Alltag - Franz Sales Verlag

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AshaimanDie Stadt GottesSeit 10 Jahren: „Aktion-Lichtblicke“der Sales-Oblaten in GhanaThomas Schmeckpeper inmitten derJugend von AshaimanStolz kann das Land Ghanasein, da es mit der HafenstadtTema Schiffe und somit Menschenund Güter aus der ganzenWelt anlockt. Nur leider sucht manin Tema vergebens den Hafenstadtflair,den man vielleicht ausHamburg oder Kopenhagen kennt,denn der Hafen wurde nicht fürTema, sondern Tema für den Hafengebaut. Da es keine Stadt ist,die historisch gewachsen ist, wurdendie Stadtteile schlichtwegdurchnummeriert von „Community1“ bis „Community 21“. Unterdiesen vielen Siedlungen, diesich eigentlich nicht groß voneinanderunterscheiden, gibt es eine,die deutlich heraussticht. Ashaiman,oder wie die Bewohner sagen„The City Of God (die StadtGottes)“.100 Jahre Licht 1906–2006Ashaiman ist laut. Jeder,der ein bisschen Geld zusammengekratzt hat,kauft sich ein paar Lautsprecherboxenund beschallt die Straßen sogut es geht, denn so etwas wieRuhestörung kennt der Afrikanernicht. Dazu die islamischen Gebetsgesängevon den zahlreichenMinaretten, das Geschrei selbsternannterPrediger, die mit Megaphonendurch die Straßen laufenund natürlich die Hupkonzerte derunzählbaren Taxis und Sammelbusse.Doch mittendrin ragt ein großes,weißes Gebäude hervor, auf dessenFrontseite Franz von Sales abgebildetist und das Ruhe ausstrahlt:der First-Contact-Place(FCP). Aber auch da ist es allesandere als ruhig. An die 40 Jungslaufen herum, waschen ihre Sachen,bereiten den Essenssaal vor,putzen ihre Schlafräume, machenHausaufgaben oder lassen sich vonden Volontären aus DeutschlandGeschichten erzählen. Alle Jungenhaben etwas gemeinsam: Sie kommenvon der Straße. 1996 entstandhier das von Pater KonradLienhard OSFS ins Leben gerufene„Aktion-Lichtblicke“-Projekt. Mitdem Ziel Straßenkindern ein Zuhauseund eine gesicherte Schulausbildungzu geben, arbeiten seitP. Konrad Lienhard OSFS (li.) bei einerErwachsenentaufe in Ghana. Im Hintergrund:P. Bernd Heisterkamp OSFSzehn Jahren ghanaische Mitarbeiterund deutsche Volontäre zusammen.Mittlerweile werdenüber hundert Kinder betreut undin ihrer Ausbildung unterstützt. Sohat es einer schon nach Deutschlandgeschafft. Joseph Addy, einJunge aus dem FCP, wohnt imHaus Overbach und studiert Maschinenbauin Jülich. Jedes unsererKinder ist vom Leben auf derStraße geprägt, und da die meistenbereits mit acht Jahren oder jüngerdieses Leben erfahren haben, sindgewisse Charakterzüge nur schwerrückgängig zu machen. Man siehtviele Dinge in Ashaiman, die manals Europäer nicht kennt, und manist auch von vielen Sachen angewidert,wenn ich da nur an denGeruch der offenen Kanalisationdenke, aber man spürt an jederEcke etwas, was das schmutzigeSlum in den Hintergrund rückenlässt. Der gemeinschaftliche Glaubeund das Vertrauen auf ein besseresLeben im Jenseits. Es istschön in der Stadt Gottes.Weitere Informationen über dieAktion Lichtblicke finden Sie imInternet unterwww.aktion-lichtblicke.de ■Thomas Schmeckpeper21

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