Themenliste Bachelorpropädeutikum WS13/14

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Themenliste Bachelorpropädeutikum WS13/14

BachelorpropädeutikumThemenlisteAbteilung Allgemeine Psychologie IIWiSe 2013/2014Überblick:1. Affektiv-motivational-affektive Gegenregulation (Susanne Schwager)2. Episodische Bindung und Abruf von Reizen und Reaktionen (Carina Giesen)(a) The skill to survive – Überstehen Distraktor-Reaktions-Bindungen intervenierendeDurchgänge?(b) Einfluss von Perspektivenübernahme auf den Erwerb von Distraktor-Reaktions-Bindungen durch Beobachtungslernen(c) Werden Reaktionen in einer DR-Episode motorisch oder semantisch repräsentiert?3. Implizite Einstellungsmessung mit dem IAT (Franziska Meißner)(a) Impliziter Selbstwert(b) The ReAL Model for all IAT variants? Anwendung des ReAL Models auf ein anderesimplizites Einstellungsmessverfahren(c) Vorhersage konkreten Verhaltens4. Affektive Modulation des „Gaze cuing” Effektes – Einfluß von Gegenregulationsprozessen(Klaus Rothermund)5. Affekt und Risikoverhalten (Klaus Rothermund)6. Informationsselektion bei der Verarbeitung emotionaler Gesichter (Oliver Langner)(a) Relation zwischen Gesichtsinformation und Aufmerksamkeit(b) Veränderte Gesichtsverarbeitung bei sozialer Angst7. Stereotypaktivierung (Florian Müller)8. Ziele & Motive (Florian Müller)Auf den folgenden Seiten findet sich eine detaillierte Beschreibungder Themen sowie Literaturempfehlungen!


1. Affektiv-motivational-affektive Gegenregulation (Susanne Schwager)Unter Gegenregulation (Rothermund, Voss, & Wentura, 2008) versteht man einenautomatischen Mechanismus der Aufmerksamkeitsausrichtung auf Stimuli mitgegensätzlicher Valenz zum aktuellen affektiv-motivationalen Fokus. Das heißt, dass es imFalle eines positiven Fokus beispielsweise ausgelöst durch ein Erfolgserlebnis oder positiveEmotionen zu einer erhöhten Aufmerksamkeit für negative Stimuli kommt. Entsprechendumgekehrt würde ein negativer Fokus eine erhöhte Salienz positiver Stimuli bewirken.Gegenregulation wird in Zusammenhang mit einer effektiven Selbstregulation (Schwager &Rothermund, in press) sowie mit einer impliziten Regulation von Emotionen (Koole &Rothermund, 2011) gebracht, da Gegenregulation einer Eskalation von emotionalenZuständen sowie einer motivationalen Stagnation entgegenwirkt und dieAufmerksamkeitsausrichtung auf gegenvalente Informationen eine Um- bzw. Neubewertungder Situation ermöglicht.Folgende Fragestellungen dienen als Anregung für eine B.Sc. Arbeit zu dieser Thematik:(a) Da Gegenregulation einen sehr funktionalen, adaptiven Prozess darstellt, ist es dieEntwicklung eines Gegenregulationstrainings Ziel aktueller Forschung. Erste Studienweisen darauf hin, dass insbesondere Personen mit depressiver Symptomatik voneinem solchen Gegenregulationstraining profitieren. Dies wurde jedoch bislang nochnicht systematisch an subklinisch bzw. klinisch depressiven Personen getestet. Ziel derBachelorarbeit könnte es somit sein, die Wirkung der bisher entwickeltenGegenregulationstrainingsmethoden für diese Stichprobe zu überprüfen.(b) Die Auswirkungen eines Gegenregulationstrainings wurden bislang in einem nurrelativ begrenzten Kontext überprüft (bspw. wie sich Aufmerksamkeitsausrichtungnach positivem und negativem Feedback verändert, wenn man zuvor Gegenregulationtrainiert hatte). Ein neuer Ansatz wäre es, die Auswirkungen einesGegenregulationstrainings auf das Verhalten von Personen im Gefangenendilemma zuuntersuchen und zu überprüfen, ob Gegenregulation einer Eskalation in diesem Spielentgegenwirkt.(c) Verschiedene Personengruppen zeichnen sich durch eine mangelnde Selbst- bzw.Emotionsregulationsfähigkeit aus, was zum Teil auf einen Mangel anGegenregulationskompetenz zurückzuführen sein könnte (z.B. affective inertia,Impulskäufer, manisch-depressive Patienten etc.). Ziel der Bachelorarbeit könnte essein, die Gegenregulationsfähigkeit von verschiedenen Personengruppen zuvergleichen.LiteraturRothermund, K., Voss, A., & Wentura, D. (2008). Counter-regulation in affective attentionalbiases: A basic mechanism that warrants flexibility in emotion and motivation. Emotion,8(1), 34-46. doi:10.1037/1528-3542.8.1.34Koole, S., & Rothermund, K. (2011). “I feel better but I don’t know why”: The psychology ofimplicit emotion regulation. Cognition and Emotion, 25, 389-399.Schwager, S., & Rothermund, K. (in press). The automatic basis of resilience: Adaptiveregulation of affect and cognition. In M. Kent, M. C. Davis & J. W. Reich (Eds.),Handbook of resilience: Approaches to stress and trauma. New York: Routledge.Mathews, A., & MacLeod, C. (2005). Cognitive vulnerability to emotional disorders. AnnualReview of Clinical Psychology, 1, 167-195.


2. Episodische Bindung und Abruf von Reizen und Reaktionen (CarinaGiesen)Allgemein: Reagiert man auf einen bestimmten Stimulus, dann lässt sich zeigen, dassStimulus, Reaktion und auch Merkmale der Aufgabe kurzfristig in einer episodischen„Einheit“ miteinander assoziiert und abgespeichert werden. Wiederholt man später einesdieser Elemente, wird die gesamte Episode automatisch abgerufen, wodurch eine erneuteReaktion dann i.d.R. schneller geht.Eine wichtige Erkenntnis ist hierbei, dass sich Reiz-Reaktions-Episoden auch für solcheReizmerkmale nachweisen lassen, die eigentlich gar nicht wichtig für die aktuelle Handlungsind: Auch irrelevante Reize (Distraktoren) werden in die episodische Einheit integriert undkönnen diese später abrufen (sog. Distraktor-Reaktions-Bindungen; Rothermund et al., 2005).Dieser Prozess ist ein wesentliches Element der Verhaltensautomatisierung (wenn die Präsenzeines Stimulus ausreicht, um eine Reaktion auszulösen, schont dies kognitive Ressourcen).LiteraturFrings, C., Rothermund, K., & Wentura, D. (2007). Distractor repetitions retrieve previousresponses to targets. The Quarterly Journal of Experimental Psychology, 60(10), 367–1377.Hommel, B. (1998). Event files: Evidence for automatic integration of stimulus-responseepisodes. Visual Cognition, 5(1-2), 183-216.Hommel, B. (2004). Event files: Feature binding in and across perception and action. Trendsin Cognitive Sciences, 8(11), 494-500.Rothermund, K., Wentura, D., & De Houwer, J. (2005). Retrieval of incidental stimulusresponseassociations as a source of negative priming. Journal of ExperimentalPsychology: Learning, Memory, and Cognition, 31(3), 482-495.(a) The skill to survive - Überstehen Distraktor-Reaktions-Episoden intervenierendeDurchgänge?Der typische Ablauf zum Nachweis einer Distraktor-Reaktions-Bindung und Abruf dieserBindung sieht wie folgt aus: in einem Durchgang n wird eine Reaktion auf einen Zielreiz undeinen gleichzeitig anwesenden Distraktor ausgeführt; in einem sich direkt anschließendenFolgetrial n+1 wird dann der Distraktor wiederholt, was zu einem Abruf der in Durchgang ngezeigten Reaktion führt (angezeigt über bessere Leistung beiReaktionswiederholung/schlechtere Leistung bei Reaktionswechsel im Durchgang n+1).Bisher ungeklärt ist jedoch, ob die Distraktor-Reaktions-Bindung über längere Zeit bestehenbleibt und z.B. auch noch im übernächsten Durchgang (n+2) verfügbar ist. In einemExperiment soll dies systematisch überprüft werden: Als Stimuli dienen Wörter, die inunterschiedlichen Farben präsentiert werden; die Wortbedeutung stellt damit den Distraktordar (vgl. Rothermund et al., 2005). Die Anzahl der verwendeten Distraktorstimuli wirdmanipuliert (kleines vs. großes Stimulusset). In einem großen Stimulusset ist jeder Distraktordistinkter, was der Abgrenzung und dem gezielten Abruf einzelner Distraktor-Reaktions-Episoden auch langfristig zugutekommen sollte; in einem kleinen Set sindStimuluswiederholungen deutlich häufiger, so dass eine langfristige Bindung an bestimmteReaktionen von Nachteil sein könnte, so dass sich keine langfristigen Bindungen nachweisenlassen. Sofern diese Experimentalanordnung zur Etablierung langanhaltender DR-Bindungenführt, sollten sich Reaktionszeitvorteile zeigen, wenn sich der Distraktor und die Reaktionvom vorletzten Durchgang (n-2) im aktuellen Durchgang (n) wiederholen; wechselt dieReaktion im aktuellen Durchgang, sollten sich Reaktionszeitnachteile zeigen.


LiteraturWaszak, F., Hommel, B., & Allport, A. (2003). Task-switching and long-term priming: Roleof episodic stimulus-task bindings in task-shift costs. Cognitive Psychology, 46(4), 361–413.Pösse, B., Waszak, F., & Hommel, B. (2006). Do stimulus-response bindings survive a taskswitch? European Journal of Cognitive Psychology, 18(4), 640–651.(b) Einfluss von Perspektivenübernahme auf den Erwerb von Distraktor-Reaktions-Bindungen durch BeobachtungslernenIn Untersuchungen von Giesen, Herrmann & Rothermund (2013) und Srowig (2012) konntegezeigt werden, dass DR-Bindungen auch erworben werden können, wenn die Reaktion nurbeobachtet und nicht selbst ausgeführt wird. Allerdings stehen beide Befunde derzeit noch imWiderspruch: Bei Srowig (2012) sahen Personen in einem Durchgang ein Wort undbeobachteten eine Kategorisierungsreaktion, die in einer Videosequenz gezeigt wurde. Solltendie Personen im Folgetrial selbst die Kategorisierung ausführen, gelang dies schneller(langsamer), wenn sich das Wort wiederholte und die geforderte Reaktion kompatibel(inkompatibel) zur vorher beobachteten Reaktion war. Dies spricht für einenuneingeschränkten Erwerb und Abruf von DR-Bindungen durch Beobachtung. Giesen et al.(2013) dagegen finden Belege für die Nutzung von durch Beobachtung erworbenen DR-Bindungen nur dann, wenn der Beobachter gezwungen ist, auf die Intentionen des Akteurs zuachten und diese zu berücksichtigen.Eine Ursache für diese widersprüchliche Befundlage könnte die Beobachtungsperspektivesein: Die bei Srowig (2012) verwendeten Videos wurden aus Sicht des Beobachtersaufgenommen und simulierten dabei die Sicht auf die eigenen Hände (1st person perspective),wohingegen in der Untersuchung bei Giesen et al. (2013) eine „echte“Beobachtungsperspektive (3rd person perspective) verwendet wurde (vgl. auch Genschow,Florack, & Wänke, 2012). Um zu klären, ob die verwendete Perspektive die unstimmigeBefundlage erklären kann, soll die Studie von Srowig (2012) repliziert werden und um denFaktor Beobachtungsperspektive (1st person vs. 3rd person) erweitert werden.LiteraturGenschow, O., Florack, A., & Wänke, M. (2012, September 3). The Power of Movement:Evidence for Context-Independent Movement Imitation. Journal of ExperimentalPsychology:General. Advance online publication. doi: 10.1037/a0029795Giesen, C., Herrmann, J., & Rothermund, K. (2013). Copying competitors? Interdependencymodulates stimulus-based retrieval of observed responses. Manuscript in preparation.Maeda F., et al. (2002). Motor facilitation while observing hand actions: specificity of theeffect and role of observers’s orientation. Journal of Neurophysiology, 87, 1329-1335.Ruys, K. I., & Aarts, H. (2010). When competition merges people's behavior:Interdependency activates shared action representations. Journal of Experimental SocialPsychology, 46(6), 1130–1133. doi:10.1016/j.jesp.2010.05.016Srowig, A. (2012). In die Augen, in den Sinn: Etablierung von Reiz-Reaktions-Episodendurch Beobachtungslernen. Unveröffentlichte Bachelorarbeit.Vogt, S. et al. (2003). Visuomotor priming by pictures of hand postures: perspective matters?Neuropsychologica, 41, 941-951


(c) Werden Reaktionen in einer DR-Episode motorisch oder semantisch repräsentiert?Hier geht es um die Frage, in welcher Form eine durch einen Distraktor abgerufene Reaktionrepräsentiert wird: Führt eine Distraktorwiederholung dazu, dass ein spezifisches motorischesMuster reaktiviert wird, oder wurde die Reaktion intern semantisch kodiert („rot“ vs. „grün“Reaktion, „hin“ vs. „weg“)? Um zu untersuchen, ob Stimuli mit semantisch repräsentiertenReaktionen assoziiert werden und um dies von Assoziationen mit motorischen Reaktionen zutrennen, wird ein Untersuchungsdesign mit Annäherungs- und Vermeidungsreaktionenverwendet (vgl. Markman & Brendl, 2005; Eder & Rothermund, 2008). Der Name derVersuchsperson wird in der Mitte des Bildschirms gezeigt. Vor bzw. hinter dem Namenerscheinen Wörter in einer von zwei Farben. In Abhängigkeit von der Wortfarbe soll nun dasWort auf dem Bildschirm mithilfe eines Joysticks / Maus zum Namen hin oder weg bewegtwerden (z.B. gelb: hin, blau: weg). Wichtig ist an dieser Stelle, dass sich die motorischeReaktionen (ziehen vs schieben) bei derselben qualitativen Reaktion (hin, sprich:Annäherung) in Abhängigkeit von der Position des Wortes unterscheiden: Erscheint das Wortvor dem Namen, muss der Arm gestreckt werden, um das Wort zum Namen zu bewegen;erscheint es dagegen hinter dem Namen, erfordert die „hin“ Bewegung eine Armbeugung.Dies erlaubt nun, Integration des Stimulus mit Blick auf semantische Repräsentation derReaktion (Annäherung vs. Vermeidung) und mit Blick auf die motorische Reaktion(Armstreckung vs. Armbeugung) zu analysieren. Sofern eine Stimuluswiederholung einsemantisches label abruft, sollten sich RT Vorteile (Nachteile) zeigen, wenn die abgerufeneReaktion kongruent, z.B. hin- hin; weg-weg, (inkongruent; z.B. hin-weg; weg-hin) zurgeforderten Reaktion ist, unabhängig von der motorischen Ausführung (vgl. Rothermund etal., 2005).LiteraturEder, A. B., & Rothermund, K. (2008). When do motor behaviors (mis)match affectivestimuli? An evaluative coding view of approach and avoidance reactions. Journal ofExperimental Psychology: General, 137(2), 262–281. doi:10.1037/0096-3445.137.2.262Markman, A. B., & Brendl, C. M. (2005). Constraining Theories of Embodied Cognition.Psychological Science, 16(1), 6–10. doi:10.1111/j.0956-7976.2005.00772.x


3. Implizite Einstellungsmessung mit dem IAT (Franziska Meißner)Der Implizite Assoziationstest (IAT, Greenwald et al., 1998) ist ein weit verbreitetesVerfahren zur indirekten Erfassung von Assoziationen. Assoziationen wiederum bilden einewichtige Basis für Einstellungen, Stereotype und allgemein Wissen. Jedoch konnte in denletzten Jahren gezeigt werden, dass der IAT-Effekt nicht nur durch Assoziationen getriebenwird, sondern auch andere Prozesse (wie etwa Recoding) eine Rolle spielen. Die Gefahr, auseinem IAT-Effekt falsche Schlussfolgerungen über Einstellungen bzw. Stereotype einerPerson zu ziehen, ist folglich groß.Um dieses Problem zu lösen, wurde kürzlich das sogenannte ReAL Model für den IATentwickelt. Es handelt sich dabei um ein multinomiales Modell, eine elegante Methode, die esjedem Anwender ermöglicht, die einstellungsrelevanten Assoziationen aus dem IAT-Effektherauszufiltern und isoliert zu messen. Das ReAL Model wurde bereits in einer Reihe vonStudien erfolgreich eingesetzt und zeigte vielversprechendere Ergebnisse als der klassischeIAT-Effekt (Meissner & Rothermund, 2013). Im Zusammenhang mit dieser neuen IAT-Auswertungsprozedur können eine Reihe interessanter Fragestellungen aus dem Bereich derimpliziten Einstellungsmessung bearbeitet werden.Literatur:Greenwald, A. G., McGhee, D. E., & Schwartz, J. L. K. (1998). Measuring individualdifferences in implicit cognition: The Implicit Association Test. Journal of Personalityand Social Psychology, 74(6), 1464–1480. doi:10.1037/0022-3514.74.6.1464Meissner, F., & Rothermund, K. (2013). Estimating the contributions of associations andrecoding in the implicit association test: The ReAL model for the IAT. Journal ofPersonality and Social Psychology, 104(1), 45–69. doi:10.1037/a0030734(a) Impliziter SelbstwertWie in den meisten Einstellungsbereichen korrelieren implizit und explizit gemessenerSelbstwert in der Regel nicht, weshalb viele Forscher davon ausgehen, dass hier zweiverschiedene Konstrukte gemessen werden. So berichten beispielsweise Gebauer et al. (2012)eine interessante, angeblich evolutionär begründete Dissoziation von explizitem undimplizitem Selbstwert: Probanden wurden hier zunächst gebeten, diejenige Person aus ihremUmfeld zu nennen, die sie am meisten mögen. Anschließend ergab eine explizite Befragungeine Bevorzugung eben dieser positiven anderen Person im Vergleich zum Selbst, währendsich bei impliziter Erfassung mit dem IAT das genaue Gegenteil, eine Bevorzugung desSelbst, zeigte.Nun ist es allerdings wahrscheinlich, dass der mit dem IAT gemessene implizite Selbstwert inWahrheit eine Mischung aus dem wahren Selbstwert und verfälschendenRekodierungsprozessen ist. In der Bachelorarbeit soll geprüft werden, ob sich expliziter undimpliziter Selbstwert noch immer dissoziieren lassen, wenn man diese verfälschendenProzesse herausfiltert. Vorstellbar ist hierbei beispielsweise eine konzeptuelle Replikation derStudie von Gebauer et al. (2012) unter Einsatz des ReAL Models.LiteraturGebauer, J. E., Göritz, A. S., Hofmann, W., & Sedikides, C. (2012). Self-Love or Other-Love? Explicit Other-Preference but Implicit Self-Preference. PLoS ONE, 7(7), e41789.doi:10.1371/journal.pone.0041789


(b) The ReAL Model for all IAT variants? Anwendung des ReAL Models auf ein anderesimplizites EinstellungsmessverfahrenNeben dem IAT existieren eine Reihe weiterer, verwandter Verfahren zur indirektenErfassung von Einstellungen, z.B. GNAT (Nosek & Banaji, 2001), SC-IAT (Karpinski &Steinmann, 2006), EAST (De Houwer, 2003) und ID-EAST (De Houwer & De Bruycker,2007). Viele dieser Verfahren wurden als verbesserte Alternative zu dem in der Kritikstehenden IAT vorgeschlagen. Jedoch: Sie unterscheiden sich zwar in einigen methodischenDetails vom IAT, teilen jedoch auch zentrale, möglicherweise problematische Eigenschaftenmit dem originalen Einstellungsmaß. In der Bachelorarbeit soll eine dieser IAT-Variantenbzgl. ihrer zugrundeliegenden Prozesse mit dem Standard-IAT verglichen werden. Mit Hilfedes ReAL Models soll überprüft werden, ob Assoziationen hier tatsächlich reiner erfasstwerden oder ob diese Verfahren ähnliche verfälschende Prozesse zulassen und darum ähnlichvorsichtig eingesetzt werden sollten wie der IAT.Literatur:De Houwer, J. (2003). The extrinsic affective Simon task. Experimental Psychology, 50(2),77–85. doi:10.1026//1618-3169.50.2.77De Houwer, J., & De Bruycker, E. (2007). The identification-EAST as a valid measure ofimplicit attitudes toward alcohol-related stimuli. Journal of Behavior Therapy andExperimental Psychiatry, 38(2), 133–143. doi:10.1016/j.jbtep.2006.10.004Karpinski, A., & Steinman, R. B. (2006). The Single Category Implicit Association Test as ameasure of implicit social cognition. Journal of Personality and Social Psychology,91(1), 16–32. doi:10.1037/0022-3514.91.1.16Nosek, B. A., & Banaji, M. R. (2001). The go/no-go association task. Social Cognition, 19(6),625–666. doi:10.1521/soco.19.6.625.20886(c) Vorhersage konkreten VerhaltensDie Anziehungskraft und weite Verbreitung des IAT lässt sich zu einem großen Teil auf diedurchaus attraktive Grundidee zurückführen, dass man mit diesem Maß Einstellungen ohneden Einfluss von sozialer Erwünschtheit messen kann. Betrachtet man jedoch dieVorhersagekraft des IAT für verschiedene Bereiche menschlichen Verhaltens (Oswald et al.,2013; siehe auch Greenwald et al. 2009), zeigt sich ein wenig optimistisches Bild. Angesichtsso schwacher Zusammenhänge stellt sich die Frage, warum man sich überhaupt die Mühemachen sollte, ein implizites Einstellungsmaß einzusetzen – wenn doch der Selbstbericht perFragebogen in vielen Fällen viel besser geeignet sind, um Verhalten vorherzusagen.Möglicherweise kann jedoch die prädiktive Validität des IAT verbessert werden, indem mandie zugrundeliegenden Prozesse mit dem ReAL Model aufsplittet und dieeinstellungsrelevanten Assoziationen isoliert. Für den Bereich consumer behavior zeigten sichdahingehend bereits vielversprechende Ergebnisse (Meissner & Rothermund, 2013). In derBachelorarbeit soll nun die prädiktive Validität der mit dem ReAL Model isolierten Prozessedes IAT für einen weiteren Verhaltensbereich geprüft werden. Betrachtet werden könntebeispielsweise einer der folgenden Zusammenhänge:- Einstellungen gegenüber sozialer Gruppen & Diskriminierung bzw. Interpretationmehrdeutiger Verhaltensweisen (z.B. Gawronski et al., 2003, Hofmann et al., 2008;Überblick bei Oswald et al. 2013)- Politische Einstellungen & Wahlverhalten, möglicherweise im Zuge der Wahl desEuropäischen Parlaments (z.B. Friese et al., 2012)- Selbstwert & ängstliches/nervöses Verhalten bzw. Reaktion auf negatives Feedback(z.B. Bosson et al., 2000, Rudolph et al. 2010)


Literatur:Bosson, J. K., Swann, W. B., Jr., & Pennebaker, J. W. (2000). Stalking the perfect measure ofimplicit self-esteem: The blind men and the elephant revisited? Journal of Personalityand Social Psychology, 79(4), 631–643. doi:10.1037/0022-3514.79.4.631Friese, M., Smith, C.T., Plischke, T., Bluemke, M., & Nosek, B.A. (2012). Do ImplicitAttitudes Predict Actual Voting Behavior Particularly for Undecided Voters? PLoSONE 7(8), e44130. doi:10.1371/journal.pone.0044130Gawronski, B., Geschke, D., & Banse, R. (2003). Implicit bias in impression formation:Associations influence the construal of individuating information. European Journal ofSocial Psychology, 33(5), 573–589. doi:10.1002/ejsp.166Greenwald, A. G., Poehlman, T. A., Uhlmann, E. L., & Banaji, M. R. (2009). Understandingand using the Implicit Association Test: III. Meta-analysis of predictive validity.Journal of Personality and Social Psychology, 97(1), 17–41. doi:10.1037/a0015575Hofmann, W., Gschwendner, T., Castelli, L., & Schmitt, M. (2008). Implicit and explicitattitudes and interracial interaction: The moderating role of situationally availablecontrol resources. Group Processes and Intergroup Relations, 11(1), 69–87.doi:10.1177/1368430207084847Rudolph, A., Schröder-Abé, M., Riketta, M., & Schütz, A. (2010). Easier when done thansaid!: Implicit self-esteem predicts observed or spontaneous behavior, but not selfreportedor controlled behavior. Zeitschrift für Psychologie/Journal of Psychology,218(1), 12–19. doi:10.1027/0044-3409/a000003Oswald, F. L., Mitchell, G., Blanton, H., Jaccard, J., & Tetlock, P. E. (2013). Predictingethnic and racial discrimination: A meta-analysis of IAT criterion studies. Journal ofPersonality and Social Psychology, 105(2), 171–192. doi:10.1037/a0032734


4. Affektive Modulation des „Gaze cuing” Effektes – Einfluß vonGegenregulationsprozessen (Klaus Rothermund)Standard gaze cuing im spatial cuing Paradigma: Blickrichtung (statisch/dynamisch) vonGesichtern als cue für die Targetposition produziert starke und schnelle (automatische?)Validitätseffekte in der target detection und categorization (Driver et al. 1999; Friesen &Kingstone, 1998; Langton & Bruce, 1999; review: Frischen et al. 2007).Emotional modulation of gaze cuing effects: Verschiedene Studien mit allerdings rechtunterschiedlichen Ergebnissen (Hietanen & Leppänen, 2003; Mathews et al., 2003; Putman etal., 2006; Tipples, 2006), insbesondere kein systematischer Unterschied zwischen happy undfearful faces. Der Effekt ist offenbar dann prägnanter und zeigt auch eine Asymmetriezugunsten stärkerer Gaze-cuing Effekte bei fearful faces, wenn als targets valente Reizebenutzt werden, die auch evaluiert werden müssen (Pecchinenda et al., 2008, Emotion; s. auchBayliss et al., 2010; Friesen et al., 2011; Kuhn & Tipples, 2011).Fragestellung: Ist die emotionale Modulation des gaze cuing Effektes ihrerseits nochmalsdavon abhängig, in welcher affektiv-motivationalen Orientierung sich die Probandenbefinden? Hypothese: Es sind jeweils die Gesichter die „stärkeren“ gaze cues, die mit deraktuellen affektiv-motivationalen Orientierung inkompatibel sind(Gegenregulationshypothese; Review: Rothermund, 2011). Methode: Gaze cuing task mitVariation des emotionalen Ausdrucks der Gesichter. Manipulation des affektivmotivationalenFokus durch trial-by-trial Feedback (Rothermund, 2003). Zu klären: Wasnimmt man als Targets und Aufgabe: neutrales Material oder valente Wörter, die evaluiertwerden müssen?LiteraturFriesen, C. K., Halvorson, K. M., & Graham, R. (2011). Emotionally meaningful targetsenhance orienting triggered by a fearful gazing face. Cognition and Emotion, 25(1), 73-88.Frischen, A., Bayliss, A. P., & Tipper, S. P. (2007). Gaze cueing of attention: Visualattention, social cognition, and individual differences. Psychological Bulletin, 133(4),694-724.Rothermund, K. (2003). Motivation and attention: Incongruent effects of feedback on theprocessing of valence. Emotion, 3(3), 223-238.Rothermund, K. (2011). Counter-regulation and control-dependency: Affective processingbiases in the service of action regulation. Social Psychology, 42(1), 56-66.


5. Affekt und Risikoverhalten (Klaus Rothermund)Bei wiederholten Entscheidungen unter Unsicherheit lassen sich Sequenzeffekte beobachten.Vorangehende Gewinne oder Verluste wirken sich systematisch auf nachfolgendeRisikoentscheidungen aus, allerdings wurden in der Literatur unterschiedliche, teilweiseentgegengesetzte Effekte beobachtet (Weber & Zuchel, 2005): Der „house-money“ Effektbezeichnet das Phänomen höherer Risikobereitschaft nach vorangehenden Gewinnen (Thaler& Johnson, 1990; Liu et al., 2010; Marshall & Kirkpatrick, 2013), es gibt aber auch Hinweiseauf erhöhte Risikotendenzen nach vorangehenden Verlusten (z.B. escalating commitments;Staw, 1976; Franken et al., 2006). Zum Teil mögen solche Effekte mit strategischenÜberlegungen zu tun haben: Eine erfolgreiche Handlung sollte man wiederholen, nach einemMißerfolg erscheint es sinnvoll die Strategie zu wechseln (win-stay, lose-shift; Marshall &Kirkpatrick, 2013); gewonnenes Geld möchte man durch vorsichtiges Folgeverhaltenabsichern, vorangehende Verluste können nur durch fortgesetzte, verstärkte Risikobereitschaftwieder ausgeglichen werden, möglicherweise verändert sich durch den vorangehendenErfolg/Mißerfolg der status quo und damit die Bewertung folgender Ergebnisse (Johnson etal., 2007).Welche Rolle aber spielen affektive Zustände (Freude vs. Enttäuschung über vorangehendeErfolge/Mißerfolge) für nachfolgende Riskotendenzen? Auf der Basis derGegenregulationsannahme ist zu vermuten, daß positive/negative affektiv-motivationaleZustände mit einer erhöhten Sensitivität für bzw. Salienz von Verlusten/Gewinneneinhergehen (Rothermund, 2003), und daher zu einer Vermeidung bzw. dem Aufsuchenriskanter Verhaltensoptionen führen (Schwager & Rothermund, 2013). Nach dieserHypothese sollten emotionale Zustände der win-stay/lose-shift Strategie entgegenwirken. Zielder Untersuchung ist es Effekte von erfolgs-/mißerfolgsinduziertem Affekt auf nachfolgendeaffektive Verarbeitung und Risikotendenzen zu analysieren, und zwar möglichst frei vonstrategischen Einflüssen.Methode: Es werden zwei Aufgabentypen miteinander verbunden/verschachtelt (zufälligeAufgabenabfolge), eine wiederholte Risikoentscheidung (Entscheidung zwischen einervergleichsweise sicheren und einer vergleichsweise riskanten Option mit annähernd gleichemErwartungswert) und eine einfache binäre Reaktionsaufgabe mit valentem Material(Evaluationsaufgabe, search-the-valent-target) und trial-by-trial Leistungsfeedback(Punktgewinn vs. -verlust in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit/Korrektheit derAntwort). Zur Analyse des Effekts von Erfolg/Mißerfolg auf affektiveInformationsverarbeitung werden Sequenzen analysiert, in denen auf eine Entscheidung unterUnsicherheit eine Valenzaufgabe folgt. Nach positiven/Ergebnissen bei der vorangehendenEntscheidung unter Unsicherheit sollte die Verarbeitung negativer/positiver Informationenerleichtert sein. Um Erfolgs-/Mißerfolgseffekte auf nachfolgende Risikoentscheidungen zuanalysieren werden Auswirkungen der Rückmeldung aus der evaluativen Aufgabe(Punktgewinn/-verlust) auf nachfolgende Risikoentscheidungen analysiert. Durch denAufgabenwechsel werden strategische Sequenzeffekte bei diesen Analysen weitgehendausgeschlossen.LiteraturFranken, I. H. A., Georgieva, I., Muris, P., & Dijksterhuis, A. (2006). The rich get richer andthe poor get poorer: On risk aversion in behavioral decision-making. Judgment andDecision Making, 1(2), 153-158.


Marshall, A. T., & Kirkpatrick, K. (2013). The effects of the previous outcome onprobabilistic choice in rats. Journal of Experimental Psychology: Animal BehaviorProcesses, 39(1), 24-38.Rothermund, K. (2003). Motivation and attention: Incongruent effects of feedback on theprocessing of valence. Emotion, 3(3), 223-238.Schwager, S., & Rothermund, K. (2013). Motivation and affective processing biases in riskydecision-making: A counter-regulation account. Journal of Economic Psychology, 38,111-126.Weber, M., & Zuchel, H. (2005). How do prior outcomes affect risk attitude? Comparingescalation of commitment and the house-money effect. Decision Analysis, 2(1), 30-43.


6. Informationsselektion bei der Verarbeitung emotionaler Gesichter(Oliver Langner)Gesichter begleiten uns jeden Tag und verraten uns viel über Personen, mit denen wirinteragieren, z.B. über das Geschlecht und Alter, aber auch über den jeweiligenAufmerksamkeitsfokus und emotionalen Zustand. Gesichtsbilder enthalten voneinanderdissoziierbare Detailstufen, sogenannte Raumfrequenzen, die man grob als eine Einteilungdes Bildes in räumliche kleine Details und grobe Hintergrundinformation verstehen kann.Interessanterweise sind jeweils unterschiedliche Raumfrequenzen für unterschiedlicheGesichtsinformationen wichtig (z.B. genaue Konturen für die Identifikation einer Person, aberHintergrundinformationen für die Verarbeitung emotionaler Gesichtsausdrücke). Die genaueRolle verschiedener Raumfrequenzen für die Verarbeitung emotionaler Gesichter ist nochungeklärt und soll in Teilbereichen im Rahmen von Bachelorarbeiten beleuchtet werden.(a) Relation zwischen Gesichtsinformation und AufmerksamkeitEmotionale Information wird oft mit höherer Priorität verarbeitet, das gilt auch für emotionaleGesichter. Aber welche Information aus den Gesichtern ist für solch einen Effektverantwortlich? Verschiedene emotionale Ausdrücke (Angst, Wut, Freude) unterscheiden sichdarin, in welchen Raumfrequenzen sich die deutlichste emotionale Information befindet. ImRahmen einer Bachelorarbeit soll deshalb untersucht werden ob aufmerksamkeitsrelevanteEffekte emotionaler Gesichter von eben diesen Raumfrequenzen abhängen.(b) Veränderte Gesichtsverarbeitung bei sozialer AngstSoziale Angst ist gekennzeichnet durch eine ständige Furcht vor negativer Beurteilung durchandere. Dies äußert sich u.a. durch eine veränderte Verarbeitung sozialer Information, z.B. diebevorzugte Ausrichtung von visueller Aufmerksamkeit auf negative oder zweideutige Reize.Weiter wurde gezeigt, dass sozial ängstliche Personen sich in der Verarbeitung emotionalerGesichter vor allem auf niedrige Raumfrequenzen (Hintergrundinformation) konzentrieren,ein Detailbereich, in dem viele negative Gesichtsausdrücke ihre deutlichste emotionaleInformation enthalten. Innerhalb einer Bachelorarbeit soll die Frage bearbeitet werden, obsoziale Angst eher durch einen Raumfrequenzbias oder durch einen bias für negativeGesichter charakterisiert ist.LiteraturBar-Haim, Y., Lamy, D., Pergamin, L., Bakermans-Kranenburg, M. J., & Van Ijzendoorn, M.H. (2007). Threat-related attentional bias in anxious and nonanxious individuals: Ameta-analytic study Psychological Bulletin, 133(1), 1–24. doi:10.1037/0033-2909.133.1.1 Langner, O., Becker, E. S., & Rinck, M. (2009). Social anxiety and angeridentification: Bubbles reveal differential use of facial information with low spatialfrequencies. Psychological Science, 20(6), 666–670. doi:10.1111/j.1467-9280.2009.02357.xSchyns, P. G., Bonnar, L., & Gosselin, F. (2002). Show me the features! Understandingrecognition from the use of visual information. Psychological Science, 13(5), 402–409.Smith, F. W., & Schyns, P. G. (2009). Smile through your fear and sadness: transmitting andidentifying facial expression signals over a range of viewing distances. PsychologicalScience, 20(10), 1202–1208. doi:10.1111/j.1467-9280.2009.02427.xVuilleumier, P. (2005). How brains beware: neural mechanisms of emotional attention.Trends in Cognitive Sciences, 9(12), 585–594.


Vuilleumier, P., Armony, J., Driver, J., & Dolan, R. J. (2003). Distinct spatial frequencysensitivities for processing faces and emotional expressions. Nature Neuroscience, 6,624–631.Yiend, J. (2010). The effects of emotion on attention: A review of attentional processing ofemotional information. Cognition and Emotion, 24(1), 3–47.


7. Stereotypaktivierung (Florian Müller)Es wird allgemein davon ausgegangen, dass Wissen über soziale Gruppen automatischaktiviert wird, wenn z.B. Kategorieinformation verarbeitet wird (Fiske, 1998; Schneider,2004). Allerdings zeigen aktuelle Untersuchungen, dass für die Aktivierung stereotypenWissens mehr als bloße Kategorieinformation nötig ist, es bedarf vielmehr noch zusätzlicherSituations- bzw. Kontextinformation (Casper, Rothermund & Wentura, 2010, 2011; Müller &Rothermund, 2012).Es gibt außerdem erste Hinweise, dass dies auch bei der Aktivierung vonGeschlechtsstereotypen der Fall sein könnte (Casper & Rothermund, 2012). Ziel der BAArbeit soll sein die kontextspezifische Aktivierung von Geschlechtsstereotypen eingehenderzu untersuchen und verschiedene Erklärungsmechanismen voneinander abzugenzen(Response Priming, Matching, Semantic Priming, siehe hier z.B. Wentura & Rothermund,submitted).LiteraturCasper, C., & Rothermund, K. (2012). Gender self-stereotyping is context-dependent for menbut not for women. Basic and Applied Social Psychology, 34(5), 434-442.Casper, C., Rothermund, K., & Wentura, D. (2010). Automatic stereotype activation iscontext dependent. Social Psychology, 41(3), 131-136.Casper, C., Rothermund, K., & Wentura, D. (2011). The activation of specific facets of agestereotypes depends on individuating information. Social Cognition, 29(4), 393-414.Fiske, S. T. (1998). Stereotyping, prejudice, and– discrimination. In D. T. Gilbert, S. T. Fiske,& G. Lindzey (Eds.), The Handbook of Social Psychology (4th ed., Vol. 1 & 2, pp. 357-411). New York: McGraw-Hill.Müller, F., & Rothermund, K. (2012). Talking loudly but lazing at work: Behavioral effects ofstereotypes are context dependent. European Journal of Social Psychology, 42(5), 557-563.Schneider, D. J. (2004). The psychology of stereotyping. New York: Guilford Press.Wentura, D. & Rothermund, K. (submitted). Priming is not Priming is not Priming.


8. Ziele & Motive (Florian Müller)Eine Passung zwischen den impliziten Motiven einer Person (Schultheiss, 2008) und von ihrverfolgten Zielen hat verschiedene positive Konsequenzen. So ist eine Passung mit höhererLebenszufriedenheit, mehr positivem Affekt und Well-Being assoziiert (Hofer & Chasiotis,2003; Job et al., 2009; Schultheiss et al., 2008). Außerdem gibt es Anhaltspunkte, dassautomatische Regulationsprozesse, die die Zielverfolgung unterstützen vor allem bei einerPassung zwischen Motiven und Zielen eingesetzt werden. Im Zentrum der BA Arbeit soll nundie Frage stehen, ob diese Passung auch Schattenseiten hat - genauer, ob es Personenmöglicherweise schwer fällt sich von motivkongruenten Zielen zu lösen, wenn dieZielverfolgung geringe Erfolgschancen hat (vgl. auch Brandtstädter & Rothermund, 2002).LiteraturBrandtstädter & Rothermund (2002). The Life-Course Dynamics of Goal Pursuit and GoalAdjustment: A Two-Process Framework. Developmental Review 22, 117–150.Hofer, J. & Chasiotis, A. (2003). Congruence of life goals and implicit motives as predictorsof life satisfaction: Cross-cultural implications of a study of Zambian male adolescents.Motivation and Emotion, 27, 251 - 272Job, V.; Langens, T. A. & Brandstätter, V. (2009). Effects of achievement goal striving onwell-being: The moderating role of the explicit achievement motive. Personality andSocial Psychology Bulletin, 35, 983 - 996.Schultheiss, O. C.; Jones, N. M.; Davis, A. Q. & Kley, C. (2008). The role of implicitmotivation in hot and cold goal pursuit: Effects on goal progress, goal rumination, andemotional well-being. Journal of Research in Personality, 42, 971 - 987.Schultheiss, O. C. (2008). Implicit motives. In John, O. P.; Robins, R. W. & Pervin, L. A.(Eds.). Handbook of personality psychology: Theory and research (3rd ed.), GuilfordPress, 603 - 633.

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