Eine wahre Kindergeschichte - Klett Kinderbuch

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Eine wahre Kindergeschichte


MIA VON NEBENANEINE WAHRE KINDERGESCHICHTE———HANNA SCHOTTmit Bildern von Gerda Raidt


EIN ECHTER MIA-MORGENWer den ersten Fubdruck in den frischen Schnee setzt,ht gewonnen !Rechts, links, rechts, links – Mi springt fst über denSchnee. Schon zehn Fubdrücke ht sie gemcht !Sie schut sich um. Wunderbr sieht er us, der Uferweg.Als htte der Schnee ihn wrm zugedeckt, miteiner glitzernd weien, gltt gestrichenen Decke.Nur ds Muster von Mis Schuhsohlen ist druf zusehen, sonst nichts.Aber gewonnen ht sie trotzdem nicht. egen wen uch ?Mi ist llein. ewinnen knn mn nur, wenn uch einerd ist, gegen den mn ntritt.Jetzt springt Mi nicht mehr. Sie zhlt uch nicht mehrdie Fubdrücke. Sie zieht die Kpuze, die ihr vomKopf gerutscht ist, bis zur Nse herunter und stpft vorsich hin.Erst m Büdchen schut sie wieder uf.„N, Schtzelein ? Wieder spt drn ?“


die Büdchenfru und nimmt ds eld. „Du hst j eisklteFinger !“Mi nimmt ds Bounty us der groen, weichen Hndder Büdchenfru. nz wrm ist die.„Und jetzt beeil dich ! Es ht schon lngst gelutet.“Vom Büdchen zur Schule ist es nur zweiml um dieEcke – weg vom Rheinufer, über eine Ampel, dnnsieht mn schon den Schulhof und dhinter die groeEingngstür. Aber Mi ht keine Lust sich zu beeilen.Sie reit die Bounty-Verpckung uf und beit hinein.mmer sgt sie „Schtzelein“, die Büdchenfru. Nichtnur zu Mi. Alle nennt sie so, sogr die groen Jungs usder ehn.„Hmhm“, ntwortet Mi und muss ein bisschen grinsen.Die Büdchenfru ist so breit, dss sie den hlben Kioskusfüllt. Und ihr Busen ist so schwer, dss er rechtsein bisschen über der „Welt“ hngt und links ein bisschenüber dem „Kölner Express“. Nur über ihr ist noch Pltz.ro ist sie nmlich nicht. Deshlb knn mn dieLottoschilder gut sehen.„Ein Bounty“, sgt Mi und streckt ihre Hnd mit demeldstück über die eitungen.„Mensch, Schtzelein, zieh dir Hndschuhe n“, sgtLngsm geht sie in Richtung Ampel. hre Füe mchenjetzt keine klren Abdrücke mehr im Schnee, eherSchleifspuren, so ls wre ein groer, schwerer Mnnvom Ufer zur Stre geschlurft. Einfch gerdeusgeht sie, whrend sie kleine Stücke bbeit, die sie gnzlngsm uf der unge schmelzen lsst.„Ds Frühstück muss mn genieen“, sgt Mm immer.„Es ist die wichtigste Mhlzeit des Tges !“ Dbei frühstücktdie nie. Whrscheinlich ist ds uch ein Stz vonfrüher. So ein Om-Stz.Die Ampel springt von rün uf Rot, ls Mi die Strebetritt, ber sie sieht es gr nicht, so tief hngt die


Kpuze über ihren Augen. Ein Auto bremst und hupt.Ws soll’s. Mi lsst sich nicht scheuchen. Auf dernderen Seite der Stre, wo die Schneereste schmutzigsind und die ebude hoch und gru, ist sie immernoch früh genug.Mi muss mit der Schulter gegen die Schultüre drücken,um sie ufzubekommen. n der Eingngshlle ist es soruhig wie sonst nie. Alle Kinder sind schon in den Klssen.Mi geht die breiten Stufen hinuf. Am Fenster uf hlberTreppe hngt gnz oben noch ein Weihnchtsstern.Vielleicht ht der Husmeister ihn beim Abdekorierenübersehen.„Aber wie kmen die Heiligen Drei Könige denn überhuptnch Köln ?“, frgt Fru Pützchen gerde, ls Mi gnzleise die Tür öffnet, zu ihrem Tisch schleicht und sichmöglichst unuffllig neben Mlte uf ihren Pltz setzt.„Als Knochen !“, ruft Pul.„r nicht“, sgt Jenny. „Meine Mm sgt, diese gnzeneschichten, ds ist lles Kokolores.“„Mit einer goldenen Kutsche“, vermutet Sin.„Ds mit den Knochen ist gr nicht so flsch“, sgt FruPützchen. Sie ht ntürlich gemerkt, dss Mi viel zuspt gekommen ist, ber sie redet einfch weiterund schut nur einml zu ihr hinüber – mit einer tiefgerunzelten Stirn.„Die ebeine der Heiligen wren nmlich bis dhin inMilnd verehrt worden.“Auch wenn mn ein Bounty gnz lngsm isst, mchtes nicht richtig stt. Dfür kriegt mn uch noch Durst.Mi guckt zum Wschbecken rüber, ber ws denkendie nderen, wenn sie erst zu spt kommt und dnn mHhn Wsser trinkt ?„Wisst ihr, wo Milnd ist ?“„n Florid.“„Qutsch ! Ds ist Mimi.“„Dnn in tlien.“„enu.“Jetzt, wo sie im Wrmen sitzt, merkt Mi, dss sienicht nur hungrig und durstig ist. Sie ist uch müde.hr Kopf ist so schwer, dss es richtig nstrengend ist,ihn hoch zu hlten und so zu tun, ls würde sie FruPützchen zuhören. estern Abend ist sie uf dem Sofeingeschlfen. m Fernsehen lief …, d lief … Sie weies nicht mehr. rgendws mit einer Fru und zweiKindern und drei Mnnern. Oder drei Kindern und zweiMnnern. Auf jeden Fll wr d immer ein groes Durcheinnder,wer jetzt zu wem gehört und wer wen nicht


treffen drf. Erst wr es lustig, ber dnn eigentlich nichtmehr. rgendwnn ist sie eingeschlfen. Und ls sie ufgewchtist, htte schon der Sptkrimi begonnen. D htsie den Fernseher usgeschltet und ist rüber ins Bettgegngen. Nur die Schuhe ht sie usgezogen.„Und wisst ihr, ws ds Problem wr, wenn mn vorfst Jhren von Milnd nch Köln reisen wollte ?wischen tlien und Deutschlnd liegen j dmlswie heute die … N, wer wei es ?“wischen tlien und Deutschlnd liegen Welten, sgtOm immer. Die ht nmlich itlienische Nchbrn.m Sommer grillen die im rten, und die Kinder müssennie ins Bett. Auch nicht, wenn es schon stockdunkel ist –im Sommer !Mis Kopf ist uf ihren rechten Arm gefllen. Sie denktn tlien, dss es dort gnz wrm ist und dss bestimmtlle morgens ewig usschlfen dürfen.ich lss mich nicht wieder vertrösten wie beim letztenMl. Knnst du ihnen ds sgen ?“Ein kurzes Frösteln überzieht Mi von oben nch unten.Sie nimmt ihr Federmppchen.„J. – ch versuch’s.“Mi steht uf. Etws schummrig ist ihr, sie wnkt undstöt beinhe gegen Fru Pützchens Buch. Aber dnnnimmt sie ihre Tsche und verlsst schnell den Rum.„Mnnomnn“, murmelt Fru Pützchen hinter ihr undschliet die Tür b.„Mi ?“Fru Pützchen steht gnz dicht neben Mi und berührtihre Schulter.Mi schreckt hoch. Alle Stühle sind leer.„Mi, ich möchte gern deine Eltern sprechen. Deine Mutteroder deinen Vter. Oder beide. Aber es ist dringend, und

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