandenen Potenzialeder internationalen Jugendarbeit an undunterstützt eine nachhaltige Zielperspektive“,hob Marie-Luise Dreber, Direktorinvon IJAB, in ihrer Eröffnungsrede hervor.Dadurch werde eine breite internationaleWirksamkeit möglich. Gerhard de Haan,Leiter des Nationalkomitees der UN-Dekadein Deutschland, unterstrich auf derTagung: „Nachhaltige Entwicklung lässtsich nicht allein durch politische Prozesseoder „top-down-Ansätze“ gestalten. JederMensch muss lernen, wie er oder sieeine Zukunft im Sinne der nachhaltigenEntwicklung für sich und gemeinsam mitanderen gestalten kann.“Gutes Beispiel aus der PraxisWie eine solche „bottom-up-Strategie“aussehen kann, erläuterte Julia Rawlinsvom British Council anhand der Programme„Global Changemakers“ und„International Climate Champions“. Inweltweiten Netzwerken engagieren sichjunge Leute zwischen 11 und 35 Jahren,um in ihrem lokalen Umfeld positiveVeränderungen zu erzielen. Der BritishCouncil stellt dabei Trainingsmöglichkeitenfür Projektarbeit und Kommunikationzur Verfügung. Rund 1.500Climate Champions in fast 30 Ländernumfasst das Netzwerk mittlerweile.Eine von ihnen ist Divykriti Chopra ausIndien. Sie initiierte in ihrer Heimatstadtein Webportal, mit dem MenschenMitfahrgelegenheiten im Berufsverkehrfinden. Weil ihr lokales Engagement indas globale Netzwerk eingebunden ist,vertritt sie es auch mutig vor politischenEntscheidungsträger(inne)n: „You believein yourself and you have faith inyour projects. It’s like: Yes, I can do it!”Intensive Diskussion…Perspektiven und Strategien für die künftigeinternationale Jugendarbeit und Jugendpolitikim Kontext von „Bildung fürnachhaltige Entwicklung“ standen anschließendim Zentrum von sechs Fachforen.Die Themen waren: „Internationaledigitale Jugendbildung“ (I), „Bildungsgerechtigkeitund Partizipation“ (II), „Leben,Lernen und Arbeiten in internationalenwirtschaftlichen Zusammenhängen“ (III)sowie „Verzahnung von non-formalerund formaler Bildung“ (IV), „GlobalesLernen“ (V) und „Gesundes Aufwachsen“8 IJAB journal 1/10


Gute Stimmung im Plenum.Katja Dörner (MdB, Bündnis 90/Die Grünen)besuchte den jugendpolititschen Empfangin der Deutschen Welle.Lothar Harles, Vorsitzendervon IJAB, resümiertdie Ergebnisse.(VI). Die Debatte in den Foren wie auchdie abschließende Podiumsdiskussionmachten deutlich, dass in der internationalenJugendarbeit Nachhaltigkeit zwarvielfach als Leitprinzip schon verankert,häufig aber in der Wahrnehmung der Akteurenoch nicht präsent ist.…und konkrete ErgebnisseDeshalb gilt es, die Träger und Organisationenfür Nachhaltigkeit zu sensibilisierenund Multiplikator(inn)en zu qualifizieren.Bei der Ausrichtung und Umsetzung vonMaßnahmen der internationalen Jugendarbeitmüssen globale Zusammenhängestärker als bisher mitgedacht werden.Auch sahen die Teilnehmenden einenVeränderungsbedarf im Bereich von Förderstrukturen,-richtlinien und -mitteln.Die Vielfältigkeit der internationalenJugendarbeit auf der einen und die unterschiedlichenNutzungsformen desWeb 2.0 auf der anderen Seite stellt dieAkteure vor große Herausforderungen,so die Meinung im Fachforum I. Web 2.0muss verstärkt genutzt werden, um dieAngebote der internationalen Jugendarbeitsichtbarer zu machen und neueZielgruppen zu erreichen, aber auch,um das Web 2.0 für eine partizipativeinteraktive Begleitung von internationalenAktivitäten zu nutzen. Aufgrundder Komplexität des Themas wurde ein„Leitfaden Neue Medien“ angeregt.Fachforum II legte den Fokus auf die sozialeIntegration und auf die Zielgruppe derJugendlichen „mit weniger Möglichkeiten“.Bestehende, interkulturelle Projektesollten verstärkt durch die internationaleJugendarbeit aufgegriffen und die Zusammenarbeitmit der Jugendsozialarbeitgestärkt werden. Entscheidend für dieVermittlung von Aspekten nachhaltigerEntwicklung ist es jedoch, den Bezug zurLebenswelt der Jugendlichen herzustellen.Zudem müsse der Kontakt zu Politik undlokaler Wirtschaft ausgebaut werden.Fachforum III wollte Verständnis zumeinen für die globalen wirtschaftlichenZusammenhänge und Herausforderungenwie Klimawandel oder globale Gerechtigkeit,zum anderen für die komplexenwirtschaftlichen, ökologischenund sozialen Ursachen dieser Problemeherstellen. Auch die Themen Selbstverantwortungund Bewusstseinsbildungsowie Partizipationsmöglichkeiten fürJugendliche hatten einen hohen Stellenwert.Es gehe dabei weniger um den Erwerbvon Kompetenzen für den Arbeitsmarkt,sondern um Persönlichkeits- undBewusstseinsbildung.Fachforum IV forderte eine Umsetzungvon Globalem Lernen auf strukturellerEbene und in der konkreten Praxis derinternationalen Jugendarbeit. GlobalesLernen biete einen hohen Mehrwertfür die internationale Jugendarbeit. FürJugendliche nimmt das Engagement fürglobale Zusammenhänge einen hohenStellenwert ein. Zudem müsse die spezifischeKompetenz der internationalenJugendarbeit für das Globale Lernenstärker herausgestellt werden.Fachforum V diskutierte Rahmenbedingungenund Herausforderungen inder Zusammenarbeit von formalen undnon-formalen Bildungsträgern und dieGelingensbedingungen derartiger Kooperationen.In Bezug auf „Bildung fürnachhaltige Entwicklung“ herrschte Einigkeit:BNE soll als Querschnittsthemain alle Bildungsbereiche integriert werden.Beispiele guter Praxis müssen gesammeltwerden, um auch ungewöhnlicheBildungsformate zuzulassen und denDialog von non-formaler und formalerBildung zu fördern.IJAB journal 1/10 9


Themenschwerpunkt: Bildung für nachhaltige Entwicklung in der internationalen JugendarbeitLothar Harles, Vorsitzender vonIJAB, begrüßt die Gäste desjugendpolitischen Empfangs(unten). Untere Reihe links:Florencia van Houdt, Generaldirektionfür Bildung undKultur der EU-Kommission.Uwe Finke-Timpe, Referatsleiterim BMFSFJ, Daniel Grein, Bundesgeschäftsführerdes DBJR und LotharHarles, Vorsitzender von IJAB (Mittev.l.n.r.), Dr. Ralf-René Weingärtner,Direktor für Jugend und Sport beimEuroparat (rechtes Bild).Fachforum VI bescheinigte der Verknüpfungvon Gesundheitsförderung undinternationaler Jugendarbeit ein großesZukunftspotenzial. Deshalb soll dasThema im Fachkräfteaustausch integriertwerden und sollen gezielte Fortbildungenvon Multiplikator(inn)enstattfinden. Jugendpolitische Strukturenauf allen Ebenen sollen dazu stärkergenutzt, aber auch neue Kooperationeneingegangen werden.An die Arbeit!„Die Zielvorgabe der nachhaltigen Entwicklungist eine Antwort auf vitaleZukunftsfragen unserer globalen Gesellschaft.In der „Bildung für nachhaltigeEntwicklung“ geht es nun nichtdarum, neue theoretische Konzepte zuvermitteln, sondern um Orientierung ander Lebenswirklichkeit“, fasste LotharHarles, Vorsitzender von IJAB zusammen.Gerade darum sei die internationaleJugendarbeit besonders gefordert.„Internationale Jugendarbeit schaffthier erlebbare Zugänge und adressiertZielgruppen, die über formale Bildungoftmals nicht erreicht werden.“ Die gewonnenenErkenntnisse müssten jetztauf der Arbeitsebene umgesetzt werden.Jugendpolitischer Empfang in derDeutschen WelleZum Abschluss der Tagung kamenEntscheidungsträger/-innen der europäischenund nationalen Jugendpolitikzusammen, um die Ergebnisse des Kongressesin den Kontext der aktuellenjugendpolitischen Entwicklungen aufeuropäischer Ebene zu stellen. Unter denGästen waren Vertreter/-innen europäischerInstitutionen, Parlamentarier/-innensowie Vertreter/innen des deutschenUNESCO-Büros, des Bundesministeriumsfür Familie, Senioren, Frauen und Jugendund der für Jugendpolitik zuständigenLandesministerien sowie zahlreicheSpitzenvertreter der internationalen Jugendarbeit.Dr. Stephan Koppelberg, Leiter der BonnerVertretung der Europäischen Kommissionin Deutschland, unterstrich inseinem Grußwort den europäischen Dialogzum Thema nachhaltige Entwicklungfür junge Menschen. Florencia van Houdtvon der Generaldirektion für Bildung undKultur der EU-Kommission stellte den„neuen Rahmen für die jugendpolitischeZusammenarbeit in Europa“ vor underläuterte auch die Ziele von PräsidentBarrosos neuer Initiative „Youth on theMove“ (Jugend in Bewegung). Diese willdie Errungenschaften der Lernmobilitätfür alle jungen Leute zugänglich machen.Dr. Ralf-René Weingärtner, Direktorfür Jugend und Sport beim Europarat,führte in seinem Beitrag die jugendpolitischenSchwerpunktsetzungen des Europaratsaus. Als Rahmenorientierungdient die Agenda 2020, die 50 Staatenim Bereich Jugend unterzeichneten.Als unterstützendes Arbeitsinstrumentdient ein Co-Management-System, dasVertreter(inne)n europäischer Jugendorganisationendie gleichberechtigte Teilhabesichert.Verena Münsberg ist Leiterin derStabsstelle Kommunikation bei IJAB.Alle Impulsreferate und Ergebnisseaus den Fachforen finden Sie auf> www.jugend-global-2020.de.10 IJAB journal 1/10


Grenzenlos partizipieren und gestaltenDer erste europäische KindergipfelTobias ThieleKindergipfel sind beispielhaft für dieVermittlung von Gestaltungskompetenz.Die Naturfreundejugend Deutschlandsermöglicht seit 2000 auf ihrenKindergipfeln einen Dialog zwischenjungen Menschen und Entscheidungsträger(inne)n.2009 hatte der ersteEuropäische Kindergipfel Premiere:Ju gend liche zwischen 13 und 17 Jahrenaus sieben Ländern trafen sich unter demMotto „Our future is in our hands“. Derdamalige für Jugendfragen zuständigeEU-Kommissar Ján Figel’ übernahm dieSchirmherrschaft. In sieben Workshopsentwickelten die jungen Menschen eigeneVorstellungen für ein besseres Europa.Das Spektrum reichte dabei vonUmwelt und Frieden bis hin zu Bildungund Beteiligung. Jeder Workshop formu-lierte Forderungen und Selbstverpflichtungen,die alle Teilnehmenden unterschrieben.Danach diskutierten sie mitAbgeordneten des Europäischen Parlamentsund des Deutschen Bundestages.Mehr JugendpartizipationDie Erweiterung des Kindergipfels aufmehrere europäische Länder forderte undförderte die kommunikativen Fähigkeitender jungen Menschen. Im Austauschmit Gleichaltrigen aus anderen europäischenLändern mussten sie sich stärkernoch als auf den nationalen Gipfeln aufunterschiedliche Perspektiven einlassen.Die „Gipfelatmosphäre“ vermittelteihnen ein Bild davon, wie zum Beispielauf internationalen Klimakonferenzenum einen für alle tragbaren Konsensgerungen wird. Kinder und Jugendlichekonnten die Veranstaltung viel stärkergestalten, als es bei den Jugendeventsder Europä ischen Union in der Regelmöglich ist. Die rund 80 Teilnehmer/-innen setzten mit ihrer Forderung, beiEntscheidungen, die sie betreffen, stärkerals bisher beteiligt zu werden, einbeeindruckendes Zeichen für mehr Partizipationauf europäischer Ebene.Der vollständige Zukunftsvertrag undausführliche Informationen zum EuropäischenKindergipfel unter www.kinder gipfel.eu.Tobias Thiele ist stellvertretenderGeschäftsführer der NaturfreundejugendDeutschlands.Manege frei am OderbruchDie deutsch-polnische Zirkusbegegnung „uferlos.oder.grenzlos“Olaf Schenckenberg (Verein zur Überwindung der Schwerkraft – Zirkus Zack) im Gespräch mitBianca Fischer (Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung, BKJ)Welche Ziele verfolgt Zirkus Zack mitder Verknüpfung von Natur, Umweltschutz,Ernährung und Zirkus?Wir wollen die Wahrnehmung der Kinderund Jugendlichen für ihre Lebensumweltund von sich selbst als Teil dieser Umweltschärfen, ihnen die Möglichkeit zumMitdenken geben, um Perspektiven zumverantwortungsvollen und bewusstenHandeln zu schaffen. Internationale Kinder-und Jugendbegegnungen sind dabeioft die Grundlage der weiteren Kommunikation.Sie ermöglichen den Teilnehmendenund Teamer/-innen einen Perspektivwechselund das Entwickeln einergemeinsamen Vision. So auch an der Oder:Im grenznahen Raum und dem Ökosystem„Mittlere Oder“ kann ein aktiver Umweltschutznur fruchten, wenn die deutscheund die polnische Seite ein Bewusstseindafür entwickeln und sich kennen lernen.Warum haben Sie „uferlos.oder.grenzlos“als deutsch-polnische Begegnungdurchgeführt?In unserem deutsch-polnischen Settinghatten die Kinder und Jugendlichen dieChance, bereits in jungen Jahren interkulturelleKompetenzen aufzubauen, etwasüber die länderspezifischen Ritualeund Umgangsformen zu erfahren undsich mittels nonverbaler Kommunikationzu verständigen. Und schließlich: Zirkuswar immer schon international!Worin liegt der Mehrwert bei internationalenKinder- und Jugendbegegnungen,die sich an dem Bildungskonzeptvon BNE orientieren?Im Rahmen internationaler Kinder- undJugendbegegnungen lassen sich besondersgut globale, internationale Dimensionensowie verschiedene Wahrnehmungenund Realitäten eines Themas,wie zum Beispiel Umwelt-, Natur- oderKlimaschutz erfahrbar machen. Sie ermöglichenden Kinder und Jugendlicheneine kritische Reflexion, bei der dieeigene Position ganz anders deutlichwird.Welche Rolle spielt die Partizipation derKinder und Jugendlichen in den internationalenZirkusprojekten?Die Partizipation ist eines unser zentralenAnliegen. Dabei geht es nicht darumdie Besten zu fördern. Vielmehr erfährtjeder junge Mensch, dass er oder siedurch kontinuierliches Training und Zusammenarbeitmit anderen nie gedachteDinge erlernen kann. So leben die Kinderund Jugendlichen modellhaft das Zusammenseinund -arbeiten in einem demokratischenGemeinwesen und lernen,auch in internationaler Konstellationzukunftsfähig zu handeln.IJAB journal 1/1011


Interkulturelles Lernfeld SchuleInterkulturelles Lernfeld SchuleEin Kooperationsprojekt voninternationaler Jugendarbeit undSchule (IKUS)Im Modellprojekt IKUS erarbeiten Schulen und Träger internationaler Jugendarbeit Projekte, dieinterkulturelles Lernen in Schulen fördern. Bildung für nachhaltige Entwicklung heißt hier, Schuleals kulturellen Ort zu entwickeln, wo Lernen als Form menschlichen Miteinanders verstanden wird:Empathie, Toleranz, Kommunikation und Partizipation. Dies kann, muss aber nicht nur im Unterrichtsein. Aber es muss kontinuierlich auf die Tagesordnung. IJAB koordiniert IKUS. Das Projekt wird inKooperation mit der Arbeitsgemeinschaft gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen (AJA),Experiment e.V., transfer e.V., dem Landschaftsverband Rheinland und der Bezirksregierung Köln umgesetztund vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.Nachhaltigkeit im Projekt IKUS – wie geht das?Drei Vorurteile und erste mögliche AntwortenMartina Nixdorf-PohlVorurteil Nr. 1: Alles hängt von deneinzelnen Personen abZu Recht wird immer wieder das persönlicheEngagement von Einzelpersonenhervorgehoben. Dennoch ist ihr Einsatzoft nicht hinreichend, wenn es darumgeht, die Nachhaltigkeit von Projektenzu sichern. Ziel eines Angebotes musses daher sein, Strukturen zu erzeugen,die über die Dauer des Angebotes hi nausbestehen. Deshalb ist an vielen Schulendie Lehrerschaft bereits bei der Entwicklungvon Zielen und Inhalten umfassendbeteiligt. „Bei uns gehen die Konzeptedurch alle schulischen Gremien“ betontHilal Günday, Lehrerin an der Katharina-Henoth-Gesamtschule Köln. So steht dasProjekt auf einer breiten Basis. WeitererPluspunkt für die Nachhaltigkeit: dieaktive Unterstützung durch die Schulleitung.Viele Schulen verteilen Verantwortungsystematisch auf viele starkeSchultern, definieren Rollen und Zuständigkeitenund suchen im Kollegiumdie passenden Personen. So bauen sieeine nachhaltige Kommunikationsstrukturauf, welche die Entwicklungsarbeitsowohl schulintern als auch an denSchnittstellen zwischen den Schulen undihren externen Kooperationspartnernder internationalen Jugendarbeit trägt.Dabei sollten sich die Schulen verstärktihren eigenen personellen Ressourcenzuwenden, um die Nachhaltigkeitder Projektergebnisse zu sichern. UtaSchultze, Lehrerin und IKUS-Partnerinan der Anna-Freud-Schule: „Viele Lehrer,Schüler und Eltern bringen Erfahrungenein, um interkulturelle Lernprozesse ei-genständig fortzuführen, die durch dieinternationale Jugendarbeit angestoßenwerden. Diese Ressourcen müssen wirnutzen!“ Nachhaltige Ansätze zeichnensich auch dadurch aus, dass sie über denTages- und Wochenrhythmus sowie übereinmalige Aktionen hinaus zu einemfesten Bestandteil der Unterrichts- undSchulkultur geworden sind. Hierfür müssenTräger der internationalen Jugendarbeitund Schulen ihre Zusammenarbeitpflegen. So sind zum Beispiel interkulturelleLehrerfortbildungen an einigenSchulen fest im internen Fortbildungsprogrammintegriert. „Erst wenn dieinterkulturellen Lerninhalte in die Köpfeund Herzen der Lehrer gelangen, könnenwir auf nachhaltige Wirkungen hoffen,“sagt Ines Gast, IKUS-Partnerin vom JugendsozialwerkNordhausen.Vorurteil Nr. 2: Das Projekt wirktaus sich selbst herausDie Konzepte der internationalen Jugendarbeitsind für ihren kreativen, lebenswelt-und erlebnisorientierten Charakter12 IJAB journal 1/10


Nachhaltigkeit ist im Projekt IKUS nicht nur eine Frage von Dauer und Wirkung,sondern auch eine Frage der verarbeiteten Erfahrung.> www.ikus-projekt.debekannt. Naturgemäß bringen sie dasmit, was für eine nachhaltige Bildungund Entwicklung junger Menschen unabdingbarist: positive emotionale Involviertheitund ganz viel Spaß. Doch ausschließlichauf die Wirkung der einzelnenProjekte zu setzen wäre naiv. Es kommtauch auf kluge öffentlichkeitswirksamePräsentation an. An der Gustav-Heinemann-GesamtschuleAlsdorf diente eingroßes Schulfest einem interkulturellenTanzprojekt als institutionelle Bühne miteinem breiten Publikum. Einmal in denHerzen der Menschen angekommen,konnte das kleine Projekt seine weitereExistenz sichern. Die Schüler/-innen sorgennun selbst für die Fortsetzung dermodellhaft eingeführten Kurse, Firmenhaben sich als Sponsoren gefunden. Undsicherlich bietet eine Schule wie diesemit ihrem musischen Schulprofil hierfürauch einen guten kulturellen Boden,um ein zartes Pflänzchen wie diesesnachhaltig wachsen zu lassen. Nichtunwesentlich ist zudem, ob und wie dieEinzelprojekte miteinander abgestimmtsind. Während einige Schulen zu BeginnProjekte entwickelten, die eher voneinanderunabhängig waren, versuchtenandere für sich Module zu konzipieren,die sich aufeinander beziehen, in ihrerWirkung unterstützen und verstärken.Die Umsetzung einer durchdachten kohärentenGesamtstrategie versprichtdabei bessere Chancen im Hinblick aufNachhaltigkeit.Vorurteil Nr. 3: Schnelle Ergebnisseund viele Produkte bedeuten ErfolgDas setzt allerdings voraus, dass diePartner von Schule und internationalerJugendarbeit gemeinsam Ideen entwickelnund Erwartungen abgleichen.Hierfür lassen sich die Kooperationspartnerunterschiedlich viel oder wenig Zeit.Manche brauchen schnelle Ergebnisse,andere führen bewusst einen ausführlichenDialog auf Augenhöhe. Je klarerzu Beginn die Zuständigkeiten, Rollenund Verantwortlichkeiten ausgehandeltwerden, umso verbindlicher können dieKooperationsvereinbarungen werden.Nicht nur zwei Kölner Realschulen habendas in der Zusammenarbeit unterdem Druck der Zielformulierung lernenmüssen. Erst die erfolgreichen Kooperationsprozessegewährleisten jedoch,dass sich die entwickelten Produkteauch langfristig in den Schulen verankernkönnen.Letztendlich muss das an einer Schuleentwickelte Projekt auch auf andereSchulen übertragbar und für andereAkteure der internationalen Jugendarbeitnutzbar sein. Um diesen Transfer zufördern, werden im Rahmen von IKUSsowohl methodisch-didaktische Lerneinheitenfür Lehrer/-innen, Schüler/-innen und Eltern als auch reflektierteErfahrungen aus den Kooperationsprozessenmodulhaft beschrieben und fürein interessiertes Fachpublikum veröffentlicht.Martina Nixdorf-Pohl arbeitetbei IJAB als Koordinatorin für dasProjekt IKUS.IJAB journal 1/1013


Interkulturelles Lernfeld SchuleAuf dem Weg zur TraumschuleInterkultureller Workshop an der Kölner Katharina-Henoth-GesamtschuleDaniel KoberSchüler(inne)n und Lehrer(inne)n wirdhäufig nachgesagt, sie suchten nachSchulschluss das Weite. Dass es andersgehen kann, zeigte der interkulturelleZielworkshop an der Katharina-Henoth-Gesamtschule (KHS) Ende Januar 2010in Köln. Neben dem Unterricht engagiertensich über 60 Schüler/-innen undLehrer/-innen, um gemeinsam Ideenfür IKUS-Aktivitäten an ihrer Schule zuentwickeln. In gemischten Schüler- undLehrerteams wurden die Gruppen durchTraumreisen in eine Situation einesneuen Schülers bzw. einer neuen Lehrerinan ihrer Schule versetzt und beschriebenihre „interkulturelle Traumschule“.Schnell war klar: Zwischen Traum undWirklichkeit klafft eine Lücke. Deshalbsammelten alle Ideen, wie die KHS zuihrer interkulturellen Traumschule werdenkönne. Exotische Vorschläge wieThai-Massagen oder einem türkischenCafe gab es, vor allem aber der Wunsch,sich gegenseitig besser kennenzulernen,das Wir-Gefühl zu stärken und gemeinsamaktiv zu sein. Es entstand eine regeDiskussion, bei der sich Schüler/-innenund Lehrer/-innen durch den außerschulischenKontext auf Augenhöhe begegneten.Eine besondere Rolle nahmendie älteren Schüler ein. Sie agierten alsModerator(inne)n und Unterstützer/-innen für jüngere Schüler/-innen.Der Auftrag an das IKUS-Tandem, bestehendaus Hilal Günday, Lehrerin an derKHS, und Daniel Kober (AFS): „Machtetwas aus unseren Ideen!“ Das Tandemdokumentierte alle Vorschläge und trafeine Auswahl. „Obwohl wir so zahlreicheIdeen aus ganz verschiedenen Gruppenvorliegen hatten, haben sich einzelneThemen herauskristallisiert, die wir in dennächsten eineinhalb Jahren mit und inder Schule umsetzen werden. Ein Effektist bereits eingetreten. Die Schule diskutiertüber interkulturelle Themen, auchnach dem Workshop. So ist es kein Hilal-Daniel-Projekt, sondern ein Projekt dergesamten Schule geworden. Unsere Aufgabeist es, den Weg zu den gemeinsamenVisionen zu ebnen“, so Daniel Kober.Daniel Kober ist Mitarbeiter bei AFSInterkulturelle Begegnungen e.V. undSprecher der Trainer/-innen-Gruppeim Projekt IKUS.„Wir wollen uns besser kennenlernen!“ Schüler/-innen und Lehrer/-innen der Katharina-Henoth-Gesamtschule entwerfen gemeinsam ihreinterkulturelle Traumschule.14 IJAB journal 1/10


IKUS-Training an der GHS Niederpleis„Wir wollen lernen besserzusammenzuhalten!“Aus der PraxisDie Schüler/-innen besprechen, was sie in derKlassengemeinschaft stört. Danach formulierensie Verbesserungsvorschläge und schreibendiese auf.Wieso fühlen sich Andere inmanchen Situationen unwohl?Die Schüler/-innen machen sichklar , wann bestimmte Verhaltensweisenzu Unsicherheit und Ärgerführen.Ab wann wird eine Situation brenzlig? Wie weitdarf ich gehen? Die Schüler/-innen sollen sichentscheiden, ob in einer jeweiligen Situation Gewaltgegen Außen stehende ausgeübt wird. Anschließendinterviewen sie sich gegenseitig und begründen ihreEntscheidung.IKUS-Training an der Konrad-Adenauer-Realschule Köln„Wie stärken wir das Gemeinschaftsgefühl und finden Auswege ausalltäglichen Konfliktsituationen?“Grenzen klarmachen: „Bis hierhinund nicht weiter!“Die größere Gruppe simulierteinen Überfall. Der Ratschlag:„Helfen ohne sich selbst in Gefahrzu bringen. Hilfe holen.“Konfliktsituation in der Bahn. Die Trainerin will dasMädchen, das neben ihr sitzt, nicht aussteigen lassen.Das Mädchen aus der Sitzreihe davor kommt zu Hilfe.Die Mädchen bestätigen, dass sie solche oder ähnlicheSituationen von Freunden kennen, oder selbst schonhineingeraten sind. „Ich glaube schon, dass mir das hierhilft“, sagt Sarra (13).IJAB journal 1/10 15


Projekt JiVEProjekt JiVEZwei Arbeitsfelder, ein ZielDas Projekt „JiVE. Jugendarbeit international – Vielfalt erleben“ mit seinen modellhaften internationalenJugendbegegnungen, Fachkräftemaßnahmen und Europäischen Freiwilligendienstprojektenzeigt, wie sehr junge Menschen mit Migrationshintergrund von internationaler Jugendarbeit profitieren.Gleichzeitig ermöglichen Fachkräfteprogramme einen Wissens- und Kompetenzzuwachs fürIntegration und interkulturelle Öffnung. Dieses Potenzial will die Jugendsozialarbeit nutzen. Auf derImpulstagung von IJAB und JUGEND für Europa am 17. und 18. März 2010 in Hannover lautete daherdie Forderung: Internationale Jugendarbeit muss in der Jugendsozialarbeit verankert werden.Claudia Mierzowksi, Christiane Reinholz-Asolli„Teilhabe junger Menschen ermöglichen“– der Titel der Impulstagung beschreibtdas gemeinsame Ziel, für dasinternationale Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit/Jugendintegrationsarbeitin Zukunft noch intensiver zusammenarbeitenwollen. Der Quantensprungvon Hannover: Man sprach nicht mehrdarüber, ob die internationale Jugend-Wie kann die Jugendsozialarbeit die Potenzialeder internationalen Jugendarbeit besser nutzen?Welche Rahmenbedingungen sind für einestärkere Vernetzung nötig?arbeit besondere Potenziale zur Integrationund Förderung Jugendlicher aufweist.Im Mittelpunkt stand vielmehr dieFrage, wie die Jugendsozialarbeit diesePotenziale und diese Form non-formalerBildung erfolgreich einsetzen kann.Erkenntnisse aus Wissenschaft undPraxisEindrucksvoll und anschaulich zeigtendrei Good-practice-Beispiele des EuropäischenFreiwilligendienstes und aus internationalenJugendbegegnungen, dassJugendliche mit besonderem Förderbedarfnicht nur Selbstvertrauen gewinnen,sondern auch stark für ihre Berufsbiografieprofitieren. Wissenschaftlichfundiert wurden diese praktischen Erfahrungendurch die Projektevaluation,deren aktuelle Ergebnisse Prof. Dr. AndreasThimmel von der FH Köln vortrug.Der Tenor: Internationale Jugendarbeitstärkt die gesellschaftliche Teilhabe undfördert Chancengerechtigkeit.Strategien sind nötigIn Kleingruppen diskutierten dieTagungsteilnehmer/-innen die Voraussetzungenfür eine bessere Vernetzungvon internationaler Jugendarbeit undJugendsozialarbeit. Klar war: Es müssenStrategien zu einer jugendpolitischen,konzeptionellen und strukturellen Verankerungentwickelt werden. InternationaleJugendarbeit soll in den Grundsätzender Jugendmigrationsdienste undallgemein der Jugendsozialarbeit festgeschriebenwerden. Diesen Ansatz unterstützteauch das Bundesministeriumfür Familie, Senioren, Frauen und Jugend(BMFSFJ) in einem Einführungstatement.Dazu müssen, so lautete die Forderung,die bundeszentralen Träger derJugendsozialarbeit ihre Grundsätze undKonzepte überprüfen. Zudem sprach sichdas BMFSFJ dafür aus, die BundesinitiativeJUGEND STÄRKEN mit diesem gewinnbringendenModul zu verknüpfen.Informationsoffensive gefordertNach Analyse der Beteiligten wissenJugendliche und Fachkräfte oft nicht,was sich hinter der internationalen Jugendarbeitverbirgt. Auch viele Trägersind nicht ausreichend über den Nutzeninternationaler Maßnahmen informiert.Hier ist Überzeugungsarbeit nötig.Eine solche Offensive könnte auchdie jugendpolitische Verankerung derinternationalen Jugendarbeit flankierenund stützen. Gefordert wurde aucheine kurze praktische Arbeitshilfe zurinternationalen Jugendarbeit mit benachteiligtenJugendlichen. Sie soll überZiele, Methoden und fachliche Standardsinformieren und bei der Konzeptentwicklungund Planung unterstützen.Dialog aller AkteureDie lokalen und regionalen Ansätze vonKooperation müssen unterstützt undausgeweitet werden. Dabei ist der Dialogauf Augenhöhe entscheidend.Transparente FörderungFörderprogramme müssen kompatibelsein und den konkreten Lebenslagenvon Jugendlichen flexibel angepasst16 IJAB journal 1/10


werden können. Die Strukturen derFörderung müssen vereinfacht werden,Ämter und Behörden besser kooperieren.Alle relevanten Akteure müssen einengleichberechtigten Zugang zu Fördermittelnerhalten. Dafür bedarf es einerstrukturellen Öffnung zum Beispiel fürVereine junger Migrant(inn)en.Fachkräfte vor Ort qualifizierenWichtig war den Beteiligten, dassPraktiker/-innen der Jugendsozialarbeitund der Migrantenselbstorganisationenbei der Entwicklung von internationalenProjekten Unterstützung finden. Deshalbwurde angeregt, neben Qualifizierungsangebotenleicht zugängliche Beratungsmöglichkeiten,zum Beispiel durchmobile Projektcoaches, zu schaffen.Blickwinkel der JugendlichenDie Fachgruppen unterstrichen nachdrücklich,dass die Einbeziehung derJugendlichen selbst eine zentrale Voraussetzungfür eine erfolgreiche weitereZusammenarbeit ist. Das bedeutet zumeinen, dass die Motive und Bedürfnisseder Jugendlichen die Angebotspaletteprägen sollten. Die Jugendlichen müssensich an allen Phasen einer sie betreffendenMaßnahme beteiligen können.Zum anderen müssen auch spezifischeProblemlagen der Zielgruppe wie zumBeispiel Aufenthaltsstatus oder finanzielleProbleme in Förderkriterien undKonzeptionen berücksichtigt werden.Um die Jugendlichen im wahrsten Sinndes Wortes „auf die Reise mitzunehmen“,ist eine sorgfältige Vor- und Nachbereitungwichtig. Um die Erfahrungen auchim Alltag wirksam zu machen, bedarf eseiner guten Einbindung des internationalenElements in den längerfristigenpädagogischen Prozess.Was nun folgtIm Weiteren muss es nun darum gehen,die guten Ergebnisse der Impulstagungin die Tat umzusetzen. Einer der erstenSchritte war das Sondierungstreffen am17. Mai in Köln. Das Ziel: Die Intensivierungder internationalen Jugendarbeitauf kommunaler Ebene. Hier ist der Ort,wo die Jugendlichen zu finden sind. Hiergeschieht die Jugendsozialarbeit und nurhier kann die Vernetzung beider Arbeitsfelderin die Praxis umgesetzt werden.Dafür eruierte ein breites Spektrum anAkteuren der lokalen Ebene zusammenmit Vertreter/-innen regionaler TrägerRahmenbedingungen. Es gab eine großeÜbereinstimmung mit den Ergebnissender Impulstagung. Eine breite Informationüber die Wirkungen internationalerJugendarbeit für Bildung und IntegrationJugendlicher mit besonderemFörderbedarf ist ein wichtiges Element,um die internationale Jugendarbeit aufkommunaler Ebene zu verankern. InternationaleJugendarbeit soll damit nichtmehr als ein zusätzliches Angebot angesehenwerden, sondern sich als einBaustein kommunaler Angebote derJugendhilfe etablieren. Eine Verknüpfungmit der Bundesinitiative JUGENDSTÄRKEN kann dies unterstützen. AuchCoaching- und Beratungsangebote sindneben Maßnahmen der Qualifizierungals wichtige Elemente genannt worden.Zur Intensivierung der internationalenJugendarbeit wird schließlich der Zusammenarbeitmit den verschiedenenAkteuren auf lokaler Ebene, wie auch einerUnterstützungsstruktur auf regionalerEbene große Bedeutung beigemessen.Die Empfehlungen der Impulstagungund des Sondierungstreffens fließen nunin das Konzept zur Fortsetzung von JiVEein. Die Zusammenarbeit mit den interessiertenAkteuren wird hierbei weiterhineine große Rolle spielen.Claudia Mierzowski und ChristianeReinholz-Asolli arbeiten bei IJAB alsLänderreferentinnen mit SchwerpunktGroßbritannien und Ungarn bzw.Türkei. Im Projekt JiVE sind beide seitBeginn aktiv.Jörg Kuschel und Beatrice Schumacher (UBV),Susanne Meyer (IKAB) und Susanne Müller (JMDdes CJD Berlin) berichten aus der Praxis.Prof. Dr. Andreas Thimmelvon der FH Kölnerläutert den Teilnehmendendie positiveWirkung von Fachkräfteprogrammenund internationalenJugendbegegnungen.IJAB journal 1/10 17


Projekt JiVE> www.jive-international.deZitate aus den vorgestellten Good-practice-Beispielen:„Ein junger Mann hatte keinen Kontakt mehr zu Verwandten,lebte im Obdachlosenheim und war schon imKnast gewesen. Er kam aus dem Freiwilligendienst wiederund wollte eine Ausbildung anfangen. Wir haben dannerfahren, dass er Kontakt zu seiner Mutter und zu seinerSchwester aufgenommen hat – weil er etwas vorweisenkonnte, weil er sagen konnte: Ich hab was geschafft, dieOrganisation will mich für ein Langzeitprojekt haben.“Beatrice Schumacher, Uckermärkischer BildungsvereinSchwedt (UBV)Albert Klein-Reinhardt vom BMFSFJ (3.v.l.) undMarie-Luise Dreber, Direktorin von IJAB (2.v.r.),diskutieren in ihrer Arbeitsgruppe.„Ein Jugendlicher mit iranischem Migrationshintergrundsagte nach einem Berufsorientierungsprogrammganz stolz zu mir: „Sibylle, ich hab mich mit diesemZertifikat beworben, der Chef hat mich gefragt, wasich denn da alles gemacht hab und ich hab das erzählt und ich hab dieStelle gekriegt!“ Das war eine richtig gute Kochstelle in einem richtigguten Restaurant. Uns hat der Betrieb hinterher gesagt, dass seinErzählen über seinen Veränderungsprozess letztendlich den Ausschlaggegeben habe. Der Junge sei flexibel im Kopf, er könne über sich selbernachdenken, offensichtlich habe er es geschafft in einem interkulturellenTeam zusammen zu arbeiten. In dem steckt echt gutes Potenzial,auch wenn er nicht so ein Superzeugnis hat.“Sibylle Meyer, Institut für angewandte Kommunikationsforschung Bonn (IKAB)„Als die türkischen Kollegen unsere Integrationsarbeit hier in Deutschlandkennen gelernt hatten, gab es viel Verwunderung darüber, dass wirhier nur mit Jugendlichen arbeiten. Und das hab ich dann für mich mitgenommen:Wir müssen die Familien mit einbeziehen, vor allen Dingenauch in die Familien reingehen. Das mache ich inzwischen auch. Und jemehr ich mit den Eltern ins Gespräch komme, desto besser kann ich mitden Jugendlichen arbeiten!“Susanne Müller, Jugendmigrationsdienst des Christlichen JugenddorfwerkesBerlin (JMD des CJD)18 IJAB journal 1/10


FinnlandJugendpolitische Zusammenarbeitmit FinnlandErfolgreiche ErgebniskonferenzErstmals in der Geschichte der über 40-jährigen Beziehungen zwischenDeutschland und Finnland arbeiteten die beiden Jugendministerien,Vertreter/-innen aus Jugendgemeinderäten und der kommunalen Jugendarbeitsowie Wissenschaftler/-innen beider Länder gemeinsam über einenlängeren Zeitraum an einem Thema: Jugendpartizipation. IJAB hat dieseKooperation koordiniert und begleitet. Die Ergebnisse der drei Arbeitsgruppenwurden während einer Konferenz am 24. und 25. Februar 2010in Oberhausen präsentiert und diskutiert.Ernstnehmen, Anhören, Respektieren!„Es scheint, als besäßen wir telepathische Fähigkeiten“, schmunzelt Albert Klein-Reinhardtvom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und hält dieregionale Tageszeitung in die Höhe. „Jugendparlament kommt an“, titelt ein Bericht überlokale Diskussionen just an dem Tag, an dem die Ergebniskonferenz zum Programm „Stärkungder Demokratie in Europa – Beteiligung von Jugendlichen“ zu Ende geht. Hier wurdenunter anderem deutsch-finnische Erfahrungen von Jugendparlamenten dargestellt.Christine RoskopfRund 70 Teilnehmende aus Deutschlandund Finnland, sowie Gäste aus Belgien,Estland, Ungarn und der Ukraine beteiligtensich. Es wurde über Jugendpartizipationund deren Messbarkeit diskutiert,die Fachsprache von Politikern kritisiertund die Gemeinsamkeiten und Gegensätzevon Deutschland und Finnlandherausgestellt. In einem Punkt herrschteEinigkeit: Die Meinung junger Leutemuss ernst genommen, angehört undrespektiert werden.„Wie erreiche ich eine Beteiligungvon Jugendlichen?“In Finnland gestaltet sich das einfacherals in Deutschland, weiß Markus Greiner,ehemaliger Vorstand des Dachverbandsder Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg.Denn die Jugendbeteiligung inFinnland ist im Gegensatz zu Deutschlandgesetzlich verankert. Eine Garantiefür mehr oder bessere Beteiligung seidas aber nicht, findet Claudius Siebel,Programmreferent JUGEND für Europa.Aber es verleihe der Debatte um mehrJugendbeteiligung deutlichen Rückenwind.In den Arbeitsgruppen am zweiten Tagsteckten die Teilnehmenden dann auchgleich die Köpfe zusammen und befasstensich mit den Fragestellungen: „Wieerreiche ich eine Beteiligung von Jugendlichen?“,„Welche Bedeutung habeninternationale Erfahrungen für die Gestaltungder kommunalen Jugendarbeit/-politik?“ und „Welche Wünsche und Erwartungenhaben Jugendliche an bzw.von Schulen, Verwaltung und Politik?“Markus Greiner, ehemaliger Vorstand desDach verbandes der Jugendgemeinderäte inBaden-Württemberg, und Jenni Vartiainenvom finnischen Dachverband der Jugendgemeinderäte.IJAB journal 1/1019


Deutsch-Finnische ZusammenarbeitProf. Dr. Roland Roth von der FH Magdeburg/Stendhal: „Kinder und Jugendliche haben einRecht auf Gleichheit und Beteiligung.“Unten links: Artur Payer von der EU-Kommission.Olli Saarela vom finnischenUnterrichtsministerium (ganz links),Niels Meggers von IJAB (Mitte),Albert Klein-Reinhardt vomBMFSFJ (links).„Nichts für junge Leute ohne jungeLeute“Während einer solchen Debatte stellt dieSchülerin Tra-Giang Tran vom Jugendhilfeausschussder Hansestadt Lübeckfest: „Wir haben die selben Bedürfnissewie unsere Partner in Finnland, dochuns fehlt die Möglichkeit, uns zu beteiligen.“Dabei wäre es so einfach, wennalle das Motto von Kadri Vanem vomEuropean Youth Forum befolgen würden:„Nichts für junge Leute ohne jungeLeute.“ Und ginge es nach Prof. Dr. AnuGretschel vom Finnish Youth ResearchNetwork, geschähe das am besten unterEinbindung elektronischer Medien.Als ersten Versuch kann das WeblogVERSTÄRKER genannt werden, das dieRegierungskooperation in den letztenzwei Jahren multimedial dokumentierthat. „Wir haben 27 Staaten in der EU.Die Meinungsbildung findet oft auf bilateralerEbene statt und wird dann aufgrößere Ebenen getragen. Das ist derKern und sogar die Voraussetzung füreine gelungene Entscheidungsfindungin der gesamten EU“, lobt Artur Payerden Beitrag der deutsch-finnischen Regierungskooperation.Er war gekommen,um dem Projekt möglichst schnell Tatenfolgen zu lassen. Neben ihm als Vertreterder EU-Kommission, hatten die Initiatorenauch Jan Vanhee eingeladen, Vertreterder flämischen Gemeinschaft ausBelgien. Mit seiner Teilnahme konnteeine wichtige Brücke zu der EU-RatspräsidentschaftBelgiens ab 1. Juli 2010geschlagen werden. Ziel ist es, die Praxisder europäischen Jugendpolitik in Bezugauf die Jugendbeteiligung stärker mitder Praxis der einzelnen Länder zu verbindenund umgekehrt.„Bleiben Sie hartnäckig!“Ein gelungener Schlussakt nach knappdrei Jahren fruchtbarer und ergebnisorientierterZusammenarbeit zwischenFinnland und Deutschland. Albert Klein-Reinhardt (BMFSFJ) schließt mit denbestärkenden Worten: „Wir arbeiten aneinem Thema, das Zukunft hat. Bitte formulierenSie auch künftig Ihre Anliegenan uns und bleiben Sie hartnäckig!“ Undwahrlich zeigt sich die deutsch-finnischeKooperation als richtungweisend. Dennaus der Ergebniskonferenz soll eine langfristigeZusammenarbeit der beteiligtenPartner entstehen. Olli Saarela vom finnischenUnterrichtsministerium bestätigt:„In den letzten zwei Jahren habeich gelernt, dass auch in Deutschlandumfangreiche demokratische Rechte fürJugendliche vorangetrieben werden. Wirsitzen im gleichen Boot.“Die Dokumentation der Konferenz steht auf> www.ijab.de zur Verfügung. Hier finden sichunter „Angebote für Fachkräfte“ weitere Berichtezur Deutsch-Finnischen Zusammenarbeit zumThema Jugendbeteiligung.Christine Roskopf und StephanieLachnit arbeiten als Journalistinnen fürden öffentlich-rechtlichen Rundfunk.Sie haben gemeinsam das ProjektVERSTÄRKER im Rahmen der deutschfinnischenKooperation realisiert.20 IJAB journal 1/10


links: Tra-Giang Tran vom Jugendhilfeausschuss Lübeck, Mitte: Wolfgang Berger von derLandeszentrale für politische Bildung in Baden-Württemberg.Dorothee Jäckering vom BMFSFJ: „Ich habe gelernt, dass es vieletolle Projekte in Finnland gibt und wir uns sehr ähnlich sind.“„Wir können viel von Finnland lernen!“Seit über vierzig Jahren besteht der Fachaustausch zwischen Deutschland und Finnland.Was hat Finnland, was Deutschland nicht hat? Niels Meggers von IJAB – Fachstelle fürInternationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. muss es wissen: SeinEngagement für die Beziehung der beiden Länder wurde im März 2010 mit dem Ritterschlagdurch die finnische Staatspräsidentin geehrt.Stephanie Lachnit„Im Juni 1979 war ich das erste Malmit einer Gruppe vom Deutschen Bundesjugendringund Vertretern von dendeutschen parteipolitischen Jugendorganisationenin Finnland“, erzählt NielsMeggers. Seitdem trifft er regelmäßigFachkräfte beider Länder und stellt fest:„Finnland hat in der Zeit eine umfassendschnelle Entwicklung in der Jugendpolitikgemacht. Eine Tatsache, die auchdie deutschen Experten immer wiederverblüfft. Im europäischen Vergleich hatFinnland eine sehr entwickelte Jugendarbeitund Jugendpolitik mit einer hohenPartizipationskultur. HervorragendeGrundlage also für ein fruchtbares Voneinander-Lernen.“Das Land sei zum Beispiel in der Lage,eine europäische Debatte über Partizipationzu führen und denselben Anspruchauf nationaler Ebene umzusetzen, erklärtNiels Meggers. „Die Finnen könnenschnell gemeinsam – also Staat mit Jugendarbeiternund Jugendlichen zusammen– Lösungen finden.“ Am Beispielfinnischer Jugendpolitik sieht man einesder Ergebnisse. „Es wurde das Jugendgesetzentsprechend geändert und dieKommunen sind nun verpflichtet, sichaktiv für die Partizipation Jugendlichereinzusetzen.“Deutschland könne hier viel von Finnlandlernen, sagt Meggers. „Das finnischeParlament diskutiert momentansogar schon darüber, die Kommunenzu verpflichten, ein Netzwerk für Jugendarbeiteinzurichten.“ Daran seheman, dass Finnland seine Jugendlichenals wertvolle Ressource betrachtet.Nichts für junge Leute ohne junge Leute!„Meines Erachtens wäre es wichtig, dassDeutschland noch stärker als bisher solcheZeichen an seine Jugend sendet. Einbundesdeutsches Gesetz wie in Finnlandhalte ich zwar nicht für möglich. Aberauf Länderebene, ähnlich wie bereits inSchleswig-Holstein, wäre es ein großerSchritt.“IJAB journal 1/1021


ForumBildung4. Parlamentarischer Abendder internationalen JugendarbeitBildung ist mehr als SchuleAm 20. Mai fand in Berlin der vierte Parlamentarische Abend der Internationalen Jugendarbeit statt.Die bundeszentralen Fördereinrichtungen der internationalen Jugendarbeit begrüßten 160 Gäste inder Landesvertretung NRW, darunter zahlreiche Mitglieder des Deutschen Bundestages. Das regeInteresse bezeugte die Relevanz des Mottos „Neue Bildung braucht das Land!“Karoline GollmerIm Kontext eines zusammenwachsendenEuropas und der weltweiten wirtschaftlichen,sozialen und medialenVernetzung machten die Veranstalterauf die besonderen Bildungschancen inder internationalen Jugendarbeit aufmerksam.Damit stießen sie auf breiteZustimmung. Interkulturelle Bildung, sobetonte Dr. Hermann Kues, parlamentarischerStaatssekretär im Bundesministeriumfür Familie, Senioren, Frauen undJugend (BMFSFJ), sei fester Bestandteilder Jugendpolitik der Bundesregierung,und habe, ebenso wie nicht-formale Bildung,einen hohen Stellenwert. DiesenStandpunkt vertrat auch Professor KlausSchäfer, Abteilungsleiter im Ministeriumfür Generationen, Familie, Frauenund Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MGFFI). Bildung sei mehrals Schule, sagte Schäfer in seiner Eingangsrede,und gerade internationaleJugendarbeit trage in außerordentlicherWeise zur Vermittlung interkulturellerKompetenz bei.In drei Arbeitsgruppen diskutiertenParlamentarier/-innen und Fachkräfteder Kinder- und Jugendhilfe zu denThemen „International involviert – freiwilligengagiert?“, „Mobilität fördern– Europa für Alle“ und „Interkulturelllernen, Integration leben“. Die Diskussionenermöglichten den Abgeordneteneinen umfassenden Einblick in dasBildungspotenzial der internationalenJugendarbeit, insbesondere im Hinblickauf die Förderung der Mobilitätzu Lernzwecken und zur Stärkung desfreiwilligen Engagements, aber auchfür die interkulturelle Kompetenz jungerMenschen.International involviert – freiwilligengagiert?2011 ist das Europäische Jahr für freiwilligesEngagement. Wie kann dasAnsehen von Freiwilligendiensten nochweiter gestärkt und ihre formalen Rahmenbedingungenverbessert werden?Welcher Angebote bedarf es, damit dasEngagement in der Welt in mehr freiwilligesEngagement zu Hause mündet?Diese und andere Fragen wurdenunter dem Motto „International involviert– freiwillig engagiert?“ vom Koordinierungszentrumfür den Deutsch-Israelischen Jugendaustausch - ConAct,dem Deutsch-Polnischen Jugendwerkund TANDEM – KoordinierungszentrumDeutsch-Tschechischer Jugendaustauschangeregt.Die Diskussion zeigte, dass Freiwilligendienstenoch nicht in ausreichendemMaße von der Politik wahrgenommenwerden. Dies ist aber wichtig, damit internationaleJugendarbeit auch in Schuleund Wirtschaft wertgeschätzt wird. Auchkönnten durch adäquate Unterstützungstrukturelle Schwierigkeiten und finanzielleHürden für die Teilnehmendengemindert werden. Die Parlamentarier/-innen sprachen sich deshalb dafür aus,den Bildungswert solcher Maßnahmenklarer herauszustellen.22 IJAB journal 1/10


Staatssekretär Dr. Hermann Kues bei seinem StatementVon links: Marie-Luise Dreber (Direktorin IJAB) und Lothar Harles(Vorsitzender IJAB) mit Gerlinde Zimmer aus dem Bundeskanzleramt.MdEP Knut Fleckenstein (SPD), Dr. Hans-Friedrich von Ploetz (StiftungDeutsch-Russischer Jugendaustausch) und Hans-Georg Wicke(JUGEND für Europa) am Thementisch 2 (v.l.n.r.). Prof. Dr. AndreasThimmel (FH Köln) im Gespräch mit Stanislawa Piotrowska vomDeutsch-Polnischen Jugendwerk. Rege Diskussion am Thementisch 3.Der aktive Aufbau einer Kultur des Engagementsist ein weiterer Wunsch derPolitik. Erfreulicherweise zeigten entsprechendeEvaluationen bereits, dasssich viele Teilnehmer/-innen von Freiwilligendienstenauch nach ihrer Rückkehrehrenamtlich engagieren. Darüberhinaus muss Jugendlichen und jungenErwachsenen aber auch das Gefühl gegebenwerden, dass ihr freiwilliges Engagemententsprechend gewürdigt wird.Im Gespräch war hier eine Zertifizierungwie zum Beispiel Nachweise International.Jedoch war man sich auch einig,dass Freiwilligendienste nicht Mittelzum Zweck sind, und nicht unter demAspekt der Vorteile am Arbeitsmarkt verstandenwerden sollen.Bemängelt wurde sowohl von den Abgeordnetenals auch von den Vertreter(innen)der Jugendarbeit, dass einheitlicheRahmenbedingungen fehlen, was zumBeispiel Kindergeld und Ermäßigungenangeht. Hier wurden eine bessere Abstimmungund Transparenz der Freiwilligendienste,eine zentrale Anlaufstelle fürInteressierte und starke Trägerstrukturengefordert. Diese sind auch für eine ausreichendeNachbereitung der Freiwilligendienstenotwendig, die wiederum alseine wichtige Grundlage für weiterführendesEngagement nach der Rückkehrerachtet wurde. Kritisiert wurde auch,dass selten langfristig gefördert wird,sondern stets neue Themen und Projekte.Zur Sicherung der Qualität und damitNachhaltigkeit der Maßnahmen für Teilnehmendewie Partnerländer wurde dahereine stabile finanzielle Grundlage fürdie Träger gefordert. Auch kam hier derVorschlag, die mit der Änderung des Zivildienstgesetzesfreiwerdenden Gelderfür die internationale Jugendarbeit unddie Freiwilligendienste einzusetzen.Von links: Die MdB Dr. Thomas Feist (CDU/CSU) und Florian Bernschneider (FDP) diskutieren am Thementisch 1 (v.l.n.r.). KatharinaAxtmann (Internationaler Bund) im Gespräch mit Benjamin Spatz von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch.IJAB journal 1/1023


ForumVon links: Thementisch 1, moderiert von Stefan Erb (Deutsch-Polnisches Jugendwerk, 1.v.l.) und Christine Mähler(ConAct, 2.v.l.). Die MdB Sevim Dagdelen (DIE LINKE, 2.v.l.)), Kai Gehring (Bündnis 90/Die Grünen), Sybille Laurischk (FDP) undAyden Özuguz (SPD, 2.v.r.) am Thementisch 3. Viel Begeisterung löst das bunte Programm des Jugendzirkus shake! aus.Mobilität fördern – Europa für AlleInwiefern alle relevanten Zielgruppen derinternationalen Jugendarbeit erreichtwerden, war auch eines der Themen inder zweiten Arbeitsgruppe. Mehr undnachhaltige Mobilität zu Lernzweckenfür alle Jugendlichen – vor allem aufEU-Ebene wird diesem Ziel eine großePriorität eingeräumt. „Mobilität fördern– Europa für Alle“ war denn auch dasMotto, unter dem JUGEND für Europa,Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustauschund das Baltic Sea Secretariatfor Youth Affairs mit den Teilnehmendendiskutierten.Die positiven Wirkungen von Mobilitätserfahrungenfür Jugendliche sind unumstritten.Daraus folgt auch, dass allen Jugendlichendie Möglichkeit zuteil werdenmuss, an Bildungsprogrammen im Auslandteilzunehmen, deren Bereitstellungdamit eine Pflichtaufgabe des Staates ist.Die Parlamentarier/-innen nahmen aberauch wahr und bedauerten, dass nichtformaleBildung nach wie vor nur eineuntergeordnete Rolle in der Politik spielt.Besonders Jugendlichen mit geringerenBildungschancen muss der Zugangzu Mobilitätsangeboten erleichtertwerden, so die einhellige Meinung amThementisch. Jedoch dürfen auch jungeMenschen mit höherer Bildung nichtaus dem Fokus geraten, denn durch dieStraffung von Lehrplänen an Universitätenim Zuge des Bologna-Prozesses sowiedurch das G8-System an Gymnasienwird auch bei ihnen die Mobilität verringert.Diese Entwicklung wurde seitensder Abgeordneten kritisiert, gleichzeitigsahen sie hier eine Herausforderung fürdie Vertreter/-innen der internationalenJugendarbeit: Es sei notwendig, Anreizeund neue Formate zu schaffen, damitmöglichst viele junge Menschen allerBildungsschichten den Schritt ins Auslandwagen können. Schon bestehendeAngebote, so die einhergehende Ansicht,dürfen finanziell nicht zurückgefahrenwerden. Festzuhalten blieb, dass auf allenEbenen mehr Geld für die internationaleJugendarbeit notwendig ist.Im Hinblick auf die Ausgestaltung derneuen EU-Bildungsprogramme wurdees von den Diskussionsteilnehmer(inne)nkritisch bewertet, alle EU-Mobilitätsprogrammeunter dem Oberbegriff YouthOn The Move zu führen. Hier wurde vonden Europaparlamentarier(inne)n angekündigt,sich im Kulturausschuss gegenein Dachprogramm der EU-Bildungsprogrammezu wenden. Zur Förderung dernicht-formalen und informellen Bildungsei ein eigenständiges Jugendprogrammnotwendig. Damit kamen sie den Sorgender Vertreter/-innen der Jugendarbeitentgegen. Konkrete Angaben zurAusgestaltung der Bildungsprogrammeseitens der Europäischen Kommissionsind im Sommer 2010 zu erwarten.Erklärtes Ziel ist es, mehr Mobilitätfür junge Menschen zu ermöglichen.24 IJAB journal 1/10


Von links: MdB Agnes Alpers (DIE LINKE) am Thementisch 2. Helge Hellberg (Baltic Sea Secretariat for Youth Affairs)mit MdEP Petra Kammervert (SPD). Zirkus shake! in AktionProf. Dr. Klaus Schäfer, Abteilungsleiter„Kinder und Jugend“ imMinisterium für Generationen,Familie, Frauen und Integration desLandes Nordrhein-Westfalen.Interkulturell lernen –Integration lebenIn der internationalen Jugendarbeit erwerbenjunge Menschen interkulturelleKompetenz unter positiven Lernbedingungen.Wie wird der Beitrag der internationalenJugendarbeit zu Integrationund Bildungsgerechtigkeit im politischenDiskurs reflektiert? Und, weiterführendgefragt: Wie gelingt es, der Mehrheitsgesellschaftzu vermitteln, dass einedoppelte kulturelle Zugehörigkeit mehrChance als Problem ist? Zur Diskussiondieser Fragen luden das Deutsch-FranzösischeJugendwerk und IJAB – Fachstellefür Internationale Jugendarbeitder Bundesrepublik Deutschland e.V.zum Thementisch „Interkulturell lernen– Integration leben“ ein.Gleich zu Beginn wurdeeinhellig festgestellt, dassdie Bezeichnung „mit Migrationshintergrund“häufigdiskriminierende Wirkungenimpliziert. Ebensoherrschte Einigkeit darüber, dass interkulturellesLernen für eine zukunftsfähigeGesellschaft unabdingbar sei unddie internationale Jugendarbeit hierfürein breites Bildungspotenzial aufweise.Doch wurden erhebliche Defizite bei denZugangschancen zu Angeboten internationalerJugendarbeit festgestellt. Hiermüsse stärker das Verbindende hervorgehobenwerden und nicht das Trennende.Über die Zugangschancen entscheidehäufig die soziale Herkunft undnicht die ethnische. Gerade weil internationaleJugendarbeit durch non-formaleund informelle Bildung wichtige sozialeKompetenzen vermittle, sei ein Zugangfür alle jungen Menschen notwendig.Das interkulturelle Lernen müsse bereitsin einem frühen Alter beginnen undentsprechende Angebote zur Verfügungstehen. Auch sollen Instrumente zur Anerkennungdieser durch internationaleJugendarbeit erworbenen Kompetenzenstärker eingesetzt werden.Eine Gleichbehandlung junger Menschenhängt auch von der Offenheit und Bereitschaftder Träger der Jugendarbeit ab.Hier muss das Augenmerk besonders aufeine gute Qualifizierung der Fachkräftegelegt werden, um internationale Maßnahmenqualitätsvoll pädagogisch begleitenzu können. Dies wiederum setzteine angemessene Förderung voraus.Eine stärkere Vernetzung und Transpa-Von links: Uwe Finke-Timpe (BMFSFJ) mit Hans-Georg Wicke(JUGEND für Europa, v.l.n.r.). Ralf Stapf (Bundespräsidialamt)zeigt sich fasziniert vom Jugendzirkus. Die Diskussionengehen auch nach den Thementischen weiter!IJAB journal 1/10 25


ForumVon links: Clara Leiva Burger, UN-Jugenddelegierte.Lothar Harles, Vorsitzender IJAB, diskutiert anThementisch 2.renz über internationale Programme istebenfalls notwendig, damit alle Jugendlichenschnell und einfach einen Überblicküber internationale Mobilitätsangeboteerhalten können. Gleichzeitigwurde auf eine stärkere Wertschätzungder freien Träger plädiert, denn sie sindein wichtiger Partner der Politik.Sowohl bei der internationalen Jugendarbeit,als auch bei der Bildung darfdaher, darin waren sich die Teilnehmendeneinig, nicht gekürzt werden. Eine Die rege Beteiligung und die fruchtbarenMaßnahme, internationale Jugendarbeit Diskussionen bezeugten einmal mehr,finanziell zu stärken, könnte aus Sicht dass die internationale Jugendarbeit einder Politik durch eine Umschichtung der wichtiges Anliegen für viele Abgeordneteist und auf dem Monitor deutscherfrei gewordenen Gelder des Zivildiens-PersonaliaNeue GesichterNach 16-monatiger Elternzeittes in Freiwilligendienste erfolgen. Auchmüssen verstärkt strukturelle Barrierenabgebaut werden, in dem z. B. mehrMigrantenorganisationen als Träger derJugendhilfe anerkannt werden. Weiterestrukturelle Hindernisse liegen in derVisa-Problematik. Es dürfe nicht sein,so auch der Tenor der Politiker/-innen,dass Jugendliche aufgrund ihres Passesvon internationalen Begegnungen ausgeschlossenwerden.setzt Anneke Schlummer seit01. Januar 2010 ihre Tätigkeitals Programmreferentin für Spanienfort und arbeitet im Projekt„JiVE. Jugendarbeit international– Vielfalt erleben“.Bildungspolitik wahrgenommen wird.Insgesamt waren die Veranstalter mitdem Verlauf des Abends sehr zufrieden.Vor allem die Signale der Abgeordneten,sich für die Sicherung der Finanzen fürdie Träger im Allgemeinen einzusetzen,sind ein ermutigendes Zeichen für diebundeszentralen Fach- und Fördereinrichtungen.Diese wollen auch in Zukunftden engen Austausch mit denParlamentarier(innen) suchen.Karoline Gollmer arbeitet bei IJAB inder Stabsstelle Kommunikation.Susanne Läpple ist seit18. Februar 2010 bei IJAB alsAssistentin der Geschäftsleitungtätig.Anne Sorge übernahm am01. Februar 2010 die Elternzeitvertretungfür KathrinGroth als Projektreferentin imProjekt „Qualität in internationalenKontexten“.Am 01. März 2010 übernahmKatrin Schauer die Elternzeitvertretungfür Bettina Wissingals Koordinatorin Sprachendienst.Erika Heindl ist am 01. Juli 2010 in den Ruhestandeingetreten, wird IJAB aber noch für einige geschätzte Ansprechpartnerin bei Fragen undFür die Kolleginnen und Kollegen war sie eineStunden wöchentlich unterstützen. Nach ihrer Anliegen. In strukturelle VeränderungsprozesseAusbildung und einer mehrjährigen Berufstätigkeitin verschiedenen Wirtschaftsunternehmen reich eingebracht. Wir danken ihr für die bisherder Geschäftsstelle hat sie sich gern und hilf-Personaliakam Erika Heindl am 01. Januar 1977 als Personalsachbearbeiterinzu IJAB. Über viele Jahre hat Lebensphase alles Gute, vor allem viel Freude beigeleistete Arbeit und wünschen ihr für die neuesie daneben noch Aufgaben einer Finanzsachbearbeiterinwahrgenommen.ehrenamtlichen Tätigkeit im Theater imihrem Hobby, der Schauspielerei, und bei ihrerKeller.26 IJAB journal 1/10


TermineTermine und VeranstaltungenAugust bis Dezember 2010August22. - 28. August 2010, KasachstanDeutsch-Kasachisches Fachkräfteprogramm„Erfahrungsaustausch zum jungen Unternehmertumim ländlichen Raum“Veranstalter: IJAB28. August - 25. September 2010, KasselInternationales Trainingsseminar„Deutsche Sprache und Jugendhilfe“ fürausländische Fachkräfte der JugendhilfeVeranstalter: IJABSeptember15. und 16. September 2010, NaumburgTiB-Seminar: Was geht? Nachwuchsforum für Einsteiger/-innen in die internationale Jugendarbeit und das pädagogischeKinder- und JugendreisenVeranstalter: IJAB und transfer e.V.16. - 18. September 2010, NaumburgJahresForum der IJAB / transfer-Trainingsseminare (TiB)Aktuelle Themen – Neue Projekte – TrägerübergreifendeQualifizierungVeranstalter: IJAB und transfer e.V.Oktober02. - 08. Oktober 2010, DeutschlandDeutsch-Türkische Fachkräftebegegnung„Öffentlichkeitsarbeit und Neue Medien“Veranstalter: IJABOktober 2010, LettlandDeutsch-Lettischer FachausschussNovember05. - 07. November 2010, KölnTiB-Seminar: Rund um’s TeamQualifizierung von Trainer/-innen für dieTeamer/-innenausbildung – Zweites ModulVeranstalter: IJAB und transfer e.V.06. - 12. November, Çanakkale / TürkeiDeutsch-Türkisches Fachprogramm„Jugendmigrationsarbeit in der Türkei“Veranstalter: IJAB10. und 11. November 2010, Oberwesel/RheinFragen – Forschen – VerstehenMethoden der empirischen Sozialforschung für diePraxis internationaler Jugendarbeit, Teil II(Training im Rahmen des „Forscher-Praktiker-Dialogs)Veranstalter: IJAB und transfer e.V.12. - 14. November 2010, Dresden12. Deutscher Multimediapreis „MB21 – Mediale Bildwelten“MB21-Mitmachfestival und PreisverleihungAnmeldeschluss: 1. Oktober 2010Veranstalter: IJAB-Jugendportal netzcheckers.deund Medienkulturzentrum Dresden e.V.> www.mb21.de14. - 15. November 2010, BonnProjekt JiVE: AuswertungstagungVeranstalter: IJAB und JUGEND für Europa14. - 27. November 2010, BonnDeutsch-Japanisches Fachkräfteprogramm„Systeme und Methoden früher Förderung“Veranstalter: IJAB15. - 17. November 2010, NürnbergFachtagung JugendinformationVeranstalter: Jugendinfonetz> www.jugendinfonetz.deDezember02. - 04. Dezember 2010, KölnTiB-Seminar: Was glaubst Du? – Training Toolbox ReligionVeranstalter: IJAB und transfer e.V.07. Dezember 2010, BonnIJAB-Mitgliederversammlung08. - 10. Dezember 2010, WeimarInternationale Kinderbegegnungen: Impulse für die Teamer/-innenausbildung Trainingskonzepte – Qualitätskriterien –ErfahrungsaustauschVeranstalter: IJAB und transfer e.V.TermineWeitere Termine und Veranstaltungenfinden Sie auf www.ijab.deIJAB journal 1/1027


IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. ist auf den Gebieten derinternationalen Jugendarbeit, internationalen Jugendpolitik und Jugendinformation tätig. Die Fachstelle arbeitet imAuftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), der Europäischen Kommission,ihrer Mitgliedsorganisationen und anderer zentraler Träger der Jugendarbeit. Bei IJAB ist JUGEND für Europa, diedeutsche Nationalagentur für das EU-Programm JUGEND IN AKTION angesiedelt.Gefördert vom

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