Konkret - Fachgemeinschaft Bau

fg.bau.de

Konkret - Fachgemeinschaft Bau

Ausgabe Nr. 04 / September 2012

Arbeitssicherheit


Liebe Leserinnen

und Leser,

147 Jugendliche haben 2012 in Berlin den Start

in die Baubranche gewagt. Das Ergebnis ist nicht

schlecht. Ich frage mich trotzdem: Hätten wir

mehr Jugendliche in den Betrieben unterbringen

können? Gibt es zu wenig Ausbildungsbetriebe

oder im Gegenteil: Gibt es zu wenig Bewerber?

Die Auswertung unserer Konjunkturumfrage steht noch aus: Wir können nur

Vermutungen anstellen. Die nächste Ausgabe der FG Bau Konkret wird uns Gewissheit

bringen. Was wir aber mit Sicherheit sagen können, ist, dass die Anzahl

der Bewerber in Berlin die Anzahl der Ausbildungsplätze übersteigt, auch wenn

im Allgemeinen die Anzahl der Bewerber signifi kant gesunken ist. Dies wiederum

gilt als Folge der demografi schen Entwicklung. Trotzdem halte ich die Rede

von der demografi schen Entwicklung für eine Ausrede: Im Friseurhandwerk

existiert das Problem nicht. Und warum wird jemand lieber Friseur als Maurer?

Antwort: Unsere Branche ist einfach unsexy!

Von den ausbildenden Unternehmen hört man meist Negatives über die

Bewerber. Da fehlt es an Schulbildung, an Disziplin, an Können, überhaupt

an Qualifi kation. Da mag etwas dran sein. Wie Sie wissen, haben wir entsprechende

Förderkurse am Lehrbauhof eingerichtet. Mit Erfolg!

Was ich aber aus diesen Bemerkungen auch heraushöre, ist ein Mangel an

Respekt und ein gehöriges Maß an Vorurteilen gegenüber jenen, die ihre

berufl iche Zukunft mit uns angehen wollen.

Zunächst einmal: Vorurteile sind kein Zeichen von Respekt. Respekt für die

Auszubildenden und Respekt für unsere Branche machen die Attraktivität für

all jene aus, die in die Baubranche einsteigen wollen. Diesen Respekt müssen

wir zeigen. Hervorragende Ausbildungsstätten – nicht zuletzt den Lehrbauhof –

haben wir ja bereits. Für den Start ist von unserer Seite alles vorbereitet.

Kommt uns die Stimmung in den Betrieben entgegen? Noch können wir diese

Frage nicht genau beantworten. Lassen Sie uns aber bitte gemeinsam hierüber

nachdenken, denn ich vermute, dass die Antwort auf diese Frage ein erster

Schritt ist auf dem Weg zu mehr Sex-Appeal.

Ihr

Mike Schrobsdorff

Präsident der Fachgemeinschaft Bau

Gefahrenabwehr

Welche Anforderungen stellt

die Arbeitssicherheit an ein

Unternehmen, und wie wird Arbeitssicherheit

in der Praxis

gelebt? FG Bau Konkret sprach

hierzu mit Bernd Rosin, Fachkraft

für Arbeitssicherheit im

Mitgliedsunternehmen KARL

WEISS Technologies GmbH.

Das Interview fi nden Sie auf

Seite 7.

Brandenburger Sommerfest

Das Schloss Lindstedt in Potsdam

bot auch in diesem Jahr

wieder den passenden Rahmen

für das Brandenburger

Sommerfest der Fachgemeinschaft

Bau. Vertreter aus Politik,

Wirtschaft und Verwaltung

verbrachten einen entspannten

Abend und diskutierten

die Entwicklung der Branche.

Den Beitrag dazu lesen Sie auf

Seite 8.

Bildungsreise

Angehende Maurer, Stuckateure

sowie Beton- und Stahlbetonbauer

des Lehrbauhofes

fuhren im Sommer nach

Österreich, um in der KZ-Gedenkstätte

Mauthausen ihre

handwerklichen Fähigkeiten

für einen guten Zweck einzusetzen.

Über die Arbeit der

jungen Leute wird auf Seite

14 und 15 berichtet.


Im Fokus Aktuelles Aus dem Verband

Arbeitssicherheit 8 Im Gespräch mit der Politik

4 Grußwort

von Dr. Detlev Mohr

5 Unfallfrei Bauen

6 Konkret gefragt:

Anton Wibbeke

Mehr Zeit in die Planungs-

vorbereitung investieren

7 Konkret gefragt:

Bernd Rosin

„Wir appellieren und

sensibilisieren!“

8 Sommerliche Illumination

10 Büßen Berlins Straßen

für den Flughafen?

11 Bestandsaufnahme

11 Verabschiedung

in den Ruhestand

12 Neuregelung der

Aufstiegsqualifi zierung

13 Motivation durch sanften Druck

Aus dem Verband

14 Pfl astergespräche

14 Arbeiten im ständigen

Gedenken

16 Gipfelstürmer: Jens Brand

Felsenbau aus Cottbus

17 10 Jahre Arbeitskreis

Betriebswirtschaft

18 Buchbesprechung

Statik im Dachgeschoss

Lastannahmen – Schnittgrößen

– Bemessung

18 Geburtstage &

Firmenjubiläen

Zu guter Letzt

19 Willkommen am Bau!

19 Förderung der Ausbildung

durch das Bezirksamt

20 Bauwirtschaftliche Eckdaten


Grußwort von Dr. Detlev Mohr

Nach wie vor ist die Baubranche

die Branche mit der höchsten

Unfallhäufi gkeit. Aus der Art der

Arbeit (z. B. Arbeiten in der Höhe,

Heben und Tragen schwerer Lasten,

Arbeiten unter Gefahrstoffexposition)

leitet sich ein hohes Gefährdungspotenzial

ab. Bauarbeiten

unterliegen einer ständigen Dynamik.

Sie fi nden an wechselnden

Orten, unter verschiedenen Klimaeinfl

üssen und unter Termindruck

statt. Diese „harten“ und „weichen“

Einfl ussfaktoren sind es, die zu

enormen physischen und psychischen

Belastungen der Beschäftigten

führen. Kommen außerdem

Mängel in der Sicherheit dazu,

sind nicht selten Unfälle die Folge.

Die aktuellen Arbeitsunfall- und

Berufskrankheitenzahlen der Beschäftigten

im Baugewerbe, aber

auch die Häufi gkeit von Beanstandungen

auf Baustellen lassen deutlich

werden, dass alle, die an der Gewährleistung

von Sicherheit und Gesundheit

der Beschäftigten bei der

Arbeit beteiligt sind, ihre Bemühungen

in den nächsten Jahren verstärken

und bündeln müssen, um das

bisher erreichte Niveau im Arbeitsschutz

zu halten und zu verbessern.

Mit dem Ziel der Verringerung der

Häufi gkeit und Schwere von Arbeitsunfällen

auf Baustellen wurde

unter dem Dach der Gemeinsamen

Deutschen Arbeitsschutzstrategie

(GDA) das Programm

Bau- und Montagearbeiten“ durchgeführt.

Es bezog sich auf die

Unfallschwerpunkte „Aufbau und

Benutzen von Gerüsten“ und „Ab-

bruch- bzw. Rückbauarbeiten“.

Ziel war die Verbesserung der systematischen

Wahrnehmung des

Arbeitsschutzes durch bessere

Planung und Koordination und

durch ein erhöhtes Sicherheitsbewusstsein.

Seit Beginn der Laufzeit im August

2010 wurden im Land Brandenburg

ca. 1.400 Baustellen zu den

genannten Schwerpunkten überprüft.

Die angetroffene Baustellensituation

wurde durch die Aufsichtspersonen

anhand des Ampelprinzips

mit „grün“, „gelb“ oder „rot“

bewertet. Dabei bedeutet

- „grün“: es sind keine Maßnahmen

durch die Aufsichtsperson

erforderlich,

- „gelb“: es sind Maßnahmen erforderlich,

die Mängel können

aber vor Ort abgestellt werden,

- „rot“: es liegen schwerwiegende

Mängel vor. Es sind Verwaltungsmaßnahmen

durch die Aufsichtsperson

erforderlich.

Bei 67 % aller bisher in Brandenburg

überprüften Baustellen bestand

Handlungsbedarf, es erfolgte

eine „gelbe“ bzw. „rote“ Bewertung.

Häufi g sind es Mängel

in der Arbeitsschutzorganisation

des Betriebs, die sich negativ auf

die Sicherheit auf der Baustelle

auswirken. Fehlendes Sicherheitsbewusstsein,

Verdrängen von Gefahrensituationen

oder Vernachlässigung

der Sicherheit durch

Zeitdruck sind Aspekte, die sehr

häufi g bei den bauausführenden

Beschäftigten festgestellt werden.

Dr. Detlev Mohr

Parallel zu den Baustellenkontrollen

werden durch die Unfallversicherungsträger

und Kooperationspartner

zahlreiche Informations-

und Weiterbildungsveranstaltungen

angeboten.

Die Besichtigungsphase des GDA-

Programms lief bis zum Juni 2012.

Jetzt wird die Auswertung konkrete

Ergebnisse liefern. Die Ergebnisse

werden zeigen, wie sich die Situation

auf den Baustellen im Bundesmaßstab

darstellt.

Die Kontrollen durch die Aufsichtspersonen

werden auch weiterhin

durchgeführt werden, damit die

Sicherheit und der Gesundheitsschutz

der Beschäftigten auf Baustellen

im Zusammenhang mit Gerüsten

und mit Abbrucharbeiten

kontinuierlich gewährleistet werden.

Dr. Detlev Mohr

Direktor des Landesamtes

für Arbeitsschutz des

Landes Brandenburg

4 Konkret 04 / September 2012 Im Fokus: Arbeitssicherheit


Unfallfrei Bauen

Wo gehobelt wird, fallen Späne. Daher ist es umso wichtiger, dass jeder

Arbeitsplatz den notwendigen Sicherheitsbestimmungen entspricht und

Mitarbeiter hinreichend sensibilisiert sind.

Es sind vor allem Rüstungen, die

den Baustellenläufern der Fachgemeinschaft

Bau immer wieder

zuerst ins Auge fallen. Fehlende

Seiten- und/oder Abschlussgeländer

sowie nicht vorhandene Fußbretter

gefährden die Sicherheit

der Arbeiter auf den Baustellen in

Berlin und Brandenburg am meisten.

Im vergangenen Jahr meldeten

die Baustellenläufer beispielsweise

18 Verstöße an die Berufsgenossenschaft

Bau. Zwar sank

die Zahl der Meldungen im Vergleich

zu den Vorjahren deutlich,

eine Entwarnung zugunsten der Sicherheit

der Arbeiter gibt es allerdings

nicht. Bereits in diesem

Jahr wird die Zahl der von den Baustellenläufern

gemeldeten Verstöße

ansteigen. Gegenwärtig weist

die Statistik schon das Niveau von

2010 auf.

An tatsächlichen Arbeitsunfällen

verzeichnet die Berufsgenossenschaft

Bau eine rückläufi ge Entwicklung.

Bundesweit ereigneten

sich 2011 insgesamt 116.689 Unfälle

auf bundesweiten Baustel-

Im Fokus: Arbeitssicherheit

len. Das sind über 1.000 weniger

als im Vorjahr. Im Zehn-Jahres-Vergleich

wird der Rückgang noch

frappierender: Fast 65.000 Unfälle

(36 Prozent) weniger unterstreichen

unter anderem das erhöhte

Arbeitssicherheitsniveau.

Arbeitssicherheit

als Gewinnfaktor

Vor allem kleineren Firmen wird

nachgesagt, dass die Arbeitssicherheit

nicht immer im unmittelbaren

Unternehmerfokus stehe.

Großbetriebe hingegen seien besser

aufgestellt. Sie beschäftigen

mitunter eigene Arbeitssicherheits-

Beauftragte und investieren in den

Arbeitsschutz. Einer Studie zufolge

zahlt sich dieser Aufwand auch

aus. Für jeden Euro, der für die

Prävention verwendet wird, fl ießen

durchschnittlich 2,20 Euro an das

Unternehmen zurück.

Unfallfreies Arbeiten, vielmehr unfallfreies

Bauen, ist nicht nur eine

Frage der betrieblichen Organisation,

sondern auch der Motivation

Übersicht der gemeldeten Verstöße gegen die Arbeitssicherheit

*Stand: 31. Juli 2012, Quelle: Fachgemeinschaft Bau

der Beschäftigten. Sind sich die Mitarbeiter

der Gefahren bewusst, können

Unfälle vermieden werden. Um

möglichst frühzeitig auf den Arbeitsschutz

aufmerksam zu machen, gibt

es für die Berliner Auszubildenden

im Bauhauptgewerbe zu Beginn des

kommenden Jahres erstmals einen

Tag der Bauqualität. Dabei steht die

Arbeitssicherheit im Mittelpunkt.

Im Rahmen des Aktionstages werden

auf dem Lehrbauhof der Fachgemeinschaft

Bau unter anderem

der Hautschutz, die Lärmbeeinfl ussung,

die Suchtprävention sowie

allgemein der Arbeitsschutz thematisiert;

alles Faktoren, die die Sicherheit

am Bau beeinfl ussen.

Aktives Engagement gefordert

Arbeiten im Baugewerbe werden

immer ein gewisses Unfallrisko

bergen. Viele Handgriffe geschehen

manuell und sind körperlich

anspruchsvoll. Das Gefährdungspotenzial

ist vergleichsweise höher

als bei Büro- oder Labortätigkeiten.

Nicht umsonst weist die

Baubranche mit die größte Unfallhäufi

gkeit auf. Den Schwerpunkt

stellen Abstürze von höher

gelegenen Arbeitsplätzen dar.

Die jeweils relevanten Gefahrenpotenziale

zu erkennen, ist der erste

Schritt diese zu beherrschen. Gut

organisierte Betriebe weisen daher

weniger Unfallmeldungen auf. Prozess-

und Strukturoptimierungen

für sich werden die Unfallhäufi gkeit

aber nicht senken. Arbeitsschutz

muss verinnerlicht und vorgelebt

werden – auf allen Ebenen. BB

Konkret 04 / September 2012 5


Mehr Zeit in die Planungsvorbereitung investieren

Auf Unternehmen zuzugehen und sie zu beraten, um Unfälle bereits

im Vorfeld auszuschalten – so sehen die Aufsichtspersonen der BG Bau

ihre Aufgaben. FG Bau Konkret hat mit Anton Wibbeke, dem Leiter der

Bezirksprävention Berlin, über Maßnahmen zur Erhöhung der Arbeitssicherheit

gesprochen.

FG Bau Konkret: Ihr Haus hat gerade

die Aktion „Gut gerüstet“ beendet.

Welches Resümee ziehen Sie?

Wibbeke: Mit Beginn der Aktion vor

drei Jahren haben wir die Forderung

gestellt, dass wir ein ungesichertes

Auf- und Abbauen von Gerüsten nicht

mehr tolerieren und akzeptieren. Nun

stellen wir fest, dass in Berlin immer

häufi ger vernünftige Schutzvorkehrungen

getroffen werden. Diese Entwicklung

hat es vor vier Jahren noch

nicht gegeben. Es hat ein Umdenken

stattgefunden. Die Zukunft wird zeigen,

dass sich auch die Unfälle reduzieren.

Bei Verstößen gegen diese

Ordnungswidrigkeiten werden wir

mit Bußgeldern vorgehen, was bisher

in Berlin so nicht üblich war.

Machen Auf- und Abbauarbeiten

von Gerüsten die einzigen Absturzunfälle

aus?

50 Prozent der Unfälle, die wir haben,

liegen im Bereich des Absturzes. Dem

müssen wir uns stellen. Derzeit überlegen

wir, wie wir im Detail vorgehen

werden. Fest steht, dass es im nächsten

Jahr eine Kampagne geben wird,

um dem entgegenzuwirken. Wir müssen

etwas tun, um die Unfälle in diesem

Bereich zu reduzieren.

Um welche Art von Unfällen handelt

es sich?

Es sind vor allem Unfälle, die auf eine

fehlende Absturzsicherung zurückzuführen

sind. Hierzu zählen unter

anderem die unzureichende Lastenverteilung

an Dachkuppeln und nicht

durchtrittssichere Lichtbänder.

Im vergangenen Jahr hat die Zahl

der Hauterkrankungen und Asbeststauberkrankungen

zugenommen.

Worauf ist dies zurückzuführen?

Wir haben gewisse Inkubationszeiten.

Im Bereich der Berufskrankheiten

gehen wir daher der Vita der

Betroffenen nach, um herauszu-

50 Prozent der Arbeitsunfälle gehen auf Unfälle mit fehlender Absturzsicherung

zurück. Die BG Bau möchte dem künftig entgegenwirken.

Anton Wibbeke

fi nden, welchen Belastungen derjenige

bei der Ausübung seiner Berufstätigkeit

ausgesetzt war. Diese

Rückschlüsse benötigen wir, um die

Fälle genau bewerten zu können.

Wenn in einzelnen Berufsgruppen

Häufungen vorliegen, ist das für

uns ein Zeichen, dass etwas getan

werden muss. Ein Beispiel sind die

Steinmetze. Der bei der Arbeit entstehende

Quarzstaub ist krebserzeugend.

Wie kann Arbeitssicherheit in einem

Unternehmen mit minimalem Aufwand

gewährleistet werden?

Indem die Unternehmer bereit sind,

bei der Planung der Arbeit fünf Minuten

mehr zu investieren und den

Bauablauf detailliert durchzuplanen.

Dadurch werden automatisch

die Arbeitsunfälle reduziert. Unfälle

treten nämlich immer dann auf, wenn

es zu Störungen kommt. Je geringer

ich diese durch die Planungsvorbereitung

halten kann, desto höher ist

die Arbeitssicherheit.

6 Konkret 04 / September 2012 Im Fokus: Arbeitssicherheit


„Wir appellieren und sensibilisieren!“

Mit zunehmender Unternehmensgröße

muss die Arbeitssicherheit

stärker strukturiert und organisiert

werden. Vor allem größere

Firmen beschäftigen Mitarbeiter,

die ausschließlich für dieses Themenfeld

zuständig sind. FG Bau

Konkret sprach mit Bernd Rosin,

Fachkraft für Arbeitssicherheit

bei der KARL WEISS Technologies

GmbH, über die Handhabung von

Arbeitssicherheit im Unternehmen

sowie Arbeitsschutz-Zertifi zierungen.

FG Bau Konkret: Lassen sich Arbeitsunfälle

vermeiden?

Rosin: Die Frage ist mit einem eindeutigen

Ja zu beantworten. Wenn

es zu Arbeitsunfällen kommt, dann

meist aus Unachtsamkeit. Schwere

Arbeitsunfälle ereignen sich meist

aus einer Verkettung von vielen Umständen.

Häufi g wegen fehlender

Aufklärung, Sensibilisierung und

Ausbildung.

Wie hat sich die Zahl der Arbeitsunfälle

in Ihrem Unternehmen in den

vergangenen Jahren entwickelt?

Die Zahl hat sich verringert. Von

2010 zu 2011 ist sie, gemessen

an der Tausend-Mann-Quote, von

127 auf 81 gesunken.

Wie wird Arbeitssicherheit in Ihrem

Unternehmen gelebt?

Einmal im Monat fi nden bei uns

im Haus Bauleiter- und Polierschulungen

statt, wo unter anderem

Themen der Arbeitssicherheit besprochen

werden. Außerdem werden

die Bauleiter und Poliere von

mir jährlich unterwiesen. Auf den

Im Fokus: Arbeitssicherheit

Baustellen haben wir sogenannte

AMS-Akten, mit deren Hilfe die

Bauleiter und Poliere vor Ort die

baustellenbezogenen Unterweisungen

sowie Maßnahmen zur

Gewährleistung der Arbeitssicherheit

durchführen.

Wie bringen Sie das Thema Arbeitssicherheit

den gewerblichen Mitarbeitern

näher?

Wir appellieren und sensibilisieren!

Gute Erfahrungen haben wir

beispielsweise mit dem arbeitsmedizinischen

Dienst der BG-Bau

gemacht. So oft wie möglich bieten

wir unseren Mitarbeitern die Untersuchungen

an. Zudem kommt

es sehr viel auf den Polier an. Lebt

dieser Arbeitssicherheit vor, ist

sich die Kolonne der Thematik stärker

bewusst.

Die KARL WEISS Technologies

GmbH ist ein AMS BAU-zertifi ziertes

Unternehmen. Was sind die

Voraussetzungen für eine solche

Bescheinigung?

Um dieses Zertifi kat zu erhalten,

müssen im Unternehmen verschiedene

Voraussetzungen getroffen

werden. So ist beispielsweise die

Organisation der Arbeitssicherheit

herzustellen. Ebenso muss ein Sicherheits-Handbuch

geführt werden.

Da wir als Unternehmen zusätzlich

im Qualitätsmanagement nach ISO

9001 zertifi ziert sind, mussten wir

das QM-System, in dem ein Bestandteil

auch die Arbeitssicherheit

umfasst, mit den Arbeitsschutzbestimmungen

unserer zusätzlichen

Zertifi zierung, der AMS BAU, vereinbaren.

Bernd Rosin

Welche Wettbewerbsvorteile bringt

die AMS-Bescheinigung mit sich?

Im Gegensatz zur QM-Zertifi zierung

wird die AMS-Bescheinigung nicht

unbedingt von den Auftragsgebern

gefordert. Das AMS-Handbuch bietet

uns als Unternehmen aber eine Erleichterung,

da es bei der Organisation

der Arbeitssicherheit unterstützt.

Wie genau sieht diese Unterstützung

aus?

Mit dem Konzept AMS BAU haben wir

eine systematisch betriebene Arbeitsschutzorganisation

mit dem Ziel aufgebaut,

Betriebsstrukturen im Sinne

der Arbeitssicherheit zu verbessern.

Die konsequente Umsetzung hat für

uns unter anderem den Nutzen, störungsfreie

betriebliche Abläufe zu optimieren

und die Unternehmerpflichten

in effizienter Form zu erfüllen. Darüber

hinaus können wir auf leistungsfähige

und motivierte Mitarbeiter zurückgreifen

und die Kosten beispielsweise für

Ausfallzeiten durch Vorbeugemaßnahmen

eindämmen.

Konkret 04 / September 2012 7


Im Gespräch mit der Politik

Vom grünen Tisch aus lässt sich so

manches entscheiden. Richtig mitreden

kann aber nur, wer in die Praxis eintaucht.

Um ein Bild von der mittelständischen

Bauwirtschaft Berlins zu erhalten,

lernte Florian Graf, CDU-Fraktionsvorsitzender

im Abgeordnetenhaus, das

Berufsförderungswerk der Fachgemeinschaft

Bau (Lehrbauhof) näher kennen.

Derzeit erlernen 465 Jugendliche in

Marienfelde einen Beruf in der Bau-

Ausbilder Claus Lehmann und zwei

Azubis führen ein Einfachblasensetzgerät

zum Absperren von Gasleitungen vor.

Sommerliche Illumination

Auf Schloss Lindstedt wurden viele

Hände geschüttelt. Mitgliedsunternehmen

sowie der Baubranche nahestehende

Vertreter aus Politik, Wirtschaft

und Verwaltung folgten der

Einladung der Fachgemeinschaft Bau

zum Sommerfest. In entspannter Atmosphäre

wurde unter anderem die

Entwicklung der Bauwirtschaft diskutiert.

Potsdams Oberbürgermeister

Jann Jakobs prophezeite für die kommenden

Jahre gute Aussichten: Mit der

prognostizierten steigenden Einwohnerzahl

der Landeshauptstadt müssten

neue Wohnungen gebaut und die

damit benötigte Infrastruktur geschaffen

werden. Damit die Unternehmen

von dieser Entwicklung auch profi tie-

branche. Der Bedarf ist weitaus höher.

Um jeden Lehrling wird gerungen. „Leider

ist die Baubranche nicht der Erstwunsch

der jungen Leute“, so Reinhold

Dellmann, Hauptgeschäftsführer der

Fachgemeinschaft Bau. „Die Jugendlichen,

die sich für eine Ausbildung am

Bau entscheiden, bringen oftmals nicht

die nötigen Voraussetzungen mit.“ Um

die Fachkräftebasis in den kommenden

Jahren bei gleichzeitigem Rückgang des

Bewerberpotenzials zu sichern, stellt der

Lehbauhof ein umfangreiches Paket bestehend

aus Berufsorientierung, Öffentlichkeitsarbeit,

Netzwerkarbeit und Sondermaßnahmen

zusammen.

In verschiedenen Gesprächen mit Ausbildern

und Lehrlingen unterschiedlicher

Gewerke sowie mit Teilnehmern eines

Berufsvorbereitungskurses erfuhr Florian

Graf einiges über die Vielfältigkeit der

ren, würden bereits zum gegenwärtigen

Zeitpunkt 80 Prozent der Infrastrukturmaßnahmen

in Potsdam von

der ortsansässigen Bauwirtschaft ausgeführt.

Neben Jann Jakobs lobte auch Jörg

Vogelsänger die Leistungen der Branche.

Bei seinen Dienstfahrten sehe der

Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft

den Mehrwert, den die

Bauwirtschaft für das Land Brandenburg

schaffe.

Trotz zahlreicher Infrastrukturprojekte

in Brandenburg trage die Fachgemeinschaft

Bau die Sorge, dass für

den Erhalt der Straßen vor der eige-

Baubranche und die Zukunftsaussichten

der Auszubildenden auf dem Arbeitsmarkt.

So versicherte Verbandspräsident

Michael Schrobsdorff, dass die Jugendlichen

sehr gute Übernahmechancen haben

und nach ihrem Gesellenabschluss

begehrte Handwerker sind. Allein im

Rohrleitungsbau wurden mit Abschluss

des Ausbildungsjahres 2011 insgesamt

21 der 24 ausgelernten Jugendlichen

übernommen. Das entspricht einer

Quote von über 85 Prozent.

Das vorausschauende Engagement des

Lehrbauhofes gemeinsam mit der Fachgemeinschaft

wurde von Florian Graf

begrüßt. „Die jungen Leute brauchen

eine Perspektive, und wir brauchen

Fachkräfte, um die politischen Vorhaben

umzusetzen“, sagte der CDU-Politiker.

Er unterstützt den eingeschlagenen

Weg des Verbandes. BB

nen Haustür nicht genügend getan

werde. „Der Werteverzehr hält an

vielen Stellen an“, so Klaus-Dieter

Müller, Vizepräsident des Verbandes.

Er wünsche sich von der Politik

größeres Engagement.

Den Höhepunkt des Brandenburger

Sommerfestes bildete eine Licht-

Musik-Projektion. Nachdem mit zunehmender

Dunkelheit bereits die

Bäume im Schlosspark von Lindstedt

mit Lichtkegeln angestrahlt

wurden, verwandelte sich die Fassade

des Schlosses zur Leinwand.

Auf dieser waren zur Musik abgestimmte

Motive und Sequenzen zu

sehen. BB

8 Konkret 04 / September 2012 Aktuelles


Büßen Berlins Straßen für den Flughafen?

80 Prozent der Berliner Straßen weisen einen deutlichen Instandhaltungsbedarf

auf. Seit Jahren fordert die Bauwirtschaft eine dringend nachhaltige

Sanierung. Die vorgesehenen Mittel reichen dafür nicht aus. Finanzsenator

Dr. Ulrich Nußbaum hat den Etat dennoch gekürzt.

Die Fahrbahnen rund um das Kottbusser

Tor sind ein ideales Beispiel

für den Werteverzehr der Berliner

Straßen. Sie weisen unter anderem

Risse, Senkungen und Schlaglöcher

auf. Die Fahrbahnen rund um das

Kottbusser Tor sind aber auch ein

Beleg, dass der Zustand an dieser

Stelle vorerst anhalten wird. Denn

die geplanten Unterhaltungsmaßnahmen

in Höhe von 150.000 Euro

können in diesem Jahr nicht durchgeführt

werden, da Finanzsenator

Dr. Ulrich Nußbaum bereits bewilligte

zusätzliche Mittel nur teilweise

freigegeben hat. Das im Abgeordnetenhaus

verabschiedete Schlagloch-Sonderprogramm

in Höhe von

25 Millionen Euro wurde von ihm um

20 Millionen Euro auf fünf Millionen

Euro gekürzt. Für Reinhold Dellmann,

Hauptgeschäftsführer der Fachgemeinschaft

Bau, stellte sich bei einem

Pressegespräch Anfang September

die Frage: „Wie verlässlich ist die

Politik in Berlin? Es kann nicht sein,

dass das Parlament Beschlüsse fasst

und dann die Mittel wieder eingesammelt

werden.“ Der Verband fordert

daher gemeinsam mit dem Bauindustrieverband

Berlin-Brandenburg die

Freigabe der zurückgehaltenen Millionen.

Bernd Malchareck, Bauunternehmer

der in der Fachgemeinschaft Bau

organisierten Firma STUN GmbH,

ging sogar noch weiter: „Es ist unvorstellbar,

dass für den Flughafen BER

ständig Gelder in Millionenhöhe

nachgeschossen werden, aber für

den Erhalt des Berliner Straßennetzes

permanent Mittel fehlen oder wie

jetzt sogar zurückgehalten werden.“

Die mittelständischen Bauunternehmen

hätten gar keine Chance, sich auf

die Situation einzustellen. Während

viele von ihnen bis zum Sommer Kapa-

Vertreter der Bauwirtschaft zeigen den Journalisten die Straßenschäden am

Kottbusser Tor.

zitäten freihielten, denken die Unternehmer

nun – wenn der Senat die Instandhaltung

der Berliner Straßen

als abdingbar ansieht – über Kurzarbeit

oder Entlassungen nach.

Der gegenwärtige Zustand der Berliner

Straßen ruft bei der Bauwirtschaft

weitere Bedenken hervor.

Ausgehend von einer Straßennutzungsdauer

von 60 Jahren bei regelmäßigenInstandhaltungsmaßnahmen

ist die Hauptstadt gesamt gesehen

im Jahre 55 angekommen. Um

den Werteverzehr zu stoppen, ist ein

schnelles Umdenken notwendig. So

müssen neben einem zentralen Kataster

zur Beschaffenheit der Berliner

Straßen die erforderlichen Mittel zur

Instandsetzung und Unterhaltung

des Straßennetzes bereitgestellt

werden. „Derzeit fi ndet eine Verlagerung

der Ausgaben auf künftige

Generationen statt. Durch Nichtinvestieren

steigt die Verschuldungssituation

weiterhin an“, so Reinhold

Dellmann.

Damit bereits für das kommende Jahr

vorgeplant werden kann, sind aus

Sicht der Bauwirtschaft umgehend

drei bis vier Millionen Euro bereitzustellen.

Schon jetzt müssen diese Mittel

investiert werden, so dass es in

diesem Bereich 2013 keine Verzögerungen

bei der Abarbeitungen der Aufträge

gibt. Zudem gilt es, dafür Sorge

zu tragen, dass in diesem Jahr nicht

mehr verbaute Mittel auf das nächste

Jahr übertragen werden können und

2013 die zusätzlich vorgesehenen

Haushaltsmittel für den Straßenbau

in Höhe von 25 Millionen Euro tatsächlich

zur Verfügung stehen. BB

10 Konkret 04 / September 2012 Aktuelles


Bestandsaufnahme

Der Zahn der Zeit nagt. Nicht nur

um die Straßeninfrastruktur Berlins

ist es schlecht bestellt. Die

Substanz des Wasser- und Abwassersystems

der Hauptstadt

hat in den vergangenen Jahren

ebenfalls einen deutlichen Werteverzehr

erfahren. Notwendige Investitionen

wurden immer wieder

aufgeschoben, so dass an vielen

Stellen unter der Straße die Rohre

rosten und Abwasserkanäle einbrechen.

Um das Wasser- und Abwassersystem

Berlins nachhaltig weiterzuentwickeln

und einem weiter

voranschreitenden Werteverzehr

vorzubeugen, soll bis Mitte nächsten

Jahres eine Studie zur Wasserversorgung

und Abwasserentsorgung

in Berlin vorliegen. Begleitend

hierzu werden in einer Ar-

Aktuelles

beitsgruppe, der auch die Fachgemeinschaft

Bau angehört, Erwartungen

an die Untersuchungsergebnisse

defi niert. Ziel des Projektes

ist es unter anderem, einen

Beitrag zum Substanzerhalt des

vorhandenen Netzes zu liefern und

Verabschiedung in den Ruhestand

Nach mehr

als fünfeinhalbjähriger

Tätigkeit ist

Roland Bank

zum September

2012 aus

der Geschäfts-

Roland Bank führung des

Berufsförderungswerks der Fachgemeinschaft

Bau (Lehrbauhof)

ausgeschieden. Im Rahmen einer

Verabschiedungsfeier, zu der zahlreiche

geladene Gäste auf dem

Lehrbauhof erschienen, wurden

seine Verdienste für die Entwick-

Ein Rohrschaden, der mit einer Dichtschelle beseitigt wurde.

lung des Berufsförderungswerks

gewürdigt.

Roland Bank, der über eine langjährige

Tätigkeit als Regionalleiter

bei der DEKRA e.V. zum Berufsförderungswerk

gelangte, wirkte

unter anderem bei der Durchführung

einer breit angelegten Qualifi

zierungsmaßnahme für erwerbslose

Fachkräfte der Baubranche,

dem sogenannten Assessment-

Center Bau, mit. Er begleitete den

Ausbau der Maschinenhalle für

Arbeiten an unterschiedlichen

Holzbearbeitungsmaschinen und

das bestehende Branchen-Knowhow

zu erhalten.

Die Studie zum Wasser- und Abwassersystem

wurde von der

Stiftung Baugewerbe in Auftrag

gegeben. BB

trug dazu bei, dass der Lehrbauhof

zu einer von bundesweit

vier überbetrieblichen Ausbildungsstätten

für den Holz- und

Bautenschutz wurde. Schließlich

leitete Roland Bank angesichts

rückläufi ger Ausbildungszahlen

und geänderter Anforderungen

an die Fort- und Weiterbildung

grundlegende Umstrukturierungsmaßnahmen

auf dem Lehrbauhof

ein.

Wir danken Roland Bank für sein

Engagement und wünschen ihm

für die Zukunft alles Gute. KM

Konkret 04 / September 2012 11


Neuregelung der Aufstiegsqualifi zierung

Vor dem Hintergrund des demographischen

Wandels zählt die

Sicherung der Fachkräftebasis

unter quantitativen und qualitativen

Aspekten zu den zentralen

Zukunftsaufgaben der Bauwirtschaft.

Als attraktive und zukunftsorientierte

Branche wirbt

das Baugewerbe sowohl bei jugendlichen

Berufseinsteigern als

auch bei seinen Beschäftigten mit

guten Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten

und Karrierechancen.

Um auch in Zukunft Fachkräfte

halten und neu gewinnen zu können,

wurde eine Neukonzeption

der Aufstiegsfortbildung angeregt,

die die bisher zum Teil lückenhaften

und uneinheitlichen Regelungen

durch ein inhaltlich aufeinander

abgestimmtes dreistufi ges

System – Vorarbeiter, Werkpolier,

Geprüfter Polier – bundesweit ersetzt.

Weiterbildungskurse

Beginn

Uhrzeit

Mo. 08.10.2012 18:00 - 21:00

Do. 18.10.2012 08:00 - 16:00

08:00 - 11:00

Sa. 20.10.2012 08:00 - 16:00

Sa. 27.10.2012 08:00 - 16:00

Sa. 27.10.2012 09:00 - 14:00

Do. 08.11.2012 14:00 - 17:00

Sa. 10.11.2012 08:00 - 15:00

Sa. 10.11.2012 08:00 - 16:00

Di. 13.11.2012 09:00 - 16:00

Mo. 26.11.2012 08:00 - 16:00

Mi. 28.11.2012 08:00 - 16:00

Do. 29.11.2012 08:00 - 16:00

Sa. 24.11.2012 08:00 - 16:00

Mi. 28.11.2012 08:30 - 17:00

Sa. 01.12.2012 09:00 - 16:30

Sa. 08.12.2012 08:00 - 16:00

Di. 11.12.2012 14:00 - 17:00

Kurs

Fortbildung: Meisterkurs Teil III

MVAS

Die Regelungen, die am 1. Juli 2012

in Kraft getreten sind, sollen dazu

beitragen

- die Qualität und Attraktivität der

Aufstiegsfortbildung zu erhöhen,

- die Durchlässigkeit und Transparenz

im mittleren Baumanagement

zu verbessern,

- den gestiegenen Ansprüchen der

Branche an die Qualifi kationen des

Baumanagements in den Bereich

Baubetrieb, Bautechnik, berufs-

und arbeitspädagogische Qualifi

kation sowie Mitarbeiterführung

Abb.: Berufsförderungswerk der Fachgemeinschaft Bau

Berufskraftfahrer WB Modul 1

Berufskraftfahrer WB Modul 2

Brunnenbau FP+FK

Steuerrecht für Baukaufl eute

Schimmelpilz im Wohnungsbau

Berufskraftfahrer WB Modul 3

Die normgerechte Gestaltung der Fassade mit WDV-Systemen

Erste Hilfe - Grundausbildung

Erste HIlfe - Nachschulung

SIVV Weiterbildung

Berufskraftfahrer WB Modul 4

KMB-Schein

Endgültiger Deckenschluss im innerstädtischen Umfeld

Berufskraftfahrer WB Modul 5

Unternehmensnachfolge im Baubetrieb

und Personalmanagement Rechnung

zu tragen

- und so eine ganzheitliche Betrachtung

der Aufstiegsqualifi zierung

entstehen zu lassen.

Das Berufsförderungswerk der

Fachgemeinschaft Bau hat sich

auf die Neuregelungen eingestellt

und bietet die Aufstiegsfortbildung

berufsbegleitend in Teilzeit

an. Bereits angelaufene Fortbildungsmaßnahmen

werden unter

den alten Bedingungen zu Ende

geführt. KM

Tag(e)

A * * Abendkurs

1,5

Die Kursinformationen sind auch auf der

Webseite www.lehrbauhof-berlin.de

unter der Rubrik Qualifi zierungsangebote

abrufbar.

12 Konkret 04 / September 2012 Aktuelles

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0,5

Weitere Informationen unter

Tel.: 030 / 723 89-723 bzw.

weiterbildung@lehrbauhof-berlin.de


Motivation durch sanften Druck

Es ist bekannt, dass die Berufe des Mechatronikers, des Elektrikers und des Industriekaufmannes

bei jungen Leuten hoch im Kurs stehen. Um den Fachkräftebedarf am Bau

zu sichern, muss die Branche von sich aus aktiv werden und junge Leute werben. Mit der

von der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen unterstützten Maßnahme

„Berufsintegration Bau“ haben Schulabsolventen seit August wieder die Möglichkeit,

durch einen Vorbereitungskurs einen Ausbildungsplatz zu erhalten.

Bau auf, bau auf: Teilnehmer des Kurses errichten eine Mauer.

Es sind 45 junge Leute zwischen 16 und

24 Jahren, die in einer Fünf-Tage-Woche

jeden Morgen um 6:45 Uhr zum Berufsförderungswerk

der Fachgemeinschaft

Bau (Lehrbauhof) kommen und sich auf

eine Ausbildung am Bau vorbereiten.

Unentgeltlich. Vier Monate lang. „Für

die Jugendlichen ist dies eine Chance.

Sie haben die Aussicht, eine Lehrstelle

zu erhalten – was sie bisher nicht geschafft

hatten“, erklärt Andreas Koch-

Martin, Geschäftsführer des Lehrbauhofes.

Denn Primärtugenden wie Pünktlichkeit

und Zuverlässigkeit sowie entsprechendes

Sozialverhalten brachten zu

Beginn des Kurses nur wenige mit. Ebenso

fehlten berufliche Vorstellungen und

ausreichend Mathematikkenntnisse.

In dem viermonatigen Kurs haben die

jungen Leute nun die Möglichkeit, ihre

Defizite aufzuarbeiten. Dabei werden sie

von Ausbildern und Sozialpädagogen betreut.

Bereits nach den ersten vier Wo-

Aktuelles

chen kann Holger Karst, einer der beiden

Sozialpädagogen, eine positive Einschätzung

geben: „Durch die gute Zusammenarbeit

mit den Ausbildern habe ich den

Eindruck, dass bei den einzelnen Teilnehmern

etwas passiert. Die meisten

junge Leute haben erkannt, dass

pünktliches Erscheinen unabdingbar ist.“

Auf diese Weise werden klare Handlungsmaxime

zu Erfolgsfaktoren in der künftigen

Ausbildung.

30 junge Leute wurden bereits als ausbildungsreif

befunden. Zwei von ihnen

haben seit Ende August einen Ausbildungsplatz.

„Diese Teilnehmer zeigten in

ihrem Bereich überdurchschnittlich gute

Leistungen und waren immer pünktlich,

so dass wir sie gleich vermitteln konnten“,

erzählt Sozialpädagogin Dörte

Gründler. Die beiden jungen Männer

werden ab Dezember in das laufende

Lehrjahr einsteigen und zum Fliesenleger

bzw. Straßenbauer ausgebildet. Alle üb-

rigen Teilnehmer verfolgen ebenfalls dieses

Ziel. Auch sie möchten ab Dezember

als Lehrling in ihrem Wunschgewerk ausgebildet

werden und damit den viermonatigen

Vorbereitungskurs auf ihre Lehrzeit

angerechnet bekommen.

Um mit den regulär gestarteten Lehrlingen

später mithalten zu können, besuchen

die Teilnehmer des Berufsintegrationskurses

im Rahmen ihrer Qualifizierung

die Berufsschule und absolvieren

Praktika in möglichen Ausbildungsbetrieben.

Zudem erhalten die Jugendlichen

Stütz- und Förderunterricht.

Der Vorbereitungskurs, der junge Menschen

mit schlechteren Voraussetzungen

für eine Ausbildung stärken soll, basiert

auf Freiwilligkeit. Dennoch vermitteln die

Ausbilder und Sozialpädagogen durch

eine notwendige Strenge die Realität am

Bau. Dazu gehört, dass sich die Teilnehmer

im Team integrieren, zuverlässig sind

und ihre Arbeit sorgfältig ausführen.

Schließlich können nur Teilnehmer vermittelt

werden, die echtes Interesse zeigen.

Dauerhaftes Fehlverhalten wird bestraft.

Vier Teilnehmer wurden demzufolge

aus der Maßnahme entlassen.

Bereits 2011 führte der Lehrbauhof in Kooperation

mit der Senatsverwaltung für

Arbeit, Integration und Frauen eine derartige

Maßnahme durch. Nahezu jeder

zweite Jugendliche wurde in ein reguläres

Ausbildungsverhältnis vermittelt. „Von

vielen Stellen, unter anderem den Berliner

Jobcentern, haben wir positive Reaktionen

erhalten“, so Andreas Koch-Martin. „In diesem

Jahr wollen wir den Erfolg verstetigen

und damit die unternehmensorientierte

Berufsintegration künftig fest in der

Ausbildungsvermittlung etablieren.“ BB

Konkret 04 / September 2012 13


Pfl astergespräche

Die Fachgruppe Straßenbau nutzte

die Gelegenheit zu einem praktischen

Erfahrungsaustausch und

informierte sich in Templin über deren

historische Stadtmitte. „Nicht

nur auf dem Markt, auch in den

Seitenbereichen wurde sehr viel

mit Naturstein gearbeitet“, lobte

Claus-Peter Spuhn vom Verein

Forum Natursteinpfl aster. Insgesamt

100.000 m² Straße verlegten

Fachkräfte im Zentrum der Kurstadt

nach historischen Vorbild.

„Das heißt natürlich auch, Traditionelles

mit den heutigen Anforderungen

an Neupflasterungen

zu verbinden“, so Claus-Peter

Spuhn.

Grundlage für die historische Straßensanierung

ist die Entscheidung

der Stadt Templin, die Innenstadt

im Sinne der Denkmal- und Stadtbildpfl

ege zu erneuern. Dazu zählt,

Templins Straßen im Zentrum sind gepfl astert – davon überzeugte sich die

Fachgruppe Straßenbau.

dass neben den gepfl asterten Gehwegen

und Straßen die Sanierung

der Gebäude denkmalgerecht erfolgt(e).

Hierfür wurden die Fahrbahnen

weitgehend in Granitgroßsteinpfl

aster im Reihenverband

ausgeführt. Die Gehwege erhielten

im Gehbereich einen Granitmosaikbelag

in Bogenverlegung sowie

Arbeiten im ständigen Gedenken

eine seitliche Pfl asterung aus Feldsteinen.

In den vergangenen 16 Jahren bekam

Templin für die 39,5 Hektar große Sanierungsfl

äche 21 Millionen Euro Fördermittel.

Zehn Millionen Euro entfi elen

auf den Tiefbau, dazu kamen 6,5

Millionen Euro Anliegergebühren. BB

Im Juli machten sich Auszubildende und Ausbilder mit dem Bus auf den Weg zu einer ganz besonderen Baustelle.

Drei Wochen lang sollten sie in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ihre handwerklichen Fertigkeiten und Kenntnisse

für einen guten Zweck und unter den besonderen Anforderungen der Denkmalpfl ege einbringen. Die zukünftigen

Maurer, Beton-und Stahlbetonbauer und Stuckateure des Berufsförderungswerkes der Fachgemeinschaft Bau

(Lehrbauhof) hatten das komplette Werkzeug dabei.

Dieses Projekt als Kombination

von Arbeiten und Lernen hat

inzwischen Tradition. Viele Einrichtungen

und Stiftungen sowie

Mittel aus dem EU-Programm

„Leonardo“ tragen dazu bei,

Reise und Aufenthalt zu fi nanzieren.

Dazu kommt die ehrenamtliche

Arbeit. Während sich der

Bildungsverein Bautechnik seit

2008 für dieses Projekt engagiert,

entsandte der Lehrbauhof

erstmals sieben Auszubildende

und mich als deren Ausbilder

nach Mauthausen.

Die wichtigste Aufgabe war, einen

Granitstein-Sarkophag, das Herz-

stück der Gedenkstätte, zu restaurieren.

Durch Baumängel verzeichnete

dieser Frostschäden.

Deshalb wurden nach einer Schadensbegutachtung

der Unterbau

mit einer Drainageschicht versehen

und die Graniteinfassung

komplett neu mit einem faserverstärkten

Zementmörtel verlegt.

14 Konkret 04 / September 2012 Aus dem Verband


Dabei war Ideenreichtum und

körperlicher Einsatz gefragt.

Die weiteren Arbeiten in der Gedenkstätte

und in der Gemeinde

waren leichter und vielfältiger –

wie beispielsweise das Freilegen

von zwei Barackeneinfassungen

und deren Mauerwerksausbesserung

sowie Pflasterarbeiten

und Reparaturarbeiten an Trockenbauwänden.

Alle Berufsgruppen

kamen zum Einsatz,

und jeder Jugendliche konnte

seine speziellen beruflichen

Kenntnisse einbringen.

Während unserer Arbeiten war

die Gedenkstätte gut besucht.

Wir wurden oft von Besuchern

angesprochen. Jugendgruppen

aus Italien, Holland, Frankreich

aber auch aus Peru und Bolivien

setzten sich in Mauthausen

mit einem schrecklichen Kapitel

Arbeiten für einen guten Zweck: Jugendliche bei der

Restaurierung des Granitstein-Sarkophagen.

Aus dem Verband

der Geschichte auseinander.

Unsere Gruppe wurde von zwei

Historikern intensiv betreut. Ein

Vortrag brachte Fakten näher.

Später besichtigten wir die Ausstellung.

Kleine Gruppen bekamen

„Forschungsaufträge“ und

beschäftigten sich mit Einzelschicksalen

der über 200.000

Inhaftierten. Das ging allen Teilnehmern

sehr unter die Haut.

Ausgleich in der Freizeit

Aber auch das Kennenlernen von

Land und Leuten stand auf dem

Programm. Unsere Gruppe war

willkommen in Mauthausen. Der

Bürgermeister ließ es sich nicht

nehmen, uns zu begrüßen. Einwohner

stellten leihweise ihre

Fahrräder zur Verfügung, damit

die Jugendlichen die Umgebung

erkunden konnten. Ein willkommener

Ausgleich zur Arbeit wa-

ren auch Exkursionen. Fachlich

brachten uns zwei Betriebsbesichtigungen

weiter. Die Auszubildenden

erfuhren dabei, wie

Fertigteilhäuser und Leimbinder

mit modernsten Technologien

produziert werden.

Am Ende des dreiwöchigen Projekts

kam von allen Teilnehmern

ein positives Echo. Es brachte alle

berufl ich also auch persönlich weiter

– vor allem, weil es nicht immer

leicht war, sich mit der Geschichte

des KZ auseinanderzusetzen.

Gleichzeitig haben die jungen Leute

erfahren, dass sie selbst mit ihrem

Engagement einen beachteten

Beitrag geleistet haben.

Das Fazit der Betreuer ist ebenfalls

positiv: Einsatzbereitschaft, Zusammenarbeit

und gegenseitiger Respekt

der Auszubildenden prägten

diese drei Wochen. Ulrich Kracht

Vor den Toren der Gedenkstätte: Die sieben Lehrlinge vom

Lehrbauhof um Ausbilder Ulrich Kracht (rechts).

Konkret 04 / September 2012 15


Gipfelstürmer: Jens Brand Felsenbau aus Cottbus

Das Unternehmen Jens Brand Felsenbau

hatte in diesem Jahr bislang gleich

drei Gründe zum Feiern. So ging der

Zukunftspreis Brandenburg, der seit

neun Jahren von der IHK Ostbrandenburg

zusammen mit der Märkischen

Oderzeitung an zehn verschiedene

Unternehmen des Landes vergeben

wird, an unsere Mitgliedsfi rma aus

Cottbus. Mit der Errichtung des Bauhofes

in der Drewitzer Straße und einem

runden Geburtstag des Firmeninhabers

konnte Jens Brand Felsenbau zwei

weitere Ereignisse feiern.

Jens Brand Felsenbau – ein Unternehmen,

das mit dem Bau von Kletterfelsen

als Sport- und Spielgeräte, dem

Höhlenbau, aber auch mit dem Bau

von Skulpturen eine Nische im Bauhandwerk

bedient. Die Firma zeigt,

dass der Baustoff Beton nicht nur dem

klassischen Hausbau, sondern auch

anderen „Spielarten“ dienen kann.

Begonnen hat die Felsbauentwicklung

1995. Zu diesem Zeitpunkt ver-

wendete der Unternehmer noch alte

Betonplatten aus dem DDR-Wohnungsbau

für das tragende Grundgerüst.

Die Wiederverwendung dieser

Elemente erwies sich in der Praxis

jedoch oft schwierig, da die Formgestaltung

begrenzt war. Weiterhin

war nicht immer nachvollziehbar,

welche Altlasten in den Betonplatten

noch schlummerten, so dass

eine optimale Haltbarkeit der entstandenen

Objekte nicht gewährleistet

werden konnte. Deshalb

werden die Skulpturen und Spielgeräte

nun zumeist aus sich selbstaussteifenden

Spritzbetonschalen

entwickelt.

Beitrag zur Erhaltung der Natur

Der Kletterfelsen aus Beton ist langlebig

und wartungsarm. Durch seine Errichtung

wird der Beschädigung und Beeinträchtigung

von Naturfelsbereichen durch den

Freizeitsportler entgegengewirkt. Die Produktion

der Minifelsen, Skulpturen und

Spielgeräte findet in dem neuen Bauhof

Sylke Radke und Reinhold Dellmann von der Fachgemeinschaft Bau besuchten

Jens Brand (Mitte) auf dem neuen Bauhof.

in der Drewitzer Straße in Cottbus statt.

Dort werden die Objekte komplett vorgefertigt.

Zu den Referenzen von Jens Brand

Felsenbau zählen beispielsweise der

13 m hohe Kletterfelsen „Kahleberg“

in Potsdam-Waldstadt, der mit über

30 Kletterrouten ein Anziehungspunkt

für Potsdamer und Berliner

Klettersportler geworden ist. Weitere

Projekte waren der Drachenwald sowie

die Felsenhöhle mit Aquarium in

Hamburg-Bergedorf, der Spielplatz in

Geesthacht (Schleswig-Holstein) mit

dem selbstgestalteten „Mamamut

und Minimut“, die Riesenschlange

sowie das Felsenrund mit Spielgeräten

in Schwerin.

Im Rahmen von Workshops (Plastizieren

mit Spritzbeton) lädt Jens Brand

Felsenbau Interessierte ein, der eigenen

Phantasie freien Lauf zu lassen.

Während des zweitägigen Seminars

können Draht und Beton so miteinander

verbunden werden, dass eine eigene

Betonskulptur entsteht, die mit

nach Hause genommen werden kann.

Das Unternehmen Jens Brand Felsenbau,

das fünf Mitarbeiter beschäftigt,

sieht sich als Förderer von Kindern und

Jugendlichen. Jens Brand bietet daher

in seiner Freizeit auch Kletterkurse und

Erlebnisreisen an, um bereits den Jüngsten

die Freude an dieser Beschäftigung

in der Natur zu vermitteln. Für

den Geschäftsmann steht nämlich fest,

Klettern und Bergsteigen fördern die

Selbstbeherrschung, Rücksichtnahme

und den Teamgeist – soziale Kompetenzen,

die für eine erfolgreiche Unternehmensführung

unabdingbar sind. R

16 Konkret 04 / September 2012 Aus dem Verband


10 Jahre Arbeitskreis Betriebswirtschaft

Seit zehn Jahren arbeitet der

Arbeitskreis Betriebswirtschaft

gewerkeübergreifend in der Fachgemeinschaft

Bau. Von Anfang

an ist Renate Ehrenfort von der

Firma RAUSCH Straßen- und Tiefbau

GmbH die ehrenamtliche

Vorsitzende. Später kam Karina

Schulte von der Firma WST-Bau

Schulte GmbH als Stellvertreterin

dazu. Beide sind nach wie vor

mit viel Engagement dabei. Von

der hauptamtlichen Seite wurde

der Arbeitskreis bis Mitte 2009

durch David Ostendorf aus der

Abteilung Technik betreut. Nach

dessen Ausscheiden aus dem

Verband wurde dieser Part von

Annette Pollex, Leiterin der Abteilung

Finanzen, übernommen.

Teilnehmer und Teilnehmerinnen

des Arbeitskreises sind Geschäftsführer,

kaufmännische Leiter sowie

leitende Mitarbeiter im Rechnungswesen

der Unternehmen.

Themen des Arbeitskreises

Die Gründung des Arbeitskreises

entsprang dem Bedürfnis der Unternehmen,

Unterstützung bei der

Interpretation und Auslegung von

wirtschaftlichen und steuerlichen

Gesetzestexten zu erhalten. Bald

gingen die Themen weit über die

bloße Besprechung von Gesetzestexten

hinaus. So wurden beispielsweise

in den Anfangsjahren

die EU-Osterweiterung, der Stand

der Bauunternehmen in der Wertschöpfungskette

und die Gestaltung

von Verträgen thematisiert.

Im Lauf der Jahre konnten so die

Arbeitskreis-Sitzungen auf eine

Aus dem Verband

Mit einer kleinen Feier wurde das zehnjährige Jubiläum des Arbeitskreises begangen.

immer breitere Basis gestellt werden.

Einige Schwerpunktthemen

in den vergangenen zwei Jahren

waren:

- das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz

- die Berücksichtigung der Gewerbesteuer

im Jahresabschluss

- GDPdU – Der gläserne Betrieb

- die Forderungsausfallsicherung

- Vor- und Nachteile verschiedener

Finanzierungsarten

- Gewährleistungsrückstellungen

nach HGB und EStG

- Einfl ussfaktoren auf Rating und

Bonitätseinschätzung aus Sicht

der Bank

- Werkvertragsgestaltung mit Subunternehmern

- Bauprojekt-Management

Neben diesen Themen werden

regelmäßig aktuelle Neuerungen

aus dem Personalbereich, dem

Arbeits- und Baurecht sowie dem

Steuerrecht besprochen. Als Referenten

stehen die Juristen der

Fachgemeinschaft Bau, die erfahrene

Lohnbuchhalterin Barbara

Kukler sowie für steuerliche Themen

Annette Pollex zur Verfügung.

Zusätzlich lädt der Arbeitskreis

zu speziellen Themen Referenten

von Banken, Versicherungen, Krankenkassen

oder anderen Institutionen

ein.

Außerdem bleibt immer Zeit für

ein Gespräch zwischendurch, das

von den Teilnehmern gerne zum

Erfahrungsaustausch genutzt wird.

Arbeitskreissitzungen

Der Arbeitskreis tagt alle sechs

bis acht Wochen immer mittwochs

um 8.30 Uhr für zwei bis

zweieinhalb Stunden in den Räumen

der Fachgemeinschaft Bau.

Im Lauf der Jahre entwickelte er

sich zu einer aktiven Arbeitsgemeinschaft

mit viel Fachkompetenz

in vertrauenswürdiger Atmosphäre.

Pol / Renate Ehrenfort

Konkret 04 / September 2012 17


Buchbesprechung

Statik im Dachgeschoss

Lastannahmen – Schnittgrößen – Bemessung

Moderne Statik-Programme erleichtern heutzutage die

Tragwerksplanung. Jedoch können sie keinesfalls das

„ingenieurmäßige“ Denken ersetzen. Das Fachbuch

„Statik im Dachgeschoss“ von Martin Schmid erläutert

und rechnet ausführlich einen kompletten Standsicherheitsnachweis

für ein übliches Pfettendach nach

Eurocode vor und leistet so Hilfe bei der Tragwerksplanung

von Neubaudächern und im Baubestand.

Zunächst wird in der ausführlichen Beispielrechnung

intensiv auf die Lastannahmen nach Eurocode 1 eingegangen.

Das komplizierte System der Kombination

der Einwirkungen wird ausführlich erklärt. Im Kapitel

Bemessungskonzept ist das Verfahren mit Bemessungswerten

der Beanspruchung und Tragfähigkeit

dargestellt. Die charakteristischen Festigkeitswerte

werden mit Modifi kationsfaktoren multipliziert, die

sowohl das Langzeitverhalten des Werkstoffes Holz

als auch die Dauer der Lasteinwirkung und die Holzfeuchte

berücksichtigen. Dem Autor gelingt es, Verständnis

für das neue Denken zu wecken, welches

sich grundlegend von den bisherigen Bemessungsmethoden

mit vorhandenen und zulässigen Spannungen

unterscheidet.

Dieses Handbuch richtet sich an erfahrene Ingenieure,

angehende Tragwerksplaner sowie an Zimmerermeister,

die auch heute noch eine Holzbaustatik verstehen

wollen. K

Martin Schmid:

Statik im Dachgeschoss

Bruderverlag,

2. Aufl age 2012,

geb. 182 Seiten mit 132

Abbildungen und 41

Tabellen

39,00 €

ISBN

978-3-87104-192-1

Geburtstage &

Firmenjubiläen

Geburtstage

im Juli, August und September 2012

13.07. 65 Jahre Roland J. Bank

Berufsförderungswerk der Fachgemeinschaft

Bau Berlin und Brandenburg GmbH

Belßstraße 12, 12277 Berlin

04.08. 50 Jahre Dipl.-Ing. Jens Brand

BRAND BUILT A ROCK Felsenbau

Heinrich-Albrecht-Str. 16, 03048 Cottbus

06.08. 50 Jahre Mario Meyer

HKM Bauunternehmen GbR

Koßwiger Dorfstr. 11, 03226 Vetschau

10.08. 50 Jahre Isoliermeister Detlef Jente

HUBER & JENTE Wärme- und

Kälteschutz-Isolierungen GmbH

Grünauer Str. 122, 12557 Berlin

24.08. 50 Jahre Burkhard Blank

Estrichbau Blank

Kienitzer Oderstr. 50, 15324 Letschin

30.08. 80 Jahre Isoliermeister Wolfgang Huber

HUBER & JENTE Wärme- und Kälteschutz-

Isolierungen GmbH

Grünauer Str. 122, 12557 Berlin

27.09. 50 Jahre Andreas Mattberg

dis Deutsche Industrieboden Service GmbH

Arcostr. 32, 15831 Mahlow

Firmenjubiläen

im Juli, August und September 2012

01.07. 25 Jahre Baugeschäft Norbert Meyer

GmbH

Max-Steinke-Str. 31, 13086 Berlin

23.07. 80 Jahre Kofeld Fliesen Bau und

Handel GmbH

Reckeweg 14 A, 13591 Berlin

01.08. 25 Jahre Müller Bau Ferch

Fercher Str. 20, 14548 Schwielowsee

01.09. 25 Jahre Peter Schleese GmbH

Spreewaldstr. 40

15711 Königs Wusterhausen OT Zeesen

18 Konkret 04 / September 2012 Aus dem Verband


Willkommen am Bau!

Die neuen Azubis des Berliner

Baugewerbes: Aufmerksam verfolgen

sie die Auftaktveranstaltung.

Fachgemeinschaft Bau

Berlin und Brandenburg e.V.

Nassauische Str. 15

10717 Berlin

Tel.: 030 / 86 00 04-0

Fax: 030 / 86 00 04-12

E-Mail: info@fg-bau.de

Internet: www.fg-bau.de

Zu guter Letzt

Für 147 Jugendliche begann der Berufseinstieg

Anfang September mit

einer Ausbildung im Berliner Baugewerbe.

Mit offenen Armen wurden

die jungen Männer und zwei Frauen

von Andreas Koch-Martin, dem Geschäftsführer

des Berufsförderungswerkes

der Fachgemeinschaft Bau

(Lehrbauhof), empfangen: „Sie werden

von den Firmen ganz dringend

gesucht. Insofern eröffnen sich Ihnen

viele neue Perspektiven.“

Seit Jahren sind die Ausbildungszahlen

in der Baubranche trotz gu-

Redaktion:

Beate Bahr / BB (V.i.S.d.P.)

Tel.: 030 / 86 00 04-19

E-Mail: bahr@fg-bau.de

Mitarbeit:

Ronald Kaiser / K

Andreas Koch-Martin / KM

Annette Pollex / Pol

Sylke Radke / R

ter Zukunftsaussichten rückläufi g.

Diejenigen, die eine Lehre absolvieren

und diese erfolgreich abschließen,

werden in aller Regel

vom Arbeitgeber übernommen.

Durch zusätzliche Qualifi zierungen

kann die Karriereleiter weiter empor

geklettert werden. Wichtig sei,

so Koch-Martin, dass man mit Spaß

und Freude bei der Arbeit ist. „Je

früher Sie sich dessen bewusst

sind, desto besser funktioniert der

Einstieg in das Berufsleben“, gab

der Geschäftsführer mit auf den

Weg. BB

Förderung der Berufsausbildung durch das Bezirksamt

Mit großem Interesse folgte Bezirksbürgermeister

Reinhard Naumann

den Ausführungen der Ausbilder des

Berufsförderungswerks der Fachgemeinschaft

Bau (Lehrbauhof), die ihm

während eines Rundgangs Details

ihrer Lehrtätigkeit anschaulich vorführten

und erläuterten. Es war der

erste Besuch des seit knapp einem

Jahr im Amt befi ndlichen Bezirksbürgermeisters

aus Charlottenburg-Wilmersdorf

auf dem mehr als 26.000 m²

großen Areal des Lehrbauhofs. Reinhold

Dellmann, Hauptgeschäftsführer

der Fachgemeinschaft Bau und Andreas

Koch-Martin, Geschäftsführer

des Lehrbauhofes, zeigten Reinhard

Naumann die Möglichkeiten einer

vielseitigen Bauausbildung, wiesen

in dem Zusammenhang aber auch

auf die Probleme bei der Gewinnung

von Nachwuchskräften hin.

Mit Unterstützung des Bezirksamtes

Charlottenburg-Wilmersdorf, das als

Nachlassverwalter für die Heinrich-Wüstenhagen-Stiftung

fungiert, konnten –

entsprechend dem Stiftungszweck –

in der Vergangenheit Auszubildende

des Berliner Baugewerbes gefördert

werden. Darüber hinaus erhalten aber

auch Maßnahmen und Projekte, die

der Entwicklung der Ausbildung im

Bauhauptgewerbe dienen, Zuwendungen

aus Mitteln der Stiftung.

Dazu zählen beispielsweise der auf

dem Lehrbauhof angebotene Förderunterricht,

die Auslobung von

Leistungswettbewerben, internationale

Besuchsprojekte oder die Förderung

bei der Verlegung der sogenannten

Stolpersteine für die deportierten

Berliner Juden. Somit dient

die Unterstützung des Bezirksamtes

nicht nur rein fachlichen Aspekten,

sondern ermöglicht den einen oder

anderen Blick über den Tellerrand

hinaus. KM

Gestaltung:

explonauten.net GmbH [agentur für design & kommunikation]

www.explonauten.net

Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. Belegexemplar erbeten.

Bildnachweise:

S. 4: Landesamt für Arbeitsschutz des Landes Brandenburg

S. 11: Berliner Wasserbetriebe

Alle übrigen Bilder: Fachgemeinschaft Bau

Konkret 04 / September 2012 19


Bauwirtschaftliche

Eckdaten

Berlin Brandenburg Region

Jun 12 Jun 11 Jun 10 Jun 12 Jun 11 Jun 10 Jun 12 Jun 11 Jun 10

Beschäftigte laut Amt für Statistik

(Tätige Personen; inkl. kaufm./techn.

Angestellte, tätige Inhaber, Azubis) 19.701 19.471 18.205 32.511 31.782 31.454 52.212 51.253 49.659

Beschäftigte laut Sozialkasse

des Baugewerbes 14.052 13.704 12.901 22.998 22.984 22.536 37.050 36.688 35.437

geleistete Arbeitsstunden

(in 1.000 Std.)

Bauhauptgewerbe gesamt 1.950 1.868 1.922 3.806 3.561 3.690 5.756 5.429 5.612

davon Wohnungsbau 865 888 762 1.524 1.391 1.239 2.389 2.279 2.001

davon Wirtschaftsbau 646 552 628 1.161 1.161 1.316 1.807 1.713 1.944

davon Öffentlicher Bau 439 428 532 1.121 1.009 1.135 1.560 1.437 1.667

Baugewerblicher Umsatz

(in 1.000 Euro)

Bauhauptgewerbe gesamt 268.271 234.136 213.145 299.663 313.889 272.006 567.934 548.025 485.151

davon Wohnungsbau 87.448 89.333 71.856 111.084 107.526 76.716 198.532 196.859 148.572

davon Wirtschaftsbau 135.570 94.270 83.942 95.327 103.984 101.191 230.897 198.254 185.133

davon Öffentlicher Bau 45.253 50.533 57.347 93.252 102.379 94.099 138.505 152.912 151.446

Auftragseingang

(in 1.000 Euro)

Bauhauptgewerbe gesamt 212.950 194.205 153.090 165.427 196.195 242.807 378.377 390.400 395.897

davon Wohnungsbau 64.018 47.600 38.228 35.239 26.326 30.397 99.257 73.926 68.625

davon Wirtschaftsbau 98.911 92.531 77.313 58.964 85.680 138.752 157.875 178.211 216.065

davon Öffentlicher Bau 50.021 54.074 37.549 71.224 84.189 73.658 121.245 138.263 111.207

Jun 10 Jun 09 Jun 08 Jun 10 Jun 09 Jun 08 Jun 10 Jun 09 Jun 08

Anzahl der Baubetriebe im

Bauhauptgewerbe (jährlich) 2.727 3.019 3.104 4.532 4.703 4.824 7.259 7.722 7.928

1. Vj. 12 1. Vj. 11 1. Vj. 10 1. Vj. 12 1. Vj. 11 1. Vj. 10 1. Vj. 12 1. Vj. 11 1. Vj. 10

Insolvenzen im Bauhauptgewerbe

(vierteljährlich) 8 13 16 14 9 7 22 22 23

Jan 11 Jan 10 Jan 09 Jan 11 Jan 10 Jan 09 Jan 11 Jan 10 Jan 09

Kurzarbeiter 1.938 2.133 2.439 4.568 6.469 6.744 6.506 8.602 9.183

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