Ausgabe April 2005 - qs- nrw

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Ausgabe April 2005 - qs- nrw

EditorialAuge sofort zu weinen, wenn man tagtäglich den gesetzgebendenDilettantismus ausbaden muss und nun noch in einem richterlichenBeschluss erkennen darf, dass wohl nicht alle ihre Hausaufgaben gemachthaben.Liebe Kolleginnen,Liebe Kollegen,in einer bewegten Zeitperiode zu leben, machte schon immer einengewissen Reiz unseres Daseins aus. Das ändert sich aber schnell,wenn aus einer bewegten eine verdrehte Zeit wird.Bewegung ist nun auch in die Umsetzung des Gesundheitsreformgesetzesgekommen, als besonders reizvoll kann man das aber ausärztlicher Sicht wohl nicht empfinden.Dabei werden nicht wirklich medizinische Innovationen bewegt, sondernunzählige Blätter und Formulare, welche die neuen Betreuungsformendokumentieren, haben sich zur eigenständigen Bewegungentwickelt. Durch die tonnenschweren Papiere werden die Arztpraxenbald zu den größten papierverarbeitenden Betrieben werden.Die verantwortungsvolle Aufgabe, Formulare auszufüllen, ist ja inunserem Land weit verbreitet, wird aber äußerst hinderlich, wenndarunter die eigentliche Hauptaufgabe – die ärztliche Tätigkeit –leidet. Das ist wohl auch den Machern der Reform klar geworden, esinteressiert sie aber herzlich wenig. Der ärztliche Sachverstand wirdja zunehmend entbehrlich, vielmehr werden der Leistungserbringer,der Curaplan-Arzt und der DMP-Doktor gesucht, welche zeitgerechtfür ein geringes Entgelt ein Formular nach dem anderem kreuzgerechtbeschreiben können.Wir sind der Bürokratie hilflos ausgeliefert und erst der kollektive FormularBurn-Out wird die Gesellschaft wachrütteln.Aber wird es den geben? Nein, dazu sind wir alle mehr oder wenigerzu adaptiert oder man kann auch sagen domestiziert.Gesetzlich verordnete Reformen ohne Bürokratiezuwachs sind wahrscheinlichgesetzlich verboten, deshalb tauchen nun in unseren Praxenschon Anträge zur Herausgabe eines Antrages zur Durchführungeiner Rehamaßnahme auf. Leider finden wir aber solchetalentierten Reformer auch in unseren Reihen. Mit Inbrunst und vorauseilendemGehorsam werden Neuigkeiten in der Organisationvon Gesundheit und Krankheit ausgetüftelt, übersichtliche Prozesseverkompliziert, Abläufe gemanagt, die mit gesundem Menschenverstandleicht zu händeln wären. Und das alles noch unter dem Gesichtspunktder Evaluation.Die Praxisgebühr, das leidige Thema, die wir zwar eintreiben sollen,aber für Mahn- und Folgekosten selbst bezahlen dürfen. Wo inDeutschland gibt es einen vergleichbaren Präzedenzfall, überall werdenGebühren bis zum gerichtlichen Mahnbescheid von Amts wegenverfolgt, gepfändet und tituliert. Aber bei der Praxisgebühr ist allesanders, der Patient muss die zwar bezahlen, aber nicht die Säumnisgebühren.Es ist wohl schon eine gehörige Portion Ignoranz nötig,wenn mit dieser Entscheidung zugelassen wird, dass die Vertragsärzteüber ihre KVen auf diesen Zusatzkosten sitzen bleiben.Für den Arzt, der das SGB 5 zu beachten hat, kann nur geschlussfolgertwerden, gemäß Gesetz darf kein Patient behandelt werden,welcher nicht vorher die Gebühr entrichtet hat, Ausnahmen (abgesehenvon definierten Notfällen) ausgeschlossen.Die Bundesärztekammer hat sich in den nächsten Jahren die Aufgabegestellt, in Deutschland die Versorgungsforschung zu entwickeln.Ein maßgebender Punkt wird darin der „Physicalfaktor“ sein, dasVerhältnis Arzt zu seiner unmittelbaren berufsspezifischen Umwelt.Fragen wie: Kann ein frustrierter Arzt ein kompetenter Partner desPatienten sein? Gibt es Zusammenhänge zwischen finanziellen Problemendes Arztes und seiner täglichen Einsatzbereitschaft? Wie vielBürokratie verträgt ein Arzt? Diese Fragen sollten Gegenstand derErhebung sein. Ich glaube, die meisten Kollegen könnten sofort mehrseitigetreffende Antworten finden.Es ist zu hoffen, dass wissenschaftliche Methoden der Gesellschaftklarmachen können, dass es so nicht mehr allzu lange weitergehenkann. Dazu sind dann aber auch drastische Schlussfolgerungen nichtzu vermeiden.Ob wir als Ärzteschaft dazu in der Lage sind, bleibt abzuwarten.IhrH. PohleWelche Berufsgruppe schafft schon einen funktionierenden Bewertungsmaßstabab und ersetzt ihn durch eine Baustelle voller Zahlenkonvolute,die die Arbeit nicht vereinfachen werden? Und das alleszum absoluten Nulltarif! Ein EBM, den keiner braucht und nur wenigewollten, wird vor allem die EDV glücklich machen. Der Patientspürt von den Verbesserungen wenig, ratlos sitzt er höchstens vor seinemsprachlosen Doktor und empfindet zunehmend Mitleid mit unsererBerufsgruppe. So ändern sich die Gesichtspunkte, wenn gesellschaftlicheProzesse so laufen, wie sie z.Z. laufen. Das alles ist nurnoch mit einem lachenden Auge zu ertragen. Leider beginnt das98 Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang


KammerinformationenVorstandssitzung der LÄKBGestaltung medizinischer Versorgungszentren – gemeinsamesAnliegen von Kammer und KVUm das Thema medizinische Versorgungszentren(MVZ) und die weit verbreitete Unsicherheitbei deren Gestaltung ging es in Teil1 der Märzvorstandssitzung der Landesärztekammerin Motzen, zu dem auch der Vorsitzendeder Kassenärztlichen VereinigungBrandenburg (KVBB), Dr. Hans-Joachim Helming(rechtes Foto rechts im Gespräch mitdem Präsidenten der Landesärztekammer,Dr. Udo Wolter) eingeladen worden war. Dr.Helming sagte, Ausgangspunkt aller Überlegungenmüsse sein, was mit den MVZ politischgewollt sei und welche rechtlichen Rahmenbedingungensich daraus ergeben. DieÄrzte müssten den Gestaltungsspielraumnutzen und definieren, wie sie sich MVZ vorstellenund wünschen, also selbst Lösungsvorschlägemachen und die entsprechendenRahmenbedingungen dafür schaffen. Helmingbezeichnete MVZ als eine wichtigeEine Delegation des Landesverbandes derfreien Berufe war bei Brandenburgs MinisterpräsidentenMatthias Platzeck in Potsdam am9. Februar zum Gespräch eingeladen. Zudieser Abordnung, die vom BrandenburgerLandesverbandsvorsitzenden Thomas Schmidtgeleitet wurde, gehörten auch der PräsidentMethode der Patientenversorgung in der Zukunftund als funktionale interdisziplinäremedizinische Zusammenarbeit, die von denÄrzten überwiegend positiv bewertet werde.Der Präsident der Landesärztekammer Dr.Udo Wolter schlug vor, sich in einer gemeinsamenArbeitsgruppe LÄKB/KVBB mit denVertreter der freien Berufe:Bei Brandenburgs MinisterpräsidentMatthias Platzeck zum GesprächBrandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck(l.) begrüßt den Vorsitzenden des Landesverbandesder freien Berufe, Thomas Schmidt. Im VordergrundDr. Udo Wolter, Präsident der Landesärztekammer,und Vizepräsidentin Elke Köhler.der Landesärztekammer Brandenburg, Dr.Udo Wolter, und die Vizepräsidentin, ElkeKöhler. Wichtigster Gesprächspunkt des Meinungsaustauscheswar die seit kurzem für dieEuropäische Union gültige neue Dienstleistungsrichtlinieund deren zu erwartendeAuswirkungen auf die freien Berufe.Die Vertreter der freien Berufe gewannen denEindruck, dass sich der Ministerpräsidentihren Problemen gegenüber durchaus offenzeigte und versuchte, ihre Bedenken zu verstehen.Dr. Udo Wolter nutzte die Gelegenheit,auf den nach wie vor bestehenden Ärztemangelim Land Brandenburg sowohl imniedergelassenen als auch im stationären Bereichhinzuweisen. Er widersprach der Thesedes früheren Brandenburger Gesundheitsministersund heutigen SPD-Fraktionsvorsitzendenim BrandenburgerLandtag, Günter Baaske,polnische und tschechische Ärztehätten schon wesentlich zur Beseitigungdes Mangels beigetragenund könnten grundsätzlich zur Behebungdes Problems führen. Dr.Wolter zeigte anhand von Zahlen,dass zahlreiche ausländischeGestaltungsmöglichkeiten von MVZ zu befassen.Es wurde für Anfang April ein erstesTreffen vereinbart. Für die Landesärztekammerwerden daran Dr. Udo Wolter, VizepräsidentinElke Köhler und Dipl.-Med. HubertusKruse teilnehmen.hak/Fotos: Hans-Albrecht KühneArztkollegen nur wenige Monatein Brandenburger Krankenhäusernblieben, nach erhaltener Facharztanerkennungaber häufig auf besser bezahlte Stellenin den westlichen Bundesländern wechseltenund so keineswegs zu einer Entspannungder Mangelsituation beitrügen.Dr. Wolter: „Es ist sehr wichtig, dass wir auchauf Landesregierungsebene Verständnis fürunsere Sorgen im Bezug auf den Ärztemangelfinden. Der Ärztemangel kann nur behobenwerden, wenn die Politik im Allgemeinenund die Bundesregierung im Besonderen ihrePosition zur Ärzteschaft überdenkt und dieStellung, sprich Vergütung der Ärzte in vielenBereichen verbessert wird.“Ministerpräsident Platzeck bat um Verständnis,dass er nur über den Landesverband derfreien Berufe zu dieser alljährlichen Gesprächsrundeeinladen könne. Für Einzelgespräche,für Fragen zu speziellen Sachentscheidungenverwies er auf die Kompetenzder entsprechenden Fachminister.(hak)Blick in die Gesprächsrunde des Ministerpräsidenten mit denVertretern der freien Berufe.Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang99


KammerinformationenBrief der Hartmannbund-Landesverbandsvorsitzenden an Ministerpräsident Platzeck:Der Ostabschlag muss endlich weg!Unmittelbar nach dem Treffen des BrandenburgerMinisterpräsidenten MatthiasPlatzeck mit den Freiberuflern des BundeslandesBrandenburg schrieb Elke Köhler,Vorsitzende des Hartmannbund-LandesverbandesBrandenburg und Vizepräsidentinder Landesärztekammer, einenBrief an den Ministerpräsidenten, in demsie auf einige weitere wichtige Problemehinwies, die beim Treffen am 9. Februarwegen der Kürze der Zeit nicht mehr zurSprache gekommen waren.Brief der Hartmannbund-Landesverbandsvorsitzenden an Bundespräsident Köhler:Der Osten trocknet immer mehr ausSo forderte Elke Köhler in ihrem Brief, dass„15 Jahre nach der Wende der Ostabschlagvon 10 %“ in der GOÄ endlich weg müsse.Sie wies in diesem Zusammenhang daraufhin, dass „wir Ärzte in den neuen Bundesländernim Verhältnis zu unseren Kollegen in denalten Bundesländern sehr wenig Privatpatientenhaben“. Und sie sprach Platzeck direktan: „Da Sie gerade bei Hartz IV diese Ungerechtigkeitzwischen Ost und West verurteilenund um eine Angleichung kämpfen, bitte ichSie, sich auch für uns Ärzte in den neuen Bundesländerneinzusetzen.“ Weiter kritisiertedie Hartmannbund-Landesverbandsvorsitzendein ihrem Brief die „zunehmende Bürokratisierung“im stationären Bereich durch dieDRG’s und im ambulanten Bereich durch dieDMP’s. Die DMP’S seien „eine Geldbeschaffungsquelleder Krankenkassen“ und dientennicht zuallererst dem Patientenwohl. Die Zeitfür den „Dokumentenwahnsinn“ hätten dieÄrzte viel lieber für die Behandlung der Patienten,so Elke Köhler abschließend.(hak)In einem offenen Brief an den BundespräsidentenHorst Köhler bat die Landesverbandsvorsitzendedes Hartmannbundes,Elke Köhler, den höchsten Repräsentantender Bundesrepublik, „sich für uns Ärzte ausden neuen Bundesländern einzusetzen, etwasgegen den zunehmenden Ärztemangel,für die Angleichung der GOÄ Ost -West und gegen die zunehmende Bürokratisierungzu unternehmen“.Zum Ärztemangel schreibt Elke Köhler:„Warum stehen sich in Berlin oder Münchendie Ärzte gegenseitig auf den Füßen undsind schlimmstenfalls sogar bereit, als Inhabersog. Hobbypraxen am Rand der Existenzmöglichkeitenzu arbeiten, währendsich dort, wo für Ärzte Arbeit zuhauf ist, wiebeispielsweise in den neuen Bundesländern,kaum jemand niederlassen mag? Es sind dieDepression und die Perspektivlosigkeit, diedie östlichen Bundesländer selbst verbreiten“.Eine Niederlassung als Arzt bedeute inder Regel eine Bindung für 30 Jahre. Weraber solle sich für eine Region entscheiden,aus der die Jungen und Leistungsfähigenfliehen?Elke Köhler glaubt nicht, dass der Appell derGesundheitsministerin Schmidt an Medizinstudenten,nach dem Studium dorthin zu gehen,wo sie gebraucht würden, Wirkung erzielenwerde. So lange das Vergütungsgefällezwischen West und Ost bestehe, dieArbeitsbedingungen in den Krankenhäusernabschreckten und die wirtschaftliche wieauch die kulturelle Infrastruktur im Ostenaustrockne, sei kaum damit zu rechnen. DieHartmannbund-Landesverbandsvorsitzendemachte den Bundespräsidenten auch auf dieTatsache aufmerksam, dass viele ausländischeArztkollegen Brandenburg nur alsSprungbrett nutzten für besser bezahlte Jobsim Westen.Elke Köhler, die eingangs auf unbeantwortetgebliebene Briefe an GesundheitsministerinSchmidt Bezug genommen hatte, endete mitdem Angebot: „Gern wäre ich auch zu einemGespräch bereit, wenn es Ihre Zeit erlaubensollte.“(hak)Giftnotruf für Berlin und Brandenburg:(030) 19240030 19240 – das ist der telefonische Giftnotruffür Berlin und Brandenburg. 03019240 – diese Nummer gilt Tag und Nacht,an 365 Tagen rund um die Uhr, wie es aufder Internetseite (www.giftnoruf.de) des Institutsfür Toxikologie heißt. Das Institut fürToxikologie – Klinische Toxikologie und GiftnotrufBerlin, das auch die Beratung für dasLand Brandenburg mit leistet, sitzt in derOranienburger Straße 285 in 13437 Berlin.Leiterin ist PD Dr. Dagmar Lampe. 12 Ärzteteilen sich dort den Dienst. Im vergangenenJahr hatte der Giftnotruf etwa 35.000 Fragenvon Laien und Ärzten zur Risikoeinschätzung,Behandlung und Prävention vonVergiftungen telefonisch zu beantworten.Neben der Beratungstätigkeit gehören diekontinuierliche Aktualisierung der Beratungsunterlagensowie die Nachverfolgungund die Auswertung von Vergiftungsfällenzur Arbeit des Institutes. So können über denEinzelfall hinaus auch allgemeine Angabenzur Giftigkeit von Substanzen und zumErfolg bestimmter Behandlungen gemachtwerden.Bei allen Vergiftungen gelte, so das Institutauf seiner Internetseite: Keine Panik – Ruhebewahren! Giftnotruf, Hausarzt oder Notarztanrufen. Und es folgen einige allgemeineHinweise: „1. Tee, Wasser oder Saft zutrinken geben. Keine Milch! 2. Kein Erbrechenauslösen. Kein Salzwasser geben! 3.Giftnotruf nutzen.“ – Sicherheit gehe dabeistets vor Geschwindigkeit!(hak)Anzeige100 Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang


KammerinformationenSpendenaufruf der ärztlichen Organisationen für die von derFlutwelle betroffenen Kolleginnen und Kollegen in SüdostasienNach dem gewaltigen Seebeben im indischenOzean, das Tausende Menschen anden Küsten mehrerer Länder zu Opfern vonFlutwellen machte, läuft nun die internationaleAkuthilfe auf Hochtouren. Daneben sind jedochlangfristige Hilfsmaßnahmen wichtig,um den Menschen eine Zukunftsperspektivezu schaffen. Dazu gehört unbedingt der Wiederaufbauder medizinischen Infrastruktur,die in den Katastrophengebieten zerstört wurde.Die Ärztinnen und Ärzte vor Ort wollenund müssen schnell wieder in die Lage versetztwerden, aus eigener Kraft der Bevölkerungeine umfassende Betreuung zu geben.Die Hartmannbund-Stiftung „Ärzte helfenÄrzten“ hat ein Sonderkonto eingerichtet. Diedort eingehenden Spenden werden über denWeltärztinnenbund und den Weltärztebundder Region unmittelbar an die von der Naturkatastropheheimgesuchten Kolleginnen undKollegen weitergegeben, damit sie die medizinischeVersorgung ihrer Patientinnen undPatienten wieder angemessen durchführenkönnen.Spenden Sie bitte für die vom Seebebenbetroffenen Ärztinnen und Ärzte:Stichwort: „Ärzte helfen Ärzten“Konto-Nr.: 777 5555BLZ: 100 906 03Deutsche Apotheker- und ÄrztebankBitte beim Spenden die vollständige Adresseangeben, damit die Spendenquittung zugeschicktwerden kann.Prof. Dr. Dr. HoppePräsident der Bundesärztekammer und desDeutschen ÄrztetagesDr. ThomasVorsitzender des Hartmannbundes-Verbandder Ärzte Deutschlands e.V.Dr. Köhler1. Vorsitzender der Kassenärztlichen BundesvereinigungDr. Montgomery1. Vorsitzender des Marburger Bundes-Verbandder angestellten und beamteten Ärztinnenund Ärzte Deutschlands e.V., BundesverbandProf. Dr. WeiserPräsident des Verbandes der leitenden KrankenhausärzteDeutschlands e.V.Dr. BührenPräsidentin d. Deutschen Ärztinnenbundes e.V.Dr. Dr. WeitkampPräsident der BundeszahnärztekammerArbeitsgemeinschaft der Deutschen Zahnärztekammerne.V.Dr. WalterVorsitzender des Bundesverbandes der Ärztedes Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V.Dr. BreitlingPräsident der Bundestierärztekammer e.V.Dr. BeckmannBundesvorsitzender des Freien VerbandesDeutscherZahnärzte e.V.Akademie für ärztliche Fortbildung:Qualifikationskurs für Transfusionsverantwortliche undTransfusionsbeauftragteGut besucht mit 28 Teilnehmern war am 11.und 12. März der Qualifikationskurs fürTransfusionsverantwortliche und Transfusionsbeauftragte,den die Akademie für ärztlicheFortbildung organisiert hatte und der unterder Leitung von MR Dr. Elke Grünelt (linkesFoto vorn stehend), Ärztliche Leiterin desDRK-Blutspendedienstes Berlin und Brandenburg,Institut Cottbus, sowie von Dr. GünterHaring (linkes Foto vorn sitzend), Chefarztder Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapieam Carl-Thiem-Klinikum Cottbus, stand.In ihrer Einleitung ging Dr. Elke Grünelt aufden „Aids-Skandal der 90er Jahre“ ein,durch den die Transfusionsmedizin verstärktin den Fokus der Öffentlichkeit geraten war.Man strebe zwar nach einer 100prozentigenSicherheit, aber die werde es nie geben können.Dr. Grünelt wies auf die Besonderheithin, dass Blut unter zwei Gesetze falle. LangeJahre habe allein das Arzneimittelgesetz dieRichtlinien vorgegeben, inzwischen gelte dieszwar weiter, aber das Transfusionsgesetz seinoch hinzugekommen.Die mit 16 Fortbildungspunkten zertifizierteVeranstaltung bestritten als Referenten nebenden beiden Kursleitern noch PD Dr. FrankBühling, 1. Oberarzt am Institut für KlinischeChemie und Laboratoriumsdiagnostik amCTK Cottbus, Dr. Roland Karl, Ärztlicher Leiterdes DRK-Blutspendedienstes Berlin undBrandenburg, Institut Potsdam, und Dipl.-Med. Elvira Schulz, Arztpraxis Dr. Bertholdund Partner, Frankfurt (Oder).hak/Fotos: Hans-Albrecht KühneBrandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang101


GesundheitspolitikLandesdelegiertenversammlung des Hartmannbund-Landesverbandes BrandenburgElke Köhler ohne Gegenstimme erneut zur Vorsitzenden gewähltErste Glückwünsche zur Wiederwahl erhielt die LandesvorsitzendeElke Köhler von Dr. Thomas, dem Hartmannbund-Deutschlandchef.Zu seiner Landesdelegiertenversammlung2005 hatte der Hartmannbund-LandesverbandBrandenburg am 19. März traditionellins Romantik-Hotel „Alte Försterei“ in KlosterZinna bei Jüterbog eingeladen. Als Gästekonnte Landesvorsitzende Elke Köhlerbegrüßen: Hartmut Reiners, ReferatsleiterGrundsatzfragen der Gesundheitspolitik imBrandenburger Ministerium für Arbeit, Soziales,Gesundheit und Familie, Dr. Hans-JoachimHelming, Vorsitzender des Vorstandesder Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg,Dr. Hans-Jürgen Thomas, Vorsitzenderdes Bundesverbandes des Hartmannbund –Verband der Ärzte Deutschlands, Dr.Günther Jonitz, Präsident der Berliner Ärztekammer,MR Dr. Werner Hessel, kommissarischgleichberechtigter Vorstandsvorsitzenderder Ärzte-Union Brandenburg, undGabriele Kosika vom Hartmannbund-LandesverbandThüringen.Wichtiger Tagungsordnungspunkt diesmal:die Vorstandswahlen, bei denen Elke Köhlerohne Gegenstimme erneut zur Vorsitzendendes Landesverbandes und Dipl.-Med. RainerHanisch mit einer Gegenstimme erneut zuihrem Stellvertreter gewählt wurden. DieVoraussetzungen für Kontinuitätin der Verbandsarbeitsind also geschaffen.Nach einem Grußwort vonDr. Thomas erstattete ElkeKöhler den Tätigkeitsberichtder Landesvorsitzenden.Darin würdigte sie den Erfolgder Liste des Hartmannbundesbei der Kammerwahl2004. Obwohl dieKammerversammlung verkleinertwurde, erreichte derHartmannbund 13 Sitze,also zwei mehr als bei derWahl zuvor. Im Vorstand seier mit Dr. Hanjo Pohle undElke Köhler gut vertreten. Ausführlich ging dieHB-Landesvorsitzende auf die Auswirkungendes am 1. Januar 2004 eingeführten GKV-Modernisierungsgesetzes ein, das keinenGrund zur Freude biete: „Ganz überwiegendhaben Patienten und Versicherte die LastenDr. Hans-Jürgen Thomas (M.) und Dr. Horst Müller (r.)gemeinsam mit Claus Köhler, Geschäftsführer desHB-LV Brandenburg, bei der Stimmenauszählung.der Reform getragen.“ Das Ziel, die Kassen zusanieren, sei erreicht. Nun sei „eine umfassendeFinanzreform der GKV notwendig, diesie unabhängig von Demografie und Arbeitsmarktmacht. Dabei muss die Eigenvorsorgean Bedeutung gewinnen.“Skeptische Blicke bei den Ärzten. Referatsleiter Reiners (l.) hat aufmerksame Zuhörer (v.l.n.r.): Dr. GüntherJonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin, PD Dr. Thomas Erler, Chefarzt der Kinderklinik am CottbuserCarl-Thiem-Klinikum, MR Dr. Werner Hessel, komm. gleichberechtigter Vorstandsvorsitzender der Ärzte-Union Brandenburg, und Dr. Hans-Joachim Helming, Vorstandsvorsitzender der KV Brandenburg.Fotos: Hans-Albrecht KühneÄrzte ausgequetscht wie ZitronenIn Deutschland gebe es kein Ausgaben-, sondernein Einnahmeproblem, vor allem durchdie hohe Zahl an Arbeitslosen. Die Ärzte seine„auf der Ausgabenseite ausgequetschtworden wie eine Zitrone“, sagte Elke Köhler.Und: „Kostengünstiger als die niedergelasseneÄrzteschaft jetzt schon gearbeitet hat, gehtes gar nicht.“ Besonders in ländlichen Gebietenund in den neuen Bundesländern arbeitetenviele Ärzte bis zur Erschöpfung.Schlechte Arbeitsbedingungen, noch mehrBürokratie, zusätzliche Kosten durch denelektronischen Arztausweis – die Belastbarkeitder Ärzte sei nicht unendlich. Elke Köhlerkritisierte den Hausärztevertrag der BarmerErsatzkasse, DMPs und die kaum zu kontrollierendeMacht des gemeinsamen Bundesausschusses.Elke Köhler erstattete den Tätigkeitsbericht.Ausführlich ging die Landesverbandschefinauf die vielfältigen Ursachen für den Ärztemangelim Allgemeinen und in den neuenBundesländern im Besonderen ein. Der Appellvon Gesundheitsministerin Ulla Schmidt,junge Menschen, die eine Ausbildung zumArzt finanziert bekommen hätten, sollten Verantwortungübernehmen und sich in nicht soattraktiven Gegenden niederlassen, erinnereElke Köhler an das Ende ihrer eigenen Studienzeit,als sich junge Ärzte in der DDR ihreArbeitsstellen auch nicht aussuchen konntenund dorthin gelenkt wurden, wo sie gebrauchtwurden. „Der Erhalt der Freiberuflichkeit,der Abbau der Bürokratie und eineangemessene Vergütung sind die Voraussetzungenfür die Sicherstellung einer patientennahenVersorgung in Deutschland. Anderenfallsfolgt eine zentralisierte Versorgung mitlangen Wegen für Patienten und eine Medizinnach Programm“, resümierte Köhler. Ziel desHartmannbundes bleibe es, „gegen einen ungebremstenWeg in die Staatsmedizin zukämpfen“.102 Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang


GesundheitspolitikDer Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Hans-Jürgen Thomas:Wir brauchen mehr Freiheit statt mehr Korsett!Seine traditionell guten Kontakte zu den„Hartmannbündlern“ Brandenburgs hobder Hartmannbund-Deutschlandchef Dr.Hans-Jürgen Thomas in seinem Grußworthervor. Thomas, der zugleich Hartmannbund-Landesvorsitzenderin Westfalen-LippeDr. Hans-Jürgen Thomas, Vorsitzender des Bundesverbandesdes Hartmannbund – Verband der Ärzte Deutschlands, hielteine Grußansprache.Foto: Kühneist, erinnerte an seinen ersten Brandenburg-Besuch 1990, dem zahlreiche weitere Visitengefolgt waren.Es sei ihm eine Verpflichtunggewesen, in seinem „letzten Amtsjahr“noch einmal zum Landesverband Brandenburgzu kommen.Seine Hoffnung von 1990, helfenzu können, ein freiheitliches Gesundheitswesenauch in den OstenDeutschlands zu bringen, sei in denzurückliegenden Jahren „bitter enttäuschtworden“.Er vermisse die freiheitliche Berufsordnungund die Liberalität vergangenerJahrzehnte, die durch einKorsett, das der Staat der Ärzteschaftbewusst angelegt habe, verlorengegangen seien.Dr. Thomas kritisierte mit eindrucksvollenFakten zur immer mehranwachsenden Zahl von Rechtsverordnungenund Einzelbestim-mungendie Flut der Bürokratie, unter der dieÄrzte zu leiden hätten. Kritische Worte fander für den Hausärztevertrag der Barmer Ersatzkasse,der im Kleingedruckten so mancheFußangel enthalte.Ein Vertrag, der die Therapiefreiheit desArztes und die Würdigung der Individualitäteines jeden Patienten mit Füßen trete.Ein Vertrag, der die Freiberuflichkeit desArztes weiter einschränke. Eine Kritik,die Thomas auch auf den EBM 2000+oder die DRGs in den Krankenhäusern ausweitete.Dr. Thomas sagte, das Gesundheitswesen inDeutschland brauche mehr Transparenz,mehr Wettbewerb und mehr Eigenvorsorge,sprich den schrittweisen Aufbau einer Kapitaldeckungfür die wachsenden Gesundheitskosten.Der Hartmannbund-Vorsitzendeforderte schließlich unter dem Beifallder Ärzte: „Wir brauchen mehr Freiheitstatt mehr Korsett!“(hak)Der neue Vorstand des Hartmannbund-LandesverbandesDer neue Vorstand des Hartmannbund-Landesverbandes Brandenburg (v.l.n.r.): Dr. Fritz Laag (Bad Liebenwerda/4. Beisitzer), Dipl.-Med. Ilona Weinmann(Jüterbog/1. Beisitzerin), die Vorsitzende Elke Köhler (Jüterbog), der stellvertretende Vorsitzende Dipl.-Med. Rainer Hanisch (Spreenhagen), Dr. Anke Wipfli-Funke (Carl-Thiem-Klinikum Cottbus/2. Beisitzerin), Dr. Cornelia Müller (Guben/3. Beisitzerin) und Dr. Lars-Uwe Rau (Rheinsberg/5. Beisitzer).Foto: Hans-Albrecht Kühne104 Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang


GesundheitspolitikInternationale Friedensorganisation der Ärzte mit einem offenem Brief:Appell an den Präsidenten George W. Bushanlässlich des Besuches in der Bundesrepublik Deutschland im Februar 2005Herr Präsident, wir wenden uns an Sie alsdie Deutsche Sektion der InternationalenFriedensorganisation der Ärzte IPPNW, diefür ihren Beitrag zu einer friedlichen Ost-West-Verständigung im Kalten Krieg 1985mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnetworden ist.Wir begrüßen Sie in dem Land, das nachJahren einer verheerenden Schreckensherrschaftseine demokratische Wiederaufrichtungvor allem der amerikanischen Unterstützungverdankt und das diese Dankbarkeitnicht vergessen hat.Unsere Ärzteorganisation beobachtet nunindessen mit Sorge, dass die USA die internationaleFriedensordnung gefährden undz. T. verletzen, die sie selbst in der UNO zumSchutz vor kriegerischer Willkür zu etablierenmaßgeblich geholfen haben. Deshalbappellieren wir an Sie:Hören Sie auf, Herr Präsident, die Weltdurch Spaltung in gut und böse in eine ständigekriegerische Bedrohung zu versetzen!Hören Sie damit auf, kolonialistische Eroberungenals humanistische Wohltaten auszugeben.Und machen Sie klar, dass die vonIhnen vielfach beschworene Freiheit nichtden Anspruch einschließt, eigenmächtig Militärschlägeoder Kriege zu führen und sichunverzichtbaren völkerrechtlichen und ökologischenGemeinschaftsverpflichtungen zuentziehen.Zudem liegt es in Ihrer Verantwortung, diegefährlichste aller Unfreiheiten für dieMenschheit abzubauen. Das ist die atomareBedrohung, deren Realisierung unsere vollständigeärztliche Ohnmacht enthüllen würde.Wir kommen nicht umhin, Sie an die bisherausgebliebene Erfüllung des Atomwaffensperrvertragesvon 1970 zu erinnern,der die Einleitung von Verhandlungen mitdem Ziel einer vollständigen nuklearen Abrüstungzur Pflicht gemacht und in Artikel 1die unmittelbare oder mittelbare Weitergabevon Atomwaffen an kernwaffenfreie Länderuntersagt hat. 92 % der Deutschen erwartenvon Ihnen die umgehende Beseitigung dervertragswidrig auf deutschem Boden gelagertenUS-Atombomben.Wir appellieren an Sie, Herr Präsident, diefür uns alle sichtbare Lehre aus der furchtbarenTsunami-Katastrophe zu beherzigen, dieuns mahnt, die bereit liegenden großen moralischenKräfte der Menschen und Völkerzur gemeinsamen Überwindung unsererglobalen Probleme wach zu halten und zunutzen, anstatt auf das archaische und gefährlicheNiveau von Drachentöter-Szenarienzurückzufallen.Prof. Dr. Dr. Horst-Eberhard RichterDeutsche Sektion der Internationalen Ärztefür die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW)Körtestraße 1010969 Berlinunterstützt vonDr. Stephan Alder, PotsdamGudrun Hamann, PotsdamKonsensus-Statement der Arbeitsgruppe Berlin-Brandenburger Spastik-ZirkelZur Versorgung von Patienten mit schwerer Spastizitätin Berlin und BrandenburgMenschen mit schwerer Spastizität spinalenoder cerebralen Ursprungs leiden meist untereinem erheblichen funktionellen Handicap undhäufig starken chronischen Schmerzen undBewegungseinschränkungen und damit insgesamteiner schweren Einbuße der Lebensqualität.Hinzu kommt eine Erschwernis der Pflegeund Therapie durch Spastizität. Für diemeisten dieser Patienten besteht eine relevanteBehinderung und Einschränkung der Teilhabeam normalen Leben. Es handelt sich meist umPatienten im chronischen Stadium nach(schwerem) Schlaganfall, in fortgeschrittenenStadien der Multiplen Sklerose, mit Verletzungendes Rückenmarks und schweren traumatischenHirnverletzungen sowie um Patientenmit Spastizität, verursacht durch einen frühkindlichenHirnschaden oder angeborene Erkrankungen.Die Behandlung mit systemisch verabreichtenAntispastika im Sinne einer oralen Pharmakotherapiekann zwar effektiv sein, aber ist inadäquaten Dosisbereichen oft mit starken Nebenwirkungen,meist Müdigkeit und Muskelschwäche,belastet.Seit Ende der 80er Jahre haben sich für spezielleProbleme der schweren Spastizitätandere effektive und nebenwirkungsarme Therapieformenbewährt. Mit den implantierbarenInfusionspumpen zur rückenmarksnahenGabe von Baclofen (intrathekale Baclofen Therapie)existiert heute eine sichere und effektiveBehandlungsform für generalisierte Formender behindernden Spastizität. Hierbei bietenprogrammierbare Infusionspumpen deutlicheVorteile für den Patienten und Arzt gegenüberPumpen mit einer festen unveränderbarenInfusionsrate. Schmerzen und funktionelle Be-AnzeigenELISABETH HERWEG-PRÜSSERechtsanwältinARZTRECHTTätigkeitsschwerpunkte: Arzthaftung, Vertragsrecht, BerufsrechtIndividuelle TerminvereinbarungAm Schragen 29, 14476 PotsdamTel.: 0331-270 76 07 Fax: 0331-270 76 08Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang105


Gesundheitspolitikhinderungen aufgrund von Spastizität mit fokalemSchwerpunkt lassen sich heute durch lokaleInjektionen von Botuliniumtoxin effektivund nebenwirkungsarm behandeln. Als ultimaratio stehen neurochirurgische Eingriffe wieNeurektomien und Rhizotomien bei andersnicht behandelbaren spastischer Störungenzur Verfügung.Die Indikationsstellung zur Anwendung dieserTherapieformen verlangt eine enge Zusammenarbeitzwischen Patient, Arzt, Physiotherapeuten,Ergotherapeuten und Angehörigen.Besonders mit den Physiotherapeuten und Ergotherapeuten,die in das aktive Training einbezogensind, sollte ein Programm mit demZiel des senso-motorischen Funktionszuwachsabgesprochen werden. Nach Injektion von Botulinumtoxinoder Baclofenpumpenimplantationsollten neben der Redression besonders Behandlungskonzepteauf neurophysiologischerBasis zum Einsatz kommen. Auf medizinischrehabilitativerSeite ist die interdisziplinäre Zusammenarbeitvon Rehabilitationsmedizinern,Neurologen, Neuropädiatern, Neurochirurgen,Kinderorthopäden und Neurourologenunter Einbeziehung des multiprofessionellenTeams (Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden,Neuropsychologen und Sozialarbeitern)im Bereich der stationären und ambulantenRehabilitation und Pflege besonders wichtig.Eine enge Zusammenarbeit ist hier auch imSinne der Kostenträger, da Effekte der einzelnenTherapien so besser beurteilt, Behandlungeneffektiver gesteuert und Risiken sichererabgewogen werden können. In den letztenJahren zeichnete sich aus den Erfahrungen einesmultiprofessionellen, interdisziplinärenAnsatzes auch eine Tendenz zur Kombinationender verschiedenen Therapieformen bei besonderenIndikationen ab.Aktuelle Meta-Analysen von Studien über dieBehandlung schwerer Spastizität mit intrathekalemBaclofen und Botulinumtoxin zeigen sogareine günstige Kosten-Nutzen-Relation beiden betroffenen Patienten. Besonders Patienten,die bettlägerig sind oder wegen schweren,mit Spasmen verbunden Schmerzen auf dieBenutzung des Rollstuhls angewiesen sind,profitieren von dieser Therapie.Die bisher nur im Ausland durchgeführten Kosten-Effizienz-Analysender Behandlung mitBaclofen-Infusionspumpen und Botulinumtoxinbei schwerer fokaler und generalisierter Spastizitätzeigen insgesamt überzeugend, dassauf längere Sicht ein ökonomischer Vorteil derneuen differenzierteren Therapieansätze gegenüberden herkömmlichen Methoden zu erwartenist, obwohl die Kosten dieser Therapieverfahren(Kosten des Implantates, Medikamentenkostenfür Botulinumtoxin) initial hocherscheinen. Trotz der durchweg positiven Therapieergebnisseder oben genannten Verfahrenfür die Spastizitätsbehandlung bestehen in Berlinund Brandenburg immer wieder Einschränkungenin den Behandlungsmöglichkeiten.Die Einschränkungen für Patienten entstehendurch fehlende Kostendeckung für Implantate(Infusionspumpen) oder Medikamente (Botulinumtoxin).Durch mühsame Prozeduren beiEinzelanträgen und sich ständig änderndeVereinbarungen zwischen Krankenhäusernund Krankenkassen hat sich die Zahl der spezialisiertenZentren in Berlin und Brandenburg,die bereit sind, zum Beispiel das Managementeiner Infusionspumpen-Implantation zur intrathekalenSpastikbehandlung oder zu lokalenBotulinumtoxin-Injektionen zu übernehmen,in den letzten Jahren reduziert.In der Folge hat sich der Schwerpunkt des Managementsdieser Patienten von der Akutklinikhin in Ermächtigungsambulanzen (mit nur sehrspezifischen Möglichkeiten), zu niedergelassenenKollegen (Budgetprobleme) und in den Bereichder stationären und ambulanten neurologischenRehabilitation entwickelt. Dabeiergeben sich allerdings noch zusätzliche Problemeder Finanzierung (nicht zugelassene Behandlungenim Rahmen einer speziellen Ermächtigungund tagessatzabhängige Finanzierungmit Krankenkassen und Rentenversicherungsträgernohne relevante Möglichkeitenfür zusätzliche Kostenübernahmen im stationärenRehabilitationsbereich).Durch Einschränkungen der Ermächtigung derKassenärztlichen Vereinigungen Berlin undBrandenburg gelang es bisher nicht, ein odermehrere ambulante Kompetenzzentren mit einemSchwerpunkt im Bereich des gesamten„Spastikmanagement“ und einer ausgewiesenenErfahrung in allen Bereichen (Therapieverfahren,systemische Therapie einschl. Baclofenintrathekal, Botulinumtoxin, Neurochirurgie,Hilfsmittel- und Orthesen) zu etablieren. Hierwird die Last leider weiter dem Patienten überlassen,der von Arzt zu Arzt und von Therapeutzu Therapeut gehen muss und spezielle Verfahren(Redression) ambulant derzeit in Berlin undBrandenburg gar nicht erhalten kann (Ausnahmeneurologische Tageskliniken).Die Situation im Krankenhaus Neukölln dientals ein Beispiel für die Bereitschaft eines etabliertenund ausgewiesenen Kompetenzzentrumsim Spastikmanagement auch ohne institutionelleUnterstützung durch Kostenträger.Trotz intensiver Bemühungen gelang es bishernicht, mit den Kostenträgern Vereinbarungen indieser Richtung „Spastik-Zentrum“ zu treffen.Dringend notwendige Ambulanzen, die dasgesamte „Know-how“ für diese speziellen,meistens schwer durch Spastizität und Schmerzenbeeinträchtigten Patienten anbieten können,sind in Berlin und Brandenburg derzeitleider nicht vorhanden.Günstiger stellt sich die Situation derzeit in derKinderheilkunde in der Versorgung der kindlichenSpastizität dar. Im ambulantenBereich bieten Sozialpädiatrische Zentren(§ 119 SGB V) im Vergleich zu dem bestehendenVersorgungsangebot im Erwachsenenalteraktuell die Möglichkeit an, die Therapie derspastischen Bewegungsstörungen mit BotulinumtoxinA und Baclofen intrathekal in interundmultidisziplinären Teams (Ärzte, Physiotherapeuten,Ergotherapeuten, Logopädenusw.) durchzuführen. Sicher sind auch in derKinderheilkunde Einschränkungen bei der Anwendungvon Botulinumtoxin A außer der Behandlungdes Spitzfußes gegeben. DieSchwierigkeiten bei der Kostenübernahme vonBaclofen-Pumpen bleiben vergleichbar zu denenim Erwachsenenalter. Dennoch ist es gelungen,am Campus Virchow-Klinikum derCharité durch die räumliche Nähe und guteKooperation zwischen dem SPZ für chronischkranke Kinder, den Kinderkliniken (Otto HeubnerCentrum) und der neurochirurgischen Klinikam CVK ein interdisziplinäres Zentrum fürdie intrathekale Baclofen-Therapie und Botulinumtoxin-Therapievon Kindern mit spastischenBewegungsstörungen zu etablieren.Diese im Bereich der Kinderheilkunde erreichteadäquate Versorgung von Kindern mit Bewegungsstörungenbei Spastik stellt nach Meinungder Unterzeichnenden eine für dieVersorgung von Erwachsenen mit Spastizitätanzustrebende und derzeit nicht erreichte Behandlungsqualitätdar.Der Spastikzirkel Berlin/Brandenburg hat essich auch aus diesem Grunde neben der multiprofessionellenund interdisziplinären Weiterbildungim Bereich des Spastikmanagementzur Aufgabe gemacht, bei Problemen, die mitFragen zur Diagnostik, Indikation, Therapie (z.B. Implantation von Pumpen oder Botulinumtoxin),Hilfsmittelversorgung, und Nachsorgevon Patienten mit schwerer generalisierteroder fokaler Spastizität entstehen, zu helfenund zu vermitteln.Die in einer Anlage genannten Mitglieder desBerlin Brandenburger Spastikzirkels* stehenBetroffenen und Kollegen als Ansprechpartnergerne zur Verfügung. Sie können für Patientenals „Lotse“ auf dem Weg zur richtigen Therapieoder selbst als Durchführender der adäquatenantispastischen Therapie fungieren.Als die Verantwortlichen für die Erstellung desKonsensus-Statement für die Arbeitsgruppe:Berlin-Brandenburger Spastik-Zirkel unterzeichnen.Prof. Dr. med. Jan ZierskiNeurochirurgischen Abteilung imVivantes-Klinikum Neukölln, BerlinA. O. Univ. Prof. Dr. med. Jörg WisselNeurologische RehabilitationsklinikBeelitz-Heilstätten, BrandenburgTel: 033204/22310 • Fax: 033204/22309*Liste erhältlich bei den Verfassern106 Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang


GesundheitspolitikInterdisziplinärer Arbeitskreis Brandenburger Schmerztherapeuten e. V. (IABS)Zu den schwerwiegenden Auswirkungen des EBM 2000 plusauf die SchmerztherapieMehrere Hundert Schmerzpatienten, Vertretervon Selbsthilfegruppen und Schmerztherapeutenbeteiligten sich am bundesweiten Aktions-und Informationstag am 28. Februar2005 in Brandenburg. Schwerpunktmäßigwurden Veranstaltungen in Hennigsdorf,Senftenberg, Eisenhüttenstadt, Finsterwalde,Potsdam/Teltow und Birkenwerder durchgeführt,aber auch Einzelaktionen in vielen der19 interdisziplinären Schmerzkonferenzen.Die begleitende Unterschriftsaktion erfassteüber 1000 Betroffene. Es gab ein regionalunterschiedliches Medieninteresse an denVeranstaltungen. So sind 8 Presseberichte,ein Fernseh- und ein Rundfunkbericht als einerfolgreiches Anfangssignal zu werten. InSenftenberg wurde ein Patientenbeirat gewählt.Er soll die Interessen chronischSchmerzkranker vertreten und wird eineSelbsthilfegruppe ins Leben rufen. Solche Patientenvertretergibt es auch in Potsdam undEisenhüttenstadt. Schmerztherapeuten undPatienten wollen auf breiter Basis gegen dassich anbahnende organisatorische undschmerztherapeutische Desaster in Brandenburgvorgehen.Bedauerlicherweise geht der eigentliche Fortschritt,der ja gerade mit der Aufnahme derSchmerztherapie in den neuen EinheitlichenBewertungsmaßstab 2000 plus (EBM 2000plus) erreicht werden sollte, durch die schwerenhandwerklichen Fehler bei der Konzeptionvöllig verloren. Der endlich verbriefteRechtsanspruch des Patienten auf eine qualifizierteSchmerztherapie wird in das genaueGegenteil verkehrt.Durch den EBM 2000 plus werden folgendeunerfüllbare Bedingungen an die Betreuungder chronisch schmerzkranken Patienten geknüpft:1. Die Behandlung der Patienten darf nurnoch durch spezielle Schmerztherapeutenerfolgen, die im Land Brandenburg alsletztem Bundesland noch immer nichtdurch das Ministerium und die Landesärztekammeranerkannt sind.2. Diese „speziellen Schmerztherapeuten“müssen sich mehreren Einschränkungenbeugen, die in sich widersprüchlich sind.Das betrifft unter anderem:Die Patientenzahl wird auf 300 proSchmerztherapeut begrenzt.Wenn die Patienten länger als ein halbesJahr krank sind (die Regel bei diesen Patienten),müssen sie einem „Psychiater (!)oder Psychologen vorgestellt werden“; sindsie länger als 2 Jahre krank, hat der Arztdie Patienten der KV zu melden und mussmit einer Überprüfung auf fachliche Kompetenzrechnen.Die Patienten sind einmal im Quartal in einerSchmerzkonferenz vorzustellen (Das entsprichteinem Zeitaufwand von mehr als 300Stunden im Quartal für jeden der beteiligten5 bis 15 Ärzte).Allein diese Beispiele zeigen, dass der EBM2000 plus in geradezu zynischer Weise diehohen Qualitätsstandards, die durch dieSchmerztherapeuten in den letzten 20 Jahrenbundesweit geschaffen wurden, in das Gegenteilumkehrt:Natürlich ist z. B. die Hilfe durch Psychotherapeutenein integraler Bestandteil derSchmerztherapie. Aber es gibt schon unterden jetzigen Bedingungen nicht genügendPsychotherapeuten, um den Bedarf für die Behandlungwenigstens der dringendsten Anforderungenzu erfüllen – geschweige dennjeden chronischen Schmerzpatienten vorzustellen.Hingegen werden die Patienten, dieohnehin einen hohen Leidensdruck haben,nun auch noch „psychiatrisiert“. Das erinnertin fataler Weise an die „schmerztherapeutischeSteinzeit“, in der Patienten mit chronischenSchmerzen als „geistig krank“ hingestelltwurden („denken Sie nicht dran, danntut’s nicht weh“).Schmerztherapie ist auch die Begleitunglangjährig und chronisch Kranker. Nur einNaiver kann annehmen, dass ein oft Jahreoder gar Jahrzehnte andauerndes Leidenschon nach 6 Monaten geheilt ist.Auch die Vorstellung besonders schwierigerPatienten in der Schmerzkonferenz ist eineMaßnahme, die durch die Schmerztherapeutenin langjähriger Arbeit selbst aufgebautwurde. Viele erfahrene Ärzte haben in derVergangenheit in sehr aufwändigen, zeitundarbeitsintensiven Konferenzen (in ihrerFreizeit!) beraten, wie dem einzelnen Krankenbesser geholfen werden kann. Es ist nichtzu realisieren und auch dem Patienten nichtzu vermitteln, wenn jeder Patient dreimal imJahr jeweils ca. 1 Stunde besprochen werdensoll. Auch die Versorgung Tumorkranker imEndstadium, wo bekanntlich der Schmerz nurzu oft das Leben zur Hölle macht, wird sichnoch weiter verschlechtern. BrandenburgerSchmerztherapeuten haben in den letztenJahren viele Sterbende betreut, oft in guterZusammenarbeit mit dem Hausarzt. Im neuenEBM 2000 plus ist die palliativmedizinischeBetreuung jedoch nur für die Hausärzte abrechenbar.Diese haben aber oft zu wenig Erfahrung, umden Tumorpatienten suffizient zu helfen.Seit Mittwoch, den 09. 03. 05, wird eineBrandenburger Unterschriftsaktion durchgeführt.Damit sollen das Ministerium und dieKrankenkassen nochmals auf das Problemaufmerksam gemacht werden. Außerdemsollen kurzfristig Verhandlungen zwischenden Schmerztherapeuten und den Krankenkassenin Brandenburg (möglichst unter Moderationdes Gesundheitsministeriums) erreichtwerden (vor dem 1. April 05).Weiterhin wollen die an dieser Aktion Beteiligteneine kurzfristige Antwort auf folgendeFragen erreichen:Wie ist die wirtschaftliche und zeitliche Basisfür die Schmerztherapie neben dem Versorgungsauftragder Therapeuten gesichert?Inwieweit sind brandenburgische Besonderheitenbei der Morbidität und dem Ärztemangelim Vertrag geklärt?Gibt es genügend qualifizierte schmerztherapeutischarbeitende Psychotherapeuten (Nachweisan regelmäßiger Teilnahme in denSchmerzkonferenzen) in Brandenburg?Es wird sich explizit gegen die Psychiatrisierungund sinnlose Zwangsvorführungen (3xim Jahr! a 60 Min.) in Schmerzkonferenzengewehrt und erwartet, dass schmerzmedizinischeGutachten über die Schmerzpatientennur noch von nachweislich schmerzmedizinischqualifizierten Ärzten verfasst werden.Als ein kurzfristig mögliches Lösungskonzeptwird z. B. integrierte Versorgung vorgeschlagen.Eine flächendeckende Struktur einschließlichstationärer Therapie, modernerEDV und klaren Qualitätsstrukturen bieten dieBrandenburger Schmerztherapeuten an.Durch die Zurverfügungstellung des Differenzbetragesaus der derzeitigen Schmerztherapie-Vereinbarungund Mitteln für integrierteVersorgungsmodelle könnten vorhandeneMittel ohne Zusatzkosten für die Kassengenutzt und sofort mit der Sicherstellung undFinanzierung begonnen werden.Im Namen des Vorstandes und der Leiter derBrandenburger Schmerzkonferenzen des InterdisziplinärenArbeitskreises BrandenburgerSchmerztherapeuten:Dr. med. Knud GastmeierPräsident des IABSBrandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang107


Arzt und RechtKritik an Vorabbefreiung der VersichertenMitglieder haben kritisiert, dass einige Krankenkassendazu übergegangen seien, Versichertendie vorzeitige Beantragung von Befreiungsnachweisenzu ermöglichen undzwar gegen Vorstreckung der voraussichtlichzu bezahlenden Zuzahlung. Da dieseine fragwürdige zinslose Kreditgewährungsei, wurde die Landesärztekammer Brandenburggebeten, dagegen einzuschreiten.Zunächst gilt, dass Auslegung und Anwendungdes geltenden Rechts die eigenverantwortlicheAufgabe der Selbstverwaltung ist.Dennoch stellt sich die Frage, ob die Ermöglichungder Vorabbefreiung mit § 62 SGB Vvereinbar ist.Nach uns vorliegenden Informationenhaben sich die Spitzenverbände der Krankenkassendarauf verständigt, dass Krankenkassenihren Versicherten im Einzelfall„insbesondere dann, wenn innerhalb kurzerZeiträume die Belastungsgrenze erreichtwürde“, jeweils zu Jahresbeginn eine Befreiungsbescheinigunggegen Vorauszahlungder maximalen Zuzahlung entsprechend derindividuellen Belastungsgrenze ausstellen.Die Möglichkeit einer Vorauszahlung für daskommende Jahr würde dann in der Regelauch nur den Patienten angeboten, die bereitsim Vorjahr die Belastungsgrenze erreichthaben und bei denen dies auch imkommenden Jahr voraussichtlich eintretenwerde.Das Bundesministerium für Gesundheit undSoziale Sicherung hält diese Rechtsauslegungfür zulässig (Antwort des StaatssekretärDr. Klaus Theo Schröder vom 6. Dezember2004/Vertretung der DeutschenÄrzteschaft am Regierungssitz/BerlinerBüro). Die Landesärztekammer Brandenburghat keine Möglichkeit, rechtlich dagegenvorzugehen, wenn gleich das Verfahreninsofern aus ärztlicher Sicht fragwürdig ist,als Vorauszahlungen im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsprüfungein verzerrtes Bild erzeugenkönnen.Es bleibt zwar den Patienten überlassen, obsie von der Möglichkeit der VorabbefreiungGebrauch machen. Wir haben jedoch Verständnis,wenn Ärzte ihre Patienten entsprechendkritisch „aufklären“.KrahforstJur. GeschäftsführerÄrztliches Haftungsrisiko bei Off-Label-UseImmer wieder taucht die Frage auf, inwieweites rechtlich möglich ist, einen Patientenmit einem Medikament außerhalb des vorgesehenenIndikationsgebietes zu behandeln.Grundsätzlich gilt, dass ein Arzt einzugelassenes Arzneimittel nur bei Indikationenrezeptieren darf, für die es zugelassenist. Dies gilt nur dann nicht, wenn es beieiner schweren Krankheit (z. B. Krebs- oderAids-Patienten) keine Behandlungsalternativegibt und nach dem Stand der wissenschaftlichenErkenntnisse die begründeteAussicht besteht, dass mit dem Medikamentein Behandlungserfolg erzielt werden kann.Da Neuzulassungen des Medikamentesfür weitere Indikationen oft nicht beantragtwerden, bleibt es dem Arzt überlassen, einMedikament in eigener Verantwortung undmit dem Risiko der Haftung außerhalb derZulassung anzuwenden. Um die Haftung desArztes zu minimieren, sollte der Arzt, dervon offiziellen Zulassungsgebieten abweichenwill, klären, aufgrund welcher Empfehlungendas Präparat eingesetzt werden soll.Wissenschaftlich fundierte Studienergebnisseund Empfehlungen in den Leitlinien wissenschaftlicherFachgesellschaften habendabei einen höheren Stellenwert als ein sogenannter Binnenkonsens von Vertretern alternativerHeilmethoden, vertrauliche Aussagenvon Repräsentanten pharmazeutischerUnternehmen oder Werbeaussagen von sogenannten Meinungsbildern.Der Arzt kann das Rezept auch auf Privatrezeptverordnen. Der Versicherte kann vonseiner Krankenkasse die Kostenerstattungfordern, wenn diese „die Leistungen zuUnrecht abgelehnt hat“. Der Patient trägt indiesem Fall das volle Kostenrisiko.Sinnvoller wäre es, wenn von anderer Seite,beispielsweise vom Bundesausschuss fürÄrzte und Krankenkassen, festgestellt würde,welches Arzneimittel indikationserweiterndeingesetzt werden kann.KrahforstJur. GeschäftsführerAusfallhonorar bei Nichterscheinen des Patienten?Immer wieder taucht das Problem auf, dassbei Nichterscheinen des Patienten der Arzt einenVerdienstausfall erleidet, den er unterUmständen auch geltend machen möchte.Die Frage, ob ein Schadensersatzanspruchbei Nichterscheinen des Patienten besteht,hängt vom Einzelfall ab.Der Vertrag zwischen Arzt und Patient ist einDienstvertrag, der jederzeit vom Patientengekündigt werden kann (z. B. durch Nichterscheinen).Grundsätzlich geht die Rechtsprechungdaher davon aus, dass der Patient beiNichterscheinen in der Praxis nicht in Verzuggerät, da Terminabsprachen lediglich einenzeitgerechten Behandlungsablauf sichern undüberlange Wartezeiten verhindern sollen. Mitdiesen Argumenten werden Vergütungsansprüchedes Arztes für nicht eingehaltene Behandlungsterminedurch den Patienten abgelehnt.Dies gilt jedoch nur dann, wenn derArzt mehrere Patienten zum gleichen Zeitpunktbestellt bzw. mehrere Patienten zur gleichenZeit in verschiedenen Behandlungsräumenbehandelt.Handelt es sich jedoch um eine Bestellpraxis,gewährt auch die Rechtsprechung dem Arztbei Nichterscheinen des Patienten bzw. beinicht rechtzeitiger Absage ein Ausfallhonorar.Dies hat zuletzt das Amtsgericht Berlin-Neukölln (AZ.: C 179/04) zugunsten einesArztes entschieden, der mit einem Patientenein Ausfallhonorar für den Fall eines nichtwahrgenommenen festen Arzttermins vereinbarthatte. Das Gericht wies zutreffend daraufhin, dass es rechtlich zulässig sei, mit dem Patienteneiner Bestellpraxis ein Ausfallhonorarfür nicht wahrgenommene Termine zu vereinbaren.Eine Bestellpraxis liegt dann vor, wennder Arzt mit längeren Terminvorläufen arbeitetund er nachweislich nur einen Patienten zueiner länger andauernden Behandlung mit individuellfestgelegter Behandlungszeit einbestelltund wegen der Dauer der Behandlungkein anderer Patient gleichzeitig bestellt werdenkann (z. B. bei Kieferorthopäden, Psy-108 Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang


FortbildungName, Vorname:Anschrift:7. Ärztlicher Fortbildungskongressder Landesärztekammer Brandenburg21. und 22. Oktober 2005 in DahlewitzCongress Center DahlewitzFoto: KühneIch melde mich zum Kongress an (bitte ankreuzen):Stempel/Unterschrift:Plenarveranstaltungen: (kostenfrei)❒ Vom Umgang mit schwierigen Patienten 21.10.2005, 17.00 Uhr - 2 PH. P. Rosemeier, Berlin❒ Moderne Wege zu einer individualisiertenArzneitherapie 22.10.2005, 9.00-10.00 Uhr - 2 PW. E. Haefeli, HeidelbergSymposien: Tageskarte für den Besuch der Symposien: 50 € pro Tag❒ Geriatrie im Praxisalltag 21.10.2005, 14.00-17.00 Uhr 4 P❒ Notfallmedizin für Arbeitsmediziner 21.10.2005, 14.00-17.00 Uhr 4 PBerufspolitisches Kolloquium 21.10.2005, 18.00-20.00 Uhr (kostenfrei) ---❒ Symposium für den Hausarzt:Fragen aus dem Praxisalltag 22.10.2005, 10.30-16.00 Uhr 7 P❒ Herzinfarkt 22.10.2005, 10.30-13.00 Uhr 4 P❒ Diabetes und Auge 22.10.2005, 10.30-13.00 Uhr 4 P❒ Fachübergreifend interessierendeaktuelle Probleme aus der HNO-Heilkunde 22.10.2005, 13.30-16.00 Uhr 4 P❒ Obstruktive Atemwegserkrankungen 22.10.2005, 13.30-16.00 Uhr 4 P– diagnostische und therapeutischeHerausforderungen für die Zukunft❒ Häusliche Gewalt – eine allgemeinärztliche, 22.10.2005, 14.00-16.00 Uhr 2 Pinsbesondere nervenärztliche, psychiatrischeund psychotherapeutische HerausforderungKurse:Teilnehmergebühr❒ Fachkundeseminar Rettungsdienst 17.-24.10.2005 420 € 66 P❒ Verkehrsmedizinische Begutachtung 21./22.10.2005 250 € 16 P❒ Sonographie-Grundkurs 20.-23.10.2005 300 € 25 P❒ Röntgen-Aktualisierungskurs 21.10.2005 120 € 9 P❒ Refresherkurs Chirotherapie 21./22. 10.2005 150 € 12 P❒ Impf-Refresherkurs 22.10.2005 70 € 5 P❒ Spezielle Schmerztherapie Block IV 21./22.10.2005 150 € 14 P❒ Qualifikationskurs Rehabilitationsrichtlinie 21./22.10.2005 250 € 16 P✄Anmeldung und Auskunft: Landesärztekammer Brandenburg, Referat Fortbildung, Postfach 101445, 03014 Cottbus,Telefon: (0355) 7 80 10-23, -24,- 25, -49, Fax: (0355) 7 80 10-44, E-Mail: akademie@laekb.de110 Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang


FortbildungAngebotAkademiefür ärztlicheFortbildung66 P FachkundeseminareRettungsdienst(anerkannte Bildungsfreistellungsveranstaltung)Voraussetzung für die Zulassung12 Monate klinische Tätigkeit(Nachweis bitte einreichen)Wochenkurs13. bis 20. Juni 200517. bis 24. Okt. 200521. bis 28. Nov. 2005Teilnehmergebühr: je 420 €Ort: PotsdamKursleiter: A. Nippraschk, Neuruppin;Dr. med. G. Schrot, Treuenbrietzen;Dr. med. E.-G. Stellke, Beeskow40 P Seminar Leitender Notarzt5. bis 9. Dez. 2005Teilnehmergebühr: 600 €Ort: CottbusKursleiter:A. Nippraschk, NeuruppinKurse zur Erlangung derZusatzbezeichnung „Chirotherapie“Die Abstände zwischen deneinzelnen Kursen I bis IV müssenmindestens drei Monate betragen.54 P Kurs III: 24. bis 29. Juli 2005Teilnehmergebühr: 500 €12 P Informationskurs1./2. Okt. 2005Teilnehmergebühr: 110 €54 P Kurs I: 3. bis 8. Okt. 2005Teilnehmergebühr: 500 €Ort: PotsdamKursleiter: Univ.Prof. Dr.sc.med.G. Badtke, PotsdamWeiterbildungskursAllgemeinmedizin13 P Block 4: 22./23. April 200513 P Block 5: 20./21. Mai 20059 P Block 6: 18. Juni 20054 P Block 7: 17. Juni 20058 P Block 8: 9. Juli 20058 P Block 9: 20. Aug. 20054 P Block 10: 8. Juli 200512 P Block 11: 23./24. Sept. 20054 P Block 12: 19. Aug. 200513 P Block 13: 14./15. Okt. 20058 P Block 14: 4. Juni 200512 P Block 18: 4./5. Nov. 200513/8 P Block 19: 25./26. Nov. 200512 P Block 20: 9./10. Dez. 2005Block 15: im Rahmen desFachkundeseminares RettungsdienstTeilnehmergebühr: 8 €/StundeOrt: PotsdamKursleiter:Dr. med. R. Schrambke,Groß SchönebeckPsychosomatischeGrundversorgung (80 Stunden)einschließlich Block 16 und 17Allgemeinmedizin16 P 16./17. April 200520 P 21./22. Mai 200520 P11./12. Juni 200519 P 10./11. Sept. 200516 P 22./23. Okt. 2005Teilnehmergebühr: 640 €Ort: PotsdamLeitung:Dr. med. R. Kirchner, Cottbus40 P WeiterbildungskursAllgemeinmedizinBlock 16 und 1713./14. Aug. 2005 und 17./18.Sept. 2005Ort: CottbusTeilnehmergebühr: 320 €Leitung:Dr. med. R. Kirchner, Cottbus40 P WeiterführendePsychosomatik(30 Stunden Interventionstechniken,10 Stunden Balint)23./24. April 2005 (laufender Kurs)Ort: CottbusTeilnehmergebühr: 320 €Leitung:Dr. med. R. Kichner, Cottbus5 P Impf-Refresherkurse1. Juni 20057. Dez. 2005jeweils 14.00 Uhr22. Okt. 2005, 9.00 UhrOrt: Potsdam bzw. DahlewitzTeilnehmergebühr: 70 €Kombinierte Kurse der Doppler- und Duplex-Sonographienach den Richtlinien der KBV und der DEGUMim Ev. Krankenhaus Hubertus Berlin, Gefäßzentrum,akademisches Lehrkrankenhaus der Freien Universität Berlin- Interdisziplinärer Grundkurs der Gefäßdiagnostik 03.06. - 05.06.05Anmeldung schriftlich an: Dr. med. C. Fahrig, Chefarzt der Inneren Abteilungdes Ev. Krankenhauses Hubertus, DEGUM Seminarleiter, SpanischeAllee 10-14, 14129 Berlin oder unter: Tel.: 030/392 34 51;Fax: 030/394 80 180 oder Tel.: 030/810 08 233; Fax: 030/810 08 135.Leitung: Prof. Dr. med. H. Koch,Beeskow; Dr. med. R. Schrambke,Groß Schönebeck8 P Impf-Basiskurs12. Nov. 2005Ort: PotsdamTeilnehmergebühr: 120 €Leitung: Prof. Dr. med. H. Koch,Beeskow; Dr. med. R. Schrambke,Groß Schönebeck3 P Intensivvorbereitung auf dieFacharztprüfung Allgemeinmedizin18. Mai 200516. Nov. 2005jeweils 15.00 bis ca. 18.30 UhrTeilnehmergebühr: je 60 €Ort: CottbusSchwerpunkte: Zulassungsvoraussetzung,Ablauf des Fachgesprächs,Schwerpunkte und Umfang, Literaturund Prüfungsvorbereitung für interessiertePrüfungskandidaten zumFacharzt AllgemeinmedizinLeitung: Dr. med. R. Schrambke,Groß SchönebeckSozialmedizin53 P Aufbaukurs D19. bis 30. Sept. 200556 P Grundkurs B14. bis 25. Nov. 2005Teilnehmergebühr: je 380 €Ort: BernauLeitung: Prof. Dr. med. J.-U. Niehoff,PotsdamFortbildung SpezielleSchmerztherapie (80 Stunden)14 P Block II: 22./23. April 200514 P Block III: 2./3. Sept. 200514 P Block IV: 21./22. Okt. 200516 P Block V: 2./3. Dez. 2005Teilnehmergebühr: 150 €/BlockOrt: PotsdamWissenschaftliche Leitung: Prof. Dr.med. habil. Dipl.-Psych. D. Seefeldt,Dr. med. K. Gastmeier, Dipl.-Med.M. PassonSonographie-Kurse Abdomenund Retroperitoneumnach den Richtlinien derKassenärztlichen Bundesvereinigungund der DEGUM25 P Grundkurs8. bis 11. Sept. 200520. bis 23. Okt. 200523 P Aufbaukurs28. April bis 1. Mai 200524. bis 27. Nov. 2005Teilnehmergebühr: je 300 €Ort: PotsdamKursleiter:Prof. Dr. med. J. Hierholzer,Dr. med. W. Buchholz, PotsdamGrundkurs Palliativmedizin(40 Stunden)15 P Teil II: 15./16. April 200520 P Teil III: 27./28. Mai 2005Teilnehmergebühr: 150 €/TeilOrt: Potsdam6 P DMP MammakarzinomLand Brandenburg11. Mai 2005, 14.00 Uhrin FürstenwaldeTeilnehmergebühr: 50 €Leitung:Dr. med. G. Heinrich, Fürstenwalde;Dr. med. A. Kohls, Ludwigsfelde31 P EEG-Einführungsseminar26./27. Nov. und 3./4. Dez. 2005Ort: Bad SaarowTeilnehmergebühr: 300 €Kursleiter: Prof. Dr. med.H.-G. Trzopek, Bad SaarowBegutachtung traumatisierterPatienten(aufenthaltsrechtliche Fragen)4./5. Nov. 200513./14. Jan. 2006Ort: PotsdamKursleiter: Dr. med. St. Alder,PotsdamKurse im Strahlenschutz(anerkannteBildungsfreistellungsveranstaltung)17 P Grundkurs (Voraussetzung istdie Teilnahme am achtstündigenEinführungskurs mit anschließendermindestens sechs Monateandauernder Hospitation)2./3. Nov. 200517 P Spezialkurs4./5. Nov. 2005Ort: CottbusTeilnehmergebühr: je 250 €Röntgenkurs für OP-Schwestern22./23. April 2005Ort: Frankfurt (Oder)Leitung:Doz. Dr. med. habil. C.-P. Muth* Auskunft: LÄKB, ReferatFortbildung, PF 101445, 03014Cottbus, Fax: (0355) 7801044,E-Mail: akademie@laekb.deAnzeigenHausärztl.-internistische Diabetesschwerpunktpraxisertragsstark, aus Altersgründen abzugeben. Praxis im Gesundheitszentrumeiner zuzugsstarken Stadt am westl. Stadtrand vonBerlin. Geeignet auch für Arztehepaar.Chiffre BÄB 101-4/05 an: Verlagsbüro Kneiseler - Uhlandstr. 161 - 10719 BerlinBrandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang111


FortbildungH. Schweisfurth, H. KurbjuhnPalliative Therapiemaßnahmen beifortgeschrittenem LungenkarzinomDas Lungenkarzinom hat weltweit eine steigendeInzidenz und ist zur Zeit der häufigsteKrebs des Mannes und der fünfhäufigste derFrau. Jährlich versterben weltweit 1 Millionund in Deutschland etwa 40.000 Menschenan den Folgen des Lungenkarzinoms (34). 90% der Erkrankten sterben nach Diagnosestellunginnerhalb von Monaten. Nur etwa 10 %leben länger als 5 Jahre.Für die Prognose sowie die Therapie ist dieDifferenzierung zwischen kleinzelligen(SCLC) (Häufigkeit 20 %) und nicht-kleinzelligen(NSCLC) Lungenkarzinomen (Häufigkeit80 %) wesentlich. Die Therapie erfolgt stadienadaptiertnach dem Internationalen Staging-System(26, 44, 45). In etwa 60 bis 85% der Fälle wird die Diagnose eines Lungenkarzinomserst im fortgeschrittenen Stadiumgestellt, so dass im weiteren Verlauf vorwiegendpalliative Therapiemaßnahmen notwendigwerden.HämoptysenIntermittierend auftretende, geringgradigeHämoptysen als Folge von Blutungen aus derTumoroberfläche bedürfen in der Regel keinerTherapie. Bei stärkeren Blutungen lässt sichmit endoskopischen Koagulationsverfahrenmeistens eine ausreichende Blutstillung erreichen.Geeignet ist entweder ein Nd-YAG-Laser,ein Elektrokauter oder ein Argonplasmakoagulator.Der Argonplasmakoagulatorwirkt im Vergleich zum Laser nur sehr oberflächlich,ist aber praktikabler, wenn die Blutungsquellenicht genau lokalisiert werdenkann (20). Eine perkutane palliative Bestrahlungführt in mehr als der Hälfte der Patientenzum Verschwinden von Hämoptysen (25).Eine endobronchiale Brachytherapie kann innerhalbweniger Tage die Hämoptysen vermindern(36). Bei weiter peripher lokalisiertenBlutungsquellen kann temporär einBronchusblocker eingelegt werden (10). Beianhaltender Blutung sollte eine Bronchialarteriographiemit Embolisation (37, 48) durchgeführtwerden.AtemnotBei respiratorischer lnsuffizienz mit arteriellenSauerstoffpartialdruckwerten


FortbildungWahl. Ist die chirurgische Therapie nichtmöglich, insbesondere bei medikamentösnicht zu beherrschenden Schmerzen, wirdeine perkutane Radiotherapie – beim SCLCeventuell in Kombination mit einer zytostatischenChemotherapie – durchgeführt.PerikardergussEin maligner Perikarderguss kann zu einerakuten Herztamponade führen. Die Perikardpunktionwird sowohl zur Diagnostik als auchzur Entlastung durchgeführt. Zur Präventiondes Perikardergussrezidivs werden die gleichenSklerosierungssubstanzen wie beim malignenPleuraerguss angewendet. Bei Versagender Sklerosierungsverfahren gewinnenPerikardiotomie oder Perikardektomie an Bedeutung(2).HyperkalzämieDiese Elektrolytstörung tritt als Folge einer ossärenMetastasierung oder im Rahmen einerParaneoplasie auf. Bei Kalziumkonzentrationen>3 mmol/l besteht die Basistherapie auseiner forcierten NaCI-Diurese (z. B. 4 - 6 lNaCI 0,9 %, Furosemid 20 mg alle 4 - 6 h entsprechendzentralen Venendruck und Ausscheidung)und einer Glukokortikoid-Therapie(z. B. 100 mg Prednisolonäquivalent i.v.) biszur Normalisierung der Kalziumkonzentration.Bisphosphonate (z. B. Clodronat 5 mg/kgKG täglich für 3-5 Tage oder Pamidronat 60-90 mg über 4-6 h am 1. Tag) senken die erhöhteKalziumkonzentration mit einem maximalenEffekt zwischen 3. und 6. Tag.SkelettmetastasenSkelettmetastasen, die zu einer Frakturgefahroder starken Schmerzen führen, erforderneine palliative Radiotherapie oder eine chirurgischeStabilisierung (18, 38, 47). lndikationfür eine primäre chirurgische Versorgungeiner Knochenmetastase ist die pathologischeFraktur eines tragenden Knochens. Bei einemhochgradig frakturgefährdeten Wirbelkörperliegt eine Indikation zur operativen Stabilisierungvor. Der günstige Effekt einer Bisphosphonattherapieauf die Frakturrate undSchmerzsymptomatik wurde bereits beim multiplenMyelom und beim Mammakarzinomnachgewiesen (1, 15, 43). Dagegen fehlenzur Zeit noch Studien beim Lungenkarzinom.HirnmetastasenDie Standardtherapie ist die perkutane Ganzhirn-Bestrahlung.Das perifokale Ödem wirdmit Dexamethason (Initialdosis z. B. 4x4 - 8mg/die) behandelt. Durch diese Maßnahmenkonnte in 70 - 90 % der Fälle eine signifikanteBesserung der neurologischen Symptomatikerzielt werden (29, 32). Bei einer solitärenHirnmetastase werden hinsichtlich der Verlängerungder medianen Überlebenszeit durcheine chirurgische Resektion, gefolgt von einerGanzhirn-Bestrahlung, signifikant günstigereErgebnisse als durch die alleinige Radiotherapieerreicht (29, 33). Allerdings ist diese bimodaleTherapie für weniger als 50 % der Patientenmit solitärer Hirnmetastase geeignet.Bei Inoperabilität aus neurochirurgischerSicht kann alternativ die stereotaktische Radiochirurgieangewendet werden (7, 9).RückenmarkompressionBei einer drohenden Querschnittslähmung infolgeeiner Infiltration des Spinalkanals odereiner Wirbelköperkompression liegt bei 70 %der Fälle die Kompression im thorakalen, in20 % im lumbalen und in 10 % im zervikalenWS-Bereich (4). Als Sofortmaßnahme wirdeine antiödematöse Therapie mit hochdosiertemDexamethason (40 - 100 mg/d) durchgeführt(35). Beim SCLC mit ausgedehnter lokalerTumorausbreitung kann einezytostatische Chemotherapie notwendig werden.Chirurgische Interventionen, gefolgt voneiner perkutanen Radiatio, gewinnen an Bedeutung.Bei einer intraspinalen Metastaseoder Infiltration des Spinalkanales ist eineLaminektomie indiziert. Bei metastatischemBefall eines Wirbelkörpers ist die Ausräumungdes Wirbelkörpers mit anschließenderWirbelkörperersatzoperation einschließlichvon Verbundosteosynthesen erforderlich.SchmerzzuständeChronische Schmerzen sind in 75 % der Fälledurch den Primärtumor oder seine Metastasenbedingt. Bei etwa 15 % treten die Schmerzenals Folge einer Chemotherapie auf. In 10 %der Fälle stehen die Schmerzen in keinem Zusammenhangmit der Tumorkrankheit (6). DasPrinzip der Therapie des chronischen Tumorschmerzesberuht auf der regelmäßigen Applikationvon Analgetika nach der WHO-Empfehlung. Je nach Art der Schmerzen undweiteren gleichzeitig bestehenden Symptomenwerden zusätzlich Spasmolytika, Anxiolytikaund Antidepressiva eingesetzt. Zu prüfenist auch, ob durch eine palliativeperkutane Bestrahlung z. B. bei Knochenmetastasenoder Thoraxwandinfiltrationen derSchmerz ursächlich behandelt werden kann(3). Lokale Analgesieformen wie z. B. Chordotomieoder Neurolyse können hilfreich sein.Prof. Dr. H. SchweisfurthCarl-Thiem-Klinikum3. Medizinische Klinik (Pneumologie)Klinikbereich KolkwitzThiemstr. 11103048 CottbusTel.: 0355-46 1322Fax: 0355-46 1130E-Mail: schweisfurth@CTK.deDr. H. KurbjuhnBrandenburgisches TumorzentrumOnkologischer Schwerpunkt CottbusCarl-Thiem-KlinikumThiemstr. 11103048 CottbusTel.: 0355-46 2046Fax: 0355-46 2047E-Mail: kurbjuhn@CTK.deLiteraturliste: bei den VerfassernForum im Ambulanten Reha Zentrum Oberlin zur OsteoporoseStarke Knochen für alleDas erst im Herbst des vergangenen Jahresneu eröffnete Ambulante Reha ZentrumOberlin in Potsdam veranstaltete am 05. Februar2005 sein erstes Forum zum Thema„Komplexe Strategien zur Behandlung vonOsteoporose“, deren Diagnostik und Behandlungzunehmend an Bedeutung gewinnt.Bei der mit über 50 Teilnehmern gutbesuchten Veranstaltung konnte sich dasFachpublikum, darunter zahlreiche niedergelasseneÄrztinnen und Ärzte, einen umfassendenÜberblick über die aktuellen Therapiekonzepteverschaffen.Wenn die Knochen schwinden, schmerzhafteKnochenbrüche und bleibende Bewegungseinschränkungenauftreten, wird eine aktiveLebensführung schwer bis nahezu unmöglich.Osteoporose ist eine sehr häufige Skeletterkrankung.Allein in Deutschland sind etwasieben Millionen Menschen davon betroffenund die Weltgesundheitsorganisation zähltOsteoporose inzwischen zu den zehn wichtigstenZivilisationskrankheiten. Rund vier vonfünf Betroffenen sind Frauen, d. h. in Deutschlanderkrankt fast jede dritte Frau nach denWechseljahren daran.Der Stand der Diagnostik entsprechend denevidenzbasierten Konsensus-Leitlinien derDVO wurde von Dr. med. Wolfgang Pollähnedargestellt. Er ist Facharzt für Radiologie undSportmedizin und Autor von Lehrbüchern zurOsteoporose. Als Hinweise auf die Risikofaktorennannte er u. a. familiäre Belastungen,ungewollte Gewichtsabnahme, Frakturennach dem 50. Lebensjahr, Körpergrößenverlustund Gangunsicherheiten: „Für dieDiagnose ist wichtig, ob der Patient FrakturenBrandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang113


Fortbildunghat oder Frakturen auszuschließen sind. Wasman auf jeden Fall primär braucht, ist daskonventionelle Röntgenbild, d. h. eine Aufnahmeder Brust, der Lendenwirbelsäule undvon der Beckenregion. Wenn noch keinegroßen Beschwerden, aber Risikofaktorenvorliegen, muss man an die Knochendichtemessungdenken. Hier ist die weltweit am weitestenverbreitete DXA-Methode für zu empfehlen.“Um die Diagnose zu erleichtern, schlägt Dr.Pollähne gerade für ältere Patienten, die aufgrundihrer Koordinationsunsicherheit vermehrtgefährdet sind, den „Aufstehtest“ oderden „Tandemgang“ vor. Für ihn steht fest,dass die meisten Menschen ihren Körper unddas muskuläre Training vernachlässigen: „DieLaufstrecke für einen berufstätigen Durchschnittsmenschenbetrug früher 18 km täglich,heute sind es maximal 1,5 oder 2 km. Wer regelmäßigins Fitnessstudio geht oder sportlichaktiv ist, wird vielleicht nie an Osteoporoseerkranken, denn ein großer Teil der Osteoporosensind im weitesten Sinne Immobilisationsosteoporosen“.Bei den Sekundärosteoporosen sieht Dr.Pollähne noch deutlichen Forschungsbedarf:Medikamente müssten weiter verbessert werden,damit Therapien gezielter durchgeführtwerden könnten. Auch das Wissen von Ärztinnenund Ärzten ist noch nicht ausreichend,meint Dr. Pollähne: „Es ist inzwischen zwarAllgemeingut, dass die ältere Frau betroffenist, aber es muss bewusst gemacht werden,dass es auch der 20-,30-,40-jährige Mannsein kann und die 30-,40-jährige Frau, andie man zuerst gar nicht denkt. Man stellt nurfest, sie oder er haben Beschwerden undSchmerzen. Aber bis man denkt, hier könnteeine Osteoporose vorliegen und bis mandann eine gezielte Diagnostik macht, vergehtmanchmal leider zu lange Zeit.“Die Osteoporose-Expertin und Chefärztin desImmanuel Krankenhauses in Berlin-Wannsee,Dr. med. Jutta Semler, fasste den Kenntnisstandzur leitliniengerechten Therapie zusammen.Sie stellte zunächst einmal fest: Osteoporoseist eine chronische Erkrankung, diemindestes über zwei bis drei Jahre hinwegtherapiert werden muss. Für die Primärprophylaxenannte Dr. Semler drei wesentlichePunkte: 1. eine knochengesunde Lebensweise,2. die Gabe von Calcium und Vitamin Dsowie 3. bei Frauen, unter sorgfältiger Abwägungdes Risikos, die Hormonsubstitution. DieLeitlinien empfehlen außerdem das Trainingvon Koordination und Muskelkraft zur Sturzvermeidung,einen BMI nicht unter 20, eineausreichende, d. h. mindestens 30-minütigeSonnenlichtexposition und Nikotinverzicht.Grundsätzlich muss zwischen der medikamentösenund nicht-medikamentösen Therapieunterschieden werden, wobei die Basis-Dr. med.Jutta SemlerTherapie die Kalzium und Vitamin D – Gabeist: „Die evidenzbasierte Therapie ist eineSumme von mehreren Therapiemöglichkeiten.Bei der medikamentösen Therapie gibt esklare, hochwissenschaftliche Leitlinien. Hierunterscheiden wir Mittel der ersten Wahl –das sind die Bisphosphonate, mit einem vergleichsweisesehr günstigen Nebenwirkungsprofil,das Raloxifen und vielleicht künftig dieneuen Medikamente Parathormon und dasStrontium Ranelat. Zur zweiten Kategoriezählen u. a. die Fluoride. Ich darf natürlichnicht vergessen, dass ich auch eine nicht-medikamentöseTherapie habe, die ganz einfachmit dem Gespräch des Arztes mit demPatienten und der Aufklärung anfängt.“Die medikamentöse Therapie benötigt jedocheinige Zeit, bis sie wirksam wird. Wenn einSchenkelhalsbruch oder ein weiterer Wirbelkörperbruchdroht, braucht es einen gewissenSchutz. Das kann zum einen die Physiotherapiesein, die ebenfalls wieder einige Zeit biszur Wirkung benötigt, das kann die Orthesesein und auch die psychologische Begleitungund die Schmerztherapie. Im Frauengesundheitszentrumdes Immanuel-Krankenhauseswerden gezielte Schulungen für Patientinnendurchgeführt. Aber Osteoporose betrifft heute,wie auch Dr. Semler beobachtet, zu 20 bis30 Prozent Männer: „Früher wurden vieleMänner noch von den Frauen an den Haarenherbeigezerrt, da hat sich ein Mann im Monatzu mir verlaufen - jetzt sind in der Ambulanzmanchmal genauso viel Frauen wieMänner.“Wenn sie die Entwicklung der medikamentösenTherapie der letzen sechs bis zehn Jahrebetrachten, so Dr. Semler, hat sich viel getan.Gab es bis vor kurzen nur zwei, drei Medikamente,so werden jetzt einige Medikamenteneu zugelassen – im nächsten Jahr wird es z.B. Ibandronat als Monatspille geben. „Dasheißt, wir haben heute eine größere Auswahl.Es ist gerade für Frauen besonders wichtig,wählen und mitentscheiden zu können. AlsÄrztin kann ich heute fragen: Möchten Sie lieberetwas spritzen, das ist ein bisschen teurerDr. med.Axel Reinhardoder möchten Sie lieber täglich, einmal in derWoche oder einmal im Monat eine Tabletteeinnehmen. Das ist eine ganz wesentliche Entwicklung,da die Medikamente hochwirksamsind. Man kann sagen: Wenn man es richtigmacht, ist es ganz ungewöhnlich, dass nacheinem Jahr noch weitere Knochenbrüche auftreten.“Darüber hinaus, meint Dr. Semler, sollte mehrWert auf Ganzheitsmedizin gelegt werden,denn bei der Osteoporose ist der ganzeMensch gefordert. Sie/er muss selber etwastun, vor allem selbst Verantwortung übernehmen.Osteoporose, stellte sie fest, bedeutet einsoziales und ein medizinisches Problem, weildie Krankheit rasch fortschreitet und mit einergroßen, individuellen Krankheitslast verbundenist. Von den zur Zeit möglichen Therapienkönnen jedoch Patienten mit und ohneFrakturen profitieren.Dr. med. Axel Reinhardt, Chefarzt der AbteilungWirbelsäulen- und Beckenchirurgie ander Oberlinklinik in Potsdam erläuterte dieoperativen Therapiemöglichkeiten und gingauf die Erfahrungen mit der Vertebroplastieein, bei der der Verlust an Knochenmassedurch das Einspritzen von zunächst flüssigemKnochenzement wieder ausgeglichen wird.Als Ziele einer Operation nannte er vor allemden Erhalt der Stabilität, die Schmerzlinderung,die Erleichterung der Pflege sowie dieDekompression neuraler Strukturen und dieWiederherstellung des sagittalen Profils derLendenwirbelsäule. Zu den Erfahrungen mitder Vertebroplastie und der Kyphoplastie, einemTherapiekonzept, bei dem der eingebrocheneWirbel durch Einspritzung eines speziellenKnochenzementes wieder aufgerichtetwird, stellte Dr. Reinhard fest: „In 89 Prozentder Fälle werden im Ergebnis wenigerSchmerzen genannt, d. h. ein großer Teil derPatienten kann von ihren Schmerzen befreitwerden.“Im zweiten Teil des Forums erläuterte der LeitendePhysiotherapeut des Reha ZentrumsOberlin, Immo Biagi, die präventiven Mög-114 Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang


FortbildungSigurd W.Doebellichkeiten der Physiotherapie, die vom Stadiumder Krankheit und der damit verbundenenVerlagerung des Körperschwerpunkts abhängigsind. Er arbeitet vor allem manualtherapeutischund mit Muskelentspannungsmassagen.Die im Reha Zentrum Oberlin durchgeführtenzahlreichen stabilisierenden Übungenhaben das Ziel, künftige Stürze zu vermeiden.Sein Fazit: „Für Prävention ist es nie zuspät, aber auch nie zu früh, drei Mal pro WocheSport und/oder Bewegung hilft.“Abschließend machte der Leitende Arzt desZentrums, Sigurd W. Doebel, Facharzt fürOrthopädie und Sportmedizin, im Rahmenseines Vortrags zur Propriozeption (Eigenwahrnehmungdes Haltungs- und Bewegungsvorgangs)und der Gate-Control-Mechanismenbei der orthopädischen Versorgunganschaulich klar, was moderne Orthopädietechnikleisten kann: er sprach überHilfsmittel wie Luftkammerpelotten und diebreite Palette der multifunktionalen Orthesen.Bei den Orthesen der neuen Generation handeltes sich um „aktive“ Hilfsmittel: „Sie werdenheute maßangefertigt, können wie einKleidungsstück getragen werden und habenu.a. eine haltungskorrigierende und schmerzlinderndeFunktion. Das Reha Zentrum Oberlinbietet auf dem Gelände des Vereins Oberlinhausin enger Kooperation mit derOrthopädietechnik bei Bedarf eine Rund-um -Versorgung und macht auch die kompletteNachsorge möglich.“Gundel KöbkeKontakt:S. W. Doebel,Leitender Arzt Reha Zentrum Oberlin GmbH,Rudolf-Breitscheid-Straße 24,14482 Potsdam, T: 0331 - 763 55 50,E-Mail: rehazentrum@oberlinhaus.de;www.oberlinhaus.de.TagungsberichtVIII. International Potsdam Symposiumon tick-borne diseasesDas nun schon traditionelle Symposium fanddieses Jahr im alten Hörsaal der Friedrich-Schiller-Universität Jena statt. Etwa 200 Fachleuteaus der ganzen Welt berieten über „tickbornediseases“, das Hauptthema war RISIKO.Dies beinhaltete insbesondere die Aufgabender Epidemiologie, ökologische Fragestellungenund den Stand der Präventionsmöglichkeiten.Zu Beginn referierte Dr. Hampel, Stuttgart,über das Problem Risikokommunikationzwischen Fachleuten und der Bevölkerung undsprach vor allem die Differenzen in dem rationalenund irrationalen Risikoverständnis beiLyme-Borreliose an, letzteres ist besonders einProblem der Medien.Prof. Schröder, Vechta, zeigte das Potentialvon Geografischen Informationssystemen(GIS) für Zecken-übertragene Erkrankungen.Ausgangspunkt ist hier die notwendige Erfassungder Infektionen, deren geografische Verteilungund anschließende Analyse der Umweltdaten(Hydrologie, Klima, Biotope). ImErgebnis kann man „hot spots“ definieren undgezielte Prävention betreiben. Im europäischenMaßstab soll dies durch das Projekt„EDEN“ (Emerging diseases in a changing EuropeanEnvironment) verwirklicht werden, dasTeilprojekt tick-borne diseases wird von Prof.S. Randolph, Oxford, geleitet. Auch hier ist dieBasis die Erfassung der Erkrankungshäufigkeiten.Dr. Piesman, CDC Atlanta, berichtete überdie in den USA laufenden Programme zur Risikominimierungdurch Reduzierung derZeckendichte. Mittels „4-poster-device“, einerSpezialapplikationsstelle für Akarizide bei Hirschen,aber auch durch „bait boxes“ mit akarizidpräpariertemNistmaterial für Mäuse wareine Reduktion der Nymphen, das Zeckenstadiummit dem größten Risikopotential, zu mehrals 65 % zu erreichen. Borrelien können auchdas Verhalten von Zecken beeinflussen, infizierteZecken sind aktiver bei der Wirtssucheund haben einen größeren Aktionsradius,ähnliche Beobachtungen liegen auch von Prof.L. Gern, Neuchatel, vor.PD Dr. Faulde, Bundeswehrinstitut Koblenz,stellte die ersten Ergebnisse über die längerfristigeWirksamkeit von Akarizid-Polymer-beschichtetenTextilien vor, die in der Bundeswehrfür Uniformen zur Vorbeugung von vector-bornediseases auch bei Auslandseinsätzen eingesetztwerden sollen. Bewähren sich dieseVerfahren bei fehlender Toxizität für den Träger,sind prinzipiell auch breite Einsatzgebieteim zivilen Bereich, z. B. Forstwirtschaft oder fürTrekking-Urlauber, denkbar.Mit hoher Wahrscheinlichkeit müssen wir inPerspektive mit einer neuen humanpathogenenBorrelien-Genospecies auch in Deutschlandrechnen. Wie Dr. Fingerle, München, berichtete,konnte er die vorläufig als Borreliaburgdorferi s.l.A14S bezeichnete Art in vierFällen bei Erythema migrans finden. Ob diesneue Probleme in der serologischen Diagnostikmit sich bringt, muss noch offen bleiben.Ganz kurz noch einiges zur FSME. In mehrerenVorträgen und Postern konnte eine Zunahmeder FSME-Inzidenz in Skandinavien undbesonders in den baltischen Ländern beobachtetwerden. Erstmals seit 1992 wurde auchin Mecklenburg-Vorpommern eine autochtoneFSME diagnostiziert. Prof. Rieger, Wuppertal,zeigte, dass die Untersuchung von Kuhherden,und zwar von Milchproben auf FSME-Antikörper,frühzeitig eine lokale Viruszirkulation anzeigenkann. Solche Proben sind leicht zu gewinnenund die so gewonnene Antikörperprävalenzist nicht durch Reisetätigkeit oderImpfung verfälscht. Einen neuen Ansatz füreine FSME-Impfstoff stellte Dr. E. Goncharova,Koltosovo, vor. Mit der intranasalen Applikationeines Glycoprotein-E-Peptides des FSME-Virus konnten sowohl eine Mukosa-Immunitätals auch eine systemische Immunität erzieltwerden. Dieser interessante Ansatz berücksichtigtdamit auch den alimentären Übertragungswegder FSME, der gerade in den östlicheneuropäischen Ländern immer noch nichtganz selten ist.Es ist nicht möglich, umfassend über alleAspekte der Tagung zu berichten. Das Hauptanliegen– Vorbeugung im weitesten Sinne –wurde aber auch in den Pausen intensiv diskutiertund als richtungsweisende Fragestellungfür die nächste Zukunft erkannt. Mit der Umsetzungder Meldepflicht für die Lyme-Borreliosein Brandenburg haben wir hier schon imVergleich zu anderen Bundesländern undauch im europäischen Maßstab einen gutenVorlauf. Mit der Etablierung einer zentralenDatenbank für alle Borreliose-Fälle war es unsmöglich, erstmals mittels GIS (ArcView undEpiInfo) aktuelle Inzidenzdaten auf Amts- undGemeinde-Ebene vorzustellen, was internationalauf großes Interesse gestoßen ist.Thomas Talaska,Institut für durch Zecken übertragbareKrankheiten e.V.,Brieskow-FinkenheerdBrandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang115


FortbildungA. FranzenErfahrungen aus 4,5 Jahren Neugeborenen-Hörscreeningan den Ruppiner KlinikenDie Klinik für HNO-Erkrankungen und plastischeOperationen an den Ruppiner-KlinikenGmbH bietet in enger Kooperation mitder Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe(Chefarzt Dr. B. Christensen) seit Juni 2000für alle Neugeborenen des Hauses ein Hörscreening.Der vorgelegte Text berichtetbasierend auf unseren Erfahrungen über dietechnischen und vor allem organisatorischenProbleme, die es in Zusammenhang mit derTestung zu lösen gilt.Hintergrund:Die normale Sprachentwicklung und damitauch die ungestörte geistige und psychosozialeEntwicklung sind an ein intaktes Hörvermögengebunden. Die sensible Phase derHörbahnreifung ist im 2. Lebensjahr abgeschlossen.Je früher eine Schwerhörigkeit erkanntwird, je früher eine Therapie und Förderungbeginnt, desto größer ist die Chancefür das Kind auf eine normale Entwicklung.In der Literatur wird die Prävalenz schwerhörigeroder tauber Kinder mit 1 bis 5:1000Geburten angegeben und steigt bei Risikokindernauf bis zu 1:50 Geburten an.Vor dem Hintergrund der Bedeutung einerkindlichen Hörstörung ist es alarmierend,dass auch nach der Jahrtausendwende inDeutschland eine schwergradige Hörstörungum den 2. Geburtstag und eine mittelgradigeSchwerhörigkeit sogar erst im 4. Lebensjahrdiagnostiziert wird. Optimal wäre die Diagnoseeiner Hörstörung innerhalb der erstendrei Lebensmonate und ein Therapiebeginnab dem 6. Monat.Zur Verbesserung der derzeitigen Situationfordern alle involvierten Fachgesellschaftenund Berufsverbände die bundesweiteEinführung eines flächendeckenden Neugeborenen-Hörscreenings.Es besteht ein Konsensus,dass alle Neugeborenen getestet werdensollten – schließt man nur Risikokinderein, würden bis zu 50 % der Hörgestörten nichterfasst. Außerdem wird die beidohrige Testungmöglichst am 3. oder 4. Lebenstagempfohlen. Die Untersuchung sollte mit einemobjektivem, hochvaliden Verfahren, dasaußerdem wenig belastend und kostengünstigist, durchgeführt werden. Diesen Anforderungenentsprechen vor allem Verfahren,die auf der Messung otoakustischer Emissionen(OAE) und der Hirnstammaudiometrie(BERA) beruhen. Subjektive Methoden, vor allemdie Verhaltens- oder Reflexbeobachtungnach einem akustischen Reiz, erfüllen dieseKriterien nicht.Material und Methoden:Das in unserer Klinik durchgeführte Untersuchungsverfahrenbasiert auf der Bestimmungvon transitorisch evozierten otoakustischenEmissionen (TOAE`s), also Tönen, die vom –hörenden – Ohr nach einem akustischen Reizausgesandt und im Gehörgang gemessenwerden können. Zur Anwendung kommt dasEchoscreen-Gerät der Firma Fischer-Zoth.Die Messung erfolgt automatisiert. Der Untersucherkann, ohne dass Spezialkenntnisse erforderlichwären, auf einem Display dasErgebnis („pass“ bzw. „fail“) ablesen.Bis 12/2002 erhielten alle Eltern beim Eintrittin das Krankenhaus eine Information, unddas Screening wurde dann auf Anforderungdurchgeführt. Seit 01/2003 wurden dieEltern zusätzlich noch durch eine Hebamme/Audiometristinim Neugeborenenzimmerdirekt angesprochen.Die Untersuchungen werden in unserem Hauszum größten Teil durch eine Audiometristinselbst durchgeführt und zu einem kleinen Teildurch eine eingewiesene Krankenschwester/Hebammedes Kreißsaalpersonals. DieErfassung sämtlicher Untersuchungsergebnisseund die Koordinierung ggf. erforderlicherWiederholungsuntersuchungen erfolgte durcheine Audiometristin.Neugeborenes während der Testung mit dem Echoscreen-Gerät.In der Zeit von 06/2000 bis 12/2004 wurdenin unserer Klinik 2299 Neugeborene getestet.Während zunächst nur ein Ohr getestetwurde, erfolgte ab 2003 grundsätzlich diebeidohrige Testung. Der Test wird in der Regelam 3. Tag post partum durchgeführt. Gelingtder Nachweis nicht, erfolgt die erste Wiederholungsmessungnoch während des nachgeburtlichenstationären Aufenthaltes. Die weitereKonfirmationsdiagnostik mit einer2. Wiederholungsuntersuchung erfolgt ca. 3Wochen post partum ambulant. BeideNachuntersuchungen werden mit demEchoscreen-Gerät durchgeführt. Schlägt auchdie 2. Nachkontrolle fehl, wird sofort eineHNO-ärztliche Untersuchung durchgeführt.Oft ist eine Ohrreinigung erforderlich. Es folgteine weitere Testung. Gelingt auch jetzt keinNachweis, wird zeitnah eine Hirnstammaudiometrie(Klick-BERA, Notched-Noice-BERA, ggf. über Knochenleitung) geplant, dieoft während des Schlafes nach dem Stillen,sonst in leichter Sedierung möglich ist. Zusätzlichwird eine Reaktionsaudiometrie alssubjektives Untersuchungsverfahren durchgeführt.Zu diesem Zeitpunkt, also 3 - 4 Monatepost partum, wird die Konfirmationsdiagnostikabgeschlossen – in relevantem Ausmaßschwerhörige Kinder werden an ein pädaudiologischesZentrum weiter geleitet.ErgebnisseDer Anteil der getesteten Kinder an der Gesamtzahlder ca. 600 jährlichen Geburten erhöhtesich von 70 % im Jahr 2000 auf >98 %in 2004. Bei dem größten Teil der Kinder(2230/97 %) konnten in erster TestungTOAE`s nachgewiesen werden, bei weiteren41 von den verbleibenden 69gelang dies in 2. und bei weiteren8 in 3. Testung. Unter den verbleibenden20 konnten wir bei 2Kindern eine therapiebedürftigeSchwerhörigkeit nachweisen, dieübrigen befinden sich entwedernoch in der Diagnostik (5 Kinder)oder stellten sich trotz teils wiederholterAufforderung nicht wiedervor (13 Kinder).Falsch-negative Befunde konntenwir unter den von uns getestetenKindern bisher nicht nachweisen.Grundlage dieser Aussage istallerdings keine systematischeNachuntersuchung aller gemessenenKinder, sondern – als Stichprobe– das Patientengut unsererSprechstunde, in der Kinder der Region mitpädaudiologischen Fragestellungen vorgestelltwerden.DiskussionÜber die Notwendigkeit einer alle Neugeborenenerfassenden Hörtestung im Sinne einesScreenings besteht seit einigen Jahren einKonsensus, trotzdem gelang selbst in Bal-116 Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang


Fortbildunglungsgebieten die Etablierung bisher nichtflächendeckend.Bis vor einigen Jahren waren es vor allem apparativeund methodische Probleme, an denendie Versuch einer Etablierung scheiterten.Untersuchungsverfahren, die auf der Beobachtungeiner Reaktion/eines Reflexes auf einenakustischen Reiz basierten, sind nichtausreichend valide. Die flächendeckende Untersuchungmit objektiven Untersuchungsverfahren(BERA, OAE) mit den herkömmlichenGeräten scheiterte an dem für ein Screeningzu großen Aufwand.Mit der Entwicklung von Screeninggerätenauf der Basis einer Bestimmung von otoakustischenEmissionen oder Hirnstammpotentialendurch die Industrie haben sich die apparativenVoraussetzungen zur erfolgreichenDurchführung eines erfolgreichen Neugeborenen-Hörscreeningserheblich verbessert.Wie unsere Erfahrungen zeigen, kann dieUntersuchung, zumindest die Ersttestung,auch von nicht-audiologischen Fachpersonaldurchgeführt werden.Trotzdem verbleiben vor allem im organisatorischenBereich Probleme, die es unbedingtzu lösen gilt, sonst wird nach unseren eigenen,aber auch in anderen Einrichtungen gewonnenenErfahrungen ein Screening, das jaim Idealfall alle Neugeborenen erreichen soll,scheitern:• Das Neugeborenen-Hörscreening mussim Rahmen der geburtshilflichen Komplexleistungwie das metabolische und endokrinologischeScreening etabliert werden.Wird lediglich eine Information fürdie Eltern angeboten und das Screeningauf Anforderung durchgeführt, ist die Resonanzunzureichend (70 – 80 % in dereigenen Klinik).• Es bedarf einer Dokumentation der Ergebnisse,die unbedingt in einer Hand liegenund von Fachpersonal (Audiometrieassitentin/HNO-Arzt/Ärztin)durchgeführtwerden sollte. Die Ergebnisse sollteauch für die nachbetreuenden Kollegenund Einrichtungen zugänglich sein (s. u.).• Die systematischen Weiterbetreuung derKinder, die im Rahmen der stationärenErst- und ggf. Zweittestung negativ getestetwurden, machen eine strukturierte Organisationder weiteren Untersuchungsschritteerforderlich (Konfirmationsdiagnostik)• Bestätigt die Konfirmationsdiagnostik denVerdacht auf eine Schwerhörigkeit, solltedas Kind bis zum Ende des 6. Monats ineinem pädaudiologischen Zentrum vorgestelltwerden.Die Neugeborenen (ca. 3 % in unserer Klinik),bei denen die erste Messung negativ ist, müssen– oft auch mehrfach wiederholt – zu Kontrolluntersuchungeneinbestellt werden. Diesmacht nach unserer Erfahrung ein aktivesHandeln der Klinik wie telefonische oderschriftliche Erinnerungen, Hinzuziehen desKinderarztes etc. erforderlich. Besondere„Motivationsprobleme“ beobachteten wirnach Einführung der beidseitigen Testung,wenn nur ein Ohr positiv gemessen wurde.Nach unseren Erfahrungen wird man trotzguter Organisation und großem persönlichenEinsatz sicher nicht bei allen Kindern das erforderlichediagnostische Programm zum Abschlussbringen können. In einem solchen Fallbesteht dann die Gefahr, dass eine relevanteSchwerhörigkeit trotz Screening nicht odererst verzögert diagnostiziert wird. Bei einemKind, bei dem eine Schwerhörigkeit zumindestnoch nicht ausgeschlossen wurde, solltendeshalb Untersuchungsbefunde konsequentauch im „Kinderuntersuchungsheft“ eingetragenwerden.Fazit:Durch moderne Screeninggeräte wird dieEtablierung eines Neugeborenen-Hörscreeningserheblich erleichtert. Die erfolgreicheDurchführung setzt jedoch eine straffe undengagierte Organisation voraus.Dr. med. Achim FranzenKlinik für HNO-Krankheiten undplastische OperationenRuppiner Kliniken GmbHFehrbelliner Straße 3816816 NeuruppinTel.: 03391 393601Fax.: 03391 393609a.franzen@ruppiner-kliniken.deLiteratur: beim VerfasserVon C. Jenssen 1) , M. Boldaz 1) , I. Schwede, 2) W. Handrick 2)Listeriose – ein Fallbericht1)Krankenhaus Märkisch Oderland, Wriezen,Innere Abteilung2)Institut für Medizinische Diagnostik Oderland,Frankfurt (Oder)ZusammenfassungEin 77-jähriger multimorbider Patient wurdewegen akuter Verschlechterung des Allgemeinzustandsmit Symptomen, die zur Verdachtsdiagnose„zerebrale Ischämie“ führten,stationär aufgenommen.In Anbetracht der klinischen und Laborbefundebei Aufnahme bestand Verdacht auf eine systemischeInfektion und es wurde nach Entnahmevon Blutkulturen mit einer Antibiotika-Therapiebegonnen (Cefuroxim, Ciprofloxacin).In der Blutkultur gelang der Nachweis vonListerien. Unter der Therapie mit Ampicillinkam es rasch zu einer deutlichen klinischenBesserung, und der Patient konnte in ambulanteBetreuung entlassen werden.Schlüsselwörter: Listeriose, Blutkultur, Arthritis,EnzephalitisDie Listeriose ist eine seltene Erkrankung. Siebetrifft vor allem Menschen mit unausgereifter(Neugeborene) bzw. beeinträchtigter Immunabwehr(Schwangere, hohes Alter, schwereGrundkrankheiten bzw. deren Therapie) (5).Mit folgender Kasuistik möchten wir an diesesKrankheitsbild erinnern.FallberichtBei dem bei Aufnahme 77 Jahre alten Mannhandelte es sich um einen chronisch-krankenmultimorbiden Patienten (COPD, arteriellerHypertonus, Zustand nach kardioembolischemischämischen Herzinfarkt, Zustandnach Myokardinfarkt, Niereninsuffizienz imStadium der kompensierten Retention u. a.).Aktuell erfolgte die stationäre Aufnahme wegenFiebers und einer binnen weniger Tageeingetretenen Verschlechterung des Allgemeinzustands.Der Patient konnte nicht mehrrichtig laufen und stürzte mehrfach, war abernicht bewusstlos. Die Einweisungsdiagnoselautete „Verdacht auf zerebrale Ischämie“.Die Körpertemperatur bei Aufnahme betrug36,8 °C (am Abend des Aufnahmetags38,4°C). Bei der klinischen Untersuchung fielenu. a. eine eingeschränkte Beweglichkeit desKopfes, der Schultern, Arme und Hände sowieenge Pupillen mit leicht verzögerter Licht- undKonvergenzreaktion und eine deutlich verminderte(aber seitengleiche) Kraft auf.Neben einer eingeschränkten Beweglichkeitund Schmerzen der großen Gelenke warenbesonders Schwellung, Rötung, Bewegungseinschränkungund starke Schmerzhaftigkeitder Fingergrund- und Mittelgelenke beiderHände auffällig.Das Blutbild zeigte eine geringe Leukozytose(11, 9 Mpt/l), CRP (28,2 mg/l), Fibrionogen(4,76 g/l), Kreatinin (138 µmol/l) und Harnstoff(16,11 mg/l) waren erhöht, das Serumalbumin(30,7g/l) erniedrigt.Aufgrund fraglicher Infiltrate in beiden Lungen-Mittelfeldern,die sich erst später im Verlaufund im Vergleich zu Voraufnahmen alsältere Residualbefunde klassifizieren ließen,erfolgte nach Entnahme mehrerer Blutkultureneine kalkulierte Antibiotika-Therapie mit Cefuroxim.Diese wurde am Folgetag trotz einesunauffälligen Urinbefundes bei sonographischemNachweis einer geringen beidseitigenHarnstauung in Folge einer Harnblasenent-Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. 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Fortbildung/KVBB informiertleerungsstörung und sonographischen Hinweisenauf Nephritis/Perinephritis rechts auf Ciprofloxacini. v. umgestellt. Die Röntgenaufnahmeder Hände zeigte arthrotische Veränderungenan den Fingergelenken, die Ultraschall-Untersuchungergab verdickte Gelenkkapseln sowiekleine Ergüsse im Bereich der Fingergrundgelenke.In der Blutkultur gelang der Nachweis vonListeria monocytogenes. Deshalb wurde die Behandlungab dem 3. Tag nach Aufnahme mitAmpicillin i. v. fortgesetzt (2 Wochen).Unter dieser Behandlung und entsprechendensymptomatischen Maßnahmen kam es zur Entfieberungund zu einer deutlichen klinischenBesserung, der Patient konnte bald in ambulanteBetreuung entlassen werden.DiskussionAn der Diagnose „Listeriose“ besteht bei unseremPatienten kein Zweifel: hinweisende klinischeSymptomatik mit Fieber, Nachweis der Listerienin der Blutkultur und rasche Besserung unter gezielterAntibiotika-Therapie. Allerdings ist es inAnbetracht der bei diesem Patienten vorbestehendenchronischen Erkrankungszuständeschwierig zu entscheiden, welche Symptomebzw. Befunde durch diese und welche durch dieListeriose bedingt waren. Es liegt aber nahe zuvermuten, dass die Symptome, die zunächst zumVerdacht auf zerebrale Ischämie führten (Schwierigkeitenbeim Laufen, Stürze), Ausdruck einerbeginnenden Hirnstamm-Enzephalitis waren.Die Hirnstamm-Enzephalitis ist eine selten vorkommendeForm der ZNS-Listeriose. Sie trittpraktisch nur bei Erwachsenen mittleren und vorallem höheren Altes auf (1, 7, 9,11, 13 - 15).Sie beginnt mit uncharakteristischen Prodromi(Kopfschmerzen, Fieber), es folgen zerebraleStörungen (Ataxie), aber auch Krampfanfälle,Hemiparesen und zunehmende Bewusstseinsstörungen(2). Eine Nackensteife lässt sich meistnicht nachweisen. Auch pathologische Liquorbefundekönnen fehlen (bei unserem Patientenerfolgte keine Lumbalpunktion), deshalb sindbei diesen Patienten für die Stellung der exaktenDiagnose Blutkulturen besonders wichtig.Auch die arthritischen Befunde sind schwierigzu interpretieren. Da bei dem Patienten eineRheumatoidarthritis nicht vorbekannt war undRheumafaktoren nicht nachweisbar waren,kommen pathogenetisch eine septische Streuung,aber auch reaktive Prozesse im Rahmender systemischen Listerieninfektion bei vorbestehendenaltersbedingten arthrotischen Veränderungenin Betracht. Listerien-Arthritiden sind selteneEreignisse, dabei handelte es sich umInfektionen nativer Gelenke oder um infizierteEndoprothesen (3, 4, 8, 10).Der symmetrische Befall der kleinen Handgelenkebei unserem Patienten spricht eher gegeneine septische Genese. Andererseits wurden Listerien-assoziiertereaktive Arthritiden nach unsererKenntnis bisher nicht beschrieben.Offensichtlich konnte durch eine rechtzeitig begonneneeffektive Antibiotika-Therapie bei unseremPatienten ein weiteres Fortschreiten derErkrankung, die in diesem Alter nicht selten letalendet (6), verhindert werden.Bei älteren Patienten mit unklaren fieberhaftenZuständen und insbesondere bei ZNS-Beteiligung(Ataxie, zunehmende Bewusstseinsstörung)sollte immer auch an eine Listeriosegedacht und dies bei der kalkulierten Antibiotika-Therapieberücksichtigt werden, z. B. Therapie-Beginnmit Cefotaxim + Ampicillin. DieZugabe des Ampicillins ist wichtig, da Cephalosporinegegenüber Listerien unwirksam sind.Eine interessante Alternative ist die Gabevon Cotrimoxazol i. v., evtl. kombiniert mit Ampicillin(5, 12).Literatur: bei den VerfassernKorrespondenz-Adresse:Prof. Dr. W. HandrickInstitut für Medizinische Diagnostik BerlinDr. Schmidt & KollegenNicolaistraße 2212247 BerlinTel.: (030) 77 00 1465Fax: (030) 77 00 1332E-Mail: Prof.W.Handrick@imd-Berlin.deLandesausschuss der Ärzte und Krankenkassenfür den Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung BrandenburgÜbersicht der für weitere Zulassungen gesperrten Planungsbereiche/ArztgruppenDie Übersicht enthält die Entscheidungen des Landesausschusses mit Stand vom 22. Dezemberr 2004 einschließlich der Beschlüsse:(keine Änderungen zu der vorangegangenen Veröffentlichung)(Die Übersicht entnehmen Sie bitte dem Brandenburgischen Ärzteblatt 02/2005, Seite 52.)Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass gemäß der Bedarfsplanungs-Richtlinien-Ärzte eine Überversorgung dann angezeigt ist, wenn durch einen Vergleichzwischen der für den Planungsbereich maßgeblichen allgemeinen Verhältniszahl für die Arztgruppe und der für den Planungsbereich ermittelten örtlichenVerhältniszahl eine Überschreitung von 10 v. H. festgestellt wird. Insofern ist nicht grundsätzlich davon auszugehen, dass für die in der Übersicht nochnicht gesperrten Planungsbereiche/Arztgruppen eine Unterversorgung angezeigt ist. Wir empfehlen daher dringend jedem niederlassungswilligen Arzt, sichvor der Antragstellung in der KV Brandenburg, Geschäftsbereich Qualitätssicherung/Sicherstellung, über die jeweilige Versorgungssituation zu informieren.NachzubesetzendeVertragsarztsitzeNach Anordnung von Zulassungssperren durchden Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassenist die KV Brandenburg gem. § 103 Abs. 4 SGB Vgesetzlich verpflichtet, auf Antrag Vertragsarztsitzezur Nachbesetzung auszuschreiben. Eine Garantiefür eine wirtschaftliche Praxisführung nach Übernahmeist mit dieser Ausschreibung nicht verbunden.Facharzt/Fachärztin für HNO-HeilkundePlanungsbereich: Märkisch-OderlandZeitpunkt: schnellstmöglichBewerbungskennziffer: 14/2005Facharzt/Fachärztin für AllgemeinmedizinPlanungsbereich: Frankfurt (Oder)/St. / Oder-SpreeZeitpunkt: schnellstmöglichBewerbungskennziffer: 15/2005Facharzt/Fachärztin für AllgemeinmedizinPlanungsbereich: Frankfurt (Oder)/St. / Oder-SpreeZeitpunkt: schnellstmöglichBewerbungskennziffer: 16/2005Facharzt/Fachärztin für AllgemeinmedizinPlanungsbereich: Frankfurt Oder)/St. / Oder-SpreeZeitpunkt: schnellstmöglichBewerbungskennziffer: 17/2005Psychologische/r Psychotherapeut/inPlanungsbereich: Potsdam/StadtZeitpunkt: schnellstmöglichBewerbungskennziffer: 18/2005Nähere Informationen und Bewerbungsunterlagenerhalten Sie bei der Kassenärztlichen VereinigungBrandenburg, Ansprechpartnerin: Karin Rettkowski,Tel.-Nr.: 0331/2309-320. Die schriftliche Bewerbungfür die ausgeschriebenen Vertragsarztsitze ist zwingenderforderlich. Sie muss die Bewerbungskennziffer,die Anschrift, die Telefonnummer, die Facharztanerkennungsowie Angaben zum möglichen Praxisübernahmezeitpunktenthalten. Unter dem Stichwort„Ausschreibung” sind die Unterlagen bis zum04. Mai 2005 bei der KV Brandenburg,Friedrich-Engels-Str. 103/104, 14473 Potsdam,einzureichen. Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam,dass die in der Warteliste eingetragenenÄrzte nicht automatisch als Bewerber für die ausgeschriebenenVertragsarztpraxen gelten.Potsdam, den 3. März 2005118 Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang


InfektionsschutzLandesgesundheitsamtInfektionskrankheiten/Impfschutz/Krankenhaushygiene (Februar 2005 – Auszug)ARE/Influenza-INFO (Stand: 4. März 2005)Die Arbeitsgemeinschaft Influenza teilt inihrem Bericht für die 9. Kalenderwoche (KW)mit, dass sich die Influenzaaktivität in Deutschlandin der 9. KW weiterhin auf hohemNiveau befindet. Der Gipfel der diesjährigenInfluenzawelle scheint aber erreicht bzw.überschritten zu sein. In der Berichtswochewurden im Nationalen Referenzzentrum Berlininsgesamt 198 Influenza-A-Viren und 27Influenza-B-Viren nachgewiesen. WeitereInformationen können im Internet unterwww.influenza.rki.de/agi abgerufen werden.In Brandenburg wurden für die 9. KW 59Influenza-Nachweise gemeldet, in der Influenza-Saison2004/05 seit der 40. KW 287Nachweise (Stand: 10. März).InfektionsgeschehenIm Februar wurden 45 Häufungen mit insgesamt557 Erkrankten aus 11 Kreisen gemeldet,darunter 14 Norovirus-Häufungen,12 Rotavirus-Häufungen, eine Salmonellen-Häufung (2 E in einer Familie), 2 Pertussis-Häufungen und 16 ätiologisch ungeklärteHäufungen.Die Norovirus-Häufungen mit 259 Erkranktentraten in 2 Alten- und Seniorenheimen, 9 medizinischenEinrichtungen und 3 Kindertagesstättenauf. Der Verlauf der Erkrankungen warhauptsächlich leicht. Es kann angenommenwerden, dass bei einigen bisher ätiologischungeklärten Häufungen ebenfalls Norovirenals Ursache in Frage kommen.Die Rotavirus-Häufungen mit 140 Erkranktenwurden aus 3 Alten- und Pflegeheimen, einermedizinischen Einrichtung, 5 Kindertagesstättenund 3 Familien gemeldet.Infektionskrankheit Fälle Kumulativwert3.1.2005 - 27.2.2005*Borreliose 33 94Campylobacter 114 251E. coli-Enteritis (ohne EHEC) 22 38Leptospirose 1 1Legionellose 2 3Listeriose 2 2Meningokokken 3 6Norovirus-Erkrankung 796 2006Pertussis 73 141Rotavirus-Erkrankung 805 1142Salmonellose 110 210Shigellose 2 4Yersiniose 10 23* vorläufige Zahlen (durch Nachmeldungen kann es Differenzen zwischen derSumme der Einzelmonate und dem aktuellen Kumulativwert geben)Die ätiologisch ungeklärten Häufungen mit149 Erkrankungsfällen betrafen 2 Alten- undPflegeheime, 4 medizinische Einrichtungen,6 Kindertagesstätten, 2 Schulen und je eineFamilie und ein Wohnheim.EinzelerkrankungenJe eine klinisch-labordiagnostisch und klinisch-epidemiologischbestätigte Shigellosemeldete Havelland. Bei den Erkrankten handeltees sich um ein Ehepaar, das sich ab MitteJanuar zu einem Urlaub in Indien aufgehaltenhatte. Beide waren im Abstand von einemTag mit der gleichen Symptomatik erkrankt.Bei der Frau konnte im Stuhl Shigella flexnerinachgewiesen werden.Eine klinisch-labordiagnostisch bestätigteHantavirus-Erkrankung meldete Prignitz. Der20-jährige Mann war mitRückenschmerzen, Fieber undNierenfunktionsstörungen erkrankt.Die labordiagnostischenUntersuchungen zeigten,dass es sich um eineInfektion mit dem VirustypDobrava gehandelt hatte.Shigellosen 2004 (KURZ-INFO)Bei den durch Shigellen hervorgerufenenErkrankungenist im Berichtsjahr 2004 mit 32Erkrankungsfällen ein weitererAnstieg gegenüber dem Vorjahr(2003: 27 Fälle) zu verzeichnen(Abbildung).Bei 12 Patienten (gleiche Anzahlwie im vergangenenJahr) wurde die Infektionsquellein Deutschland ermittelt, 18 Erkranktehatten sich während eines Auslandsaufenthaltesinfiziert, für 2 Erkrankte liegen keine Angabenvor. Ägypten liegt mit 9 Erkrankungsfällenan erster Stelle. Die übrigen im Auslanderworbenen Erkrankungen verteilen sich aufTunesien (1), Thailand (1), Peru (1), Kroatien(2), Kapverdische Inseln (1), Indien (1), DominikanischeRepublik (1) und Afghanistan (1).Die meisten Infektionen wurden durch Sh. sonnei(24 Fälle) hervorgerufen. Bei den verbleibendenacht Erkrankungen wurde 3-mal Sh.flexneri und 2-mal Sh. boydii nachgewiesen.Bei drei Erkrankten erfolgte keine Typisierung.KrankenhaushygieneDie Kommission für Krankenhaushygiene undInfektionsprävention, das Bundesinstitut fürArzneimittel und Medizinprodukte und dasRobert-Koch-Institut haben einen gemeinsamenKommentar zur Aufbereitung flexiblerZystoskope erarbeitet (Stand: 28.1.05). DerKommentar enthält Hinweise zur Risikobewertungund Einstufung des Medizinproduktesund Empfehlungen für die Aufbereitung. Danachist eine Aufbereitung flexibler Endoskopefür die Zystoskopie ohne abschließende Sterilisationunter folgenden Voraussetzungen vertretbar:- geeignete Verfahren der Reinigung, Desinfektionund Nachspülung,- schriftlich festgelegte Standardarbeitsanweisungen,- geschultes Personal.(Quellen: Epidemiologisches Bulletin Nr.6/2005 und www.rki.de Rubrik: Krankenhaushygiene/Kommission für Krankenhaushygieneund Infektionsprävention)Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang119


AktuellFrühwarnsystem kündigtRückfall anBei einer Leukämie, der häufigsten Krebsartbei Kindern, sind die Zellen des blutbildendenSystems bösartig verändert. Daher ist dieTransplantation von Blutstammzellen oft dieeinzige Heilungschance. Die Hauptgefahrdabei: Wenn durch die Therapie nicht alleKrebszellen zerstört wurden, kann die Leukämieerneut ausbrechen. Professor Dr. PeterBader vom Universitätsklinikum Frankfurt amMain hat ein „Frühwarnsystem“ entwickelt,das einen möglichen Rückfall frühzeitig anzeigt.„Darauf aufbauend erforschen wir jetzteine Immuntherapie, die verbliebene Leukämiezellenvollständig vernichten soll“, so ProfessorBader. Die Deutsche KinderKrebshilfefördert das Forschungsprojekt mit rund270.000 Euro.Um die Leukämiezellen zu vernichten, müssendie kleinen Krebs-Patienten eine anstrengendeChemo- und Strahlentherapie über sich ergehenlassen. Damit das blutbildende Systemanschließend wieder gesunde Zellen produziert,ist oftmals auch eine Stammzelltransplantationerforderlich. Dabei erhält der Patientblutbildende Zellen von einem gesundenSpender. „Wir konnten nachweisen, dass bereitswenige nach der Therapie verbliebeneLeukämiezellen bei den meisten Kindern zueinem Wiederauftreten der Erkrankungführen“, erklärte Professor Bader, Projektleiteram Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizindes Universitätsklinikums Frankfurtam Main. Weitere lebensrettende Maßnahmensind dann meist nicht mehr möglich, unddie Kinder sterben an den Folgen ihrer Erkrankung.„Mit dem Frühwarnsystem könnenwir jetzt rechtzeitig feststellen, ob die Blutzellendes Patienten nach der Transplantation –wie beabsichtigt – alle vom gesunden Spenderstammen“, erklärt der Projektleiter. Umdies zu überprüfen, wird dem Patienten übereinen längeren Zeitraum jede Woche Blut entnommen.Drei Milliliter reichen jedes Maldafür aus. Denn das Frühwarnsystem arbeitetauf der Basis des so genannten PCR-Verfahrens.Damit können bereits kleinste Erbsubstanz-Mengennachgewiesen werden. „So istes möglich, verbliebene entartete Blutzellendes Patienten von denen des gesunden Spenderszweifelsfrei zu unterscheiden“, erläuterteProfessor Bader. „Wenn bei dieser Kontroll-Untersuchung noch Krebszellen im Blut desPatienten gefunden werden, kann ein Rückfallprinzipiell durch eine Immuntherapie verhindertwerden“, beschrieb Professor Bader eineneue Therapie-Option. Im Rahmen des Projektessoll diese Immuntherapie jetzt weiter erforschtwerden. Dabei bekommt der Patienteine Extra-Dosis weißer Blutkörperchen voneinem gesunden Spender. Diese Abwehrzellenrichten sich dann speziell gegen die verbliebenenLeukämiezellen und zerstören diese,so die Hoffnung der Forscher.Jedes vierte Kind außerehelichWährend die Geburtenzahl insgesamt zurückgeht,steigt die Anzahl der Kinder, derenEltern nicht miteinander verheiratet sind, an.Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden2003 191 000 Kinder außerhalb einerEhe geboren, das waren 27 % aller Lebendgeborenen.1998, als mit der Reform des Kindschaftsrechtsdie Rechtstellung nichtehelicherKinder verbessert wurde, waren es 157 000(20 %) und 1993 118 000 Kinder (14,8 %).Innerhalb Deutschlands bestehen erheblicheUnterschiede. Im Norden und Osten habenmehr Kinder Eltern, die nicht miteinander verheiratetsind, als im Süden und Westen. Diehöchsten Anteile an außerehelichen Geburtengab es 2003 in Mecklenburg-Vorpommernmit 60,8 % und Sachsen-Anhalt mit60,0 %, die niedrigsten in Baden-Württembergmit 18,2 % und Hessen mit 19,9 %.Neue Internetseitewww.flyingdoctor.orgTäglich erkranken ca. 350 Menschen an Bordeines Verkehrsflugzeugs ernsthaft. Pro 14.000Passagieren trifft es einen. Täglich ist hundertfachder Ruf zu hören „Ist ein Arzt an Bord?“.Doch in nur vier von fünf Notfällen meldensich die Ärzte bei den Flugbegleitern. Angstvor rechtlichen Konsequenzen sowie fehlendePraxis im Umgang mit medizinischen Notfällenan Bord sind unter anderen die Gründedafür. Damit Ärzte auf Notfallsituationen optimalund kompetent vorbereitet sind und ihrerrechtlichen Verpflichtung zur Hilfeleistungohne Scheu nachkommen, bietet das FreiburgerInstitut für angewandte Notfallmedizin,Medifan GmbH, ab sofort Informationen undServices für Mediziner im Internet an unter derAdresse www.flyingdoctor.org.Bonusheft spart auchkünftig bares GeldAuch wenn Kassenpatienten von Juli 2005 anfür den Zahnersatz einen Sonderbeitrag zahlensollen, gilt das Bonusheft weiter: Auchkünftig erhalten Versicherte, die ihre Zähneregelmäßig vom Arzt kontrollieren lassen,höhere Zuschüsse zu Kronen, Brücken undProthesen. Wer in diesem Jahr noch nichtbeim Zahnarzt war, sollte daher jetzt einenTermin für eine Vorsorgeuntersuchung vereinbaren,rät die Techniker Krankenkasse (TK).Wichtig: Die Untersuchung ins Bonusheft eintragenlassen, um so bei späterem Zahnersatzbares Geld zu sparen.Dicke Kinder bereitsmit ArterioskleroseFettleibige Kinder können bereits im Alter vonsieben Jahren erste Anzeichen von Arteriosklerosezeigen sowie Anzeichen für „Altersdiabetes“.Dies zeigte eine Studie amerikanischeund italienischer Wissenschaftler umArchchangelo Iannuzzi vom Cava de’ Tirreni-Krankenhaus in Salerno. Die Forscher untersuchtenetwa 100 übergewichtige Kinderzwischen 6 und 14 Jahren und fanden sowohlbeginnende Gefäßverhärtungen alsauch eine gesteigerte Insulinresistenz, ein typischesFrühzeichen für einen beginnendenAltersdiabetes. Die Ergebnisse der Forscherwurden in der Fachzeitschrift Diabetes Care(Bd. 27, S. 2506-2508, 2004) veröffentlicht.Neue Strategiengegen HirntumorenJährlich erkranken in Deutschland etwa5.000 Menschen neu an einem bösartigenHirntumor. Bei der Behandlung dieser Krankheitstehen die Ärzte auch heute noch oft mitdem Rücken zur Wand. Die Heilungschancenhaben sich in den letzten Jahrzehnten kaumverbessert. Die Deutsche Krebshilfe hat dahereinen Forschungsverbund initiiert, um dieseSituation zu ändern: Seit dem 1. Oktober2004 forschen Wissenschaftler an neun universitärenStandorten in Deutschland daran,neue Behandlungsstrategien gegen diesetückische Krankheit zu finden. Die DeutscheKrebshilfe fördert das Verbundprojektzunächst für drei Jahre mit rund vier MillionenEuro.Gliome sind die häufigsten Hirntumoren. Dahersteht diese Tumorart im Mittelpunkt desneuen Verbundprojektes der DeutschenKrebshilfe. Die Tumoren gehen vom Stützgewebedes Gehirns aus und führen bei derbösartigsten Form, dem Glioblastom, bei derHälfte der Patienten innerhalb eines Jahreszum Tod – trotz Operation und Bestrahlung.„Unser vorrangiges Ziel ist es daher, die Ergebnisseaus der Gliom-Forschung in neueDiagnose- und Therapieverfahren umzusetzen,“erklärt Professor Dr. Michael Weller,Neurologische Klinik der Universität Tübingen.Er ist Sprecher des interdisziplinärenVerbundprojektes „Gliome – InterdisziplinäreNeuro-Onkologie, Molekulare Diagnostikund neue Therapieansätze“.Rucola kann sehrviel Nitrat enthaltenNach neuen Untersuchungsergebnissen derÜberwachungsbehörden der Bundesländerzählt Rucola, ähnlich wie Spinat oder Blattsalate,zu denjenigen Gemüsesorten, in denen120 Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang


Aktuellregelmäßig hohe Nitratgehalte nachweisbarsind. So wurden bei rund der Hälfte vonknapp 350 Rucola-Proben Nitratgehalte vonüber 5000 mg/kg gemessen. Abhängig vonindividuellen Verzehrgewohnheiten könnendamit unter Umständen erhebliche Mengenan Nitrat aufgenommen und die von derWeltgesundheitsorganisation (WHO) abgeleiteteduldbare tägliche Aufnahmemengedeutlich überschritten werden. Das Bundesinstitutfür Risikobewertung rät deshalb zummaßvollen Verzehr von Rucola und anderemnitratreichen Gemüse.Zitronen: „Unbehandelt“ istnicht „Bio“Zitrusfrüchte mit der Kennzeichnung „unbehandelt“können während des Wachstumsdurchaus mit Pflanzenschutzmitteln gespritztworden sein. Die Kennzeichnung bezieht sichnur auf die Behandlung nach der Ernte. Siebedeutet, dass die Früchte nicht mit einemschützenden Wachsfilm und Konservierungsstoffenversehen wurden. Wer zum Beispielbeim Backen nur Schalen von Früchten, dieauch beim Anbau nicht mit Pflanzenschutzchemikalienin Berührung gekommen sind,verwenden möchte, muss deshalb zu eindeutigals „Bio“ gekennzeichneter Ware greifen.Die Muttermilch trainiertGeschmackswahrnehmungDas Risiko, später dick zu werden, ist umsokleiner, je länger ein Baby gestillt wird. Nochwissen Forscher nicht genau, warum das so ist.Fest steht: Muttermilch besitzt eine einzigartigeZusammensetzung mit bioaktiven Faktorenund Hormonen, die das Fettgewebe beim Kindbeeinflussen.Und: Die Milch aus der Brust schmeckt so abwechslungsreichwie die Nahrung der Mutter,Fertigmilch dagegen nur süß. Babys trainierenaußerdem beim Stillen bereits ihr Geschmacksempfinden.Ist Mama ein gutes Vorbild, werdensie auch im späteren Leben Genuss an gesundenSpeisen finden.Dicke Kinder immer dickerEs gibt nicht nur immer mehr übergewichtigeKinder – auch das Ausmaß des Übergewichtssteigt und steigt. Die Leiterin der Insula-Klinikfür adipositaskranke Kinder in Berchtesgaden,Dr. Alena Siegfried, nennt Zahlen:„In der Insula-Klinik lag der durchschnittlicheBMI der jugendlichen Fettsüchtigen 1996 bei36, heute bei 44.“ Umgerechnet in Kilogramm:Kam im Jahr 1996 ein Kind mit einerKörpergröße von 140 Zentimetern noch mitdurchschnittlich 70 Kilogramm zur Kur, sosind es heute schon etwa 85.Achtung: Impfkontrolle!„Achtung: Impfkontrolle!“ heißt eine neueBroschüre, die für den Impfschutz auf Reisensensibilisieren möchte und die vom Centrumfür Reisemedizin (CRM) gemeinsam mit demGesundheitsdienst des Auswärtigen Amtesund dem Tropeninstitut Berlin erarbeitet unddie kostenlos an über 5.000 Ärzte und Apothekenverteilt wurde. Wer keine Broschüreerhielt, kann den Text auch im Internet unterwww.travelmed.de finden und sich dieBroschüre per Download ausdrucken.Forschungskolleg Geriatrieder Robert-Bosch-StiftungZur Förderung des akademischen Nachwuchsesin der Geriatrie hat die Robert-Bosch-Stiftung 2003 das ForschungskollegGeriatrie ins Leben gerufen. Dieses Stipendienprogrammfür junge Ärzte wird nun zum3. Mal ausgeschrieben. Das Forschungskollegwird gemeinsam mit sieben klinisch-geriatrischenZentren in Deutschland und derSchweiz durchgeführt. Die Kollegteilnehmerarbeiten zwei Jahre an einem eigenen Forschungsprojektund werden dabei intensivwissenschaftlich betreut. Für 2006 und 2007werden bis zu zehn Kollegstipendien vergeben.Bewerbungsschluss ist der 30. April.Weitere Infos unter www.forschungskolleggeriatrie.de.Workshop in Berlin zumedizinischen Modellen„Nutzenbewertung von Arzneimitteln undGesundheitsökonomie“ heißt ein Workshopder Stuttgarter Thieme Verlagsgruppe am 22.April im Berliner Tagungszentrum Palisa.de.Europäische Experten stellen Methoden vor,wie in der Medizin verlässliche Daten durchdie Modellierung komplexer Zusammenhängegewonnen werden können. Weitere Informationenund Anmeldungen unter T: 07118931 320 oder per E-Mail: fortbildung@thieme.de.Plastische Chirurgie:700.000 Eingriffe pro JahrDie Mitglieder der Vereinigung der DeutschenPlastischen Chirurgie führen etwa 700.000Eingriffe im Jahr durch. Rein ästhetische Eingriffemachen dabei einen Anteil von etwa 25% aus, heißt es in einer Presseinformation. Diehäufigsten ästhetischen Operationen inDeutschland sind: 1. Gewebeunterfütterungmit Fremdmaterial oder Eigenfett, 2. Injektionenmit Botolinumtoxin, 3. Fettabsaugung, 4.Lidstraffung, 5. Brustvergrößerung, 6. Brustverkleinerung,7. Nasenkorrektur, 8. Bauchdeckenstraffung,9. Ohrkorrektur und 10.Bruststraffung. Im internationalen Vergleichsteht Deutschland in der Gesamtzahl ästhetischerEingriffe an 6. Stelle nach den USA,Mexiko, Brasilien, Japan und Spanien.Der Anteil an Kindern und Jugendlichen liegeunter 10 % in Deutschland, wobei hier dieKorrektur abstehender Ohren weitaus amhäufigsten vorkomme. Entgegen anderenMeldungen können die Zunahme ästhetischerEingriffe bei Männern nicht bestätigt werden.Der Anteil liege bei 12,5 %, heißt es weiter .Neue Prothese bietetKraft und MobilitätDer weltweit angesehene Handchirurg Dr.Luis R. Scheker hat die erste Prothese zurvollständigen Ersetzung des distalen Radio-Ulnargelenks implantiert. Der Eingriff wurdeam MAZ-Krankenhaus in Saragossa vondem Team unter der Leitung von Dr. PedroMarquina Sola vorgenommen.Die von Aptis Medical aus Louisville im US-Bundesstaat Kentucky patentierte Prothesebietet Patienten Abhilfe, die aufgrund einerVerletzung oder degenerativer bzw. entzündlicherArthritis das distalen Radio-Ulnargelenkverloren haben. Die Prothese ersetzt dasGelenk zwischen den langen Knochen desUnterarms im Bereich des Handgelenks.Olivenöl besser kühl unddunkel aufbewahrenOlivenöl verliert unter dem Einfluss von Tageslichtan geschmacklicher Qualität. Leiderwerden gerade hochwertige Sorten gerne inhellen Flaschen verkauft. Wer den feinen Geschmackerhalten will, soll das gesunde Nahrungsmittelgleich in eine dunkle Flasche umfüllen.Am besten aufgehoben ist das Naturproduktübrigens im Kühlschrank.Der Apfel stellte 200480 % der BaumobsternteÄpfel, das klassische Winterobst, machten imJahr 2004 80 % der deutschen Baumobsternteaus, das waren 945 000 Tonnen.Die deutsche Apfelernte reicht jedoch bei weitemnicht, um den Inlandsverbrauch zudecken, obwohl sie im Vergleich zu den Vorjahrensehr gut ausfiel. Der Ertrag bei Äpfelnstieg gegenüber 2003 um 15,5 % auf 30,3Tonnen je Hektar Anbaufläche. Die wichtigstendeutschen Apfel-Anbaugebiete liegen inBaden-Württemberg (Bodenseeregion) undin Niedersachsen („Altes Land“) sowie inSachsen.Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang121


Aktuell/RezensiertTierärzte leben gefährlichUnter den Beschäftigten in Gesundheitsberufenleben Tierärzte und Schädlingsbekämpferam gefährlichsten. Jeder fünfte Arbeitsunfalldieser Berufssparte passiert ihnen. Vor allemTierärzte, deren vierbeinige oder gefiedertePatienten sich manchmal beißend undpickend gegen die Hilfe wehren, melden Arbeitsunfällean die zuständige Berufsgenossenschaft.Ärzte und Zahnärzte leben bei weitemnicht so gefährlich: Sie sind nur zu jeweilszwei Prozent in der Statistik vertreten.Kein Traubenzucker vorPrüfungenEin überhöhter Blutzuckerspiegel mindert dieDenkfähigkeit, berichtet der „Diabetiker Ratgeber“unter Berufung auf eine amerikanischeUntersuchung. Wissenschaftler der Universitätvon Virginia hatten 230 Diabetikervier Wochen lang sprachliche und mathematischeTests absolvieren lassen. Unmittelbardanach wurde jeweils der Blutzucker bestimmt.Bei rund der Hälfte der Diabetikersenkte eine Überzuckerung die Erfolgsquoten.Als eine Konsequenz warnt StudienleiterProf. Daniel Cox davor, seinen Blutzucker z.B. vor Prüfungen mit Traubenzucker in dieHöhe zu treiben.Vorsicht mit Franzbranntwein– Alkohol trocknet Haut ausRegelmäßige Einreibungen mit Franzbranntweinsind nicht geeignet für bettlägerige Patienten.„Der Alkohol trocknet die Haut zu sehraus“, begründet dies Prof. Ralf Uwe Peter, Vizepräsidentder Deutschen Gesellschaft fürWundheilung und Wundbehandlung (DGfW).Auch von reiner Vaseline oder Melkfett zurPflege rät er ab, weil beides ebenfalls die Hautreizt. Falsche Hautpflege und Lagerung führenbei vielen Pflegebedürftigen häufig zu tiefenWunden. Wichtigste Vorbeugemaßnahme ist,den Bettlägerigen möglichst alle zwei Stundenumzulagern.Schaumstoffchips, Leichenfettund Silikonöl...In einer gemeinsamen Pressemitteilung vom16. März setzen sich die Vereinigung derDeutschen Plastischen Chirurgen (VDPC) unddie Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) mit Meldungenüber „Billigbusen aus dem Ausland“ undvermeintlich preisgünstige Schönheitsoperationenin osteuropäischen Nachbarländernauseinander. Unstrittig sei, dass es auch dortseriöse plastische Chirurgen gebe. Unstrittigsei aber auch, dass „amtsärztliche Überwachung,Qualitätszertifikate und Medizinproduktgesetz– noch – nicht mit der gleichenAkribie auf ästhetisch-chirurgische Eingriffeangewandt werden wie hierzulande“.So seien den deutschen Plastischen Chirurgen„Fälle bekannt, bei denen in osteuropäischenKliniken Schaumstoffchips, Leichenfett, Silikonölund ähnliches mehr zur Brustvergrößerungverwendet wurde“.In Neuruppin 1. Spatenstichfür Operatives ZentrumNoch bei klirrender Kälte Mitte März ist in denRuppiner Kliniken in Neuruppin der erste Spatenstichfür den Bau eines Operativen Zentrumsausgeführt worden. In dem 32 MillionenEuro teuren Neubau , der bis Ende 2006 direktvor der Strahlenklinik entstehen soll, werdendie jetzt noch provisorisch in Containern untergebrachtenOperationssäle sowie die Intensivstation,die Rettungsstelle und die Patientenaufnahmezusammengeführt.Gynäkologie und GeburtshilfecompactBernhard Uhl:Gynäkologie und Geburtshilfe compact:Alles für Station und Facharztprüfung2., überarbeitete und erweiterte Auflage449 Seiten mit 104 Abbildungen, 57 Tabellenund einem Sachverzeichnis (13 S.)Georg Thieme Verlag Stuttgart New York,2001 ISBN 3-13-112521-7, 79,95 €Obgleich schon 2001 in zweiter Auflage imRahmen der compact-Reihe im Thieme-Verlagerschienen, fügt sich die Übersicht von BernhardUhl – Chefarzt in Leer – gut in das aktuelleAngebot an Fachbüchern ein, die derFacharztkandidatin/dem Facharztkandidatendie Vorbereitungen auf das Kolloquium erleichternsollen. Inhaltlich in nahe liegenderZweiteilung in die beiden Bereiche Geburtshilfe(202 S.) und Gynäkologie (230 S.) gegliedert,stellt das handliche Buch eher ein nützlichesRepetitorium („... für die Facharztprüfungund die Zeit danach...“) dar und sollte sich besondersden auf Station Tätigen bei der täglichenRoutine als praktische Hilfe anbieten.Der Geburtshilfe-Abschnitt ist in 23 Kapitel –von der Schwangerschaftsvorsorge bis zumWochenbett – aufgeteilt, die die langjährigeErfahrung des Autors als Geburtshelfer belegen.Insbesondere die didaktisch gelungeneDarstellung der geburtshilflichen Propädeutikmacht das Buch für den Kreiß-Saal-Ausbildungsassistentenbesonders wertvoll. Der geschlosseneEindruck wird insbesondere durchdie gut platzierten, instruktiven Tabellen undAbbildungen erreicht und erinnert den Rezensentenwegen der hervorgehobenenWarn- und Merk-Hinweise in gewisser Weisean den seinerzeit (und heute ebenso) mit Gewinngenutzten ,Pschyrembel’.Der Abschnitt zur Gynäkologie (mit 13 Kapiteln)steht der vorangestellten Abhandlungder Geburtshilfe in nichts nach, so dass diegegebene Einschätzung besonders im Hinblickauf den praxisrelevanten Aspekt desUhl’schen Konzeptes, „die Leserinnen undLeser (durch die Lektüre des Buches) zum Erfolgfür die Patientinnen und damit zum eigenenErfolg zu führen“, auch hierfür voll undganz zutrifft. In diesem Teil des Buches bestichtbesonders die streng eingehalteneStrukturierung (Klappen-Text: ... „klare Schematafür Diagnostik und Therapie...”.) bei derknappen, aber dennoch klaren Beschreibungder einzelnen ,Tatbestände’: von der Kliniküber die Diagnostik zur Therapie.Asthma und BronchitisS. RummlerEisenhüttenstadtDr. med. Christof Huhn:Asthma und Bronchitis, Ärztlicher Ratgeber,Wort & Bild Verlag Baierbrunn, 4., aktualisierteAuflage 2002, 217 S., 140 farbigeAbb., 17,80 €. Das Buch kann man nurüber Apotheken beziehen oder beim Wort &Bild Verlag bestellen, T.: (089) 744 33 –270; Fax: (089) 744 33 – 208.122 Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang


RezensiertDie für Asthma und chronische Bronchitis typischeAngst vor quälender Atemnot lässt sichmit einem entsprechenden Informationshintergrundleichter abbauen oder zumindest reduzieren.Häufig kann schon die konsequenteEinnahme der verordneten Medikamentedem Auftreten plötzlicher Atemnot wirksamvorbeugen bzw. den Anfall deutlich lindern.Der Ärztliche Ratgeber „Asthma und Bronchitis“bietet sich als zuverlässiger Leitfaden an –mit einem umfassenden Überblick über allegängigen Medikamente, ihre Wirkungsweiseund ihre speziellen Einsatzmöglichkeiten.Auch über die Ursachen von Asthma undBronchitis, über ihre Auslöser – bei Asthmaspielen Allergien eine wichtige Rolle – sowieüber die verschiedenen ärztlichen Untersuchungsmethodeninformiert dieser Ratgeberausführlich. Besondere Aspekte wie „Asthmaund Schwangerschaft“ oder eine „lungengesunde“Lebensführung sind ebenfalls berücksichtigt.Jahreszeiten-Kochbuch –Gesundheit und GenussAlfons Schuhbeck:Jahreszeiten-Kochbuch, Wort & Bild VerlagBaierbrunn, 1. Auflage 2004, 189 S., 140farbige Abb., 16,50 €. Das Buch kann manüber Apotheken beziehen oder beim Wort &Bild Verlag bestellen, T.: (089) 744 33 – 270;Fax: (089) 744 33 – 208.Genießer aufgepasst! Schon beim Blättern inSchuhbecks Jahreszeiten-Kochbuch kanneinem leicht das Wasser im Munde zusammenlaufen– so appetitlich (vor allem die Bilder!)und übersichtlich ist das Buch aufgemacht.Sternekoch Alfons Schuhbeck serviertuns 36 Menüvorschläge – ein jeder mit Vorspeise,Hauptgang und Dessert.36 Menüvorschläge – das bedeutet 108 raffinierteund dennoch nicht allzu schwernachzukochende Rezepte. Dabei entstehenleicht bekömmliche Gerichte, die zeigen,dass Gesundheit und Genuss durchaus gutzusammen passen können. Auch Kalorienbewussteund Diabetiker dürfen mit Schuhbeckgenießen.Der 1949 im oberbayerischen Traunsteingeborene Meisterkoch (1989 Koch des Jahresim Gault Millau) hat Obst und Gemüseihrem natürlichen Erntezeitraum gemäß indie jeweils neun Menüvorschläge pro Jahreszeitaufgenommen. Von bodenständigerKüche bis zu erlesenen Gaumenfreuden reichendiese. Erdbeeren im Februar, die nachnichts schmecken, kommen bei Schuhbecknicht auf den Tisch. Das ganze Jahr über allesanzubieten, vieles davon um den halbenErdball geflogen – das ist nicht sein Ding.Die Einführung des ErnährungswissenschaftlersBerd Bücheler ist mit leichter Hand geschriebenund ein guter Appetitanreger fürden folgenden gesunden Genuss ohne Reue.ZUTATEN (für 2 Personen)- Salat:120 g grüne Bohnen1 junger Kohlrabi (ca. 180 g)400 g KartoffelnSalz¼ Zwiebel¹/8 l Gemüsebrühe1 kl. Pr. Bohnenkraut1 ungeschälte Knoblauchzehe1 EL Weinessig1 EL Olivenöl- Fisch:2 Lachsforellenfilets (je 120 g)SalzPfeffer a. d. Mühle1 EL ÖlHans-Albrecht KühneUnd hier noch ein Hauptgang-Rezept:Lachsforelle auf Bohnen-Kohlrabi-Salat mit KartoffelnZUBEREITUNG:Enden von den Bohnen entfernen, Bohnenschräg in etwa 5 cm lange Stücke schneiden.Kohlrabi schälen, das holzige Ende abschneidenund Kohlrabi in schmale Spalten schneiden.Kartoffeln schälen und in etwa 1,5 cmgroße Würfel schneiden. Alles nacheinanderin Salzwasser durch-, aber nicht zu weichkochen.Kartoffelwürfel herausnehmen und abkühlenlassen. Bohnen und Kohlrabi in kaltem Wasserabschrecken und auf einem Sieb abtropfenlassen. Zwiebel in kleine Würfel schneidenund in der Brühe mit einer kleinen PriseBohnenkraut und der Knoblauchzehe etwa5 min. sanft köcheln lassen. Essig und Öl hineinrührenund mit Salz und Pfeffer würzen,Knoblauchzehe entfernen. Gemüse mit derMarinade mischen.Lachsforellenfilets salzen und pfeffern und aufder Hautseite in einer Pfanne im Öl bei mittlererHitze in etwa 3 min. kross anbraten. DiePfanne vom Herd nehmen, den Fisch wendenund darin noch 1 – 2 min. ziehen lassen. AufKüchenkrepp abtropfen lassen.Gemüsesalat mit der Marinade auf zweiTellern verteilen und die Lachsforellenfiletsdarauf setzen.TIPP VOM CHEFKOCH:Braten Sie den Fisch hauptsächlich (ca. ¾ derZeit) auf der Hautseite. Dann bleibt er schönsaftig. Die Bohnen können Sie in reichlichSalzwasser auch vorkochen. Sobald sie garsind, in kaltes Wasser geben. Dadurch bleibtdie grüne Farbe der Bohnen gut erhalten.LiteraturtippGlomb, E.; Dietze, F.: Beiträge zur Krankenpflegein der DDR. Die Gesellschaft für Krankenpflegein der DDR. Der Studiengang„Diplomkrankenpflege“ an der Humboldt-Universitätzu Berlin. Veröffentlichung der InteressengemeinschaftMedizin und Gesellschaft2004; 10: 1 - 61 (Heft 50).Jäschke; G.; Rohland, L. (Hrsg.): TheoretischeAspekte der Medizin, Soziologie, Gesundheitspolitik(Vorträge). Veröffentlichung der InteressengemeinschaftMedizin und Gesellschaft2004; 10: 1 - 124 (Heft 51).In Heft 51 u. a.: Soziostrukturelle Aspekte derpersonellen Transformation der Wissenschaftselitean den Hochschulen Ostdeutschlands,Evidenzbasierte Medizin – GrundlegendeIdeen und ihre biometrischen Grundlagen,Vorsorgeuntersuchungen – Stand und Probleme,Zum Nutzen von Diabetes-Vorsorgeuntersuchungen,Bioterrorismus – Fakt oder Fiktion?,Straßenjugendliche in Deutschland,Gesundheitsreform – wie weiter?Bestellanschrift für die beiden Publikationen:Dr. Lothar Rohland, Rathausstraße 13,10178 Berlin, T: 030 - 24 72 45 48,Fax: 030 - 24 72 45 49,E-Mail: Lotharrohland@t-omline.de.Preis: je 2,56 € zuzüglich Versandkosten.Die Interessengemeinschaft Medizin undGesellschaft ist auch über das Interneterreichbar: www.medizinundgesellschaft.de.Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang123


PersonaliaWir gratulieren zum Geburtstag im April86 JahreDr. med. Hans-Gottfried KletschkePotsdam84 JahreSR Dr. med. Gerda LiepeNeuenhagen83 JahreOMR Prof. Dr. sc. med.Fritz-Wilhelm SteffenBad Saarow81 JahreMR Dr. med. Dorothea KunzeOranienburg79 JahreOMR Dr. med. Heinz KrahmerBeelitzMR Dr. med. Charlotte OrtmeierEberswalde77 JahreDr. med. Henry ArzbergerZeuthen76 JahreLjuben ChristowNeuruppinDr. med. Günter GrünewaldVeltenMR Dr. med. Marianne HolzWoltersdorfDr. med. Käthe LaaßBeeskowDr. med. Gottfried ZiegeLuckenwalde75 JahreDoctor en MedicinaMauricio DersztelerKleinmachnowMR Dr. med. Hardy FranzPotsdam, OT MarquardtSR Dr. med. Dagmar HennePotsdamOMR Dr. med.Ursula HillerFrankfurt (Oder)OMR Dr. med. Helmut JankeBernauSR Dr. med. Ursula LeskienBeelitzOMR Dr. med. Werner NoackSprembergSR Hanne-Lore SiegHartmannsdorf70 JahreProf. Dr. med.Bernhard von BarsewischGroß PankowSR Dr. med. Karl-Heinz DomannGolßenProf. Dr. sc. med.Karl-Heinz JacobaschWandlitzDr. med. Heinrich KlippensteinWandlitzMR Dr. med. Rose-Ruth MachlittCottbusIngrid NeubertPotsdam, OT Neu FahrlandIngeborg NouvelBrandenburgMR Prof. Dr. med. habil.Karl-Heinz PickartAlt GolmMR Reinhard RichterKrayneMR Dr. sc. med. Erwin SchmollackFrankfurt (Oder)Ruth SeidelSchönwalde-GlienDr. med. Elisabeth SteinbachBad FreienwaldeSR Gottfried StölzelRauenWolfgang UhligBernau65 JahreDagmar BankAlt-BrieselangMR Dr. med. Ralf-Udo BeneckeSchwedtDr. med. Reinhard ErkensWilhelmshorstDr. med. Axel FeidelBantikowMR Dr. med. Heinz FinkEisenhüttenstadtMR Dr. med. Klaus FunkePotsdamDr. med. Gudrun HannemannZepernickDr. med. Gerhard HenzeKleinmachnowDr. med. Gisela JahnCottbusRainer JekatHohenseefeldDr. med. Klaus-Dietrich JordanWahrenbergMR Dr. med. Hermann KöstlerNeuruppinDr. med. Rolf LandmannWoltersdorfUrsula LangeHartmannsdorfDr. med. Manfred MoockAhrensdorfOMR Dr. med. Rudolf MüllerDallgowOMR Dr. med. Hellmuth PartzschCottbusDr. sc. med.Friedrich-Wilhelm PeltzerLübbenOMR Dr. med. Volker PuschmannStorkowDr. med. Gisa SchubertCottbusSR Dr. med. Uta SeefeldtPotsdam-Neu FahrlandMR Waltraud SiebenhaarHennigsdorfDr. med. Ulrich SteudeLuckauSR Dr. med. Ursula StillichWittenbergeDr. med. Waltraud VoigtEberswaldeSR Dr. med. Klaus WellnitzSchöneiche60 JahreDr. med. Elke BeutnerCottbus-SielowDr. med. Rolf BuberMühlenbecker Land,OT ZühlsdorfDr. med. Dieta ErckSenzigMR Dr. med. Friedrich-ChristophGöhlertNeuruppinDr. med. Evelind GrumbtLübbenKarin HaaseEisenhüttenstadtHarry-Rüdiger KuhnCottbusDr. sc. med. Rudolf MarkusFrankfurt (Oder)Dr. med. Hartmut PrahtelNeuruppinMR Dr. med. Frank ReichelThyrowDr. med. Harald RönitzFrankfurt (Oder)Dr. med. Kurt WienerCottbusDr. sc. med. Wibke-Valentina WolfZeuthenWir bitten unsere Leser, die nicht mit derVeröffentlichung einverstanden sind, umrechtzeitige Mitteilung (schriftlich odertelefonisch unter 0355/7 80 10 18 oderE-Mail: angelika.winzer@laekb.de.)Prof. Dr. FahlenkampVizepräsident derAndrologen fürBerlin-BrandenburgAm 1. Dezember 2004 ist in Berlin die Berlin-Brandenburgische Andrologische Gesellschaftneu gegründet worden. Die Gesellschaftbeschäftigt sich mitden vielschichtigen andrologischenProblemen.Auf der Gründungsversammlungwurde einVorstand in folgender Zusammensetzunggewählt:Präsident Dr. med. R. Andreeßen, Berlin,1.Vizepräsident Prof. Dr. med. D. Fahlenkamp,Neuruppin, 2. Vizepräsident Prof. Dr.med. H. H. Knispel, Berlin, Kassenwart Prof.Dr. med. S. Lenk, BerlinVor dem Hintergrund der Zusatz-Weiterbildung„Andrologie“ bietet der Verein einForum, über das nach Ableistung vorgeschriebenerWeiterbildungszeiten undWeiterbildungsinhalten die fachliche Kompetenzin Andrologie erreicht werden kann.Zu diesem Zweck wird der Verein in Absprachemit den Landeärztekammern von Berlinund Brandenburg „Curricula andrologica“anbieten, um die Weiterbildungsinhalte zurErlangung der Zusatzbezeichnung „Andrologie“anbieten zu können.Verband der LeitendenKrankenhausärzte:Neue FührungsspitzebestelltDie Mitgliederversammlung des LandesverbandesBrandenburg der Leitenden Krankenhausärztehat am 19. Februar eine neueFührungsspitze für die Dauer von vier Jahrenbestellt.Dr. Eckart Frantz, Chefarzt der Abteilung InnereMedizin und Ärztlicher Direktor des St.-Josef-Krankenhauses Potsdam, wurde zumVorsitzenden gewählt.Stellvertretender Vorsitzender ist Prof. Dr.Rüdiger Heicappel, Chefarzt der UrologischenKlinik am Klinikum Uckermark.Zu Delegierten wurden gewählt: Prof. Dr. JohannesAlbes, Chefarzt der Abteilung fürHerzchirurgie am Evangelisch-FreikirchlichenKrankenhaus und Herzzentrum Brandenburgin Bernau, Dr. Günter Haring, Chefarztder Klinik für Anästhesiologie undIntensivtherapie am Carl-Thiem-Klinikum inCottbus, und Dr. Walter Krischke, Chefarztder Klinik für Strahlentherapie am Werner-Forßmann-Krankenhaus in Eberswalde.124 Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang


Personalia/AktuellDr. med. Gert PietschDr. med. Gert Pietsch(Foto) besetzt seit dem1. März die Positiondes Chefarztes fürNeuroorthopädie inder Oberlinklinik inPotsdam. Er studierteHumanmedizin in Göttingen,promovierte inHeidelberg und schloss 1992 seine Facharztausbildungin Bremen ab. Von 1995 bis 2004arbeitete Dr. Pietsch im Klinikum Berlin-Buch,seit 1997 als leitender Oberarzt der AbteilungKinder-Neuroorthopädie. Dr. Pietsch ergänztdas bisherige Leistungsspektrum der einzigenorthopädischen Fachklinik im Land Brandenburg.Mit rund 4.000 Operationen im Jahr2004, davon 1.200 endoprothetische Versorgungenund 850 Wirbelsäulenoperationen,genießt die Oberlinklinik einen landesweitenRuf als Prothesen- und Wirbelsäulenzentrum.Deutsche: (zu) oft beim ArztDeutschland ist Spitze – beim Arztbesuch.„Waren Sie in den vergangenen vier Wochenbeim Arzt?“, wollten in mehreren europäischenLändern Meinungsforscher des Picker InstituteEurope aus dem englischen Oxford wissen. DieFrage beantworteten 42 Prozent der Deutschen,aber nur halb so viele Engländer (22Prozent) mit ja. Spanier, Schweizer und Italienermit jeweils etwa 30 Prozent folgen als nochrelativ fleißige Arztbesucher. Am Ende der Statistikliegt Schweden mit 15 Prozent. Warumdie Deutschen so oft beim Arzt sind, fragten dieMeinungsforscher nicht. Kränker als andereEuropäer sind sie jedenfalls nicht.„Geburtenrate wird sicherholen“Bereits im Jahr 2010 werden Frauen inDeutschland wieder deutlich mehr Kinder bekommenals heute. Davon ist der Zukunftsforscherund Soziologe Matthias Horx aus Kelkheimüberzeugt. Vom heutigen Geburten-Tiefststand von 1,36 Kindern pro Frau erwarteter eine Steigerung auf 1,6 bis 1,7. Horxlegte dar, dass in Ländern wie Schweden, Islandund Frankreich eine vergleichbar niedrigeGeburtenrate bereits überwunden wordensei. Gesellschaftliche Entwicklungen, die dortzur Trendumkehr führten, hätten auch bei unsbereits eingesetzt. Noch sei Deutschland aberein „männerzentriertes Industrieland“. Horx:„Drei bis vier Jahrzehnte werden wohl nochvergehen, bis sich hier familienfreundlicheStrukturen entwickelt haben.“KBV-Seite zur TelematikDie Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)hat eine eigene Website zum Thema Telematikeingerichtet. Vom Datenschutz über den Heilberufsausweisbis zur Lösungsarchitektur findetsich dort alles, was für die künftigen Nutzerder neuen Technologie – Leistungserbringerwie Patienten – von Interesse ist. Nebenaktuellen Pressemitteilungen und Hintergrundinformationenkann auf dieser Seite auch derKBV-Kurier Telematik heruntergeladen werden.Die Seite ist über den Link www.kbv.de/telematik.htmdirekt zu erreichen oder über die Homepageder KBV www.kbv.de unter „Fachbesucher“.Dort einfach das Bild der elektronischenGesundheitskarte anklicken, schon wird dieSeite aufgerufen.TodesursachenstatistikFast jeder zweite Gestorbeneerlag 2003 einer HerzkreislauferkrankungWie das Statistische Bundesamt mitteilt, starbennach den Ergebnissen der Todesursachenstatistikim Jahr 2003 in Deutschland insgesamt853 946 Personen (396 270 Männerund 457 676 Frauen); dies waren 12 260 Sterbefälleoder 1,5 % mehr als im Vorjahr. DieserAnstieg ist in erster Linie durch den größer werdendenAnteil der älteren Bevölkerung zu erklären.Rechnet man diesen Effekt heraus, istdie Sterblichkeit gegenüber dem Jahr 2002 nurum 0,3 % angestiegen. Bei nahezu jedemzweiten Verstorbenen (162 210 Männer und234 412 Frauen) wurde der Tod durch eine Erkrankungdes Kreislaufsystems ausgelöst. Infolgevon Kreislauferkrankungen starben insbesondereältere Menschen, ca. 90 % derVerstorbenen waren über 65 Jahre alt. Frauenstarben entsprechend häufiger an einer Kreislauferkrankung,weil sie im Durchschnitt älterwerden als Männer. Am Herzinfarkt, der zurGruppe der Kreislauferkrankungen gehört,verstarben 69 362 Personen, davon 54,7 %Männer (37 956 Verstorbene) und 45,3 %Frauen (31 406 Verstorbene). Einem Krebsleidenerlag im Jahr 2003 fast ein Viertel allerGestorbenen (110 703 Männer und 98 552Frauen). Bei den Männern hatten bösartigeNeubildungen der Verdauungsorgane (35 645Verstorbene) und der Atmungsorgane (30 338Verstorbene) die größte Bedeutung. Bei denverstorbenen Frauen dominierten die bösartigenNeubildungen der Verdauungsorgane mit33 385 Sterbefällen gegenüber der bösartigenNeubildung der Brustdrüse mit 17 173 Sterbefällen.An nichtnatürlichen Todesursachen (Verletzungenund Vergiftungen) starben 34 606Personen (21 648 Männer und 12 958 Frauen).Von den 11 150 Personen, die im Jahr2003 freiwillig aus dem Leben schieden, waren73,4 % Männer und 26,6 % Frauen. DetailliertereErgebnisse stehen unter www.gbe-bund. dezur Verfügung.Bibbern und Zittern –Warum Frauen leichter frierenDie Frage, warum es Frauen öfter und schnellerkalt ist als Männern, ist leicht zu beantworten:Verantwortlich dafür ist die Körperzusammensetzung.Rein statistisch gesehen bestehtder Körper des Mannes durchschnittlich zu 40Prozent aus Muskeln und nur zu 15 Prozent ausFett. Bei Frauen ist die metabolisch aktive Körpermasse,also die Muskulatur, weit wenigerausgeprägt; der weibliche Körper bestehtdurchschnittlich aus 25 Prozent Muskeln undknapp 25 Prozent Fett. Fett kann Wärme zwarisolieren, aber nicht herstellen. Dafür ist dieMuskelarbeit zuständig. Früher wurde diesekleine „Ungerechtigkeit“ der Natur eben mitder Gleichung „weniger Wärmeerzeugung,aber bessere Isolation“ annähernd wettgemacht.In unserer Zeit jedoch gibt es ein schlankesSchönheitsideal, die Frauen kämpfen gegenjedes Pfund ihres Fetts, und deshalb habensie häufig weder genügend Wärmeerzeugungnoch genügend Wärmeisolierung. Ein weitererGrund für das stärkere Kälteempfinden derFrau ist ihre, im Vergleich zu der des Mannes,relativ dünne Haut. Die männliche Oberhaut istum 15 Prozent kräftiger als die weibliche. Beidrohendem Wärmeverlust verengen sich dieGefäße, und die Durchblutung der Haut wirdzurückgenommen, was bei dünner Haut leichterals bei dicker Haut funktioniert. Die Hautoberflächeeiner Frau wird dann bis zu dreiGrad kälter als die eines Mannes, was dazuführt, dass der Temperaturunterschied zwischender Haut und dem Körperinneren größerist als beim Mann. Dementsprechend hat alsodie Frau ein gesteigertes Kälteempfinden.Zu guter LetztHunde riechen die AngstWer sich vor einem Hund fürchtet, der ihmknurrend gegenübersteht, hat ein Problem:„Das Tier nimmt den Angstgeruch wahr undwird bei ihm eher zubeißen als bei jemandem,der diesen Angstgeruch nicht ausströmt“,erklärte Professor Hanns Hatt, Biologean der Ruhr-Universität Bochum der„Apotheken Umschau“. Hunde können rund1000 Düfte unterscheiden, etwa dreimal soviele wie der Mensch. Bei Gefühlen wie Freude,Aufregung, Wut, Glück, Traurigkeit odereben auch Angst produziert unser Körper Geruchsstoffe(Pheromone), die Menschen nurunbewusst wahrnehmen.Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang125


Tagungen und KongresseLand Brandenburgund BerlinSupervisionsgruppe4 P 12. April 20054 P 3. Mai 20054 P 7. Juni 2005Teilnehmergebühr: 150 €21 P 16. PotsdamerBalint-Studientagung22. bis 24. April 2005Teilnehmergebühr: 25 - 100 €10 P 30. Psychotherapie-Tagung27./28. Mai 2005Ort. PotsdamAuskunft: Leitung und Auskunft:Dr. med. Stephan Alder,Stephensonstraße 16,14482 PotsdamTelefon und Fax: (0331) 7 40 95 00E-Mail: dr.alder@t-online.deWorkshop „Hausärztliches-geriatrischesBasisassessment“13. April 2005, 17.00 UhrOrt: Evangelisches Krankenhaus fürGeriatrie, Weinbergstraße 18/19,14469 PotsdamArzthaftungsrecht:Transparenz als beste Vorsorge13. April 2005, 14.00 UhrOrt und Auskunft: NeurologischeReha-Klinik, Paracelsusring 6a,14547 Beelitz-HeilstättenTelefon: (033204) 2 00Basiskurs Neurographieund Elektromyographie15./16. April 2005 in BerlinTeilnehmergebühr: 250 €Auskunft: Dr. Müngersdorf,Dircksenstraße 47, 10178 BerlinTelefon: (030 2 83 27 919. Angiologie-Tage15. bis 17. April 2005 in BerlinAuskunft:Sekretariat Förderverein Angiologie,N. Gielen, Gefäßzentrum,Herzbergstraße 79, 10365 BerlinTelefon: (030) 54 72 37 00Fax: (030) 54 72 37 03E-Mail: n.gielen@keh-berlin.de5 P Prävention - Schlaganfall16. April 2005, 9.00 UhrOrt: Kinosaal Humaine KlinikumAuskunft: Kompetenzzentrum fürGefäßmedizin, Humaine Klinikum,Pieskower Straße 33,15526 Bad SaarowTelefon: (033631) 7 30 60Fax: (033631) 7 30 50Der schwierige Atemweg20. April 2005Möglichkeiten und Grenzen imUmgang mit Schwerstkrankenund Sterbenden18. Mai 2005Massenanfall von Verletzten15. Juni 2005jeweils 17.00 UhrOrt: Zentrale Feuer- und Rettungswache,Fontanestraße 1,14770 BrandenburgAuskunft: RettungsdienstgbereichBrandenburgTelefon: (03381) 41 13 10Fax: (03381) 41 13 49E-Mail: rettungsdienst@klinikum-brandenburg.deNeue Aspekte derSchlaganfallbehandlung27. April 2005, 19.00 UhrOrt: Burg Eisenhardt BelzigLeitung und Auskunft:Dr. med. M. Heßler,Kreiskrankenhaus Belzig,Niemegker Straße 45,14806 BelzigTelefon: (033841) 9 30Diagnostik und Therapieder diastolischen Dysfunktion27. April 2005, 12.30 UhrOrt: Campus Benjamin Franklin,Blaue Grotte EG Raum E166,Hindenburgdamm 30, 12200 BerlinDiabetestherapie: Was ist zubeachten bei Sport und Reisen27. April 2005, 18.00 Uhr s.t.Ort: Kursraum 5, Mittelallee 19,Untergeschoss, Charité,Augustenburger Platz 1, 13353 BerlinMesenteriale Ischämien27. April 2005, 18.00 Uhr s.t.Ort: Campus Virchow Klinikum,Hörsaal 6, Mittelallee 10,Augustenburger Platz 1, BerlinAktuelle Standards undEntwicklungen in der Diagnostikdes Bronchialkarzinoms30. April 2005, 9.00 bis 14.00 UhrLeitung: Dr. HerzigerOrt und Auskunft:Johanniter-Krankenhaus,Johanniterstraße,14929 TreuenbrietzenTelefon: (033748) 8 22 48Funktionsstörungen der Schilddrüse30. April 2005, 10.00 Uhrs.t. in BerlinAuskunft: InterdisziplinäresStoffwechsel-Centrum,PD Dr. PlöckingerTelefon: (030) 4 50 55 35 52Fax: (030) 45 07 55 35 52Berliner Symposium zurGruppentherapie bei Psychosen30. April 2005, 9.00 UhrTeilnehmergebühr: 50 €AnmeldungTelefon: (030) 23 11 29 01Fax: (030) 23 11 29 03E-Mail: c.bould@alexius.deEinführungskurs zur Unterweisungnach Röntgenverordnung2. Mai 200522. Aug. 200521. Sept. 20059. Nov. 20058. Dez. 2005Teilnehmergebühr: 50 €Grundkurs im Strahlenschutz23. bis 25. Mai 20058. bis 10. Aug. 20057. bis 9. Sept. 200510. bis 12. Okt. 200514. bis 16. Nov. 2005Teilnehmergebühr: 230 €Spezialkurs im Strahlenschutz25. bis 27. Mai 200510. bis 12. Aug. 200512. bis 14. Okt. 200516. bis 18. Nov. 2005Teilnehmergebühr: 230 €Kurs zur Aktualisierungder Fachkunde nachStrahlenschutzverordnung15. Aug. 200519. Sept. 200528. Nov. 2005Teilnehmergebühr: 120 €Kurs zur Aktualisierungder Fachkunde nachRöntgenverordnung16. Aug. 200520. Sept. 200529. Nov. 2005Teilnehmergebühr: 120 €Ort und Auskunft: Landesanstaltfür Personendosimetrie und Strahlenschutzausbildung,InnovationsparkWuhlheide, Köpenicker Str. 325,Haus 41, 12555 BerlinTelefon: (030) 65 76 31 01Internet: www.LPS-Berlin.deTagung Musterungsärzte 20052. bis 4. Mai 2005 in StrausbergLeitung und Auskunft:LmedDir Dr. Pester, Dezernat II 2,Prötzeler Chaussee 25,15344 StrausbergTelefon: (03341) 58 32 21Fax: (03341) 58 30 23Interdisziplinäre Schmerzkonferenz11. Mai 20058. Juni 2005jeweils 15.30 UhrOrt: Raum G 11, NeubauLeitung und Auskunft:Dr. med. Seidel,Hellmuth-Ulrici-Kliniken,16766 KremmenTelefon: (033055) 5 23 01Fax: (033055) 5 23 03E-Mail: b.hille@ulrici-kliniken.de50. Balint-Marathon20./21. Mai 2005Teilnehmergebühr: 185 €Ort, Leitung und Auskunft:Dr. Christine Torge-Decker,Südendstraße 15, 12169 BerlinTelefon: (030) 79 70 11 58E-Mail: todecker@gmx.deEntstehung des Schlaganfalls,Risikofaktoren, Prophylaxe undSekundärprophylaxe21. Mai 2005, 9.30 UhrOrt und Auskunft: Dr. U. Kiwus,Rehabilitationsklinik Seehof der BfA,Lichterfelder Allee 55, 14513 TeltowTelefon: (03328) 34 56 31Fax: (03328) 34 56 66E-Mail: Elisabeth.Holzmann@bfa.deGIST - Diagnostikund Behandlungsstrategien25. Mai 2005, 16.00 UhrOrt: Hörsaal Hauss 33Carl-Thiem-KlinikumAuskunft: J. Danke, OnkologischerSchwerpunkt, Thiemstraße 111,03048 CottbusTelefon: (0355) 46 24 62E-Mail: j.danke@ctk.deGATE-Fortbildung25. bis 27. Mai 2005 in BerlinTeilnehmergebühr: auf AnfrageAuskunft: Charité Campus BenjaminFranklin, Med. Klinik I, Frau RiegerTelefon: (030) 84 45 27 79Fax: (030) 84 41 13 08E-Mail: brigitta.rieger@charite.deV. StammtischUrogynäkologisch Interessierter8. Juni 2005,17.30 Uhr in DahlewitzLeitung und Auskunft: Dr. Bettin,Krankenhaus Rüdersdorf, PSF 48,15558 RüdersdorfTelefon: (033638) 8 34 26Autogenes Training I11./12. Juni 2005Autogenes Training II23./24. Juli 2005Hypnose II14./15. Aug. 2005Hypnose I3./4. Sept. 2005Hypnose III17./18. Sept. 2005Progressive Muskelentspannung24./25. Sept. 2005Auskunft: Frau Dr. Bürmann-Plümpe,Hildegardstraße 31, 10715 BerlinTelefon (030) 8 54 50 65Fax: (030) 8 54 50 6618. Berliner RegionalAnästhesieIntensivkursus13./14. Aug. 2005Berliner Airway Management,Hands-on Intensivkurs27./28. Aug. 200519. Berliner RegionalAnästhesieIntensivkursus3./4. Sept. 2005Gerinnungsdiagnostik und-therapie in der Intensivmedizin10./11. Sept. 200512./13. Nov. 1005Teilnehmergebühr:je 400 € zzgl. MwSt.126 Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang


Tagungen und KongresseIntensivmedizinisches Managementdes kritisch kranken Patienten30. Sept./1. Okt. 20052./3. Dez. 2005Teilnehmergebühr:je 495 € zzgl. MwSt20. Berliner RegionalAnästhesieIntensivkursus22./23. Okt. 200521. Berliner RegionalAnästhesieIntensivkursus5./6. Nov. 2005Ort und Auskunft: HCx ConsultingGmbH, Trainingszentrum fürAnästhesie, Intensivmedizinund Chirurgie,Dr. Ziervogel,Döllnkrug 2,17268 Groß DöllnTelefon: (039882) 4 99 18Fax: (039882) 4 99 19E-Mail:training@medizin-im-gruenen.deDarm im Fokus27. Aug. 2005, 9.30 bis 13.00 UhrOrt: Cultur-Congress-CentrumBrandenburgLeitung und Auskunft:Dr. Pommerien, Städtisches Klinikum,Klinik für Innere Medizin II,Hochstraße 29, 14770 BrandenburgTelefon: (03381) 41 16 00E-Mail: innere.med.2@klinikum-brandenburg.de4. Deutscher Kongressfür Versorgungsforschung21. bis 24. Sept. 2005in BerlinTeilnehmergebühr: 75 - 150 €Auskunft:Berliner Zentrum Public Health,TEL 11-4, Ernst-Reuter-Platz 7,10587 BerlinTelefon: (030) 44 31 90 60Fax: (030) 44 31 90 63E-Mail: geene@gesundheitberlin.deInternet: www.gesundheitberlin.de6. OnkologischerFortbildungskongress„Onkologie in Klinik und Praxis“für Ärzte, Schwestern undonkologisch Interessierte21./22. Okt. 2005 in NeuruppinAuskunft: OnkologischerSchwerpunkt Brandenburg,Nordwest e. V., Ruppiner Kliniken,Fehrbelliner Straße 38,16816 NeuruppinTelefon: (03391) 39 32 01Fax: (03391) 39 32 19E-Mail: osp@ruppiner-kliniken.deAndere BundesländerDas metabolische Syndrom -eine postprandiale Erkrankung16. bis 18. April 2005 in DresdenTeilnehmergebühren: auf AnfrageAuskunft: Intercom, KonferenzserviceTU Dresden GmbH, Frau Werner,Zellescher Weg 3, 01069 DresdenTelefon: (0351) 46 33 70 26Fax: (0351) 46 33 70 49E-Mail: info@mspostprandial-dresden2005.deInternet:www.mspostprandial-resden2005.deHomöopathieA-Kurs: 20. bis 24. April 2005B-Kurs: 31. Aug. bis 4. Sept. 2005Teilnehmergebühr: 400 €/Kurs80-Stunden-KursFachkunde Rettungsdienst30. April bis 7. Mai 2005Teilnehmergebühr: 614 €Auskunft: Akademie für medizinischeFort- und Weiterbildung,Bismarckallee 8 - 12,23795 Bad SegebergTelefon: (04551) 80 31 66Fax: (04551) 80 31 93Rundherum zufrieden,leistungsfähig und gesunddurch Antistressseminare29./30. April 200527./28. Mai 20053./4. Juni 2005Ort und Auskunft: Dr. B. Böhme,Kolmstraße 37b, 04299 LeipzigTelefon: (0341) 4 12 69 86Multiple Sklerose -neue Konzepte und neue Wege11. Juni 2005 in Frankfurt/MainAuskunft: DMSG Bundesverband e.V., Küsterstraße 8, 30519 HannoverTelefon: (0511) 9 68 34 13Fax: (0511) 9 68 34 50E-Mail: dmsg@dmsg.deInternet: www.dmsg.de5. Dresdner Symposium„Ästhetisch-Plastische Medizin“17./18. Juni 2005Teilnehmergebühren: auf AnfrageAuskunft: Heine & Böhm GmbH,Sanitätshaus + Medizintechnik,F.-C.-Weiskopf-Platz 2,01187 DresdenTelefon: (0351) 4 71 33 13Fax: (0351) 4 72 49 886. Interdisziplinärer Kongressfür Suchtmedizin30. Juni bis 2. Juli 2005 in MünchenAuskunft: mic, 86895 LandsbergTelefon: (08191) 12 54 79Fax: (08191)12 56 00Internet: www.suchtkongress.deAnzeigeBrandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang127


KalendariumKalendarium Mai 20051. Sonntag - Maifeiertag2. Montag• Brandenburgklinik Bernau:Evidenzbasierte Therapieverfahrenin der neurologischen Rehabilitation3. Dienstag• Städtisches Klinikum Brandenburg:Hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphome• DemonstrationsraumKlinikum Senftenberg: 14.15 UhrInterdisziplinäres Gefäßteam• Dr. Kerber, Dessauer Straße 12,Luckenwalde: 19.00 UhrBalint-Gruppenarbeit• MR Dr. Loesch,Großbeerenstraße 139, Potsdam:20.00 Uhr QualitätszirkelPotsdamer Psychotherapeuten4. Mittwoch• Neu Fahrland: 13.00 UhrInterdisziplinäre Schmerzkonferenz• Neuruppin Z-Haus:16.00 Uhr Falldemonstrationen• Städtisches Klinikum Brandenburg:16.00 Uhr Arrhythmie-Colloquium• Dr. Kirchner,Finsterwalder Straße 62, Cottbus:16.00 Uhr Balint-Gruppenarbeit• Hörsaal Institut für PathologiePotsdam: 14.00 UhrInterdisziplinäre Tumorkonferenz• Ost-BrandenburgischesTumorzentrum Bad Saarow:15.45 UhrInterdisziplinäres Tumorkonsil• Institut für RadiologieFrankfurt (Oder): 15.00 UhrInterdisziplinäres Tumorboard• Ruppiner Kliniken (Z-Haus):15.30 Uhr Onkologisches Konsil• Hörsaal Hauss 33Carl-Thiem-Klinikum Cottbus:15.30 UhrInterdisziplinäres Tumorkonsil5. Donnerstag - Christi Himmelfahrt6. Freitag7. Samstag• IPP Potsdam:10.00 Uhr Palliativbetreuung undPsychotherapie8. Sonntag9.Montag• Brandenburgklinik Bernau:Antibiotika-Therapie• Dipl.-Med. G. Weischet,R.-Luxemburg-Straße 30,Neuruppin: 19.30 UhrBalint-Gruppenarbeit10. Dienstag• DemonstrationsraumKlinikum Senftenberg:14.15 UhrInterdisziplinäres Gefäßteam11. Mittwoch• Klinikum Ernst von BergmannPotsdam: 15.00 UhrInterdisziplinäres TumorboardBronchialkarzinom• Klinikum Ernst von BergmannPotsdam: 15.00 Uhr CT-MRT• Evang. Krankenhaus für GeriatriePotsdam: 16.00 UhrAktuelle Schmerztherapie im Alter• Städtisches Klinikum Brandenburg:16.00 Uhr Arrhythmie-Colloquium• Dr. Zimmermann,Breitscheidstraße 41, Bernau:18.00 Uhr Balint-Gruppenarbeit• Hörsaal Institut für PathologiePotsdam: 14.00 UhrInterdisziplinäre Tumorkonferenz• Ost-BrandenburgischesTumorzentrum Bad Saarow:15.45 UhrInterdisziplinäres Tumorkonsil• Institut für RadiologieFrankfurt (Oder): 15.00 UhrInterdisziplinäres Tumorboard• Ruppiner Kliniken (Z-Haus):15.30 Uhr Onkologisches KonsilFürstenwalde:DMP-Mammakarzinom12. Donnerstag• Demonstrationsraum KlinikumSenftenberg: 14.15 UhrInterdisziplinäres Gefäßteam• Humaine-Klinikum Bad Saarow:8.00 UhrManagement EP-Wechsel-OP• Hämato-onkologische TagesklinikSchwedt: 7.00 UhrInterdisziplinäre onkologischeKonsile• Landesrettungsschule Bad Saarow:Notfälle abseits der Routine13. Freitag• Demonstrationsraum RadiologieKlinikum Ernst von BergmannPotsdam: 16.00 UhrInterdisziplinäre Gefäßkonferenz14. Samstag15. Sonntag - Pfingstsonntag16. Montag - Pfingstmontag• Sommerfeld:16.-22.5. Manipulationskurs Ä317. Dienstag• DemonstrationsraumKlinikum Senftenberg: 14.15 UhrInterdisziplinäres Gefäßteam18. Mittwoch• LÄKB Cottbus: IntensivvorbereitungFacharztprüfung Allgemeinmedizin• Städtisches Klinikum Brandenburg:16.00 UhrArrhythmie-Colloquium• MR Dr. W. Loesch,Großbeerenstraße 139,Potsdam: 17.30 UhrBalint-Gruppenarbeit• Hörsaal Institut für PathologiePotsdam: 14.00 UhrInterdisziplinäre Tumorkonferenz• Ost-BrandenburgischesTumorzentrum Bad Saarow:15.45 UhrInterdisziplinäres Tumorkonsil• Institut für RadiologieFrankfurt (Oder): 15.00 UhrInterdisziplinäres Tumorboard• Ruppiner Kliniken (Z-Haus):15.30 UhrOnkologisches Konsil• Hörsaal Hauss 33Carl-Thiem-Klinikum Cottbus:15.30 UhrInterdisziplinäres Tumorkonsil• Carl-Thiem-Klinikum Cottbus:Pränatal- und Geburtsmedizin19. Donnerstag• DemonstrationsraumKlinikum Senftenberg: 14.15 UhrInterdisziplinäres Gefäßteam• Demonstrationsraum RadiologieKlinikum Ernst von BergmannPotsdam: 16.00 UhrInterdisziplinäre Gefäßkonferenz• Hämato-onkologische TagesklinikSchwedt: 7.00 UhrInterdisziplinäre onkologischeKonsile• Landesrettungsschule Bad Saarow:Polytrauma20. Freitag• Potsdam: 20./21. 5.Allgemeinmedizin• Grünheide:Grünheider Ärztekreis21. Samstag• Rehabilitationsklinik Seehof Teltow:9.30 Uhr Schlaganfall22. Sonntag23. Montag• Senftenberg: 23.-27.5.Psychiatrische Krankheitslehre24. Dienstag• Städtisches Klinikum Brandenburg:Kardiopulmonale Reanimation• DemonstrationsraumKlinikum Senftenberg: 14.15 UhrInterdisziplinäres Gefäßteam25. Mittwoch• Klinikum Ernst von BergmannPotsdam: 15.00 UhrInterdisziplinäres TumorboardBronchialkarzinom• Klinikum Ernst von BergmannPotsdam: 15.00 UhrDiagnostik und Therapie deskolorektalen Karzinoms• Städtisches Klinikum Brandenburg:16.00 Uhr Arrhythmie-Colloquium• MR Dr. Loesch,Großbeerenstraße 139,Potsdam: 19.15 UhrQualitätszirkel Psychosomatik• Hörsaal Institut für PathologiePotsdam: 14.00 UhrInterdisziplinäre Tumorkonferenz• Ost-BrandenburgischesTumorzentrum Bad Saarow:15.45 UhrInterdisziplinäres Tumorkonsil• Institut für RadiologieFrankfurt (Oder): 15.00 UhrInterdisziplinäres Tumorboard• Ruppiner Kliniken (Z-Haus):15.30 UhrOnkologisches Konsil• Hörsaal Hauss 33Carl-Thiem-Klinikum Cottbus:15.30 UhrInterdisziplinäres Tumorkonsil• Institut für RadiologieFrankfurt (Oder): 14.00 UhrFallbesprechung in der Diagnostikvon Erkrankungen der Mamma• Haus 33Carl-Thiem-Klinikum Cottbus:16.00 Uhr GIST26. Donnerstag• DemonstrationsraumKlinikum Senftenberg:14.15 UhrInterdisziplinäres Gefäßteam• Demonstrationsraum RadiologieKlinikum Ernst von BergmannPotsdam:16.00 UhrInterdisziplinäre Gefäßkonferenz• Dr. Zimmermann,Breitscheidstraße 41,Bernau:Lehrtherapie und Supervision• Hämato-onkologische TagesklinikSchwedt: 7.00 UhrInterdisziplinäre onkologischeKonsile• Klinikum Ernst von BergmannPotsdam: 18.00 UhrNotfälle im Kindesalter27. Freitag• Landesrettungsschule Bad Saarow:27.-29.5.Refresherkurs Notarzt• Potsdam: 27./28. 5.Psychotherapietagung28. Samstag• Krongut Bornstedt Potsdam:9.30 Uhr2. Brandenburger Neurologietag29. Sonntag30. Montag• Brandenburgklinik Bernau:Zostererkrankungen des ZNS• F. Pickert, Buschmühlenweg 3,Frankfurt (Oder):20.00 UhrBalint-Gruppenarbeit31. Dienstag• DemonstrationsraumKlinikum Senftenberg: 14.15 UhrInterdisziplinäres Gefäßteam128 Brandenburgisches Ärzteblatt 4/2005 • 15. Jahrgang


Maninil ® 1,75 , 3,5Frischer Wind fürIhr BudgetG RINTSCH – KÖLNKonsequent preiswert!Maninil ® 1, -1,75, -3,5, -5. Wirkstoff: Glibenclamid.Verschreibungspflichtig. Zusammensetzung: 1 Tabletteenthält: Glibenclamid 1 mg, 1,75 mg, 3,5 mg bzw.5 mg; sonstige Bestandteile: Lactose, Magnesiumstearat,Farbstoff E 124, nur Maninil ® 1/5: Talkum.Anwendungsgebiete: Nicht insulinabhängiger Diabetesmellitus Typ 2, wenn Diät und körperliche Aktivitätallein nicht ausreichen; bei beginnendem SekundärversagenKombinationsbehandlung mit Insulin möglich.Gegenanzeigen: Diabetes mellitus Typ 1, komplettesSekundärversagen der Glibenclamidtherapiebeim Diabetes mellitus Typ 2, insbesondere bei azidotischerStoffwechseldekompensation, bei Praecoma undComa diabeticum, bei Stoffwechseldekompensation imVerlaufe von Infektionskrankheiten und Operationen,bei Pankreasresektion. Schwere Leberfunktionsstörungen,Einschränkungen der Nierenfunktion miteiner Kreatinin-Clearance von weniger als 30 ml/min,bekannte Überempfindlichkeit gegen Glibenclamidoder einen der sonstigen Bestandteile, geplante oderbestehende Schwangerschaft, Stillzeit. Nebenwirkungen:Hypoglykämie (u.U. protrahierter Verlauf mitKoma und letalem Ausgang; bes. bei Überdosierung,falscher Indikationsstellung, eingeschränkter NierenundLeberfunktion, Alkoholkonsum, unregelmäßigerNahrungsaufnahme, ungewohnter körperlicher Belastung,endogenen Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels,z.B. durch Erkrankungen der Schilddrüse,des Hypophysenvorderlappens und der Nebennierenrinde,sowie bei Arzneimittelinteraktionen). Zu Behandlungsbeginnvorübergehend Sehstörungen. Gelegentlichgastrointestinale Störungen (Übelkeit, Sodbrennen,Geschmacksstörungen, Magendruck, Völlegefühl, Erbrechen,Bauchschmerzen, Durchfall). Selten Überempfindlichkeitsreaktionender Haut, Photosensibilität;in Einzelfällen schwere generalisierte hypersensitiveReaktionen (Erythema multiforme, Lyell-Syndrom, exfoliativeDermatitis, Erythrodermie und Erythema nodosum)sowie Cholestase, Hepatitis, Erhöhung der Leberenzyme;hämatopoetische Schädigungen (seltenThrombozytopenie, sehr selten Leuko-, Erythro-, Granulo-,Panzytopenie, Agranulozytose); vereinzelthämolytische Anämie, Vaskulitis. Schwache Diurese,Gewichtszunahme, möglicherweise nach LangzeittherapieHypothyreose. Hinweise: Kreuzallergie mitanderen Sulfonylharnstoffen, Sulfonamidderivaten undProbenecid möglich. Beeinträchtigung des Reaktionsvermögensdurch Hypoglykämien möglich.BERLIN-CHEMIE AG, 12489 Berlin. (Stand 6/02)BERLIN-CHEMIE AG Diabetes ServiceGlienicker Weg 125 · 12489 Berlin

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