Spezielle Wirtschaftslehre

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Spezielle Wirtschaftslehre

SpezielleWirtschaftslehrefür IndustriekaufleutevonBjörn FladerWolf-Dieter RückwartMatthias SchuhFelizitas Schuh-TerhardtManfred Zindelunter Mitarbeit der Verlagsredaktion


VorwortVorwort · ImpressumVorwortDieses Arbeitsbuch dient vorrangig dem selbstständigen Erarbeiten und Festigen schulischer undprüfungsrelevanter Themen. Die Lernenden können die Inhalte im Unterricht oder zu Hauseeigenverantwortlich erarbeiten und üben.Dieses Arbeitsbuch kann das Erarbeiten von Inhalten des Lehrbuches Spezielle Wirtschaftslehrefür Industriekaufleute von Winklers sinnvoll ergänzen (Bestell-Nr. 978-3-8045-6101-4).Lernen findet dann besonders intensiv statt, wenn sich die Lernenden mit Situationen auseinandersetzenkönnen, die an die berufliche Praxis angelehnt sind. Im Vordergrund stehen daher indiesem Arbeitsbuch betriebswirtschaftliche Fragestellungen. Die Autoren haben diese zu Themenpaketengebündelt. Ziel des Arbeitsbuchs ist es, durch schülergerechte und praxistaugliche Situationsaufgabenund Beispiele in Themenpaketen die Lernenden bei der Erlangung von Sicherheitim Umgang mit beruflichen Handlungssituationen zu unterstützen. Die Generierung von Strukturwissenund prozeduralem Wissen soll so ermöglicht werden.Am Ende eines jeden Teils des Arbeitsbuches (A bis F) werden die Lernenden durch prüfungsnaheAufgaben an Klausuren und Prüfungen herangeführt.Die Situationen und die passenden Arbeitsaufträge in diesem Arbeitsbuch sind überwiegend aufein Beispielunternehmen ausgerichtet, die Heidtkötter KG, ein Büromöbelhersteller. Bevor derAufgabenteil mit Teil A beginnt, werden alle nötigen Informationen zur Heidtkötter KG in einerEinleitung angeboten.Sollte es nötig werden, dass die Lernenden zur Lösung der Arbeitsaufträge dieses Arbeitsbuch verlassenmüssen, zeigen wir ihnen dies durch den Hinweis „› Recherche“ an.Im Hinblick auf die Prüfungen bilden die Themenpakete zu den Bereichen „Beschaffung“, „Leistungserstellung“sowie „Absatz/Marketing“ den Schwerpunkt dieses Arbeitsbuches. Um demProzess der Wertschöpfung in einem Industrieunternehmen gerecht zu werden, haben die Autorendiese Bereiche sachlogisch angeordnet:BCDBeschaffungsprozesse› Lernfeld 6: Beschaffungsprozesse planen, steuern und kontrollierenLeistungserstellungsprozesse› Lernfeld 5: Leistungserstellungsprozesse planen, steuern und kontrollierenAbsatzprozesse› Lernfeld 10: Absatzprozesse planen, steuern und kontrollierenDarüber hinaus werden auch zu den Bereichen „Personalwirtschaft“ und „Investition und Finanzierung“die Inhalte des Rahmenlehrplans und des AkA-Stoffkataloges umfassend ab gedeckt.Für Verbesserungsvorschläge und Anregungen sind Autoren und Verlag stets dankbar.Die Verfasser1. Auflage, 2013Druck 1, Herstellungsjahr 2013© Bildungshaus SchulbuchverlageWestermann Schroedel DiesterwegSchöningh Winklers GmbHPostfach 33 20, 38023 Braunschweigservice@winklers.dewww.winklers.deRedaktion: Norbert Knur, BraunschweigLektorat: Gerlinde Heitmann, StuttgartDruck: westermann druck GmbH, BraunschweigISBN 978-3-8045-6104-5Auf verschiedenen Seiten dieses Buches befinden sich Verweise (Links)auf Internetadressen.Haftungshinweis: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle wird dieHaftung für die Inhalte der externen Seiten ausgeschlossen. Für denInhalt dieser externen Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.Sollten Sie bei dem angegebenen Inhalt des Anbietersdieser Seite auf kostenpflichtige, illegale oder anstößige Inhalte treffen,so bedauern wir dies ausdrücklich und bitten Sie, uns umgehendper E-Mail davon in Kenntnis zu setzen, damit beim Nachdruck derVerweis gelöscht wird.Dieses Werk und einzelne Teile daraus sind urheberrechtlich geschützt.Jede Nutzung – außer in den gesetzlich zugelassenen Fällen –ist nur mit vorheriger schriftlicher Einwilligung des Verlages zulässig.261042


InhaltInhaltsverzeichnisC Leistungserstellungsprozesse 24› Lernfeld 5: Leistungserstellungsprozesse planen, steuern und kontrollieren1 Das Produktions- und Absatzprogramm eines Industriebetriebes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24Themenpaket 1 ▪ Leistungserstellung im Wertschöpfungsprozess ▪ Aufgaben derProduktion ▪ Produktionsziele und Zielkonflikte ▪ Produkt- undAbsatzprogramm ▪ Zweck von Forschung und Entwicklung imIndustrieunternehmen ▪ Phasen der ProduktentwicklungThemenpaket 2 ▪ Zielkonflikte bei der Erweiterung der Produktentwicklung ▪ Produktverantwortung▪ Kreislaufwirtschaftsgesetz ▪ Umweltmanagement systeme▪ ZertifizierungThemenpaket 3 ▪ Erweiterung des Produktions- und Absatzprogramms ▪ Programmbreiteund Programmtiefe ▪ Spezialistenstrategie und Universalistenstrategie2 Die langfristig angelegte Produktionsplanung als Grundlage der Prozesssteuerung in derProduktionswirtschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 000Themenpaket 1 ▪Themenpaket 2 ▪3 Fertigungsaufträge als Auslöser der kurzfristigen, auftragsbezogenen Produktionssteuerung . . . . 000Themenpaket 1 ▪Themenpaket 2 ▪4 Produktionskontrolle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 000Themenpaket 1 ▪Themenpaket 2 ▪5 Leistungserstellung rationalisieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 000Themenpaket 1 ▪Themenpaket 2 ▪Prüfungsaufgaben kompakt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 000D Absatzprozesse 000› Lernfeld 10: Absatzprozesse planen, steuern und kontrollieren1 Marketing im Wertschöpfungsprozess . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 000Themenpaket 1 ▪Themenpaket 2 ▪2 Instrumente des Marketing . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 000Themenpaket 1 ▪Themenpaket 2 ▪3 Absatzprozesse steuern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 000Themenpaket 1 ▪Themenpaket 2 ▪4 Marketingkontrolle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 000Themenpaket 1 ▪Themenpaket 2 ▪Prüfungsaufgaben kompakt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 000461044


InhaltsverzeichnisInhaltE Personalwirtschaft 000› Lernfeld 7: Personalwirtschaftliche Aufgaben wahrnehmen1 Personalwirtschaft und Personalmanagement als Unterstützungsprozess desunternehmerischen Kerngeschäftes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 000Themenpaket▪2 Personalplanung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 000Themenpaket▪3 Personalbeschaffung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 000Themenpaket 1 ▪Themenpaket 2 ▪4 Bewertung und Entlohnung der Arbeitsleistung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 000Themenpaket 1 ▪Themenpaket 2 ▪5 Ablaufprozesse bei der Beendigung von Arbeitsverhältnissen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 000Themenpaket 1 ▪Themenpaket 2 ▪6 Personalführung und Personalentwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 000Themenpaket▪7 Personalcontrolling . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 000Themenpaket▪Prüfungsaufgaben kompakt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 000F Investition und Finanzierung 000› Lernfeld 11: Investitions- und Finanzierungsprozesse planen1 Betriebswirtschaftliche Grundlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0002 Investitionsplanung und Investitionsrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 000Themenpaket 1 ▪Themenpaket 2 ▪3 Kapital-, Finanz- und Liquiditätsplanung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 000Themenpaket 1 ▪Themenpaket 2 ▪4 Innenfinanzierung mit Hilfe selbst erwirtschafteter Mittel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 000Themenpaket 1 ▪Themenpaket 2 ▪5 Außenfinanzierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 000Themenpaket 1 ▪Themenpaket 2 ▪Prüfungsaufgaben kompakt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 00061045 5


EinleitungDas Lernen an einem BeispielunternehmenDieses Arbeitsbuch dient vorrangig dem selbstständigenErarbeiten und Festigen schulischerund prüfungsrelevan ter Themen.Lernen findet dann besonders intensiv statt, wennsich die Lernenden mit Situationen auseinandersetzenkönnen, die an die Praxis angelehnt undproblemhaltig sind. „Problemhaltig“ ist eine Situationim vorliegenden Fall dann,▪ wenn sie zu Fragestellungen aus der Betriebswirtschaftund aus dem Unternehmensalltagführt, und▪ wenn sie den Fragenden zu einer Entscheidungauffordert.Den Hintergrund für ein solches Lernen bietetdas in diesem Arbeitsbuch verwendete BeispielunternehmenHeidtkötter KG. Als solches soll dieHeidtkötter KG den angehenden IndustriekaufleutenHilfestellungen bei der Erfassung und Lösung praxisrelevanter Fragen/Entscheidungen geben, mitdenen sie in ihrem Beruf gegenwärtig und zukünftig in Berührung kommen. Es ist dabei nicht beabsichtigt,die Heidtkötter KG als Abbild einer komplexen Realität und eines umfassenden, schlüssigen„Datenkranzes“ zu konzipieren.Die Heidtkötter KGUnternehmenshistorieIm Jahr 1929 gründeten die Brüder Anton und Joachim Heidtkötter das Familien unternehmenim ostwestfälischen Bielefeld, mit dem Ziel hochwertige Bürotische und -stühle aus ausgewähltenMaterialien anzubieten, die den Arbeitskomfort eines jeden Kunden deutlich steigern sollen. Dernatürliche Werkstoff Holz eignet sich hierzu ganz besonders. Auch heute noch werden weitereWerkstoffe wie Leder, Glas und Edelmetalle in der Produktion verwendet.Das familiär geführte Unternehmen steht für Produkte von höchster Qualität und Beständigkeit.Seit der Gründung stehen Aspekte wie Markt- und Kundennähe, Verlässlichkeit und soziale Verantwortung– nicht nur gegenüber den Mitarbeitern – bei der Heidtkötter KG im Vordergrund.Seit Januar des Jahres 1975 wird das Unternehmen durch Klaus M. Heidtkötter geleitet, der es vonseinem Vater Anton und dessen Bruder Joachim übernommen hat. Seitdem expandiert Heidtkötterund eröffnete als erstes deutsches Möbelunter nehmen Produktionsstätten in Italien (1979) undPolen (1993).661046


Die Heidtkötter KGEinleitungFirmaHauptsitzGesellschafterundAnteile amGesellschaftsvermögenGeschäftsführungMitarbeiterzahlHauptlieferantenHauptkundenUmsatz undGewinn fürdas Jahr 01ProduktundAbsatzprogramm(Auszug)Heidtkötter Kommanditgesellschaft (KG)Gütersloher Str. 111, 33647 Bielefeldvoll haftender Gesellschafter:Klaus M. Heidtkötter (6.600.000,00 € im 1. Geschäftsjahr)Teilhafterin:Anke Heidtkötter (3.800.000,00 € im 1. Geschäftsjahr)Klaus M. Heidtkötter129 Mitarbeiter(120 Angestellte und Arbeiter, 9 Auszubildende)Ligea-Fetras GmbH-Holzverarbeitung, HammWeberei Dentzer GmbH, GüterslohStahlhandel Pirmasens GmbH, PirmasensWooley Steel Company Ltd., London, EnglandInterior Bruning B. V., Rotterdam, NiederlandeBüromöbel Steil KG, KölnReiser GmbH-Bürosysteme, LeipzigForm Design, Paris, FrankreichJulio Mobiliario S.L., Barcelona, SpanienUmsatz: 25,9 Mio. €; Gewinn: 2,1 Mio. €hochwertige Tische und Stühle, flexibel einsetzbare System- oder Sonderlösungen:Produktgruppen1BSBürostühlez. B. die SeriesiriEckdaten2BTBürotischez. B. die Serieelegance61047 7


EinleitungDie Heidtkötter KGEckdaten (Fortsetzung)3KSKonferenzsystemeBestandteile sind z. B. die Stühlefeli und marlene sowie der Tischralf4SLSonderlösungenz. B. der Präsentationsmonitorbeam oder der TischcommunicTable5HWHandels waren– Bodenbeläge– LeuchtenFertigungmediale Bestandteile für den Kommunikationstisch (Monitor, Kabel, Stecker, Lautsprecher),ergänzende Handelswaren wie beispielsweise Fußbodenbeläge aus Holz, Beleuchtungssystemesowie zum Teil Kunststoff-, Glas- oder Edelstahlbestandteile der ProdukteWerkstattfertigung für Systeme und Sonderlösungen sowie Fließfertigung für Stühle und TischeKontaktdaten Tel.: 0521 222–0Internet: www.heidtkoetter-wvd.deE-Mail: mail@heidtkoetter-wvd.deProduktundAbsatzprogrammFremdbauteileund VorprodukteBankverbindungUmsatzsteuerIDFinanzamtBielefeldKontonummer: 201103 04Bankleitzahl: 480 501 61Kreditinstitut: Sparkasse BielefeldIBAN: DE22 4805 0161 0020 1103 04Swift-BIC: SPBI DE 3B XXXDE 222 856 039861048


EinleitungDie Heidtkötter KGLeitbild derHeidtkötterKGUnser LeitbildWer sind wir?▪ Wir sind ein modernes mittelständisches Unternehmen mit Sitzin Bielefeld.▪ Wir produzieren hochwertige Möbel durch die intelligenteVerbindung von traditioneller Handwerkskunst und industriellerFertigung.Wie arbeiten wir?▪ Modernste Maschinen unterstützen unsere hoch qualifiziertenMitarbeiter bei der Produktion unserer Produktgruppen.▪ Qualität und Umweltbewusstsein stehen dabei zu jeder Zeit imVordergrund.▪ Forschung und Entwicklung haben deshalb einen ebenso hohenStellenwert wie Service und Flexibilität.Wo sind wir tätig?▪ Aufgrund unserer wegweisenden und erstklassigen Produktesind wir weltweit überaus erfolgreich.▪ Unser Erfolgskonzept ist neben unserer herausragendenProduktqualität ei ne ausgeprägte Unternehmenskultur.Kundenzufriedenheit ist oberstes Unter nehmensziel.Was wollen wir tun?▪ Wir sind ein unabhängiges Unternehmen und wollen dies auchbleiben.▪ Wir erwirtschaften einen vernünftigen Gewinn, um unsere Zielezu erreichen.Wem nutzen wir?▪ Neben den Ansprüchen der eher „klassisch ausgerichteten“Zielgruppe sind es vermehrt die jüngeren Kunden, die unserehochwertigen und modernen Konferenz- und Büromöbel bevorzugen.▪ Zudem sichern wir rund 120 Arbeitsplätze.Was liegt uns am Herzen?▪ Wer Möbel gestaltet, beeinflusst seine Umwelt und die Beziehungder Menschen miteinander. Deshalb pflegen wir seit Jahren einenpartnerschaftlichen, verantwortungsvollen Umgang mit derNatur, unseren Mitarbeitern, unseren Kunden und der Technik,die wir einsetzen.▪ Deshalb legen wir großen Wert auf Schulung, Weiterentwicklungund Gesundheit unserer Mitarbeiter. Wir lassen sie amUnternehmenserfolg teilhaben.12610412


B.1BeschaffungsprozesseArbeitsaufträge› SituationVersetzen Sie sich in die Lage von Doris Schilling und bereiten Sie sich auf den ersten gemeinsamenArbeitstag mit den Praktikantinnen vor.1. Beschreiben und erläutern Sie zur Vorbereitung auf die Begegnung mit den Praktikantinnendie Abbildung aus dem Anhang der E-Mail von Herrn Schäfer.2. Erläutern Sie die Bedeutung einer Supply Chain und eines Supply Chain-Managers.3. Sammeln Sie möglichst konkrete Ziele und Aufgaben der Materialwirtschaft und ordnen Siediese den im Anhang der E-Mail genannten Teilbereichen der Materialwirtschaft zu.Teilbereich Aufgaben Ziele4. Frau Schilling möchte bei der Begrüßung der Praktikantinnen die Wichtigkeit der Materialwirtschaftfür den Wertschöpfungserfolg eines Unternehmens betonen. Erarbeiten Sie einen Spickzettelfür die Begrüßungsrede von Frau Schilling, aus der dieser Aspekt hervorgeht.5. In der Situationsbeschreibung werden oberhalb der E-Mail Aufgaben eines gewöhnlichen Arbeitstagesgenannt. Beschreiben Sie Zielkonflikte, die sich aus der konkreten Aufgabenerfüllungin der Beschaffung ergeben können.14610414


Stellung der Beschaffung im WertschöpfungsprozessB.16. Vervollständigen Sie nachfolgende Übersicht zum Konzept des Supply Chain-Management.MerkmaleBeschreibungZieleVoraussetzungen beibeteiligten AkteurenBeurteilung ausSicht der beteiligtenUnternehmen610415 15


Stellung der Beschaffung im WertschöpfungsprozessB.1Innere Einkaufsorganisation:VorteileObjektprinzipVerrichtungsprinzipNachteileÄußere Einkaufsorganisation:VorteilezentraldezentralNachteilefi610417 17


Stellung der Beschaffung im WertschöpfungsprozessB.15. Entwickeln Sie eine Einkaufsrichtlinie unter Zuhilfenahme der folgenden Arbeitshilfen 1 bis 3und des Unternehmensleitbildes der Heidtkötter KG (siehe Seite 12).Arbeitshilfe 1Informationen über das Fremdbauteil BildschirmAnforderungen aus der Abteilung Produktion:▪ Steckverbindungen müssen DIN 32589 erfüllen▪ Gehäuse des Monitors muss aus hochwertigem Kunststoff sein▪ Lieferungen mindestens in einem Umfang von 1 ME pro Monat (1 ME = 10 Stück)▪ Verpackung aus der A08-Kartonage auf DB-Palette▪ Qualitätskontrollen werden bereits beim Lieferanten durchgeführt▪ Lieferantenschulungen und fortdauernde Entwicklung des Lieferanten bezogen auf unsere Produkte (Zusammenarbeitmit der FuE-Abteilung)▪ Zertifizierung nach DIN EN ISO 9000 ff. erfolgtBedingungen der Abteilung Finanzierung:▪ Zahlungen auf Ziel (mindestens 10 Tage)▪ Zahlung per BanküberweisungArbeitshilfe 2Marktübliche Bedingungen:▪ Lieferung frei Haus▪ Lieferung per Lkw▪ Rabatt von 10 % ab 5 ME▪ Lieferzeit: 3 Tage nach Bestellung▪ faire Zusammenarbeit und angenehme UmgangsformenArbeitshilfe 3Arbeitsthesen der Fortbildungsveranstaltung:Erfolgreich beschaffen in einer globalen Welt bedeutet:▪ Sie kennen Ihren Lieferanten fast genau so gut wie Ihren Betrieb.▪ Sie kennen die Bedingungen auf dem Beschaffungsmarkt und bekommen neue Trends direkt mit.▪ Ihre Beschaffungsbemühungen sind auf eine Zusammenarbeit mit dem Lieferanten ausgerichtet.▪ Sie kleben nicht an einem Lieferanten, sind aber dennoch an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert.▪ Der Lieferant kennt Ihre Erwartungen und Sie kennen die Erwartungen des Lieferanten.▪ Sie arbeiten an einer gemeinsamen Logistikkette, die nach Möglichkeit noch weitere Partner mit einbezieht.▪ Absprachen treffen Sie, damit sie von allen eingehalten werden.Kurzum: Sie verfügen über eine eindeutige Beschaffungsstrategie, die Ihrer Abteilung bekannt ist!6. Im Zuge der Umstrukturierung der Beschaffung bei der Heidtkötter KG wird auch über denAufbau eines E-Procurement diskutiert. Bereiten Sie einen Kurzvortrag zu den folgenden Möglichkeitendes E-Procurement vor. Wählen Sie eine dieser Möglichkeiten als Thema:a) Elektronische Marktplätzeb) Elektronische Auktionsplattformen und elektronische Ausschreibungenc) KatalogmanagementsystemeIhr Kurzvortrag sollte nicht länger als 5 bis 10 Minuten dauern, mediengestützt sein und folgendeAspekte enthalten:– grundsätzliche Merkmale,– Beurteilung aus Sicht des Lieferanten und des Unternehmens.7. Eine Unternehmensberatung hat aufgrund von Erfahrungswerten für einen Hersteller vonBadarmaturen die Kostensituation bei einem traditionellen Einkauf und einem Einkauf mittelsE-Procurement erhoben.Folgende Daten sind gegeben (Kosten pro Monat für einen Einkaufswert von 25 Mio. €):Kosten bei traditionellem EinkaufKosten bei Einsatz von E-ProcurementPorto 12.775,00 € Technologiekosten 225.000,00 €Verwaltung 270.000,00 € Verwaltung 125.000,00 €Einkaufskosten 0,80 % des Einkaufswertes Einkaufskosten 0,15 % des Einkaufswertesfi610421 21


B.1Beschaffungsprozessea) Ermitteln Sie die die Gesamtkosten bei traditionellem Einkauf und die Gesamtkosten beiEinsatz von E-Procurement.b) Berechnen Sie das jährliche Einsparpotenzial im Einkauf durch den Einsatz von E-Procurement.22610422


BeschaffungsprozesseBPrüfungsaufgabenkompakt› Teil B610423 23


CLeistungserstellungsprozesse› Lernfeld 5Leistungserstellungsprozesse planen, steuern und kontrollieren1Das Produktions- und Absatzprogramm eines IndustriebetriebesThemenpaket 1Inhalte▪ Leistungserstellung im Wertschöpfungsprozess▪ Aufgaben der Produktion▪ Produk tionsziele und Zielkonflikte▪ Produkt- und AbsatzprogrammSituationJedes Unternehmen muss eine Vielzahl von Problemen lösen und Entscheidungen treffen, bisein bestimmtes, sich im Zeitablauf änderndes Produktions- und Absatzprogramm angebotenwird. Dass es einem Unternehmen nicht immer gelingt,ProzentMarktanteil der Produktgruppe12,0 „Sonderlösungen“ der Heidtkötter KG10,08,0Marktanteil6,04,02,0001 02 03 04 05 06 07 08 Zeit (Jahre)wettbewerbsfähige Absatzprogramme am Markt anzubieten,zeigt beispielhaft die Entwicklung der ProduktgruppeSonder lösungen der Heidtkötter KG.Aufgrund der besorgniserregenden Entwicklung dieserProduktgruppe möchte die Geschäftsleitung mit Beginndes Geschäftsjahres 01 mit den Abteilungsleitern eineUrsachenanalyse betreiben. Durch die Zusammenarbeitmit dem Unternehmensberater Tim Lange konntenbislang folgende allgemeine Ursachen festgestelltwerden:– falsch eingeschätzte Entwicklungen auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten;– die Wirtschafts- und Umweltpolitik des Staates;– interne Probleme, insbesondere bei der Leistungserstellung, haben Kunden abgeschreckt.Die internen Probleme bei der Leistungserstellung lassen sich insbesondere der Abteilung Produktionzurechnen. In einer Abteilungssitzung sollen die Ursachen für die Probleme gefundenwerden, um Verbesserungen einleiten zu können.Arbeitsaufträge› Situation1. Erläutern Sie mit Hilfe der nachfolgenden Abbildung die Stellung der Leistungserstellung imWertschöpfungsprozess.24610424


Das Produktions- und Absatzprogramm eines IndustriebetriebesC.12. Beschreiben Sie kurz vier interne und vier externe Einflussgrößen auf die Produktion beieinem Büromöbelhersteller wie der Heidt kötter KG.3. Führen Sie Ursachen in der Produktion an, die zu dem Marktanteilsverlust bei der ProduktgruppeSonder lösungen geführt haben können.4. Erklären Sie drei konkrete Maßnahmen für die Produktion in der Heidtkötter KG, die zu einerVerbesserung der Leistungserstellung beitragen können.5. In der Abteilungssitzung (siehe Situation) werden zunächst die vorhandenen Produktionszielegesammelt und anschließend bestehende Zielkonflikte herausgearbeitet.a) Beschreiben Sie allgemein die Produktionsziele, die auch bei der Heidtkötter KG formuliertsein dürften.b) Weisen Sie für die zuvor benannten Produktionsziele bestehende Zielkonflikte nach.c) Warum erschweren Zielkonflikte in der Produktion die Leistungserstellung?6. Nennen Sie Aufgaben der Produktion für die Leistungserstellung. Ordnen Sie die Aufgabenden Bereichen der Produktionsplanung, Produktionssteuerung und Produktionskontrolle zu.Aufgaben der Produktion für die LeistungserstellungProduktionsplanung Produktionssteuerung Produktionskontrolle610425 25


C.1LeistungserstellungsprozesseThemenpaket 2InhalteSituation▪ Zweck von Forschung und Entwicklung im Industrieunternehmen▪ Phasen der Produkt entwicklungNicht nur die Probleme innerhalb der Produktion der Heidtkötter KG haben zu einem Rückgangder Marktanteile bei der Produktgruppe Sonderlösungen geführt. Vielmehr brachte eine Marktstudiehervor, dass insbesondere das Ausbleiben von Innovationen zu einer Verschlechterung derUnternehmenssituation beigetragen hat.Arbeitsaufträge› Situation1. Erörtern Sie, inwiefern durch Forschung und Entwicklung die Absatzsituation verbessertwerden kann.2. Innovationen werden in einem Prozess unter Beteiligung verschiedener Abteilungen entwickelt.Beschreiben Sie die nachfolgend angegeben Phasen der Produktentwicklung und bestimmenSie die verantwortlichen Abteilungen.Phase Aufgaben VerantwortlichkeitProduktforschungProduktplanungProduktkonstruktionProdukterprobungProduktherstellung26610426


Das Produktions- und Absatzprogramm eines IndustriebetriebesC.13. Erklären Sie, welche Probleme innerhalb der einzelnen Phasen des Produktentwicklungsprozessesaufgrund betriebsexterner Umwelteinflüsse entstehen können.4. Für eine erfolgreiche Produktentwicklung ist die Zusammenarbeit der Prozessbeteiligten (Zulieferer,Mitarbeiter, Staat usw.) von entscheidender Bedeutung, damit interne und externe Einflussgrößenangemessen berücksichtigt werden. Beschreiben Sie angemessene Verfahrensweisender Zusammenarbeit.5. Sammeln Sie Produktanforderungen, die entlang der Produktentstehung, -nutzung und -entsorgungeiner Innovation bei der Heidtkötter KG bereits bei der Produktentwicklung berücksichtigtwerden müssen. Notieren Sie Ihre Anmerkungen in der nachfolgenden Übersicht.ProduktanforderungenPhaseProduktplanungProduktkonstruktionProdukterprobungProduktherstellungProduktdistributionProduktgebrauchProduktabwicklungfi610427 27


C.1Leistungserstellungsprozesse6. Innovationen werden in der Regel rechtlich geschützt. Erstellen Sie eine vergleichende Übersichtüber die geltenden Schutzrechte in der Bundesrepublik Deutschland. Geben Sie jeweilsein Beispiel an.Schutzrecht Definition und Rechtsquelle BeispielPatentGebrauchsmusterGeschmacksmuster28610428


Das Produktions- und Absatzprogramm eines IndustriebetriebesC.1Markenschutz7. Bei der Heidtkötter KG wurde folgende Neuentwicklung für ein Tischsystem geleistet:spezielle Ausziehtechnik bei spezieller Lagerung sowie Aufhängung und Führung von Carbon-Rollenin Spezialmaschinen für den BildschirmWie kann die Heidtkötter KG nach deutschem Recht diese Innovation rechtlich schützen?8. Interpretieren Sie die beiden folgenden Grafiken und erläutern Sie, inwiefern im Zuge der Globalisierungnationale Schutzrechte vor weltweiter Produktpiraterie geschützt werden könnenund welche Gegenmaßnahmen bei Verstößen eingeleitet werden sollten.610429 29


C.1LeistungserstellungsprozesseThemenpaket 2InhalteSituation▪ Zielkonflikte bei der Erweiterungder Produktentwicklung ▪ Kreislaufwirtschaftsgesetz▪ Umweltmanagementsysteme ▪ Produktverantwortung▪ ZertifizierungBei der Heidtkötter KG wird fieberhaft an einer Innovation für die Produktgruppe Sonderlösungengearbeitet. Das erste, vage Produktkonzept soll nun in einer Expertenrunde auf seine Tauglichkeithin analysiert werden. Teilnehmer sind Experten aus den Unternehmensbereichen Produktion,Lagerhaltung und Versand, Logistik sowie Vertrieb. Ebenso verstärken der Sicherheitsbeauftragteund ein Vertreter des örtlichen Umweltamtes die Arbeitssitzung.Aufgrund eines alten Streits zwischen dem Vertreter des Umweltamtes und dem GruppenleiterLogistik zu scheitern. Während der Vertreter des Umweltamtes die Einhaltung des Kreislaufwirtschaftsgesetzesfordert, wettert der Gruppenleiter: „Bei euch im Umweltamt wird doch irgendwannnoch das Produkt als Abfall definiert! Da können wir den Laden hier langsam dicht machen!“Der Konflikt entzündet sich an der Verpackung. Aufgrund des großen Volumens eines Tischsystemsund der beschränkten Transportmöglichkeiten soll eine hochwertige, ölhaltige Folie eingesetztwerden, die dem Umweltbeamten aber zu viele Abfälle gegenüber recyclingfähiger Pappeerzeugen würde. Darüber hinaus müsse das Fertigungsverfahren hinsichtlich der eingesetztenMaterialien und der Emissionen überprüft werden, um die Umweltvorschriften zu erfüllen.Arbeitsaufträge› Situation1. Bereiten Sie ein meinungsbildendes Gespräch zwischen dem Gruppenleiter Logistik und demUmweltbeamten vor (Pro und Contra zu den genannten Verpackungsmaterialien bezüglichihrer Umweltwirkungen).2. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz benennt eine konkrete Abfallhierarchie. Erläutern Sie diese Abfallhierarchiebeim Umgang mit Abfällen mit Hilfe des nachfolgenden Auszugs aus dem Gesetz.§§ Kreislaufwirtschaftsgesetz§ 1 Zweck des GesetzesZweck des Gesetzes ist es, die Kreislaufwirtschaft zurSchonung der natürlichen Ressourcen zu fördern und denSchutz von Mensch und Umwelt bei der Erzeugung undBewirtschaftung von Abfällen sicherzustellen.§ 2 Geltungsbereich(1) Die Vorschriften dieses Gesetzes gelten für1. die Vermeidung von Abfällen sowie2. die Verwertung von Abfällen,3. die Beseitigung von Abfällen und4. die sonstigen Maßnahmen der Abfallbewirtschaftung.§ 3 Begriffsbestimmungen(1) Abfälle im Sinne dieses Gesetzes sind alle Stoffe oderGegenstände, derer sich ihr Besitzer entledigt, entledigenwill oder entledigen muss. Abfälle zur Verwer-tung sindAbfälle, die verwertet werden; Abfälle, die nicht verwertetwerden, sind Abfälle zur Beseitigung. […]§ 6 Abfallhierarchie(1) Maßnahmen der Vermeidung und der Abfallbewirtschaftungstehen in folgender Rangfolge:1. Vermeidung,2. Vorbereitung zur Wiederverwendung,3. Recycling,4. sonstige Verwertung, insbesondere energetische Verwertungund Verfüllung,5. Beseitigung.(2) Ausgehend von der Rangfolge nach Absatz 1 soll nachMaßgabe der §§ 7 und 8 diejenige Maßnahme Vor-ranghaben, die den Schutz von Mensch und Umwelt bei derErzeugung und Bewirtschaftung von Abfällen unter Berücksichtigungdes Vorsorge- und Nachhaltigkeits-prinzipsam besten gewährleistet. Für die Betrachtung derAuswirkungen auf Mensch und Umwelt nach Satz 1 istder gesamte Lebenszyklus des Abfalls zugrunde zu legen.Hierbei sind insbesondere zu berücksichtigen1. die zu erwartenden Emissionen,2. das Maß der Schonung der natürlichen Ressourcen,3. die einzusetzende oder zu gewinnende Energie sowie4. die Anreicherung von Schadstoffen in Erzeugnissen, inAbfällen zur Verwertung oder in daraus gewonnenenErzeugnissen.Die technische Möglichkeit, die wirtschaftliche Zumutbarkeitund die sozialen Folgen der Maßnahme sind zubeachten.§ 23 Produktverantwortung(1) Wer Erzeugnisse entwickelt, herstellt, be- oder verarbeitetoder vertreibt, trägt zur Erfüllung der Ziele derKreislaufwirtschaft die Produktverantwortung. Erzeugnissesind möglichst so zu gestalten, dass bei ihrer Herstellungund ihrem Gebrauch das Entstehen von Abfällenvermindert wird und sichergestellt ist, dass die nach ihremGebrauch entstandenen Abfälle umweltverträglichverwertet oder beseitigt werden.(2) Die Produktverantwortung umfasst insbesondere1. die Entwicklung, die Herstellung und das Inverkehrbringenvon Erzeugnissen, die mehrfach verwendbar,technisch langlebig und nach Gebrauch zur ordnungsgemäßen,schadlosen und hochwertigen Verwertung sowiezur umweltverträglichen Beseitigung geeignet sind,2. den vorrangigen Einsatz von verwertbaren Abfällenoder sekundären Rohstoffen bei der Herstellung vonErzeugnissen,3. die Kennzeichnung von schadstoffhaltigen Erzeugnissen,um sicherzustellen, dass die nach Gebrauchverbleibenden Abfälle umweltverträglich verwertet oderbeseitigt werden,4. den Hinweis auf Rückgabe-, Wiederverwendungs- undVerwertungsmöglichkeiten oder -pflichten und Pfandregelungendurch Kennzeichnung der Erzeugnisse sowie5. die Rücknahme der Erzeugnisse und der nach Gebrauchder Erzeugnisse verbleibenden Abfälle sowiederen nachfolgende umweltverträgliche Verwertungoder Beseitigung. […]30610430


Das Produktions- und Absatzprogramm eines IndustriebetriebesC.13. Die GEMÜ GmbH & Co. KG hat sein Umweltmanagementsystem zertifizieren lassen. Dienachfolgenden Artikel (siehe Arbeitshilfen) bieten Einblicke in das Umweltmanagementsystemund die Vorteile, die aus der Zertifizierung erwachsen. Arbeiten Sie diese anhand nachfolgenderFragestellungen heraus.a) Beschreiben Sie wesentliche Prinzipien der Umweltorientierung bei der GEMÜ GmbH &Co. KG, die die Basis für das Umweltmanagementsystem bilden (Arbeitshilfe 1).b) Erläutern Sie, warum der Geschäftsführer der GEMÜ GmbH & Co. KG der Ansicht ist, dassein erfolgreiches Umweltmanagement daran gebunden ist, dass Mitarbeiter und Kunden„mitgenommen“ werden? – Welche Risiken sind mit bedingungslosem Umweltschutz verbunden?(Arbeitshilfe 2)c) Erläutern Sie wesentliche Merkmale und Vorteile einer Zertifizierung nach EMAS III (Arbeitshilfe3).Arbeitshilfe 1Aus Tradition umweltorientiert[…] Immer wieder griffen Geschäftsführung und Mitarbeiter Themen auf, die Ressourcen nachhaltig geschonthaben. 2011 wurden diese Aktivitäten von Gert Müller, Geschäftsführer Technik und Vertrieb, unter dem LabelGreen Engineering in den drei Säulen Saubere Produktion, Saubere Produkte und Saubere Projekte zusammengefasst.Im Bereich „Saubere Produktion“ arbeitet Gemü seit den 70er Jahren daran, bei der Herstellung Material undEnergie einzusparen; seit 2009 steht das Unternehmen hier auch für verbindliche Umweltziele im Rahmen derEMAS-Zertifizierung ein.Bei den „Sauberen Produkten“ kann Gemü ebenfalls auf eine lange Tradition verweisen: Bereits das ersteGemü-Produkt, ein Kunststoff-Magnetventil, vereinte wirtschaftliche, material- und kostensparende Aspekte.[…] Seit 2012 werden Umweltaspekte nun nicht nur im Lastenheft dargestellt, fertige Produkte werden auchnach mehreren Kriterien in ihrer Nachhaltigkeit bewertet:▪ Materialeinsparung: am Produkt selbst und/oder beim Anlagendesign;▪ Energieeinsparung: bei der Herstellung und/oder beim Einsatz;▪ Umweltfreundliche Werkstoffe: bei der Herstellung und/oder beim Einsatz;▪ Transportersparnis: beim Produkt und/oder bei der Anlage.Um diese sauberen, effizienten Produkte kenntlich zu machen, werden diese mit dem grünen Green Engineering-Buttonin den Produktpräsentationen abgebildet.Den Bereich Saubere Projekte führte Gert Müller mit der Übernahme der Geschäftsführung im Jahr 2011 ein.Als erste Aktivität wird der Einsatz eines Opel Ampera als Gemü-Elektro-Shuttle zum Werksverkehr zwischenden drei deutschen Standorten derzeit erprobt. […] Quelle: www.process.vogel.de, abgerufen am 24.11.2012Arbeitshilfe 2Kunden und Mitarbeiter für die grüne Wende gewinnenWenn die Unternehmensleitung den „grünen Gedanken“ lebt, motiviert das Kunden und Mitarbeiter. Das zeigtdas Gespräch mit Gemü-Geschäftsführer Gert Müller.Herr Müller, was ist das derzeit größte Projekt der Initiative Green Engineering?Müller: Vordergründig sind dies sicher Investitionen wie die neue Folienpresse im Rahmen der EMAS-Zertifizierungoder die Planung und Realisierung unserer neuen Standorte nach ökologischen Kriterien. […] Allerdingssteht für mich ganz klar im Fokus, unsere Kunden und unsere Mitarbeiter mitzunehmen, sie für diegrüne Wende zu gewinnen.Was verstehen Sie unter mitnehmen?Müller: Wir leben in einer Zeit, in der bereits zahlreiche technische Möglichkeiten realisierbar sind, in der wirumweltfreundlicher leben und arbeiten könnten. Letzten Endes entscheiden wir uns aber – aus verschiedenenGründen – häufig für andere Optionen. Deshalb sehe ich den Hauptfokus meiner Arbeit bezüglich der InitiativeGreen Engineering darin, Kunden, Mitarbeiter und mich selbst zu motivieren, aktiv zu werden und zu sein.Sie wollen Ihre Kunden motivieren?Müller: Ja, denn sie entscheiden mit ihrem Kauf, mit ihren Investitionen, wie die Zukunft aussieht. […] Wirmüssen Überzeugungsarbeit leisten, dass bei der Wahl zwischen Technologien und Materialien bei ähnlichenKosten die umweltfreundlichere Version zum Zuge kommt. […]Andere Firmen haben Mitarbeiteraktionen ins Leben gerufen, um ihre Belegschaften zu motivieren. Wie stehen Siedazu?Müller: […] Wenn wir gar nichts tun, werden sich die Ressourcen auf jeden Fall erschöpfen und Auswirkungenwie die Klimaerwärmungen werden weder zu stoppen sein, noch sich verlangsamen lassen.Was werden Sie für oder mit Ihren Mitarbeitern konkret umsetzen?Müller: Ich finde, dass ein Thema wie Green Engineering natürlich publiziert werden kann und soll und dasswir Mitmach-Aktionen immer wieder anregen und durchführen sollten. Deshalb werden wir 2013 z. B. dasThema Elektro-Mobilität nicht nur weiter verfolgen, sondern ausbauen. […] Damit das auch finanziell interessantwerden kann – denn das ist nun einmal eines der Kriterien, nach denen so eine Anschaffung funktioniert– lassen wir auf dem Firmenparkplatz Ladestationen einrichten, an denen die Besitzer eines solchen Autoskostenfrei Strom tanken. Quelle: www.process.vogel.de, abgerufen am 24.11.2012fi610431 31


C.1LeistungserstellungsprozesseArbeitshilfe 3EMAS III-ZertifizierungWie Unternehmen durch EMAS III Zertifizie-rung den Energieverbrauch senken12.11.12 | Autor/Redakteur: Sina Specht/Tobias Hüser[…] Was haben die Demeter-Brotbäckerei Märkisches Landbrot, die Mainau GmbH und Gemü gemeinsam? […]So unterschiedlich die Firmen und Organisationen, die sich nach der Verordnung EMAS III zertifizieren, soverschieden sind auch die Bilanzen, die Umweltziele und Ergebnisse. Aber es lohnt sich trotzdem.Viel Papier: DIN EN ISO 14001 und EMAS IIIWie jede Zertifizierung bestehen auch die beiden Verfahren im Umweltmanagementbereich aus drei Grundpfeilern:Verantwortung, Prozess, Ziel. Verankerung im Qualitätsmanagementhandbuch, Benennung einesUmweltbeauftragten, Gestaltung und Absicherung von Organigrammen und Abläufen sind ebenso typischeAktivitäten wie die Formulierung von Umweltzielen oder von einzelnen Maßnahmen, die Dabei hat EMAS, das„Gemeinschaftssystem der Europäischen Union für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung“ denVorteil, die Anforderungen der international anerkannten DIN EN ISO 14001 einzuschließen. Zudem geht derAudit darüber hinaus, wie der Umweltgutachterausschuss (UGA) beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutzund Reaktorsicherheit beschreibt: „Während sich die DIN EN ISO 14001 auf die Verwirklichung derumweltbezogenen Zielsetzungen beschränkt und nur in der Umweltpolitik eine Verpflichtung zur Verbesserungder Umweltbelastungen verlangt, müssen sich die EMAS-Organisationen dazu verpflichten, ihre tatsächlicheUmweltleistung zu verbessern.“Weiter wird allen teilnehmenden Unternehmen und Organisationen auferlegt, die Öffentlichkeit zu informieren.Neben dem elektronischen Hinweis auf Umweltziele und deren Realisierung müssen auch gedruckteUnterlagen produziert werden. Dies soll sicherstellen, dass jeder Bürger nachsehen und überprüfen kann, obund wie sich die Umweltleistung des Unternehmens im Laufe der Jahre verbessert – oder verschlechtert hat.So können erreichte Ziele bei Gemü beispielsweise auf der Website unter Gemü-Gruppe eingesehen oder dieBroschüre „Umwelterklärung 2012“ per E-Mail oder Telefon angefordert werden.Vergleichsrahmen schaffen und reale Ergeb-nisse präsentieren[…] Alle EMAS-Unternehmen sind angehalten, eine Vergleichsgröße zu schaffen. Diese kann durchaus unterschiedlichausfallen, auch in den einzelnen Kernthemen können andere Bezüge sinnvoll sein. HauptsächlicheKriterien sind neben Umsatz, Stückzahl, Ausbringmenge (in Kilogramm oder Tonnen oder andererGröße), Personenzahl, Arbeitsstunden und Nutzungsfläche. Üblich sind bei produzierenden Unternehmenwie Gemü zum Beispiel die Inbezugsetzung zwischen Ausbringmenge und Abfall oder zwischen Ausbringmengeund Energie. Deshalb sind „fünf Prozent weniger“ an den deutschen Standorten Criesbach und Waldzimmerneben eine „echte“ Leistung: Denn im Zeitraum von April 2011 bis Mai 2012 ist die Ausbringmengesogar erneut gestiegen, während der Energieverbrauch stabil gehalten werden konnte. Dies deutete sichbereits im Langzeitvergleich seit 2008 an. Die Abkopplung von Ausbringmenge und Energieverbrauch ist eineLeistung, auf der sich Gemü allerdings nicht ausruhen möchte. Gert Müller, Geschäftsführer Technik undVertrieb, will mehr erreichen: „Mittel- und langfristig wollen wir uns weiter entkoppeln, das heißt, bei höhererAusbringmenge auch den absoluten Verbrauch deutlich reduzieren.“ Dazu gelte es insbesondere, weitereInvestitionsmittel einzustellen und weiteres Verbesserungspotential zu suchen. Dabei verschweigt die Unternehmensleitungkeinesfalls, dass es auch handfeste wirtschaftliche Gründe für die Verankerung von Nachhaltigkeitgibt. […]Viele Ideen:Beweglich sein und beweglich bleibenProfitiert hat Gemü auf vielerlei Weise von der Teilnahme an der EMAS-Zertifizierung. Zum einen vor allemdahingehend, dass ein Reportinginstrument eingeführt wurde, das einen präzisen Überblick über ökologischeAspekte und Fortschritte hinsichtlich der Nachhaltigkeit gibt. Und hiermit eine wichtige Entscheidungsgrundlagefür weitere Investitionen und für das Abwägen unterschiedlicher Aktivitäten bietet. Zum anderennutzt das Unternehmen seinen Umweltgutachter auch dahingehend, weiteres Know-how aufzubauen oderim Wissenstausch zusätzliche Informationen zu erhalten. Ein kurzer Weg, um eigene Aktionen auch von Außenbetrachten zu lassen und auch, um von anderen Firmen und Organisationen zu lernen.Neben Dokumentation und Investition ist die EMAS-Zertifizierung aber auch als Ideenschmiede gedacht. Stattreinem Pflichtprogramm sollen Unternehmen und Organisationen darüber nachdenken, was sie, was ihreMitarbeiter, was ihre Kunden dabei unterstützt, nachhaltig zu leben. Deshalb erschöpfen sich die Umweltzielenicht nur bei den üblichen und notwendigen Verdächtigen wie „Energieeinsparung durch Servervirtualisierung“oder „Energieeinsparung Schleuseneinbau Criesbach“, die 2012 erfolgreich abgeschlossen wurden.Sondern bieten eine wahrhaft „bunte“ Ideenvielfalt. […]32610432


Das Produktions- und Absatzprogramm eines IndustriebetriebesC.1▪ Erweiterung des Produktions- und Absatzprogramms▪ Programmbreite und Programmtiefe▪ Spezialistenstrategie und UniversalistenstrategieAuf der zweiten Abteilungsleitersitzung des neuen Geschäftsjahres sollen die Ergebnisse der seitder letzten Sitzung ergriffenen Maßnahmen anhand folgender Aspekte diskutiert werden:1. Maßnahmen der Abteilung Leistungserstellung zur Verbesserung der Produkte2. Ergebnisse der Projektgruppe „TS“ und deren Auswirkungen auf das Produktions- und AbsatzprogrammGeschäftsführer Heidtkötter betont, dass eine beabsichtigte Veränderung der Spezialistenstrategiedurch die Aufnahme der Tischsysteme in das Produktions- und Absatzprogramm weitreichendeKonsequenzen nach sich ziehen würde. Zudem stünde eine Programmverbreiterungin Konflikt zur bestehenden Unternehmensphilosophie.Themenpaket 3InhalteSituation1. Erläutern Sie mit Hilfe der nachfolgenden Abbildung die Stellung der Leistungserstellung imWertschöpfungsprozess.Arbeitsaufträge› SituationArbeitshilfe 1Für die Beispielunternehmung Heidtkötter KG stellt sich die Unterscheidung zwischen Erzeugnis-, Produktions-und Absatzprogramm vor der Abteilungsleitersitzung wie folgt dar:LeuchtenWerkzeugeBürotischeBürostühleKonferenzsystemeSonderlösungenProduktionsprogrammTische Stühle Systeme SonderlösungenBodenbelägeAbsatzprogramm2. Erläutern Sie mit Hilfe der Arbeitshilfe 2 die Begriffe „Programmbreite“ und „Programmtiefe“und beschreiben Sie die Spezialistenstrategie und die Universalistenstrategie.Arbeitshilfe 23. Bitte definieren Sie möglichst kurz die Begriffe „Programmbreite“ und „Programmtiefe“.fi610433 33


C.1Leistungserstellungsprozesse4. Beschreiben Sie die von Herrn Heidtkötter angesprochenen Konsequenzen der Abkehr voneiner Spezialistenstrategie aus den Perspektiven der Bereiche „Absatz“, „Fertigung“ und „Beschaffung“sowie aus der Perspektive der Gesamt unternehmung.FertigungSpezialistenstrategieUniversalistenstrategieAbsatzBeschaffung5. Formulieren Sie eine begründete Entscheidung, ob die Heidtkötter KG unter Beachtung der Ergebnisseder Projektgruppe „TS“ das Produktions- und Absatzprogramm durch Aufnahme der Tischsystemeverändern sollte.34610434

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