weiter... Das WBS Magazin 2/ 2009 - WBS Training AG

wbstraining.de

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2/2009

ISSN 1865-150X

weiter...

Prävention

Neue Ansätze in der

Gesundheitsförderung

WBS Standort

München-Süd

IT- und Technikkompetenz

für der Isar-Metropole

Branchenreport

Logistik

Eine Branche in

Bewegung

Das WBS Magazin

Work-Life-Balance

Den Erfolg vordenken

Mentales Training

GESUNDHEIT

Wege aus der Krise

Das Leben in die Hand nehmen

Die wichtigste Ressource im

Unternehmen pflegen

Gesunde Mitarbeiter

Expertengespräch

Angst kann man verlernen


Inhalt 2/2009

2

04 Titelthema

Gesundheit

11

18

Branchenreport

Logistik

Vorbeugen ist

besser als Heilen

Titelthema Gesundheit

04 Wege aus der Krise:

Das Leben selbst in die Hand nehmen

08 Die wichtigste Ressource im Unternehmen:

gesunde Mitarbeiter

26 Expertengespräch: Angst kann man verlernen

11 weiter... sehen

Branchenreport Logistik

14 weiter... lernen

Pflegehelfer: eine Arbeit mit Herz und Seele

17 weiter... vorgestellt

Heinrich Kronbichler, Vorstand der WBS TRAINING AG

18 weiter... denken

Vorbeugen ist besser als Heilen

Gesundheitsförderung und Prävention

20 Kurzmeldungen Wirtschaft & Arbeitsmarkt

21 WBS vor Ort: München Süd

IT- und Technikkompetenz für die Isar-Metropole

24 WBS vor Ort: Mönchengladbach

Kurzporträt

25 Immer gut unterwegs: FIRST Business Travel

26 Expertengespräch mit Dirk W. Eilert

Angst kann man verlernen

28 weiter... kommen

Die Erfolgsgeschichte von Kathleen Liebschner

Work-Life-Balance

29 Lernen Sie jonglieren!

30 Denken Sie sich zum Erfolg: mentales Training

31 weiter... lesen

„Gesundheit, Erfolg und Erfüllung“

von Anna Maria Pircher-Friedrich und

Rolf Klaus Friedrich

32 weiter... aktuell

Neues bei der WBS TRAINING AG

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Liebe Leserin und lieber Leser,

bleiben Sie gesund! Oft hören wir diesen Satz, als Glückwunsch bei Geburtstagen,

wenn gerade eine Erkältungswelle die Runde macht oder der Stress überhand zu

nehmen droht. Doch wie bleibt man eigentlich gesund?

Bewegung und gesunde Ernährung sind häufige Ratschläge, und dennoch beherzigen

sie viele nicht. Warum dies so ist und was es uns so schwer macht, gesund

zu bleiben, dies ist das Thema der Ihnen vorliegenden Ausgabe von „weiter…“

Das Leben in unserer hochentwickelten

Welt dreht sich gewöhnlich

schnell und scheinbar unaufhaltsam:

Erreichbarkeit rund um die

Uhr, beruflicher und privater Termindruck,

jeden Tag neue Herausforderungen,

die Angst etwas nicht

richtig zu machen oder die Suche

nach Orientierung.

Dabei geht uns etwas Wesentliches

verloren: Das Innehalten, Nachdenken,

sich Zeit für Menschen und Entscheidungen zu nehmen – dies fällt uns zunehmend

schwerer. Die Generation „E-Mail“, „Blackberry“ oder gar „Twitter“ hat

den Drang, sekündlich auf dem Laufenden gehalten zu werden. Doch zu welchem

Preis? Der Akku eines jeden elektronischen „Helferleins“(!) ist – mit der Steckdose

verbunden – in kurzer Zeit aufzuladen. Doch wo bleibt unsere persönliche Ladung

an Energie? Dass die Gesundheit eines Menschen das wertvollste Gut darstellt,

wird vielen erst dann bewusst, wenn sich das Wohlbefinden trübt und man aufhört

„zu funktionieren“.

Bewusst zu leben ist ein möglicher Ansatz, um gut vorbereitet in den Alltag zu

starten. Dazu gehören Freude an den kleinen Dingen des Lebens, Reflexion der eigenen

Handlungen, Wertschätzung für die Mitmenschen und ihre Umwelt.

Entschleunigen Sie Ihr Leben, es tut Ihnen gut!

Viel Spaß bei der Lektüre und bleiben Sie uns verbunden.

Ihr Heinrich Kronbichler

Vorstand

Einladung zum Feedback

Liebe Leserin, lieber Leser,

auch in dieser Ausgabe des WBS Magazins weiter...

erwarten Sie Beiträge und Berichte über Personalentwicklung

und Weiterbildung, über Arbeitsmarktchancen

und Möglichkeiten für die persönliche

Qualifizierung und über die WBS TRAINING AG.

Über die vielen positiven Reaktionen, die uns erreicht

haben, freuen wir uns und laden Sie weiterhin herzlich

ein, uns Ihre Kritik, Wünsche, Anregungen und Verbesserungsvorschläge

mitzuteilen.

Haben Sie Fragen? Was würden Sie gerne in einer künftigen

Ausgabe von weiter... lesen? Schreiben Sie uns:

redaktion@wbstraining.de

Impressum

weiter... Das WBS Magazin

Ausgabe 2/2009

ISSN 1865-150X

Herausgeber

WBS TRAINING AG,

Mariendorfer Damm 1–3, 12099 Berlin

www.wbstraining.de

Verantwortlich für den Inhalt

Maziar Arsalan, WBS Marketing

Maziar.Arsalan@wbstraining.de

Redaktion

Barbara Maria Zollner, München – Berlin

Mitarbeit Galina Gostrer

www.zinnober-abc.com

Gestaltung/Layout

Ulrike Holtzem, München – Berlin

www.ulrike-holtzem.de

Fotos

creativ collection/Ulrike Holtzem (Titel), Carlos Quandt/

Fotolia (2/4), Christian42/Fotolia (2/13), Barbara Dudzinska/Fotolia

(2/20), Die Hoffotografen (3/17), Galina

Barskaya/Fotolia (5), diego cervo/Fotolia (5/26), moodboard/Fotolia

(5), bilderbox/Fotolia (6), FotoliaXIV/Fotolia

(7), Andres Rodriguez/Fotolia (8), Sven Hoppe/Fotolia

(9), Nik/Fotolia (9), Michael Röhrich/Fotolia (10), Yuri

Arcurs (10), Reinhold Ratzer/Fotolia (11), William Messing/Fotolia

(12), endostock/Fotolia (12/19), Monkey

Business/Fotolia (13), Esther Hildebrandt/Fotolia (13),

Wolfgang Schmidt (14/15/16), Lucky Dragon/Fotolia (18),

Jean-Marie Maillet/Fotolia (18), ant236/Fotolia (20),

Anke Horn/pixelio (21), Hans-Friedrich Fuge/Fotolia (21),

Katja Sucker/Fotolia (21), Jürgen Effner/Fotolia (21),

Ingrid Ruthe/pixelio (21), Ulrike Holtzem (22/29),

Riess FotoDesign (22/23), MGMG GmbH Mönchengladbach

(24), Volker Tietze (24), privat (27), Anja Böhm (28),

Günther Menzl/Fotolia (29), Otmar Smit/Fotolia (29),

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Srdjanov/Fotolia (31), WBS

Erscheinungsweise

2 x jährlich

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Anzeigen

Ulrike Holtzem, München – Berlin

mail@ulrike-holtzem.de

3


Titelthema

Zahlreiche Alltagsbeschwerden wie Magenschmerzen, Rückenprobleme

oder dauernde Müdigkeit sind Warnsignale: Chronische Überlastung,

manchmal auch Unterforderung, lang anhaltende Unzufriedenheit und

das Gefühl von Ausgeliefertsein machen auf die Dauer krank. Viele ignorieren

die Warnsignale des Körpers, bis ein Zusammenbruch eine Denkpause

erzwingt: Krisen sind schmerzhaft, doch sie eröffnen die Chance

zu einer Neuorientierung. Und wer sich frühzeitig Unterstützung sucht,

findet leichter zu neuem Wohlbefinden.

Von Gunda Achterhold

Wege aus der Krise

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Ganz plötzlich ging gar nichts mehr. Mitten im Vortrag hatte Silvie Braun auf einmal

ein Black-out und wusste nicht weiter. Nach zwanzig Jahren als erfolgreiche

Unternehmensberaterin, unzähligen Präsentationen und Projekten streikten Körper

und Seele. Sie konnte die Veranstaltung nicht zu Ende führen. Diagnose: Burnout.

Wie Silvie Braun leiden immer mehr Menschen unter akuten Erschöpfungszuständen,

die mit erheblichen körperlichen wie psychischen Beeinträchtigungen

verbunden sind. Schlafstörungen, Kopfschmerzen, zu hoher Blutdruck

– Stress und chronische Überlastung äußern sich bei jedem anders. Doch die

Krise kommt nicht über Nacht, es ist immer ein schleichender Prozess. „Wenn die

Verzweiflung sich zeigt“, formulierte es der dänische Philosoph und Theologe Kierkegaard,

„dann erweist es sich, dass der Mensch verzweifelt war.“

„Bei mir hat es sich über anderthalb Jahre hingezogen“, erzählt Silvie Braun rückblickend.

Lange schon stieß sie an ihr Limit, jonglierte vier, fünf große Projekte zur

gleichen Zeit und arbeitete bis zum Anschlag. „Ich fühlte mich zwar ständig überfordert,

aber ich habe diese innere Stimme weggeschoben, ausgeblendet, und

mich immer wieder zusammengenommen.“ Ein gerissenes Kreuzband hier, eine

gebrochene Hand dort – dass die häufigen Verletzungen mit ihrer wachsenden

Unkonzentriertheit zu tun haben könnten, fiel der sportlichen Beraterin gar nicht

auf. Im Job funktionierte sie schließlich noch eine ganze Weile gut. Doch die Symptome

verstärkten sich, und sie zog sich privat immer stärker zurück. „Am Ende

war es schon anstrengend, einen Kochtopf auf den Herd zu stellen.“ Die Depression

zog sich wie ein dunkler Mantel um sie herum und führte zum Zusammenbruch.

Vielfache Ursachen für das Burn-out-Syndrom

Nicht nur Überforderung, auch Angst vor dem Verlust der Arbeit, unangenehme

Kollegen oder ein herrschsüchtiger Chef können dazu führen, dass die Arbeit zur

chronischen Belastung wird. Immerhin fühlen sich drei Viertel aller Arbeitnehmer

in Deutschland ihrem Job wenig verbunden und machen Dienst nach Vorschrift.

Das belegt der Engagement-Index der Unternehmensberatung Gallup in schöner

Regelmäßigkeit Jahr für Jahr. Doch wann wird es so schlimm, dass die Gesundheit

leidet und man lieber die Reißleine ziehen

sollte? „Es gibt einen ganz individuellen

Punkt, an dem jemand sagt:

Jetzt reicht´s mir!“, stellt Kompetenzberater

Bernhard Miltner fest. Er plädiert

dafür, Krisen nicht als etwas

Bedrohliches zu sehen, sondern seelische,

geistige oder körperliche Beschwerden

als ein überlebensnotwendiges

Warnsystem zu verstehen.

„Ich fühlte mich zwar ständig überfordert, aber ich habe diese

innere Stimme weggeschoben, ausgeblendet, und mich immer

wieder zusammengenommen.“

„Unter Druck verharren viele erst einmal,

sie werden starrer und zwingen

sich auszuhalten“, so Miltner. Doch

wer ein Unbehagen übergehe, dem

schlage es sprichwörtlich auf den

Magen – ein ebenso anstrengender

wie hilfreicher Prozess. „Leider erst,

wenn Probleme handfest werden und

den Alltag beeinträchtigen, tun Menschen

etwas dagegen.“

Auch Brigitte Mayer war lange Zeit fest

entschlossen, die Sache durchzustehen.

Mit 52 Jahren hatte sie als Personalsachbearbeiterin

in einer neuen

Firma angefangen. Eine Kollegin mit

gutem Draht zum Chef machte ihr von

Anfang an das Leben schwer. „Mit

über fünfzig überlegt man sich gut, ob

man aufhört oder nicht“, stellt die

Titelthema

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Titelthema

6

heute 56-Jährige fest. „Außerdem

habe ich mich mit allen anderen gut

verstanden und die Arbeit hat mir Spaß

gemacht.“ Nach dem zweiten Hörsturz

machte die Münchenerin trotzdem

Nägel mit Köpfen. Nach vier Jahren

kündigte sie – jedoch nicht ohne sich

frühzeitig eine Alternative zu suchen.

Unterstützt von der Bundesagentur für

Arbeit absolviert sie eine Ausbildung

zur Pflegehelferin. Dennoch fährt sie

zweigleisig und sucht auch in ihrem

alten Beruf nach einer neuen Stelle.

Das letzte Vorstellungsgespräch verlief

für sie positiv. „Ich bin jetzt ganz relaxt“,

sagt Brigitte Mayer mit frohgemuter

Stimme. „Denn es stehen mir

auch andere Wege offen.“

Ist Kündigung die Lösung?

Eine Kündigung kann ein notwendiger

Schritt sein, um die innere Balance wieder

zu finden, muss es aber nicht.

„Wer überstürzt kündigt, ohne die Situation

aus vielfältigen Blickwinkeln zu

betrachten, nimmt sein Problem mit

und wird im nächsten Job wieder

Schwierigkeiten haben“, stellt die

Münchener Beraterin und „Mutmacherin“

Ulrike Bergmann fest. „Ich

habe häufig erlebt, dass ich mit Klienten

im Gespräch neue Perspektiven

entwickelt habe, sie schließlich doch

an ihrem alten Platz geblieben sind –

und trotzdem sehr viel zufriedener

waren.“ Etwa, weil sie im Coaching

festgestellt haben, dass ihr Job nicht

nur furchtbar ist, sondern durchaus angenehme

Seiten zu bieten hat. Eine

neue Sichtweise mit erheblichen Folgen.

„Wenn ich anfange etwas zu verändern,

mich anders zu verhalten,

verändert sich automatisch auch das

Umfeld“, so die Expertin für Ziele.

Wie entscheidend es ist, in persönlichen

Krisenzeiten neue Ziele zu entwerfen

und das Heft wieder in die

Hand zu nehmen, beobachtet auch

Outplacementberaterin Ortrun Wagmann.

Sie begleitet ehemalige Mitarbeiter/-innen

eines großen Konzerns

über eine Phase von anderthalb Jahren

hinweg, in der sie sich beruflich neu

orientieren. In vielen Fällen ist es ein

eher unfreiwilliger Schritt.

„Dennoch geht es vielen von ihnen schon mit dem Übergang in eine Transfergesellschaft

gesundheitlich erheblich besser, sie schlafen wieder durch, sind weniger

nervös und fassen neue Zuversicht – schon deshalb, weil wichtige Entscheidungen

getroffen sind und jetzt etwas passiert“, sagt Ortrun Wagmann. Einer

ihrer Klienten berichtet: „Ein Vierteljahr habe ich gebraucht, um innerlich zur Ruhe

zu kommen. Dann habe ich in der Beratung ganz neue Facetten und Fähigkeiten

wahrgenommen, die bislang offenbar verschüttet waren. Ich habe zum Beispiel

festgestellt, dass ich Stabilität ausstrahle, auf andere positiv einwirken kann und

in verschieden Zusammenhängen im Unternehmen situationsunterstützend tätig

war. Das sind Ressourcen, die ich jetzt beruflich stärker nutzen möchte.“

„Ich empfinde im Nachhinein eine große

Dankbarkeit für mein Burn-out – sonst

hätte ich mit 55 vielleicht einen Herzinfarkt

bekommen!“

Die Fähigkeit mit Krisen umzugehen ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Die einen

stecken Rückschläge locker weg und gehen aus schwierigen Situationen sogar

gestärkt hervor, andere berappeln sich nur mühsam. So genannte „Resilienz-Strategien“

können helfen, schwierige Phasen zu meistern. Der Begriff Resilienz

kommt aus dem Englischen und bedeutet Elastizität, Schwung, Unverwüstlichkeit.

Psychisch widerstandsfähig zu sein hat nichts damit zu tun, Schwierigkeiten

zu ignorieren und alles durch die rosarote Brille zu sehen, im Gegenteil: Die bewusste

Auseinandersetzung mit Niederlagen oder Veränderungen in der Firma ist

Voraussetzung, wenn es konstruktiv weitergehen soll.

Existenzielle Umbrüche wie Standortverlegungen oder Firmenzusammenschlüsse

können jeden aus der Bahn werfen. Sich in sein Schneckenhaus zurückzuziehen

und sich als passiver Spielball zu fühlen, ist jedoch ebenso verführerisch wie gefährlich.

Wer die Opferrolle verlässt und für sich neue Ziele entwickelt, nimmt die

Zukunftsplanung wieder selbst in die Hand. Was genau ist passiert? Welche Konsequenzen

könnte eine Standortverlagerung für mich haben? Welchen Einfluss

habe ich? Und: Was könnte mir im schlimmsten Fall passieren? Solche Fragen und

gedanklichen Planspiele verändern den Blickwinkel und machen wieder handlungsfähig.

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Massive gesundheitliche Störungen wie eine Depression lassen sich nicht so einfach

lösen. Nach anfänglichem Widerstand hat sich Silvie Braun eine Auszeit genommen,

um sich in einer Fachklinik für Psychosomatik behandeln zu lassen. Am

idyllischen Ammersee dreht sie nun wieder ihre frühmorgendlichen Runden und

greift als Vital- und Entspannungstrainerin auf ihre eigenen Erfahrungen zurück.

„Ich wende einige Methoden an, die ich selbst als besonders hilfreich empfunden

habe.“ Die Zeit für sich ist Silvie Braun heute heilig. „Ich empfinde im

Nachhinein eine große Dankbarkeit für mein Burn-out – sonst

Kraft für die Krise

Menschen reagieren unterschiedlich

auf berufliche Umbrüche und Niederlagen.

Entscheidend ist, sich nicht

ins Mauseloch zu verkriechen, sondern

neue Perspektiven zu entwickeln.

Raus aus der Opferrolle

Wenn die Gefühle nach einem schweren

Schlag abflauen, wird es Zeit für eine nüchterne

Bestandaufnahme: Was kann ich aus

dieser Situation machen? Widerstand kostet

Kraft. Wer die Situation annimmt, entdeckt

wieder Alternativen.

Lösungen finden

Existenzielle Umbrüche wie Firmenpleiten

oder Fusionen lassen sich nicht beeinflussen.

Die Konsequenzen liegen jedoch bei jedem

selbst. Was kann ich tun, um meine Situation

in den Griff zu bekommen? Was sind meine

Ziele und welche Kompetenzen habe ich?

Verantwortung übernehmen

Sich allein die Schuld zu geben, ist kontraproduktiv.

Wer den eigenen Anteil an der Krise

realistisch einschätzt und zugleich analysiert,

welche äußeren Umstände dazu geführt

haben, ist schneller über den Berg.

hätte ich mit 55 vielleicht einen Herzinfarkt

bekommen!“, stellt sie fest.

„So hatte ich die Möglichkeit, meine

eigenen Bedürfnisse kennenzulernen.“


Netzwerke bilden

Massive Probleme lassen sich nicht im Alleingang

lösen. Suchen Sie Beteiligung von

außen, zum Beispiel im Gespräch. Wo sind

Ansprechpartner, die effektiv weiterhelfen

können und Impulse geben?

Zukunft planen

Vorausschauendes Krisenmanagement stärkt

die innere Balance. Wer eine Langzeitperspektive

einnimmt („Was würde ich tun,

wenn mein Arbeitsplatz gefährdet wäre?“),

wird von den Wechselfällen des Lebens nicht

so schnell überrascht. Mit Plan B in der Tasche

lebt es sich leichter, wenn´s hart auf hart

kommt.

Titelthema

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Titelthema

8

Die wichtigste Ressource im

Unternehmen pflegen

Gesunde Mitarbeiter sind wohl die wichtigste Ressource für Unternehmen

– gerade in der wissensbasierten Wirtschaft; Krankheit kostet den

Einzelnen, die Betriebe und die Volkswirtschaft einen hohen Preis. Das

Bewusstsein für die Notwendigkeit von Gesundheitsvorsorge wächst

auch in mittelständischen Unternehmen, verschiedene Modelle für betriebliche

Gesundheitsförderung und Gesundheitsmanagement werden

erprobt. Dabei zeigt sich: Betriebliches Gesundheitsmanagement macht

Unternehmen erfolgreicher.

Von Barbara Maria Zollner

Im ersten Halbjahr 2009 erreichte laut

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und

Arbeitsmedizin der Krankenstand bei

den in gesetzlichen Krankenkassen

Versicherten ein Rekordtief von 3,24

Prozent. Der neuerliche Rückgang, so

die Fachleute, bedeutet indes nicht,

dass sich die deutschen Arbeitnehmer

eines hervorragenden Gesundheitszustandes

erfreuen, sondern dass mehr

und mehr Beschäftigte krank zur Arbeit

kommen. Der so genannte „Präsentismus“

ist schon seit einigen Jahren

zu beobachten: Die Mitarbeiter

räumen beruflichen Belangen die Priorität

vor ihrer Gesundheit ein; die durch

die Wirtschaftskrise gestiegene Angst

um den Arbeitsplatz verstärkt das Phänomen.

Laut einer Bertelsmann-Studie

waren 71 Prozent der Arbeitnehmer in

den letzten zwölf Monaten krank im

Büro. Die daraus resultierenden Produktivitätseinbußen

werden auf das

Dreifache dessen geschätzt, was Fehltage

die Betriebe kosten würden.

Eine betriebliche Fallstudie mit 2.000

Mitarbeitern ergab: Fehlzeiten geben

in erster Linie Auskunft über den Zustand

der Organisation, aber sie spiegeln

nicht den Gesundheitszustand der

Organisationsmitglieder wider.

Zugleich findet man heute kaum ein

Unternehmen, das sich nicht die hohe

Wertschätzung seiner Mitarbeiter – zumindest

im Leitbild – auf die Fahnen

schreiben würde.

Teure Fehltage

der Mitarbeiter

vermeiden

Gestiegener Arbeitsdruck macht

krank

Die häufigsten Ursachen krankheitsbedingter

Abwesenheit sind Rückenschmerzen,

Herzprobleme und psychische

Probleme. Diese fallen wegen

langer Krankheitszeiten stärker ins Gewicht,

als der Anteil von 8,3 Prozent

laut Präventionsbericht 2008 vermuten

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ließe. Acht Millionen Menschen zwischen 18 und 65 Jahren leiden an behandlungsbedürftigen

psychischen Störungen. Deren Zunahme in den letzten Jahren

zeigt, dass die gesellschaftliche Wahrnehmung psychischer Probleme gestiegen

ist. Vor allem aber steht sie in Zusammenhang mit zunehmender Belastung am

Arbeitsplatz: Die Verdichtung der Arbeit hat zugenommen, weniger Beschäftigte

müssen mehr leisten, mit den technischen Möglichkeiten haben die Erwartungen

an Mobilität und Flexibilität zugenommen, der Wettbewerb um wenigere und weniger

sichere Jobs hat sich verschärft – alles Stressfaktoren, die krank machen können.

Laut DAK greifen 800.000 gesunde Arbeitnehmer zu Pillen, um den Alltag

besser zu bewältigen.

Unternehmen brauchen gesunde Mitarbeiter/-innen

Die volkswirtschaftlichen Produktionsausfälle durch krankheitsbedingte Fehlzeiten

betragen laut Schätzung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) jährlich

36 Milliarden Euro; krankheitsbedingter Arbeitsausfall kostet ein Unternehmen

pro Tag und Mitarbeiter durchschnittlich 400 EUR. Angesichts dessen beschäftigen

sich Unternehmen zunehmend mit Gesundheitsförderung. Doch die

Angebote der Krankenkassen und Unfallversicherungen werden bisher nur unzureichend

genutzt; nicht selten erschöpfen sich die Bemühungen in der Optimierung

des Arbeitsschutzes und sporadischen Seminarangeboten. Zu einem betrieblichen

Gesundheitsmanagement, das den Namen verdient, gehört mehr: systematische

Bedarfsermittlung, Integration in alle Strukturen des Unternehmens,

Partizipation der Belegschaft und gesundheitsgerechte Führung. Betriebliches Gesundheitsmanagement

erfordert, so das Institut für Arbeitswissenschaft der Universität

Hannover, die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als strategischen

Faktor in das Unternehmensleitbild und die Kultur sowie in die Strukturen

und Prozesse der Organisation einzubeziehen.

Der Gesetzgeber stärkt betriebliches Gesundheitsengagement

Durch Vorschriften zu Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit nimmt der Gesetzgeber

Einfluss auf gesundheitsförderliches Handeln in Unternehmen; betriebliches Eingliederungsmanagement

(BEM) soll Arbeitnehmer/-innen nach längerer Krankheit

die Rückkehr erleichtern. Es verpflichtet Arbeitgeber, ein Eingliederungsgespräch

anzubieten, um zu klären, mit welchen Maßnahmen das Unternehmen den Wiedereinstieg

in den Job unterstützen kann – je nach Bedarf etwa durch spezielle

Ausstattung des Arbeitsplatzes, durch vorübergehenden Einsatz in einem weniger

beanspruchenden Tätigkeitsfeld oder durch eine zeitweise reduzierte Stundenzahl.

Mit dem Jahressteuergesetz 2009 wird die vorbeugende betriebliche Gesundheitsförderung

gestärkt: Aufwendungen des Arbeitgebers zur Verbesserung

des allgemeinen Gesundheitszustandes im Betrieb werden bis zu 500 Euro pro

Mitarbeiter und Jahr von Steuern und Sozialabgaben befreit. Das gilt für alle Maßnahmen,

die der Leitfaden Prävention der Krankenkassen-Spitzenverbände aufführt.

Gesundheitsförderung im Betrieb ist volkswirtschaftlich auch deshalb wichtig, weil

sie dort unabhängig vom Sozialstatus alle Beschäftigten erreicht, im „Setting“,

wie es die Weltgesundheitsorganisation insbesondere mit Blick auf benachteiligte

Bevölkerungsgruppen empfiehlt. Wenn in Betrieben gesunder Lebensstil und Vor-

sorgemaßnahmen in die Unternehmenskultur

integriert sind, profitieren

auch diejenigen, die sonst kaum erreicht

werden können.

Gesundheitsförderung ist besser

als Krankheitsabwehr

Ausgehend von den wichtigsten

Krankheitsrisiken benennt der Leitfaden

Prävention vier Handlungsfelder

für betriebliche Vorsorgemaßnahmen:

Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung

und Suchtprävention. Betriebliches

Gesundheitsmanagement ist

immer sowohl auf die Verhältnisse –

also die materiellen und immateriellen

Rahmenbedingungen der Arbeit im

Betrieb – als auch auf das Verhalten

des Einzelnen (und seine aktive Mitwirkung)

auszurichten. So gilt es,

krank machende Gegebenheiten zu

identifizieren und abzubauen – beispielsweise

Verletzungsrisiken auszuschalten,

die Arbeitsplätze ergonomisch

einzurichten, Lärmbelastung zu

reduzieren oder etwa Schichtzeiten

dem Biorhythmus anzupassen.

Im Rahmen der betrieblichen Abläufe

können Ausgleichssport oder Entspannung

organisiert werden, Mineralwasser

oder Obst vorgehalten und wirklich

gesunde Mittagsverpflegung angeboten

werden. Ein positives soziales Klima

Gesundheitsförderung

im Betrieb wird

volkswirtschaftlich

immer wichtiger.

und engagierte Führungskräfte bewirken,

dass Mitarbeiter mit Spaß an

Sport- oder Entspannungsangeboten

partizipieren: Hat ein (gesundheits-)

bewusster Lebensstil im Unternehmen

einen hohen Stellenwert, wird das

auch die Mitarbeiter zu solchem Verhalten

motivieren. Sind Beschäftigte in

ihrem Aufgabenbereich mit viel Stress

konfrontiert, ist es förderlich, neben

Ausgleichsmaßnahmen auch die Möglichkeit

zu geben, Stressbewältigungsstrategien

und Entspannungstechniken

zur eigenen Anwendung zu erlernen.

Ganzheitlich verstanden, wird Gesundheitsförderung

neben der körper-

Titelthema

weiter... Das WBS Magazin 2/2009 9


Titelthema

10

lichen auch die geistige und seelische Seite des Menschen einbeziehen und alle

Kompetenzen stärken, die den Einzelnen zum (gesunden) Leben befähigen.

Gesundheitsmanagement als Zukunftssicherung

Dies gilt umso mehr, als der demografische Wandel in vollem Gange ist: Um das

Jahr 2015 wird jeder dritte Beschäftigte in Deutschland über 50 Jahre alt sein.

Viele Initiativen werben für die Beschäftigung der Älteren, die ihre abnehmende

körperliche Leistungsfähigkeit mit Wissen, Erfahrung und Arbeitsökonomie wett

machen. Auch sind Ältere nicht öfter krank als ihre Kollegen, aber häufig länger.

Für Betriebe, die heute schon über Fachkräftemangel klagen, ein guter Grund, die

betriebliche Gesundheitsförderung gezielt auf die Erhaltung wertvoller Arbeitskraft

auszurichten. Auch mit Blick auf die Gewinnung von leistungsstarkem Nachwuchs

wird Gesundheitsmanagement zunehmend wichtig; Wettbewerbe wie

„Deutschlands beste Arbeitgeber“ beziehen die Gesundheitsvorsorge in die Un-

ternehmensbewertung ein. Auch gesundheitsbezogene Wettbewerbe (wie der

Gesundheitspreis der AOK Rheinland) tragen zur Attraktivität von Arbeitgebern

bei. Das interessiert insbesondere den Mittelstand; immer mehr Unternehmen –

etwa die Kohl Gruppe Rheinland oder der schwäbische Schokoladenhersteller Ritter

– binden ihre Mitarbeiter mit Familienfreundlichkeit und pfiffigen Angeboten

für die Gesundheit.

Neue Wege für Kleinunternehmen

Klein- und Kleinstunternehmen hingegen fehlen dafür häufig die personellen, zeitlichen

und finanziellen Ressourcen, oft auch das nötige Wissen und Bewusstsein;

für Krankenkassen bilden sie eine zu kleine, heterogene Zielgruppe. Hier kann

man gleichfalls beim „Setting“ ansetzen: Initiiert und wissenschaftlich begleitet

von der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft hat das Berliner Modellprojekt

Innogema im Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain ein Netzwerk geschaffen, das auf Bezirksebene

Betriebe, Anbieter von Gesundheitsleistungen und (Kompetenz-)Träger

wie Krankenkassen miteinander in Kontakt bringt. Durch ihre Mitwirkung kommen

die zahlreichen Kleinstbetriebe (viele aus der Kreativwirtschaft) zu spezifisch auf

ihren Bedarf zugeschnittenen Angeboten, die Anbieter zu neuen Kundengruppen;

die Projektverantwortlichen und die beteiligten Träger sichern mit ihrer Kompetenz

die fachkundige Implementierung und die Qualität der Angebote. Die

stadträumliche Eingrenzung erlaubt unkomplizierte Umsetzung und persönliche

Nähe im Netzwerk; dank kurzer Wege werden die Gesundheitsangebote vor oder

nach der Arbeit oder zwischendurch tatsächlich gerne genutzt. Die Erfahrungen

und Strukturen dieses Modells sollen künftig auch auf andere Kontexte übertragen

werden.

Was bringt Gesundheitsmanagement den Unternehmen?

„Jeder in Prävention gesteckte Euro bringt dem Unternehmen vier Euro Gewinn“,

postulierte 2007 der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der gewerblichen

Berufsgenossenschaften, Joachim Breuer. Verschiedene Forschungsprojekte be-

„Jeder in Prävention

gesteckte Euro bringt

dem Unternehmen

vier Euro Gewinn!“

fassen sich mit der Auswertung betrieblicher

Gesundheitsförderung; die

Studienergebnisse bescheinigen einem

professionell aufgesetzten und konsequent

gelebten betrieblichen Gesundheitsmanagement

übereinstimmend

eine positive Wirkung für den Unternehmenserfolg.

Den positiven Effekt

bestätigt auch der Fehlzeitenreport

2008: „Erfolgreiches betriebliches Gesundheitsmanagement

kann somit zu

einer Senkung der Arbeitsausfälle, Steigerung

der Produktivität und Erhöhung

der Kundenzufriedenheit führen“,

so Helmut Schröder, Mitherausgeber

der Studie und stellvertretender

Institutsleiter. Zieht man den demografischen

Wandel und eine Verschärfung

des internationalen Wettbewerbs mit

in Betracht, trägt der vorsorgliche Umgang

der Unternehmen mit der Gesundheit

ihrer Mitarbeiter/-innen zum

Erfolg nicht nur des Unternehmens, sondern

des Wirtschaftsstandorts bei. ■

Weitere Informationsquellen

im Internet

www.baua.de

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und

Arbeitsmedizin

www.dgb-index-gute-arbeit.de

DGB-Instrument zur Erfassung der Arbeitsbedingungen

aus Beschäftigtensicht

www.dnbgf.de

Deutsches Netzwerk für betriebliche

Gesundheitsförderung

www.enwhp.org

Europäisches Netzwerk für betriebliche

Gesundheitsförderung

www.iga-info.de

Initiative Gesundheit und Arbeit

www.innogema.de

Netzwerkentwicklung für innovatives

Gesundheitsmanagement

www.inqa.de

Initiative Neue Qualität in der Arbeit

www2.pragmagus.de

Gesundheits- und Sicherheitsmanagement

für Kleinunternehmen

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Eine Branche in Bewegung

Deutschland ist zum sechsten Mal in Folge Exportweltmeister. Doch

die globale Wirtschaftskrise beschert der bislang erfolgsverwöhnten

Logistikbranche Einbrüche beim Umsatz. Wo gibt es da heute noch

Arbeits- und Karrieremöglichkeiten?

Von Sibylla Machens

Noch nie wurde auf dem Erdball so

aktiv Handel getrieben wie heute. Es

herrscht ein reger Austausch an Gütern,

Rohstoffen und Energieträgern

zwischen den Kontinenten. Ganz vorne

mit dabei Deutschland, das zum

sechsten Mal in Folge auch in diesem

Jahr wieder Exportweltmeister ist.

Kein Wunder, dass die Logistikbranche

mit ihren rund 2,5 Millionen Beschäftigten

hierzulande den drittgrößten

Wirtschaftszweig ausmacht. Die Hälfte

der Beschäftigten arbeitet im Logistikdienstleistungssektor

etwa bei Speditionen

und Transportunternehmen oder

bei Kurier-, Express- und Postdiensten

(KEP-Diensten). Die andere Hälfte ist in

Industrie und Handel tätig. Transportiert

werden die Güter auf Straßen und

Schienen, auf Binnengewässern, den

Weltmeeren sowie in der Luft. Der

Boom der vergangenen Jahre war beeindruckend:

Jährlich entstanden in

der Branche rund 100.000 neue Stellen

für Fahrer, Lageristen, IT-Experten

und

Logistikmanager. „Der Logistik-Umsatz

der deutschen Wirtschaft erreichte im

Jahr 2008 rund 215 Milliarden Euro,

nach rund 205 Milliarden Euro im Jahr

2007 “, sagt Raimund Klinkner, Vorsitzender

des Vorstands der Bundesvereinigung

Logistik (BLV) in Bremen.

Deutschland

lebt vom Export.

Doch in diesem Jahr schmälert die globale

Wirtschaftskrise die Umsätze. Die

Experten der Fraunhofer Arbeitsgruppe

für Technologien der Logistik-Dienstleistungswirtschaft

(ATL) in Nürnberg

schätzen, dass es 2009 einen Umsatzrückgang

von rund fünf Prozent geben

wird, so dass wieder das Niveau von

2007 erreicht wird. Stark betroffen

vom Umsatzrückgang sind unter anderem

jene, die für die Automobilindustrie

und deren Zulieferer tätig sind.

Eine spannende Branche

Die Aufgaben der klassischen

Logistik, die sich

mit Transport,

Umschlag und Lagerung beschäftigt,

haben sich erweitert um die Bereiche

Beschaffungs-, Produktions-, Distributions-

oder Absatzlogistik sowie Entsorgungslogistik.

Immer häufiger stellen

sich die Dienstleister perfekt auf ihre

Kunden und die hohen Anforderungen

der Industrie ein, wie zum Beispiel auf

den Kostendruck und die Just-in-time-

Produktionen der Automotivebranche.

Mittlerweile wird oft die gesamte Wertschöpfungskette

oder Supply Chain

Management (SCM) – vom Vorlieferanten

bis zum Endkunden – von Logistikdienstleistern

betreut. Und das

rund um die Welt, überall und jederzeit

nachvollziehbar.

Dementsprechend vielfältig, abwechslungsreich,

aber auch anspruchsvoll

sind die Berufsbilder der Branche. Sie

reichen von geringqualifizierten Arbeiten

bis hin zu Führungstätigkeiten für

Akademiker. In den Lagern

finden sich unter

anderem

Kommissionierer

und Fachhelfer

für

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Lagerwirtschaft. „Für die Fachhelfer

lohnt es in jedem Fall, einen Gabelstaplerführerschein

zu machen“, empfiehlt

Sigrun Gelbach-Stüker, Leiterin

des Produktbereichs Kaufmännisch,

Wirtschaft und Verwaltung bei der

WBS TRAINING AG in Berlin. Wer am

Offene Stellen im Logistikgewerbe

Containerhafen – etwa in Hamburg

oder am künftigen Tiefwasser-Containerhafen

JadeWeserPort in Wilhelmshaven

arbeiten möchte – kann sich zur

Fachkraft für Schifffahrt und Reederei

weiterbilden. Dazu gehört unter anderem

Englisch für die internationale

Schifffahrt. In den Büros der Speditions-

und Transportunternehmen sind

kaufmännische Berufe vertreten wie

Kaufmann oder Kauffrau für Spedition

und Logistikdienstleistung oder Kaufleute

im Groß- oder Außenhandel.

„In den Qualifizierungen für Fachkräfte

für Logistik und Lagerwirtschaft können

wahlweise auch IT-Kenntnisse erworben

werden“, sagt Gelbach-Stüker

und erklärt, „in den Lehrgängen für

Fachkräfte für Im- und Export werden

seit neuestem auch ATLAS-Kenntnisse

vermittelt.“ Hinter der Abkürzung verbirgt

sich das seit erstem Juli geltende

„Automatisierte Tarif- und Zollabwick-

lungssystem“, das die ehemaligen Zolldokumente

in Papierform abgelöst hat.

Berufsaussichten bei Speditionen

und Transportunternehmen

Während in einigen Bereichen der

Branche Massenentlassungen anste-

Im Juli 2009 waren bei der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg folgende offene

Stellen bundesweit im Logistikgewerbe gemeldet:

1.833 Landverkehr

94 Schifffahrt

57 Luftfahrt

2.271 Lagerei und Erbringung von sonstigen Dienstleistungen für den Verkehr

576 Post, Kurier- und Expressdienste

Quelle: Zentrale der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg

hen wie etwa in Bremerhaven, wo der

Automobil-Umschlag in den ersten drei

Monaten um die Hälfte einbrach, versuchen

der Hamburger Hafen und einige

Speditionen und Transportunternehmen,

mit Hilfe von Kurzarbeit Entlassungen

zu vermeiden. Viele Unternehmen

bilden ihre Mitarbeiter während

der Kurzarbeit weiter, damit sie

nach der Krise gestärkt aufgestellt sind.

Um die Mitarbeiter in diesen besonderen

Zeiten zu unterstützen – auch die,

die nicht von der Kurzarbeit betroffen

sind – , gibt es beispielsweise bei der

Schenker Deutschland AG gezielte Se-

minarangebote. Das neue Weiterbildungsprogramm

beim führenden Transport-

und Logistikanbieter in Deutschland

umfasst aktuelle Themen wie

etwa Change- und Konfliktmanagement,

kundenorientiertes Verhalten

am Telefon und Präsentationstechniken.

Neu ist eine Schulung, die Mitarbeiter

des Vertriebs und Führungskräfte

dabei unterstützen soll, alle

Möglichkeiten auszuschöpfen, um in

schwierigen Zeiten neue Geschäfte erfolgreich

zu generieren.

Kriterien für die Bewerber

„Es ist wichtig, dass ein Bewerber bereits

Erfahrung in der Branche gesammelt

hat“, erläutert Alexa Träger, Mitarbeiterin

der Personalentwicklung bei

Schenker Deutschland AG in Kelsterbach

in der Nähe von Frankfurt am

Main. Je nach Aufgabenbereich seien

gute Kommunikationsfähigkeit und

Kundenorientierung das A und O –

„etwa, wenn es um Stellen in der Disposition

oder im Kundenservice geht“,

„Wer in der Logistikbranche erfolgreich

und sich auf die ständig neuen

sagt Träger. Außerdem wichtig: Sprachkenntnisse

und branchenspezifische

kaufmännische Kenntnisse. Wer sich

um eine Führungsposition bewirbt, benötigt

laut Träger, Geschäftssinn, nach

dem Motto „der Unternehmer im Unternehmen“.

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Grundsätzlich empfiehlt sie allen Interessierten,

sich beispielsweise im Rahmen

von Praktika über die Aufgaben

innerhalb einer Spedition zu informieren.

„Die Bewerber sollten wissen, was

am Markt los ist, und die wichtigsten

Unternehmen der Branche kennen“,

sagt Träger. Hilfreich sei es, Fachzeitschriften

zu lesen (siehe Kasten: „Weitere

Informationsquellen im Internet“).

Doch eine entscheidende Rolle spielt

ihrer Ansicht nach auch die innere Haltung.

„Offenheit ist wichtig“, sagt Träger,

„wer in der Logistikbranche erfolgreich

sein möchte, sollte Flexibilität

mitbringen und sich auf die ständig

neuen Gegebenheiten – wie etwa veränderte

Kundenwünsche – einstellen

können.“

Ähnliche Anforderungen werden an

die Bewerber auch bei Dachser, einem

weiteren führenden Logistikdienstleister

in Europa, gestellt. Weltweit transportiert

Dachser jährlich rund 43 Milli-

onen Sendungen. Das Unternehmen

mit Hauptverwaltung in Kempten verfügt

weltweit über 305 Standorte, hat

rund 18.000 Mitarbeiter, davon allein

10.500 in Deutschland, und erwirtschaftet

einen Jahresumsatz von 3,6

Milliarden Euro. „Bei uns ist vor allem

für leitende Positionen Mobilität wichtig,

die Bereitschaft auch mal im Ausland

zu arbeiten“, erklärt Yvonne

Baptistella, die im Bereich Corporate

Human Resources im Recruiting tätig

ist. Auch in den kommenden Jahren

wird laut Baptistella bei der Mitarbeiterauswahl

Wert auf Fachkräfte gelegt.

sein möchte, sollte Flexibilität mitbringen

Gegebenheiten einstellen können.“

Vor allem Absolventen/-innen mit dem

Studienschwerpunkt Logistik sind für

das Unternehmen von großem Interesse.

Bei den Bewerbern wird neben

der beruflichen Qualifizierung unter

anderem auf hohe soziale Kompetenz

geachtet, auf Teamfähigkeit und gute

Sprachkenntnisse. „Je nach Schwerpunkt

der Niederlassung sind auch osteuropäische

Sprachen gefragt“, sagt

Baptistella.

Erfolgreicher als China

„Die Experten gehen davon aus, dass

der Arbeitsmarkt in den Logistikberufen

trotz des Umsatzrückganges stabil

bleiben wird, da wir aus einer Phase

der Überbeschäftigung kommen“,

sagt Raimund Klinkner, Vorsitzender

des Vorstands der Bundesvereinigung

Logistik (BLV) in Bremen. Und alle, die

dieser Tage ein bisschen pessimistisch

gestimmt sind, sollten nicht vergessen:

Deutschland ist noch immer – im Ranking

vor China – Exportweltmeister. ■

Weitere Informationsquellen

im Internet

www.bvl.de

Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V.,

Bremen

www.dslv.org

Deutscher Speditions- und Logistikverband

www.logistik-inside.de

Die Fachzeitschrift „Logistik inside“

Springer Transport Media, München

www.logistik-heute.de

Die Fachzeitschrift „Logistik heute“

Huss-Verlag, München

www.verkehrsrundschau.de

Die Fachzeitschrift „VerkehrsRundschau“

Springer Transport Media, München

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„Die Experten gehen

davon aus, dass

der Arbeitsmarkt in den

Logistikberufen trotz des

Umsatzrückganges stabil

bleiben wird.“

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Eine Arbeit mit Herz und Seele

Ein gewittriger Junimorgen. Im Seminarraum im WBS Standort München-Zentrum

ist die Atmosphäre erfüllt von der Energie frischen

Erlebens, das nach Mitteilung verlangt. Nach zwei Wochen Praktikum

kommen die zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Weiterbildung

zum/zur Pflegehelfer/-in erstmals wieder zusammen, um von ihren Erfahrungen

zu berichten. Alle Altersgruppen sind vertreten, der Großteil

ist zwischen 35 und 45, die Hälfte Männer. Das ist ungewöhnlich, doch

der Männeranteil steigt, seit die Pflegeberufe stärker ins Blickfeld der

öffentlichen Wahrnehmung rücken und die Aufstiegschancen zunehmen.

Von Barbara Maria Zollner

„Haben Sie einiges von dem erlebt,

was wir besprochen haben?“, fragt

Kursleiterin Monika Kawälde; gemurmelte

Zustimmung in der Runde „Ja,

fast alles. Fast jede Prophylaxemaßnahme,

die wir durchgenommen haben“,

erklärt eine Teilnehmerin, und

ein anderer ergänzt: „Und einiges, von

dem Sie uns erklärt haben, dass es

nicht vorkommen sollte.“

Vor dem Praktikum haben die Teilnehmer/-innen

dreieinhalb Monate medizinisches

und psychologisches Grundwissen

erworben; sie haben sich mit

dem Altern beschäftigt, mit Konzepten

zur bedarfsorientierten Pflege und Organisationsmodellen,

und rechtliche

Richtlinien gepaukt. Die wichtigsten

medizinischen Notfälle und Erste Hilfe-

Maßnahmen gehören ebenso zum

Stoff wie Prophylaxe und pflegerische

Fertigkeiten. Je nach persönlichen Voraussetzungen

dauert die Weiterbildung

zwischen vier und sechs Monaten

und vermittelt eine Basisqualifikation,

mit der die Absolventinnen und

Absolventen als Pflegehelfer/-in im ambulanten

oder stationären Dienst in der

Alten- oder Krankenpflege tätig werden

können.

Die im Juli 2008 verabschiedete Pflegereform

eröffnet ein weites Tätigkeitsfeld

für Helferinnen und Helfer: Sie entlasten

die examinierten Fachkräfte, indem

sie alte oder kranke Menschen beispielsweise

beim Waschen, Essen oder

in ihrer Mobilität unterstützen; außerdem

sollen sie übernehmen, wofür den

(teureren) Fachkräften oft die Zeit fehlt:

menschliche Zuwendung, persönliche

Ansprache, Gespräche, Begleitung oder

gemeinsame Beschäftigung.

Das Ministerium für Arbeit und Soziales

rechnet allein in der Betreuung demenziell

erkrankter Menschen mit 20.000

neuen Jobs; Krankenhäuser, Seniorenheime

und andere Betreuungseinrichtungen

brauchen ebenfalls Pflegehelfer.

Die anfänglichen Bedenken, hier würden

unqualifizierte Kräfte auf Hilfsbedürftige

losgelassen, um die Arbeitsmarktstatistiken

zu verbessern, schei-

Dafür fehlt den Fachkräften

oft die Zeit:

menschliche Zuwendung,

persönliche Ansprache,

Gespräche, Begleitung

oder eine gemeinsame

Beschäftigung.

nen inzwischen weitgehend zerstreut. „Unsere Teilnehmer/-innen sind hoch motiviert“,

bekräftigt Vera Kletzsch, Referentin für Berufliche Bildung bei der WBS

TRAINING AG. Bei WBS umfasst der Lehrgang neben umfangreichem Fachwissen

auch praktische Unterweisung, etwa in verschiedenen Arten der Lagerung, der

Mobilisierung und im Umgang mit Hilfsmitteln.

Einige WBS Standorte – etwa Dortmund, Hamburg, Oldenburg oder Chemnitz

(Fotos Seiten 15–16) – verfügen über spezielle Pflegezimmer, in denen vor Ort

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geübt werden kann; an anderen Standorten bestehen Kooperationen mit Pflegeeinrichtungen.

Jeder Themenblock wird mit einer 90 Minuten dauernden Klausur

abgeschlossen.

Der anspruchsvolle Stoff ist für die Teilnehmer/-innen eine Herausforderung, vor

allem, wenn Schule und Ausbildung lange zurückliegen oder es noch an Deutschkenntnissen

fehlt. Schulabschlüsse sind nicht vorgeschrieben, viel wichtiger ist die

persönliche Eignung. So haben auch in diesem Pflegehelferkurs die Lernenden unterschiedlichste

Berufserfahrungen, Hauptschulabschluss, Realschulabschluss oder

Universitätsdiplome. Die meisten verfügen über pflegerische Vorerfahrung. „Das

kann ein Vorteil sein“, meint die Kursleiterin, „muss aber nicht.“

Monika Kawälde selbst ist seit Jahrzehnten in dem Beruf – ambulant und stationär,

als Fachkraft, als Team- und Abteilungsleiterin; so vermittelt sie mit dem Stoff

viel Einblick in die Alltagspraxis. Da bleibt die Wirklichkeit zuweilen hinter den Vorgaben

zurück – meist aufgrund von Überlastung und Zeitmangel. Manchmal steht

nicht genügend Material – Handschuhe, Vorlagen, Wäsche – zur Verfügung, sind

die Pflegedokumentation unvollständig oder der Pflegeplan nicht mehr aktuell,

Profis halten sich nicht an Regeln oder Praktikanten werden mit Aufgaben allein

gelassen, für die sie nicht befugt sind. Diese Erfahrungen gehören zum Praktikum

wie viele positive: freundliche Einweisung oder Lob, das erste Lächeln eines unzugänglichen

oder übellaunigen Bewohners. „Nach drei, vier Tagen Praktikum

habe ich die Angst überwunden, etwas falsch zu machen“, erzählt Miriam L.. Die

Versicherungskauffrau aus Slowenien hat zwei Kinder zu ernähren; nach zwei Monaten

an der Supermarktkasse wollte sie etwas „mit Herz und Seele“ machen.

Nun erwartet sie eine Anstellung in einem Hauspflegeverein, „leider nur Teilzeit,

aber ich kann es kaum erwarten“.

Bei jedem Praktikumsbericht fragt Monika Kawälde genau nach und verweist auf

Gelerntes; sie lässt keine flapsigen Äußerungen durchgehen („Wir sprechen unsere

Patienten mit 'Herr Müller' und 'Frau Meyer' an“) und erinnert an den wichtigen

Unterschied zwischen „Füttern“ und „Essen helfen“. Auch Zweifelsfälle und

Konflikte werden besprochen, damit die Teilnehmer/-innen für die fordernde,

manchmal belastende Arbeit gewappnet sind. Pflege ist kein einfacher Beruf, auch

nicht für Helfer/-innen, doch er kann

sehr erfüllend und befriedigend sein:

Helfen zu können, ist für fast jeden

eine positive Erfahrung. Menschen, die

ihre Arbeit verloren haben, leiden besonders

unter dem Gefühl, nicht mehr

gebraucht zu werden; das kann dazu

führen, dass man in der Pflege die eigene

Bedürftigkeit nach Bestätigung

und Integration kompensiert.

Monika Kawälde beobachtet immer

wieder, dass Pflegekräfte freie Zeit in

der Einrichtung zubringen oder zu viele

Dienste am Stück machen. Wenn sich

Pflegende nicht aus diesem Mikrokosmos

lösen können, droht ein Burn-out;

es gibt Krankheitsquoten von 30 bis 40

Prozent. Deshalb legt die Kursleiterin

den angehenden Pflegekräften immer

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„Nach drei, vier Tagen

Praktikum habe ich die

Angst verloren, etwas

falsch zu machen“, erzählt

eine Teilnehmerin.

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wieder „Selbstpflege“ ans Herz: Freizeit, Freunde, Entspannen.

Die Balance zwischen Nähe und Distanz erfordert Ausgeglichenheit und Selbstvertrauen

– das, was unter den Begriff „emotionale Intelligenz“ fällt. Nervosität,

Unsicherheit oder Angst übertragen sich sofort auf Patienten, und gerade Demenzkranke

finden die „wunden Punkte“ von Pflegenden. Mit Einfühlungsvermögen

auf Patienten einzugehen, doch deren Widerstand oder Feindseligkeit nicht

persönlich zu nehmen, erfordert psychische Stabilität – ebenso der Umgang mit

der Macht, die Pflegepersonen haben. Mariya A. verfügt darüber: Die Bulgarin

mit dem schönen, sanften Gesicht und dem akzentfreien Deutsch strahlt Ruhe, Sicherheit

und Stärke aus; sie hat ein abgeschlossenes Studium der Psychologie und

Soziologie und pflegte, ehe sie nach Deutschland kam, eine Cousine und ihren

alzheimerkranken Vater. Mariya hat bereits eine Anstellung auf der internistischen

Station im Pasinger Krankenhaus in Aussicht und will, sobald es geht, die Ausbildung

zur examinierten Krankenschwester machen.

Ein Thema ist die richtige Lagerung von Rollstuhlfahrern und bettlägerigen Patienten,

um Wunden durch Aufliegen – im Fachvokabular: Dekubitus – zu ver-

meiden; Umlagerung in regelmäßigen Intervallen gehört zur pflegerischen Verantwortung.

Wenn, wie in der Praktikumseinrichtung von Denis K., die Hälfte der 40

Bewohner bettlägerig ist, bindet diese körperlich anstrengende Aufgabe viele Kapazitäten.

Denis K. berichtet von Wechseldruckmatratzen, die dem Aufliegen

durch elektrisch gesteuerte Verformungen vorbeugen sollen. Das interessiert alle:

„Werden die Bettlaken unter solchen Matratzen festgesteckt oder lieber hängen

gelassen? „Hängen gelassen“, befindet Monika Kawälde. Und weil ein Routineeinsatz

solcher Matratzen mit bedarfsorientierter Pflege nicht vereinbar ist, erkundigt

sie sich ganz genau, wie das in der Einrichtung gehandhabt wurde.

Gewissenhaft rekapituliert Denis K. die Situationen. Mit 22 Jahren ist er der Jüngste

im Kurs, hat früher mal eine Lehre abgebrochen und war dann Anlagenführer.

Weil er lange seinen halbseitig gelähmten Großvater gepflegt hat, wurde die

Pflege zu einer beruflichen Perspektive. Über das Praktikum bekam er einen Job

als Pflegehelfer und beginnt noch vor Kursende, fest dort zu arbeiten. „Die brauchen

mich jetzt“, erklärt er; die Ausbildung zum Kranken- oder Altenpfleger ist ein

Ziel für später.

Das Praktikum ist für alle wichtig, besonders aber für Kursteilnehmer/-innen, die

keine Pflegeerfahrung haben: Es gibt einen Vorgeschmack auf den Berufsalltag. Im

Laufe der Berichte zeigt sich, dass Monika Kawälde ihre Teilnehmer/-innen gut auf

die Praxis vorbereitet hat. Alle haben ihre Aufgaben gemeistert, erste Sicherheit im

Umgang mit Patienten gewonnen und genau hingesehen, was wie gemacht wird

und besser gemacht werden könnte. Und für alle steht weiterhin fest, dass sie in

den Beruf gehen möchten. Das ist kein Automatismus, zum Glück.

Im letzten Lehrgang, erinnert sich Vera

Kletzsch, hat eine Teilnehmerin im

Praktikum erkannt, dass Pflege nicht

das ihre ist. Sie hat den Lehrgang

gleichwohl beendet und strebt nun

eine administrative Tätigkeit im Pflegeumfeld

an. Auch dafür hat sie gute

Grundlagen erworben. ■

Einfühlungsvermögen

und psychische

Stabilität sind wichtige

Voraussetzungen für

Pflegepersonen.

Weitere Informationen

www.dpv-online.de

Deutscher Pflegeverband e.V.

DPV Berufsverband für Pflege

www.devap.de

Deutscher Evangelischer Verband für Altenarbeit

und Pflege e.V.

www.dbfk.de

Deutscher Berufsverband für

Pflegeberufe

www.vdab.de

Verband Deutscher Alten- und

Behindertenhilfe e.V.

www.pflegewiki.de

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Persönlich betrachtet

Was ist für Sie Erfolg?

Wenn ich mit Lösungen Probleme meistern kann.

Was ist Ihr Antrieb, Ihre Motivation?

Hinter die Erscheinungen zu blicken, Zusammenhänge zu verstehen.

Wer oder was hat Ihr Leben maßgeblich beeinflusst?

Meine Großmutter, indem sie mir gezeigt hat, wie Wünsche wahr werden.

Was waren Wendepunkte in Ihrem Leben?

Die Entscheidung, mich selbstständig zu machen.

Was wollten Sie als Kind werden?

Pfarrer

Wie haben Sie Ihren Lebensweg geplant?

Ich werde von einer höheren Macht geleitet.

Welche Ihrer Eigenschaften kommt Ihnen am meisten zu Gute?

Lösungsorientiert zu denken und zu handeln.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an anderen?

Wohlstandsbewusstsein – dazu gehören auch Toleranz, Liebe, Kreativität ...

Was macht Sie glücklich?

Wenn ich anderen Menschen Freude bereiten kann.

Was macht sie unglücklich?

Negative und destruktive Gedanken und Einflüsse.

Wie haben Sie einen Rückschlag verkraftet/bewältigt?

Indem ich mein Ziel nicht aus dem Auge verloren habe, sondern es noch einmal

versucht habe.

Wie entspannen Sie?

Durch mentales Training wie Alpha-Training und Zen-Meditation.

Mit welcher fiktionalen Figur (Literatur, Film, Comic) können Sie sich

identifizieren?

Ich bin überzeugt von der Einzigartigkeit der Menschen, aber wenn schon:

Daniel Düsentrieb.

Was würden Sie gern lernen?

Die absolute Kontrolle über meine Gedanken zu erreichen.

Ihr Motto/Leitgedanke:

Wir machen keine Fehler, sondern Erfahrungen!

Heinrich Kronbichler

Vorstand WBS TRAINING AG

Geboren 1953 in Ebbs bei Kufstein

Elektroingenieur, Inbetriebnahme von

Industrieanlagen weltweit,

1984 Gründung des eigenen

Ingenieurbüros,

Unternehmer und Geschäftsführer,

seit 1995 Vorstand der WBS TRAINING AG

weiter... vorgestellt

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weiter... denken

18

Vorbeugen ist besser als Heilen

Gesundheitsförderung und Prävention versprechen ein längeres und

gesünderes Leben. Doch wie befähigt man Menschen dazu, verantwortungsbewusst

für ihre Gesundheit zu sorgen? Ein Großteil der Bevölkerung

wird durch Kurse und Kampagnen nicht erreicht. Neue Konzepte

sind gefragt.

Von Michaela Ludwig

Kerstin Lehmann hält die Hände gefaltet vor der Brust. Ihre Augen sind geschlossen.

„Namaste“, murmelt sie im Chor mit den übrigen Teilnehmern. Der anderthalbstündige

Yoga-Kurs ist zu Ende. Kerstin Lehmann reckt sich wohlig. „Yoga ist

ein guter Ausgleich für Schultern und Rücken“, sagt die 39-jährige Fotografin.

Das Schleppen der schweren Kameratasche hat ihr jahrelang Schmerzen und Verspannungen

bereitet. Seit einem Jahr besucht Kerstin Lehmann den Yoga-Unterricht

in der kleinen Schule in einem Hamburger Hinterhof. Die Krankenkassen

übernehmen einmal jährlich bis zu 80 Prozent der Kosten für Kurse dieser Art. Sie

versuchen mit Präventionsangeboten die Folgen der ungesunden Lebensweise zu

bekämpfen.

Unausgewogene Ernährung, Rauchen, Alkohol, zu wenig Bewegung und Stress

spielen oft eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Zivilisationskrankheiten wie

Übergewicht, Bandscheibenleiden oder bestimmten Diabetesformen, aber auch

Krebs und Herzinfarkt. Auch psychische Erkrankungen wie Depressionen sind auf

dem Vormarsch. Wer daran erkrankt, braucht meist eine lebenslange medizinische

oder psychologische Behandlung.

Es ist erwiesen, dass diese Wohlstandskrankheiten durch wirksame Prävention und

Gesundheitsförderung größtenteils vermeidbar sind, was für die Krankenkassen zu

erheblichen Kosteneinsparungen führen würde. „Prävention kann das Leben verlängern

und die Lebensqualität steigern“, bestätigt Professor Rolf Rosenbrock, Leiter

der Abteilung Public Health

im Wissenschaftszentrum

Berlin für Sozialforschung.

Wohlstandskrankheiten

sind durch wirksame

Prävention größtenteils

vermeidbar.

Durch Präventionsangebote wie den

Yoga-Kurs soll ein gesundes Leben eingeübt

werden, die Teilnahme ist natürlich

freiwillig. Doch genau dort liegt

das Problem: An diesen Kursen nehmen

überwiegend Frauen aus der Mittelschicht

teil. Es sind Menschen, die

wie Kerstin Lehmann bewusst mit Körper

und Gesundheit umgehen. Die

größeren Gesundheitsrisiken trägt jedoch

jene Bevölkerungsgruppe, die in

diesen Kursen nicht auftaucht.

weiter... Das WBS Magazin 2/2009


Gesundheitsförderung im Setting

Auch in Deutschland sind die Chancen

für ein langes und gesundes Leben

sehr ungleich verteilt. Stellt man sich

die deutsche Bevölkerung als eine nach

Einkommen, Beruf und Bildung geschichtete

Pyramide vor, dann wird

deutlich, dass sich Gesundheit und Lebenserwartung

des unteren Fünftels im

Gegensatz zu den Durchschnittsziffern

für die Gesamtbevölkerung seit Jahrzehnten

nicht verbessern, sondern

eher verschlechtern. Armut, Arbeitslosigkeit,

eine unsichere Arbeitssituation

oder schlechte Wohnverhältnisse – all

diese Faktoren können krank machen.

„Diese Menschen tragen in jedem Lebensalter,

von der Wiege bis zur Bahre,

statistisch betrachtet ein mindestens

doppelt so hohes Risiko, ernsthaft zu

erkranken oder vorzeitig zu sterben

wie Angehörige des obersten Fünftels“,

bestätigt Rosenbrock. Das gilt in

besonderem Maße auch für Migranten/-innen.

Genau dort setzt die „Gesundheitsförderung

im Setting“ an, ein Ansatz, der

auch hierzulande zunehmend an Bedeutung

gewinnt, aber von den Krankenkassen

erst verhältnismäßig schwach

finanziert wird. Ein „Setting“ ist die Lebenswelt

im Alltag, wo Menschen arbeiten,

leben, lernen oder spielen, also

im Betrieb, in der Wohnung, im Stadtteil,

Schule oder Kindergarten. Bei diesem

Ansatz trägt der Einzelne nicht

alleine die Verantwortung für sich

selbst. Hier stehen Einrichtungen oder

Orte im Blickpunkt, an denen Menschen

zusammenkommen. Alle Interessierten,

die etwas verändern möchten,

setzen sich an einen Tisch und diskutieren

darüber, was sie stört, was sie

krank macht, welche Probleme auftauchen.

Gemeinsam suchen sie nach

Wegen, dies zu verändern.

Der Setting-Ansatz feiert seit Jahren Erfolge

bei der Gesundheitsförderung in

Betrieben und wird von den Kassen finanziell

unterstützt. In der Friedrich

Wilhelms-Hütte beispielsweise, einer

Gießerei in Mühlheim an der Ruhr,

nahm dieser Prozess seinen Ausgang

in einem Gesundheitsbericht. Darin

wurde festgestellt, dass sowohl die Ar-

beitsunfähigkeitsfälle als auch die Arbeitsunfähigkeitstage pro Mitarbeiter deutlich

über den Vergleichswerten des Bundes und der Branche lagen. Deshalb gründeten

Betrieb und Krankenkasse einen Gesundheitszirkel, dem Betriebsrat, Betriebsärztin,

Berufsgenossenschaft, Fertigungsleiter und vor allem die Mitarbeiter

angehören.

Durch eine Mitarbeiterbefragung ermittelte die Gruppe die speziellen Arbeitsbelastungen.

Dazu gehörte, trotz Atemschutzmasken, eine starke Luftverschmutzung

durch Stäube und Staubverwirbelungen sowie Lösungsmitteldämpfe, aber

auch Belastungen im Bewegungsapparat durch das ständige Bücken. Außerdem

empfanden die Mitarbeiter das Arbeitsklima als belastend.

weiter... sehen

Teilnehmer von Gesundheitszirkeln erarbeiten

Veränderungsvorschläge, um Krankenstand und

Arbeitsunfälle zu minimieren.

Die Teilnehmer des Gesundheitszirkels erarbeiteten Veränderungsvorschläge, die

vom Betrieb umgesetzt wurden. Krankenstand und Arbeitsunfälle gingen zurück.

„Der eigentliche Erfolg liegt jedoch, neben den technischen Verbesserungen, in der

Tatsache, dass die Kommunikation im Betrieb angestoßen wurde“, sagt Barbara

Pöhlmann von der Betriebskrankenkasse. Auch die Kassen erkennen, dass Krankheiten

häufig keine klassisch medizinischen, sondern psychische Ursachen haben.

„Auch Überforderung oder Probleme mit den Vorgesetzten können Rückenbeschwerden

verursachen“, so Barbara Pöhlmann. Dem komme man nicht mit Rükkengymnastik

bei, sondern mit Gesprächszirkeln wie in dem genannten Beispiel.

Entscheidend ist, dass die Betroffenen auf freiwilliger Basis in die Gesundheitsförderung

eingebunden werden.

Kinder lernen, gesund zu essen und bewusst einzukaufen

Neben den Betrieben sind auch Kinder- und Jugendeinrichtungen Orte, an denen

Gesundheitsförderung einsetzen kann. Insbesondere in den Kinder- und Jugendjahren

werden ungesunde Verhaltensweisen geprägt. Deshalb ist es wichtig, die

Weichen schon früh zu stellen. Das hat sich das Projekt „Lichtblick Hasenbergl“ auf

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weiter... denken

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WBS intern

Erfolgreiche Premiere: erstes zentrales

SAP-Trainertreffen

Am 5.9.2009 fand in Dresden Nord das

erste zentrale SAP-Trainertreffen statt.

Insgesamt folgten mehr als 80 SAP-

Trainer/-innen der Einladung des Bereiches

SAP bei der WBS TRAINING AG.

Der gemeinsame Tag startete mit fachspezifischen

Vorträgen, bei der anschließenden

Podiumsdiskussion sowie verschiedenen

themenspezifischen Stammtischen

standen das gegenseitige

Kennenlernen, der Erfahrungsaustausch

und die Ideenfindung für die weitere

Zusammenarbeit im Vordergrund.

Am Nachmittag folgten Vorträge zu Stil

und Etikette, Stimmtraining und Konfliktmanagement,

bevor der Abend seinen

Ausklang fand. Einstimmiges Fazit

am Ende des Tages: Ein gelungenes

Trainertreffen, das nun regelmäßig

wiederholt werden soll.

Weitere Informationen:

Ines Töpke, Fon: 0351 88863-70

WBS eröffnet neue Standorte in

Augsburg, Görlitz, Kassel sowie

Mannheim

Die WBS TRAINING AG bringt 30 Jahre

Weiterbildungskompetenz nun auch an

vier weitere Standorte im Bundesgebiet:

Die neuen Schulungs- und Trainingszentren

gehen mit jeweils mehreren Schulungs-

und EDV-Räume in neuester

technischer Ausstattung an den Start.

Das – lokal unterschiedliche – Angebotsportfolio

umfasst Sprachkurse, kaufmännische

Weiterbildungen, SAP ® Trainings,

EDV- und Officeschulungen, Qualifizierungen

in den Bereichen soziale

und pflegerische Berufe sowie Lager

und Logistik.

Weiterbildungsinteressierte erwartet

somit ein umfassendes und vielfältiges

Qualifizierungsangebot, welches den

bestehenden Weiterbildungsmarkt der

geförderten Beruflichen neu beleben

und Absolvent/-innen interessante berufliche

Perspektiven bieten wird.

Weitere Informationen:

www.wbstraining.de/standorte

die Fahnen geschrieben. In die Nachmittagsbetreuung

im Norden Münchens

kommen Jungen und Mädchen

aus sozial schwachen Familien. Vielen

fehlt der Vater, einen Berufsalltag erleben

sie nicht, stattdessen prägen häufig

Erfahrungen mit Alkohol, Gewalt

und Vernachlässigung ihr Leben. Das

wirkt sich auf die Ernährung aus.

Gegen Fastfood und Billigkost

Ohne Frühstück lernen, nährstoffarme

Billigkost und Fastfood vor dem laufenden

Fernseher: Dagegen kämpfen

„Lichtblick“-Leiterin Johanna Hofmeir

und ihr Team seit 15 Jahren. „Viele

Kinder hier sind fehlernährt und aufgeschwemmt“,

so Hofmeir. „Spätere

Krankheiten sind heute bereits angelegt.“

„Gesund isst gut“ nennt sich

das Gesundheitsprogramm für 76 Kinder

und Jugendliche. Auf den Tischen

stehen Obst und Rohkost statt Süßigkeiten

und Snacks. Die Kleinen müssen

häufig erst spielerisch an die gesunde

Kost gewöhnt werden.

Kinder und Jugendliche

müssen oft erst

spielerisch an die gesunde

Kost gewöhnt werden.

In den Ferien lernen die Kinder, Mahlzeiten

selbst zuzubereiten. Brot schneiden,

lecker belegen, Tisch decken,

heißt es für die Kleinsten. Die Älteren

gehen gemeinsam mit den Betreuern

einkaufen und prüfen die Etiketten der

Lebensmittel, bevor sie im Einkaufskorb

landen. Was ist darin enthalten?

Ist das gesund? Kochkurse ergänzen

das Einkaufstraining. Wie bereite ich

einfache, gesunde Mahlzeiten zu, wie

esse ich mit Messer und Gabel, wie unterhalte

ich mich am Tisch? All das

müssen diese Kinder lernen. „Bei uns

geht es nicht allein um die einfache

Nahrungsaufnahme, sondern ebenso

sehr um die Gesundheit der Heranwachsenden.

Mit dem Essen vermitteln

wir ihnen auch soziale und kulturelle

Aspekte“, erläutert Hofmeir.

Es sind Projekte wie diese, die das Interesse

an gesunder Ernährung wecken

und die Jugendlichen im besten

Falle dazu bringen, beim nächsten Einkauf

anstelle der Tiefkühlpizza zu Gemüse

für ein Pfannengericht zu greifen.

Die Wirksamkeit von Informationskampagnen

wie der geplanten Einführung

der Ampelkennzeichnung dagegen

ist umstritten.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Nur durch Einsicht ändert er sein Verhalten.

Und das gilt es zu üben. ■

Links zum Weiterlesen:

www.gesundheitlichechancengleichheit.de

Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung

bei sozial Benachteiligten“

www.bzga.de

Bundeszentrale für gesundheitliche

Aufklärung (BZgA)

www.bmg.bund.de

Bundesministerium für Gesundheit

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Jeder der WBS Standorte hat seine eigene Geschichte und sein eigenes

Profil; darin spiegeln sich jeweils die Besonderheiten der Stadt wider,

ihre Bevölkerungsstruktur und wirtschaftliche Gegebenheiten. Zugleich

trägt jeder Standort zur Entwicklung der WBS TRAINING AG bei:

Nicht selten wird, was zunächst für die Bedürfnisse vor Ort erdacht

und dort erprobt wurde, zum Modell, das andere Standorte bundesweit

aufgreifen. Auf diese Weise profitieren die Teilnehmer/-innen allerorten

von der gesammelten Erfahrung, der hohen Kompetenz und der Angebotsvielfalt

des Gesamtunternehmens.

IT- und Technikkompetenz

für die Isar-Metropole

Von Barbara Maria Zollner

Zu München fällt den meisten Bier und Oktoberfest ein, aber charakteristischer für

die Stadt sind Allianz-Arena und Klinsmanns FC Bayern-Debakel, Isar-Auen und

Englischer Garten, das Rathaus-Glockenspiel und die Silhouette mit Frauenkirche

samt weiteren Türmen und Türmchen aller Stilrichtungen in der leidenschaftlich

hochhausfrei gehaltenen Innenstadt, Opernfestspiele und Klassik auf dem Odeonsplatz,

jede Menge Autobahnzubringer und natürlich BMW – mit Vierzylinder-

Bau und BMW-Welt. Der Straßenverkehr ist gewöhnungsbedürftig, es wird

ungeduldig gefahren und gern gehupt (das gilt als sportlich oder italienisch). Sei's

drum, in den Städte-Rankings belegt München mit schöner Regelmäßigkeit einen

der ersten Plätze – mal für besondere Lebensqualität oder hohe Preise, aber auch

für seine Wirtschaftskraft. Laut einer Studie der Wirtschaftswoche ist München

von seinen strukturellen und ökonomischen Rahmenbedingungen unter 50 deutschen

Großstädten Spitzenreiter.

Die Maxime „mit Laptop und Lederhose“

bedient zwar das Klischee, doch

die ausgeprägte Technologie-Orientierung

hat die Wirtschaft nach vorne gebracht.

Heute ist die Metropolregion

München mit ihrem Mix aus Industrie,

Fahrzeugbau, Informations- und Kommunikationstechnologie,

Medien und

wirtschaftsnahen Dienstleistungen im

Verbund mit Forschung und Hochschulen

ein auch im europäischen Vergleich

besonders leistungsstarker Wirtschaftsraum.

WBS vor Ort

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WBS vor Ort

22

Eine gute Verkehrsanbindung

ist wichtig

Gerade diese Wirtschaftskraft macht

München für einen Weiterbildungsanbieter

zu einem eher schwierigen Terrain

– jedenfalls im Bereich der geförderten

Bildung: Wo die Wirtschaft prosperiert,

sind weniger Menschen arbeitslos;

um die vier Prozent betrug die

Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt

2008. Auch wenn sich diese

Zahlen angesichts der aktuellen Konjunkturentwicklung

nicht halten lassen:

„Wer seine Qualifikationen erweitert

– passend zu dem, was er an Wissen

und Erfahrung mitbringt, hat gute

Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz“,

weiß Siegmund Twardowitz.

Seit 2005 leitet Twardowitz den Standort

der WBS TRAINING AG an der Boschetsrieder

Straße im Stadtteil Obersendling.

Industrie- und Gewerbean-

Rund 150 Teilnehmer/

-innen sind jeden Tag

bei der WBS im

Münchener Süden.

siedlungen prägen die Gegend, Zweckbauten

und Bürohäuser aus den 50er

bis 70er Jahren dominieren, dazwischen

ein paar Vorkriegsbauten und

eine Reihe kleiner Imbisslokale. Nicht

weit von hier war einst Agfa ansässig,

und in der Nähe sind die Siemenswerke,

nach denen die S-Bahn-Station

benannt ist; von dort erreicht man

in elf Minuten Fahrzeit den Hauptbahnhof,

außerdem gibt es eine U-

Bahn und einen Busbahnhof. Eine gute

Verkehrsanbindung ist wichtig für die Teilnehmer/-innen; nicht wenige kommen

aus dem Umland – der Einzugsbereich beträgt etwa 100 km rund um München,

schätzt der Standortleiter.

Mehrere Etagen, drei Häuser, ein grüner Innenhof

Der WBS Standort liegt im Rückgebäude eines modernen Bürohauses, und wer

von der kargen Straße zwischen Säulen hindurch dorthin geht, erlebt eine schöne

Überraschung: Ein grüner Innenhof mit plätscherndem Brunnen und buchsbaumgesäumten

Steinbänken heißt den Besucher willkommen, ehe er im Erdgeschoss

des Baus zur Linken an sein Ziel gelangt. Als Siegmund Twardowitz vor vier

Jahren den neuen Münchener WBS Standort aufbaute (WBS ist schon seit 1994

in München vertreten), übernahm er Räume und Ausstattung von einem anderen

Weiterbildungsträger. Seither haben sich Teilnehmerzahl und räumliche Ausdehnung

vervielfacht – es gibt auch Schulungsräume im Souterrain des Gebäudes auf

der anderen Seite des Innenhofs sowie weitere zwei Etagen im Nachbarhaus mit

weitem Blick über die Stadtlandschaft. Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

in zehn oder mehr parallelen Lehrgängen sind jeden Tag bei der WBS im

Münchner Süden, dazu finden tagsüber und an Abenden Veranstaltungen von

oder für Kooperationspartner statt – beispielsweise für die IHK München-Oberbayern

oder den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr sowie eigene Weiterbildungen

der bayerischen Zahnärztekammer. Außerdem gibt es offene Schulungen

wie „SAP am Wochenende“. Angesichts der hohen Auslastung sind bei der

Raumeinteilung und organisatorischen Betreuung Jongliertalente gefragt.

Vorsprung durch Technik

Der Slogan eines bayerischen Autobauers „Vorsprung durch Technik“ würde auch

gut zu WBS München Süd passen, denn Weiterbildungen zu spezialisierten technischen

Themen begründen den Erfolg des Standorts. Im Herbst 2005 startete der

erste CAD-Kurs; Ingenieure und Konstrukteure wurden in Software geschult, die

im Automobil-, Flugzeug- und Maschinenbau gebraucht werden: CATIA V5 und

Pro Engineer. Rasch folgten Lehrgänge in industrieller Steuerungstechnik und SAP

Schulungen – für Anwender und bald auch schon verstärkt für Berater. Als SAP Bildungspartner

konnte sich WBS in der Boschetsrieder Straße gerade im Bereich der

anspruchsvollen, fünf bis sechs Monate dauernden Beraterschulungen schnell positionieren

und zunehmend mehr Themen anbieten; wo es auf dem Markt keine

geeigneten Trainer gab, bildete WBS selbst geeignete Kursteilnehmer/-innen zu

Trainern aus.

Heute gibt es ein breites Schulungsangebot mit unterschiedlichen Schwerpunkten

und Ergänzungsmodulen, etwa Berater/-in SAP NetWeaver ® 7.0 – Business Intelligence

(BW) oder Berater/-in Externes Rechnungswesen mit SAP ® ERP 6.0 mit Zusatzqualifikation

Controlling. Oder Berater/-in Vertrieb (SD) mit SAP ® ERP 6.0 mit

Vertiefung Logistics Execution, Customizing Materialwirtschaft (MM). Oder An-

weiter... Das WBS Magazin 2/2009


wendungsentwickler/-in SAP NetWeaver

® 7.0 – ABAP mit Grundlagen in

Java. Hinzu kommen diverse Anwenderlehrgänge,

teilweise ergänzt um

Bausteine in alternativer Software wie

DATEV oder MS-Office. „Solche Koppelungen

erweitern den Kreis der in

Frage kommenden Arbeitgeber und

vergrößern dadurch die Jobchancen

der Teilnehmer/-innen“, so Twardowitz.

Technische Qualifizierung muss

laufend erneuert werden

Auch jenseits von SAP kamen laufend

neue IT-Themen hinzu, die Dynamik

ständig neuer Programm-Versionen

trägt dazu bei, dass Teilnehmer/-innen

wie Weiterbilder ständig am Lernen

sind.

„Viele unserer Teilnehmer/-innen“, erzählt

Twardowitz, „sind heute nicht

mehr in den Unternehmen angestellt,

für die sie arbeiten, sondern bei externen

Dienstleistern – Systemhäusern

oder Consulting-Unternehmen. Und

die werden in der Krise oft als erste

nicht mehr weiter beschäftigt.“ Auch

diesen bereits gut qualifizierten, erfahrenen

Leuten eröffnet eine Erweiterung

ihres Know-how neue Jobmöglichkeiten;

ein SAP-Berater mit Schwerpunkt

Finanzwirtschaft etwa qualifiziert

sich in Business Warehouse/

Business Intelligence oder ein Ingenieur

erschließt sich mit neuen Softwarekenntnissen

im Bereich Systemautomation

ein neues Betätigungsfeld. Der

technische Fortschritt tut ein übriges:

Durch neue Schnittstellen an Werkzeugmaschinen

übernehmen mehr

und mehr Konstrukteure oder Technische

Zeichner die Programmierung der

Maschinen, so dass nun viele der Facharbeiter,

die diese Funktion bisher ausfüllten,

CAD-Kenntnisse erwerben, um

wieder Arbeit zu finden.

Inzwischen haben auch andere Anbieter

in München CAD-Lehrgänge und

SAP-Schulungen im Programm. Was

unterscheidet WBS von Wettbewerbern?

„Aufbau und Qualität der Kurse“,

erklärt Twardowitz. „Alle Kursbausteine

sind zertifiziert, jede Maßnahme

wird durch die Arbeitsagentur

genehmigt. Die meist sehr komplexen

Inhalte werden durch erfahrene Dozenten auf aktuellen Original-Systemen und

originaler Dokumentation in Vollzeit vermittelt – nicht etwa durch Selbstlern-Verfahren,

wie das teilweise angeboten wird. Und alle Teilnehmer/-innen etwa von

SAP-Schulungen machen die sehr anspruchsvollen Prüfungen von SAP und erhalten

bei Bestehen neben dem WBS Zertifikat auch das original SAP Zertifikat.“

Neben den „harten Fakten“ der Wissensvermittlung sind Organisation und Teilnehmerbetreuung

Schlüsselfaktoren für den nachhaltigen Erfolg des Standortes.

Teilnehmerbetreuung im Team

Im Münchener WBS Team hält die Organisationsassistentin Margo Banaszczyk die

Bälle in der Luft, Frau Schüler kümmert sich um die Kasse und das Vertragswesen.

Neben Siegmund Twardowitz beraten und betreuen Gerhard Eberl und Veronika

Wagner als Referenten für Berufliche Bildung Interessent/-innen oder Teilnehmer/

-innen in allen Fragen zur beruflichen Weiterentwicklung. Für die Einrichtung und

das reibungslose Funktionieren der Technik sorgen Dr. Johannes Zielinski und Thomas

Jänsch, der außerdem auch Aufgaben für das Gesamtunternehmen wahrnimmt,

ebenso wie Susanne Reicheneder, die in der Personalentwicklung von WBS

tätig ist. Jetzt wird das Team um zwei weitere Kräfte erweitert. „Die gute Betreuung

unserer Teilnehmer/-innen ist uns sehr wichtig“, erklärt Siegmund Twardowitz.

Seit zwölf Jahren arbeitet der gelernte Maschinenbautechniker in der

Erwachsenenbildung; als er 1997 nach langjähriger Tätigkeit in der Industrie selbst

eine Weiterbildung in Qualitätsmanagement absolvierte, wurde er von dem damaligen

Träger für den neuen Beruf gewonnen. Auch bei WBS sind viele ehemalige

Kursteilnehmer/-innen tätig – mit gutem Grund: Sie wissen aus eigener

Erfahrung, was den Teilnehmer/-innen bei der Qualifizierung zum Erfolg verhilft.

Kompetente Trainer und Dozenten sowie eine gute technische Ausstattung bilden

die Basis; für kontinuierlichen Kontakt mit den Referenten für Berufliche Bildung

gibt es in jedem Lehrgang einen wöchentlichen Jour fixe. Praktisch eingerichtete

Teeküchen und Aufenthaltsräume tragen gleichfalls zu einem guten

Kursklima bei. Apropos Klima: Bei Sommerhitze ist das Souterrain beliebter als die

Schulungsräume im 5. Stock, bei Regen

und im Winter verhält es sich natürlich

umgekehrt. Aber das Wetter lässt sich

selbst in der Hi-Tech-Stadt München

nicht steuern, nicht einmal mit SIMA-

TIC S7. ■

Alle Mitarbeiter

sorgen für einen

reibungslosen Ablauf

der Schulungen.

WBS vor Ort

weiter... Das WBS Magazin 2/2009 23


WBS vor Ort

24

Kurzporträt WBS Mönchengladbach

WBS Standort seit Juli 2007

Mönchengladbach ist mit fast 270.000 Einwohnern die größte Stadt zwischen

Rhein und Maas und ein attraktiver Wirtschaftsstandort für viele Branchen, insbesondere

dank seiner Lage im Zentrum Europas, unweit des Ruhrgebiets und der

Städte Düsseldorf und Köln sowie der Beneluxländer. Im 19./20. Jahrhundert erlebte

das „rheinische Manchester“ eine industrielle Blüte der Textil- und Bekleidungsindustrie

(Fachbetriebe: Gardeur, van Laack).

Seit Ende des 20. Jahrhunderts findet ein Strukturwandel statt. Seit 1954 gibt es

das NATO-Hauptquartier in Mönchengladbach Rheindalen. Borussia Vfl 1900 e.V.

Mönchengladbach ist einer der bekanntesten Fußballvereine in Deutschland. Karnevalstradition

in Mönchengladbach ist der Veilchendienstagszug.

Lage in der Stadt

Am Anfang der Fußgängerzone von Mönchengladbach, direkt neben dem Hauptbahnhof;

ideal erreichbar mit dem öffentlichen Nahverkehr.

Kapazität und Entwicklung

■ 26 Qualifizierungsangebote

■ 3 Etagen mit insgesamt sechs Schulungsräumen und drei Teeküchen (640 qm)

■ Haus wurde komplett renoviert, so dass sehr schöne, helle und freundliche

Schulungsräume zur Verfügung stehen.

Angebotsschwerpunkte

■ SAP-Anwender- und Beraterkurse

■ Business Englisch

■ Wach- und Sicherheit

■ MS Office 2007 für den Beruf

Umschulungen

Externe Prüfung zum/zur Bürokaufmann/-frau

Team

Ulrich Jung hat das erste Staatsexamen für Lehramt in

den Fächern Philosophie und Deutsch. Er ist seit 1997

bei der WBS, zuerst in Düsseldorf, danach in Essen und

seit Juli 2007 Geschäftstellenleiter in Mönchengladbach.

Sein Team besteht aus der Referentin Berufliche

Bildung Bettina Henri und der Organisationsassistentin

Denise Kir.

Ihr Motto?

Wende Dein Gesicht zur Sonne und lasse alle Schatten hinter Dir!

weiter... Das WBS Magazin 2/2009


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Expertengespräch

26

Fast alle Menschen kennen Angst in ihrem Berufsleben: Die einen

fürchten den oder die Vorgesetzte, andere haben Angst, in einer größeren

Runde zu reden, zuweilen haben Chefs Angst vor Mitarbeitergesprächen,

und manchmal lässt uns die Angst, einer Aufgabe nicht

gewachsen zu sein, nachts nicht schlafen. Auf die Dauer bedroht Angst

die Gesundheit und das Wohlbefinden. Was es mit der Angst auf sich

hat und wie wir richtig mit ihr umgehen, erklärt Dirk W. Eilert, Experte

für limbisches Emotions- und Leistungscoaching.

Angst kann man verlernen

Was ist Angst und welche Funktion

hat sie?

Die Gehirnforschung unterscheidet, vereinfacht

gesagt, zwischen „Denkhirn“ und „Fühlhirn“:

Unsere Denkprozesse finden im Großhirn

statt. Die Gefühle hingegen sitzen im so

genannten limbischen System. Somit spielt

das limbische System auch bei der Entstehung

von Angst eine Schlüsselrolle.

Angst ist in den meisten

Fällen erlernt. Durch eine

Erfahrung lernen wir, dass

eine bestimmte Situation

bedrohlich ist.

Grundsätzlich ist Angst eine gesunde

Reaktion: Sie soll uns davor schützen,

unnötige Gefahren einzugehen.

Und wenn uns eine

Gefahr droht, sorgt sie dafür,

dass wir uns vollständig

auf diese Situation

konzentrieren, um die

drohende Gefahr abzuwenden.

Was dabei

von unserem

Gehirn als Gefahr interpretiert wird, ist sehr

subjektiv und unterscheidet sich von Person

zu Person. Der eine „stirbt vor Angst“, wenn

er eine Rede halten soll; der andere nimmt es

mit gelassener Sicherheit. Die lähmende

Angst ist hier nicht zu verwechseln mit dem

leistungssteigernden Lampenfieber, das auch

routinierte Profis vor einem Auftritt haben. Ein

gewisses Maß an „Angst“ in einer Situation

macht uns leistungsfähig, sorgt dafür, dass

wir unsere Ressourcen auf den Punkt genau

abrufen. Wird die Angst allerdings zu groß,

dann blockiert sie unsere Leistungsfähigkeit.

Wie entsteht Angst?

Angst ist in den meisten Fällen erlernt. Durch

eine Erfahrung lernen wir, dass eine bestimmte

Situation bedrohlich ist. Hier kann es

auch ausreichen, dass uns jemand eine Situation

als bedrohlich schildert. Denn entscheidend

dafür, ob wir eine

Situation als Gefahr bewerten

oder nicht, sind

die inneren Bilder,

die wir uns von

der Situation machen.

Hier spielen Verarbeitungsmechanismen im

Gehirn eine wichtige Rolle. Neben seiner Funktion

als wichtiges emotionales Auslösezentrum

verarbeitet das limbische System auch

all unsere Tageseindrücke und Erfahrungen.

Diese Verarbeitungsmechanismen funktionieren

in 99 Prozent der Zeit hervorragend. In

manchen Situationen können diese Mechanismen

allerdings überlastet sein; dann kommt

es dazu, dass eine Erfahrung im limbischen

System „hängen bleibt“. Diese nicht verarbeitete

Erinnerung kann dazu führen, dass wir

in Bezug auf diese Situation Angst entwickeln.

Zum Beispiel beruht einer Studie zufolge die

Angst vor Zahnbehandlungen bei 86 Prozent

der Angstpatienten auf einer traumatischen

Erfahrung beim Zahnarzt.

Wie verarbeitet unser limbisches

System Erfahrungen und Stress?

Eine zentrale Rolle spielen dabei die sogenannten

REM-Phasen im Schlaf (Rapid Eye

Movement: Schnelle Augenbewegungen); sie

sind das älteste und natürlichste Stressmanagementsystem.

Ich vergleiche ihre Arbeitsweise gern mit

Shopping: Während des Shoppings kaufen wir

ein und verstauen die Dinge in Tüten. Wenn

wir dann vom Einkaufsbummel nach Hause

kommen, ist der Einkauf noch nicht erledigt:

Der Inhalt der Tüten muss noch in die Schränke

einsortiert werden.

weiter... Das WBS Magazin 2/2009


Das ähnelt stark dem, was unser limbisches

System macht. Im Laufe des Tages sammelt

es unsere Eindrücke; in den REM-Phasen im

Schlaf verarbeitet und sortiert es diese dann.

Und manchmal bleibt dabei die eine oder andere

Tüte stehen. Entweder weil es vielleicht

einfach zu viele Tüten waren (ein Zuviel an

Stress) oder die Tüte zu groß ist.

Wie lässt sich die positive Verarbeitung

im limbischen System fördern?

Durch eine bewusste Stimulation der natürlichen

Verarbeitungsmechanismen im Wachzustand.

Dies macht zum Beispiel das wingwave ® -

coaching. wingwave ® ist ein Kurzzeit-Coaching-Konzept,

das unter anderem mit der

gezielten Stimulation von „wachen“ REM-Phasen

arbeitet. Diese werden durch schnelle Fingerbewegungen

vor den Augen des Klienten

erzeugt. Der Klient folgt diesen Bewegungen

mit seinem Blick.

Immer mehr Experten vermuten, dass der positive

Effekt dieser Technik durch die Bahnung

einer optimalen Zusammenarbeit zwischen

den beiden Gehirnhälften und somit aller Gehirnareale

entsteht. Deswegen stimuliert der

Coach im wingwave ® das Gehirn nicht nur

über die Augenbewegungen, sondern nutzt

auch die auditive und taktile links-rechts-

Anregung der beiden Gehirnhälften (Hemisphären).

Durch diese abwechselnde links-rechts-Aktivierung der Gehirnhälften erlebt man sozusagen ein

„Gefühls-Update“: Einschränkende negative Emotionen wie Angst werden abgebaut und positive

befähigende Emotionen gestärkt.

Insbesondere zwei Studien belegen die Wirksamkeit der wingwave ® -Methode bei der Behandlung

von Ängsten. Eine Studie hat sich mit dem erfolgreichen Abbau von Prüfungsangst beschäftigt,

die andere mit dem Thema Auftrittsangst.

Was können wir noch gegen Angst tun?

Eine Möglichkeit besteht auch darin, sich bewusst mit der Situation zu konfrontieren. Der wohl

bekannteste „Angstpatient“, der sich auf diese Weise selbst kurierte, war Johann Wolfgang von

Goethe. Goethe hat, um sich von seiner Höhenangst zu heilen, den damals höchsten Kirchturm

der Welt (das Straßburger Münster) bestiegen. Dies wiederholte er mehrfach in kürzeren Abständen

und heilte sich auf diese Weise selbst. Durch diese ständige Konfrontation mit der angstbesetzten

Situation, wird die Situation im Gehirn umcodiert und die Angst wieder verlernt.

Wie kann man der Entstehung von Angst vorbeugen?

Lassen sich negative Emotionen im Alltag „managen“?

Die beste Vorbeugung gegen die Entstehung von Angst ist ein gesundes und intelligentes Emotionsmanagement.

Indem man die Stressverarbeitung im Gehirn fördert, verhindert man, dass die

Verarbeitungsmechanismen überlastet werden. Das ist unserer Hochleistungsgesellschaft, wo

Stress zum Alltag gehört wie das tägliche Zähneputzen, eine absolute Notwendigkeit, um langfristig

leistungsfähig zu bleiben. Für die men-

tale Selbstregulation wurden zwei spezielle

wingwave ® -CDs entwickelt, welche die Stressverarbeitung

durch eine bilaterale Hemisphärenstimulation

fördern.

Heute weiß die Stressforschung, dass uns die

vielen kleinen Stressoren im Laufe des Tages

viel mehr zusetzen als die einmaligen großen.

Wer zum Beispiel einen schwierigen Kunden

am Telefon hat und trotzdem freundlich und

gelassen bleiben muss, handelt entgegen der

natürlichen Reaktion „fight or flight“ – Angriff oder Flucht. Solcher Stress staut sich im Laufe des

Tages an. Nach der jeweiligen Belastungssituation die Stressreaktion des Körpers wieder herunter

zu regulieren, wirkt dem entgegen. Hier kann zum Beispiel neben den wingwave ® -CDs auch die

Butterfly-Technik helfen.

Die Butterfly-Technik ist eine Selbstcoaching-Technik, die eine bilaterale Hemisphärenstimulation

bewirkt. Das heißt, das Gehirn wird entstresst – negative Gefühle werden abgebaut, positive Gefühle

aufgebaut.

So führen Sie die Butterfly-Technik durch:

1. Setzen oder legen Sie sich bequem hin (im Stehen funktioniert es auch).

Wichtig: Beine nicht überkreuzen!

2. Kreuzen Sie die Arme über dem Brustkorb, so dass Ihre Hände auf den Schultern ruhen.

3. Nun können Sie mit den beiden Handflächen die Schultern durch leichtes abwechselndes

Klopfen berühren (ca. einmal pro Seite innerhalb einer Sekunde) und so den

gewünschten neuronalen Regulationsseffekt bewirken.

Je mehr es uns gelingt, die Belastungen des Alltags zu managen und dabei in unserer Mitte zu

bleiben, desto leistungsfähiger und sicherer können wir die Herausforderungen des Lebens annehmen

und bewältigen. ■

Expertengespräch

Heute weiß die Stressforschung,

dass uns die

vielen kleinen Stressoren

im Laufe des Tages viel

mehr zusetzen als die einmaligen

großen.

weiter... Das WBS Magazin 2/2009 27


weiter... kommen

28

Ob Umschulung oder Aufstiegsqualifikation: Weiterbildung ist wertvoll.

Entscheidend ist der konkrete Nutzen: Wie geht es danach weiter?

Die Rubrik weiter... kommen stellt erfolgreiche Berufswege vor.

Zum Beispiel:

Kathleen Liebschner

Von Katharina Oeppert

„Man muss

heute immer

über den Tellerrand

gucken,

sonst wird’s

nichts im Beruf.“

„Ein Portrait? Über mich? Na, da ist es am Besten, sie rufen mich früh um sieben

im Büro an. Da können wir in aller Ruhe reden.“ Um 7:00 Uhr früh können sich

Journalisten meist nur einen schönen starken Kaffee vorstellen, nicht aber ein Interview

– doch die Frau am anderen Ende der Leitung steckt mit ihrer guten Laune

an. „Also gut, früh um sieben.“

Weiterbildung genau zur richtigen Zeit

Da ist Kathleen Liebschner wie erwartet schon putzmunter, voller Tatendrang. Die

32-jährige Bauingenieurin ist bei der Gemeinde Wachau angestellt, einem Verbund

mehrerer Dörfer im Norden von Dresden. „Ein Glücksfall für mich“, sagt die

junge Frau. Es war Glück, dass sie von der Ausschreibung erfuhr, doch sie verfügte

eben auch über genau das Wissen, das sie für diese Stelle braucht: Kathleen

Liebschner weiß (fast) alles über richtiges Heizen, Dämmen und moderne ökologische

Brennstoffe. „Ich habe meine Weiterbildung genau zur richtigen Zeit gemacht“,

erzählt sie. „Ich war in der Elternzeit mit meiner Tochter Anne, unserem

zweiten Kind, und wollte natürlich wieder zurück in meinen Beruf.“ Bei der Arbeitsagentur

erfuhr sie, dass sie als so genannte Berufsrückkehrerin einen Anspruch

auf einen Bildungsgutschein hatte. Kathleen Liebschner suchte etwas, das

ihre Kenntnisse erweitern würde, und fand bei WBS in Bautzen die Qualifizierung

zum/zur Projektmanager/-in Alternative und Erneuerbare Energien. Da vertiefte

sie sich in eine Menge anspruchsvoller Themen: Bauphysik und Heizungstechnik,

thermische Solaranlagen, Photovoltaik, Wärmepumpen sowie Blockheizkraftwerke

und Biomasse-Verbrennung.

„Kathleen Liebschner zählte zu den

jüngeren Teilnehmern und war als Bauingenieurin

sehr interessiert an dem

Thema Alternative Energien. Sie hat

sich durch neue Fragestellungen

durchgekämpft und das Thema hervorragend

gemeistert. Das Niveau im

Kurs war insgesamt sehr hoch“, erinnert

sich René Hempel, Standortleiter

der WBS in Bautzen. „Sie war auch die

Erste, die die Prüfung des Bundesamtes

für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

(BAFA) bestanden hat. Das hat

uns natürlich sehr gefreut, und das

schönste Erfolgserlebnis war ihre Anstellung.

Das ist ein Ansporn auch für

andere“, resümiert der Standortleiter.

Kathleen Liebschner hatte auch kein

Problem damit, täglich acht Stunden

im Kursraum zu sitzen und zuzuhören.

Das ist eine Einstellungsfrage: Will ich

oder muss ich den Lehrgang machen?

Ich wollte – und werde bestimmt auch

in Zukunft Fortbildungen machen.“

Bauingenieurin statt Architektin

Eigentlich wollte Kathleen Liebschner

Architektin werden, das hat nicht geklappt,

aber irgendwas mit Bau sollte

es sein, also studierte sie an der Technischen

Hochschule in Cottbus Bauingenieurwesen.

Danach war sie als frischgebackene Diplom-Bauingenieurin

gleich mit Gummistiefeln

und Helm auf etlichen Baustellen

unterwegs. „In meiner ersten

Arbeit habe ich zum Beispiel die Ausstattungsmontagehalle

für den Airbus

A380 in Hamburg gebaut, das war

weiter... Das WBS Magazin 2/2009


mein bisher größtes Bauvorhaben. Stolz bin ich aber auf alle, auch auf die

kleinen Baustellen.“ Im Jahr 2004 wurde dann Moritz geboren, da pausierte

Kathleen Liebschner ein Jahr, dann kamen neue Baustellen, große und kleine.

Als dann 2007 Anne zur Welt kam, wusste sie: „Mit zwei Kindern würde ich

den Job so nicht mehr machen können.“ Als Frau hatte sie nie Probleme auf

dem Bau, ahnte aber, dass die unregelmäßigen Arbeitszeiten und die ständige

Fahrerei von einem Ort zum anderen mit zwei kleinen Kindern kaum zu

meistern sein würden.

Familie und Beruf vereinbaren

In der Gemeindeverwaltung Wachau ist sie nun zuständig für alle möglichen

Bauangelegenheiten. Vieles ist Schreibtischarbeit: Fördermittelanträge, Rechnungen,

Ausschreibungen, Genehmigungen. „Aber ich bin nun mal kein

Schreibtischtäter, es zieht mich immer wieder raus. Die Arbeit auf den Baustellen

muss überwacht werden, so weiß man den Stand der Dinge und sieht

gleichzeitig das Ergebnis seiner Arbeit. Das finde ich schon sehr wichtig.“

Gummistiefel und Helm sind im Büro stets griffbereit. „Die Arbeit hier ist schon

der Sechser im Lotto, so kann ich Job und Familie perfekt verbinden. Und sie

macht riesig Spaß. Wir haben Projekte wie Schulsanierungen oder Kita-Umbauten

und -Erweiterungen bis hin zum Kraftwerk Leppersdorf. Die Arbeit

umfasst auch alle Seiten des Baugeschehens, von der Verwaltung über die

Realisierung bis hin zum Unterhalt der kommunalen Objekte. Die Vielfältigkeit

macht den Reiz aus“, schwärmt die Bauingenieurin.

In absehbarer Zeit will die Gemeinde alle kommunalen Gebäude, also die Kindertagesstätten

und die Schulen, energetisch sanieren. „Das finde ich eine

tolle Aufgabe. Man sieht was von seiner Arbeit, man schafft Werte und man

kann in der Verwaltung etwas für die Allgemeinheit tun. Glänzende Kinderaugen

sind der größte Lohn, den man erhalten kann.“

Vom Nutzen alternativer und erneuerbarer Energien ist Kathleen Liebschner

nicht erst seit ihrer Weiterbildung überzeugt: Strom- oder Wärmegewinnung

durch Solaranlagen auf den Dächern wird bald die Regel sein. Sie selbst hat

ihr Zuhause mit ihrem Mann energiebewusst gebaut, mit Holzpelletheizung

und Solaranlage: „Das mach’ ich aus eigenem Antrieb“, sagt die 32-Jährige

mit Nachdruck. „Unsere Kinder wachsen damit auf. Wenn die Sonne scheint,

sagt mein vierjähriger Moritz: „Jetzt macht die Sonne unser Wasser warm.“

Für ihn sind die blau schimmernden Platten auf dem Dach völlig normal. Und

irgendwann, davon ist Kathleen Liebschner fest überzeugt, wird noch eine

andere, neue Art der Energiegewinnung erfunden. Dann wird sie sich auch

darin weiterbilden. „Man muss heute immer über den Tellerrand gucken,

sonst wird nichts im Beruf.“ Der Kurs bei WBS wird für die junge Bauingenieurin

nicht der letzte Lehrgang gewesen sein. ■

Work-Life-Balance

Lernen Sie jonglieren!

Jonglieren ist eine Kunst – nicht nur für den Zirkus:

All die Aufgaben und Ansprüche, die wir jeden Tag zu meistern

haben, verlangen nicht selten Jonglierkünste. Da ist im

Vorteil, wer tatsächlich jonglieren kann: Denn beim Jonglieren

übt man beide Hände – und Hirnhälften. Jonglieren trainiert

die Koordinationsfähigkeit und das Reaktionsvermögen,

es lockert Körper und Geist, es regt die Fantasie an und

macht gute Laune. Und es ist leichter zu lernen, als man

denkt. Probieren Sie es!

Für die Grundfigur – die Drei-Ball-Kaskade –

brauchen Sie drei Jonglierbälle oder -tücher.

Schritt 1 – ein Ball

Stellen Sie sich gut hin – sicherer Stand, in den Knien flexibel;

werfen Sie den Ball mit der rechten Hand diagonal nach

links oben leicht über Augenhöhe und fangen Sie ihn mit der

linken Hand. Werfen Sie ihn mit der linken Hand diagonal

nach rechts oben und fangen Sie ihn mit der rechten Hand.

Werfen Sie hin und her, bis Sie Ihren Rhythmus gefunden

haben und ohne Anstrengung werfen und fangen.

Schritt 2 – zwei Bälle

Nehmen Sie nun in jede Hand einen Ball. Werfen Sie den ersten

mit der rechten Hand – wie geübt – nach links oben

und, sobald er in der Luft ist, mit der linken Hand den zweiten

nach rechts oben. Dann fangen Sie mit der linken den ersten

Ball und werfen Sie ihn sofort wieder nach rechts. Mit

der rechten fangen Sie den zweiten Ball und werfen ihn sofort

wieder. So fangen und werfen Sie abwechselnd links und

rechts. Üben Sie, bis Sie einen mühelosen Rhythmus gefunden

haben.

Schritt 3 – drei Bälle

Nehmen Sie nun in die linke Hand einen Ball und in die

rechte zwei. Beginnen Sie rechts, werfen den ersten Ball nach

links oben, werfen mit der linken Hand nach rechts oben und

mit der rechten – sobald der zweite Ball am höchsten Punkt

ist – den dritten. Wenn der am höchsten Punkt ist, wieder

den ersten – so ergibt sich ein Rhythmus, bei dem Sie abwechselnd

links und rechts

immer werfen, während der

vorige Ball in der Luft den

höchsten Punkt seines Bogens

erreicht. Auch hier werden

Sie bald Ihren Rhythmus

finden – und wenn's mal

nicht klappt, einfach von

vorn beginnen.

Am Anfang geht es am leichtesten mit Tüchern, da sie

langsamer fallen.

Hilfreiche Abbildungen bei Wikipedia, Stichwort

„Jonglieren“, oder Lernvideos auf www.jong.de

weiter... Das WBS Magazin 2/2009 29


Work-Life-Balance

30

Denken Sie sich zum Erfolg!

Die Deutschen neigen zu Pessimismus – ein Gefühl, das unsere

Leistung, Energie und Kreativität in Ketten legt. Nicht auszudenken,

wie erfolgreich wir mit etwas mehr Zuversicht wären! Mit mentalem

Training kann man es schaffen, das Beste aus sich herauszuholen.

Von Bianca Lorenz

Glauben lernen

Albert Schweitzer, Willy Brandt und Michael Schumacher – sie sind Symbole des

Erfolgs, Gewinnertypen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und doch vereint

sie eines: der Glaube an sich selbst und an ein Ziel. Den meisten Menschen

aber ist diese Fähigkeit irgendwann abhanden gekommen. Schon früh treibt man

uns die Flausen aus dem Kopf, beschneidet unsere jugendlichen Ideale. Wer etwas

auf sich hält, zeigt sich bescheiden und rücksichtsvoll, ordnet sich ein oder unter.

Kein Wunder, dass wir uns dann als Erwachsene oft fremdbestimmt und ausgeliefert

fühlen, die Verantwortung für unser Leben abgegeben und wenig veränderungsbereit

sind. Die Angst vor dem Scheitern ist einfach größer als der Wille

zum Erfolg. Und so stehen wir uns selbst im Weg und können das eigene Potential

nicht ausschöpfen.

Beim Mentaltraining

arbeitet man mit

allen Sinnen – mit

Bildern, Tönen und

Gefühlen, die wir

unser Leben lang in

unserem Gehirn abgespeichert

haben.

Ziele definieren

Doch das lässt sich ändern: durch mentales Training.

„Dabei lernt man, einst negative Vorstellungen in

positive umzuwandeln und das gesamte Denken

und Handeln durch neu gewonnene Fähigkeiten zu

aktivieren“, erklärt Mentaltrainerin Gabriele Mühlbauer

aus Augsburg. „So kann man den Glauben an

die eigenen Fähigkeiten und seine Kraft nach und

nach wiederfinden und wird Ziele schneller und erfolgreicher

erreichen.“ Zum Beispiel: Ein Weitspringer

stellt sich vor, wie er die 6-Meter-Marke schafft.

Er geht den kompletten Sprung im Geiste durch. Die

Bilder davon regen im Gehirn die Areale und Muskelpartien

an, die für die Umsetzung dieser Leistung wichtig sind, gerade so als

wäre er auf dem Sportplatz. Das Gute: Nicht nur ein Sportler, sondern jeder kann

dieses Prinzip im Alltag, beruflich oder privat, für sich anwenden. Hauptsache,

man hat ein klares Ziel vor Augen und den Wunsch, es auch wirklich umzusetzen.

Vorstellung trainieren

Doch wie lernt man, wieder frei von Zweifeln an etwas zu glauben und positives

Denken in ein positives Gefühl zu verwandeln? „Wichtig ist ein ganzheitlicher

Ansatz, bei dem Körper und Geist zusammenarbeiten“, so die Expertin.

„Nur so kann man genug Energien bündeln, die für den Kraftakt

von mentaler zu realer Veränderung nötig sind.“ Entspannungsübungen

helfen, die Erwartungen anderer auszublenden,

Stress loszulassen und sich ganz auf sich und seinen

Körper zu konzentrieren. Bei Konzentrationsübungen

trainiert man, überflüssige Informationen auszublen-

weiter... Das WBS Magazin 2/2009


den und sich ganz auf das zu fokussieren,

was man erreichen will. Beim

Mentaltraining arbeitet man mit allen

Sinnen – mit Bildern, Tönen und Gefühlen,

die wir unser Leben lang in unserem

Gehirn abgespeichert haben.

Das Neuro-Linguistische Programmieren

(NLP) hilft dabei, die Muster unserer

persönlichen Erfahrungen zu analysieren

und uns bewusster zu machen –

ein erster Schritt zur Veränderung.

Gesundheit erlangen

Auf diese Weise erreicht man durch

mentales Training sogar einen günstigen

Doppeleffekt: Denn das positive

Denken und Fühlen wird den Erfolg

unweigerlich anziehen. Und das setzt

wiederum biochemische Prozesse im

Körper in Gang, die Krankheiten vorbeugen

oder gar heilen können. „Aus

der Medizin weiß man, dass negative

Gedanken immer auch für die Ge-

sundheit eine schwere Hypothek sind“,

bestätigt Gabriele Mühlbauer. „Umgekehrt

wirken positives Denken und

Wohlbefinden wie eine Vitaminspritze.

Eine starke Psyche ist die beste Voraussetzung

für einen starken Körper.“

Ein Mentaltrainer bietet dabei Unterstützung

und Anleitung. Zusammen

mit ihm, holt man oft unbewusste, tiefer

liegende Überzeugungen ans Licht,

baut Blockaden ab und Bilder auf, die

für das Erreichen dieser Ziele sinnvoll

sind. Gabriele Mühlbauer: „Das eigentliche

Trainingsziel ist es, diese Bilder

so zu verinnerlichen, dass man sich

jederzeit selbst in einen veränderten

Bewusstseinszustand versetzen und

diesen positiven Prozess auch

ohne Coach und Trainer weiterführen

kann.“ ■

weiter... lesen selbst

Der Stoff ist zwar nicht

neu, aus dem dieses

Buch gemacht ist: Es vermittelt

solides Gesundheitswissen,

ganzheitlich

verstanden und verständlich

aufbereitet, und präsentiert

es schön verpackt,

gespickt mit Aufforderungen

zum Nachdenken,

kleinen Anekdoten

und klugen Zitaten

vom Dalai Lama bis zum

Kommunikationsexperten

Paul Watzlawick, die

erst einmal für sich im

Raum stehen.

Und doch: Hat man dieses

hübsche Büchlein

einmal in die Hand genommen, legt man es so

schnell nicht wieder weg, denn es lädt wirkungsvoll

und mit Humor dazu ein, sich mit seinem

„Selbst“ auseinander zu setzen, und führt

einen in eine spannende Auseinandersetzung

mit der Kunst zu leben.

Mit grundlegenden Fragen verführt das Buch

den Leser geradezu zum Nachdenken über den

Sinn des eigenen Lebens: „Was ist Gesundheit?“,

„Was ist Erfolg?“ und „Was ist Erfüllung?“

Der Leser wird sich bewusst, dass Gesundheit

nicht zu kaufen ist, doch eigene Einstellungen

und aktives Handeln dazu beitragen,

sie zu bewahren oder zu erwerben. Wer sich klar

macht, was ihm persönlich Erfolg und Erfüllung

bedeuten, wird beides nicht so leicht verwechseln.

Und das Buch schärft die Wahrnehmung

dafür, wie man Erfüllung findet.

Erfüllung findet, wer für sich klärt, was für ihn

den Sinn des Lebens und seines Tuns ausmacht.

Hier folgt die Autorin Anna Maria Pircher-Friedrich,

Professorin für Human Resources Management

und Qualitäts- und Dienstleistungsmanagement

am Management Center Innsbruck, den

Ansätzen des österreichischen Neurologen und

Psychiaters Viktor Frankl.

Das Leben selbst bietet Hülle und Fülle – vorausgesetzt,

man hat die Fähigkeit, dies zu erkennen.

Diese Fähigkeit ist uns nicht in die Wiege

gelegt, aber sie ist erlernbar. Gut zu sich

zu sein, bedeutet

gleichzeitig auch, gut zu

Anderen zu sein. In Balance

zu leben, im Einklang

mit der Natur zu

sein und schöne Dinge zu

genießen, ist etwas ganz

Wunderbares und schafft

positive Energie. Eine ausgewogene,

gesunde und

zugleich genussvolle Ernährung

unterstützt dabei

dieses positive Körpergefühl.

Das ist Lebensqualität

pur.

Anna Maria Pircher-Friedrich

und ihr Co-Autor und

Partner Rolf Klaus Friedrich

zeigen dem Leser, an

welchen „Schrauben“ er drehen kann, um Gesundheit,

Erfolg und Erfüllung für sich selbst erlebbar

zu machen. Es gehört auch eine große

Portion Mut dazu, auch einmal liebevoll nach

innen zu schauen und Verantwortung für sein

eigenes Leben zu übernehmen. Sich zuzugestehen,

dass man das Glück des Lebens auch annehmen

darf!

Und: Gut zu leben heißt immer auch: in Beziehung

zu leben. „Üben Sie Akzeptanz und Toleranz

Ihren Mitmenschen gegenüber, und Ihr

Leben wird von Erfolg und Gesundheit gekennzeichnet

sein.“, so der Rat der Autoren. Ein sehr

wertvolles Buch – eine Anleitung für Menschen

jeder Altersklasse, gerade auch für Manager, die

als Führungskräfte auch Verantwortung für andere

tragen.

Von Dagmar Ulbricht

Prof. Dr. Anna Maria Pircher-Friedrich

und Dr. Rolf Klaus Friedrich:

Gesundheit, Erfolg und Erfüllung

Eine Anleitung – auch für Manager

Reihe: Business & Success (BS)

2008, ca. 210 Seiten, mit zahlreichen

Abbildungen, kartoniert, EURO (D) 29,95

ISBN 978 3 503 11247 0

Dagmar Ulbricht ist Referentin im

Kompetenzzentrum Health Care der

WBS TRAINING AG.

weiter... Das WBS Magazin 2/2009 31


weiter... aktuell

Neues bei der WBS TRAINING AG

Neue Qualifizierung in Münster

geplant

Im Herbst 2009 plant der WBS Standort

Münster zum ersten Mal den Start

eines BildungsCenters für 3D CAD-Anwendungen.

Der Schwerpunkt der

Qualifizierung liegt auf den Softwareanwendungen

CATIA V5 und Pro/EN-

GINEER (kurz: Pro/E), die in der Automobilbranche

und Luftfahrtindustrie

sowie in anderen Bereichen des Maschinenbaus

sehr häufig genutzt werden.

Von Interesse ist diese Qualifizierung

insbesondere für technische Zeichner/-innen

und Konstrukteur/-innen im

Maschinenbau sowie Interessenten mit

beruflicher Vorerfahrung im Konstruktionsbereich.

Die Teilnahmedauer richtet

sich dabei ganz nach dem jeweiligen

Qualifizierungsbedarf und kann

individuell gestaltet werden.

Weitere Informationen:

Tanja Berste, Fon 0251 38019-10

WBS Schwerin fördert Trainernachwuchs

im IT-Bereich

Der im IT-Bereich besonders leistungsstarke

Schweriner WBS Standort bietet

seit dem August 2009 Interessierten

mit technischem Studium, einer abgeschlossenen

IT-Ausbildung oder langjähriger

praktischer Erfahrung in der

IT-Branche die Möglichkeit, ihre Begeisterung

für die neuesten Informationstechnologien

in einer lehrenden Tätigkeit

weiterzugeben. Die Weiterbildung

zum/zur E-Tutor/-in findet im Rahmen

des IT-Centers statt. Dieses ist modular

aufgebaut und ermöglicht einen laufenden

Einstieg. Die Teilnehmer/-innen

erwerben das Ausbilder-Eignungs-Zertifikat

(AEVO) der IHK sowie zwei IT-

Zertifikate zu Microsoft und Linux.

Spannende berufliche Perspektiven ergeben

sich nicht nur in Personalentwicklungs-

und Weiterbildungsabtei-

lungen von Unternehmen, auch die

WBS selbst ist an qualifiziertem Trainernachwuchs

interessiert und eröffnet

somit spannende Job-Chancen –

auch für Teilnehmende aus anderen

Bundesländern!

Weitere Informationen:

Frank Stein, Fon 0385 64608-11

Praxisorientierte Umschulungen

in Magdeburg

Im September 2009 sind am WBS

Standort Magdeburg drei Umschulungen

erfolgreich gestartet: Fachinformatiker/-in

Systemintegration (IHK),

Bürokaufmann/-frau mit SAP ® ERP 6.0

(IHK) und Kaufmann/-frau für Spedition

und Logistikdienstleistung (IHK).

Vor allem kaufmännische Themen sind

sehr nachgefragt, so dass der Standort

mit weiteren Teilnehmern rechnet. Die

Ausbildungen dauern jeweils 24 Monate

im Vollzeitunterricht und enden

mit dem Abschluss der Industrie- und

Handelskammer (IHK). In die Gesamtdauer

ist ein betriebliches Praktikum

von mindestens neun Monaten integriert.

Interessenten können bei entsprechenden

Voraussetzungen noch in

den kommenden Wochen einsteigen.

Weitere Informationen:

Nancy Wesemann,

Fon 0391 400 52 99

Neue Umschulung zum/zur Elektroniker/-in

für Betriebstechnik

(IHK) in Hamburg Hammerbrook

Der WBS Standort Hamburg Hammerbrook

erweitert sein Programm um die

neue 24-monatige Umschulung zum/

zur Elektroniker/-in für Betriebstechnik

(IHK). Der Start ist für den 1.Februar

2010 geplant. Das Angebot richtet sich

an alle Personen mit einer abgeschlossenen

Berufsausbildung, die sich beruflich

neu orientieren wollen. Wer kei-

ne abgeschlossene Berufsausbildung

hat, muss drei Jahre Berufserfahrung

oder das Abitur mitbringen. Elektroniker/-innen

für Betriebstechnik lernen

beispielsweise Produktionsanlagen oder

Anlagen der Energieversorgung zu installieren,

zu warten und zu reparieren.

Vielfältige berufliche Perspektiven erwarten

die Absolvent/-in- nen in der produzierenden

Industrie, aber auch beispielsweise

bei Flughäfen oder in Krankenhäusern.

Weitere Informationen:

Petra Niemann, Fon 040 229432-43

CAD Weiterbildungen in

Berlin-Süd

Die WBS TRAINING AG in Berlin-Süd

bietet Weiterbildungen im Bereich CAD

mit den Fachrichtungen Architektur

und Maschinenbau sowie Design mit

sehr guten Vermittlungschancen an.

Zur Auswahl stehen die Themen Auto-

CAD, CATIA, ProEngineer, Inventor,

Solid Works und ALLPLAN. Die nächsten

Fortbildungen starten im Oktober

2009. Das Bildungsangebot richtet sich

an technische Zeichner, Ingenieure und

Interessent/-innen mit zeichnerischer

Berufsausbildung und mindestens einjähriger

Berufspraxis. Die Teilnehmer/

-innen lernen die Erstellung komplexer

Zeichnungsunterlagen, die Funktionen

und Techniken zur Erzeugung von Bauteilen

sowie deren Zusammenbau zu

Baugruppen. Als künftige Arbeitgeber

bzw. Einsatzgebiete kommen Ingenieurbüros

oder Konstruktions- und

Entwicklungsabteilungen von Firmen

aller Größen und nahezu aller Branchen

in Frage.

Weitere Informationen:

Martin Dreher, Fon: 030 701934-0

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