und Elektroindustrie in Sachsen - IG Metall

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und Elektroindustrie in Sachsen - IG Metall

E r k l ä r u n g der Tarifkommissionfür die Metall- und Elektroindustrie von SachsenDresden, 18. Februar 2004BezirkBerlin-Brandenburg-SachsenDer am 12. Februar 2004 erzielte Pilotabschluss vonPforzheim ist auf Ostdeutschland zu übertragen.Die Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungenvom 01. März 2004 um insgesamt 2,2 % und umweitere 2,7 % ab 01. März 2005 ist angesichts derökonomischen Entwicklung von Sachsen für die Betriebeverkraftbar und für die Beschäftigten zur Sicherung ihrerRealeinkommen und zur Sicherung der Nachfrage unabdingbarnotwendig.Die ökonomischen Daten sprechen hier eine eindeutigeSprache. Die Wertschöpfung der Industrie in Sachsen ist umbeeindruckende 7,7 % im Jahre 2003 gestiegen. AlleKonjunkturumfragen sprechen dafür, dass das Wachstum sicherneut beschleunigt. Die Auftragseingänge der ostdeutschenMetall- und Elektroindustrie sind um 7,2 % im Jahre 2003gegenüber 2002 kräftig gestiegen. Im letzten Quartal desJahres 2003 legten die Aufträge sogar um 14 % zu. Dieostdeutsche Lohnquote liegt unter dem westdeutschenVergleichswert.Lohnabstriche, wie sie der Präsident des Verbandes derSächsischen Metall- und Elektroindustrie einfordert, weisen wirdeshalb nachdrücklich zurück.Die Tarifkommission begrüßt ausdrücklich, dass es mit derRegelung zur ERA-Strukturkomponente gelungen ist, dieVoraussetzungen für die betriebliche Einführung einesgemeinsamen Entgeltrahmentarifvertrages zu schaffen. Auchfür Ostdeutschland muss gelten, dass im März 2004 4,2 %, imOktober 2004 4,5 %, im März 2005 4,6 %, im Oktober 20054,5 % und im Februar 2006 1,4 % des jeweiligen monatlichenTarifentgelts als Einmalzahlung fließen.Die Tarifkommission bewertet das Verhandlungsergebnis vonPforzheim in seiner Gesamtheit als tragfähigen Kompromiss.


Seite 2Mit dem Ergebnis ist es gelungen:• eine akzeptable Steigerung der Entgelte undAusbildungsvergütungen durchzusetzen,• die Erpressbarkeit der Betriebsräte abzuwehren - tariflicheRegelungsfragen bleiben Verhandlungsgegenstand derTarifparteien,• eine flächendeckende Verlängerung der Arbeitszeit,insbesondere die unbezahlte Verlängerung derRegelarbeitszeit auf bis zu 40 Stunden pro Wocheabzuwehren,• das von den Arbeitgeberverbänden und Gesamtmetallkonstruierte Junktim zwischen Lohnsteigerung undbetrieblicher Option zur Arbeitszeitverlängerung zudurchbrechen.Dies muss auch für Ostdeutschland gelten.Die Tarifkommission unterstreicht nachdrücklich, dass sieAbstriche von diesem Tarifergebnis nicht akzeptiert. In denBetrieben wird die Diskussion um die Übernahme diesesTarifergebnisses intensiviert. Dabei werden die Interessenvertretungenund Belegschaften von ihren Geschäftsführungenverlangen, auf den Verband einzuwirken. Dem Tarifergebnismuss zugestimmt werden. Wenn nicht, schaffen wir dieVoraussetzungen, mit Warnstreiks unsere Durchsetzungsfähigkeitund unseren Durchsetzungswillen auch öffentlich zubekunden.Der Verband der Sächsischen Metall- und Elektroindustriemuss zur Kenntnis nehmen, dass die Beschäftigten die einmalerreichte Angleichung der Nominallöhne nicht wieder aufgeben.Wir werden verhindern, dass das Streikergebnis von 1993 beiheute ungleich besseren ökonomischen Rahmenbedingungenzur Disposition gestellt wird.

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