Die Tür öffnet sich, herein tritt ein - MBA Programme der HWR Berlin

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Die Tür öffnet sich, herein tritt ein - MBA Programme der HWR Berlin

SemesterJournal

Weiterbildung & Career Service

2/09


Titelfoto:

Ein Mentorenteam des Fachbereichs

Berufsakademie der HWR Berlin:

Mentorin Janina Matzkeit (2. v. l.)

mit den Studierenden Nicole Kümpel,

Eva Gottschalk und Norman Stöber

SemesterJournal 2/09 Inhaltsverzeichnis

3

Inhalt

Leitartikel

Titelthema:

Weiterbildung & Career Service

HWR Berlin

Theorie und Praxis

Forschung

Internationales

Gleichstellung

Personalia

Rund um’s Studium

Alumni

Kurzmeldungen

Ankündigungen

Impressum

04 Talente schaffen Werte

05 Weiterbildung im gesellschaftlichen Wandel

06 einsteigen, umsteigen, aufsteigen

07 Soft Skills für Studierende und Alumni

08 Bewerbungsberatung & Coaching

08 Praxis- und Bewerbungsberatung am Campus Lichtenberg

09 Beratung nach dem Win-Win-Prinzip

11 Ein Gewinn für alle

12 Berufseinstieg konkret – Campus meets Company

13 Erfolgreich GRÜNDEN mit der HWR Berlin

14 Das IMB Institute of Management Berlin

16 Promotionszusammenarbeit mit London gestartet

17 Fernstudiengänge im Kommen

18 Alles, was Recht ist

19 Weiterbildung ohne Bildung?

20 Lebenslanges Lernen beginnt…

21 Aus eins mach drei – Neues von den Hochschulbibliotheken

22 Einführung von KODE ® ‚ am IMB Institute of Management Berlin

23 Formel 1 an der HWR Berlineine Karrierechance

24 BERLIN infostore goes green

25 Projekt „WeGreen“ vom Nachhaltigkeitsrat ausgezeichnet

26 Teaching Points

27 Verbesserte Kooperation durch Forschung und Weiterbildung

28 Deutschland bleibt Weltspitze bei Aus- und Weiterbildung im Logistiksektor

29 Familien (-unternehmen) und ihre Immobilien

30 Starkes Interesse in Korea für duales Studienkonzept

30 Exchange your World – Fotowettbewerb 2009

32 Spannende Entwicklungen und Debatten

33 Verankerung von Genderaspekten in der Lehre an der HWR Berlin

34 20 Jahre Frauenrat - eine Bilanz

35 Mehr Frauen braucht die HWR Berlin – und sie bekommt sie auch

36 Neuberufungen

40 Was frischgebackene Bachelor-Absolvent/innen von der Varusschlacht

lernen können

41 It´s your choice

42 Neue Wege beschreiten

43 Bachelorstudiengang „Unternehmensgründung und –nachfolge“

44 International Business Management

45 International Leadership Training Krankenhausmanagement Asien

46 Wie wir wurden, was wir sind

47 Führungskompetenz und Praxiserfahrung

48 Neu: Tutorium für studierende Eltern

48 5000. Absolvent

49 Delegation des chinesischen Erziehungsministeriums an der HWR Berlin

50 Promotionsstipendium für Frauen

50 Geschlechterpolitik in der EU: Bilanz und Perspektiven im Bereich

Arbeitsmarkt und Beschäftigung

51


4 Leitartikel

SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Titelthema: Weiterbildung & Career Service

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Talente schaffen Werte

Vielfalt in der Kompetenzentwicklung wird zum entscheidenden Faktor für nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Text: Jörg Ullmann

Innovationen – das ist der zentrale und

viel zitierte Erfolgsfaktor, welcher sowohl

für unseren hochentwickelten Standort

Deutschland als auch für einen Technologiekonzern

wie Siemens von großer

Bedeutung ist. Dessen Strategie richtet

sich seit einiger Zeit konsequent an den

globalen Megatrends aus: Klimaveränderung,

Urbanisierung, Globalisierung und

demografischer Wandel werden weltweit

diskutiert. Regierungen, Unternehmen

und Institutionen sehen zu diesen Trends

entsprechenden innovativen Handlungsbedarf.

Das Siemens-Portfolio bietet

dazu besonders in den Feldern Energie,

Industrie, Verkehr und Gesundheit ein

breites Angebot an Produkten, Dienstleistungen

und Know-how. Zusehens

präsentiert sich Siemens als „Green

Company“. Die besondere Kompetenz

stellen dabei integrierte Lösungen dar,

welche auf den jeweiligen Kunden individuell

zugeschnitten werden können.

Diese Ziele können nur mit den besten

Mitarbeiter/innen erreicht werden.“

People Excellence umfasst bei Siemens

die HR-Aspekte der übergeordneten

Konzernstrategie und definiert die Leitlinien

für Rekrutierung und Personalentwicklung.

Um aus komplexen Anforderungen

unserer Kunden erfolgreiche

Projekte zu entwickeln, brauchen wir eine

Vielzahl und Vielfalt von Talenten – und

das als Global Player in 190 Ländern.

Siemens stellt weltweit exzellent ausgebildete

Mitarbeiter/innen ein, besonders in

den schnell wachsenden Regionen (unter

anderem den BRIC-Staaten und im

Mittleren Osten). Die Zusammenarbeit

mit Hochschulen erlangt dabei ebenso

strategische Bedeutung wie die eigene

Ausbildung von Nachwuchskräften.

Diese hat in Deutschland als duale Berufsbildung

seit Jahren einen besonderen

Stellenwert. Über 10 000 Schulabsolvent/

innen (davon rund 3 000 für externe

Unternehmen) befinden sich zurzeit in

attraktiven Ausbildungs- und Studiengängen.

Damit ist Siemens einer der

größten privaten Ausbildungsbetriebe.

Eine interessante Entwicklung fand hier

in den letzten Jahren statt: Bereits über

30 % des aktuellen Einstelljahrgangs

kombinieren ihre Berufsausbildung mit

einem technischen oder wirtschafts-

wissenschaftlichen Hochschulstudium.

„Unsere Kooperation mit der HWR

Berlin setzt hier seit Jahren Maßstäbe!“

Aus gesellschaftlicher Verantwortung

heraus bildet Siemens traditionell über

Bedarf aus: Seit 1993 wurden deshalb

rund 3 500 zusätzliche Plätze zur Verfügung

gestellt.

Und wie geht es danach weiter?

Jede/r Mitarbeiter/in erhält durch

seine/ihre Führungskraft regelmäßig

Feedback über seine/ihre Leistungen.

Daraus leiten beide (also Mitarbeiter/

in und Führungskraft) verschiedene

Entwicklungspfade ab und definieren

Maßnahmen zum Kompetenzausbau

(z. B. Seminarbesuch oder gezielte Job

Rotation). So entwickelt der Konzern

auch seinen Führungskräftenachwuchs:

„Top Talents“, Mitarbeiter/innen mit

überdurchschnittlichen Leistungen

und Potentialen, sollen möglichst früh

erkannt werden, um sie konsequent

fördern zu können, insbesondere durch

herausfordernde Aufgaben.

Als angehende Führungskraft mündet

man dann in das Siemens-Leadership-

Excellence-Program. Dieses begleitet

die Siemens Manager durch die weitere

Karriere mit einem Trainingskonzept,

das auf jeweils steigende Anforderungen

gezielt vorbereitet. Als Management-

Lehrer/innen und Mentor/innen betätigen

sich dabei auch Führungskräfte, um

die Siemens Führungskultur zu implementieren.

Ein zweiter Karrierepfad von besonderem

Stellenwert richtet sich an hochqualifizierte

Mitarbeiter/innen mit

technischer (Hochschul-) Ausbildung.

Solche Key Experts sind die Garanten

für die künftige Innovationsfähigkeit

des Unternehmens.

Der Learning Campus vervollständigt die

Weiterbildung, er hält ein breites Seminarangebot

für alle Mitarbeiter/innen zur

fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung

bereit. Es besteht außerdem die

Möglichkeit, berufsbegleitende Fortbildungsstudiengänge

bei Partner-Hochschulen

zu belegen, um dort technische

bzw. betriebswirtschaftliche Bachelor-

und Masterabschlüsse zu erwerben.

Lebenslanges Lernen umfasst also ganz

unterschiedliche Ansätze, alle sind sie

geschäfts- und mitarbeiterbezogen.

„Eigeninitiative ist in jedem Fall

gefordert, wird aber auch gefördert.“

Die Personalpolitik baut auf Vielfalt,

sowohl bezogen auf den Qualifikationsaspekt,

als auch auf die kulturelle und

gesellschaftliche Dimension („Work-Life-

Balance“). So stellt sie sicher, dass sich Siemens

stets die erforderlichen Kompetenzen

erhält – Talente, die Werte schaffen.

Der Autor, Dipl.-Kfm. Jörg Ullmann,

ist bei Siemens Professional Education

zuständig für Studiengänge zur berufsbegleitenden

Fortbildung.

Weiterbildung im gesellschaftlichen

Wandel

Die Herausforderungen und Chancen des Strukturwandels hin zu wissensbasierten Gesellschaften hat einem verstaubten

Paragraphen des Berliner Hochschulgesetzes zu neuem Glanz verholfen: § 4 Abs. 4 legt fest, dass die Hochschulen dem weiterbildenden

Studium dienen und sich an Veranstaltungen der Weiterbildung beteiligen.

Text: Michael Tolksdorf

Weiterbildung hatte nur geringen

Wert – Leistungskriterien und finanzielle

Zuwendungen belohnten das

grundständige Studium. Erst wenn

hier alle Verpflichtungen erfüllt waren,

durften Mittel für Weiterbildung

verwendet werden. Praktisch hieß das

bei einer durch den Numerus Clausus

bestimmten Hochschule wie der HWR

Berlin, dass alle Kapazitäten ausgelastet

waren. Wo fand dann Weiterbildung

ihren Raum?

Aufgrund jahrelanger Tradition einer

Vorgängereinrichtung – der Wirtschaftsakademie

Berlin – startete die

Fachhochschule für Wirtschaft Berlin,

seit April 2009 HWR Berlin, ihr

Hochschuldasein zum Sommersemester

1971 mit einem etablierten Weiterbildungsstudium,

dem Abendstudiengang

Wirtschaft. Für den regionalen Markt

wurden hauptsächlich Wirtschaftspraktiker/innen,

die Realschul- und Berufsabschluss

in der Tasche hatten, für

anspruchsvolle Tätigkeiten vorbereitet

und mit einem Hochschulabschluss (Diplom)

ausgestattet. Klar, dass das nicht

so ganz in das System passte, weshalb

dieses Programm als grundständiger

Studiengang strukturiert und „normalen“

Studierenden ohne Berufspraxis

und gezielten Weiterbildungsbedarf

geöffnet wurde. Dieses abendliche Studienangebot

besteht auch heute noch,

alternierend mit dem Bachelorstudiengang

Unternehmensgründung und

–nachfolge. Angebote für Gast- und

Nebenhörer/innen öffneten die Veranstaltungen

für Interessierte, die einen

begrenzten fachspezifischen Nachhol-

und Weiterbildungsbedarf haben. Dem

dienen auch das Marketing Forum und

das Nachhaltigkeitsforum als weiter-

bildende Verbindungen von Theorie

und Praxis.

Lehrerfahrungen mit Studierenden, die

als Berufspraktiker an systematischer

Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse

sowie neuerer Managementlehren

interessiert waren, prägten das

Selbstverständnis unserer Hochschule,

die sich nie als Elfenbeinturm verstand,

sondern mitten in der Gesellschaft

und ihren Konflikten arbeitete. Die

hauptamtlichen Hochschullehrer/innen

waren aus der Berufspraxis heraus

berufen worden, entfernten sich aber

im Zeitablauf von den realen Erfahrungen

und Problemen in Wirtschaft

und Verwaltung. Die Zusammenarbeit

mit erfahrenen Praktiker/innen bot die

Chance, den Wandel der betrieblichen

Herausforderungen zu erfahren, zu re-

Wissenschaftliche Weiterbildung für

andere ist somit gleichzeitig Weiterbildung

für die eigene akademische

Einrichtung.

flektieren und für die akademische Lehre

und Forschung nutzbar zu machen.

Weiterbildung hatten daher beide

Vorgängerhochschulen, FHVR wie

FHW Berlin, betrieben. Dabei hatte

es die FHW Berlin als eine Art von

Business School möglicherweise etwas

leichter: Die Akzeptanz von akademischer

Fortbildung ist international weit

verbreitet, desgleichen die Bereitschaft,

für den Gegenwert des so gewonnenen

Wissens zu bezahlen. Die FHW Berlin

startete daher schon 1992 postgraduale

akademische Weiterbildung durch die

Einführung von Vollzeit- und berufsbegleitenden

Studiengängen mit dem

Abschluss „Master of Business Administration

(MBA)“ in Zusammenarbeit mit

zwei britischen Universitäten. Dieses

Angebot wurde ausgebaut und differenziert,

sodass es heute elf weiterbildende

Studiengänge gibt, für die das Institute

of Management Berlin (IMB) den

akademischen und organisatorischen

Rahmen bietet. Die Fusion von FHW

Berlin und FHVR zur HWR Berlin am

1. 4. 2009 hatte der Weiterbildung einen

zusätzlichen Schub verliehen; das Fernstudieninstitut

(FSI) mit einem Masterstudiengang

und das Osteuropa-Institut

(IMO) bereichern die Weiterbildungstätigkeit

am Lichtenberger Campus.

Weitere Studiengänge sind in der Pipeline:

Der Fachbereich III Allgemeine

Verwaltung arbeitet derzeit an der Entwicklung

eines Bachelorstudiengangs

„Öffentliche Verwaltung“, der weiterbildend

ausgelegt ist und zusammen

mit dem FSI angeboten werden soll.

Weiterbildend sind auch die Sommerschulen

der HWR Berlin, die jährlich

über hundert internationale Studierende

nach Berlin locken.

Der Autor ist Erster Prorektor der HWR

Berlin.


6 Titelthema: Weiterbildung & Career Service

SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Titelthema: Weiterbildung & Career Service

7

einsteigen, umsteigen, aufsteigen

mit dem Career Service der HWR Berlin

Text: Denise Gücker

Der zentrale Career Service der HWR

Berlin hat sich 2009 mit einem erweiterten

Team neu aufgestellt. Das vielfältige

Angebot unterstützt Studierende

und Alumni dabei, ihre individuellen

außerfachlichen Potenziale zu entfalten

und zu nutzen. Das Angebot reicht von

Soft Skill Trainings über Bewerbungsberatung,

Coaching, Interkulturellem

Mentoring, Veranstaltungen mit

Unternehmen und Stellenmarkt bis

zum Existenzgründungsprogramm.

„Career Service Angebote haben sich

als äußerst effektives Mittel erwiesen,

das im Studium geschaffene Potenzial

erfolgreich für die eigene Karriere

zu nutzen. Career Services gehören

damit zum unabdingbaren Angebot

einer modernen Hochschule.“

Marcellus Menke, Vorstandsvorsitzender

Career Service Netzwerk

Deutschland e. V.

Anfang Dezember 2009 kam die

Eröffnung des neuen Existenzgründungszentrums

hinzu.

Der mit 1,5 festen Stellen besetzte

Career Service hat seit mehreren

Jahren in Folge erfolgreich Drittmittel

aus dem Europäischen Sozialfonds

einwerben können, so dass inzwischen

ein achtköpfiges Team das beachtliche

Angebot engagiert vorantreibt. Gerade

in wirtschaftlich schwierigen Zeiten

kann der Nutzen dieses Zusatzangebots

entscheidend sein. Unternehmen

bewerten heutzutage die sogenannten

Schlüsselkompetenzen ihrer Mitarbeiter/innen

überaus hoch, zumal sie eine

wesentlich höhere Halbwertzeit haben

als Fachkenntnisse. Der Career Service

unterstützt, wie im Bologna-Prozess

gefordert, den Übergang von der

Hochschule in die Berufspraxis und

damit die Employability der Studierenden.

Dies ist für die Absolvent/innen

und für die Hochschule ein Wettbewerbsvorteil.

Das Team des Career Service (v. l. n. r.): Arndis Hess, Kathrin Joerger, Isolde Drosch,

Anne Quilisch, Karola Beck (hintere Reihe)Denise Gücker, Beate von Halle, Lars Hansen

(vordere Reihe)

Durch eine engere Zusammenarbeit

mit den Fachbereichen ergeben sich für

den Career Service neue Perspektiven.

In der Diskussion ist die Vergabe von

ECTS-Credit-Points für Soft Skill Trainings.

Auch für die Alumniarbeit der

HWR Berlin hat der Career Service mit

seinem neuen Weiterbildungsprogramm

mit Schwerpunkt Soft Skills neue Bedeutung

gewonnen:

„Das Seminar war sehr gut. Ich hoffe,

dass es in den nächsten Jahren weiter

solche Angebote gibt.“

Stefan Westphal, Alumnus der

Berufsakademie der HWR Berlin,

Stellv. Filialleiter/Berliner Volksbank

Der Career Service mit seinem umfangreichen

Programmangebot bleibt auch

zukünftig zentraler Ansprechpartner

für alle Interessierten, wenn es heißt:

einsteigen – umsteigen – aufsteigen.

Lesen Sie mehr dazu auf den nächsten

Seiten.

Alle Informationen zum Career

Service:

www.hwr-berlin.de/career

Soft Skills für Studierende und Alumni

Sowohl im Studium als auch im Beruf gewinnen Schlüsselkompetenzen – neben den fachlichen Qualifikationen –

immer mehr an Bedeutung

Text: Beate von Halle, Denise Gücker

eq-plus Zertifizierungsprogramm

für Studierende

Der Career Service der HWR Berlin

bietet Studierenden ab dem 2. Semester

in Kooperation mit dem Hochschulteam

der Agentur für Arbeit Berlin Süd und

Unterstützung durch den Europäischen

Sozialfonds kostenlose Soft Skill Seminare

im Rahmen des eq-plus Zertifizierungsprogramms

an. Das Programm

umfasst fünf zweitägige Seminare mit

max. 15 Teilnehmern/innen zu Themen

wie Bewerbungstraining, Assessment

Center, Rhetorik, Zeitmanagement u. v. m.

Die Seminare werden in den Semesterferien

von externen Trainer/innen durchgeführt.

Das integrierte Praktikum* und

die Karriereberatung der Arbeitsagentur

runden das Programm ab, das sich i. d. R.

über mindestens drei Semester erstreckt

und mit einem Zertifikat abschließt.

Pro Semester werden 40 Studierende in

das Programm aufgenommen. Für die

Anmeldung ist ein Motivationsschreiben

und der Lebenslauf einzureichen.

Anmeldefristen:

bis 30. November für das Wintersemester

bis 30. Mai für das Sommersemester

Zahlen & Fakten

Seit dem Jahr 2000 haben insgesamt

916 Studierende an Soft Skill Seminaren

In Seminaren und Workshops, die vom Career Service der HWR Berlin angeboten werden,

eignen sich Studierende und Alumni Soft Skills für Studium und Beruf an.

des Career Services der HWR Berlin

teilgenommen, von denen 466 das

Zertifizierungsprogramm erfolgreich

mit dem eq-plus Zertifikat abschlossen.

69 Studierende nahmen an offenen

Seminaren teil. Nach einer Umfrage

unter den Absolvent/innen des eq-plus-

Programms würden 95 % wieder am

Zertifizierungsangebot teilnehmen, da

das erlernte Handwerkszeug sowohl

Vorteile im Beruf als auch im Privatleben

bietet.

* Abendstudierende und Studierende des FB II

Berufsakademie sind davon ausgenommen.

„Mit großer Freude habe ich dieses Semester wieder die Aushänge für die Qualifizierungsseminare

in der HWR wahrgenommen. Ich habe einige der Seminare

schon letztes Semester besucht und war damals sehr angetan vom eq-plus Zertifizierungsprogramm.

Es bietet uns Studierenden eine große Chance, sich im

Bereich Soft Skills oder Selbstpräsentationen weiter zu verbessern sowie Fragen zu

speziellen Themen wie Bewerbung, Assessment Center oder Teammanagement

von Trainer/innen vor Ort beantworten zu lassen. Durch die Möglichkeit, sich

sein individuelles „Seminarpotpourri“ zusammenstellen zu können, erlernt man

immer wieder Kleinigkeiten, die man vorher noch nicht wusste und die man,

zusätzlich zum Seminarskript, mit nach Hause nehmen kann.“

Laura Dix, 5. Semester, Wirtschaftsrecht

Workshops für Alumni

Im Oktober 2009 ist ein neues berufsbegleitendes

Weiterbildungsprogramm

für Alumni der HWR Berlin mit dem

Schwerpunkt Soft Skills gestartet. Das

Programm wurde von den Alumni

mit Begeisterung aufgenommen. Die

ersten Workshops zu den Themen

Networking als Erfolgsstrategie, Teams

professionell entwickeln und Verhandlungsführung

waren ruckzuck

ausgebucht. Der Bedarf, auch im Beruf

neben den Fachkompetenzen soziale,

methodische und individuelle Kompetenzen

weiterzuentwickeln, ist groß.

Der Career Service unterstützt diesen

individuellen Prozess des lebenslangen

Lernens und bietet auch 2010

Workshops an. Geplant sind u. a. die

Themen Präsentation, Moderation und

interkulturelles Training. Aufgrund

der Finanzierung über Drittmittel aus

dem Europäischen Sozialfonds können

die Workshops zunächst unentgeltlich

angeboten werden!

Die Autorin Beate von Halle ist Ansprechpartnerin

für das eq-plus Zertifizierungsprogramm

im Career Service,

Denise Gücker für die Alumni-Seminare.


8 Titelthema: Weiterbildung & Career Service

SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Titelthema: Weiterbildung & Career Service

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Bewerbungsberatung & Coaching

„Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg“

(Laotse, chinesischer Denker)

Text: Anne Quilisch

Junior Consultant bei einer bekannten

Unternehmensberatung oder Human

Resource Manager in einem Großunternehmen?

Marketing Manager in der

Konsumgüterindustrie oder vielleicht

doch lieber eine Selbständigkeit? Viele

Studierende und Absolvent/innen der

HWR Berlin kennen ihr Berufsziel genau,

wenn sie zu einem Gespräch in die

Bewerbungsberatung kommen. Andere

sind noch auf der Suche nach dem Job,

der zu ihnen und ihrer individuellen

Berufs- und Lebenserfahrung passt. Der

Zeitraum zwischen Studienabschluss

und dem ersten richtigen Job wird von

vielen Bewerber/innen als langwierig

und lästig empfunden.

Betrachten wir den Bewerbungsprozess

aber als persönliche Weiterbildung, die

aktive Mitarbeit erfordert und den Bewerber/innen

durch die Beschäftigung

mit eigenen Kenntnissen und Fähigkeiten

zu wichtigen (Selbst)Erkenntnissen

verhilft, so zeigt sich, dass es sich keinesfalls

um eine Leerlaufphase zwischen

Studium und Berufsleben handelt. Der

Bewerbungsprozess ist vielmehr eine

Chance, eigene Stärken zu erkennen,

Schon mit der Wahl des Praktikums

lassen sich wichtige Weichen für den

Berufseinstieg stellen. Praktikant/innen

lernen ein Berufsfeld intensiv kennen,

bekommen Feedback zu ihren Kompetenzen

und knüpfen Kontakte, die nicht

selten in einen Job nach Studienende

führen. Eine gezielte und gut vorbereitete

Praktikumswahl lohnt sich.

Ziele zu formulieren und schrittweise

auf diese hinzuarbeiten.

Selbstverständlich bleiben Fragen zur

richtigen Formulierung eines Anschreibens,

zur Gestaltung des Lebenslaufs

und zur gezielten Vorbereitung auf ein

Vorstellungsgespräch. Der Career Service

begleitet Studierende und Absolvent/innen

über den gesamten Bewerbungsprozess

mit Beratungsangeboten,

Seminaren und individuellem Coaching.

Eine Umfrage unter denjenigen, die

2007 und 2008 die Beratungsangebote

in Anspruch genommen haben, zeigt

deutlich sichtbare Erfolge: Entwicklung

von beruflichen und persönlichen Perspektiven,

Einladungen zu Vorstellungsgesprächen

und manches Mal einfach

der Mut, den eigenen Weg konsequent

Die Praktikumsbewerbung bietet

außerdem eine gute Gelegenheit, in

den Bewerbungsprozess einzusteigen,

die Bewerbungsunterlagen auf Vordermann

zu bringen und sich ohne den

Prüfungsstress des Abschlusssemesters

im Nacken mit den eigenen beruflichen

Vorstellungen auseinanderzusetzen. Am

Campus Lichtenberg erfolgen Informa-

zu beschreiten werden von den Befragten

als häufigste Ergebnisse genannt.

Die Autorin ist Ansprechpartnerin

für Bewerbungsberatung und Coaching

im Career Service.

Praxis- und Bewerbungsberatung

am Campus Lichtenberg

Text: Kathrin Joerger

„…nachdem ich das Gespräch zum Thema Bewerbungen bei Ihnen hatte,

bin ich gut vorbereitet in die zweite Gesprächsrunde gegangen. Es wurden

Fragen gestellt, die keinen Bezug zur ausgeschriebenen Stelle hatten, z. B.


Warum haben Sie sich für eine Fachhochschule entschieden?

Was sind Ihre Pläne für die nächsten Jahre?

Es verlief alles auf einer Art psychologischen Schiene – aber Sie hatten so etwas

ja angedeutet. Heute bekam ich einen positiven Anruf. Ich kann somit ab dem

1. April anfangen.“

Robert Stein, Studiengang Business Administration

„Unglaublich inspirierend! Ein super

Coach! Es war echt eine goldrichtige

Entscheidung, das Coaching wahrzunehmen.

Gerade für mich in meiner

entscheidungsträchtigen Situation

wurden mir durch das Coaching zum

ersten Mal meine Schlüsselqualifikationen

so richtig bewusst. Nach

einer Analyse meiner Wünsche und

den Wegen, sie zu realisieren, gibt es

nun einen Ablaufplan, welcher mir

eine klare Struktur bietet.“

Ulrich Katterbach,

Business Administration

tion, individuelle Beratung und Check

der Bewerbungsunterlagen frühzeitig

im Studium aus einer Hand.

Die Autorin ist zentrale Ansprech-

partnerin des Career Service für den

Campus Lichtenberg.

Beratung nach dem Win-Win-Prinzip

Mentor/innen aus der Wirtschaft unterstützen Studierende mit Migrationshintergrund

Text: Isolde Drosch

Die HWR Berlin ist geprägt durch einen

hohen Praxisbezug und Internationalität.

Dies spiegelt sich auch in dem

interkulturellen Mentoring-Programm,

welches Studierenden mit Migrationshintergrund

und Mentoren/innen aus

der Wirtschaft die Möglichkeit gibt,

sich zu interkulturellen Aspekten auszutauschen.

Die Mentees profitieren vom Erfahrungsschatz

ihrer Mentoren/innen und

werden bei der Karriereplanung unterstützt.

Eingebunden in ein wachsendes

Netzwerk können die Studierenden

Kontakte knüpfen und bekommen

einen Einblick, auf was es beim beruflichen

Ein- und Aufstieg ankommt.

ZONTA Berlin, ein internationaler Zusammenschluss

berufstätiger Frauen in

leitender oder selbstständiger Position,

unterstützt das Programm der HWR

Berlin. Persönlichkeiten aus Wirtschaft,

Wissenschaft und Politik engagieren sich

als Mentoren/innen. Unter ihnen sind

Vertreter/innen von Unternehmen und

Verbänden wie Coca Cola, DIHK, DGB,

Wilmerhale und dem Verband Berliner

Kaufleute und Industrieller (VBKI).

Interessierte Einzelpersonen, die sich

für unser Programm engagieren möchten,

sind genauso willkommen, wie

Unternehmen und Verbände.

Mentoren/innen berichten von ihren Erfahrungen:

Dr. Gernot von Grawert-May, Managing Director und Bevollmächtigter des

Vorstands der Deutschen Bank a.D.,Chairman of Puma Brandenburg Ltd.

Ich bin überrascht von dem hohen Anteil von Studierenden völlig oder teilweise

fremder Provenienz. Ebenfalls überrascht bin ich über das Klima

in der HWR Berlin, das ich als überdurchschnittlich gut wenn nicht gar

exzellent wahrnehme. Dies scheint mir einer der elementaren Erfolgsfaktoren

für Integration zu sein.

Vor einem solchen Hintergrund empfinde ich meine Rolle als Mentor als

relativ leicht. Zumindest sehr angenehm ist sie, sowohl was meinen „eigenen“

Mentee betrifft, als auch die anderen, soweit ich sie kennen gelernt habe.

Und natürlich ist das ganze Mentoring geprägt von dem integrierenden

Elan von Isolde Drosch. Ist es da nicht ein Vergnügen, Mentor an der

HWR Berlin zu sein?

Britta Sösemann, Präsidentin Zonta Club Berlin 2008–2010

Das interkulturelle Mentoring-Programm für Studierende mit Migrationshintergrund an der

HWR Berlin findet regen Zuspruch.

Rückschau auf fast zwei Jahre Mentoring: Ich bin so erfüllt von der Vielzahl der

Eindrücke, dass ich gerne auch weiter an dem Programm teilnehmen werde.

Es macht sehr viel Freude, einen erfolgsbereiten jungen Menschen zu fördern

und darin zu unterstützen, seine Ziele zu erreichen. In diesem regelmäßigen

Austausch ist man als Mentorin jedoch keineswegs nur die „große Beraterin“.

Durch die Gespräche mit meiner Mentee wurde mir z. B. bewusst, dass ich auch

exotische Vorhaben meiner Kinder etwas gelassener betrachten könnte.

Die Hochschule hat das Programm glücklicherweise von Beginn an professionell

und für alle Beteiligten leicht zugänglich organisiert. Die persönliche,

stets freundliche Begleitung und die große Bereitschaft, flexibel auf neue

Möglichkeiten zu reagieren, tragen wesentlich dazu bei, das Engagement der

Mentor/innen zu gewinnen und vor allem – zu erhalten.

Ansprechpartnerin:

Career Service

Isolde Drosch

Tel.: +49 (0)30 85789-266

E-Mail: isolde.drosch@hwr-berlin.de


10 Titelthema: Weiterbildung & Career Service

SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Titelthema: Weiterbildung & Career Service

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Eine Dozentin im Gespräch mit einer Mentorin und einem Alumnus: (v. l. n. r.) Prof. Dr. Pakize Schuchert-Güler, Dr. Susanne Sachtleber und

Recep Bayindir

Dr. Susanne Sachtleber, Personalberaterin, Coach-and-Consult, Zonta-Mitte

In meinen ersten Monaten als Mentorin habe ich vor allem die Erfahrung

gemacht, dass es auch „die kleinen“ Dinge sind, bei denen man den Mentees

hilfreich zur Seite stehen kann: Fragen nach Auftreten und Ansprache im

Firmenkontext, wenn es um Praktika und Bewerbungen geht zum Beispiel.

Darüber hinaus sehe ich meine Funktion ein Stück weit als „Spiegel“ oder

„Korrektiv“, wenn es um die Frage geht, welche Anforderungen gestellt werden,

was von Absolvent/innen verlangt wird etc. Mein Eindruck ist, dass Mentees

auch dazu neigen, sich selbst zu sehr unter Druck zu setzen, eventuell aus

dem Auge verlieren, was der eigentliche Sinn und Nutzen des Studiums ist,

ihre eigenen Neigungen den echten oder vermeintlichen Anforderungen der

Arbeitswelt, in der sie Fuß fassen wollen, zu stark unterordnen, sich vielleicht

mehr als nötig einer Norm anpassen oder unterordnen wollen. Als Mentorin

versuche ich dann, immer wieder die Individualität und Persönlichkeit der

Mentee in den Vordergrund zu rücken und der Mentee zu vermitteln, dass

vor allem auch diese neben allen Credits und Pflichtübungen über den Erfolg

ihres Werdegangs entscheiden wird.

Robert Munday, Business

Manager McDonald’s Account,

Coca-Cola GmbH

Eine sehr positive Erfahrung, die,

wie ich glaube, nicht nur meinem

Mentee, sondern auch mir auf

vielfache Weise geholfen hat. Die

Möglichkeit, offen über Themen zu

sprechen, z. B. darüber, wie kulturelle

Unterschiede das geschäftliche

und persönliche Leben beeinflussen,

sollte weiterhin von Unternehmen

und Universitäten gefördert werden.

Nur wenn wir die Probleme und

Herausforderungen anderer kennen,

können wir Lösungen finden

und von einander lernen.

Ein Gewinn für alle

Das Mentor/innenprogramm des Fachbereichs Berufsakademie nimmt Gestalt an

Text: Magret Goldhammer

Durch das Mentor/innenprogramm am

Fachbereich Berufsakademie hat die

Alumni-Arbeit eine neue Qualität

gewonnen, ist Teil des Studienalltags

geworden und dient dem Studienfortschritt.

Es wurden Strukturen geschaffen,

um Alumni – als Mentor/innen –

mit interessierten Studierenden zu-

sammen zu bringen, die – als Mentees –

von den Erfahrungen und Hinweisen

der Ehemaligen profitieren. Absolvent/

innen und Studierende der dualen

Programme bearbeiten gemeinsam

konkrete Aufgabenstellungen.

So beschäftigt sich eine Gruppe des

seit Anfang 2009 am Fachbereich

Berufsakademie existierenden Mentor/innenprogramms

mit Fragen der

Unternehmenskommunikation und des

externen Marketings. Die Teilnehmer/

innen entwickeln u. a. Strategien für das

Schulmarketing des Fachbereiches, d. h.

dafür, wie es besser gelingen kann, die

künftige „Kundschaft“ der Hochschule

rechtzeitig für das duale Studienangebot

zu interessieren.

Ein anderes Team hat die Organisation

des Ehemaligentreffens der Fachrichtung

Bank unterstützt – ein anspruchsvolles

Projekt. Alumnitreffen verlangen umfangreiche

Vorbereitungen. Es mussten

Helfer aus den verschiedenen Semestern

gewonnen, Ideen gesammelt, Programme

geplant und kalkuliert, Einladungen

verschickt werden. Alle packten auch

während des Treffens mit an.

Das Konzept sieht vor, dass Teams von

drei/vier Studierenden gebildet werden,

die jeweils für ein Jahr einen Alumnus

oder eine Alumna als Mentor/in zur

Seite gestellt bekommen, der/die für die

Studierenden als Betreuer/in fungiert.

Nach dem Teilnahmeaufruf erfolgt

ein sogenanntes Matching. Wie beim

professionellen Coaching wird versucht,

mittels Fragebögen jene Personen zu

identifizieren, die zueinander „passen“,

bei denen nicht nur „die Chemie

stimmt“, sondern die in den Teams eine

produktive Arbeitsbeziehung entwickeln

können, weil die Mentor/innen

„bieten“ können, was die jeweiligen

Mentees „suchen“.

Dieser Matching-Prozess hat zu recht

unterschiedlichen Konstellationen

innerhalb der einzelnen Teams geführt.

Manche Gruppen wurden fachrichtungsbezogen

gebildet, andere gerade

nicht. Außerdem fanden sich auch

unterschiedliche Studienjahrgänge zu

Teams zusammen, also Kommiliton/

innen, die – dem dualen System

geschuldet – sonst kaum Berührungspunkte

haben.

Zielstellung des Mentor/innenprogramms

ist es, ein günstiges Instrument

für den fachlichen Austausch anzubieten.

Das Programm soll den Studierenden

bei ihren Lernanstrengungen

helfen, indem ganz konkrete Erfah-

rungen weitergereicht werden: Wie

strukturiere ich meine Studienarbeiten;

wie organisiere ich den Praxistransfer;

wie entwickle ich Netzwerke? Natürlich

sind das keine exklusiven Fragestellungen,

es sind dieselben Fragen, die immer

„anstehen“, die auch in den Sprechstunden

mit der Professorenschaft erörtert

werden können. Aber nicht immer sind

im Alltag die Gelegenheiten dafür optimal,

der Kontakt „auf gleicher Augenhöhe“

ist oft einfacher.

Faszinierend ist die große Resonanz seitens

der Ehemaligen. Denn diese Tätigkeit

kann zwar zertifiziert werden, bleibt

aber ein reines Ehrenamt. Deshalb gilt

es, sowohl die Studierenden, die neben

ihrem intensiven Studium viel Zeit aufbringen,

wie auch die Ehemaligen, die

sich so engagieren, zu würdigen.

Die Autorin ist Projektleiterin Alumni

am Fachbereich Berufsakademie der

HWR Berlin und Initiatorin des Mentor/

innenprogramms.

Auch am Fachbereich Berufsakademie gibt es jetzt ein Mentor/innenprogramm. Das Besondere:

Es sind Alumni (Ehemalige), die die Studierenden der Hochschule unterstützen, an der

sie selbst einmal studieret haben.


12 Titelthema: Weiterbildung & Career Service

SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Titelthema: Weiterbildung & Career Service

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Berufseinstieg konkret –

Campus meets Company

Der Career Service der HWR Berlin organisiert in Zusammenarbeit mit den Fachbereichen und Unternehmen Veranstaltungen

für Studierende und Absolvent/innen, die direkte Kontakte zur Berufspraxis herstellen

Text: Denise Gücker und Kathrin Joerger

Berufsfelder kennen lernen –

Ideen sammeln

Stiftungen, internationale Entwicklungszusammenarbeit,

öffentlicher Dienst oder

doch ganz klar die Privatwirtschaft? In

der Vortragsreihe „Was kommt nach dem

Studium – Berufsfelder für HWR-Studierende“

stellen Praxisvertreter/innen ihr

Berufsfeld vor und erläutern Anforderungen

und Einstiegsmöglichkeiten. Referent/innen

sind nach Möglichkeit häufig

Absolvent/innen der Hochschule, die in

den Vorträgen über ihren Werdegang

berichten. Die Veranstaltungen werden

jeweils in Kooperation mit Hochschulprofessor/innen

durchgeführt.

Einen ganz unmittelbaren Eindruck

vom Arbeitsumfeld vermitteln Unternehmensbesichtigungen

und Exkursionen

zu anderen Arbeitgebern. In

diesem Semester sind z. B. Besuche bei

IKEA und Coca-Cola geplant. Auch

Workshops mit Unternehmen eröffnen

Berührungspunkte und Einblicke für

Studierende in die aktuelle Arbeitswelt.

Karrieretage – Unternehmen begegnen

Karrieretage sind zielgerichtete Informations-

und Recruiting-Veranstaltungen zu

einem Thema, die sowohl für die Studierenden

als auch für die teilnehmenden

Unternehmen sehr gewinnbringende

Erkenntnisse und Kontakte hervorbringen

können. Vor einigen Monaten fand

Serviceangebot

■ Sie wollen als Studierende/r ein bestimmtes Berufsfeld oder Unternehmen

kennen lernen?

■ Sie wollen als Hochschullehrer/in einen Berufsfeldvortrag in Ihre Lehrveranstaltung

integrieren oder einen Karrieretag initiieren?

■ Sie wollen sich als Arbeitgeber unseren Studierenden vorstellen oder

ein Praktikums- bzw. Stellenangebot inserieren?

Sprechen Sie uns an!

in Kooperation mit Prof. Dr. Susanne

Meyer, Leiterin des Studiengangs Wirtschaftsrecht,

ein Karrieretag zum Thema

Wirtschaftsrecht statt. Vertreter/innen

von Unternehmen aus unterschiedlichen

Bereichen (PricewaterhouseCoopers,

Deutsche Bahn, Anwaltskanzlei Geiser &

von Oppen und KPMG AG) stellten

Arbeitsgebiete für Wirtschaftsjurist/innen

sowie Einstiegs- und Aufstiegsmöglichkeiten

in ihrem Unternehmen vor. Die

Studierenden konnten sich praxisorientiert

und detailliert über das Berufsfeld

Wirtschaftsrecht informieren. Die Unternehmen

erfuhren im Gegenzug mehr über

die Qualifikationen und Potenziale der

HWR-Absolvent/innen. Neben der Gelegenheit

zum beruflichen Networking beim

abschließenden Come-together konnte

so auch Marketing für den Studiengang

Wirtschaftsrecht betrieben werden.

Für die Veranstaltung weiterer Karrieretage

sind verschiedene Formate angedacht,

Am 27. Januar 2010 können Studierende und Absolvent/innen ihre Karriere-

chancen direkt vor Ort in Berliner Unternehmen der Energiewirtschaft ausloten.

Der Career Service ist Partner bei der 1. Nacht der Unternehmen unter

dem Motto „Berlin Eine Stadt voll Energie“.

Ausführliche Informationen finden Sie unter: www.berlin.

nachtderunternehmen.de

beispielsweise Karrieretage zu typischen

Berliner Wachstumsbranchen wie Social

Media / New Media, Erneuerbare Energien,

Life Sciences oder zum Themenfeld

Non-Profit-Organisationen/NGOs. Karrieretage

zu bestimmten Tätigkeitsbereichen

wie Marketing, Personal, Controlling

etc. bieten sich ebenfalls an.

Stellenmarkt – Jobs und Praktika finden

Der Career Service nimmt Praktikums-

und Stellenangebote von Unternehmen

und anderen Organisationen entgegen

und veröffentlich sie im zentralen

Stellenaushang der HWR Berlin,

Standort Campus Schöneberg (Foyer)

und für den Campus Lichtenberg über

das dortige Intranet. Angestrebt wird

außerdem die zügige Etablierung eines

gemeinsamen Online-Stellenmarktes für

alle Bereiche der HWR Berlin (einschließlich

IMB und Praktikumsbüro des

Fachbereichs I) in 2010, in den die

Alumni und Unternehmen auch

selbstständig ihre Angebote – inklusive

Angebote für Abschlussarbeiten – einpflegen

können.

Die Autorin Kathrin Joerger ist zentrale

Ansprechpartnerin für den Campus Lichtenberg

im Career Service. Denise Gücker

ist Ansprechpartnerin für Unternehmen

und Alumni im Career Service

Erfolgreich GRÜNDEN mit der

HWR Berlin

Text: Lars Hansen

Die Hochschule für Wirtschaft und

Recht Berlin bietet seit 2005 eine breite

Palette an Weiterbildungsangeboten

für gründungsinteressierte Studierende

an. Das Programm „Gründungseinstieg“

der HWR Berlin, das aus Mitteln

des Europäischen Sozialfonds (ESF)

finanziert wird, unterstützt Studierende

mit Gründungsideen oder Gründungswunsch

ein Jahr lang in ihrem

Gründungsvorhaben. Das Gründungsangebot

ist eingebunden in das Kompetenznetzwerk

der Hochschule, zu

dem das „Institut für Entrepreneurship,

Mittelstand und Familienunternehmen

(EMF)“ sowie der Bachelor-Studiengang

„Unternehmensgründung und

Unternehmensnachfolge“ (Leitung

Prof. Dr. Birgit Felden) und der MBA-

Studiengang „Entrepreneurship“

(Leitung Prof. Dr. Sven Ripsas und

Prof. Dr. Andreas Zaby) zählen.

Zur Verwirklichung einer Gründungsidee

bedarf es vieler Kompetenzen.

Wichtig sind persönliche Kompetenzen

der Unternehmerin bzw. des

Unternehmers, die im Programm trainiert

und gefördert werden. Speziell

konzipierte Fachseminare werden z. B.

zu den Themen Businessplan erstellen,

Rechtsfragen bei einer Gründung,

Buchhaltung und Steuerrecht angebo-

Die Seminare waren eine absolute

Bereicherung. Wie auch immer

dieses Projekt zustande kam und

finanziert wird – aus meiner

eigenen Erfahrung kann ich nur

dafür plädieren, dass dieses Projekt

weitergeführt wird.“

Sonja Paulus-Marcia, Back-office

Dienstleistungen,

Kontakt: paulus.sonja@web.de

Dirk Schumacher (links) und Alexander Bruck haben mit Unterstützung der HWR Berlin ihr

eigenes Beratungsunternehmen gegründet, die Wimko Consulting GbR.

ten. Die meist zweitägigen Seminare

werden von externen Dozent/innen

durchgeführt.

„Seminare wie ,Selbstmotivation‘

haben mir gezeigt, dass der Glaube

an die eigenen Fähigkeiten und die

Geschäftsidee das Allerwichtigste

sind.“

Anne Kathrin Greiner Fotografie,

www.akgreiner.com

Die HWR Berlin bietet darüber hinaus

eine umfassende Begleitung der Gründer/innen

an. Es können Beratungsgespräche

mit der Programmleitung oder

mit Fachberater/innen, die über langjährige

Beratungserfahrung verfügen,

in Anspruch genommen werden.

Seit dem 1. November 2009 werden

alle Gründungsaktivitäten des Programms

„Gründungseinstieg“ in dem

neuen Gründungszentrum der HWR

Berlin, Babelsberger Str. 40/41 (nahe

dem Hauptgebäude der HWR Berlin),

örtlich gebündelt. Die Teilnehmer/

innen können hier ein Jahr lang einen

kostenlosen Büro-Arbeitsplatz in Anspruch

nehmen, an ihrer Gründungsidee

arbeiten und die ersten Schritte in

die Selbstständigkeit ohne drückende

Büromieten machen. Im neuen Gründungszentrum

finden darüber hinaus

auch offene Veranstaltungen zum

Thema „Gründung“ statt. Wir laden Sie

herzlich dazu ein!

Der Autor ist Ansprechpartner für

Existenzgründung im Career Service.

Die Seminare im Programm

‚Gründungseinstieg‘ waren eine

große Hilfe auf dem Weg zur eigenen

Praxis. Wertvoll waren auch die

Einzelberatungen und Coachings,

um individuelle Fragestellungen zu

klären. Darüber hinaus haben sich

interessante Kontakte zu anderen

Gründern ergeben. Ich kann das

Programm allen Gründungswilligen

wärmstens empfehlen.“

Henriette Scharfenberg,

Naturheilkunde für Tiere,

www.thp-scharfenberg.de


14 Titelthema: Weiterbildung & Career Service

SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Titelthema: Weiterbildung & Career Service

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Das IMB

Institute of Management Berlin

Managementweiterbildung für Führungskräfte und Führungskräftenachwuchs in Form von innovativen, qualitätsorientierten,

international ausgerichteten Studienprogrammen

Text: Petra Wieczorek

Seit 1992 bietet die HWR Berlin als eine

der ersten Hochschulen in Deutschland

Managementweiterbildung mit dem

Master of Business Administration

(MBA) Abschluss an. Die postgradualen

Weiterbildungsstudiengänge der

Hochschule wurden im Jahr 2004 als

Zentralinstitut im IMB Institute of

Management Berlin zusammengefasst.

Auf der Basis 18-jähriger Erfahrung

werden die hochkarätigen Programme

weiterentwickelt, die fünf MBA-Programme,

drei Master-Studiengänge sowie

ein Zertifikatsprogramm umfassen.

Aktuell sind 270 Studierende immatrikuliert,

während über 1 000 Absolvent/

innen bereits erfolgreich einen MBA-

oder MA-Titel am IMB erlangt haben.

Die Kernkompetenz des Institutes

bilden die Managementprogramme,

die mit dem international anerkannten

Titel MBA abschließen. Sie werden mit

unterschiedlichen Schwerpunkten angeboten,

wie Entrepreneurship, Health

Care oder European-Asian. Dabei

wird den Studierenden das notwendige

Wissen vermittelt, um in global

tätigen Unternehmen oder solchen mit

mittelständischen Strukturen verantwortungsvolle

Managementaufgaben

zu übernehmen. In Voll- oder Teilzeitform

bieten die MBA-Studiengänge vor

allem jenen Interessierten eine Weiterbildungsmöglichkeit,

die über mehrjährige

Berufserfahrung verfügen und

zusätzliche Managementqualifikationen

erwerben möchten.

Das Weiterbildungsangebot des IMB

wird ergänzt durch die drei Masterstu-

Die individuelle Betreuung und Beratung der IMB-Studierenden an der HWR Berlin wurde in

deutschlandweiten Hochschulrankings wiederholt gewürdigt. Die Managementweiterbildung

mit inhaltlichen Schwerpunkten richtet sich an Nachwuchsführungskräfte, die höherwertige

Managementpositionen anstreben. Die Hochschule war eine der ersten in Deutschland im

Bereich der Managementweiterbildung und bietet seit 1992 den MBA-Abschluss an.

diengänge Labour Policies and Globalisation,

Chinese-European Economics

and Business Studies und Nachhaltigkeits-

und Qualitätsmanagement.

Das Zertifikatsprogramm International

Leadership Training – Hospital

Management komplettiert das Angebot

des IMB.

Die internationale Ausrichtung der

Studiengänge prägt den Charakter

des Institutes. Insbesondere bei den

MBA-Programmen wird eine enge und

intensive Zusammenarbeit mit renommierten

Hochschulen in Großbritannien

und den USA praktiziert. Im Studiengang

General Management – Dual

Award erhalten die Studierenden auch

den MBA-Grad der britischen Partnerhochschule

Anglia Ruskin University in

Cambridge. Der Studiengang European

Management wird in Kooperation mit

der London South Bank University

angeboten, wodurch die Möglichkeit

besteht, in London und Berlin zu

studieren. Im MA Chinese-European

Economics and Business Studies studiert

die Gruppe an der Southwestern

University of Finance and Economics

in Chengdu, China.

Alle MBA- und MA-Programme

sind erfolgreich akkreditiert. Das

Gütesiegel anerkannter Akkreditierungsagenturen

im Auftrag des Akkreditierungsrates

bestätigt damit den

Studiengängen die Erfüllung

der internationalen Qualitätsanforderungen

entsprechend den „EFMD –

European Foundation for Management

Development Guidelines“.

Die eigenständige Organisationsform

eines Zentralinstitutes unter dem Dach

der HWR Berlin bietet die optimalen

Voraussetzungen für die individuelle

Beratung und Betreuung der Weiterbildungsinteressierten

sowie für die

Durchführung und Weiterentwicklungsmöglichkeiten

der postgradualen

Studiengänge.

Die Autorin ist Geschäftsführerin des

IMB Institute of Management Berlin an

der HWR Berlin.

Die MBA-Programme mit unterschiedlicher Fokussierung

MBA European Management

■ Englischsprachiges, 15-monatiges Vollzeitprogramm mit einem Fokus auf Unternehmen

des europäischen Wirtschaftsraums

■ Möglichkeit eines „Joint Degree“ von der Partnerhochschule London South Bank University

MBA European-Asian Management

■ Englischsprachiges, 15-monatiges Vollzeitprogramm mit einem Fokus auf die europäischasiatische

Wirtschaftsregion

■ Wesentliches Element ist das Erlernen kulturübergreifender Managementfähigkeiten im

internationalen Kontext

MBA Entrepreneurship

■ Berufsbegleitend, zwei Jahre, speziell ausgerichtet auf die Bedürfnisse von innovativen

Wachstumsunternehmen mit mittelstandsähnlichen Strukturen

■ integrierte Unternehmensprojekte und ein Study Visit an der US-Partnerhochschule

Wichita State University

■ Unterrichtssprachen: Deutsch und Englisch

MBA General Management – Dual Award

■ Berufsbegleitend, zwei Jahre, wird in Kooperation mit der Anglia Ruskin University

durchgeführt und der MBA-Titel von beiden Hochschulen als Dual-Award verliehen

■ Vermittlung der Kompetenzen, die im Management von international agierenden

Unternehmen erforderlich sind

■ Unterrichtssprachen: Deutsch und Englisch

MBA Health Care Management

■ Berufsbegleitend, zwei Jahre, ist auf die Stärkung und den Ausbau der Managementkompetenz

der im Gesundheitssektor tätigen Teilnehmer/innen ausgerichtet

■ Wahlmöglichkeit zwischen den Branchenschwerpunkten Health Care Organisations und

Pharmaceutical Management

■ Unterrichtssprache: Deutsch

Das Team des IMB Institute of Management Berlin. 270 Studierende aus über 30 Ländern absolvieren derzeit einen der neun postgradualen

Weiterbildungsstudiengänge. Dazu gehören fünf akkreditierte MBA-Programme, drei Master-Studiengänge sowie ein Zertifikatsprogramm.


16 Titelthema: Weiterbildung & Career Service

SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Titelthema: Weiterbildung & Career Service

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Promotionszusammenarbeit mit

London gestartet

Erster Doktorand der HWR Berlin zum Promotionsstudium zugelassen

Text: Michael Tolksdorf

Der erste Student der HWR Berlin

im Betreuungsstudium mit dem Ziel

der Promotion (Ph.D. bzw. Dr. in

Deutschland) wurde von Prof. Michael

Tolksdorf bei der London South Bank

University (LSBU) zur Annahme durch

das „Research Degrees Committee“

eingereicht. Es handelte sich um einen

Diplomabsolventen der damaligen

FHW Berlin, der sich praxisbezogen die

„Investment Dynamics der Real Estate

Investment Trusts (REIT)“ als Dissertationsthema

gewählt hat.

Ein zweiter Doktorand ist – neudeutsch

– in der Pipeline: Ein MBA-

Absolvent wird die „Business Models and

Strategies of German Regional Development

Banks“ untersuchen. Dem von Frau

Dr. Junkes am Institute of Management

Berlin (IMB) geleiteten Studienbüro für

die Betreuungsstudierenden (phd.cooperation@hwr-berlin.de)

liegen Anfragen

weiterer Bewerber/innen vor. Diese

müssen allerdings noch ihre „Research

Proposals“ verfassen, also die Konzeptionen

ihrer geplanten Projekte mit dem

Nachweis, wie sie die bisherigen Grenzen

des Wissens ausweiten wollen.

Der Programmdirektor der LSBU,

Dr. D’Silva, hatte die Partner des internationalen

Promotionsprogramms im

Dezember 2009 nach London eingeladen,

um die Bedingungen der Themenformulierung,

der Forschungsmethodik,

der Qualifikation der Betreuer/innen

und der Betreuungsprozesse zu beraten.

Damit soll eine hohe Erfolgsquote

erreicht werden, weil erfahrungsgemäß

die Promotionsprojekte dann besonders

leicht scheitern, wenn die Promovend/

innen isoliert mit dafür unzureichend

qualifizierten Betreuer/innen arbeiten

müssen. Neben Doktorandenseminaren

an der HWR Berlin soll es daher im

kommenden Sommersemester 2010 ein

gemeinsames Treffen von Forschungsstudent/innen

und ihren Betreuer/innen

an der LSBU geben.

Dankenswerterweise hat die Fachhochschule

Münster, Partnerhochschule im

Rahmen des Netzwerks der qualitätsverpflichteten

sieben deutschen Fachhochschulen

(UAS 7), unsere Doktoranden

zu ihrem „Internationalen Promotionskolleg“

im Februar 2010 nach

Münster eingeladen. Dadurch sollen sie

unterstützt werden, die im Rahmen der

Promotion geforderten wissenschaftlichen

Leistungen mit strategischen Forschungsansätzen

inner- und außerhalb

der Hochschule zu vernetzen: Denn

mit dem Doktorgrad verbinde sich eine

Verantwortung aufgrund der heraus-

gehobenen Position in Wissenschaft

und Gesellschaft.

Auch wenn die Promotion nur eine

Sache von Wenigen bleiben wird: Sie ist

eine Chance für die gesamte Hochschule

in ihrem gesellschaftlichen Umfeld in

Berlin. Sie ist auch eine Herausforderung

für die Professorenschaft, sich

konkret der Förderung des wissenschaftlichen

Nachwuchses und der

Forschungsförderung zu widmen. Und

sie zeigt unseren Absolventinnen und

Absolventen, dass vertiefende wissenschaftliche

Arbeit nach den Bachelor-

und Masterabschlüssen bei uns möglich

und erwünscht ist.

Der Autor ist Erster Prorektor der HWR

Berlin und Programmdirektor für die

Promotionskooperation mit der London

South Bank University (LSBU).

HWR Berlin und die London South Bank University (LSBU) bieten gemeinsam ein Promotionsstudium

an. Betreut werden die Promovenden von Professor/innen an beiden Hochschulen.

Prof. Dr. Torsten Tristan Straub (rechts im Bild) hat diese Promotionskooperation maßgeblich

für die damalige FHW Berlin verhandelt und mitgestaltet. Den Doktortitel verleiht die LSBU.

Fernstudiengänge im Kommen

Im Vorgriff auf die Fusion von FHW Berlin und FHVR ist das Fernstudieninstitut (FSI) gegründet worden. Damit begegnet die HWR

Berlin den zukünftigen Bedarfen im Bereich der berufsbegleitenden Weiterbildung.

Text: Erwin Seyfried

Für die nächsten Jahre wird von Bildungsplanern

mit einer Verzehnfachung

der Interessent/innen gerechnet, die an

einer berufsbegleitenden wissenschaftlichen

Weiterbildung teilnehmen

wollen. Fernlernen wird dabei eine

zentrale Rolle spielen.

Noch ist das FSI der HWR Berlin im

Aufbau begriffen, doch als ahnungsloser

Neuling tritt es nicht in den Wettbewerb

um die wachsende Zahl von Fernstudierenden

ein. Am Campus Lichtenberg

liegen erprobte Konzepte und langjähriges

Know-how zur Organisation

von Fernstudiengängen vor: Mediengestütztes

E-Learning wird über die

Lernplattform Clix Campus organisiert;

speziell für das Fernstudium konzipierte

Studienmaterialien erlauben die selbständige

Erarbeitung von Lerninhalten;

punktuell und gezielt werden bestimmte

Inhalte durch Präsenzveranstaltungen

vertieft. Ganz entscheidend für die

Qualität der FSI-Studiengänge ist auch

die persönliche Betreuung der Studierenden.

Die FSI-Studiengänge sind – bislang

noch – vorwiegend verwaltungswissenschaftlich

geprägt, doch können

auch die anderen in der HWR Berlin

vertretenen Disziplinen auf den im

FSI vorhandenen Erfahrungsschatz

zurückgreifen. Seit mehr als zehn

Jahren wird der Master-Fernstudiengang

Europäisches Verwaltungsmanagement

angeboten, ein Master

of Public Administration nimmt zum

Sommersemester 2010 seine dritte

Kohorte auf. Beide Studiengänge sind

akkreditiert. Zwei weitere Fernstudiengänge,

ein Master of Security Management

und ein Bachelorstudiengang

Europäisches Verwaltungsmanagement (M. A.)

Der Fernstudiengang Europäisches Verwaltungsmanagement richtet sich

vorrangig an Mitarbeiter/innen des gehobenen und höheren Dienstes in

Kommunen und Landesbehörden, in der Bundesverwaltung oder in internationalen

Organisationen. Die Interessent/innen können einen Masterabschluss

mit 90 oder 120 CP erwerben und sich für Tätigkeiten in einem

europäischen und internationalen Umfeld qualifizieren. Der Studiengang

ist auf sechs Semester angelegt, doch ist die Durchführung so flexibel, dass

je nach individueller Möglichkeit die Studiendauer auch auf vier bis acht

Semester angelegt werden kann. Angeboten wird dieser Studiengang in

Kooperation mit der FH des Bundes in Brühl und mit der Fachhochschule

für die öffentliche Verwaltung des Saarlandes, die als Studienzentren der

HWR Berlin fungieren. Dadurch können die Studierenden ihre Präsenzwochenenden

in Brühl, Saarbrücken oder in Berlin wahrnehmen.

Master of Public Administration

Mit dem Studiengang Master of Public Administration reagiert das FSI

auf die Veränderungen im Verhältnis zwischen Staat und Gesellschaft und

auf die neuen Aufgaben, die auf die Mitarbeiter/innen in der öffentlichen

Verwaltung zukommen. Der viersemestrige Studiengang greift die gestiegenen

Anforderungen an die Führungs- und Führungsnachwuchskräfte

auf und vermittelt interdisziplinäre Handlungsstrategien zur Bewältigung

dieser Anforderungen. Dies wird mit der vorhandenen Fachkompetenz

der Studierenden – bis zu 60 Credits können durch die kritische Reflexion

der eigenen Praxis erworben werden – sowie über Kooperationen mit der

Senatsverwaltung für Inneres Berlin, dem Hauptpersonalrat, der Verwaltungsakademie,

der Gewerkschaft ver.di und den Unternehmensverbänden

Berlin-Brandenburg sichergestellt. Im Studium wird der enge Zusammenhang

von Theorie und Praxis durch die Berufserfahrung der Student/innen

und durch interaktive Lehrformen wie Projekte, Planspiele, Rollenspiele

und Fallstudien vermittelt.

Öffentliche Verwaltung, stehen kurz

vor ihrer Implementierung. Weitere

Programme sind in der Planung.

So dynamisch wie die Nachfrage nach

den Fernstudienangeboten der HWR

Berlin erfreulicherweise ist, so langwierig

war im vergangenen Jahr die

Institutionalisierung des FSI. Mit der

Besetzung der Geschäftsführung und

des eigenen Imma- und Prüfungsbüros

kann das FSI ab 2010 auch die Geschäftsprozesse

stärker an den Bedürfnissen

der entgeltzahlenden Fernstudierenden

ausrichten.

Der Autor ist Direktor des Fernstudieninstituts

der HWR Berlin.


18 Titelthema: Weiterbildung & Career Service

SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Titelthema: Weiterbildung & Career Service

19

Alles, was Recht ist

Das R im Titel der HWR Berlin steht für Recht. Die Rechtsausbildung hat einen hohen Stellenwert an der Hochschule und

bietet viele Studiengänge und Programme mit dieser Spezialisierung an.

Text: Claudia Seim, Sylke Schumann

Fortbildungsreihe am Fachbereich

Rechtspflege

Am Fachbereich IV werden unter

anderem Rechtspflegerinnen und

Rechtspfleger für die Länder Berlin,

Brandenburg und Sachsen-Anhalt

ausgebildet und für ihre künftigen

Aufgaben bei Gerichten und Staatsanwaltschaften

qualifiziert.

Gerade im Bereich der Justiz ist

Weiterbildung ein Muss. So führt der

Fachbereich Rechtspflege für diese

Zielgruppe in 2-jährigem Rhythmus

umfangreiche Fortbildungsveranstaltungen

durch. In der aktuellen Reihe

werden insgesamt acht Kurse zur

„Aktuelle Rechtssprechung“ angeboten,

um sowohl Studierende als auch

Alumni (Rechtspflegerinnen und

Rechtspfleger) über neue Gesetze,

Verordnungen und aktuelle Recht-

sprechung neben Studium und Beruf

auf dem Laufenden zu halten.

Themenschwerpunkte sind:

■ Handels-, Gesellschaft- und

Registerrecht

■ Insolvenzrecht

■ Immobiliarvollstreckungsrecht

■ Erb- und Pflichtteilsrecht

■ Grundstücks- und Grundbuchrecht

■ Betreuungs-, Vormundschafts-

und Pflegschaftsrecht sowie

Kindschaftssachen

■ Kosten in Familiensachen

Die Nachfrage nach solchen Angeboten

ist groß. Der Fachbereich Rechts-

pflege nutzt die Gelegenheit, um aus

dem Kreise der ehemaligen Absolvent/

innen Lehrkräfte zu rekrutieren.

§

Recht studieren

Insgesamt hat die Rechtsausbildung der

HWR Berlin einen hohen Stellenwert.

Neben dem genannten Studienprogramm

umfasst das Ausbildungsspektrum

des Fachbereiches Rechtspflege den

Bacherlorstudiengang Rechtsmanagement,

der juristische Spezialkenntnisse

(Grundstücksrecht; Mobiliar- und

Immobiliarvollstreckungsrecht; Insolvenzrecht;

Handels-, Gesellschafts- und

Registerrecht u. a.) mit Wirtschaftsfächern

– insbesondere der Betriebswirtschaftslehre

– verbindet.

Darüber hinaus findet das Hauptstudium

für den gehobenen Auswärtigen

Dienst am Fachbereich IV statt, eine

Kooperation mit der Fachhochschule

des Bundes für öffentliche Verwaltung.

Gemeinsam mit dem Fernstudieninstitut

der Beuth Hochschule Berlin können

Studierende zwei berufsbegleitende

Fernstudiengänge belegen, die zum

Abschluss „Geprüfte Rechtsfachwirtin/

geprüfter Rechtsfachwirt“ bzw. „Ge-

prüfte Notarfachwirtin/geprüfter Notarfachwirt“

führen.

Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften

bietet den Bachelorstudiengang

Wirtschaftsrecht und ab Wintersemester

2010/2011 den Masterstudiengang

Unternehmensrecht im internationalen

Kontext an. Studierende können sich

am Fachbereich Verwaltung für einen

Bachelorstudiengang Recht sowie

den Masterstudiengang Recht für die

öffentliche Verwaltung einschreiben.

Und natürlich ist dieses Fachgebiet

Recht allgemein in allen Studiengängen

und Programmen der Betriebs- und

Volkswirtschaftslehre, der Verwaltungs-

und Ingenieurwissenschaften sowie

des Sicherheitsmanagements der

HWR Berlin fest verankert.

Die Autorin Claudia Seim ist Verwaltungsleiterin

des Fachbereiches Rechtspflege

der HWR Berlin. Sylke Schumann

arbeitet als Referentin der Hochschulleitung

an der HWR Berlin.

Weiterbildung ohne Bildung?

Vom Nutzen des Studium Generale

Text: Luise Görges, Ulf Kadritzke

Die Studentenproteste dieses Semesters

machen auf viele Probleme aufmerksam.

Im Kern kreisen sie um die Frage:

Wofür studieren wir und wie, wenn die

beruflichen Anforderungen sich doch

ständig verändern? Wie kann man

lebenslang lernen, wenn das Erststudium

nicht zureichend die Fähigkeit

vermittelt, das Lernen zu lernen, das

angeeignete Fachwissen in übergreifende

Zusammenhänge und in das eigene

Leben einzuordnen?

Dazu ein bewusst kritischer Blick auf die

Realität. Dass ein zu starres Modulsystem

mit wenig Spielräumen nicht gerade

die Lust der Studierenden an eigenständiger

Wissensaneignung erhöht, leuchtet

ein. Bekannt ist auch, dass schon in der

Schule die Kulturtechnik des Lesens zu

verkümmern droht. Viele leiden

darunter, dass im Bachelorstudium die

alten Inhalte oft nur in kürzere Studienfristen

gepresst wurden. Die Arbeitsbelastung

wächst, sie wird zum natürlichen

Feind studentischer Neugier und hemmt

die Entwicklung eigenständiger Interessen

und der Fähigkeit zu einem Denken,

das Fächergrenzen und bloßes Spezialistentum

überwindet. All diese Umstände

fördern kleinteiliges statt exemplarisches

Lernen.

Warum, fragen sich viele Studierende,

lernen wir so und nicht anders, in

einem Studienalltag, der wie ein

Hindernisrennen zu bewältigen ist?

Die Frage ist keineswegs abstrakt, und

eine konstruktive Antwort darauf tut

Not. Sie entscheidet auch über den Wert

und die Anziehungskraft einer Weiterbildung,

die ja im Grunde nichts

anderes ist als eigenständiges Weiterdenken

in der Praxis des lebenslangen

Lernens. Alternativen sind durchaus

denkbar. Das Interesse an der Weiterbildung

könnte wachsen, hätte man schon

im Bachelorstudium gelernt, eine

Wissbegierde zu entwickeln, die sich auf

wichtige Fragen des eigenen Lebens in

und jenseits des künftigen Berufs

richtet. Diese Art der Neugier fällt aber

nicht vom Himmel. Ihre Entwicklung

benötigt Spielräume, wo sich die Lust

am Studium freier entfalten kann als in

einem starren Gerüst an Vorgaben.

Hier kommt – nicht als Allheilmittel,

aber als wichtige Ergänzung – das

Studium Generale ins Spiel. Sein

Angebot an Kursen kann die persönliche

Weiterbildungskompetenz auf dreifache

Weise verbessern:

Erstens können Studierende fern von

Noten- und Erfolgsdruck andere

Wissens- und Interessenfelder erkunden.

Das gilt selbst dann, wenn die

Packungsdichte der Pflichtkurse ein

intensiveres Einbringen behindert.

Zweitens können Studierende zusätz-

liche Kenntnisse und Qualifikationen

erwerben, die sie für weiterführende

Studiengänge benötigen. Nicht nur in

interdisziplinären Masterstudien – wie

Kommunikation, Wirtschaftssoziologie

oder Regionalstudien – sind solche

Leistungsnachweise erforderlich, auch

Business oder Economics-Studierende

haben bessere Zugangschancen, wenn

sie ihre Allgemeinbildung erhöhen,

wenn sie über die Geschichte ihrer

Fachwissenschaft, über interdisziplinäre

Fragestellungen und aktuelle Kontroversen

genauer Bescheid wissen – oder

über Indien und China (ein Kurs im

kommenden Sommersemester).

Drittens könnten Studierende ein ganz

persönliches Qualifikationsprofil

entwickeln, wenn die Möglichkeit

bestünde, einzelne Kurse durch interessante,

qualitätsgeprüfte Angebote aus

dem Studium Generale zu ersetzen.

Eine Utopie jenseits der Wirklichkeit?

Das Studium Generale eröffnet viele

Möglichkeiten, die berufliche und

persönliche Entwicklung durch entdeckendes

Lernen zu fördern. Dafür

spricht nicht nur der wachsende Anteil

ehemaliger Studierender und auswärtiger

Gäste, die an der HWR Berlin das

Angebot an öffentlichen Vorträgen und

Diskussionen zur ständigen Weiterbildung

nutzen. Dafür steht auch das

Beispiel von Nico Breitfeld, der uns

seine Erfahrungen beschrieben hat:

„Neben meinem MBA Studium am

Institute of Management Berlin (IMB)

besuche ich den Kurs im Studium Generale

über die Geschichte der Ethik in

Europa. Eigentlich benötige ich keinen

Schein, aber ich mache das zur persönlichen

Weiterbildung und habe es

bisher absolut nicht bereut. Der Kurs

ist sehr lehrreich und gibt, wie der

Untertitel verspricht, viele interessante

Denkanstöße zur gesellschaftlichen

Verantwortung der Unternehmen. “

Und den Schein gibt’s obendrein.

Die Autorin Luise Görges ist Mitglied

der Ausbildungskommission und studentische

Mitarbeiterin beim Studium

Generale. Ulf Kadritzke ist Beauftragter

des Rektors für das Studium Generale.


20 Titelthema: Weiterbildung & Career Service

SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 HWR Berlin

21

Lebenslanges Lernen beginnt…

… auch an den Hochschulen gelegentlich

im Kindesalter. KUL finden die

jüngsten der „Studierenden“ die

KinderUni mit der Krake von

HWR Berlin und HTW Berlin.

Text: Annette Bäßler, Sylke Schumann

Echte Vorlesungen von echten Professor/

innen in einem echten Hörsaal – für eine

Hochschule ist das sicher nichts

Besonderes, ganz normaler Alltag.

Wenn allerdings die Studierenden

zwischen acht und zwölf Jahren alt sind,

dann ist man schon in einer ungewöhnlichen

Vorlesung gelandet: Bei der

KinderUni Lichtenberg, kurz KUL –

die Kinderuni mit der Krake!

Dieses kostenlose Bildungsangebot für

Mädchen und Jungen wird in Zusammenarbeit

von HTW und HWR Berlin,

dem Bezirk Lichtenberg und zahlreichen

Sponsor/innen seit 2003 angeboten.

Immer im November halten Professorinnen

und Professoren beider Hochschulen

kindgerechte Vorträge zu ihren Spezialthemen.

In diesem Jahr begab sich

z. B. Prof. Tanja Hollmann auf „Spurensuche

mit Skalpell und Mikroskop“ und

führte die jungen „Student/innen“ in den

Fachbereich Rechtsmedizin ein. HTW-

Präsident Prof. Michael Heine untersuchte

in seinem Vortrag die Frage „Wie kann

eine Bank Pleite gehen?“ – ein Thema,

das auch die Erwachsenen sehr interessierte.

Die wichtigsten Spielregeln für

unseren Staat“ erläuterte Prof. Clemens

Arzt von der HWR Berlin und erklärte

dabei anschaulich das Grundgesetz.

Bei der KUL sind alle Kinder richtig,

die Neugierde mitbringen. Gute Noten

muss niemand vorweisen. Erwachsene

KUL: Erwachsene dürfen nur an den Vorlesungen teilnehmen, wenn sie in Begleitung von

Kindern kommen. Zum 7. Mal hielten Professor/innen der HTW und HWR Berlin im November

kindgerechte Vorträge über Themen aus ihren Spezialgebieten und referierten z. B. darüber,

wie man aus Abfällen Strom und Wärme gewinnt, wie Rechtsmediziner bei der Verbrecherjagd

helfen und wie Menschen auf Klänge reagieren.

dürfen nur an den Vorlesungen, die

freitags und samstags stattfinden, teil-

nehmen, wenn sie in Begleitung eines

Kindes kommen und sofern genügend

Plätze vorhanden sind. Kinder haben

Vorrang. Weil es an den Samstagen

besonders voll wird, gibt es für Eltern

eigene Vorlesungen. Eröffnet wird die

KUL mit Vorträgen von Kindern, die das

erste Mal in ihrem Leben vor einem

Auditorium referieren. Diesmal wurden

Themen wie die Varus-Schlacht, griechische

Mythologie und Drogen behandelt.

Auch andere Hochschulen in Berlin

veranstalten inzwischen Kinder-Unis –

die Kinderuni Lichtenberg ist allerdings

die älteste und umfangreichste. Für

einen Euro können die jungen Teilnehmer/innen

einen Studierendenausweis

kaufen und sich den Besuch der Vor-

lesung mit einem Teilnahmestempel

bescheinigen lassen. Man kann aber

auch ohne Studierendenausweis und

generell ohne Voranmeldung bei den

Vorlesungen zuhören.

Die KinderUni Lichtenberg wird vom

Bezirksamt Lichtenberg sowie Sponsoren

wie der HOWOGE, Zapf-Umzüge,

dem KEH und dem WKHL finanziell

und organisatorisch getragen. Die

beteiligten Hochschulen stellen kostenfrei

Personal und Logistik sowie

Räumlichkeiten zur Verfügung. Ohne

dieses Engagement vieler Beteiligter

würde es dieses kostenlose Angebot

nicht geben. Organisation und Durchführung

der KUL liegen beim sowieso

Pressebüro (www.sowieso.de – Die

online-Zeitung für junge Leser). Weitere

Informationen zur KUL gibt es unter

www.kinderuni-lichtenberg.de

Die Autorin Annette Bäßler ist Redakteurin

des sowieso Pressebüros. Sylke Schumann

arbeitet als Referentin der Hochschulleitung

an der HWR Berlin.

Aus eins mach drei – Neues von den

Hochschulbibliotheken

Die Neuformierung der HWR Berlin hat auch die interne Bibliothekslandschaft verändert. Die Hochschule verfügt nun über

drei Bibliotheken an drei Standorten, die vor Ort den Literaturbedarf der Studierenden und Lehrenden decken.

Text: Cornelia Rupp

Wenn statt ehemals eines dann drei

Standorte einer Bibliothek zu managen

sind, muss eine Strategie für die Vereinheitlichung

her. Dem gemeinsam erarbeiteten

Programm für den Veränderungsprozess,

das nun Schritt für Schritt

umgesetzt wird, ging eine intensive Planung

zwischen den Bibliotheksleitungen

und ihren Mitarbeiter/innen voraus, seit

Ende 2008. Hierzu zählte nicht nur die

Frage nach einem vereinten Katalog und

einer einheitlichen Bibliothekssoftware,

sondern auch die Erarbeitung einer gemeinsamen

Bibliotheksbenutzungs- und

Gebührenordnung, die Nutzungsmöglichkeit

der vorhandenen Ressourcen

in gedruckter und digitaler Form für

alle Kund/innen der HWR-Bibliotheken

sowie Abstimmungen in den Geschäftsgängen,

unter anderem zur geplanten

Bestell- und Liefermöglichkeit aus den

Campusbibliotheken.

Konzeptionell werden die Bibliotheken

als Versorger vor Ort nicht zusammengelegt,

sondern bleiben als ursprüngliche

Einheit erhalten, die im Zentralbereich

der Hochschule unter Leitung

des Kanzlers angesiedelt sind. Durch

ein gemeinsames Auftreten sollen die

Bibliotheken bestärkt und die Kräfte auf

Entwicklungs- und Erneuerungskonzepte

ausgerichtet werden.

In diesem Veränderungsprozess wird

zunächst Ende des Jahres auf dem

Campus Schöneberg ein neues Bibliotheksmanagementsystem

eingeführt,

das am Standort Lichtenberg bereits

eingesetzt wurde. Es wird im ersten Migrationsschritt

zunächst den Katalogbestand

der Bibliotheken der ehemaligen

FHW Berlin und FHVR vereinen. Ab

Sommersemester 2010 wird der gesamte

Arbeitsablauf auch zwischen den

beiden Bibliotheken mit diesem System

abgedeckt.

Eine neue einheitliche Benutzungs- und

Gebührenordnung ist erarbeitet und soll

zum Frühjahr 2010 in Kraft treten. Die

Bibliothek des Fachbereiches Berufsakademie

wird Ende 2010 bzw. Anfang

2011 in die erweiterten Bibliotheksräume

auf den Standort des Campus

Lichtenberg ziehen, dann werden auch

deren Bestände in das gemeinsame Bibliothekssystem

eingearbeitet sein.

Die Bibliothek des Campus’ Schöneberg

wird im Herbst 2010 in neue Räumlichkeiten

im ehemaligen Sozialamt

Badensche Str. 52 ziehen und dort auf

zwei Etagen ihr Angebot präsentieren

können. Umfang und Art von Leser-

Arbeitsplätzen werden erheblich er-

weitert – nicht nur Einzelarbeitsplätze,

auch Gruppenarbeitsplätze, ein gesonderter

Schulungsraum und Carrels

(baulich getrennte Einzelarbeitsplätze)

laden zum Arbeiten ein. Der Bestand

an Präsenzliteratur und elektronischen

Medien soll dafür weiter ausgeweitet

werden, ein angrenzendes Café bereichert

die Lern- und Arbeitsumgebung.

Offen sind noch Fragen zur Nutzung einer

neuen Systematik und der Nutzung

von RFID (Radio Frequency Identification

– Methode, mit der u. a. Buchsicherung

und Selbstverbuchung erfolgen

kann) – beides Themen, die besonders

in Bezug auf die geplanten Umzüge bedeutsam

sind. Es bleibt also spannend –

in nur einem Jahr wird sich eine stark

veränderte und nutzerfreundlichere

HWR-Bibliothekswelt präsentieren.

Lili, Aylin und Bibana (v. l. n. r.) sind 10 Jahre

alt und „studieren“ bereits. Immer im

November laden die HTW und HWR Berlin

gemeinsam zur KinderUni Lichtenberg (KUL)

Die Autorin ist Leiterin der Hochschul-

ein. Die beliebten "kulen" Kraken-T-Shirts

bibliothek am Campus Schöneberg.

zeigen das Logo dieser kostenlosen Veranstaltungsreihe.

Die Bibliothek der HWR Berlin bleibt nach der konzeptionellen Zusammenlegung an verschiedenen

Standorten der Hochschule erhalten.


22 Theorie und Praxis

SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Theorie und Praxis

23

Einführung von KODE ® ‚

am IMB Institute of Management Berlin

Nach einem erfolgreichen Piloten im Masterstudiengang Nachhaltigkeits- und Qualitätsmanagement wird das Kompetenzermittlungsinstrument

KODE ® am IMB Institute of Management Berlin eingeführt.

Text: Petra Jepsen

Nach einem erfolgreichen Piloten im

Masterstudiengang Nachhaltigkeits-

und Qualitätsmanagement unter der

Leitung von Prof. Dr. Anja Grothe wird

KODE‚ am IMB Institute of Management

Berlin nun auch für die berufsbegleitenden

MBA Studiengänge eingesetzt.

KODE‚ steht als Abkürzung für

Kompetenz-Diagnostik und -Entwicklung

und bietet als differenzierendes

Entwicklungsinstrument eine umfassende

Grundlage für effektive (Selbst-)

Trainings, Coaching und Mentoring.

KODE wurde von Prof. Dr. Volker

Heyse und Prof. Dr. John Erpenbeck

auf Basis einer fundierten Kompetenztheorie

zur Diagnostik und Entwicklung

von Kompetenzen in der Praxis

entwickelt. Kompetenzen werden dabei

als Dispositionen (persönliche Voraussetzungen)

zur Selbstorganisation

bei der Bewältigung von insbesondere

Auf sich selbst

als Person

Auf die eigene

Handlugsausführung

Auf den Umgang

mit Objekten

Auf den Umgang mit

anderen Personen

neuen, nicht routinemäßigen Aufgaben

verstanden. Mit diesem Kompetenzbegriff

ist KODE‚ weltweit das erste Analyseverfahren,

das die vier menschlichen

Grundkompetenzen direkt misst: (i)

personale, (ii) sozial-kommunikative

und (iii) Fach- und Methodenkompetenz

als auch (iv) Aktivitäts- und

Handlungskompetenz.

Auf der Basis eines Fragebogens zur

Selbsteinschätzung erhalten die Studierenden

ein nach den vier Grundkompetenzen

und in 64 Teilkompetenzen untergliedertes

individuelles Kompetenzprofil.

In einem sich anschließenden Auswertungsgespräch

wird den Studierenden ihr

individuelles Profil mit der Abbildung

der eigenen Kompetenzen unter günstigen

(normalen, unproblematischen) Alltagsbedingungen

sowie unter ungünstigen

(schwierigen, Stress- oder Konflikt-)

Bedingungen erläutert. Darüber hinaus

P

A

F

S

Personale

Kompetenz

Aktivitäts- u.

Handlungs-

kompetenz

Fachlich-

methodische

Kompetenz

Sozial-

kommunik.

Kompetenz

bietet KODE‚ auch Aussagen über die

jeweilige Rollenpräferenz im Team, das

eigene Lernverhalten und persönliche

Zeitmanagement sowie Interpretationen

des Verhältnisses der eigenen Absicht

zum tatsächlichen Verhalten, seiner Wirkung

und dem eigenen Ideal an.

Mit den sogenannten modularen Informations-

und Trainingseinheiten stellt

KODE‚ überschaubare und individuell

einsetzbare Selbsttrainingsprogramme

für einzelne Teilkompetenzen zur Verfügung.

Im Auswertungsgespräch arbeiten

die Studierenden gemeinsam mit

den Dozenten ein bis zwei Lernfelder

auf Grundlage des KODE‚ Feedbacks

heraus und erhalten mit den Trainingsmodulen

die Möglichkeit selbstgesteuert

ihre jeweiligen Kompetenzen weiterzuentwickeln

und auszubauen.

Mit der Einführung von KODE‚ werden

die Studierenden somit bei der

Analyse und Bearbeitung ihrer Stärken

und Lernfelder unterstützt. Darüber

hinaus eröffnet KODE‚ aber auch

Perspektiven für eine attraktive kompetenzorientierte

Ausgestaltung des

Studienangebots mit klarem Wettbewerbsvorteil

für die HWR Berlin und

das IMB verbunden mit einem hohen

Mehrwert für die Studierenden.

Literatur

V. Heyse/J. Erpenbeck (Hrsg.),

KompetenzManagement, Münster 2007;

V. Heyse/J. Erpenbeck/H. Max (Hrsg.),

Kompetenzen erkennen, bilanzieren

und entwickeln, Münster 2004

Formel 1 an der HWR Berlin

eine Karrierechance

Studierende, die gern ganz vorn „mitfahren“,

dabei im Studium erlerntes Wissen

in der Praxis anwenden möchten und als

Teil eines Teams echte Herausforderungen

meistern wollen, können diese Ziele

mit Hilfe des hauseigenen Rennsportteams

BA-Motors (BAM) erreichen.

Text: Philipp Reimann

Seit 2006 existiert das Team von

BA-Motors am Fachbereich Berufsakademie

der HWR Berlin. BA-Motors

ist eine interdisziplinäre Gruppe von

Studenten/innen, die mit Herzblut ein

gemeinsames Ziel verfolgen – die

Teilnahme an der Formula Student,

einem jährlich in Hockenheim stattfindenden,

Formel1-ähnlichen Rennen, bei

dem sie mit einem selbst gebauten

Rennwagen gegen rund 300 Hochschulteams

aus aller Welt antreten würden.

Leider konnte sich das BAM-Team in

der vergangenen Saison nicht für die

Formula Student Germany 2009 qualifizieren.

Die Enttäuschung in der Gruppe

war natürlich groß. Gerade hatte es das

BA-Motors Team am Anfang des Jahres

noch geschafft, einen der begehrten

Startplätze zu ergattern und sich somit

Hoffnung auf eine erfolgreiche Saison

gemacht, doch dann gab es in der ersten

Jahreshälfte schon einen ersten moralischen

Dämpfer als klar wurde, dass der

zunächst so optimistisch und engagiert

angelegte Zeitplan doch nicht eingehalten

werden konnte und somit die erfolgreiche

Teilnahme am Rennen aussichtslos

war. Die vielen Aufgaben konnten

einfach nicht durch so wenige Hände

verrichtet werden. Zum Anderen gab es

zusätzlich unerwartete Schwierigkeiten

bei der Fertigung des Moto09. Trotz

dieser Enttäuschung hat das BA-Motors

Team zusammengehalten und diesen

Rückschlag gemeinsam verarbeitet.

Durch das Ziehen der Notbremse hat

das Team ein realistisches Einschät-

Mit ihrem selbst konstruierten Rennwagen wollen die Studierenden des Teams BA-Motors an

der internationalen Formula Student Germany 2010 in Hockenheim ganz vorn mitfahren.

zungsvermögen der Situation bewiesen

und langfristig die bessere Entscheidung

getroffen. Im selben Atemzug

der Bekanntgabe der Nicht-Teilnahme

am vergangenen Rennen in Hockenheim

wurde eine neue Strategie für die

kommende Saison aufgestellt. Kern war

ein veränderter Zeitplan. Um 2010 in

Hockenheim erfolgreich zu sein, wird

neben intensivem Recruiting an der

gesamten HWR Berlin sowie der Beuth

Hochschule für Technik (BHT) Berlin

parallel intensiv am neuen Wagen gearbeitet.

Aufgrund des fortgeschrittenen

Fertigungsstadiums ist zu erwarten,

dass die Arbeiten im ersten Quartal des

nächsten Jahres abgeschlossen sein werden.

Aus diesem Grund wird der nächste

Rennwagen den Namen Moto10 tragen.

Durch den neuen Zeitplan und den

geringeren Termindruck ist mehr Opti-

mierungsspielraum für den Zusammenbau

gegeben. Fehler wie beim Hockenheim-Rennen

2008, als der Motor in

den entscheidenden Tests aussetzte,

können so hoffentlich vermieden werden.

Die Fehlerquellen wurden bei einer

umfangreichen Analyse des Moto08

ausgemacht und überarbeitet. Natürlich

wird dafür das Know-how aus mehreren

Jahren Erfahrung genutzt und sinnvoll

weiterentwickelt. Gemäß ihres Mottos

„Innovation ist unser Antrieb“ hat das

BA-Motors Team den Moto10 von

Grund auf neu konstruiert und wesentliche

Schwachstellen ausgeräumt.

Um auch die personelle Leistung des

Teams zu steigern, nutzte es zu Beginn

der letzten Saison die „Recruiting“-Tage

am Fachbereich Berufsakademie und

zog viel Aufmerksamkeit auf sich. Das

Team stellte sich vor und erläuterte die

Idee der Formula Student. Dadurch sollte

das Identitätsgefühl der Gruppe und

innerhalb der Berufsakademie gestärkt

werden. Das Team warb gleichzeitig um

neue Student/innen, auch auf weiteren

Recruiting-Tagen sowie verstärkt in der

HWR Berlin und der BHT Berlin. Das

BA-Motors Team hat sich für die Zukunft

hohe Ziele gesteckt. Die Mitglieder

wollen wieder in Hockenheim und

vielleicht auch auf anderen Rennstrecken

in und um Deutschland dabei sein.

Alle Interessierten sind herzlich einge-

laden, mehr über BA-Motors zu erfahren,

im Internet unter www.ba-motors.de.

Mitmachen können alle Studierenden,

unabhängig von der Studienrichtung. Für

Jeden gibt es viele interessante Aufgaben.

Gerade in solch einem relativ kleinen

Team besteht ein großer Zusammenhalt,

neue Mitglieder finden schnell Anschluss.

Der Autor ist Student am Fachbereich

Berufsakademie und im Team von

BA-Motors für Public Relations zuständig.


24 Theorie und Praxis

SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Theorie und Praxis

25

BERLIN infostore goes green

Wie grün ist eigentlich die Tourismus-Branche in Berlin? Welche ökologischen Hotels,

Restaurants und Verkehrsmöglichkeiten hat die Hauptstadt zu bieten?

Text: Özlem Ülker

Hauptstadttourismus muss nachhaltig

werden

Für kaum einen anderen Wirtschaftsbereich

ist die intakte Umwelt derart

essenziell wie für den Tourismus.

Dennoch trägt er selbst zur Gefährdung

und Zerstörung bei. Die Berlin Tourismus

Marketing GmbH (BTM), seit 1993

Werber für das touristische Angebot

des Landes Berlin, Service-Agentur für

Touristik-Partner in den Märkten und

aktiver Informationsbroker für die Reiseindustrie,

versucht durch ihr Handeln

den grünen Tourismus in Berlin mehr

in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit

zu rücken. Im Mai 2009 startete das

neue Projektjahr an der Hochschule für

Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin im

berufsbegleitenden Masterstudiengang

Nachhaltigkeits- und Qualitätsmana-

gement (MA NaQM). In dem einjährigen

Projekt der beiden Studentinnen

Ulrike Schaal und Özlem Ülker wird der

BERLIN infostore am Hauptbahnhof,

einer von vier Tourist-Informationen

der BTM, im Hinblick auf ökologische

Aspekte analysiert. Der Ist-Analyse

sollen Vorschläge zur Ressourcen-

schonung und Energieeinsparung

folgen. In enger Zusammenarbeit mit

der Leitung der infostores wird nach

Wegen gesucht, vorhandene Potenziale

möglichst optimal zu nutzen. Das

Projekt steht noch am Anfang – bei der

Erfassung der einzelnen Kennzahlen.

Die Beteiligten nutzen engagiert die

Möglichkeit, das im Studium Gelernte

direkt anzuwenden.

Projekte zum Nachhaltigen Wirtschaften

Neben dem genannten Projekt starteten

20 weitere Studienprojekte in

Berliner Betrieben, die sich mit den

Themen Nachhaltigkeit, Klima- und

Umweltschutz, Energie- und Ressourcenschonung

befassen. Diese finden alle

im Rahmen des Forschungsprojektes

HWR-Studienprojekte im berufsbegleitenden Masterstudiengang Nachhaltigkeits- und Qualitätsmanagement

kooperieren unmittelbar mit Berliner Betrieben. So werden beispielsweise

ökologische Aspekte analysiert, um auf dieser Basis Empfehlungen zur Ressourcenschonung

und Energieeinsparung für den BERLIN infostore am Hauptbahnhof zu erarbeiten.

„Nachhaltiges Wirtschaften in Berliner

Betrieben (NBB)“ statt. NBB ist ein

vom Europäischen Sozialfonds (ESF)

und dem Berliner Senat gefördertes

HWR-Projekt, das einen mehrfachen

Nutzen vorweisen kann. Zum Einen

werden Studierende des Masterstudiengangs

NaQm und des Bachelorstudiengangs

Wirtschaftsingenieur –

Umwelt und Nachhaltigkeit durch

Hochschullehrer/innen und Nachhaltigkeitsexpert/innen

ihren Projekten

unterstützt und begleitet. Zum Anderen

erhalten Berliner Betriebe durch

die Qualifizierung der Mitarbeiter/innen

und durch den Technologie- und

Managementtransfer die Möglichkeit,

zukunftsfähig zu werden. Die Projektlaufzeit

begann im Mai 2009 und

endet im April 2011. Die Anzahl der

betreuten Projekte wird bis dahin auf

60 angewachsen sein.

Der Master of Arts in Nachhaltigkeits-

und Qualitätsmanagement

Seit drei Jahren bietet die HWR Berlin

Hochschulabsolvent/innen verschiedenster

Fachrichtungen die Möglichkeit

eines berufsbegleitenden Aufbaustudiengangs

mit Schwerpunkt Nachhaltigkeits-

und Qualitätsmanagement an, der

mit dem Grad Master of Arts (M. A.)

abschließt. Die Studierenden sind anschließend

in der Lage, abteilungs- und

organisationsübergreifend Nachhaltigkeits-Prozesse

in das Unternehmen zu

implementieren. Mit dem Projektjahr

bekommen die Studierenden einen Vorgeschmack

auf das, was sie im späteren

Berufsleben erwartet.

Die Autorin ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin

und arbeitet im Projekt für

Nachhaltiges Wirtschaften in Berliner

Betrieben (NBB) an der HWR Berlin.

Projekt „WeGreen“ vom Nachhaltigkeitsrat

ausgezeichnet

Das in Kooperation der HWR Berlin und dem Start-up Unternehmen barcoo entwickelte NBB-Projekt „WeGreen“ wurde auf

der Jahrestagung vom Rat für Nachhaltige Entwicklung erfolgreich vorgestellt. HWR-Student Maurice Stanszus hat WeGreen

entwickelt und damit den Ideenwettbewerb von Mission Sustainability gewonnen.

Text: Maurice Stanszus

Im Rahmen einer CSR-Themenfeldarbeit

wurde das Konzept WeGreen

erarbeitet und sollte eine Schnittstelle

zwischen CSR (Corporate Social Responsability),

Marketing und strategischem

Konsum sein. Inzwischen

ist das Konzept realisiert und in eine

Barcode Scanner Software für Handys

integriert. Die begleitende Abschlussarbeit

zu diesem Thema wird durch die

Initiative „Nachhaltigkeit in Berliner

Betrieben“ (NBB) gefördert.

WeGreen ist ein Tool, welches CSR-

Informationen über Konzerne sammelt

und in gebündelter Form an Konsument/innen

weiterreicht. Die soziale

und gesellschaftliche Verantwortung

von Unternehmen wurde in vielfältiger

Weise bereits veröffentlicht, bewertet

und kommentiert. Verschiedene

Institutionen wie Rating-Agenturen,

Verbraucherinitiativen, NGOs oder die

Unternehmen selber stellen CSR-In-

formationen zur Verfügung. WeGreen

versucht, diese Bewertungen konsumentenfreundlich

aufzubereiten und

mit Hilfe des Barcode Scanners von

barcoo direkt den Produkten zuzuordnen.

Es sind bereits Quellen wie das

Good Company Ranking integriert

und weitere, zum Beispiel das kürzlich

veröffentlichte Nachhaltigkeitsberichtsranking

sollen folgen.

HWR-Studenten entwickelten eine Barcode Scanner Software, mit der Verbraucher/innen per

Handy Informationen über das Herstellerunternehmen abrufen können.

Moderne Konsument/innen von heute

können mit ihrem Handy im Supermarkt

den Barcode fotografieren und

erhalten sofort Informationen darüber,

wie nachhaltig oder „grün“ der Hersteller

des Produktes ist. Mittelfristig

soll eine Nachhaltigkeitsampel erstellt

werden, die ähnlich wie die Lebensmittelampel

schnell und deutlich visuali- Eine Nachhaltigkeitsampel soll wie diese

siert, ob Hersteller im grünen, gelben Lebensmittelampel schnell und einfach

oder roten Bereich anzusiedeln sind. Bei informieren.

genauerem Informationsbedarf können

die zugrunde liegenden Kriterien eingesehen werden und Konsumenten

können aufschlüsseln, wie diese Bewertungen

zustande gekommen sind.

Barcoo ist bereits für viele Mobiltelefone

kostenlos erhältlich und bald auch als

iPhone App zu haben. Weitere Informationen

gibt es auf www.barcoo.de und

über WeGreen auf www.elricex.de.

Der Autor studiert an der HWR Berlin.


26 Forschung

SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Forschung

27

Teaching Points

Transformation von Quantität in Qualität durch Anrechnung besonderer Leistungen in der Lehre auf das Lehrdeputat von

Hochschuldozent/innen

Text: Olaf Winkel

Am Fachbereich Allgemeine Verwaltung

der HWR Berlin, Campus Lichtenberg,

wurde ein Teaching Point-System

entwickelt, das auf die spezifischen Belange

von Fachhochschulen zugeschnitten

ist. Drei wesentliche Ziele werden,

mit diesem Konzept verbunden: Erstens

soll es einen Anreiz für eine Verbesserung

der Qualität der Lehre schaffen.

Zweitens soll das Teaching Point-System

die Möglichkeit eröffnen, Professor/

innen zu belohnen, die sich durch

besonderes Engagement in der Lehre

und bei der Betreuung von Studierenden

und Examenskandidat/innen

ausgezeichnet haben. Und drittens soll

es einen Ansatzpunkt bieten, um die hohen

Lehrdeputate an Fachhochschulen,

die angesichts des rasanten Wandels in

fast allen Fachgebieten einen Anachronismus

darstellen, auf ein vernünftiges

Maß zu reduzieren.

Der Grundgedanke des Systems

besteht darin, dass Hochschullehrer/innen

die Möglichkeit erhalten,

Teaching Points für besondere Leistungen

in Lehre und Betreuung zu

erwerben, die dann auf das Lehrdeputat

angerechnet werden und dort

zu einer Reduzierung führen.

Hat eine Professorin zum Beispiel

neben ihrer Lehrverpflichtung von

achtzehn Semesterwochenstunden

in einer Veranstaltung eine Exkursion

durchgeführt, in einer anderen

Teamteaching praktiziert und in einer

dritten zusätzlich zum regulären

Aufwand ein E-Learning-Instrument

eingesetzt und zudem eine hohe Zahl

von Examenskandidat/innen und

Praktikant/innen betreut sowie in Gremien

mit Relevanz für die Qualität der

Lehre mitgearbeitet, also etwa in einer

Ausbildungskommission oder einer

Berufungskommission, dann kann

dieses Engagement belohnt werden.

Für diesen besonderen Einsatz, der

sich qualitätsfördernd auf das Angebot

der Hochschule auswirkt, erhält die

Hochschullehrerin Teaching Points auf

ihrem Deputatskonto gutgeschrieben,

die nach einem bestimmten Verfahren

berechnet werden. Wurden in einem

Semester beispielsweise sechs Teaching

Points erworben, führt das zu einer

Verringerung des Lehrdeputats im

darauf folgenden Semester um zwei

Semesterwochenstunden, also einem

Lehrumfang von sechzehn Stunden.

Der Clou bei der Sache: Der Lehre geht

auf diese Weise nichts verloren, denn

unverzichtbare Bedingung für eine

Verringerung des Lehrdeputats, also

der Quantität, ist eine vorausgegangene

konkrete Verbesserung der Lehrqualität.

Das Prinzip kann auf die Formel Transformation

von Quantität in Qualität

gebracht werden.

Während es relativ einfach war, Lehrende

und Studierende von dem Konzept

zu überzeugen und einen Antrag auf

Erprobung des Systems im Fachbereich

Allgemeine Verwaltung im zuständigen

Fachbereichsrat und im Akademischen

Senat der ehemaligen Fachhochschule

für Verwaltung und Recht, die in die

HWR Berlin integriert wurde, durchzubringen,

konnte die Politik bislang noch

nicht in vollem Umfang für das Projekt

gewonnen werden.

Denn das Land Berlin muss sparen.

Allein die Kosten für die Vergabe von

Teaching Points können bei einer Projektlaufzeit

von fünf Jahren leicht 75 000

Euro erreichen, und weitere Kosten

würden für Verwaltungsaufgaben und

wissenschaftliche Begleitung anfallen.

Noch bedeutsamer ist hier aber wohl,

dass die Erprobung des Teaching Point-

Systems an einer Berliner Hochschule

als politisches Signal zur Abkehr von

den bisherigen Lehrdeputatsregelungen

gewertet werden könnte, die sicherlich

eine Mittelaufstockung für die Fachhochschulen

implizieren würde, aber

dennoch dringend geboten ist.

Wenn es in Berlin nicht möglich sein

sollte, ein Pilotprojekt durchzuführen,

um Klarheit über die Praxistauglichkeit

des Teaching Point-Konzeptes zu gewinnen,

wäre das Systems damit noch nicht

erledigt. Inzwischen gibt es nämlich

auch über die Grenzen Berlins hinaus

Interesse an dem am Campus Lichtenberg

entwickelten Instrumentarium,

so dass es vielleicht auch anderenorts

eine Perspektive erhalten könnte. Damit

wäre dann aber eine Chance vertan,

Berlin als innovativen Hochschulstandort

weiter zu profilieren.

Das Konzept und die bisherigen Aktivitäten

zu seiner Umsetzung sind ausführlich

beschrieben in: Winkel, Olaf:

Qualität statt Quantität – Anreize zur

Verbesserung der Lehre durch Teaching

Points, in: Qualität in der Wissenschaft

4/2008, S. 86 ff.

Der Autor ist Professor für Public

Management mit dem Schwerpunkt

Verwaltung an der HWR Berlin.

Verbesserte Kooperation durch

Forschung und Weiterbildung

Ein Forschungsprojekt unterstützt die

touristische Vernetzung in der Hauptstadtregion

Text: Silke Laux

Gemeinsam sind wir stark – diese Erkenntnis

setzt sich aufgrund wachsenden

Wettbewerbsdrucks zunehmend auch bei

touristischen Unternehmern durch. Um

Gäste nachhaltig an ihre Destination zu

binden, suchen sie verstärkt die Vernetzung

mit anderen Dienstleistern und

folgen damit den clustertheoretischen

Überlegungen, die sich in den letzten

Jahren wissenschaftlich durchsetzten. Die

Fachrichtung BWL/Tourismus unter der

Leitung von Herrn Prof. Dr. Dr. habil. Jörg

Soller hat deshalb das Forschungsprojekt

„Zielgruppenspezifische Kooperationsmöglichkeiten

touristischer Leistungsträger

in den Destinationen Berlin und Potsdam“

initiiert. Das Projekt läuft insgesamt

18 Monate und wird durch ESF-Mittel der

Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie

und Frauen unterstützt.

Das Forschungsprojekt zu zielgruppenspezifischen

Kooperationsmöglichkeiten in der

Tourismusbranche der Hauptstadtregion

wird unterstützt durch die Air Service Berlin

CFH GmbH. Bekannt ist das Unternehmen

durch die „Rosinenbomber“-Rundflüge.

Um im Wettbewerb bestehen zu können, vernetzen sich touristische Unternehmen zunehmend

mit anderen Dienstleistern. Auch die Kooperation zwischen Firmen der Tourismusbranche

und der HWR Berlin soll durch ein Angebot modularer Lernkonzepte für die

Tourismuswirtschaft vertieft werden.

Erste Zwischenergebnisse

Den wissenschaftlichen Überlegungen

ging eine intensive Literatur- und Internetrecherche

zu Kooperationen allgemein

und speziell zum Vernetzungsgrad tourismusrelevanter

Akteure in der Hauptstadtregion

voraus. Darauf aufbauend rückten

die Kooperationserfahrungen und -erwartungen

der touristischen Leistungsträger

in den Fokus. Um die Bedürfnisse

der touristischen Praxis kontinuierlich in

den Forschungsprozess einzubeziehen,

besuchte die Forschungsassistentin Silke

Laux regelmäßig Abteilungsleitersitzungen

des Partnerunternehmens Air Service

Berlin CFH GmbH – ein am Flughafen

Schönefeld angesiedeltes Eventflugunternehmen,

das insbesondere für seine

Rosinenbomber-Rundflüge bekannt ist.

Wichtiger Bestandteil der Untersuchungen

sind zahlreiche leitfadengestützte

Experteninterviews mit Tourismusbeauftragten

der Berliner Bezirke und Sprechern

touristischer Netzwerke in Berlin

und Potsdam. Diese Interviews bilden die

Basis für eine Fragebogenumfrage unter

knapp 1 800 Tourismusunternehmen in

der Hauptstadtregion. Aufbauend auf den

hierbei gewonnenen empirischen Daten

zur Kooperationserfahrung und -bereitschaft

der Unternehmer/innen lassen sich

Empfehlungen für künftige Kooperationsfelder

und Netzwerkprojekte ableiten.

Eine erste Empfehlung für eine verbesserte

Vernetzung zeichnet sich bereits

ab. So soll perspektivisch die Kooperation

zwischen der HWR Berlin und touristischen

Unternehmen unter anderem

durch modulare Lernkonzepte für die

Tourismuswirtschaft vertieft werden.

Fabian Hempel, studentischer Mitarbeiter

im Rahmen des Forschungsprojekts,

hat hierzu bereits tourismusspezifische

Bildungsangebote kritisch analysiert.

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft,

Technologie und Frauen hat darüber

hinaus finanzielle Unterstützung für das

Vorhaben in Aussicht gestellt.

Alle zentralen Forschungsergebnisse

werden im Frühjahr 2010 im Rahmen

einer Pressekonferenz an der HWR

Berlin vorgestellt und unter dem Titel

„Erfolgsfaktor Kooperation im Tourismus“

beim ESV-Verlag publiziert.

Die Autorin ist Forschungsassistentin an

der HWR Berlin.


28 Forschung

SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Forschung

29

Deutschland bleibt Weltspitze bei Aus-

und Weiterbildung im Logistiksektor

Branche investiert auch in der Krise in Bildung

Text: Ingrid Kudirka

Deutschland hat die weltweit größte

Bildungsvielfalt im Bereich Logistik: 44

Universitäten, 71 Fachhochschulen und

14 Berufsakademien vermitteln logistisches

Wissen. Damit gehört Deutschland

gemessen an der Angebotsdichte

zur Weltspitze. Die HWR Berlin bietet

einen internationalen Bachelorstudiengang

"Business Administration / Logistics

and Transportation" mit Englisch

als Vorlesungssprache an. Ausgewiesene

und international anerkannte Expert/innen

unterrichten dieses Fachgebiet, das

auch in anderen Studienprogrammen

verankert ist.

Der Logistiksektor zählt zu den Zukunftsbranchen

in Deutschland und

ist mit 2,7 Millionen Berufstätigen, das

sind acht Prozent aller Beschäftigen, der

drittgrößte Wirtschaftszweig hierzulande.

Er nimmt damit auch in diesem

Bereich den Spitzenplatz in Europa ein.

Deshalb ist Aus- und Weiterbildung in

der Logistik für den Standort Deutschland

ein wichtiges Wettbewerbskriterium.

Die Kühne-Stiftung und das Deutsche

Verkehrsforum haben zu diesem

Thema das Fachsymposium „Zwischen

Berufsschule und Eliteuni – Aus- und

Weiterbildung in der Logistik“ organisiert.

Praktiker/innen, Wissenschaftler/

innen und Personaler/innen diskutierten

über berufliche Perspektiven und

die wirtschaftliche Bedeutung der Aus-

und Weiterbildung der Logistikbranche

für den Standort Deutschland.

Dr. Jörg Mosolf, Präsidiumsmitglied

des Deutschen Verkehrsforums sowie

Prof. Dr. Harald Gleißner, Direktor des Instituts für Logistik und Leiter

der Fachrichtung BWL / Spedition und Logistik, Hochschule für Wirtschaft

und Recht Berlin, Regionalgruppensprecher Berlin/Brandenburg der Bundesvereinigung

Logistik (BVL) e. V.: „Die Hochschulen müssen sich wegen

des weltweiten Wettbewerbs der Volkswirtschaften, vor allem in markt- und

branchennahen Studiengängen, in Zukunft deutlicher mit dem Spannungsfeld

Freiheit der Lehre (Elfenbeinturm) und Bedarfsorientierung (Wirtschaft

und Gesellschaft) auseinandersetzen. Die guten klassischen humboldtschen

Bildungsideale sollten dabei dennoch nicht ganz vergessen werden.“

Geschäftsführender Gesellschafter und

Sprecher der Geschäftsführung Horst

Mosolf GmbH & Co. KG, sagte auf der

Veranstaltung: „Das enorme Bildungsangebot

ist ein wichtiges Gut, damit den

Unternehmen hoch qualifizierte Fachkräfte

zur Verfügung stehen. Außerdem

profitiert Deutschland vom dualen

Bildungssystem. Neben der Hochschulausbildung

gibt es eine Vielzahl von

Ausbildungsberufen. Die Unternehmen

selbst sichern sich ihre Zukunft, indem

sie Fachkräfte ausbilden und eigene

Weiterbildungsinitiativen betreiben.

Trotz des großen Bildungsangebotes

herrscht in der Logistik Fachkräftemangel.

Dies muss dringend behoben

werden, wenn die Logistik auch weiterhin

Jobmotor sein soll.“

Der Wirtschaftsverband Deutsches

Verkehrsforum hat zum Ziel, das wirtschaftliche,

politische und gesellschaftliche

Leistungspotenzial von Mobilität

in das öffentliche Bewusstsein zu rücken

und die Rahmenbedingungen für die

Verkehrsbranche zu verbessern. Um

Mobilität zu sichern und auszubauen,

haben sich über 170 deutsche und euro-

päische Unternehmen und Verbände im

Deutschen Verkehrsforum vereint.

Auf dem Fachsymposium wurde deutlich,

dass sich die Logistikwirtschaft

gemeinsam mit der Bildungspolitik mit

Fragen auseinandersetzen müssen, wie

Unternehmen ihre Mitarbeiter/innen

beim „lebenslangen Lernen“ unterstützen

können und ob die Praxisnähe der

Ausbildungen ausreichend ist. Weiterhin

bleibt zu klären, ob eine europaweit

vereinheitlichte Ausbildung Sinn macht

und wie Kleine und Mittlere Unternehmen

Aus- und Weiterbildung systematisch

angehen können.

Die Autorin ist Leiterin Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit des Wirtschaftsverbandes

Deutsches Verkehrsforum.

Familien (-unternehmen) und ihre

Immobilien

Bisherige Untersuchungen zum betrieblichen Immobilienmanagement haben die spezielle Ausgangslage in Familienunternehmen

nicht beachtet. Die Gründe hierfür liegen in der erst wachsenden Bedeutung des Typus Familienunternehmen für

die betriebswirtschaftliche Forschung einerseits sowie in der strukturellen Beschaffenheit der Familienunternehmen mit

einem klaren Fokus auf das Kerngeschäft andererseits.

Text: Birgit Felden

Die Praxis lässt vermuten, dass das

Immobilienmanagement in Familienunternehmen

oftmals von Partikularinteressen

einzelner Personen, mangelnder

Kompetenz der Handelnden und

geringerer Priorität im Vergleich zum

operativen Geschäft geprägt ist. Wenn

dem tatsächlich so ist, werden die (wirtschaftlichen)

Potenziale dieses Bereichs

nur suboptimal ausgeschöpft.

Für ein professionelles Immobilienmanagement

in deutschen Familien-

unternehmen gibt es folglich ein

großes Entwicklungspotenzial.

Forschungsprojekt

Hier setzte ein Forschungsprojekt an,

das Strukturen und Prozesse untersuchte,

nach denen das Immobilienmanagement

in Familienunternehmen

durchgeführt wird. Ziel des Projektes

war es, die Charakteristika des Immobilienvermögens

in Familienunternehmen

zu beschreiben und (mögliche) besondere

Kennzeichen des Immobilienmanagements

in Familienunternehmen

herauszuarbeiten.

Vor dem Hintergrund der spärlich vorhandenen

Forschungsergebnisse hat die

Untersuchung in weiten Teilen explorativen

Charakter und soll einen ersten

Einblick in das komplexe Themengebiet

geben. Hierfür wurden 2 083 Fragebögen

aus einer Grundgesamtheit von

27 000 Familienunternehmen mit 50 bis

499 Mitarbeiter/innen verschickt. 137

Fragebögen wurden vollständig ausgefüllt

und konnten ausgewertet werden.

Tatsachen und Hintergründe

Das Immobilienmanagement in Familienunternehmen

ist gegenwärtig durch

interessante Veränderungen gekennzeichnet.

So zeigen die Ergebnisse,

dass die gegenwärtige Wirtschaftskrise

das familiäre Immobilienmanagement

beeinflusst. Auch die Nachfolgeregelungen

in Familienunternehmen verändern

das Immobilienmanagement.

So erwarten rund 50 Prozent, dass sich

der emotionale Wert von Immobilien

in der kommenden Generation reduzieren

wird.

Das Immobilienmanagement in

Familienunternehmen ist historisch

gewachsen und von familiären Entscheidungsträgern

abhängig. Es weist

Strukturen auf, die den Einfluss der

Familie stabilisieren. Ein Wechsel im

Immobilienmanagement findet insbesondere

aus Altersgründen statt. Da in

vielen Fällen auch Nachfolger aus den

Reihen der Familie stammen, beeinflussen

die Einstellungen und Kompetenzen

der nachfolgenden Generationen

das Immobilienmanagement.

Ergebnisse und Ausblick

Ein Ergebnis der Studie ist die Erkenntnis,

dass Familienunternehmen

derzeit nur in geringem Maße bereit

sind, Aufgaben des Immobilienmanagements

über die kaufmännische

und technische Abwicklung hinaus an

externe Dienstleister abzugeben oder

mit anderen gemeinsam durchzuführen.

Es bleibt abzuwarten, inwieweit im Zuge

der Nachfolgeregelungen eine stärkere

Bereitschaft hierzu zu erkennen ist.

Die Position der Immobilien in

Familienunternehmen verändert

sich jedoch gegenwärtig.

Die Gründe hierfür sind sowohl in

der strukturellen Beschaffenheit der

Familienunternehmen als auch in der

Dynamik der negativen konjunkturellen

Entwicklung zu sehen, die auch die

Immobilienbranche betreffen. Damit

einhergehend wird sich auch das Immobilienmanagement

in Familienunternehmen

anpassen müssen.

Aus diesem Spannungsfeld heraus

entsteht eine Handlungsdynamik. Noch

steht die Unterstützung des Kerngeschäfts

im Vordergrund des Immobilien-

managements in Familienunternehmen.

Eine fixierte Immobilienstrategie ist

nur in wenigen Fällen vorhanden. Ein

unprofessionelles Immobilienmanagement

wird in den Unternehmen jedoch

immer weniger finanzierbar sein. Daher

definieren fast die Hälfte auch Optimierungsziele.

Dazu gehört immobilienwirtschaftliches

Know-how, das nach

den Ergebnissen dieser Untersuchung

nicht in erforderlichem Maße vorhanden

scheint. Die Studie liefert erste Hinweise

darauf, dass die Wirtschaftskrise

Familienunternehmen motiviert, stärker

als bisher ihren Immobilienbestand

unter betriebswirtschaftlichen Aspekten

zu überprüfen.

Die Autorin ist Professorin für Mittelstand

und Unternehmensnachfolge an

der HWR Berlin.


30 Internationales

SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Internationales

31

Starkes Interesse in Korea für duales

Studienkonzept

Text: Helmut Lück

Das duale Studium, wie es die HWR

Berlin anbietet, findet gerade im asiatischen

Raum, insbesondere in China

und Süd-Korea starkes Interesse. Recht

häufig besuchen deshalb Delegationen

von Hochschulen bzw. Wissenschaftsverwaltungen

dieser Länder den Fach-

bereich Berufsakademie der HWR

Berlin und informieren sich über die

Verzahnung von Hochschulstudium

und praktischer Ausbildung.

Exchange your World –

Fotowettbewerb 2009

HWR-Austauschstudierende haben ihre Eindrücke vom Studentenleben an den Partnerhochschulen in aller Welt ins Bild

gesetzt und reichten ihre besten Bildergalerien beim gleichnamigen Fotowettbewerb an der HWR Berlin ein.

Text: Ingrid Sperber, Sylke Schumann

Immer mehr Studierende der HWR

Berlin planen, ein Studiensemester oder

ein Studienjahr im Ausland zu absolvieren.

Vor allem Partnerhochschulen

in den USA und Kanada, aber auch in

Australien werden von den Bewerber/

innen stark nachgefragt. Länder wie

Indien und Singapur – ganz oben auf

der Prioritätenliste für Asien – bieten

eindrucksvolle Motive, für Erinnerungsfotos.

Für besonders gelungene Aufnahmen

bzw. begabte Hobby-Fotograf/innen in

der Studierendenschaft wird seit mehreren

Jahren der DAAD-geförderte Fotowettbewerb

ausgeschrieben. 20 Student/

innen bewarben sich in diesem Jahr

mit bis zu 10 ihrer Bilder oder einer

Im September besichte eine Delegation des Gyeonggido Technical Institute aus Süd-Korea

den Fachbereich II unserer Hochschule. PR-Referent Helmut Lück erläutert das Konzept und

die Struktur des dualen Studiums an der HWR Berlin.

Foto-Präsentation um die Preise. Viele

der Aufnahmen waren künstlerisch und

fotographisch sehr hochwertig, originell

und aussagekräftig.

Im Fokus stand das Studentenleben.

Die Austauschstudierenden der letzten

beiden Semester waren aufgerufen,

Fotoaufnahmen einzureichen, die die

ausländischen Partnerhochschulen der

HWR Berlin und vor allem das dortige

Studentenleben im wahrsten Wortsinne

beleuchten.

Eine Jury, zu der Ingrid Sperber (International

Office), Ines Ruhstrat (Hochschulmarketing),

Christian Kretke (IT)

und Nora Rieger (AStA – Referentin für

Presse & Öffentlichkeit) gehörten, prä-

mierte die besten Bildstrecken, die beim

Projekt „Fotowettbewerb – Exchange

your World 2009“ eingereicht wurden.

Die Gewinner des Wettbewerbs

2009:

■ 1. Platz: Miriam Ursin,

Sheffield University, England

■ 2. Platz: Nicole Srocka,

Baruch College NY, USA

■ 3. Platz: Mathias Jaehn,

HK Baptist University, Hong Kong

Die Autorin Ingrid Sperber ist Koordinatorin

im International Office der HWR

Berlin. Sylke Schumann arbeitet als

Referentin der Hochschulleitung.

Miriam Ursin Nicole Srocka

Mathias Jaehn

Mathias Jaehn

Miriam Ursin


32 Internationales

SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Gleichstellung

33

Spannende Entwicklungen und

Debatten

4. Chinesisch-Deutsche Konferenz über

Public Administration an der Southwestern

University of Finance and Economics

(SWUFE) in Chengdu, Sichuan, VR China

Text: Jochen Breinlinger-O’Reilly, Frank Diebel

Was 2005 in Berlin mit einer dreiköpfigen

Delegation der School of Public Administration

der SWUFE – Dekan, Vizedekan

und einer heutigen Vizepräsidentin –

zusammen mit einigen Kolleginnen und

Kollegen unserer Hochschule als erste

Deutsch-Chinesische Konferenz über

Public Administration begonnen wurde,

hatte 2009 in Chengdu mit 90 Teilnehmer/innen

und 18 Vorträgen am 12. und

13. September einen großen Entwicklungssprung

und Erfolg erfahren.

Die 4. gemeinsame Konferenz war

bereits für 2008 an der SWUFE geplant,

musste aber wegen der schrecklichen

Folgen des Erdbebens in Westchina

ausgesetzt werden. Umso größer war

die Begeisterung über die Resonanz der

internationalen Tagung, die sich u. a.

in der chinaweiten Ausstrahlung eines

7-minütigen Fernsehbeitrags in den

Education News ausdrückte.

Etwas weniger weit als die Anreise der

HWR-Delegation war die der Kollegen

aus Peking, Prof. Dr. Wu Jiang von der

Chinese Academy of Personnel Science

und dem Gesundheitsökonomen

Prof. Dr. Liu Guo’en von der Peking-

Universität.

Besonders interessant war, dass Prof. Wu

das Thema Common Assessment Framework

(CAF) als Performance Measurement

Approach für öffentliche Dienstleistungen

und dessen Anwendung in

der Volksrepublik China fortgesetzt hat,

nachdem es von deutscher Seite im Jahre

2007 auf der 3. Konferenz eingeführt

worden war. CAF ist ein Total-Quality-

Prof. Gerd Kulke auf der 4. Chinesisch-Deutschen

Konferenz über Public Administration

an der SWUFE in Chengdu. Prof. Kulke hatte

vor 23 Jahren diese Kooperation initiiert.

Management-Ansatz, der am European

Institute of Public Administration

(EIPA) im Auftrag der Europäischen

Union in Maastricht entwickelt wurde.

Mit Prof. Liu, einem prominenten Berater

der chinesischen Regierung, war

eines der Schwerpunktthemen der

Tagung, Gesundheitssysteme, hochkarätig

besetzt. Insgesamt behandelten

sieben chinesische und deutsche Konferenzbeiträge

Aspekte von Gesundheitssystemen

und Gesundheitsreformen in

China und Deutschland.

Die HWR-Delegation wurde durch

Konsul Hoppe vom Generalkonsulat

in Chengdu flankiert. Er war einer der

Eröffnungsredner, neben dem Vertreter

der Provinzregierung Sichuans, Cai

Jing, und dem Vizebürgermeister der

Stadtregierung Chengdus, Liu Jiaqiang.

Die Hochschulleitung der SWUFE,

Prof. Zhou, und der Dekan der School

of Public Administration, Prof. Yin,

würdigten die besondere Bedeutung

dieser jährlichen Konferenz als eine

der tragenden Säulen der Kooperation

zwischen den beiden Hochschulen.

Daran konnten die Eröffnungsbeiträge

von Prof. Gerd Kulke, der vor 23 Jahren

die Kooperation mit dieser Partnerhochschule

ins Leben rief, und von

Prof. Breinlinger-O’Reilly, auf dessen

Initiative die gemeinsame Konferenz

entstanden ist, sehr gut anknüpfen.

Prof. Liu Guo'en von der Peking-Universität

berichtet von der internen Debatte der

chinesischen Regierung über die Gesundheitsreform

2009

Als weitere Teilnehmerinnen der HWR

Berlin referierten Prof. Dr. Dorothea

Schmidt über „Private versus Public

Ownership: The Cases of Telecommunication

and Schooling in Germany“

und Cornelia Kaiser über „Accreditation

of Programmes or Accreditation

of Processes? German Experiences,

Expectations, and their Implications on

the Accreditation of International Joint

Programmes”, ein Beitrag, der auch

von besonders praktischer Bedeutung

für die noch ausstehende Akkreditierung

des gemeinsamen Masterprogramms

Chinese-European Economics

and Business Studies (CEEBS) war.

Der HWR-Beitrag von Frank Diebel

behandelte die Probleme der Konkurrenz

zwischen gesetzlichen Krankenversicherungen

und die Ansätze des

dadurch notwendigen Risikostrukturausgleichs.

Die 5. Konferenz wird 2010 an der

HWR Berlin ausgerichtet. Die Messlatte

liegt hoch!

Autor Jochen Breinlinger-O’Reilly ist

Professor für Management im Gesundheits-

und Sozialwesen an der HWR

Berlin und Akademisch Beauftragter

für den MBA-Studiengang Health Care

Management und den Studiengang ILT

Hospital Management. Frank Diebel

arbeitet als Forschungsassistent and der

HWR Berlin.

Verankerung von Genderaspekten in

der Lehre an der HWR Berlin

Die Auseinandersetzung mit Genderaspekten ist für Lehrende wie Studierende eine aussichtsreiche Perspektiverweiterung –

die beide Geschlechter im Blick hat

Text: Christiane Krämer

Ob es um Personalmanagement, Konsumverhalten,

Budgetierung, Haushaltsentscheidungen,

Beschäftigung und

Einkommensverteilung, das Allgemeine

Gleichbehandlungsgesetz (AGG) oder

Betriebliche Informationssysteme

geht – Genderaspekte finden sich in

allen rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen

Lehrinhalten.

An der Hochschule für Wirtschaft und

Recht (HWR) Berlin haben die Gender

Studies daher einen festen Platz am

Harriet Taylor Mill-Institut und im

Lehrangebot, beispielsweise im Themenfeld

„Ökonomie und Geschlechterverhältnis“.

Um die Beschäftigung mit

Genderthemen und den einhergehenden

Kompetenzerwerb in Lehrveranstaltungen

aller Fachgebiete zu ermöglichen,

entstehen an der HWR Berlin

im Rahmen des Projektes „Verankerung

von Genderaspekten in der Lehre“

verschiedene Angebote, so zum Beispiel

der Expertinnenpool.

Der Expertinnenpool

Warum nicht einmal eine Expertin

oder einen Experten zu Genderfragen

im Rechnungswesen oder zum

Thema „Stereotype in der Personalauswahl“

in die Lehrveranstaltung

einladen und zu Gender- und Diversitythemen

berichten lassen?

Eine innovative Erweiterung der Lehrinhalte,

denn Lehrende wie Lernende

wollen sich heute nicht mehr mit

eindimensionalen Grundannahmen

zufrieden geben: Sind ökonomisch

handelnde Menschen nicht auch Frauen

oder Männer, die von gesellschaftlichen

Ein Expertinnenpool an der HWR Berlin wird Lehrende und Studierende unterstützen,

Genderaspekte und Diversitythemen bei den Studieninhalten aller Fachgebiete noch stärker

zu berücksichtigen.

Bedingungen und Verhältnissen wie

Vorstellungen geprägt sind? Auch Haushalte,

Betriebe und Organisationen sowie

alle wirtschaftlichen und politischen

Strukturen sind hiervon durchzogen.

Wer sich vertiefend mit Geschlechterverhältnissen

und der Vermeidung von

Stereotypen in den Lehrinhalten beschäftigen

möchte, kann in einer interdisziplinären

Arbeitsgruppe Vorschläge für

die Module erarbeiten und diskutieren,

welche im ILIAS zur Verfügung gestellt

werden. Die innovative und an der HWR

Berlin zunehmend genutzte Lernplattform

kann zur zeitunabhängigen Bereitstellung

und Bearbeitung von Materialien

und Literatur, aber auch zum Ausprobieren

und gendersensiblen Gestalten von

Lerneinheiten genutzt werden. 2010 sind

daher auch Workshops zur gendergerechten

Nutzung und Gestaltung von Lernmodulen

sowie zu geschlechtergerechter

Sprache und Didaktik geplant.

Für Studierende erscheint die Auseinandersetzung

mit Genderaspekten im

Studium nicht nur von großem Interesse

in Bezug auf die eigene berufliche Laufbahn

und damit verbundenen Fragen.

Gender- und Diversitykompetenz

ist auch relevant für die fachliche

Analysefähigkeit, das Verständnis

der Unternehmenskultur und

erfolgreiche Teamarbeit und Kommunikation

in einem internationalen

Arbeitsumfeld und wird von

Unternehmen und öffentlichen

Institutionen ebenfalls als Schlüssel-

kompetenz geschätzt.

Die Autorin ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin

im Projekt „Verankerung von

Genderaspekten in der Lehre“ am Harriet

Taylor Mill-Institut.


34 Gleichstellung SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Gleichstellung

35

20 Jahre Frauenrat – eine Bilanz

Anfang des Jahres 2010 begeht der Frauenrat sein 20-jähriges Jubiläum. Ein guter Grund, um seine Arbeitsweise näher zu

beleuchten und Bilanz zu ziehen

Text: Madeleine Janke, Viola Philipp

Woran denken Sie, wenn Sie sich an

die Zeit vor 20 Jahren erinnern? Vielen

wird wohl der Fall der Mauer und die

Wiedervereinigung Deutschlands

gegenwärtig sein. In genau dieser

turbulenten Zeit gründete sich der

erste Frauenrat (damals hieß er noch

Frauenkommission) an der ehemaligen

Fachhochschule für Wirtschaft (FHW)

Berlin. Als eine wichtige Maßnahme

wählte er die erste Frauenbeauftragte

der FHW Berlin, die sodann eingestellt

wurde. Insoweit gibt es an unserer

Hochschule seit nunmehr 20 Jahren

eine institutionalisierte Gleichstellungspolitik.

Was ist der Frauenrat?

Es gibt einen zentralen Frauenrat, der

die hauptberufliche Frauenbeauftragte

wählt sowie dezentrale Frauenräte, die

die nebenberuflichen Frauenbeauftragten

wählen. Der zentrale Frauenrat und

die dezentralen Frauenräte arbeiten mit

den Frauenbeauftragten zusammen; sie

beraten und unterstützen diese bei der

Erfüllung ihrer Aufgaben. Bis heute sind

auf diese Weise viele gleichstellungspolitische

Themen rund um Studium,

Lehre, Forschung, Verwaltung und

Organisation auf die Tagesordnung

gesetzt und unter Mitwirkung anderer

gleichstellungspolitisch wirkender

Akteure vorangebracht worden. Um die

Bandbreite der Themen aufzuzeigen, sei

auf folgende Beispiele verwiesen:

■ Einrichtung einer Kita an der Hochschule

und Steigerung des Anteils

weiblicher Studierender im Bereich

Technik (etwa durch die Teilnahme

am bundesweiten Girls` Day)

■ Verankerung von Genderaspekten

in diversen Lehrmodulen der Studiengänge

(z. B. Einführung eines

Wahlpflichtfachs „Ökonomie und

Geschlechterverhältnis“)

■ Förderung der Qualifizierung von

Frauen in der Wissenschaft (z. B. Frauenstipendien

zur Vorbereitung bzw. zur

Erarbeitung einer Dissertation; Ver-

gabe von Frauen-Gastprofessuren)

■ Aktive Unterstützung der Forderung

nach gezielten Personalentwicklungsmaßnahmen

für Mitarbeiterinnen der

Verwaltung und Technik

Wer ist Mitglied des Frauenrates?

Sowohl der zentrale Frauenrat als auch

die dezentralen Frauenräte sind viertelparitätisch

aus allen Statusgruppen besetzt,

d. h. ihnen gehören Vertreterinnen

der Professorinnen, der akademischen

Mitarbeiterinnen, der Studentinnen und

der sonstigen Mitarbeiterinnen an. Diese

Mitglieder werden aus der Gesamtheit

der weiblichen Mitglieder ihrer jeweiligen

Statusgruppe in Urwahl gewählt.

Wer kann an den Sitzungen des Frauenrates

teilnehmen?

Seit den Anfängen des Frauenrates ist

es eine gelebte Tradition, dass auch

nicht gewählte Frauen aus der Hochschule

die Möglichkeit haben, an den

regelmäßig stattfindenden Sitzungen

des Frauenrates teilzunehmen, sofern

Interesse an Frauenförderung und

Gleichstellung besteht. In der Vergangenheit

wurde dieses Angebot von

vielen Frauen genutzt.

Was mache ich, wenn ich an den Sitzungen

des Frauenrates teilnehmen

möchte?

Wir würden uns freuen, wenn auch

zukünftig Frauen aus allen Fachbereichen

und allen Statusgruppen der HWR

Berlin aktiv an der gleichstellungspolitischen

Entwicklung unserer Hochschule

mitwirken wollen und auf diese

Weise unterschiedliche Sichtweisen und

Erfahrungen in die Arbeit einfließen

können. Die Einladung richtet sich auch

explizit an Frauen der Fachbereiche III

bis IV , die das Gremium in dieser Form

kennen lernen möchten.

Ansprechpartnerin:

Viola Philipp

E-Mail: viola.philipp@hwr-berlin.de

Die Autorin Madeleine Janke ist Professorin

an der HWR Berlin und Vorsitzende

des Frauenrats. Viola Philipp fungiert

als hauptamtliche Frauenbeauftragte der

HWR Berlin.

Die Vertreterinnen des Frauenrates der HWR Berlin bringen genderspezifische Themen rund um Studium, Lehre, Forschung, Verwaltung und

Organisation auf die Tagesordnung in allen Bereichen der Hochschule und setzen sich für Gleichstellung ein.

Mehr Frauen braucht die HWR Berlin

und sie bekommt sie auch

Vorgezogene Nachfolgeberufungen für Frauen auf unbefristete Professuren an der HWR Berlin erfolgreich umgesetzt

Text: Viola Philipp

Im Februar 2008 vereinbarte Wissenschaftssenator

Jürgen Zöllner mit den

Berliner Hochschulen die Masterplan-

Ausbildungsoffensive. Ihr Ziel war

der quantitative Ausbau von Studierchancen,

die qualitative Verbesserung

der Ausbildung und die Förderung

der Chancengleichheit von Frauen im

Hochschulsystem.

Dazu wurden drei Säulen geschaffen:

■ Förderung von vorgezogenen Nachfolgeberufungen

für Frauen

■ Erweiterung des bestehenden

Berliner Programms zur Förderung

von Chancengleichheit für Frauen

in Forschung und Lehre (BCP)“

■ Finanzielle Unterstützung der

Hochschule zur Teilnahme am

bundesweiten Professorinnen-

programm des BMBF

Die HWR Berlin bzw. ihre Vorgängereinrichtungen

(FHVR und FHW

Berlin) beteiligten sich an allen drei Förderlinien.

Dazu haben die Hochschulen

in einem Gleichstellungskonzept ihre

Kompetenz, Erfolge und Zukunftspläne

dokumentiert, die im bundesweiten

Wettbewerb begutachtet wurden. Beide

Hochschulen wurden in ihren Ansätzen

und Konzepten bestätigt.

Seitdem werden verschiedene Einzelmaßnahmen

unterhalb der Professur,

die über das BCP finanziert und gefördert

wurden, umgesetzt. Als personenbezogene

Qualifizierung werden

damit Frauen gefördert und mit ihnen

viele spannende Projekte: Verankerung

von Gendermodulen in der Lehre in

den Wirtschaftswissenschaften, in der

Rechtspflege und im Sicherheitsmanagement.

Es gibt befristet beschäftigte

Lehrende im Polizeirecht, in der

Rechtstheorie und -soziologie, im

Strafprozessrecht, in den Wirtschaftswissenschaften

und die Förderung von

Fachhochschulpromotionen und mehr.

Das Herzstück dieser Programme aber

ist die vorgezogene Berufung, weil

damit Frauen direkt auf unbefristete

Professuren gelangen können. So kann

der Frauenanteil an den Professuren,

der wichtigen Führungsposition an

Hochschulen, erhöht werden.

Und das ist gelungen an der HWR

Berlin: An der FHW Berlin wurden

Professuren in zweistelliger Höhe als

vorgezogene Nachfolgeberufungen

definiert. Voraussetzung war eine vorhandene

Professorenstelle, auf der ein

Professor in absehbarer Zeit pensioniert

werden würde. In der Übergangszeit

wird die Professur zusätzlich mit einer

Frau besetzt. An der FHVR wurden

ebenfalls Professuren diesem Zweck

gewidmet – nicht ganz so viele, da die

FHVR insgesamt über deutlich weniger

Professuren verfügte.

Die Jahre 2008 und 2009 waren geprägt

von umfassender Berufungskommissionsarbeit

in allen Fachbereichen. Am

Ende des Jahres 2009 kann die HWR

Berlin von neun neu berufenen Professorinnen

berichten u. a. von Frau Prof.

Dr. Hollmann, die die Nachfolgeberufung

für Rechtsmedizin und Kriminalistik

(Fachbereich V) angetreten hat. Im

November begann Frau Prof. Dr. Jehle

ihre Professur für Rechnungswesen,

insbesondere Behavioural Accounting

(Fachbereich I). Im Januar 2010 tritt

Frau Prof. Dr. Räthel eine Professur

für Immobilien- und Gebäudemanagement

an (Fachbereich II). Anfang 2010

werden weitere sechs Professorinnen

in den Fachbereichen I und II an den

Start gehen.

An dieser Stelle gilt es, den Berufungskommissionsmitgliedern,

den Dekanen,

Fachbereichsräten und natürlich

dem Rektor und seinem Stab sehr

herzlich zu danken. Denn staatliche

Förderprogramme (hier der Dank an

die Senatsseite) und alle Antragskünste

der Frauenbeauftragten können nur

erfolgreich sein, wenn es engagierte

Mitwirkende auf allen Ebenen gibt.

Und das war in unserer Hochschule

der Fall. Dass dadurch insgesamt eine

siebenstellige Geldsumme in die HWR

Berlin fließt, die vor allem der Lehre

zugute kommt, ist ein weiterer positiver

Effekt. Die Erhöhung des Frauenanteils

wiederum wird sich für die Hochschule

im Rahmen der Berliner leistungsbezogenen

Mittelvergabe gut auswirken.

Vor allem aber dient die Erhöhung der

Frauenanteile an den Professuren der

Geschlechterdemokratie an der HWR

Berlin.

Die Autorin ist hauptberufliche Frauenbeauftragte

der HWR Berlin.


36 Personalia

SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Personalia

37

Neuberufungen

Fachbereich I Wirtschaftswissenschaften

Professur für Wirtschaftsrecht, insbesondere Arbeits- und Sozialrecht

Stefanie Lorenzen

Stefanie Lorenzen studierte in Heidelberg

und an der Freien Universität

Berlin Rechtswissenschaften. Nach dem

Studium unterstützte sie im Rahmen

der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

das Justizministerium in

Namibia bei der nationalen Rechtsreform.

Als Rechtsanwältin war sie von

1998 bis 2003 bei einer internationalen

Wirtschaftskanzlei in Berlin tätig. Dort

spezialisierte sie sich im Arbeitsrecht,

einschließlich gesellschafts- und sozialrechtlicher

Fragestellungen. Später

gründete sie eine eigene Kanzlei. Sie

promovierte zu Fragen des Betriebs-

Professur für Rechnungswesen mit dem Schwerpunkt Behavioural Accounting

Nadja Jehle

Nadja Jehle studierte BWL an der

Technischen Universität Berlin und war

danach jahrelang in der internationalen

Wirtschaftsprüfung, als kaufmännische

Leiterin sowie als selbständige Steuerberaterin

tätig. Sie promovierte über

Konflikte innerhalb von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften.

Zuletzt arbeitete

Frau Dr. Jehle als Projektmanagerin

beim Deutschen Rechnungslegungs

Standards Committee (DRSC) an der

Entwicklung und Internationalisierung

der Rechnungslegung mit. Dort war

übergangs an der Universität Potsdam.

Ihre thematischen Schwerpunkte liegen

in den arbeitsrechtlichen Aspekten von

Unternehmensumstrukturierungen und

der Auswirkung von Privatisierungen

auf Arbeitsverhältnisse. In der wissenschaftlichen

Arbeit interessiert sie das

Spannungsfeld zwischen Flexibilisierung

der Arbeitsstrukturen und Schutz

des einzelnen Arbeitnehmers, insbesondere

im internationalen Kontext. Seit

2006 unterrichtete Stefanie Lorenzen an

der FHW Berlin, seit 2007 als Gastdozentin

auf der Stelle, für die sie nunmehr

einen Ruf angenommen hat.

sie u. a. beteiligt an der Entstehung des

Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes

(BilMoG). Zusätzlich lehrte sie mehrere

Jahre lang als Lehrbeauftragte an

verschiedenen Hochschulen im Bereich

des Rechnungs- und Prüfungswesens.

Zudem vertrat sie als Dozentin eines

renommierten Anbieters zur Vorbereitung

angehender Steuerberater auf das

Berufsexamen das Fach „Bilanzsteuerrecht“.

Seit November 2009 ist Nadja

Jehle als Professorin an der HWR Berlin

beschäftigt.

Fachbereich III Allgemeine Verwaltung

Professur für Allgemeine Soziologie, Organisationssoziologie, empirische Sozialforschung

Marianne Egger de Campo

Nach dem Studium der Soziologie an der

Karl Franzens Universität Graz (Österreich)

arbeitete Marianne Egger de Campo

als Assistentin an der Abteilung für

Methoden der empirischen Sozialforschung.

Sie forschte auch an der University

of California, Santa Barbara, zu politischer

Soziologie und zu Soziologie der Emotionen.

Frau Dr. Egger de Campo gründete

1999 in Graz ein außeruniversitäres Institut

für angewandte Forschung im Bereich

Alter(n)swissenschaften, Pflege- und Wohlfahrtsstaatforschung

und koordinierte u. a.

das EU-geförderte Projekt CARMA (Care

for the Aged at Risk of Marginalization), an

dem Partner aus sieben Ländern mitwirkten.

Daneben lehrte sie an der Karl Franzens

Florian Furtak absolvierte die Laufbahn

für den gehobenen Verwaltungsdienst

und schloss an der Fachhochschule für

öffentliche Verwaltung in Kehl zum

Diplom-Verwaltungswirt (FH) ab.

Anschließend studierte er Politikwissenschaft

(Hauptfach) sowie Öffentliches

Recht und Neuere und Neueste

Geschichte (Nebenfächer) an der

Philipps-Universität Marburg. Im Rahmen

seiner Promotion forschte er über

Strukturen, Beteiligungsmöglichkeiten

und Einfluss von Nichtregierungsorganisationen

im politischen System

der Europäischen Union. Von 2001 bis

2009 arbeitete er in der Kommunal-

Universität Graz und an der FH Joanneum

Graz Soziologie bzw. Alter(n)swissenschaften.

Im März 2007 erhielt Frau Egger de

Campo einen Ruf an die Hochschule

Ravensburg-Weingarten, wo sie bis Ende

September 2009 Soziologie an der Fakultät

für Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege

lehrte. Bereits ein Jahr nach ihrer Berufung

wurde sie zur Studiendekanin der Fakultät

gewählt. Marianne Egger de Campo

publiziert regelmäßig in internationalen

Journalen und veröffentlichte gemeinsam

mit Anthony Giddens (GB) und Christian

Fleck (Universität Graz) ein Lehrbuch

„Soziologie“. Sie fungierte als Vizepräsidentin

der Österreichischen Gesellschaft für

Soziologie.

Professur für Europäisches Recht und Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Europäische Integration

Florian Furtak

politik als Geschäftsführer der SPD-

Gemeinderatsfraktion in Karlsruhe.

Nebenberuflich engagierte er sich als

Lehrbeauftragter an den Hochschulen

für öffentliche Verwaltung Ludwigsburg

und Kehl im Fach Europarecht

sowie im Masterstudiengang „European

Public Administration“. Seit 2004 ist

er Herausgeber der Reihe Politikwissenschaften

im Herbert Utz Verlag

München. An der HWR Berlin, Campus

Lichtenberg, wird er hauptsächlich

im Masterstudiengang „Europäisches

Verwaltungsmanagement“ tätig sein

und dort zu allen Fragen rund um die

Europäische Union lehren.


38 Personalia SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Personalia

39

Fachbereich IV Rechtspflege

Gastprofessur für Recht und Politik, Gender und Rechtssoziologie/Rechtstheorie

Sabine Berghahn

Professur für Psychologie

Kerstin Wüstner

Die Juristin und Politikwissenschaftlerin

absolvierte Studium und Referendarzeit

in München und Augsburg, arbeitete

anschließend in mehreren Forschungs-

und Praxisprojekten in München und

Berlin mit sowie freiberuflich als Rechtsanwältin

und Journalistin. Sie kann auf

eine langjährige Tätigkeit in Forschung

und Lehre am Otto-Suhr-Institut (für Politikwissenschaft)

der Freien Universität

(FU) Berlin, eine rechtswissenschaftliche

Promotion und politikwissenschaftliche

Habilitation (an der FU), Vertretungsprofessuren

an der Universität Bremen und

an der Fachhochschule Lausitz verweisen.

Am Otto-Suhr-Institut führte sie mehrere

aus Drittmitteln finanzierte Forschungs-

Kerstin Wüstner studierte Sozioökonomie,

ist ausgebildet in Gruppenmoderation und

Konfliktmanagement, promovierte und

habilitierte sich an der Universität Augsburg

mit einer empirischen Habilitationsschrift

zum Thema Erleben der modernen

Arbeitswelt. Sie erhielt mehrfach Einladungen

zu Forschungs- und Vortragsaufenthalten

in Australien und Japan. Bevor sie den

Ruf an die HWR Berlin annahm, vertrat sie

die Professur für Angewandte Psychologie

an der Universität Augsburg und die Pro-

Professur für Bürgerliches Recht einschließlich Grundstücks- und Grundbuchrecht

Wolfgang Schneider

Wolfgang Schneider studierte an der Fachhochschule

für Rechtspflege in Nordrhein-

Westfalen und war danach einige Jahre

außerhalb der Hochschule u. a. als Leiter

des Grundbuchgerichts in Duisburg-Mitte

und als Referent tätig. Vor seiner Berufung

war Herr Schneider über eine längere

Zeit als Dozent und Lehrbeauftragter

an der Fachhochschule für Rechtspflege

projekte durch. Inhaltliche Schwerpunkte:

Recht und Politik, Geschlechterverhältnisse

in Deutschland und Europa,

Diskriminierung und ihre Bekämpfung

in der Einwanderungsgesellschaft. Die

Forschungsprojekte der letzten Jahre

beschäftigten sich zum einen mit den

rechtlichen und politischen Grundlagen

des noch immer besonders stark ausgeprägten

männlichen Ernährermodells

in Deutschland, zum anderen mit der

Problematik des islamischen Kopftuchs in

Deutschland und Europa. Sabine

Berghahn war Mitgründerin des sozialwissenschaftlichen

Gender-Portals

www.gender-politik-online.de und ist an

dessen redaktioneller Gestaltung beteiligt.

fessur für Organisationspsychologie an der

Helmut-Schmidt-Universität, Universität

der Bundeswehr in Hamburg. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten

zählen Arbeitserleben

(Arbeitszufriedenheit, Stress und Burnout)

in modernisierten Organisationen, Arbeitslosigkeitsforschung

sowie ausgewählte Themen

der Sozial- und Gesundheitspsychologie.

Sie hat umfangreiche Erfahrungen

mit Mitarbeiter- und Kundenbefragungen

sowie mit Gesundheitsberatung gesammelt,

v. a. im öffentlichen Dienst.

Nordrhein-Westfalen mit der Ausbildung

von Diplom-Rechtspflegern befasst. Dabei

lag der Schwerpunkt seiner Tätigkeiten

im liegenschafts- und immobiliarvollstreckungsrechtlichen

Bereich unter besonderer

Berücksichtigung wohnungseigentumsrechtlicher

Fragestellungen. Im April 2009

folgte Herr Schneider dem Ruf als Professor

an die HWR Berlin.

Fachbereich V Polizei und Sicherheitsmanagement

Professur für Risikomanagement und Verkehrslehre / Verkehrswissenschaften

Marcel Kuhlmey

Marcel Kuhlmey studierte an der Fachhochschule

für Verwaltung und Rechtspflege

und war anschließend als Polizeibeamter

des gehobenen Dienstes in

mehreren operativen Polizeidienststellen

in Berlin tätig. Danach folgte ein Studium

an der Deutschen Hochschule der

Polizei in Münster, welches er im Jahr

2003 beendete. Bis zu seiner Berufung

war er als Angehöriger des höheren Polizeivollzugsdienstes

zunächst Referent

für den strategischen Personalbedarf

und für Personalangelegenheiten aller

Laufbahnen im Stab des Polizeipräsiden-

ten sowie zuletzt als Leiter der Pressestelle

und Pressesprecher der Berliner

Polizei tätig. Die Arbeit an der HWR

Berlin verfolgt im Studiengang Polizeivollzugsdienst

das Ziel, die Ausbildung

der Student/innen im Studienfach der

Verkehrslehre und Verkehrswissenschaften

zu intensivieren, wobei eine

praxisorientierte und interdisziplinäre

Ausrichtung angestrebt wird. Der zweite

fachliche Schwerpunkt ist das Risikomanagement

für die betriebliche und

gewerbliche Sicherheit im Studiengang

Sicherheitsmanagement.


40 Rund um’s Studium SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Rund um’s Studium

41

Was frischgebackene Bachelor-

Absolvent/innen von der

Varusschlacht lernen können

Mit einem Notendurchschnitt von 1,8 schloss der bislang beste Bachelor-Jahrgang sein Studium ab

Text: Stefan Kröger

Die HWR Berlin bietet in Kooperation mit der international tätigen Siemens AG seit mehreren Jahren erfolgreich einen Bachelorstudiengang an.

Die Absolvent/innen gehören zu den Besten ihrer Jahrgänge.

Die Leistungen der Absolvent/innen

2009 des Studiengangs Betriebswirtschaft

(Bachelor of Arts), der in

Kooperation von der Hochschule für

Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin

und der Kaufmännischen Schule der

Siemens Professional Education durchgeführt

wir, gehören bundesweit zu

den besten.

Im Rahmen einer Feierstunde wurden

42 Bachelor-Absolvent/innen die

Abschlusszeugnisse im Eichensaal des

Verwaltungsgebäudes der Siemens AG

in Berlin überreicht.

Während der Abschlussfeier ging Frau

Prof. Dr. Susanne Meyer von der HWR

Berlin auf die vor 2000 Jahren geschla-

gene Varusschlacht ein. Aus ihr kann

man als Absolvent/in in schwierigen

Zeiten viel lernen. So standen nicht

immer Mut oder Geschick im Vordergrund,

sondern manchmal auch – wie

bei Arminius dem Heerführer der Germanen

– hervorragendes Einfühlungsvermögen

und genaueste Kenntnis um

die Strategie des vermeintlich überlegenen

Gegners. Auf heutige Verhältnisse

übertragen bescheinigte Prof. Meyer

den Absolvent/innen, genau das richtige

Rüstzeug für den weiteren Werdegang

erhalten zu haben.

In seinem Grußwort untermauerte

dann Thorsten Röwe, Personalleiter der

Region Deutschland, diese Aussagen

und zeigte, auch vor dem Hintergrund

des demografischen Wandels bei Siemens,

die vielfältigen Betätigungsmöglichkeiten

für die Absolvent/innen auf.

Der Autor ist beim Kooperationspartner

für diesen Studiengang, der Siemens AG,

im Bereich Siemens Professional Education

tätig.

It´s your choice

Masterstudiengänge im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der HWR Berlin

Text: Thomas Gruber

Im laufenden Semester sind unsere vier

weiterentwickelten Masterstudiengänge

erfolgreich gestartet. Rund 140 Studierende

haben ihr Masterstudium in den

Studiengängen

■ „International Economics“,

■ „International Finance“,

■ „International Marketing

Management“ und

■ „Financial and Managerial

Accounting“

im Fachbereich I an der HWR Berlin

begonnen.

Circa 30 % der Studierenden in den Masterstudiengängen

haben einen ausländischen

Bachelorabschluss, rund ein Drittel

hat einen Bachelorabschluss an der HWR

Berlin erworben, und 56 % der Studierenden

sind weiblich. Wir sind glücklich

über diese Mischung, da sie ein optimales

Arbeiten ermöglicht. So können wir den

Bachelorabsolvent/innen an der HWR

Berlin ein interessantes Anschlussstudium

anbieten, das auch für Absolvent/

innen anderer Hochschulen im In- und

Ausland sehr attraktiv ist, wie anhand der

fast 600 Bewerbungen deutlich wurde.

Im Wintersemester 2010/2011 starten

vier weitere Masterstudiengänge, wodurch

das Spektrum inhaltlich abgerundet

wird. Mit „International Business

and Consulting“ (in englischer Sprache)

mit den Spezialisierungen Strategic

Management und Human Resource

Management bieten wir eine zusätzliche

Wahlmöglichkeit insbesondere für

betriebswirtschaftliche Bachelorabsolvent/innen.

Mit „Unternehmensrecht im internationalen

Kontext“ (Fachsprache überwiegend

Deutsch) ermöglichen wir den

Studierenden des Bachelorstudiengangs

Wirtschaftsrecht, umfangreiches Fach-

wissen in verschiedenen Gebieten des

Unternehmensrechts zu erwerben.

Ferner wurde mit dem englischsprachigen

M.A. „Political Economy of European

Integration“ ein Europa-Studiengang

mit seinem starken Fokus auf der

politischen Ökonomie des europäischen

Integrationsprozesses entwickelt.

Darüber hinaus starten wir mit dem

Studiengang „Umwelt und Nachhaltigkeit“

in Kooperation mit der Beuth-

Hochschule einen deutschsprachigen

Studiengang in Wirtschaftsingenieurwesen.

In allen unseren Masterstudiengängen

bieten wir fachliche Spezialisierung

und wissenschaftliches Arbeiten mit

internationaler Ausrichtung verbunden

mit vielfältigen Wahlmöglichkeiten

und persönlichen Freiräumen.

Neben den spezifischen fachlichen

Schwerpunkten sind ein Tutorial Seminar

im ersten und zweiten Semester

sowie das Studium Generale Modul im

zweiten Semester und das forschungsmethodische

Seminar im dritten Se-

mester feste Bestandteile aller Masterstudiengänge.

Mit dem Tutorial Seminar soll vor allem

die Entwicklung der Studierenden

im Hinblick auf die persönliche und

berufliche Orientierung unterstützt

werden. Im Studium Generale haben

die Studierenden die Wahl zwischen

acht allgemein interessierenden Veranstaltungen

aus acht Studiengängen,

während im forschungsmethodischen

Seminar das wissenschaftliche Arbeiten

im Rahmen der Masterarbeit vorbereitet

und unterstützt werden soll.

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

Weitere Informationen finden Sie auf

der Homepage der HWR Berlin. Oder

nutzen Sie das Angebot der Studienberatung

(studinfo@hwr-berlin.de).

Der Autor ist Professor für Rechnungswesen/Controlling

an der HWR Berlin

und Beauftragter des Fachbereichs I

Wirtschaftswissenschaften für die Entwicklung

des Masterportfolios.

Für den sehr vielversprechend klingenden englischsprachigen Masterstudiengang

„Financial and Managerial Accounting“ habe ich sowohl die Hochschule als auch

die Stadt gewechselt. Und ich bin überaus beeindruckt. Zuerst von dem schnellen

und unkomplizierten Bewerbungsverfahren und jetzt von der Studienorganisation.

Unsere Seminargruppe besteht aus ca. 25 Studenten – nicht nur unterschiedlichster

Nationalitäten, sondern auch unterschiedlichster Vorkenntnisse. Die

Professorinnen und Professoren bemühen sich sehr, die Vorlesungen interessant

und abwechslungsreich zu gestalten, indem regelmäßig Bezug auf Praxisbeispiele

genommen wird sowie häufig Case Studies und Gruppenarbeiten durchgeführt

werden. Dabei spielt die Interaktion nach meinem Empfinden eine viel größere

Rolle als im Bachelorstudium, da jeder Student durch Spezialwissen und eigene

Praxiserfahrungen die Vorlesung bereichern kann. Die vielen Gruppenarbeiten

erleichtern zudem nicht nur das Kennenlernen untereinander und das Ankommen

in einer neuen Stadt, sie helfen auch gemeinsam Wissenslücken zu schließen.

Carolin Schwaneberg

Studentin im Masterstudiengang „Financial and Managerial Accounting“


42 Rund um’s Studium

SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Rund um’s Studium

43

Neue Wege beschreiten

Weiterqualifizierung durch duale Masterstudienangebote am Fachbereich Berufsakademie

Text: Helmut Schmeitzner, Gesine Pawlowicz

Die starke Nachfrage der Absolvent/

innen und Kooperationsunternehmen

des Fachbereichs Berufsakademie

nach Möglichkeiten der Weiterbildung

haben bereits vor Jahren angeregt,

umfangreiche Befragungen aller Interessensgruppen

und einen Diskussionsprozess

anzustoßen, inwieweit duale

Masterstudiengänge am Fachbereich II

zu realisieren sind. Dabei steht die

Dualität, das heißt die gemeinsame

Ausgestaltung des Studiums zwischen

Hochschule und Unternehmen, bei

der Entwicklung von Masterangeboten

am FB Berufsakademie als prägendes

Merkmal im Vordergrund. Als Ergebnis

dieses Prozesses wurde im September

letzten Jahres durch den Fachbereichsrat

die Einrichtung des dualen, weiterbildenden

Masterstudiengangs „Prozess-

und Projektmanagement“ zum Frühjahr

2011 beschlossen.

Die fachliche Ausrichtung des Studiengangs

ist an den Wandel der betrieblichen

Vorgänge angepasst. In vielen

Unternehmen treten die einzelnen

betrieblichen Prozesse immer stärker

in den Vordergrund, die letztlich als

Projekte für die Erreichung spezieller

Ziele formuliert werden können,

zum Beispiel Forschungs- und Entwicklungsprojekte,Reorganisationsprojekte.

Bisher werden Projekt- und

Prozessmanagement zumeist als

zwei voneinander getrennte Bereiche

behandelt. Als Folge ist es häufig auch

für Praktiker/innen nicht leicht, die

Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu

erkennen und zu wissen, unter welchen

Bedingungen welcher Managementansatz

erfolgversprechend eingesetzt

werden kann. Das Studium soll die

Studierenden dazu befähigen, sich in

diesem betrieblichen Wandel zu orientieren,

ihn zu optimieren und Projekte

jeglicher Art erfolgreich zu leiten und

durchzuführen.

Offen steht der Masterstudiengang

Wirtschaftswissenschaftler/innen, Ingenieur/innen

und Informatiker/innen.

Er ist fachübergreifend ausgerichtet,

um die Zusammenarbeit unterschiedlicher

Berufsgruppen in Projekten oder

Prozessen zu befördern und den Studierenden

die Möglichkeiten zu geben,

Arbeitsfelder, Sichtweisen und Sprachgebrauche

anderer Beteiligter kennen zu

lernen, zu verstehen und miteinander zu

verknüpfen. Dem Studierenden werden

die unterschiedlichen Sichtweisen der

zukünftigen Rollenvertreter vermittelt.

Absolvent/innen dieses Studiengangs

sind somit prädestiniert, eine Multiplikatorfunktion

oder Führungspositionen

in Unternehmen zu übernehmen.

Der postgraduale Masterstudiengang

„Prozess- und Projektmanagement“

besitzt eine anwendungsorientierte

Ausrichtung. Das bedeutet, dass im

Studium den Absolvent/innen neben

wirtschafts-, rechts- und ingenieurwissenschaftlichen

auch berufspraktische

Qualifikationen vermittelt werden. Der

Masterstudiengang erweitert und vertieft

die in Bachelor- bzw. Diplomstudiengängen

gewonnen Kenntnisse und

Fertigkeiten. Die Umsetzung der theoretischen

Inhalte in praktische Erfahrungen

erfolgt mittels mehrerer einsemestriger

Studienprojekte mit betrieblichen

Themenstellungen. Unternehmerische

Fähigkeiten – wie strategisches und interdisziplinäres

Denken, Problem- und

Risikobewusstsein – sollen gefördert

werden, um „unternehmerische Visionen“

gewinnbringend in Projekten und

Prozessen zu realisieren.

Autor Prof. Dr. Ing. Helmut Schmeitzner

ist Projektleiter und Gesine Pawlowicz

Projektkoordinatorin für die Entwicklung

des dualen, weiterbildenden Masterstudiengangs

„Prozess- und Projektmanagement“

am Fachbereich II der HWR Berlin.

Form des Studiums:

■ Dualer, weiterbildender Masterstudiengang

in Teilzeit

■ Gebührenfinanzierung

Studienumfang:

4 Semester (90 Credit Points)

Studienabschluss:

Master of Arts

Zulassungsvoraussetzungen:

■ Erster berufsqualifizierender

Abschluss

■ Mindestens zwei bzw. drei Jahre

Berufserfahrung

■ Kooperationsbeziehung zu einem

Unternehmen

■ Zulassungsantrag und Motivationsschreiben

Ansprechpartnerin:

Gesine Pawlowicz

Tel. +49-(0)30 29384-337

E-Mail: gesine.Pawlowicz@hwrberlin.de

Bachelorstudiengang „Unter-

nehmensgründung und –nachfolge“

Vor gut 100 Jahren fand eine Revolution statt: Das deutsche Hochschulwesen öffnete sich einer neuen Idee und erlaubte

Frauen das Studium. Vielerorts gab es Bedenken. Können Frauen erfolgreich studieren? Und wie sie konnten! Gut 100 Jahre

später finden ähnlich revolutionäre Geschehnisse statt: Unternehmensgründung kann man studieren! Geht das? Klar!

Text: Birgit Felden, Yasemin Kural

Der Bachelorstudiengang „Unternehmensgründung

und –nachfolge“ an der

Hochschule für Wirtschaft und Recht

(HWR) Berlin zeigt es auf innovative

Art und Weise. Berufsbegleitend wird

das Unternehmertum acht Semester

lang gelehrt. Das Ergebnis ist ein berufsqualifizierender,

staatlich anerkannter

Bachelor of Arts. Warum ist das Studium

innovativ?

Zum einen weil der Studiengang praxisnah

und interdisziplinär aufgebaut ist.

Im ersten Studienabschnitt erlernen die

Teilnehmer Grundlagenwissen. Betriebswirtschafts-

und Volkswirtschaftslehre,

Recht sowie Sozialwissenschaften.

Ergänzend hierzu wird Statistik, Mathematik,

Englisch und Kommunikation

gelehrt.

Im zweiten Abschnitt steht die konkrete

Gründung oder alternativ die Übernahme

im Mittelpunkt des Studiums.

Die Studierenden spezialisieren und

bereiten sich gezielt auf eine selbständige

Tätigkeit vor. Dies geschieht unter

Einbindung von Expert/innen aus der

Praxis. Zahlreiche Lehrbeauftragte

begleiten die Studierenden in ihren

Seminaren. Regelmäßig referieren Ver-

treter/innen der Landesbank Berlin

mit der der Studiengang übrigens eng

kooperiert – in der HWR Berlin und

stehen mit Rat und Tat den angehenden

Betriebswirt/innen zur Seite.

Zum anderen bietet das Studium eine

Besonderheit: „Laboreinheiten“ innerhalb

der Schwerpunkte „Unternehmensnachfolge

& innovative Unternehmensgründung“.

Im Rahmen des

Nachfolgelabors erarbeiten die Studierenden

systematisch einen Businessplan

für ihre konkrete Übernahme. Analog

dazu erarbeiten die Studierenden im

Gründerlabor einen Businessplan für

die Umsetzung einer innovativen Geschäftsidee.

Diese ausführliche Erarbeitung

bringt eine Reihe von Vorteilen.

Die Teilnehmer/innen setzen sich

intensiv mit ihren Geschäftsstrategien

und den möglichen Fallstricken auseinander.

Im Diskurs reift dabei so manche

Geschäftsidee oder bekommt gar eine

neue inhaltliche Ausrichtung.

Mit diesem Instrument reagieren die Gestalter/innen

des Studiengangs auch auf

die aktuellen Entwicklungen im Mittelstand.

Immer mehr kleine und mittlere

Unternehmen suchen einen Nachfolger

oder eine Nachfolgerin. Vielfach rekru-

tieren sie diese außerhalb der Familien.

Das notwendige und vielerorts vermisste

Wissen bieten der Studiengang im

Allgemeinen und das Nachfolgelabor im

Besonderen. Die gemeinsame Gestaltung

eines Businessplans im Rahmen des

Nachfolgelabors führt Theorie und Praxis

auf effiziente Art und Weise zusammen.

Inzwischen bewerben sich rund

150 Interessent/innen auf die jährlich

35 Plätze. Die steigenden Bewerberzahlen

des noch recht jungen Studiengangs

zeigen, dass das Angebot des Studienganges

mit den Bedürfnissen der Studierenden

einhergeht.

Die Autorin Birgit Felden ist Professorin

für Mittelstand und Unternehmensnachfolge

an der HWR Berlin. Yasemin Kural

arbeitet als Forschungsassistentin in

diesem Bereich.

Das Studium ist praxisnah und interdisziplinär: Ausgerüstet mit Grundlagenwissen bereiten

die Studierenden im „Labor“ eine konkrete Unternehmensgründung oder -übernahme vor.


44 Rund um’s Studium

SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Rund um’s Studium

45

International Business Management

Ab dem 1. Studientag wird auf Englisch (und manchmal auch auf Deutsch) studiert und kommuniziert. Darüber hinaus lernen

alle Studierenden des Studiengangs International Business Management (IBMAN) eine zweite Fremdsprache. Sie haben die

Auswahl zwischen Französisch, Spanisch, Russisch oder Chinesisch.

Text: Caroline Stellmach

Die Tür öffnet sich, herein tritt ein

fernöstlich aussehender junger

Mann, der den typisch-blauen OP-Kittel

eines Chirurgen trägt. Er dreht sich kurz

um und wendet sich an seine Patientin,

eine junge Frau im teuren Business-

Outfit. Das ungleiche Paar läuft schnellen

Schrittes durch den Raum, sie unterhalten

sich. „Sie brauchen eine Nierentransplantation“,

eröffnet der Doktor seiner

Patientin in flüssigem Englisch. Der

arabische Akzent des Doktors ist jedoch

nicht zu verkennen. „Doch ich muss sie

warnen“, fährt er fort, „die Warteliste ist

lang…“ Die Patientin unterbricht ihn

brüsk: „Ich habe keine Zeit zu verschwenden.

Ich bin mir sicher, dass es einen

Weg gibt, sofort auf den ersten Platz zu

kommen. Wie viel kostet das?“ Mit einem

wissenden Lächeln auf den Lippen sieht

sie ihn selbstbewusst an. Der Doktor

hält inne, für einen Augenblick unsicher,

angespannt. Dann lächelt auch er. „Nun

gut, nun gut. Es wird sie aber einiges kosten.

Mit der Prozedur sind immer Risiken

verbunden…“ Wieder unterbricht sie

ihn, genervt und ungeduldig. „Wie viel?“

Sie greift nach ihrem schwarzen Lederportemonnaie.

„10.000 US-Dollar. Cash“,

fordert der Doktor. „Einverstanden“,

antwortet die Patientin ohne zu zögern.

Der Doktor und seine Patientin halten

an, ihr Blick fällt auf eine unscheinbare

Person, die in der Ecke steht. „Warten Sie

hier“, sagt der Doktor und nähert sich

der ärmlich gekleideten Frau, die ihn

ängstlich beäugt. Er beginnt auf sie einzureden,

deutet mit der Hand zu seiner

reichen, westlichen Patientin. „Zweitausend

Dollar“, sind die einzigen Wörter,

die in ihrem Gespräch zu verstehen sind.

Internationaler Austausch: Studierende des Studiengangs International Business Management

(IBMAN) aus 19 verschiedenen Ländern lernen sich beim Speed-dating auf der Weihnachtsfeier

besser kennen.

Die Frau nickt eifrig und der Doktor

winkt seine Patientin zu sich heran. Vor

den Augen des gebannten Publikums öffnet

die ärmliche Frau ihre löchrige Jacke

und ein halbes Duzend Bilder von echten

Organen, die an ihrem Körper befestigt

sind, wird sichtbar.

Ende des Rollenspiels. Tosender Applaus.

Das war die Einleitung zu einer Präsentation

über „International Organ Trade“, die

ich mit zwei meiner Kommiliton/innen

im dritten Semester im Kurs International

Comparative Law an der HWR Berlin gehalten

habe. Wir sind drei der insgesamt

35 IBMAN-Studierenden in unserem

Jahrgang. Für uns war wichtig, dass die

Präsentation lehrreich aber trotzdem

außergewöhnlich wird. Aber vor allem

wollten wir, dass unserem Publikum die

Präsentation genauso Spaß macht wie uns.

In unserem Studiengang wird von uns

erwartet, dass wir jedes Semester 3–6

Präsentationen halten. Die Erfahrung,

die wir durch die Vorbereitung der

Präsentationen gewinnen, bereitet uns

sicherlich gut auf die Anforderungen

in unserem zukünftigen Joballtag vor.

Doch die Art, wie wir Präsentationen

angehen, spiegelt auch die wesentliche

Eigenschaft der „first generation“-IB-

MANs, das ist der erste Jahrgang, der an

der HWR Berlin in diesem internationalen

Programm zu studieren begonnen

hat, wieder: Wir versuchen außergewöhnlich

zu sein und Außergewöhnliches

zu erreichen.

Die Autorin ist Studentin im Studiengang

International Business Management

(IBMAN) an der HWR Berlin.

International Leadership Training

Krankenhausmanagement Asien

Hochqualifizierte Führungskräfte aus

China, Indonesien und Vietnam absolvieren

ein speziell auf diesen Berufszweig

zugeschnittenes Weiterbildungsprogramm

an der HWR Berlin

Text: Mirjam Klessen

Die Ärzt/innen und Krankenhausmanager/innen

aus Asien sind Teilnehmer/

innen des von der Hochschule in

Zusammenarbeit mit der InWEnt

gGmbH Internationale Weiterbildung

und Entwicklung durchgeführten

Trainingsprogramms International

Leadership Training (ILT) Krankenhausmanagement

Asien, das vom

Bundesministerium für wirtschaftliche

Zusammenarbeit und Entwicklung

(BMZ) finanziell gefördert wird.

Krankenhäuser spielen eine maßgebliche

Rolle im öffentlichen Gesundheitswesen.

In vielen Bereichen ist eine

effektive Behandlung im Krankenhaus

entscheidend, so bei der Geburtshilfe,

bei Kinderkrankheiten, Malaria, HIV/

AIDS. Gleichzeitig ist die Qualität und

der Zugang zu den Dienstleistungen

der Krankenhäuser in vielen Ländern

begrenzt, ebenso die Effektivität und

Effizienz des Managements sowie die

Gebäude- und Materialausstattung.

Gegenwärtige Reformprojekte im

Krankenhaussektor in Asien zielen

auf die Verbesserung der Qualität und

Effektivität ab sowie insbesondere auf

die Sicherung des allgemeinen Zugangs

zu notwendigen medizinischen Dienstleistungen,

beispielsweise durch das

Bestreben, in der Volksrepublik China

ein flächendeckendes Krankenversicherungssystem

einzuführen. Die im Gesundheitswesen

angestrebten Reformen

werden jedoch nur dann erfolgreich

sein, wenn auch die Schlüsselpositionen

im Krankenhausmanagement optimal

besetzt werden.

Erster Intake ILT Krankenhausmanagement Asien, Dezember 2007 bis Mai 2009. Exkursion in

das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin Hamburg.

Das ILT-Training an der Hochschule

für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin

soll den Teilnehmer/innen ermöglichen,

sich intensiv mit modernen Managementmethoden

und -instrumenten

zu beschäftigen, die für eine effektive,

effiziente und bedarfsorientierte Leitung

und Verwaltung von Gesundheitseinrichtungen

erforderlich sind. Während

des Semesters an der HWR Berlin

beschäftigen sich die ILT-Teilnehmer/

innen in einem viermonatigen Fachblock

intensiv mit Fragen zu Managementgrundlagen

und -prinzipien,

Personal- und Finanzmanagement,

Gebäude- und Materialmanagement,

Qualitätsmanagement, Krankenhausinformationssystemen,Krankenhaushygiene

und Katastrophenmanagement.

Zusätzlich erweitern und vertiefen sie

ihre in mehrmonatigen Vorbereitungskursen

erworbenen Deutschkenntnisse

und besuchen verschiedene Einrichtungen

des Gesundheitssystems in Berlin

und anderen deutschen Städten.

Im Anschluss an die theoretische Ausbildung

nehmen alle Teilnehmer/innen

ein speziell auf ihr professionelles Profil

zugeschnittenes dreimonatiges Praktikum

auf. Die beteiligten Krankenhäuser

und Gesundheitseinrichtungen stehen

mehrheitlich durch den am Institute of

Management Berlin (IMB) angesiedelten

MBA Health Care Management seit

vielen Jahren in enger Kooperation mit

der HWR Berlin.

Bei einer gemeinsam mit den Programmverantwortlichen

von InWEnt

und HWR Berlin durchgeführten

Exkursion nach Hamburg besuchen

die Teilnehmer/innen Einrichtungen

wie das Bundeswehrkrankenhaus, das

Uniklinikum Eppendorf und das

Robert-Nocht-Institut, vertiefen ihre Ein-

drücke aus der Praxis und knüpfen neue

Kontakte zu deutschen Kolleg/innen.

Nach der Rückkehr in ihre Heimatländer

werden die ILT-Teilnehmer/innen

nach insgesamt einem Jahr Training in

Deutschland eine Multiplikatorenrolle

bei den Reformanstrengungen im

Krankenhaussektor übernehmen. Dabei

verbleiben sie im regelmäßigen Austausch

untereinander sowie mit InWEnt

und der HWR Berlin.

Verantwortlich für das Programm ILT

Krankenhausmanagement Asien an

der HWR Berlin sind Prof. Dr. Jochen

Breinlinger-O’Reilly und Prof. Dr. Axel

Hellmann.

Die Autorin ist Programme Manager

im Institute of Management Berlin an

der HWR Berlin.


46 Alumni

SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Alumni

47

Wie wir wurden, was wir sind

Die Fachrichtung Bank des Fachbereiches Berufsakademie lud unter diesem Motto zum ersten jahrgangsübergreifenden

Absolvententreffen nach Berlin

Text: Ewa Tränkner

Rund 100 Absolvent/innen aus allen

14 vergangenen Studienjahrgängen

(1993–2006), ehemalige und gegenwärtige

Dozent/innen, Professor/innen und

Mitarbeiter/innen waren im November

2009 zum ersten Alumnitreffen der

Fachrichtung Bank an den Fachbereich

Berufsakademie am Campus Friedrichshain

gekommen. In der für den

Anlass speziell dekorierten Aula am

HWR-Standort am Berliner Ostkreuz

wurde den Teilnehmer/innen ein Rahmenprogramm

mit interessanten und

kurzweiligen Grußworten und einem

Fachvortrag präsentiert.

Prof. Henrik Schütt, Fachleiter der

Fachrichtung Bank, betonte in seiner

Eröffnungsrede die Bedeutung des

Studiums für den beruflichen Werdegang

der Absolvent/innen. Den hohen

Nutzen des Studiums für die Praxis

bestätigten die beiden ehemaligen Studenten

Thomas Liesegang und Michael

Rehberg (Studienjahrgang 1994) in

ihren Reden. So erinnerten sie sich in

ihrem Rückblick, wie die meisten anderen

Student/innen auch, an Vorlesungen

und Prüfungsthemen, an die man nach

dem Studium gern mit einem Schmunzeln

denkt.

Bei der Rede von Prof. Liane Buchholz

konnten die Gäste ihre eigenen Anfänge

an der damaligen Berufsakademie, jetzt

gleichnamiger Fachbereich der HWR

Berlin, Revue passieren lassen und an

den Schilderungen ihrer Lehrerlebnisse

teilhaben. Die Anfangsjahre der

Berufsakademie wurden auch von Dr.

Volker Hasewinkel, dem ersten Fachleiter

der Fachrichtung Bank, beleuchtet.

Sehr interessant zu erfahren war es, dass

die ersten Bank-Vorlesungen eher

provisorisch in ausgelagerten Räumlichkeiten

stattfinden mussten.

Neben dem Schwelgen in Erinnerungen

war Netzwerken das zentrale Thema

der Veranstaltung. Christoph Posselt

erörterte in dem sehr praxisorientierten

Fachvortrag „Netzwerke in Zeiten wirtschaftlicher

Krisen“ die Notwendigkeit

und die Gestaltung von Netzwerken. Ins

offene Gespräch wurden die Zuhörer/

innen mit dem Auftrag entlassen, sich

selbst im Netzwerken zu üben.

Was auch funktionierte! Hier und da

bildeten sich Gruppen, einige fanden

Mitarbeiter/innen aus dem eigenen

Unternehmen wieder, andere einen

Nachhilfelehrer und neue Kontakte.

Viele erinnerten sich gern und mit

Anekdoten an die Zeit ihres Studiums.

Für alle Beteiligten war dies ein rund

herum gelungener Tag, unter anderem

auch dank der Unterstützung durch

die Assistenz der Fachrichtung, die

Alumni-Mitarbeiter/innen und dem

Mentorenteam, die gebastelt, organisiert,

gebacken und studentische Mitarbeiter/innen

aus dem 2007er Jahrgang

rekrutiert hatten. Die Teilnehmer/innen

wünschen nach einer Wiederholung.

Auf bald!

Die Autorin ist Assistentin der Fachrichtung

Bank am Fachbereich Berufsakademie

der HWR Berlin.

Auch der erste Fachleiter der Fachrichtung Bank am Fachbereich Berufsakademie, Dr. Volker

Hasewinkel (links im Bild), und der amtierende Fachleiter, Prof. Dr. Henrik Schütt, nahmen

am ersten jahrgangsübergreifenden Alumnitreffen teil. Über 100 ehemalige Studierende,

ehemalige und gegenwärtige Dozent/innen, Professor/innen und Mitarbeiter/innen waren

zum Netzwerken an den Campus Friedrichshain gekommen.

Führungskompetenz und

Praxiserfahrung

Diplom-Betriebswirtin Katrin Storandt ist eine „Managerin der Integration“

Text: Helmut Lück

„Reichelt“ in Berlin, „Marktkauf “ in

Minden, beide sind jetzt Edeka. Solche

Fusionen sind in der Wirtschaft

alltäglich, für die Beteiligten sind sie

aber eine gewaltige Herausforderung.

Sie müssen deshalb geschickt gemanagt

werden. Katrin Storandt sagt: „Eine

Integration schafft man nicht von heute

auf morgen.“ Es braucht Zeit und viel

Fingerspitzengefühl.

Die junge Diplom-Betriebswirtin macht

diesen Job nicht zum ersten Mal. Eine

Eingliederung hat sie schon erlebt und

mitgemacht, als sie noch Studentin

unserer Hochschule in Berlin war.

Denn sie hat „dual“ studiert, d. h. in

einem Studiengang, der das Fachstudium

mit regelmäßigen Praxiszeiten bei

kooperierenden Unternehmen verbindet.

Und dieser Praxispartner in dem

dualen Studiengang Handel war eben

der Lebensmittelhändler EDEKA, als

die Firma Reichelt in Berlin erfolgreich

integriert wurde.

Katrin Storandt ist nach Studienabschluss

bei Edeka geblieben und hat

eine berufliche Entwicklung genommen,

wie sie für die Absolventinnen

und Absolventen eines dualen Studiengangs

nicht ungewöhnlich ist: Abteilungsleiterin,

dann stellvertretende

Marktleiterin, schließlich der „Sprung“

in die Zentrale des Unternehmens.

Heute ist sie Assistentin der Geschäftsführung

Edeka Minden-Hannover.

Als Teil der Geschäftsführung gehört es

zu ihren wichtigsten Aufgaben,

Marktleiter, selbständige Kaufleute,

Geschäftsführer und Betriebsräte an

einen Tisch zu holen und ihnen die

Position der Unternehmensführung zu

Katrin Storandt ist hat am Fachbereich Berufsakademie dual studiert und ist heute als Assistentin

der Geschäftsführung bei Edeka Minden-Hannover tätig.

vermitteln. Sie muss Vorbehalte abbauen,

Wogen glätten und Entscheidungen

vorbereiten. Sie bereitet wichtige

Sitzungen vor, hilft dabei, neue Strukturen

und Prozesse zu entwickeln. Will

man es zusammenfassen, müsste man

sie eine „managende Integrationsfigur“

nennen.

„Es ist eine spannende, sehr lebendige

Aufgabe“, sagt die 27-Jährige. „Vor

allem, weil von mir erwartet wird, nicht

nur vorhandene Konzepte abzuarbeiten,

sondern neue Ansätze mit zu

gestalten“. Man braucht Ideen und

Flexibilität sowie die Fähigkeit, Lösungen

zu entwickeln, „die nachhaltig die

Effizienz verbessern“.

Der Autor ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit

am Fachbereich Berufsakademie

der HWR Berlin.

Besonders wichtig ist es, sagt Katrin Storandt, den Bezug zur Basis nicht zu

verlieren. Dafür ist das duale Studium optimal. So hat sie die Praxis „von der

Pieke auf “ kennengelernt. Jetzt will sie aber weitergehen, will ihr Preisgeld (Katrin

Storandt ist in diesem Jahr mit dem „Stiftungspreis Goldener Zuckerhut“, einer

Auszeichnung des Handels, Industrie und der deutschen Lebensmittel Zeitung für

beispielhafte Leistungen der Ernährungswirtschaft ausgezeichnet worden) in ein

MBA-Studium investieren. „In Zukunft möchte ich mehr Personal- und Budgetverantwortung

übernehmen“, sagt sie.


48 Kurzmeldungen

SemesterJournal 2/09 SemesterJournal 2/09 Kurzmeldungen

49

Neu: Tutorium für studierende Eltern

Text: Nalan Nordemann-Yildirim

Der Anteil studierender Eltern liegt in

Berlin bei ca. 9,4 %. Ihre Situation ist

besonders geprägt durch große Kraftanstrengungen,

Studium und Kinderbetreuung

vereinbaren zu müssen. Aus

diesem Grund wurde von der Frauenbeauftragten

der HWR Berlin, Viola

Philipp, ein Tutorium initiiert, das

speziell ausgerichtet ist auf studierende

Eltern sowie Studierende, die Nachwuchs

bekommen. Es bietet einen

Einblick in die relevanten Regelungen

5000. Absolvent

der Studien- und Prüfungsordnungen,

bestehende Fördermöglichkeiten und

soll als Plattform für einen Dialog der

Betroffenen untereinander dienen. Das

Tutorium steht als Forum im ILIAS zur

Verfügung und ist dort zu finden unter

dem Namen „Forum für Studierende

mit Kind(ern)“. In dieses Forum können

Fragen eingestellt und Antworten

gegeben werden, die die individuelle

Situation dieser Studierendengruppe

berücksichtigen. Weiterhin wird an-

gestrebt, über dieses Forum ein Netzwerk

zu bilden, welches nicht nur den

direkten Austausch mit anderen

Studierenden in der gleichen Situation

ermöglicht, sondern auch zur Bildung

von Kinderbetreuungs- und Lern-

gruppen führen kann.

Kontakt: forumkid@hwr-berlin.de

Die Autorin ist Tutorin für Studierende

mit Kind(ern) an der HWR Berlin.

Stefan Hawranke (l.) war der 5000. Absolvent eines dualen Studiums an der HWR Berlin. Zum erfolgreichen Bachelorabschluss des dualen

Studiengangs BWL/Industrie gratulierte auch Freifrau von Friesen (r.), Senatorin a. D. und Erste Vorsitzende des Fördervereins des Fachbereichs

Berufsakademie. 1993 wurde die Berufsakademie Berlin gegründet, die inzwischen als Fachbereich in die HWR Berlin integriert ist.

Sie bietet derzeit ca. 1 850 duale Studienplätze in 16 Disziplinen. Das Besondere dieser Studienform ist die unmittelbare Verbindung von

Theorie und Praxis. So absolvieren die Studierenden parallel zum Studium an der HWR Berlin eine Ausbildung bei einem der derzeit rund

480 Partnerbetriebe und -unternehmen, insbesondere aus der Region Berlin-Brandenburg. Dabei sind die Ausbildungszeiten durchgängig

in das Studium integriert. Durch den regelmäßigen Wechsel zwischen Ausbildung im Betrieb und Studium an der Hochschule erwerben die

Studierenden sowohl fundierte Fachkenntnisse als auch berufspraktische Erfahrungen.

Delegation des chinesischen

Erziehungsministeriums an der

HWR Berlin

Besuch einer Delegation des Erziehungsministeriums der VR China unter Leitung der stellvertretenden Generaldirektorin, Frau Ge Hua,

Beijing, und des Ersten Sekretärs der Botschaft der VR China in Deutschland, Herrn Li Guoqiang. Die chinesischen Gäste waren insbesondere

an Fragen der Hochschulfinanzierung und der leistungsorientierten Mittelvergabe als Verfahren der Qualitätssicherung und –steigerung

interessiert. Von der HWR Berlin gaben die Auskünfte Prof. Michael Tolksdorf, Erster Prorektor, sowie Helmut Sankowsky, Leitung des Stabs

des Rektors der HWR Berlin.


50 Ankündigungen

SemesterJournal 2/09

Promotionsstipendium für Frauen

Text: Viola Philipp

Die HWR Berlin vergibt im Rahmen

ihres HWR-StipendienProgramms

mit Mitteln der Hochschule sowie des

Berliner Programms zur Förderung der

Chancengleichheit von Frauen in Forschung

und Lehre zum 1. April 2010

7 Stipendien

zur Vorbereitung bzw. Konzeptionierung

eines Promotionsvorhabens

Die Laufzeit der Stipendien beträgt

12 Monate. Gefördert wird die Vorbereitung

eines Promotionsvorhabens sowie

die Zeit der Erbringung von notwendigen

Vorleistungen an der Promotionshochschule.

Gefördert werden wissenschaftliche

Vorhaben, insbesondere in

den wirtschafts-, sozial- und rechtswissenschaftlichen

Fachgebieten.

Das Programm richtet sich an Berliner

Absolventinnen von Fachhochschulstudiengängen,

die ihr Studium mit einem

überdurchschnittlichen Abschluss beendet

haben. Gemäß des AS-Beschlusses

sind ab sofort alle Absolventinnen

der HWR Berlin und ihrer Vorgängereinrichtungen

mit ihren inhaltlichen

Schwerpunkten antragsberechtigt.

Bewerbungen mit einem Forschungs-/

Projektantrag sind bis zum 17. Januar

2010 einzureichen.

Als wissenschaftliche Ansprechperson

steht Frau Prof. Dr. Claudia Gather

(Tel. +49-(0)30 85789-105) zur Verfügung.

Die Bewerbungsunterlagen

und allgemeine Auskünfte sind bei der

Zentralen Frauenbeauftragten der

HWR Berlin, Viola Philipp, erhältlich

(Tel. +49-(0)30 85789-231 und

www.hwr-berlin.de/frauenbeauftragte).

Da das Programm der Förderung von

Frauen in der Wissenschaft dient, können

sich nur Frauen bewerben.

Die HWR Berlin wurde nach 2002 und

2005 auch im Jahr 2008 erneut aufgrund

ihrer erfolgreichen Aktivitäten für die

Chancengleichheit mit dem Total

E-Quality-Award ausgezeichnet.

Geschlechterpolitik in der EU:

Bilanz und Perspektiven im Bereich

Arbeitsmarkt und Beschäftigung

Text: Ingrid Biermann

Das Harriet Taylor Mill-Institut der

HWR Berlin führt vom 16.–23. Juli 2010

eine Summer School zum Thema

„Geschlechterpolitik in der EU: Bilanz

und Perspektiven im Bereich Arbeitsmarkt

und Beschäftigung“ durch. Als

Referent/innen werden Wissenschaftler/

innen und Praktiker/innen aus dem

In- und Ausland eingeladen. Geplant

sind Thementage zu:

■ Arbeitsmarkt- und Beschäftigungsentwicklung

in der EU,

■ das Skandinavische Modell,

■ Gleichstellungs- und Familienpolitik,

■ Beschäftigung und Gleichstellung in

den mittel- und osteuropäischen

Beitrittsländern,

■ Umsetzung und Anwendung des

europäisches Antidiskriminierungsrechts,

■ politische Akteure und Strategien im

Bereich der Gleichstellung.

Informationen und Kontakt:

ingrid.biermann@hwr-berlin.de

Impressum

Das SemesterJournal ist die Hochschulzeitschrift

der HWR Berlin. Es erscheint

zweimal jährlich. Namentlich gekennzeichnete

Beiträge stellen die Meinung

der jeweiligen Autorin bzw. des jeweiligen

Autors dar. Die Redaktion behält

sich sinnvolle Kürzungen vor.

Herausgeber

Der Rektor der HWR Berlin

Badensche Straße 50–51

10825 Berlin

Redaktion

Sylke Schumann

Telefon: +49 (0)30 85789-220

E-Mail: sylke.schumann@hwr-berlin.de

Gestaltung

Meike Lorenz, Berlin

Bildnachweis

Titelfoto Andreas Käppner

Seite 06 Christian Kretke

Seite 07 Denise Gücker

Seite 09 Denise Gücker

Seite 11 Dorrit Peter-Ollrogge, Fachrichtung

Handel, Fachbereich

Berufsakademie

Seite 20 KinderUni Lichtenberg

Seite 23 BA-Motors

Seite 25 barcoo

Seite 27 Air Service Berlin

Seite 30 Andreas Käppner

Druck

DMP Digital- & Offsetdruck GmbH,

Berlin

Auflage

2 800 Stück

Redaktionschluss

November 2009

ISSN 0945-7933

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