Jahresbericht 98 mit Falldarstellung des Kinderschutzdienstes

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Jahresbericht 98 mit Falldarstellung des Kinderschutzdienstes

Fällen sehr viel Kooperation erfordert, gerade wenn Verfahren beim Familiengericht oderStrafgericht anstehen und Gutachten erstellt werden müssen, ist mit einer langfristigenBegleitung zu rechnen. Auch Clearing-Aufträge, die immer häufiger vom Jugendamt anuns herangetragen werden, bedeuten einen hohen Aufwand an Telefonaten undzusätzlichen Kooperationsterminen, um entsprechende Informationen von Schulen,Kindertagesstätten, anderen Beratungsinstitutionen etc. zusammenzutragen.Bezüglich der Verteilung der Misshandlungsformen ist eine leichte Zunahme sowohl bei„Vernachlässigung“ als auch bei „Körperlicher Misshandlung“ zu verzeichnen.Entwicklungsbereich:Kinderschutz bei Risikofamilien mit Säuglingen und KleinkindernDas Beratungsangebot für Familien mit Säuglingen und Kleinkindern wird nach wie vorgenutzt.Inzwischen ist in Fachkreisen in Landau/SÜW bekannt, dass der Kinderschutzdienst mitdem Beratungsangebot für Risikofamilien in Krisensituationen zur Verfügung steht, umeiner eventuellen Kindeswohlgefährdung entgegen zu wirken. Auch ist bekannt, dass derDKSB mit seinem PEKiP-Angebot, dem Eltern-Kind-Treff und anderen genanntenProjekten den Bereich der Prävention bei „Familien mit Säuglingen und Kleinkindern“bedient.Das in Kraft Treten des Kinderschutzgesetzes im April 2008 wirkte sich auf die StadtLandau und den Kreis SÜW insofern positiv aus, dass dem Säuglings- undKleinkinderbereich endlich eine besondere Aufmerksamkeit gilt.Die Kinderärzte, Kinder- und Entbindungsstationen in den Krankenhäusern undHebammen zeigen ein großes Interesse an einer Vernetzung, die von den Jugendämterndurch geschulte Mitarbeiterinnen aufgebaut wird. Durch diese Aufmerksamkeit und diein Mainz eingerichtete Servicestelle, die auf Meldungen der Ärzte reagieren wird, wirdauf das Beratungsangebot im Kinderschutzdienst für die Zukunft mit steigendenFallzahlen der Risikofamilien in Krisen mit Säuglingen und Kleinkindern zu rechnen sein.Es stellt sich daher die Frage, wie sich die Kinderschutzdienste in naher Zukunft imBereich „Familien mit Säuglingen und Kleinkindern“ mit ihrem herkömmlichenBeratungsstandard umgehen sollen.Statistiken der letzten Jahre von Fachkreisen belegen: Bei „häuslicher Gewalt“ sindimmer neben den Erwachsenen auch die Kinder betroffen. 2/3 davon sind Säuglinge undKleinkinder.Wünschenswert wäre eine Diskussion anzuregen, ob es sinnvoll wäre, dieKinderschutzdienste, die Fachdienste bei Kindeswohlgefährdung, mit einer speziell imSäuglings- und Kleinkindbereich ausgebildeten Fachkraft zu erweitern um in der Lage zusein, adäquat auf der Basis der Bindungstheorie bei einer Gefährdung von Säuglingenund Kleinkindern reagieren zu können.Fachberatung bei Projekten : „Frühe Hilfen für Familien mit Säuglingen undKleinkindern“- Kinderschutz von Anfang an1. Eltern-Besuchs-Dienst(siehe dazu auch separaten Sachbericht Projekt „ElternBesuchsDienst“)Wie im Jahresbericht 2007 erwähnt, wurde im DKSB ein Elternbesuchsdienst mitausgebildeten ehrenamtlichen Mitarbeitern entwickelt. Seit Oktober 2008 finanzierendas Stadtjugendamt Landau und das Kreisjugendamt SÜW eine halbe Stelle für eineMitarbeiterin in diesem Projekt. Bisher waren die Mitarbeiterinnen zweimal pro Wochezu Elternbesuchen im Vinzentiuskrankenhaus.4

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