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Ratgeber Epilepsie - Schmerzzentrum Ludwigshafen

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Kinderwunsch bei Epilepsie 39Schwangerschaft 39Geburt 39Die ersten Wochen mit dem Kind 40Epilepsie bei Kindern 41InhaltsverzeichnisUrlaub bei Epilepsie 42Sport und Epilepsie 43Adressen 44Internationaler Epilepsie Notfallausweis (IENA) 45Hinweis:Zur besseren Lesbarkeit wird im Text häufig die männliche Form verwendet.Gemeint sind grundsätzlich weibliche und männliche Personen.2 Inhaltsverzeichnis


EpilepsieEpilepsie ist der Oberbegriff für Funktionsstörungen des Gehirnsmit anfallsweise auftretenden Muskelkrämpfen und Bewusstseinsstörungen,die durch plötzliche elektrische Entladungen vonNervenzellen des Gehirns entstehen. Ursachen und auch Formender Epilepsie können sehr unterschiedlich sein.Milliarden von Nervenzellen im menschlichen Gehirn sind durchchemische und elektrische Impulse aufeinander abgestimmt undermöglichen so Denken, Bewegen, Fühlen, Sprechen und dasWahrnehmen optischer und akustischer Reize. Ein epileptischerAnfall hat Auswirkungen auf einzelne Gehirngebiete oder dasgesamte Gehirn. Je nachdem, wo ein Anfall passiert, hat er unterschiedlicheAuswirkungen.Von Epilepsie spricht man, wenn ein Mensch ohne ersichtlichenGrund mindestens zwei epileptische Anfälle im Lauf des Lebenshat. 1 % aller Menschen erkranken an einer Epilepsie. Dabei zeigtsich eine deutliche Altersverteilung: Besonders häufig ist Epilepsiein den ersten Lebensjahren und ab dem 60. Lebensjahr. 5 % allerMenschen haben einmal im Leben einen epileptischen Anfall.Epilepsie kann - wie viele andere Erkrankungen - auch soziale undpsychische Auswirkungen haben. Unabhängig von Art undSchwere der Epilepsie kann es passieren, dass sich Betroffene ausAngst vor einem Anfall in der Öffentlichkeit zurückziehen. SozialeIsolierung und ungenügendes Selbstbewusstsein können die Folgesein. Deshalb ist die Aufklärung über die Krankheit, vor allemauch die des Umfelds eines Betroffenen sehr wichtig. DennInformation minimiert Unsicherheit auf beiden Seiten. DerPatient mit Epilepsie braucht sich nicht zu verstecken und kannselbstbewusster auftreten, der Arbeitskollege, Nachbar oderFreund kann auf einen Anfall adäquat reagieren.Selbst in unserer aufgeklärten Zeit haben Ärzte und Patientenimmer noch damit zu tun das Vorurteil abzubauen, dassMenschen mit Epilepsien „geistig behindert“ oder „psychischkrank“ seien. Tatsache aber ist, dass medikamentöse Therapien esca. 80 % der Betroffenen ermöglichen, anfallsfrei zu leben undnur ein Teil der Betroffenen zusätzlich unter psychischenProblemen leidet.Soziale Auswirkungender EpilepsieEpilepsie 3


Was tunbei einem Anfall?Bei einem großen Anfall (Grand mal), der eindeutig ist und inder Regel 2 bis 3 Minuten anhält, ist Folgendes zu beachtenbzw. zu vermeiden:Beginnender Anfall• Patient auf den Boden legen.• Brille abnehmen.• Kissen unter den Kopf legen; falls nicht vorhanden, reichtauch die eigene Hand aus.• Alle Gegenstände, die den Patienten während des Anfallsverletzen könnten, entfernen. Da es während des Anfalls zuheftigen Zuckungen und Verkrampfungen kommen kann,alle scharfkantigen Gegenstände außer Reichweite bringen.• Enge Kleidungsstücke insbesondere am Hals möglichstlockern.Während des Anfalls• Auf keinen Fall Arme und Beine festhalten.• Keinen Keil zwischen die Zähne schieben, um einer ZungenoderBissverletzung vorzubeugen.• Nicht versuchen, den Verlauf des Anfalls zu beeinflussen oderzu unterbrechen. Das bedeutet auf keinen Fall versuchen,verkrampfte Fäuste zu öffnen.• Außenstehende sollten Ruhe bewahren.• Dauer und Begleiterscheinungen des Anfalls beobachten.Nach dem AnfallPatient in die stabile Seitenlage drehen, da es oft zu erhöhtemSpeichelfluss kommt.Auf den Grand mal (großer Krampfanfall) folgt in der Regel einekurze Schlaf- bzw. Erholungsphase. Währenddessen sollte manden Betroffenen nicht wecken, sondern ihn vor Unterkühlungschützen.Unbedingt beim Betroffenen bleiben, bis er wieder vollständigorientiert ist. Dies ist durch einfache Fragen wie „Wie heißt du?Wo bist du? Welcher Tag ist heute?“ herauszufinden. Erst, wennder Betroffene auf diese Fragen klar antworten kann, kann manihn alleine lassen, ohne dass eine Selbst- oder Fremdgefährdungvorliegt.Wann sollte ein Notarzt gerufen werden?In seltenen Fällen hält ein Anfall länger als 3 Minuten an: DerBetroffene zuckt und wird blau im Gesicht. Spätestens nach5 Minuten sollte ein Notarzt gerufen werden, da es zu einemSauerstoffmangel im Gehirn kommen kann.Außerdem ist ein Notarzt notwendig, wenn sich ein großer Anfallinnerhalb einer Stunde wiederholt oder die Orientierung30 Minuten nach dem Anfall nicht wieder gegeben ist.4 Epilepsie


Arbeitsunfähigkeitund finanzielle LeistungenEpilepsien und deren Behandlung können Krankenhausaufenthaltezum Einstellen der Medikamente mit sich bringen.Definition „Arbeitsunfähigkeit“Arbeitsunfähigkeit (AU) ist ein durch Krankheit oder Unfallhervorgerufener regelwidriger Körper- oder Geisteszustand,aufgrund dessen der in der Kranken- und UnfallversicherungVersicherte seine bisherige Erwerbstätigkeit nicht oder nurunter Gefahr der Verschlimmerung des Zustandes weiter ausübenkann. Die Arbeitsunfähigkeit ist Voraussetzung fürKrankengeld. Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeberdie Arbeitsunfähigkeit und die voraussichtliche Dauerunverzüglich mitzuteilen.ArbeitsunfähigkeitDie Entgeltfortzahlung ist eine arbeitsrechtliche Regelung undkeine Leistung der Sozialversicherung. Sie ist im Entgeltfortzahlungsgesetz(EntgeltfortzahlungsG) geregelt. Das Gesetz regeltdie Zahlung des Arbeitsentgelts an gesetzlichen Feiertagen unddie Fortzahlung des Arbeitsentgelts im Krankheitsfall. Entgeltfortzahlungerhalten alle Arbeitnehmer, auch geringfügigBeschäftigte, unabhängig von der wöchentlichen Arbeitszeit, dieein ununterbrochenes Arbeitsverhältnis von mindestens 4 Wochenhaben. Die Arbeitsunfähigkeit muss ohne Verschulden desArbeitnehmers eingetreten sein. Die Arbeitsunfähigkeit muss demArbeitgeber unverzüglich mitgeteilt werden. Die gesetzlicheAnspruchs-dauer auf Entgeltfortzahlung beträgt 6 Wochen. DieEntgeltfortzahlung beträgt 100 % des bisherigen üblichenArbeitsentgelts.EntgelfortzahlungUm Entgeltfortzahlung zu erhalten, muss man bestimmteVoraussetzungen erfüllen:• Entgeltfortzahlung erhalten alle Arbeitnehmer, auch geringfügigBeschäftigte und Auszubildende, unabhängig vonder wöchentlichen Arbeitszeit, die ein ununterbrochenesArbeitsverhältnis von mindestens 4 Wochen haben.• Die Arbeitsunfähigkeit muss ohne Verschulden des Arbeitnehmerseingetreten sein. Dazu zählen auch die nichtrechtswidrige Sterilisation, der nicht rechtswidrigeSchwangerschaftsabbruch und Rehabilitationsmaßnahmen.VoraussetzungenArbeitsunfähigkeit und finanzielle Leistungen 5


Auch die Zuzahlungen werden als „Familienzuzahlungen“betrachtet, das heißt es werden die Zuzahlungen des Versichertenmit den Zuzahlungen seiner Angehörigen, die mit ihm im gemeinsamenHaushalt leben, zusammengerechnet. Dasselbe gilt auchbei eingetragenen gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften.Überschreiten die Zuzahlungen 2 % der Bruttoeinnahmen imKalenderjahr (= Belastungsgrenze), erhalten der Versicherte sowiesein Ehegatte und die familienversicherten Kinder, die mit ihm ineinem gemeinsamen Haushalt leben, für den Rest des Kalenderjahreseine Zuzahlungsbefreiung bzw. den Mehrbetrag von derKrankenkasse zurückerstattet.Zuzahlungsbefreiung/Rückerstattung der ZuzahlungVerschiedene Krankenkassen bieten ihren Versicherten einQuittungsheft an, in dem sie übers Jahr alle Quittungen vonZuzahlungen sammeln können.Die Belastungsgrenze wird im Nachhinein wirksam, weshalbPatienten immer alle Zuzahlungsbelege aufbewahren sollten,da nicht absehbar ist, welche Kosten im Laufe eines Kalenderjahresauflaufen. Wenn ein Versicherter im Lauf des Jahres die„2 %-Belastungsgrenze“ erreicht hat, sollte er sich mit seinerKrankenkasse in Verbindung setzen.Die Krankenkasse wird dem Patienten die Zuzahlungen zurückerstatten,die die „2 %-Belastungsgrenze“ übersteigen. BeiErreichen der Belastungsgrenze wird für den Rest des Jahres eineZuzahlungsbefreiung bescheinigt.Quittungsheft!PraxistippDefinition „schwerwiegend chronisch krank”Als „schwerwiegend chronisch krank“ gilt, wer sich wenigstensein Jahr lang wegen derselben Krankheit mindestens einmalpro Quartal in ärztlicher Behandlung befindet (Epilepsiepatient,der regelmäßig zur ärztlichen Kontrolle geht undMedikamente benötigt) und mindestens eines der folgendenKriterien erfüllt:• pflegebedürftig mit Pflegestufe 2 oder 3• Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 60 odereine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) vonmindestens 60 %• Eine kontinuierliche medizinische Versorgung (ärztlicheoder psychotherapeutische Behandlung, Arzneimitteltherapie,Versorgung mit Hilfs- und Heilmitteln) isterforderlich, ohne die aufgrund der chronischen Krankheitnach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohlicheVerschlimmerung der Erkrankung, eine Verminderung derLebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigungder Lebensqualität zu erwarten ist.Sonderregelungfür chronisch KrankeZuzahlungen und Zuzahlungsbefreiung in der gesetzlichen Krankenversicherung 13


RehabilitationDie Behandlung von Epilepsie kann durch unterschiedliche Rehabilitationsmaßnahmenbegleitet werden. Sie sollen den Patientendabei unterstützen, mit seiner Erkrankung ein relativ normalesLeben führen zu können.Die verschiedenen Arten der Rehabilitation sind ein großer undkomplexer Bereich, für den alle Versicherungsträger zuständigsein können.Arten der RehabilitationHier die wichtigsten Leistungen:• medizinische Leistungen zur Rehabilitation• Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben• ergänzende Leistungen zur Rehabilitation• sonstige Leistungen zur Teilhabe am ArbeitslebenGrundsätzlich gilt:Reha(bilitation) geht vor Rente (§ 9 SGB VI).Das heißt: Es wird möglichst versucht, mit Rehamaßnahmen denBezug von Erwerbsminderungsrente (auch bei Berufsunfähigkeit)zu verhindern oder zu verzögern.!PraxistippNeben den Rentenversicherungsträgern übernehmen nahezu alleanderen Träger der Sozialversicherung Rehamaßnahmen.ZuständigkeitNachfolgend eine Übersicht zur prinzipiellen Zuständigkeit.• Die Krankenkassensind zuständig bei medizinischer Rehabilitation.• Die Berufsgenossenschaftensind zuständig bei Arbeitsunfall oder Wegeunfall für diegesamte Rehabilitation.• Die Rentenversicherungsträgersind zuständig bei erheblicher Gefährdung oder Minderungder Erwerbsfähigkeit und Vorliegen der folgenden versicherungsrechtlichenVoraussetzungen für die Leistungenzur medizinischen Rehabilitation und zur Teilhabe amArbeitsleben.Rehabilitation 15


Allgemeines zumedizinischen Leistungender RehabilitationMedizinische Leistungen zur Rehabilitation dienen insbesondereder Ausheilung einer Erkrankung und der Wiederherstellung derGesundheit.Unter anderem beinhalten sie:• Anschlussheilbehandlung (AHB)• stationäre Rehamaßnahmen , darunter fallen auchteilstationäre Rehamaßnahmen• ambulante Rehamaßnahmen• Reha-Sport und Funktionstraining• Berufsfindung und ArbeitserprobungDauerDie Dauer beträgt in der Regel 3 bis 4 Wochen (ambulante Rehamaßnahmen:20 Behandlungstage, Reha-Sport und Funktionstraining:zwischen 6 und 36 Monaten je nach Träger derLeistung), Verlängerung ist aus medizinischen Gründen in allenFällen möglich.ZuzahlungVersicherte ab Vollendung des 18. Lebensjahres müssen beifast allen ambulanten und (teil-)stationären Rehamaßnahmen10,– € Zuzahlung pro Tag leisten:• zeitlich unbegrenzt für ambulante und (teil-)stationäreRehamaßnahmen der Krankenkasse• 28 Tage, wenn die ambulante Rehamaßnahme ausmedizinischen Gründen länger als 42 Behandlungstage bzw.die stationäre Rehamaßnahme aus medizinischen Gründenlänger als 6 Wochen dauert• längstens 42 Tage innerhalb eines Kalenderjahres fürstationäre medizinische Rehamaßnahmen des RentenversicherungsträgersBereits im selben Kalenderjahr geleistete Zuzahlungen an denRentenversicherungsträger und die Krankenkasse werden angerechnet.• für längstens 28 Tage innerhalb eines Kalenderjahres bei einerAnschlussheilbehandlung der Krankenkasse, in Einzelfällenkann als Kostenträger auch das Sozialamt (Krankenhilfe)nach Maßgabe der Bestimmungen, wie sie die Krankenkassevorsieht, auftreten.Bereits im selben Kalenderjahr geleistete Zuzahlungen fürKrankenhausbehandlung an die Krankenkasse und für eineAnschlussheilbehandlung an den Rentenversicherungsträger werdenangerechnet.• für längstens 14 Tage innerhalb eines Kalenderjahres bei einerAnschlussheilbehandlung des Rentenversicherungsträgers16 Rehabilitation


Bereits im selben Kalenderjahr geleistete Zuzahlungen für diestationäre Behandlung an den Rentenversicherungsträger und fürdie Krankenhausbehandlung, die der Anschlussheilbehandlungvorausgegangen ist, an die Krankenkasse werden angerechnet.Wenn der Versicherte mehrmals in einem Jahr stationär behandeltwird, werden die Tage der Zuzahlung an die Krankenkasse fürKrankenhausbehandlung, ambulante und stationäre Rehamaß–nahmen sowie Anschlussheilbehandlung angerechnet.Keine Zuzahlung wird fällig:• bei ambulanten Reha-Leistungen der Rentenversicherung• bei Reha-Leistungen der Unfallversicherung• bei Bezug von Übergangsgeld• bei KinderheilbehandlungenKeine ZuzahlungZwischen zwei bezuschussten Rehamaßnahmen – egal ob ambulantoder (teil-)stationär – muss in der Regel ein Zeitraum von4 Jahren liegen.WartezeitAusnahmen macht die Krankenkasse nur bei medizinischdringender Erforderlichkeit. Dies muss mit Arztberichten odereinem Gutachten des behandelnden Arztes bei der Krankenkassebegründet werden.Der Rentenversicherungsträger genehmigt medizinische Reha–maßnahmen vor Ablauf der 4-Jahres-Frist, wenn vorzeitigeLeistungen aus gesundheitlichen Gründen dringend erforderlichsind, weil ansonsten mit einer weiteren Minderung der Leistungsfähigkeitzu rechnen ist.AusnahmenDarunter versteht man eine Kur: Der Patient wohnt für die Zeitder Rehamaßnahme in einer entsprechenden Einrichtung.Stationäre Rehamaßnahmen sind z. B. bei Nachbehandlungenschwerer Erkrankungen wie Herzinfarkt, Geschwulstleiden oderDiabetes mellitus möglich.StationäreRehamaßnahmenVoraussetzungen für eine stationäre Rehamaßnahme sind:• Eine ambulante oder teilstationäre Rehamaßnahme reichtnicht aus.• Die stationäre Aufnahme ist aus medizinischen Gründenerforderlich.• Die stationäre Rehamaßnahme wird in Einrichtungen mitVersorgungsvertrag durchgeführt.VoraussetzungenRehabilitation 17


AntragDer Patient beantragt die medizinische Rehamaßnahme beim zu–ständigen Träger. Erforderlich sind eine ärztliche Bescheinigung,Arztbericht(e) und möglichst ein selbst verfasstes Schreiben. DerLeistungsumfang bei ambulanten, teilstationären und stationärenRehamaßnahmen liegt im Ermessen der Krankenkasse bzw. desRenten- oder Unfallversicherungsträgers und wird aufgrundmedizinischer Erfordernisse festgelegt.Vorgehensweise in derAntragstellung!Praxistipp?Wer hilft weiter?Seit 1.4.2004 sind neue Rehabilitations-Richtlinien in Kraft. Derbehandelnde Arzt stellt bei der Krankenkasse einen Antrag auf„Einleitung zur Rehabilitation oder alternative Angebote“.Kommt nach Ansicht der Krankenkasse eine Rehamaßnahme undsie selbst als Kostenträger in Betracht, dann bekommt der Arzt die„Verordnung von medizinischer Rehabilitation“ zugeschickt.Falls der Antrag bei einem anderen Kostenträger gestellt werdenmuss (z. B. Rentenversicherung), wird dies von der Kranken–versicherung mitgeteilt.Bis zum 31.3.2006 (Übergangsfrist) dürfen noch alle VertragsärzteLeistungen zur medizinischen Rehabilitation verordnen, ab dannnur noch dafür qualifizierte Ärzte.Eigentlich genügt bei den Anträgen auf Rehamaßnahmen dieAngabe der Indikationen nach der ICD 10 (internationaleKlassifikation der Krankheiten). Es ist jedoch mittlerweile fast zurRegel geworden, dass der Arzt die Notwendigkeit der medizinischenRehabilitation ausführlich begründet. Auf jeden Fall vermindertes das Risiko einer Ablehnung durch den Kostenträger,wenn dem Antrag sofort eine ausführliche ärztliche Begründungbeigefügt wird. Es kann durchaus sein, dass der MDK über dasärztliche Attest hinaus den Patienten zu einer Begutachtung einlädt,um die Notwendigkeit der Rehamaßnahme zu prüfen.Individuelle Auskünfte erteilt der jeweils zuständige Sozialver–sicherungsträger: Rentenversicherungsträger, Krankenkassen oderdas Sozialamt.Epilepsie-AmbulanzenIst ein Epilepsiepatient nach 2 Jahren Behandlung durch einenFacharzt (in der Regel ein Neurologe) medikamentös nicht soeingestellt ist, dass er anfallsfrei ist, oder ist er zwar anfallsfrei,leidet aber unter starken Nebenwirkungen der Medikamente,sollte der behandelnde Arzt Rat bei Kollegen einer Spezialeinrichtungwie einer Epilepsie-Ambulanz oder einer Epilepsiekliniksuchen.18 Rehabilitation


Die Deutsche Gesellschaft für Epitologie e. V. (DEG) hat inZusammenarbeit mit der Deutschen Sektion der InternationalenLiga gegen Epilepsie einen Kriterienkatalog erarbeitet, welcheVoraussetzungen eine Epilepsie-Ambulanz auszeichnen: „Epilepsie-Ambulanzen sind regionale Schwerpunkte zur ambulantenDiagnostik, Behandlung und sozial-medizinischen Betreuung vonProblemfällen. Sie dienen auch der epileptologischen Fortbildungniedergelassener Ärzte und aller mit der Rehabilitation Epilepsiekrankerbefasster Personen. Sie sind an (Neuro)Pädiatrische,Neurologische oder Neuro-Psychiatrische Kliniken oder entsprechendeFachabteilungen von Krankenhäusern angeschlossen.“Um als Epilepsie-Ambulanz anerkannt zu werden müssen einigeVoraussetzungen erfüllt werden.• Personelle Besetzung:multiprofessionelles Team bestehend aus leitendem Arzt,Psychologe und Sozialarbeiter• Apparative Ausstattung:EEG-Gerät, Labor, CT, MRT etc.• Organisation:regelmäßige Sprechstunden, Notfalldienst• Kapazität:mindestens 500 Konsultationen pro JahrVoraussetzungenEpilepsie-Ambulanzen sind für „Problemfälle bei Epilepsie“geschaffen. Sie klären diagnostische Zweifelsfälle und beratenPatienten zu Schwangerschaft und Geburt, Sport und Reisen,Führerschein, Schul- und Berufswahl und Rehabilitation. EineÜbersicht aller Epilepsie-Ambulanzen nach den Kriterien derInternationalen Liga gegen Epilepsie findet sich im Internet unterwww.ligaepilepsie.de/dge.html.Epilepsie-Zentren sind überregionale Einrichtungen für Epilepsie,die sowohl ambulante als auch stationäre Diagnostik, Therapieund Rehabilitation bieten. Gleichzeitig sollten diese Zentren anUniversitäten angeschlossen sein, um als Lehrkrankenhaus inForschung und Ausbildung mitzuwirken. Epilepsie-Zentren gibt esfür Kinder und für Erwachsene. Eine Liste der Epilepsie-Zentren istim Internet unter www.ligaepilepsie.de/dge.html zu finden.Epilepsie-ZentrenRehabilitation 19


Hilfe besteht in der• Unterstützung bei diesen gewöhnlichen und wiederkehrendenVerrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens.• teilweisen oder vollständigen Übernahme dieser Verrichtungen.• Beaufsichtigung oder Anleitung bei diesen Verrichtungen.Das bedeutet, dass z.B. die Beaufsichtigung eines Verwirrten,der nur unter Anweisung seine Zähne putzen kann, zumHilfebedarf des Pflegebedürftigen zählt.Die Pflegekasse beauftragt den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung(MDK) mit der Prüfung der Pflegebedürftigkeit. DiePflegebedürftigkeit bestimmt die Pflegestufe, die dann von derPflegekasse festgelegt wird.Der MDK nimmt beim Pflegebedürftigen einen Begutachtungsterminwahr. Er erfasst dabei die Aufwendungen für Verrichtungender Pflege im konkreten Fall des Pflegebedürftigen, legt in einemGutachten fest, welche Aufwendungen erforderlich sind, undstellt einen Pflegeplan auf.Die Pflegekasse stuft den Pflegebedürftigen nach Erhalt desGutachtens in eine Pflegestufe ein. Der Bescheid auf Pflegegeldbzw. Pflegesachleistungen geht dem Antragsteller zu.Die Pflegebedürftigkeitsrichtlinien sind für das gesamte Bundesgebieteinheitlich und für alle Pflegekassen und MDKs verbindlich.Diese Richtlinien können beim MDS-Fachgebiet Pflege,Lützowstr. 53, 45141 Essen, Telefon 0201 8327-0 (DIN-A-5-Kuvert mit 1,44 € frankiert und adressiert beilegen) schriftlichangefordert oder im Internet unter www.mds-ev.org/index2.htmlheruntergeladen werden. (MDS = Medizinischer Dienst derSpitzenverbände der Krankenkassen)Prüfung der Pflegebedürftigkeit!PraxistippDie Pflegestufe ergibt sich aus der Schwere der Pflegebedürftigkeitund bedingt die Höhe der Leistungen der Pflegekasse.Pflegestufen derPflegeversicherungHilfebedarf besteht einmal täglich für wenigstens zweiVerrichtungen aus den Bereichen Körperpflege, Ernährung oderMobilität und zusätzlich mehrfach in der Woche bei der hauswirtschaftlichenVersorgung.Pflegestufe I – erheblichPflegebedürftigePflege 21


Der Zeitaufwand eines Familienangehörigen oder einer anderennicht als Pflegekraft ausgebildeten Pflegeperson beträgt für dieGrundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung wöchentlichim Tagesdurchschnitt mindestens 90 Minuten. Davon müssen aufdie Grundpflege mindestens 46 Minuten entfallen.Leistungen €Monatliches Pflegegeld Pflegeversicherung 205,–Monatliche Pflegesachleistungen 384,–Bei teilstationärer Tages- oder Nachtpflegemonatlich (Tages- und Nachtpflege) 384,–Stationäre Kurzzeitpflege (längstens 4 Wochen/Jahr) 1.432,–Vollstationäre Pflege monatlich 1.023,–Ersatzpflege, Verhinderungspflege durch Fachkräfteund nicht verwandte Laienhelfer 1.432,–Ersatzpflege, Verhinderungspflege durch verwandteLaienhelfer 205,–Pflegestufe II – schwerPflegebedürftigeHilfebedarf besteht mindestens dreimal täglich zu verschiedenenTageszeiten für Verrichtungen aus den Bereichen Körperpflege,Ernährung oder Mobilität und zusätzlich mehrfach in der Wochebei der hauswirtschaftlichen Versorgung.Der Zeitaufwand eines Familienangehörigen oder einer anderennicht als Pflegekraft ausgebildeten Pflegeperson beträgt für dieGrundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung wöchentlichim Tagesdurchschnitt mindestens 3 Stunden. Davon müssen aufdie Grundpflege mindestens 2 Stunden entfallen.Leistungen €Monatliches Pflegegeld der Pflegeversicherung 410,–Monatliche Pflegesachleistungen 921,–Bei teilstationärer Tages- oder Nachtpflege monatlich(Tages- und Nachtpflege) 921,–Stationäre Kurzzeitpflege (längstens 4 Wochen/Jahr) 1.432,–Vollstationäre Pflege monatlich 1.279,–Ersatzpflege, Verhinderungspflege durch Fachkräfteund nicht verwandte Laienhelfer 1.432,–Ersatzpflege, Verhinderungspflege durch verwandteLaienhelfer 410,–22 Pflege


Hilfebedarf besteht täglich rund um die Uhr, auch nachts, bei derKörperpflege, der Ernährung oder der Mobilität und zusätzlichmehrfach in der Woche bei der hauswirtschaftlichen Versorgung.Der Zeitaufwand eines Familienangehörigen oder einer anderennicht als Pflegekraft ausgebildeten Pflegeperson für dieGrundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung beträgtwöchentlich im Tagesdurchschnitt mindestens 5 Stunden. Davonmüssen auf die Grundpflege mindestens 4 Stunden entfallen.Pflegestufe III – schwerstPflegebedürftigeLeistungen €Monatliches Pflegegeld der Pflegeversicherung 665,–Monatliche Pflegesachleistungen 1.432,–Monatliche Pflegesachleistungen im Härtefall 1.918,–Bei teilstationärer Tages- oder Nachtpflege monatlich(Tages- und Nachtpflege) 1.432,–Stationäre Kurzzeitpflege (längstens 4 Wochen/Jahr) 1.432,–Vollstationäre Pflege monatlich 1.432,–Vollstationäre Pflege monatlich im Härtefall 1.688,–Ersatzpflege, Verhinderungspflege durch Fachkräfteund nicht verwandte Laienhelfer 1.432,–Ersatzpflege, Verhinderungspflege durch verwandteLaienhelfer 665,–Für die Beurteilung der Pflegestufe eines Kindes ist entscheidend,wie viel zusätzliche Hilfe das Kind gegenüber einem gesundengleichaltrigen Kind benötigt, bzw. der zeitliche Mehraufwand.Pflegestufen bei KindernDer Höchstbedarf an Hilfe für nicht behinderte Kinder wurdefolgendermaßen festgelegt (Richtlinien der Spitzenverbändeder Pflegekassen zur Begutachtung von Pflegebedürftigkeitin der Fassung vom 22.8.2001):0–1 Jahr altStunden/TagKörperpflege(wickeln, waschen, Nägel schneiden, Zähne putzen,auf den Topf setzen) 1,25Ernährung(mundgerecht zubereiten, aufnehmen, füttern) 1–2Mobilität(an- und ausziehen, zu Bett bringen, beruhigen) 2Pflege 23


1–2 Jahre altStunden/TagKörperpflege(wickeln, waschen, Nägel schneiden, Zähne putzen,auf den Topf setzen) 1Ernährung(mundgerecht zubereiten, aufnehmen, füttern) 1Mobilität(an- und ausziehen, zu Bett bringen, beruhigen) 22–3 Jahre altKörperpflege(wickeln, waschen, Nägel schneiden, Zähne putzen,auf den Topf setzen) 0,75–1Ernährung(mundgerecht zubereiten, aufnehmen, füttern) 0,75Mobilität(an- und ausziehen, zu Bett bringen, beruhigen) 13–6 Jahre altKörperpflege(wickeln, waschen, Nägel schneiden, Zähne putzen,auf den Topf setzen) 0,75Ernährung(mundgerecht zubereiten, aufnehmen, füttern) 0,5–0,75Mobilität(an- und ausziehen, zu Bett bringen, beruhigen) 0,5–16–12 Jahre altKörperpflege(wickeln, waschen, Nägel schneiden, Zähne putzen,auf den Topf setzen) 0–0,75Ernährung(mundgerecht zubereiten, aufnehmen, füttern) 0–0,5Mobilität(an- und ausziehen, zu Bett bringen, beruhigen) 0–0,5Braucht die Mutter zum Beispiel 3 Stunden länger als die hierangegebenen Zeiten, ist eine Einordnung des Kindes als „schwerpflegebedürftig“ in Pflegestufe II wahrscheinlich. Die Einstufungist Aufgabe des MDK.24 Pflege


Eine Höherstufung der Pflegestufe ist immer dann möglich, wennsich der Pflegeaufwand erhöht. Dazu ist ein Antrag bei derPflegekasse zu stellen und ein erneutes Feststellungsverfahrenüber den MDK nötig, das auch als Wiederholungsgutachtenbezeichnet wird.Als Wiederholungsgutachten gilt auch die Begutachtung im Auf–trag der Pflegekasse, wenn diese den Hinweis erhält, dass diehäusliche Pflege nicht mehr in ausreichender Weise gewährleistetist.HöherstufungDas Pflegeleistungsergänzungsgesetz (in Kraft seit 1.1.2002)ermöglicht zusätzliche Leistungen für Pflegebedürftige in häuslicherPflege, bei denen neben dem Hilfebedarf im Bereichder Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung einerheblicher Bedarf an allgemeiner Betreuung vorliegt. Diesbetrifft Pflegebedürftige der Stufen I, II oder III mit• demenzbedingten Fähigkeitsstörungen,• geistigen Behinderungen oder• psychischen Erkrankungen.Leistungen fürPflegebedürftige miterheblichem allgemeinemBetreuungsbedarfDer MDK muss bei der Begutachtung als Folge der Krankheit oderBehinderung eine dauerhafte und erhebliche Einschränkung derAlltagskompetenz und damit einen erheblichen allgemeinenBetreuungsbedarf festgestellt haben, z. B.: Weglauftendenz,Störung des Tag-und-Nacht-Rhythmus, Verkennen von Alltagssituationen.Entlastet werden die Angehörigen, die rund um dieUhr beansprucht werden, weil sie die Pflegebedürftigen nichtallein lassen können.Pflegebedürftige, die diese Kriterien erfüllen, erhalten einen zusätzlichenBetreuungsbetrag von bis zu 460,- € je Kalenderjahr.Die Mittel sind zweckgebunden für Leistungen der Tages- undNachtpflege, der Kurzzeitpflege und beaufsichtigender Betreuungsformenin Gruppen oder im häuslichen Bereich zu verwenden.Es gibt Signalgeräte für epilepsiekranke Menschen, die besondersnachts Anfälle haben. Dabei wird ein Sensor an der Matratze desEpilepsiekranken montiert. Die Sensoren unterscheiden, ob es sichum normale Schlafbewegungen handelt oder ob ein Anfall mitKrämpfen stattfindet. Der Anfall wird aufgezeichnet und mitDauer und Stärke dokumentiert. Gleichzeitig löst das Gerät einenAlarm aus, z. B. im Elternschlafzimmer, beim Partner oder beianderen Angehörigen. So ist eine sichere Betreuung des Epilepsiepatientenmöglich.Hilfsmittel bei EpilepsiePflege 25


Die Dokumentation des Anfalls ist besonders für den behandelndenArzt von Bedeutung, denn nur mit genauen Angaben überZeitpunkt, Dauer und Art der Anfälle ist eine medikamentöseEinstellung möglich.Signalgeräte für epileptische Anfälle können vom Arzt verordnetwerden und werden von der gesetzlichen Krankenversicherungals Hilfsmittel übernommen. Der Versicherte leistet eine Zuzahlungin Höhe von 10 % des Abgabepreises, mindestens 5,- € undmaximal 10,- €.Notfall-Stimme für ErsthelferEpilepsiekranke Menschen, die unerwartet Anfälle erleiden,können ein handygroßes Gerät am Körper tragen, das bei einemAnfall durch die Veränderung des Neigungswinkels, durchheftige krampfartige Bewegungen oder das Zittern ausgelöst einAlarmsignal von sich gibt. Wird das Gerät nicht sofort in seineAusgangslage zurückgesetzt, startet eine Tonbandstimme, diemögliche Helfer über das Krankheitsbild, Medikamente oderwichtige Telefonnummern informiert.26 Pflege


SchwerbehinderungAls schwer behindert nach dem SGB IX gelten Personen mit einemGrad der Behinderung (GdB) von mindestens 50. Leistungen nachdem SGB IX erhalten sie nur, wenn sie ihren Wohnsitz, ihrengewöhnlichen Aufenthalt oder ihre Beschäftigung in Deutschlandhaben.Als behindert nach dem SGB IX gelten Personen, deren körperlicheFunktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit zu einerBeeinträchtigung führen, die für einen Zeitraum von mehr als6 Monaten von dem für das Lebensalter typischen Zustandabweicht und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaftbeeinträchtigt. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn dieBeeinträchtigung zu erwarten ist.Schwerbehinderte erhalten auf Antrag beim Versorgungsamteinen Schwerbehindertenausweis. Dieser kann je nach Art derBehinderung Merkzeichen enthalten, wodurch der SchwerbehinderteVergünstigungen in Anspruch nehmen kann.Allgemeines zuSchwerbehinderungVorteile der Schwerbehinderung im Arbeitsleben sind für denArbeitnehmer ein besonderer Kündigungsschutz und Zusatzurlaub.Die Kündigung eines Schwerbehinderten bedarf in der Regel dervorherigen Zustimmung des Integrationsamts. Die Kündigungsfristbeträgt mindestens 4 Wochen.Schwerbehinderte haben Anspruch auf zusätzlich 5 bezahlteUrlaubstage im Jahr. Bei mehr oder weniger als 5 Arbeitstagen inder Woche erhöht bzw. vermindert sich der Zusatzurlaub entsprechend.Kündigungsschutz undZusatzurlaubPersonen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von weniger als50, aber mindestens 30 erhalten die gleichen Leistungen wieSchwerbehinderte (außer „Erleichterungen im Personenverkehr“),wenn sie infolge ihrer Behinderung keinen geeigneten Arbeitsplatzerlangen oder behalten können. Die Gleichstellung stellt dieAgentur für Arbeit (ehemals Arbeitsamt) auf Antrag fest.Gleichgestellte genießen wie Schwerbehinderte einen besonderenKündigungsschutz. Sie haben jedoch im Gegensatz zu Schwerbehindertenkeinen Anspruch auf einen Zusatzurlaub von5 bezahlten Arbeitstagen im Jahr und auf vorgezogenesAltersruhegeld nach Vollendung des 60. Lebensjahres (Altersrentefür Schwerbehinderte).Gleichstellungbehindert/schwerbehindertSchwerbehinderung 27


!Praxistipp DieGleichstellung erfolgt durch die zuständige Agentur fürArbeit (ehemals Arbeitsamt). Der Antrag muss unmittelbar bei derAgentur für Arbeit gestellt werden unter Vorlage des Feststellungsbescheidesdes Versorgungsamts und eines Schreibensdes Arbeitgebers, der den Antragsteller als Schwerbehinderteneinstellen bzw. weiterbeschäftigen würde. Die Gleichstellungwird mit dem Tag der Antragsstellung wirksam. Sie kann befristetwerden.SchwerbehindertenausweisDer Schwerbehindertenausweis belegt Art und Schwere derBehinderung und muss vorgelegt werden, wenn Vergünstigungenfür Behinderte beantragt oder in Anspruch genommen werden.Antrag!PraxistippDie Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises erfolgt aufAntrag des Schwerbehinderten. Antragsformulare sind beim Versorgungsamterhältlich.Folgende Punkte sind beim Beantragen des Ausweises zubeachten:• Nicht nur die Grunderkrankung, sondern auch allezusätzlichen Beeinträchtigungen, z. B. Sehfehler, sowieBegleiterscheinungen angeben.• Kliniken und Ärzte anführen, die am besten über dieangeführten Gesundheitsstörungen informiert sind.Dabei unbedingt die dem Antrag beiliegenden Schweigepflichtsentbindungenund Einverständniserklärungenausfüllen, damit das Versorgungsamt bei den angegebenenStellen die entsprechenden Auskünfte einholen kann.• Antragsstellung mit dem behandelnden Arzt absprechen.Der Arzt sollte in den Befundberichten die einzelnenAuswirkungen der Erkrankung (z. B. die Höhe der körperlichenBelastbarkeit) detailliert darstellen. Diese Kriterien,nicht allein die Diagnose, entscheiden über den Grad derBehinderung.• Der Patient sollte sich etwa eine Woche lang selbstbeobachten und beobachten lassen und alles aufschreiben,was körperlich beeinträchtigt, was Schmerzen verursacht,womit er sich und/oder andere gefährdet (z. B. zu langsamim Straßenverkehr, andere Verkehrsteilnehmer nicht gehörtoder gesehen).• Bereits vorhandene ärztliche Unterlagen gleich bei Antragstellungmit einreichen, z. B. Krankenhausentlassungsbericht,Kurbericht, alle die Behinderung betreffenden Befunde inKopie.28 Schwerbehinderung


• Lichtbild beilegen (erst ab Vollendung des 10. Lebensjahresnotwendig).• Wenn der Behinderte niemals in der Lage ist, das Haus zuverlassen, ist es auf Antrag möglich, einen Schwerbehindertenausweisohne Foto zu bekommen.• Nach der Feststellung des Grades der Behinderung (GdB)bekommt der Behinderte vom Versorgungsamt einen sog.Feststellungsbescheid. Ab einem GdB von 50 besteht dieMöglichkeit, einen Schwerbehindertenausweis zu bekommen.Der Ausweis wird in der Regel für längstens 5 Jahre ausgestellt.GültigkeitsdauerAusnahme: Bei einer voraussichtlich lebenslangen Behinderungkann der Ausweis unbefristet ausgestellt werden.Verlängerung: Die Gültigkeit kann auf Antrag höchstens zweimalverlängert werden. Danach muss ein neuer Ausweis beantragtwerden.Bei Schwerbehinderten unter 10 Jahren ist der Ausweis bis zurVollendung des 10. Lebensjahres befristet. Danach werden dieVoraussetzungen der Schwerbehinderung neu überprüft.Bei Schwerbehinderten zwischen 10 und 15 Jahren ist derAusweis bis zur Vollendung des 20. Lebensjahres befristet. Danachwerden die Voraussetzungen der Schwerbehinderung neu überprüft.Verschlechtert sich der Gesundheitszustand eines Menschen mitSchwerbehindertenausweis oder kommt eine weitere dauerhafteEinschränkung durch eine neue Erkrankung dazu, dann solltebeim Versorgungsamt ein Antrag auf Erhöhung des Grades derBehinderung (GdB) gestellt werden. Der Vordruck für den Antragwird auf Anfrage vom Versorgungsamt zugeschickt und es wirdgeprüft, ob ein neuer Schwerbehindertenausweis mit evtl. neuenMerkzeichen ausgestellt wird.Antrag auf ErhöhungDer Grad der Behinderung (GdB) wird durch das Versorgungsamt(= Amt für Familienförderung und Versorgung) festgestellt,soweit er nicht bereits anderweitig festgestellt wurde, z.B. durchRentenbescheid oder durch eine Verwaltungs- oderGerichtsentscheidung.Abhängig vom GdB sind die Nachteilsausgleiche für Behinderte.Grad der Behinderungbei EpilepsieSchwerbehinderung 29


Das Versorgungsamt richtet sich bei der Feststellung derBehinderung, des Grades der Behinderung (GdB) und derAusstellung eines Schwerbehindertenausweises nach den„Anhaltspunkten für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialenEntschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertengesetz“.Diese Anhaltspunkte enthalten allgemeine Beurteilungsregelnund Einzelangaben darüber, wie hoch der Grad der Behinderungbei welchen Behinderungen festzusetzen ist.Die Anhaltspunkte gelten bundesweit und sollen für einemöglichst einheitliche Praxis sorgen. Vom Bundesministeriumfür Arbeit und Sozialordnung wurden sie zuletzt im Mai 2004neu überarbeitet und herausgebracht.Hier die Angaben zu epileptischen Anfällen, je nach Art,Schwere, Häufigkeit und tageszeitlicher Verteilung:GdB 40Sehr selten: generalisierte (große) Anfälle mit Pausen von mehrals einem Jahr; kleine und einfach fokale Anfälle mit Pausen vonMonatenGdB 50-60Selten: generalisierte (große) Anfälle mit Pausen von Monaten;kleine und einfach fokale Anfälle mit Pausen von WochenGdB von 60-80Mittlere Häufigkeit: generalisierte (große) Anfälle mit Pausenvon Wochen; kleine und einfach fokale Anfälle mit Pausen vonTagenGdB von 90-100Häufig: generalisierte (große) Anfälle wöchentlich oder Serienvon generalisierten Krampfanfällen; kleine und einfach fokaleAnfälle täglichNach weiteren 3 Jahren Anfallsfreiheit bei weiterer antikonvulsiverBehandlung wird ein GdB von 30 zuerkannt.Ein Anfallsleiden gilt als abgeklungen, wenn ohne Medikation3 Jahre Anfallsfreiheit vorliegen. Ohne nachgewiesenen Hirnschadenist dann kein GdB/MdE-Grad mehr anzunehmen.Liegen mehrere Funktionsstörungen vor, so werden die einzelnenWerte nicht zusammengerechnet, sondern es werden dieeinzelnen Auswirkungen der Funktionsbeeinträchtigungen inihrer Gesamtheit betrachtet und daraus ein Gesamtgrad derBehinderung festgelegt, der der Behinderung insgesamt gerechtwird.30 Schwerbehinderung


Schwerbehinderten wird – teilweise auf freiwilliger Grundlage– eine Reihe von Nachteilsausgleichen zugestanden, z. B.:• Eintrittspreisermäßigungen(z. B. Filme, Theater, Sportveranstaltungen, Museen)• Benutzung der Abteile und Sitze, die Schwerbehinderten inVerkehrsmitteln vorbehalten sind• bevorzugte Abfertigung in Ämtern• Beitragsermäßigungen von Vereinen, Interessenverbänden etc.Fragen zu Leistungen für Schwerbehinderte oder Unklarheiten überdie Zuständigkeiten der jeweiligen Leistungsträger beantwortendie örtlichen Servicestellen der Rehabilitationsträger.Arbeitsrechtliche Auskünfte (Kündigungsschutz, Zusatzurlaub)erteilt das Integrationsamt.!Praxistipp?Wer hilft weiter?Verschiedene Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis kennzeichnendie Behinderung und signalisieren, welche Vergünstigungender Behinderte erhält.MerkzeichenEs gibt folgende Merkzeichen:Merkzeichen „G“: erhebliche Beeinträchtigung derBewegungsfähigkeit im Straßenverkehrsowie erhebliche Geh- und/oderStehbehinderungMerkzeichen „aG“: außergewöhnliche GehbehinderungMerkzeichen „H“: hilflosMerkzeichen „Bl“: blind oder hochgradig sehbehindertMerkzeichen „RF“: Rundfunk- und FernsehgebührenbefreiungMerkzeichen „B“: ständige Begleitung bei Benutzungöffentlicher Verkehrsmittel notwendigMerkzeichen „Gl“: gehörlos und an Taubheit grenzendeSchwerhörigkeit mit schwerer SprachstörungMerkzeichen „G“ bei EpilepsieBei hirnorganischen Anfällen sind die Voraussetzungen für dasMerkzeichen „G“ im Schwerbehindertenausweis gegeben, wennes durch die Art und Häufigkeit der Anfälle zu einer Beeinträchtigungder Bewegungsfähigkeit kommt. Davon kann manausgehen, wenn es sich um hirnorganische Anfälle ab einermittleren Anfallshäufigkeit handelt (siehe Grad der Behinderungbei Epilepsie) und diese überwiegend tagsüber auftreten.Schwerbehinderung 31


BerufswahlBei der Berufswahl von Epilepsiekranken müssen sowohl diepersönlichen Interessen und Fähigkeiten als auch die individuelleForm der Epilepsie berücksichtigt werden.Bei Jugendlichen mit Epilepsie ist es ratsam, sich schon zwei Jahrevor Schulabschluss an einen Berufsberater einer Epilepsie-Ambulanz zu wenden. Adressen von Epilepsie-Ambulanzen findenSie im Internet unter www.ligaepilepsie.de/dge.html.Dort können die Leistungsfähigkeit des Jugendlichen und seinindividueller Krankheitsverlauf mit den Berufswünschen und-möglichkeiten abgestimmt werden.Kommen zur Epilepsie noch andere Einschränkungen dazu(beispielsweise eine Lern- oder Körperbehinderung), bieten dieBerufsbildungswerk verschiedene Möglichkeiten. Diese Einrichtungenbilden vor allem junge Menschen mit Behinderungenaus. Adressen finden sich auf der Internetseite der Bundesarbeitsgemeinschaftder Berufsbildungswerke (BAG BBW),www.bagbbw.de.Empfehlungen zur Beurteilungberuflicher MöglichkeitenDer Fachausschuss „Arbeitsmedizin“ des Hauptverbandes der gewerblichenBerufsgenossenschaften (HVBG) hat im Dezember 1999„BGI 585 Empfehlungen zur Beurteilung beruflicher Möglichkeitenvon Personen mit Epilepsie“ erarbeitet und herausgegeben,nachzulesen unter: www.bge.de.Darin wird davon ausgegangen, dass bei Menschen mit Epilepsiegrundsätzlich keine Bedenken bestehen, weil sie als dauerhaftanfallsfrei gelten, wenn sie:• unter medikamentöser Behandlung länger als2 Jahren anfallsfrei sind• nach operativer Behandlung länger alsein Jahr anfallsfrei sind• länger als 3 Jahren Anfälle ausschließlich aus demSchlaf heraus haben• ausschließlich Anfälle bei erhaltenem Bewusstsein haben(kein Sturz, keine Bewusstseinsstörung, keine Störung derWillkürmotorik)32 Berufswahl


Gefährdungen und deshalb berufliche Einschränkungen ergebensich bei Menschen, die arbeitsplatzrelevante Anfälle haben.BeruflicheEinschränkungenDas ist bei folgenden Symptomen der Fall:• Bewusstseinsstörung• Verlust der Haltungskontrolle• Störung der Willkürmotorik• unangemessene BewegungenDie HVBG-Richtlinien nennen „Kriterien für die Abstufung derGefährdung“: Das sind vor allem Eigengefährdung, Fremdgefährdungund ökonomisches Risiko. Bei der Beurteilung einerberuflichen Tätigkeit ist zu berücksichtigen, dass innerhalb einesBerufes die Risiken bei den einzelnen Tätigkeiten unterschiedlichsein können. Diese Tatsache verlangt neben der ärztlichen(betriebsärztlichen) Beurteilung die Mitwirkung einer für dasspezielle Berufsfeld sachkundigen Person (z. B. Arbeitssicherheitsfachkraft).Ein Beispiel für Eigengefährdung ist die Gefahr, mit drehenden,ungeschützten Teilen (Backenfutter, Bohrspindeln), mit gesundheitsschädlichenelektrischen Spannungen, mit infektiösen odertoxischen Stoffen in Berührung zu kommen. Von Fall zu Fall wäreauch zu prüfen, ob durch geeignete technische Vorrichtungenund Hilfen die Unfallgefährdung an einem bestimmtenArbeitsplatz so reduziert werden kann, dass er für eine Person mitEpilepsie geeignet ist.EigengefährdungFremdgefährdung ist gegeben bei mangelhafter Aufsicht vonMinderjährigen bzw. geistig oder körperlich behindertenMenschen im Bereich sozialpflegerischer oder pädagogischerBerufe. Inwieweit eine Aufsicht bei behinderten Menschenerforderlich ist, hängt von deren Grad der körperlichen odergeistigen Einschränkungen sowie vom Grad der Gefährdung ab,woraus sich die Anforderungen an die Aufsichtsperson ergeben.Die Aufsichtsperson muss erforderlichenfalls in der Lage sein, dieihr anvertrauten Personen auch ununterbrochen zu beobachten,um rechtzeitig eingreifen zu können.In den meisten Fällen werden sich organisatorische Maßnahmenfinden lassen, um das Risiko der Eigen- bzw. Fremdgefährdung zuminimieren, z. B. Arbeiten zu zweit oder Möglichkeiten, Hilfe inder Nähe abzurufen.FremdgefährdungEin Beispiel für ökonomischen Risiken sind Fehlprogrammierungenoder falsche Eingaben bei computergestützten Arbeiten.Ökonomische RisikenBerufswahl 33


Auswirkungen aufden ausgeübten BerufTreten Epilepsien erst im Erwachsenenalter auf und kann derBetroffene deshalb seinen Beruf (beispielsweise Dachdecker,Elektriker, Fräser, Schreiner) nicht mehr ausüben, muss gemeinsammit dem Integrationsamt, der Agentur für Arbeit und demzuständigen Rentenversicherungsträger geprüft werden, welcherBeruf in Frage kommt, bei dem keine Verletzungsgefahr zuerwarten ist.Manchmal besteht auch die Möglichkeit, innerhalb desUnternehmens an einen Arbeitsplatz zu wechseln, an dem eineEigen- oder Fremdgefährdung ausgeschlossen ist. In einigenFällen genügt es sogar, Gegenstände, die bei einem Anfall zuVerletzungen führen könnten, vom Arbeitsplatz zu entfernen,Schutzvorrichtungen an Maschinen anzubringen oder einenRückzugsraum zu schaffen, in den sich der Mitarbeiter zurückziehenkann, wenn er spürt, dass ein Anfall auftritt.Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass Patienten mit IhrenKollegen, dem Betriebsarzt und dem Arbeitgeber offen über ihreKrankheit sprechen.Für Verletzungen, die durch einen Anfall entstehen kommt dieKrankenversicherung auf. Tragen aber betriebliche Einrichtungenwie Maschinen zu den Verletzungen bei, dann handelt es sich umeinen Arbeitsunfall, bei dem die Berufsgenossenschaft eintritt.34 Berufswahl


Führerschein und FahrerlaubnisAuch nach einer Krankheit (z. B. Schlaganfall, Herzinfarkt) odertrotz einer Einschränkung (Epilepsie) wollen viele Menschenweiterhin selbstständig und mobil sein und deshalb Auto fahren.Doch wer sich infolge körperlicher oder geistiger Mängel nichtsicher im Verkehr bewegen kann, darf am Verkehr nur teilnehmen,wenn er selbst Vorsorge getroffen hat, dass er anderenicht gefährdet (§ 2 Abs. 1 Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV)).In dieser Verordnung werden häufig vorkommende Erkrankungenund Mängel, die die Eignung zur Führung von Kraftfahrzeugenlängere Zeit beeinträchtigen oder aufheben können, aufgelistet.Neben den einzelnen Erkrankungen sind mögliche Beschränkungenoder Auflagen aufgeführt.Ist ein Patient fahruntauglich und steuert dennoch ein Kraftfahrzeug,macht er sich strafbar und muss für mögliche Schädenselbst aufkommen. Bei einem Unfall muss er mit strafrechtlichenund versicherungsrechtlichen Konsequenzen rechnen.Der Antrag auf Erteilung einer Fahrerlaubnis ist bei der Führerscheinstelleim Landratsamt oder bei der Stadtverwaltung zustellen. Die Antragstellung kann auch über die Fahrschule vorgenommenwerden. Bei diesem Antrag ist anzugeben, ob einekörperliche oder geistige Einschränkung vorliegt. Dies sollte derAntragssteller wahrheitsgemäß angeben. Die Führerscheinstelleentscheidet dann, ob und welche Gutachten beizubringen sindund wer diese erstellen kann.Erstantrag auf FührerscheinBei Führerscheininhabern, die z. B. mit Epilepsie, Diabetes, Schlaganfallkonfrontiert werden, ist der behandelnde Arzt verpflichtet,den Patienten auf mögliche Einschränkungen und Gefahren hinzuweisen.Der Arzt sollte den Patienten auch schriftlich bestätigenlassen, dass er auf die Gefahr hingewiesen wurde, andernfallskönnten Ärzte für die Kosten möglicher Unfälle haftbar gemachtwerden.Führerscheinund schwere KrankheitBestehen Zweifel an der Fahrtauglichkeit, fordert die Führerscheinstellein der Regel ein fachärztliches Gutachten. DerFacharzt sollte nicht der behandelnde Arzt sein.Zweifel an der FahrtauglichkeitFührerschein und Fahrerlaubnis 35


Bestehen laut diesem Facharztgutachten noch immer Bedenken,fordert die Führerscheinstelle ein medizinisch-psychologischesGutachten bzw. eine medizinisch-psychologische Untersuchung(MPU). Die Untersuchung teilt sich in zwei Bereiche auf, denmedizinischen und den psychologischen.Medizinischer Bereich:körperlicher Allgemeinzustand, Sinnesfunktionen, neurologischerBefund (falls erforderlich), fachärztlicher Befund, MedikamenteneinnahmePsychologischer Bereich:Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Orientierung, Reaktion,BelastbarkeitIm Gespräch mit dem Arzt und Psychologen geht es um die Einstellungenzum Straßenverkehr (Vorausschauen, Planen, Erkennenvon Gefahren), aber auch um die Fähigkeit zur Selbsteinschätzungund den Umgang mit Schwierigkeiten.Kommt der Betroffene der Forderung der Führerscheinstelle zurErstellung des oben genannten Gutachtens nicht nach, kann derFührerschein eingezogen werden. Die Kosten der Gutachten trägtder Betroffene selbst.Dauerbehandlung mitArzneimitteln?Wer hilft weiter?Bei nachgewiesenen Intoxikationen und anderen Wirkungen vonArzneimitteln, die die Leistungsfähigkeit zum Führen einesKraftfahrzeuges beeinträchtigen, ist bis zu deren völligemAbklingen die Voraussetzung zum Führen von Kraftfahrzeugenaller Art nicht gegeben.Bei Fragen helfen der behandelnde Arzt, die Führerscheinstelle,TÜV oder DEKRA sowie Stellen, die medizinisch-psychologischeUntersuchungen durchführen.Fahrerlaubnisbei EpilepsieEpilepsien zeichnen sich aus durch das plötzliche Auftreten vonAnfällen mit unterschiedlicher Beeinträchtigung des Bewusstseins.Deshalb beeinträchtigen Epilepsien die Fahrtüchtigkeit undes besteht eine Gefährdung des Patienten und andererVerkehrsteilnehmer.Ob eine Fahrerlaubnis erteilt wird hängt von mehreren Faktorenab. Wichtig ist, ob es sich um einen einmaligen Anfall, einebehandelbare Epilepsie oder um eine langjährig therapieresistenteEpilepsie handelt. Entscheidend sind der Anfallstyp(mit oder ohne Bewusstseinsstörung, wann die Anfälle auftreten– tagsüber, nachts) und die Behandlung mit Medikamenten.Eine Fahrerlaubnis kann nicht erteilt werden, wenn Anfälle nichtdurch Medikamente vermieden werden und jederzeit auftretenkönnen.36 Führerschein und Fahrerlaubnis


Folgende Informationen sind entnommen aus den „Begutachtungs-Leitlinienzu Kraftfahrereignung“, herausgegeben vonder Bundesanstalt für Straßenwesen im Februar 2000.Begutachtungs-Leitlinienzur KraftfahrereignungBei der Fahreignung wird die Fahrerlaubnis in zwei Gruppenunterteilt:• Gruppe 1 umfasst die Klassen A, A1, B, BE, M, L und T.Darunter fallen z. B. Mopeds, Kraft- und Leichtkrafträder,Kraftfahrzeuge, land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen.Es sind Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen und Motorräder.• Gruppe 2 umfasst die Klassen C, C1, CE, C1E, D, D1, DE undD1E. Das sind beispielsweise Lastkraftwagen und Busse sowiedie Erlaubnis zur Beförderung von Fahrgästen.Für eine Fahrerlaubnis der Gruppe 2 bestehen schärfereBestimmungen als für Gruppe 1.Fahrerlaubnis für Gruppe 1Wer unter bleibenden epileptischen Anfällen leidet, ist in der Regelnicht in der Lage ein, Kraftfahrzeug der Gruppe 1 zu führen,solange ein wesentliches Risiko von Anfallsrezidiven besteht.Ausnahmen:• Bei einfachen fokalen Anfällen, die keine Bewusstseinsstörungund keine motorische, sensorische oder kognitive Behinderungfür das Führen eines Fahrzeugs zur Folge haben und bei denennach mindestens einjähriger Verlaufsbeobachtung keinerelevante Ausdehnung der Anfallssymptomatik und keinÜbergang zu komplex-fokalen oder generalisierten Anfällenerkennbar wurde.• Bei ausschließlich an den Schlaf gebundenen Anfällen nachmindestens 3-jähriger Beobachtungszeit.Kein wesentliches Risiko von Anfallsrezidiven ist anzunehmen:Nach einem einmaligen Anfall (nach einer Beobachtungszeit von3–6 Monaten), wenn der Anfall an bestimmte Bedingungengeknüpft war (Gelegenheitsanfall) wie z. B. Schlafentzug,Alkoholkonsum oder akute Erkrankungen (Fieber, Vergiftungen,akute Erkrankungen des Gehirns oder Stoffwechselstörungen)und der Nachweis erbracht wurde, dass diese Bedingungen nichtmehr gegeben sind.Wenn der Betroffene ein Jahr anfallsfrei geblieben ist und keinwesentliches Risiko weiterer Anfälle besteht. Bei langjährigtherapieresistenten Epilepsien beträgt die erforderliche anfallsfreieZeit 2 Jahre.Führerschein und Fahrerlaubnis 37


Fahrerlaubnis für Gruppe 2Nach mehr als zwei epileptischen Anfällen wird die Fahrerlaubnisin der Regel nicht mehr erteilt.Ausnahmen:• 5-jährige, durch ärztliche Kontrolle nachgewieseneAnfallsfreiheit ohne epileptische Behandlung.• Nach einem einmaligen Anfall im Erwachsenenalter ohneAnhalt für eine beginnende Epilepsie oder eine anderehirnorganische Erkrankung ist eine anfallsfreie Zeit von2 Jahren abzuwarten.• Nach einem Gelegenheitsanfall ist bei Vermeiden derprovozierenden Faktoren nach 6 Monaten keinewesentliche Risikoerhöhung mehr anzunehmen.• Bei Fahrerlaubnisinhabern beider Gruppen sind Kontrolluntersuchungenin Abständen von 1, 2 und 4 Jahrenerforderlich.38 Führerschein und Fahrerlaubnis


Kinderwunsch bei EpilepsieKinder von epilepsiekranken Eltern haben ein etwas höheresRisiko, an Epilepsie zu erkranken, als Kinder gesunder Eltern.Dieses Risiko ist noch höher, wenn beide Elternteile anfallskranksind. Epilepsie ist zwar keine Erbkrankheit, jedoch wird dieVeranlagung dafür an das Kind weitergegeben. Bei familiärerEpilepsie oder bereits bestehenden Fehlbildungen der Elternsollte eine genetische Beratung stattfinden.Um potentielle Risiken zu vermeiden, sollten eine epilepsiekrankeFrau und ihr Partner bei Kinderwunsch unbedingt ausführlich mitdem behandelnden Neurologen und Gynäkologen sprechen. EineSchwangerschaft sollte in diesem Fall möglichst geplant werden.Antiepileptische Medikamente können eine fruchtschädigendeWirkung haben, diese Gefahr ist bei bestimmten Medikamentenund der gleichzeitigen Einnahme verschiedener andererMedikamente besonders hoch. Das Ziel der ärztlichen undmedikamentösen Behandlung während einer Schwangerschaftsollte deshalb eine möglichst geringe Antiepileptika-Dosierungsein. Die Patientin sollte möglichst schon vor der Schwangerschaftoptimal eingestellt sein.Ein Absetzen der gewohnten Medikation kann für Mutter undKind gleichermaßen gefährlich sein.Schwangerschaften bei Epilepsiepatientinnen gelten aufgrundder Fehlbildungen, die durch die Medikamente hervorgerufenwerden können, als Risikoschwangerschaften. Deshalb wird beiden Vorsorgeuntersuchungen insbesondere in den ersten4 Monaten der Schwangerschaft in der Regel eine ausführlichUltraschalldiagnostik, evtl. auch eine Fruchtwasseruntersuchung,angewandt, um Fehlbildungen auszuschließen.Epileptische Anfälle (auch Grand mal-Anfälle) gefährden das Kindim Mutterleib nicht, da das Blut des Kindes im Mutterleib einenerhöhten Sauerstoffgehalt hat. Ausnahmen sind jedoch sehrlange anhaltende Anfälle oder dabei entstehende Verletzungender Mutter.SchwangerschaftBei kompliziertem Schwangerschaftsverlauf, nachgewiesenenFehlbildungen des Kindes, sehr hoher Anfallshäufigkeit oderhochdosierter Medikation der Mutter wird das Kind häufig mitKaiserschnitt entbunden. Ansonsten spricht nichts gegen einenatürlich Geburt. In der Regel verläuft die Entbindung einerMutter mit Epilepsie nicht schwieriger als bei anderen Mütternauch.GeburtKinderwunsch bei Epilepsie 39


Manche Medikamente beeinflussen die Blutgerinnung der Mutterund des Babys. Dies muss von den behandelnden Ärzten berücksichtigtund prophylaktisch behandelt werden.StillenOb das Kind gestillt wird oder nicht, ist eine persönlicheEntscheidung der Mutter. Allerdings sollte mit den behandelndenÄrzten besprochen werden, ob die medikamentöse Behandlungso dosiert ist, dass die Konzentration der Medikamente in derMuttermilch möglichst gering ist und das Baby nicht unterNebenwirkungen leidet.Die ersten Wochenmit dem KindBei einigen Frauen werden epileptische Anfälle durch Schlafentzugprovoziert. Eine in dieser Art gefährdete Mutter sollte alsoauf ihre Nachtruhe achten. Handelt es sich um ein nachtsunruhiges Kind, kann es sinnvoll sein, die Milch tagsüber abzupumpenund den Partner oder eine andere nahestehendePerson in die nächtliche Betreuung und Versorgung des Kindeseinzubeziehen.Bei hoher Anfallshäufigkeit der Mutter sollten bestimmteMaßnahmen ergriffen werden, um das Kind nicht zu gefährdenund die Unfallgefahr zu reduzieren:• Mitbetreuung des Kindes durch eine andere Person.• Das Baby auf dem Boden wickeln.• Das Baby sollte nicht alleine von der Mutter gebadet werdenoder nur in einer speziellen Babybadewanne, in der es nichtertrinken kann.• Der Partner sollte die nächtliche Betreuung des Kindes übernehmen,damit die Mutter durchschlafen kann und so dasRisiko von Anfällen vermindert wird.40 Kinderwunsch bei Epilepsie


Epilepsie bei KindernWenn epilepsiekranke Kinder schon Grand mal-Anfälle erlittenhaben und dies sich jederzeit wiederholen kann, sollten die Elterndie Erzieher bzw. Lehrer unbedingt davon unterrichten, damitdiese wissen, wie sie bei einem Anfall richtig reagieren.Das Wissen über die Krankheit und das richtige Verhalten beieinem Anfall können Panik und Hilflosigkeit vermeiden. Auch dieanderen Kinder in der Gruppe bzw. Klasse sollten über Epilepsienaufgeklärt werden. So können, Ablehnung und Ausgrenzung desanfallskranken Kindes vermieden werden.Auffälligkeiten bei Kindern oder Anfälle treten oft zum erstenMal in Kindergarten oder Schule auf. Es ist deshalb wichtig,dass Erzieher und Lehrer die Kinder beobachten und ihreBeobachtungen den Eltern mitteilen. Die Details helfen bei derDiagnosestellung und Therapie und sollten deshalb unbedingtdem Facharzt weitergegeben werden.Die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erziehern/Lehrern istauch bei anfallsfreien Kindern wichtig, um mögliche Nebenwirkungenvon Medikamenten oder andere Behandlungsmaßnahmengemeinsam zu beobachten.Sport tut allen Kindern und Jugendlichen gut und ist besondersin der Schule wichtig für die Integration in der Klasse und dasSelbstbewusstsein des Kindes. Deshalb ist ein generellesSportverbot nicht sinnvoll. Wenn ein Kind bereits über einenZeitraum von 1 bis 2 Jahren anfallsfrei ist, kann es grundsätzlichjede Sportart ausüben. Anders ist es jedoch bei häufigen Anfällen,die nicht einschätzbar sind. Hier sollte der Rat des Facharzteseingeholt werden. Hinweise zu „Sport und Epilepsie“ bitte aufSeite 43 nachlesen.SchulsportEpilepsie bei Kindern 41


Urlaub bei EpilepsieDie Vorsichtsmaßnahmen und Beschränkungen für Epilepsiekrankeauf Reisen richten sich nach der Art der Anfälle.Grundsätzlich können Stress, ungewohnte Belastungen, zu wenigSchlaf (insbesondere nächtliche Autofahrten), Langzeitflügesowie Zeitverschiebung (und eine damit einhergehende unregelmäßigeMedikamenteneinnahme) Anfälle auslösen. Wichtig ist,ausreichend Medikamente in den Urlaub mitzunehmen. BeiFlügen ist es ratsam, einen Teil der Medikamente im Handgepäckmitzuführen, falls das Gepäck am falschen Zielort ankommt undder Passagier mehrere Tage darauf warten muss.Haben Patienten viele Anfälle und ist auch während einer langenFlugreise damit zu rechnen, sollte im Vorfeld der Reise und desFlugs mit dem behandelnden Arzt über eine höhere Dosierung derMedikamente gesprochen werden. Dabei sollte auch abgeklärtwerden, wie die Medikamenteneinnahme an eine mögliche Zeitverschiebungangepasst wird.Am Urlaubsort selbst kann der epilepsiekranke Mensch dieschönen Tage genießen wie in seiner vertrauten Umgebung.Alleinreisende können, wenn sie das aufgrund von häufigen undgroßen Anfällen für nötig halten, das Hotelpersonal oder andereGäste über ihre Erkrankung informieren. Sonst kann es passieren,dass bei einem Anfall sofort der Notarzt gerufen wird.42 Urlaub bei Epilepsie


Sport und EpilepsieSport in Maßen ist wohltuend für die meisten Menschen, auch fürEpilepsiekranke. Vermehrtes Atmen und Schwitzen bei sportlicherBetätigung löst grundsätzlich keine Anfälle aus, nur extremephysische und psychische Belastungen können einen ungünstigenKrankheitsverlauf zur Folge haben und Anfälle auslösen.Grundsätzlich sollte ein Mensch, der zu Anfällen neigt, seineTeamkameraden, Trainer oder Mitspieler von seiner Krankheit undder Möglichkeit eines Anfalls informieren. Zum einen, um sie aufeinen Ernstfall so vorzubereiten, dass sie adäquat reagierenkönnen, zum anderen, damit er selbst durch einen Anfall anderenicht gefährdet.Die Gefahr bei Epilepsien und Sport geht vom akuten Anfall aus.Deshalb gibt es einige Sportarten, die für Menschen, die häufigeoder uneinschätzbare Anfälle haben nicht geeignet sind. DieFaustregel lautet: „Nicht zu schnell, nicht zu hoch und nicht insWasser.“Rennsportarten wie Fahrrad- oder Autorennen sind ebenso riskantund sollten vermieden werden. Dagegen kann ein Anfallskrankerdurchaus Rad fahren, sollte aber zu seinem Schutz einen Helmtragen.Nicht zu schnell!Sportarten in großer Höhe mit Absturzgefahr, z. B. Fallschirmspringen,Drachenfliegen, Klettern, Sportfliegen, sollten nichtausgeübt werden. Auch beim Reiten kann ein Sturz sehrgefährlich werden. In jedem Fall ist wie bei gesunden Reiternauch das Tragen eines Schutzhelms ratsam.Nicht zu hoch!Bedenklich ist Wassersport (Schwimmen, Surfen, Tauchen), da einAnfall im Wasser lebensgefährlich sein kann, wenn nicht nebendem Epilepsiekranken eine Begleitperson schwimmt, die ihn imErnstfall vor dem Ertrinken retten kann. Wenn diese Voraussetzungerfüllt ist, kann auch ein Epilepsiekranker zum Beispielschwimmen gehen. Beim Rudern oder Segeln ist eineSchwimmweste anzuraten.Nicht ins Wasser!Grundsätzlich sollten epilepsiekranke Sportler Sport in Begleitungund unter Anwendung der auch für Gesunde üblichenSchutzmaßnahmen (Helme, Schwimmwesten) ausüben.Außerdem ist es für Brillenträger ratsam, während des SportsKontaktlinsen zu tragen, damit bei einem Sturz keine zusätzlicheGefahr durch Glassplitter besteht.Sport und Epilepsie 43


AdressenDeutsche Epilepsievereinigung e.V.Zillestraße 102 , 10585 BerlinTelefon 030 3424414Epilepsie-Hotline: 0180 1424242, Montag bis Mittwoch 10–16 UhrE-Mail: info@epilepsie.dewww.epilepsie.shDeutsche Gesellschaft für Epileptologie e. V. (DGfE)Herforder Str. 5–7, 33602 BielefeldTelefon 0521 124192E-Mail: p.gehle@dgFe.infowww.dgfe.infoInformationszentrum Epilepsie (IZE)Herforder Str. 5-7, 33602 BielefeldTelefon 0521 124117E-Mail: ize@idgFe.infowww.izepilepsie.deGeschäftszeiten:Montag bis Donnerstag 9–12 Uhr; Freitag 9–13 UhrGesellschaft für Epilepsieforschung e.V.Kantensiek 19, 33617 BielefeldTelefon 0521 1444801www.epilepsieforschung.dee.B.e. Epilepsie Bundes-Elternverband e.V.Am Eickhof 23, 42111 WuppertalTelefon 0202 2988465E-Mail: kontakt@epilepsie-elternverband.dewww.epilepsie-elternverband.deArbeitsgemeinschaft für Epilepsie Selbsthilfe(Regional und Überregional)Schützenstr. 34, 49525 LengerichTelefon 05481 82288IFA Interessengemeinschaft für Anfallskranke e.V.Postfach 100930, 50449 KölnTelefon 0221 95154257E-Mail: info@epilepsie-online.dewww.epilepsie-online.de44 Adressen


Internationaler Epilepsie Notfallausweis(IENA)Patienten sollten den Internationalen Epilepsie Notfallausweis(IENA) mit sich führen. Dieser wurde von der Interessenvereinigungfür Anfallskranke in Köln (IfA Köln), dem Verein zur HilfeEpilepsiekranker e. V., und zwei Epilepsieexperten geschaffen. Eshandelt sich dabei nicht um einen amtlichen Ausweis, sondernum ein freiwillig mitgeführtes Dokument, das aber bei einemAnfall, einem Unfall oder einer plötzlichen schweren Erkrankunglebenswichtig sein kann.In diesem Ausweis werden folgende Informationen eingetragen:• persönliche Daten• Krankheitsbild, Behandlungsmaßnahmen im Notfall(am besten vom Arzt eintragen lassen)• Medikamente, Dosierung und Zeitraum der Einnahme bzgl.der Epilepsie• andere Medikamente, die eingenommen werden• MedikamentenunverträglichkeitNähere Informationen zum Internationalen Epilepsienotfallausweisund ein Bestellformular finden sich im Internet aufwww.epilepsie-online.deInternationaler Epilepsie Notfallausweis 45


ImpressumHerausgeberbetapharm Arzneimittel GmbHKobelweg 95, 86156 AugsburgTelefon 0821 748810, Telefax 0821 74881420Redaktionbeta Institut für angewandtes Gesundheitsmanagement gGmbHKobelweg 95, 86156 AugsburgTextSabine BayerLeitungTanja GüntnerDer Inhalt des Ratgebers „Depression“ basiert auf sorgfältigenRecherchen und gibt die gesetzlichen Rahmenbedingungenzum Zeitpunkt der Drucklegung wieder. Einen Anspruch aufVollständigkeit erheben wir nicht.Autoren und Herausgeber übernehmen keine Haftung für dieAngaben in dieser Broschüre.Dezember 200546 Impressum


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