Ganz gleich, ob Sie neu-, aus - Der PARITÄTISCHE Sachsen Anhalt

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Ganz gleich, ob Sie neu-, aus - Der PARITÄTISCHE Sachsen Anhalt

BLICKPUNKTE 01|09

Armut gefährdet Zukunft!

DEUTSCHER PARITÄTISCHER WOHLFAHRTSVERBAND LANDESVERBAND SACHSEN-ANHALT e.V. | www.paritaet-lsa.de


Impressum

Impressum

»BLICKPUNKTE« erscheint dreimal jährlich.

Herausgeber: Der PARITÄTISCHE Sachsen-Anhalt

Geschäftsführerin: Dr. Gabriele Girke

Telefon: 0391 | 6293420

ggirke@mdlv.paritaet.org

Redaktion: Antje Ludwig

Telefon: 0391 | 6293505

aludwig@mdlv.paritaet.org

Grafi k, Satz, Layout: Frank-Michael Märtens

Telefon: 0391 | 6293301

fmmaertens@mdlv.paritaet.org

Druck: Stelzig-Druck Magdeburg

© 2009 • Der PARITÄTISCHE Sachsen-Anhalt


Vorwort 04

Gemeinsam stark für Sachsen-Anhalt

Nachlese zur Mitgliederversammlung 2008 05

Der PARITÄTISCHE mahnt: Armut gefährdet unsere Zukunft! 12

Informationen

Positionen

Immer noch zu wenig für zu viele: Was Kinder brauchen 14

Studie zur Demenzversorgung in ambulanten Einrichtungen 15

Studie »Älter gleich kränker?« 15

PARITÄTISCHE Pfl egedienste beteiligen sich an Umsetzung der Pfl egecharta 16

Tagungsrückblick »Zwischen den Stühlen« 17

Informationen des Referates Fördermittel 18

Neue Instrumente in der Arbeitsmarktpolitik 19

Ambulante Pfl ege: Lebensaltersstufen im Vergütungssystem 20

Erziehungshilfen: Mehr als Netz und doppelter Boden 21

Vom Kinderschutzgesetz zur Förderung frühkindlicher Bildung 22

Welche Hilfe brauchen alt gewordene Menschen mit Behinderung? 23

Ausbildungschancen von Jugendlichen im SGB II 24

Tagungsrückblick »Chancen auf Schulerfolg« 25

Der PARITÄTISCHE unterstützt Weiterentwicklung der Selbsthilfelandschaft 26

Struktur der Selbsthilfe in Sachsen-Anhalt 27

Aktive Rolle des PARITÄTISCHEN Jugendwerkes im Kinder- und Jugendring 28

Verbandsleben

News aus den Regionalstellen 30

Auf einen Klick: PARITÄT online 36

Trägerversammlungen | Qualitätsgemeinschaften 37

Landesverbände

Wir für Sie

Inhalt

Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft 42

Aus- und Weiterbildung 44

Sozialbau- und Immobilienverwaltung 45

Bildungs- und Erholungseinrichtungen 46

Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 3


Editorial

»Armut gemeinsam bekämpfen!«

Lieber PARITÄTERINNEN,

liebe PARITÄTER,

»Armut gefährdet Zukunft« war das Motto unserer Mitgliederversammlung

2008, die landesweit auch in den Medien

große Beachtung fand.

Mit konkreten Vorschlägen zur Armutsbekämpfung in Sachsen-

Anhalt hat sich der PARITÄTISCHE nicht nur bei den Parteien des

Landtages Gehör verschaff t. Auch Politikerinnen und Politiker

vor Ort in Kommunen und Landkreisen stehen dem Vorschlag zu

dauerhaften regionalen Bündnissen als Maßnahme zur Armutsprävention

aufgeschlossen gegenüber.

Damit hat der Verband aber auch große Erwartungen geweckt

und als Initiator und »Zugpferd« einer gemeinsamen Armutsbekämpfung

auch Verantwortung übernommen. Wir werden mit

Sicherheit daran gemessen, wie konsequent wir das Thema nun

weiterverfolgen und an der Umsetzung regionaler Konzepte

und Bündnisse mitwirken. Dazu braucht der PARITÄTISCHE das

Engagement aller Mitgliedsorganisationen.

Vor uns liegt ein Jahr mit großen Herausforderungen. Angesichts

der weltweiten Finanzkrise und angekündigter Wirtschaftsrezession

erscheinen die Zukunftsaussichten für Sachsen-Anhalt nicht

»rosig«. Dies führt zu großer Verunsicherung in der Bevölkerung.

Wir spüren dies auch bei den Menschen, die wir in unseren Einrichtungen

und Projekten betreuen. Der PARITÄTISCHE ist mehr

denn je gefragt, die Verantwortung des Staates für seine Bürgerinnen

und Bürger einzufordern. Die Situation sozial benachteiligter

Menschen droht - vor dem Hintergrund täglicher Krisenmeldungen

- aus dem Blickfeld zu geraten.

4 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale

Die soziale Schiefl age in Deutschland darf sich nicht noch weiter

verstärken. Die geplanten Konjunkturmaßnahmen müssen

auch mit nachhaltiger Armutsbekämpfung verknüpft werden.

Es reicht nicht aus, großzügig »Schutzschirme« für Unternehmen

aufzuspannen und die Bedürftigen im Regen stehen zu lassen. Da

wirkt eine Anhebung des Kinderregelsatzes, die dringend nötig

ist, eher wie Almosen. Dem tatsächlichen Bedarf von Kindern wird

die angekündigte Erhöhung auch jetzt nicht gerecht.

Liebe PARITÄTERINNEN und PARITÄTER, Sie haben mir und den

anderen Vorstandsmitgliedern mit der Wiederwahl auf der

Mitgliederversammlung Ihr Vertrauen ausgesprochen. Dafür

möchte ich mich an dieser Stelle nicht nur bedanken, sondern

dies gleichzeitig als Mandat werten, weiterhin engagiert für die

Verbesserung der Lebenssituation der Menschen in unserem

Land zu wirken.

Vielen Dank!

Ihr Eberhard Jüttner

Dr. med. Eberhard Jüttner

Vorstandsvorsitzender des

PARITÄTISCHEN Sachsen-Anhalt


Nachlese zur Mitgliederversammlung 2008:

»Gemeinsam stark für Sachsen-Anhalt«

Die Mitgliederversammlung des PARITÄTISCHEN Sachsen-

Anhalt am 18. Oktober 2008 in Halle/Saale stand ganz im

Zeichen des Themas »Armut gefährdet Zukunft«. Über 200

Mitgliedsorganisationen und Gäste aus Landes- und Kommunalpolitik

diskutierten in der Georg-Friedrich-Händel-Halle,

wie der fortschreitenden Armutsentwicklung in unserem

Land wirksam und nachhaltig begegnet werden kann.

Auftakt der Veranstaltung war ein Ausschnitt aus dem Programm

des Magdeburger Kabaretts Zwickmühle mit der Frage: »Gehör’

ich hier denn noch dazu?« – einprägsam vorgetragen von Hans-

Günther Pölitz und Marion Bach.

In seinen Begrüßungsworten betonte der Vorsitzende, Dr. Eberhard

Jüttner, dass es gelingen muss, die Schere zwischen Arm

und Reich wieder enger zu stellen und den Werteverfall in

der Gesellschaft aufzuhalten. Wenn Wohlfahrtsverbände das

Netz für sozial Schwache sind, brauchen diese für ihre Tätigkeit

verlässliche Rahmenbedingungen.

Alle Vertreterinnen und Vertreter der Fraktionen des Landtages

nahmen in ihren Grußworten direkten Bezug zum Thema der

Mitgliederversammlung und begrüßten, dass der PARITÄTISCHE

Gemeinsam stark für Sachsen-Anhalt

konkrete Vorschläge zur Armutsbekämpfung unterbreitet hat. In

einem Punkt waren sich alle Rednerinnen und Redner einig: Bildung

ist einer der wichtigsten Schlüssel zur Armutsprävention. Sie

ist nicht nur die Grundlage für Beruf und Erwerbsarbeit, sondern

auch für selbstbestimmtes Leben und soziale Kompetenzen.

Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 5

Überzeugender Auftritt: Marion Bach und

Hans-Günther Pölitz vom Kabarett »Die Zwickmühle«


Gemeinsam stark für Sachsen-Anhalt

Marcus Kurze (CDU)

Dabei wurden von den Fraktionen unterschiedliche Aspekte zur

Verbesserung der Bildungschancen eingebracht und weitere

Vorschläge zur Armutsbekämpfung angerissen.

Herr Marcus Kurze (CDU) lobte die kompetente Mitwirkung

der Wohlfahrtsverbände an der Erstellung des Armuts- und

Reichtumsberichtes für Sachsen- Anhalt. Er hob die die Bedeutung

stabiler Familienverhältnisse hervor und die Förderung

der Erziehungskompetenz der Eltern, um den Kindern Bildungschancen

zu eröff nen.

Frau Verena Späthe (SPD) betonte, dass eine versicherungspfl

ichtige Beschäftigung der Eltern, die ein auskömmlichen

Einkommen sichert, der beste Schutz vor Kinderarmut ist. Weiterhin

wies sie darauf hin, dass angesichts der hohen Quote von

Langzeitarbeitslosen und Schwervermittelbaren öff entlich

geförderte Beschäftigung im Sinne eines zweiten Arbeitsmarktes

weiterhin unerlässlich ist.

Frau Birke Bull (PDS) forderte die Wiedereinführung des Ganztagsanspruches

auf einen Kita- Platz für Kinder arbeitsloser Eltern,

damit umfassende frühkindliche Bildung allen Kindern in gleichem

Umfang zugute kommt. Um Chancengleichheit zu gewährleisten,

müssen alle Kinder – mit und ohne Behinderung- gemeinsam

Birke Bull (Die Linke)

6 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale

Verena Späthe (SPD)

in der Schule lernen können. Dazu benötigen Lehrerinnen und

Lehrer entsprechende Kompetenzen und Grundhaltungen.

Frau Dr. Lydia Hüskens (FDP) machte darauf aufmerksam, dass

Armut mittlerweile nicht mehr nur Einzelne, sondern ganze Familien

über mehrere Generationen betriff t. Sie sind damit dauerhaft

gesellschaftlich ausgegrenzt und ohne wirkliche Perspektiven.

Umso mehr muss an den Schulen eine positive Wertevermittlung

erfolgen und Chancen für die Kinder durch unterstützende

Angebote an Eltern verbessert werden.

Die Ministerin für Soziales und Gesundheit, Frau Dr. Gerlinde

Kuppe, unterstrich die Bemühungen des Landes, die Qualität in

der frühkindlichen Bildung deutlich zu verbessern. Sie forderte

den PARITÄTISCHEN auf, an dem vorgesehenen Stufenplan zur

Verbesserung der Bildungsqualität mitzuwirken. Weiterhin wies

sie darauf hin, dass mit einer verstärkten Förderung der Schulsozialarbeit

die Schulabbrecherquote deutlich gesenkt werden

soll. Frau Dr. Kuppe hob die Bedeutung des Bildungskonventes

hervor, der eine gemeinsame Regelschule fordert.

Damit würde das gemeinsame Lernen von Kindern, unabhängig

von der sozialen Herkunft, vom Migrationshintergrund und

unabhängig von einer Behinderung, sichergestellt.

Lydia Hüskens (FDP)


Sozialministerin Dr. Gerlinde Kuppe (SPD)

Auf Zustimmung traf auch das Grußwort der Vorsitzenden

des PARITÄTISCHEN Gesamtverbandes, Heidi Merk.

Sie bedankte sich beim PARITÄTISCHEN SachsenAnhalt für

sein kontinuierliches und zukunftsweisendes Engagement auf

der Landesebene in Fragen der Armutsprävention und wies auf

die Signalwirkung hin, die von dem vorlegten Positionspapier

ausgeht.

Wer Einkommensarmut wirksam und nachhaltig bekämpfen will,

muss auch ein Mindestmaß an sozialer Teilhabe, echten Bildungschancen

und damit echten Zukunftsperspektiven ermöglichen.

Die Einführung eigener bedarfsgerechter Kinderregelsätze wäre

ein erster wichtiger Schritt.

Pressekonferenz

Gemeinsam stark für Sachsen-Anhalt

Dr. med. Eberhard Jüttner (PARITÄTISCHER Sachsen-Anhalt)

Heidi Merk (PARITÄTISCHER Gesamtverband)

Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 7


Gemeinsam stark für Sachsen-Anhalt

»Gefahren abwehren – Chancen geben«

In ihrem Statement zur Vorstellung des Positionspapiers

machte die Landesgeschäftsführerin, Frau Dr. Gabriele

Girke, deutlich: »Wir sind als Land zu arm, um uns Armut

leisten zu können.«

In dem Positionspapier werden als wirksame Maßnahme zur

Armutsprävention dauerhafte »Regionale Bündnisse« gefordert.

Diese können viel konkreter als landesweite Konzepte

auf die besondere Situation eines Landkreises bzw. einer Stadt

ausgerichtet sein. An den Bündnissen sind nicht nur Politik,

Verwaltung und soziale Organisationen zu beteiligen, sondern

auch Wirtschaftsunternehmen. In jedem Landkreis sollte es

einen »Zukunftsbeauftragten« geben, der alle Beschlüsse des

Kreistages bzw. Stadtrates und Maßnahmen der Verwaltung auf

ihre Wirksamkeit gegen Armut prüft.

Der PARITÄTISCHE wird sich an der Initiierung und langfristigen

Arbeit der regionalen Bündnisse aktiv beteiligen. Auf das

drohende Problem der »Altersarmut« wies der Vorstandsvorsitzende,

Dr. Eberhard Jüttner hin: »Die sinkenden Realrenten

und die mangelnde Altersvorsorge, bedingt durch Langzeitarbeitslosigkeit

und zu niedrige Einkommen, führen dazu, dass

zukünftig immer mehr Menschen im Alter von zusätzlichen

staatlichen Leistungen abhängig sein werden.«

8 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale

»In den Kommunen

müssen alle an einen Tisch:

Verwaltung, Politik, Wirtschaft

und Organisationen!«

Dr. Gabriele Girke

Der PARITÄTISCHE Sachsen-Anhalt hat in dem Positionspapier

wesentliche Punkte benannt, in welchen Bereichen

Armutsrisiken gezielt begegnet werden kann:

» Lebensperspektiven durch Arbeit und Beschäftigung

für alle Erwerbsfähigen für langzeitarbeitslose und

schwervermittelbare Menschen im Rahmen langfristiger

sozialversicherungspfl ichtiger Beschäftigungsverhältnisse

eröff nen (Integrationsarbeitsmarkt).

Dr. Gabriele Girke (Landesgeschäftsführerin) Positionspapier des PARITÄTISCHEN zur Armutsbekämpfung

» Vorschulische Förderung durch verstärkten Ausbau

der Qualität in Kindertageseinrichtungen verbessern,

Ganztagsbetreuung für Kinder aus armen und bildungsfernen

Familien sicherstellen.

» Bildungschancen erhöhen durch gezielte Kompetenzförderung

von benachteiligten Kindern und Jugendlichen

und Schulsozialarbeit bereits an Grundschulen etablieren

und durch den Ausbau von Gesamtschulen längeres

gemeinsames Lernen sicherstellen.

» Altersarmut vorbeugen durch Konzepte, die ältere Arbeitnehmer

länger im Arbeitsprozess halten und zusätzliche

entgeltliche Beschäftigung im gemeinnützigen Bereich

für Ältere bereitstellen.

» Die Vorstellung des Positionspapiers ist auf reges Medieninteresse

gestoßen. Sowohl Presse als auch Rundfunk haben

ausführlich über die Mitgliederversammlung berichtet.

Das komplette Positionspapier fi nden Sie ab Seite 12 dieser

Ausgabe .


Volksstimme, 20.10.2008, Seite 1

Pressestimmen

zur Mitgliederversammlung

Paritätischer Wohlfahrtsverband

Bündnisse gegen Armut in Sachsen-Anhalt gefordert

Der Wohlfahrtsverband "Der Paritätische" hat

gefordert, die Armut in Sachsen-Anhalt mit regionalen

Bündnissen zu bekämpfen.

Darin sollen sich Kommunen, Wirtschafts- und

Sozialverbände zusammenschließen. Gemeinsam

sollten sie das Problem analysieren und

feststellen, wer über welche Hilfmöglichkeiten

verfüge. Ein wirksames landesweites Konzept

kann es nach Auffassung des Verbandes nicht

geben. Wie Landesgeschäftsführerin Gabriele

Girke am Sonnabend auf der Mitgliederversammlung

des "Paritätischen" in Halle sagte, hat die

Auswertung des Armutsberichtes ergeben, dass

ich Lösungsmöglichkeiten beispielsweise in Halle

anders gestalten als in der Altmark.

"In den Kommunen müssen alle an einen

Tisch, Unternehmen, Verwaltung, politische

Parteien und alle Organisationen, die

sich verantwortlich fühlen."

Gabriele Girke

Landesgeschäftsführerin "Der Paritätische"

Gemeinsam stark für Sachsen-Anhalt

Jeder fünfte Sachsen-Anhalter gilt als arm

Dem aktuellen Armutsbericht zufolge ist etwa

jeder fünfte Bewohner Sachsen-Anhalts arm.

Das heißt, dass das Einkommen unter 60 Prozent

des Durchschnittseinkommens liegt. Ein

großes Problem sieht "Der Paritätische" in der

zunehmenden Altersarmut. Der Verband rechnet

damit, dass diese in den kommenden Jahren

stark ansteigen wird.

"Zukunftsbeauftragte" in den Landkreisen

Um das Problembewusstsein innerhalb der Verwaltungen

zu stärken, sollte nach den Vorstellungen

des Verbandes jeder Landkreis zudem einen

"Zukunftsbeauftragten" einstellen, der alle Maßnahmen

der Verwaltung unter die Lupe nimmt,

allerdings unter dem Gesichtspunkt der Armutsbekämpfung

in der Region. Das Thema Armut

werde heute noch vielfach als rein soziales Problem

abgetan, so Girke weiter.

Verstärkte Beschäftigung

Langzeitarbeitsloser

Die wichtigsten Hebel zur Verringerung der

Armut im Land sieht "Der Paritätische" in der verstärkten

Beschäftigung Langzeitarbeitsloser, der

Verbesserung der vorschulischen Fördeung und

Bildung insgesamt sowie der Vorbeugung von

Altersarmut.

____________________________________

"Der Paritätische"

"Der Paritätische" ist ein Wohlfahrtsverband von

eigenständigen Organisationen, Einrichtungen

und Gruppierungen der Wohlfahrtspfl ege, die

soziale Arbeit für andere oder als Selbstilfe leisten.

Er vertritt mit seinen Mitgliedsorganisationen

insbesondere die Belange sozial Benachteiligter

sowie von Ungleichheit und Ausgrenzung

Betroffener.

Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 9

Mitteldeutsche Zeitung, 20.10.2008 Homepage des MDR, 18.10.2008


Gemeinsam stark für Sachsen-Anhalt

Vorstand zieht positive Bilanz der

Geschäftsjahre 2006/2007

Im nicht-öff entlichen Teil der Mitgliederversammlung zog

der Vorsitzende in seinem ausführlichen Bericht ein positives

Resümee der letzten beiden Geschäftsjahre.

Der PARITÄTISCHE hat sich in den letzten Jahren zum stärksten

Wohlfahrtsverband in Sachsen-Anhalt mit über 350 Mitgliedsorganisationen

entwickelt. Er ist zu einem sozialpolitischen

Schwergewicht geworden und ein gefragter Partner in den

Kommunen und auf der Landesebene.

Herr Dr. Jüttner berichtete, dass die Resolutionen der letzten

Mitgliederversammlung im Jahr 2006 zur Verringerung der Kinderarmut,

zur Förderung der Selbsthilfe und zur Schulsozialarbeit

konsequent in die politische Diskussion getragen wurden.

Die Ergebnisse dieses Engagements können sich sehen lassen:

es fanden eine Vielzahl von Gesprächen auf Kommunal- und

Landesebene statt, Fachtagungen wurden durchgeführt und

Handlungsstrategien abgeleitet. Die Förderung der Selbsthilfekontaktstellen

konnte auf eine verlässlichere Basis gestellt werden

und ein landesweites Selbsthilfeforum wurde initiiert. Die

Arbeit des Verbandes stand ganz im Zeichen des Einsatzes für

»Chancengleichheit«. Der PARITÄTSCHE hat sich auf seinen Namen

»PARITÄT« besonnen und im Europäischen

Jahr der Chancengleichheit 2007

ein besonderes Zeichen gesetzt – ein

Gleichheitszeichen im Logo. Herr Dr.

Jüttner betonte: Wo PARITÄT draufsteht,

sind gleiche Chancen drin – der

PARITÄTISCHE hilft Menschen, gleichwertig

und würdevoll zu leben.

Er wies auf den umfangreichen Geschäftsbericht hin, der nicht nur

in Zahlen das Wirken des Verbandes belegt, sondern auch Aktivitäten

und modellhaftes Handeln des Verbandes für das Gemeinwohl

aufzeigt. Der PARITÄTISCHE hat es sich zur Aufgabe gemacht,

auf problematische Lebensbedingungen hinzuweisen, gezielte

Angebote für Betroff ene zu entwickeln und langfristig auf gleich-

10 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale

wertigeLebensbedingungen für alle

Bürger in Sachsen-

Anhalt hinzuweisen-

dazu braucht

es einen langen

Atem. Gleichzeitig

machte Herr

Dr. Jüttner auf die

Folgen des demographischenWandels

aufmerksam,

der alle Bereiche

der sozialen

Wir verändern.

Geschäftsbericht

2006 | 2007

DEUTSCHER PARITÄTISCHER WOHLFAHRTSVERBAND LANDESVERBAND SACHSEN-ANHALT e.V. | www.paritaet-lsa.de

Arbeit betreff en wird und eine Anpassung der Versorgungstrukturen

erforderlich macht. Die Entwicklung von Qualitätsgemeinschaften

unter dem Dach des PARITÄTISCHEN wurde seitens

des Vorstandes besonders forciert. Neben der bewährten

Qualitätsgemeinschaft »Pfl ege« wurden auch im Bereich »Hilfen

zur Erziehung«, »Kindertagesstätten« und in der »Eingliederungshilfen«

entsprechende Qualitätsgemeinschaften gegründet.

Ein besonderes Ausrufezeichen hat der PARITÄTISCHE mit

seinen vielfältigen Aktivitäten zum »Europäischen Jahr der

Chancengleichheit für alle« 2007 gesetzt. Im Rahmen kultureller

Veranstaltungen, in regionalen Gesprächsforen und Workshops

und zum Verbandstag wurde das Thema »Chancengleichheit«

aufgegriff en und diskutiert.

In seinem Ausblick auf die kommenden Jahre machte Herr

Dr. Jüttner deutlich, dass der PARITÄTISCHE mit innovativen

und kreativen Ideen seinen Beitrag für ein zukunftsfähiges und

soziales Sachsen-Anhalt leisten möchte. Besondere Herausforderungen

sind dabei die Folgen von Armutsrisiken für junge Familien

und deren Kinder hinsichtlich der Gesundheit, Einbindung

in die Gemeinschaft und Bildungschancen. Auch die absehbare

Altersarmut und deren frühzeitige Prävention ist eines von vielen

Themen, denen sich der PARITÄTISCHE stellen wird.


Der Bericht des Vorstands machte an vielen Beispielen deutlich,

welche Bedeutung der Verband für seine Mitglieder hat. Rechtzeitige

und umfangreiche Informationen, Beratung, Meinungsbildung,

gemeinsame Aktionen und Vertretung gemeinsamer

Interessen, nicht zuletzt auch fi nanzielle Unterstützung - für jeden

1 € Mitgliedsbeitrag, den die Mitglieder »eingezahlt« haben, hat

der PARITÄTISCHE 14 € Fördermittel vermittelt - »das ist ein gutes

Aufwand-Nutzen-Verhältnis und stolzes Ergebnis unseres Einsatzes

für die Mitglieder«, sagte Dr. Jüttner.

Die Aufgaben als Spitzenverband, Dachverband und als Träger

sozialer Einrichtungen sind klar. Dabei hatte der Vorstand aus der

Mitgliederversammlung 2006 den Auftrag, die Leitung der eigenen

Einrichtungen stärker von den Aufgaben als Dachverband

zu trennen. Der Vorstand favorisiert eine Ausgründung der verbandseigenen

Einrichtungen in eine Betreibergesellschaft, wie

es auch bereits durch viele Mitgliedsorganisationen vorgeschlagen

wurde. Konkrete Maßnahmen dazu werden in den nächs-

Unser neuer Vorstand

stellv. Vorstandsvorsitzender

Wolfgang Bahn

Geschäftsführer des Blinden- und

Sehbehindertenverbandes

Sachsen-Anhalte e.V.

Dr. Jürgen Hildebrand

Vorsitzender des Allgemeinen

Behindertenverbandes

Sachsen-Anhalt

Gemeinsam stark für Sachsen-Anhalt

Vorstandsvorsitzender

Dr. med. Eberhard Jüttner

Vorsitzender der Deutsch-Rumänischen

Gesellschaft Sachsen-Anhalt/Iasi

Eva Buder

Dipl.-Sozialarbeiterin / Geschäftsführerin

habilis-gGmbH

Seniorenresidenz »Am Eiskellerplatz«

Ralf Böse

Leiter der Bildungsstätte des

Jugendförderungszentrums

Gardelegen e. V.

ten Monaten durch den Vorstand

erarbeitet und 2009 einer Mitgliederversammlung,

die mit einem

Verbandstag gekoppelt sein wird,

zum Beschluss vorgelegt. Sie würden

dann mit Wirkung für das Jahr

2009 umgesetzt werden. Dieser

Auftrag wurde durch Beschluss

01 der Mitgliederversammlung

2008 an den Vorstand erteilt. Die

Einführung eines hauptamtlichen

Wir geben uns ein Leitbild.

Verbandstag 2007:

Unsere Ideen für ein chancenreiches Sachsen-Anhalt

Wo PARITÄT draufsteht,

sind gleiche Chancen drin.

DEUTSCHER PARITÄTISCHER WOHLFAHRTSVERBAND LANDESVERBAND SACHSEN-ANHALT e.V.

Vorstandes ist in Sachsen-Anhalt endgültig vom Tisch. Der ausführliche

Bericht des Vorstandsvorsitzenden Dr. Jüttner wird

allen Mitgliedern zugesendet. Die Mitgliederversammlung verabschiedete

das Leitbild des Verbandes, beschloss Anpassungen

der Satzung und der Kreisgruppenordnung. Alle Dokumente

sind auf www.paritaet-lsa.de nachzulesen.

stellv. Vorstandsvorsitzende

Jutta Pietsch

Vorsitzende des Sozialwerkes des

Demokratischen Frauenbundes,

Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.

Dr. Michael Reiser

Gesundheits- und Behindertensportverein

Haldensleben e. V.

Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 11


Der PARITÄTISCHE Sachsen-Anhalt mahnt:

Armut gefährdet unser aller Zukunft!

Wir sorgen uns, weil in Sachsen-Anhalt ungefähr jeder vierte

Einwohner arm bzw. von Armut bedroht ist – mit steigender

Tendenz. Zu viele Kinder und Jugendliche sind arm – ohne

staatliche Hilfen (Transferleistungen) wäre fast jedes zweite Kind

von Armut gefährdet. Immer weniger Kinder werden geboren.

Immer mehr junge, gut ausgebildete Menschen, insbesondere

Frauen, verlassen das Land. Ungelernte, Langzeitarbeitslose,

Migranten, Menschen mit sozialen oder gesundheitlichen

Einschränkungen, Niedrigverdiener brauchen Hilfen. Land und

Kommunen müssen dafür in wachsendem Umfang fi nanzielle

Mittel aufbringen. Mittelfristig kann jeder fünfte Rentner im

Alter durch lange Arbeitslosigkeit und/oder geringe Vorsorgemöglichkeiten

arm sein.

Wir sind (als Land) zu arm,

um uns Armut leisten zu können.

Wir fordern gleiche Chancen für jede(n), weil Armut Menschen

entkräftet, gesellschaftlich enorme Kosten verursacht und keine

Entwicklung ermöglicht.

Wir befürchten Unsicherheit, Hoff nungslosigkeit und Angst,

die Nährboden extremistischer Kräfte sind. Wir sehen unsere

Demokratie und den sozialen Frieden für alle gefährdet. Die

Bindekraft einer sozialen Marktwirtschaft wird mehr und mehr

zerstört. 73 Prozent der Bevölkerung empfi nden die Einkommens-

und Vermögensverteilung in Deutschland als ungerecht.

Armut wird häufi g in Familien über Generationen »vererbt«. Die

Möglichkeiten, durch eigene Anstrengung Wege aus der Armut

zu fi nden, werden erschwert.

12 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale

Der soziale Zusammenhalt

zerfällt

Wir sensibilisieren die Öff entlichkeit für eine Gesellschaft, in

der es weniger Armut gibt und in der niemand an den Rand

gedrängt wird.

Wir befürworten eine soziale Marktwirtschaft, die integriert,

verbindet und Umverteilung zugunsten derjenigen ermöglicht,

die auf die Unterstützung der Gesellschaft angewiesen sind. Ein

Wirtschaftssystem, in dem sich Leistung lohnt, schaff t Anreize

zur Veränderung.

Wir fördern als Wohlfahrtsverband den sozialen Zusammenhalt,

z.B. in generationsübergreifenden Angeboten, Familienhilfen

und öff entlich geförderte Beschäftigung, durch Befähigung zur

Selbsthilfe und durch bürgerschaftliches Engagement.

Armut hat viele Gesichter

Wir kennen die verschiedenen Gesichter von Armut - mangelnde

Gesundheit, geringe Bildungsmöglichkeiten, fehlende Erwerbstätigkeit

und an der Gesellschaft. Wir begegnen ihnen in unserer

vielfältigen Arbeit täglich. Die gefährlichen Auswirkungen für

die öff entlichen Haushalte sind bekannt.

Wir benennen die ungenügende Wirtschaftskraft, niedrige

Durchschnittseinkommen und strukturelle Schwächen des

Arbeitsmarktes als wichtige Ursachen. Steigende Armutsrisiken

sind außerdem die Folge falscher politischer Entscheidungen -

angefangen bei der Arbeitsmarktförderung und anhaltenden

Ungerechtigkeiten im Abgabensystem, bis hin zu einem sozial

ausgrenzenden Bildungssystem, mangelnder Integrationspolitik

und Förderung des bürgerschaftlichen Engagements.


Armut gemeinsam bekämpfen

Wir fordern deshalb, die Bekämpfung von Armut politisch nicht

überwiegend dem Ressort »Soziales« zuzuordnen, sondern als

eine vordringliche ressortübergreifende Aufgabe auf Landes- und

kommunaler Ebene wahrzunehmen. Es ist strukturell sicherzustellen,

dass alle politischen Entscheidungen geprüft werden, ob

sie armutsgefährdete Menschen diskriminieren könnten und wie

sie zur Verringerung von Armutsrisiken beitragen.

Wir treten dafür ein, armutspräventive Programme nicht nur

auf besonders gefährdete Zielgruppen auszurichten (z.B. Kinder,

einkommensschwache junge Familien, Langzeitarbeitslose,

künftige Senioren). Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut und

Ausgrenzung müssen ihre alltäglichen Lebensräume verändern.

Gutes Beispiel sind die Gesundheitsziele des Landes. Die Höhe

der Zuweisungen für kommunale Aufgaben soll dem Umfang

der regional vorhandenen Armutsrisiken entsprechen und

angewandte Konzepte zu ihrer Verringerung belohnen.

Wir kritisieren, dass die Armutsgefährdungen in Sachsen-Anhalt

größer sind, als hinlänglich statistisch erfasst wird. Die Gefährdungen

sind regional sehr unterschiedlich – ihre Ausmaße und

Ent-wicklung müssen von allen regionalen Akteuren berücksichtigt

werden; sie müssen passende Konzepte zur Armutsprävention

entwickeln und eine armutsfeste Infrastruktur schaff en.

Armut regional bekämpfen

Wir regen an, in einer kommunalen Verantwortungsgemeinschaft

regionale Armutskonferenzen »Für Zukunft gegen Armut« einzuberufen.

Sie sollen Unternehmen, Verbände und Institutionen,

Abgeordnete, bereits vorhandene andere aktive Bündnisse und

alle Verwaltungsbereiche einbeziehen. Der PARITÄTISCHE Sachsen-

Anhalt und seine Mitgliedsorganisationen werden initiierend tätig.

Die Bündnisse »Für Zukunft gegen Armut« sollen Facetten und

Tendenzen der Armutsgefährdungen in der jeweiligen Region

erkennen und Bedarfe ermitteln. Sie sollen politische Entscheidungen

und Sozialplanung beeinfl ussen, Maßnahmen zwischen

den Akteuren abstimmen, Wirkungen feststellen. Auf diese Weise

sorgen sie für eine armutsfeste Infrastruktur. Jeder Landkreis

soll eine(n) »Zukunftsbeauftragte(n)« einsetzen, wodurch die

Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung in der Verwaltung

als Querschnittsaufgabe verankert wird.

Ergebnisse dieser regionalen Bündnisse müssen in eine landesweite

Zukunftskonferenz einmünden und die Armutsberichterstattung

und -bekämpfung im Land qualifi zieren.

Kampf gegen Armut

schaff t Reichtum

Wir bestehen darauf: Armut verzehrt gesellschaftlichen Reichtum

- der Kampf gegen Armut schaff t Wohlstand, sichert Würde und

Teilhabe an der Gesellschaft. Kein einzelnes Kind darf ungefördert

oder unbeschützt bleiben. Junge Familien müssen bevorzugt, statt

belastet werden. Menschen mit sozialen oder gesundheitlichen

Einschränkungen müssen umfassend teilhaben an Arbeit und am

Leben in der Gemeinschaft. Sinkende Realrenten müssen heute

schon kompensiert werden. Sachsen-Anhalt soll eine Modellregion

für eine schöpferische alternde Gesellschaft werden.

Die Öff entlichkeit muss sich stärker mit Maßnahmen zur sozialen

Eingliederung identifi zieren.

Im Kampf gegen Armut und prekäre Lebensverhältnisse hat jeder

Einzelne Verantwortung.

Wir rufen alle Mitgliedsorganisationen auf, sich an der Armutsbekämpfung

aktiv zu beteiligen, innovative Konzepte mit zu

entwickeln und leidenschaftlich durchzusetzen.

Nutzen Sie Ihre Stärke

zur Stärkung

der Schwachen in

unserem Land!

Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 13


Informationen

»Immer noch zu wenig für zu viele« oder

»Was Kinder brauchen …«

Kinder- und Familienarmut ist in Deutschland und insbesondere

in Sachsen-Anhalt ein ernstzunehmendes Thema. Mit

Einführung des SGB II- Grundsicherung für Arbeitsuchende-

hat der PÄRITÄTISCHE auf den enormen Anstieg im Bereich der

Kinder- und Familienarmut bereits 2005 hingewiesen. Nun ist

es auch in Sachsen-Anhalt amtlich. Der zweite Armuts- und

Reichtumsbericht des Bundeslandes kann an dieser Stelle

auch nichts mehr verschweigen. Kinder- und Familienarmut

ist keine gefühlte Sachlage, sondern in den Kommunen und

Landkreisen sowie im Land eine ernstzunehmende Bedrohung

für die Zukunft geworden.

Zahlen und Fakten: In Sachsen-Anhalt leben ca. 244.535 junge

Menschen im Alter von 0 bis 15 Jahren. Davon leben ca. 73.260

in Haushalten, die von ALG II ihren Alltag bestreiten müssen. Im

Klartext, fast ein Drittel der Kinder in diesem Alter lebt in Armut.

In einigen Städten und Landkreisen ist diese Zahl noch höher,

z.B. in Halle. Dort leben ca. 37 % der Kinder und Jugendlichen in

diesem Alter in ALG II-Haushalten. Das heißt, Benachteiligung

im Bereich Bildung, Gesundheit, Ernährung, Freizeitgestaltung

– also schlechte Chancen für die Lebensperspektiven junger

Menschen und Ausgrenzung von Anfang an.

Kinder und Jugendliche sind nun mal nicht 60%-ige Erwachsene,

so will es nämlich die Regelsatzverordnung nach ALG II.

Auf die entwicklungsbezogenen Bedürfnisse von Kindern und

Jugendlichen wird nicht eingegangen. Mit der Expertise »Was

brauchen Kinder wirklich« … wird nachweislich aufgezeigt, dass

Kinder von 0 bis 6 Jahren, von 6 bis unter 14 Jahre und Jugendliche

sowie junge Erwachsene von 14 bis unter 18 Jahre Bedarfe

im Bereich Kleidung, Bildung, Ernährung und Freizeit haben, die

sich von Erwachsenen unterscheiden. So werden regierungsamtlich

einem Säugling zwar 11.90 Euro für Tabak und alkoholische

Getränke zugerechnet, aber nichts für Windeln. Diese Absurdität

hat die Expertise nachgewiesen und konkret aufgezeigt, was

das in Euro bedeutet.

Kinder bis 6 Jahre sollten monatlich 276,00 Euro erhalten, von

6 bis 14 Jahren 332 Euro. Bisher war ein Regelsatz von 211 Euro

14 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale

Ansprechpartner:

Siegfried Hutsch

Grundsatzreferent Kinder- und Jugendhilfe

Tel.: 0391 / 6293540 • shutsch@mdlv.paritaet.org

vorgesehen. Für junge Menschen von 14 bis 18 Jahre empfi ehlt

der PARITÄTISCHE eine Anhebung von 358 Euro von bisher 281

Euro.

In politischen Kreisen wird diese Form der Berechnung und

ihre Folgen ernst genommen. Dies hat unter anderem die Mitgliederversammlung

des PARITÄTISCHEN am 18. Oktober in

Halle sehr deutlich aufgezeigt. Der PARITÄTISCHE in Sachsen-

Anhalt zeigt nicht nur die Schwachstellen der momentanen

gesellschaftlichen Armutsentwicklung auf, sondern stellt auch

politische Forderungen zur Prävention von Armut, wie z.B. die

Einführung von Schulsozialarbeit auch an Grundschulen, Einführung

von Ganztagsbetreuung für Kinder aus ALG II Haushalten,

Zukunftsbeauftragte für die Landkreise und das Land usw. Darüber

hinaus ist Kinder- und Familienarmut in seinem Ausmaß und

Erscheinungsbild regional in Sachsen-Anhalt unterschiedlich

ausgeprägt. Auch in diesem Zusammenhang zeigt der PARITÄ-

TISCHE aktive Handlungsoptionen auf.

In Städten und Landkreisen werden Hearings, Fachtagungen

und Zukunftswerkstätten mit intensiver Beteiligung des PARI-

TÄTISCHEN und seinen Mitgliedsorganisationen durchgeführt,

wie z.B. in Magdeburg. In Magdeburg wurde in Abstimmung

mit der Stadt und den freien Trägern der Wohlfahrtspfl ege Ende

Oktober eine 1 ½ tägige Zukunftswerkstatt mit großer Teilnahme

(120 Personen Bürgerinnen und Bürger, Mitarbeiter aus Verwaltungen,

Politikern und von freien Trägern) unter konzeptioneller

Federführung des PARITÄTISCHEN durchgeführt. Die

Arbeitsergebnisse zeigen eine Vielzahl von Handlungsempfehlungen,

wie z.B. die Optimierung der Kooperation zwischen ARGE,

Klienten und Schuldnerberatung; Aufbau eines Gesundheitsfonds

für Kinder in ALG II-Familien; Verbesserung der Netzwerkarbeit

unter den freien Trägern – nicht alle müssen das gleiche

vorhalten, sondern Ergänzungen sind zunehmend gefragt, um

fl exibel auf Bedarfe und Entwicklungen eingehen zu können.

Die Entwicklung und Optimierung der Leistungen zur Bekämpfung

von Kinder- und Familienarmut müssen an den regionalen

Bedingungen vor Ort ausgerichtet und die Aktivitäten mit

verschiedenen Akteuren aufeinander abgestimmt werden. Aus

diesem Grunde empfi ehlt der PARITÄTISCHE regionale Armutskonferenzen

unter Beteiligung von verschiedenen Institutionen

und Verbänden. Die Handlungsebene vor Ort bedarf der

Stärkung und Entwicklung eigener Ideen.

Vorträge zur Kinder- und Familienarmut wurden in Dessau,

Burgenlandkreis und in Halberstadt abgehalten. Die Aufgaben

und Herausforderungen zur Behandlung dieses Themas gehen

alle an und können nicht alleine durch die jeweiligen Ressorts

»Soziales« bewältigt werden.


Ansprechpartner:

Dr. Oliver Zobel

Grundsatzreferent Altenhilfe

Tel.: 0391 / 6293336 • ozobel@mdlv.paritaet.org

Studie zur Demenzversorgung

in ambulanten Einrichtungen

Etwa 1,5 Millionen Demenzkranke leben derzeit in Deutschland.

Bis zum Jahr 2050 wird sich diese Zahl verdoppeln,

wenn nicht sogar verdreifachen. Das zeigt eine Studie der

Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie

e. V. (DGGPP) zur Versorgung von Demenzkranken

im ambulanten Sektor (DIAS).

Für die Studie wurden im Frühjahr 2007 alle bekannten

ambulanten Pfl egedienste in Deutschland angeschrieben. Von

den 903 ambulanten Pfl egediensten, die aktiv an der Befragung

teilnahmen wurden insgesamt 64.970 Patienten betreut.

Davon hatten 12.975 Patienten (22 Prozent) eine vom Arzt diagnostizierte

Demenz. Auf die Frage, ob unter den Patienten ohne

explizite Demenzdiagnose ihrer Einschätzung nach weitere

Patienten an einer Demenz erkrankt seien, wurden zusätzlich

6.973 Patienten mit einer vom Pfl egedienst vermuteten, aber

nicht ärztlich diagnostizierten Demenz genannt.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind:

» eine Vielzahl von Demenzkranken, die zu Hause versorgt

werden, sind nicht ärztlich diagnostiziert,

» ein Drittel aller ärztlich diagnostizierten Demenz-Patienten

erhalten Neuroleptika,

» weniger als die Hälfte aller Patienten mit der ärztlichen

Diagnose Demenz erhalten Antidementiva,

» es besteht ein großes Interesse der Pfl egedienste an

Weiterbildung zur Demenz,

» die Hauptursache, dass Demenzkranke ins Heim

umziehen müssen, ist die Überforderung der pfl egenden

Angehörigen,

» die Mehrheit der Pfl egedienste beklagt eine mangelnde

Kommunikation mit den behandelnden Ärzten

Informationen

Die Studie zur Demenzversorgung im ambulanten Sektor – DIAS

von Grass-Kapanke / Kunczik / Gutzmann

(ISBN 978-3-935389-01-3) ist zum Preis von € 5 erhältlich bei der:

DGGPP e.V. – Geschäftsstelle

Postfach 1366

51657 Wiehl

oder im Internet unter www.dggpp.de

Studie »Älter gleich kränker? Auswirkungen der Zugewinns an

Lebenserwartung auf die Pflegewahrscheinlichkeit«

Nach einer Studie des Freiburger Universitäts- Forschungszentrum

Generationenverträge (FZG) wird die Zahl der Pfl egebedürftigen

bis zum Jahr 2060 deutlich ansteigen. Die Prognosen

schwanken von 2,64 bis 7 Millionen, wobei eine Verdopplung

von derzeit 2 auf 4 Million am Wahrscheinlichsten ist.

In der Studie werden, auf der Grundlage der vom Statistischen

Bundesamt berechneten Bevölkerungsprognosen, verschie-

dene Szenarien untersucht, ob in Zukunft eher mit einer Ab- oder

Zunahme der Pfl egewahrscheinlichkeit zu rechnen ist.

Links zur Studie »Älter gleich kränker? Auswirkungen der Zugewinns

an Lebenserwartung auf die Pfl egewahrscheinlichkeit«:

www.vwl.uni-freiburg.de/fakultaet/fi wiI/publikationen/201.

pdf

Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 15


Informationen

PARITÄTISCHE Pflegedienste beteiligen sich

an Umsetzung der Pflegecharta

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und

Jugend (BMFSJ) hat am 1. Oktober 2008 durch die Leitstelle

Altenpfl ege beim Deutschen Zentrum für Altersfragen(DZA)

das neue Bundesmodellprojekt zur »Umsetzung der Pfl ege-

Charta in der ambulanten Altenpfl ege«- Anwendung und

Erprobung innovativer Instrumente für mehr Transparenz

von Grundwerteorientierung in der Altenpfl ege - mit

10 Einrichtungen bundesweit gestartet. Aus Sachsen-Anhalt

sind zwei Pfl egedienste der Qualitätsgemeinschaft Pfl ege

(QGPf) beteiligt.

Zum Projektstart in Berlin waren aus Sachsen-Anhalt vertreten,

Herr Jochen Rechtenbach (Geschäftsführer der Volkssolidarität

Regionalverband Magdeburg/Jerichower Land), Frau Brigitte

Gotzel (Leitende Pfl egefachkraft der Magdeburger Sozialstation

der Volkssolidarität). Des Weiteren waren vertreten Frau Edita

Hofmeister (Leiterin der PARITÄTISCHEN Sozialstation Egeln) sowie

Frau Dagmar Viereckel (Qualitätsbeauftragte der Sozialstation

Egeln) und Frau Carola Lau (Beauftragte der QGPf).

Das Bundesministerium für Familie, Senioren‚ Frauen und Jugend

befördert derzeit mit verschiedenen Maßnahmen den Bekanntmachungs-

und Umsetzungsprozess der Charta der Rechte

hilfe- und pfl egebedürftiger Menschen in der Altenhilfe. Mit den

- insbesondere seit Januar 2007 – durchgeführten Maßnahmen

werden laut BMFSFJ (vgl. u.a. www.pfl ege-charta.de) folgende

Ziele verfolgt: Erstens soll die Charta in Deutschland eine weite

Verbreitung fi nden und bei Akteuren im Bereich Pfl ege sowie

bei Bürgerinnen und Bürgern bekannt sein. Und zweitens soll

16 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale

Ansprechpartnerin:

Carola Lau

Beauftragte der Qualitätsgemeinschaft »Pfl ege«

Tel.: 0391 / 6293510 • clau@mdlv.paritaet.org

die Charta Grundlage für das Handeln in Pfl egekonstellationen,

insbesondere in Einrichtungen der ambulanten und stationären

Pfl ege aber auch in weiteren verantwortlichen Bereichen,

werden.

Die QGPf eröff nete im Juni 2008 zu Ihrer Fachtagung in

Wernigerode die Diskussion mit der Charta. Frau Daniela

Sulmann von der Leitstelle Altenpfl ege präsentierte die Ergebnisse

des Projektes Pfl ege-Charta im stationären Bereich.

Die Mitglieder der QGPf signalisierten schon in Wernigerode,

wenn das BMFSJ ein Projekt Charta ambulant fi nanziert, besteht

die Bereitschaft zu Beteiligung.

Um den Praxistransfer der Pfl ege-Charta zu befördern, wird Konkret

Consult Ruhr von Oktober 2008 bis September 2009 gemeinsam

mit den zehn Einrichtungen der ambulanten Altenhilfe

verschiedener Trägerschaft, begleitet durch die Leitstelle Altenpfl

ege, die im Deutschen Zentrum für Altersfragen angesiedelt

ist, im Rahmen eines Benchmarkingkreises an Möglichkeiten

der Verankerung der Charta in Qualitätsmanagementsystemen

ambulanter Pfl egedienste arbeiten. Dabei soll an den Ergebnissen

und Erfahrungen aus einem erfolgreichen Praxisprojekt mit

stationären Einrichtungen angeknüpft werden.

Die wichtigsten Produkte des bereits durchgeführten

Projektes sind:

» ein Leitfaden zur Selbstevaluation auf Grundlage

der Pfl ege-Charta

» Erhebungs- und Beobachtungskonzepte zur Sensibilisierung

der Mitarbeiterschaft für die Perspektiven der Bewohnerinnen

und Bewohner

» Sammlung von »guten Praxisbeispielen« im Sinne der

Charta

» Initiativen und Maßnahmen wie Theaterstücke, Plakataktionen

und Fotoausstellungen.

Die Produkte sollen auf Anwendbarkeit in ambulanten

Diensten hin untersucht und nötigenfalls verändert werden.

Darüber hinaus sollen den Bedingungen ambulanter Dienste

entsprechende Anwendungsmöglichkeiten der Charta

entwickelt und erprobt werden.

Zielsetzung des Projekts

Es sollen Möglichkeiten und Probleme der Umsetzung der

Pfl ege-Charta in ambulanten Diensten erarbeitet und aufgezeigt

werden – dabei soll auch vor dem Hintergrund der Ergebnisse

des Praxisprojekts mit stationären Pfl egeeinrichtungen, ein Fokus

insbesondere auf die Einführung und die Wirksamkeit der Pfl ege-

Charta bei den berufl ich Pfl egenden gesetzt werden. Die beiden

beteiligten Pfl egedienste aus der Mitgliedschaft der QGPf

werden immer zeitnah in der QGPf im Jahr 2009 berichten.


Ansprechpartnerin:

Antje Ludwig

Referentin Vorstand / Geschäftsführung

Bundeskoordinatorin Jugendsozialarbeit

Tel.: 0391 / 6293505 • aludwig@mdlv.paritaet.org

»Zwischen den Stühlen« - Bundesweite Fachtagung

im November 2008 macht Schnittstellen deutlich

Über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem gesamten

Bundesgebiet waren sich am Ende der Fachtagung in Halle/

Saale einig: die Jugendhilfe muss sich wieder verstärkt für die

berufl iche und soziale Integration benachteiligter Jugendlicher

verantwortlich fühlen.

Die bewährten Angebote der Jugendsozialarbeit sind insbesondere

für junge Menschen, die aufgrund von besonders belasteten

Lebenssituationen, Suchtgefährdung, Wohnungslosigkeit,

Lernschwächen und psychischen Störungen auch weiterhin

dringend erforderlich. Obwohl sie als erwerbsfähig gelten, werden

diese Jugendlichen oftmals durch die zuständigen Träger

der Grundsicherung nicht oder nicht mehr erreicht. Sie benötigen

in einem viel höheren Maße sozialpädagogische Angebote

und Förderung, die weit über die Leistungsangeboten von Fallmanagern

und persönlichen Ansprechpartnern in ARGEN und

Eigenbetrieben der Optionskommunen hinausgehen.

Erforderlich sind verbindliche Kooperationen zwischen freien und

öff entlichen Trägern der Jugendhilfe und Trägern der Grundsicherung

nach SGB II und Eingliederungshilfe. Trotz unterschiedlicher

gesetzlicher Zielstellungen und Denkansätze müssen im

Sinne von »Arbeitsbündnissen« maßgeschneiderte Angebote

für diese Jugendliche entwickelt. Grundlage hierfür können

gemeinsame Fallkonferenzen oder Konzeptentwicklungen sein,

die an der Schnittstelle von SGB II und SGB VIII angesiedelt sind.

Der »theoretische gesetzliche Rahmen« und der tatsächliche

Informationen

»fachliche Bedarf« bedürfen kreativer Ausgestaltung,

unabhängig von einem versäulten

Hilfesystem - dies betonte der Leitende

Richter am Verwaltungsgericht Hamburg,

Christian Grube, in seinem Einführungsreferat.

Er forderte die Teilnehmer auf, sich

für die Betroff enen stark zu machen und

sie bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche

zu unterstützen.

Die Teamleiterin U-25 der ARGE Standal, Stephanie

Mertens, stellte in ihrem Statement

den konkreten Auftrag des Fallmanagements

und dessen gesetzlichen Rahmen

vor. Sie machte deutlich, dass der Ansatz

des »Förderns und Forderns« und der klare

Handlungsrahmen der Fallmanager im SGB

II keinesfalls sozialpädagogische Angebote

freier Träger überfl üssig macht. Stattdessen

stellte sie Kooperationsprojekte zwischen

ARGE, Jugendhilfe und freien Trägern vor.

Ein besonderer Focus wurde auf Jugendliche

mit Behinderung und deren Chance auf Integration in Arbeit

gelegt. Der vorgestellte Gesetzentwurf zur »Unterstützten Beschäftigung«

eröff net für diese Zielgruppe neue Perspektiven.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden auch konkrete Projekte zur

berufl ichen und sozialen Integration gefährdeter Jugendlicher

(Fachwerk, Jugendwerk Rolandmühle) und zur berufl icher Orientierung

erwerbsfähiger, aber nicht ausbildungsreifer Jugendlicher

mit Behinderung (Miteinander leben, Pforzheim) vorgestellt.

Ergänzend wurde das Beratungsangebot zur »Entwicklung persönlicher

Perspektiven junger Mütter« erläutert, das vom PARITÄ-

TISCHEN Beratungszentrum Wernigerode im Auftrag der KOBA

(Eigenbetrieb der Optionskommune) entwickelt wurde.

Die Beiträge und Präsentationen zum Download fi nden Sie unter

www.paritaet-lsa.de/Fachinfos/Bildung und Ausbildung

Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 17


Informationen

Richtlinienänderung

beim Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA)

Der Vorstand des Kuratoriums Deutsche Altershilfe hat in

seiner letzten Sitzung eine Änderung der bisherigen Förderschwerpunkte

beschlossen. Ein Entwurf der neuen Richtlinie

liegt dem PARITÄTISCHEN bereits vor.

Die neuen Richtlinien sehen den Wegfall der bisherigen

Förderpunkte

» Stationärer Mittagstisch,

» Mobiler Hilfsdienst sowie

» Fort- und Weiterbildung vor.

Außerdem entfällt die Förderung der Altenerholung.

Im Gegenzug werden als neue Förderpunkte die Umsetzung von

Quartierskonzepten und die Umsetzung von Hilfen von älteren

Menschen für ältere Menschen eingeführt sowie die bisherigen

Schwerpunkte im Rahmen der speziellen Qualifi zierungsmaßnahmen

ausgeweitet.

Stiftungsmittel erfolgreich eingeworben

Im Jahr 2008 konnten die Mitgliedsorganisationen des PARI-

TÄTISCHEN mehr als 2 Millionen Euro aus Mitteln des Deutschen

Hilfswerkes (DHW) einwerben.

Alle beim Landesverband eingereichten und bearbeiteten Anträge

wurden durch die Stiftung positiv beschieden und können jetzt

realisiert werden. Dies ist insofern ein beachtliches Ergebnis, da

der Gesamtumsatz der Stiftung u. a. aufgrund von Einschränkungen

in der Lotteriewerbung durch den neuen Lotteriestaatsvertrag

rückläufi g und gleichzeitig die Zahl der Anträge deutlich

angestiegen ist, so dass bundesweit nur ca. jeder zweite Antrag

bewilligt werden konnte.

Das Deutsche Hilfswerk fördert Maßnahmen und Projekte der

Altenhilfe sowie Maßnahmen und Projekte für Menschen, die auf

Grund ihrer speziellen gesundheitlichen und sozialen Situation

der Hilfe bedürfen. Zunehmend engagiert sich die Stiftung auch

in der Kinder- und Jugendhilfe.

18 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale

Ansprechpartnerin:

Sabine Mantei

Referentin Fördermittel

Tel.: 0391 / 6293304 • smantei@mdlv.paritaet.org

Vor dem Hintergrund, dass die Mitgliedsorganisationen des

PARITÄTISCHEN vorwiegend die jetzt wegfallenden Fördermöglichkeiten

genutzt haben, um neue Angebote und Dienste

im Bereich der ambulanten Altenhilfe aufzubauen, hat sich der

PARITÄTISCHE mehrfach um eine Beibehaltung der bisherigen

Förderschwerpunkte bemüht. Hierzu konnte keine Einigung

erreicht werden.

In den Gesprächen mit dem KDA konnte jedoch erwirkt werden,

dass die Einführung der neuen Richtlinie – nicht wie ursprünglich

vorgesehen – zum 01. Januar 2009 – sondern erst mit Jahresbeginn

2010 erfolgen wird. Das heißt, zu den Antragsfristen

15. Februar, 15. Mai und letztmalig 15. August 2009 ist eine

Antragstellung entsprechend der bisherigen Richtlinie möglich.

Mit der Antragsfrist zum 15. November 2009 tritt dann die neue

Richtlinie in Kraft.

Sobald die neue Richtlinie veröff entlicht ist, wird Ihnen diese auf

der Homepage www.paritaet-lsa.de zur Verfügung gestellt.

Zu den im Jahr 2008 geförderten 22 Projekten gehören

u. a.:

» die Gestaltung des Außengeländes eines Kinder- und Jugendhauses,

» der Bau einer Wohngemeinschaft und Begegnungsstätte für

alte Menschen,

» der Neubau eines Wohnhauses für alt gewordene Menschen

mit Behinderungen,

» die Ausstattung einer Tagespfl ege,

» die Gestaltung einer Sinnesoase für alt gewordene Menschen,

» sowie die Umsetzung des Projektes „Mobile Seniorenbetreuung

im ländlichen Raum“.

Bei Interesse an einer Antragstellung bitten wir um Vorabsprache

mit dem Referat Fördermittel.


Ansprechpartnerin:

Antje Ludwig

Referentin Vorstand / Geschäftsführung

Bundeskoordinatorin Jugendsozialarbeit

Tel.: 0391 / 6293505 • aludwig@mdlv.paritaet.org

Informationen

Ziel verfehlt: Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen

Instrumente bedeutet keine wirkliche Verbesserung

Trotz massiver Proteste der Freien Wohlfahrtspfl ege und des

Deutschen Vereins auf der Bundesebene ist das Gesetz zur

Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente

im SGB II und III zum 1. Januar 2009 in Kraft getreten. Ziel

war, die Vielzahl der Einzelinstrumente zusammenzufassen

und zu straff en. Damit soll die Arbeitsvermittlung verbessert,

die Eingliederungschancen erhöht und der dezentrale

Handlungsspielraum in der Arbeitsmarktförderung gestärkt

werden. Das Anliegen der Bundesregierung, durch die Neuausrichtung

der Instrumente zu mehr Übersichtlichkeit, Eindeutigkeit

und Effi zienz auf dem Arbeitsmarkt beizutragen,

wird aus Sicht des PARITÄTISCHEN nicht erreicht.

Die Förderung benachteiligter und arbeitsmarktferner junger

Menschen wird zukünftig in wesentlichen Punkten weder einfacher

noch passgenauer erfolgen. Dazu können weder die neuen

»Maßnahmen zur Aktivierung« noch der Wegfall der „Sonstigen

weiteren Leistungen“ und die »Streichung von ABM für ALG-II

Empfänger« beitragen. Im Gegenteil: die durchgängige Anwendung

des Vergaberechts bzw. der Ausschreibungspfl icht der Instrumente

des SGB III wird dazu führen, dass gerade kleinere Träger

nicht mehr in der Lage sein werden, diese Eingliederungsleistungen

in ihren Einrichtungen anzubieten. Auch der Rechtsanspruch

auf Förderung zur Erlangung eines Hauptschulabschlusses wird

nicht den erhoff ten Eff ekt bringen. Grundsätzlich ist das Anliegen

zu begrüßen, jedoch ist für Jugendliche diese Förderung

ausschließlich im Rahmen einer sog. »Berufsvorbereitenden

Bildungsmaßnahme – BvB« möglich. Für besonders benachteiligte

und bildungsferne Jugendliche sind jedoch die modularisierten

BvB-Maßnahmen zu hochschwellig, weil sie eine hohe

Motivation voraussetzen.

Die wichtigsten Regelungen im Überblick:

Potenzialanalyse und Eingliederungsvereinbarung §

37 SGB III neu

Nach den Neuregelungen soll nun eine Potentialanalyse

(vormals ein Profi ling/Assessment) zur Grundlage einer Eingliederungsvereinbarung

gemacht werden.

Einführung eines Vermittlungsbudgets § 45 SGB III

neu

Im Vermittlungsbudget sollen Leistungen zusammengefasst

werden, die bislang in Einzelvorschriften geregelt sind und

die Arbeitsaufnahme durch verschiedene Mobilitätshilfen

unterstützen helfen (z.B. Zuschüssen zu Bewerbungskosten,

Fahrtkosten, Vorstellungsgespräche usw.)

Maßnahmen zur Aktivierung und berufl ichen Eingliederung

§ 46 SGB III neu

Verschiedene Maßnahmen wie: die Beauftragung Dritter

mit der Vermittlung (§37), die Personalserviceagenturen

(§37c), die Trainingsmaßnahmen (§48), die Beauftragung

von Trägern mit Eingliederungsmaßnahmen (§421) und die

Aktivierungshilfen (§241 Abs. 3a) werden gestrichen und

zu einem neuen Instrument »Maßnahmen zur Aktivierung

und berufl ichen Eingliederung« zusammengefasst werden

- Ausschreibungspfl icht.

Einführung des Rechtsanspruchs auf Vorbereitung auf

einen Hauptschulabschluss ausschließlich im Rahmen

einer Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB)

§ 61a SGB III neu, § 77 SGB III

Wegfall der sonstigen weiteren Leistungen (SWL)

Die sonstigen weiteren Leistungen – bis dato unter § 16.2. SGB

II- soll es nicht mehr geben. Als Ersatz sind die neuen »Maßnahmen

zur Aktivierung und berufl ichen Eingliederung« (§

16 SGB II i.V.m. § 46 neu SGB III, das neue Vermittlungsbudget

und die neue »Freie Förderung« gedacht.

Freie Förderung gem. § 16f SGB II neu

Im Rechtskreis des SGB II können die Agenturen für Arbeit

10% der auf sie entfallenden Eingliederungsmittel nutzen,

um freie Leistungen zur Eingliederung (im Sinne eines Experimentiertopfes)

zu erbringen.

Abschaff ung von Förderung der Arbeitsbeschaff ungsmaßnahme

(ABM) für Arbeitslose im Rahmen des SGB II,

Abschaff ung der Arbeitslosenversicherung der Arbeitsgelegenheiten

in der Entgeltvariante, § 16d SGB II neu,

§ 27 SGB III neu

Ungeklärt ist nach wie vor die »Neuorganisation des SGB II« nach

dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, welches das Modell

der ARGEN für verfassungswidrig erklärt hat.

Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 19


Informationen

Ambulante Pflege:

Lebensaltersstufen im Vergütungssystem

Die Pfl egereform kann nur dann die ambulante Versorgung

wirksam stärken, wenn bei den Sozialstationen und Pfl egediensten

eine angemessene Vergütung der Leistung sichergestellt

wird.

Der PARITÄTISCHE hat mit seinen Mitgliedsorganisationen

einen Alternativvorschlag zur derzeitigen Vergütungssystematik

in der ambulanten Pfl ege entwickelt.

Auf die Auftaktveranstaltung Fachtag und Symposium »Ambulante

Pfl ege-Anforderungen und Chancen des Pfl ege-Weiterentwicklungsgesetzes«

im Juli 2008 folgten weitere Symposien, um

sich den zentralen Themen zur Struktur, Vergütung und Perspektive

der ambulanten Pfl ege u. a. im Erfahrungsaustausch gemeinsam

zu widmen. Wir mussten feststellen, dass neben der stetigen

Weiterentwicklung und den neuen Angeboten in der ambulanten

Versorgung die Vergütung der in der ambulanter Pfl ege nach

SGB XI in Sachsen-Anhalt erbrachten Leistungen unzureichend ist.

Insbesondere das Fehlen einer »Einsatz- oder Wegepauschale«

wird angesichts steigender Fahrtkosten und der Versorgung im

ländlichen Raum immer problematischer.

Realistisch muss jedoch auch festgestellt werden, dass die Pfl egedienste

in Sachsen-Anhalt sehr unterschiedliche Punktwerte

in einer großen Bandbreite vereinbart haben (Grundlage für

die Kosten einzelner Leistungen). Die Analyse der Struktur und

aktuellen Vergütung der Pfl egedienste zeigt, dass nur rund 55%

der Pfl egedienste den aktuellen Punktwert von 0,038 Euro in der

Vereinbarung angestrebt haben (s. Tabelle rechts).

Dessen ungeachtet gilt es, die kleinen Schritte der Pfl egereform

zur Stärkung der ambulanten Pfl ege auch tatsächlich umzusetzen.

Allgemeiner Konsens besteht daher darin, dass hinsichtlich

der Vergütung ein sehr großer Handlungsbedarf besteht.

Zudem ergeben sich aus dem Pfl ege-Weiterentwicklungsgesetz

und dem zum Jahresende auslaufenden Abstimmung zum Rahmen

der Vergütung der ambulanten Pfl ege tatsächliche Handlungsoptionen,

die u.a. zu einer Verbesserung der ambulanten

Vergütung führen müssen. Vor diesem Hintergrund wurden im

Verband Ansätze und Ideen diskutiert und konkrete Vorschläge

erarbeitet.

Darauf aufbauend hat der PARITÄTISCHE zusammen mit Mitgliedsorganisation

einen Lösungsvorschlag und Umsetzungsweg

für die Verhandlungen »ambulant SGB XI« erarbeitet. Ziel

dieser Arbeit war es, eine Alternative zur reinen und möglicherweise

nur geringfügigen Punktwerterhöhung zu schaff en und

zugleich einen Lösungsweg für das Problem der Fahrtkosten

aufzuzeigen.

Ausgangspunkt dieser Vorschläge ist die Vereinbarung einer

gesonderten »Einsatzpauschale« als Fahrkostenanteil für Wegezeit

und Verbrauchskosten. Zudem sollte die Berechnung der

Preise der Leistungskomplexe auf Basis von Zeitwerte für die

20 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale

einzelnen Leistungskomplexe bzw. Komplexbereiche und eines

kalkulierten Stundenverrechnungssatzes erfolgen (Alternative

zu abstrakten Punktwerten). Wobei es dann erforderlich war

die Zeitwerte für die Leistungskomplexe neu festzulegen. Diese

fachlich-konzeptionelle Grundlagenarbeit des PARITÄTISCHEN

wurde zur weiteren Erörterung an die anderen Wohlfahrtsverbände

der LIGA übersandt. Ziel war die Weiterentwicklung zu einer

gemeinsamen Verhandlungsposition »ambulante Pfl ege SGB XI«.

Wahrscheinlich aufgrund einer noch nicht so fortgeschrittenen

Problemwahrnehmung soll jedoch mehrheitlich als LIGA derzeit

nur eine Punktwerterhöhung und Einsatzpauschale angestrebt

werden. Dessen ungeachtet zeigt unsere Grundlagenarbeit einen

wichtigen Weg in die Zukunft einer quartierbezogenen ambulanten

Versorgung auf, den es weiterzuentwickeln gilt.

Die Verbände sind in die Verhandlungen mit den Forderungen

Anpassung des Pfl egeeinsatzes nach § 37 Abs. 3 SGB XI

an die neuen Höchstbeträge, Erhöhung des Punktwertes

auf 0,042 €/Punkt, Anpassung der Leistungskomplexe und

Einführung einer Einsatzpauschale analog SGB V eingetreten.

Nach intensiver Diskussion konnten für 2009 folgende

Verhandlungsergebnisse erzielt werden:

1. ab dem 01.01.2009

- Anpassung des Pfl egeeinsatzes nach § 37 Abs. 3 SGB XI

an die neuen Höchst-beträge (Pfl egestufe 0,I, II = 21 €;

Pfl egestufe III = 31 €),

- Erhöhung des Punktwertes auf 0,039 €/Punkt,

2. im laufenden Jahr 2009

- Anpassung der Leistungskomplexe

- Einführung einer Einsatzpauschale.

Ansprechpartner:

Dr. Oliver Zobel

Grundsatzreferent Altenhilfe

Tel.: 0391 / 6293336 • ozobel@mdlv.paritaet.org

Die Punktwerterhöhung für 2009 war der erste Teil des Weges.

Der zweite Teil ist die Anpassung der Leistungskomplexe und

die Einsatzpauschale unter Berücksichtigung der derzeit

laufenden Gesetzesdebatte zum Mindestlohn. Der PARITÄ-

TISCHE stimmt der Einführung eines Mindestlohnes zu, damit

den Beschäftigten in der Alten- und Krankenpfl ege ein Mindestmaß

an materieller Anerkennung entgegen gebracht

wird und den bisher bestehenden Wettbewerbsnachteile

gegenüber privaten Anbietern entgegenzuwirken.

Voraussetzung ist allerdings, dass die Kassen die erhöhten

Personalkosten gegenfi nanzieren.


Siegfried Hutsch

Grundsatzreferent Kinder- und Jugendhilfe

Tel.: 0391 / 6293540 • shutsch@mdlv.paritaet.org

Erziehungshilfen - Mehr als Netz und doppelter Boden

»Gemeinsam Perspektiven schaffen!«

So der Titel der Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft

für Erzieherische Hilfen, die in Kooperation mit

dem PARITÄTISCHEN Sachsen-Anhalt, dem Jugendamt

Magdeburg und der Fachhochschule Magdeburg-Stendal

vom 10. bis 12. September 2008 durchgeführt wurde.

Insgesamt 400 Teilnehmende aus dem gesamten Bundesgebiet

waren aus dem Arbeitsfeld der Erzieherischen Hilfen – Tagesgruppenarbeit,

Heimerziehung, Betreute Wohnformen, Ambulante

Hilfen usw. – für drei Tage zu Gast auf dem Campus der Fachhochschule

und in Magdeburg.

Die Jahrestagungen der Internationalen Gesellschaft für Erzieherische

Hilfen – IGFH – fi nden im Abstand von drei Jahren statt.

Das diesjährige Programm umfasste sehr spannende Vorträge

unter anderem von Frau Heide Simonis und von Prof. Dr. Peter

Schruth, der das Thema Rechte von Kindern, Jugendlichen

und Familien sowie deren Verwirklichung im Abschlussvortrag

einbrachte. Darüber hinaus waren ca. 30 Workshops zu fachlichen

Fragen in vier Foren angelegt, wie z.B. Partizipation und

Demokratisierung, Qualität und Qualifi zierung, Kooperation

und Vernetzung sowie Rahmenbedingungen und Steuerung.

Ein wesentliches Ziel der Jahrestagungen besteht darin, die in

einer Region und/ oder in einem Bundesland bestehenden Formen

von Jugendhilfe in das Tagungsgeschehen einzubeziehen.

Der zweite Veranstaltungstag war für die Teilnehmenden mit

Exkursionen zu Jugendhilfeangeboten in der Stadt Magdeburg

verbunden und einer „Praxismesse“. Die Exkursionsstandorte in

Magdeburg umfassten die Angebote des Jugendhilfeträgers

Soziabell in der Schenkendorff straße, das Wohnprojekt Anna

oder die Integrative Frühförderstelle des Jugendamtes Magdeburg

und einen Stadtrundgang unter dem Motto: Magdeburg –

Aus Sicht von Kindern!!. An der Praxismesse präsentierten sich 14

Jugendhilfeträger u.a. Rückenwind e.V. Schönebeck, der Deutsche

Kinderschutzbund, Pro-Mann Beratung für Jungen und Männer,

die Roland-Mühle aus Burg sowie der Erziehungshilfeverbund

Altmark des Paritätischen Sozialwerks Kinder- und Jugendhilfe,

um nur einige zu nennen.

Einen wesentlichen Schwerpunkt bildeten die Diskussionsforen

von Partizipation und Demokratisierung. Deutlich wurde dies bei

der Umsetzung der Hilfeplanverfahren, im Alltag von erzieherischen

Hilfen und deren Gewährung sowie in der Zusammenarbeit

mit Familien in schwierigen Lebenssituationen. Der Ansatz des

»Empowerment« von Herrn Prof.Dr. Armbruster und des Familienhauses

Magdeburg e.V. mit dem Titel »MD-Powerment« zeigte in

welcher Form neue Zugänge einerseits und Beteiligungsformen

andererseits methodisch eingesetzt werden. Überaus interessant

war das sogenannte »sozialpolitische Forum« mit Beteiligung

Positionen

von Dr.Gabriele Girke, Landesgeschäftsführerin des PARITÄTI-

SCHEN, Beate Bröker, Sozialdezernentin der Stadt Magdeburg,

Frau Dr. Teuber, wissenschaftliches Institut der SOS-Kinderdörfer,

Vertretern von ATTAC Deutschland und anderen Personen aus

dem wissenschaftlichen und politischen Bereich. Sehr deutlich

haben die Beteiligten herausgearbeitet, dass die demografi sche

Entwicklung – Rückgang der Geburtenzahlen, Abwanderung –

und die hohe Zahl von Armutslagen bei Kindern, Jugendlichen

und Familien, insbesondere im Osten Deutschlands, enorme Risikopotenziale

für die Zukunft darstellen. Die Inanspruchnahme von

Leistungen in den erzieherischen Hilfen ist bundesweit gestiegen.

Feststellbar ist, dass ein Bevölkerungsrückgang nicht mit einem

geringeren Aufwand an Leistungen und Hilfen für Kinder und

Familien einhergeht. Vielmehr ist von einer Intensivierung von

Leistungen auszugehen. Beobachtet wird auch, dass Jugendliche

mit 18 Jahren, denen Hilfen nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz

zu stehen, immer mehr aus diesen Leistungen herausgelöst

werden. Hilfen werden eingestellt oder frühzeitig beendet.

Der Übergang aus dem Schulleben in den Arbeitsalltag wird für

diese Gruppe somit immer schwieriger. Eine Spirale mit negativen

Folgen für die Gesellschaft wird in Bewegung gesetzt und

junge Menschen werden so an der sozialen Teilhabe gehindert.

Die daraus resultierenden Konsequenzen und Handlungen hat

die IGFH in der Magdeburger Erklärung unter www.igfh.de für

jeden abrufbar aufbereitet.

Hier einige Schwerpunkte daraus:

1. Die im professionellen Feld der Hilfen zur Erziehung erreichten

Standards müssen gesichert und ausgebaut werden.

2. Die IGFH fordert und unterstützt die weitere Qualifi zierung

der erzieherischen Hilfen.

3. Keiner darf zurückgelassen werden! Das heißt auch

geschlechtsspezifi sche Problemlange beachten.

4. Beteiligung und Rechte von Kindern, Jugendlichen und

Familien in der Praxis stärker zu berücksichtigen und zu

verankern.

Deutlich ist in diesen drei Tagen geworden, dass die erzieherischen

Hilfen einen wichtigen Stellenwert zur Bekämpfung von

Armuts- und Risikolagen besitzen und auch leisten, der aber

durch die fi nanziellen Belastungen der öff entlichen Haushalte

einer besonderen Lobbyarbeit und Unterstützung bedarf.

In Gesprächen und Diskussionen wurde sehr schnell deutlich,

wie positiv überrascht die Teilnehmenden über die Vielfalt der

Angebote und Leistungen der Hilfen und bestehenden Netzwerke

in Magdeburg und Sachsen-Anhalt waren.

Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 21


Positionen

Wie aus einem geplanten Kinderschutzgesetz Sachsen-Anhalt

ein Gesetz zur Förderung der frühkindlichen Bildung wurde ...

Zu Ende des vergangenen Jahres haben sich die Ereignisse

um das Kinderschutzgesetz Sachsen-Anhalt fast täglich

verändert. Das Kinderschutzgesetz Sachsen-Anhalt, kurz

KiSchuG genannt, sollte noch 2008 im Landtag verabschiedet

werden. In Sachsen-Anhalt wollte man ein Kinderschutzgesetz,

das bundesweit einen besonderen Stellenwert darstellen

sollte.

Zwei Kernstücke im Gesetz waren von besonderer Bedeutung:

1. Die Förderung der Kindergesundheit, durch die Steigerung

der Inanspruchnahme der Untersuchungsangebote zur Früherkennung

von Krankheiten (Früherkennungsuntersuchungen)

bei Kindern und

2. die Früherkennung von Risiken für das Kindeswohl und die

konsequente Sicherstellung der erforderlichen Hilfen durch

eine Vernetzung der Jugendhilfe mit anderen dem Kinderschutz

und der Familienhilfe dienenden Einrichtungen, Institutionen

und Behörden.

Unter diesen Zielvorgaben wurden folgende

Veränderungen angedacht:

» Gründung von lokalen Netzwerken Kinder- und Jugendschutz

mit interdisziplinärer Beteiligung (z.B. Kinderärzte,

Schulen, Kindertagesstätten, Schulpsychologen, Familiengerichte,

Polizei, usw.)

» Ausbau und Entwicklung von präventiven Angeboten zur

Bildung, Beratung und Unterstützung von Familien.

» Einrichtung und Aufgaben einer zentralen Früherkennungsstelle

Soweit zunächst ein allgemeiner Teil. In der Praxis von Kindertagesstätten

waren folgende Auswirkungen angedacht:

» in jeder Kindertagesstätte soll eine Fachkraft zur sogenannten

Kinderschutzfachkraft qualifi ziert werden.

» m vorletzten Jahr vor der Einschulung sollen Kindertagesstätten

den Sprachstand von Kindern feststellen und soweit

erforderlich, Sprachförderung durchführen.

Wie oben bereits angedeutet, gab es eine andere Entwicklung.

Die zwei Kernstücke - zentrale Früherkennungsstelle und lokale

Netzwerke - wurden in der Form nicht angenommen. So entstand

aus dem »Kinderschutzgesetz« das Gesetz zur Förderung der

frühkindlichen Bildung. Dieses Gesetz ist zum 1. Januar 2009

in Kraft getreten. Welche Begründungen gab es für die Veränderungen?

22 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale

1. Datenschutz

Aus datenschutzrechtlicher Sicht wurde die zentrale Erfassung

der Daten von Kindern und Personensorgeberechtigten in einer

zentralen Früherkennungsstelle kritisiert. Eltern, so die Argumente,

die die sogenannten U-Untersuchungen für ihre Kinder

nicht bei einem Kinderarzt sondern z.B. bei einem Heilpraktiker

durchführen lassen oder nicht in einer besonderen Frist vornehmen

lassen, erhalten einen Brief zur Vorstellung des Kindes beim

Kinderarzt und wenn dies wiederum nicht in einer gewissen zeitlichen

Frist geschieht, erhalten sie Besuch von Mitarbeitern des

Jugendamtes. Die daraus entstehende Form der Stigmatisierung

war Gegenstand der Kritik der Beschwerdeführer.

2. Kostengründe bei kreisfreien Städten und Landkreisen

Mit der Einführung von sogenannten lokalen Netzwerken wären,

so die Kritik, Personalkosten auf die kreisfreien Städte und Landkreise

zugekommen, die vom Land nicht anteilig fi nanziert wurden.

Interdisziplinäre lokale Netzwerke, dies zeigt die Praxis der

präventiven und intervenierenden Arbeit im Kinderschutz sehr

deutlich, sind sehr wirksam und erfordern koordinierende, prozessorientierte

Abstimmungen. Dies kann nur durch handelnde

Personen vor Ort geleistet werden. Insofern ist es mehr als schade,

dass genau dieser Part in Sachsen-Anhalt nicht Bestandteil des

Gesetzes wurde. Nun ist auf lokaler Ebene zu beobachten, dass

sich Verantwortliche – Kinderärzte, Gynäkologen, Jugendhilfeträger,

Beratungsstellen Jugendamt, usw. – vor Ort vernetzen

wollen. Dies wird z.B. in Halberstadt praktiziert. Der Arbeitskreis

»Kinder in Not! Wer kann helfen?« etabliert gerade ein solches

Netzwerk.

Mit der Einführung des Gesetzes zur Förderung der frühkindlichen

Bildung will das Land Sachsen-Anhalt an der Intention der

frühen Hilfen weiterhin ansetzen. Finanzielle Unterstützungen für

Kindertagesstätten zur Vor- und Nachbereitung sowie zur Qualifi

zierung sind im Gesetz festgeschrieben. Das ist sehr lobenswert.

Die Fachpraxis in den Kindertagesstätten wünscht sich generell

eine strukturelle Verbesserung der Betreuungsschlüssel Anzahl

Kinder zu Pädagogen, um die stetig steigenden Anforderungen

gut bewältigen zu können.


Evelin Nitsch-Boek

Grundsatzreferent Behindertenhilfe

Tel.: 0391 / 6293533 • enitschboek@mdlv.paritaet.org

Positionen

»Perspektivwechsel in der Behindertenhilfe: Was für (neue)

Hilfen brauchen alt gewordene Menschen mit Behinderung?«

Die Fachtagung am 28.November im Magdeburger Roncalli-

Haus wurde mit appellierenden Worten unseres Landesbehindertenbeauftragten,

Herrn Maerevoet, eröff net: Er fordert

ein rapides Umdenken in menschlicher und fi nanzieller Hinsicht.

Die zahlenmäßige Abnahme der Gesamtbevölkerung

wird trotz einer prozentualen Zunahme alter Menschen in

unserem Bundesland kaum eine Diskussion um den Ausbau

stationärer Plätze zulassen. Er fordert Strukturen, welche ein

selbstbestimmtes Leben bei der Beibehaltung der privaten

Wohnungen auch im höheren Lebensalter ermöglichen. Er

fordert die Abschaff ung der Separierungen. Herr Reckers, Leiter

der Abteilung 3 im Sozialministerium, unterstrich diese

Position am Nachmittag in der Podiumsdiskussion.

Wie sehr wünsche ich mir, dass auch die Vertreter des Landes, die

nun die Träger als Hilfeanbieter allein für ihre gewisse Schwerfälligkeit,

ihre Unfl exibilität, ihre »Trägerinteressen« an den Pranger

stellen, sich die Geschichte der »Enthospitalisierung« in Sachsen-

Anhalt selbstkritisch in Erinnerung rufen würden… Alle müssen

den Paradigmenwechsel in der Behindertenhilfe mit gestalten,

nicht nur die Anbieter! Es reicht eben nicht in der Rolle des Landes

zu appellieren, ohne wirkliche Wege des Paradigmenwechsels in

der Fachplanung für Sachsen-Anhalt aufzuzeigen. Wir brauchen

auch eine Verbindung zu demographischen Fakten, wie im Beitrag

der LIGA »Szenario 2025« verdeutlicht wurde. Letztlich wird

sich die Glaubwürdigkeit des eingeforderten Paradigmenwechsels

daran messen lassen müssen, wie es gelingt, alle Menschen

mit Behinderungen dabei einzubeziehen.

»Wir brauchen eine altersgerechte Behindertenhilfe und

keine behindertengerechte Altenhilfe«, wie der Tagungsreferent,

Herr Dr. Wunder, feststellte. Wie eine altersgerechte Behindertenhilfe

aussehen kann, haben uns Tagungsreferenten und

die Diskutanten in den Workshops off eriert. Diese Hilfen müssen

geplant und fi nanziert werden. Herr Reckers schlägt Modelle mit

einzelnen Trägern vor. Hier wurde wohl die Dringlichkeit einer

Reaktion auf die Altersstrukturen in den Einrichtungen nicht

erkannt! Ein Tagungsteilnehmer brachte die Stimmung im Saal

auf den Punkt: Er äußerte seine Ungeduld. Er betreut alt gewordene

Bewohnerinnen und Bewohner. und braucht sozusagen

schon morgen eine Umprofi lierung in der pädagogischen und

pfl egerischen Unterstützung! Bei mir tat sich eine gewisse Ratlosigkeit

bei dem Angebot von Herrn Reckers auf: Wie berate

ich meine Mitglieder? Es fehlt nicht den Trägern aber wohl dem

Ministerium an Konzepten - was bedeutet dies für »in die Jahre“

gekommene Menschen mit Behinderungen? Werden Träger, die

sich ihrer Verantwortung diesen Menschen gegenüber bewusst

sind, bei der Sozialagentur Gehör fi nden? Oder wartet man nun

auf der Seite des Leistungsträgers auf die Modellerprobung und

deren Ergebnis? Das wäre fatal, wie ich fi nde. In so fern wird uns

wohl nichts anderes übrig bleiben, als auch im Jahr 2009 gebetsmühlenartig

eine Planung und die Abstimmung zu konzeptionellen

Grundsatzfragen für eine altersgerechte Behindertenhilfe

auf Landesseite einzufordern!

Ich schätze ein, dass wir zeitgleich unter uns PARITÄTERN Fragen

diskutieren müssen. Die szenischen Darstellungen der Theatergruppe

»Wahre Menschen« der Behindertenwerkstatt Halle

zeigten uns humorvoll den Spiegel unseres Handelns: Wie wir

scheinbar immer wieder in Fallen tappen, ganz normale Wünsche

in Institutionen nicht erfüllen zu »können«. Es war amüsant und

nachdenklich zugleich. Die Theaterauff ührung war eine gutes

Mittel, Menschen mit Behinderung selbst zu Wort kommen zu

lassen: Wie stellen sie sich den Lebensabend wirklich vor? Die

Suche auf Antworten auf diese Frage werde ich auch gebetsmühlenartig

im Jahr 2009 einfordern. Ich kenne viele Mitstreiter und

Widersacher – so ist es nun mal bei Paradigmenwechseln. Diese

Tatsache macht mich jedenfalls nicht ratlos und ich werde die

kritische Auseinandersetzung in unseren PARITÄTISCHEN Gremien

weiter unterstützen.

Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 23


Positionen

»Leerzeiten statt Lehrzeiten«

Ausbildungschancen von Jugendlichen im SGB II

Welche Ausbildungschancen haben Jugendliche, die auf

Grundsicherung für Arbeitsuchende (Hartz IV-Leistungen)

angewiesen sind? Um dieser Frage nachzugehen, hat der

PARITÄTISCHE eine Studie beim Deutschen Jugendinstitut

in Auftrag gegeben.

Insgesamt werden rund 1 Millionen erwerbsfähige Hilfebedürftige

unter 25 Jahren von ARGEN und Optionskommunen auf ihrem

Weg in Ausbildung oder Arbeit unterstützt. Viele weisen überdurchschnittlich

starke Bildungsdefi zite auf: von den Jugendlichen

und jungen Erwachsenen im Rechtskreis des SGB II verfügen

über zwei Drittel über keinen Berufabschluss, ein Viertel hat noch

nicht einmal einen Schulabschluss. Zwar hat sich die Situation

am Ausbildungsstellenmarkt gegenüber den Vorjahren leicht

verbessert, trotzdem konnten nur 43% der Bewerberinnen und

Bewerber, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet waren,

in eine Berufsausbildung vermittelt werden. Dies hat einen deutlichen

Anstieg (52%) der sog. »Altbewerber« zur Folge. Für diese

bemühen sich die Grundsicherungsträger um eine zielgerichtete

Ausbildungsvermittlung, sind jedoch nicht immer erfolgreich,

weil den Jugendlichen die nötige Ausbildungsreife fehlt.

Je näher Jugendliche ohne Ausbildung an die Altersgrenze von

25 Jahren rücken, desto weniger wird allerdings noch versucht,

sie in eine Ausbildung zu vermitteln. Erschwerend kommt hinzu,

dass die Zuständigkeiten für Jugendliche im Bereich der Berufsvorbereitung

und Ausbildungsvermittlung (zwischen Arbeitsagenturen

und Grundsicherungsträgern) geteilt sind. Viele

Grundsicherungsträger hat die lokale Arbeitsagentur mit der

Ausbildungsvermittlung betraut, während sie selbst jedoch

die Fallverantwortung für die Jugendlichen behalten. Dies entspricht

nicht der Zielsetzung der Hartz- Reformen, Leistungen

aus einer Hand anzubieten.

Die Förderung für Jugendliche, die noch nicht ausbildungsreif

sind, ist unzureichend. Es fehlt an qualifi zierten und längerfristig

beschäftigten MitarbeiterInnen bei den Grundsicherungs-trägern.

Die Verpfl ichtung, Eingliederungsvereinbarungen abzuschließen,

wird häufi g nur formal erfüllt. Die damit verbundene individuelle

fachliche und inhaltliche Unterstützung sowie die Vereinbarung

von anrechenbaren Zielen kommen hier zu kurz.

Wesentliche Ergebnisse der Studie:

» Die von der Arbeitsagentur bereitgestellten Berufsvorbereitenden

Bildungsmaßnahmen (BvB) sind für Jugendliche mit

erheblichen Leistungsschwächen nicht bedarfsgerecht. Dies

hat häufi ge Maßnahmeabbrüche zur Folge.

» Jugendliche ohne nötige Ausbildungsreife benötigen einen

längeren Förderprozess, bei dem einzelne Förderleistungen

zielgerichtet und modular aufeinander aufgebaut werden. Eine

solche Förderkette ist fast nirgendwo vorhanden.

24 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale

Antje Ludwig

Referentin Vorstand / Geschäftsführung

Bundeskoordinatorin Jugendsozialarbeit

Tel.: 0391 / 6293505 • aludwig@mdlv.paritaet.org

» Häufi g entstehen für diese Jugendlichen inhaltliche und zeitliche

Lücken in der Förderung, weil entsprechende Plätze in passfähige

Maßnahmen fehlen. Diese werden zu »Leerzeiten statt

Lehrzeiten«–Eff ekte aus vorherigen Maßnahmen verpuff en.

» Ein großer Teil der Jugendlichen wird auch drei Jahre nach

Inkrafttreten des SGB II noch in Arbeitsgelegenheiten vermittelt.

Allerdings weist nur jede dritte Arbeitsgelegenheit einen

Qualifi zierungsanteil auf. Die Maßnahmen dauern durchschnittlich

nur 6 Monate.

» In vielen Regionen fehlt ein sog. »regionales Übergangsmanagement«

der unterschiedlichen Akteure am Übergang Schule-

Beruf, um die Ausbildungsförderung wirksam zu gestalten. Die

Kooperationsbeziehungen zwischen Jugendämtern und Grundsicherungsträgern

sind meistens schwach entwickelt.

» Die Fachkräfte der ARGEN und Optionskommunen nutzen nicht

intensiv genug die Kompetenzen der Träger der Jugendsozialarbeit,

häufi g fehlt es an grundlegenden Absprachen über Ziele

der Förderung z.B. im Rahmen gemeinsamer Fallkonferenzen.

Aus Sicht des PARITÄTISCHEN sind folgende

Maßnahmen notwendig:

» im SGB II ist eine Klarstellung vorzunehmen, wonach Jugendliche

ohne Berufsabschluss vorrangig in Ausbildung und

nicht in irgendwelche Maßnahmen bzw. quasi automatisch

in Arbeitsgelegenheiten vermittelt werden.

» Benachteiligte Jugendliche brauchen kontinuierliche

Unterstützung und verlässliche Ansprechpartner. Gerade

mit dem Ziel einer besseren Förderung dieser Zielgruppe

ist den Kommunen die Zuständigkeit für die Umsetzung

des SGB II zu übertragen.

» Die Förderbedingungen des SGB II müssen so verändert

werden, dass längerfristige, modular aufgebaute und abgestimmte

Förderleistungen umgesetzt werden können.

» Auch benachteiligten Jugendlichen muss zukünftig, stärker

als bisher, statt einer überbetrieblichen eine betriebliche

Ausbildung ermöglicht werden. Die neuen gesetzlichen

Regelungen wie: Berufseinstiegsbegleitung, sozialpädagogische

Ausbildungsbegleitung und Ausbildungsbonus

können hier wirksame Unterstützung leisten.

» Ergänzend zu den Leistungen der Grundsicherungsträger

müssen die bewährten Angebote der Jugendsozialarbeit

im Rahmen des SGB VIII wieder verstärkt gefördert werden,

um Zugänge zu Ausbildung zu ermöglichen. Dazu gehören

Hilfen zur berufl ichen Orientierung, Angebote zur Tagesstrukturierung

und Festigung stabiler Lebensverhältnisse,

die der sozialen Integration und Entwicklung von Ausbildungsreife

dienen.


Prof. Dr. Peter Struck (Uni Hamburg)

»Chancen auf Schulerfolg - Schulversagen vermeiden,

Lebensperspektive für junge Menschen sichern«

Ein erfolgreicher Schulabschluss ist heute mehr denn je

Grundvoraussetzung für das Überwinden der sog. »Ersten

Schwelle« in Ausbildung und Beruf. Unter dem Motto

»Schulversagen vermeiden, Lebensperspektiven für junge

Menschen sichern!« diskutierten am 12. November auf einer

bundesweiten Fachtagung des PARITÄTISCHEN über 70 Teilnehmerinnen

und Teilnehmer, wie »Schule« zu einem attraktiven

Lern- und Lebensort gestaltet werden kann.

Dieses Anliegen verbindet nicht nur Lehrkräfte von Sekundar-,

Förder- und Berufsschulen, sondern auch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

aus Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe

und Bildungspolitiker, die sich rege an der Diskussion um Chancengleichheit

im Bildungssystem und notwendige Veränderungen

einbrachten.

Ein Schwerpunkt der Tagung war die Vorstellung des ESF- Programms

des Landes zur »Vermeidung von Schulversagen und zur

Senkung des vorzeitigen Schulabbruchs« durch den zuständigen

Referenten im Sozialministerium, Herrn Andreas Heft. Das Programm

soll nun in absehbarer Zeit starten, nachdem es bereits

2007 verabschiedet wurde und sowohl Schulen als auch freie Träger

in den »Startlöchern« stehen. Der Umfang des Programms

umfasst bis 2013 fast 59,1 Mio €, damit sollen über 48.000 Schülerinnen

und Schüler im Land erreicht werden.

Im Rahmen des Programms wird eine Koordinierungsstelle

»Schulerfolg« für Programmentwicklung, Prozessmanagement,

Vernetzung sowie Qualifi zierung und Beratung. Träger der Koordinierungsstelle

ist die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung.

Das Konzept wurde durch die zuständige Mitarbeiterin, Frau

Sylvia Ruge vorgestellt.

Den Hauptvortrag zum Thema »Richtig lernen – Benachteiligung

verhindern« hielt Herr Prof. Dr. Peter Struck von der Uni

Hamburg. Er stellte eindrücklich die Lebens- und Lernsituation

von Kindern im deutschen Schulsystem dar und machte deutlich,

dass Ergebnisse der Hirnforschung und Lerntheorien viel stärker

Positionen

in die Gestaltung der Lernprozesse einbezogen werden müssen.

Damit könnten deutlich bessere Lerneff ekte erreicht werden

und die Schule zu einem Ort »positiver Erfahrung« für alle Kinder

werden. Er wies anhand der »Gebote des Lernens« auf den

dringenden Veränderungsbedarf im Schulsystem aufmerksam

z.B. »Kinder nicht beschämen! Lernen mit Respekt«.

Unter dem Aspekt »Wege zum Schulerfolg« wurde das Bundesprogramm

»2. Chance für Schulverweigerer« durch Frau Kerstin

Kruse (ESF- Servicestelle) vorgestellt. Ergänzend dazu hat Fr.

Petra Richter (DGB) die Vielfältigkeit des Problems der »Ausbildungsreife«

erläutert und die Erwartungen der Unternehmen

an Auszubildende. Hier gibt es Verantwortung sowohl auf Seiten

der Eltern und Schulen, als auch bei Ausbildungsbetrieben

hinsichtlich der Qualität der Ausbildung.

Ein abschließender Blick über den Tellerrand war der Beitrag

des Leiters der Willy-Hellpach-Schule Heidelberg, Herrn Fritz-

Schubert zum »Schulfach Glück«. Hauptschulklassen erfahren

Lebens- und Leistungsfreude, Vertrauen und Verantwortung als

Lernziele, damit »Glück« Schule macht. Das Buch dazu ist gerade

beim Herder-Verlag erschienen.

Fazit und Ausblick

Das Thema »Schulerfolg und Vermeidung von Schulversagen«

ist vielfältig und bedarf langfristiger Konzepte. Seitens des

Gesetzgebers werden umfangreiche fi nanzielle Mittel in verschiedensten

Programmen, Initiativen und Gesetz bereitgestellt,

um jungen Menschen einen erfolgreichen Schulabschluss und

Lebensperspektiven durch Ausbildung zu gewährleisten. Dazu

gehören Projekte wie Kompetenzagenturen, 2. Chance, frühzeitige

Berufsorientierung, Ausbildungsbegleitung und diverse

Landesprogramme. Leider sind diese regional nicht ausreichend

aufeinander abgestimmt und vernetzt. Dies hat Auswirkungen

auf Wirksamkeit und langfristige Eff ekte.

Der PARITÄTISCHE hat mit der Veranstaltung einen Auftakt für die

Diskussion um die Neugestaltung des Lernorts »Schule« gestartet,

die in 2009 mit Workshops und weiteren Fachtagungen vertiefend

fortgesetzt wird. Darüber hinaus wird sich der PARITÄ-

TISCHE zukünftig stärker in die bildungspolitische Debatte im

Sinne von Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit mit

konkreten Vorschlägen einbringen.

Die Ergebnisse der Fachtagung und die Beiträge der Referenten

sind zum download auf der Homepage www.paritaet-lsa.de /

Fachinfo/ Bildung und Ausbildung eingestellt.

Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 25


Positionen

Der PARITÄTISCHE unterstützt nach Kräften

die Weiterentwicklung der Selbsthilfelandschaft

Das Jahr 2008 war für die Selbsthilfe ein Jahr großer Herausforderungen.

Nach dem erfolgreichen Auftakt der ersten landesweiten

Selbsthilfetagung des PARITÄTISCHEN Ende 2007

und der ab 2008 neuen Selbsthilfeförderung nach § 20c SGB

V galt es, neue Beteiligungs- und Informationsstrukturen in

der Selbsthilfe gemeinsam zu entwickeln und mit Leben zu

erfüllen. Diesen Prozess hat der PARITÄTISCHE nach Kräften

unterstützt.

So gründete sich im Januar 2008 das Selbsthilfeforum der Selbsthilfeorganisationen

(SH-Org.) auf Landesebene und wählte

Herrn Sven Warminsky zu ihrem Vertreter gegenüber den Krankenkassen.

Bei den Selbsthilfekontaktstellen besteht seit vielen

Jahren ein Landes-Arbeitskreis und ein Sprecherrat, der Herrn

Dr. Peter Piechotta als Vertreter gegenüber den Krankenkassen

benannte.

Vor allem aber war das Jahr 2008 von der die Umsetzung der

neuen Selbsthilfeförderung in Sachsen-Anhalt geprägt. Irritationen

bei den verschiedenen Antragsstellungen an die Gemeinschaftsförderung

und die kassenindividuelle Förderung, Zeitverzug

bei der kassenartenübergreifenden Gemeinschaftsförderung,

sowie Probleme und Hürden bei der kassenindividuellen Projektförderung

erschwerten die Arbeit insbesondere der Selbsthilfegruppen

(SHG) sehr.

Den PARITÄTISCHEN erreichten daher viele Hinweise, Problemanzeigen

aber auch konkreten Forderungen. So auch zur Unterstützung

der Selbsthilfe bei der notwendigen Beteiligung der

Selbsthilfegruppen. Der PARITÄTISCHE lud deshalb am 11. September

2008 zu einem gemeinsamen Treff en des Selbsthilfefo-

26 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale

Dr. Oliver Zobel

Grundsatzreferent Altenhilfe

Tel.: 0391 / 6293336 • ozobel@mdlv.paritaet.org

rums der Selbsthilfeorganisationen und des Arbeitskreises der

Selbsthilfekontaktstellen ein. Unter dem Titel »148 Tage neue

Selbsthilfeförderung – Erste Bilanz 2008 und Perspektiven 2009«

wurden gemeinsam mit den Krankenkassen die Probleme diskutiert

und Lösungen abgestimmt.

Insbesondere die noch off ene Beteiligung eines Vertreters der

Selbsthilfegruppen Sachsen-Anhalts galt es für das kommende

Jahr so umzusetzen, dass es den Forderungen der Krankenkassen

entspricht (demokratische Legitimierung innerhalb der Selbsthilfe).

Dementsprechend standen neben der Selbsthilfeförderung

2008/2009 die Umsetzung der Beteiligung der Selbsthilfegruppen

im Mittelpunkt des Tages. Ausgehend von einem Gesamtgruppentreff

en der chronisch Kranken bei der Selbsthilfekontaktstelle

KOBES Magdeburg hat der PARITÄTISCHE hierfür einen

Lösungsweg als Vorschlag erarbeitet. Dieser Vorschlag sieht die

Wahl bzw. Benennung von Sprechern der regionalen Selbsthilfegruppen

bei den Kontaktstellen vor, die dann gemeinsam einen

Vertreter in die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen entsenden

(siehe Artikel »Zur Struktur der Selbsthilfe in Sachsen-Anhalt

– Selbsthilfeunterstützung des PARITÄTISCHEN«).

Der Vorschlag fand in der Selbsthilfe Zustimmung und bei den

Krankenkassen Anerkennung. Bei Wahrung der Autonomie der

Verbände, auch im Rahmen der LIGA der Freien Wohlfahrtspfl ege,

stellt der PARITÄTISCHE auch dafür seine Ressourcen bereit, um

die Selbsthilfe nach Kräften zu unterstützen und zu stärken.


Zur Struktur der Selbsthilfe in Sachsen-Anhalt

Selbsthilfeunterstützung des PARITÄTISCHEN

Wernigerode

Dähre/Diesdorf GZ

Dähre/Diesdorf GZ

Dardesheim GZ

Osterwieck GZ

Ilsenburg GZ

Beneckenstein GZ

LK Harz

Elbingerode GZ

Hasselfelde GZ

Selbsthilfekontaktstellen in Sachsen-Anhalt

Altmarkkreis Salzwedel

Blankenburg/ Harz

Stolberg/Rottleberode GZ

Stolberg/Rottleberode GZ

Beetzzendorf GZ

Roßla GZ

Klötze GZTM

Mieste GZ

Quedlinburg

Oschersleben/ Bode

Brunau/Fleetmark GZ

Brunau/Fleetmark GZ

Wipfra GZ

Kalbe/Milde Gz Bismarck GZ

Gardelegen

Allstedt GZ

Ardensee GZ

LK Altmarkkreis Salzwedel

Oebisfelde GZ

Weferlingen GZ

Calvörde GZ

Flechtingen GZ

Eilsleben GZ

Völpke GZ

Schwanebeck GZ

Harzkreis

Gröningen GZ

Wegeleben GZ

Seehausen GZ

Thale/ Harz

Ermsleben GZ

GernrodeBallenstedt GZ GZ

Harzgerode GZ

SELBSTHILFE

KONTAKTSTELLEN

Die 14 Selbsthilfekontaktstellen

in Sachsen-Anhalt bieten ein

flächendeckendes Netz zur

Unterstützung der Selbsthilfe

Hoym GZ

Börde

LK Börde

Staßfurt

Güsten GZ

Bernburg/ Saale

Hettstedt Gerbstedt GZ

Mansfeld GZ

Helbra GZ

Eisleben

Wolmirstedt

Wanzleben GZTM

Langenweddingen GZ

Egeln GZ

Irxleben GZ

LK Mansfeld-Südharz

Mansfeld-Südharz

Querfurt

Osterburg GZTM

Erxleben GZ

Tangerhütte GZ

Angern GZ

KOBES Magdeburg

LK Salzland

Salzlandkreis

Schönebeck/ Elbe

Gommern GZ

Calbe/ Saale

Nienburg GZ

Wettin GZ

Böblingen GZ

Teutschenthal GZ

Bad Lauchstädt GZ

Mücheln GZ

Die novellierte Selbsthilfeförderung nach § 20c SGB V eröff -

net der Selbsthilfe in Sachsen-Anhalt nicht nur neue Beteiligungsmöglichkeiten,

sondern stellt diese auch vor neue Herausforderungen

und Pfl ichten. Pfl ichten unter anderem im

Sinne der eindeutigen Forderungen der Krankenkassen in

Sachsen-Anhalt, jeweils einen demokratisch legitimierten

Vertreter aus den Bereichen Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeorganisationen

und Selbsthilfekontaktstellen an gemeinsamen

Beratungen zur kassenartenübergreifenden Gemeinschaftsförderung

beteiligen zu wollen.

Im Anschluss an die erste landesweite Selbsthilfetagung im

November 2007 konnte kurzfristig und mit großem Aufwand

erreicht werden, dass schon Anfang Januar 2008 mit dem 1. Selbsthilfeforum

diese demokratische Legitimierung für die Selbsthilfeorganisationen

möglich wurde. Ein ähnlicher Prozess für die

Vertretung der Selbsthilfegruppen Sachsen-Anhalts konnte von

der Selbsthilfe jedoch noch nicht umgesetzt werden, d.h. im Jahr

Tangermünde

Alsleben GZ

Gröbzig GZ

Könnern GZ

LK Saalekreis

Stendal

Havelberg GZTM

LK Stendal

Arneburg GZ

Schönhausen GZ

Jerichow GZ

Möckern GZ

Loburg GZ

Barby GZ

Parey GZ

Köthen/ Anhalt

Aken (Elbe)

Genthin

Jerichower Land

LK Jerichower Land

Anhalt-

Bitterfeld

Zörbig GZ

Gröbers GZ

Bad Dürrenberg

Landsberg GZ

Roßlau/ Elbe

Dessau-

Roßlau

LK Anhalt-Bitterfeld

Halle / Saalkreis

Saalekreis Leuna GZ

www.selbsthilfekontaktstellen-lsa.de

Burg

Brehna GZ

Günthersdorf GZ

Raguhn GZ

Wolfen

Bitterfeld

Wir helfen Menschen,

sich selbst zu helfen !

Coswig

Oranienbaum GZ

Gräfenhainischen GZTM

Selbsthilfekontaktstelle

Städte und zentrale Orte

unter 1.000 Einwohner

1.000 - 3.000 Einwohner

3.000 - 5.000 Einwohner

5.000 - 10.000 Einwohner

10.000 - 20.000 Einwohner

20.000 - 50.000 Einwohner

über 50.000 Einwohner

Siedlungsfläche

Kreis- bzw. Landesgrenze

(weiße Linien = alte Kreisgrenzen)

Kemberg GZ

Zahna

Lutherstadt Wittenberg Elster GZ

LK Wittenberg

Bad Schmiedeberg GZ

Jessen (Elster)

Annaburg GZ

Selbsthilfekontaktstelle (SHK) Träger Anschrift

PARITÄTISCHE SHK

1

Salzwedel Altmarkkreis

PARITÄTISCHE SHK

2

Landkreis Stendal

3 SHK Jerichower Land

4 SHK Landkreis Börde

5 KOBES Caritas Magdeburg

PARITÄTISCHE

Reichestraße 51

Regionalstelle Altmark 39410 Salzwedel

PARITÄTISCHE

Osterburger Straße 4

Regionalstelle Altmark 39576 Stendal

"Aufbruch" e.V. Genthin,

Friedensstraße 5, 39307 Genthin

Verein für Suchthilfe und

Böttcherstraße 6, 39288 Burg

Prävention

Gesundheits- und

Magdeburger Straße 44

Behinderten-Sportverein

39340 Haldensleben

Haldensleben e.V.

Caritas Magdeburg

Kontakt- und

Beratungsstelle für

Selbsthilfegruppen

PARITÄTISCHE SHK

PARITÄTISCHE

6

Landkreis Anhalt-Bitterfeld Regionalstelle Ost

Breiter Weg 251

39104 Magdeburg

Puschkinpromenade 10

39261 Zerbst

Nebra GZTM

Braunsbedra GZ

Eduardstraße 31

Lützen GZ

7 SHK Dessau-Roßlau ASG Dessau e.V.

06844 Dessau

Stadtverwaltung

Freyburg GZ

Neues Rathaus, Lutherstraße 56

8 SHK Landkreis Wittenberg Lutherstadt Wittenberg,

Bad Bibra GZ

06886 Lutherstadt Wittenberg

Fachbereich Soziale Stadt

LK Burgenland Weißenfels

PARITÄTISCHE SHK

PARITÄTISCHE

Puschkinstraße 1

Hohenmölsen GZTM

9

Harzkreis

Regionalstelle Mitte 38820 Halberstadt

Naumburg/ Saale

Eckartsberga GZ Bad Kösen GZ

PARITÄTISCHE SHK

PARITÄTISCHE

Dr.-Wilhelm-Külz-Platz 10

Teuchern GZ

10

Salzlandkreis

Regionalstelle Mitte 06449 Aschersleben

Osterfeld GZ

PARITÄTISCHE SHK

PARITÄTISCHE

Darrweg 1 (Haus der Vereine)

11

Mansfeld-Südharz

Regionalstelle Mitte 06526 Sangerhausen

Droyßig GZ

PARITÄTISCHE SHK

PARITÄTISCHE

Merseburger Straße 246

12 Burgenlandkreis

Halle / Saalkreis

Regionalstelle Süd 06130 Halle (Saale)

Kayna GZ

PARITÄTISCHE SHK

PARITÄTISCHE

Burgstraße 5 (Bürgerzentrum)

13

Saalekreis

Regionalstelle Süd 06217 Merseburg

PARITÄTISCHE SHK

PARITÄTISCHE

Am Kalktor 5

14

Burgenlandkreis

Regionalstelle Süd 06712 Zeitz

Dr. Oliver Zobel (2008)

Positionen

2008 musste die von den Krankenkassen vorgegebene Beteiligung

eines Vertreters der Selbsthilfegruppen ungelöst bleiben.

So nachvollziehbar der Wunsch der Krankenkassen ist, aus allen

drei Förderebenen einen Vertreter in die Beratungen zur kassenartenübergreifenden

Gemeinschaftsförderung einbeziehen zu

wollen, so groß gestalten sich jedoch auch die Probleme für die

über 800 Selbsthilfegruppen dem nachzukommen. Sowohl die

Organisation der geforderten demokratischen Legitimierung,

der unverhältnismäßige Reiseaufwand für so viele Teilnehmer

in einem großen Flächenland als auch der notwendige Informationsrückfl

uss eines solchen Vertreters an die Gruppen erscheinen

für die Praxis nicht realisierbar.

Angesichts des großen Problemdrucks bei den Selbsthilfegruppen

und aufbauend auf der Idee des Gesamtgruppensprechers

der chronisch Kranken bei der Selbsthilfekontaktstelle KOBES

Magdeburg hat der PARITÄTISCHE einen Lösungsweg erarbeitet,

der beim gemeinsamen Treff en der Selbsthilfeorganisationen

und Selbsthilfekontaktstellen aber auch bei den Krankenkassen

die notwendige Unterstützung zugesichert bekam. Die

demokratische Legitimierung erfolgt durch:

1. Selbsthilfegruppensprecher wählen jeweils vor Ort in den

Selbsthilfekontaktstellen einen Sprecher der regionalen

Selbsthilfegruppen.

2. Auf einer gemeinsamen landesweiten Veranstaltung

wählen alle Sprecher der Regionen einen Vertreter und

ggf. Stellvertreter als Sprecher der Selbsthilfegruppen

Sachsen-Anhalts.

3. Dieses Gremium entsendet den Sprecher in die Arbeitsgemeinschaft

der Krankenkassen zur Selbsthilfeförderung.

Die Beteiligung der Selbsthilfegruppen kann dadurch in zwei

Stufen demokratisch legitimiert werden und ermöglicht allen

Beteiligten einen vertretbaren organisatorischen Aufwand. Voraussetzung

ist jedoch die tatkräftige Unterstützung durch die

Krankenkassen (Teilnahme an den Regionaltreff en vor Ort) und

der bereits bestehenden Selbsthilfevertreter.

Die Umsetzung dieser ambitionierten demokratischen Legitimierung

hat in einigen Regionen schon im Oktober begonnen. Das

Forum der Sprecher der Selbsthilfegruppen wird am 12. Januar

2009 tagen und ihren Vertreter zur Beteiligung bei der Selbsthilfeförderung

wählen.

Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 27


Positionen

Aktive Rolle des PARITÄTISCHEN Jugendwerkes

im Kinder- und Jugendring weiter gestärkt

Die Hauptaufgabe des Kinder- und Jugendring Sachsen-

Anhalt e.V. (KJR LSA) ist die Interessenvertretung von Kindern

und Jugendlichen sowie seiner Mitgliedsverbände im

Land Sachsen-Anhalt.

Seit 2 Jahren hat Rolf Hanselmann vom PARITÄTISCHEN Jugendwerk

SachsenAnhalt den Vorsitz des KJR LSA inne. Kürzlich wurde

ihm auf der Mitgliederversammlung des KJR LSA für weitere zwei

Jahre das Vertrauen der Mitglieder ausgesprochen und er somit

Off ener Brief an Ministerin Dr. Gerlinde Kuppe

Der KJR LSA weist auf die sich weiter manifestierenden Schwierigkeiten

der jugendpolitischen Situation im Land hin :

1. Kinder und Jugendliche im Blick haben!

Beispiel: Verfahrensgrundsätze Jugendbildung

Nach intensiver Arbeit in den Jahren 2006 und 2007 gab es

Ende 2007/ Anfang 2008 einen fast fertigen Richtlinienentwurf,

welcher gemeinsam vom MS, LJA und KJR LSA verantwortet

wurde. Dieser wurde im Februar 2008 in einer veränderten

Version dem KJR LSA wieder vorgelegt. In dieser

Version waren Änderungen von Seiten der Finanzabteilung

vorgenommen worden, welche für die Verbände im Ergebnis

nicht tragfähig sind. Seit dem Einspruch durch den KJR LSA

im Februar 2008 gab es keine neuen Entwicklungen.

2. Transparenz und zeitnahe Zielerreichung!

Beispiel: ESF-Programm

Mit massiver Verzögerung wurde am 07.07.2008 die Richtlinie

über die Gewährung von Zuwendungen für das ESF-Programm

»Projekte zur Vermeidung von Schulversagen und

zur Senkung des vorzeitigen Schulabbruchs« erlassen. Die

Richtlinie zu diesem bereits im Schuljahr 2008/ 2009 startenden

Programm verzögerte sich auf Grund von Problemen

und Abstimmungsschwierigkeiten innerhalb der Landesverwaltung

und der EU. Für die freien Träger, die im Rahmen

dieser Richtlinie Projekte und Netzwerkstellen beantragen,

brachte diese Verzögerung massive Probleme mit sich, da

vorbereitende Maßnahmen (konzeptionelle Erarbeitung,

Finanzplanung, Abschluss von Kooperationen, Personalauswahl…)

nur auf Grundlage von Vermutungen und Entwürfen

getroff en werden konnten.

3. Akzeptanz der Entscheidungen des Landesjugendhilfeausschusses!

Beispiel: Fachstelle Jugendberufshilfe

Off en ist die Diskussion um eine Fachstelle Jugendberufshilfe,

die den Bereich der Jugendberufshilfe für das Land Sachsen-

28 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale

Rolf Hanselmann

PARITÄTISCHES Jugendwerk Sachsen-Anhalt

Tel.: 0391 / 6293509 • rhanselmann@mdlv.paritaet.org

im Amt als Vorstandsvorsitzender bestätigt. Der KJR LSA sieht

die Rahmenbedingungen für die Kinder- und Jugendarbeit in

unserem Land zunehmend als schwierig und gefährdet an. In

Folge dessen wurde der nachfolgende Brief, welcher von allen

im KJR LSA zusammengeschlossenen Verbänden mitgetragen

wurde, im September an Ministerin Dr. Kuppe geschickt. Im Nachfolgenden

ein Auszug aus diesem Brief, der sich als Angebot für

einem Zukunftsdialog versteht.

Anhalt koordinieren soll. Grundlage der Einrichtung der Fachstelle

ist der Beschluss des LJHA vom 21.09.2005.

4. Lösungen für Probleme schnell fi nden!

Beispiel: Grundsätze JuLeiCa

In enger Absprache mit dem Ministerium für Gesundheit

und Soziales hat der KJR LSA im Rahmen seines Arbeitskreis

JuLeiCa 2005/ 2006 einen Prozess der Überarbeitung

der Grundsätze für die JuLeiCa-Ausbildung angestoßen.

Die Grundsätze liegen seit 2007 der zuständigen Abteilung

des MS vor, eine Bearbeitung bzw. eine Reaktion an den

KJR LSA erfolgte trotz mehrfachen Nachfragens bis Ende

Juli 2008 nicht.

5. Landkreise nicht aus der Verantwortung entlassen –

Steuerungsfunktion des Landes wahrnehmen!

Beispiel: Jugendpauschale und Fachkräfteprogramm

Mit der Überarbeitung der Landesförderprogramme »Jugendpauschale«

und dem »Fachkräfteprogramm« hat das Land

Sachsen-Anhalt zugunsten der Selbstverwaltung der Kommunen

wichtige Steuerungselemente aufgegeben. Seit der

Verabschiedung der Förderprogramme ist zunehmend die

Tendenz festzustellen, dass sich die Kommunen aus der Verantwortung

und insbesondere aus der Gegenfi nanzierung

der Programme verabschieden. Basierend auf der desolaten

Haushaltssituation vieler Kommunen kam es zudem

Anfang 2008 vermehrt zu dem Problem, dass aufgrund nicht

genehmigter Haushalte und damit einer nicht abgesicherten

Kofi nanzierung, die Mittel des Fachkräfteprogramms nicht

ausgezahlt werden konnten. Hierfür wurde schließlich die

Lösung gefunden, dass die Kofi nanzierung des Fachkräfteprogramms

vorläufi g durch die Jugendpauschale abgesichert

werden kann. Unklar bleibt, was passiert, wenn die Gelder

aus der Jugendpauschale aufgebraucht sind und weiterhin

kein beschlossener Kommunalhaushalt vorliegt.


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Verbandsleben

Regionalstelle Ost

Lebenshilfe gGmbH Köthen

»Geschützte Werkstatt« 1978 gegründet

Im Landkreis Anhalt Bitterfeld beging die Lebenshilfe

Köthen ein Jubiläum – Die »Geschützte Werkstatt

Köthen« feierte ihr 30-jähriges Bestehen.

Die Lebenshilfe gGmbH Köthen entstand aus der

»Geschützen Werkstatt Köthen«, die 1978 gegründet

wurde. Bis 1989 war der Rat des Kreis Köthen, später

die Landkreisverwaltung Köthen der Betreiber dieser

Einrichtung. Die 1990 gegründete »Lebenshilfe für

geistig Behinderte« e.V. in Köthen übernahm 1992 als

freier Träger die »Geschützte Werkstatt«.

1996 wurde die Lebenshilfe gGmbH Köthen gegründet

und 1998 wurde mit dem Bau der »Werkstatt für

behinderte Menschen« begonnen, die ein Jahr später

eingeweiht wurde.

Ziel der Lebenshilfe ist, Menschen mit Behinderungen

ein möglichst normales Leben zu ermöglichen. Der Schwerpunkt

liegt darin, Menschen mit Behinderungen Arbeitsplätze

zur Verfügung zu stellen und sie bei ihrer Tätigkeit zu begleiten.

Sozialarbeiter Norbert Trottnow arbeitet seit 15 Jahren bei der

Lebenshilfe Köthen und er blickt auf das Erreichte und möchte

die Zeit nicht mißen. Er kommt gern jeden Tag auf Arbeit und

freut sich über die Zusammenarbeit mit behinderten Menschen,

er fi ndet es toll und dankbar werden die Hilfen angenommen.

Klaus Lyss, Vorsitzender der Lebenshilfe Anhalt Bitterfeld macht

30 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale

auf die Integration von Menschen mit Behinderungen in unserer

Gesellschaft aufmerksam, diese Menschen brauchen eine

Chance am normalen Leben teilzunehmen.

320 Behinderte und 80 Mitarbeiter sind in der Lebenshilfe tätig,

so Geschäftsführer Karl Vollstedt, die Werkstätten sind überbelegt

und es wird erweitert. Der Bedarf ist groß und im Dezember

2008 werden weitere 60 Plätze für behinderte Menschen zur

Verfügung stehen.

15 Jahre Selbsthilfe-Kontaktstelle der ASG Dessau e. V.

Bindeglied des sozialen Netzes in der Stadt Dessau-Roßlau

Die Kontakstelle für Selbsthilfegruppen

betreut 53

Selbsthilfegruppen mit

800 Mitgliedern.

Vor 15 Jahren betrat die Dessauer

Arbeits- und Förderungsgesellschaft

(ASG) mit

der Kontaktstelle Neuland.

Es gab Höhen und Tiefen,

aber die Einrichtung hat sich

in all den Jahren zu einem

soliden Partner für Selbsthilfegruppen entwickelt. Geschäftsführerin

Brunhilde Baureis freut sich, dass es über den PARITÄ-

TISCHEN Wohlfahrtsverband gelungen ist, dass das Land den

Petra Nickel

Regionalleiterin Ost

Tel.: 0340 / 8701484 • pnickel@mdlv.paritaet.org

Aufgabenbereich fördert.»Hilfe zur Selbsthilfe« ist angesagt und

die Gründung einer Selbsthilfegruppe für Menschen mit Hörproblemen,

ist ein Ergebnis von Selbsthilfe. Die Selbsthilfegruppe

»Ohr« wurde gegründet und die Initiatoren Ute Franz, Maritta

Seidel und Monika Götze haben eine Plattform für Betroff ene

geschaff en. Ihr Ziel: Raus aus der Isolation!

In Dessau gibt es schätzungsweise 13 000 Menschen mit Hörproblemen.

Die Ursachen sind vielfältig und unterschiedlich. Keiner

der Betroff enen soll sich in ein Loch fallen lassen, so die »Drei«

– wir wollen die Leute herausholen, ihnen zeigen dass sie nicht

allein sind und wollen Spaß am Leben vermitteln, uns austauschen

und den Rat von Fachleuten weitergeben.


Verbandsleben

Regionalstelle Ost

Lokales Bündnis für Familie in der Stadt Dessau-Roßlau:

Ein starker Partner für Alleinerziehende

Der Shia–Verein gehört zu den Gründungsmitgliedern des

Lokalen Bündnisses für Familie und ist einer der Aktivsten.

»Unser Anliegen war es von Anfang an, die Familie zu stärken, insbesondere

in ihrer kleinsten Form«, so Leiterin Sabine Engel.

1993 hatten sich zur Gründung des Vereins Dessauerinnen

zusammengefunden, die zu einer »Solidargemeinschaft Alleinerziehender«

wurden.

Auf 15 erfolgreiche Jahre kann der Verein zurückblicken, die nicht

immer einfach waren. Langjährige Projektpartner schätzen den

Verein mit seinen vielfältigen, sozialen und stetigen Angeboten.

Im Bündnis geht es um die Stärkung von Familien. Mit Hilfe vieler

Partner, wie zum Beispiel das Mehrgenerationenhaus Dessau,

»Gelbe Feen« in der Kinderklinik, Gleichstellungsbeauftragte der

Stadt und anderer, ist es gelungen, dass vor kurzem der Familienführer

»Leo-Familie« erschienen ist.

Ein Großteil der Kooperations- und Organisationsarbeit lag in

der Verantwortung des Vereins. Die Arbeit von Shia wird in der

Öff entlichkeit wahrgenommen, sie mischen sich in die kommunale

Sozialpolitik ein und sind ein ernsthafter Partner der Jugendhilfe.

Das Lokale Bündnis für Familie arbeitet seit 2005 und die

Devise laut Sabine Engel: »Wir engagieren uns für die Kinder,

indem wir Eltern stärken« - hat hier oberste Priorität.

»Wir mischen mit«

Endlich Berufungsurkunden für Mitglieder des Seniorenbeirates

und des Beirates für Menschen mit Behinderungen im

Landkreis Anhalt Bitterfeld!

Seit der Kreisgebietsreform 2007 arbeitet der Beirat für

Menschen mit Behinderungen. Es war schwierig, viele Mitglieder

unter einem Hut zu bringen, die ja nun aus drei verschiedenen

Regionen, Köthen, Bitterfeld-Wolfen und Zerbst

kommen.

Dagmar Zoschke, Vorsitzende des Sozial- und Gesundheitsauschusses

des Landkreises hatte als Organisatorin alle Hände voll

zu tun, die Befi ndlichkeiten unterschiedlicher Naturen, Vorstellungen

und auch Vorgehensweisen zu koordinieren.

Viele mussten sich umstellen und die Sichtweisen zum gemeinsamen

Anliegen und Ziel des Beirates für Menschen mit Behinderungen

im Landkreise für sich persönlich ordnen.

Was lag da näher auch den Seniorenbeirat mit ins Boot zu holen

und damit die gemeinsame Notwendigkeit, durch eine vom Land-

rat Uwe Schulze übergebene Berufungsurkunde, die Arbeit dieser

Beiräte zu bestärken und an Bedeutung gewinnen zu lassen.

Schulze betonte in der Feierstunde zur Übergabe der Berufungsurkunden,

dass der Landkreis Anhalt Bitterfeld einer von nur zwei

Landkreisen in Sachsen-Anhalt sei, der in seiner Hauptsatzung

die Bildung des Seniorenbeirates und den Beirat für Menschen

mit Behinderungen beinhalte.

Die Beiräte sollen und werden die Kommunalpolitik und die Verwaltung

auf ihre speziellen Probleme hinweisen und auch Anregungen

und Lösungsvorschläge unterbreiten.

Alle Mitglieder hoff en auf eine weitere gute Zusammenarbeit,

verbunden mit der Freude der Berufung. Die Berufung der Mitglieder

der Beiräte erhöht den Stellenwert und die Bedeutung

dieser Arbeit. Sie mischen sich ein, ob es um Barrierefreiheit geht

oder Straßenbaupläne in ihrer Umsetzung beobachtet werden.

Die Beiräte werden für die bevorstehenden Aufgaben eine große

Hilfe sein.

Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 31


Verbandsleben

Regionalstelle Mitte

Engagierte EhrenamtlerInnen der Region Mitte gewürdigt

Auch im Jahr 2008 wurde am 9. Dezember die

Chance genutzt, Danke zu sagen für besonderes

ehrenamtliches Engagement zur Unterstützung

von Menschen, die auf Begleitung

und Hilfe angewiesen sind. Diese Veranstaltung

wurde auch genutzt, herausragende

Leistungen mit der Silbernen Ehrennadel

des PARITÄTISCHEN Sachsen-Anhalt zu würdigen.

Die ausgezeichneten EhrenamtlerInnen engagieren

sich in den Bereichen der Behindertenhilfe,

in Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit,

sind aber auch bei der Betreuung und Begleitung

von Menschen im höheren Lebensalter präsent.

Die Vorschläge der Würdigung mit der Silbernen

Ehrennadel kamen direkt von den Betroff enen

und betreuten Klientel sowie von den Mitstreitern

aus den einzelnen Mitgliedsorganisationen. So war Frau

Marlis Henrich besonders davon berührt, dass ihr langjähriges

Engagement bei der Errichtung und beim Betreiben einer

Wäscherei in der Lebenshilfe Harzkreis Quedlinburg gGmbH so

hohe Anerkennung gefunden hat. Frau Marlis Henrich ist ein Beispiel

dafür, dass sich ehrenamtlich engagierte Menschen neue

Lebensinhalte erschließen können, die dann das Leben dieser

engagierten Bürger mit neuen Inhalten und neuen Zielen ausfüllen

können. Gleichzeitig werden aber Aufgaben und Lebensinhalte

für eine große Zahl betroff ener Menschen, je nachdem,

in welcher Situation sie sich befi nden, geschaff en. In diesem

Falle für viele Mitarbeiter mit Behinderungen in der Werkstatt

der Lebenshilfe Harzkreis Quedlinburg gGmbH.

Feuchte Augen und herzliche Umarmungen begleiteten aber

auch die Auszeichnungen von Herrn Patrick Richter vom Förderverein

für Soziokultur und Beschäftigung e.V., von Frau Inge

Bloßfeld vom Deutschen Kinderschutzbund Mansfeld Südharz

e.V., von Herrn Peter Schönherr vom Klub der Behinderten

Mansfelder Land e.V. und von Stephanie Wrobel von der Lebenshilfe

Bördeland gGmbH. Frau Bärbel Walther ist beispielsweise

in der Volkssolidarität Sangerhausen seit mehr als 10 Jahren

ehrenamtlich in der Ortsgruppe Blankenheim tätig. Besonders

bemerkenswert ist ihre Zielstrebigkeit in der Formulierung von

Forderungen und Positionen der »Schwachen« im Kreistag als

Vertreter der Volkssolidarität in der freien Fraktion.

Frau Stephanie Wrobel hat durch ihr ehrenamtliches Mitgestalten

besonders für die Kleinsten in unserer Gesellschaft, die im Kindergarten

»Bodespätzchen« der Lebenshilfe Bördeland gGmbH

betreut werden, zusätzliche Wärme und Zuwendung geschaff en.

Die Geschäftsführung der Lebenshilfe Bördeland gGmbH und der

PARITÄTISCHE bedankten sich bei Stephanie Wrobel und äußerten

auch die Hoff nung und Erwartung, dass die Zusammenarbeit

32 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale

Dr. Helmut Ohme

Regionalleiter Mitte

Tel.: 03473 / 92980 • hohme@mdlv.paritaet.org

noch lange Bestand haben wird. Mit warmen Worten bedankte

sich die Bundestagsabgeordnete der Linken, Frau Elke Reinke,

bei Frau Bärbel Lohrengel, die im Sozialforum Aschersleben

e.V. eine Möglichkeit gefunden hat, ihr großes Talent für Organisation

und Motivation zum Nutzen von sozial sehr benachteiligten

Menschen in Aschersleben einzusetzen. Frau Reinke

würdigte den PARITÄTISCHEN in diesem Zusammenhang für die

große Zuwendung und Mobilisierung der Menschen, die über ein

hohes Potenzial sozialer Kompetenz verfügen und es unter guter

Anleitung anwenden. Ein Ausdruck für das Engagement der Frau

Elke Reinke und des Sozialforum Aschersleben e.V. zum Nutzen

benachteiligter Menschen war darüber hinaus ihre Information,

dass sie sich nun auch benachteiligten Kindern zuwenden will

und eine Initiative zur Gründung eines Kinderschutzbundes in

Aschersleben unterstützt.

Hilfe und Unterstützung kann jedoch aus ganz anderer Richtung

kommen. So ist Frau Sandra Trümper, Apothekerin aus Förderstedt,

rund um die Uhr ansprechbar, wenn es darum geht, das

Leben für die Menschen im Seniorenzentrum »Haus Bodeblick«

in Löbnitz interessanter und angenehmer zu gestalten. Dafür

opfert sie Freizeit und erhält Anerkennung der Senioren in dieser

Pfl egeeinrichtung an der Bode. Eine silberne Ehrennadel war

eine ansprechende Würdigung.

Sehr anregend und gesellig klang die Veranstaltung in Gesprächen

und Verabredungen aus. Menü-Express GmbH sorgte für

eine gute Grundlage durch leckere Häppchen und Süppchen.

Deutlich wurde, dass viele Menschen bereit sind, für andere einzutreten,

dass es aber dringend erforderlich ist, dass die Gesellschaft

davon Kenntnis nimmt.


Dr. Peter Piechotta

Regionalleiterin Süd

Tel.: 0345 / 5204115 • ppiechot@mdlv.paritaet.org

»Ganz in Familie«

Paritäter unterstützen Landesfamilienfest in Zeitz

Unter dem Motto »Starke Familie – starke Gemeinschaft« fand

am 7. September erstmals in Zeitz der nunmehr schon zur

Tradition gewordene 4. Familientag Sachsen-Anhalts statt.

Über 10.000 Besucher nahmen die Einladung der Landesregierung

und des Lokalen Netzwerkes für Familie des Burgenlandkreises

wahr, um im attraktiven Schlosspark einen Tag »ganz in

Familie«zu verbringen. Und er sollte zu einem Erfolg werden.

Neben einem abwechslungsreichen Programm mit Spiel, Sport

und Show präsentierten sich nahezu 100 Vereine aus dem ganzen

Bundesland mit zahlreichen Informationsständen und Mitmachaktionen.

Forum der Begegnung für Klein und Groß sowie Jung und Alt zu

sein, war der Anspruch der Organisatoren. Denn viele Familien

suchen Kontakte zu anderen Menschen um Erfahrungen auszutauschen

oder sich über interessante Hilfsangebote in ihrem

Wohnort zu informieren.

»Familienfreundlichkeit kann nicht von oben verordnet werden«,

so die Sozialministerin Gerlinde Kuppe,»es sind die vielen Vereine

Verbandsleben

Regionalstelle Süd

Attraktive Show-Vorführungen auf der Festbühne Landrat Reiche und OB Altmann sind gern gesehene Gäste

am Stand der Selbsthilfekontaktstelle Burgenlandkreis

Infostand des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Feen bezaubern Familien ...

vor Ort, die große Wirkung erzielen«. Gerade zumeist ehrenamtlich

arbeitende Lokal- und Regionalinitiativen bieten familienfreundliche

Angebote an und unterstützen so auch das Zusammengehörigkeitsgefühl

unterschiedlicher Generationen.

Ein großes Kompliment gilt besonders den anwesenden Mitgliedsorganisationen

des PARITÄTISCHEN, die die Besucher mit

attraktiven Initiativen und nützlichen Präsentationsfl ächen lockten

und auf ihr soziales Engagement aufmerksam machten. Von

Beratungsangeboten aus der Kinder- und Jugendhilfe über Wissenswertes

für und über Menschen mit Behinderungen bis hin

zu Lebensqualität unterstützende Informationen aus der Selbsthilfelandschaft

war für jeden Interessenten etwas dabei.

Der nächste Landesfamilientag fi ndet - hoff entlich ebenso angenommen

- in Dessau statt.

Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 33


Verbandsleben

Regionalstelle Süd

Landesweites Netzwerk stellt sich vor

Sachsen-Anhalt bekennt sich zu einem gewaltfreien Leben

Am 7. September 2008 richtete das Ministerium für Gesundheit

und Soziales den Familientag 2008 in Zeitz aus. Das landesweite

Netzwerk für ein Leben ohne Gewalt beteiligte sich

mit einer Fotoaktion zum Thema Stellungnahme zu Gewalt

an Frauen und Kinder. Über 50 Bilder sind entstanden und auch

der Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer, die Sozialministerin

Dr. Gerlinde Kuppe und der Landrat vom Burgenlandkreis

Herr Reiche beteiligten sich.

Landesweites Netzwerk

für ein Leben ohne Gewalt

Mitglieder: LAG Frauenhäuser, LAG Interventionsstellen, LAG Frauenzentren, Vera - Beratung für Frauen, die von Menschenhandel betroff en sind, DFV Beratungsstelle Pro Mann, LAG Beratungsstellen für Opfer sexueller Gewalt, Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt e.V.

Kooperative Partnerin: LAG der Gleichstellungsbeauftragen

Koordination: www.liko-sachsen-anhalt.de

34 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale

Ansprechpartnerin:

Manuela Knabe-Ostheeren

Leiterin der Koordinierungsstelle gegen häusliche Gewalt (LIKO)

Tel.: 0391 / 6293323 • liko@mdlv.paritaet.org

Neben den anschaulichen Bildern kam es zum regen Austausch

zwischen den Besuchern des Familientages und den Opferschutzeinrichtungen.

Als Ergebnis konnte das Netzwerk am Ende des

Tages ein Plakat erstellen.

Das landesweite Netzwerk für ein Leben ohne Gewalt wurde

von LIKO, in Trägerschaft des PARITÄTISCHEN Sachsen-Anhalt,

ins Leben gerufen und koordiniert.

Auch Ministerpräsident Prof. Dr. Böhmer, Sozialministerin

Dr. Kuppe und der Landrat vom Burgenlandkreis

Herr Reiche beteiligten sich an der Aktion.

Links im Bild: das Plakat der Fotoaktion.


Ansprechpartner:

Dr. Peter Piechotta

Regionalleiterin Süd

Tel.: 0345 / 5204115 • ppiechot@mdlv.paritaet.org

Freiwillige Leistungen in der Stadt Halle bedroht

Im Rahmen der beabsichtigten Haushaltskürzungen des

nächsten Jahres kündigte die Stadt Halle/S. in den letzten

Wochen zahlreiche Förderverträge im sozialen, sportlichen,

kulturellen und im Umweltbereich zum Jahresende. Besonders

sind diejenigen Vereine, Verbände und Institutionen

betroff en, deren Verträge sogenannte freiwillige Leistungen

der Stadt beinhalten. Prinzipiell stehen damit alle freiwilligen

Ausgaben der Stadt auf dem Prüfstand, drastische

Fördereinschränkungen sind zu erwarten.

Mit großer Sorge musste man zur Kenntnis nehmen, dass im

kommenden Jahr hier ein Einsparvolumen von mehr als 5 Millionen

Euro vorgesehen ist, allein für die Bereiche der Kinder- und

Jugendhilfe und der Sozialhilfe fast 1 Millionen Euro. Damit ist ein

Fortbestand der sozialen Infrastruktur in der Stadt Halle massiv

und grundsätzlich in Frage gestellt.

Auch in vielen Vereinen unter dem Dach des PARITÄTISCHEN sind

somit zahlreiche freiwillige Leistungen gefährdet. Bewährte Beratungsangebote

z.B. der Stadtinsel, des Vereins »Soziales Arbeiten

und Lernen Halle«, der Drogenberatungsstelle (DROBS) oder

der Selbsthilfekontaktstelle Halle-Saalekreis könnten nur noch

stark eingeschränkt oder gar nicht mehr durchgeführt werden.

Jahrelange Bemühungen um Gesundheitsnetzwerke und klug

durchdachte Präventionsmaßnahmen beispielsweise der Aids

Hilfe Halle e.V., des ansässigen Kinderschutzbundes oder der

Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft könnten umsonst

Verbandsleben

Regionalstelle Süd

gewesen sein, alleinige Krisenintervention stände nun im Mittelpunkt

ihrer Bemühungen. Ausgereifte Unterstützungs- und

Integrationsmaßnahmen Benachteiligter unserer Gesellschaft

z.B. im Behindertenverband, der Lebenshilfe, im Bürgerladen,

im Verein »Förderung der Waldorfpädagogik« oder in den vielen

selbsthilfeorientierten Vereinen und Verbänden müssten komplett

eingestellt werden.

Aber nicht nur das. Die betroff enen Vereine werden zumeist

durch ehrenamtliche Vorstände vertreten, die mit ihrem Privatvermögen

für die Vereinsgeschicke haften. Stellt man wie hier

die Finanzierungsgrundlagen grob in Frage, muss ein Vorstand

umgehend Maßnahmen ergreifen und Arbeits- und Mietverträge

kündigen, was unter Umständen die Grundlagen für eine weitere

Arbeit zerstört und einmal getroff ene arbeits- und vereinsrechtliche

Entscheidungen schwer rückgängig machen lässt.

Auch bemühten sich viele Vereine über Jahre um so genannte

Drittmittel zur Aufrechterhaltung ihres Beratungsangebotes. Das

Ausbleiben der Förderung der Stadt und sogar nur das Ankündigen

von Kürzungen, wie in Halle geschehen, führt unweigerlich

zu möglichen Reduzierungen oder zu einem eventuellen Aussetzen

von Unterstützungsleistungen weiterer Förderer. Ist einmal

dieser Prozess in Gang gesetzt, ist er schwerlich zu berichtigen.

Viele Betroff ene halten es hier für sehr bedenklich, wie die Stadt

mit bürgerschaftlichem Engagement umgeht und hallesche Vereine

als Bittsteller um Förderung erscheinen lässt.

In vielen Krisenberatungen, Pressemitteilungen und off enen

Briefen der Betroff enen werden Forderungen lauter, den Bestand

der sozialen und Jugendhilfeeinrichtungen auch weiterhin zu

sichern und die grundlegende Planungssicherheit für 2009

schnellstmöglich wieder herzustellen.

Im November und Dezember beschäftigten sich die zuständigen

Ausschüsse der Stadt mit dem Haushalt. Es bleibt abzuwarten,

welche Wertschätzung die Kommunalpolitik den Trägern

entgegenbringt, die letztlich auch zum Erhalt des sozialen Friedens

in der Stadt beitragen.

Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 35


PARITÄT:

Auf einen Klick ...

www.paritaet-lsa.de:

Informationen online

Unter www.paritaet-lsa.de fi nden Sie grundsätzliche

Informationen zum Dach- und Spitzenverband der Freien

Wohlfahrtspfl ege, spezielle und zeitnahe Fachinformationen

sowie unser Dienstleistungsangebot. Aber auch sozialpolitische

Stellungnahmen und Veranstaltungshinweise sind

dort eingestellt.

Die Mitgliedschaft in unserem Verband eröff net auch die

Möglichkeit, auf den internen Bereich der Homepage mit

seinen exklusiven Informationen zuzugreifen.

Unsere Mitgliedsorganisationen haben auch die Chance,

ihre Informationen über die Homepage des PARITÄTISCHEN

Sachsen-Anhalt zu veröff entlichen.

www.paritaet-lsa.de

Schauen Sie mal rein!

36 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale


Ansprechpartnerin:

Carola Lau

Beauftragte der Qualitätsgemeinschaft »Pfl ege«

Tel.: 0391 / 6293510 • clau@mdlv.paritaet.org

Qualitätsgemeinschaft »Pflege«

dokumentiert einheitlich und lückenlos

Auf der zweiten Jahreskonferenz der Qualitätsgemeinschaft

Pfl ege(QGPf) am 25.11.08 beim Arbeiter-Samariter-Bund

(ASB) in Bad Dürrenberg wurden die Grundlagen für eine

einheitliche lückenlose Pfl egedokumentation gelegt.

Alle ambulanten und stationären Pfl egeeinrichtungen haben

sich verpfl ichtet, das Handbuch für die Pfl egedienstleitung (Pfl egedokumentation

stationär) von Angelika Mahlberg-Breuer und

Ursula Mybes verbindlich als Handlungshilfe anzuwenden. Das

PARITÄTISCHE Bildungswerk und die Altenpfl egeschule »Sozialakademie

Sangerhausen« haben mit der QGPf eine Vereinbarung

unterzeichnet, dass das Thema Pfl egedokumentation nur

auf dieser Grundlage fort- und ausgebildet wird.

Die Mitglieder der QGPf wollen so fachgerecht und unbürokratisch

dokumentieren, den einzelnen Menschen und seinen Pfl egeprozess

abbilden, um ihn optimal pfl egen zu können.

Für Qualitätsprüfungen in den Pfl egeeinrichtungen durch Kontrollinstanzen,

wie der Heimaufsicht und dem Medizinischen Dienst

der Krankenversicherung (MDK) wurde ebenso eine einheitliche

Grundlage in den Einrichtungen geschaff en. Leistungserbringer

und Kontrollinstanzen sprechen somit die gleiche Sprache. Da bei

der Erarbeitung dieses Handbuches auf der Bundesebene, welches

durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen

Trägerversammlungen

Qualitätsgemeinschaften

und Jugend (BMFSJ) in Auftrag

gegeben wurde, alle Akteure aus

dem Bereich der Pfl ege, so auch der

Medizinische Dienst der Spitzenverbände

(MDS), beteiligt waren,

ist aus unserer Sicht die Arbeit mit

dem Handbuch »Pfl egedokumentation

stationär« eine gute gemeinsame

Grundlage für eine bestmögliche

Pfl ege in Sachen-Anhalt.

Auf der Jahreskonferenz der QGPf

wurde auch Rückschau auf die

Erfüllung der Jahresplanung 2008

gehalten und Festlegungen für

das Jahr 2009 getroff en. Alles ist

natürlich mit der Umsetzung des

Pfl ege-Weiterentwicklungsgesetzes

(PfWG) im Zusammenhang zu

sehen. Wie zum Beispiel auch die

Weiterentwicklung des Internetauftritts

der QGPf, um für die Nutzer

von Pfl egeleistungen, Kontrollinstanzen u.s.w. transparent

zu sein. Die Geschäftführungen, Heimleitungen, Pfl egedienstleitungen

und Qualitätsbeauftragten der Pfl egeeinrichtungen

werden die Inhalte der Jahreskonferenz qualitätsgerecht in Ihren

Einrichtungen umsetzen.

Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 37


Trägerversammlungen

Qualitätsgemeinschaften

Eingliederungshilfe weiterentwickeln - Klausurtagung der

Arbeitgruppe »Behindertenhilfe« mit Vertretern des Arbeitskreises

»Entgelte« des Landesverbandes der Lebenshilfe

In Klausur gehen, um die fachpolitische Arbeit des PARITÄTI-

SCHEN und seiner Arbeitsgruppen zu refl ektieren und neue

Ziele zu vereinbaren, ist mittlerweile eine gute Tradition.

Die alljährlich einmal stattfi ndende Klausurtagung fand im

August 2008 zum Thema »Die Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe

im Land Sachsen-Anhalt« statt.

Teilgenommen daran haben:

» Frau Dr. G. Girke, Frau Reinhardt, Frau Konowski, Frau Nitsch-

Boek, Herr Günther, Frau Haberland, Referentin Betreuungsvereine,

Herr Kabel, Perspektive B. Netzwerk und Koordinierung

Persönliches Budget (PARITÄTISCHER)

» Frau Woost, Herr Haase, Herr Hoppe (Lebenshilfe) = Interessenvertreter

für Menschen mit geistiger Behinderung

» Frau Schäfer (Der Weg), Herr Hajek (Volkssolidarität Verwaltung

gGmbH), Frau Schulz (Medina) = Interessenvertreter für

Menschen mit seelischer und seelischer Behinderung infolge

Sucht

» Frau Grahn, Herr Seewitz (Sozialtherap. Einrichtung Darlingerode)

= Interessenvertreter für Menschen mit körperlicher

Behinderung

Die Teilnehmer/innen der Klausurtagung waren sich darin einig,

dass für die stärkere Beachtung der bundes- und landesweiten

Trends der sogenannten Ambulantisierung der Eingliederungshilfe

es im Land noch einiger Anstrengungen bedarf. Der

PARITÄTISCHE und seine Untergliederungen stellen sich aktiv

dieser Herausforderung. Er wird in seinen internen Diskussionen,

auf der Ebene der LIGA der Freien Wohlfahrtspfl ege, in

den Verhandlungen mit Leistungsträgern und in öff entlichen

Debatten Stellung beziehen, eigene Initiativen starten und Forderungen

aufstellen.

Für die Zielplanung der Arbeit der »Trägerversammlung«, des

Grundsatzreferats Behindertenhilfe und des Referats „»Leistungsfi

nanzierung« der nächsten 3 Jahre wurden folgende Schwerpunkte

zum Thema »Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe«

beschlossen:

38 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale

Ansprechpartnerin:

Evelin Nitsch-Boek

Grundsatzreferentin Behindertenhilfe

Tel.: 0391 / 6293533 • enitschboek@mdlv.paritaet.org

» Die Verpreislichung von Leistungen der Eingliederungshilfe

soll einen fl exiblen und bedarfsgerechten professionellen

Hilfeeinsatz ermöglichen

» Die Bertreuungssituation für Menschen mit seelischen

Behinderungen soll verbessert werden

» Die regionale Infrastruktur muss ausgebaut werden,

entsprechende Standards werden entwickelt

» Es werden Ideen und konkrete Vorschläge für „ambulante

Anreizsysteme“ entwickelt und diskutiert

» Das Persönliche Budget als eine Leistungsform wird fachlich

unterstützt, die Interessen für potentielle Budgetnehmer/innen

werden vertreten

» Die Diskussion um eine „Wirkungskontrolle“ wird aktiv

(mit)gestaltet

» Die Lobby- und Öff entlichkeitsarbeit wird verstärkt genutzt,

um auf die Interessen der Träger und betroff ener Menschen

aufmerksam zu machen

» Die Einbeziehung von PARITÄTISCHEN Betreuungsvereinen,

Selbsthilfegruppen wird forciert


Trägerversammlungen

Qualitätsgemeinschaften

Die Ziele der Arbeit der PARITÄTISCHEN Q-Gemeinschaft

»Behindertenhilfe« im Jahr 2009

Rund 40 % der Mitglieder der Bereiche Behindertenhilfe, Soziale

Psychiatrie und Suchtkrankenhilfe, haben sich zur Mitarbeit

in der Qualitätsgemeinschaft Behindertenhilfe“ bereit

erklärt. Sie haben sich am 11. November im Verband getroff en,

um gemeinsam Ziele ihrer Arbeit für das Jahr 2009 zu vereinbaren.

Grundlage unserer Überlegungen für die Arbeitsziele

waren die Ergebnisse der Auswertung des Q-Checks „Behindertenhilfe“.

Der Q-Check fand im ersten Halbjahr 2008 statt, beteiligt

hatten sich 24 Qualitätsmanagement-beauftragte der paritätischen

Träger. Der Q-Check bestand aus 5 Evaluationsbögen,

um die Bewertung des Ist-Standes in der eigenen Einrichtung

und die Bedeutung der Fragestellung für die Einrichtung zu

evaluieren. Folgende Bereiche wurden erfasst:

»Struktur und Verwaltungsorganisation«

»Verantwortung der Entscheidungsträger«

»Angebot und Leistungserbringung«

»Ergebnisqualität«

»Qualitätsmanagementsystem«

Die Evaluation und die Vorstellung der Ergebnisse wurde von

der PQ Sys Saarbrücken durchgeführt. Um die Arbeit der Q-Gemeinschaft

gut strukturieren zu können, wurde von uns die PQ-

Sys auch beauftragt, eine trägerübergreifende anonymisierte

Auswertung vorzunehmen. Das Grundsatzreferat versprach

sich Hinweise auf vordergründige Themen, die für die Arbeit der

Q-Gemeinschaft handlungsweisend sein sollten. Die trägerübergreifende

Auswertung stellte Frau Nitsch-Boek am 11. November

den interessierten Trägern vor.

Die Mitglieder einigten sich auf folgende Arbeitsschwerpunkte

der Q-Gemeinschaft für das Jahr 2009 (und darüber hinaus):

» Kernprozesse beschreiben, unter der Einbeziehung der

Schnittstellen

» Einbeziehung der Nutzer/innen, z. B. in die Planung der Leistungen

Facharbeitsgruppe

Finanzierung

Vorsitz: Birgit Konowski

Mitglieder: Verwaltungsstellenleiter des

PSW Behindertenhilfe

(weitere Mitglieder weden 2009 benannt)

Trägerversammlung Behindertenhilfe *

Steuerungsgruppe (alt: AGL Behindertenhilfe)

Facharbeitsgruppe Qualitätssicherung/

-entwicklung

Vorsitz: Evelin Nitsch-Boek

Mitglieder: Christoph Lenz, Qualitätsbeauftragte

des PSW BH

(siehe blauer Kasten oben)

» Bewertungskriterien für Ergebnis-Qualität

» Suchen und Finden gemeinsamer Standards (Erreichen des

Erfüllungsgrades)

» Beschwerdemanagement für Nutzer/innen, Angehörige

» Qualitätsvereinbarungen (Vorlagen erarbeiten)

In einer FACHARBEITSGRUPPE, die sich aus Vertreter/innen der

Q-Gemeinschaft zusammensetzt, werden die Arbeitsschwerpunkte

bearbeitet, um diese dann innerhalb der Q-Gemeinschaft

zur Diskussion und Abstimmung zu stellen.

Mitglieder der Facharbeitsgruppe

»Qualitätsentwicklung und -sicherung« sind:

» Frau Köhler (SALUS gGmbH)

» Herr Schmuhl (VOLKSSOLIDARITÄT

Verwaltungs-gGmbH)

» Herr Hübscher (LEBENSHILFE Harzvorland gGmbH)

» Frau Schmidt (Der Weg e. V.)

» Frau Behrend (PARITÄTISCHE Gesellschaft für Sozialarbeit

Darlingerode/Harz)

» Frau Krause (Flora e. V. Förderverein für seelisch kranke

Menschen)

» Frau Hasstädt (Wohnh. Chausseehaus Hassel gGmbH)

» Frau Zeige (Lebenshilfe f. geistig Behinderte OV Dessau)

» Frau Hesse (LEBENSHILFE Bördeland gGmbH)

» Frau Bergener (Trägerwerk Soziale Dienste)

» Herr Lenz (Paritätisches Sozialwerk Behindertenhilfe)

Die Moderation der Facharbeitsgruppe, die sich ca. alle acht

Wochen im Jahr 2009 treff en will, übernimmt Frau Nitsch-Boek.

Facharbeitsgruppe

Inhalte und Konzepte

Vorsitz: Evelin Nitsch-Boek

Mitglieder werden 2009 benannt

Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 39

* Träger von Einrichtungen und Diensten


Trägerversammlungen

Qualitätsgemeinschaften

Vertreter der neuen Steuerungsgruppe (v.l.n.r.):

Frau Plahl (stellvertretend für Frau Woost), Herr Hüther (stellvertretend für Herrn Haase), Herr Schäfer, Frau Schäfer, Frau Nitsch-Boek,

Frau Krümling, Frau Reinhardt, Herr Günther (es fehlten: Frau Woost, Herr Haase, Frau Grahn)

Steuerungsgruppe »Hilfen für Menschen mit Behinderungen«

übernimmt künftig fachbezogene Arbeit

Erstmalig wurde von den Mitgliedern der Trägerversammlung

eine »Steuerungsgruppe« im Dezember für vier Jahre

gewählt. Damit wurde die alte Struktur der »Trägerversammlung«

endgültig durch eine neue abgelöst.

(siehe Grafi k rechts unten)

Den Mitgliedern der jahrelang aktiven Arbeitsgruppe »Leistungsfi -

nanzierung« dankte Dr. Gabriele Girke für die sehr gute Arbeit.

Girke appellierte an alle anwesenden Mitglieder, eine fachlich

starke Steuerungsgruppe zu wählen, um den kommenden Herausforderungen

an eine Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe

im Land gerecht werden zu können.

Die wichtigsten Aufgaben der Steuerungsgruppe:

» Themen der Behinderungshilfe aktiv benennen, aufgreifen und

konstruktiv bearbeiten

» Leitung der innerverbandlichen, fachpolitischen Diskussion

mit dem Ziel, gemeinsame Positionen zu fi nden und zugleich

diff erierende Interessenlagen und Meinungen deutlich zu

machen

» Vor- und Nachbereitung der Trägerversammlungen, inklusive

der Erarbeitung von Beschlussvorschlägen und Festlegung der

Tagesordnung für die Trägerversammlung

» Auftragserteilung und Abstimmung zu Ergebnissen der Facharbeitsgruppen

40 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale

» Vorbereitung der Treff en mit den Mitgliedsorganisationen, die

nicht Träger von Einrichtungen und Diensten sind

Grundlagen für die Arbeit der Steuerungsgruppe sind:

» die PARITÄTISCHEN Grundsätze (Leitbild, Satzung)

» Beauftragungen durch den Vorstand/Geschäftsführung -

» Beschlüsse der Trägerversammlungen

unter Berücksichtigung der Akzeptanz unterschiedlicher fachlicher

Ansätze sowie von Sonder-, Minderheitenvoten.

(Auszug aus der Geschäftsordnung, welche von der Mitgliedschaft

»Trägerversammlung« mit 78 % zugestimmt angenommen

wurde)

Zur gewählten »Steuerungsgruppe« gehören:

» Heike Woost, Lebenshilfe-Werk Magdeburg gGmbH

» Bernd Schäfer, Therapiegemeinschaft Westhavelland

» Ines Krümling, Flora e. V.

» Birgit Reinhardt, PARITÄTISCHES Sozialwerk

» Silvia Grahn, PARITÄTISCHE Gesellschaft für Sozialarbeit

» Hans-Peter Haase, Lebenshilfe »Altmark-West« gGmbH

» Christine Schäfer, Der Weg e. V.


Ansprechpartner:

Siegfried Hutsch

Grundsatzreferent Kinder- und Jugendhilfe

Tel.: 0391 / 6293540 • shutsch@mdlv.paritaet.org

Qualitätsgemeinschaften

»KiTA« und »Hilfen zur Erziehung«

Mit einem großen Paukenschlag haben im frühen Herbst

eine Vielzahl von Kindertagesstätten der Mitgliedsorganisationen

den Qualitätscheck KiTA abgeschlossen.

Die Teilnehmenden waren von den Ergebnissen sehr angetan

und konnten eine Menge Information für ihre weitere inhaltliche

Arbeit daraus entnehmen. Die Mitglieder der Qualitätsgemeinschaft

KiTA wünschen sich Themen im Bereich der Personalentwicklung,

der Umsetzung des Konzeptes Bildung Elementar und

regionale Arbeitstreff en. Insbesondere die Personalentwicklung

Trägerversammlungen

Qualitätsgemeinschaften

und Qualifi zierung von jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

wird ein intensiver Arbeitsschwerpunkt sein müssen. In

der Qualitätsgemeinschaft Hilfen zur Erziehung wurde am 3./4.

November ein Seminar zum Thema Marketing mit einem externen

Referenten durchgeführt. Sich am »Markt der Möglichkeiten«

positionieren, mit seinen Konzepten Aufmerksamkeit bei

Jugendämtern treff en und Qualität in der pädagogischen Arbeit

anbieten, waren die Schwerpunkte, mit denen sich der Arbeitskreis

beschäftigte. Für die kommende Zeit wird die weitere Entwicklung

des Qualitätshandbuches die Arbeit bestimmen.

Landesmodellprojekt »Qualifizierung von Kindertageseinrichtungen

zu Kompetenzzentren frühkindlicher Bildung«

In einem feierlichen Rahmen erfolgte am 28.11.08 die Übergabe

der Zertifi kate für die erfolgreiche Teilnahme am Landesmodellprojekt

»Qualifi zierung von Kindertageseinrichtungen

zu Kompetenzzentren frühkindlicher Bildung« an

die Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätte »Die Wurzel«

Magdeburg.

Die Zertifi katsverleihung erfolgte durch die Leiterin des Referates

Kindertageseinrichtungen des Landesjugendamtes, Frau

Dr. Gudrun-Carola von Hoven im Innovations- und Gründerzentrum

Schönebeck.

In ihrer Rede würdigte Frau Dr. von Hoven die Leistungen des

Teams in der zweijährigen Modellphase. Die Kindertagessstätte

»Die Wurzel« Magdeburg zählt zu den vier besten der insgesamt

15 Kompetenzzentren im Land Sachsen-Anhalt. Mit Stolz nahmen

Mitarbeiterinnen und Trägervertreter Auszüge aus dem

Gutachten der Wissenschaftlerinnen, die die externe Evaluierung

vornahmen, zur Kenntnis.

Auf Grund ihres kontinuierlichen Entwicklungsprozesses, orientiert

an der Leitfrage »Was braucht das Kind für seine Entwicklung«

und der refl ektierenden Haltung der Erzieherinnen und

der Leiterin, kann diese Einrichtung beispielgebend sein als eine

»learning community« (Auszug aus dem Gutachten).

Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 41


Landesverbände

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft

(DMSG)

Der DMSG Landesverband gründete sich am 3. Mai 1990 in Langenstein.

Der Landesverband der DMSG ist mit seiner Beratungs-

und Geschäftsstelle seit 1991 in Halle vertreten. Der Landesverband

zählt heute fast 1000 Mitglieder, welche zu einem Großteil

in den 35 Selbsthilfegruppen organisiert sind.

Die Geschäftsstelle koordiniert die Arbeit der Selbsthilfegruppen

im Land Sachsen-Anhalt, ist Beratungs- und Begegnungsstätte.

Die vielfältigen Aufgaben werden von der Geschäftsführerin und

der Sozialarbeiterin sowie zwei geringfügig beschäftigten Mitarbeiterinnen

wahrgenommen. In großem Maße wird die Arbeit

auch vom Patienten- und Ärztlichen Beirat unterstützt.

Unentbehrlich ist dabei das Engagement vieler ehrenamtlicher

Mitarbeiter. Der Bereich der Verwaltung ist mit den allgemeinen

Aufgaben des Landesverbandes wie die Beantragung von Fördermitteln,

Kontakte zu Ämtern und Behörden, Pfl ege der Mitglieder

und vieles andere mehr sehr vielfältig.

Folgende Schwerpunkte stehen im Mittelpunkt unserer

Beratungsarbeit:

» Soziale Beratung von Betroff enen und deren

Angehörigen

» Unterstützung der Selbsthilfegruppenarbeit

» Durchführung von Seminaren und Veranstaltungen

» Öff entlichkeitsarbeit

Projekt der DMSG und Aktion Mensch

»MS?NEU?JUNG?«

Im September 2007 startete unser Projekt „MS?NEU?JUNG?“

- gefördert durch Aktion Mensch - in unserem DMSG Landesverband

Sachsen-Anhalt e.V., mit dem wir besonders junge

MS-Betroff ene und junge Neuerkrankte in ganz Sachsen-

Anhalt erreichen wollen.

Durch bessere Diagnoseverfahren lässt sich die Krankheit heute

viel früher erkennen, so dass die Patienten immer jünger werden,

die in unsere Beratungsstelle kommen. Aber oft erreichen wir sie

nicht so gut, denn sie sind meist viel zu jung, um das klassische

Angebot unserer Selbsthilfegruppen anzunehmen. Deshalb

werden wir in den nächsten fünf Jahren im Rahmen des Projekts

spezielle Angebote für junge MS-Kranke aufbauen.

Mit einem Fragebogen wollten wir zunächst einmal die Interessen

und Bedürfnisse der jungen Leute herausfi nden. Auf der Grundlage

dieses Fragebogens wird nun ein landesweites Netz für junge

Betroff ene gesponnen, das Informationen, Hilfe, verschiedenste

42 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale

Der Landesverband informiert regelmäßig über seine Arbeit in

seiner Mitgliederzeitung DABEISEIN, die mit der Zeitschrift AKTIV

des Bundesverbandes allen Mitgliedern zugeht, sowie in Seminaren

und bei überregionalen Veranstaltungen.

Wenn Sie mehr über unsere Aktivitäten, Termine, Veranstaltungen

etc. erfahren wollen, schauen Sie ins Internet unter www.

dmsg.de (Link Sachsen-Anhalt).

Wünschen Sie Kontakt?

Wenden Sie sich vertrauensvoll an uns:

Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.

Harz 22, 06108 Halle

• per Telefon: 0345 | 2029831

• per Fax: 0345 | 2029836

• per Email: dmsg-sachsen-anhalt@dmsg.de

Wir freuen uns auf Sie!

Angebote und den Austausch mit Gleichaltrigen bietet. Erste Ideen

wurden bereits umgesetzt: Seit Dezember fi ndet in der Begegnungsstätte

des Landesverbandes an jedem 1. und 3. Dienstag

im Monat ab 10.00 Uhr ein Frühstück für junge Betroff ene statt,

jeden 2. Dienstag im Monat ab 15.00 Uhr ein Spielenachmittag.

Am 10.09.2008 beginnt der erste Entspannungskurs.

Geplant ist außerdem eine Vortragsreihe zu Themen, die besonders

junge Leute interes-sieren wie z.B. Ausbildung und Beruf,

Familienplanung und Erziehung, Ernährung und Freizeit. Im

Freizeitbereich wird es neue Angebote geben: Kino, Ausfl üge,

Flohmarkt, Grillabend, Bowling, Sport, verschiedene Kurse etc.

Für Familien sind Brunch, Ausfl üge, gemeinsame Feiern etc. vorgesehen.

Parallel zur Fragebogenaktion lief die Entwicklung des

Flyers, den wir in ganz Sachsen-Anhalt in Kliniken, bei Ärzten und

in entsprechenden öff entlichen Einrichtungen verteilt haben bzw.

über die Gruppenleiter verteilen ließen. Er soll junge Leute von

Anfang an auf unsere Angebote aufmerksam machen.


Eine Internetseite für junge Betroff ene enthält alle wichtigen Infos und Termine.

Sie ist über den Link „MS?NEU?JUNG?“ auf der Seite des Landesverbandes www.

dmsg.de/sa zu erreichen.

In der »Dabeisein«, der Zeitschrift des Landesverbandes, gibt es ab Juni 2008

eine ganze Seite nur für junge Betroff ene.

Wichtig ist es uns, junge MS-Betroff ene in ganz Sachsen-Anhalt mit diesen Angeboten

zu erreichen, diese Angebote regional im Norden und Süden des Landes

aufzubauen. Dazu sprechen wir alle interessierten jungen Leute an und würden

uns freuen, wenn sie mit uns Kontakt aufnehmen. Natürlich unterstützen

wir Sie beim Aufbau der Angebote und begleiten Sie auf Ihrem Weg.

Informationen und Kontakt unter:

DMSG

Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.

Harz 22

06108 Halle

Telefon: 0345 | 203 69 699

Ansprechpartnerin: Ulrike Kwas

E-Mail: kwas@dmsg.de

Internet: www.dmsg.de/sa

Landesverbände

Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 43


Wir für Sie

Aus- und Weiterbildung für im sozialen Bereich tätige Menschen

und Organisationen:

Das PARITÄTISCHE Bildungswerk LV Sachsen-Anhalt e.V.

Die Aktivitäten des PARITÄTISCHEN Bildungswerkes Sachsen-

Anhalt richten sich auch im Jahr 2009 an zwei Schwerpunkten

aus.

1. Fort- und Weiterbildung

Für die Fort- und Weiterbildung steht die weitere Entwicklung

von Seminar-, Kurs- und Inhouse-Angeboten, die sich an den

Qualifi zierungserfordernissen und Alltagsrealitäten der Mitgliedsorganisationen

und eigenen Einrichtungen des PARITÄTISCHEN

Sachsen-Anhalts orientieren im Mittelpunkt. Dieser Ansatz

stand auch Pate für das seit September vergangenen Jahres

vorliegende Bildungsprogramm 2009. Mit ca.190 Seminar- und

Kursangeboten wurde das Angebot im Vergleich zum Vorjahr

zwar quantitativ reduziert, die Veranstaltungen wurden jedoch

anhand oben genannter Kriterien ausgewählt und es wurde sich

stärker auf deren inhaltliche Neu- und/oder Weiterentwicklung

konzentriert.

Das gesamte Kurs- und Seminarangebot ist auch in diesem

Jahr im Internet unter www.bildungswerk-lsa.de abrufbar und

bequem online buchbar.

Jetzt informieren

und anmelden!

Fachschule für Sozialwesen Drübeck

44 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale

2. Berufsausbildung

Bildungskalender 2009

An der Fachschule für Sozialwesen des PARITÄTISCHEN Bildungswerkes

in Drübeck wurde im Jahr 2008 ein Qualitätsentwicklungsprozess

begonnen, der sich zunächst auf die strukturellen und

personellen Rahmenbedingungen der Schule auswirkte. Mit der

Berufung von Frau Susanne Fliege zur neuen Schulleiterin fand

diese Entwicklung im Dezember 2008 zunächst einen erfolgreichen

Abschluss. Die kommenden Jahre werden nun im Zeichen

einer kontinuierlichen qualitativen Entwicklung der Ausbildung

in den beiden Fachbereichen Heilerziehungspfl ege und Heilpädagogik

stehen, an der neben dem Schulleitungsteam, Dozent/

innen, Schüler/innen auch die Partner aus den Praxiseinrichtungen

beteiligt werden sollen. Aktuelle Informationen zu den beiden

Ausbildungsberufen staatlich anerkannte/r Heilerziehungspfl eger/

in und staatlich anerkannte/r Heilpädagoge/in sind ebenfalls im

Internet unter www.fachschule-druebeck.de erhältlich.

Das Schulleitungsteam steht nach vorheriger telefonischer

Vereinbarung (039452 / 809690) auch für persönliche Beratungsgespräche

zur Verfügung.


Auf unsere

Dienstleistungen

können Sie bauen!

Die PARI GmbH, als 100 %-iges Tochterunternehmen des PARITÄTISCHEN Sachsen-Anhalt, verfügt über

langjährige Erfahrungen in der Planung und Umsetzung von Pflegeeinrichtungen, Kindereinrichtungen

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Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 45


Wir für Sie

»Vier Sterne« für die Landesjugendbildungsstätte Peseckendorf

Bildungs- und Freizeitzentrum Wolmirstedt

Sterne für drei Einrichtungen

der PARITÄTISCHEN INTEGRAL gGmbH

Am Samstag, den 30. August war es endlich soweit: die Landesjugendbildungsstätte

in Peseckendorf bekam offi ziell

ihre vier Sterne vom BundesForum für Kinder- und Jugendreisen

e.V. verliehen. Die Übergabe erfolgte bei dem jährlich

stattfi ndenden Folk Festival im Park der Einrichtung. Frau

Gleu vom BundesForum Jugendreisen e. V. überreichte Herrn

Boek, pädagogischer Leiter der Einrichtung, das Schild mit

den erreichten vier Sternen.

Auch das Bildungs- und Freizeitzentrum in Wolmirstedt (BFZ)

und das Erlebnispädagogische Zentrum Havelberg (ELCH) nahmen

an der Zertifi zierung teil und bekamen jeweils drei Sterne

verliehen.

Durch die Vorbereitung auf die Zertifi zierung wurden die Einrichtungen

von den Mitarbeitern selbstkritisch unter die Lupe

genommen und die Vorgaben vom BundesForum helfen der

sogenannten Betriebsblindheit entgegen zu treten. Keine der

Einrichtungen möchte sich auf den vergebenen Sternen ausruhen,

sondern an der Qualität weiter arbeiten und den Gästen

46 Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale

Landesjugendbildungsstätte Peseckendorf

Erlebnispädagogisches Zentrum Havelberg

eine moderne und schöne Einrichtung bieten. Die Basisklassifi -

zierung gilt unbegrenzt. Die Sterneklassifi zierung ist drei Jahre

gültig. Nach Ablauf der drei Jahre ist eine erneute Prüfung vorgesehen.

Seit 2007 gelten in Deutschland für Kinder- und Jugendeinrichtungen

einheitliche Qualitätsstandards. Das Qualitätsmanagement

Kinder- und Jugendreisen ist ein bundesweites,

trägerübergreifendes Verfahren zur Zertifi zierung und Klassifi -

zierung von Kinder- und Jugendunterkünften und wird durch

das BundesForum Kinder- und Jugendreisen e.V. durchgeführt.

Das QMJ-Verfahren unterteilt sich in zwei aufeinander aufbauende

Stufen, der Basis- und der Sterneklassifi zierung.

Bei der Basisklassifi zierung werden verschiedene Genehmigungen

und andere Voraussetzungen, welche zum Betrieb einer Kinder-

und Jugendeinrichtung notwendig sind, überprüft. Um die

Sterneklassifi zierung zu erreichen, sind verschiedene Kriterien,

wie ausreichend Zimmer mit eigenen sanitären Anlagen, Sportanlagen

und Fernsehraum, aber auch inhaltliche Angebote und

das Vorhandensein von Seminarräumen mit moderner Technik,

zu erfüllen.


Wir für Sie

Integrationsdorf Arendsee

Erholung, Spaß und Integration an der »Perle der Altmark«

Das Integrationsdorf Arendsee (IDA), eine Einrichtung des

PARITÄTISCHEN Sachsen-Anhalt, ist Erholungs- und Bildungsstätte

für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Durch die

ruhige Lage am Rande eines Kiefernwaldes und vor allem

dank der barrierefreien Anlage wird das IDA auch sehr gern

von Gruppen genutzt, bei denen die Teilnehmer teilweise

oder komplett auf einen Rollstuhl angewiesen sind.

Die Bewohner der Wohngruppe »Selkegrund« Schloss Hoym

Stiftung gehören zu den Gruppen, welche regelmäßig mehrere

Tage das Integrationsdorf Arendsee als Entspannungsort aufsuchen.Seit

nun bereits acht Jahren bereisen die zum Teil körperlich,

aber auch geistig Behinderten zweimal im Jahr das IDA, dessen

Barrierefreiheit für sie eine der wichtigsten Voraussetzung ist.

Aber auch die gute Betreuung und die Freundlichkeit aller Mitarbeiter

tragen zu einem entspannten Aufenthalt bei. Für die

Betreuer ist es wichtig, dass sie Unterstützung bei der Vorbereitung

und Durchführung der Reise bekommen. Einst von Bekannten

und Verwandten auf das IDA aufmerksam gemacht worden,

ist die Wohngruppe jedes Jahr auf das Neue begeistert, was für

ein breitgefächertes Programm den Gästen angeboten wird. Es

reicht von Bastel- und Sportnachmittagen über Grillabende in

gemütlicher Runde. Die Kegelbahn wird von den Gästen sehr

gern genutzt. Aber auch Ausfl üge in die nähere Umgebung, wie

zum Beispiel zur Tieroase Vienau oder zur Baumkuchenbäckerei

nach Salzwedel stehen auf dem Programm. Den Besuchern

stehen zweigeschossige Doppelhäuser, eingeschossige Ferienhäuser

und Appartements zur Verfügung. Bei den Doppelhäusern

sind die Erdgeschosswohnungen komplett barrierefrei

eingerichtet. Alle Wohnungen verfügen über Dusche/WC und

eine integrierte Küchenzeile. Neben Erholung und Entspannung

bietet das Integrationsdorf auch gute Voraussetzungen für die

Durchführung von Seminaren und Tagungen. Im großen Saal

des Mehrzweckgebäudes können bis zu 200 Personen tagen.

Für kleinere Gruppen kann der Raum in drei separate Seminarräume

geteilt werden.

Kontakt:

Integrationsdorf Arendsee gGmbH

Harper Weg 3, 39619 Arendsee, Telefon: 039384 | 98090

ida-arendsee@mdlv.paritaet.org | www.ida-arendsee.de

Gefördert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 47


Wiener Straße 2

39112 Magdeburg

Telefon: 0391| 6293333

Telefax: 0391| 6293555

E-Mail: info@mdlv.paritaet.org

www. paritaet-lsa.de

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